Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 4

Aus Yogawiki

Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 4 ist Teil des Handbuchs Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale und behandelt Feste, Abhiṣeka, Gottheitenweihe, Totenkult, Prāyaścitta und Erneuerung.

Das Īśānāśivagurudeva Paddhati ist ein umfassendes Śaiva-Kompendium. Sein Kriyāpāda ist ein außergewöhnlich detailliertes Handbuch von täglicher Reinigung und Pūjā über Dīkṣā, Homa, Tempelbau und Pratiṣṭhā bis zu Festen, Sühne und Erneuerung.

Puja im Śaiva-Kontext – der Kriyāpāda verbindet tägliche Verehrung mit Tempelritual und Pratiṣṭhā.

Praxis-Hinweis
Die Kapitel sind so wiedergegeben, dass die rituelle Reihenfolge nachvollzogen werden kann. Viele Verfahren setzen jedoch Ācārya-Ausbildung, Dīkṣā, genaue Maßkunde und Kenntnis der zugehörigen Mantras voraus. Unklare Quellstellen werden nicht durch moderne Standardrituale ersetzt.

Für die heutige Einordnung kann die historische Ritualpraxis auch im Zusammenhang mit Yoga und Meditation betrachtet werden, ohne die Eigenart der traditionellen Kriyā zu verwischen.

Kriyapada Kapitel 48–64

Kapitel 48: Tägliches Fest, Fahrzeuge und Sitze

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 48: Tägliches Fest, Fahrzeuge und Sitze
Das tägliche Tempelfest führt die Verehrung in eine gemeinsame Bewegung aus Musik, Umzug und Gaben über. Anschließend beschreibt das Kapitel Sänften, Wagen, Liegen und Sitze für größere Feste. Zahlreiche Stellen dieses Kapitels sind bereits in der gelieferten Quelle durch Sternchen als lückenhaft bezeichnet. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt, fehlende Wörter nicht ergänzt.

Kriyapada 48, Vers 1. Nun vollziehe man Shambhus tägliches Fest, das seine Gegenwart herbeiführt. Dadurch kommen nach dem Text widrige Einflüsse zur Ruhe und die Vorzüge zur Erfüllung. [Die gelieferte Lesung lautet „Vorzüge“; eine Änderung zu „Ganas“ wird nicht vorgenommen.]

Kriyapada 48, Vers 2. Nachdem man den Herrn zu den drei Übergangszeiten bis zur Speisegabe und zum Feueropfer verehrt hat, gebe man Rudras Gefolge ordnungsgemäß die Bali-Gabe.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 2. „Man vollziehe die tägliche Bali-Gabe zu den drei Übergangszeiten wie vorgeschrieben. Dafür koche man Opferspeise: Man wasche die Reiskörner mit Wasser unter dem Herzmantra und koche sie im Feuer. Mit demselben Mantra beträufle man sie mit geklärter Butter; beim Garwerden verwende man den Wurzelmantra. Mit diesem nehme man sie auch vom Feuer und forme daraus ein glückverheißendes Linga.“

Unnummerierter Übergang. Das geschieht so.

Kriyapada 48, Vers 3. In ein goldenes, silbernes oder kupfernes Gefäß von sechzehn Fingerbreiten Weite, das gewaschen und mit geklärter Butter bestrichen ist,

Kriyapada 48, Vers 4. gebe man die fertige Opferspeise und beträufle sie unter dem Herzmantra. Mit dem Wurzelmantra forme man ein Linga von zwölf, zehn oder acht Fingerbreiten Höhe,

Kriyapada 48, Vers 5. für die größte und die folgenden Klassen. Man bestreiche es überall mit geklärter Butter und Dickmilch, lege eine goldene Blume auf sein Haupt und rufe mit dem Wurzelmantra

Kriyapada 48, Vers 6. Shiva auf dem beweglichen Sitz hinein. Man verehre ihn der Reihe nach mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Bheri, Panava, Govaktra, Dhakka, Jhallarika und Anaka,

Kriyapada 48, Vers 7. Timila, Madduka, Ambhoja, Tala, Kahala und Mardala sowie Flöten, Vinas und Metallinstrumente sollen den Bali-Umzug ankündigen.

Kriyapada 48, Vers 8. Die Musiker spielen in mittlerem Tempo mit sechzig Zeiteinheiten. Dann nehme man einen gebadeten, reinen, schweigsamen, dienstbereiten Schüler aus den Zweimalgeborenen,

Kriyapada 48, Vers 9. mit weißem Turban und Obergewand sowie Armreifen und weiterem Schmuck. Man besprenge ihn und meditiere ihn als Stier. Das im Gefäß befindliche Linga

Kriyapada 48, Vers 10. setze der Guru ihm auf den Kopf und lege Blumen darauf. Ein anderer Zweimalgeborener trage ebenso das gegliederte Bild aus Gold oder einem anderen Stoff,

Kriyapada 48, Vers 11. in das Shiva gerufen wurde, auf dem Kopf voran; oder es wird auf einem Wagen, in einer Sänfte oder auf einem Elefanten geführt, den ein Zweimalgeborener besteigt.

Kriyapada 48, Vers 12. Ebenso tragen reine, gebadete, schweigende Brahmanen Schirme, Baldachin, Glocke und Blumenwedel,

Kriyapada 48, Vers 13. gesammelt im Geist auch Kränze, Duftstoffe, Blumen und Räucherwerk. Andere tragen Lampen, Krüge, Spiegel und goldene Sandalen.

Kriyapada 48, Vers 14. … oder … in schöner Kleidung und reich geschmückt. Der Guru geht vor dem Gott und trägt das allgemeine Ehrenwasser. [Am Anfang fehlt die Bezeichnung weiterer Beteiligter.]

Kriyapada 48, Vers 15. Er verehre mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und streue den Ganas die Bali-Gabe aus. Vor dem Gott sollen schöne, geschmückte Frauen

Kriyapada 48, Vers 16. singen und tanzen; andere … Wer vorangeht, sich verneigt und Lob spricht, … [Zwei in der Quelle markierte Lücken unterbrechen die Aussage.]

Kriyapada 48, Vers 17. wer tanzt oder singt, wird nach der Verheißung von allen Verfehlungen frei. In den vier Richtungen des Tempelbaus verehre man von Osten an die Türhüter,

Kriyapada 48, Vers 18. Nandin, Mahakala, Bhringisha, den Gana-Führer, den Stier, den Sechsgesichtigen und die Göttin … [Der Versschluss fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 19 mit Einschub. Am südlichen Eingang Dakshinamurti … [Lücke.] „… und …“, sagen einige. [Auch diese Zwischenbemerkung ist verstümmelt und mit Fragezeichen versehen.] In ihren jeweiligen Richtungen verehre man die Weltenhüter von Indra an mit dem Urlaut und ihren eigenen Namen,

Kriyapada 48, Vers 20. mit abschließender Verehrungsendung, und streue ihnen Bali aus. Östlich von Indra … [Der zweite Versteil ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, Vers 21. Für Satyaka, seinen Sohn, und für Prabha zu seiner Linken, für Skanda östlich von Vayu und für Durga östlich von Skanda,

Kriyapada 48, Vers 22. für Kubera östlich von Soma und für Candesha an seinem eigenen Ort streue man Bali aus, im Bereich … mit den hauptsächlichen … [Der Bezug zu Vers 21 und die letzten Angaben sind durch Textverlust unvollständig.]

Kriyapada 48, Vers 23. Dann streue man am inneren Torturmeingang rechts für den Türhüter Tikshnanetra und links für Mrigasya die Bali-Gabe aus.

Kriyapada 48, Vers 24. Man trete aus dem Torturm und gehe rechtsherum. Am Bali-Sockel … stehe man ihm zugewandt. [Eine Ortsangabe fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 25. „Alle Angehörigen von Rudras Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“

Kriyapada 48, Vers 26. Nachdem der Guru Shambhus Ganas dies hat hören lassen, gehe er zwischen die mittleren Umfassungen … und streue Bali aus. [Der Mittelteil des Satzes ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, Vers 27. Acht Gana-Herren von Nandin an herrschen über zahllose Scharen: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 48, Vers 28. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin. Von Osten an streue man ihnen der Reihe nach unter ihren eigenen Namen die Gabe aus.

Kriyapada 48, Vers 29. Danach verehre man Bhutida und die anderen auf den Nebensockeln rings um den Bali-Sockel, von Osten an, und streue ihnen Bali aus.

Kriyapada 48, Vers 30. Bhutida, Durniriksha, Bhimarupa, Sulocana, Sumukha, Trishikha, Tribhuja und Trishiras,

Kriyapada 48, Vers 31. Pingala und Harasena: Das sind diese zehn Führer der Wesen. Pingala verehre man am Kumuda-Glied jenes Sockels, Harasena darüber,

Kriyapada 48, Vers 32. mitten auf dem Sockellotus, jeweils mit eigenem Namen und Verehrungsendung. Harasena verehre man mit seinem Namen und seiner Gayatri.

Unnummerierte Gayatri nach Vers 32. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen Harasena erkennen; wir meditieren den von großer Kraft. Möge jener Zehngestaltige uns anregen!“

Kriyapada 48, Vers 33. Mit der gesamten Speise gebe man Bali, streue alle übrigen Blumen und weiteren Gaben aus, verneige sich und betrete das Gotteshaus.

Kriyapada 48, Vers 34. Dann führe man die zweite Umkreisung aus, geschmückt durch einsetzende Musik, anmutigen Tanz und Tandava, in langsamem Tempo.

Kriyapada 48, Vers 35. Die dritte Umkreisung führe man schnell unter Gesang und Instrumentenklang aus und bringe den Gott wieder in den Tempel hinein.

Kriyapada 48, Vers 36. Im inneren Bezirk gehe man wie zuvor rechtsherum, wasche die Füße und trete in die Halle oder Vorhalle.

Kriyapada 48, Vers 37. Man setze das Bild auf einen Sockel, verehre es, verneige sich und bitte um Gunst. Den im Speise-Linga gegenwärtigen Gott führe man in das Hauptlinga zurück.

Kriyapada 48, Vers 38. In das Speise-Linga rufe man Candesha, verehre und entlasse ihn. Dieses nur vorübergehend geschaffene Linga gebe man in tiefes Wasser.

Kriyapada 48, Vers 39, erster Teil. Oder man gebe es täglich den Kühen. Deshalb heißt dies das tägliche Fest.

Abschnittsabschluss. Das tägliche Fest.

Kriyapada 48, Vers 39, zweiter Teil, und Vers 40. Nun wird Shambhus großes Fest beschrieben. Durch seine Gaben werden die Ganas samt ihren Führern erfreut und spenden den Menschen umfassenden Frieden. Jedes Jahr oder alle sechs Monate

Kriyapada 48, Vers 41. vollziehe man Shivas Prozessionsfest ordnungsgemäß, um alle Anliegen zu erfüllen. Die Fahrt erfolgt auf einem Wagen oder in einer Sänfte und ähnlichen Fahrzeugen.

Kriyapada 48, Vers 42. Der Dienst entspricht dem für einen Weltherrscher. Deshalb werden nun seine Merkmale erklärt: Fahrzeuge wie Sänfte und Wagen sowie Liegestätten und ähnliche Gegenstände,

Kriyapada 48, Vers 43. die unter „Lager und Sitze“ zusammengefasst werden. Ihre Merkmale werden einzeln genannt. Sänften sind dreierlei: Paithi, Shaikhari und Maundi.

Kriyapada 48, Vers 44. Die Paithi reicht bis zur Seitenwand, die Shaikhari besitzt einen bekrönenden Aufbau. Die Maundi reicht bis zu den oberen Säulenbalken und hat ein Hallendach.

Kriyapada 48, Vers 45. Breite, Länge und die weiteren Grundmaße sind bei ihnen gleich. Sie werden nun genannt: Die kleinste ist drei Spannen breit und fünf Spannen lang.

Kriyapada 48, Vers 46. Mittlere und größte übertreffen sie um drei beziehungsweise sechs Fingerbreiten. Oder die Länge beträgt das Anderthalbfache der Breite oder entspricht der Diagonale ihrer Breite.

Kriyapada 48, Vers 47. Bei der größten entspricht die Wandhöhe der halben Breite. Bei mittlerer und kleinster ist die Höhe um die als Murti bezeichnete Fingerzahl vermindert, der Reihenfolge größter, mittlerer und kleinster entsprechend. [Der Bezug der Verminderung bleibt in der Vorlage unklar.]

Kriyapada 48, Vers 48. Die Breite der Ishika-Leiste beträgt fünfeinhalb, fünf oder vier Anteile. Ihre Höhe ist die Hälfte ihrer Breite. Sie wird aus Elfenbein, Holz oder anderen Stoffen hergestellt.

Kriyapada 48, Vers 49. Stab, Lotus, Kehle, Kumuda, eine weitere Kehle und eine kleine Platte bilden die Verzierung dieser Leiste.

Kriyapada 48, Vers 50. Über der Wand ist der Handlauf bei der kleinsten Form anderthalb Finger breit, bei mittlerer und größter zweieinhalb beziehungsweise drei Anteile.

Kriyapada 48, Vers 51. Die Höhe des Handlaufs beträgt drei Viertel oder die Hälfte seiner Breite. Er hat die Form einer Halbkugel, eines halben Rohrstabes oder eines Schirmes und besteht aus Elfenbein oder anderen Stoffen.

Kriyapada 48, Vers 52. Den Raum zwischen Ishika-Leiste und Handlauf teile man in drei Teile. In der Mitte des unteren und oberen Teils sowie am Anfang und Ende liegen vier Stäbe.

Kriyapada 48, Vers 53. Für größte, mittlere und kleinste Form betragen die Stäbe zweieinhalb, zwei und anderthalb Fingerbreiten … die beiden Teile sind mit Halsglied und Platte versehen. [Die Verbindung beider Aussagen fehlt in der Quelle.]

Kriyapada 48, Vers 54. Ebenso bleiben im mittleren Teil ein oberer und unterer Stab. Man schmücke sie sachgemäß mit Männern, Frauen, Tanzszenen und weiteren Darstellungen.

Kriyapada 48, Vers 55. Zwischen Ishika-Leiste und Handlauf stehen außen an den Ecken Vyalas. An den Knoten der Leiste … [Der weitere Versteil fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 56. Der Griffansatz springt um das Diagonalmaß seiner eigenen Breite vor. Oder der Vorsprung hat die Form eines Makara-Mauls; seine Gliederung folgt Breite und Länge. [Die letzte Maßbestimmung ist bereits in der Quelle mit Fragezeichen versehen.]

Kriyapada 48, Vers 57. Man fertige sie in den Zahlen neun und elf oder fünf und sieben. Dicke und Breite der Säulen gelten als gleich denen der Stäbe. [Worauf die Zahlen im ersten Satz genau bezogen sind, ist wegen des vorangehenden Textverlusts nicht gesichert.]

Kriyapada 48, Vers 58. … drei oder vier Fingerbreiten breit und sechs, sieben oder acht Fingerbreiten hoch. [Das zu messende Bauteil fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 59. Die unteren Füße besitzen Verbindungen und kantige oder runde Topfglieder. Mit kupfernen und eisernen Stiften und Bändern macht man alles ringsum sachgemäß fest.

Kriyapada 48, Vers 60. „Der Deichseln …“ [Fast der ganze Vers ist durch Sternchen ersetzt; eine weitergehende Übersetzung ist nicht möglich.]

Kriyapada 48, Vers 61. So ist die Paithi-Sänfte beschrieben. Shaikhari und Maundi fertige man nach demselben Verfahren; nun wird ihre Besonderheit erklärt.

Kriyapada 48, Vers 62. Die oberen Stützen sind so hoch wie ihre eigene Breite … mit Gitterwänden umgeben. [Die verbindenden Baubeschreibungen fehlen.]

Kriyapada 48, Vers 63. Sachgemäß besitzt sie ein Dach mit bekrönendem Aufbau und eine Tür. Bei den Sänften wird das Maß von der Mitte der Säulen aus bestimmt.

Unnummerierter Rest vor Vers 64. Madhuka-, Shaka-, Timisha- und Panasa-Holz … [Der Satzschluss fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die Sänfte.

Kriyapada 48, Vers 64. Der Wagen … sechs, sieben oder acht Spannen. [Der Zusammenhang zwischen Gegenstand und Maß ist beschädigt.]

Kriyapada 48, Vers 65. Dies ist seine Breite und ebenso die Achslänge. Die Länge des Balkens über der Achse reicht bis zu den Naben. Die Länge des Wagenkastens soll das Anderthalbfache seiner Breite betragen.

Kriyapada 48, Vers 66. Am Wagen … neun oder sieben oder fünf, sachgemäß oberhalb des Achsbalkens befestigt. [Die gezählten Bauteile sind nicht erhalten.]

Kriyapada 48, Vers 67. Mit ebenso vielen Querstäben und eisernen Stiften wird er gefestigt. Der mittlere Lastbalken vor der Achse gilt als Deichselstange.

Kriyapada 48, Vers 68. Das darüberliegende gebogene Holz … heißt Kubara. Seine Länge beträgt drei Ellen. [Eine Beschreibung des Holzes fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 69. Der abwärts gebogene Kubara gleicht vorne einer Lotusknospe. Über den tragenden Hölzern lege man sachgemäß Bretter auf.

Kriyapada 48, Vers 70. Der Boden werde mit Bändern, Stiften und weiteren Mitteln sehr fest und eben. Der vordere Vorsprung des Wagenkastens beträgt ein Viertel seiner Länge.

Kriyapada 48, Vers 71. Er ist als Sitz für den Wagenlenker und andere vorgesehen. Der Durchmesser der Räder entspricht der Länge des Achsbalkens.

Kriyapada 48, Vers 72. Die Naben in ihrer Mitte sind zehn Fingerbreiten hoch; ebenso groß ist ihre Breite ringsum.

Kriyapada 48, Vers 73. Die Räder haben … zweiunddreißig oder halb so viele Speichen. Diese sind in der Mitte wie ein Ameisenleib verengt oder wie ein Gerstenkorn geformt. [Ein kleines Wortstück der ersten Zeile fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 74. Oder sie gleichen dem Blatt eines blauen Lotus oder einer Zitronenfrucht. Ihre Länge reicht von der Nabe bis zur Grenze der Felge.

Kriyapada 48, Vers 75. Die Felgenbreite beträgt bei kleinster und folgenden Formen vier, fünf oder sechs Fingerbreiten. Man schmücke sie mit Blumen, Svastikas, Mondsicheln, Fischen und weiteren Formen.

Kriyapada 48, Vers 76. Vier Säulen sollen halb so lang wie das Radmaß sein. Unten haben sie vier, oben drei Fingerbreiten Durchmesser.

Kriyapada 48, Vers 77. Auch sie müssen fest sein und die Merkmale guter Säulen besitzen. Die Wandhöhe beträgt ein Drittel der Säulenhöhe.

Kriyapada 48, Vers 78. Von der unteren Leiste bis zum Handlauf schmücke man mit Stäben, Lotusgliedern und weiteren Formen, mit Wesen, Vyalas, Elefanten und Tanzdarstellungen.

Kriyapada 48, Vers 79. Überall befestige man das Werk sachgemäß mit festen Stiften sowie kupfernen und eisernen Bändern. Oberhalb der Säulen folge der Reihe nach

Kriyapada 48, Vers 80. der Aufbau mit Konsolen und oberen Balken, geschmückt mit Kapota und weiteren Gliedern. Er sei schön, mit bekrönendem Aufbau, in Gestalt einer Tempelhalle.

Kriyapada 48, Vers 81. Ebenso fertige man den Ranga genannten Wagen, jedoch ohne Bekrönung. Der Kriegswagen ist zweirädrig, ohne Bekrönung und Säulen.

Kriyapada 48, Vers 82. Er hat eine Wand von einer Spanne Höhe, Deichselstange und Kubara. Auch der Lastwagen hat zwei Räder, aber keine Wand, Säulen oder ähnliche Aufbauten.

Kriyapada 48, Vers 83. Breite und Länge einer Liege entsprechen denen der Sänfte. Ihre Rahmenleisten haben dieselbe Form und sind mit Stäben, Lotusgliedern und weiteren Formen geschmückt.

Kriyapada 48, Vers 84. Die Füße einschließlich Rahmen sind bei der größten Liege achtzehn Fingerbreiten hoch, bei der mittleren fünfzehn, bei der kleinsten zwölf.

Kriyapada 48, Vers 85. Die Breite der Füße wird aus ihrer Höhe … für größte und folgende Formen bestimmt. Die besten Füße gleichen Vyalas oder Löwen; danach kommen die mittleren und kleinsten. [Die Maßchiffre der ersten Vershälfte ist beschädigt und schon in der Quelle fraglich.]

Kriyapada 48, Vers 86. Gerade, schlichte Füße aus einem einzigen Stoff seien gleichmäßig und schön. Auch die Rahmenleisten seien untereinander gleich, schön und aus Holz oder anderen Stoffen hergestellt.

Kriyapada 48, Vers 87. Goldene, elfenbeinerne und hölzerne Füße und Rahmen entsprechen der größten und den folgenden Klassen. Die beste und mittlere Liegefläche bestehen aus Leinen- beziehungsweise Baumwollbändern.

Kriyapada 48, Vers 88. Die einfachste besteht aus Brettern und den Hölzern des Rahmens. Liegen mit Löwen- und Vyala-Füßen sind für Brahmanen und Kshatriyas vorgesehen.

Kriyapada 48, Vers 89. Für die anderen dienen gerade Füße; oder alle verwenden gerade Füße. Mit neun, sieben oder fünf zu zwanzig hinzugezählten Fingerbreiten

Kriyapada 48, Vers 90. erhält man den größten, mittleren und kleinsten Sitz: quadratisch und ebenso hoch wie breit. Seine Füße sind wie bei der Liege dreierlei, beginnend mit Vyala-Formen.

Kriyapada 48, Vers 91. Durch Verlängerung, beginnend mit einem Achtel der Breite bis zur doppelten Länge, ergeben sich sieben Sitzformen mit Elefanten-, Wesen-, Löwen- oder Stierfüßen. [Die genannte Siebenzahl lässt sich aus den erhaltenen Maßangaben nicht eindeutig ableiten.]

Kriyapada 48, Vers 92. Die Füße sollen zwölf Fingerbreiten hoch sein. Der Sitz eignet sich für Götter, Brahmanen und Könige. Er besitzt obere Leiste, Lotus und Kapota,

Kriyapada 48, Vers 93. sowie Alinga, Zwischenraum und die weiteren einem Untersockel entsprechenden Glieder, und ist mit Löwenfüßen geschmückt. Darüber, auf der hinteren Hälfte,

Kriyapada 48, Vers 94. fertige man einen mit Gold und Edelsteinen verzierten Wunschbaum mit Makara-Torbogen. Dies ist der Löwenthron für Götter und Könige; die Füße sind fünf Anteile hoch.

Kriyapada 48, Vers 95. Der erste Verehrungssockel für Götter ist sechs Fingerbreiten breit. Durch Zunahme um jeweils zwei Fingerbreiten bis zu einer Elle entstehen zehn Breiten.

Kriyapada 48, Vers 96. Seine Form ist quadratisch, rund oder sachgemäß länglich. Die Höhe seiner Füße beträgt drei, fünf, sechs oder acht Anteile.

Kriyapada 48, Vers 97. Mit erwogenen, vielfältigen Verzierungen ist er für die häusliche Verehrung und ähnliche Zwecke vorgesehen. Ein Sockel in der Form einer Pindika, aus Gold, Silber oder anderen Stoffen

Kriyapada 48, Vers 98. oder aus Holz, heißt bei der häuslichen Verehrung Bhadrapitha. Derselbe Sockel mit Abfluss ist für die rituelle Waschung geeignet.

Kriyapada 48, Vers 99. Derselbe mit einer mittleren Vertiefung wird bei Einsetzungen und verwandten Riten verwendet. Ein Schildkrötensitz ist eine Kishku-Einheit, drei Viertel oder eine halbe davon breit.

Kriyapada 48, Vers 100. Die Höhen der größten und folgenden Formen sind fünf, vier und drei Fingerbreiten. Von der eigenen Breite werden bei größter und folgenden Formen sechs, neun oder zwölf Fingerbreiten abgezogen,

Kriyapada 48, Vers 101. um die Länge des röhrenartigen Stiels zu bestimmen. Die Stielbreite beträgt ein Sechstel der Breite … und wird allmählich geringer. [Ein Teil der Konstruktionsbeschreibung fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 102. Der Stiel soll rund sein und unten aus der Mitte herausragen. Dort ist ein Lotuszeichen oder eine ähnliche Form; sein Ende ist eben abgeschnitten.

Kriyapada 48, Vers 103. Der Schildkrötensitz wird rund oder quadratisch empfohlen. Der Brettsitz hat eine Dicke von einem Viertel seiner Höhe.

Kriyapada 48, Vers 104. Stab, Lotus … So ist seine untere Wand um ein Sechstel seines eigenen Maßes nach innen versetzt. [Die übrige Profilbeschreibung fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 105. Unten ist sie einen Anteil dick, oben eine Fingerbreite. Sie ist ein Drittel der Sitzhöhe hoch, rund und schön.

Kriyapada 48, Vers 106. Für Gelübdehaltende und Eingeweihte bei Verehrung, Japa, Feueropfer und weiteren Handlungen … für Könige sei ein runder Schildkrötensitz vorgesehen. [Der Übergang zwischen den Personengruppen ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, originale Marke 107 1/2 mit vorausgehendem Schluss. Ein quadratischer Sitz soll nur bei Verehrung und ähnlichen Handlungen verwendet werden, nicht sonst. Hier wurden das tägliche Fest und, für das große Fest des höchsten Herrn, Fahrzeuge und die weiteren Gegenstände beschrieben. … [Die letzten beiden Verszeilen fehlen weitgehend. Die gelieferte Abschlussmarke 107 1/2 wird unverändert als Fundstelle bewahrt.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das achtundvierzigste Kapitel über das tägliche Fest, Fahrzeuge, Lager und weitere Gegenstände.

Besinnung zu Kapitel 48

Gemeinsames Singen, achtsames Tragen und die Rückkehr zum stillen Heiligtum geben dem Fest einen Rhythmus. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies daran erinnern, dass Sammlung und gemeinschaftliche Freude einander ergänzen können. Der historische Text ordnet dafür bestimmte Menschen, Gegenstände und Räume; seine erhaltenen Beschreibungen verdienen ebenso Aufmerksamkeit wie die Grenzen seiner lückenhaften Überlieferung.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 48: Tägliches Fest, Fahrzeuge und Sitze
Das tägliche Tempelfest führt die Verehrung in eine gemeinsame Bewegung aus Musik, Umzug und Gaben über. Anschließend beschreibt das Kapitel Sänften, Wagen, Liegen und Sitze für größere Feste. Zahlreiche Stellen dieses Kapitels sind bereits in der gelieferten Quelle durch Sternchen als lückenhaft bezeichnet. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt, fehlende Wörter nicht ergänzt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athāṣṭacatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha nityotsavaṃ śambhoḥ kuryāt sāṃnidhyakārakam |
yenāriṣṭāni śāmyanti guṇāstuṣṭiṃ vrajanti ca || 1 ||

trisandhyaṃ pūjayitveśaṃ naivedyahavanāntakam |
rudrapāriṣadebhyastu baliṃ dadyād yathāvidhi || 2 ||

atra mañjaryāṃ -

kuryānnityabaliṃ trisandhyamuditaṃ pākyastadarthaṃ caru- rhṛnmantreṇa tu taṇḍulāṃstu salilaiḥ prakṣālya cāgnau pacet |
tenājyaṃ tvabhighārya pakvasamaye mūlena mantreṇa tat tenaivāpyavatārya tena haviṣo liṅgaṃ prakuryācchubham ||

iti |
tadyathā -

sauvarṇe rājate tadvadamatre tāmraje'pi vā |
ṣoḍaśāṅgulavistīrṇe dhaute cājyābhighārite || 3 ||

siddhaṃ havistat prakṣipya hṛdayenābhighārya tu |
mūlenoccaṃ bhavelliṅgaṃ ravidigvasumātrakaiḥ || 4 ||

śreṣṭhādikaṃ tadājyena daghnā cālipya sarvataḥ |
sasvarṇapuṣpaṃ śirasi tasminnāvāhya mūlataḥ || 5 ||

śivaṃ calāsanagataṃ gandhādyaiḥ pūjayet kramāt |
bherīpaṇavagovaktraḍhakkājhallarikānakaiḥ || 6 ||

timilāmaḍḍukāmbhojatālakāhalamardalaiḥ |
saveṇuvīṇākāṃsyaiśca baliyātrābhiśaṃsibhiḥ || 7 ||

madhyamaṃ ṣaṣṭimātraṃ tu vādayeyuśca vādakāḥ |
tataḥ snātaṃ dvijaṃ śiṣyaṃ śuśrūṣuṃ vāgyataṃ śucim || 8 ||

śukloṣṇīṣottarāsaṅgaṃ kaṭakādyairvibhūṣitam |
saṃprokṣya taṃ vṛṣaṃ dhyātvā talliṅgaṃ pātrasaṃsthitam || 9 ||

āropya tasya śirasi puṣpāṇyāropayed guruḥ |
tathaivānyastu sakalaṃ liṅgaṃ haimādikaṃ dvijaḥ || 10 ||

p. 451)

āvāhitaśivaṃ tvagre gacchet tu śirasā vahan |
rathena vā śibikayā dvijārūḍhagajena vā || 11 ||

tathaiva viprāḥ śucayaḥ snātāḥ sarve'pi vāgyatāḥ |
chatrāṇi ca vitānaṃ ca ghaṇṭāṃ kusumacāmaram || 12 ||

sraggandhapuṣpadhūpāṃśca dhārayeyuḥ samāhitāḥ |
tathāṃnye dīpakalasadarpaṇān hemapāduke || 13 ||

  • * * * * yo vāpi suveṣāḥ samalaṅkṛtāḥ |
    tatra devāgrato

gacchan sāmānyārghyakaro guruḥ || 14 ||

gandhapuṣpādikairiṣṭvā gaṇebhyaḥ prakṣiped balim |
tatra devāgrato nāryaḥ surūpāḥ samalaṅkṛtāḥ || 15 ||

gītanṛttaṃ tathā kuryuranye * * * * * * |
* * yena vrajantyagre praṇamantaḥ stuvanti ye || 16 ||

nṛtyanti ye vā gāyanti mucyante sarvakilbiṣaiḥ |
vimānasya caturdikṣu pūrvādidvārapālakān || 17 ||

nandinaṃ ca mahākālaṃ bhṛṅgīśaṃ gaṇanāyakam |
vṛṣabhaṃ ṣaṇmukhaṃ devī * * * * * * * * || 18 ||

tatra dakṣiṇato dvāre dakṣiṇāmūrti * * * |

  • * tiṃ ceti kecit (?)

svadikṣvindrādilokeśāṃstārādisvasvanāmabhiḥ || 19 ||

namontamiti pūjyaitān baliṃ tebhyo vinikṣipet |
indrāt prācyāṃ *

  • * * * * * * * || 20 ||

satyakāyāsya putrāya prabhāyai cāsya vāmataḥ |
skandāya vāyoḥ prācyāṃ tu durgāyai skandapūrvataḥ || 21 ||

somāt pūrve kuberāya caṇḍeśāya svagocare |
kṣetre * * * * * * mukhyābhirvikired balim || 22 ||

athāntargopuradvāri tīkṣṇanetrāya dakṣiṇe |
baliṃ dvāḥsthāya vikirenmṛgāsyāya tathottare || 23 ||

p. 452)

gopurādatha niṣkramya prādakṣiṇyena tu vrajet |
balipīṭhe * * * *

  • * sthitvā tadunmukhaḥ || 24 ||

ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ |
te rudrapārṣadāḥ sarve gṛhṇantu balimuttamam || 25 ||

ityanena gaṇāñ śambhoḥ śrāvayitvā tato guruḥ |
madhyahārāntarā gacchannā * * * kṣiped balim || 26 ||

aṣṭau gaṇeśā nandyādyāḥ koṭikoṭigaṇeśvarāḥ |
nandīśaśca mahākālo bhūtanātho mahīdharaḥ || 27 ||

parvateśo guheśaśca kālapāśakapālinau |
prāgādikaṃ kramādebhyaḥ svākhyābhirvikired balim || 28 ||

tatastu balipīṭhasya paritastūpapīṭhagān |
bhūtidādyāṃstu pūrvādyaṃ saṃpūjya vikired balim || 29 ||

bhūtidaṃ durnirīkṣaṃ ca bhīmarūpaṃ sulocanam |
sumukhaṃ triśikhaṃ ceti tribhujaṃ triśirasaṃ tathā || 30 ||

piṅgalaṃ harasenaṃ ca daśaitān bhūtanāyakān |
piṅgalaṃ tatkumudake harasenaṃ tathopari || 31 ||

pīṭhapaṅkajamadhye tu nijākhyābhirnamontakam |
harasenaṃ tu tannāmnā tadgāyatryā ca pūjayet || 32 ||

oṃ harasenāya vidmahe mahābalāya dhīmahe tanno daśamūrtiḥ pracodayāt iti |

sarvānnena baliṃ dadyāt puṣpādyaṃ tadaśeṣataḥ |
kṣiptvā namaskṛtya guruḥ praviśed devamandiram || 33 ||

tataḥ pravṛttasaṅgītalāsyatāṇḍavamaṇḍanaiḥ |
vilambitaṃ samāśritya dvitīyaṃ tu pradakṣiṇam || 34 ||

nītvā drutaṃ tṛtīyaṃ tu gītavāditranisvanaiḥ |
nītvā pradakṣiṇaṃ devamālayāntaḥ praveśayet || 35 ||

antarmaṇḍalake prāgvat parikramya pradakṣiṇam |
prakṣālya pādau praviśenmaṇḍape vārdhamaṇḍape || 36 ||

p. 453)

pīṭhe niveśya saṃpūjya praṇamyābhiprasādya ca |
annaliṅgasthitaṃ devaṃ mūlaliṅgaṃ niyojayet || 37 ||

annaliṅge tu caṇḍeśamāvāhyeṣṭvā visṛjya tu |
tadannaliṅgaṃ kṣaṇikamagādhe'mbhasi nikṣipet || 38 ||

dadyād gobhyo'thavā nityamato nityotsavaḥ smṛtaḥ |

nityotsavādhikāraḥ |

mahotsavavidhiḥ śambhoḥ kathyate yena tarpitāḥ || 39 ||

gaṇāḥ sagaṇanāthāḥ syuḥ sarvaśāntipradā nṛṇām |
pratisaṃvatsaraṃ vāpi pratiṣaṇmāsameva vā || 40 ||

śivayātrotsavaṃ samyak kuryāt sarvārthasiddhaye |
tatra yātrā rathena syādathavā śibikādinā || 41 ||

cakravartyupacāreṇa tallakṣmāto nigadyate |
śibikādyaṃ rathādyaṃ ca yānaṃ khaṭvādikaṃ tu yat || 42 ||

śayanāsanasaṃjñaṃ syāt tallakṣma pṛthagucyate |
paiṭhī ca śaikharī mauṇḍī trividhā śibikā bhavet || 43 ||

paiṭhī tu bhittikāntā syācchaikharī śikharānvitā |
mauṇḍī stambhottarāntā tu śālācchādanasaṃyutā || 44 ||

vyāsāyāmādikaṃ tvāsāṃ samānaṃ tacca kathyate |
trivitastikavistārā dīrghā pañcavitastikam || 45 ||

kaniṣṭhā madhyamaśreṣṭhe triṣaṇmātrāṅgulādhike |
adhyardhaṃ vāyatā vyāsāt svakarṇāyāmato'pi vā || 46 ||

vyāsārdhaṃ bhittituṅgaṃ syācchreṣṭhātho madhyamādharau |
mūrtyaṅgulavihīnocce mukhyamadhyādhamakramāt || 47 ||

sārdheṣuśaravedāṃśairiṣikāvistṛtiḥ smṛtā |
sā svavyāsārdhamuccā syād dantadārvādinirmitā || 48 ||

kampapaṅkajanimnāni kumudaṃ nimnameva ca |
syāt kṣudrapaṭṭikā cetthamīṣikālaṅkṛtirbhavet || 49 ||

p. 454)

bhitterūrdhvaṃ tu hastasya vyāsaḥ sārdhāṅgulo'dhamaḥ |
sārdhadvimātratryaṃśaśca vistārau madhyamottamau || 50 ||

vyāsatripādamardhaṃ vā hastordhvaṃ golakārdhavat |
vetrārdhavad vā chatrābho hasto dantādinirmitaḥ || 51 ||

iṣikāhastayormadhye tridhā bhakte'dharordhvayoḥ |
bhāgayormadhyato'nte cāpyādau syurvedakampakāḥ || 52 ||

sārdhadvayadvayāddhyardhamātraiḥ śreṣṭhādikampakāḥ |
* * * * *

  • bhāgau galikāphalakānvitau || 53 ||

madhyabhāge tathā śiṣṭāvūrdhvādhaḥkampakāvapi |
naranārīnāṭakādyairalaṅkuryāt tu yuktitaḥ || 54 ||

iṣikāhastayormadhye vyālāḥ syuḥ koṇagā bahiḥ |
iṣikāgrantha *

  • * * * * * * * tāḥ || 55 ||

svavyāsakarṇamātreṇa muṣṭibandhavinirgamaḥ |
nirgamo makarāsyo vā vyāsāyāmasthabhaktayā(?) || 56 ||

nandarudrasamāḥ kāryāstulyā vā syuḥ śararṣibhiḥ |
stambhānāṃ tu ghanavyāsau kampānāṃ ca samau smṛtau || 57 ||

śā * * * * * * * * * * * * * * bhiḥ |
tricaturmātravistīrṇāḥ ṣaṭsaptāṣṭāṅgulocchritāḥ || 58 ||

sahīravṛttakumbhāḥ syuradhaḥ pādāḥ salagnakāḥ |
tāmrāyasaiḥ kīlapaṭṭairyuktyā syuḥ sarvato dṛḍhāḥ || 59 ||

iṣīṇāṃ tu * mā * * * * * * * * * * |
* * * * * * * * * * * * * * *

  • || 60 ||

paiṭhītthaṃ śibikā proktā śaikharīmauṇḍike tathā |
kuryādanena mārgeṇa viśeṣastu nigadyate || 61 ||

svavyāsatulyoccordhvāṅghri * * * * * * * * |
* * * * * * petā jālabhittisamāvṛtā || 62 ||

sakūṭācchādanavatī sadvārā yuktito bhavet |
stambhānāṃ madhyato mānaṃ śibikānāṃ vidhīyate || 63 ||

p. 455)

madhukaśākatimiśapanasā * * * * tāḥ |

śibikādhikāraḥ |

ratha * * * * hyāttu ṣaṭsaptāṣṭavitastibhiḥ || 64 ||

vyāsaścākṣāyatiḥ saiva nābhyantākṣottarāyatiḥ |
svavyāsādhyardhamāyāmo rathopasthasya kīrttitaḥ || 65 ||

ratha * * * * * * * * * * * vā navā |
sapta vā pañca vā yuktyā baddhāścākṣottarordhvataḥ || 66 ||

tiryakkampaistu tāvadbhirayaḥkīlairdṛḍhīkṛtaḥ |
agrākṣānmadhyabhāro yaḥ sa ceṣādaṇḍa iṣyate || 67 ||

tasyopariṣṭād yad vakraṃ dāru * * * * * * |
kūbaraḥ syāt tadāyāmo hastatrayamito bhavet || 68 ||

āvakrakūbarastvagre padmakuḍmalasannibhaḥ |
ūrdhvaṃ tu bhāradārūṇāṃ phalakābhistu yuktitaḥ || 69 ||

prastaraḥ paṭṭakīlādyaiḥ sudṛḍhaḥ susamo bhavet |
svāyāmavedabhāgena rathopasthāgranirgamaḥ || 70 ||

sārathiprabhṛtīnāṃ syādāsanārthaṃ prakalpitaḥ |
akṣottarāyāmasamā cakrāṇāṃ vistṛtiḥ smṛtā || 71 ||

tanmadhyanābhayastāstu daśamātrāṅgalonnatāḥ |
tāvadeva ca tāsāṃ tu vistāraḥ paritaḥ smṛtaḥ || 72 ||

cakreṣvarānya * rveṣu dvātriṃśad vā tadardhataḥ |
te syuḥ pipīlikāmadhyā yavamadhyāstathāpi vā || 73 ||

indīvaradalākārā mātuluṅgopamāstu vā |
nābhyādi teṣāmāyāmo nemeḥ sīmādito bhavet || 74 ||

nemivyāsastu vedeṣuṣaṇmātro'ntādhamāditaḥ |
puṣpasvastikakhaṇḍendumatsyādyaistadalaṅkṛtiḥ || 75 ||

cakrārdhamānadīrghāḥ syuḥ stambhāścatvāra eva hi |
mūlāgrayoste vyāsena catustryaṅgulasasmitāḥ || 76 ||

p. 456)

te cāpi sudṛḍhāḥ kāyāḥ stambhalakṣaṇasaṃyutāḥ |
stambhoccarāmabhāgaikabhāgād bhittyunnatirbhavet || 77 ||

īṣādihastadaṇḍāntakampapadmādyalaṅkṛtā |
bhūtavyālagajādyaiśca nāṭakaiśca vibhūṣayet || 78 ||

sarvatra kīlaiḥ sudṛḍhaistāmrāyaḥpaṭṭabandhanaiḥ |
sudṛḍhaṃ yuktitaḥ kṛtvā stambhānāmupari kramāt || 79 ||

potikottarasaṃyuktaṃ kapotādyairalaṅkṛtam |
prāsādamaṇḍapākāraṃ ramyaṃ saśikharaṃ bhavet || 80 ||

evameva rathaṃ kuryād raṅgākhyaṃ śikharaṃ vinā |
sāṅgrāmiko dvicakraḥ syācchikharastambhavarjitaḥ || 81 ||

vitastibhittisaṃyuktaḥ seṣādaṇḍaḥ sakūbaraḥ |
śakaṭo'pi dvicakraḥ syād bhittistambhādivarjitaḥ || 82 ||

paryaṅkasya tu vistāro dairghyaṃ ca śibikāsamam |
iṣikāḥ syustadākārāḥ kampapadmādyalaṅkṛtāḥ || 83 ||

aṣṭādaśāṅgulotsedhāḥ pādāḥ śreṣṭhāḥ saheṣayā |
tripañcakāṅgulā madhyāḥ kaniṣṭhā dvādaśāṅgulāḥ || 84 ||

svoccāmaśruda(?)tīṣvaṃśācchreṣṭhādyā pādavistṛtiḥ |
pādā vyālahariprakhyāḥ śreṣṭhā madhyāstvathādhamāḥ || 85 ||

ṛjavaḥ kevalāḥ pādā ekadravyāḥ samāḥ śubhāḥ |
iṣikāśca mithastulyāḥ śubhā dārvādinirmitāḥ || 86 ||

haimā dāntā dāravāśca pādeṣāstūttamādikāḥ |
kṣaumakārpāsapaṭṭābhyāṃ prastarau śreṣṭhamadhyamau || 87 ||

adhamaḥ phalakābhiḥ syāt sa ceṣādārubhiḥ smṛtaḥ |
siṃhavyālāṅghriparyaṅkau viprakṣattriyayoḥ smṛtau || 88 ||

anyeṣāmṛjupādāḥ syuḥ sarveṣāmṛjavo'thavā |
navasapteṣūttaraistu kramād viṃśatimātrakaiḥ || 89 ||

śreṣṭhādyamāsanaṃ vyāsatulyoccaṃ caturaśrakam |
paryaṅkasyeva tatpādā vyālādyāstrividhāḥ kramāt || 90 ||

p. 457)

vyāsāṣṭamāṃśādyāyāmavṛddhyā tu dviguṇāntakam |
saptadhaivāsanaṃ hastibhūtasiṃhavṛṣāṅghrikam || 91 ||

sūryāṅgulaiḥ syāt pādoccaṃ devavipranṛpocitam |
sottarābjakapotaṃ tadāliṅgāntarikādibhiḥ || 92 ||

upapīṭhocittairyuktaṃ siṃhapādairvicitritam |
tasyopariṣṭāt paścārdhe hemaratnairvicitritam || 93 ||

nakratoraṇasaṃyuktaṃ kuryāt kalpakapādapam |
siṃhāsanaṃ syād devānāṃ rājñāṃ ceṣvaṃśatuṅgapāt || 94 ||

pūjāpīṭhaṃ tu devānāmādyaṃ ṣaṇmātravistṛtam |
dvidvyaṅgulavivṛddhyātaḥ karāntād daśadhā tatam || 95 ||

caturaśraṃ tu vṛttaṃ vāpyāyatāśraṃ tu yuktitaḥ |
tripañcaṣaḍvasvaṃśairvā pīṭhapādonnatirbhavet || 96 ||

ūhapratyūhacitrāḍhyaṃ gṛhārcādau vidhīyate |
yat pīṭhaṃ piṇḍikākāraṃ hemarūpyādinirmitam || 97 ||

dāravaṃ vā gṛhārcādau bhadrapīṭhaṃ tu tat smṛtam |
tadeva nālasaṃyuktaṃ pīṭhaṃ syāt snapanocitam || 98 ||

tadeva madhyagartāḍhyaṃ pratiṣṭhādau tu yojayet |
kiṣkuḥ pādonamardhaṃ vā vyāsaḥ kūrmāsanasya tu || 99 ||

śaravedāgnimātroccaṃ kramācchreṣṭhādikaṃ smṛtam |
svavyāsād rasanandenamātronā tūttamādikā || 100 ||

nāladaṇḍāyativyāsaṣaḍaṃśād daṇḍavistṛtiḥ |
* * * * * * * *

  • tacca kramāt kṛśam || 101 ||

vṛtta eva hi daṇḍaḥ syādadhaścāmadhyanirgataḥ |
tatrāmbujādicihnaṃ syādagraṃ tu samakhaṇḍitam || 102 ||

vṛttaṃ vā caturaśraṃ vā śastaṃ kūrmāsanaṃ tu tat |
svoccavedaikabhāgena ghanaṃ syāt phalakāsanam || 103 ||

kampapaṅkaja * * * * * * * * * * * |
itthaṃ svarasabhāgena praviṣṭādho'sya bhittikā || 104 ||

p. 458)

mūle tvaṃśaghanā tvagre mātramātraghanā bhavet |
āsanoccatribhāgoccā vṛttākārā manoramā || 105 ||

vratināṃ dīkṣitānāṃ ca pūjājapahutādiṣu |
* * * * narendrāṇāṃ vṛttaṃ kūrmāsanaṃ bhavet || 106 ||

āsanaṃ caturaśraṃ syāt pūjādāveva nānyadā |

nityotsavo nigadito'tra mahotsavārthaṃ yānādikaṃ ca kathitaṃ parameśvarasya |

yatro * * * * * * * * * * * * * * |
* * * * * * * * * * * * * * * * || 107 1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde nityotsavayānaśayanādi paṭalo'ṣṭacatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 49: Das große Fest und seine Anrufungen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 49: Das große Fest und seine Anrufungen
Das große Fest verbindet die Aufrichtung des Banners, die Einladung der göttlichen Scharen und den festlichen Umzug. Breiten Raum nehmen Segenswünsche und die Anrufungen der Hüter ein. Die Formeln gehören in diesen historischen Tempelritus; verschlüsselte Keimsilben werden nicht zu eigenständigen Übungsanweisungen ergänzt.

Kriyapada 49, Vers 1. Das große Fest nach drei, vier oder sechs Monaten … [Der zweite Versteil fehlt weitgehend; die genaue zeitliche Anweisung bleibt unvollständig.]

Kriyapada 49, Vers 2. In den Monaten von Caitra an, an den hellen Mondfesttagen … lege man den Termin für das abschließende Festbad fest und beginne schon zuvor

Kriyapada 49, Vers 3. Shambhus Prozession, streue den Ganas Bali aus und vollziehe eine besondere Verehrung, acht … [Der Schluss ist lückenhaft.]

Kriyapada 49, Vers 4. … oder zwölf Tage für das größte, mittlere und kleinste Fest. Oder die größten und folgenden Feste dauern elf, neun oder sieben Tage. [Die vorausgehende Zeitreihe ist nur bruchstückhaft erhalten.]

Kriyapada 49, Vers 5. Drei kleine Feste dauern fünf, drei oder einen Tag. Mit vorausgehender Banneraufrichtung vollziehe man … [Der Satzschluss fehlt.]

Kriyapada 49, Vers 6. Bei diesen drei Festen von fünf Tagen an wird keine Banneraufrichtung empfohlen. Bei den größten und folgenden Festen erfolgt sie drei-, zwei- oder einfach an Tagen zuvor … [Die gelieferte Zeitformel ist fraglich; die genaue Berechnung bleibt offen.]

Kriyapada 49, Vers 7. Zu einem günstigen Zeitpunkt richte man das Banner zuvor auf. In der Nacht desselben Tages soll die große Trommel erklingen.

Kriyapada 49, Vers 8. Jedes große Fest umfasst drei Keimsaaten: Die erste ist die Bannersaat, die zweite die Festsaat,

Kriyapada 49, Vers 9. die dritte gilt dem Abschlussbad. Alle werden vorher angelegt. Der Bannerpfosten bestehe aus Arekapalme, Bambus oder Shaka,

Kriyapada 49, Vers 10. oder aus Sala, Campaka, Raktasara oder Asana. Er sei ohne Hohlräume und Schäden, gerade, ohne Knoten und ähnliche Mängel.

Kriyapada 49, Vers 11. Bambus und Arekapalme behalten ihre äußere Hülle, alle anderen werden entrindet. Unten und oben seien sie eben abgeschnitten, gut gerundet und schön.

Kriyapada 49, Vers 12. Die Höhe des Bannerpfostens ist von der Türhöhe aus zu bestimmen: Die größte beträgt das Fünfundzwanzigfache, die mittlere die mit Atyashti bezeichnete Anzahl,

Kriyapada 49, Vers 13. die kleinste das Zehnfache. Oder die größte reicht bis zur Tempelspitze, die mittlere bis zum Hals des Aufbaus und die kleinste bis zur Stierebene. [Die stark unterschiedlichen Maßsysteme werden nicht vereinheitlicht.]

Kriyapada 49, Vers 14. Manche bestimmen sie als das Drei-, Zwei- oder Einfache des Tempelbaus. Vierzig, sechsunddreißig oder dreißig Fingerbreiten

Kriyapada 49, Vers 15. sind die drei Umfänge für den größten und die folgenden Bannerpfosten. Das Holz des zusätzlichen Stabes soll von derselben Art wie der Bannerpfosten sein.

Kriyapada 49, Vers 16. Der Nebenstab ist ein Viertel, ein Fünftel oder ein Sechstel des Bannerpfostens hoch. Sein Umfang beträgt zwölf Fingerbreiten.

Kriyapada 49, Vers 17. Drei Querarme haben die Längen Vikara, vierzehn und zwölf Anteile; sie sind anderthalb breit. Ihre Enden sind durchbohrt, und der Nebenstab wird durch diese Löcher gesteckt. [Die Chiffre Vikara bleibt ohne erschlossene Zahl.]

Kriyapada 49, Vers 18. Oben am Bannerpfosten werden sie sachgemäß in gleichen Abständen eingesetzt. Der Nebenstab ragt eine Tala-Einheit über den Bannerpfosten hinaus.

Kriyapada 49, Vers 19. Eine Tala-Einheit unter seinem Ende sitzt ein eiserner Ring, durch den das Befestigungsseil des Banners läuft. [Die Vorlage versieht diese Abstandsangabe mit einem Fragezeichen.]

Kriyapada 49, Vers 20. Das Zugseil besteht aus Baumwolle, ist so dick wie ein Mittelfinger und doppelt so lang wie der Bannerpfosten hoch. Es sei gewaschen und gut gereinigt.

Kriyapada 49, Vers 21. Das Banner steht vor dem Stier oder vor dem Bali-Sockel, in der mittleren Umfassung oder in der Mitte des Grenzbereichs.

Kriyapada 49, Vers 22. Man lasse vor der Eingangstür einen Abstand vom Zwölffachen ihrer Höhe und grabe eine ausgestrichene Vertiefung, der Reihe nach nabel-, hüft- oder oberschenkeltief.

Kriyapada 49, Vers 23. Darin lege man eine goldene Schildkröte nieder und verehre sie. Zu einem günstigen Zeitpunkt am Tage richte man den Bannerpfosten auf, geschmückt mit Darbha-Girlanden und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 24. Unter Muschelhorn- und Instrumentenklang setze man ihn freudig ein. Der Altar an seinem Fuß sei zwei Ellen breit und eine Elle hoch.

Kriyapada 49, Vers 25. Oder seine Breite beträgt zwei Drittel, seine Höhe ein Drittel der Türhöhe. Aus Stein, Ziegeln oder Erde entstehen der Reihe nach die größte und die folgenden Altarklassen.

Kriyapada 49, Vers 26. Die Bannerlänge beträgt neun, acht oder sieben Kishku-Einheiten. Die Breite ist ein Fünftel der Länge, die Spitze halb so groß wie die Breite.

Kriyapada 49, Vers 27. Es hat drei oder zwei Schwanzstreifen, länger als die Breite und allmählich schmaler. In der Mitte male man einen Stier in einem Fünftel seiner Länge.

Kriyapada 49, Vers 28. Der Stier ist weiß, mit roten Hufen, roten Ohren und Hörnern, großen weißschwarzen Augen, schönem Hals und schön geformtem Gesicht.

Kriyapada 49, Vers 29. Er besitzt einen schönen Schweif, schöne Beine und Schenkel sowie einen kräftigen, hohen Höcker. Er liege oder stehe und besitze die zuvor genannten Merkmale des Stiers.

Kriyapada 49, Vers 30. Am Tag vor der Banneraufrichtung, in der vorausgehenden Nacht, vollziehe man die vorbereitende Lagerung und eine besondere Verehrung für Shiva und den Stier.

Kriyapada 49, Vers 31. Dem Stier bringe man Mungbohnenreis dar und verneige sich. Vor ihm schaffe man aus ungeschältem und geschältem Reis eine Opferfläche.

Kriyapada 49, Vers 32. Darauf bilde man neun Felder und stelle neun Krüge auf, gefüllt mit reinem Wasser und versehen mit Grasbüscheln, Gold und Gewändern.

Kriyapada 49, Vers 33. Man schmücke sie, rufe den Stier in die Mitte und die acht Richtungshüter ringsum und verehre sie ordnungsgemäß mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 34 mit eingeschobenen Formeln. Den Stier verehre man mit seinem mit dem Urlaut beginnenden Mantra und seiner Gayatri: „Verehrung dem Stier! Verehrung dem Kraftvollen! Verehrung Haras Reittier! Verehrung dem Sohn der Surabhi! Wir wollen den Scharfgehörnten erkennen; wir meditieren den, dessen Füße die Veden sind. Möge jener Stier uns anregen!“ [Jede Anrufung beginnt im Sanskrit mit dem Urlaut. Die gelieferte Variante ersetzt innerhalb der Gayatri die Bezeichnung der Veda-Füße durch einen auf Mahadeva bezogenen Wortlaut; sie wird in der Sanskritfassung bewahrt.] Die acht Weltenhüter verehre man mit ihren eigenen Mantras. Davor auf einer weiteren Opferfläche

Kriyapada 49, Vers 35. lege man das Banner nieder und verehre es mit dem Stiermantra. Zwei Ellen davon entfernt schaffe man ein quadratisches Mandala.

Kriyapada 49, Vers 36. Dort lege man das Feuer ordnungsgemäß an und vollziehe die Handlungen im Shiva-Feuer. Der Lehrer opfere Palasha-Brennhölzer unter dem Stiermantra,

Kriyapada 49, Vers 37. ebenso Sesam, geklärte Butter und gekochte Opferspeise jeweils hundertachtmal. Nach Vollopfer und Svishtakrit-Opfer entlasse er das Feuer.

Kriyapada 49, Vers 38. Nach Ablauf der Nacht vollziehe der Guru seine täglichen Handlungen. Am Vormittag, Mittag oder frühen Abend, zu einem günstigen Zeitpunkt,

Kriyapada 49, Vers 39. lasse er reine, dienstbereite Zweimalgeborene mit Turban und Obergewand das Banner mittels einer Vorrichtung heben oder auf dem Kopf tragen.

Kriyapada 49, Vers 40. Unter Muschelhorn-, Trommel- und weiterem Instrumentenklang umschreite man das Dorf rechtsherum, trete wieder hinein und lege es am bestimmten Bannerplatz nieder.

