Mantraweihe Mantra Diksha
Mantraweihe Mantra Diksha ist die bewusste Aufnahme beziehungsweise Vertiefung der Schülerschaft in der Sivananda Tradition. Ein autorisierter Dikshaka erläutert das persönlich gewählte Mantra, übt seine Aussprache und führt von hörbarer Rezitation in die stille Meditation. Die empfangende Person verbindet die Weihe mit dem Entschluss, täglich zu meditieren und ihr Leben spirituell auszurichten. Die Anleitung folgt dem Yoga-Vidya-Handbuch für Dikshakas.
Vorbereitung und Voraussetzungen
Die Mantraweihe wird durch eine in dieser Lehrerlinie dazu autorisierte Person gegeben. In der Yoga-Vidya-Tradition gilt Swami Sivananda als Guru; der Dikshaka versteht sich als sein Instrument und handelt im Namen Sivanandas und Shankaracharyas. Die empfangende Person entscheidet sich für mindestens zwanzig Minuten tägliche Meditation mit ihrem Mantra, weitere passende spirituelle Praxis und einen sattvigen Lebensstil nach ihren Möglichkeiten.
Das Mantra vor der Weihe auswählen. Das Handbuch nennt als Orientierung zunächst die innere Beziehung zum Klang, dann die Verbundenheit mit der göttlichen Gestalt und schließlich Charakter und Ideal. Wer unsicher ist, wird beraten; die Auswahl bleibt eine persönliche Entscheidung. Die unten aufgeführten Mantras sind die Einweihungsmantras des Handbuchs.
Beide bereiten sich äußerlich durch Waschen oder Duschen und innerlich durch Meditation vor. Für den Dikshaka nennt die Quelle weiße oder weiß-gelbe Kleidung und einen weißen, gelben oder orangefarbenen Meditationsschal. Die empfangende Person trägt nach Möglichkeit saubere weiße Kleidung und bringt auf einem Teller Obst, Schnittblumen und eine Geldgabe im Umschlag. Die Leitung stimmt sich vorab auf die Lehrer ein und vermeidet unmittelbar vorher eine schwere Mahlzeit.
Einen ruhigen Altar mit Bild Sivanandas, Lampe, Räucherwerk, Wasser mit Löffel, Asche, Sandelholzpaste und Kumkum vorbereiten. Bei mehreren Mantras erleichtern Wartebereich, Einweihungsraum und ein stiller Nachmeditationsraum die Durchführung; bei wenig Platz genügt ein Raum. Eine Assistenz ruft die Gruppen auf. Die Mantraweihe ist nach dem Handbuch gewöhnlich nicht öffentlich; bereits Eingeweihte können still im hinteren Bereich teilnehmen.
Gemeinsamer Beginn
1. Die Bedeutung erklären
Die Leitung erläutert in vertrauten, klaren Worten: „Die Mantraweihe ist wie das Entzünden eines spirituellen Feuers und das Säen eines Samens. Die tägliche Wiederholung nährt dieses Feuer. Weitere Praxis und ein bewusstes Leben pflegen den Samen. Ihr habt euch entschlossen, täglich mindestens zwanzig Minuten mit eurem Mantra zu meditieren. In der Weihe bitten wir die Meister, die Kraft des Mantras in euch zu erwecken und euren Weg zu segnen. Der Ablauf umfasst die gemeinsame Reinigung und Anrufung, die eigentliche Übertragung für jedes Mantra und eine anschließende stille Meditation.“
Die empfangenden Personen kommen näher zum Altar, lassen ihre Gaben zunächst an ihrem Platz und bewahren von jetzt an Stille. Während der Weihe wiederholen sie ausschließlich ihr eigenes Mantra, auch wenn sie andere Rezitationen kennen. Die einleitenden Mantras spricht die Leitung. Nach Abschluss gilt diese besondere Stille nicht mehr.
2. Einstimmen und dreimal Om
Die Ritualleitung verneigt sich vor dem Altar. Eine Assistenz kann die Glocke läuten und, wenn vorhanden, das Muschelhorn blasen. Alle singen gemeinsam:
oṃ oṃ oṃ
Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.
