Atmabodha Upanishad

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Die Atmabodha Upanishad, auch Atmaprabodha Upanishad, (Sanskrit: f.) ist ein Teil der indischen Heiligen Schriften, die Veda genannt werden. Die Atmabodha Upanishad gehört zum Atharvaveda und wird außerdem den Vishnu Upanishaden zugeordnet. Sie nimmt Bezug auf die Narayana Upanishad.

Kambodschanisches Vishnu-Standbild aus Bronze, 13. Jh.

Atmabodha Upanishad mit Erläuterungen nach Paul Deussen

Artikel aus "Upanishaden. Die Geheimlehre des Veda“ in der Übersetzung von Paul Deussen, herausgegeben von Peter Michel, Marix Verlag, 2. Auflage, 2007, Wiesbaden, S. 899 - 901.

Einleitung

"Zum Zweck der Erklärung der achtsilbigen [Formel der] Narayana Upanishad", sagt der Kommentator, "dient diese Atmabodha Upanishad[1]; denn es kommt vor, daß ein Vedatext zur Erklärung eines anderen dient; wie z. B. die Brahmanas zu der der Mantras". In Wahrheit aber ist das vorliegende Stück bloß eine, fast wörtliche, Wiederholung von Nar. Up. 5, und die Zutaten sind teils ohne Belang, teils irreführend. So, wenn der Vijnanaghana (gleich Karanarupa) nicht der Atman selbst, sondern ein Produkt desselben sein soll, während doch sogleich darauf der Karanarupa wieder mit Narayana identifiziert wird. Und auch der Vers von Devakiputra wird, wie die Ergänzungen zeigen, anders als von uns Nar. Up. 5 verstanden und, wie wir glauben, mißverstanden. Auch die am Schluß angeflickten Zitate aus Brih. 4,4,19, Ait. 3,3-4 und Rigv. 9,113,7 bekunden die gänzliche Unselbständigkeit des Werkes, welches wir nur darum nicht übergehen, weil der Oupnekhat es aufgenommen und Narayana dasselbe kommentiert hat.

Die Atmabodha Upanishad

Om! Verehrung!

In die innere Wonne, das Brahman, den Purusha, den heiligen Laut, bestehend aus A, U und M, in diese Silbe, den Pranava, in den [ging Narayana ein], das ward der Laut Om.

Der Yogin, der begehrt diesen,
Wird Geburt und Samsara los.

Om! Verehrung sei dem Narayana, dem Muschel-Diskus-Keule-Träger! Darum, wer den Spruch: Om, Namo Narayanaya! verehrt, dem wird Vaikuntha, die Himmelswelt des Heiligen, zuteil. Und was hier diese Stadt ist, die Brahmanstadt, die Lotosblume als Haus, der Atman, der in dieser, in der Goldlotosblume Mitte weilt, aus dem entspringt das Ursachartige, Bewußtseinartige, ganz aus Erkenntnis bestehend; darum ist es nur wie Blitzes Glanz, wie eine Lampe sein Licht.

So war fromm Devakis Sprößling,
So war fromm Garudadvaja.
So war fromm Pundarikaksha,
So war fromm Madhusudana;

[denn er erkannte] den in allen Wesen weilenden, einen Narayana, das Ursachartige, das A, das höchste Brahman.

Wer den von Schmerz und Wahn freien
Visnu denkt, geht zugrunde nicht
Aus Zweiheit Unzweiheit, furchtlos

wird ihm zuteil. Aber

"Von Tod in neuen Tod stürzt sich,
"Wer hier Verschied'nes meint zu sehn" (Brih. 9,4,19).

In der Mitte der Herzlotosblume ist "alles dieses vom Bewußtsein gelenkt, in dem vom Bewußtsein Gelenkten gegründet; vom Bewußtsein gelenkt ist die Welt, das Bewußtsein ist ihr Grund, das Bewußtsein ist Brahman. Mittels dieses bewußten Selbstes aus dieser Welt emporsteigend, hat er [Vamadeva] in jener Himmelswelt alle Wünsche erlangt und ist unsterblich geworden, - ist unsterblich geworden" (Ait. 3,3-4).

"Wo Licht ist ohne Unterlaß,
Wo gegründet der Himmelsglanz,
In diese Welt, o Läuterer,
Die ewige, versetze mich,
— die ewige versetze mich" (Rig v. 9,113, 7).

So geht man zur Unsterblichkeit, - so geht man zur Unsterblichkeit. Om, Verehrung!

Wer die Atmaprabodha Upanishad nur eine Stunde verehrend überdenkt, für den ist keine Wiederkehr, - für den ist keine Wiederkehr.

Fußnoten

  1. Der Titel wechselt willkürlich mit Atmaprabodha Upanishad.

Siehe auch

Literatur

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