Kriyapada 49, Vers 41. Man lasse die Glückstagsformel sprechen und wasche das Banner mit ihrem Wasser. Am Fuß, in der Mitte und an der Spitze des Stabes verehre man Stier, Sechsgesichtigen und Windgott

Kriyapada 49, Vers 42. mit ihren jeweiligen Mantras, unter Gesang, Instrumentenklang und weiteren glückverheißenden Darbietungen. Den Stierkrug bringe man herbei und stelle ihn neben das Banner.

Kriyapada 49, Vers 43. Die im Krug gegenwärtigen Stiermantras setze man in das Herz des gemalten Stiers auf dem Banner ein. Man schmücke ordnungsgemäß mit glückverheißenden Keimlingen, Lampen und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 44. Mit dem am Banner befestigten Seil ziehe man es unter der Gayatri des Stiers richtig auf und winde das Seil um den Pfosten.

Kriyapada 49, Vers 45. Mit den Krügen, in denen die Weltenhüter gegenwärtig sind, übergieße man den Bannerfuß. Dort verehre man das Banner ordnungsgemäß bis zur Speisegabe.

Kriyapada 49, Vers 46. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung sei dir, dem Dreiäugigen! Verehrung dem Herrn des Banners! Verehrung sei dir, Nandin, zur gelungenen Durchführung des Festes!“

Kriyapada 49, Vers 47. Vor dem Banner schaffe man eine Opferfläche aus ungeschältem und geschältem Reis. Darauf lege man die mit einem Tuch geschmückte große Trommel.

Kriyapada 49, Vers 48. Rechts an der Trommel verehre man Rudra, links Janardana, in der Mitte Brahma. Am Trommelschlägel verehre man Guha.

Kriyapada 49, Vers 49. Davor zeichne man auf der Opferfläche einen Lotus mit schöner Mitte, setze dort den Dreizack ein und verehre ihn vorschriftsmäßig.

Kriyapada 49, Vers 50. Zuerst schlage der Guru die Trommel mit dem Schlägel unter dem Mantraanfang „Den Dreiäugigen …“, dann unter „Dies Vishnu …“.

Kriyapada 49, Vers 51. Beim dritten Mal schlage er unter dem Mantra „Das entstandene Brahman …“. Dann rufe er den gebadeten Musiker herbei, mit weißem Gewand und weiterem Schmuck versehen,

Kriyapada 49, Vers 52. und lasse ihn im Wechsel der drei Spielweisen spielen. Danach hebe man das Speise-Linga auf und ziehe unter Muschelhorn- und Trommelklang,

Kriyapada 49, Vers 53. Gesang, Tanz sowie den Glückszeichen von Schirm und Wedel rechtsherum um das Dorf. Brahma, Indra und die weiteren Richtungsherren

Kriyapada 49, Vers 54. verehre man in den Richtungen und an den Übergängen mit ihren eigenen Mantras, Versen und Lobgesängen. Man rufe sie herbei, preise sie und streue reine Speise als Bali aus. [Ein kleines Wortstück des Verbs ist in der Vorlage ausgefallen.]

Kriyapada 49, Vers 55. Mit Formeln, die beginnen „O Brahma, du sollst …“, lasse man sie Shivas Gebot hören. Dann kehre man zum Tempel zurück und stehe vor dem Banner.

Kriyapada 49, Vers 56. Rudras, Adityas, Vasus, Soma, die beiden Ashvins, Marut-Scharen, Ahnen, Rishis, Gandharvas, Yakshas, Vidyadharas und Asuras,

Kriyapada 49, Vers 57. Nagas, Kinnaras, Rakshasas, Pishachas, Wesenführer, Meere, Apsaras, Siddhas, Flüsse, Berge und Bäume

Kriyapada 49, Vers 58. lade man zum Dienst am Fest mit ihren eigenen Namen und vorausgehendem Urlaut ein. Man spreche „Sie mögen kommen!“ und lasse sie Shivas Gebot hören.

Kriyapada 49, Vers 59. „Mit dem heiligen Urlaut: Hört, ihr Rudra-Scharen! Mit euren jeweiligen Ausstattungen und Scharen sollt ihr, ganz zufrieden, diesem Fest Shambhus auf Shivas Gebot dienen!“

Kriyapada 49, Vers 60 mit anschließendem Urlaut. Mit dem heiligen Urlaut und solchen Formeln lasse man die Götter und die anderen, jeweils mit ihrem Namen, das Gebot hören. Nachts streue man unter Muschelhorn- und Trommelklang Bali aus.

Kriyapada 49, Vers 61, erster Teil. Täglich bestreiche und verehre man das Banner bis zur Speisegabe.

Abschnittsabschluss. Die Banneraufrichtung.

Kriyapada 49, Vers 61, zweiter Teil, und Vers 62, erster Teil. Wenn der Festtag gekommen ist, reinige man überall die Straßen bei Shiva-Tempeln, in Dörfern, Städten und Hafenorten.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari innerhalb Vers 62. „Man fege die Dorfstraßen in allen Richtungen und besprenge sie ringsum mit Duftwasser. Dann bestreue man sie mit frisch erblühten Blumen von herrlichem Duft. Für die Bali-Gaben errichte man Sitze in den jeweiligen Richtungen am Dorfrand, auf den Plätzen im Dorf, an jedem Götterhaus, an den Eingängen und am Fuß der Heiligtümer.“

Kriyapada 49, Vers 62, zweiter Teil, und Vers 63. An Türen, Tortürmen, Umfassungen und inneren Straßen pflanze man überall Kokospalmen, Zuckerrohr, Bananen, Arekapalmen und blühende Bäume schon vorher; wenn das nicht geschehen ist, verwende man an diesen Tagen das Verfügbare.

Kriyapada 49, Vers 64. Man schmücke mit nicht verwelkten Bananen- und Arekapflanzen samt Wurzeln, mit Torbögen, bunten Bannern und herabhängenden Blumengirlanden,

Kriyapada 49, Vers 65. mit Lampentürmen, Lampenbäumen und weiteren Dingen an passenden Stellen, ebenso mit Schaukeln, Baldachinen und Vorrichtungen, alles vorschriftsmäßig.

Kriyapada 49, Vers 66. An den Festtagen vollziehe man Shambhus besondere anlassbezogene Verehrung nach dem Umfang des eigenen Vermögens, ohne geizige Verheimlichung.

Kriyapada 49, Vers 67. Mit den fünf Nektaren, den fünf Kuhprodukten, Wasser und kühlem Duftwasser übergieße man Maheshvara ordnungsgemäß.

Kriyapada 49, Vers 68. Während Muschelhörner, Bheri, Timila, Panava, Anaka und Flöten ertönen, vollziehe man die Lichtschwenkung mit Teiglampen und weiteren Mitteln nach der Vorschrift.

Kriyapada 49, Vers 69. Man bade ihn der Reihe nach mit den Brahmamantras, den reinigenden Hymnen, dem Mantraanfang „Was dem Rudra …“ sowie Rudra-, Shri- und Purusha-Hymnen.

Kriyapada 49, Vers 70. Mit sehr feinen weißen Gewändern und verschiedenfarbigen Seidenstoffen, mit fein verriebenem Sandelholz, Agaru, Kampfer und Safran

Kriyapada 49, Vers 71. bekleide und bestreiche man Linga und Sockel. Mit goldenen Blumen und weiteren Gaben, losen Blumen, Kränzen, Goldbändern und Schmuck

Kriyapada 49, Vers 72. schmücke man sie und auch den Tempel als vielfältige Blumenhalle. Man erfülle ihn mit Sandelholz-, Agaru-, Kampfer- und Blumenräucherung.

Kriyapada 49, Vers 73. Mit Lampen, deren Dochte Kampfer enthalten und die mit duftendem Öl gefüllt sind, verehre man Shiva innen und außen am Tempel bis zur Speisegabe.

Kriyapada 49, Vers 74. Täglich bringe man nach Vermögen eine Speisegabe vom Vier-, Drei- oder Zweifachen der gewöhnlichen dar, entsprechend größtem und folgenden Festen.

Kriyapada 49, Vers 75. Nach dem Verfahren der Verehrungsdienste gebe man sechs Arten reiner Speise mit Suppe, Beilagen, Kuchen, Süßkugeln und Früchten.

Kriyapada 49, Vers 76. Morgens Milchreis und Krisara, mittags Reis mit Rohzucker und reinen Reis, am Abend Dickmilchreis mit Kurkuma,

Kriyapada 49, Vers 77. um Mitternacht Mungbohnenreis, alles mit Honig und geklärter Butter darüber. Oder zu allen Übergangszeiten Milchreis und die folgenden Speisen der Reihe nach

Kriyapada 49, Vers 78. für die Gesichter von Ishana an; reinen Reis gebe man nochmals. Nachts verehre man Shiva mit Linga-Vorrichtungen und ähnlichen Gegenständen, ausgeschnittenen Blattformen

Kriyapada 49, Vers 79. und weiteren bunten, sehenswerten Gebilden. [Eine Gegenstandsbezeichnung ist in der Quelle variierend und unklar überliefert.] Prozessionen werden am Vormittag, Mittag, Nachmittag und nachts empfohlen.

Kriyapada 49, Vers 80. Beim größten Fest finden sie viermal statt, bei den anderen drei- oder zweimal. Wagen, Ranga-Wagen und Sänften dienen der Reihe nach

Kriyapada 49, Vers 81. den größten und folgenden Prozessionen; wenn möglich verwende man alle Fahrzeuge. Das Fahrzeug sei geschmückt und mit Goldbändern, Gewändern und weiteren Dingen bedeckt,

Kriyapada 49, Vers 82. mit goldenen und edelsteinbesetzten Girlanden sowie Bannern geziert, mit bunten Stoffen ausgelegt und mit Blumenhaufen geschmückt.

Kriyapada 49, Vers 83. Darauf setze man das Gottesbild aus Gold oder einem anderen Stoff entsprechend der größten und den folgenden Klassen und sichere seinen Sockel sehr fest.

Unnummeriertes Zitat aus dem Samhita-Kommentar nach Vers 83. „Für die Prozessionen des täglichen Festes und der weiteren Feste eignet sich ein Bild aus Gold oder anderen Stoffen. Es sei die Gestalt Candrashekhara, die täglich sorgfältig verehrt wird.“

Kriyapada 49, Vers 84. Oder man verwende eine der sechzehn Gestalten, ausgenommen den bettelnd Umherziehenden, den halb mit Uma und den halb mit Hari vereinten sowie Kankala.

Kriyapada 49, Vers 85. Mit den so genannten zwölf Gestalten kann das große Fest stattfinden. Man schmücke die Gestalt sorgfältig mit Kränzen, Gewändern und Schmuck,

Kriyapada 49, Vers 86. rufe Shiva hinein und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben, den Geist in Hingabe geneigt. Dann beginne man die Prozession unter den Glückszeichen von Musik, Gesang, Tanz und weiteren Darbietungen.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 86. „Trommel, Stier, Elefant, Wedel, Löwe, Krug, Banner und Lampen: Man nehme diese acht glückverheißenden Zeichen, aus gutem Metall gefertigt, und ziehe damit aus.“

Kriyapada 49, Vers 87. Dann lassen vedakundige Brahmanen, die die Glückshymnen und weitere Texte rezitieren, vorne Segensworte erklingen und sprechen zum Wohlergehen folgenden Lobpreis.

Kriyapada 49, Vers 88. „Vishnu sei stets zum Wohlergehen da! Der Viergesichtige sei zum Wohlergehen da! Rudra sei stets zum Wohlergehen da! Der Hundertopferer sei zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 89. Das Feuer sei stets zum Wohlergehen da! Yama sei hier zum Wohlergehen da! Nirriti sei zum Wohlergehen da! Varuna sei hier zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 90. Vayu sei stets zum Wohlergehen da! Der Herr des Reichtums sei zum Wohlergehen da! Ishana sei stets zum Wohlergehen da! Die Marut-Schar sei zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 91. Die Vasus mögen zum Wohlergehen da sein, ebenso die Rudras! Die Adityas mögen zum Wohlergehen da sein, ebenso die Kinnaras!

Kriyapada 49, Vers 92. Die Nagas und die Schlangenwesen mögen zum Wohlergehen da sein! Die Herren des Wissens und die Apsaras mögen hier zum Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 93. Flüsse, Gandharvas und Ströme mögen zum Wohlergehen da sein! Die Meere und ebenso die Berge mögen zum Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 94. Die Mütter mögen zum Wohlergehen da sein, die Ahnen immerdar! Das gesamte göttliche Gefolge möge stets zu unserem Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 95. Heil dem König und den Menschen, Heil dem Reich zu jeder Zeit! Heil den Kühen und Brahmanen; das Wohlergehen der Vaishyas möge wachsen!

Kriyapada 49, Vers 96. Auch Frauen und Shudras sei Heil! Das Wohlergehen aller Wesen möge wachsen! Heil sei den Beweglichen und ebenso den Unbeweglichen!

Kriyapada 49, Vers 97. Heil sei den Mantras; das Gelingen der Handlung möge wachsen! Heil allen Göttern, Heil den Ahnen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 98. Den Rishis sei Heil! Das Wohlergehen der irdischen Wesen möge wachsen! Heil den Bewohnern der Unterwelt und den himmlischen Wesen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 99. Heil den Wesen des Zwischenraums! Das Wohlergehen aller möge wachsen! Bei diesem Fest Maheshas möge durch die Bali-Gaben Wohlergehen wachsen!“

Kriyapada 49, Vers 100. Nun werden der Reihe nach die Bali-Mantras für Türhüter, Weltenhüter und Stier, für Vighna, Virabhadra, die Mütter und Shasta,

Kriyapada 49, Vers 101. für den Sechsgesichtigen, Durga, Kubera und den Mondträger, für Canda und den Herrn des Bereichs sowie Tikshnanetra und Mrigasya,

Kriyapada 49, Vers 102. für die Gana-Herren von Nandisha an außerhalb der mittleren Umfassung sowie für die auf den Sockeln gegenwärtigen Wesenherren,

Kriyapada 49, Vers 103. für die zwanzig Gana-Herren in den Richtungen, jeweils einzeln niedergeschrieben, um gerade sie zu erfreuen.

Unnummerierte Formeln vor Vers 104. „Mit dem heiligen Urlaut: Leuchte auf! Sprenge auf! [Waffenkeim.] Dem Dreiäugigen: Svaha!“ Ferner: „Mit dem heiligen Urlaut und den angegebenen Keimsilben: Schädelträger, Verehrung!“ [Die nicht lexikalischen Lautfolgen bleiben in der Sanskritfassung vollständig erhalten.]

Kriyapada 49, Vers 104. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Einsichtigen mit dem Dreizack in der Hand, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Nandisha, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 105. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst und die Axt bereit in der Hand hältst, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Mahakala, dir Verehrung!“

Unnummerierte Anweisung nach Vers 105. Mit diesen beiden Formeln verehre man Nandin und Mahakala. Es folgen, jeweils mit Urlaut und eigenem Keim, „Verehrung Bhringisha!“ und „Verehrung Ganapati!“

Kriyapada 49, Vers 106. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, Bhringisha von schlanker Gestalt, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 107. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Elefantengesichtigen, dessen Wesen der Raum ist, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Anweisung nach Vers 107. Mit diesen beiden Formeln verehre man Bhringisha und Vinayaka. So verehre man überall mit den jeweiligen Anrufungsmantras. Mit Urlaut und eigenem Keim folgen „Verehrung dem Stier!“ und „Verehrung Subrahmanya!“

Kriyapada 49, Vers 108. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Dharma in Stiergestalt, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, dem Sohn der Surabhi, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 109. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Sechsgesichtigen, dessen Wesen Shiva ist, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Formeln nach Vers 109. Mit Urlaut und eigenem Keim: „Verehrung Durga!“ und „Verehrung Candeshvara!“

Kriyapada 49, Vers 110. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, die du am Tor in Shankaras Heiligtum deinen Dienst versiehst, Durga, die mit ihrem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, Göttin, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 111. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem großherzigen Candesha, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Formel nach Vers 111. „Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“ [Die grammatische Form für Rudras Gefolge ist auffällig; sie wird nicht im Sanskrit korrigiert.]

Kriyapada 49, Vers 112. „Mit dem heiligen Urlaut: Dem Vernichter des Stolzes der Daityas, dem einsichtigen Tausendäugigen, der den Donnerkeil bereit in der Hand hält, sei Verehrung! Dir, Hundertopferer, Verehrung!“

Unnummerierte Formeln nach Vers 112: die östlichen Scharen. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken, den guten und den nicht guten, allen Scharen: Verehrung, Verehrung, Svaha!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, weiß, weißäugig, weiß und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die vorne wohnen, nachts umhergehen, Rudra zugehören, gut und nicht gut sind, missgestaltet, vielgestaltig, riesengestaltig, schrecklich, mit Tiermäulern und Vogelgesichtern, Gedeihen oder Nichtgedeihen bewirken, Wünsche gewähren und die Bali-Gabe wünschen: Ihnen bringe ich die Gabe. Allen jenen großen Rudra-Wesen Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Agni-Anrufung vor Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Agni, dem Herrn der Glut, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Der Mund aller Götter ist er, durch ihn wird die Opfergabe getragen, durch ihn kommt alles in Gang: Ihm, dem Opferverzehrer, Verehrung!“

Unnummerierte südöstliche Anrufung nach Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Südosten, mit Speeren in den Händen, rot, rotäugig, von rotem Blut, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ [Die wiederkehrenden Farbverbindungen mit „rot/Blut“ sind in der Quelle nicht eindeutig; beide Bedeutungen werden nicht zu einer neuen Symbolik ausgebaut.]

Unnummerierte Yama-Anrufung vor Vers 114. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Yama, dem Herrn der Verstorbenen, mit Waffen und Reittier, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 114. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch dich wird alles eingezogen, durch dich wird alles beschützt; vor dir fürchtet sich diese Welt. Herr der Verstorbenen, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte südliche Formeln nach Vers 114. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Süden, mit Stäben in den Händen, schwarz, schwarzäugig, schwarz und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu die Formel mit dem Anfang „Die Wesen, die im Süden wohnen …“.

Unnummerierte Nirriti-Anrufung vor Vers 115. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Nirriti, dem Herrn der Rakshasas, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 115. „Mit dem heiligen Urlaut: Der Herr der Rakshasas, Yatudhanas und Pishachas ist er. Diesem Nirriti, dem Herrn der Rakshasas, sei beständig Verehrung!“

Unnummerierte südwestliche Formeln nach Vers 115. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Südwesten, mit Schwertern in den Händen, dunkel, dunkeläugig, dunkel und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Varuna-Anrufung vor Vers 116. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Varuna, dem Herrn des Wassers, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 116. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch dich wird alles hervorgebracht, in dir löst sich alles auf. Varuna, Herr der Wasser mit der Schlinge in der Hand, dir Verehrung!“

Unnummerierte westliche Formeln nach Vers 116. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Westen, mit Schlingen in den Händen, gefleckt, mit gefleckten Augen, gefleckt und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die im Westen wohnen …“ beginnende Formel.

Unnummerierte Vayu-Anrufung vor Vers 117. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vayu, dem Herrn der Lebenskräfte, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 117. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch ihn werden die Winde von Prana an in allen Wesen hier erfüllt und in Bewegung gesetzt. Diesem Windgott sei Verehrung!“

Unnummerierte nordwestliche Formeln nach Vers 117. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Nordwesten, mit Elefantenhaken in den Händen, gelb, gelbäugig, gelb und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Kubera-Anrufung vor Vers 118. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Kubera, dem Herrn der Yakshas, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 118. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch seine Gunst wird die ganze Welt mit Reichtum erfüllt. Diesem Herrn der Guhyakas, dem Herrn des Reichtums, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte Soma-Anrufung vor Vers 119. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Soma, dem Herrn der Gestirne, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 119. „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Mondlichts, dir Verehrung! Herr der Himmelslichter, dir Verehrung! Geliebter Rohinis, dir Verehrung! Krug des Nektars, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte nördliche Formeln nach Vers 119. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in Kuberas Richtung, mit Stäben in den Händen, weiß, weißäugig, weiß und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die im Norden wohnen …“.

Unnummerierte Ishana-Anrufung vor Vers 120. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Ishana, dem Herrn des Wissens, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 120. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir mit dem Dreizack in der Hand, zum Schutz der Welt! Dir, dem Herrn der Wissensformen, Ishana, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte nordöstliche Formeln nach Vers 120. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Nordosten, mit Dreizacken in den Händen, gelbbraun, gelbbraunäugig, gelbbraun und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Brahma-Anrufung vor Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Brahma, dem Herrn aller Welten, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Brahma, Herr aller Welten, Ursache der Schöpfung, Leiter des Opfers, Ordner, Viergesichtiger: Dir Verehrung!“

Unnummerierte obere Formeln nach Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen jenen Purusha erkennen; wir meditieren den Urvater. Möge jener Brahma uns anregen!“ Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in der oberen Richtung, mit Lotussen in den Händen, fein, feinäugig, fein und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die Unheil bringen …“.

Unnummerierte Ananta-Anrufung vor Vers 122. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Ananta, dem Herrn der Unterwelt, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 122. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Tausendköpfigen, der die Erde auf seinem Haupt trägt, dem Herrn der unteren Welt! Ananta, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte untere Formeln nach Vers 122. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in der unteren Richtung, mit Wurfscheiben in den Händen, rauchfarben, rauchfarbenäugig, rauchfarben und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die unten wohnen …“.

Unnummerierte Stierformeln vor Vers 123. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung dem Stier! Verehrung Haras Reittier! Verehrung dem Kraftvollen! Verehrung dem Sohn der Surabhi!“

Kriyapada 49, Vers 123. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Shambhus Reittier! Du tönst tief wie der aufgewühlte Ozean. Stier, dir Verehrung, damit dieses Fest gedeihe!“

Unnummerierte Anrufungen nach Vers 123: Virabhadra und Ganapati. Mit Urlaut und Keim: „Verehrung Virabhadra!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen Virabhadra erkennen; wir meditieren den Herrn der Scharen. Möge jener Friedvolle uns anregen!“ Mit Urlaut und Keim: „Verehrung Ganapati!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den mit einem Stoßzahn erkennen; wir meditieren Bhavas Sohn. Möge jener Zahntragende uns anregen!“

Unnummerierte Anrufungen nach Vers 123: die Mütter. Jede Namensanrufung beginnt mit dem Urlaut und dem gelieferten Keim, jede folgende Gayatri mit dem Urlaut.

„Verehrung Brahmani! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Brahma ist; wir meditieren die mit Kusha-Gras in der Hand. Möge jene Brahmani uns anregen!“

„Verehrung Maheshvari! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Rudra ist; wir meditieren die mit dem Dreizack in der Hand. Möge jene Maheshvari uns anregen!“

„Verehrung Kaumari! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Skanda ist; wir meditieren die mit dem Speer in der Hand. Möge jene Kaumari uns anregen!“

„Verehrung Vaishnavi! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Vishnu ist; wir meditieren die mit der Wurfscheibe in der Hand. Möge jene Vaishnavi uns anregen!“

„Verehrung Varahi! Wir wollen die zu Prajapati Gehörende erkennen; wir meditieren die mit der Keule in der Hand. Möge jene Varahi uns anregen!“

„Verehrung Indrani! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Indra ist; wir meditieren die mit dem Donnerkeil in der Hand. Möge jene Indrani uns anregen!“

„Verehrung Mahakali! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Rudra ist; wir meditieren die mit dem Dreizack in der Hand. Möge jene Camundi uns anregen!“ [Die Namensänderung zwischen Anrufung und Gayatri steht so in der Quelle.]

Unnummerierte Alternative aus dem Svacchanda nach den Mütterformeln. Oder: „Der als Ende der mit Sa bezeichneten Reihe bestimmte Laut, der Reihe nach durch die langen Vokale unterschieden und vor den eigenen Namen gestellt, bildet hier die Keime der acht Mütter; bei der Siebenergruppe sind es sieben.“ So im Svacchanda. [Dies beschreibt eine Mantrakonstruktion; es ist keine ausgeschriebene Lautreihe.]

Unnummerierte gemeinsame Mütteranrufung. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung den Müttern! Verehrung den Müttern aller Welten! Verehrung den Scharen der Mütter aller …!“ [Die dritte Formel hat die auffällige Lesung sarvakoka; „Welten“ wird an dieser Stelle nicht still eingesetzt.] – „Mit dem heiligen Urlaut: Die vielgestaltigen Mütter, die in jeder Richtung ihren Platz haben, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnen, mögen auf Shivas Gebot hierherkommen und uns ihre Gunst erweisen [gelieferte Alternative: unsere Verehrung annehmen]. Den Müttern, die freundliche Gestalten annehmen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Shasta-Anrufungen. Mit dem heiligen Urlaut, teilweise auch mit ausdrücklich genannten Keimsilben: „Verehrung Shasta! Verehrung Prashasta! Verehrung Mahashasta! Verehrung Kumara! Verehrung dem, dessen Reittiere Elefant und Pferd sind! Verehrung Rudras Sohn!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den Herrn der Wesen erkennen; wir meditieren Bhavas Sohn. Möge jener Shasta uns anregen!“ [„Bhavas Sohn“ ist in der Quelle eingeklammert.] – „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Prabha!“ So verehre man seine Göttin links von Shasta. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Satyaka!“ So verehre man seinen Sohn rechts von Shasta.

Kriyapada 49, Vers 124. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen von Shamba und den anderen, deren Herren zahllose Scharen führen, mögen alle ganz erfreut sein. Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 125. Westlich von Shasta bringe man mit dieser Formel Shamba und den anderen Bali dar. Die Wendung „Vacat“ mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung sowie die Wendung „Bhuve“

Kriyapada 49, Vers 126, erster Teil. bilden die beiden Skanda-Mantras, die bei Bali zu sprechen sind; beim Feueropfer enden sie mit Svaha. [Die ungewöhnliche Wortform Vacat wird nicht zu einem anderen Mantra korrigiert.]

Unnummerierte Skanda-Formeln innerhalb Vers 126. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Karttikeya! Verehrung Devasena!“ Letzteres gilt seiner Göttin links von ihm. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den Sechsgesichtigen erkennen; wir meditieren den mit dem großen Heer. Möge jener Skanda uns anregen!“

Kriyapada 49, Vers 126, zweiter Teil, und Vers 127, erster Teil. Die als „Dhana“ bezeichneten beiden Laute, mit dem fünften und dritten Vokal verbunden, danach das Wort Canda: Mit vorausgehendem Urlaut und den beiden Waffenlauten als Schluss gilt dies als Candeshvara-Mantra. [Die Lautchiffre wird ohne Ergänzung einer Rezitationsfassung beschrieben.]

Unnummerierte Canda- und Kshetrapala-Formeln innerhalb Vers 127. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung Canda! Verehrung Candeshvara! Wir wollen Candeshvara erkennen; wir meditieren den mit dem großen Heer. Möge jener Canda uns anregen!“ Mit Urlaut und drei angegebenen Keimen: „Verehrung Kshetrapala!“ Sodann: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Herrn Vatuka!“

Kriyapada 49, Vers 127, zweiter Teil, und Vers 128. „Mit dem heiligen Urlaut: Dem Herrn des gesamten Bereichs, der umfassende Vollendung gewährt, der sich dem Schutz des Alls widmet, dir, Kshetrapala, Verehrung!“ Dann verehre man am inneren Torturmeingang Tikshnanetra und Mrigasya.

Unnummerierte Formeln nach Vers 128. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Tikshnanetra! Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Mrigasya!“

Kriyapada 49, Vers 129. Man trete aus dem Torturm hinaus, stehe östlich des äußeren Bali-Sockels und spreche das gesamte Gefolge mit dieser Formel an.

Kriyapada 49, Vers 130. „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Rudras Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“

Kriyapada 49, Vers 131. Nachdem man die Scharen so angerufen hat, bringe man Nandin und den anderen Bali dar: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 49, Vers 132. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin verehre man und streue ihnen unter ihren eigenen Namen mit Verehrungsendung die Gabe aus.

Kriyapada 49, Vers 133. Dann folgen jeweils zwanzig Herren zahlloser Scharen in jeder Richtung. Unter ihren eigenen Namen bringe man ihnen Bali dar.

Unnummerierter Übergang. Nämlich diese.

Kriyapada 49, Vers 134. Mahakala, Vidhata, Vajrapani, Kratu, Prabhu, Daksha, Shatakratutanu, Aprameya und Viryavan,

Kriyapada 49, Vers 135. Nitya, Vidyutprabha, Shulahasta, Trilocana, Svangadipa, Tamoghna, Srishtikrit und Uruvikrama,

Kriyapada 49, Vers 136, erster Teil. Mandhata, Mahavirya, Nityayoga und Prasadana: Dies sind die Gana-Herren im Osten. [Die Liste enthält in der gelieferten Fassung einundzwanzig Namen statt der angekündigten zwanzig; keiner wird gestrichen.]

Kriyapada 49, Vers 136, zweiter Teil. Agni, Agnisamana, Jvalamalin und Vishvabhuj,

Kriyapada 49, Vers 137. Hutasha, Murtiman, Vyapin, Kapila, Raktalocana, Ugra, Raktavapus, Dhumra, Saptarcis und Vishvabheshaja,

Kriyapada 49, Vers 138. Sutapas, Vegavan, Bhasmacchanna, Marutsakha, Yogapriya und Daruka sind die Herren zahlloser Scharen im Südosten.

Kriyapada 49, Vers 139. Yama, Vaivasvata, Dhata, Daityaghatin, Prajantaka, Mrityu, Pretadhipa, Dharma, Krishna und Krishnaksha,

Kriyapada 49, Vers 140. Nityayogin, Kala, Ashukarin, Paretapa, Mayarupin, Kritanta, Satyasatyapriya und Suhrid,

Kriyapada 49, Vers 141, erster Teil. Pitrinatha und Kinasha: Das sind die zwanzig im Süden.

Kriyapada 49, Vers 141, zweiter Teil. Rakshasa, Asura, Kravyad, Virahan und Nirriti,

Kriyapada 49, Vers 142. Tikshnanetra, Yatughana, Yajnahanta, Nishacara, Mahamurti, Kaikaseya, Krura und Kruravapus,

Kriyapada 49, Vers 143. Rakshas, Kaunapaka, Dhumra, Dhumraksha, Bhishana, Virupaksha und Bhasmanga: Das sind die zwanzig im Südwesten. [Ungewöhnliche Namensformen werden nicht durch geläufigere ersetzt.]

Kriyapada 49, Vers 144. Varuna, Shabala, Ambhodhi, Praceta, Nimnagapati, Yadonatha, Pashapani, Ananda, Ambupati und Shiva,

Kriyapada 49, Vers 145. Kapardin, Pranada, Shveta, Shyamanetra, Sanatana, Pratyannivasa, Jalada, Jivana und Nakravahana,

Kriyapada 49, Vers 146, erster Teil. Payodhinilaya: Dies sind die zwanzig Scharenherren des Westens.

Kriyapada 49, Vers 146, zweiter Teil. Vayu, Gandhavaha, Sukshma, Sparshana und Prabhanjana,

Kriyapada 49, Vers 147. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya,

Kriyapada 49, Vers 148. Dhvajapani, Pavana, Shvasana, Maruta und Marut: Das sind die zwanzig Gana-Herren zahlloser Scharen im Nordwesten.

Kriyapada 49, Vers 149. Rakshesha, Rayiman, Soma, Manibhadra, Guhyaka, Celamalin, Kubera, Jambhala und Shibikundalin,

Kriyapada 49, Vers 150. Kinnaresha, Cailibili, Dhanada, Dhanadhipa, Rajaraja, Shrida, Jyeshtha, Maladhara und Dhanin,

Kriyapada 49, Vers 151. Uttarashanivasa und Ekakundala: Diese zwanzig Scharenherren haben in Kuberas Richtung ihren Sitz.

Kriyapada 49, Vers 152. Ishana, Ishvara, Shambhu, Shulahasta, Trilocana, Anadinidhana, Yogin, Kapila und Pingalocana,

Kriyapada 49, Vers 153. Rudra, Raudraganadhisha, Vishvabharta, Digambara, Nilagriva, Kapardisha, Vrishavaha und Vrishadhvaja,

Kriyapada 49, Vers 154, erstes Vorkommen, erster Teil. Hara, Sharva und Vishvabhuja: Dies sind die zwanzig im Nordosten.

Kriyapada 49, Vers 154, erstes Vorkommen, zweiter Teil. Mahabala, Mahanada, Brahmamurti und Caturmukha,

Kriyapada 49, Vers 154, zweites Vorkommen. Srishtikrit, Vijaya, Dhata, Aghoraghora, Aghora, Langalin, Manyu, Angara und Shikhibhushana,

Kriyapada 49, Vers 155. Jimuta, Murtibhrit, Kundin, Mantrisha und Tripurantaka: Diese heißen die zwanzig Pramatha-Herren zahlloser Scharen in der oberen Richtung. [Die Quelle wiederholt die Versnummer 154. Die Namenszahl stimmt bei dieser Trennung nicht mit zwanzig überein; keine Namen werden ergänzt.]

Kriyapada 49, Vers 156. Buddhi, Pramardana, Shuddha, Kalarupa, Ugradamshtrin, Dirghabahu, Prakama, Bharta, Harta und Vicakshana,

Kriyapada 49, Vers 157. Kalagni, Raurava, Aghora, Naraka, Sharva, Naga, Ghora, Kimpuru, Danuja und Kshamin:

Unnummerierter Abschluss der Liste nach Vers 157. So wurden die zwanzig Herren zahlloser Scharen in der unteren Richtung genannt.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 157. „Jeder von ihnen hat hundert Dienerscharen; diese wiederum haben einzeln Tausende und Zehntausende von Dienern. Für jeden von diesen ist wiederum ein Gefolge von hunderttausend genannt, und für jene sind Millionen bekannt. Daher können diese Gefolgsleute nicht jeder einzeln benannt werden.“

Kriyapada 49, Vers 158. Mit ihren einzelnen Namen, jeweils mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung,

Kriyapada 49, Vers 159. streue man ihnen der Reihe nach in den Richtungen Bali aus, mit Duftstoffen, Blumen, Wasser und der zur jeweiligen Nacht passenden Speise; oder nachts mit der Bhutakrura genannten Speise.

Kriyapada 49, Vers 160. Zu Beginn und am Ende der Bali-Gabe gebe man mit dem Grasbüschel allgemeines Ehrenwasser. Dann trete man zum Bali-Sockel und verehre Bhutida und die anderen der Reihe nach.

Kriyapada 49, Vers 161. Ihnen streue man die Gabe aus wie beim täglichen Fest. Hier besteht folgende Besonderheit: Nach dem Geben der Bali bade man.

Kriyapada 49, Vers 162. Der Acharya trete mit seinen Schülern wie zuvor hinein, nehme den Gott vom Fahrzeug herab und stelle ihn auf den Sockel.

Kriyapada 49, Vers 163. Er verehre ihn wie zuvor und nochmals an seinem eigenen Platz. Nun sind die Nächte der Festtage der Reihe nach zu unterscheiden,

Kriyapada 49, Vers 164. entsprechend den Bali empfangenden Scharen, die darin samt ihren Herren verehrt werden: die Nächte Brahmas, der Wesen, Indras, der Gandharvas, Yakshas und Rakshasas,

Kriyapada 49, Vers 165. danach die Pishacha-Nacht, wenn es sieben sind. Bei neun Nächten heißt die achte Vishnus Nacht,

Kriyapada 49, Vers 166. die neunte Prajapatis Nacht. In ihnen streue man jeweils die passende Gabe aus. In Brahmas Nacht besteht sie aus reiner Speise mit Blumen und Kusha-Gras.

Kriyapada 49, Vers 167. Speise mit Dickmilch, Kurkumapulver, Puffreis, geröstetem Mehl und Wasser heißt Bhutakrura. Sie lasse man in der Nacht der Wesen geben.

Kriyapada 49, Vers 168. Speise mit Indravalli-Saft, geröstetem Mehl, Milch und Dickmilch gebe der Lehrer in der dritten, Indra gewidmeten Nacht als Bali.

Kriyapada 49, Vers 169. In der vierten, den Gandharvas gewidmeten Nacht dient Bambusreis mit Milch. In der fünften, der Yaksha-Nacht, besteht die Gabe aus Blumen, Speise, geklärter Butter und Wasser.

Kriyapada 49, Vers 170. In der sechsten, den Rakshasas gewidmeten Nacht gebe man rote Speise mit Hülsen und Erde. In der siebten, der Pishacha-Nacht, Masha-Reis, Krisara und Honig,

Kriyapada 49, Vers 171. reichlich Kurkumapulver und Öl sowie Masha-Bohnen. In der achten streue man Milchreis mit geklärter Butter aus, in der neunten wiederum

Kriyapada 49, Vers 172. Krisara mit geklärter Butter und Milch: Dies ist die Bali-Gabe für Prajapati. Manche Lehrer nennen die sieben Scharen anders.

Kriyapada 49, Vers 173. Es sind die Scharen der Wesen, Ahnen, Yakshas, Nagas, Brahmas, Ishas und Vishnus. Bei neun kommen die Scharen Skandas und der Mütter hinzu.

Kriyapada 49, Vers 174. In der ersten, der Nacht der Wesen, gebe man Bhutakrura; in der zweiten, der Ahnennacht, Sesam mit Reiskörnern.

Kriyapada 49, Vers 175. In der dritten, der Yaksha-Nacht, Kokoswasser und Shali-Reis; in der vierten, der Naga-Nacht, Milch, Mehl, geröstetes Mehl und Wasser.

Kriyapada 49, Vers 176. In der fünften, Brahmas Nacht, Speise mit Lotussamen und geklärter Butter; in der sechsten, Shivas Nacht, Speise mit Kuchen und geklärter Butter.

Kriyapada 49, Vers 177. In der siebten, Vishnus Nacht, gebe man Reis mit Rohzucker und geklärter Butter als Bali; in Skandas Nacht Rohzuckerreis, in der Nacht der Mütter Dickmilchreis,

Kriyapada 49, Vers 178. mit geklärter Butter und Kokoswasser, durch Kurkumapulver rasch rötlich gefärbt. Wenn die größten und folgenden Feste mehr Tage umfassen,

Kriyapada 49, Vers 179. werden diese Bali empfangenden Scharen der Reihe nach dreifach, zweifach oder einfach berücksichtigt. Einundzwanzig Einheiten, als Shiva-Maße, Adhaka oder Prastha bezeichnet,

Kriyapada 49, Vers 180. ergeben die größte, mittlere und kleinste Gabe für die Wesen. [Die erste Maßeinheit ist in der gelieferten Lesung nicht sicher bestimmbar.] Aus weißen Reiskörnern einer der Sorten von Shali an gekochte Speise

Kriyapada 49, Vers 181. soll ganz rein und als Bali geeignet sein; andernfalls bringt sie nach dem Text einen Fehler. Zweimalgeborene mit gereinigten Zähnen, gebadet und in weißen Gewändern,

Kriyapada 49, Vers 182. sollen die Bali-Speise zubereiten und gut beherrscht tragen. Oder in allen Nächten Speise mit geklärter Butter und Bananenfrüchten,

Kriyapada 49, Vers 183. geröstetem Mehl, Dickmilch und Milch: So wird die Gabe für die Wesen bestimmt. Nachdem man die vorgeschriebenen Festtage auf diese Weise verbracht hat,

Kriyapada 49, Vers 184. binde man in der Nacht vor dem Abschlussbad das Schutzband. Man lasse die Glückstagsformel sprechen und verehre zu günstiger Zeit den Gana-Führer.

Kriyapada 49, Vers 185. Auch das Prozessionsbild und den Dreizack verehre man. Ein neunfaches Seidenband, golden und mit Perlen versehen,

Kriyapada 49, Vers 186. von zwölf Fingerbreiten Länge lege man auf unversehrte Reiskörner. Man verehre es mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und bespreche es sowie die Asche mit dem Waffenmantra.

Kriyapada 49, Vers 187. Dann binde man das Schutzband mit dem Tryambaka- und Herzmantra an die rechte Hand des Gottes und ebenso an die Dreizackwaffe.

Kriyapada 49, Vers 188. Mit Daumen und Ringfinger beider Hände binde man es dort fest. Man setze das Schutzzeichen auf die Stirn und schwenke das abendliche Licht.

Kriyapada 49, Vers 189. Die Nacht verbringe man wach mit Gesang, Instrumentenklang und weiteren Darbietungen. Morgens bade man und vollende die tägliche Verehrung wie zuvor.

Kriyapada 49, Vers 190. Das Prozessionsbild stelle man in die äußere Halle, den Dreizack davor. Östlich oder nördlich davon

Kriyapada 49, Vers 191. bestreiche man ein quadratisches Mandala mit Kuhmistwasser und schmücke es mit Baldachin, Schirm, Krügen, Lampen, Spiegel und Wedeln,

Kriyapada 49, Vers 192. mit Pflanzschalen und Muschelhörnern ringsum. Den gewaschenen Stößel und Mörser umhülle man mit einem Tuch,

Kriyapada 49, Vers 193. bedecke sie mit Darbha-Gras und verehre sie. Darin werde das Pulver bereitet. Gebadete, schön geschmückte Mädchen, die mit süßen Stimmen singen,

Kriyapada 49, Vers 194. bereiten dort aus Kurkuma dieses glückverheißende Pulver. Dickmilch, unversehrte Reiskörner, geklärte Butter, Durva-Spitzen, Duftstoffe und gekeimte Samen, diese sechs,

Kriyapada 49, Vers 195. legen die Mädchen auf Stößel und Mörser. Das dort bereitete Pulver gebe man dann in ein goldenes oder anderes geeignetes Gefäß.

Kriyapada 49, Vers 196. Man bespreche es mit dem Herzmantra. Die sechs glückverheißenden Berührungsgaben von Dickmilch an lege man unter dem Wurzelmantra auf das Haupt des Gottes.

Kriyapada 49, Vers 197. Man salbe Gott und Waffenbild mit Duftöl, reibe sie mit Gersten-, Masha- und weiterem Mehl ab und wische sie mit einem Tuch.

Kriyapada 49, Vers 198. Mit dem glückverheißenden Pulver, dem Goldpulver beigegeben ist, reibe man Gott und Waffe ab. Den Rest lege man den Gläubigen auf den Kopf,

Kriyapada 49, Vers 199. zum Wohlergehen und, nach der religiösen Deutung, zur Reinigung aller Befleckung. Dann bade man den Gott und schmücke ihn mit Gewand, Schmuck, Duftstoffen und Blumen. Mit den Mantras des Wissens, der Glieder und der Gestalt sowie Shivas Glieder- und Wurzelmantras vollziehe man an Shivas Bild die Vergegenwärtigung der gegliederten Gestalt.

Kriyapada 49, Vers 200. Für den Gang zum heiligen Badeplatz lege man nun auf der Opferfläche Feuer an.

Kriyapada 49, Vers 201. Man rufe Shiva hinein und opfere mit der Mantrasammlung geklärte Butter. Mit dem Gesichtsmantra opfere man Gekochtes, Palasha-Brennhölzer, geklärte Butter und Opferspeise,

Kriyapada 49, Vers 202. jedes achthundertmal. Mit dem als Krishna bezeichneten Mantra opfere man hundertachtmal Sesam und geklärte Butter zur Sühne und bringe mit dem Wurzelmantra das Vollopfer dar.

Kriyapada 49, Vers 203. Mit den sechs Mantras vom Anfang „Laut rufend …“ an opfere man geklärte Butter, ebenso mit der Glückshymne und den Mantras von Jaya an.

Kriyapada 49, Vers 204. Nach dem Svishtakrit-Opfer entlasse man das Feuer in den Herzlotus, setze den Gott auf einen Wagen oder ein anderes Fahrzeug und ziehe zum heiligen Bad aus.

Kriyapada 49, Vers 205. Unter Muschelhorn- und Trommelklang, Gesang, Tanz und weiteren glückverheißenden Darbietungen gehe die Dreizackwaffe voraus; die Badegeräte werden mitgeführt,

Kriyapada 49, Vers 206. ebenso hohe und niedrige Banner, Schirme, Wedel, Fächer, Lampen, Räucherwerk, Krüge und die acht Glückszeichen.

Kriyapada 49, Vers 207. Man gehe vom Tempel aus rechtsherum bis zu einer Entfernung von einem Yojana, zu einem geeigneten Strom, Fluss, Meer oder anderen heiligen Badeplatz mit reichlich Wasser.

Kriyapada 49, Vers 208. Man gehe in mittlerem Tempo, weder schnell noch langsam. Dabei rezitieren die vorzüglichen Zweimalgeborenen den genannten Segenslobpreis, die glückverheißende Svasti-Hymne,

Kriyapada 49, Vers 209. die Shakuna-Hymne und das Camaka, während Gesang, Instrumente und Siegesrufe anschwellen.

Kriyapada 49, Vers 210. Am Ufer des Badeplatzes, geschmückt mit einer Halle und Torbögen, stelle man den Gott auf einen mit Baldachin und weiteren Dingen geschmückten Sockel.

Kriyapada 49, Vers 211. Man verehre mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bespreche den Badeplatz mit dem Anfang „Dies von mir, Ganga, Yamuna, Sarasvati …“

Kriyapada 49, Vers 212. oder mit der Mantrasammlung. Nach der Verehrung mit Blumen und weiteren Gaben tauche man zuerst die Waffe, dann den Gott dreimal langsam unter.

Kriyapada 49, Vers 213. Der Guru bade gemeinsam mit den Schülern und verehre den Gott am Ufer bis zur Speisegabe. Dann lege er auf einer Opferfläche das Shiva-Feuer an.

Kriyapada 49, Vers 214. Mit dem Wurzelmantra opfere er achthundertmal, mit den Brahma- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Er opfere gekochte Speise und das Vollopfer, rufe die heiligen Badeorte herbei und verehre sie.

Kriyapada 49, Vers 215. Mit „Dies von mir, Ganga, Yamuna …“ opfere er geklärte Butter. Nach den Jaya- und Svishtakrit-Opfern rufe er den Herrn der Wasser in den Badeplatz,

Kriyapada 49, Vers 216. verehre ihn und die heiligen Wasser von Ganga an. Nach dem Sprechen der Glückstagsformel führe man den Gott in den Badeplatz hinein.

Kriyapada 49, Vers 217. Man tauche ihn dort unter und stelle ihn dann auf einen Sockel. Mit Duftstoffen, Amalaki, Kurkuma, Sandelholz, Agaru und Safran

Kriyapada 49, Vers 218. reibe man ihn der Reihe nach einzeln ab, jeweils mit Wasser, Blumen und Räucherung dazwischen, unter Muschelhorn- und Trommelklang sowie Veda-Rezitation in allen vier Richtungen.

Kriyapada 49, Vers 219. Dann führe man den auf seinem Sockel befindlichen Herrn herbei und vollziehe die Tilgung des Übels. Man rezitiere die mit „Der Goldgehörnte …“ beginnende Hymne vollständig bis zum Ende.

Kriyapada 49, Vers 220. Frauen oder Männer, die dann an diesem heiligen Ort baden, ja auch Tiere, werden nach der Verheißung des Textes von sämtlichen Verfehlungen frei.

Kriyapada 49, Vers 221. Man löse das Schutzband, lege es ab und hebe den Gott aus dem Wasser. Auf einem Sockel in der Halle schmücke man ihn mit Gewändern und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 222. Mit Duftstoffen und weiteren Diensten verehre man ihn bis zur Speisegabe, begrüße ihn mit glückverheißender Musik und setze ihn langsam wie zuvor auf das Fahrzeug.

Kriyapada 49, Vers 223. Man kehre zum Tempel zurück, führe ihn rechtsherum, stelle den Herrn in die Halle und verehre ihn; auch die Waffe verehre man.

Kriyapada 49, Vers 224. Prozessionsbild und Waffe stelle man an ihre jeweiligen Plätze. Dann verehre man Shambhu im Hauptlinga mit besonderem Aufwand.

Kriyapada 49, Vers 225. Man bringe die vier Arten von Speise und weitere Gaben dar und vollende nachts die tägliche Verehrung. Dann verehre man das Banner mit Duftstoffen und weiteren Gaben und lasse es herab.

Kriyapada 49, Vers 226. Die zuvor eingeladenen Scharen, Götter und weiteren Wesen entlasse man der Reihe nach: „Begebt euch nach Wohlgefallen in eure eigenen Wohnstätten!“

Kriyapada 49, Vers 227. Den Stier auf dem Banner verehre man mit seinen eigenen Mantras, vereinige ihn mit dem Hauptstier und verehre diesen besonders.

Kriyapada 49, Vers 228. Nach der großen Bali-Gabe für die Wesen gehe der Guru schweigend, von Menschen umgeben, hinaus: lautlos, ohne sämtliche Instrumente und ohne Lampen.

Kriyapada 49, Vers 229. Die an den Übergängen gegenwärtigen Weltenhüter von Brahma an verehre und entlasse man.

Kriyapada 49, Vers 230, erster Teil. Dann bade man, trete wieder hinein und verehre den Herrn des Bereichs.

Abschnittsabschluss. Das Abschlussbad des Festes.

Kriyapada 49, Vers 230, zweiter Teil. Am nächsten Morgen richte man die tägliche Verehrung wie zuvor aus.

Kriyapada 49, Vers 231. Nach dem Ausstreuen der Streugaben und dem Umtragen von Krug und Waffenmacht bade man den Gott mit neun bis tausend Krügen, je nach den verfügbaren Mitteln.

Kriyapada 49, Vers 232. Nach dieser besonderen Waschung beginne man die große Verehrung. Dem Acharya und seinen Schülern gebe man Gold, Gewänder,

Kriyapada 49, Vers 233. Schmuck und weitere Gaben, alles Geschuldete nach Vermögen. Träger religiöser Kennzeichen, Helfer, Brahmanen und Gelübdehaltende,

Kriyapada 49, Vers 234. Tempeldiener und Tempeldienerinnen, Schauspieler, Tänzer, Bedienstete, Arbeiter und andere sowie Arme, Schutzlose und Bittende

Kriyapada 49, Vers 235. erfreue man mit Speise, Gold, Gewändern und weiteren Gaben. An allen Tagen vom Aufrichten des Banners bis zur abschließenden Waschung

Kriyapada 49, Vers 236. gebe man den Bittenden, Brahmanen und weiteren Menschen sowie den Trägern religiöser Kennzeichen nach Möglichkeit Speise und Trank mit guten Beilagen und wohlschmeckenden Säften.

Kriyapada 49, Vers 237. Wer Shambhus Fest so ausrichten lässt, wer es vollzieht und wer es schaut: Alle werden nach der religiösen Verheißung zu Führern der Scharen.

Kriyapada 49, Vers 238. So ist die Ordnung von Shivas Fest beschrieben, beginnend mit dem Banner und endend mit der Waschung, mit der Unterscheidung der größten und folgenden Formen. Dadurch wird der Mondgekrönte, begleitet von der Tochter des Königs der Berge und den Scharenführern, zu höchster Gunst bewegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das neunundvierzigste Kapitel über die Ordnung des großen Festes.