3. Achamana – innere und äußere Reinigung
Für Achamana mit dem Löffel jeweils eine kleine Menge Trinkwasser in die rechte Hand geben. Die Ritualleitung spricht die folgenden Anrufungen und führt die jeweils beschriebene Handlung aus. Die Geste macht die innere Ausrichtung auch körperlich erfahrbar.
Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.
oṃ keśavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Keshava.
Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.
oṃ acyutāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Achyuta, dem Unvergänglichen.
Einen kleinen Schluck trinken; danach mit der Hand über den Scheitel, das Sahasrara Chakra, streichen.
oṃ anantāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ananta, dem Unendlichen.
Wasser in die rechte Hand geben und nach oben und unten sprenkeln.
oṃ govindāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Govinda.
Wasser in die rechte Hand geben und in die vier Himmelsrichtungen sprenkeln.
oṃ nārāyaṇāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Narayana.
Nochmals etwas Wasser in die rechte Hand geben, die Hand über dem Kopf kreisen lassen und anschließend mit den Fingern schnippen. Dazu das Gebet an die heiligen Flüsse sprechen:
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //
Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.
4. Tilaka – die heiligen Zeichen auftragen
Beim Tilaka zuerst mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand drei Streifen Asche auf die Stirn auftragen:
oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi /
tan no rudraḥ pracodayāt //
Übersetzung: Om. Wir wollen jenes höchste Wesen erkennen und über den großen Gott meditieren. Möge Rudra unseren Geist anregen und erleuchten.
Mit dem rechten Ringfinger etwas Sandelholzpaste zwischen den Augenbrauen auftragen, am Ajna Chakra:
oṃ gandha-dvārāṃ durādharṣāṃ nitya-puṣṭāṃ karīṣiṇīm /
īśvarīṃ sarva-bhūtānāṃ tām ihopahvaye śriyam //
gandhān dhārayāmi
Übersetzung: Ich rufe hier Shri, die Herrin aller Wesen, herbei: durch Duft zugänglich, unüberwindlich, stets genährt und Fruchtbarkeit spendend. Ich trage die duftende Gabe auf.
Mit dem rechten Ringfinger einen Punkt Kumkum auf die Sandelholzpaste setzen:
oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //
Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.
5. Avahana – Gottheiten und Lehrer begrüßen
Zur Avahana die Glocke läuten und zu jeder der folgenden Anrufungen eine Blüte darbringen. Die Anrufung öffnet die Verehrung für die verschiedenen göttlichen Kräfte und die Lehrer der Sivananda Tradition.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ganesha, dem Herrn der Scharen.
oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Subrahmanya, dem im Schilfwald Geborenen.
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung Saraswati, mit der Keimsilbe aiṃ.
oṃ guṃ gurubhyo namaḥ
Übersetzung: Verehrung den spirituellen Lehrern, mit der Keimsilbe guṃ.
oṃ namo bhagavate śivānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Sivananda.
oṃ namo bhagavate viṣṇu-devānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Vishnudevananda.
oṃ ādi-śaktyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung der ursprünglichen göttlichen Kraft, Adi Shakti.
6. Gajananam – Ganesha, Subrahmanya, Saraswati, Guru und Devi
gajānanaṃ bhūta-gaṇādi-sevitaṃ kapittha-jambū-phala-sāra-bhakṣitam /
umā-sutaṃ śoka-vināśa-kāraṇaṃ namāmi vighneśvara-pāda-paṅkajam //
Übersetzung: Ich verneige mich vor den Lotusfüßen des Herrn der Hindernisse: elefantengesichtig, von den Scharen der Wesen verehrt, der das Fruchtfleisch von Kapittha und Jambu genießt, Sohn Umas und Ursache der Auflösung des Kummers.
