Kumarasambhava

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Kumarasambhava (Sanskrit: कुमारसम्भव kumārasambhava m.) wörtl. "die Geburt (Sambhava) des Kriegsgottes (Kumara)"; ein umfangreiches Kunstgedicht (Mahakavya) von Kalidasa (ca. 5. Jh. u.Z.). Das ursprüngliche von Kalidasa verfasste Werk bestand aus nur 7 Kapiteln (Sarga), die später von einem unbekannten Dichter auf 16 Kapitel erweitert wurden. Von diesen wurden die ersten sieben von Stenzler ins Lateinische übersetzt. Bereits 1853 erschien eine lyrische Übertragung der sieben urprünglichen Kapitel ins Englische von Ralph T. H. Griffith.

Kumarasambhava, Heldengedicht

Kumarasambhava ist ein Heldengedicht von Kalidasa, welches sein schreiberisches Können und seinen dichterischen Stil widerspiegelt.

Kumarasanmbhava ist ein legendäres Sanskrit Gedicht, geschrieben vom mittelalterlichen Sanskrit Literaten Kalidasa. Es ist eines der führenden und wesentlichen Beispielen zu "Kavya" Poesie (Heldengedicht, bezieht sich auf gekünzelte literarische Sanskrit Formen der indischen Hofdichter, florierend im ersten Jahrhundert des 17. Jhd.). Kumarasambhava steht wörtlich übersetzt für "Geburt des Kriegsgottes", d.h. für Kartikeya, Shivas ersten Sohn. Diese Heldengedichte von siebzehn Gesängen involviert Shringar Rasa (Spiel), Rasa der Liebe, Romantik und Erotik, mehr als Vira Rasa (Rasa des Heldentum).

Das Heldengedicht Kumarasambhava beschreibt im Wesentlichen das Werben von Shiva um Parvati. Ein Großteil der Kapitel beinhalten enorme Details über die Liebe und Romantik zwischen Shiva und Parvati. Es wird angegeben, dass der mächtige Dämon namens Tarakasur damit gesegnet war, dass nur das Kind des Gottes Shiva ihn bezwingen könne und kein anderer. Ebenfalls wird genannt, dass Shiva das Verlangen nach Liebe durch leidenschaftliche Meditation heruntergefahren habe. Aufgrund von Parvatis brillanten Bemühungen und nach viel Buße, gewann sie die Liebe von Shiva.

Nach einiger Zeit wurden Shiva und Parvati mit einem Sohn gesegnet, welchen Sie Kartikeya nannten. Er wuchs heran und bezwang den Dämon Tarakasur und stellte Frieden und Ruhm von Indra und der göttlichen Welt wieder her. Damit endet das Kumarasambhava Heldengedicht, niedergeschrieben von Kalidasa.

Kumarasambhava, welches als eines der größten, literarischen Arbeiten aller Zeiten angesehen wird, widmet seine Aufmerksamkeit in jedem minuziösem Detail dem Werben zwischen zwei Menschen. Kalidasa hat sein Zuhause verlassen um weltliche Kenntnisse zu erlangen und als "Erleuchteter" zurückzukehren. Bei seiner Rückkehr fragte seine Frau ihn: "Asti Kashchit Wagvisheshah?", was soviel heißt wie: "Hast du spürbare deutliche Kenntnisse erlangt, welche mich dazu veranlassen sollten, dir ein besonderes Willkommen zu bereiten?" Kalidasa gab ihr eine passende Antwort dazu und innerhalb einer Spanne von einigen Jahren, schrieb er drei großartige Heldengedichte, basierend auf den 3 Buchstaben der Frage seiner Frau. Aus "Asti" produzierte er "Kumarasambhava"; aus "Kaschit" schrieb er "Meghaduta" nieder und aus "Wagvisheshah" schrieb er "Raghuvansha". Es wird außerdem davon ausgegangen, dass Kalidas an Lepra erkrankte als er das 8 Kapitel am Schreiben war, und der Rest des Gedichtes von einem anderen Schriftsteller beendet wurde.

Inhaltsangabe

Das Werk beschreibt ausführlich die Liebe(sspiele) zwischen Shiva und Parvati, ihre Hochzeit und die Geburt ihres Sohnes Kumara, des späteren Kriegsgottes Skanda. Dieser wurde geboren, um einen Dämonen (Asura) namens Taraka zu vernichten.

Eingangsvers des Kumarasambhava: Übersetzung und Analyse des Metrums

अस्त्युत्तरस्यां दिशि देवतात्मा

हिमालयो नाम नगाधिराजः |

पूर्वापरौ तोयनिधी वगाह्य

स्थितः पृथिव्या इव मानदण्डः || 1.1 ||


(a) asty uttarasyāṃ diśi devatātmā

(b) himālayo nāma nagādhirājaḥ |

(c) pūrvāparau toyanidhī vagāhya

(d) sthitaḥ pṛthivyā iva mānadaṇḍaḥ || 1.1 ||

Übersetzung

In den Gefilden des Nordens gibt es einen göttlichen Bergkönig (Naga-Adhiraja), Himalaya mit Namen. Zwischen dem östlichen und dem westlichen Ozean sich befindend, steht er da wie der Messstab der Erde.

Analyse des Metrums

Beim Eingangsvers von Kalidasas berühmten Kunstgedicht Kumarasambhava handelt es sich um das Metrum Upajati, das eine Mischform aus Indravajra und Upendravajra darstellt.

  • υ bedeutet: prosodisch kurz (Hrasva) bzw. leicht (Laghu), auch: ल la
  • – bedeutet: prosodisch lang (Dirgha) bzw. schwer (Guru), auch: ग ga
  • | bedeutet: Zäsur (Yati)


– – υ – – | υ υ – υ – – (Pada a = Indravajra)

υ – υ – – | υ υ – υ – – (Pada b = Upendravajra)

– – υ – – | υ υ – υ – – (Pada c = Indravajra)

υ – υ – – | υ υ – υ – – (Pada d = Upendravajra)

Siehe auch

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

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