Besinnung zu Kapitel 49

Die langen Segenswünsche lassen das Fest über seinen unmittelbaren Teilnehmerkreis hinausweisen. Zugleich nennt der Schluss ganz konkrete Menschen: Dienende, Arbeitende, Kunstschaffende und Bedürftige sollen versorgt werden. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Anregung sein, Freude mit Fürsorge zu verbinden. Die historische Ritualordnung und ihre religiösen Verheißungen bleiben dabei vom heutigen persönlichen Verständnis unterscheidbar.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 49: Das große Fest und seine Anrufungen
Das große Fest verbindet die Aufrichtung des Banners, die Einladung der göttlichen Scharen und den festlichen Umzug. Breiten Raum nehmen Segenswünsche und die Anrufungen der Hüter ein. Die Formeln gehören in diesen historischen Tempelritus; verschlüsselte Keimsilben werden nicht zu eigenständigen Übungsanweisungen ergänzt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ekonapañcāśaḥ paṭalaḥ |

mahotsavaṃ tribhirmāsaiścaturbhiḥ ṣaḍbhireva vā |
* * * * * * * *

  • * * * ratiḥ || 1 ||

caitrādikeṣu māseṣu māsā * sitaparvasu |
utsavāvabhṛthasnānaṃ saṅkalpyāsmāt puraiva tu || 2 ||

yātrāṃ pravartayecchambhorgaṇebhyo vikired balim |
kuryād viśeṣapūjāṃ cāpyaṣṭā * * * * * * || 3 ||

  • * * dvādaśāhaṃ vā śreṣṭhamadhyādhamotsave |
    dinairvā

rudranandarṣisaṃkhyaiḥ śreṣṭhādikotsavāḥ || 4 ||

uktāḥ pañcatryekadinairbhavantyalpotsavāstrayaḥ |
dhvajāropaṇapūrvaṃ tu kuryā * * * * * * || 5 ||

na dhvajāropaṇaṃ śastaṃ pañcāhādiṣviha triṣu |
uttamādyutsavānāṃ tu tridvyekaguṇavāsarāt(?) || 6 ||

pūrvameva śubhe lagne dhvajāropaṇamācaret |
tasminneva dine rātrau bherīsaṃnādanaṃ smṛtam || 7 ||

mahotsavānāṃ pratyekamaṅkurārpaṇakatrayam |
dhvajāṅkuraḥ syāt prathamo dvitīyaścotsavāṅkuraḥ || 8 ||

p. 459)

tṛtīyo'vabhṛthārthaḥ syāt sarve syuḥ pūrvamarpitāḥ |
dhvajaṃdaṇḍataruḥ pūgastvaksāraḥ śāka eva vā || 9 ||

sālo vā campakaḥ śasto raktasaro'sanastathā |
akoṭaro nirvraṇaḥ syād ṛjurgranthyādivarjitaḥ || 10 ||

savalkalau veṇupūgāvanye sarve'pyavalkalāḥ |
mūlāgrayoḥ samacchedāḥ sādhuvṛttā manoramāḥ || 11 ||

dhvajadaṇḍasya tuṅgaṃ tu vijñeyaṃ dvāratuṅgataḥ |
pañcapañcaguṇaṃ śreṣṭhaṃ madhyamatyaṣṭisaṃmitaiḥ || 12 ||

kaniṣṭha syād daśaguṇamatha stūpisamocchrayaḥ |
mukhyaṃ kaṇṭhamitaṃ madhyaṃ nīcaṃ vṛṣatalocchritam || 13 ||

tridvyekaguṇakaṃ vā syād vimānāditi kecana |
catvāriṃśacca ṣaṭtriṃśat triṃśaccaivāṅgulāni tu || 14 ||

śreṣṭhādidhvajadaṇḍānāṃ nāhāḥ syustrividhāḥ kramāt |
dhvajadaṇḍasajātīyastūpadaṇḍatarurbhavet || 15 ||

dhvajadaṇḍacaturthāṃśāt pañcāṃśād vā ṣaḍaṃśataḥ |
upadaṇḍasya tuṅgaṃ syāt tannāhodvādaśāṅgulaḥ || 16 ||

vikāramanusūryāṃśairāyatāḥ sārdhavistṛtāḥ |
sacchidrāgrāstrayaskandhāśchidraprotopadaṇḍakāḥ || 17 ||

praviṣṭā dhvajadaṇḍāgre yuktyā kāryāḥ samāntarāḥ |
upadaṇḍaḥ ketudaṇḍādagre tālādhikāyataḥ || 18 ||

tasyāgrādhastalāmātre (?) valayastvāyaso bhavet |
patākābandhanīrajjustadantaḥ saṃviśed yathā || 19 ||

kārpāsikī yantrarajjuḥ sthūlā madhyamayā samā |
dviguṇā dhvajadaṇḍoccā kṣālitā suviśodhitā || 20 ||

dhvajasthānaṃ vṛṣāgre vā balipīṭhāgrato'pi vā |
kuryāt tu madhyahārāyāṃ maryādāmadhyame'thavā || 21 ||

dvāratuṅgād raviguṇaṃ purodvārād vihāya tu |
krameṇa nābhikaṭyūrudaghne gartte vilepite || 22 ||

p. 460)

hemakūrmaṃ nidhāyeṣṭvā sulagnādau divaiva tu |
dhvajadaṇḍaṃ samucchritya darbhamālāṃdyalaṅkṛtam || 23 ||

śaṅkhatūryādinirghoṣaiḥ sthāpayeyurmudānvitāḥ |
tanmūlavedikāṃ kuryād dvyekahastatatocchrayām || 24 ||

dvāroccatryaṃśato dvyaṃśavyāsāmekāṃśamunnatām |
kramācchileṣṭakāmṛdbhiḥ śreṣṭhādyā vedikāḥ smṛtāḥ || 25 ||

patākāyāstathāyāmo nandāṣṭamunikiṣkubhiḥ |
tatpañcāṃśena tadvyāso vyāsārdhācchikharaṃ bhavet || 26 ||

pucchatrayaṃ dvayaṃ vā syād vyāsād dīrghaṃ kramāt kṛśam |
svāyāmapañcabhāgaikabhāgānmadhye vṛṣaṃ likhet || 27 ||

śuklo vṛṣo raktakhuro raktaśravaṇaśṛṅgavān |
sitāsitaviśālākṣaḥ sugrīvaḥ sumukhākṛtiḥ || 28 ||

suvāladhiḥ supādoruḥ pīnottuṅgakakud bhavet |
śayito vā sthito vā syād yathoktavṛṣalakṣaṇaḥ || 29 ||

dhvajocchrayāt pūrvadine pūrvarātre'dhivāsanam |
kuryād viśeṣapūjāṃ ca śivāya vṛṣabhāya ca || 30 ||

vṛṣabhāya tu mudgānnaṃ nivedyābhipraṇamya ca |
vṛṣāgre sthaṇḍilaṃ kṛtvā śālibhistaṇḍulairapi || 31 ||

tasmin navapadaṃ kṛtvā kalaśān nava vinyaset |
āpūrya śuddhasalilaiḥ kūrcahemāmbrarānvitam || 32 ||

alaṅkṛtya vṛṣaṃ madhye parito'ṣṭau ca dikpatīn |
āvāhya samyag gandhādyairabhipūjya yathāvidhi || 33 ||

tārādivṛṣamantreṇa svagāyatryā vṛṣaṃ yajet |

oṃ vṛṣabhāya namaḥ |
oṃ mahābalāya namaḥ |
oṃ haravāhanāya namaḥ |
oṃ saurabheyāya namaḥ |
oṃ tīkṣṇaśṛṅgāya vidmahe vedapādāya [kh: mahādevāya dhī] dhīmahi |
tanno vṛṣabhaḥ pracodayāt |

svairmantrairaṣṭalokeśāṃstadagre sthaṇḍile punaḥ || 34 ||

p. 461)

patākāṃ vinyaset tasmin vṛṣamantreṇa tāṃ yajet |
tasmāddhastadvaye kṛtvā maṇḍalaṃ caturaśrakam || 35 ||

tatrāgniṃ samyagādhāya kṛtvā karma śivānale |
palāśasamidho hutvā vṛṣamantreṇa deśikaḥ || 36 ||

tilānājyaṃ caruṃ cāpi pṛthagaṣṭottaraṃ śatam |
pūrṇāṃ sviṣṭakṛtaṃ cāpi hutvā vahniṃ visarjayet || 37 ||

suvyuṣṭāyāṃ rajanyāṃ tu kṛtanityakriyo guruḥ |
pūrvāhne vātha madhyāhne pūrvarātre sulagnake || 38 ||

śuśrūṣubhirdvijaiḥ śuddhaiḥ soṣṇīṣaiḥ sottarīyakaiḥ |
dhvajamuddhṛtya yantreṇa vāhayecchirasāthavā || 39 ||

śaṅkhabheryādinirghoṣaiḥ kṛtvā grāmapradakṣiṇam |
antaḥ praviśya nirdiṣṭe dhvajasthāne tu vinyaset || 40 ||

puṇyāhaṃ vācayitvātha tajjalaiḥ kṣālayed dhvajam |
daṇḍasya mūle madhye'gre vṛṣaṣaṇmukhamārutān || 41 ||

tattanmantreṇa saṃpūjya gītavādyādimaṅgalaiḥ |
vṛṣakumbhaṃ samānīya dhvajopānte tu vinyaset || 42 ||

kumbhasthān vṛṣamantrāṃstu dhvaje vṛṣahṛdi nyaset |
maṅgalāṅkuradīpādyairalaṅkṛtya yathāvidhi || 43 ||

rajjvā patākāsaṅginyā gāyatryā vṛṣabhasya tu |
dhvajamāropayet samyag rajjvā daṇḍaṃ ca veṣṭayet || 44 ||

lokapālāsthitaiḥ kumbhaiḥ dhvajamūle'bhiṣecayet |
tanmūle dhvajamārādhya nivedyāntaṃ yathāvidhi || 45 ||

oṃ

namaste'stu triṇetrāya dhvajādhipataye namaḥ |
namo'stu nandine tubhyamutsavasya prasiddhaye || 46 ||

atha dhvajasya purataḥ sthaṇḍile śālitaṇḍulaiḥ |
vihite vinyased bherī vāsasā samalaṅkṛtām || 47 ||

p. 462)

rudraṃ dakṣiṇato bheryā vāmastu janārdanam |
madhye brahmāṇamārādhya koṇadaṇḍe guhaṃ yajet || 48 ||

tadagre sthaṇḍile padmaṃ vilikhya śubhakarṇikam |
tatra śūlaṃ pratiṣṭhāpya yathāvadabhipūjayet || 49 ||

tatastriyambakādyena mantreṇa prathamaṃ guruḥ |
koṇena tāḍayed bherīmidaṃviṣṇvādinā tataḥ || 50 ||

tṛtīyaṃ brahmajajñānamantreṇaiva tu tāḍayet |
vādyakāraṃ tataḥ snātaṃ śuklavastrādyalaṅkṛtam || 51 ||

āhūya vādayet tena trimārgaparivartanāt |
tato'nnaliṅgamutthāpya śaṅkhabheryādiniḥsvanaiḥ || 52 ||

gītanṛttaravaiścaivacchatracāmaramaṅgalaiḥ |
grāmapradakṣiṇaṃ kurvan brahmendrādīn digīśvarān || 53 ||

dikṣu sandhiṣu saṃpūjya mantraiḥ ślokairnijaiḥ stavaiḥ |
āvāhya cā * bhiṣṭūya śuddhānnena baliṃ kṣipet || 54 ||

bho bho brahmaṃstvayetyādyaiḥ śivājñāṃ śrāvayedapi |
tato devālayaṃ gatvā dhvajasya purataḥ sthitaḥ || 55 ||

rudrādityān vasūn somamaśvinau ca marudgaṇān |
pitṝnṛṣīśca gandharvayakṣavidyādharāsurān || 56 ||

nāgakinnararakṣāṃsi piśācān bhūtanāyakān |
abdhīnapsarasaḥ siddhān nadīḥ śailān vanaspatīn || 57 ||

āvāhyotsavasevārthaṃ svaiḥ svaistārādināmabhiḥ |
āgacchantviti ca brūyācchivājñāṃ śrāvayecca tān || 58 ||

oṃ

bho bho rudragaṇāḥ svaiḥ svaiḥ paribarhairgaṇaiḥ saha |
sevyo'yamutsavaḥ śambhoḥ susantuṣṭaiḥ śivojñayā || 59 ||

oṃ

ityādibhistu devādīñcchrāvayet svasvanāmabhiḥ |
rātrau baliṃ ca vikirecchaṅkhabheryādinisvanaiḥ || 60 ||

p. 463)

samālipya pratidinaṃ nivedyāntaṃ yajed dhvajam |

dhvajocchrayādhikāraḥ |

athotsavadine prāpte vīthīstu pariśodhayet || 61 ||

śivālayagrāmapurapattanādiṣu sarvataḥ |

atra mañjaryāṃ -

saṃmārjya grāmavīthīḥ pratidiśamabhitaḥ secayed gandhatoyai- rutphullairdivyagandhaiḥ pratinavakusumaiḥ saṃstaret tāsu bhūyaḥ |
kuryāt pīṭhān yathāśāsvapi balividhaye grāmaparyantadeśe grāmāntaścatvareṣu pratisuranilayaṃ dvāri caityeṣu mūle ||

dvāragopuravaprāntarvīthīṣvapi ca sarvataḥ || 62 ||

nālikerekṣukadalīpūgān puṣpadrumānapi |
prāgevāropayennocet taddineṣūpapattitaḥ || 63 ||

samūlakadalīpūgairamlāyadbhirvibhūṣayet |
toraṇaiśca dhvajaiścitraiḥ puṣpamālāvalambitaiḥ || 64 ||

dīpaprāsādavṛkṣādyairyathāsthānaṃ niveśitaiḥ |
ḍolāvitānayantrādyairalaṅkṛtya yathāvidhi || 65 ||

utsavāhassu kurvīta śambhornaimittikārcanam |
yathāvibhavasāraṃ tu vittaśāṭhyavivarjitaḥ || 66 ||

pañcāmṛtaiśca vidhivat pañcagavyena cāmbhasā |
gandhodakena śītena cābhiṣiñcenmaheśvaram || 67 ||

saśaṅkhabheritimilāpaṇavānakaveṇuṣu |
nadatsu piṣṭadīpādyairnīrājyaṃ tu yathāvidhi || 68 ||

brahmabhiḥ pāvamānībhiḥ kadrudrāyādinā tathā |
rudraśrīpauruṣaiḥ sūktaiḥ snāpayitvā yathākramam || 69 ||

susūkṣmairvasanaiḥ śuklairnānāvarṇairdukūlakaiḥ |
candanāgarukarpūraślakṣṇapiṣṭaiḥ sakuṅkumaiḥ || 70 ||

p. 464)

liṅgapīṭhaṃ samālipya suvarṇakusumādibhiḥ |
muktapuṣpaiśca mālābhirhemapaṭṭaiśca bhūṣaṇaiḥ || 71 ||

alaṅkṛtyālayaṃ cāpi citraiḥ kusumamaṇḍapam |
candanāgarukarpūrapuṣpadhūpaiśca pūrayet || 72 ||

sakarpūradaśaidīpaiḥ sugandhasnehapūritaiḥ |
ālayāntarbahiścāpi nivedyāntaṃ yajecchivam || 73 ||

catustridviguṇaṃ nityanivedyāt prativāsaram |
śreṣṭhādikaṃ yathāśakti naivedyaṃ vinivedayet || 74 ||

upacāroktamārgeṇa sasūpaṃ sopadaṃśakam |
sāpūpalaḍḍukaphalaṃ tadannaṃ ṣaḍvidhaṃ śuci || 75 ||

pāyasaṃ kṛsaraṃ prātarmadhyāhne sagulaudanam |
śuddhānnaṃ tvatha dadhyannaṃ saharidraṃ niśāmukhe || 76 ||

mudgaudanaṃ tvardharātre sarvaṃ madhughṛtottaram |
athavā sarvasandhyāsu pāyasādīnyanukramāt || 77 ||

īśānādiṣu vaktreṣu dadyācchuddhaudanaṃ punaḥ |
niśāsu yantraliṅgādyaiḥ patracchedādibhistathā || 78 ||

indhā[k: ṇḍā]dibhirvicitrābhiḥ prekṣārhābhiryajecchivam |
pūrvamadhyāparāhṇeṣu yātrā rātrau ca śasyate || 79 ||

śreṣṭhotsave catuṣkālaṃ tridvikālaṃ tathānyayoḥ |
rathena raṅgeṇa tathā śibikābhiśca vai kramāt || 80 ||

śreṣṭhādikāsu yātrā syāt sarvairyānaistu saṃbhave |
alaṅkṛte samācchanne hemapaṭṭāmbarādibhiḥ || 81 ||

suvarṇaratnamālābhiḥ patākābhiśca śobhite |
āstīrṇe citravasanaiḥ kusumotkaramaṇḍite || 82 ||

yāne haimādikaṃ devaṃ śreṣṭhādikramayogataḥ |
āropya tasmin sudṛḍhaṃ vidadhyāt pīṭharakṣaṇam || 83 ||

p. 465)

atra saṃhitāṭīkāyāṃ

nityotsavādiyātrāsu haimādyā pratimocitā |
candraśekharamūrttiḥ syāt sā ca nityaṃ supūjitā ||

iti |

athavā dvyaṣṭamūrttīnāṃ mūttiṃ bhikṣāṭanī vinā |
vinaivomārdhaharyardhe kaṅkālaṃ ca vinaiva tu || 84 ||

yā mūrttayo dvādaśoktāstābhirvā syānmahotsavaḥ |
mūrtti samyagalaṅkṛtya sragambaravibhūṣaṇaiḥ || 85 ||

āvāhitaśivāmiṣṭvā gandhādyairbhaktinamradhīḥ |
yātrāṃ pravartayed vādyagītanṛttādimaṅgalaiḥ || 86 ||

atra mañjaryāṃ -

bherīvṛṣebhavyajanāni siṃhakumbhau patākāśca tathaiva dīpāḥ |
etāni saṃgṛhya sulohakḷptānyaṣṭau prayādādatha maṅgalāni ||

atha vedavido viprāḥ svastisūktādipāṭhakāḥ |
āśiṣo vācayitvāgre paṭheyuḥ svastaye stutim || 87 ||

svastaye'stu sadā viṣṇuḥ svastaye'stu caturmukhaḥ |
svastaye'stu sadā rudraḥ svastaye'stu śatakratuḥ || 88 ||

svastaye'stu sadā vahniḥ svastaye'stu yamastviha |
svastaye nir-ṛtiścāstu svastaye varuṇastviha || 89 ||

svastaye'stu sadā vāyuḥ svastaye'stu dhaneśvaraḥ |
svastaye'stu sadeśānaḥ svastaye'stu marudgaṇaḥ || 90 ||

svastaye santu vasavo rudrāḥ syuḥ svastaye tathā |
ādityāḥ svastaye santu svastaye santu kinnarāḥ || 91||

svastaye santu nāgāśca svastaye santu pannagāḥ |
svastaye santu vidyeśāḥ svastaye'psarasastviha || 92 ||

svastaye santu nadyaśca gandharvāḥ saritastathā |
sāgarāḥ svastaye santu śailāśca svastaye tathā || 93 ||

svastaye mātaraḥ santu pitaraḥ svastaye sadā |
devapāriṣadāḥ sarve svastaye santu naḥ sadā || 94 ||

p. 466)

svasti rājñe prajābhyaśca svasti rāṣṭrāya sarvadā |
svasti gobrāhmaṇebhyo'stu vaiśyebhyaḥ svastivardhatām || 95 ||

strīśūdrebhyo'pi ca svasti bhūtebhyaḥ svasti vardhatām |
svastyastu jaṅgamebhyaśca sthāvarebhyastathaiva ca || 96 ||

svasti cāstu ca mantrebhyaḥ karmaṇe svasti vardhatām |
svastyastu sarvadevebhyaḥ pitṛbhyaḥ svasti sarvadā || 97 ||

ṛṣibhyaḥ svasti bhavatu bhaumebhyaḥ svasti vardhatām |
svasti pātālavāsibhyo divyebhyaḥ svasti sarvadā || 98 ||

svastyastu cāntarikṣebhyaḥ sarvebhyaḥ svasti vardhatām |
utsave'smin maheśasya balibhiḥ svasti vardhatām || 99 ||

iti |

atha dvārapalokeśavṛṣabhāṇāṃ yathākramam |
vighnasya vīrabhadrasya mātṝṇāṃ śāstureva ca || 100 ||

ṣaṇmukhasya ca durgāyāḥ kuberahariṇāṅkayo |
caṇḍakṣetreśayoścāpi tīkṣṇanetramṛgāsyayoḥ || 101 ||

bahirmadhyamahārāyāṃ nandīśaprabhṛti kramāt |
gaṇeśvarāṇāṃ pīṭhasthabhūteśānāṃ tathaiva ca || 102 ||

dikṣu viṃśatisaṃkhyānāṃ gaṇeśānāṃ pṛthak pṛthak |
balimantrāstu likhyante teṣāmeveha tuṣṭaye || 103 ||

oṃ sphura sphoṭaya hūṃ triṇetrāya svāhā |
oṃ hīṃ proṃ kapālin haṃ namaḥ |

oṃ

namaste dvāri yuktāya śūlahastāya dhīmate |
dṛṣṭyā nihatadaityāya nandīśāya namo namaḥ || 104 ||

oṃ

namaste dvāriyuktāya paraśuvyagrapāṇaye |
dṛṣṭyā nihatadaityāya mahākālāya te namaḥ || 105 ||

ābhyāṃ nandimahākālāvupatiṣṭheta |
oṃ bhīṃ bhṛṅgīśāya namaḥ |
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ |

p. 467)

oṃ

namaste dvāriyuktāya bhṛṅgīśāya kṛśātmane |
dṛṣṭyā nihatadaityāya śāṅkarāya namo namaḥ || 106 ||

oṃ

namaste dvāriyuktāya gajavaktrāya khātmane |
dṛṣṭyā nihatadaityāya śāṅkarāya namo namaḥ || 107 ||

ābhyāṃ bhṛṅgīśavināyakāvupatiṣṭheta |
evaṃ sarvatrāpyupasthānamantrairupatiṣṭhet |
oṃ vṛṃ vṛṣabhāya namaḥ |
oṃ suṃ subrahmaṇyāya namaḥ |

oṃ

namaste dvāriyuktāya dharmāya vṛṣabhātmane |
dṛṣṭyā nihatadaityāya saurabheyāya te namaḥ || 108 ||

oṃ

namaste dvāriyuktāya ṣaṇmukhāya śivātmane |
dṛṣṭyā nihatadaityāya śāṅkarāya namo namaḥ || 109 ||

oṃ duṃ durgāyai namaḥ |
oṃ dhuṃ caṇḍeśvarāya namaḥ |

oṃ

namaste dvāriyuktāyai durgāyai śaṅkarālaye |
dṛṣṭyā nihatadaityāyai tubhyaṃ devyai namo namaḥ || 110 ||

oṃ

namaste dvāriyuktāya caṇḍeśāya mahātmane |
dṛṣṭyā nihatadaityāya śāṅkarāya namo namaḥ || 111 ||

indrāya surādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

daityadarpavināśāya sahasrākṣāya dhīmate |
kuliśavyagrahastāya namaste'stu śatakrato ! || 112 ||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhyaḥ sadbhyo'sadbhyaḥ sarvagaṇebhyo namonamaḥ svāhā |
oṃ pūrvasyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇā vajrapāṇayaḥ śvetāḥ śvetākṣāḥ śvetalohitāḥ divyāntarikṣabhaumāśca pātālanivāsinaśca tebhyastābhyo namonamaḥ svāhā |

p. 468)

oṃ ye bhūtāḥ puraḥsado niśācarā raudrāḥ sadasanto virūpā viśvarūpā mahārūpā ghorarūpā mṛgāsyā vihagānanāḥ puṣṭikṛto'puṣṭikṛtaḥ kāmadā balimicchanti teṣāṃ baliṃ harāmi |
mahadbhyo rudrakebhyaḥ sarvebhyastebhyo namonamaḥ svāhā |

oṃ agnaye tejodhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudraparṣade namaḥ |

oṃ

mukhaṃ yaḥ sarvadevānāṃ yena havyaṃ ca nīyate |
yena pravartate sarvaṃ namastasmai havirbhuje || 113 ||

oṃ āgneyyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇāḥ śaktipāṇayo raktā raktākṣā raktalohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālatalavāsinastebhyastābhyo namonamaḥ svāhā |

oṃ yamāya pretādhipataye sāyudhavāhanāya rudrapārṣade namaḥ |

tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

yena saṃhriyate sarvaṃ yena sarvaṃ ca rakṣyate |
yasmād vibheti loko'yaṃ pretanātha ! namo'stu te || 114 ||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ yāmyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇā daṇḍapāṇayaḥ kṛṣṇā kṛṣṇākṣāśca kṛṣṇalohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinastebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |
ye bhūtā dakṣiṇasada ityādinā ca |

oṃ nir-ṛtaye rakṣodhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

rakṣasāṃ yātudhānānāṃ piśācānāṃ ca yaḥ patiḥ |
tasmai nir-ṛtaye nityaṃ rakṣasāṃ pataye namaḥ || 115 ||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ nair-ṛtyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇāḥ khaḍgahastāḥ śyāmāḥ śyāmākṣāḥ śyāmalohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinastebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

p. 469)

oṃ varuṇāya jalādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

yena prasūyate sarvaṃ yasmin sarvaṃ pralīyate |
varuṇāya jaleśāya pāśahastāya te namaḥ || 116 ||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ vāruṇyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇāḥ pāśapāṇayaḥ śabalāḥ śabalākṣāḥ śabalalohitāḥ divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinaḥ tebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |
oṃ ye bhūtāḥ paśimasadaḥ ityādinā ca |

oṃ vāyave prāṇādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

āpūryante pravartante yena prāṇādivāyavaḥ |
bhūtānāmiha sarveṣāṃ namastasmai nabhasvate || 117||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ vāyavyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇā aṅkuśapāṇayaḥ pītāḥ pītākṣāḥ pītalohitāḥ divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinastebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

oṃ kuberāya yakṣādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

yatprasādājjagat sarvaṃ dhanena paripūryate |
tasmai guhyakanāthāya dhaneśāya namo'stu te || 118 ||

oṃ somāya nakṣatrādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

jyotsnāpate! namastubhyaṃ namaste jyotiṣāṃ pate |
namaste rohiṇīkānta! sudhākumbha! namo'stu te || 119 ||

p. 470)

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ kauberyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇā daṇḍapāṇayaḥ sitāḥ sitākṣāḥ sitalohitāḥ divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinaśca tebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

oṃ ye bhūtā uttarasadaḥ ityādinā ca |

oṃ īśānāya vidyādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

namastriśūlahastāya lokasaṃrakṣaṇāya te |
vidyānāṃ pataye tubhyamīśānāya namo namaḥ || 120 ||

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ aiśānyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇāḥ śūlapāṇayaḥ kapilāḥ kapilākṣāḥ kapilalohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinaśca tebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

oṃ brahmaṇe sarvalokādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

brahmaṇe sarvalokānāṃ pataye sṛṣṭihetave |
yajñādhyakṣāya vidhaye caturvaktrāya te namaḥ || 121 ||

oṃ tatpuruṣāya vidmahe pitāmahāya dhīmahi tanno brahmā pracodayāt |

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ ūrdhvāyāṃ diśi śivasya bhagavato ye gaṇāḥ padmapāṇayaḥ sūkṣmāḥ sūkṣmākṣāḥ sūkṣmalohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālavāsinastebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

oṃ ye bhūtā ariṣṭadā ityādinā ca |
oṃ anantāya pātālādhipataye sāyudhavāhanaparivārāya rudrapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |

oṃ

namaḥ sahasraśirase bibhrate śirasā mahīm |
adholokādhipataye anantāya namo'stu te || 122 ||

p. 471)

oṃ namo bhūtebhyo'riṣṭakṛdbhya ityādinā ca |

oṃ adhastād diśi śivasya bhagavato ye gaṇāścakrapāṇayo dhūmrā dhūmrākṣā dhūmralohitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālanivāsinastebhyastābhyo namo namaḥ svāhā |

oṃ ye bhūtā adhassada ityādinā ca |
oṃ vṛṣabhāya namaḥ |
oṃ haravāhanāya namaḥ |
oṃ mahābalāya namaḥ |
oṃ saurabheyāya namaḥ |

oṃ

vāhanāya namaḥ śambhoḥ kṣubdhārṇavaghanasvana ! |
vṛṣabhāya namastubhyamutsavasyeha vṛddhaye || 123 ||

oṃ vīṃ vīrabhadrāya namaḥ |
oṃ vīrabhadrāya vidmahe gaṇeśvarāya dhīmahi |
tannaḥ śāntaḥ pracodayāt |
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ |

oṃ ekadaṃṣṭrāya vidmahe bhavaputrāya dhīmahi |
tanno dantī pracodayāt |
oṃ vyoṃ brahmāṇyai namaḥ |

oṃ brahmātmikāyai vidmahe kuśahastāyai dhīmahi |
tanno brahmāṇī pracodayāt |

oṃ māṃ māheśvaryai namaḥ |
oṃ rudrātmikāyai vidmahe śūlahastāyai dhīmahi tanno māheśvarī pracodayāt |

oṃ māṃ kaumāryai namaḥ |
oṃ skandātmikāyai vidmahe śaktihastāyai dhīmahi |
tannaḥ kaumārī pracodayāt |

oṃ haiṃ vaiṣṇavyai namaḥ |
oṃ viṣṇvātmikāyai vidmahe cakrahastāyai dhīmahi |
tanno vaiṣṇavī pracodayāt |

oṃ haiṃ vārāhyai namaḥ |
oṃ prājāpatyāyai vidmahe gadāhastāyai dhīmahi |
tanno vārāhī pracodayāt |

oṃ hoṃ indrāṇyai namaḥ |
oṃ indrātmikāyai vidmahe vajrahastāyai dhīmahi |
tanna indrāṇī pracodayāt |

oṃ hauṃ mahākālyai namaḥ |
oṃ rudrātmikāyai vidmahe śūlahastāyai dhīmahi |
tannaścāmuṇḍī pracodayāt |

p. 472)

athavā

dīrghasvaraiḥ kramād bhinnaḥ sāntasvākhyādibhiḥ sthitaḥ |
bījānīhāṣṭamātṝṇāṃ saptapakṣe tu sapta vai ||

iti svacchande |

oṃ mātṛbhyo namaḥ |
oṃ sarvalokamātṛbhyo namaḥ |
oṃ sarvakokamātṛgaṇebhyo namaḥ |

oṃ nānārūpā mātaraḥ pratidiśaṃ vyavasthitā divyāntarikṣabhaumāḥ pātālavāsinyastā ihāyāntu śivājñayā asmānanugṛhṇantu (pratigṛhṇantu) pūjāṃ saumyarūpadhāriṇyastābhyo mātṛbhyo namo namaḥ svāhā |
oṃ śāṃ śāstre namaḥ |
oṃ praśāstre namaḥ |
oṃ mahāśāstre namaḥ |
oṃ śāṃ huṃ kumārāya namaḥ |
oṃ hastyaśvavāhanāya namaḥ |
oṃ rudraputrāya namaḥ |

oṃ bhūtanāthāya vidmahe (bhavaputrāya) dhīmahi |
tannaḥ śāstā pracodayāt |
oṃ prabhāyai namaḥ |
iti śāsturvāmatastaddevyai |
oṃ satyakāya namaḥ iti śāsturdakṣiṇatastatputrāya |

oṃ

śāmbādīnāṃ gaṇā ye tu koṭikoṭigaṇādhipāḥ |
bhavantu sarve samprītāstebhyastābhyo namo namaḥ || 124 ||

śāstuḥ paścimato'nena śāmbādibhyo baliṃ haret |
vacatpadaṃ tu tārādi namontaṃ ca bhuvepadam || 125 ||

skandamantrau balau japye homaḥ svāhānta eva hi |

oṃ kārttikeyāya namaḥ |
oṃ devasenāyai namaḥ |
iti tadvāmato devyai |
oṃ ṣaṇmukhāya vidmahe mahāsenāya dhīmahi |
tannaḥ skandaḥ pracodayāt |

dhanau śarāgnisvaragau caṇḍaśabdastataḥ param || 126 ||

tārādihuṃphaḍanto'yaṃ caṇḍeśvaramanuḥsmṛtaḥ |

oṃ caṇḍāya namaḥ |
oṃ caṇḍeśvarāya namaḥ |
oṃ caṇḍeśvarāya vidmahe mahāsenāya dhīmahi |
tannaścaṇḍaḥ pracodayāt |
oṃ kṣāṃ kṣīṃ kṣūṃ kṣetrapālāya namaḥ |
oṃ vaṭukanāthāya namaḥ |

oṃ

viśvakṣetrādhipataye viśvasiddhipradāyine || 127 ||

viśvarakṣaṇaśīlāya kṣetrapālāya te namaḥ |
tato'ntargopuradvāri tīkṣṇanetramṛgāsyayoḥ || 128 ||

p. 473)

oṃ tīkṣṇanetrāya namaḥ |
oṃ mṛgāsyāya namaḥ |

niṣkramya gopurād bāhye balipīṭhasya pūrvataḥ |
sthitvā tu pārṣadān sarvānanenaivānumantrayet || 129 ||

oṃ

ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ |
te rudrapārṣadāḥ sarve gṛhṇantu balimuttamam || 130 ||

ityuktvāmantrya tu gaṇān nandyādibhyo baliṃ haret |
nandīśaṃ ca mahākālaṃ bhūtanāthaṃ mahīdharam || 131 ||

parvateśaṃ guheśaṃ ca kālapāśaṃ kapālinam |
iṣṭvā tebhyo namontaiḥ svairnāmabhirvikired balim || 132 ||

atha viṃśatisaṃ(khyai? khyā)stu gaṇakoṭīśvarāḥ pṛthak |
te syuḥ pratidiśaṃ tebhyo nāmabhiḥ svairbaliṃ haret || 133 ||

tadyathā

mahākālo vidhātā ca vajrapāṇiḥ kratuḥ prabhuḥ |
dakṣaḥ śatakratutanuraprameyo'tha vīryavān || 134 ||

nityo vidyutprabhaścaiva śūlahastastrilocanaḥ |
svāṅgadīpastamoghnaśca sṛṣṭikṛccoruvikramaḥ || 135 ||

māndhātā ca mahāvīryo nityayogaḥ prasādanaḥ |

iti prācyāṃ gaṇeśvarāḥ |

agniragnisamānaśca jvālāmālī ca viśvabhuk || 136 ||

hutāśo mūrtimān vyāpī kapilo raktalocanaṃḥ |
ugro raktavapurdhūmraḥ saptārcirviśvabheṣajam || 137 ||

sutapā vegavāṃścātha bhasmacchanno marutsakhaḥ |
yogapriyo dārukaścetyāgneyyāṃ koṭināyakāḥ || 138 ||

yamo vaivasvato dhātā daityaghātī prajāntakaḥ |
mṛtyuḥ pretādhipo dharmaḥ kṛṣṇaḥ kṛṣṇākṣa eva ca || 139 ||

nityayogī ca kālaścāpyāśukārī paretapaḥ |
māyārūpī kṛtāntaśca satyāsatyapriyaḥ suhṛt || 140 ||

p. 474)

pitṛnāthaśca kīnāśa iti yāmyāṃ tu viṃśatiḥ |
rākṣasaścāsuraḥ kravyād vīrahā nir-ṛtistathā || 141 ||

tīkṣṇanetro yātughāno yajñahantā niśācaraḥ |
mahāmūrttiḥ kaikaseyaḥ krūraḥ krūravapustathā || 142 ||

rakṣaḥ kauṇapako dhūmro dhūmrākṣo bhīṣaṇastathā |
vīrūpākṣo'tha bhasmāṅgo nair-ṛtyāmatha viṃśatiḥ || 143 ||

varuṇaḥ śabalo'mbhodhiḥ pracetā nimnagāpatiḥ |
yādonāthaḥ pāśapāṇirānando'mbupatiḥ śivaḥ || 144 ||

kapardī prāṇadaḥ śvetaḥ śyāmanetraḥ sanātanaḥ |
pratyaṅnivāso jalado jīvano nakravāhanaḥ || 145 ||

payodhinilayaśceti koṭīśānāṃ tu viṃśatiḥ |
vāyurgandhavahaḥ sūkṣmaḥ sparśanaśca prabhañjanaḥ || 146 ||

prāṇo'pānastathā vyāna udānaśca samānakaḥ |
nāgaḥ kūrmo'tha kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ || 147 ||

dhvajapāṇiśca pavanaḥ śvasano māruto marut |
iti viṃśatikoṭīśā vāyavyāṃ tu gaṇeśvarāḥ || 148 ||

rakṣeśo rayimān somo māṇibhadro'tha guhyakaḥ |
celamālī kuberaśca jambhalaḥ śibikuṇḍalī || 149 ||

kiṃnareśaścailibilirdhanadaśca dhanādhipaḥ |
rājarājastathā śrīdo jyeṣṭho mālādharo dhanī || 150 ||

uttarāśānivāsaśca tataḥ syādekakuṇḍalaḥ |
ete viṃśatikoṭīśāḥ kauberīṃ diśamāśritāḥ || 151 ||

īśāna īśvaraḥ śambhuḥ śūlahastastrilocanaḥ |
anādinidhano yogī kapilaḥ piṅgalocanaḥ || 152 ||

rudro raudragaṇādhīśo viśvabhartā digambaraḥ |
nīlagrīvaḥ kapardīśo vṛṣavāho vṛṣadhvajaḥ || 153 ||

haraḥ śarvo viśvabhuja ityaiśānyāṃ tu viṃśatiḥ |
mahābalo mahānādo brahmamūrtiścaturmukhaḥ || 154 ||

p. 475)

sṛṣṭikṛd vijayo dhātā aghorāghora eva ca |
aghoro lāṅgalī manyuraṅgāraḥ śikhibhūṣaṇaḥ || 154 ||

jīmūto mūrtibhṛt kuṇḍī mantrīśastripurāntakaḥ |
ūrdhvāyāṃ diśi koṭīśā viṃśatiḥ pramatheśvarāḥ || 155 ||

buddhiḥ pramardanaḥ śuddhaḥ kālarūpogradaṃṣṭriṇau |
dīrghabāhuḥ prakāmaśca bhartā hartā vicakṣaṇaḥ || 156 ||

kālāgnī rauravo'ghoro narakaḥ śarva eva ca |
nāgasaṃjñaśca ghoraśca kimpururdanujaḥ kṣamī || 157 ||

koṭīśvarāṇāmityuktā viṃśatiḥ syādadho diśi |

atra mañjaryām -

eṣāṃ bhṛtyagaṇāḥ śataṃ śatamatho teṣāṃ punaścaikaśo bhṛtyāḥ santi sahasraśo'pyayutaśasteṣāṃ ca teṣāmapi |
pratyekaṃ parivāralakṣamuditaṃ teṣāṃ tathā koṭayaḥ khyātāḥ pāriṣadāḥ pṛthakpṛthagato vaktuṃ na śakyāstu te ||

iti |

tārādibhirnamontaistu pṛthageṣāṃ tu nāmabhiḥ || 158 ||

kramāt sagandhapuṣpāmbutattadrātrocitānnataḥ |
baliṃ tu vikired dikṣu bhūtakrūreṇa vā niśi || 159 ||

sāmānyārghyāmbukūrcena dadyādādyantayorbaleḥ |
balipīṭhaṃ tato'bhyetya bhūtidādīn yathākramam || 160 ||

abhyarcya vikiret tebhyo baliṃ nityotsave yathā |
viśeṣaścātra tu snātvā balidānādanantaram || 161 ||

ācāryaḥ sahitaḥ śiṣyairantaḥ prāgavat praviśya tu |
yānāderavaropyātha devaṃ pīṭhe nidhāya tu || 162 ||

yathāpūrvaṃ samabhyarcya svasthānasthaṃ yajet punaḥ |
atrotsavadinānāṃ tu vijñeyā rātrayaḥ kramāt || 163 ||

yathā balibhujastāsu pūjyante sādhipā gaṇāḥ |
brahmabhūtendragandharvayakṣarākṣasarātrayaḥ || 164 ||

p. 476)

piśācarātraṃ ca tataḥ saptapakṣe yathākramam |
navapakṣe viṣṇurātramaṣṭamaṃ paricakṣate || 165 ||

prājeśarātraṃ navamaṃ teṣu tattadbaliṃ kṣipet |
sapuṣpakuśaśuddhānnaṃ brahmarātre baliḥ smṛtaḥ || 166 ||

annaṃ dadhiniśācūrṇalājasaktujalānvitam |
bhūtakrūramiti khyātaṃ bhūtarātre tu dāpayet || 167 ||

indravallīrasonmiśramannaṃ saktupayodadhi |
indrarātre tṛtīye tu baliṃ dadyāt tu deśikaḥ || 168 ||

vaiṇavānnaṃ payoyuktaṃ gāndharve syāccaturthake |
pañcame yakṣarātrākhye puṣpānnājyāmbubhirbaliḥ || 169 ||

raktānnaṃ satuṣaṃ mṛtsnāyuktaṃ ṣaṣṭhe tu rākṣase |
saptame tvatha paiśāce māṣānnaṃ kṛsaraṃ madhu || 170 ||

hāridracūrṇatailāḍhyaṃ samāṣaṃ vikired balim |
aṣṭame pāyasaṃ sājyaṃ vikirennavame punaḥ || 171 ||

sājyakṣīraṃ tu kṛsaraṃ prājāpatye baliṃ smṛtaḥ |
anyathā kecidācāryāḥ prāhūrvai gaṇasaptakam || 172 ||

te bhūtapitṛyakṣāśca nāgabrahmeśavaiṣṇavāḥ |
gaṇāsste navapakṣe tu skandamātṛsamanvitāḥ || 173 ||

prathame bhūtarātre tu bhūtakrūreṇa dāpayet |
tilaistaṇḍulamiśraistu pitṛrātre dvitīyake || 174 ||

tṛtīye nālikerāmbhaśśālyannairyakṣarātrake |
sakṣīrapiṣṭasaktvadbhirnāgarātre caturthake || 175 ||

sapadmākṣānnamājyaṃ ca brahmarātre tu pañcame |
sāpūpānnena sājyena ṣaṣṭhe śaive tu dāpayet || 176 ||

gulaudanena sājyena saptame vaiṣṇave balim |
skandarātre gulānnaṃ tu dadhyannaṃ mātṛrātrake || 177 ||

sājyaṃ sanālikerāmbu drāṅniśācūrṇato'ruṇam |
ato'dhikadinaiḥ śreṣṭhādyutsaveṣu yathākramam || 178 ||

p. 477)

tridvyekaguṇayuktyā syurete balibhujo gaṇāḥ |
śivairapyāḍhakaiḥ prasthairekaviṃśatisaṃkhyayā || 179 ||

śreṣṭho madhyakaniṣṭhaśca kramād bhūtabalistataḥ |
śālyādyanyatamaiḥ śuklaistaṇḍulaiḥ sādhitaṃ haviḥ || 180 ||

viśuddhaṃ baliyogyaṃ syādanyathā doṣamāvahet |
vidhautadantāḥ syuḥ snātā dvijāḥ śuklāmbarādikāḥ || 181 ||

sādhayeyurbalerannaṃ vaheyuśca suyantritāḥ |
athavā sarvarātreṣu sājyaṃ sakadalīphalam || 182 ||

sasaktudadhi sakṣīramannaṃ bhūtabaleḥ smṛtam |
uktotsavadinānyevamativāhya yathāvidhi || 183 ||

pūrvedyurniśyavabhṛthāt kuryāt kautukabandhanam |
puṇyāhaṃ vācayitveṣṭvā sulagne gaṇanāyakam || 184 ||

utsavapratimāṃ cāpi triśūlaṃ cābhipūjayet |
paṭṭasūtraṃ navaguṇaṃ sauvarṇaṃ ca samauktikam || 185 ||

tad dvādaśāṅgulāyāmamakṣateṣu nidhāya tu |
ārādhya gandhapuṣpādyairbhasitaṃ cāstramantrataḥ || 186 ||

abhimantryātha badhnīyāddhaste devasya dakṣiṇe |
traiyyambakena ca hṛdā śūlāstrasya ca kautukam || 187 ||

sāṅguṣṭhānāmikābhyāṃ tu karābhyāṃ tatra bandhayet |
bhāle rakṣāṃ ca nikṣipya nīrājyārātrikeṇa tu || 188 ||

niśāṃ saṅgītavādyādyairjāgareṇātivāhayet |
prātaḥ snātvā yathāpūrvaṃ nityapūjāṃ samāpya tu || 189 ||

utsavapratimāṃ bāhyamaṇḍape sanniveśayet |
triśūlaṃ viniveśyāgre tasya prācyāṃ tu vottare || 190 ||

gomayādbhiścatuṣkoṇamupalipya tu maṇḍalam |
vitānacchatrakalaśadīpadarpaṇacāmaraiḥ || 191 ||

pālikābhistathā śaṅkhairalaṅkṛtya samantataḥ |
musalolūkhale dhaute vāsasā paridhāpya tu || 192 ||

p. 478)

darbhairācchādya sampūjya cūrṇaṃ tatra tu sādhayet |
snātvā svalaṅkṛtāḥ kanyā gāyantyo madhurasvarāḥ || 193 ||

tatra maṅgalacūrṇaṃ tat sādhayeyurharidrayā |
dadhyakṣatājyadūrvāgragandhabījāṅkurāṇi ṣaṭ || 194 ||

āropayeyustāḥ kanyā musale cāpyulūkhale |
tatastatsādhitaṃ cūrṇaṃ haimapātrādisaṃsthitam || 195 ||

hṛdayenābhimantryātha maṅgalālambhanāni ṣaṭ |
dadhyādīnyatha devasya śirasyāropya mūlataḥ || 196 ||

gandhatailena cābhyajya yavamāṣādicūrṇakaiḥ |
udvartya devamastraṃ caṃ parimṛjyātha vāsasā || 197 ||

tena maṅgalacūrṇena hemacūrṇayutena tu |
nirmṛjya devamastraṃ ca taccheṣaṃ bhaktamūrdhasu || 198 ||

nikṣipenmaṅgalārthaṃ tu viśvakalmaṣaśodhanam |
saṃsnāpya cātha vasanena ca bhūṣaṇādyai- rgandhādibhiśca kusumaiḥ paribhūṣya devam |
vidyāṅgamūrtimanubhiśca śivāṅgamūlau mūrtau śivasya sakalīkaraṇaṃ vidadhyāt || 199 ||

athātra tīrthayātrārthaṃ sthaṇḍile'gniṃ nidhāya tu || 200 ||

āvāhya tu śivaṃ hutvā mantrasaṃhitayā ghṛtam |
vaktreṇa pakvaṃ pālāśīḥ samidho'tha ghṛtaṃ carum || 201 ||

pratyekāṣṭaśataṃ hutvā kṛṣṇenāṣṭottaraṃ śatam |
prāyaścittaṃ tilājyābhyāṃ mūlāt pūrṇājjuhotu ca || 202 ||

kanikradatprabhṛtibhiḥ ṣaḍbhirājyaṃ juhotu ca |
svastisūktena caivājyaṃ hutvā tvatha jayādibhiḥ || 203 ||

tatassviṣṭakṛtaṃ hutvā visṛjyāgniṃ hṛdambuje |
rathādau devamāropya tīrthasnānāya tu vrajet || 204 ||

śaṅkhabheryādinirghoṣairgītanṛttādimaṅgalaiḥ |
triśūlāstraṃ puraskṛtya snānopakaraṇaiḥ saha || 205 ||

p. 479)

uccāvacadhvajacchatracāmaravyajanādibhiḥ |
pradīpadhūpakalaśairvidhṛtaiścāṣṭamaṅgalaiḥ || 206 ||

prādakṣiṇyenālayādergacchedāyojanāntaram |
viśiṣṭasindhunadyabdhitīrthādyaṃ pracurāmbumat || 207 ||

vrajenmadhyamayā gatyā na drutaṃ na vilambitam |
tatra svastistutiṃ coktāṃ svastisūktaṃ ca maṅgalam || 208 ||

tathā śakunasūktaṃ ca camakaṃ ca dvijottamāḥ |
paṭheyurgītavādyādau jayaśabde ca mūrcchati || 209 ||

saṃprāpya tīrthatīraṃ tat prapātoraṇamaṇḍitam |
alaṅkṛtaṃ vitānādyaiḥ pīṭhe devaṃ niveśayet || 210 ||

gandhādyairabhipūjyātha tīrthaṃ tadabhimantrayet |
imaṃ me gaṅge yamune sarasvatītyādīnāpi ca || 211 ||

mantrasaṃhitayā vāpi saṃpūjya kusumādibhiḥ |
tato'stramatha devaṃ trirmajjayitvā śanaiḥ śanaiḥ || 212 ||

saha snāto guruḥ śiṣyaistaṭasthaṃ devamarcayet |
nivedyāntamathādhāya sthaṇḍile śivapāvakam || 213 ||

mūlenāṣṭaśataṃ hutvā brahmāṅgaistaddaśāṃśataḥ |
pakvaṃ hutvātha pūrṇāṃ ca tīrthānyāvāhya pūjayet || 214 ||

imaṃ me gaṅge yamunetyādyayājyaṃ juhotu ca |
jayādikaṃ sviṣṭakṛtaṃ hutvā tīrthe jaleśvaram || 215 ||

āvāhyeṣṭvā tu tīrthāni gaṅgādīnyapi pūjayet |
puṇyāhaṃ vācayitvātha tīrthe devaṃ praveśayet || 216 ||

tīrthe nimajjayed devaṃ tatra pīṭhe niveśya tu |
gandhāmalakahāridracandanāgarukuṅkumaiḥ || 217 ||

kramādudvartayet toyapuṣpadhūpāntaraiḥ pṛthak |
śaṅkhabheryādinirghoṣairvedaghoṣaiścaturdiśam || 218 ||

tatpīṭhasthaṃ tu nītveśaṃ kārayeccāghamarṣaṇam |
hiraṇyaśṛṅgamityādisūktamāntājjapedapi || 219 ||

p. 480)

snāntiṃ ye ye tadā tasmiṃstīrthe nāryo'thavā narāḥ |
tiryañco vāpi te sarve mucyante sarvakilviṣaiḥ || 220 ||

vimucya kautukaṃ tyaktvā devamuttārayejjalāt |
prapāyāṃ pīṭhagaṃ devamābhūṣya vasanādibhiḥ || 221 ||

gandhādyaistu nivedyāntamiṣṭvā saṅgītamaṅgalaiḥ |
abhinandya yathāpūrvaṃ yānamāropayecchanaiḥ || 222 ||

gatvā prāsādamāsādya pariṇīya pradakṣiṇam |
maṇḍapāntarniveśyeśamiṣṭvāthāstraṃ ca pūjayet || 223 ||

utsavapratimāṃ cāstraṃ yathāsthānaṃ niveśya tu |
mūlaliṅgagataṃ śambhuṃ saviśeṣaṃ tato yajet || 224 ||

dattvā caturvidhānnādyaṃ rātrau nityaṃ samāpya tu |
dhvajaṃ saṃpūjya gandhādyairdhvajaṃ tamavatārayet || 225 ||

prāguktavat samāhūtān gaṇān devādikān kramāt |
visarjayet svadhāmāni yathājoṣaṃ bhajantviti || 226 ||

tataḥ patākāvṛṣabhaṃ svairmantrairabhipūjya tu |
yojayenmūlavṛṣabhe saviśeṣaṃ ca taṃ yajet || 227 ||

mahāṃbhūtabaliṃ dattvā gururmaunī janairvṛtaḥ |
niḥśabdaṃ nikhilātodyairvinā dīpairvrajed bahiḥ || 228 ||

sandhisaṃsthāṃstu lokeśān brahmādīnabhipūjya tu |
visarjayecca lokeśān brahmādīn sandhigocarān || 229 ||

tataḥ snātvā praviśyāntaḥ kṣetreśamabhipūjayet |

utsavāvabhṛthādhikāraḥ |

atha prātaryathāpūrvaṃ nityapūjāṃ prakalpayet || 230 ||

tato vikiravikṣepakumbhāstrabhramapūrvakam |
navakādisahasrāntaiḥ kalaśairupapattitaḥ || 231 ||

snāpayitvā viśeṣeṇa mahāpūjāṃ pravartayet |
ācāryāya saśiṣyāya hiraṇyavasanāni ca || 232 ||

p. 481)

bhūṣaṇādīni dattvāsmai dattvā deyāni śaktitaḥ |
liṅginaḥ paricārāṃśca brāhmaṇān vratinastathā || 233 ||

devabhṛtyāṃstathā dāsīstathaiva naṭanarttakān |
bhṛtyān karmakarāṃścānyān dīnānāthāṃstathārthinaḥ || 234 ||

annādyena hiraṇyena vasanādyaiśca toṣayet |
dhvajocchrayāt samārabhya snapanāntadineṣvapi || 235 ||

arthibhyo brāhmaṇādibhyo liṅgibhyo'pyupapattitaḥ |
pradadyādannapānādi suvyañjanarasottaram || 236 ||

evaṃ yaḥ kārayecchambhorutsavaṃ kurvate ca ye |
ye vā paśyanti te sarve bhavanti gaṇanāyakāḥ || 237 ||

itthaṃ śivotsavavidhiḥ kathito dhvajādiḥ śreṣṭhādibhedavihitaḥ snapanāvasānaḥ |
yenendumaulirupayāti paraṃ prasādaṃ śailādhirājasutayā sahito gaṇendraiḥ || 238 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde mahotsavavidhipaṭala ekonapañcāśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 50: Die feierlichen Waschungen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 50: Die feierlichen Waschungen
Dieses Kapitel entfaltet die rituelle Waschung vom kleinen Aufbau mit neun Krügen bis zu großen, vielfach gegliederten Anordnungen. Raster, Stoffe, Gottheiten und Mantras bilden dabei einen gemeinsamen Ritus. Zahlreiche Bauangaben fehlen bereits in der überlieferten Textfassung. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt; fehlende Pläne werden nicht erschlossen.

Kriyapada 50, Vers 1. Zuerst die kleine Waschung, dann die drei unteren, die drei mittleren und die drei höchsten Waschungen.

Kriyapada 50, Vers 2. Sie erfolgen mit neun, fünfundzwanzig, darüber neunundvierzig, einundachtzig, hundertacht und zweihundert

Kriyapada 50, Vers 3. zweiundfünfzig Krügen; danach mit dreihundert, fünfhundert und siebenhundert,

Kriyapada 50, Vers 4. vermehrt um die Kriti-Zahl, sodann mit tausend Krügen oder mit tausendacht; danach mit tausend Krügen,

Kriyapada 50, Vers 5. ordnungsgemäß gefüllt, erfolgt die allerhöchste Waschung. Bei den Formen von hundertacht an … [Der Satzschluss fehlt. Die Eingangszahlen werden im weiteren Kapitel teilweise anders präzisiert; keine stille Angleichung.]

Kriyapada 50, Vers 6. In der Mitte steht der Brahma-Krug, in dem Shiva gegenwärtig ist. Als erste gilt die kleine Waschung mit neun Krügen.

Kriyapada 50, Vers 7. Mit Krugzahlen von Abhikriti an erfolgen die drei unteren Waschungen, mit hundertacht und weiteren … [Die Fortsetzung fehlt; Abhikriti bleibt als gelieferte Zahlbezeichnung erhalten.]

Kriyapada 50, Vers 8. … drei Waschungen. [Der Anfang fehlt.] Für diese Waschungen werden der Reihe nach jeweils eigene Hallen vorgesehen.

Kriyapada 50, Vers 9. Ihre Maße in Ellen sind drei, fünf, sieben, neun, elf sowie die Zahlen Atijagati, Atishakvari, Atyashti und Atidhriti,

Kriyapada 50, Vers 10. schließlich einundzwanzig: So gibt es zehn Waschhallen. Für die Tausendkrug-Waschung … die kleinste … [Der Übergang zur folgenden Maßreihe ist lückenhaft.]

Kriyapada 50, Vers 11. Sie ist fünfundzwanzig Ellen groß; die mittlere misst neunundzwanzig, die größte dreiunddreißig Ellen.

Kriyapada 50, Vers 12. Die Anzahl der Säulen ist jeweils um eins größer als die Ellenzahl der betreffenden Halle. Alle seien gleichmäßig und aus derselben Holzart.

Kriyapada 50, Vers 13. Bei der kleinen Waschung sind die Säulen neun Tala-Einheiten hoch, bei den unteren und folgenden der Reihe nach entsprechend den Zahlen elf, Atijagati und Atishakvari,

Kriyapada 50, Vers 14. gerechnet in Tala über dem Hallenboden. Ihr Umfang beträgt bei der kleinen Form zwölf Fingerbreiten, dann das Zwei-, Drei- und Vierfache

Kriyapada 50, Vers 15. für die drei Klassen von der unteren an. Sparren, Längsbalken, Nebenbalken und die obere Bedachung

Kriyapada 50, Vers 16. fertige man bei den Hallen sachgemäß nach Verfügbarkeit aus geeignetem Holz, Arekapalme und weiteren Stoffen sowie Kokosblättern und ähnlichem Material.

Kriyapada 50, Vers 17. Alle Hallen seien quadratisch, mit vier Türen, ohne mittlere Säulen und mit glückverheißender Yoni-Proportion.

Kriyapada 50, Vers 18. Die Hallenfläche ist bei größter und folgenden Formen zwölf, acht oder sechs Fingerbreiten hoch. Ringsum wird der Boden mit Ziegeln, Holz oder Erde befestigt.

Kriyapada 50, Vers 19. Dort gebe man die Vastu-Bali-Gabe, entlasse die Zimmerleute, lasse die Glückstagsformel sprechen und das Vastu-Feueropfer vollziehen.

Kriyapada 50, Vers 20. So viele Brahmanen wie Krüge vorgesehen sind, speise man dort; bei mangelnden Mitteln die Hälfte oder nochmals die Hälfte, nach der Vorschrift.

Kriyapada 50, Vers 21. Die Halle sei mit Darbha-Girlanden umgeben, mit Baldachin und Torbögen versehen. Ihre Säulen sind mit guten Gewändern umhüllt, Perlenschnüre hängen herab.

Kriyapada 50, Vers 22. Ihr Boden ist schön bestrichen; sie ist anmutig, durchräuchert und mit Sandelwasser besprengt. An den Türen stehen Krüge, an den Vordächern hängen verschiedene Früchte.

Kriyapada 50, Vers 23. So schmücke man die Waschhalle schön und nach Vermögen. Am siebten oder fünften Tag vor dem Tag der Waschung bereite man alles vor,

Kriyapada 50, Vers 24. lege ordnungsgemäß die Keimsaat an und lasse die Glückstagsformel sprechen. Man bestreiche mit den Kuhprodukten, besprenge und vollziehe die weiteren Reinigungen.

Kriyapada 50, Vers 25. Mit den als Dhriti bezeichneten Vorbereitungen heilige man den Ort, beginnend mit dem Ausstreuen der Streugaben; danach verehre und umrunde man Krug, Waffenmacht und Vardhani.

Kriyapada 50, Vers 26. Man schaffe den Schutz durch die Waffe und lege mit mehlbestäubten Schnüren, gleichmäßig nach Osten und Norden gespannt, die Felder an.

Kriyapada 50, Vers 27. Die quadratischen Felder der unteren und folgenden Formen sind zwölf, vierzehn oder die als Vikara bezeichnete Anzahl Fingerbreiten groß.

Unnummerierter Übergang. Nämlich so.

Kriyapada 50, Vers 28. Ein Quadrat von zwei Ellen teile man mit Schnüren in neun Felder. Dort richte man das mittlere Feld her: Damit erfolgt die als klein bezeichnete Waschung.

Abschnittsabschluss. Die Felder der kleinen Waschung.

Kriyapada 50, Vers 29. In einem Raster von sieben mal sieben Feldern belasse man in der Mitte neun Felder. Ringsum lösche man in den Richtungen jeweils eine Reihe aus,

Kriyapada 50, Vers 30. um Wege zu schaffen. Zwischen den Wegen liegen in den Richtungen jeweils drei Felder, in den Ecken jeweils … [Der übrige Versteil fehlt.]

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 30. … zeichne man einen Lotus. [Der Anfang der Anweisung fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die fünfunddreißig Krüge. [Die gelieferte Überschrift nennt fünfunddreißig, obwohl am Kapitelanfang fünfundzwanzig genannt wurden; keine Änderung.]

Kriyapada 50, Vers 31. In einem Raster von elf mal elf liegt in der Mitte eine Gruppe aus neun Feldern.

Kriyapada 50, Vers 32. In deren mittlerem Feld ist ein Lotus. Außerhalb der Neunergruppe lösche man ringsum … [Der Satzschluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 33. … Neunergruppen. Innerhalb dieser lösche man drei Felder und das mittlere Feld aus. [Der vorausgehende Zusammenhang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 34. In den vier Richtungen und an den Ecken entferne man jeweils die inneren vier Felder, sodass die Ecken klar hervortreten wie beim Sieben-mal-sieben-Raster.

Kriyapada 50, Vers 35. … außerhalb der mittleren neun Felder. [Fast der gesamte Vers fehlt; eine vollständige Konstruktionsanweisung ist nicht möglich.]

Kriyapada 50, Vers 36. Durch Entfernen von Reihen entstehen ringsum vier deutliche Wege. In den acht Richtungen liegen acht Neunergruppen; in der mittleren Neunergruppe

Kriyapada 50, Vers 37. zeichne man im mittleren Feld einen Lotus. So ein … [Lücke.] Im mittleren Raster, auf den neun mittleren Feldern, liegt ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 38. Außerhalb davon entferne man vier Reihen, die nach Osten und Norden verlaufen. Außerhalb der Wege belasse man in den vier Richtungen eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 39. … durch Entfernen je eines inneren Eckfeldes in den … Neunergruppen. [Die erste Hälfte und der genaue Bezug fehlen.]

Kriyapada 50, Vers 40. So entstehen hundertacht Felder und ein Lotus in der Mitte. Man belasse nach den vier Richtungen eine Reihe und außen eine einzelne Reihe.