ṣaḍ-ānanaṃ kuṅkuma-rakta-varṇaṃ mahā-matiṃ divya-mayūra-vāhanam /
rudrasya sūnuṃ sura-sainya-nāthaṃ guhaṃ sadāhaṃ śaraṇaṃ prapadye //
Übersetzung: Stets nehme ich Zuflucht bei Guha: sechsgesichtig, rot wie Kumkum, von großer Weisheit, auf einem göttlichen Pfau reitend, Sohn Rudras und Heerführer der Götter.
yā kundendu-tuṣāra-hāra-dhavalā yā śubhra-vastrāvṛtā /
yā vīṇā-vara-daṇḍa-maṇḍita-karā yā śveta-padmāsanā /
yā brahmācyuta-śaṅkara-prabhṛtibhir devaiḥ sadā pūjitā /
sā māṃ pātu sarasvatī bhagavatī niḥśeṣa-jāḍyāpahā //
Übersetzung: Möge die erhabene Saraswati mich beschützen und alle Trägheit der Erkenntnis beseitigen: weiß wie Jasmin, Mond, Schnee und eine helle Girlande, in weiße Gewänder gehüllt, mit der schönen Vina in den Händen, auf einem weißen Lotus sitzend und stets von Brahma, Achyuta, Shankara und den anderen Göttern verehrt.
oṃ namaḥ śivāya gurave sac-cid-ānanda-mūrtaye /
niṣ-prapañcāya śāntāya śivānandāya te namaḥ //
Übersetzung: Verehrung dem glückverheißenden Guru, der Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, jenseits der Welt der Vielheit, friedvoll: Verehrung dir, Sivananda.
sarva-maṅgala-māṅgalye śive sarvārtha-sādhike /
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te //
Übersetzung: Du Heil unter allem Heilsamen, Glückverheißende, die alle guten Ziele verwirklicht, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Dir sei Verehrung.
Die Leitung bittet darum, dass die Lehrer durch sie wirken. Die empfangenden Personen öffnen sich innerlich für Segen und Führung.
oṃ nārāyaṇaṃ padma-bhavaṃ vasiṣṭhaṃ śaktiṃ ca tat-putra-parāśaraṃ ca /
vyāsaṃ śukaṃ gauḍa-padaṃ mahāntaṃ govinda-yogīndram athāsya śiṣyam //
śrī-śaṅkarācāryam athāsya padmapādaṃ ca hastāmalakaṃ ca śiṣyam /
taṃ toṭakaṃ vārttika-kāram anyān asmad-gurūn santatam ānato 'smi //
śruti-smṛti-purāṇānām ālayaṃ karuṇālayam /
namāmi bhagavat-pādaṃ śaṅkaraṃ loka-śaṅkaram //
śaṅkaraṃ śaṅkarācāryaṃ keśavaṃ bādarāyaṇam /
sūtra-bhāṣya-kṛtau vande bhagavantau punaḥ punaḥ //
īśvaro gurur ātmeti mūrti-bheda-vibhāgine /
vyomavad-vyāpta-dehāya dakṣiṇā-mūrtaye namaḥ //
śrī-śivānandāya te namaḥ //
Übersetzung: Immer wieder verneige ich mich vor unserer Lehrerfolge: Narayana, dem Lotusgeborenen Brahma, Vasishtha, Shakti, dessen Sohn Parashara, Vyasa, Shuka, dem großen Gaudapada, Govindapada, Shankaracharya und seinen Schülern Padmapada, Hastamalaka, Totaka, dem Verfasser der Varttikas und den anderen Lehrern. Ich verehre Shankara, Heimat der heiligen Überlieferung und des Mitgefühls, Wohltäter der Welt. Immer wieder verehre ich die erhabenen Verfasser von Sutra und Kommentar: Badarayana als Keshava und Shankaracharya als Shankara. Verehrung Dakshinamurti, der als Gott, Lehrer und Selbst erscheint und alles wie der Raum durchdringt. Verehrung dir, Swami Sivananda.
Einen Moment in Stille bleiben.
Persönlicher Hauptteil
8. Gaben und Sitz
Bei mehreren Mantras zunächst die Gruppe mit den meisten Einzuweihenden aufrufen. Bei gleicher Größe nennt das Handbuch als Reihenfolge das eigene Mantra der Leitung, dann männliche Gottesaspekte, weibliche Gottesaspekte, abstrakte Mantras und besondere Wünsche. Jede aufgerufene Person bringt ihre Gaben am Altar dar, verneigt sich und setzt sich möglichst aufrecht vor die Leitung. Die übrigen warten still.
