Atemarbeit

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Atemarbeit Verschiedene Formen von bewusster Steuerung des Atems wird als Atemarbeit bezeichnet. Zum Beispiel ist bekannt die so genannte Atemarbeit nach Middendorf.

Atemarbeit genannt Pranayama im Yoga

Atemarbeit

Atemarbeit heißt den Atem, der ja normalerweise von selbst fließt auf eine gewisse Weise so zu beeinflussen, dass du positive Auswirkungen hast auf den physischen Körper, auf die Emotionen und auf die Psyche. Der Atem ist vielleicht der subtilste körperliche Prozess, der bewusst steuerbar ist. Atem läuft natürlich normalerweise ganz automatisch. Du atmest ein, du atmest aus, du merkst es nicht. Der Körper nimmt sich so viel Sauerstoff über die Luft wie er braucht und er atmet so viel aus wie er braucht um das Kohlendioxid wieder auszuscheiden. Das läuft normalerweise ganz gut. Aber es kann sein das bestimmte Emotionen zu irgendwelchen Verspannungen im Körper führen und das kann dazu führen, dass du nicht genügend atmest. Auch bestimmte Kleidungsgewohnheiten können dazu führen, dass der Bauch eingeschnürt ist. Oder Menschen haben das Ideal „Bauch rein – Brust raus“ und dann ist der untere Bauch auch irgendwo verspannt.

Dann kann es hilfreich sein mit bewusster Steuerung des Atems etwas zu bewirken.

Aktive und Passive Atemarbeit

Es gibt aktive und passive Atemarbeit. Die passive Atemarbeit, die zum Beispiel charakteristisch ist für die Atemarbeit nach Middendorf bedeutet, dass du den Atem nicht bewusst steuerst sondern beobachtest und versuchst ihn freier fließen zu lassen. Die verschiedenen Methoden, es gibt nicht nur die Middendorfsche Atemarbeit, die verschiedenen Formen der Atemarbeit, die auf passiven Atem achten kennen verschiedene Techniken, wie du Verspannungen lösen kannst das der Körper wieder ganz von selbst atmen kann. Dazu können bestimmte Entspannungstechniken gehören. Dazu kann das Durchschütteln des Körpers gehören, verschiedene Vorbereitungen. Aber dann liegst oder sitzt du ganz entspannt und beobachtest wie es atmet.

Atemarbeit - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Passive Atemarbeit

Man könnte sagen auch Autogenes Training ist eine Form dieser passiven Atemarbeit. Zu Anfang folgen Affirmationen zur Entspannung. Aber dann folgt diese Suggestion, die besagt: "Atem fließt ruhig und gleichmäßig." Du versuchst nicht selbst den Atem ruhig und gleichmäßig zu machen sondern du sagst: "Atem fließt ruhig und gleichmäßig". Und diese Form der bewussten Beobachtung des Atems mit einer Affirmation führt dazu, dass der Atem ruhiger und gleichmäßiger wird. Und es heißt wenn du so den Atem beobachtest, es gibt ja auch in der Achtsamkeitstechnik die Atembeobachtung. Wenn man den Atem beobachtet wird der Atem letztlich ein ruhiger und ein normaler und dann funktioniert Vieles viel einfacher. Also der Körper nimmt sich seinen Sauerstoff und lässt auch den Atem so fließen wie es für die Psyche gut ist wenn du die Verspannungen löst.

Und so kann passive Atemarbeit heißen Spannungen zu lösen das spontaner, guter Atem entstehen kann.

Aktive Atemarbeit

Als aktive Atemarbeit bezeichnet man Atemübungen, Atemtechniken, Atemarbeit wo der Atem bewusst gesteuert wird. Es gibt zum Beispiel in der westlichen Physiotherapie bestimmte Techniken des Bauchatems. In der Logopädie, also in dem Stimmtraining gibt es bestimmte Formen der Atemarbeit. Im Gesangstraining, in bestimmten Gesangsschulen und -Traditionen gibt es bestimmte Formen der Atemarbeit wo der Atem bewusst gesteuert wird. Es gibt auch zum Beispiel die Lippenbremse in einer Form der Atemübung gegen Asthma wo man einatmet und dann langsam durch den Mund ausatmet.

Atemarbeit im Yoga

Im Yoga gibt es vielleicht das komplexeste System der Atemarbeit. Die nennt sich dann Pranayama. "Prana" heißt zum einen "Lebensenergie". Prana heißt aber auch Atem. "Ayama" heißt "Steuerung". Man könnte aber auch sagen Arbeit. Und so ist Pranayama die Atemarbeit im Yoga. Auch im Yoga gibt es aktive und passive Atemarbeit.