Kriyapada 50, Vers 41. Ringsum … durch Entfernen je eines Eckfeldes entstehen hundertacht Felder und ein Lotus in der Mitte. [Eine Anweisung im ersten Halbvers fehlt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Unnummerierter Übergang. Zu den hundertacht. Ferner:

Kriyapada 50, Vers 42. In einem Raster von fünfzehn mal fünfzehn schaffe man wie zuvor vier Wege … [Der übrige Vers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 43. Man belasse ringsum eine Reihe und entferne eine weitere. Zwischen den Wegen lösche man in den vier Richtungen Neunergruppen aus,

Kriyapada 50, Vers 44, erster Teil, mit Übergang. um Türen zu schaffen. In den Ecken bleiben jeweils einundzwanzig Felder. Nochmals zu den hundert:

Kriyapada 50, Vers 44, zweiter Teil, und Vers 45. Wie zuvor belasse man in einem Fünfzehn-mal-fünfzehn-Raster in der Mitte sieben mal sieben Felder und lösche ringsum vier Wege aus. In der Mitte belasse man eine Neunergruppe und entferne darum eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 46. … die Felder ergeben sich so wie zuvor. [Der beschreibende Hauptteil fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 47. In den Richtungen entferne man bei den ursprünglichen Feldern an den beiden inneren Ecken jeweils vier Felder und auch das mittlere Feld.

Kriyapada 50, Vers 48, erster Teil. So zwölf Felder … [Der Schluss der Anweisung fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die drei Arten der Kruganordnung mit acht zusätzlich. [So die verkürzte gelieferte Bezeichnung im Zusammenhang der hundertacht.]

Kriyapada 50, Vers 48, zweiter Teil. In einem Raster von einundzwanzig mal einundzwanzig liegt auf den neun mittleren Feldern ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 49. Ringsum laufen vier Wege vollständig durch. Außerhalb davon liegen acht Neunergruppen; außerhalb dieser … [Der Schluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 50. … ebenso lösche man ringsum die Wegenden aus. So ergeben sich deutlich zweihundertzweiundfünfzig Felder. [Der Anfang ist beschädigt.]

Abschnittsabschluss. Die zweihundertzweiundfünfzig Krüge.

Unnummerierte Einleitung. Bei dreihundert Krügen:

Kriyapada 50, Vers 51. … acht Krüge … Man lösche ringsum eine Reihe aus; außerhalb davon überspringe man eine Reihe. [Der Anfang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 52. In den Richtungen ist eine Reihe zu entfernen; außerhalb von drei Feldern ringsum … [Die weitere Anweisung fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 53. … die Reihe bis zur Ecke verbinde man mit dem äußeren Weg. So entstehen in jeder Richtung sechs Wege, die sich entsprechend erstrecken. [Der Anfang ist lückenhaft.]

Kriyapada 50, Vers 54. Die vier inneren Ecken der sechzehn Eckfelder … [Der restliche Vers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 55. So gelten dreihundert Felder für die Dreihundertkrug-Waschung. Auf dem Lotus im mittleren Brahma-Feld steht außerdem der Shiva genannte Krug.

Abschnittsabschluss. Die dreihundert Krüge.

Kriyapada 50, Vers 56. In einem Raster von einunddreißig … ringsum für den Weg vollständig entfernen. [Die verbindenden Baubestimmungen fehlen.]

Kriyapada 50, Vers 57. Auch außerhalb der äußeren Reihe entferne man eine Reihe ebenso. Danach ringsum außerhalb von drei Feldern und wiederum außerhalb dreier Felder

Kriyapada 50, Vers 58. Wege … so entstehen in jeder Richtung acht Wege. [Die mittlere Anweisung fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 59. Darin liegen insgesamt achtundvierzig Neunergruppen und achtundzwanzig Dreiergruppen.

Kriyapada 50, Vers 60. Dazu vier einzelne Felder und in der Mitte ein schöner Lotus … [Der zweite Halbvers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 61. … zur Ausbildung jener Ecken sind auch diese zwölf. Darauf stehen entsprechend viele Krüge, dazu in der Mitte ein weiterer Shiva-Krug. [Der Satzanfang ist beschädigt.]

Kriyapada 50, Vers 62, erster Teil. So ergeben sich fünfhundertvier Felder.

Abschnittsabschluss. Die fünfhundertvier Krüge.

Kriyapada 50, Vers 62, zweiter Teil. … durch Überspringen … [Die nächste Anordnung beginnt mit einer weitgehend verlorenen Zeile.]

Kriyapada 50, Vers 63. Man entferne einzeln nach Osten und Norden verlaufende Reihen. So entstehen dort in jeder Richtung acht Wege.

Kriyapada 50, Vers 64. In der Mitte und in den acht Richtungen liegen jeweils einundachtzig Felder: insgesamt neun gesonderte Gruppen. In der mittleren Gruppe

Kriyapada 50, Vers 65. lösche man die mittleren neun Felder aus und zeichne dort einen achtblättrigen Lotus. So werden siebenhundertzwanzig Felder bestimmt.

Kriyapada 50, Vers 66, erster Teil. Auf dem mittleren Lotus steht ein zusätzlicher Krug namens Shiva.

Abschnittsabschluss. Die siebenhundertzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 66, zweiter Teil, und Vers 67. Auf einer gleichmäßig in fünfundvierzig mal fünfundvierzig Felder geteilten Fläche steht auf dem mittleren Lotus aus fünf mal fünf Feldern der Shiva-Krug. Die Reihe außen herum entferne man für einen Weg.

Kriyapada 50, Vers 68. Außerhalb belasse man eine, drei und zwei Reihen und entferne zwischen ihnen der Reihe nach ringsum Reihen für drei Wege.

Kriyapada 50, Vers 69. Außerhalb davon lasse man vier Reihen stehen und entferne wieder ringsum eine Reihe für einen Weg. Nochmals außerhalb zweier Reihen

Kriyapada 50, Vers 70. bilde eine Reihe einen umlaufenden Weg. Vom Lotus aus entferne man nach den vier Richtungen jeweils zwei Reihen als Türwege, in der betreffenden Richtung verlaufend.

Kriyapada 50, Vers 71. An den sechzehn Kreuzungen der vier großen Wege bewahre man die mittleren Felder zur Aufstellung der als Vikara bezeichneten Krüge.

Kriyapada 50, Vers 72. Türen, Hauptverzierungen, Nebenverzierungen und Ecken entstehen der Reihe nach. Für die Tür entferne man innen drei und außen fünf Felder.

Kriyapada 50, Vers 73. Für die Hauptverzierungen entferne man innen drei und außen ein Feld. Für die Nebenverzierungen gehe man umgekehrt vor.

Kriyapada 50, Vers 74. So gibt es vier Türen, zweiunddreißig Hauptverzierungen und ebenso viele Nebenverzierungen bei der sogenannten fünffachen Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 75, erster Teil. Bei dieser Tausendkrug-Anordnung ist dies durch genaue Zählung zu bestimmen.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 75, zweiter Teil, und Vers 76. In einem Raster von neunundvierzig mal neunundvierzig zeichne man auf den neun mittleren Feldern einen Lotus. Zwei äußere Reihen bilden den umlaufenden Weg. In der äußeren Reihe lösche man in den Richtungen jeweils ein Feld nach innen aus,

Kriyapada 50, Vers 77. verbinde es mit dem Weg und entferne an den vier Ecken jeweils die drei inneren Felder. Außerhalb des mittleren Lotus

Kriyapada 50, Vers 78. entferne man vollständig eine nach Osten und eine nach Norden verlaufende Reihe für Wege. Außerhalb davon, ringsum und jeweils mit drei Feldern Zwischenraum,

Kriyapada 50, Vers 79. entferne man nach Osten und Norden verlaufende Reihen für jeweils zwölf Wege. In der mittleren Gruppe ergeben sich Fünfergruppen,

Kriyapada 50, Vers 80. außerhalb davon jeweils zwölf Neunergruppen in allen vier Richtungen. An den vier Ecken liegen jeweils die mit Vikara bezeichneten Neunergruppen.

Kriyapada 50, Vers 81. So entstehen hundertzwölf Neunergruppen. Nun entferne man in den vier Richtungen jeweils eine äußere Neunergruppe,

Kriyapada 50, Vers 82. um Türen zu schaffen … das einzelne letzte Eckfeld in der Mitte der Ecke entferne man. [Ein Teil der Anweisung fehlt.] So ergeben sich tausend

Kriyapada 50, Vers 83. und acht Felder und in der Mitte ein einzelner Lotus. Außerhalb liegt ein Weg; in den beiden übrigen äußeren Reihen

Kriyapada 50, Vers 84. für Türen, Haupt- und Nebenverzierungen … entstehen die Krüge nach der Akriti-Zahl … auf ihren Feldern. [Der Satz ist durch Lücken nicht vollständig verständlich.]

Kriyapada 50, Vers 85, erster Teil. Es sind tausendacht Krüge und außerdem der Shiva-Krug auf dem Lotus.

Abschnittsabschluss. Die tausendacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 85, zweiter Teil. In einem Raster von dreiundfünfzig mal dreiundfünfzig liegt auf den neun mittleren Feldern ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 86. Mit der äußeren Reihe ringsum … außen … In der Reihe entferne man in den Richtungen jeweils ein Feld, um Türen zu schaffen. [Die erste Anweisung ist unvollständig.]

Kriyapada 50, Vers 87. In den vier Ecken liegen jeweils fünf Felder. Außerhalb entferne man ringsum eine Reihe für einen Weg.

Kriyapada 50, Vers 88. Für Türen und ihre Verzierungen belasse man … zwei … Dazwischen entferne man ringsum eine Reihe für einen Weg. [Die gezählte Einheit fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 89. Vom inneren Weg an entferne man in den Richtungen jeweils drei Reihen für die Türwege und verbinde sie mit dem äußeren Weg.

Kriyapada 50, Vers 90. Nach sechs Reihen innerhalb des äußeren Weges entferne man innen ringsum drei Reihen für den großen Weg.

Kriyapada 50, Vers 91. Darin bewahre man in der mittleren Reihe in den acht Richtungen die acht mittleren Felder. Darauf stelle man die Verbindungskrüge.

Kriyapada 50, Vers 92. Zwischen äußerem und großem Weg, inmitten der sechs Reihen, belasse man Felder in der Tattva-Zahl und entferne der Reihe nach zwei Reihen.

Kriyapada 50, Vers 93. So liegen ringsum Gruppen von sechsunddreißig Feldern in der Kriti-Zahl. Ihre inneren neun Felder entferne man.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 93. Das heißt: an den Ecken.

Kriyapada 50, Vers 94. Um im Inneren der vier inneren Eckgruppen eine weitere Gruppe auszubilden, lasse man drei Reihen stehen und entferne außen eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 95. Innerhalb davon liegen in den vier Ecken achthundert Felder. Vom dritten Weg an entferne man der Reihe nach jeweils eine Reihe

Kriyapada 50, Vers 96. in der Mitte bis dorthin, wo sie den großen Weg erreicht. Dadurch entstehen hier zwölf Gruppen von Feldern in der Tattva-Zahl.

Kriyapada 50, Vers 97. An deren inneren Ecken entferne man die neun Felder. In der inneren Gruppe stehen Krüge in der Kriti-Zahl, in der zweiten hundertacht. [Der Ausdruck für die innere Gruppe und die Krugform sind in der Quelle ausdrücklich fraglich.]

Kriyapada 50, Vers 98. In der dritten stehen dreihundert Krüge, vermehrt um die Sankriti-Zahl; an den Verbindungen acht. In der vierten vierzig zusätzlich zu

Kriyapada 50, Vers 99. fünfhundert Krügen. So sind bei vier Umfassungen tausend Krüge zu verstehen, mit einem zusätzlichen Shiva-Krug in der Mitte. [Die Zahlen und die vorherige Angabe „achthundert“ werden nicht rechnerisch korrigiert.]

Kriyapada 50, Vers 100. In den beiden äußeren Reihen liegen wie zuvor vier Türen in den Richtungen, zweiundvierzig Hauptverzierungen und ebenso viele Nebenverzierungen.

Kriyapada 50, Vers 101. Die Ecken bestehen aus je vierzehn Feldern; auch sie bearbeite man wie zuvor. In allen Gruppen gestalte man die Ecken in Pflugform.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit vier Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 102. In einem gleichmäßig mit Schnüren angelegten Raster von fünfundfünfzig mal fünfundfünfzig belasse man in der Mitte einundachtzig Felder in neun Unterteilungen.

Kriyapada 50, Vers 103. Nach Osten und Norden entferne man jeweils sechs Wege. So entstehen fünfundzwanzig Gruppen zu einundachtzig Feldern.

Kriyapada 50, Vers 104. In den beiden Reihen außerhalb des Randweges schaffe man wie zuvor vier Türen in den Richtungen sowie Haupt- und Nebenverzierungen,

Kriyapada 50, Vers 105. jeweils vierzig, und Ecken mit je vierzehn Feldern. Auf den mittleren neun Feldern der mittleren Gruppe zeichne man einen Lotus.

Kriyapada 50, Vers 106. Auch darum entferne man zwei Reihen für einen Weg. Außerhalb davon entferne man in den vier Richtungen je drei Felder für Türen.

Kriyapada 50, Vers 107. An den Türecken bleiben jeweils fünf Felder. Außerhalb der mittleren Gruppe lösche man in den Richtungen jeweils eine ganze Gruppe aus.

Kriyapada 50, Vers 108. Dort vollziehe man vorschriftsmäßig das Feueropfer. Außerhalb liegen die Gruppen in der Kriti-Zahl. In jeder belasse man ein mittleres Feld

Kriyapada 50, Vers 109. und entferne ringsum zwei Reihen für einen Weg. Außerhalb davon lösche man in den vier Richtungen in den Reihen jeweils ein Feld aus,

Kriyapada 50, Vers 110. um Türen zu schaffen und sie mit dem jeweiligen äußeren Weg zu verbinden. So entstehen in jeder der Kriti-Gruppen neunundvierzig Felder,

Kriyapada 50, Vers 111. in der mittleren Gruppe zwanzig und ein Krug auf dem Lotus. So werden bei einundzwanzig Gruppen tausend Krüge bestimmt.

Kriyapada 50, Vers 112, erster Teil. An Brahmas Stelle auf dem Lotus steht zusätzlich der Shiva genannte Krug.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge in einundzwanzig Gruppen.

Kriyapada 50, Vers 112, zweiter Teil, und Vers 113. Nachdem man die Felder so angelegt und ringsum den Boden bestrichen hat, bedecke man die Felder lückenlos mit weißem Pulver. Man streue ein Adhaka ungeschälten Shali-Reis aus, oder die Hälfte, ein Prastha oder dessen Viertel.

Kriyapada 50, Vers 114. Darüber streue man jeweils die Hälfte geschälten Reis, dann Sesam und Puffreis und bilde so eine Opferfläche; oder man verwende ausschließlich ungeschälten Shali-Reis.

Kriyapada 50, Vers 115. Auf jedes Feld lege man Darbha-Gras als Unterlage. Darauf stelle man die genannten Krüge, mit Fäden umwickelt und mit Deckeln versehen,

Kriyapada 50, Vers 116. gewaschen, durchräuchert und auf Grasbüscheln ruhend, jeden einzeln. Dann bade der Acharya mit seinen Schülern und schmücke sich mit weißen Gewändern

Kriyapada 50, Vers 117. sowie Ringen und weiterem Schmuck. Er wasche Füße und Hände, nehme den rituellen Wasserschluck, setze sich richtig hin und vollziehe die Reinigung der Elemente.

Kriyapada 50, Vers 118. Südlich der Halle verehre er Vighnesha sorgfältig und vergegenwärtige wie zuvor die vollständig gegliederte Gestalt. [Die Tätigkeitsform in der Quelle ist fraglich.]

Kriyapada 50, Vers 119. … herstellend, mit dem allgemeinen Ehrenwasser in der Hand, verehre er der Reihe nach wie zuvor die Türen mit den Kalas von Shanti an durch Blumen und weitere Gaben. [Der Versanfang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 120. Nach der Verehrung lasse er den Naraca-Pfeil los, trete wie zuvor ein und setze die Waffenmacht auf die Schwelle. Den Vastu-Hüter … [Der Schluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 121. Er verehre seinen eigenen Sitz, wende sich nach Osten oder Norden und besprenge die vorgeschriebenen Krüge der Reihe nach mit Ehrenwasser.

Kriyapada 50, Vers 122. Die Grasbüschel richte er nach Norden, selbst in Sadashivas Gestalt. Die tragende Shakti, den Krug … [Der Satzschluss fehlt; auch die Ausrichtung ist im Original fraglich markiert.]

Kriyapada 50, Vers 123. Das Wasser und die weiteren Stoffe stelle er sich als Nektar vor, der aus dem Mond im Lotus am Dvadashanta entspringt. Dabei spreche er den Urlaut der Reihe nach im Entfaltungsablauf.

Kriyapada 50, Vers 124. So fülle er die Krüge mit den vorgeschriebenen Stoffen, mit Gold, Duftstoffen und Blumen, jeden mit weißem Tuch umhüllt,

Kriyapada 50, Vers 125. mit Girlanden geschmückt, mit den genannten Bilva- und Ashvattha- … und Gerstenbestandteilen versehen. Ihre Deckel tragen ungeschälten und geschälten Reis sowie eine vollständige Frucht. [Ein Teil der Stoffliste fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 126. Nach dem Besprengen setze man jeweils Mantra und Gottheit hinein, verehre die Krüge mit den fünf Diensten und vollziehe das Feueropfer nach der Vorschrift.

Kriyapada 50, Vers 127. Bei den Waschungen von der kleinen bis zu der mit hundertacht Krügen opfere man nur in einem Feuer, in der östlichen Grube oder auf einer Opferfläche.

Kriyapada 50, Vers 128. Danach bis zur Form mit siebenhundert wird das Opfer in den vier Richtungen bestimmt. Bei tausendacht und bei tausend Krügen

Kriyapada 50, Vers 129. lege man wie zuvor in den acht Richtungen die bei der Einsetzung genannten Gruben an und verteile ordnungsgemäß das Shiva-Feuer aus dem mittleren Feuer.

Kriyapada 50, Vers 130. Guru und Gestalthüter opfern in ihren jeweiligen Richtungen mit den Brahma- und Gliedermantras. Bei der Tausendkrug-Form mit einundzwanzig Gruppen

Kriyapada 50, Vers 131. opfere man ebenso in den acht Richtungsgruben und innen in den vier ausgeräumten Gruppen der Reihe nach mit den Brahmamantras.

Kriyapada 50, Vers 132. Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Puffreis, Senfsamen, Sesam und Gerste opfere man entsprechend der Zahl der jeweiligen Krüge, oder halb oder ein Viertel so oft.

Kriyapada 50, Vers 133. Nach dem Opfer mit dem Wurzelmantra opfere man mit den Gestalt- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Alle dabei gesammelte geklärte Butter vereinige man und gebe mit einer Kusha-Spitze

Kriyapada 50, Vers 134. ein wenig davon in die Krüge. Dann verehre man erneut bis zur Speisegabe. Damit sind die allen Waschungen gemeinsamen Handlungen erklärt.

Abschnittsabschluss. Die gemeinsamen Handlungen.

Kriyapada 50, Vers 135. Nun werden der Reihe nach die Stoffe, Gottheiten und Mantras der Waschungen von der Neunerform an niedergeschrieben, wie die Shiva-Tantras sie lehren.

Kriyapada 50, Vers 136. Manikya, Perle, Diamant, Koralle, grüner Edelstein, Pushyaraga, Vaidurya, Nila und Gomedaka,

Kriyapada 50, Vers 137. diese Edelsteine gebe man der Reihe nach in die Krüge der Mitte, des Ostens, Südens, Westens, Nordens, Südostens, Südwestens, Nordwestens und Nordostens, dazu Duftstoffe, Blumen, Kusha-Gras und Wasser.

Kriyapada 50, Vers 138. Mit den Brahmamantras von Ishana an und den Gliedermantras fülle und übergieße man. Beim Füllen beginnt man in der Mitte; beim Übergeben des Badewassers beginnt man im Osten und endet in der Mitte.

Kriyapada 50, Vers 139. Die Waffenmacht verehre man in der Waffen-Vardhani neben dem Shiva-Krug. Nach jeder Vierergruppe lasse man Blumen, Wasser und Räucherung folgen,

Kriyapada 50, Vers 140, erster Teil. oder verwende den Mantraanfang „Die Wasser, den König …“; mit dem mittleren Krug die Vyomavidya, den Mantra des alldurchdringenden Raumes.

Abschnittsabschluss. Die Neunerform.

Kriyapada 50, Vers 140, zweiter Teil, und Vers 141. Auch bei der Fünfundzwanzigerform fülle man in der Mitte den Brahma-Krug, in dem Shiva gegenwärtig ist, mit Wasser und den fünf Edelsteinen. In die vier Richtungen kommen Fußwasser, Wasser zum rituellen Mundspülen, Ehrenwasser und die fünf Kuhprodukte.

Kriyapada 50, Vers 142. In die Felder vom Südosten an kommen geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch. In die östliche Dreiergruppe Zuckerrohrsaft, Rindensud und Fruchtwasser.

Kriyapada 50, Vers 143. Der Sud wird aus den Rinden der vier Milchsaftbäume und des Bilva bereitet. In die südliche Dreiergruppe kommen Puffreiswasser, Duftwasser und Blumenwasser,

Kriyapada 50, Vers 144. in die westliche Goldwasser, Padmaraga-Wasser und Perlenwasser; in die nördliche Gerstenwasser, Korallenwasser und Sesamwasser.

Kriyapada 50, Vers 145. Durva-, Utpala-, Kusha- und Shali-Wasser stehen vom Südosten an. In der Mitte sind Wurzel-, Brahma- und Gliedermantras die Mantras und Gottheiten.

Kriyapada 50, Vers 146. In den Krügen in der Mitte der Dreiergruppen von Osten an und in den Eckkrügen sind die acht Gestalten von der Erde an die Gottheiten. Ihre Mantras enden mit der Verehrungsendung.

Kriyapada 50, Vers 147. Die Gottheiten der seitlichen Krüge von Osten an sind Angushthamatraka, Bhuvaneshana, Ishana, Ekapingekshana,

Kriyapada 50, Vers 148. Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti. Beim Füllen und den folgenden Handlungen beginnt man die Dreiergruppen mit dem westlich vom mittleren Krug stehenden Krug. [Die genaue Bezugnahme der letzten Richtungsangabe bleibt unsicher.]

Kriyapada 50, Vers 149. Beim Fußwasser spreche man „Dies Vishnu …“, danach „Ihr Wasser seid …“. Beim Ehrenwasser „Die Wasser mögen reinigen …“, bei den Kuhprodukten „Agni preise ich …“.

Kriyapada 50, Vers 150. Bei geklärter Butter „Dich zur Stärkung …“, beim Honig „Süß wehen die Winde …“, bei der Milch „Schwelle an …“, bei Dickmilch „Dadhikravan …“.

Unnummerierte Anweisung vor Vers 151. In der östlichen Dreiergruppe mit Zuckerrohrwasser „Zu dir, Agni …“, mit Fruchtwasser „Nicht unser Kind …“, mit dem Sud „Die Pferdereiche …“. Dann in der südlichen Dreiergruppe:

Kriyapada 50, Vers 151. … mit „Gute Freunde seien uns …“ das Puffreiswasser. [Die erste Vershälfte fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 152. Mit Duftwasser „Agni, komm her …“, mit Blumenwasser „Die Blumenreiche …“. „Die Goldfarbenen, Reinen …“ und „Das entstandene Brahman …“,

Kriyapada 50, Vers 153. danach „Die mit dem Meer als Ältestem …“ gelten für die westliche Dreiergruppe. „Die Rakshasas erschlagend …“, „Herr der Wohnstätte …“ und „Zum Heil uns die göttlichen …“

Kriyapada 50, Vers 154. gelten im Norden für Gersten-, Korallen- und Sesamwasser. Mit Durva-Wasser „In deinem Gang …“, mit Utpala-Wasser „Aus Shri geboren …“.

Kriyapada 50, Vers 155. Mit einer Trishtubh-Strophe und Kusha-Wasser, dann mit Shali-Wasser und dem Anfang „Rasch, schärfend …“ bade man Parvatis Gemahl.

Kriyapada 50, Vers 156. Mit den neun mittleren Krügen bade man unter der großen Vyomavidya; oder unter den Brahma- und Gliedermantras und der Shiva genannten Gayatri,

Kriyapada 50, Vers 157, erster Teil. mit Savitri, den Gestaltmantras und Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die fünfundzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 157, zweiter Teil, und Vers 158. Bei den neunundvierzig Krügen fülle man den mittleren mit Gold, Edelsteinen und Duftstoffen. Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser, Kuhprodukte, geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch

Kriyapada 50, Vers 159. dienen zum Füllen der acht Krüge in der Mitte. Die östliche Fünfergruppe fülle man mit Sandel-, Agaru-, Kampfer-, Safran- und Ushira-Wasser.

Kriyapada 50, Vers 160. In der südöstlichen Fünfergruppe werden die fünf Getreidearten empfohlen, im Südwesten ebenso. Mit Blumen, Utpala, Kalhara, Lotus und weißem Utpala

Kriyapada 50, Vers 161. fülle man die nordwestliche Fünfergruppe; im Nordosten mit Mallika, Jati, Campaka, Patala und Karavira. [Die erhaltene Stoffverteilung nennt nicht alle acht Richtungen vollständig und lässt den Bezug der fünf Getreidearten offen.]

Kriyapada 50, Vers 162. In der mittleren Neunergruppe sind Shiva sowie die Herren der Brahma- und Gliedermantras gegenwärtig. In den Mitten der acht Richtungen von Osten an … die Gestalten. [Eine Wortgruppe fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 163. In den acht Feldern rechts von den Mittelfeldern sind entsprechend die Shaktis von Vama an, in denen nördlich der Mittelfelder die acht Gestalthüter von Sharva an.

Kriyapada 50, Vers 164. Die folgenden Felder beherrscht die Achtergruppe von Vama und Bhima an; über die übrigen acht Felder herrschen der Reihe nach die Vidyeshvaras.

Kriyapada 50, Vers 165. Ihre Mantras haben den Urlaut und das Herz … [Der Wortlaut ist lückenhaft.] Mit der mittleren Achtergruppe übergieße man unter den Brahma- und Gliedermantras.

Kriyapada 50, Vers 166. Mit den Fünfergruppen der Hauptrichtungen von Osten an bade man Shiva unter dem Camaka, mit den vier Eckgruppen unter den reinigenden Hymnen von „Gold …“ an.

Kriyapada 50, Vers 167, erster Teil. Mit dem mittleren Shiva-Krug bade man unter Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die neunundvierzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 167, zweiter Teil, und Vers 168. Bei einundachtzig Krügen sind im mittleren die fünf Edelsteine und Gold mit heiligem Wasser vorgesehen. In die äußeren acht Krüge kommen Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser, Kuhprodukte, geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch.

Kriyapada 50, Vers 169. In die östliche Neunergruppe kommen, von der Mitte an, Sandelholz, Rocana, Maru, Kampfer, Safran, Kushtha, Mamsi, Granthi und Mura.

Kriyapada 50, Vers 170. In die südliche kommen Erde vom Stierhorn, vom Elefantenzahn, vom Feld, Fluss, Teich, Berg, Ameisenhügel, Krebsloch und See.

Kriyapada 50, Vers 171. In die westliche Neunergruppe kommen der Reihe nach gute Rinden der vier Milchsaftbäume, von Bilva, Mango, Madhuka, Ashoka und Jambu.

Kriyapada 50, Vers 172. Banane, Panasa, Mango, Matulunga, Granatapfel, Jambira, Likuca, Kokosnuss und Jambu

Kriyapada 50, Vers 173. sind die Früchte der nördlichen Neunergruppe. Im Südosten Wasser aus Meer, Fluss, Teich, See und gutem Brunnen,

Kriyapada 50, Vers 174. dazu Kurkuma-, Puffreis-, Asche- und Kusumbha-Wasser: neun insgesamt. Nivara, Mungbohnen, Masha-Bohnen, Senfsamen, Gerste, Shali-Reis,

Kriyapada 50, Vers 175. Sesam, Priyangu und Shyamaka sind für die südwestliche Neunergruppe vorgesehen. Lakshmi, Devi, Harikranta, Musali, Bhringaraja,

Kriyapada 50, Vers 176. Sadabhadra, Shakravalli, Bhita und der einblättrige Lotus bilden der Reihe nach die Stoffe der nordwestlichen Neunergruppe. [Pflanzennamen bleiben ohne ungesicherte botanische Gleichsetzungen.]

Kriyapada 50, Vers 177. Zwei Lotusarten, zwei Kumuda-Arten, drei Utpala-Arten, Indivara und Kalhara gebe man in die nordöstliche Neunergruppe.

Kriyapada 50, Vers 178. Mit Fußwasser und den weiteren Stoffen bade man unter den Brahma- und Gliedermantras sowie den Formeln von „Dies Vishnu …“ an. Nämlich: „Dies hat Vishnu durchschritten …“, „Ihr Wasser seid Erquickung …“,

Kriyapada 50, Vers 179. „Agni preise ich, den vorangestellten Priester …“, „Dich zur Stärkung …“, „Geklärte Butter hat sich gemischt …“, „Süß wehen die Winde dem Wahrhaftigen …“,

Kriyapada 50, Vers 180. „Schwelle an, zusammen mögen dir …“, „Dadhikravan habe ich …“. Mit der östlichen Neunergruppe bade man unter der Hymne „Die Wasser, den König …“,

Kriyapada 50, Vers 181. mit der südlichen unter der Purusha-Hymne, mit der westlichen unter „Was dem Rudra …“, mit der nördlichen unter „Dieses dem Rudra, durch Glut …“.

Kriyapada 50, Vers 182. Mit der südöstlichen Neunergruppe unter „Dieses dem Rudra mit festem Bogen …“, mit dem Abschnitt von „Die Goldfarbenen, Reinen, Läuternden …“ an

Kriyapada 50, Vers 183. unter Verwendung der südwestlichen Neunergruppe; mit der nordwestlichen unter dem ganzen Abschnitt von „Der Goldgehörnte …“ an, jeweils der Reihe nach.

Kriyapada 50, Vers 184. Im Nordosten übergieße man mit der Neunergruppe unter „Zum Heil uns Indra …“, danach mit dem mittleren Shiva-Krug unter der großen Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die einundachtzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 185. Bei hundertacht fülle man in der Mitte den Shiva-Krug mit Edelsteinen, Gold, Kusha-Gras und Wasser. In die äußeren Dreiergruppen kommen

Kriyapada 50, Vers 186. Stoffe von Nyagrodha, Udumbara, Ashvattha, Plaksha, Jambu, Palasha, Shirisha, Bilva, Madhuka, Saptaparna, Asana und Arjuna.

Kriyapada 50, Vers 187. Vom Südosten an Zuckerrohrsaft, Honig, Sesam und die fünf Kuhprodukte. In die östliche Neunergruppe kommen, von der Mitte an, Kusha-Wurzeln und die acht Erden.

Kriyapada 50, Vers 188. Shaka, Priyangu, Masha, Gerste, Weizen, Senf, Mungbohnen, Sesam und Nishpava füllen im Süden die neun Plätze von der Mitte an.

Kriyapada 50, Vers 189. Im Westen fülle man die neun Krüge mit Campaka, Unmattaka, Drona, Ashoka, Kumuda, Utpala, Karavira, Lotus und Jati.

Kriyapada 50, Vers 190. Im Norden fülle man neun mit Bilva, Mango, Badari, Areka, Kokosnuss, Granatapfel, Banane, Panasa und Jambu.

Kriyapada 50, Vers 191. Fluss-, See-, Teich-, Meer- und gutes Brunnenwasser, Safran, Kurkuma, Reismehl und Asche stehen in der südöstlichen Achtergruppe. [Die Liste enthält neun Stoffe für die bezeichnete Achtergruppe.]

Kriyapada 50, Vers 192. Lakshmi, Devi, Harikranta, Saha, einblättriger Lotus, Shakravalli, Sadabhadra und Musali kommen in die südwestliche Achtergruppe.

Kriyapada 50, Vers 193. Zwei Tulasi-Arten, Apamarga, Bhringaraja, Aparajita, Bhita, Damanaka und Durva sind für die nordwestliche Achtergruppe genannt.

Kriyapada 50, Vers 194. Die nordöstliche Achtergruppe fülle man mit den acht Duftstoffen von Sandelholz an. In den Dreiergruppen folgen Shriparni, Shami und Khadira,

Kriyapada 50, Vers 195. Saptacchada, Kakubha, Asana, Kadamba, rotes Sandelholz, Lodhra, Sarala und Sarja,

Kriyapada 50, Vers 196. Bakula, Karnikara, Patala, Aravatha, Tamala, Bilva, Dhatri und die vier Milchsaftbäume,

Kriyapada 50, Vers 197. Rudraksha und Putrajiva: Damit fülle man die Dreiergruppen der Reihe nach. In der Mitte und in den vier Dreiergruppen, von Osten an,

Kriyapada 50, Vers 198. dienen Wurzel-, Brahma- und Gliedermantras als Mantras und Gottheiten. Für die vier Eckfelder sind die vier Gestalten von der Erde an

Kriyapada 50, Vers 199. die Gottheiten; ihre Namen mit Verehrungsendung bilden die Mantras. Im Osten „Die Wasser, den König …“, im Süden die Purusha-Hymne,

Kriyapada 50, Vers 200. im Westen „Was dem Rudra …“, im Norden „Dieses dem Rudra …“: Dies sind die Mantras der Neunergruppen. Die Gottheiten der ersten beiden Hymnen sind Wasser und Vishnu,

Kriyapada 50, Vers 201. die der übrigen beiden ist Rudra. Für die südöstliche Achtergruppe gilt „Dieses dem Rudra mit festem Bogen …“,

Kriyapada 50, Vers 202. für die südwestliche „Die Goldfarbenen, Reinen …“, für die acht nordwestlichen Krüge „Der Goldgehörnte …“.

Kriyapada 50, Vers 203. Für die nordöstliche Achtergruppe gilt die Hymne „Zum Heil uns Indra …“. Rudra, die Wasser, Varuna sowie Indra und Agni sind jeweils die Gottheiten.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 203. Das bedeutet: Mit diesen soll man den Gott übergießen.

Kriyapada 50, Vers 204. Für die acht Dreiergruppen, beginnend mit der Gruppe zwischen Indra und Agni, gelten Angushthamatra und der Bhuvaneshvara Genannte,

Kriyapada 50, Vers 205. Ishana, Ekapingaksha, Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahatejas als Mantras und Gottheiten.

Unnummerierte Erläuterung vor Vers 206. Das heißt: Ihre jeweiligen Namen mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung sind die Mantras.

Kriyapada 50, Vers 206. Dazu „Dies Vishnu …“ und die drei mit „Dadhikravan …“ beginnenden Formeln,

Kriyapada 50, Vers 207. die Rig-Strophe „Agni preise ich …“, „Dich zur Stärkung …“, „Geklärte Butter hat sich gemischt …“ und „Süß wehen die Winde dem Wahrhaftigen …“.

Kriyapada 50, Vers 208. Dies sind die Mantras. Als Gottheit der ersten wird Vishnu genannt; die der drei von Dickmilch an sind die Wasser, die des Rigveda-Anfangs ist Agni.

Kriyapada 50, Vers 209. Bei „Dich zur Stärkung …“ ist es Savitri, bei der Butterformel Agni, bei der Honigformel die Ahnen und bei „Schwelle an …“ der Mond.

Kriyapada 50, Vers 210. Raum, Sonne, Mond und Auftraggeber sind die Gottheiten. Die Mantras sind wie zuvor der in Pankti-Silbenzahl bestimmte, der alldurchdringende Raummantra und der sechssilbige,

Kriyapada 50, Vers 211, erster Teil. Aghorastra und das Waffenmantra. Ihre Gottheit ist Shiva. [Die Zuordnung der letzten Mantras zur vorausgehenden Gottheitenreihe bleibt nicht vollständig eindeutig.]

Unnummerierte Erläuterung innerhalb Vers 211. Das bedeutet: Mit diesen soll man der Reihe nach übergießen.

Kriyapada 50, Vers 211, zweiter Teil, und Vers 212, erster Teil. Mit dem mittleren Shiva-Krug übergieße man Mahadeva unter der großen Vyomavidya. Deren Gottheit ist Shiva selbst.

Abschnittsabschluss. Die hundertacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 212, zweiter Teil, und Vers 213. Bei der Waschung mit zweihundertzweiundfünfzig Krügen fülle man den mittleren wie zuvor mit Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und Wasser. Die acht Neunergruppen in den Richtungen und außerhalb davon

Kriyapada 50, Vers 214. die Neunergruppen in den vier Ecken ergeben hundertacht. Man fülle sie mit den für die Hundertachtform genannten Stoffen,

Kriyapada 50, Vers 215. mit denselben Gottheiten und Mantras. Dann fülle man die Zwölfergruppen in den vier Richtungen der Reihe nach mit folgenden Stoffen und Wasser:

Kriyapada 50, Vers 216. Nandyavarta, Dhurdhura, Kapittha, Kadamba, Malyanga, Bhadra, Dravana und Bilvaka,

Kriyapada 50, Vers 217. Maruka, Padmatulasi, Mundi, Kuravaka und Arjaka in der mittleren Zwölfergruppe im Osten. [Die Worttrennung ergibt mehr als zwölf Namen; keine Streichung.] Soma, Karpuravallika,

Kriyapada 50, Vers 218. Kubjaka, Shatapatra, Karnikara, Baka, weißer Arka, rote Agasti-Blüte, Kancanara,

Kriyapada 50, Vers 219. die beiden Mallika-Arten und roter Karavira kommen in den Süden. Tamala, Madhavi, weißer Mandara und die beiden Patala-Arten,

Kriyapada 50, Vers 220. Gokshura, Bhukadamba, ein Ankola-Spross, die Blüte von Bijapura und ein Lavanga-Spross,

Kriyapada 50, Vers 221. Rajarka und goldene Yuthi kommen in die westliche Zwölfergruppe. Zwei weiße Spross- und Blütenstoffe, weiße Durva, Mahamari,

Kriyapada 50, Vers 222. Kaccora, Ushira, Musta, Palasha-Blüte, weiße und schwarze Unmatta-Blüten, Shephali und Brihati

Kriyapada 50, Vers 223. sind der Reihe nach die Stoffe der mittleren Zwölfergruppe im Norden. Die acht seitlichen Zwölfergruppen fülle man mit klarem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 224. Man gebe Sandelholz, Gold und Blumen hinein. Mit den Neunergruppen bade man der Reihe nach unter den Mantras der Hundertachtform.

Kriyapada 50, Vers 225 mit unnummerierter Fortsetzung. Mit den elf Abschnitten des Rudra-Textes bade man Shiva aus den Zwölfergruppen von Osten an, mit der übrigen Zwölfergruppe unter den Brahmamantras; mit dem mittleren Krug unter der großen Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die zweihundertzweiundfünfzig Krüge.

Kriyapada 50, Verse 226–227. Auch bei dreihundert Krügen fülle man den mittleren mit Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und Wasser. Die acht äußeren fülle man mit den acht Edelsteinen und heiligem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 228. Außerhalb davon fülle man ebenso mit den Stoffen der Hundertachtform unter den Mantras. Die vier inneren Felder der Neunergruppen an den Ecken

Kriyapada 50, Vers 229. fülle man mit reinem Wasser. Von der äußeren pflugförmigen Ecke an verwende man Stoffe, Mantras und Gottheiten wie bei zweihundertzweiundfünfzig.

Kriyapada 50, Vers 230. Nach diesem Füllen fülle man die mittleren Neuner- und Dreiergruppen, zwölf beziehungsweise acht an Zahl, mit Goldwasser.

Abschnittsabschluss. Die dreihundert Krüge.

Kriyapada 50, Vers 231. Bei fünfhundertacht fülle man den mittleren Krug ordnungsgemäß wie zuvor mit den fünf Edelsteinen, Gold und Wasser. [Die hier gelieferte Zahl fünfhundertacht weicht von fünfhundertvier in der Rasterbeschreibung ab.]

Kriyapada 50, Vers 232. Die äußeren Krüge in der Vikara-Zahl, die acht Neunergruppen außen und die acht mittleren Dreiergruppen, hundertzwölf Krüge,

Kriyapada 50, Vers 233. fülle man mit den hundertacht Stoffen und vier weiteren. [Die Gesamtzahl ist in der Quelle fraglich markiert.] Außerhalb davon liegen ringsum in zwei Neunergruppen-Umfassungen

Kriyapada 50, Vers 234. vierzig Neunergruppen. In deren mittlere Krüge gebe man ebenso viele Stoffe.

Kriyapada 50, Vers 235. Mit den vier übrigen Stoffen fülle man die Eckkrüge; alle übrigen Krüge fülle man mit reinem Wasser,

Kriyapada 50, Vers 236. dazu Gold, Duftstoffe und Blumen, ordnungsgemäß unter dem Wurzelmantra. Mit den Krügen der mittleren Umfassung übergieße man unter dem Rudra-Text.

Kriyapada 50, Vers 237. Mit allen äußeren Neunergruppen übergieße man der Reihe nach unter den im Narayana-Text genannten Abschnitten … [Die Bezeichnung vor „Abschnitten“ ist beschädigt und bereits fraglich markiert.]

Kriyapada 50, Vers 238. Mit den neun mittleren Krügen bade man unter Vyomavidya. Oder mit allen Krügen unter den Mantras der Sammlung der Reihe nach,

Kriyapada 50, Vers 239. den Brahmamantras, Shiva-Gayatri, Savitri und Vyomavidya. So übergieße der Guru den Gott; die jeweiligen Hymnen sollen der Reihe nach

Kriyapada 50, Vers 240. acht Brahmanen als Gestaltträger ringsum stehend rezitieren, während sie mit Kusha-Büscheln die Krüge und Shiva berühren.

Abschnittsabschluss. Die fünfhundertacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 241. Bei siebenhundertzwanzig fülle man den mittleren Krug mit Gold, Edelsteinen und reinem Wasser unter Rezitation der Mantrasammlung.

Kriyapada 50, Vers 242. Die zweiundsiebzig Krüge in den acht äußeren Neunergruppen fülle man der Reihe nach mit ebenso vielen Stoffen und den Mantras der Hundertachtform.

Kriyapada 50, Vers 243. Außen liegen in drei Umfassungen zweiundsiebzig Gruppen. Ebenso viele sind die Krüge in der Mitte ihrer Neunergruppen.

Kriyapada 50, Vers 244. In diese gebe man einzeln der Reihe nach ebenso viele Stoffe. Die übrigen zwölf Stoffe gebe man an den Ecken der drei Umfassungen

Kriyapada 50, Vers 245. der Reihe nach in zwölf Krüge, bis zur Richtung Sharvas. In die Gruppen von der mittleren an, einundachtzig an Zahl,

Kriyapada 50, Vers 246. setze man der Reihe nach ebenso viele Wörter der Vyomavyapi-Formel ein und verbinde damit die jeweils bezeichneten sechs Wirklichkeitswege.

Kriyapada 50, Vers 247. Nach vorschriftsmäßiger Verehrung übergieße der Guru den Gott unter der großen Vyomavidya, dem Rudra-Text und den Brahmamantras.

Kriyapada 50, Vers 248. Wie zuvor rezitieren die Brahmanen als Gestaltträger mit Grasbüscheln in den Händen „Was dem Rudra …“, die Purusha- und Shri-Hymne sowie die reinigenden Hymnen.

Abschnittsabschluss. Die siebenhundertzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 249. Bei der Tausendkrug-Waschung mit fünf Umfassungen fülle man den mittleren Shiva-Krug mit Duftstoffen, Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und heiligem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 250. Von den zwanzig Krügen darum fülle man die Eckkrüge vom Südosten an mit Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser und Kuhprodukten.

Kriyapada 50, Vers 251. Die übrigen fülle man mit Milch, geklärter Butter, Honig, Dickmilch, Zuckerrohrsaft, Fruchtwasser, Sud, Kuhurin, Blumen, Kuhmist und Gold,

Kriyapada 50, Vers 252, erster Teil. sowie einzeln mit den fünf Bestandteilen des Bilva, jeweils mit Wasser.

Abschnittsabschluss. Die erste Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 252, zweiter Teil, und Vers 253. In der zweiten Umfassung folgen Durva-, Gersten- und Sesamwasser, Shali- und Wasser von drei Utpala-Arten, Sprosse der vier Milchsaftbäume, Jambu, Shirisha, Palasha, Saptaparna, Asana und Arjuna,

Kriyapada 50, Vers 254. Priyangu, Masha, Weizen, Mungbohnen, Senf, Bambusreis, Nishpava, Mahavrihi, Shyamaka, Anu und Gavithuka,

Kriyapada 50, Vers 255. Masuraka, Kulastha, Adhaki, Jartila, Siddhartha und Nivara: Damit fülle man ordnungsgemäß.

Kriyapada 50, Vers 256. Danach folgen Erden von Fluss, Ameisenhügel und heiligem Badeort in reiner Gegend, von Stier- und Elefanten- sowie Bergspitzen, von Krebsloch und Feld. [Der Wortlaut verbindet die Tier- und Bergangaben undeutlich; die Varianten bleiben in der Sanskritfassung erhalten.]

Kriyapada 50, Vers 257. Erden von den Wurzeln des Palasha, Kusha, Bilva und der Milchsaftbäume, vom Altar, von einem Wildschwein aufgewühlte Erde und Erde vom Gotteshaus,

Kriyapada 50, Vers 258. ferner je Erde von Kumuda-, Utpala- und Lotuswurzeln. Zwei Campaka-Arten, drei Unmatta-Arten, Patala, Gerste,

Kriyapada 50, Vers 259. Ashoka- und Drona-Blüten, vier Karavira-Arten, zwei Lotusarten, zwei Kumuda-Arten und zwei Tuladi-Arten,

Kriyapada 50, Vers 260. Shatapatra, Kubjaka, Madhavi, zwei Mallika-Arten, Saptakala, Nara, Punnaga- und Naga-Blüten,

Kriyapada 50, Vers 261. Rajarka, weißer Arka, Kalhara, Indivara, weißer und roter Mandara, Karnikara, Mahamari,

Kriyapada 50, Vers 262. Arti, Kusumbha-Blüte, weiße und schwarze Aparajita, Palasha-Blüte, Bakula, Nandyavarta und Kadamba,

Kriyapada 50, Vers 263. Damana, Padmatulasi, Mundi, Kuravaka, Hiribera, Maruvaka, Musta, Granthi und Ushira,

Kriyapada 50, Vers 264. Brihati, Aragvadha, Jambu- und Mangosprosse, rote Agasti-Blüte, Mangoblüte und Coraka,

Kriyapada 50, Vers 265. Shephali-Blüte, Lakshmi, Sahadevi, Kritanjali, Bhita, Indravalli, Musali, Bhadra und zwei Durva-Arten,

Kriyapada 50, Vers 266. Harikranta, zwei Bhringaraja-Arten, einblättriger Lotus und Bhukadamba: Dies sind hundertundzweiunddreißig. [Die Pflanzen- und Stoffnamen werden in der gelieferten Abfolge erhalten; unklare Namen werden nicht botanisch präzisiert oder zwecks Summenangleichung verändert.]

Abschnittsabschluss. Die zweite Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 267. In der dritten Umfassung folgen Malyanga, Shami-Blüte und -Blatt, Apamarga, Shankhapushpa, Tapincha und Tamala,

Kriyapada 50, Vers 268. Brahmi, Rudrajata, Suryavartini, Suvarcala, Vanamala, Shyama, Patti und Ravanabilvaka,

Kriyapada 50, Vers 269. Karpuravallika, Somavalli, Dhatri-Spross, die beiden Blüten von Durva und Asana, Baka-Blüte und Arjaka,

Kriyapada 50, Vers 270. Kutaja, Sarala, Kushtha, Sandelholz, rotes Sandelholz, Safran, Mura, Bhamsi, Kampfer und zwei Agaru-Arten,

Kriyapada 50, Vers 271. Jati-Frucht, Manjishtha, Devadaru, Rocana, Khasha, Cashala, Lotussamen, duftende Amalaki und Schwefel,

Kriyapada 50, Vers 272. Kardamom, Gewürznelke, Takkola, Haritala, Manahshila, roter Ocker, Makshika, Kakshi, Sindura, Darada und Shikha,

Kriyapada 50, Vers 273. Eisen, scharfes Eisen, Magnetstein, Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Silber, Gold, Vaikranta und drei Glimmerarten,

Kriyapada 50, Vers 274. Sonnen- und Mondstein, Kristall, Loha, Tuttha und Bronze; Kokosnuss, Mango, Panasa, Banane, Likuca und Granatapfel,

Kriyapada 50, Vers 275. Matulunga, Jambira, Bilva- und Atundika-Frucht, Arekanuss, Badara, Trauben, Orange und Amalaki,

Kriyapada 50, Vers 276. Madhuka, Brahmavriksha, Shriparni, Khadira, Padmaka, Sarja, Lodhra, Rohitaka und Vikankata,

Kriyapada 50, Vers 277. Bilva, Aragvadha, Shaka, Dhatri, Haritaki und Jambu: Von diesen verwende man das Kernholz. Dazu einzeln die neun Edelsteine

Kriyapada 50, Vers 278. von Diamant an der Reihe nach und die zehn goldenen Waffen. Kurkuma-, Gersten-, Weizen- und Shali-Reispulver sowie Asche,

Kriyapada 50, Vers 279. Mehle von Mung-, Masha- und Kulastha-Bohnen, geröstetes Mehl, geröstetes Getreide, Karamba-Speise, Udumba, Bala und Atibala,

Kriyapada 50, Vers 280. Wasser aus Meer, Strom, heiligem Badeort, Stufenbrunnen, Brunnen, Teich, See und Wasserfall sowie Rudraksha, jeweils der Reihe nach.

Kriyapada 50, Vers 281. So fülle man in der dritten Umfassung hundertvierundvierzig Krüge mit den genannten Stoffen.

Abschnittsabschluss. Die dritte Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 282. In der vierten Umfassung fülle man vierhundert Krüge, vermehrt um … Krüge, mit Gold, Kampfer und Safran. [Die zusätzliche Zahl fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 283, erstes Vorkommen, erster Teil. Dazu Flusswasser unter der Shiva genannten Gayatri.

Abschnittsabschluss. Die vierte Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 283, erstes Vorkommen, zweiter Teil, und Vers 284. In der fünften Umfassung sind ebenso zweihundertzweiundsiebzig Krüge. Man fülle sie ordnungsgemäß rechtsherum mit Wasser, Kampfer, Sandelholz und Agaru unter Shivas Savitri.

Kriyapada 50, Vers 285. Danach fülle man die Krüge an den Verbindungen mit heiligem Wasser unter dem Tryambaka-Mantra und gebe Duftstoff und Gold hinein.

Kriyapada 50, Vers 283, zweites Vorkommen. Überall beginne man beim Füllen und Verehren der Krüge der Umfassungen im Osten und ende bei Ishana. Dies gilt auch für die Waschung. [Die Quelle wiederholt 283; eine Marke 286 fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 287. Die Gruppen von neun und mehr fülle man in der Folge Osten, Süden, Westen, Norden, dann Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten; ebenso übergieße man.

Kriyapada 50, Vers 288. Ishana bis Sadyojata sind die Herren der Umfassungen von der Mitte an; ebenso Sadashiva und die folgenden und die Kalas von Shantyatita an.

Kriyapada 50, Vers 289. Auch die Wirklichkeitswege befinden sich der Reihe nach in diesen Bereichen von der Mitte an. Im mittleren Shiva-Krug und in sämtlichen Krügen

Kriyapada 50, Vers 290. vergegenwärtige man die sechs Wirklichkeitswege sowohl in ihrer Gesamtheit als auch einzeln. Überall gebe man Gold im Gewicht eines Masha in die Krüge,

Kriyapada 50, Vers 291. oder die Hälfte oder nochmals die Hälfte, entsprechend größter, mittlerer und kleinster Form. In den mittleren Shiva-Krug gebe man drei, zwei oder einen Nishka Gold.

Kriyapada 50, Vers 292. Für alle Krüge gilt gemeinsam: Füllen mit reinem Wasser, ausgenommen die mit Kuhprodukten, Honig und Zuckerrohrsaft; dazu Tuch, Grasbüschel und Gold.

Kriyapada 50, Vers 293, erster Teil. Sprosse und Deckel sind auch bei den Krügen mit Kuhprodukten und den weiteren Stoffen gleich.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 293, zweiter Teil, und Vers 294. Bei tausendacht fülle man den Shiva-Krug ordnungsgemäß wie zuvor mit Wasser, Edelsteinen, Gold und Duftstoffen. In den Fünfergruppen der Hauptrichtungen von Osten an fülle man der Reihe nach die zwanzig Stoffe ein,

Kriyapada 50, Vers 295. unter den Mantras wie zuvor. Die Fünfergruppen vom Südosten an fülle man mit reinem Wasser, Kampfer und Blumen.

Abschnittsabschluss. Die mittlere Gruppe.

Kriyapada 50, Vers 296. In der äußeren zweiten Gruppe fülle man die Neunergruppen in der Vikara-Zahl mit den für die dritte Umfassung genannten Stoffen von Malyanga an.

Abschnittsabschluss. Die zweite Gruppe.

Kriyapada 50, Vers 297. In der dritten Gruppe fülle man die Neunergruppen der vier Hauptrichtungen mit den für die zweite Umfassung genannten Stoffen von Durva bis Nivara,

Kriyapada 50, Vers 298. außerdem mit Lotussamen und Rudraksha, zusammen in der Tattva-Zahl. Bei den übrigen achtzig Neunergruppen fülle man der Reihe nach

Kriyapada 50, Vers 299. die mittleren Krüge mit ebenso vielen Stoffen der zweiten Umfassung von Flusserde an unter Vyomavidya.

Kriyapada 50, Vers 300. Mit den acht übrigen Stoffen fülle man die Türkrüge wie zuvor unter den acht Mantras der Gestaltherren.

Abschnittsabschluss. Die tausendacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 301. Auch bei vier Gruppen fülle man den mittleren Krug wie zuvor. Danach die Krüge in den Richtungen bis zu den Ecken der drei Gruppen,

Kriyapada 50, Vers 302. in den pflugförmigen Gruppen und an den Verbindungen, der Reihe nach wie zuvor mit den genannten Stoffen und Mantras.

Kriyapada 50, Vers 303, erster Teil. Alle Gottheiten, Wirklichkeitswege und weiteren Zuordnungen gelten wie bei den fünf Umfassungen.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit vier Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 303, zweiter Teil, und Vers 304. Bei einundzwanzig Gruppen fülle man den mittleren Krug und die zwanzig um ihn in der mittleren Gruppe mit den Stoffen wie zuvor. Danach fülle man die mittleren Krüge der zwanzig äußeren Gruppen

Kriyapada 50, Vers 305. mit den zwanzig Stoffen von Durva bis Weizen. Die Krüge der äußeren Umfassung der Gruppen in den acht Richtungen,

Kriyapada 50, Vers 306. achtundzwanzig in jeder Gruppe, fülle man der Reihe nach mit ebenso vielen genannten Stoffen von Mungbohnen an.

Kriyapada 50, Vers 307. Die Krüge der vier inneren Gruppen fülle man mit Safranwasser und Gold. Die acht seitlichen äußeren Gruppen fülle man

Kriyapada 50, Vers 308. der Reihe nach mit Kuhurin, Kuhmist, Milch, Dickmilch, geklärter Butter, Zuckerrohrsaft, Honig und Kokoswasser.

Kriyapada 50, Vers 309. Die Krüge in den vier Ecken innerhalb der jeweils zwanzig Felder der Gruppen in den acht Richtungen fülle man mit den übrigen Stoffen.

Abschnittsabschluss. Die einundzwanzig Gruppen.

Kriyapada 50, Vers 310. Nun werden die Gottheiten und Mantras der tausend Krüge einzeln nach den Umfassungen der Reihe nach erklärt.

Kriyapada 50, Vers 311. Auch bei den Anordnungen mit neun und weiteren Gruppen sind die Umfassungen jeweils fünffach zu bestimmen, wie bei den fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 312. Die Gottheit des mittleren Shiva-Kruges ist Sadashiva. Brahma-, Glieder- und Wurzelmantras sowie Vyomavidya sind seine Mantras.

Kriyapada 50, Vers 313. Die Gottheiten der innersten Umfassung sind die acht Gestalten, die der zweiten die Shaktis von Vama an.

Kriyapada 50, Vers 314. Die Gottheiten der dritten sind die Gestaltherren von Sharva an. In der vierten folgen Angushthamatraka,

Kriyapada 50, Vers 315. Bhuvaneshana, Ishana, Ekapingekshana, Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti.