9. Guru-Stotra und Tilaka
brahmānandaṃ parama-sukha-daṃ kevalaṃ jñāna-mūrtim /
dvandvātītaṃ gagana-sadṛśaṃ tat-tvam-asy-ādi-lakṣyam /
ekaṃ nityaṃ vimalam acalaṃ sarva-dhī-sākṣi-bhūtam /
bhāvātītaṃ tri-guṇa-rahitaṃ sad-guruṃ taṃ namāmi //
Übersetzung: Ich verneige mich vor dem wahren Guru: Seligkeit Brahmans, Geber höchsten Glücks, reine Verkörperung der Erkenntnis, jenseits der Gegensätze, dem Raum gleich, Ziel der Worte „Das bist du“. Er ist der Eine, Ewige, Reine, Unbewegte, Zeuge aller Erkenntnis, jenseits der Zustände und frei von den drei Gunas.
caitanyaṃ śāśvataṃ śāntaṃ nirākāraṃ nirañjanam /
nāda-bindu-kalātītaṃ tasmai śrī-gurave namaḥ //
Übersetzung: Verehrung dem ehrwürdigen Guru: ewiges, friedvolles Bewusstsein, formlos und unbefleckt, jenseits von Klang, Punkt und Teilaspekten.
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ /
guruḥ sākṣāt paraṃ brahma tasmai śrī-gurave namaḥ //
Übersetzung: Der Guru ist Brahma, der Guru ist Vishnu, der Guru ist der große Gott Shiva. Der Guru ist unmittelbar das höchste Brahman. Diesem ehrwürdigen Guru gilt meine Verehrung.
ajñāna-timirāndhasya jñānāñjana-śalākayā /
cakṣur unmīlitaṃ yena tasmai śrī-gurave namaḥ //
Übersetzung: Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der meine durch Unwissenheit verdunkelten Augen mit dem Stift der Erkenntnissalbe geöffnet hat.
dhyāna-mūlaṃ guror mūrtiḥ pūjā-mūlaṃ guror padam /
mantra-mūlaṃ guror vākyaṃ mokṣa-mūlaṃ guroḥ kṛpā //
Übersetzung: Die Gestalt des Gurus ist die Grundlage der Meditation; seine Füße sind die Grundlage der Verehrung. Sein Wort ist die Grundlage des Mantras; seine Gnade ist die Grundlage der Befreiung.
oṃ namaḥ śivāya gurave sac-cid-ānanda-mūrtaye /
niṣ-prapañcāya śāntāya śivānandāya te namaḥ //
Übersetzung: Verehrung dem glückverheißenden Guru, der Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, jenseits der Welt der Vielheit, friedvoll: Verehrung dir, Sivananda.
mātā ca pārvatī devī pitā devo maheśvaraḥ /
bāndhavāḥ śiva-bhaktāś ca svadeśo bhuvana-trayam //
namaḥ pārvatī-pataye hara hara mahādeva //
Übersetzung: Meine Mutter ist die Göttin Parvati, mein Vater der große Gott Shiva. Meine Verwandten sind Shivas Verehrer; meine Heimat sind die drei Welten. Verehrung dem Gemahl Parvatis. Hara, Hara, großer Gott!
Den empfangenden Personen die drei heiligen Zeichen auftragen. Im persönlichen Hauptteil bleibt die hierfür im Dikshaka-Handbuch vorgesehene gemeinsame Mahavidya-Rezitation erhalten:
oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //
Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.
oṃ oṃ oṃ
Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ganesha, dem Herrn der Scharen.
oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Subrahmanya, dem im Schilfwald Geborenen.
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung Saraswati, mit der Keimsilbe aiṃ.
oṃ guṃ gurubhyo namaḥ
Übersetzung: Verehrung den spirituellen Lehrern, mit der Keimsilbe guṃ.
Neunmal:
oṃ namo bhagavate śivānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Sivananda.
10. Das Mantra übergeben und erklären
Die Leitung nennt das tatsächlich gewählte Mantra und erläutert seinen Sinn. Für das Shiva-Mantra lautet die Weiheformel der Vorlage: „Im Namen unserer Meister Shankaracharya und Swami Sivananda weihe ich dich in das Panchakshara-Mantra von Shiva ein.“ Danach wird der vollständige Mantra gesprochen:
oṃ namaḥ śivāya
Übersetzung: Om. Verehrung Shiva, dem Glückverheißenden.
