Swami Tattwarupananda

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Swami Tattwarupananda erwarb sein tiefes Wissen über Vedanta und die spirituellen Wahrheiten als langjähriger Schüler Swami Dayanandas in der Tradition von Swami Sivananda. Er unterrichtet Yoga, Vedanta und Bhagavad Gita in verschiedensten Ashrams und Schulen und führt ein Gurukulam für unterpriviligierte Kinder in Trivandrum, Kerala.

Begegnung mit Swami Tattwarupananda

Artikel von Shakti Frank aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 20 Winter/Frühling 2009

Am Samstag im großen Satsang war er auf einmal da: Swami Tattwarupananda, und hinterließ einen inspirierenden Vortrag. Einen Tag später, am Ostersonntag, saß ich angezogen von der Ausstrahlung dieses Mönchs in der Vorstellrunde seines Seminars „Jnana Yoga“ und lauschte fasziniert seinen einleitenden Worten. Schnell fühlte ich mich berührt und erfüllt von der segnenden Gegenwart dieses Weisen aus Kerala. Shri Karthikeyan hatte mal erzählt, dass die Mutter Ganga (der Ganges), in deren Gewässern unzählige Wesen baden, sich nur deshalb so rein halten kann, weil auch immer wieder Heilige ein Bad in ihr nehmen. Es ist als wenn ein Tropfen ihrer Gegenwart einen umgekippten See wieder zu neuem Leben erweckt. Meine Seele ließ sich gern berühren und sang nach wenigen Vorträgen ein Lied der Dankbarkeit so erhoben, inspiriert und erfüllt durfte ich mich fühlen.

Äußerlich legte er auf humorvolle, gestenreiche und herzliche Weise die Essenz des Jnana Yoga dar und drang dabei durch die verschiedensten Schichten des Bewusstseins, bis die Strahlen der Erkenntnis den einen oder anderen Knoten lösten und die Energien wieder freier fließen durften. Mit Hilfe von wunderbaren Geschichten, Humor und Liebe bot er uns an, tiefste Wahrheiten zu verstehen und immer wieder forderte sein ganzes Wesen uns eindringlich dazu auf, verwirklichen zu wollen, durstig nach der Wahrheit zu sein und mit einem Lächeln die Anstrengung in Kauf zu nehmen, um dann den Raum der Anstrengungslosigkeit zu entdecken, zu erfahren und zu leben.

„God does not help sleepy people“

Seine Eindringlichkeit war so intensiv, dass ich in der Nacht bevor sein Seminar endete um vier Uhr morgens aufwachte und einen kleinen Swami Tattwarupananda auf der Schulter hatte, der mir sagte: “God does not help sleepy people.“ Ich verzog mich wenig begeistert tiefer unter die Decke, schaute dann um sechs Uhr nach, ob der „Mini-Swami“ noch da war und betete schnell: „Lieber Gott, gib mir Enthusiasmus“. Ich glaube diesem Gebet wurden schon Flügel verliehen, denn wie inspirierend ist es doch zu sehen, dass Swamiji kein unnahbarer Mönch ist, der, in Brahman ruhend, alle anderen auffordert dasselbe zu tun, sondern bei sich zu Hause in einem selbst gegründeten Gurukulam (Ashram, Schule) Vater, Mutter und Lehrer für zwanzig sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ist.

Selbstverwirklichung in Einklang mit seinem Dharma

Dazu passend finde ich die letzte Geschichte, die er uns hinterließ:

Es gab einmal einen König, der hatte vier Frauen. Seine vierte Frau faszinierte ihn am meisten und so verbrachte er den größten Teil seiner Zeit mit ihr. Konnte sie ihm einen seiner Wünsche nicht erfüllen, wandte er sich an seine dritte Frau, auch sie liebte er sehr. Erst wenn auch sie ihm einen Wunsch nicht erfüllen konnte, griff er auf Frau Nummer Zwei zurück. Diese drei Frauen machten den König sehr glücklich, erfüllten ihm alle Wünsche und so vergaß er, dass er noch eine erste Frau hatte.

Du musst keine Angst haben

Eines Tages, er war schon sehr alt, bekam er diagnostiziert nur noch wenige Tage zu leben. Er rief seine vierte Frau und fragte sie, ob sie mit ihm mitgehen würde. „ Nein“, sagte sie „das werde ich nicht tun“. Puuuh, welche Enttäuschung für den König. Er rief die dritte Frau und stellte auch ihr die Frage:“ Wirst Du mit mir mitgehen?“ „Ich werde Dich bis zu Deinem Grab begleiten, aber weiter komme auch ich nicht“, war die Antwort. Traurig rief der König seine zweite Frau und stellte auch ihr diese Frage und sie sagte: “Sobald Du tot bist, werde ich zu einem Anderen gehen“. Oh, das tat wirklich weh! In seiner Verzweiflung erinnerte er sich an seine erste Frau, deren Namen er schon vergessen hatte. Ungerufen stand sie in seiner Tür, lauschte seiner Frage und sagte dann schließlich: “Mein König, ich war immer an Deiner Seite und ich hab mich immer um Dich gekümmert, auch wenn Du Dich nicht um mich gekümmert hast. Wenn Du gehst, dann werde ich mit Dir über Deinen Tod hinaus gehen.“

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Multimedia

Vortrag von Swami Tattwarupananda über Vedanta und Jnana Yoga