Kriyapada 50, Vers 316. In der fünften Umfassung sind es die zu den zehn Richtungen gehörenden hundert Rudras. Kapalisha, Agnirudra, Yamya und der Nirriti Genannte,

Kriyapada 50, Vers 317. Bala, Shighra, Nidhisha und als achter Vidyadhipati gelten der Reihe nach als Oberherren der Gruppen in den acht Richtungen.

Kriyapada 50, Vers 318. An Türen, Haupt- und Nebenverzierungen stehen die Vidyeshvaras als Beschützer. Mit Fußwasser bade man unter „Dies Vishnu …“, danach unter „Ihr Wasser seid …“.

Kriyapada 50, Vers 319. Mit Ehrenwasser unter „Die Wasser mögen reinigen …“, mit Kuhprodukten unter „Agni preise ich …“, mit geklärter Butter unter „Dich zur Stärkung …“, mit Honig unter „Süß wehen die Winde …“.

Kriyapada 50, Vers 320. Mit Milch unter „Schwelle an …“, mit Dickmilch unter „Dadhikravan …“, mit Zuckerrohrsaft unter „Zu dir, Agni …“, mit Karamba unter „Nicht unser Kind …“.

Kriyapada 50, Vers 321. Mit Sud unter „Die Pferdereiche …“, mit Puffreis unter „Gute Freunde seien uns …“, mit geröstetem Getreide unter „Agni, komm her …“, mit Blumen unter „Die Blumenreiche …“.

Kriyapada 50, Vers 322. Unter „Die mit dem Meer als Ältestem …“ und „Das entstandene Brahman …“ übergieße man Maheshvara mit Kurkuma- beziehungsweise Mehlwasser.

Kriyapada 50, Vers 323. Unter „Die Rakshasas erschlagend …“ mit Senfsamen, unter „Zum Heil uns die göttlichen …“ mit Sesamwasser, unter „Herr der Wohnstätte …“ mit Shali-Wasser, unter „In deinem Gang …“ mit Durva-Wasser.

Kriyapada 50, Vers 324. Mit Lotuswasser unter „Aus Shri geboren …“, mit Utpala-Wasser unter einer Trishtubh-Strophe, mit Erdwasser unter „Rasch, schärfend …“.

Kriyapada 50, Vers 325. Unter der Shri-Hymne mit Duftwasser, unter „Was dem Rudra …“ mit Fruchtwasser, unter Camaka mit Getreidewasser und unter der Purusha-Hymne mit Kernholzwasser.

Kriyapada 50, Vers 326. Unter „Die Wasser, den König …“ bade man mit Edelsteinwasser, unter Tryambaka mit Aschewasser, unter „Dieses dem Rudra …“ mit Brunnenwasser.

Kriyapada 50, Vers 327. Unter „Laut rufend …“ mit Metallwasser, unter Ishana mit Wasserfallwasser, unter Purusha mit Teichwasser, unter Aghora mit Meerwasser.

Kriyapada 50, Vers 328. Unter Vamadeva mit Flusswasser, unter Ajata mit Seewasser, unter „Dies von mir, Ganga …“ mit heiligem Wasser, unter „Duft als Tor …“ mit Kuhmist.

Kriyapada 50, Vers 329. Unter Rudra mit Kräuterwasser, unter den Svasti-Formeln mit Sprosswasser, unter den reinigenden Hymnen mit Safranwasser, unter Savitri mit Kampferwasser.

Kriyapada 50, Vers 330. Unter „Die Goldfarbenen, Reinen …“ mit Kusha-Wasser, unter „Deren König …“ mit Wasser und den fünf Bestandteilen des Bilva.

Kriyapada 50, Vers 331. Mit Kuhurin übergieße man unter „Deren Gott …“, mit Sprosswasser unter „Mit friedvollem Auge mich …“.

Kriyapada 50, Vers 332. Mit Mineralwasser bade man unter „Der Läuternde, das Himmelslicht erzeugend …“, und der Reihe nach mit den Formeln von „Jatavedas, das Reinigungsmittel …“ bis zum Ende des Abschnitts.

Kriyapada 50, Vers 333. Mit Gersten-, Masha- und weiteren Pulvern bade und reibe man ab. Mit dem Wasser der goldenen Waffen unter „Im unermesslichen Wasser …“

Kriyapada 50, Vers 334. und mit Rudraksha-Wasser unter „Der Hinüberführende, sich erfreuend …“ übergieße man Mahadeva, jeweils mit Blumen, Räucherung und Wasser dazwischen. [Die hier angeführten Hymnen sind überwiegend nur durch ihre Anfänge bezeichnet, keine vollständigen Rezitationstexte.]

Kriyapada 50, Vers 335. Von der innersten bis zur äußersten Umfassung bade man Shiva mit den Krügen der Reihe nach entsprechend Haupt- und Zwischenrichtungen.

Kriyapada 50, Vers 336. Nach jeder Waschung aus einer Umfassung, Gruppe oder Neunergruppe bade man unter Shivas Gayatri mit kaltem Wasser und Blumen.

Kriyapada 50, Vers 337. Nach der Verehrung mit Blumen und Räucherung bade man immer wieder, bis alle Krüge in der genannten Reihenfolge verwendet sind.

Kriyapada 50, Vers 338. Dann reibe man unter Ishana mit den vorgeschriebenen Abreibestoffen: Brahmi, Vaishnavi, Raudri, Vimala, Kritanjali,

Kriyapada 50, Vers 339. Kurkuma, Sahadevi, Shirisha, Suryavartini, Sadabhadra und Kusha-Spitzen; damit zusammen reibe man Shiva ab.

Kriyapada 50, Vers 340. Mit einem Büschel aus fünfzig Darbha-Halmen besprenge man ihn unter „Zum Heil uns Indra …“, bade ihn mit Wasser und vollziehe dann die Lichtschwenkung.

Kriyapada 50, Vers 341. Mit den aus Reismehl und weiteren Stoffen gefertigten acht Glückszeichen des Gottes in goldenen oder anderen Gefäßen sowie weiteren Zeichen und den Waffen der Weltenhüter,

Kriyapada 50, Vers 342. mit hohen Teiglampen, mit Durva, Senfsamen, Lotus, Dickmilch und unversehrtem Reis, schön angeordnet, schwenke man das Licht vor dem Allgegenwärtigen unter dem Purusha-Mantra.

Kriyapada 50, Vers 343. Dabei ertönen ununterbrochen Gesang, Tanz und Instrumente: Muschelhorn, Kahala, Gomukha, Timila, Anaka, Bheri und weitere.

Kriyapada 50, Vers 344. Unter anschwellender Veda-Rezitation und Glücksrufen wie „Sieg!“ schwenke man das Licht und bade erneut ebenso. Dann übergieße man mit dem mittleren Krug.

Kriyapada 50, Vers 345. Anschließend trockne man mit einem reinen Tuch. Mit sehr feinen, neuen Woll- oder Baumwollgewändern

Kriyapada 50, Vers 346. bekleide man den Gott unter dem Wurzelmantra und gebe Fußwasser unter Ishana. Mit dem Herzmantra bringe man den Gesichtern Ehrenwasser und mit dem Augenmantra Mundspülwasser dar.

Kriyapada 50, Vers 347. Dann schmücke man mit goldenen, von verschiedenen Edelsteinen verzierten Schmuckstücken, von der Krone bis zum Schmuck des Sockels, wie es schön erscheint.

Kriyapada 50, Vers 348. Unter dem Gesichtsmantra schmücke man und reiche auch mit dem gestalttragenden Mantra Mundspülwasser. [Der letzte Ausdruck und sein Bezug sind in der Quelle fraglich.] Mit fein verriebenem Sandelholz, Kampfer und kaltem Wasser,

Kriyapada 50, Vers 349. gemischt mit Safran und Agaru, bestreiche man unter Vamadeva. Mit Blumen und Kränzen schmücke man unter Ajata.

Kriyapada 50, Vers 350. Mit schwarzem Agaru und reichlich Kampfer, zusammen mit Zucker, räuchere man Shambhu unter dem Haarschopfmantra; das Licht gebe man unter dem Schutzmantra.

Kriyapada 50, Vers 351. Mit Lampen, die kampferhaltige Dochte und duftende Brennstoffe haben, schwenke man das Abendlicht unter dem Waffenmantra und setze es ab.

Kriyapada 50, Vers 352. Die wohlschmeckende Speisegabe bereite man aus ebenso vielen Prastha Shali-Reiskörnern, wie Krüge vorhanden sind; oder der Hälfte beziehungsweise nochmals der Hälfte.

Kriyapada 50, Vers 353. So ergeben sich größte und folgende Speisegaben, reichlich mit passender geklärter Butter übergossen. Gut bereiteten Milchreis, Dickmilchreis mit Kurkuma,

Kriyapada 50, Vers 354. Krisara-Reis, Rohzuckerreis und Mungbohnenreis bringe man der Reihe nach vor den Gesichtern von Ishana an dar, reichlich mit geklärter Butter versehen.

Kriyapada 50, Vers 355. Überall kommen Dickmilch, Honig, geklärte Butter, Kristallzucker und Saft hinzu, ebenso Suppe, gute Beilagen, Wurzeln, Früchte und Süßkugeln.

Kriyapada 50, Vers 356. Dies bringe man Sharva dar, dazu kühles, duftendes Wasser mit Gewürznelken, Jati, Takkola, Kampfer und Kardamom.

Kriyapada 50, Vers 357. Man gebe Wasser zum Waschen der Hände und zum Mundspülen. Betel mit Jati-Frucht, Takkola, Kampfer und Arekanuss

Kriyapada 50, Vers 358. bringe man dar, preise den Gott und verneige sich voller Hingabe. Man umschreite Shiva rechtsherum und fasse das Feuer der Reihe nach zurück.

Kriyapada 50, Vers 359. Shiva aus dem Feuer vereinige man mit dem Krug, Shiva aus dem Krug mit dem Herzen. Nach der Entlassung von Tür- und Weltenhütern speise man Guru und Gestalthüter,

Kriyapada 50, Vers 360. Rezitierende, Helfer, Brahmanen, Träger religiöser Kennzeichen, Arme, Blinde, Bedrängte und andere nach Speise verlangende Menschen.

Kriyapada 50, Vers 361. Man erfreue sie mit guter Speise und geklärter Butter und bedenke sie nach der bei der Einsetzung genannten Reihenfolge mit Vergütungen, Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben.

Kriyapada 50, Vers 362. Nach Gaben von Kühen, Dörfern, Elefanten, Pferden und weiteren Gütern trete der Auftraggeber heiteren Sinnes mit dem Acharya ein; Füße, Hände und Gesicht sind gewaschen.

Kriyapada 50, Vers 363. Nach dem rituellen Wasserschluck verneige er sich drinnen vor dem Herrn und bitte um Gunst. Er nehme Wasser mit Duftstoff, Durva und Blumen in die Hand

Kriyapada 50, Vers 364. und übergebe die Frucht von Waschung, Verehrung, Geben und allen weiteren Handlungen restlos Sharva zu Füßen, mit folgenden Versen.

Kriyapada 50, Vers 365. „Mit dem heiligen Urlaut: Ohne geizige Verheimlichung, voller Hingabe und nach meinem Vermögen habe ich dich gebadet und verehrt und gegeben, was zu geben war.

Kriyapada 50, Vers 366. All dies von mir, Herr der Götter, nimm gnädig an, zusammen mit der Mutter! Möge dies mir die Frucht erwirken!“

Kriyapada 50, Vers 367. So übergebe es, wer Genuss wünscht. Wer Befreiung wünscht, spreche entsprechend: „Durch deine Gnade, Herr, möge diese Handlung mich nicht binden!“

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 367. So übergebe man die Handlung den beiden Lotusfüßen des Gottes.

Kriyapada 50, originale Marke 368 1/2. Damit ist die im Shaiva-Siddhanta gegründete, großzügige Ordnung der Waschung des ehrwürdigen Mondgekrönten erklärt, von tausend Krügen bis hinab zu neun: ein Wunschbaum für die Bitte um die ersehnten menschlichen Lebensziele.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das fünfzigste Kapitel über die Waschung.

Besinnung zu Kapitel 50

Nach allen Maßen, Stoffen und Handlungen endet das Kapitel mit einer inneren Unterscheidung: Wird die Frucht des Tuns begehrt, oder wird um Freiheit von seiner Bindung gebeten? Für heutige Yoga-Aspiranten kann gerade diese Frage hilfreich sein. Sorgfalt im Handeln und das Loslassen des Anspruchs auf seine Früchte lassen sich miteinander üben. Die beschriebenen Tempelwaschungen bleiben ein eigener überlieferter Ritus; die Frage nach der Haltung beim Tun reicht auch in den Alltag.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 50: Die feierlichen Waschungen
Dieses Kapitel entfaltet die rituelle Waschung vom kleinen Aufbau mit neun Krügen bis zu großen, vielfach gegliederten Anordnungen. Raster, Stoffe, Gottheiten und Mantras bilden dabei einen gemeinsamen Ritus. Zahlreiche Bauangaben fehlen bereits in der überlieferten Textfassung. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt; fehlende Pläne werden nicht erschlossen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha pañcāśaḥ paṭalaḥ |

athālpasnapanaṃ pūrvaṃ kaniṣṭhatritayaṃ tataḥ |
madhyasnānāni ca trīṇi śreṣṭhaṃ ca snapanatrayam || 1 ||

navabhiḥ pañcaviṃśatyā tadūrdhvaṃ saptasaptabhiḥ |
ekāśītyāṣṭayuktena śatena dviśatena ca || 2 ||

dvipañcāśadupetena kalaśānāṃ tataḥ param |
tribhiḥ śataistathaiveṣuśataiḥ saptaśatairapi || 3 ||

kṛtisaṃkhyādhikaiścātha sahasrakalaśairapi |
aṣṭottarasahasrairvā sahasrakalaśaistataḥ || 4 ||

vidhivat pūritairuktaṃ snapanaṃ tūttamottamam |
aṣṭottaraśatādīnāṃ * * * * * * paraḥ || 5 ||

p. 482)

madhye tu brahmakalaśaḥ śivenādhiṣṭhito bhavet |
kalaśairnavabhiḥ pūrvamalpākhyaṃ snapanaṃ smṛtam || 6 ||

abhikṛtyādikalaśaiḥ kaniṣṭhasnapanatrayam |
aṣṭhottaraśatādyaistu * * * * * * * * || 7 ||

  • * * * * * * * * * snapanatrayam |
    snapanānāṃ kramādeṣāṃ

maṇḍapāt pṛthageva hi || 8 ||

rāmeṣumuninandaiśca rudrātijagatīkarāḥ |
atiśakarikātyaṣṭikarairatidhṛtermitaiḥ || 9 ||

ekaviṃśatihastaiśca daśadhā snānamaṇḍapāḥ |
sahasrakalaśasyātha * * * * * mādhamāḥ || 10 ||

pañcaviṃśatihastaḥ syādekonatriṃśatā tataḥ |
madhyamaḥ syāt tu hastānāṃ trayastriṃśadbiruttamaḥ || 11 ||

svasvamaṇḍapahastānāṃ saṃkhyayaikādhikāḥ kramāt |
stambhāḥ syuḥ susamāḥ sarve'pyekajātitarūdbhavāḥ || 12 ||

navatālocchritāstvalpe snapane'thādhamādiṣu |
rudrātijagatīsaṃkhyaiścātiśakvarikāmitaiḥ || 13 ||

tālaiḥ stambhā bhavantyuccāt kramāt tatkuṭṭimopari |
tannāho'rkāṅgulairalpe tato dvitricaturguṇaiḥ || 14 ||

aṅgulaiḥ stambhanāhāḥ syuḥ kaniṣṭhādiṣu ca triṣu |
lupāvaṃśānuvaṃśādyamūrdhvapracchādanaṃ tathā || 15 ||

praśastatarupūgādyairnālikeradalādibhiḥ |
maṇḍapānāṃ vidheyaṃ syād yathāyuktyupapattitaḥ || 16 ||

caturaśrāścaturdvārā madhyastambhavivarjitāḥ |
praśastayonayaḥ sarve kartavyā maṇḍapāḥ kramāt || 17 ||

sūryavasvṛtumātroccaṃ śreṣṭhādyaṃ maṇḍapasthalam |
iṣṭakādārumṛtsnābhiḥ parito baddhakuṭṭimam || 18 ||

p. 483)

tatra vāstubaliṃ dattvā takṣakarma visṛjya tu |
puṇyāhaṃ vācayitvā tu vāstuhomaṃ ca kārayet || 19 ||

tattatkalaśasaṃkhyākān brāhmaṇāṃstatra bhojayet |
asāmarthye tadardhaṃ vā tato'rdhaṃ vā yathāvidhi || 20 ||

darbhamālāparivṛtaṃ savitānaṃ satoraṇam |
stambhaiḥ sadvasanacchannairmuktādāmāvalambitam || 21 ||

svālepitatalaṃ ramyaṃ dhūpitaṃ candanokṣitam |
sadvārakalaśaṃ nānāphalālambitanīprakam || 22 ||

alaṅkṛtya yathāśobhaṃ śaktitaḥ snānamaṇḍapam |
saptame pañcame vāhni sarvaṃ snapanavāsarāt || 23 ||

kṛtvāṅkurārpaṇaṃ samyak puṇyāhaṃ vācayet tataḥ |
upalipyaiṣu gavyena prokṣya cā(ve? vo)kṣaṇādibhiḥ || 24 ||

saṃskṛtya dhṛtisaṃskārairvikirakṣepapūrvakam |
kumbhāstravardhanīpūjābhramaṇārcanataḥ param || 25 ||

astrarakṣāṃ ca kṛtvā tu sūtraiḥ piṣṭāvarūṣitaiḥ |
kurvīta padavinyāsaṃ prāgudagvyāyataiḥ samam || 26 ||

padāni cādhamādīni ravimanvaṅgulāni ca |
vikāramānāṅgulaiśca caturaśrāṇi kalpayet || 27 ||

tadyathā -

dvikare caturaśre tu sūtrairnavapadīkṛtaiḥ |
tatra madhyapade kṛtvā tenālpasnapanaṃ smṛtam || 28 ||

alpasnapanapadādhikāraḥ |

saptasaptapuṭe kṣetre madhye nava padāni tu |
nidhāya paritaḥ paṅkimekaikāṃ dikṣu mārjayet || 29 ||

vīthyarthaṃ tatra vīthyostu madhye koṣṭhatrayaṃ trayam |
koṇeṣvekai * * * * * * * * * * * * || 30 ||

  • * * * * * * * * * padmaṃ tu saṃlikhet |

pañcatriṃśatikalaśādhikāraḥ |

p. 484)

ekādaśapuṭe kṣetre madhye navapadaṃ bhavet || 31 ||

tanmadhyakoṣṭhe padmaṃ syānnavakasya tu bāhyataḥ |
parito mārjayet * * * * * * * * * * || 32 ||

  • * * * * * * * * * navakāni tu |
    antastrīṇi padānyeṣāṃ madhye

koṣṭhaṃ ca mārjayet || 33 ||

caturdikṣvatha koṇeṣu lumpedantaścatuṣpadam |
koṇāni vyaktakoṭīni saptasaptapadaṃ yathā || 34 ||

  • * * * * * * * * * * * * * * |
    * * * * * * * * madhyanandapadād bahiḥ

|| 35 ||

catasro vīthayaḥ paṅktilopāt syuḥ paritaḥ sphuṭāḥ |
aṣṭadikṣvaṣṭanavakaṃ syānmadhyanavake'mbujam || 36 ||

likhenmadhyapade tvevamekā * * * * * * |
syānmadhyapuṭake kṣetre madhyanandapade'mbujam || 37 ||

tadbāhyapaṅktayo lopyāścatasraḥ prāgudaggatāḥ |
vīthīnāṃ bāhyataḥ paṅktiṃ nidhāya tu caturdiśam || 38 ||

vā * * * * * * * * * * * * * * * |
* * sthanavakeṣvantaḥ koṇaikapadalopataḥ || 39 ||

bhavantyaṣṭottaraśataṃ padānyabjaṃ ca madhyataḥ |
paṅktiṃ nidhāya tu caturdiśaṃ bāhyaikapaṅktikam || 40 ||

parito * * * * * koṇaikapadalopataḥ |
bhavantyaṣṭottaraśataṃ padānyabjaṃ ca madhyataḥ || 41 ||

aṣṭottaraśatasya |
apica

tripañcapuṭake kṣetre prāgvad vīthīcatuṣṭayam |
* * * * * * * *

  • * * * * * * * || 42 ||

paṅktiṃ saṃsthāpya paritaḥ paṅktimekāṃ vilopayet |
vīthyormadhye caturdikṣu navakāni pramārjayet || 43 ||

dvārārthamatha koṇeṣu syāt padānāṃ trisaptakam |

p. 485)

śatasyaiva punaśca

prāgvat tripañcapuṭake saptasaptapadāni tu || 44 ||

madhye nidhāya parito limped vīthīcatuṣṭayam |
saṃsthāpya madhye navakaṃ paritaḥ paṅktilopataḥ || 45 ||

a * * * * * * * * * * * * * * * |
* * * * * koṣṭhāni prāgvadevaṃ bhavanti hi || 46 ||

dikṣu prakṛtikoṣṭhānāmantaḥkoṇadvaye samam |
catuṣpapdaṃ tad vimṛjenmadhyakoṣṭhaṃ ca lopayet || 47 ||

evaṃ dvādaśa koṣṭhāni pṛ * * * * * * * |

trividhāṣṭottarakalaśādhikāraḥ |

trisaptapuṭake kṣetre madhye nandapade'mbujam || 48 ||

tasyātha parito vīthyaścatasraḥ syuraśeṣagāḥ |
tadbāhye navakānyaṣṭau tadbāhye * * * * * || 49 ||

  • thā tathā vīthyagrāṇi mārjayitvā samantataḥ |

dvipañcāśatsamadhikaṃ padānāṃ dve śate sphuṭam || 50 ||

dvipañcāśadadhikaśatadvayakalaśādhikāraḥ |

kalaśatriśatake

  • * * * * * * * * grakalaśāṣṭakam |
    parito mārjayet paṅktiṃ

tadbāhye paṅktyatikramāt || 51 ||

dikṣu paṅktirvilopyā syāt tasmāt koṣṭhatrayād bahiḥ |
parito *

  • * * * * * * * * * * || 52 ||
  • * * * ṅktimākoṇaṃ bāhyavīthyāṃ niyojayet |
    evaṃ pratidiśaṃ

vīthīṣaṭkaṃ svavyāyataṃ bhavet || 53 ||

koṇaṣoḍaśakoṣṭhānāmantaḥkoṇacatuṣṭayam |
* * * * * * * * * *

  • * * * || 54 ||

evaṃ padāni triśataṃ kalaśatriśate smṛtam |
madhyabrahmapadāmbhoje śivākhyaḥ kalaśo'pi ca || 55 ||

triśatakalaśādhikāraḥ |

p. 486)

ekatriṃśatpuṭe * * * * * * * * * * |
* * * * * parito vīthyai lumpedaśeṣataḥ || 56 ||

tadbāhyapaṅkterbāhye ca paṅktiṃ tadvad vilopayet |
tatastrikoṣṭhāt paritastripadācca paraṃ tataḥ || 57 ||

vīthī * * * * * * * * * * * * * * |
* * * * * * diśaṃ vīthayo'ṣṭau bhavanti hi || 58 ||

aṣṭau ca catvāriṃśacca navakānyatra sarvataḥ |
aṣṭāviṃśatisaṃkhyāni trikānyapi bhavanti hi || 59 ||

ekakoṣṭhacatuṣkaṃ ca madhye padmaṃ ca śobhanam |
* * * * * * * * *

  • * * * * * * || 60 ||
  • ttatkoṭiprasiddhyarthaṃ tānyapi dvādaśaiva hi |
    tatsaṃkhyāḥ

kalaśāsteṣu madhye śivaghaṭo'dhikaḥ || 61 ||

evaṃ vedādhikāni syuḥ padapañcaśatāni hi |

caturadhikapañcaśatakalaśādhikāraḥ |

  • * * * * * * * * * * ya vilaṅghanāt || 62 ||

ekaśo mārjayet paṅktīḥ prācīnāścodagāyatāḥ |
evaṃ pratidiśaṃ tatra vīthayoṣṭau bhavanti hi || 63 ||

madhye cāṣṭadiśāsvevamekāśītipadāni hi |
pṛthaṅ navaiva vyūhāḥ syurmadhyavyūhe tu madhyataḥ || 64 ||

mārjayennavakaṃ tasmin padmamaṣṭadalaṃ likhet |
evaṃ hi viṃśatyadhikaṃ padasaptaśataṃ smṛtam || 65 ||

madhye'bje cādhikastvekaḥ kalaśaḥ śivasaṃjñitaḥ |

viṃśatyadhikasaptaśatakalaśādhikāraḥ |

kṣetre vibhājite pañcacatvāriṃśatpuṭe same || 66 ||

pañcapañcapadairmadhye padme śivaghaṭo bhavet |
tadbāhyapaṅktiṃ parito vīthyai lumpecca tadbahiḥ || 67 ||

p. 487)

ekāṃ tisraśca paṅktī dve nidhāyāsāṃ tu madhyataḥ |
krameṇa paritaḥ paṅktīrvimṛjed vīthiṣu triṣu || 68 ||

tadbāhye vedapaṅktīstu tyaktvā paṅktiṃ tu mārjayet vīthyarthaṃ paritaḥ prāgvat punaḥ paṅktidvayād bahiḥ || 69 ||

paṅktyā syāt parito vīthīratha padmāccaturdiśam |
pratipaṅktidvayaṃ lumped dvārārthaṃ svadigāyatam || 70 ||

mahāvīthīcatuṣkasya sandhiḥ ṣoḍaśakeṣvapi |
vikārakumbhanyāsārthaṃ rakṣenmadhyapadāni tu || 71 ||

dvāraśobhopaśobhāḥ syuḥ koṇāni ca yathākramam |
antastrīṇi bahiḥ pañca padāni dvāri mārjayet || 72 ||

śo(bhāḥ? bhā) svantastrayaṃ bāhye caikaṃ koṣṭhaṃ vilopayet |
tatastu viparītenāpyupaśobhā vimārjayet || 73 ||

evaṃ dvārāṇi catvāri śobhā dvātriṃśadeva hi |
upaśobhāśca tāvatyaḥ pañcāvaraṇasaṃjñite || 74 ||

sahasrakalaśe jñeyā yathāvadabhisaṃkhyayā |

pañcāvaraṇe sahasrakalaśādhikāraḥ |

kṣetre tvekonapañcāśatpuṭe madhyagataiḥ padaiḥ || 75 ||

navabhiḥ padmamālikhya bāhye paṅktidvayena tu |
vīthī syāt parito bāhyapaṅktau dikṣvekakoṣṭhakam || 76 ||

antarvimṛjya vīthyaikyaṃ nītvā tadvedakoṇake |
antaḥstha tripadaṃ lumpet tato madhyāmbujād bahiḥ || 77 ||

prāgudgvyāyate pa(ṅktau? ṅktī) vāthyai lumpedaśeṣataḥ |
tadbāhye cāpi paritastatastritripadāntaram || 78 ||

prāgudagvyāyatā lopyāḥ pṛthag dvādaśavīthayaḥ |
atra syurmadhyame vyūhe pañcakānyatha ca kramāt || 79 ||

tadbāhye navakāni syurdvādaśaivaṃ caturṣvapi |
caturṣvapi ca koṇeṣu vikāranavakaṃ pṛthak || 80 ||

p. 488)

evaṃ tu navakānāṃ syācchataṃ hi dvādaśādhikam |
athaikaṃ bāhyanavakaṃ caturdikṣu vilopayet || 81 ||

dvārārthaṃ * * * * * * ntyakoṇaikakoṣṭhakam |
vilumpet koṭimadhyasthamevaṃ padasahasrakam || 82 ||

aṣṭottaraṃ hi bhavati madhye caikaṃ saroruham |
bāhye vīthyāstato bāhye śiṣṭapaṅktidvayena tu || 83 ||

dvāraśobhopaśobhārthaṃ * * * * * * * * |
bhavantyākṛtisa * na kalaśāstatpuṭeṣu vai || 84 ||

aṣṭottarasahasraṃ hi padme śivaghaṭastathā |

aṣṭottarasahasrakalaśādhikāraḥ |

tripañcāśatpuṭe kṣetre madhyasthanavakeṃ'mbujam || 85 ||

tadbāhyapaṅktyā parito * * * * * * bahiḥ |
paṅktau dikkoṣṭhamekaikaṃ lumped dvāraprasiddhaye || 86 ||

caturṣvapi ca koṇeṣu pṛthak syāt koṣṭhapañcakam |
tadbahiḥ paritaḥ paṅktiṃ vīthyarthaṃ parimārjayet || 87 ||

dvāraśobhādisiddhyarthaṃ * * * * dvayaṃ nyaset |
tadantarekā parito lopyā paṅktistu vīthaye || 88 ||

antarvīthīṃ samārabhya dikṣu paṅktitrayaṃ trayam |
vimṛjed dvāravīthyarthaṃ bāhye vīthyāṃ ca yojayet || 89 ||

bāhyavīthyāstvathāntaḥsthapaṅktiṣaṭkādanantaram |
antastripaṅktīḥ parito mahāvīthīstu mārjayet || 90 ||

tatrāṣṭadikṣu madhyasthapaṅktau madhyapadāni tu |
rakṣedaṣṭadiśāsvaṣṭau teṣu sandhighaṭān nyaset || 91 ||

bahirvīthīmahāvīthyormadhyaṣaṭpaṅktimadhyataḥ |
tattvakoṣṭhāni saṃsthāpya lopyaṃ paṅktidvayaṃ kramāt || 92 ||

evaṃ kṛte tu paritaḥ ṣaṭtriṃśatkoṣṭhakāni tu |
kṛtisaṃkhyāni tannandapadānyantarvilopayet || 93 ||

p. 489)

koṇeṣviti yāvat |

athāntaḥ sthacatuṣkoṇavyūhāntarvyūhasiddhaye |
tyaktvā paṅktitrayaṃ bāhye paṅktimekāṃ vilopayet || 94 ||

tadantarvedakoṇeṣu padāṣṭaśatakaṃ bhavet |
tṛtīyavītheḥ prārabhya paṅktirekā yathākramam || 95 ||

madhye lopyā mahāvīthiryāvat tāvad vinirgatā |
tatastu tattvakoṣṭhānāṃ dvādaśātra bhavanti hi || 96 ||

antaḥ koṇeṣu teṣāṃ ca nandakoṣṭhāni mārjayet |
(hantavyūhe? antarvyūhe) kṛtighaṭā(n?) dvitīye sāṣṭakaṃ śatam || 97 ||

tṛtīye triśataṃ cātha sasaṃkṛtyuttaraṃ ghaṭāḥ |
sandhiṣvaṣṭau caturthe tu catvāriṃśadghṭādikam || 98 ||

śatāni pañca kumbhānāmevaṃ kumbhasahasrakam |
caturāvaraṇe jñeyaṃ madhye śivaghaṭo'dhikaḥ || 99 ||

bāhyapaṅktidvaye prāgvad dikṣu dvāracatuṣṭayam |
śobhā dvicatvāriṃśat syurubhaśobhāśca tatsamāḥ || 100 ||

koṇāni manukoṣṭhaiḥ syuḥ prāgvat tānyapi mārjayet |
lāṅgalākārakoṇāni sarvavyūhe tu kalpayet || 101 ||

caturāvaraṇe sahasrakalaśādhikāraḥ |

kṣetre tu sūtrite pañcapañcāśatpuṭake same |
ekāśītipadaṃ madhye saṃsthāpya nava saṃpuṭān || 102 ||

prācīnāścāpyūdīrcīnā lopyāḥ ṣaḍ vīthayaḥ pṛthak |
ekāśītipadavyūhāstvevaṃ syuḥ pañcaviṃśatiḥ || 103 ||

paryantavīthī bāhyasthapaṅktiyugmena pūrvavat |
dvārāṇi dikṣu catvāri śobhāścaivopaśobhikāḥ || 104 ||

catvāriṃśat pṛthak kāryāḥ koṇāni manukoṣṭhakaiḥ |
madhyavyūhasya madhyasthanavakenāmbujaṃ likhet || 105 ||

p. 490)

tasyāpi paritaḥ paṅktidvayaṃ vīthyai vilopayet |
tadbāhye ca caturdikṣu dvārārthaṃ tripadāni tu || 106 ||

vimṛjed dvārakoṇeṣu pṛthak syāt padapañcakam |
madhyavyūhād bahirdikṣu vyūhamekaṃ pṛthak pṛthak || 107 ||

aśeṣaṃ vimṛjet teṣu homaṃ kuryād yathāvidhi |
tadbāhye tu kṛtivyūhāsteṣāṃ madhyaikakoṣṭhakam || 108 ||

nidhāya paritaḥ paṅktidvayaṃ vīthyai vilopayet |
tadbhāhye'tha caturdikṣu paṅktyorekaikakoṣṭhakam || 109 ||

dvārārthaṃ vimṛjet tattadbāhyavīthigataṃ tathā |
evamekonapañcāśat kṛtivyūhe padāni vai || 110 ||

bhavanti madhyavyūhe tu viṃśatiścāmbuje ghaṭaḥ |
ityekaviṃśativyūhe sahasrakalaśāḥ smṛtāḥ || 111 ||

brahmasthāne śivākhyastu kalaśaḥ paṅkaje'dhikaḥ |

ekaviṃśativyūhasahasrakalaśādhikāraḥ |

itthaṃ padāni vinyasya paritaścopalipya tu || 112 ||

padāni sitacūrṇena samācchādya nirantaram |
śālīnāmāḍhakaṃ vārdhaṃ prasthaṃ pādena nikṣipet || 113 ||

tadardhaṃ taṇḍulāṃstebhyastilān lājān krameṇa tu |
nikṣipya sthaṇḍilaṃ kuryāt kevala śālibhistu vā || 114 ||

teṣu pratyekaśo darbhān viṣṭarārthaṃ nidhāya tu |
teṣūktān kalaśān sūtraveṣṭitān savidhānakān || 115 ||

kṣālitān dhūpitān kūrcapṛṣṭhān saṃsādayet pṛthak |
athācāryaḥ saśiṣyastu snātaḥ śuklāmbarādibhiḥ || 116 ||

bhūṣitaścāṅgulīyādyaiḥ kṣālitāṅghrikaradvayaḥ |
svācāntaḥ sūpaviṣṭastu bhūtaśuddhiṃ vidhāya tu || 117 ||

maṇḍapād dakṣiṇe samyag vighneśamabhipūjya tu |
samācārya (?) yathāpūrvaṃ sakalīkṛtavigraham || 118 ||

p. 491)

  • * * staṃn vidhāyātha sāmānyārghyakaraḥ kramāt |

prāgvacchāntikalādīni dvārāṇi kusumādibhiḥ || 119 ||

iṣṭvā kṣiptvā ca nārācaṃ prāgvadantaḥ praviśya tu |
astraṃ vinyasya dehalyāṃ vāstupā * * * * * || 120 ||

abhipūjyāsanaṃ ca svaṃ prāṅmukho vāpyudaṅmukhaḥ |
kalaśāṃstu yathoddiṣṭānavokṣyārghyajalaiḥ kramāt || 121 ||

udaṅmukhokṛtyotkūrcān (?) sadāśivatanuḥ svayam |
ādhāraśaktiṃ kalaśaṃ * * * * * * * * || 122 ||

dvādaśāntāmbujendūtthamamṛtaṃ tajjalādikam |
bhāvayan praṇavaṃ sṛṣṭikrameṇoccārayan kramāt || 123 ||

kalaśān pūrayitvā tu proktadravyasamanvitān |
sahemagandhakusumān sitavastrāvṛtān pṛthak || 124 ||

sragdāmālaṅkṛtānuktabilvāśvattha * * yavān |
saśālitaṇḍulāpūrṇaphalopetavidhānakān || 125 ||

samprokṣya teṣu vinyasya tattanmantraṃ ca daivatam |
iṣṭvā pañcopacāraistān homaṃ kuryād yathoditam || 126 ||

alpādikānāṃ snānānāmaṣṭottaraśatāvadhi |
ekāgnāveva hotavyaṃ prākkuṇḍe sthaṇḍile'pi vā || 127 ||

tataḥ saptaśatāntānāṃ caturdikṣu hutaṃ smṛtam |
athāṣṭottarasāhasre sahasrakalaśe'pi ca || 128 ||

aṣṭadikṣu pratiṣṭhoktakuṇḍeṣvādhāya pūrvavat |
sivānalaṃ tu madhyāgnervibhajya tu? yathāvidhi || 129 ||

svadikṣu brahmabhiścāṅgairjuhuyurgurumūrtipāḥ |
vyūhaikaviṃśatiryatra sahasrakalaśe smṛtā || 130 ||

tatra dikṣvaṣṭakuṇḍeṣu tathaivāntaścaturdiśam |
vyūheṣu mārjiteṣvagniṃ juhuyād brahmabhiḥ kramāt || 131 ||

samidājyacarūn lājān siddhārthāṃśca tilān yavān |
tattatkalaśasaṃkhyātamardhaṃ pādamathāpi vā || 132 ||

p. 492)

mūlena hutvā mūrtyaṅgairjuhuyustaddaśāṃśataḥ |
tatsampātaghṛtaṃ sarvamekīkṛtya kuśāgrataḥ || 133 ||

kalaśeṣu kṣipet kiñcinnivedyāntaṃ yajet punaḥ |
sarvaṃ karmeti sāmānyaṃ snapanānāmudīritam || 134 ||

sādhāraṇakarmādhikāraḥ |

dravyadaivatamantrāstu snapanānāṃ yathākramam |
likhyante navakādīnāṃ śaivatantrapracoditāḥ || 135 ||

māṇikyaṃ mauktikaṃ vajraṃ pravālaṃ ca harinmaṇiḥ |
puṣyarāgaśca vaiḍūryaṃ nīlaṃ gomedakaṃ kramāt || 136 ||

madhyendrayāmyāpyasaumyavahnirakṣonileśagān |
kalaśān maṇibhiścoktairgandhapuṣpakuśāmbubhiḥ || 137 ||

īśādibrahmabhiścāṅgairabhipūryābhiṣecayet |
madhyādipūraṇe tvaindrānmadhyāntasnapane kramaḥ || 138 ||

astraṃ caivāstravardhanyāṃ śivakumbhāntike yajet |
puṣpāmbudhūpāntaritaṃ catuṣkānantaraṃ yathā || 139 ||

āporājānamādyād vā madhyena vyomavidyayā |

navakasya |

pañcaviṃśatikasyāpi pañcaratnāmbu madhyataḥ || 140 ||

pūrayed brahmakalaśe śivena samadhiṣṭhite |
pādyamācamanaṃ cārghyaṃ pañcagavyaṃ diśāsvatha || 141 ||

āgneyādipadeṣvājyaṃ madhu kṣīraṃ tathā dadhi |
pūrvatrike cekṣurasakaṣāyāmbu phalāmbu ca || 142 ||

catuḥkṣīrāgabilvānāṃ tvagbhiḥ siddhaṃ kaṣāyakam |
lājāmbu caiva gandhāmbu puṣpāmbhaścaiva dakṣiṇe || 143 ||

hemāmbhaḥ padmarāgāmbho muktāmbhaḥ paścime trike |
yavodakaṃ pravālāmbu tilāmbhaścottaratrike || 144 ||

dūrvotpalakuśāmbhāṃsi śālyambhaścānalādiṣu |
mūlaṃ brahmāṇi cāṅgāni madhye mantrāśca daivatam || 145 ||

p. 493)

pūrvāditrikamadhyasthakoṇasthakalaśeṣu ca |
kṣmādyaṣṭamūrtayo daivaṃ mantrāścānte namonvitāḥ || 146 ||

prāgādipārśvakumbhānāṃ daivamaṅguṣṭhamātrakam |
bhuvaneśāna īśāna ekapiṅgekṣaṇastathā || 147 ||

udbhavaśca bhavaścātha mahādevo mahādyutiḥ |
trikaṃ madhyaghaṭādāpyakumbhādyaṃ pūraṇādiṣu || 148 ||

pādyasyedaṃviṣṇuriti cāpohiṣṭhetyanantaram |
āpaḥ punantvityarghyeṇa cāgnimīleti gavyataḥ || 149 ||

iṣetveti ghṛtenātha madhunā madhuvātataḥ |
āpyāyasveti dugdhena dadhikrāvṇeti vai dadhi || 150 ||

atha pūrvatrike

upatvāgna itīkṣvadbhirmānastokāt phalāmbhasā |

aśvāvatyā kaṣāyeṇa

atha dakṣiṇatrike

  • * * * * * * * sumitrānastu lājakān || 151 ||

gandhāmbhasāgna-āyāhi puṣpavatyā tu puṣpakān |
hiraṇyavarṇāḥ śucayo brahmajajñānamityapi || 152 ||

a(thā?tho) samudrajyeṣṭhādyāt paścimatritayena tu |
rakṣohaṇaṃ vāstoṣpate śannodevyādināpi ca || 153 ||

yavāmbhovidrumāmbhobhistilāmbhobhistathottare |
dūrvāmbhasāyaneteti śriyo jāteti cotpalān || 154 ||

triṣṭubhātha kuśāmbhobhiratha śālyudakaṃ punaḥ |
āśuḥśiśāna-ādyena snapayet pārvatīpatim || 155 ||

madhyasthanavakumbhena mahatyā vyomavidyayā |
athavā brahmabhiścāṅgairgāyatryā śivasaṃjñayā || 156 ||

sāvitryā mūrtimantraiśca snapayed vyomavidyayā |

pañcaviṃśateḥ |

atha tvekonapañcāśatkalaśānāṃ tu madhyataḥ || 157 ||

p. 494)

hiraṇyaratnagandhaistu madhyakumbhaṃ prapūrayet |
pādyācāmārghyagavyājyamadhukṣīradadhīni ca || 158 ||

madhyāṣṭakasya tūktāni pūraṇe'thaindrapañcake |
candanāgarukarpūrakuṅkumośīravāribhiḥ || 159 ||

āgneye pañcake śastaṃ pañcadhānyaiśca nair-ṛte |
kusumotpalakalhārapadmaśvetotpalairapi || 160 ||

vāyavyapañcake'thaiśe mallikājāticampakaiḥ |
pāṭalaiḥ karavīraiśca pañcakaṃ pūrayet kramāt || 161 ||

śivabrahmāṅgamantreśamadhyamaṃ navakaṃ smṛtam |
aindrādikāṣṭadiṅmadhya * * * * * mūrtayaḥ || 162 ||

madhyād dakṣiṇato'ṣṭānāṃ vāmādyāḥ śaktayo yathā |
madhyāduttarakoṣṭhānāṃ śarvādyaṃ mūrtipāṣṭakam || 163 ||

tadanantarakoṣṭhānāṃ vāmabhīmādikāṣṭakam |
śiṣṭānāmaṣṭakoṣṭhānāṃ vidyeśāḥ syuḥ kramādhipāḥ || 164 ||

tanmantrāstārahṛ * * * * * * * * takam |
brahmāṅgaireva madhyasthenāṣṭakenābhiṣecayet || 165 ||

prāgādidikpañcakaistu camakaiḥ snapayecchivam |
pāvamānīhiraṇyādicatuṣkoṇasthapañcakaiḥ || 166 ||

madhye śivaghaṭenāpi snapayed vyomavidyayā |

ekonapañcāśataḥ |

athaikāśītike madhyakalaśe ratnapañcakam || 167 ||

hema coktaṃ satīrthāmbhastadbāhyakalaśāṣṭake |
pādyācāmārghyagavyājyamadhudugdhadadhīnyapi || 168 ||

prācyāṃ tu navake madhye candanaṃ rocanāmaru |
karpūrakuṅkumaṃ kuṣṭhaṃ māṃsīgranthimuraṃ tathā || 169 ||

dakṣiṇe vṛṣaśṛṅgebhadantakṣetranadīmṛdaḥ |
taṭākagirivalmīkakūlīrahradamṛttikāḥ || 170 ||

catuḥkṣīrāgavilvāmramadhūkāśokajambujāḥ |
śubhāstvacadha vāruṇyāṃ navake kramaśaḥ smṛtāḥ || 171 ||

p. 495)

kadalīpanasāmrāṇi mātuluṅgaṃ ca ḍāḍimam |
jambīraṃ likucaṃ cātha nālikeraṃ ca jāmbavam || 172 ||

phalānyudīcyanavake tvathāgneyyāṃ samudrajam |
nādeyamatha tāṭākaṃ hṛdāmbhaḥ śubhakūpajam || 173 ||

haridrālājabhasitakusumbhāmbhāṃsi vai nava |
nīvāramudgamāṣāśca siddhārthayavaśālayaḥ || 174 ||

tilapriyaṅguśyāmākā nair-ṛtyāṃ navake smṛtāḥ |
lakṣmīrdevī harikrāntā musalī bhṛṅgarājakaḥ || 175 ||

sadābhadrā śakravallī bhītā caikadalāmbujam |
vāyavyanavake dravyāṇyetāni syuryathākramam || 176 ||

padmadvayaṃ ca kumudadvayaṃ caivotpalatrayam |
indīvaraṃ ca kahlāramaiśānyāṃ navake kṣipet || 177 ||

pādyādikaistu brahmāṅgairidaṃviṣṇvādibhistathā |

tadyathā -

idaṃ viṣṇurvicakrama āpo hi ṣṭhā mayobhuvaḥ || 178 ||

agnimīle purohitamiṣetvetyādinā tathā |
ghṛtaṃ mimikṣetyādyena madhuvātā-ṛtāyate || 179 ||

āpyāyasva same tu te dadhikrāvṇo akāriṣam |
prācyena navakenāporājānamiti sūktataḥ || 180 ||

yāmyāṃ puruṣasūktena kadrudrādyena paścime |
imāṁ rudrāya tapasa ityudaṅnavakena tu || 181 ||

āgneyanavakenemāṁ rudrāya sthiradhanvane |
hiraṇyavarṇāḥ śucayaḥ pāvakādyanuvākataḥ || 182 ||

nair-ṛtyāṃ navakenātha vāyavyāṃ navakena tu |
hiraṇyaśṛṅgamityādyenānuvākāntataḥ kramāt || 183 ||

aiśānyāṃ śanna-indrādyānnavakenābhiṣicya tu |
madhyasthaśivakumbhena mahatyā vyomavidyayā || 184 ||

ekāśīteḥ |

p. 496)

aṣṭottaraśate madhye ratnahemakuśāmbubhiḥ |
śivakumbhaṃ samāpūrya tadbāhyāṃśatrikeṣvapi || 185 ||

nyagrodhodumbarāśvatthaiḥ plakṣajambupalāśajaiḥ |
śirīṣabilvamadhukaiḥ saptaparṇāsanārjunaiḥ || 186 ||

agnyādiṣvaikṣavaṃ kṣaudraṃ tilaṃ gavyaṃ tu pañcakam |
madhyādipūrvanavake kuśamūlāṣṭamṛttikāḥ || 187 ||

śākapriyaṅgumāṣāśca yavagodhūmasarṣapāḥ |
mudgāstilāśca niṣpāvā yāmye madhyādito nava || 188 ||

campakonmattakadroṇairaśokakumudotpalaiḥ |
karavīrābjajātībhiḥ pūrayet paścime nava || 189 ||

bilvāmrabadarīpūganālikerāṇi ḍāḍimam |
rambhāpanasajambūni kauberyāṃ pūrayennava || 190 ||

nadīhradataṭākābdhiśubhakūpāmbukuṅkumam |
rajanīśālipiṣṭaṃ ca bhasma cāpyanalāṣṭake || 191 ||

lakṣmī devī harikrāntā sahā caikadalāmbujam |
śakravallī sadābhadrā musalī nair-ṛtāṣṭake || 192 ||

dve tulasyāyapāmārgo bhṛṅgarāḍaparājitā |
bhītā damanakaṃ dūrvetyuktaṃ syānmārutāṣṭake || 193 ||

aiśāṣṭakaṃ tvaṣṭagandhaiścandanādyaistu pūrayet |
atha trikeṣu śrīparṇī śamī ca khadiraṃ tataḥ || 194 ||

sptacchadaṃ ca kakubhamasanaṃ ca kadambakam |
raktacandanaloghre ca saralaṃ sarjameva ca || 195 ||

bakulaṃ karṇikāraṃ ca pāṭalāraravathe tathā |
tamālabilvau dhātrī ca catuḥkṣīranagā api || 196 ||

rudrākṣaṃ putrajīvaṃ ca trikepvāpūrayet kramāt |
madhye catustrikāṇāṃ tu pūrvādikramayogataḥ || 197 ||

mūlaṃ brahmāṇi cāṅgāni mantrāḥ syurdaivatāni ca |
koṇakoṣṭhacatuṣkasya kṣmādimūrticatuṣṭayam || 198 ||

p. 497)

daivataṃ cāpi nāmāni mantrāsteṣāṃ namontakāḥ |
āporājānamādyāt prāg yāmye puruṣasūktataḥ || 199 ||

kadrudrādyena vāruṇyāmimāṁ rudrāya cottare |
navakānāṃ tu mantrāḥ syurāpo viṣṇuśca pūrvayoḥ || 200 ||

sūktayordaivataṃ cātha rudraḥ syācchiṣṭayorapi |
āgneyasyāṣṭakasyemāṁ rudrāya sthiradhanvane || 201 ||

hiraṇyavarṇāḥśucayaḥ ityādyaṃ nair-ṛtāṣṭake |
hiraṇyaśṛṅgamityādyād vāyavyāṣṭaghaṭairapi || 202 ||

śanna indrādikaṃ sūktamaiśānyāmaṣṭakasya tu |
rudraścāpo varuṇaścendrāgnī daivataṃ kramāt || 203 ||

etairdevamabhiṣecayediti yāvat |

trikāṇāmatha cāṣṭānāmindrāgnyorantaratrikān |
prārabhyāṅguṣṭhamātraśca bhuvaneśvarasaṃjñakaḥ || 204 ||

īśānaścaikapiṅgākṣa udbhavaśca bhavastathā |
mahādevo mahātejā mantrāstaddevatāśca te || 205 ||

tārādinamontāni tattannāmadheyāni mantrā iti yāvat |
idaṃ viṣṇvādika cātha dadhikrāvṇādikatrayam || 206 ||

agnimīletipūrvā ṛgiṣetvetyādikaṃ tathā |
ghṛtaṃ mimikṣetyādyaṃ ca madhuvātā ṛtāyate || 207 ||

mantrāḥ syurdevatāścāsāmādyāyā viṣṇurucyate |
dadhyāditritayasyāpa ṛgvedādestu pāvakaḥ || 208 ||

iṣetvādyasya savitā ghṛtāderapi cānalaḥ |
madhvādeḥ pitaro daivamāpyāyasvādike śaśī || 209 ||

ākāśo'rkaśca somaśca yajamānaśca daivatam |
mantrāḥ purovat paṅktyarṇavyomavyāpiṣaḍarṇakau || 210 ||

aghorāstraṃ tathāstraṃ ca mantrāstaddevatā śivaḥ |

ebhiryathākramamabhiṣecayediti yāvat |

madhyena śivakumbhena mahatyā vyomavidyayā || 211 ||

p. 498)

abhiṣiñcenmahādevaṃ devatāsya śivaḥ svayam |

aṣṭottaraśatasya |

dvipañcāśatsamadhikadviśatasnapanasya tu || 212 ||

madhyakumbhaṃ yathāpūrvaṃ hemaratnakuśāmbubhiḥ |
pūrayedatha dikṣvaṣṭanavakānyapi tadbahiḥ || 213 ||

catuṣkoṇasthanavakānyapītyaṣṭottaraṃ śatam |
aṣṭottaraśatoktaistu dravyairevābhipūrayet || 214 ||

taireva devatāmantrairatha dvādaśakānyapi |
caturdikṣu kramādebhirdravyairadbhiśca pūrayet || 215 ||

nandyāvartaṃ ca dhurdhūraṃ kapitthaṃ ca kadambakam |
mālyaṅgaścaiva bhadrā ca tadvad drāvaṇabilvakam || 216 ||

marukaṃ padmatulasī muṇḍī kuravakārjake |
madhyadvādaśake prācyāṃ somakarpūravallike || 217 ||

kubjakaṃ śatapatraṃ ca karṇikāraṃ bakaṃ tathā |
śvetārkamaruṇāgastikusumaṃ kāñcanārakam || 218 ||

mallikāyugalaṃ raktakaravīraṃ ca dakṣiṇe |
tamālaṃ mādhavī śvetamandāraṃ pāṭaladvayam || 219 ||

gokṣuraṃ bhūkadambaṃ cādhyaṅkolasya ca pallavaḥ |
bījapūrasya kusumaṃ lavaṅkasya ca pallavaḥ || 220 ||

rājārkaḥ svarṇayūthī ca pratyag dvādaśakasya tu |
śvetapallavapuṣpe dve śvetadūrvā mahāmarī || 221 ||

kaccorośīramustāśca palāśakusumaṃ tataḥ |
sitāsitonmattapuṣpe śephālī bṛhatī tathā || 222 ||

madhyadādaśake saumye dravyāṇi syuryathākramam |
pārśvadvādaśakānyaṣṭāvāpūrya svacchavāribhiḥ || 223 ||

sacandanaṃ hiraṇyaṃ ca puṣpāṇyapyeṣu nikṣipet |
aṣṭottaraśataproktaimastraistairnavakaiḥ kramāt || 224 ||

p. 499)

ekādasānuvākaistu raudradvādaśakaiḥ śivam |
aindrādikaistu saṃsnāpya śiṣṭadvādaśakena tu || 225 ||

brahmabhirmadhyamaṃ kumbhaṃ mahatyā vyomavidyayā |

dvipañcāśadadhikadviśatasya |

kalaśatriśatasyāpi hemaratnakuśāmbubhiḥ || 226 ||

madhyakumbhaṃ samāpūrya tadbāhyakalaśāṣṭakam |
ratnāṣṭakena tīrthādbhiḥ samāpūryāsya bāhyataḥ || 227 ||

aṣṭottaraśatadravyaistathaivāpūrya mantrataḥ |
tatkoṇe navakāntaḥ sthapadānāṃ tu catuṣṭayam || 228 ||

śuddhādbhiḥ pūrayet tasmād bāhyalāṅgalakoṇagāt |
dvipañcāśaddviśatavad dravyairmantraiśca daivataiḥ || 229 ||

pūrayitvā tu tanmadhyanavakāni trikāṇi ca |
dvādaśāṣṭaprasaṃkhyāni hemāmbhobhiḥ prapūrayet || 230 ||

triśatasya |

aṣṭādhikapañcaśate madhyakumbhaṃ tu pūrvavat |
sapañcaratnahemādbhiḥ samāpūrya yathāvidhi || 231 ||

bāhye vikārakumbhāṃśca tadbāhyanavakāṣṭake |
madhyatrikāṣṭake caiva sadvādaśaśa(tān?taṃ) ghaṭān || 232 ||

aṣṭottaraśatadravyaiścaturbhiścaiva pūrayet |
tadbāhyatastu parito navakāvaraṇadvaye || 233 ||

catvāriṃśatprasaṃkhyāni navakāni bhavanti hi |
teṣāṃ tu madhyakumbheṣu tāvaddravyāṇi nikṣipet || 234 ||

śiṣṭadravyacatuṣkeṇa koṇakumbhāṃstu pūrayet |
śiṣṭāṃstu kalaśān sarvāñ śuddhāmbhomiḥ prapūrayet || 235 ||

sahemagandhakusumān mūlena tu yathāvidhi |
madhyāvaraṇakumbhaistu rudreṇaivābhiṣecayet || 236 ||

tadbāhye navakaiḥ sarvaiḥ kramānnārāyaṇoditaiḥ |
adhya(?)gatha vallībhirabhiṣicya krameṇa tu || 237 ||

p. 500)

madhyasthanavakumbhena snapayed vyomavidyayā |
athavā sarvakumbhaiśca saṃhitāmanubhiḥ kramāt || 238 ||

brahmabhiḥ śivagāyatryā sāvitryā vyomavidyayā |
abhiṣiñced gururdevaṃ tattatsūktānyanukramāt || 239 ||

aṣṭau mūrttidharā viprā japeyuḥ paritaḥ sthitāḥ |
kuśakūrcaistu kalaśān saṃspṛśantastathā śivam || 240 ||

aṣṭādhikapañcaśatasya |

atha saptaśate viṃśatyadhike madhyamaṃ ghaṭam |
hemaratnaiśca śuddhādbhiḥ pūrayet saṃhitājapāt || 241 ||

dvāsaptatiṃ tu kalaśāṃstadbāhye navakāṣṭake |
tāvaddravyaiḥ kramānmantrairaṣṭottaraśatoditaiḥ || 242 ||

bāhye dvāsaptativyūhān kramādāvaraṇatraye |
teṣāṃ navakamadhyastha kumbhāstāvanta eva hi || 243 ||

teṣu dravyāṇi tāvanti kramāt tānyekaśaḥ kṣipet |
dravyadvādaśakaṃ śiṣṭaṃ koṇeṣvāvaraṇatraye || 244 ||

kramād dvādaśakumbheṣu śārvāśāntaṃ vinikṣipet |
madhyādikeṣu vyūheṣvapyekāśītiprasaṅgyayā || 245 ||

vyomavyāpipadānyeṣu kramāt tāvanti vinyaset |
tattaduddiṣṭamadhvānaṃ ṣaḍvidhaṃ caiṣu yojayet || 246 ||

saṃpūjya ca vidhānena mahatyā vyomavidyayā |
abhiṣiñced gururdevaṃ rudreṇa brahmabhistathā || 247 ||

prāgvanmūrtidharā viprāḥ kadrudraṃ pauruṣaṃ tataḥ |
śrīsuktaṃ pavamānaṃ ca japeyuḥ kūrcapāṇayaḥ || 248 ||

viṃśatyadhikasaptaśatasya |

pañcāvaraṇayuktasya sahasrakalaśasya tu |
gandhakāñcanaratnaiśca kuśatīrthajalairghaṭam || 249 ||