Die Erklärung kann Shiva als Bewusstsein, als Ur-Yogi und als Kraft der Wandlung vergegenwärtigen. Die empfangende Person wird eingeladen, sich für die eigene Praxis und die Auflösung hinderlicher Bindungen zu öffnen. Bei einem anderen Mantra wird genau dieses gewählt, genannt und in seinem eigenen Sinn erklärt; die untenstehenden Texte stehen vollständig zur Verfügung.
11. Aussprache im Wechsel
Das gewählte Mantra zunächst in sinnvollen Teilen vorsprechen, die Person antwortet. Beim Shiva-Beispiel: oṃ – namaḥ – śivāya, zweimal in Teilen. Dann das vollständige Mantra neunmal im Wechsel rezitieren. Verständlich und geduldig korrigieren, bis die Aussprache sicher ist.
12. Gemeinsame laute Wiederholung
Dasselbe Mantra neunmal gemeinsam laut sprechen. Die Leitung lädt dazu ein, den Klang im Herzen wahrzunehmen und sich dem Segen zu öffnen. Diese gesammelte gemeinsame Rezitation leitet zur inneren Wiederholung über.
13. Stille Übertragung und Meditation
Das Mantra nun fünf bis zehn Minuten geistig in derselben inneren Klanggestalt wiederholen. Den Atem natürlich fließen lassen. Für ein kurzes Mantra kann eine ganze Wiederholung mit dem Einatmen und eine mit dem Ausatmen verbunden werden; alternativ einen Teil beim Einatmen und den zweiten beim Ausatmen wiederholen. Einen Konzentrationspunkt wählen: das spirituelle Herz oder den Punkt zwischen den Augenbrauen. Während dieser Weihe dabei bleiben. Wenn der Geist still wird und die Worte von selbst verstummen, im gesammelten Bewusstsein bleiben.
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ
Übersetzung: Om. Frieden, Frieden, Frieden.
14. Verneigung und Nachmeditation
Die Leitung erinnert an die tägliche Meditation von mindestens zwanzig Minuten. Die neu eingeweihte Person verneigt sich vor dem Altar, bittet um Segen und meditiert anschließend weitere fünfzehn bis zwanzig Minuten in dem dafür vorgesehenen stillen Bereich. Die Assistenz begleitet den Wechsel, ohne die anderen zu stören.
Die Einweihungsmantras des Handbuchs
Die folgende Sammlung dient der Auswahl und der vollständigen Rezitation des jeweils gewählten Mantras. Sie wird bei der Weihe nicht als gemeinsame Reihe gesungen. Die Bija-Silben werden als heilige Klänge erläutert, nicht durch gewöhnliche Wortübersetzungen ersetzt.
oṃ namaḥ śivāya
Übersetzung: Verehrung Shiva.
oṃ namo nārāyaṇāya
Übersetzung: Verehrung Narayana.
oṃ śrī-rāmāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Rama.
oṃ namo bhagavate vāsudevāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Vasudeva.
oṃ śrī-hanumate namaḥ
Übersetzung: Verehrung Hanuman.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ganesha.
oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Subrahmanya.
hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare /
hare kṛṣṇa hare kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa hare hare //
Übersetzung: Wiederholte liebevolle Anrufung Haris, Ramas und Krishnas.
oṃ namo bhagavate śivānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Sivananda.
oṃ śrī-durgāyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung der ehrwürdigen Durga.
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung Saraswati.
oṃ śrī-mahā-lakṣmyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung der großen Lakshmi.
oṃ śrī-mahā-kālikāyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung der großen Kali.
oṃ
Übersetzung: Om, der heilige Urklang und Sinnbild der allumfassenden Wirklichkeit.
so 'ham
Übersetzung: Ich bin Das.
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt //
Übersetzung: Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen fördert. Wie eine reife Frucht sich von ihrem Stiel löst, möge ich von der Bindung des Todes frei werden, nicht aber von der Unsterblichkeit.