Passive Atemarbeit

Die passive Atemarbeit wird zum Beispiel bezeichnet als Sakshi Bhav. Das heißt das Beobachten des Atems. "Sakhsi" heißt "Beobachter". "Bhava" heißt "Einstellung". Also es gibt zum Beispiel die Sakshi Bhav Meditation wo du auch den Atem beobachten kannst. Das wäre also die passive Atemarbeit. Und wenn du den Atem einfach beobachtest darüber hinaus einfach fließen lässt wirst du merken der Atem wird sich gut entwickeln.

Aktive Atemarbeit

Aktive Atemarbeit im Yoga überwiegt aber. Und wenn du auf unsere Pranayama Seite gehst, erfährst du eine Menge über die Yoga Atemarbeit.

  • Im Yoga gibt es zum einen die Grundatemtechniken. Das ist die tiefe Bauchatmung. Es gibt die vollständige Yogaatmung. Und dann gibt es noch den meditativen Atem auch Kevala Kumbhaka genannt. Diese gilt es zunächst zu lernen und dann einsetzen wenn du Auswirkung haben willst auf die Stimmung im Alltag.
Atemarbeit - erläutert vom Yoga Standpunkt aus
  • Dann gibt es bestimmte Atemübungen für den Alltag. Es gibt zum Beispiel den Lampenfieber Transformationsatem und den Ärgertransformationsatem und verschiedene Aufladungsübungen. Bist du also ängstlich in irgend einer Form von Lampenfieber kannst du mit bewusstem Atem darauf einwirken. Auf unserer Internetseite Yoga Vidya kannst du in das Suchfeld eingeben Lampenfiebertransformationsatem oder gib einfach Lampenfieber ein und dann siehst du den Atem, der dafür geeignet ist. Und genau so auch wenn du ärgerlich bist dann kannst du den Ärgertransformationsatem üben oder bei mangelnder Energie die Aufladeübungen. Das funktioniert also im Alltag. Es gibt noch man kann sagen SOS-Atemübungen bei Panikattacken. Auch die kannst du nutzen.
  • Und dann gibt es die Atemübungen im engeren Sinne. Im Yoga gibt es Atemübungen, mit denen du deine Lebensenergie erhöhen kannst, dein Atmungssystem trainieren kannst, die aber auch auf den Kreislauf positive Wirkungen haben und es hilft der Konzentrationsfähigkeit, der Psyche und auch der Fähigkeit Gleichmut zu haben und dein Leben zu gestalten.

Wichtigsten Atemübungen

Atemübungen sollen sogar Zugang geben zu höheren Bewusstseinsebenen. In diesem Sinne Atemübungen sehr gut für alle Aspekte des Lebens. Und die wichtigesten Atemübungen sind dann Kapalabhati und Wechselatmung. Das sind die zwei wichtigsten Atemübungen des Yoga. Aber dann gibt es auch die so genannten Ashta Makumbhakas, die acht großen Atemübungen, die du zusätzlich zu den Grundatemübungen Kapalabhati und Wechselatmung üben kannst:

  • Dazu gehört Brahmari, die Biene welche die Stimme verbessert und Spannungen im Kehl- und Brustraum löst.
  • Es gibt Murja, der ruhige Atem, der Atem zur Harmonie und Beruhigung.
  • Es gibt Plavini, den Ausdehnungsatem mit dem du dich ausdehnen kannst, in die Weite gehen kannst.
  • Dann dibt es Ujjayi, der triumphierende Atem wo ein Gefühl des Triumphes und der Fähigkeit zu erzeugen Dinge zu beeinflussen.
  • Dann gibt es Surya Bheda, den Sonnenatem um deinen Enthusiasmus zu stärken und die Fähigkeit etwas auszustrahlen.
  • Und es gibt Bhastrika, den Schnellatem mit dem du deine Energie machtvoll aktivieren kannst.

Gut, das sind nur einige der Atemübungen. Wie gesagt wenn du auf unsere Pranayama Seite gehst, findest du viele Möglichkeiten der Yogaatemarbeit. Es gibt auch ganze kostenlose Videokurse im. Es gibt den Atemkurs für Anfänger, Pranayama Mittelstufe und fortgeschrittenes Pranayama und Kundalini Yoga. Und so bekommst du systematisch die Yogaatemarbeit vor gestellt. Natürlich am besten lernst du das durch Kurse. Es gibt ja knapp einhundert Yoga Vidya Zentren im deutschsprachigen Raum. Wir haben inzwischen fast 20.000 Yogalehrer ausgebildet. Auf unserer Internetseite Yoga Vidya findest du die Adressen der Yoga Vidya Zentren und der von von Yoga Vidya ausgebildeten Yogalehrer eben im Yogalehrer Verzeichnis.

Video Atemarbeit

Hier findest du ein Vortragsvideo über Atemarbeit :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Atemarbeit Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Atemarbeit , im Yoga auch Pranayama genannt:

Siehe auch

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