śivākhyaṃ pūrayenmadhye tadbhāhyaghaṭaviṃśateḥ |
agnyādikoṇakumbhāṃstu pādyācāmārghyagavyakaiḥ || 250 ||

p. 501)

śiṣṭān dugdhaghṛtakṣaudradadhīkṣuphalavāribhiḥ |
kaṣāyatoyagomūtrapuṣpagomayakāñcanaiḥ || 251 ||

pṛthag bilvasya pañcāṅgaiḥ sahāmbhobhiḥ prapūrayet |

prathamāvaraṇasya |

atha dvitīyāvaraṇe dūrvāyavatilāmbubhiḥ || 252 ||

śālyutpalatrayāmbhobhiścatuḥkṣīranagāṅkuraiḥ |
jambūśirīṣapālāśasaptaparṇāsanārjunaiḥ || 253 ||

priyaṅgumāṣagodhumamudgasarṣapavaiṇavaiḥ |
niṣpāvakamahāvrīhiśyāmākāṇugavīthukaiḥ || 254 ||

masūrakakulasthaiścāpyāḍhakībhiśca jartilaiḥ |
siddhārthairapi nīvāraiḥ pūrayet tu yathāvidhi || 255 ||

tato viśuddhadeśasthanadīvalmīkatīrthajāḥ |
vṛ(ṣabhe? ṣebha)giriśṛṅgebhyaḥ kulī(re? ra)kṣetrayormṛdaḥ || 256 ||

palāśakuśabilvānāṃ kṣīrāgānāṃ ca mūlataḥ |
vedyā varāhakṛ(ṣṭai?ṣṭā)śca mṛdo devagṛhasya ca || 257 ||

kumudotpalapadmānāṃ mūlebhyo mṛttikāḥ pṛthak |
campakadvayamunmattatrayaṃ vai pāṭalaṃ yavam || 258 ||

aśokadroṇakusumakaravīracatuṣṭayam |
padmadvayaṃ ca kumudadvayaṃ vai tuladīdvayam || 259 ||

śatapatraṃ kubjakaṃ ca mādhavī mallikādvayam |
saptakālaṃ ca nāraṃ ca puṣpe punnāganāgayoḥ || 260 ||

rājārkaṃ dhavalārkaṃ ca kalhārendīvare tathā |
sitāruṇe ca mandāre karṇikāraṃ mahāmarī || 261 ||

ārtiṃ kusumbhakusumaṃ sitakṛṣṇāparājite |
palāśapuṣpaṃ bakulaṃ nandyāvartaṃ kadambakam || 262 ||

damanaṃ padmatulasī muṇḍī kuravakaṃ tathā |
hīriberaṃ maruvakaṃ mustā gra(nthī? nthi)ruśīrakam || 263 ||

p. 502)

bṛhatyāragvadhau jambūpallavaṃ cūtapallavam |
aruṇāgastikusumamāmrapuṣpaṃ ca corakam || 264 ||

śephālīkusumaṃ lakṣmī sahadevī kṛtāñjaliḥ |
bhītendravallī musalībhadre dūrvādvayaṃ tathā || 265 ||

harikrāntā bhṛṅgarājadvayaṃ caikadalāmbujam |
bhūkadamba itīmāni dvātriṃśadadhikaṃ śatam || 266 ||

dvitīyāvaraṇasya |

tṛtīye'pi ca mālyaṅgaṃ śamīpuṣpaṃ ca taddalam |
apāmārgaḥ śaṅkhapuṣpaṃ tāpiñchaṃ ca tamālakam || 267 ||

brāhmī rudrajaṭā sūryavartinī ca suvarcalā |
vanamālā tathā śyāmā paṭṭī rāvaṇabilvakam || 268 ||

karpūravallikā somavallī dhātryaṅkuraṃ tathā |
dūrvāsanaprasūne dve bakapuṣpaṃ tathārjakam || 269 ||

kuṭajaṃ saralaṃ kuṣṭhaṃ candanaṃ raktacandanam |
kuṅkumaṃ ca muraṃ bhāṃsī karpūraṃ cāgarudvayam || 270 ||

jātīphalaṃ ca mañjiṣṭhā devadāruśca rocanā |
khaṣaṃ caṣālapadmākṣau gandhāmalakagandhakāḥ || 271 ||

elālavaṅgatakkolaharitālamanaśśilāḥ |
gairikaṃ mākṣikaṃ kākṣī sindūraṃ daradaṃ śikhā || 272 ||

ayastīkṣṇamayaskāntastāmraṃ trapu ca pittalam |
sīsakaṃ rajataṃ svarṇaṃ vaikrāntaṃ cābhrakatrayam || 273 ||

(sau? sū)ryendukāntau sphaṭikaṃ lohaṃ tutthaṃ ca kāṃsyakam |
nālikerāmrapanasarambhālikucaḍāḍimāḥ || 274 ||

mātuluṅgaṃ ca jambīraṃ bailvamātuṇḍikāphalam |
pūgaṃ ca badaraṃ drākṣā nāraṅgāmalakīphale || 275 ||

madhūkabrahmavṛkṣau ca śrīparṇīkhadirāvapi |
padmakaṃ sarjalodhrau ca rauhītakavikaṅkatau || 276 ||

p. 503)

bilvāragvadhaśākāśca dhātrī caiva harītakī |
jambūśca sārāṇyeteṣāṃ ratnāni ca pṛthaṅ nava || 277 ||

vajrādikāni kramaśo haimānyastrāṇyatho daśa |
haridrāyavagodhūmaśālīcūrṇāni bhasma ca || 278 ||

mudgamāṣakulasthānāṃ cūrṇānyapi ca saktavaḥ |
dhānāḥ karambāścoḍumbā balā cātibalā tathā || 279 ||

samudrasindhutīrthāmbho vāpīkūpataṭākajam |
hradanirjharatoyaṃ ca rudrākṣaṃ ca yathākramam || 280 ||

itthaṃ tṛtīyāvaraṇe kalaśānāṃ catuṣṭayam |
śataṃ ca catvāriṃśacca dravyairuktaiḥ prapūrayet || 281 ||

tṛtīyāvaraṇasya |

caturthāvaraṇe cātha * * * kalaśottaram |
catuśśataṃ hi kalaśān hemakarpūrakuṅkumaiḥ || 282 ||

nādeyaiḥ pūrayet toyairgāyatryā śivasaṃjñayā |

caturthāvaraṇasya |

pañcamāvaraṇe tadvad dvāsaptatiśatadvayam || 283 ||

kumbhāḥ syustān sakarpūracandanāgaruvāribhiḥ |
pūrayecchivasāvitryā prādakṣiṇyād yathāvidhi || 284 ||

tataḥ sandhisthakumbhāṃstu tīrthatoyena pūrayet |
triyambakena gandhaṃ ca hiraṇyaṃ caiva nikṣipet || 285 ||

sarvatrāvṛtikumbhānāṃ pūraṇe pūjane tathā |
prāgādikaṃ syādīśāntaṃ kramo'yaṃ snapane'pi ca || 283 ||

vyūhānāṃ navakādīnāṃ prāgyāmyāpyaindavāntakam |
agnirakṣonīleśāntaṃ pūrayet snapayedapi || 287 ||

īśānādyāstu sadyāntaṃ madhyādyāvaraṇeśvarāḥ |
sadāśivādayaścāpi śāntyatītādikāḥ kalāḥ || 288 ||

p. 504)

adhvāno'pi punaścaiṣu madhyādyeṣu sthitāḥ kramāt |
madhyame śivakumbhe tu sarveṣu kalaśeṣvapi || 289 ||

smartavyāḥ syuḥ ṣaḍadhvānaḥ samaṣṭivyaṣṭimārgataḥ |
sarvatrāpi ca kumbheṣu svarṇaṃ māṣamitaṃ kṣipet || 290 ||

tadardhaṃ vāpyato'rdhaṃ vā śreṣṭhamadhyādhamakramāt |
tridvyekaniṣkaṃ śreṣṭhādyaṃ madhye śivaghaṭe kṣipet || 291 ||

sāmānyaṃ sarvakumbhānāṃ gavyamadhvaikṣavaṃ vinā |
pūraṇaṃ śuddhatoyena vastraṃ kūrcaṃ ca kāñcanam || 292 ||

pallavāni pidhānaṃ ca gavyādīnāṃ ca tat samam |

pañcāvaraṇasahasrakalaśādhikāraḥ |

aṣṭottarasahasrasya prāgvacchivaghaṭaṃ jalaiḥ || 293 ||

saratnahemagandhaistu samāpūrya yathāvidhi |
pūrvādidikpañcakeṣu dravyairviṃśatibhiḥ kramāt || 294 ||

pūrvavat pūrayenmantraiḥ pañcakānyānalādiṣu |
śuddhāmbhobhiḥ sakarpūraiḥ pūrayet kusumānvitaiḥ || 295 ||

madhyamavyūhasya |

bāhye dvitīyavyūhe tu vikāranavakāni tu |
tṛtīyāvaraṇaproktairmālyaṅgādyaiḥ prapūrayet || 296 ||

dvitīyavyūhasya |

atha tṛtīyavyūhe tu caturdiṅnavakāni tu |
dūrvādinīvārāntaistu dvitīyāvaraṇoditaiḥ || 297 ||

padmākṣarudrākṣābhyāṃ ca tattvadravyaistu pūrayet |
śiṣṭāśītiprasaṃkhyānāṃ navakānāṃ yathākramam || 298 ||

madhyakumbhāṃstu tāvadbhirdvitīyāvaraṇoditaiḥ |
nadīmṛdādikairdravyaiḥ pūrayed vyomavidyayā || 299 ||

p. 505)

aṣṭadravyaistataḥ śiṣṭairdvārakumbhān yathāpuram |
āpūrayet tu mūrttiśamantrairaṣṭābhireva tu |
300 ||

aṣṭottarasahasrakalaśānām |

caturvyūhe'pi madhyasthakumbhaṃ prāgvat prapūrayet |
tatastrayāṇāṃ vyūhānāṃ dikkoṇāntāṃstu diksthitān || 301 ||

vyūheṣu lāṅgalābheṣu kalaśān pūrvavat kramāt |
pūrvoktadravyamantraiśca sandhisthānapi pūrayet || 302 ||

pañcāvaraṇavat sarvaṃ devatādhvādikaṃ smṛtam |

caturāvaraṇasahasrakalaśādhikāraḥ |

ekaviṃśatike vyūhe madhyakumbhaṃ ca tadbahiḥ || 303 ||

viṃśatiṃ madhyamavyūhe prāgvad dravyaistu pūrayet |
tadbāhyaviṃśativyūhamadhyasthakalaśāṃstataḥ || 304 ||

dūrvādiviṃśatidravyairgodhūmāntaiḥ prapūrayet |
tato'ṣṭadikṣu vyūhānāṃ bāhyāvaraṇagān ghaṭān || 305 ||

aṣṭāviṃśatisaṃkhyāṃstu prativyūhaṃ krameṇa tu |
mudgādibhistu tāvadbhiruktairdravyaiḥ prapūrayet || 306 ||

antarvyūhacatuṣkasthakumbhān kuṅkumavāribhiḥ |
saharaṇyaiḥ samāpūrya pārśvavyūhāṣṭakaṃ bahiḥ || 307 ||

gomūtragomayakṣīradadhyājyaikṣavamākṣikaiḥ |
nālikerapayobhiśca krameṇaivābhipūrayet || 308 ||

athāṣṭadikṣu vyūhānāmantarā prativiṃśateḥ |
catuṣkoṇasthakalaśāñ śiṣṭairdravyaistu pūrayet || 309 ||

ekaviṃśativyūhasya |

sahasrakalaśānāṃ tu pṛthagāvaraṇakramāt |
daivatāni ca mantrāśca kathyante kramaśo'dhunā || 310 ||

navavyūhādikānāṃ ca vyūhairāvaraṇāni tu |
pañcadhā pṛthagūhyāni pañcāvaraṇavat kramāt || 311 ||

p. 506)

madhyasthaśivakumbhasya daivataṃ hi sadāśivaḥ |
brahmāṅgāni ca mūlaṃ ca mantrāḥ syurvyomavidyayā || 312 ||

garbhāvaraṇakasyātha devatāstvaṣṭamūrtayaḥ |
dvitīyāvaraṇasyāpi vāmādyāḥ śaktayaḥ smṛtāḥ || 313 ||

tṛtīyasya tu mūrtīśāḥ śarvādyā devatāḥ smṛtāḥ |
caturthāvaraṇasyātha daivamaṅguṣṭhamātrakam || 314 ||

bhuvaneśāna īśāna ekapiṅgekṣaṇastathā |
udbhavaśca bhavaścātha mahādevo mahādyutiḥ || 315 ||

pañcamāvaraṇasyātha śatarudradaśādigāḥ |
kapālīśo'gnirudraśca yāmyo nir-ṛtisaṇjñakaḥ || 316 ||

balaḥ śīghro nidhīśaśca vidyādhipatiraṣṭamaḥ |
eteṣṭadiksthavyūhānāmadhidevāḥ kramāt smṛtāḥ || 317 ||

dvāraśobhopaśobhādau vidyeśā rakṣakāḥ sthitāḥ |
pādyenedaṃviṣṇurādyādāpohiṣṭhetyanantaram || 318 ||

āpaḥ punantvityarghyeṇa cāgnimīleti gavyataḥ |
iṣetveti ghṛtenāpi madhunā madhuvātataḥ || 319 ||

āpyāyasveti dugdhena dadhikrāvṇādinā dadhi |
upatvāgnetīkṣurasānmānastokāt karambhakaiḥ || 320 ||

aśvāvatyā kaṣāyādbhiḥ sumitrāneti lājakān |
agna āyāhi dhānābhiḥ puṣpāvatyā tu puṣpakaiḥ || 321 ||

samudrajyeṣṭhataścāpi brahmajajñānato'pi ca |
haridrādbhiśca saktvadbhirabhiṣiñcenmaheśvaram || 322 ||

rakṣohaṇena siddhārthaiḥ śannodevyā tilāmbhasā |
vāstoṣpatetiśālyadbhirdūrvādbhiścāyaneti vai || 323 ||

padmāmbhobhiḥ śriyaijātāt triṣṭubhā cotpalāmbubhiḥ |
āśuśśiśāna-ādyena snapayenmṛttikāmbubhiḥ || 324 ||

śrīsūktād gandhatoyaistu kadrudreṇa phalāmbubhiḥ |
camakena tu dhānyādbhiḥ sārādbhiḥ pauruṣeṇa tu || 325 ||

p. 507)

āporājānamādyena snapayed ratnavāribhiḥ |
traiyambakena bhasmādbhirimāṃ rudrāya kūpa (pai?jaiḥ) || 326 ||

kanikradādyāllohādbhirīśānānnirjharāmbubhiḥ |
puruṣeṇa taṭākādbhiraghoreṇa samudragāt || 327 ||

vāmadevena nadyadbhirajātena hradāmbubhiḥ |
tīrthairimaṃ me gaṅgeti gandhadvāreti gomayāt || 328 ||

oṣadhyadbhistu rudreṇa svastyādyenāṅkurāmbubhiḥ |
pavamānaiḥ kuṅkumādbhiḥ sāvitryā ghanasārakaiḥ || 329 ||

hiraṇyavarṇāḥ śucaya ityādyena kuśāmbhasā |
yāsā rājeti mantreṇa bilvapañcāṅgavāribhiḥ || 330 ||

yāsāṃ deveti mantreṇagomūtreṇābhiṣecayet |
śivena mā cakṣuṣeti snapayet pallavāmbubhiḥ || 331 ||

snapayed dhātusalilaiḥ pavamānaḥsuvarjanāt |
jātavedaḥpavitrādyairanuvākāntataḥ kramāt || 332 ||

yavamāṣādibhiścūrṇaiḥ snapayed gharṣayet tathā |
ambhasyapāra ityādyāddhaimāstrasalilairapi || 333 ||

taratsamandītyādyena rudrākṣasalilaistataḥ |
abhiṣiñcenmahādevaṃ puṣpadhūpajalāntaram || 334 ||

prārabhya garbhāvaraṇādābāhyāvaraṇāntakam |
krameṇa digvidigyogāt kalaśaiḥ snapayecchivam || 335 ||

ekaikāvaraṇavyūhanavakasnapanādanu |
snapayecchivagāyatryā sapuṣpaiḥśītavāribhiḥ || 336 ||

puṣpadhūpārcitaṃ kṛtvā snapayecca punaḥ punaḥ |
āsamāptestu kumbhānāṃ snapayitvoditakramāt || 337 ||

mārjayenmārjanadravyairīśānena tu coditaiḥ |
brāhmīṃ ca vaiṣṇavīṃ raudrīṃ vimalāṃ ca kṛtāñjalim || 338 ||

rajanīṃ sahadevīṃ ca śirīṣaṃ sūryavartinīm |
sadābhadrāṃ kuśāgrāṇi militvā mārjayecchivam || 339 ||

p. 508)

pañcāśaddarbhakūrcena śanna-indrādinā tataḥ |
saṃprokṣya snapayeccādbhiḥ kuryānnīrājanaṃ tataḥ || 340 ||

śālipiṣṭādivihitairhemāmatrādiṣu kramāt |
devāṣṭamaṅgalaiścānyairlokapālāyudhairapi || 341 ||

uccaiḥ piṣṭapradīpaiśca dūrvāsidhārthapaṅkajaiḥ |
dadhyakṣataiśca sunyastaiḥ puṃsā nīrājayed vibhum || 342 ||

saṃgītanṛttavāditraiḥ śaṅkhakāhalagomukhaiḥ |
timilānakabheryādyairninadadbhiranāratam || 343 ||

vedaghoṣaiśca mūrcchadbhirjayaśabdādimaṅgalaiḥ |
nīrājya tadvat snapayet tato madhyaghaṭena tu || 344 ||

abhiṣicyātha śuddhena vāsasā parimārjayet |
tataḥ susūkṣmairahatairau(kṣṇaiḥ? rṇaiḥ) kārpāsikairapi || 345 ||

paridhāpya ca mūlena pādyaṃ dadyādatheśataḥ |
hṛdayena mukheṣvarghyaṃ netreṇācamanaṃ tathā || 346 ||

dattvā vibhūṣaṇairhemairnānāratnavicitritaiḥ |
makuṭādyairyathāśobhaṃ piṇḍikābhūṣaṇāntakaiḥ || 347 ||

ābhūṣayet tu vaktreṇa rūpiṇācāmayedapi (?) |
candanena supiṣṭena sakarpūrahimāmbhasā || 348 ||

kuṅkumāgarumiśreṇa limped gandhena vāmataḥ |
puṣpairapi ca mālābhiralaṅkuryādajātataḥ || 349 ||

asitāgarukarpūrapūraistu sitayānvitaiḥ |
dhūpayecchikhayā śambhuṃ dīpaṃ dadyācca varmataḥ || 350 ||

sakarpūradaśairdīpaiḥ sugandhādyaiḥ pradīpitaiḥ |
ārātrikamathāstreṇa bhramayitvāvatārayet || 351 ||

naivedyamatha susvādu siddhaṃ kalaśasammitaiḥ |
śālijaistaṇḍulaprasthaistato'rdhairvāpyato'rdhataḥ || 352 ||

śreṣṭhādikaṃ nivedyaṃ syāt tadyuktājyādhikaplutam |
pāyasaṃ cātha dadhyanna saharidraṃ susādhitam || 353 ||

p. 509)

kṛsarānnaṃ gulānnaṃ ca mudgānnaṃ ca yathākramam |
īśānādimukhāgreṣu prājyājyāktaṃ nivedayet || 354 ||

sarvatra dadhimadhvājyasitopalarasottaram |
sasūpaṃ sūpadaṃśāḍhyaṃ samūlaphalamodakam || 355 ||

nivedayīta śarvāya toyaṃ śītaṃ sugandhi ca |
lavaṅgajātitakkolakarpūrailānvitaṃ jalam || 356 ||

hastāvasecanaṃ dattvā pradāyācamanaṃ tathā |
sajātiphalatakkolakarpūrakramukānvitam || 357 ||

tāmbūlaṃ vinivedyātha stutvā natvā ca bhaktitaḥ |
śivaṃ pradakṣiṇīkṛtya cāgniṃ saṃrudhya vai kramāt || 358 ||

vahnisthaṃ ca śivaṃ kumbhe kumbhasthaṃ hṛdi yojayet |
visṛjya dvārakokeśān bhojayed gurumūrtipān || 359 ||

adhyetṝn paricārāṃśca brāhmaṇān liṅginastathā |
dīnāndhakṛpaṇādīṃścāpyanyānannārthino janān || 360 ||

mṛṣṭānnājyaistu santoṣya pratiṣṭhoktakrameṇa tu |
toṣayed dakṣiṇābhiśca vasanābharaṇādibhiḥ || 361 ||

gobhirgrāmairgajāśvādyaiḥ santarpyātha prasannadhīḥ |
yajamānaḥ sahācāryaḥ kṣālitāṅghrikarānanaḥ || 362 ||

svācānto'ntaḥ praviśyeśaṃ namaskṛtya prasādya ca |
sagandhadūrvākusumaṃ jalaṃ saṃgṛhya pāṇinā || 363 ||

snapanārcanadānādeḥ phalaṃ niravaśeṣataḥ |
nivedayīta śarvāya ślokenānena pādayoḥ || 364 ||

oṃ

vittaśāṭhyavihīnena bhaktyā śaktyanurūpataḥ |
snapitaḥ pūjitaśca tvaṃ dattaṃ deyaṃ ca yanmayā || 365 ||

tat sarvaṃ mama deveśa! prasannastvaṃ sahāmbayā |
pratigṛhṇīṣva taccedaṃ mamāstu phalasādhakam || 366 ||

p. 510)

ityarpayed bubhukṣuścenmumukṣurapi tat tathā |
tvatprasādena karmedaṃ māstu me nātha! bandhakam || 367 ||

iti devasya pādābjadvaye karma samarpayet |

iti ha nigadito'yaṃ śaivasiddhāntasiddho daśaśatakalaśādirnandakumbhāvasānaḥ |
snapanavidhirudāraḥ śrīmataścandramaule- rabhimatapuruṣārthaprārthanākalpavṛkṣaḥ || 368 1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde snapanapaṭalaḥ pañcāśattamaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 51: Die Weihe des Sonnengottes

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 51: Die Weihe des Sonnengottes
Die Verehrung von Surya, dem Sonnengott, wird hier in die bereits erklärte Tempelordnung eingeordnet. Besondere Namen, Gestalten und Mantras treten an die Stelle der Shiva zugeordneten Formen. Licht und Bewusstsein werden dabei rituell verbunden, ohne dass der Text die Unterschiede zwischen den einzelnen Gottheiten aufhebt.

Kriyapada 51, Vers 1. Die Einsetzung der Gottheiten von Surya an wurde bereits bei der Einsetzung des Shiva-Linga kurz dargestellt.

Kriyapada 51, Vers 2. Die dort vom Pflügen bis zum Fest gelehrten Handlungen gelten hier ebenso. Die Reihenfolge der Einsetzung von Prinzipien, Gestalten und weiteren Zuordnungen ist überall gleich.

Kriyapada 51, Vers 3. Surya, Vighneshvara, Skanda, Hara-Narayana, Durga, Gauri, Sarasvati, Shasta, Kali und die Mütter

Kriyapada 51, Vers 4. sowie Kshetrapala sollen alle in ihren Heiligtümern als Glieder Shivas oder selbstständig eingesetzt und jeweils gesondert verehrt werden.

Kriyapada 51, Vers 5. Entsprechend den Unterschieden ihrer Gestalten, Gestaltherren, Mantras und Umfassungen werden nun Einsetzung und weitere Handlungen kurz und ordnungsgemäß erklärt.

Kriyapada 51, Vers 6. Suryas Mantras und Verehrung wurden bereits genannt. Bei seiner Einsetzung soll das Hauptbild nach dem Zehn-Tala-Maß hergestellt sein,

Kriyapada 51, Vers 7. mit den bei den Bildmerkmalen genannten Höhen, Breiten und weiteren Maßen. Es kann als Vollbild oder in den anderen Formen aus Gold und weiteren Metallen, Edelstein oder Stein bestehen.

Kriyapada 51, Vers 8. Bei seiner vorbereitenden Lagerung heißen die Torbögen der Halle wie zuvor, von Osten an, Vibhuti, Vimala, Tara und Aradhya.

Kriyapada 51, Vers 9. Pratyusha, Prabhasa, Pradyota, Dyotana, Dandin, Pingala, Canda und Tivra sind die Türhüter.

Kriyapada 51, Vers 10. Je zwei verehre man in Krügen an Ost-, Süd-, West- und Nordtür. Die Banner sind mit den Waffen der Weltenhüter bezeichnet; diese sind ihre zu verehrenden Gottheiten.

Kriyapada 51, Vers 11. Durch Ausstreuen der Streugaben und Umtragen des Surya-Kruges und der Waffenmacht nehme man die Halle in rituellen Besitz. Die Weltenhüter verehre man in ihren Krügen.

Kriyapada 51, Vers 12. Wie zuvor reinige man die Bildgestalt und vollziehe die Öffnung der Augen mit seinem Wurzel- und seinen Gliedermantras; danach die Lagerung im Wasser.

Kriyapada 51, Vers 13. Nach der Rechtsumkreisung des Dorfes bade man ihn in der Halle der Vergegenwärtigung wie zuvor mit neunundvierzig entsprechend gefüllten Krügen. [Die gelieferte Bezeichnung bhāvanamaṇḍapa wird nicht still in „Waschhalle“ geändert.]

Kriyapada 51, Vers 14. Dabei verwende man die Aghamarshana-Hymne, dann „Mit dem Wahren …“, „Heute aufgehend …“ und die reinigenden Hymnen der Reihe nach.

Kriyapada 51, Vers 15. Dann mit Khashokti, Wurzel- und Gliedermantras, mit Savitri und dem achtsilbigen Mantra; mit dem mittleren Krug unter der Gayatri mit zehn Urlauten. [Die Benennung Khashokti steht hier anders als Khashotka in den folgenden Versen.]

Kriyapada 51, Vers 16. Man verehre den Gott, bringe ihn in die Halle der vorbereitenden Lagerung, lege ihn wie zuvor auf das Lager und stelle den Schlafkrug auf.

Kriyapada 51, Vers 17. Im Nordosten stehen Surya-Krug und Waffenmacht, in den vier Richtungen die Gottheitskrüge. Die Prinzipien vom Atman an setze man bis zu Knien, Kehle und Haupt ein,

Kriyapada 51, Vers 18. in die Teile von Brahmas Teil an, verbunden mit den Eigenschaften von Rig-, Yajur- und Samaveda. Scheibe, Purusha und Strahlen setze man der Reihe nach in die drei Teile ein.

Kriyapada 51, Vers 19. Auch die zwölf Gestalten setze man in diese drei Teile ein. Nämlich: Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Denken, Ichbewusstsein und Unterscheidungsvermögen,

Kriyapada 51, Vers 20. Prakriti, Purusha, Zeit und höchster Atman sind die Gestalten. Dhata, Aryaman, Mitra, Varuna, Asha und Bhaga,

Kriyapada 51, Vers 21. Pushan, Vivasvan, Parjanya, Savitri, Indra und Vishnu sind ihre zwölf Hüter. Nun die Shaktis:

Kriyapada 51, Vers 22. Dipta, Sukshma, Jaya, Bhadra, Vibhuti, Vimala, Amogha, Vidyuta und die genannte Sarvatomukhi,

Kriyapada 51, Vers 23. Prabha, Sandhya und Samjna: Diese Shaktis setze man ein. Mit den eigenen Glieder-, Wurzel- und Khashotka-Mantras, mit Savitri, Gestalt- und Gestalthütermantras

Kriyapada 51, Vers 24. und den Shakti-Mantras opfern die Gestalthüter wie zuvor in den Gruben Palasha- und Arka-Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Puffreis, Sesam und unversehrten Reis,

Kriyapada 51, Vers 25. Senfsamen und alle Getreidearten. Danach opfern sie nochmals hundertmal geklärte Butter. Mit der gesammelten Opferbutter und dem Wasser der Friedenskrüge

Kriyapada 51, Vers 26. besprengen Guru und Gestalthüter die drei Teile und berühren sie. Im Sockel vergegenwärtige man die Kraft des Handelns und setze sie ein.

Kriyapada 51, Vers 27. Alles nicht eigens Erwähnte vollziehe man wie zuvor und lasse den Gott rituell ruhen. Morgens bade man, vollziehe die weiteren Handlungen und betrete das innere Heiligtum.

Kriyapada 51, Vers 28. Zum günstigen Zeitpunkt lege man den Schildkrötenstein nieder, setze die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an in der früheren Reihenfolge ein, verehre und bespreche ihn.

Kriyapada 51, Vers 29. Innerlich wiederhole der Guru den mit „Urlaut, Verehrung, du Allgegenwärtige …“ beginnenden Mantra, rufe die tragende Shakti herbei und verehre sie ordnungsgemäß.

Kriyapada 51, Vers 30. Darüber setze man den Sockel als Verkörperung der Kraft des Handelns. Wenn der bestimmte Zeitpunkt gekommen ist, setze der Einsetzer mit den Gestalthütern

Kriyapada 51, Vers 31. Suryas Bild unter dem Urlaut auf den Sockel als Kraft des Handelns. Dabei meditiere er das Bild als Erkenntniskraft und setze es unter dem Urlaut-Mantra ein.

Kriyapada 51, Vers 32. Wurzelmantra mit Gliedern, Khashotka und Hamsa setze man in sein Herz ein. Man bespreche es mit der Gayatri mit zehn Urlauten und mit Savitri.

Kriyapada 51, Vers 33. Das Bild befestige man mit der achtteiligen Bindemasse, wasche es mit Wasser und übergieße es mit dem Schlafkrug und etwas Friedenswasser,

Kriyapada 51, Vers 34. mit Ehrenwasser und den fünf Nektaren, jeweils mit Wasser und Räucherung dazwischen. Man reinige es mit Gerstenmehl und weiteren Stoffen, dann mit dem Wasser von Krug und Waffenmacht.

Kriyapada 51, Vers 35. Mit den vier Krügen übergieße man und stelle den Friedenskrug auf. Die übrigen Handlungen vollende man wie zuvor mit dem eigenen Mantra.

Kriyapada 51, Vers 36. Die Prinzipien vom Atman an setze man wie zuvor in die Gestalt ein. Der Sockel sei der Sitz der Herrschaft; Vibhuti, Vimala und die weiteren

Kriyapada 51, Vers 37. bilden seine vier Füße. In der Mitte meditiere man Prabodhini. Man verehre die Shaktis von Dipta an und meditiere Surya als Purusha in der Sonnenscheibe.

Kriyapada 51, Vers 38. Nach dem Einsetzen von Wurzel- und Gliedermantras setze man ebenso die Wirklichkeitswege ein. Wurzelmantra, Gliedermantras, Khashotka und

Kriyapada 51, Vers 39. Gayatri mit zehn Urlauten sowie Savitri bilden den Mantraweg Suryas. Die Wörter der Gayatri mit zehn Urlauten, in der Tattva-Zahl,

Kriyapada 51, Vers 40. bilden seinen Wörterweg. Die übrigen Wirklichkeitswege gelten wie zuvor. So vergegenwärtige man alles in seiner Gestalt und setze Hamsa mit Urlaut in das Herz ein.

Kriyapada 51, Vers 41. Man verehre den Gott mit Ehrenwasser und den weiteren Diensten. Dann opfere der Acharya in seiner Feuergrube geklärte Butter mit folgenden Formeln.

Kriyapada 51, Vers 42. „Fest“, „allgegenwärtig“, „unermesslich“, „anfangslos erwacht“, „ewig“, „hinausgehend“,

Kriyapada 51, Vers 43. „stets erfüllt“: An diese sieben füge man jeweils „Sei es! Svaha!“ an. Dies sind die Mantras. Mit ihnen opfere man geklärte Butter und berühre dann den Gott. [Die gelieferte sechste Bezeichnung niścara weicht von der Parallelform „unvergänglich“ in Kriyapada 47 ab; keine Angleichung.]

Kriyapada 51, Vers 44. Tausendmal, halb so oft oder hundertmal opfere man geklärte Butter mit Glieder-, Wurzel-, Khashotka- und weiteren Mantras sowie den Vyahritis.

Kriyapada 51, Vers 45. Nach dem Vollopfer verehre man, vollziehe die Lichtschwenkung mit den Waffen der Weltenhüter und weiteren Zeichen, bade wie zuvor und verehre bis zur Speisegabe.

Kriyapada 51, Vers 46. Man vergegenwärtige den Gott in seinem Bild, bitte mit dem Mantra um seine Gegenwart und gebe nachts den Wesen Bali. So verbringe man drei Tage wie zuvor.

Kriyapada 51, Vers 47. Am vierten Tag opfere man in den Feuern mit seinem Mantra, mit Savitri und Gayatri jeweils hundertachtmal.

Kriyapada 51, Vers 48 mit unnummeriertem Einschub. Mit geklärter Butter opfere man die Jaya-Formeln und die Sühneopfer, ferner das Vollopfer unter dem mit „Träger der Opfergabe …“ beginnenden Mantra. Das heißt: Nachdem man „Träger der Opfergabe …“ gesprochen hat, opfert man mit der Opferstrophe „Gut geopfert, Agni …“. … [Eine weitere Anweisung fehlt.] Danach führe man die Feuer in den eigenen Herzlotus zurück.

Kriyapada 51, Vers 49. Tejascanda verehre man im Nordosten mit den gebrauchten Opfergaben: dreiäugig, mit gelbbraunen Augen, rot und in rotem Gewand,

Kriyapada 51, Vers 50. vierarmig, mit Lotus sowie den Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit. [Die Lotusbezeichnung ist im gelieferten Wortlaut auffällig.] Danach übergieße man den Gott mit Krügen nach dem genannten Verfahren.

Kriyapada 51, Vers 51. Man gebe Vergütungen und geschuldete Gaben in der zuvor genannten Reihenfolge und richte danach die tägliche Verehrung nach dem Umfang der Mittel ein,

Kriyapada 51, Vers 52, erstes Vorkommen. ordnungsgemäß zu den drei Übergangszeiten und mit allen Verehrungsdiensten.

Abschnittsabschluss. Die Einsetzung Suryas.

Kriyapada 51, Vers 52, zweites Vorkommen. Beim täglichen Fest Suryas sind Canda und Pingala die Türhüter. [Die Quelle wiederholt die Nummer 52; beide Halbverse bleiben gesondert bezeichnet.]

Kriyapada 51, Vers 53. An den Plätzen der Weltenhüter stehen der Reihe nach die acht Planeten von Soma an. Die Mütter, Durga und Tejascanda stehen in ihren jeweiligen Richtungen.

Kriyapada 51, Vers 54. Vor der Halle steht Aruna, dazu die sieben als Versmaße verstandenen Pferde. Sie sind mit ihren eigenen Namen zu verehren: Gayatri, Ushnih, Anushtubh,

Kriyapada 51, Vers 55. Brihati, Pankti, Trishtubh und Jagati der Reihe nach. Innen am Torturm verehre man die helle und die dunkle Monatshälfte als Türhüter.

Kriyapada 51, Vers 56. Außen ebenso den südlichen und nördlichen Sonnenlauf. Man streue ihnen Bali aus. Außerhalb des Bali-Sockels stehend,

Kriyapada 51, Vers 57. lade der Guru alle Bali empfangenden Sonnengefolgsleute ein: „Alle, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen,

Kriyapada 51, Vers 58 mit Formelfortsetzung. alle Angehörigen von Suryas Gefolge, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“ Dann gebe man den zwölf Tierkreiszeichen an ihren Plätzen rechtsherum

Kriyapada 51, Vers 59. von Widder an Bali, gemeinsam mit den Monaten: Madhu, Madhava, Shukra, Shuci und Nabhas,

Kriyapada 51, Vers 60. Nabhasya, Isha, Urja, Sahas, Sahasya, Tapas und Tapasya streue man die Gabe aus.

Kriyapada 51, Vers 61. Danach streue man rings um den Bali-Sockel in den acht Richtungen den acht Scharen die Gabe aus, mit ihrem eigenen Namen, dem Wort „Schar“ und abschließender Verehrung.

Kriyapada 51, Vers 62. Es sind Gandharvas, Asura-Scharen, Ahnen- und Rakshasa-Scharen, Nagas, Marut-, Yaksha- und Wesenscharen.

Kriyapada 51, Vers 63. Auf dem Lotusblatt stehen die Rishi-Scharen … [Die Ortsangabe ist unvollständig.] Man verehre sie mit ihren eigenen Namen und streue ihnen Bali aus.

Abschnittsabschluss. Die Ordnung des täglichen Festes.

Kriyapada 51, Vers 64. Beim großen Fest richte man das Banner nach dem für Shiva gelehrten Verfahren auf. Es trage Aruna und Pferde als Zeichen. Die Scharen rufe man wie zuvor herbei,

Kriyapada 51, Vers 65. ebenso die Gottheiten an den Übergängen. Mit vorausgehender Keimsaat lasse man das Fest wie zuvor in der größten und den folgenden Formen ausrichten.

Kriyapada 51, Vers 66. Mit den Bali-Mantras von „Die Wesen …“ an, deren Schluss Suryas Gefolge nennt, verehre man sie wie zuvor und streue ihnen die Gabe aus.

Kriyapada 51, Vers 67. Nach der Ordnung des täglichen Festes streue man ringsum Bali aus. Nach dem besonderen Verfahren gebe man außerhalb der Tierkreiszeichen Bali

Kriyapada 51, Vers 68. den Weltenhütern von Indra an und außerhalb ihren Waffen. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“,

Kriyapada 51, Vers 69. mit diesen und den weiteren Richtungsformeln streue man ringsum Bali aus. Danach gebe man den Scharen auf dem Bali-Sockel die Gabe wie zuvor,

Kriyapada 51, Vers 70. bade und bringe den Gott wie zuvor hinein. Man vollziehe das Binden des Schutzbandes und die weiteren Handlungen sowie den Gang zum heiligen Badeort wie zuvor.

Kriyapada 51, originale Marke 71-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Mit den eigenen Mantras vollziehe man alles ordnungsgemäß und schließe mit der Waschung ab. So wurden hier in Kürze die vom Sonnen-Tantra gelehrten Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest dargestellt. Wie sie in den Tantras von Bimba an genannt sind, ist alles nach dem für Shiva gelehrten Verfahren zu bestimmen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das einundfünfzigste Kapitel über das Sonnen-Tantra.

Besinnung zu Kapitel 51

Die Sonnenscheibe wird zum Ort der bewussten Vergegenwärtigung; zugleich gliedern Tageszeiten, Monate und Sonnenläufe die Verehrung. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies ein Anstoß sein, der eigenen Praxis einen verlässlichen zeitlichen Rhythmus zu geben. Diese Anregung unterscheidet sich von der hier beschriebenen förmlichen Einsetzung eines Gottesbildes und ihren besonderen Mantras.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 51: Die Weihe des Sonnengottes
Die Verehrung von Surya, dem Sonnengott, wird hier in die bereits erklärte Tempelordnung eingeordnet. Besondere Namen, Gestalten und Mantras treten an die Stelle der Shiva zugeordneten Formen. Licht und Bewusstsein werden dabei rituell verbunden, ohne dass der Text die Unterschiede zwischen den einzelnen Gottheiten aufhebt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athaikapañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha sūryādidevānāṃ pratiṣṭhā pūrvameva hi |
śivaliṅgapratiṣṭhāyāṃ samāsāt sampradarśitā || 1 ||

karṣaṇādyutsavāntaṃ yat proktaṃ karmātra tat samam |
tattvamūrtyādivinyāsakramaḥ sarvatra vai samaḥ || 2 ||

sūryavighneśvaraskandā haranārāyaṇastathā |
durgāgaurīsarasvatyaḥ śāstā kālī ca mātaraḥ || 3 ||

dhāmasu kṣetrapālaśca śivāṅgatvena vā pṛthak |
ete sarve pratiṣṭhāpyāḥ pūjyāścaiva pṛthak pṛthak || 4 ||

eteṣāṃ mūrtimūrtīśamantrāvaraṇabhedataḥ |
pratiṣṭhādyaṃ samāsena yathāvadatha kathyate || 5 ||

sūryasya mantrāḥ pūjā ca prāgeva samudāhṛtāḥ |
tatpratiṣṭhāvidhau beraṃ syānmukhyaṃ daśatālataḥ || 6 ||

pratimālakṣaṇoktaistu mānonmānādibhiryutam |
citrādikaṃ taddhemādiloharatnaśilāmayam || 7 ||

tasyādhivāsane prāgvanmaṇḍape toraṇāni tu |
vibhūtirvimalastāra ārādhyaśceti pūrvataḥ || 8 ||

p. 511)

pratyūṣaśca prabhāsaśca pradyoto dyotanastathā |
daṇḍī ca piṅgalaścaṇḍastīvraśca dvārapālakāḥ || 9 ||

prāgyāmyāpyaindavadvārṣu dvau dau kalaśagau yajet |
lokeśāstrāṅkitāḥ pūjyā dhvajāstadadhidevatāḥ || 10 ||

tato vikiravikṣepāt sūryakumbhāstrayorbhramāt |
maṇḍapaṃ parigṛhyātha lokeśān kumbhagān yajet || 11 ||

prāgvadākāraśuddhiṃ ca kṛtvā nayanamokṣaṇam |
svamūlāṅgaistataḥ kuryājjale cāpyadhivāsanam || 12 ||

grāmapradakṣiṇādūrdhvaṃ prāgvad bhāvanamaṇḍape |
kalaśaiḥ snapayet prāgvat pūritaiḥ saptasaptakaiḥ || 13 ||

aghamarṣaṇasūktena cāsatyenādinā tataḥ |
udyannadyādinā cāpi pavamānaistathā kramāt || 14 ||

tataḥ khaṣoktimūlāṅgaiḥ sāvitryāṣṭākṣareṇa ca |
daśapraṇavagāyatryā madhyena tvabhiṣecayet || 15 ||

iṣṭvā praveśayed devamadhivāsanamaṇḍape |
śayane śāyayet prāgvannidrākumbhaṃ ca vinyaset || 16 ||

aiśānyāṃ sūryakumbhāstre devakumbhāṃścaturdiśam |
nyaseccātmāditattvāni jānukaṇṭhaśirovadhi || 17 ||

brahmādibhāgeṣvṛgvedayajussāmaguṇānvitam |
maṇḍalaṃ puruṣaṃ cāpi raśmīn bhāgatraye kramāt || 18 ||

mūrtidvādaśakaṃ cāpi triṣu bhāgeṣu vinyaset |

tadyathā -

bhūmyaptejomarudvyomamanohaṅkārabuddhayaḥ || 19 ||

prakṛtiḥ puruṣaḥ kālaḥ paramātmā ca mūrtayaḥ |
dhātāryamā ca mitraśca varuṇo'śo bhagastathā || 20 ||

pūṣā vivasvān parjanyaḥ savitā cendra eva ca |
viṣṇuśca mūrtipāstvete dvādaśaivātha śaktayaḥ || 21 ||

dīptā sūkṣmā jayā bhadrā vibhūtirvimalā tathā |
amoghā vidyutā caiva kathitā sarvatomukhī || 22 ||

p. 512)

prabhā sandhyā ca saṃjñā ca śaktayastāśca vinyaset |
svāṅgamūlakhaṣotkaiśca sāvitryā mūrtimūrtipaiḥ || 23 ||

śaktibhiścāpi juhuyuḥ prāgvat kuṇḍeṣu mūrtipāḥ |
pālāśārkasamitsarpiścarulājatilākṣataiḥ || 24 ||

siddhārthaiḥ sarvadhānyaiśca hutvājyena punaḥ śatam |
hutvā sampātitājyena śāntikumbhajalairapi || 25 ||

saṃsicya triṣu bhāgeṣu spṛśeyurgurumūrtipāḥ |
pīṭhe cāpi kriyāśaktiṃ saṃsmṛtya viniyojayet || 26 ||

anuktaṃ ca yathāpūrvaṃ karma kṛtvādhivāsya tu |
prātaḥ snānādikaṃ kṛtvā garbhāgāraṃ praviśya tu || 27 ||

lagne kūrmaśilāṃ nyasyet tasyāḥ pūrvakrameṇa tu |
ratnādipañcavargāṃstu vinyasyeṣṭvābhimantrayet || 28 ||

oṃ namo vyāpinītyādimantramantarjapan guruḥ |
ādhāraśaktimāvāhya saṃpūjya vidhinā tataḥ || 29 ||

kriyāśaktyātmakaṃ pīṭhaṃ tasyāstūpari vinyaset |
tato muhūrte saṃprāpte sthāpako mūrtipaiḥ saha || 30 ||

praṇavena kriyāśaktau pīṭhe beraṃ tato raveḥ |
jñānaśaktyātmakaṃ dhyāyan sthāpayet praṇavāṇunā || 31 ||

sāṅgamūlaṃ khaṣotkaṃ tu haṃsaṃ taddhṛdi vinyaset |
daśapraṇavagāyatryā sāvitryā cābhimantrayet || 32 ||

sthirīkṛtyāṣṭabandhena beraṃ prakṣālya vāribhiḥ |
nidrākumbhenābhiṣiñcet kiñcicchāntyudakairapi || 33 ||

arghyapañcāmṛtaiścāpi jaladhūpāntaraiḥ kramāt |
prakṣālya yavacūrṇādyaiḥ kumbhāstrasalilaistataḥ || 34 ||

vedakumbhaiścābhiṣiñcecchāntikumbhaṃ nyasedapi |
śeṣaṃ karma yathāpūrvaṃ svamantreṇa samāpayet || 35 ||

ātmatattvādi vinyasya mūrtau prāgvad vidhāya tu |
syāt prabhutāsanaṃ pīṭhaṃ vibhūtivimalādikāḥ || 36 ||

p. 513)

pīṭhasya pādāścatvāro madhye dhyeyā prabodhinī |
dīptādiśaktīścārādhya maṇḍale puruṣaṃ ravim || 37 ||

dhyātvā mūlāṅgavinyāsaṃ kṛtvā nyasyet tathādhvanaḥ |
mūlo'ṅgāni khaṣotkaśca tathā sadaśatārakā || 38 ||

gāyatrī caiva sāvitrī mantrādhvā kathito raveḥ |
daśapraṇavagāyatryāstattvasaṃkhyāpadāni tu || 39 ||

padādhvā tasya nirdiṣṭaḥ śeṣādhvāno yathāpuram |
vibhāvyaivaṃ tu tanmūrtau hṛdi haṃsaṃ satārakam || 40 ||

vinyasyārghyādibhirdevamupacāraistu pūjayet |
athācāryaḥ [cārasya ku] svakuṇḍe'gnāvamībhirjuhuyād ghṛtam || 41 ||

sthiro'tha vyāpakastadvadaprameyastataḥ param |
anādibuddho nityaśca tataḥ syādapi niścaraḥ || 42 ||

nityatṛptaśca saptānte bhavasvāheti yojitāḥ |
mantrāḥ syurebhirhutvājyamebhirdevaṃ tataḥ spṛśet || 43 ||

sahasraṃ vā tadardhaṃ vā śataṃ vā juhuyād ghṛtam |
aṅgamūlakhaṣotkādyairmantrairvyāhṛtibhistathā || 44 ||

hutvā pūrṇāṃ ca saṃpūjya lokapālāyudhādibhiḥ |
nīrājya snapayet prāgvannivedyāntaṃ yajedapi || 45 ||

vibhāvya devaṃ tanmūrtau sānnidhyaṃ prārthya mantrataḥ |
niśi bhūtabaliṃ dattvā yathāpūrvaṃ dinatrayam || 46 ||

nītvā caturthadivase hutvāgnīnasya mantrataḥ |
sāvitryā caiva gāyatryā pṛthagaṣṭottaraṃ śatam || 47 ||

hutvā jayādīnājyena prāyaścittāhutīrapi |

pūrṇāṃ ca havyavāhādyāt

havyavāhamityanūcya sviṣṭamagna iti yājyayā juhotīti yāvat |

  • * * * * * * * tato'gnīn svahṛdambuje || 48 ||

niyojya [kh: naṇvijya] tejaścaṇḍaṃ tu nirmālyairīśagocare |
yajet trinetraṃ piṅgākṣaṃ raktaṃ raktāmbarādikam || 49 ||

p. 514)

caturbhujaṃ ghṛtāmbhojaṃ yajet savaradābhayam |
tatastu kalaśairdevamabhiṣicyoktamārgataḥ || 50 ||

dakṣiṇāśca pradeyāni datvā pūrvoditakramāt |
tato nityavidhānena vibhavānuguṇena tu || 51 ||

pūjāṃ pravartayet samyak trisandhyaṃ sopacārakam || 52 ||

sūryapratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave tu sūryasya dvārasthau caṇḍapiṅgalau || 52 ||

lokeśasthānagāstvaṣṭau grahāḥ somādayaḥ kramāt |
mātaraścaiva durgā ca tejaścaṇḍaśca diggatāḥ || 53 ||

aruṇo maṇḍapasyāgre saptacchandasturaṅgamāḥ |
svākhyābhiste ca pūjyāḥ syurgāyatryuṣṇiganuṣṭubhaḥ || 54 ||

bṛhatī paṅktistriṣṭubjagatī ca yathākramam (?) |
antaḥsthau gopuradvāḥsthau pakṣau śuklāsitau yajet || 55 ||

tathaiva tadbahiṣṭhāvapyayane dakṣiṇottare |
nikṣipyaiṣāṃ baliṃ dattvā balipīṭhād bahiḥ sthitaḥ [kh: tiḥ (?)] || 56 ||

āvāhayed balibhujaḥ sarvān sūryagaṇān guruḥ |
ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ || 57 ||

sūryapāriṣadāḥ sarve gṛhṇantu balimuttamam |

iti |

tato dvādaśarāśibhyo yathāsthānaṃ pradakṣiṇam || 58 ||

meṣādibhyo baliṃ dadyānmāsebhyaścāpi taiḥ saha |
madhumādhavaśukrebhyaḥ śucaye nabhase tathā || 59 ||

nabhasyāya tatheṣorjasahobhyaśca tataḥ param |
sahasyāyātha tapase tapasyāya baliṃ kṣipet || 60 ||

tata tu balipīṭhasya parito'ṣṭadiśāsvapi |
kṣiped gaṇānāmaṣṭānāṃ svākhyāgaṇanamontakam || 61 ||

gandharvāścāsuragaṇāḥ pitṛrakṣogaṇāstataḥ |
nāgā marudgaṇāstadvad yakṣabhūtagaṇāstathā || 62 ||

p. 515)

padmapatre ṛṣigaṇāḥ sthitāḥ * * * * * * |
svākhyābhiretān saṃpūjya baliṃ caiṣāṃ vinikṣipet || 63 ||

nityotsavavidhiḥ ||

mahotsave tu śaivoktamārgeṇāropayed dhvajam |
patākāṃ cāruṇāśvāṅkāṃ gaṇāṃścāvāhya pūrvavat || 64 ||

sandhisthāṃśca tathā devānaṅkurārpaṇapūrvakam |
utsavaṃ kārayet prāgvaduttamādikrameṇa tu || 65 ||

baliprakṣepamantraistu sūryapāriṣadāntakaiḥ |
yebhūtādyairyathāpūrvamiṣṭvā tebhyo baliṃ kṣipet || 66 ||

nityotsavoktavidhinā pakṣipya parito balim |
vaiśeṣike [k: kā] (ca? ṇa) vidhinā rāśibāhye kṣiped balim || 67 ||

indrādilokapālebhyastadastrebhyaśca bāhyataḥ |
aindryāṃ diśi gaṇā ye tu vajrahastā mahābalāḥ || 68 ||

ityādibhistu diṅmantraiḥ parito vikired balim |
tatastu balipīṭhasthagaṇebhyaḥ pūrvavad balim || 69 ||

kṣiptvā snātvā yathāpūrvamantardevaṃ praveśayet |
kṛtvā kautukabandhādyaṃ tīrthayātrāṃ ca pūrvavat || 70 ||

svamantrairvidhivat kṛtvā snapanāntaṃ samāpayet |

itthaṃ samāsādiha sūryatantraproktaṃ pratiṣṭhādikamutsavāntam |
bimbāditantreṣu yathoditaṃ tacchaivoktamārgeṇa samastamūhyam || 71-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde sūryatantrapaṭala ekapañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 52: Ganeshas Weihe und Fest

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 52: Ganeshas Weihe und Fest
Ganesha wird als Herr der Scharen und Überwinder von Hindernissen verehrt. Dieses Kapitel beschreibt die Einsetzung seines Bildes, die Zuordnung seiner Kräfte und das tägliche wie das große Fest. Es knüpft ausdrücklich an die zuvor erklärte Ritualordnung an und nennt die Besonderheiten der Ganesha-Verehrung.

Kriyapada 52, Vers 1. Vighneshvaras Bild soll nach dem Fünf-Tala-Maß gestaltet sein. Seine Mantras sind die bereits genannten; die Einsetzung erfolgt wie bei Shiva.

Kriyapada 52, Vers 2. Der bei Suryas Einsetzung vorgeschriebene Handlungsablauf gilt größtenteils ebenso bei der Einsetzung Vighneshas und der weiteren Gottheiten.

Kriyapada 52, Vers 3. Nun werden die jeweils einzeln zu erkennenden Besonderheiten genannt: Torbögen, Türhüter, Gestalten, Gestaltherren und Shaktis,

Kriyapada 52, Vers 4. Mantras, Gefolge sowie Wörter- und Mantraweg. Supurna, Purnabhadra, Prashanta und Vijaya

Kriyapada 52, Vers 5. heißen die Torbögen von Osten an. Die Banner tragen die Waffen der Weltenhüter. Im Osten sind Kundodara und Kumbhodara die Türhüter,

Kriyapada 52, Vers 6. im Süden Vikata und Vamana, im Westen Jaya und Vijaya, an der nördlichen Tür Meghanada und Mahodara.

Kriyapada 52, Vers 7. Türhüter und Weltenhüter verehre man in Krügen. Im Nordosten verehre man Ganeshas Krug und seine Waffenmacht; durch deren Umtragen

Kriyapada 52, Vers 8. nehme man die Hallen für Lagerung und Waschung der Reihe nach in rituellen Besitz. Die Elefantenhaken-Waffe verehre man als weibliche Gestalt. [Die Quelle enthält bei der Waffenbezeichnung eine fragliche Zusatzlesung.]

Kriyapada 52, Vers 9. Nach der Reinigung der Hände vollziehe man die Augenöffnung und die Lagerung im Wasser. Man umschreite die Stadt oder den betreffenden Ort rechtsherum,

Kriyapada 52, Vers 10. bade das Bild, bringe es hinein, bette es und lasse es rituell ruhen. Die fünf Elemente von der Erde an, Denken, Ichbewusstsein und Unterscheidungsvermögen

Kriyapada 52, Vers 11. bilden Ganeshas acht Gestalten; ihre Herren beginnen mit Vighnesha: Vighna, Vinayaka, Vira, Shura und Hastimukha,

Kriyapada 52, Vers 12. Ekadanta, Kshipraprasada und Ganeshvara. Tivra, Jvalini, Nanda, Bhogada, Kamarupini,

Kriyapada 52, Vers 13. Ugra, Tejovati, Sandhya und als neunte Vighnanashini sind die Shaktis. Diese setze man in die drei Teile der Gestalten von der Erde an ein.