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ /
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi /
dhiyo yo naḥ pracodayāt //
Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen und erleuchten.
oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce namaḥ
Übersetzung: Verehrung der Göttin Chamunda mit den heiligen Mantrasilben aiṃ hrīṃ klīṃ und vicce.
Hinweise für Erklärung und Weiterführung
Krishnas Vasudeva-Mantra kann mit Liebe, Freude und dem göttlichen Spiel erläutert werden; Ganesha mit gutem Beginn, Kraft und Weisheit; Saraswati mit schöpferischem Ausdruck und Erkenntnis; Lakshmi mit Geben, Schönheit und göttlicher Fülle. Om richtet sich auf die Einheit, die alle Dreiheiten umfasst und übersteigt. Die Leitung verbindet die Erläuterung mit dem gewählten Mantra und dem Verständnis der Person.
Blumen am Altar verwenden, Obst selbst empfangen oder teilen. Die Geldgabe soll entsprechend dem Dikshaka-Handbuch der Verbreitung des Yoga und dem Dienst an den Meistern zugutekommen. Im Alltag kann das Mantra zusätzlich zur Meditation beim Gehen, in stillen Pausen oder innerlich während einfacher Tätigkeiten wiederholt werden. Die Weihe gewinnt ihre Fortsetzung in dieser treuen Praxis.
Siehe auch
Quellen
- Mantraweihe und Namensgebung – Handbuch für Dikshakas, Yoga Vidya.
Rezitationen in Devanagari
Die folgenden Texte entsprechen den ausgeschriebenen IAST-Rezitationen der Anleitung. Wiederholungszahlen und gleichzeitige Handlungen stehen beim jeweiligen Ritualschritt. Die Schriftübertragung enthält keine zusätzlichen vedischen Tonzeichen.
Om
ॐ ॐ ॐ
Achamana: Keshava
ॐ केशवाय नमः
Achamana: Achyuta, dem Unvergänglichen
ॐ अच्युताय नमः
Achamana: Ananta, dem Unendlichen
ॐ अनन्ताय नमः
Achamana: Govinda
ॐ गोविन्दाय नमः
Achamana: Narayana
ॐ नारायणाय नमः
Flussgebet
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति /
नर्मदे सिन्धु कावेरि नमस् तुभ्यं नमो नमः //
Shiva Gayatri
ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि /
तन् नो रुद्रः प्रचोदयात् //
Sandelholzgebet
ॐ गन्ध-द्वारां दुराधर्षां नित्य-पुष्टां करीषिणीम् /
ईश्वरीं सर्व-भूतानां ताम् इहोपह्वये श्रियम् //
गन्धान् धारयामि
Tripura Gayatri
ॐ ऐं त्रिपुरा-देव्यै च विद्महे क्लीं कामेश्वर्यै च धीमहि /
सौं तन् नः क्लिन्ने प्रचोदयात् //
Anrufung 1
ॐ गं गणपतये नमः
Anrufung 2
ॐ शरवणभवाय नमः
Anrufung 3
ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः
Anrufung 4
ॐ गुं गुरुभ्यो नमः
Anrufung 5
ॐ नमो भगवते शिवानन्दाय
Anrufung 6
ॐ नमो भगवते विष्णु-देवानन्दाय
Anrufung 7
ॐ आदि-शक्त्यै नमः
Ganesha – Gajananam
गजाननं भूत-गणादि-सेवितं कपित्थ-जम्बू-फल-सार-भक्षितम् /
उमा-सुतं शोक-विनाश-कारणं नमामि विघ्नेश्वर-पाद-पङ्कजम् //
Subrahmanya – Gajananam
षड्-आननं कुङ्कुम-रक्त-वर्णं महा-मतिं दिव्य-मयूर-वाहनम् /
रुद्रस्य सूनुं सुर-सैन्य-नाथं गुहं सदाहं शरणं प्रपद्ये //
Saraswati – Gajananam
या कुन्देन्दु-तुषार-हार-धवला या शुभ्र-वस्त्रावृता /
या वीणा-वर-दण्ड-मण्डित-करा या श्वेत-पद्मासना /
या ब्रह्माच्युत-शङ्कर-प्रभृतिभिर् देवैः सदा पूजिता /
सा मां पातु सरस्वती भगवती निःशेष-जाड्यापहा //
Sivananda Guru
ॐ नमः शिवाय गुरवे सच्-चिद्-आनन्द-मूर्तये /
निष्-प्रपञ्चाय शान्ताय शिवानन्दाय ते नमः //
Sarva Mangala
सर्व-मङ्गल-माङ्गल्ये शिवे सर्वार्थ-साधिके /
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमो ऽस्तु ते //
Guru Parampara
ॐ नारायणं पद्म-भवं वसिष्ठं शक्तिं च तत्-पुत्र-पराशरं च /
व्यासं शुकं गौड-पदं महान्तं गोविन्द-योगीन्द्रम् अथास्य शिष्यम् //
श्री-शङ्कराचार्यम् अथास्य पद्मपादं च हस्तामलकं च शिष्यम् /
तं तोटकं वार्त्तिक-कारम् अन्यान् अस्मद्-गुरून् सन्ततम् आनतो ऽस्मि //
श्रुति-स्मृति-पुराणानाम् आलयं करुणालयम् /
नमामि भगवत्-पादं शङ्करं लोक-शङ्करम् //
शङ्करं शङ्कराचार्यं केशवं बादरायणम् /
सूत्र-भाष्य-कृतौ वन्दे भगवन्तौ पुनः पुनः //
ईश्वरो गुरुर् आत्मेति मूर्ति-भेद-विभागिने /
व्योमवद्-व्याप्त-देहाय दक्षिणा-मूर्तये नमः //
श्री-शिवानन्दाय ते नमः //
Brahmanandam
ब्रह्मानन्दं परम-सुख-दं केवलं ज्ञान-मूर्तिम् /
द्वन्द्वातीतं गगन-सदृशं तत्-त्वम्-अस्य्-आदि-लक्ष्यम् /
एकं नित्यं विमलम् अचलं सर्व-धी-साक्षि-भूतम् /
भावातीतं त्रि-गुण-रहितं सद्-गुरुं तं नमामि //
Caitanyam
चैतन्यं शाश्वतं शान्तं निराकारं निरञ्जनम् /
नाद-बिन्दु-कलातीतं तस्मै श्री-गुरवे नमः //
Guru Brahma
गुरुर् ब्रह्मा गुरुर् विष्णुर् गुरुर् देवो महेश्वरः /
गुरुः साक्षात् परं ब्रह्म तस्मै श्री-गुरवे नमः //
Ajñana Timira
अज्ञान-तिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जन-शलाकया /
चक्षुर् उन्मीलितं येन तस्मै श्री-गुरवे नमः //
Dhyana Mulam
ध्यान-मूलं गुरोर् मूर्तिः पूजा-मूलं गुरोर् पदम् /
मन्त्र-मूलं गुरोर् वाक्यं मोक्ष-मूलं गुरोः कृपा //
Mata Parvati
माता च पार्वती देवी पिता देवो महेश्वरः /
बान्धवाः शिव-भक्ताश् च स्वदेशो भुवन-त्रयम् //
नमः पार्वती-पतये हर हर महादेव //
Shiva-Mantra
ॐ नमः शिवाय
Shanti
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः
Narayana
ॐ नमो नारायणाय
Rama
ॐ श्री-रामाय नमः
Vasudeva
ॐ नमो भगवते वासुदेवाय
Hanuman
ॐ श्री-हनुमते नमः
Mahamantra
हरे राम हरे राम राम राम हरे हरे /
हरे कृष्ण हरे कृष्ण कृष्ण कृष्ण हरे हरे //
Durga
ॐ श्री-दुर्गायै नमः
Lakshmi
ॐ श्री-महा-लक्ष्म्यै नमः
Kali
ॐ श्री-महा-कालिकायै नमः
Omkara
ॐ
Soham
सो ऽहम्
Tryambakam
ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टि-वर्धनम् /
उर्वारुकम् इव बन्धनान् मृत्योर् मुक्षीय मामृतात् //
Gayatri
ॐ भूर् भुवः स्वः /
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि /
धियो यो नः प्रचोदयात् //
Chamunda Mantra
ॐ ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे नमः