Kriyapada 52, Vers 14. Die Kraft des Handelns setze man an seiner Seite in seinen Sockel ein und verehre sie. Auf dem Altar im Nordosten stehen Krug und Waffenmacht, in den Richtungen die Gestaltherren in ihren Krügen.

Kriyapada 52, Vers 15. Den Schlafkrug stelle man am Kopfpolster auf und opfere diesen Mächten. Dann betrete man das innere Heiligtum und lege den Schildkrötenstein als Shakti nieder.

Kriyapada 52, Vers 16. Man setze Edelsteine und weitere Stoffe, Sockel und Bild ein. Das feine, allgegenwärtige Bewusstsein, in der Gestalt verkörpert, seinen Keim vom Hamsa-Mantra umschlossen,

Kriyapada 52, Vers 17. führe man aus dem Lotus im Raum des eigenen Herzens herbei und setze es in den Herzlotus des Bildes ein. Auch seinen Gestaltmantra, die Gliedermantras und „Dich, den Herrn der Scharen …“

Kriyapada 52, Vers 18 mit eingeschobener Gayatri. sowie Ganeshas Gayatri setze man als Mantraweg ein: „Wir wollen Vinayaka erkennen; wir meditieren den Elefantengesichtigen. Möge jener Zahntragende uns anregen!“ Die Wörter von Vighnas Gayatri sind der Wörterweg; die anderen Wege gelten wie zuvor.

Kriyapada 52, Vers 19. Nachdem man die sechs Wirklichkeitswege vergegenwärtigt hat, bade und verehre man wie zuvor. Die Mantras Vighneshvaras, die im Mantrapada gelehrt wurden,

Kriyapada 52, Vers 20. und seine im Ritualtext genannten Gestalten sollen von ihren jeweiligen Verehrern ordnungsgemäß mit den betreffenden Mantras, Umfassungen und weiteren Zuordnungen eingesetzt werden.

Kriyapada 52, Vers 21. Shakti, Schildkröte, der Ananta genannte Sitz, Dharma und die weiteren Kräfte, die drei Gunas, die Herren der Scheiben von der Sonne an sowie Brahma, Vishnu und Isha auf dem Lotus [sind zu verehren]. [Die Reihung am Versende bleibt elliptisch; keine zusätzliche Sitzfolge wird ergänzt.]

Kriyapada 52, Vers 22. Die erste Umfassung bilde man mit seinen Gliedern, die zweite mit den Shaktis von Tivra an, die dritte mit den Gestalthütern; die vierte

Kriyapada 52, Vers 23. mit den an ihren Plätzen befindlichen, die fünfte mit den Weltenhütern und Waffen. [Die vierte Gruppe ist hier nicht eigens benannt.] An den jeweiligen Namen füge man „dem Angehörigen von Vighnas Gefolge“

Kriyapada 52, Vers 24. sowie „ihrem Gefolge“ mit abschließender Verehrung an. Nachdem man den Herrn der Scharen so verehrt hat, opfere man mit den sieben Formeln von „Fest …“ an,

Kriyapada 52, Vers 25. berühre ihn wie zuvor und vollziehe die Sühne mit dem Wurzelmantra, den Gliedermantras, Ganeshas Gayatri und „Dich, den Herrn der Scharen …“.

Kriyapada 52, Vers 26. Mit den Mantras der Gestalten und Weltenhüter opfere man wie zuvor Brennhölzer und weitere Stoffe in allen Feuern von der Mitte an und verbringe drei Tage so.

Kriyapada 52, Vers 27. Am vierten Tag vollziehe man wie zuvor mit Gayatri und den Jaya-Formeln die Sühne und die Handlungen bis zum abschließenden Umgießen des Feuers.

Kriyapada 52, Vers 28. Man verehre Ganacanda, nehme die Feuer in sich zurück und entlasse Krüge, Weltenhüter, Türhüter, Torbögen und Banner.

Kriyapada 52, Vers 29. Nach Ganeshas Verehrung durch Waschung gebe man die Vergütungen und weiteren Gaben. Nachts streue man Bali aus und bestimme eine dem Vermögen entsprechende Verehrung.

Kriyapada 52, Vers 30, erster Teil. Nachdem der Auftraggeber die tägliche Verehrung festgelegt hat, erlangt er nach der Verheißung sein ersehntes Ziel.

Abschnittsabschluss. Ganeshas Einsetzung.

Kriyapada 52, Vers 30, zweiter Teil. Beim täglichen Fest Ganeshas sind Kundodara und die weiteren die Türhüter.

Kriyapada 52, Vers 31. Die Weltenhüter, sein Reittier, die Maus, und die Mütter stehen in ihren Richtungen. Bhringisha steht im Westen, Tara im Nordwesten und Candika auf Nagas Feld.

Kriyapada 52, Vers 32. Auf Bhallatas Feld steht Guha, auf Somas Feld die Göttin Shri, im Nordosten Ankushin und Ganacanda. Man verehre sie und streue Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 33. Am Torturmeingang stehen unten rechts und links Canda und Pracanda, oben Ganga und Yamuna und darüber in der Mitte die Tür-Shri.

Kriyapada 52, Vers 34. Diese Gottheiten verehre man und streue ihnen Bali aus. Dann folgen in der mittleren Umfassung die Gana-Herren in den acht Richtungen:

Kriyapada 52, Vers 35. Vajradanta, Gajasya, Bhima, Mahishanana, Meghanada, Virupaksha, Vikata und Bahubhakshyabhuj.

Kriyapada 52, Vers 36, erster Teil. Diese Herren zahlloser Scharen verehre man und streue ihnen Bali aus.

Unnummerierter Übergang. Nun am Bali-Sockel:

Kriyapada 52, Vers 36, zweiter Teil, und Vers 37. Von Osten an Gajavaktra, Vighnesha, Gananayaka, Candavikramakrit, Vighnakara, Bhujagamekhala, Shurpakarna, Nagadanta und der aus Rudras Gesicht Hervorgegangene,

Kriyapada 52, Vers 38 mit Prosaeinschub. als zehnter Ganasena: Ihnen streue man am Sockel Bali aus. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem gesamten Gefolge Vighnas! Verehrung dessen Gefolge!“ So streue man in der Mitte auf dem Sockel die ganze übrige Speise mit Wasser und Blumen aus. Die Ordnung des täglichen Festes ist dieselbe; ebenso gilt sie beim großen Fest.

Kriyapada 52, Vers 39 mit eingeschobener Formel. Die Besonderheit: Auf dem Banner wird die Maus mit ihrem eigenen Mantra verehrt, dem heiligen Urlaut, ihrem Keim und „Verehrung der Maus!“ Alle Scharen rufe man wie zuvor herbei und streue Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 40. Dabei verwende man Ganeshas Gefolgsbezeichnung als Abschluss. Außerhalb von Vajradanta und den anderen, in den zehn Richtungen,

Kriyapada 52, Vers 41. verehre man Airavata, Pundarika, Kumuda, Anjana, Vamana, Pushpadanta, Sarvabhauma und Supratika in der Richtungsfolge. [Es werden acht Elefantennamen nach der Angabe von zehn Richtungen genannt; keine Namen werden ergänzt.]

Kriyapada 52, Vers 42. Ihre Namen erhalten wie zuvor den Urlaut am Anfang und Verehrung am Ende. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“,

Kriyapada 52, Vers 43. mit diesen und den folgenden Mantras der Reihe nach, die am Ende Vighnas Gefolge und Verehrung nennen, streue man nachts Bhutakrura-Speise als Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 44. Das heilige Bad und die Waschung lasse man wie zuvor ausführen. Bei der Waschung gelten die für Shiva gelehrten Mantras, dazu seine eigenen Glieder- und Wurzelmantras.

Kriyapada 52, Vers 45. Mit dem mittleren Krug übergieße man den Herrn der Scharen unter Gayatri und „Dich, den Herrn der Scharen …“ und verehre mit den genannten Diensten.

Kriyapada 52, originale Marke 46-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Der Auftraggeber und die anderen erlangen die zuvor genannte Frucht. So ist Ganeshas Tantra hier in Kürze dargestellt, nachdem die Lehren anderer Tantras sorgfältig erwogen wurden: die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest. Man vollziehe sie entsprechend dem für Shiva Gelehrten.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das zweiundfünfzigste Kapitel über Ganeshas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 52

Ganeshas Verehrung verbindet hier die Sammlung im Herzen mit einer geordneten gemeinsamen Feier. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus die Anregung entstehen, einen Beginn bewusst zu gestalten: sich sammeln, die eigene Absicht klären und die nötigen nächsten Schritte sorgfältig ausführen. Die besondere Einsetzungszeremonie und ihre Mantras gehören dabei zu der im Werk vorausgesetzten Ritualtradition.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 52: Ganeshas Weihe und Fest
Ganesha wird als Herr der Scharen und Überwinder von Hindernissen verehrt. Dieses Kapitel beschreibt die Einsetzung seines Bildes, die Zuordnung seiner Kräfte und das tägliche wie das große Fest. Es knüpft ausdrücklich an die zuvor erklärte Ritualordnung an und nennt die Besonderheiten der Ganesha-Verehrung.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha dvipañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha vighneśvarasyāpi beraḥ syāt pañcatālataḥ |
pūrvoktā eva mantrāḥ syuḥ pratiṣṭhākarma śaivavat || 1 ||

sūryapratiṣṭhāvihitaṃ kriyācakraṃ yadeva hi |
vighneśādipratiṣṭhāsu prāyaśaḥ samameva tat || 2 ||

p. 516)

viśeṣaḥ kathyate so'yaṃ vijñeyaḥ syāt pṛthak pṛthak |
toraṇā dvārapālāśca mūrtimūrtīśaśaktayaḥ || 3 ||

mantrāśca parivārāścāpyadhvānaḥ padamantrayoḥ |
supūrṇaḥ pūrṇabhadraśca praśānto vijayastathā || 4 ||

pūrvādi toraṇāni syurlokeśāstrairdhvajāḥ smṛtāḥ |
prāci kuṇḍodaro dvāḥsthastadvat kumbhodaro'pi ca || 5 ||

vikaṭo vāmano yāmye jayaśca vijayo'mbupe |
pūjyau dvāre'tha kaubere meghanādamahodarau || 6 ||

kumbheṣu pūjayed dvāḥsthālloṁkapālāṃśca kumbhagān |
gaṇeśakumbhaṃ caiśānyāmastraṃ ceṣṭvā tayorbhramāt || 7 ||

aṅkuśāstraṃ (gaṇeśasyurastraṃ?) strīvigrahaṃ yajet |
adhivāsasnapanayoḥ kramāt svīkṛtya maṇḍapau || 8 ||

kṛtvātha karaśuddhiṃ ca netramokṣaṃ tato jale |
adhivāsya purādestu parikramya pradakṣiṇam || 9 ||

snapayecca praveśyātha śāyayeccādhivāsayet |
pṛthvyādyā mūrtayaḥ pañca manohaṅkārabuddhayaḥ || 10 ||

mūrtayo'ṣṭau gaṇeśasya vighneśādyāstadīśvarāḥ |
vighno vināyako vīraḥ śūro hastimukhastathā || 11 || ekadantastataḥ kṣipraprasādo'tha gaṇeśvaraḥ |
tīvrā ca jvālinī nandā bhogadā kāmarūpiṇī || 12 ||

ugrā tejovatī sandhyā navamī vighnanāśanī |
śaktayaḥ kṣmādimūrttīnāṃ tribhāge vinyasedimāḥ || 13 ||

kriyāśaktiṃ ca tatpārśve tatpīṭhe vinyased yajet |
vedyāmaiśe tu kumbhāstre dikṣu mūrtīśakumbhagān || 14 ||

nidrākumbhaṃ copadhāne vinyasyaiṣāṃ juhoti ca |
garbhāgāraṃ praviśyātha śaktiṃ kūrmaśilāṃ nyaset || 15 ||

ratnādi pīṭhaṃ beraṃ ca pratiṣṭhāpya tu mūrtimat |
caitanyaṃ sarvagaṃ sūkṣmaṃ tadbījaṃ haṃsasampūṭam || 16 ||

p. 517)

svahṛdvyomāmbujānītaṃ vinyaset taddhṛdamñje |
tanmūrtimantraṃ cāṅgāni gaṇānāṃtvādikaṃ tadā || 17 ||

gāyatrīṃ ca gaṇeśasya mantrādhvānaṃ ca vinyaset |

vināyakāya vidmahe gajavaktrāya dhīmahi |
tanno dantī pracodayāt |

padāni vighnagāyatryāḥ padādhvānye tu pūrvavat || 18 ||

ṣaḍadhvabhāvanāṃ kṛtvā prāgvat saṃsnāpya pūjayet |
mantrapādoditā ye tu mantrā vighneśvarasya tu || 19 ||

mūrtayo'pi ca kalpoktāstattadbhaktairyathāvidhi |
tathātathā pratiṣṭhāpyāstanmantrāvaraṇādibhiḥ || 20 ||

śaktikūrmāvanantākhyapīṭhaṃ dharmādikānapi |
triguṇārkādibimbeśabrahmaviṣṇvīśapaṅkaje || 21 ||

prathamāvaraṇaṃ svāṅgaistatastīvrādiśaktibhiḥ |
dvitīyaṃ mūrtipaiścāpi tṛtīyaṃ tu caturthakam || 22 ||

svasthaistu pañcamaṃ cātha lokeśaiścāyudhādibhiḥ |
tattannāmnā bhavedante vighnapāriṣadāya tu || 23 ||

teṣāṃ pāriṣadebhyaśca namontaṃ viniyojayet |
saṃpūjyaivaṃ gaṇādhīśaṃ sthirādyairatha saptabhiḥ || 24 ||

hutvā spṛ(śye?śe)d yathāpūrvaṃ prāyaścittaṃ tu mūlataḥ |
aṅgairgaṇeśagāyatryā gaṇānāṃtvādinā tataḥ || 25 ||

mūrtilokeśamantraiśca samidādyairyathāpuram |
madhyādyagniṣu sarvatra hutvā nītvā dinatrayam || 26 ||

caturthadivase prāgvad gāyatryā ca jayādibhiḥ |
prāyaścittaṃ ca kṛtvā tu karma cāpariṣecanāt || 27 ||

gaṇacaṇḍaṃ samārādhya vahnīn saṃhṛtya cātmani |
udvāsya kumbhalokeśadvārapāṃstoraṇadhvajān || 28 ||

gaṇeśaṃ snapaneneṣṭvā dakṣiṇādyaṃ pradāya tu |
baliṃ vikīrya rātrau tu yathāvibhavamarcanam || 29 ||

p. 518)

nityapūjāṃ ca saṃkalpya kartābhīṣṭaṃ samaśnute |

gaṇeśapratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave gaṇeśasya dvāḥsthāḥ kuṇḍodarādayaḥ || 30 ||

lokeśā vāhanaṃ cākhurmātaraśca svadiggatāḥ |
bhṛṅgīśaḥ paścime vāyau tāro nāge tu caṇḍikā || 31 ||

bhallāṭe tu guhaḥ some śrīdevyaiśe'ṅkuśī smṛtaḥ |
gaṇacaṇḍaśca tatraitān saṃpūjya vikired balim || 32 ||

gopuradvāryadhaścaṇḍapracaṇḍau dakṣiṇottare |
gaṅgā ca yamunā cordhve dvāraśrīrmadhyagopari || 33 ||

tā etā devatāḥ pūjyā baliṃ cāsāṃ vinikṣipet |
tatastu madhyahārāyāmaṣṭadikṣu gaṇeśvarāḥ || 34 ||

vajradanto gajāsyaśca bhīmaṃśca mahiṣānanaḥ |
meghanādo virūpākṣo vikaṭo bahubhakṣyabhuk || 35 ||

ete koṭigaṇādhīśāḥ saṃpūjyaiṣāṃ baliṃ kṣipet |

atha balipīṭhe

prāgādi gajavaktraśca vighneśagaṇanāyakau || 36 ||

caṇḍavikramakṛd vighnakaro bhujagamekhalaḥ |
śūrpakarṇo nāgadanto rudravaktro(d)bhavastataḥ || 37 ||

gaṇasenaśca daśamasteṣāṃ pīṭhe baliṃ kṣipet |

oṃ namaḥ sarvavighnapārṣadebhyastatpārṣadebhyo namaḥ iti madhye'nnamaśeṣaṃ jalapuṣpānvitaṃ pīṭhopari prakṣipet |

nityotsavavidhistulyastulyaścaiṣa mahotsave || 38 ||

viśeṣastu dhvaje pūjyo mūṣikaḥ syāt svamantrataḥ |

oṃ mūṃ mūṣikāya namaḥ iti |

yathāpūrvaṃ gaṇān sarvānāvāhya vikired balim || 39 ||

gaṇeśapariṣannāmnā tadā pāriṣadāntakam |
vajradantādikānāṃ ca bāhye daśadiśāsvapi || 40 ||

p. 519)

airāvataṃ puṇḍarīkaṃ kumudāñjanavāmanān |
puṣpadantaṃ sārvabhaumaṃ supratīkaṃ ca dikkramāt || 41 ||

tārādibhirnamontaiśca nāmabhiḥ prāgvadarcayet |
aindryāṃ diśi gaṇā ye tu vajrahastā mahābalāḥ || 42 ||

ityādibhiḥ kramānmantrairvighnapāriṣadāntakaiḥ |
namontairvikired rātrau bhūtakrūreṇa vai balim || 43 ||

tīrthasnānaṃ yathāpūrvaṃ kārayet snapanaṃ tathā |
mantrāstu snapane śaivakathitāḥ svāṅgamūlataḥ || 44 ||

gāyatryā ca gaṇānāṃtvetyādinā madhyakumbhataḥ |
abhiṣiñced gaṇādhīśamupacārairyathoditaiḥ || 45 ||

labhante pūrvakathitaṃ yajamānādayaḥ phalam |

evaṃ samāsena gaṇeśatantraṃ tantrāntaroktaṃ pravicārya samyak |
proktaṃ pratiṣṭhādikamutsavāntaṃ śaivānusāreṇa tu tadvidheyam || 46-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde gaṇeśatantrapaṭalo dvipañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 53: Skandas Weihe und Fest

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 53: Skandas Weihe und Fest
Skanda, auch Subrahmanya oder Guha genannt, erscheint als jugendlicher Heerführer, dessen Verehrung Schutz, Sammlung und festliche Gemeinschaft verbindet. Das Kapitel beschreibt seine Bildgestalten, die Einsetzung des Bewusstseins in das Bild und die zugehörigen Feste. Es unterscheidet zahlreiche Gestalten und Kräfte, deren Namen ihren Platz im historischen Ritus behalten.

Kriyapada 53, Vers 1. Bei Skandas Einsetzung und den weiteren Handlungen gilt die gleiche Ordnung wie bei Shiva. Die vom Tantra gelehrten Besonderheiten werden nun niedergeschrieben.

Kriyapada 53, Vers 2. Skandas Bild wird nach dem kleineren Zehn-Tala-Maß bestimmt. Wie zuvor kann es ein Vollbild oder eine andere Bildform sein, aus Stein oder Metall,

Kriyapada 53, Vers 3. Erde oder Edelstein, stehend oder sitzend, auch auf dem Pfau reitend. Die Gestalt des Sechsgesichtigen besitzt sechs Gesichter.

Kriyapada 53, Vers 4. Sanatkumara, Skanda und die weiteren Gestalten fertige man mit einem Gesicht, mit vier oder zwei Armen und zwei Augen.

Kriyapada 53, Vers 5. Der Sechsgesichtige hat zwölf Arme und zwölf Augen und ist schön geschmückt; oder sechs oder vier Arme, auf dem Pfau oder stehend.

Kriyapada 53, Vers 6. In den rechten Händen zeigt oder trägt er Furchtlosigkeit, Speer, Dreizack, Pfeil, Donnerkeil und Elefantenhaken; links die die Hüfte berührende und zugleich gewährende Hand,

Kriyapada 53, Vers 7. Stab, Wurfspeer, Bogen, Glocke und Schlinge, von der untersten Hand aufwärts. So ist der zwölfarmige Herr. [Die Verbindung von Hüftberührung und Gewährgeste bleibt im Text eng zusammengezogen.]

Kriyapada 53, Vers 8. Die sechsarmige Gestalt trägt rechts Furchtlosigkeitsgeste, Lotus und Speer, links Gewährgeste, Wurfspeer und Donnerkeil. So gestalte man den sechsgesichtigen Herrn.

Kriyapada 53, Vers 9. Die vierarmige Gestalt trägt rechts Lotus und Speer, links Matulunga-Frucht und Schlinge. Sie kann sechs Gesichter oder eines haben.

Kriyapada 53, Vers 10. Ist Guha zweiarmig, trägt er den Speer und berührt mit gewährender Hand die Hüfte; oder er trägt Speer und Donnerkeil, oder Stab und Speer.

Kriyapada 53, Vers 11. Skandas Gestalten haben freundliche Gesichter, sind rot und mit rotem Schmuck geziert, mit Krone, Ohrringen, Halsketten und weiteren Schmuckstücken.

Kriyapada 53, Vers 12. Bei einem einzelnen Bild wird eine Gestalt eingesetzt; bei mehreren Bildern setzt man sechs oder zwölf Gestalten ein.

Kriyapada 53, Vers 13. Varada, Yashoda, Pushtida und Shripada heißen die Torbögen von Osten an. Die Banner tragen die Waffen der Weltenhüter.

Kriyapada 53, Vers 14. Virasena, Mahasena, Bhadrasena, Sushena, Carusena, Senani, Purnasena

Kriyapada 53, Vers 15. und Citrasena sind in den Krügen jeweils zu zweit die Türhüter, von Osten an. An jeder Tür stelle man zwei Krüge mit Puffreis und zwei Krüge mit gekeimten Samen auf.

Kriyapada 53, Vers 16. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man Krug und Waffenmacht. Durva, Kusha-Spitzen, Masha-Bohnen, ungeschälter und geschälter Reis, Sesam,

Kriyapada 53, Vers 17. Senfsamen und Tulasi sind Skandas Streugaben. Im Krug verehre man Skanda auf dem Pfau, die Waffenmacht auf dem Hahn in der Vardhani.

Kriyapada 53, Vers 18. Nach der Verehrung umrunde man wie zuvor und nehme die Halle in rituellen Besitz. Man reinige das Bild, öffne die Augen und lagere es im Wasser.

Kriyapada 53, Vers 19. Nach dem Gang um das Dorf, der Waschung und der Bettung stelle man auf den Altar Kumaras Krug und Waffenmacht sowie sechs Gestaltkrüge.

Kriyapada 53, Vers 20. Den Schlafkrug stelle man am Kopfpolster auf, verehre und lasse das Bild ruhen. In die Bereiche der Prinzipien vom Atman an setze man Brahma und die weiteren, mit den drei Gunas verbundenen Herren ein.

Kriyapada 53, Vers 21. Die fünf Elemente von der Erde an und das Ichbewusstsein sind Guhas sechs Gestalten. Sanatkumara, Skanda, Vishakha, Shanmukha,

Kriyapada 53, Vers 22. Naigamesha und Hemacuda sind ihre sechs Hüter. Devasena, Devayani, Shashthi, Vidya, Kukkuta

Kriyapada 53, Vers 23. und Vijaya sind der Reihe nach die sechs Shaktis dieser Gestalten. Gestalten, Gestaltherren und Shaktis setze man in die drei Teile ein.

Kriyapada 53, Vers 24. In der mittleren und den sechs weiteren Feuergruben opfern Guru und Gestaltträger mit Wurzel-, Glieder-, Gestalt- und Shakti-Mantras.

Kriyapada 53, Vers 25. Gekochte Speise opfern sie mit Skandas Gayatri, Wurzel- und Gliedermantras jeweils hundertmal. Der Wurzelmantra wurde bereits bei der Darstellung der Mantras gezeigt.

Kriyapada 53, Vers 26. Mit ihm werden auch die Glieder gebildet. Nun die Gayatri: „Dem Mahasena“ im Dativ, danach „wir wollen erkennen“;

Kriyapada 53, Vers 27. „dem mit dem Speer in der Hand“ im Dativ, danach „wir meditieren“, sodann „uns“, „Skanda“ und die Wendung „möge anregen“, mit vorangestelltem Urlaut. [Sinngemäß: „Wir wollen den mit dem großen Heer erkennen; wir meditieren den Speerträger. Möge Skanda uns anregen!“ Die Quelle erklärt hier den Aufbau.]

Kriyapada 53, Vers 28. Mit den Shaktis, Gestalten und dann den zwölf Gestalten opfere man: Bana, Shakha, Bhadrasena, Senani, Bhavatmaja,

Kriyapada 53, Vers 29. Subrahmanya, Karttikeya, Guha, Kukkutadhvaja, Mayuravahana, Gangeya

Kriyapada 53, Vers 30. und Devasenapati sind die zwölf genannten Gestalten. Ihre eigenen Namen mit Urlaut am Anfang und Verehrung am Ende bilden ihre Mantras.

Kriyapada 53, Vers 31. Beim Opfer enden sie mit Svaha; der Name steht stets im Dativ. Mayura-, Khadira-, Ashvattha-, Plaksha-, Udumbara- und Rohini-Holz

Kriyapada 53, Vers 32. dienen als Brennhölzer für die sechs Feuer, Palasha für das mittlere. Geklärte Butter, gekochte Speise, Gerste, Reis, Puffreis, Siddhartha und Senf

Kriyapada 53, Vers 33. sowie Mayura-Brennhölzer opfere man überall der Reihe nach. Mit der im Opfer gesammelten geklärten Butter und dem Wasser der Friedenskrüge

Kriyapada 53, Vers 34. besprengen Guru und Gestalthüter die Teile unter Skandas Gayatri. Außerhalb der Halle opfern sie in den Richtungen unter Mantras, deren Gottheiten die Weltenhüter sind,

Kriyapada 53, Vers 35. jeweils Brennhölzer, geklärte Butter, Sesam, Puffreis und gekochte Speise. Im Südwesten und Nordwesten dienen Bilva- beziehungsweise Kashmarya-Holz

Kriyapada 53, Vers 36. als Brennhölzer. Unter dem Waffenmantra opfere man auch gekochte Speise hundertachtmal. Links vom Bild setze man die Kraft des Handelns in den Sockel ein.

Kriyapada 53, Vers 37. Nach der vorbereitenden Lagerung vollziehe der Guru morgens seine täglichen Handlungen, betrete das innere Heiligtum und lege zum günstigen Zeitpunkt den Schildkrötenstein nieder.

Kriyapada 53, Vers 38. Dort verehre er die tragende Shakti und lege die fünf Stoffgruppen von Edelsteinen an in die Vertiefungen der Mitte und der Richtungen von Osten an.

Kriyapada 53, Vers 39. Einen goldenen Elefanten, Pfau, Speer, Donnerkeil, Hahn und Lotus sowie Rasa und Manikya lege er von der Mitte nach außen der Reihe nach ein. [Rasa kann hier einen mineralischen Stoff bezeichnen; eine eindeutige Gleichsetzung wird nicht behauptet.]

Kriyapada 53, Vers 40. Darüber setze er im Sockel die Kraft des Handelns ein, bedecke beide mit Gewändern und gehe hinaus.

Kriyapada 53, Vers 41. Er bringe das Bild hinein und stelle es mit den Gestaltträgern zur günstigen Zeit fest auf den Sockel unter dem Anfang „Fest der Himmel …“.

Kriyapada 53, Vers 42. Er meditiere es als Erkenntniskraft, setze die sechsgesichtige Gestalt ein und rufe den Gott mit folgenden Mantras der Reihe nach hinein.

Kriyapada 53, Vers 43. „Mit dem heiligen Urlaut: Komm her, Skanda! Heil sei dir, Kumara, aus Shiva Entstandener! Du auf dem Pfau Reitender, Allgegenwärtiger, hier auf dem Elefanten Reitender!

Kriyapada 53, Vers 44. Subrahmanya, dir sei Verehrung! Karttikeya, Herr der Götter! Führer des Götterheeres, Gott, Zermalmer der Asura-Herrscher!

Kriyapada 53, Vers 45. Träger von Speer und Donnerkeil, der Stab und trefflichen Haken hält, mit Wurfscheibe und Wurfspeer, Allgegenwärtiger, Zermalmer der Asura-Herrscher!

Kriyapada 53, Vers 46. Ich rufe dich herbei, Gott!“ Dies spreche man am Ende zusammen mit Wurzel- und Gliedermantras. Das höchste Licht in Guhas Wesen führe man aus dem eigenen Herzlotus

Kriyapada 53, Vers 47. zur Einheit mit dem Licht mitten im Raumlotus. Von dort nehme man es bis zum Ungegliederten auf und spreche Wurzelmantra und Hamsa.

Kriyapada 53, Vers 48. Durch den Kanalweg führe man es herbei und setze es in den Herzlotus der Gestalt ein. Den Raumlotus überflute man mit Nektarwasser und meditiere die Gestalt als bewusst belebt.

Kriyapada 53, Vers 49. In ihren Herzlotus setze man den Mantraweg ein. Er besteht aus Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und Gestaltmantras.

Kriyapada 53, Vers 50. Die Wörter von Skandas Gayatri bilden den Wörterweg; die übrigen Wege gelten wie zuvor. In Herz, Gesicht, Haupt, Nabel, Geheimstelle und Füße

Kriyapada 53, Vers 51. setze man die sechs Wirklichkeitswege ordnungsgemäß ein und vergegenwärtige sie der Reihe nach. Mit Gestaltherrenkrügen, Schlafkrug und Waffenwasser bade und verehre man.

Unnummerierter Übergang. Das geschieht so.

Kriyapada 53, Vers 52. Gebadet vergegenwärtige man die gegliederte Gestalt, verehre Vighna und die Tür, lasse die Waffenmacht los, trete ein und setze sie auf die Schwelle.

Kriyapada 53, Vers 53. Nach Verehrung von Vastu, Brahma und Sitz nehme man Platz, vergegenwärtige die gegliederte Gestalt mit Glieder- und Gestaltmantras, bereite das Ehrenwasser und vollziehe die fünf Reinigungen.

Kriyapada 53, Vers 54. Mit den drei Aschestreifen, Stirnzeichen und Blumen auf dem Haupt verehre man die tragende Shakti, Ananta und die im Pfauensitz verkörperten Kräfte,

Kriyapada 53, Vers 55. Dharma und die weiteren, die Herren der Scheiben von der Sonne an, von Brahma an; in den Staubfäden und in der Mitte die Wissens-Shaktis.

Kriyapada 53, Vers 56. Vidya, Shanti, Smriti, Medha, Prajna, Kanti, Dyuti, Dhriti und Vyapini, von Osten an, von anmutiger Gestalt.

Kriyapada 53, Vers 57. Die Göttinnen Devasena und Devayani verehre man rechts und links, wie Granatapfelblüten leuchtend, mit göttlichen Gewändern und weiteren Gaben.

Kriyapada 53, Vers 58. Sitz, Skandas Gestalt, Mantraleib und Guha selbst rufe man der Reihe nach herbei, durch Gestalt-, Glieder- und Shakti-Mantras vollständig gegliedert.

Kriyapada 53, Vers 59. Mit Ehrenwasser und den weiteren Diensten bis zur Speisegabe verehre man. Auf den Blättern bildet man die Umfassung mit seinen Gliedern, an den Blattspitzen mit Gestalten und Gestalthütern,

Kriyapada 53, Vers 60. am Sockelrand mit den zwölf Gestalten die dritte. Mit Türhütern die vierte, mit Weltenhütern die fünfte und mit ihren Waffen

Kriyapada 53, Vers 61. die sechste Umfassung. Man verehre mit fünf Diensten. Dann opfere man mit den sieben Mantras von „Fest …“ an und berühre Guha.

Kriyapada 53, Vers 62. Drei Tage verehre und opfere man im Feuer wie zuvor. Am vierten Tag verehre man Dhurtasena im Bild,

Kriyapada 53, Vers 63. setze ihn im Nordosten ein, Speer und Beil in den Händen, rot und rot geschmückt, und verehre ihn mit den gebrauchten Opfergaben.

Kriyapada 53, Vers 64. Zur Sühne opfere man mit Wurzel-, Glieder-, Gestalt- und Shakti-Mantras. Mit Skandas Gayatri opfere man Sesam und geklärte Butter gesondert,

Kriyapada 53, Vers 65. tausend-, fünfhundert- oder hundertmal. Nach Jaya-, Sühne- und Svishtakrit-Opfern nehme man die Feuer in das Herz zurück.

Kriyapada 53, Vers 66. Dann bade man je nach verfügbaren Mitteln mit einer besonderen Waschung der größten oder einer anderen Klasse, unter den für Shiva genannten Mantras der Reihe nach.

Kriyapada 53, Vers 67. Man vollziehe die große Verehrung, gebe nachts den Wesen Bali und überreiche nach Vermögen die Vergütungen und geschuldeten Gaben wie zuvor.

Kriyapada 53, Vers 68. Durch Dörfer, Land, Geld und weitere Mittel sichere der Auftraggeber die ununterbrochene tägliche Verehrung. Dann erlangt er nach der Verheißung die zuvor genannte reiche Frucht.

Abschnittsabschluss. Skandas Einsetzung.

Kriyapada 53, Vers 69. Beim täglichen Fest Skandas sind vorne die beiden Träger von Donnerkeil und Speer die Türhüter, dann Vighna und Vishveshvara, Virasena und Sushena,

Kriyapada 53, Vers 70. Vajrasena und Senani, jeweils von Osten an. Die Weltenhüter stehen in ihren Richtungen; ihre Anrufungen schließen mit „Skandas Gefolge“.

Kriyapada 53, Vers 71. Den Pfau in der Halle, die Mütter an ihren Plätzen, den Mond am Riegel und Dhurtasena im Nordosten verehre man und gebe ihnen Bali.

Kriyapada 53, Vers 72. Am Torturmeingang verehre man Agniketu und Suryaketu. Dann trete man hinaus und stehe vor dem Bali-Sockel.

Kriyapada 53, Vers 73. „Mit dem heiligen Urlaut: Die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen … alle mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“ [Die Bezeichnung des Gefolges fehlt hier im gelieferten Vers; sie wird nicht aus Parallelstellen ergänzt.]

Kriyapada 53, Vers 74. Damit lade man alle Scharen Skandas ein. Dann verehre man in der äußeren Umfassung die Gana-Herren von Unmatha an,

Kriyapada 53, Vers 75. die Herren zahlloser Scharen, und streue ihnen Bali aus: Unmatha, Pramatha, Subhasa, Bhasvara, Mani,

Kriyapada 53, Vers 76. Sumani, Jyotis und als achter Jvalajihva. Dann streue man den zehn Gestalten am Bali-Sockel die Gabe aus:

Kriyapada 53, Vers 77. Parigha, Vikata, Bhima, Utkrosha, Vajra und Valkala, die beiden mit Stäben in den Händen, Vardhana, Kumuda und Nandana,

Kriyapada 53, Vers 78. als zehnter Skandasena mitten auf dem Lotus des Sockels. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest.

Kriyapada 53, Vers 79 mit eingeschobenen Formeln. Dessen Besonderheit wird nun genannt: Auf dem Banner verehre man den Pfau. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Pfau! Verehrung Skandas Reittier!“ Dann rufe der Guru alle Scharen Skandas wie zuvor herbei.

Kriyapada 53, Vers 80. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen von Skandasena an, die Herren von Skandas Gefolge, mögen gesättigt werden und Freude erlangen. Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 53, Vers 81. So rufe man Skandas Scharen herbei. In den acht Richtungen von Osten an befinden sich zweiunddreißig Gana-Herren, Herren zahlloser Scharen.

Kriyapada 53, Vers 82. Kumuda, Kundara, Dambara und Adambara im Osten; Vakra, Anuvakra, Sumukha und Suvrata im Südosten.

Kriyapada 53, Vers 83. Satyasandha, Suprabha, Shubhakarma und Langalin im Süden; Kala, Bala, Atibala und Alasa im Südwesten.

Kriyapada 53, Vers 84. Suvarcas, Ativarcas, Kancana und Atighana im Westen; im Nordwesten Meghamalin, Sthira,

Kriyapada 53, Vers 85. Atisthira und Ucchrita, als vierter Atithipriya? Im Norden Meghanada, Samgraha, Unmatha und Vigraha. [Die nordwestliche Liste nennt mit dem fraglichen Zusatz fünf Namen und bezeichnet dennoch einen als vierten; keine Streichung.]

Kriyapada 53, Vers 86. Im Nordosten Pushpadanta, Shankukarna, Jaya und Mahajaya: vier Herren zahlloser Scharen.

Kriyapada 53, Vers 87. Ihnen und danach ihrem Gefolge gebe man Bali mit dem Schluss „Skandas Gefolge“ und der Opferendung Svaha.

Kriyapada 53, Vers 88. Am Ende der bestimmten Festtage vollziehe man, mit dem Anlegen des Schutzbandes beginnend, den Gang zum heiligen Badeort wie zuvor und lade den Gott ein.

Kriyapada 53, Vers 89. „Mit dem heiligen Urlaut: Gott, Herr der Götter, morgen sollst du den Gang zum heiligen Badeort unternehmen. Erlaube dafür den Beginn des Anlegens des Schutzbandes!“

Kriyapada 53, Vers 90. So spreche man den Gott Guha an, vollziehe den Gang zum heiligen Badeort mit seinen eigenen Mantras nach Shivas Festordnung und kehre zurück.

Kriyapada 53, Vers 91. Man bringe den Sechsgesichtigen hinein, verehre ihn besonders und gebe nachts den Wesen Bali. Mit einer der Waschungen von der höchsten an

Kriyapada 53, Vers 92. bade man ihn nach den verfügbaren Mitteln unter den für Shivas Waschung gelehrten Mantras und vollziehe ordnungsgemäß die große Verehrung.

Kriyapada 53, originale Marke 93 1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Man erlangt die zuvor genannte Frucht: So sprach der Gott Shiva selbst. Damit ist das Tantra des Sechsgesichtigen von der Einsetzung bis zum Fest ordnungsgemäß dargestellt, wie es in den Texten von Brihattantra an zu finden ist. Man verstehe es entsprechend der genannten Shiva-Lehre.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiundfünfzigste Kapitel über Skandas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 53

Inmitten der ausführlichen Festordnung steht die Vergegenwärtigung eines bewussten, lichtvollen Herzens. Für heutige Yoga-Aspiranten kann sie eine Einladung sein, äußere Formen mit wacher innerer Teilnahme zu verbinden. Auch die Sorge für eine beständige Verehrung gehört zum Kapitel: Sammlung gewinnt Tiefe durch Kontinuität, während die konkrete rituelle Einsetzung dem hier beschriebenen Traditionszusammenhang angehört.


Heutige Puja. Das Bild veranschaulicht Verehrung, nicht die historische Ausführung eines bestimmten Kapitels.

Moderne Begleitung: Kundalini – die kosmische Kraft

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 53: Skandas Weihe und Fest
Skanda, auch Subrahmanya oder Guha genannt, erscheint als jugendlicher Heerführer, dessen Verehrung Schutz, Sammlung und festliche Gemeinschaft verbindet. Das Kapitel beschreibt seine Bildgestalten, die Einsetzung des Bewusstseins in das Bild und die zugehörigen Feste. Es unterscheidet zahlreiche Gestalten und Kräfte, deren Namen ihren Platz im historischen Ritus behalten.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

Heutige Puja. Das Bild veranschaulicht Verehrung, nicht die historische Ausführung eines bestimmten Kapitels.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.


atha tripañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha skandapratiṣṭhādau karma śaivasamaṃ smṛtam |
viśeṣāścāpi ye tatra likhyante tantra[kh: tra]coditāḥ || 1 ||

kaniṣṭhadaśatālena skandasya pratimā smṛtā |
prāgvaccitrādibhedena śailī lohamayī tathā || 2 ||

mṛnmayī ratnajā tasya sthitāsīnā tathā bhavet |
mayūravāhanā vā syāt ṣaṇmukhī ṣaṇmukhasya tu || 3 ||

sanatkumāraskandādīnekavaktrāṃstu kārayet |
caturbhujān vā dvibhujān dvinetrāneva kārayet || 4 ||

ṣaṇmukho dvādaśabhujo dvādaśākṣaḥ svalaṅkṛtaḥ |
ṣaḍbhujo vā caturhasto mayūrasthaḥ sthito'thavā || 5 ||

p. 520)

abhayaṃ śaktiśūleṣukuliśaṃ cāṅkuśaṃ karaiḥ |
dakṣiṇe dhārayaṃstadvat kaṭisparśivarapradam || 6 ||

daṇḍaṃ ca tomaraṃ cāpaṃ ghaṇṭāṃ pāśaṃ ca vāmataḥ |
adhohastāt prabhṛtyūrdhvaṃ syād dvādaśabhujo vibhuḥ || 7 ||

abhayaṃ paṅkajaṃ śaktiṃ dakṣiṇe varatomare |
kuliśaṃ ṣaḍbhujo bibhrat kartavyaḥ ṣaṇmukho vibhuḥ || 8 ||

dakṣiṇe paṅkajaṃ śaktiṃ mātuluṅgaṃ ca vāmataḥ |
pāśaṃ ca bibhrat ṣaḍvaktrastvekāsyo vā caturbhujaḥ || 9 ||

dvibhujaśced guhaḥ śaktikaṭispṛgvaradānvitaḥ |
śaktivajradharo vā syād daṇḍaśaktidharo'thavā || 10 ||

prasannavadanā raktā raktākalpavibhūṣitāḥ |
maulikuṇḍalahārādyairyuktāḥ syuḥ skandamūrtayaḥ || 11 ||

ekā mūrtistvekabere pratiṣṭhāpyā bhaved yadā |
bahubere pratiṣṭhāpyāḥ ṣaḍ vā dvādaśa mūrtayaḥ || 12 ||

varadaśca yaśodaśca puṣṭidaḥ śrīpradaḥ kramāt |
prāgādi toraṇāni syurlokesāstrāṅkitā dhvajāḥ || 13 ||

vīrasenamahāsenau bhadrasenasuṣeṇakau |
cārusenaśca senānīḥ pūrṇasenastataḥ param || 14 ||

citrasenaśca kumbhasthā dvau dvau dvāḥsthāstu pūrvataḥ |
pratidvāraṃ lājakumbhau bījāṅkuraghaṭāvapi || 15 ||

nidhāya vikirakṣepāt kumbhāstre pūjayedapi |
dūrvākuśāgramāṣāśca vrīhayastaṇḍulāstilāḥ || 16 ||

siddhārthāstulasī ceti skandasya vikirāḥ smṛtāḥ |
kumbhe skandaṃ mayūrasthaṃ kukkuṭe'straṃ ca vardhanīm || 17 ||

iṣṭvā prāgvat paribhramya prāgvat svīkṛtya maṇḍapam |
viśodhya tvākaraṃ netramokṣaṃ toyādhivāsanam || 18 ||

grāmabhramaṃ ca snapanaṃ śayanaṃ ca vidhāya tu |
vedyāṃ kumārakumbhāstre mūrtikumbhāṃśca ṣaṇ nyaset || 19 ||

p. 521)

nidrākumbhaṃ copadhāne saṃpūjyāthādhivāsayet |
ātmāditattvabhāgeṣu brahmādīṃstriguṇānvitān || 20 ||

kṣmādyāḥ pañcāpyahaṅkāro mūrtayaḥ ṣaḍ guhasya tu |
sanatkumāraḥ skandaśca viśākhaḥ ṣaṇmukhastathā || 21 ||

naigameṣo hemacūḍaḥ ṣaḍete mūrtipāḥ smṛtāḥ |
devasenā devayānī ṣaṣṭhī vidyā ca kukkuṭā || 22 ||

vijayā ceti mūrtīnāṃ śaktayaḥ ṣaḍ yathākramāt |
mūrtimūrtīśaśaktīstu tribhāgeṣvapi vinyaset || 23 ||

madhye ca ṣaṭsu kuṇḍeṣu gururmūrtidharāstathā |
mūlāṅgamūrtimantraiśca juhuyuḥ śaktibhistataḥ || 24 ||

pakvaṃ tu skandagāyatryā mūlāṅgaiśca śataṃ pṛthak |
mantroddhāre pūrvameva mūlamantraḥ pradarśitaḥ || 25 ||

aṅgāni cāpi tenaiva gāyatrī kathyate'dhunā |
mahāsenaścaturthyanto vidmahetipadaṃ tataḥ || 26 ||

śaktihastaścaturthyanto dhīmahīti ca tatpadam |
naḥ skandaśca prakārānte codayāt tārapūrvikā || 27 ||

śaktibhirmūrtibhiścāpi tato dvādaśamūrtibhiḥ |
bāṇaḥ śākho bhadrasenaḥ senānīśca bhavātmajaḥ || 28 ||

subrahmaṇyaḥ kārttikeyo guho vai kukkuṭadhvajaḥ |
mayūravāhanaścaiva gāṅgeyaśca tataḥ param || 29 ||

devasenāpatiśceti proktā dvādaśa mūrtayaḥ |
tārādibhistu svākhyābhistanmantrāḥ syurnamontakāḥ || 30 ||

svāhāntaireva juhuyāccaturthyantaṃ tu sarvadā |
māyūrakhādirāśvatthaplākṣaudumbararauhiṇāḥ || 31 ||

samidhaḥ syuḥ ṣaḍagnīnāṃ palāśā madhyame smṛtāḥ |
ājyaṃ caruṃ yavān vrīhīllāṁjasiddhārthasarṣapān || 32 ||

māyūrasamidhaścāpi sarvatra juhuyuḥ kramāt |
homasampātitājyena śāntikumbhāmbhasā tathā || 33 ||

p. 522)

siñceyuḥ skandagāyatryā bhāgeṣu gurumūrtipāḥ |
bāhye'tha maṇḍapād dikṣu mantrairlokeśadaivataiḥ || 34 ||

samidājyatilāllāṁjāṃścaruṃ ca juhuyuḥ pṛthak |
nair-ṛtyāṃ cāpi vāyavyāṃ bilvakārṣmarisambhavāḥ || 35 ||

samidho juhuyāccāstrāccaruṃ cāṣṭottaraṃ śatam |
berasya vāmataḥ pīṭhe kriyāśaktiṃ nidhāya tu || 36 ||

adhivāsya tataḥ prātaḥ kṛtanityakriyo guruḥ |
garbhāgāraṃ praviśyātha lagne kūrmaśilāṃ nyaset || 37 ||

tatreṣṭvādhāraśaktiṃ tu ratnādyaṃ vargapañcakam |
tasyāṃ vinyasya garteṣu madhye prāgādidikṣvapi || 38 ||

haimaṃ gajaṃ mayūraṃ ca śaktiṃ vajraṃ ca kukkuṭam |
padmaṃ rasaṃ ca māṇikyaṃ madhyād bāhye kramānnyaset || 39 ||

ūrdhvaṃ tasyāstathā pīṭhe kriyāśaktiṃ ca vinyaset |
yuvaṃ vastrādinācchādya bahirnirgatya deśikaḥ || 40 ||

beraṃ praveśya lagne tu gururmūrtidharairyutaḥ |
dhruvādyaurādinā pīṭhe pratiṣṭhāpya sthiraṃ yathā || 41 ||

jñānaśaktyātmakaṃ dhyātvā mūrtiṃ vinyasya ṣaṇmukhīm |
tasyāmāvāhayed devaṃ mantrairebhiranukramāt || 42 ||

oṃ

āyāhi skanda! bhadraṃ te kumāra! śivasambhava! |
mayūravāhana! vibho iha vāraṇavāhana ! || 43 ||

subrahmaṇya! namaste'stu kārttikeya! sureśvara! |
devasenāpate deva! asurendravimardana! || 44 ||

śaktivajrāyudhadhara ! dhṛtadaṇḍavarāṅkuśa! |
sacakratomara! vibho! asurendravimardana! || 45 ||

āvāhayāmi tvāṃ devetyante mūlāṅgasaṃyutam |
uccārya svahṛdambhojāt paraṃ tejo guhātmakam || 46 ||

p. 523)

nītvā vyomābjamadhyasthatejasyaikyaṃ tato'pi ca |
gṛhītvā niṣkalāntaṃ tu mūlaṃ haṃsaṃ ca kīrtayet || 47 ||

ānīya nāḍīmārgeṇa mūrtau hṛtpaṅkaje nyaset |
vyomāmbujaṃ sudhāmbhobhirāplāvyātha sacetanām || 48 ||

mūrtiṃ dhyātvā hṛdabje'sya mantrādhvānaṃ tu vinyaset |
mūlāṅgāni ca gāyatrī mūrtimantrāśca sa smṛtaḥ || 49 ||

padāni skandagāyatryāḥ padādhvānye tu pūrvavat |
hṛdi vaktre tathā mūrdhni nābhau guhye ca pādayoḥ || 50 ||

ṣaḍadhvano nyaset samyag vibhāvya tu yathākramam |
mūrtīśanidrākumbhāstraiḥ snapayitva tu pūjayet || 51 ||

tadyathā -

snātastu sakalīkṛtya vighnaṃ dvāraṃ ca pūjayet |
astraṃ kṣiptvā praviśyāntardehalyāṃ tannidhāya ca || 52 ||

vāstubrahmāsanānīṣṭvā tūpaviśyāṅgamūrtibhiḥ |
sakalīkṛtya kṛtvārghyaṃ śuddhīḥ pañca vidhāya tu || 53 ||

satripuṇḍraḥ satilakaḥ sapuṣpakṛtaśekharaḥ |
ādhāraśaktyanantākhyamayūrāsanagātragān || 54 ||

dharmādīn sūryabimbādimaṇḍaleśāṃśca kādikān |
kesareṣu ca vidyāyāḥ śaktīrmadhye ca pūjayet || 55 ||

vidyā śāntiḥ smṛtirmedhā prajñā kāntirdyutirdhṛtiḥ |
vyāpinī ceti pūrvādikramāllalitavigrahāḥ || 56 ||

devasenā devayānī devyau dakṣiṇavāmayoḥ |
dāḍimīkusumaprakhye yajed divyāmbarādikaiḥ || 57 ||

āsanaṃ skandamūrtiṃ ca mantradehaṃ tato guham |
kramādāvāhya mūrtyaṅgaiḥ śaktibhiḥ sakalīkṛtam || 58 ||

arghyādyaistu nivedyāntairupacāraistu pūjayet |
patreṣvāvaraṇaṃ svāṅgaiḥ patrāgre [kh: grairmū] mūrtimūrtipaiḥ || 59 ||

p. 524)

pīṭhaprānte dvādaśabhirmūrtibhiḥ syāt tṛtīyakam |
dvāḥsthaiścaturthaṃ lokeśaiḥ pañcamaṃ tu tadāyudhaiḥ || 60 ||

ṣaṣṭhamāvaraṇaṃ caiva yajet pañcopacārakam |
tataḥ sthirādibhiḥ saptamantrairhutvā spṛśed guham || 61 ||

dinatrayaṃ yathāpūrvaṃ saṃpūjyāgniṃ juhoti ca |
caturthadivase'bhyarcya dhūrtasenaṃ tu beragam || 62 ||

pratiṣṭhāpyaiśakoṇe tu śaktiṭaṅkakaraṃ vibhum |
raktākalpaṃ raktavarṇaṃ nirmālyairabhipūjayet || 63 ||

prāyaścittaṃ tu mūlāṅgamūrtimantraiśca śaktibhiḥ |
hutvā tu skandagāyatryā tilājye juhuyāt pṛthak || 64 ||

sahasramardhaṃ tu śataṃ hutvā caiva jayādibhiḥ |
prāyaścittaṃ sviṣṭakṛtaṃ hutvāgnīn hṛdi saṃharet || 65 ||

viśeṣasnapanenātha śreṣṭhādyanyatamena tu |
yathopapatti snapayenmantraiḥ śaivoditaiḥ kramāt || 66 ||

vidhāya ca mahāpūjāṃ dadyād bhūtabaliṃ niśi |
dakṣiṇāśca pradeyāni dattvā śaktyā tu pūrvavat || 67 ||

nityapūjāmavicchinnāṃ grāmakṣetradhanādibhiḥ |
saṃkalpya kartā pūrvoktaṃ puṣkalaṃ labhate phalam || 68 ||

skandapratiṣṭhādhikāraḥ |

skandanityotsave dvāḥsthau vajraśaktidharau puraḥ |
vighnaviśveśvarau cātha vīrasenasuṣeṇakau || 69 ||

vajrasenaśca senānīrdvāḥsthau pūrvāditaḥ kramāt |
skandapāriṣadāntāḥ syurlokeśāḥ svasvadiggatāḥ || 70 ||

mayūraṃ maṇḍape mātṝṃḥ svasthāne tvargale vidhum |
dhūrtasenaṃ tathaiśānyāṃ saṃpūjyaiṣāṃ baliṃ haret || 71 ||

gopuradvāryagniketuṃ sūryaketuṃ ca pūjayet |
tato niṣkramya bāhye tu balipīṭhāgrataḥ sthitaḥ || 72 ||

p. 527)

oṃ

ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ |
* * * * * * sarve gṛhṇantu balimuttamam || 73 ||

anena tu skandagaṇān sarvānāvāhayedapi |
tatastu bāhyahārāyāmunmāthādīn gaṇeśvarān || 74 ||

koṭikoṭigaṇādhyakṣāniṣṭvā teṣāṃ baliṃ kṣipet |
unmāthaśca pramāthaśca subhāso bhāsvaro maṇiḥ || 75 ||

sumaṇiśca tathā jyotirjvālājihvastathāṣṭamaḥ |
tatastu daśamūrtibhyo balipīṭhe baliṃ kṣipet || 76 ||

parigho vikaṭo bhīma utkrośo vajravalkalau |
daṇḍahastau vardhanaśca kumudo nandanastathā || 77 ||

skandaseno'tha daśamaḥ pīṭhe padmasya madhyataḥ |
nityotsave vidhiścaiṣa tulyaśca syānmahotsave || 78 ||

viśeṣaḥ kathyate tatra mayūraṃ tu dhvaje yajet |

oṃ mayūrāya namaḥ |
skandavāhanāya namaḥ |

tataḥ skandagaṇān sarvān prāgvadāvāhayet guruḥ || 79 ||

oṃ

ya bhūtāḥ skandasenādyāḥ skandapāriṣadeśvarāḥ |
te tṛpyantu mudaṃ yāntu tebhyastābhyo namo namaḥ |
80 ||

ityāvāhya skandagaṇān prāgādyaṣṭadiśāsvapi |
koṭikoṭigaṇeśāḥ syurdvātriṃśat syurgaṇeśvarāḥ || 81 ||

kumudaḥ kundaraścātha ḍambarāḍambarau puraḥ |
vakro'nuvakraḥ sumukhaḥ suvrato vahnidiggatāḥ || 82 ||

satyasandhaḥ suprabhaśca śubhakarmā ca lāṅgalī |
yāmye'tha nair-ṛte kālo balaścātibalo'lasaḥ || 83 ||

suvarcāścātivarcāśca kāñcanātighanāvapi |
paścime tvatha vāyavye meghamālī sthirastathā || 84 ||

atisthiraścocchritaśca caturthastvatithipriyaḥ? |
udīcyāṃ meghanādaśca saṃgrahonmāthavigrahāḥ || 85 ||

p. 526)

aiśānyāṃ puṣpadantaśca śaṅkukarṇajayāvapi |
mahājayaśca catvāraḥ koṭikoṭigaṇeśvarāḥ || 86 ||

etebhyaścāpyathaiteṣāṃ pariṣadbhyastvanantaram |
skandapāriṣadānte tu svāhāntaṃ tu baliṃ kṣipet || 87 ||

uddiṣṭadivasānte tu kautukārambhapūrvakam |
tīrthayātrāṃ ca kurvīta yathāpūrvaṃ nimantrya tu || 88 ||

oṃ

tīrthayātrā tvayā deva! śvaḥ kartavyā sureśvara! |
tatra pratisarārambhaṃ tvamanujñātumarhasī || 89 ||

ityāmantrya guhaṃ devaṃ śaivotsavavidhānataḥ |
tīrthayātrāṃ svakairmantraiḥ kṛtvā pratinivṛtya tu || 90 ||

antaḥ praveśya ṣaḍvaktraṃ viśeṣayajanādanu |
niśi bhūtabaliṃ dattvā mukhyādisnapanena tu || 91 ||

yathopapattyā snapayecchaivasnapanacoditaiḥ |
mantrairyathāvad vidhivanmahāpūjāṃ pravartayet || 92 ||

pūrvoktaphalamāpnotītyāha devaḥ svayaṃ śivaḥ |

iti pratiṣṭhādikamutsavāntaṃ ṣaḍāsyatantraṃ tu yathāvaduktam |
yathā bṛhattantramukheṣu dṛṣṭaṃ taduktaśaivānuguṇena vidyāt || 93 1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde skandatantrapaṭalastripañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 54: Die Weihe von Shankara-Narayana

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 54: Die Weihe von Shankara-Narayana
Shankara Narayana verbindet Shiva und Vishnu in einer Gestalt. Das Kapitel ordnet beiden Seiten besondere Mantras, Kräfte und Bildmerkmale zu und führt sie in einer gemeinsamen Verehrung zusammen. Die Einheit wird so durch die bewahrten Unterschiede sichtbar.

Kriyapada 54, Vers 1. Nun wird die Einsetzung Hara-Narayanas und das Weitere erklärt. Der Mantra beginnt mit dem als Ende der Va-Reihe bezeichneten Laut mit Bindu, dann Brahma, Feuer und dem Ende der fünften Reihe,

Kriyapada 54, Vers 2. mit langem Vokal; Feuer mit langem Vokal, Wind und der Anfang der Ta-Reihe mit langem Vokal. Mit Verehrung am Ende hat er zehn Silben; Urlaut und Shakti-Laut stehen davor.

Kriyapada 54, Vers 3. So hat er dreizehn Silben. Sein Versmaß gilt als Atijagati, sein Seher ist Brahma, seine Gottheit der Gott Hara-Hari selbst. [Die Lautchiffren werden beschrieben, nicht zu einer vermeintlich gesicherten Formel aufgelöst. Die beiden genannten Silbenzahlen bleiben erhalten.]

Kriyapada 54, Vers 4. Den Shakti-Keim verbinde man mit den langen Vokalen, Namen und den jeweiligen Schlussformen. Damit bilde man die sechs Glieder vom Herzen bis zur Waffe.

Kriyapada 54, Vers 5. Diese setze man nach der für Shiva gelehrten Reihenfolge auf die Finger. Mit dem Wurzelmantra vollziehe man die Durchdringung und setze Herz und weitere Glieder an ihre jeweiligen Orte.

Kriyapada 54, Vers 6. Der Urlaut, dann „Shankara“, „wir wollen erkennen“, „Narayana“, „wir meditieren“, danach „uns“,

Kriyapada 54, Vers 7. „Purusha“ und „möge anregen“ bilden Hara-Narayanas zur Verehrung geeignete Gayatri. [Sinngemäß: „Wir wollen Shankara erkennen; wir meditieren Narayana. Möge der Purusha uns anregen!“ Der Text erklärt die Zusammensetzung.]

Kriyapada 54, Vers 8. Man stelle die Keime von Shakti, Shri und Kama vor den Wurzelmantra und füge am Ende „Verehrung dem Selbst aller Wesen!“ an. Dies ist der Mantra zur Verehrung.

Kriyapada 54, Vers 9. Die Brahmamantras von Ishana an setze man vom Haupt bis zu den Füßen an den jeweiligen Stellen der Hara-Hälfte ein. Auf der anderen Seite Vasudeva,

Kriyapada 54, Vers 10. Samkarshana, Pradyumna, Aniruddha und Keshava der Reihe nach auf Haupt, Gesicht, Herz, Geheimstelle und Füße der Hari-Hälfte.

Kriyapada 54, Vers 11. Der für Shiva gelehrte Handlungsablauf gilt auch hier größtenteils. Nun die Besonderheiten in der Halle der vorbereitenden Lagerung.

Kriyapada 54, Vers 12. Die Torbögen von Osten an verehre man mit Shiva- und Vishnu-Namen. Shanti, Bhuti, Bala und Arogya stehen in der rechten Hälfte der Torbögen,

Kriyapada 54, Vers 13. Sushobhana, Subhradra, Supurna und Purna in deren linker Hälfte. Sie sind unter ihren eigenen Namen zu verehren.

Kriyapada 54, Vers 14. An jeder Tür stehen vier Türhüter in Krügen: im Osten Nandisha und Purna sowie Mahakala und Pushkara,

Kriyapada 54, Vers 15. im Süden Bhringisha und Nandana sowie Vighnesha und Nandana; im Westen Stier und Virasena sowie Shanmukha und Sushena. [Die Wiederholung von Nandana bleibt erhalten.]

Kriyapada 54, Vers 16. Im Norden Durga und Sambhava sowie Canda und Prabhava. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man Hara-Hari im Krug.

Kriyapada 54, Vers 17. Dreizack und Wurfscheibe verehre man in der Vardhani, nehme die Halle in rituellen Besitz und teile das mittlere Grubenfeuer wie zuvor neunfach auf.

Kriyapada 54, Vers 18. Guru und Gestalthüter opfern mit den früher genannten Stoffen und den eigenen Wurzel- und Gliedermantras. Nach der Sättigung der Mantras reinige man die Bildgestalt.

Kriyapada 54, Vers 19. Augenöffnung, Wasserlagerung, Rechtsumkreisung des Dorfes, Waschung und Bettung in der Halle erfolgen wie zuvor.

Kriyapada 54, Vers 20. Auf dem Altar verehre man die Krüge für Gott, Waffenmacht, Vidyeshvaras und die acht Gestalten. Nämlich Erde mit Ananta, Wasser mit Sukshma, Shivottama

Kriyapada 54, Vers 21. mit Feuer, Ekaksha mit Wind, dann Raum mit Shikhandin, Shrikantha mit Denken, Trimurti mit Unterscheidungsvermögen

Kriyapada 54, Vers 22. und Ekarudra mit Ichbewusstsein, nach der für Shiva gelehrten Reihenfolge. Nach dieser Krugverehrung setze man Prinzipien und weitere Zuordnungen ein.

Kriyapada 54, Vers 23. Die drei Prinzipien vom Atman an reichen bis Knie, Kehle und Haupt. Brahma und die weiteren Prinzipienherren sowie die Gestalten von der Erde an, Sonne,

Kriyapada 54, Vers 24. Mond, Auftraggeber, Denken, Ichbewusstsein, Unterscheidungsvermögen und Prakriti setze man als zwölf Gestalten in die Teile ein. [Die Verbindung der genannten Reihe mit der Zwölfzahl bleibt in der Quelle nicht eindeutig.]

Kriyapada 54, Vers 25. Ebenso die acht Gestaltherren von Sharva an und die von Vasudeva an. Vidyeshvari, Shiva, Sukshma, Shankari, Harivallabha,

Kriyapada 54, Vers 26. Vaishnavi, Mahalakshmi, Kshama und Narayani sind die gemeinsamen Shaktis Hara-Narayanas.

Kriyapada 54, Vers 27. Auch die neun Shaktis von Vama an und die von Vimala an setze man ein: Vimala, Utkarshini, Jnana, Kriya, Yoga,

Kriyapada 54, Vers 28. Satya, Prithvi, Ishana und als neunte Anugraha. Nach ihrer Einsetzung und Verehrung meditiere man den Herrn mit all seinen Gliedern.

Kriyapada 54, Vers 29. Ebenso setze man die Kraft des Handelns in den Sockel ein und verehre sie. Dort verehre man auch die acht Shaktis von Dharika an.

Kriyapada 54, Vers 30. In den neun Gruben opfere man so mit Prinzipien, Prinzipienherren und den weiteren Zuordnungen, mit Wurzel- und Gliedermantras sowie Gayatri in der für Shiva gelehrten Reihenfolge.

Kriyapada 54, Vers 31. Nach der Sättigung der Mantras lasse man die Opferbutter in die Friedenskrüge tropfen. Acharya und Gestalthüter berühren der Reihe nach die drei Teile.

Kriyapada 54, Vers 32. Alle Stoffe, Mantras und Handlungen sind hier von den Lehrern vollständig entsprechend der Shiva-Einsetzung zu bestimmen.

Kriyapada 54, Vers 33. Zur günstigen Zeit trete man hinein und lege wie zuvor den Schildkrötenstein nieder. Darauf setze man die tragende Shakti mit Prinzipien, Prinzipienherren und den weiteren Mächten,

Kriyapada 54, Vers 34. die fünf Stoffgruppen von Edelsteinen an und darüber wie zuvor den Sockel mit der darin gegenwärtigen Kraft des Handelns und den Shaktis ein.

Kriyapada 54, Vers 35. Zur günstigen Zeit setze man den Gott als Erkenntniskraft ein. Mit dem Wurzelmantra rufe man seine Gestalt herbei und vergegenwärtige den Mantraleib.

Kriyapada 54, Vers 36. Ebenso das reine Licht in seinem Herzlotus: Den Hamsa-Mantra, von den drei genannten Keimen umschlossen, führe man aus dem eigenen Herzlotus herbei,

Kriyapada 54, Vers 37. verbinde ihn mit dem Bewusstsein im Raumlotus und setze ihn in den Herzlotus der Gestalt ein. Danach wasche und bade man mit dem Wasser der Krüge und Waffenmacht auf dem Altar,

Kriyapada 54, Vers 38. sowie den acht Krügen von Ananta an. Dann setze man die sechs Wirklichkeitswege ein. Eigene Wurzel- und Gliedermantras, eigene Gayatri, Brahmamantras sowie die mit dem Urlaut beginnenden

Kriyapada 54, Vers 39. Namen von Vasudeva an, im Dativ und mit „Verehrung dem Erhabenen“ verbunden, bilden den Mantraweg.

Kriyapada 54, Vers 40. Die Wörter der Gayatri bilden den Wörterweg; die übrigen Wege gelten wie zuvor. Dann opfere man mit den Mantras von „Fest …“ an, berühre und verehre den Gott.

Kriyapada 54, Vers 41. Die genannten Dienste folgen der Reihe nach von der Sitzgabe an. Nämlich: Man verehre Vidyeshvara und Guru und vergegenwärtige die gegliederte Gestalt.

Kriyapada 54, Vers 42. Mit dem allgemeinen Ehrenwasser in der Hand verehre man an den Seiten des oberen Türbalkens Vighna, Sarasvati, Ganga und Yamuna, in der Mitte Shri.

Kriyapada 54, Vers 43. Nandisha und Canda verehre man als Türhüter nördlich der Tür, Mahakala und Pracanda südlich davon.

Kriyapada 54, Vers 44. Man lasse die Naraca-Waffe los, trete hinein, setze die Waffenmacht ein und verehre Vastvisha, Brahma in der Mitte und den Ananta-Sitz.

Kriyapada 54, Vers 45. Nach den fünf Reinigungen, mit Stirnzeichen und Blumen auf dem Haupt, bereite man unter Wurzel- und Gliedermantras Ehrenwasser aus Wasser, Milch, Kusha-Gras, unversehrtem Reis,

Kriyapada 54, Vers 46. Gerste, Sandelholz, Senfsamen und Blumen und verehre. Damit besprenge man sich, die Stoffe und die weiteren Gegenstände, geschützt durch die Mauer der Waffenmacht.

Kriyapada 54, Vers 47. Man verehre die tragende Shakti, Schildkröte und Ananta-Sitz, Dharma und die weiteren sowie ihre Gegensätze von Adharma an, Maya, Vidya und die drei Gunas,

Kriyapada 54, Vers 48. die Sonnenscheibe und die weiteren Scheiben, die Blätter und weitere Teile durchdringen, den achtblättrigen Lotus und jeweils zwei Shaktis, Vama und Vimala und die folgenden, auf den Staubfäden.

Unnummerierte Formel nach Vers 48. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vama und Vimala!“ So beginnt man bei den Staubfäden des östlichen Blattes.

Kriyapada 54, Vers 49. Man gehe von Osten an vor; in der Mitte stehen Manonmani und Anugraha. [Die Endungen dieser Paarangabe sind in der Quelle fraglich.] Auf dem Fruchtboden verehre man seine Gestalt und den Leib aus Wissensmantras.

Kriyapada 54, Vers 50. Wie zuvor führe man aus dem Herzlotus das Brahman-Licht, dessen Wesen Shiva ist, herbei. Man vollziehe Herbeirufung, Einsetzung, Gegenwärtigmachung und Zusammenführung,

Kriyapada 54, Vers 51. Erleuchtung, Nektarwerdung und Verhüllung. Mit Wurzel- und Gliedermantras sowie Gayatri vergegenwärtige man der Reihe nach die gegliederte Gestalt.

Kriyapada 54, Vers 52. Man meditiere den vierarmigen Gott Hara-Narayana, rechts Dreizack und Beil tragend, links Muschelhorn und Wurfscheibe,

Kriyapada 54, Vers 53. oder rechts Schädelschale und Dreizack, links Lotus und Sudarshana. Rechts trägt er Tigerfell, auf der anderen Seite gelbes Gewand.

Kriyapada 54, Vers 54. Zahlreiche Schlangen auf der einen Hälfte und anmutige Halsketten schmücken ihn, ebenso Schlangen- und Makara-Ohrringe. Sein Gesicht ist schön.

Kriyapada 54, Vers 55. Er trägt Haarknoten und Krone, Mond und Scheiteljuwel, Kränze aus Bilva-Blättern, blauem Lotus, Lotus und Tulasi.

Kriyapada 54, Vers 56. Seine Ringe, Armbänder und Oberarmreifen sind reich an Schlangen und Edelsteinen. Eine Hälfte seines Halses glänzt blau; vielerlei Schlangen- und Edelsteinschmuck ziert ihn.

Kriyapada 54, Vers 57. Schlangen und Gold bilden den Gürtel um Leib und Hüfte sowie den Fußschmuck. Er leuchtet durch Aschesalbung und ist mit hellem Sandelholz bestrichen.

Kriyapada 54, Vers 58. Seine Gestalt ist zugleich furchterregend und lieblich, eine Fülle aller Schönheit und Strahlkraft. Rechts steht Parvati, auf der anderen Seite Shri.

Kriyapada 54, Vers 59. So verehre man Hara-Hari der Reihe nach mit den Diensten, seinen Gliedern, den Shaktis, den acht Gestaltherren und den Türhütern,

Kriyapada 54, Vers 60. danach den genannten Weltenhütern, insgesamt fünf Umfassungen. Nach dieser Verehrung Hara-Haris opfere man Brennhölzer und die weiteren Stoffe.

Kriyapada 54, Vers 61. Auch am zweiten und dritten Tag opfere man mit Tryambaka, „Vishnus nun …“, Wurzel- und Gliedermantras sowie den weiteren der Reihe nach.

Kriyapada 54, Vers 62. Am vierten Tag vollziehe man die Sühne mit Aghorastra und Sudarshana, mit Palasha-Brennhölzern und geklärter Butter der Reihe nach.

Kriyapada 54, Vers 63. Candasena verehre man wie zuvor. Nach Jaya- und Sühneopfern bringe man Vollopfer und Svishtakrit dar.

Kriyapada 54, Vers 64. Die Feuer führe man in den eigenen Herzlotus zurück und entlasse die Gottheiten in Torbögen, Bannern, Weltenhüter- und Türkrügen.

Kriyapada 54, Vers 65. Dann bade man mit hundertacht Krügen, verehre besonders und gebe die Vergütungen und weiteren Gaben.

Kriyapada 54, Vers 66. Nachts gebe man den Wesen Bali und stelle voller Hingabe die Mittel für die tägliche Verehrung und weitere Dienste bereit. Nach der Verheißung erlangt man die gewünschte Frucht.

Abschnittsabschluss. Die Einsetzung Shankara-Narayanas.

Kriyapada 54, Vers 67. Beim täglichen Fest stehen an der Osttür Nandisha und Canda, Mahakala und Pracanda; im Süden Bhringin und Vighna.

Kriyapada 54, Vers 68. Im Westen Stier und Ananta, im Norden die beiden als Candasena Bezeichneten. [Die letzte Paarbezeichnung ist in der Quelle fraglich.] Den Weltenhütern in ihren Richtungen streue man mit den jeweiligen Mantras Bali aus.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 68. Hier besteht folgende Besonderheit: „Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Shankara-Narayanas Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“ So streue man beim täglichen Fest in allen Richtungen Bali unter Mantras aus, die Shankara-Narayanas Gefolge nennen. Beim großen Fest gebe man die Gabe mit den beim großen Shiva-Fest genannten Formeln von „Dem Vernichter des Stolzes der Daityas …“ und „Die Wesen, die vorne wohnen …“ an, hier mit der Bezeichnung „des erhabenen Shankara-Narayana“ und entsprechend angepassten Wendungen.

Kriyapada 54, Vers 69. Den zur Hälfte Stier, zur Hälfte Garuda darstellenden Träger in der Halle verehre man und streue Bali aus. Ganesha, Virabhadra, die Mütter und Shasta,

Kriyapada 54, Vers 70. Durga und Soma in ihren Richtungen sowie Candasena verehre man. Diesem, mit Dreizack, Wurfscheibe, Gewähr- und Furchtlosigkeitsgeste, gebe man nach der Verehrung Bali.

Kriyapada 54, Vers 71. Mrigasya, Pancajanya, Tikshnanetra und Sudarshana verehre man als vier Hüter am Torturmeingang und gebe ihnen Bali.

Kriyapada 54, Vers 72. Östlich des Bali-Sockels stehend rufe man mit dieser Formel die Scharen herbei: „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Shankaras und Vishnus Gefolge mögen kommen,

Kriyapada 54, Vers 73. die die ganze Welt durchdringen! Sie mögen diese vorzügliche Bali-Gabe annehmen!“ Danach gebe man Nandisha und den folgenden sowie Kumuda und den folgenden

Kriyapada 54, Vers 74. jeweils paarweise in den Richtungen auf den Mandalas Bali. Nämlich: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 54, Vers 75. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin; Kumuda, Kumudaksha, Pundarika und Vamana,

Kriyapada 54, Vers 76 mit Prosaeinschub. Shankukarna, Shankunetra, Sumukha und Supratishthita. Im Osten: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Nandisha und Kumuda, den Angehörigen von Shankara-Narayanas Gefolge!“ Entsprechend streue man im Südosten und den weiteren Richtungen Bali aus. Dann gebe man am Bali-Sockel Bhutida und den weiteren,

Kriyapada 54, Vers 77. Shankhin, Cakrin, Gadin, Sharngin, Padmin, Musalin, Pashin und Ankushin,

Kriyapada 54, Vers 78. oberhalb des Kumuda-Gliedes Nandakin und auf dem Fruchtboden des Sockellotus Haris und Haras Heer die Gabe mit „Verehrung …“. [Die Quelle gibt die letzte Anrufung als Zusammensetzungsanweisung.]

Kriyapada 54, Vers 79 mit Prosaeinschub. Auch hier gebe man wie zuvor in den Richtungen jeweils zwei die Gabe. Die paarweise Formel lautet beispielsweise: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Bhutida und Cakrin, den Angehörigen von Shankara-Narayanas Gefolge!“ Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest.

Kriyapada 54, Vers 80. Nun die Besonderheit: Auf dem Banner male man die halb aus Stier, halb aus Garuda bestehende Gestalt, verehre sie unter ihrem eigenen Namen und streue Bali aus.

Kriyapada 54, Vers 81. In der dritten Umfassung verehre man in Richtungsfolge die verschiedenen Shiva und Vishnu zugehörigen Wesenherren mit ihren eigenen Namensmantras.

Kriyapada 54, Vers 82. In jeder Richtung sind zwanzig Shiva und fünfzig Vishnu zugehörige Scharen vorgesehen. Nämlich: Mahakala, Vidhata, Vajrapani, Kratu und Prabhu,

Kriyapada 54, Vers 83. Daksha, Shatakratu, Aprameya, Viryavan, Nitya, Vidyutprabha, Shulahasta und Trilocana,

Kriyapada 54, Vers 84. Svangadipa, Tamoghna, Srishtikrit, Uruvikrama, Mandhata, Mahavirya, Nityayoga und Prasadana,

Kriyapada 54, Vers 85. Utkuta, Prakata, Unmukha, Dvimukha, Hari, Ashvagriva, Ashvavadana, Ashvajihva und Ashvalocana,

Kriyapada 54, Vers 86. Keshava, Vamana, Nara, Naraka, Mandara, Mandadrishti, Kanda und Kandukalocana,

Kriyapada 54, Vers 87. Patahaksha, Vishalaksha, Kshamaka, Kshamaka, Pandara, Panduprishtha, Durdina und Sudina, [Die beiden Kshamaka-Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 88. Vamadeva, Mahadeva, Mohana, Madhusudana, Kalana, Kalana, Bhavana, Bhagavan und Bhava, [Auch die beiden Kalana-Namen haben verschiedene Vokallängen.]

Kriyapada 54, Vers 89. Hanuman, Bhagadheya, Bhaskara, Bhasura, Vishvesha, Vishvasena, Vishvaksena und Visarana,

Kriyapada 54, Vers 90. Vistara, Vistara, Vidandin, Danda, Kamuka, Akamuka, Kamahrid und Kamanashana. [Die beiden Vistara-Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 91, erster Teil. Dies sind die siebzig Scharen Hara-Narayanas im Osten. [Die angekündigten Gruppenzahlen gehen in den erhaltenen Namenslisten nicht durchgehend auf; Namen werden weder gestrichen noch ergänzt.]

Kriyapada 54, Vers 91, zweiter Teil. Agni, Agnisamana, Jvalamalin und Vishvabhuj,

Kriyapada 54, Vers 92. Hutasha, Murtiman, Vyapin, Kapila, Raktalocana, Ugra, Raktavapus, Dhumra, Saptarcis und Vishvabheshaja,

Kriyapada 54, Vers 93. Sutapas, Vegavan, Bhasmacchanna, Marutsakha, Yogapriya, Daruja, Agneya und Nidhana,

Kriyapada 54, Vers 94. Agnijihva, Hutasha, Agnirupa, Agniketana, Agnivarna, Agni, Agnyasya, Mahasena und Mahodara,

Kriyapada 54, Vers 95. Mahanasa, Karala, Kalajihva, Vivartaka, Mandu, Manduka, Kakasya, Deva und Devalaka,

Kriyapada 54, Vers 96. Shamaka, Camaka, Shanku, Shankushravas, Marica, Dronamarica, Mahisha und Bhishana,

Kriyapada 54, Vers 97. Kumbhanasa, Vinasa, Kumbhakarna, Kumbhaka, Visarin, Vikramin, Matsarin und Maskara,

Kriyapada 54, Vers 98. Sukara, Sukarasya, Shasha, Shashamukha, Simha, Simhamukha, Narasimha und Nara,

Kriyapada 54, Vers 99. Kalahrid, Kalasutra, Sutraka, Suta, Vinalin und Nalakarna: Dies sind die siebzig in südöstlicher Richtung.

Kriyapada 54, Vers 100. Yama, Vivasvata, Ghata, Daityaghatin, Prajantaka, Mrityu, Pretadhipa, Dharma, Krishna und Krishnaksha, [Die ersten drei Wörter sind abweichend von der Parallelreihe in Kapitel 49 überliefert; ihre genaue Trennung bleibt unsicher.]

Kriyapada 54, Vers 101. Nityayogin, Kala, Ashukarin, Paretapa, Mayarupin, Kritanta, Satya, Satyapriya und Suhrid,

Kriyapada 54, Vers 102. Pitrinatha, Kinasha, Dharma, Dharmarata, Dharmya, Dharmaja, Dhanvin, Prashraya und Naya,

Kriyapada 54, Vers 103. Kunaka, Kunivaha, Nihshreya, Nirina, Alasa, Nishkopa, Niranukrosha, Kubja und Pamsuvimardana,

Kriyapada 54, Vers 104. Aho, Utaho, Ahu, Nirmala, Nivaha, Vaha, Ekalavya, Palala, Uhu und Samrakshana,

Kriyapada 54, Vers 105. Shankhin, Cakrin, Dhanvin, Kankata, Katuka, Vita, Vasudeva, Subhadra, Sharngin und Sharngadhara,

Kriyapada 54, Vers 106. Citrangada, Citraratha, Ketuman, Ketuda, Kshamin, Vallaka, Vallakihasta, Dvirada, Vigraha und Ambara,

Kriyapada 54, Vers 107, erster Teil. Arjamba, Dundubhi und Shveta: Diese stehen im Süden.

Kriyapada 54, Vers 107, zweiter Teil. Rakshasa, Asura, Kravyad, Virahan und Nirriti,

Kriyapada 54, Vers 108. Tikshnanetra, Yatudhana, Yajnahanta, Nishacara, Mahamurti, Kaikaseya, Krura und Kruravapus,

Kriyapada 54, Vers 109. Daksha, Konapaka, Dhumra, Dhumraksha, Bhishana, Virupaksha, Bhasmanga, Sukriti und Vikriti,

Kriyapada 54, Vers 110. Daruna, Damana, Nairriti, Prakriti, Mamsapa, Mamsaka, Rakshasa und Rakshaka,

Kriyapada 54, Vers 111. Pralamba, Lambaka, Nishthura, Kharabhashana, Virasena, Aksharasha, Pranada und Pranava,

Kriyapada 54, Vers 112. Kamada, Vibhashin, Raktaksha, Lohitakshaka, Vidyutkesha, Vishalaksha, Raktajihva und Vijihmaka,

Kriyapada 54, Vers 113. Akshara, Prakshara, Vikshaka, Nirahankrita, Sarvaga, Sarvavid, Gaura, Kamarupin und Virupavan,

Kriyapada 54, Vers 114. Vaikartana, Vikarta, Samplava, Sambhava, Vimada, Madana, Varuna und Vasu,

Kriyapada 54, Vers 115. Nandakin, Nandaka, Kapardin, Vrishabha, Shona, Pinakin und Varuna: Diese stehen im Südwesten.

Kriyapada 54, Vers 116. Varuna, Shabala, Ambhodhi, Praceta, Nimnagapati, Yadonatha, Pashapani, Ananda, Ambupati und Shiva,

Kriyapada 54, Vers 117. Kapardin, Pranada, Shveta, Shyamanetra, Sanatana, Pratyannivasa, Jalada, Jivana und Nakravahana,

Kriyapada 54, Vers 118. Payodhinilaya, Varuna, Varana, Kshepana, Kshobhana, Pashin, Pashadhara und Guru,

Kriyapada 54, Vers 119. Sannaha, Nahana, Hamsa, Narada, Parvata, Ravi, Bhanuman, Vasuman, Bhadra, Vaikuntha, Parama und Para,

Kriyapada 54, Vers 120. Mahakarna, Vikarna, Vidrava, Pradrava, Vanara, Taraka, Shashaka, Shakala und Shala,

Kriyapada 54, Vers 121. Cakrabhrit, Shankhabhrit, Vajrin, Karnin, Karna, Amshuman, Kurara, Kurava, Vajranabha und Vinayaka,

Kriyapada 54, Vers 122. Durgandha, Putigandha, Dakshina, Adakshina, Suhrid, Virodha, Rodhana, Rodha, Tarkshya und Garuda,

Kriyapada 54, Vers 123, erster Teil. Angadin und Kankanin: Dies sind die siebzig Scharen im Westen.

Kriyapada 54, Vers 123, zweiter Teil. Vayu, Gandhavaha, Sukshma, Sparshana und Prabhanjana,

Kriyapada 54, Vers 124. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya,

Kriyapada 54, Vers 125. Dhvajapani, Pavana, Shvasana, Maruta, Anila, Vidvan, Marut, Maruta, Vata, Vahnisakha und Hari,

Kriyapada 54, Vers 126. Alarka, Vartaka, Kanka, Margana, Prankana, Bala, Abala, Baladhi, Vira, Dvidhira und Rodhaka,

Kriyapada 54, Vers 127. Savidhi, Suvidhi, Sangara, Vikata, Malin, Manin, Sudhi, Samartha, Sahasa und Dhara,

Kriyapada 54, Vers 128. Kukuta, Kutaka, Gandha, Gandhavaha, Saktaga, Asaktaga, Ragin, Secana, Asecana und Svana,

Kriyapada 54, Vers 129. Aushadha, Bheshaja, Jiva, Rogin, Roga, Bhaga, Sukhin, Karana, Karana, Karta, Paradhina, Bala und Abala. [Die beiden Karana-Namen unterscheiden sich durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 130, erster Teil. Diese siebzig Scharen stehen im Nordwesten.

Kriyapada 54, Vers 130, zweiter Teil. Yakshesha, Rayiman, Soma, Manibhadra und Guhyaka,

Kriyapada 54, Vers 131. Celin, Malin, Kubera, Jambhala, Shibikundalin, Kinnaresha, Cailabili, Dhanada und Dhanadhipa,

Kriyapada 54, Vers 132. Rajaraja, Shrida, Jyeshtha, Maladhara, Dhanin, Uttarashanivasa und Ekakundala,

Kriyapada 54, Vers 133. Soma, Somakala, Saumya, Somavid, Somavardhana, Sudha, Sudhata, Bhangira, Surashtra, Kashthali und Kali, [Die Trennung von Sudha und Sudhata bleibt unsicher.]

Kriyapada 54, Vers 134. Kalavan, Kalacakra, Kalakuta, Vishajvara, Amrita, Amritesha, Ambhas, Keyurin, Kevalin und Valin,

Kriyapada 54, Vers 135. Vishnu, Krishna, Pishangin, Rekha, Lekheshvara, Para, Nalaka, Shunaka, Kratha, Shyena, Shyenamukha und Aruna,

Kriyapada 54, Vers 136. Marjara, Valgumakshin, Gulma, Kanavaka, Kana, Sheba, Vishesha, Vishlesha, Kardama und Putivigraha,

Kriyapada 54, Vers 137. Samba, Samvatsara, Sambhu, Vegin, Vegadhara und Amara: Diese Scharen Hara-Haris stehen im Norden.

Kriyapada 54, Vers 138. Ishana, Ishvara, Shambhu, Shulahasta, Trilocana, Anadinidhana, Dhata, Kapila und Pingalocana,

Kriyapada 54, Vers 139. Rudra, Rudraganadhisha, Vishva, Bharta, Digambara, Nilagriva, Kapardin, Vrishavaha und Vrishadhvaja, [Vishva und Bharta stehen hier getrennt; die gelieferte Variante erlaubt eine andere Verbindung.]

Kriyapada 54, Vers 140. Hara, Sharva, Vishvabhuja, Isha, Vyapin, Trishuladhrit, Vira, Bharga, Vashin, Shambhu, Vivasa, Vyasana und Budha,

Kriyapada 54, Vers 141. Vriksha, Kshama, Kshantipara, Shakuni, Shakuna, Vata, Brahmanya, Brahmavid, Brahma, Marica und Haripingala,

Kriyapada 54, Vers 142. Vedin, Vedavid, Udbandha, Brahmin, Brahmasadhana, Dhiman, Sudrishti, Ashtatma, Shankara und Shankara, [Die beiden letzten Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Länge des ersten Vokals.]

Kriyapada 54, Vers 143. Vineta, Vikaca, Vadin, Shishtatma, Shishtakarmakrit, Ekadrish, Sarvabhuj, Sarva, Vinodin und Dipakampaka,

Kriyapada 54, Vers 144. Govinda, Gopati, Gopta, Sarvabhagin, Sanatana, Dandin, Mundin und Shikhandin: Dies sind die siebzig Scharen im Nordosten.

Kriyapada 54, Vers 145. Nachdem man ihnen so Bali gegeben hat, gebe man am Bali-Sockel die Gabe. Dann bringe man den Gott hinein, bade und verehre wie zuvor.

Kriyapada 54, Vers 146. Am Festende vollziehe man wie zuvor das Hauptbad, lasse das Banner herab und entlasse alle Scharen.

Kriyapada 54, Vers 147. Nach Möglichkeit bade man den Gott, verehre ihn besonders und gebe danach dem Lehrer und den weiteren Beteiligten die Vergütungen.

Kriyapada 54, originale Marke 148-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Die geschuldeten Gaben reiche man den Bittenden angemessen. Nachdem betrachtet wurde, was im großen Brihattantra und im Devodbhava genannten Tantra von der Einsetzung bis zum Fest gelehrt ist, wurde hier Hara-Haris Tantra in Kürze ordnungsgemäß erklärt. Alle seine Handlungen sind entsprechend der Shiva-Lehre zu bestimmen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierundfünfzigste Kapitel über Shankara-Narayanas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 54

Die vereinte Gestalt bewahrt die Eigenheiten beider Seiten: Asche und Sandelholz, Dreizack und Wurfscheibe, Parvati und Shri. Eine heutige spirituelle Betrachtung kann darin die Einladung sehen, Verbundenheit zu suchen, ohne Unterschiede zu übergehen. Der Text verwirklicht dies in einer konkreten Ritualordnung; für den Alltag kann daraus eine Haltung aufmerksamen Respekts wachsen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 54: Die Weihe von Shankara-Narayana
Shankara Narayana verbindet Shiva und Vishnu in einer Gestalt. Das Kapitel ordnet beiden Seiten besondere Mantras, Kräfte und Bildmerkmale zu und führt sie in einer gemeinsamen Verehrung zusammen. Die Einheit wird so durch die bewahrten Unterschiede sichtbar.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha catuṣpañcāśaḥ paṭalaḥ |

haranārāyaṇasyātha pratiṣṭhādyaṃ nigadyate |
mantraśca vānto bindvanto brahmāthāgniśca pañcamāt || 1 || anto dīrghaḥ sadīrgho'gnirvāyustādiśca dīrghayuk |
namontastu daśārṇaḥ syāt tāraśaktiravādikaḥ || 2 ||

trayodaśākṣaro hyasyacchando'tijagatī mato |
ṛṣirbrahmāsya daivaṃ tu devo harehariḥ svayam || 3 ||

dīrghasvaraiḥ śaktibījaṃ nāmajātiyutaṃ ca tat |
hṛdādyaṅgāni ṣaṭ tena śastrāntāni tu kalpayet || 4 ||

p. 527)

tānyaṅgulīṣu śaivoktakramād vinyasya mūlataḥ |
vyāpakaṃ ca hṛdādīni sve sve sthāne kramānnyaset || 5 ||

tāraṃ ca śaṅkarāyātha vidmahe tadanantaram |
nārāyaṇāya tasyānte dhīmahe tacca naḥpadam || 6 ||

puruṣaśca tataḥ preti codayātpadamantataḥ |
haranārāyaṇasyaivaṃ gāyatrī yajanocitā || 7 ||

śaktiśrīkāmabījāni mūlasyādau niyojya tu |
sarvabhūtātmane cānte namaḥ syād yajane manuḥ || 8 ||

īśādikāni brahmāṇi mūrdhādyaṅghryantakaṃ nyaset |
sve sve sthāne harārdhe ca vāsudevaṃ tathānyataḥ || 9 ||

saṅkarṣaṇaṃ ca pradyumnamaniruddhaṃ ca keśavam |
mūrdhāsyahṛtsuguhyāṅghryorharerardhaṃ nyaset kramāt || 10 ||

śaivoktaṃ tu kriyācakramatrāpi prāyaśaḥ samam |
viśeṣaḥ kathyate tatrāpyadhivāsanamaṇḍapam || 11 ||

prāgāditoraṇāḥ pūjyāḥ śaivavaiṣṇavanāmabhiḥ |
śāntibhūtibalārogyāstoraṇe dakṣiṇārdhagāḥ || 12 ||

suśobhanaḥ subhradraśca supūrṇaḥ pūrṇa eva ca |
toraṇānāṃ tu vāmārdhe pūjanīyāḥ svanāmabhiḥ || 13 ||

pratidvāraṃ tu kumbhasthāścatvāro dvārapālakāḥ |
prācyāṃ nandīśapūrṇau ca mahākālaśca puṣkaraḥ || 14 ||

bhṛṅgīśanandanau yāmye vighneśo nandanastathā |
paścād vṛṣo vīrasenaḥ ṣaṇmukhaśca suṣeṇakaḥ || 15 ||

dūrgā ca sambhavaścodak caṇḍaśca prabhavastathā |
vikirakṣepapūrvaṃ tu kumbhe harahariṃ yajet || 16 ||

śūlaṃ cakraṃ ca vardhanyāmiṣṭvā svīkṛtya maṇḍapam |
madhyakuṇḍānalaṃ prāgvannavadhā saṃvibhajya tu || 17 ||

pūrvadravyaiḥ svamūlāṅgairjuhuyurgurumūrtipāḥ |
mantrasantarpaṇaṃ kṛtvā kuryāccākāraśodhanam || 18 ||

p. 528)

netramokṣaṃ jalevāsaṃ tathā grāmapradakṣiṇam |
snapanaṃ ca yathā pūrvaṃ maṇḍape śayanaṃ tathā || 19 ||

vedyāṃ kumbhāstravidyeśasāṣṭamūrtighaṭān yajet |

tadyathā -

sānantāṃ pṛthivīṃ sūkṣmayuktāmbhaśca śivottamam || 20 ||

sāgniṃ caikākṣavāyū ca tataḥ khaṃ ca śikhaṇḍinam |
śrīkaṇṭhaṃ ca manoyuktaṃ trīmūrtiṃ buddhisaṃyutam || 21 |

ekarudramahaṅkārayuktaṃ śaivoditakramāt |
itthamabhyarcya kumbhāṃstu nyaset tattvādikaṃ tataḥ || 22 ||

ātmādīni tritattvāni jānukaṇṭhaśirovadhi |
brahmādīnapi tattveśān mūrtīḥ pṛthvyādikā ravim || 23 ||

somaṃ ca yajamānaṃ ca manaścāhaṅkṛtiṃ dhiyam |
prakṛtiṃ ceti bhāgeṣu mūrtidvādaśakaṃ nyaset || 24 ||

śarvādīṃścāṣṭamūrtīśān vāsudevādikānapi |
vidyeśvarīṃ śivāṃ sūkṣmāṃ śāṅkarīṃ harivallabhām || 25 ||

vaiṣṇavīṃ ca mahālakṣmīṃ kṣamāṃ nārāyaṇīṃ tathā |
sāmānyaśaktayo hyetā haranarāyaṇasya yāḥ || 26 ||

vāmādyā navaśaktīśca vimalādyāstathā nyaset |
vimalotkarṣaṇī jñānā kriyā yogā tathaiva ca || 27 ||

satyā pṛthvī tatheśānānugrahā navamī smṛtā |
vinyasyaivaṃ tu saṃpūjya dhyātvā tu sakalaṃ vibhum || 28 ||

kriyāśaktiṃ tathā pīṭhe vinidhāyābhipūjayet |
tatraiva dhārikādyāśca śaktīraṣṭau yajedapi || 29 ||

navakuṇḍeṣu hutvaivaṃ tattvatattveśvarādibhiḥ |
mūlāṅgairapi gāyatryā śaivoktena krameṇa tu || 30 ||

mantrasantarpaṇaṃ kṛtvā śāntikumbheṣu pātayet |
ācāryo mūrtipāścaiva saṃspṛśeyuḥ kramāt tridhā || 31 ||

sarvaṃ śaivapratiṣṭhāvad dravyamantrakriyādikam |
atrāpi tulyamūhyaṃ syādaśeṣeṇa tu deśikaiḥ || 32 ||

p. 529)

atha lagne praviśyāntaḥ prāgvat kūrmaśilāṃ nyaset |
tasyāṃ ca dhāriṇīṃ śaktiṃ tattvatattveśvarādibhiḥ || 33 ||

ratnādipañcavargāṃśca tadūrdhvaṃ tu yathāpuram |
vinyasya pīṭhaṃ tatsthāṃ ca kriyāśaktiṃ ca śaktibhiḥ || 34 ||

lagne devaṃ pratiṣṭhāpya jñānaśaktyātmakaṃ vibhum |
mūlenāvāhya tanmūrtiṃ mantradehaṃ ca bhāvayet || 35 ||

tathaiva vimalaṃ jyotistasyaiva hṛdayāmbuje |
proktatribījapuṭitaṃ haṃsaṃ svahṛdayāmbujāt || 36 ||

nītvā vyomābjacaitanyaṃ mūrtihṛtpaṅkaje nyaset |
tataḥ prakṣālya saṃsnāpya vedikumbhāstravāribhiḥ || 37 ||

anantādyaṣṭakumbhaiśca tato nyasyet ṣaḍadhvanaḥ |
svamūlāṅgaiḥ svagāyatryā brahmabhiḥ praṇavādibhiḥ || 38 ||

namobhagavateyuktairvāsudevādināmabhiḥ |
caturthyantaistu nirdiṣṭo mantrādhvātha padairapi || 39 ||

gāyatryāstu padādhvā syāccheṣādhvāno yathāpuram |
tataḥ sthirādibhirmantrairhutvā spṛṣṭvātha pūjayet || 40 ||

āsanādikrameṇoktairupacārairyathākramam |

tadyathā -

vidyeśvaraṃ guruṃ ceṣṭvā sakalīkṛtya vigraham || 41 ||

sāmānyārghyakaro dvārasyordhvodumbarapārśvayoḥ |
vighnaṃ sarasvatīṃ gaṅgāṃ yamunāṃ madhyataḥ śriyam || 42 ||

nandīśaṃ caiva caṇḍaṃ ca dvāḥsthau dvārottarasthitau |
mahākālaṃ pracaṇḍaṃ ca yajed dvārasya dakṣiṇe || 43 ||

nārācāstraṃ kṣipeccāntaḥ praviśyāstraṃ nidhāya ca |
vāstvīśaṃ vedhasaṃ madhye tathānantāsanaṃ yajet || 44 ||

pañcaśudhīrvidhāyātha tilakīpuṣpaśekharaḥ |
mūlāṅgairarghyamāpādya jalakṣīrakuśākṣataiḥ || 45 ||

p. 530)

yavacandanasiddhārthaiḥ puṣpairapi ca pūjayet |
tatprokṣitātmadravyādirastraprākārarakṣitaḥ || 46 ||

ādhāraśaktiṃ kūrmaṃ cāpyanantāsanameva ca |
dharmādīnapyadharmādīn māyāṃ vidyāaṃ guṇatrayam || 47 ||

pa[k: pā]trādivyāptasūryādibimbādyaṣṭadalāmbujam |
dve dve kesarayoḥ śaktīrvāmādyā vimalādikāḥ || 48 ||

oṃ vāmāvimalābhyāṃ nama iti pūrvadalakesarādiṣu |

pūrvādikramato madhye manonmanyātvanugrahāt (?) |
tatkarṇikāyāṃ tanmūrtiṃ vidyāmantratanuṃ tathā || 49 ||

iṣṭvā hṛdambujāt prāgvad brahmajyotiḥ śivātmakam |
āvāhanasthāpane ca sānnidhyaṃ sannipātanam || 50 ||

prarocanāmṛtīkārau kuryādapyavaguṇṭhanam |
tanmūlāṅgaiśca gāyatryāsakalīkṛtya tu kramāt || 51 ||

dhyāyeccaturbhujaṃ devaṃ haranārāyaṇaṃ vibhum |
dakṣiṇe śūlaṭaṅkau ca śaṅkhacakre ca vāmataḥ || 52 ||

bibhrāṇaṃ vā kapālaṃ ca śūlamabjaṃ sudarśanam |
dakṣiṇetarayoścarma vaiyāghraṃ pītamambaram || 53 ||

vasānaṃ naikanāgārdhahārihāravirājitam |
tathāhimakarākārakuṇḍalaṃ sundarānanam || 54 ||

sakapardakirīṭaṃ sacandracūḍāmaṇiṃ vibhum |
sabilvadalanīlābjasarojatulasīsrajam || 55 ||

nānābhujaṅgaratnāḍhyamudrikākaṅkaṇāṅgadam |
ardhanīlagalollāsinaikāhimaṇibhūṣaṇam || 56 ||

sāhihemodarābaddhakaṭisūtrāṅghribhūṣaṇam |
bhasmāṅgarāgollasitaṃ haricandanacarcitam || 57 ||

raudraramyākṛtiṃ sarvaśobhātejonidhiṃ vibhum |
dakṣiṇetarapārśvasthapārvatīśrīvirājitam || 58 ||

p. 531)

evaṃrūpaṃ haraharimupacārairyajet kramāt |
aṅgaiśca śaktibhiścāṣṭamūrtīśairdvārapālakaiḥ || 59 ||

prāguktairatha lokeśairiṣṭvāvaraṇapañcakam |
saṃpūjyaivaṃ harahariṃ hutvā ca samidādibhiḥ || 60 ||

juhuyuśca dvitīye'hni tṛtīye tryambakena ca |
viṣṇornukādinā cāpi mūlāṅgādyairyathākramam || 61 ||

prāyaścittaṃ caturthe'hni hutvāghorāstramantrataḥ |
sudarśanena pālāśasamidājyairyathākramam || 62 ||

caṇḍasenaṃ yathāpūrvaṃ samārādhya jayādibhiḥ |
prāyaścittaistathā hutvā pūrṇāṃ sviṣṭakṛtaṃ tathā || 63 ||

agnīnātmahṛdambhoje samāropya visṛjya tu |
toraṇadhvajalokeśadvārakumbhasthadevatāḥ || 64 ||

tatastvaṣṭottaraśataiḥ kalaśaiḥ snapayedapi |
saṃpūjya saviśeṣaṃ tu dakṣiṇādyaṃ pradāya tu || 65 ||

rātrau bhūtabaliṃ datvā nityapūjādisiddhaye |
saṅkalpya vibhavaṃ bhaktyā yatheṣṭaṃ labhate phalam || 66 ||

śaṅkaranārāyaṇapratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave tu prāgdvāre nandīśaścaṇḍa eva ca |
mahākālaḥ pracaṇḍaśca bhṛṅgī vighnaśca dakṣiṇe || 67 ||

paścime vṛṣabhānantau caṇḍasenāvathottare (?) |
svāśāsu lokapālebhyaḥ svaiḥ svairmantrairbaliṃ kṣipet || 68 ||

tatrāyaṃ viśeṣaḥ -

indrāya surādhipataye sāyudhasavāhanaparivārāya śaṅkaranārāyaṇapārṣade namaḥ |
tatpārṣadebhyo namaḥ |
iti dikṣu sarvatra śaṅkaranārāyaṇapārṣacchabdayuktaireva mantrairbaliṃ vikirennityotsave |
mahotsave tu daityadarpavināśāyetyādibhiśca ye bhūtāḥ purassada ityādibhiśca śaivamahotsavoditaiḥ śaṅkaranārāyaṇasya bhagavata ityādibhistatra baliṃ kṣipet |

iṣṭvā vṛṣārdhagaruḍaṃ maṇḍapasthaṃ baliṃ kṣipet |
gaṇeśaṃ vīrabhadraṃ ca mātṝḥ śāstārameva ca || 69 ||

p. 532)

durgāṃ ca somaṃ svāśāsu caṇḍasenaṃ ca pūjayet |
saśūlacakravaradābhītimiṣṭvā baliṃ kṣipet || 70 ||

mṛgāsyaṃ pāñcajanyaṃ ca tīkṣṇanetraṃ sudarśanam |
caturo gopuradvāri saṃpūjyaiṣāṃ baliṃ kṣipet || 71 ||

balipīṭhāt sthitaḥ prācyāmanenāvāhayed gaṇān |

oṃ

āyāntu pārṣadāḥ sarve śāṅkarā vaiṣṇavāśca ye || 72 ||

sthitāḥ sarvaṃ jagad vyāpya gṛhṇantu balimuttamam |
tatastu nandīśādibhyaḥ kumudādibhya eva ca || 73 ||

dvayordvayoḥ pratidiśaṃ maṇḍaleṣu baliṃ kṣipet |

tadyathā -

nandīśaśca mahākālo bhūtanātho mahīdharaḥ || 74 ||

parvateśo guheśaśca kālapāśakapālinau |
kumudaḥ kumudākṣaśca puṇḍarīko'tha vāmanaḥ || 75 ||

śaṅkukarṇaḥ śaṅkunetraḥ sumukhaḥ supratiṣṭhitaḥ |

oṃ nandīśakumudābhyāṃ śaṅkaranārāyaṇapārṣadābhyāṃ nama iti pūrvasyām |
ityāgneyādidikṣvapi baliṃ vikiret |

tatastu balipīṭhe tu bhūtidādibhya eva ca || 76 ||

śaṅkhine cakriṇe cāpi gadine śārṅgiṇe tathā |
padmine'tho musaline pāśine'ṅkuśine tathā || 77 ||

kumudordhve nandakine namohariharādikam |
senāyeti ca pīṭhābjakarṇikāyāṃ baliṃ kṣipet || 78 ||

atrāpi pūrvavad dikṣu dvābhyāṃ dvābhyāṃ baliṃ kṣipet |

oṃ bhūtidacakribhyāṃ śaṅkaranārāyaṇapārṣadābhyāṃ nama ityādidvandvaśabdaḥ |

nityotsavavidhistveṣa tulyaścāpi mahotsave || 79 ||

viśeṣaḥ kathyate lekhyo vṛṣārdhagaruḍaḥ paṭe |
pūjyaśca syāt svanāmnaiva baliṃ ca vikiret tataḥ || 80 ||

mantraistṛtīyahārāyāṃ vividhānāṃ svanāmabhiḥ |
bhūteśānāṃ śāṅkarāṇāṃ vaiṣṇavānāṃ ca dikkramāt || 81 ||

p. 533)

śaivā viṃśatisaṅkhyāḥ syuḥ pañcāśad dikṣu vaiṣṇavāḥ |

tadyathā -

mahākālo vidhātā ca vajrapāṇiḥ kratu(ḥ?) prabhuḥ || 82 ||

dakṣaḥ śatakratustadvadaprameyo'tha vīryavān |
nityo vidyutprabhaścaiva śūlahastastrilocanaḥ || 83 ||

svāṅgadīpastamoghnaśca sṛṣṭikṛccoruvikramaḥ |
māndhātā ca mahāvīryo nityayogaḥ prasādanaḥ || 84 ||

utkūṭaḥ prakaṭaścaiva unmukho dvimukho hariḥ |
aśvagrīvo'śvavadano hyaśvajihvo'śvalocanaḥ || 85 ||

keśavo vāmanaścaiva naro nāraka eva ca |
mandaro mandadṛṣṭiśca kandaḥ kandukalocanaḥ || 86 ||

paṭahākṣo viśālākṣaḥ kṣāmakaḥ kṣamakastathā |
pāṇḍaraḥ pāṇḍupṛṣṭhaśca durdinaḥ sudinastathā || 87 ||

vāmadevo mahādevo mohano madhusūdanaḥ |
kalanaḥ kālanaścaiva bhāvano bhagavān bhavaḥ || 88 ||

hanūmān bhāgadheyaśca bhāskaro bhāsurastathā |
viśveśo viśvasenaśca viṣvakseno visāraṇaḥ || 89 ||

vistāro vistaraścaiva vidaṇḍī daṇḍa eva ca |
kāmuko'kāmukaścaiva kāmahṛt kāmanāśanaḥ || 90 ||

saptatistu gaṇāḥ prācyāṃ haranārāyaṇasya tu |
agniragnisamānaśca jvālāmālī ca viśvabhuk || 91 ||

hutāśo mūrtimān vyāpī kapilo raktalocanaḥ |
ugro raktavapūrdhūmraḥ saptārcirviśvabheṣajaḥ || 92 ||

sutapā vegavāṃścātha bhasmacchanno marutsakhaḥ [kh: rudraṇaḥ] |
yogapriyo dārujaścāpyāgneyo nidhanastathā || 93 ||

agnijihvo hutāśaścāpyagnirūpo'gniketanaḥ |
agnivarṇo'gniragnyāsyo mahāseno mahodaraḥ || 94 || p. 534)

mahānāsaḥ karālaśca kālajihvo vivartakaḥ |
maṇḍūrmaṇḍūkakākāsyau devo devalakastathā || 95 ||

śamakaścamakaścaiva śaṅkuḥ śaṅkuśravāstathā |
mārīco droṇamārīco mahiṣo bhīṣaṇastathā || 96 ||

kumbhanāso vināsaśca kumbhakarṇo'tha kumbhakaḥ |
visarī vikramī caiva matsarī maskarastathā || 97 ||

sūkaraḥ sūkarāsyaśca śaśaḥ śaśamukhastathā |
siṃhaḥ siṃhamukhaścaiva nārasiṃho narastathā || 98 ||

kālahṛt kālasūtraśca sūtrakaḥ sūta eva ca |
vinālī nālakarṇaścetyāgneyyāṃ diśi saptatiḥ || 99 ||

yamo vivasvato ghātā daityaghātī prajāntakaḥ |
mṛtyuḥ pretādhipo dharmaḥ kṛṣṇaḥ kṛṣṇākṣa eva ca || 100 ||

nityayogī ca kālaśca āśukārī paretapaḥ |
māyārūpī kṛtāntaśca satyaḥ satyapriyaḥ suhṛt || 101 ||

pitṛnāthaśca kīnāśo dharmo dharmaratastathā |
dharmyaśca dharmajaścāpi dhanvī ca praśrayo nayaḥ || 102 ||

kuṇakaḥ kuṇivāhaśca niḥśreyo nīriṇo'lasaḥ |
niṣkopo niranukrośaḥ kubjaḥ pāṃsuvimardanaḥ || 103 ||

āho utāho āhuśca nirmalo nivaho vahaḥ |
ekalavyaśca palala ūhuḥ saṃrakṣaṇastathā || 104 ||

śaṅkhī cakrī ca dhanvī ca kaṅkaṭaḥ kaṭuko viṭaḥ |
vasudevaḥ subhadraśca śārṅgī śārṅgadharastathā || 105 ||

citrāṅgadaścitrarathaḥ ketumān ketudaḥ kṣamī |
vallako vallakīhasto dvirado vigraho'mbaraḥ || 106 ||

ārjambo dundubhiḥ śvetaścaite yāmyāṃ diśi sthitāḥ |
rākṣasaścāsuraḥ kravyād vīrahā nir-ṛtistathā || 107 ||

tīkṣṇanetro yātudhāno yajñahantā niśācaraḥ |
mahāmūrtiḥ kaikaseyaḥ krūraḥ krūravapustathā || 108 ||

p. 535)

dakṣaḥ koṇapako dhūmro dhūmrākṣo bhīṣaṇastathā |
vīrūpākṣo'tha bhasmāṅgaḥ sukṛtirvikṛtistathā || 109 ||

dāruṇo damanaścaiva nair-ṛtiḥ prakṛtistataḥ |
māṃsapo māṃsakaściva rākṣaso rakṣakastathā || 110 ||

pralambo lambakaścaiva niṣṭhuraḥ kharabhāṣaṇaḥ |
vīraseno'kṣarāśaśca prāṇadaḥ praṇavastathā || 111 ||

kāmadaśca vibhāṣī ca raktākṣo lohitākṣakaḥ |
vidyutkeśo viśālākṣo raktajihvo vijihmakaḥ || 112 ||

akṣaraḥ prakṣaraścaiva vīkṣako nirahaṅkṛtaḥ |
sarvagaḥ sarvavid gauraḥ kāmarūpī virūpavān || 113 ||

vaikartano vikartā ca saṃplavaḥ sambhavastathā |
vimado madanaścaiva vāruṇo vasureva ca || 114 ||

nandakī nandakaścaiva kapardivṛṣabhāvapi |
śoṇaḥ pinākī varuṇa ityete nair-ṛte sthitāḥ || 115 ||

varuṇaḥ śabalo'mbhodhiḥ pracetā nimnagāpatiḥ |
yādonāthaḥ pāśapāṇirānando'mbupatiḥ śivaḥ || 116 ||

kapardī prāṇadaḥ śvetaḥ śyāmanetraḥ sanātanaḥ |
pratyaṅnivāso jalado jīvano nakravāhanaḥ || 117 ||

payodhinilayaścaiva vāruṇo vāraṇastathā |
kṣepaṇaḥ kṣobhaṇaścaiva pāśī pāśadharo guruḥ || 118 ||

sannāho nāhano haṃso nāradaḥ parvato raviḥ |
bhānumān vasumān bhadro vaikuṇṭhaḥ paramaḥ paraḥ || 119 ||

mahākarṇo vikarṇaśca vidravaḥ pradravastathā |
vānarastārakaścaiva śaśakaḥ śākalaḥ śalaḥ || 120 ||

cakrabhṛcchaṅkhabhṛd vajrī karṇī karṇastathāṃśumān |
kuraraḥ [kh: vaḥ] kuravaścaiva vajranābho vināyakaḥ || 121 ||

p. 536)

durgandhaḥ pūtigandhaśca dakṣiṇo'dakṣiṇaḥ suhṛt |
virodho rodhano rodhastārkṣyo garuḍa eva ca || 122 ||

aṅgadī kaṅkaṇī ceti vāruṇyāṃ gaṇasaptatiḥ |
vāyurgandhavahaḥ sūkṣmaḥ sparśanaśca prabhañjanaḥ || 123 ||

prāṇo'pānastathā vyāna udānaśca samānakaḥ |
nāgaḥ kūrmo'tha kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ || 124 ||

dhvajapāṇiśca pavanaḥ śvasano māruto'nilaḥ |
vidvān marunmārutaśca vāto vahnisakho hariḥ || 125 ||

alarko vartakaḥ kaṅko mārgaṇaḥ praṅkaṇo balaḥ |
abalo baladhirvīro dvidhīro rodhako'pi ca || 126 ||

savidhiḥ suvidhiścaiva saṅgaro vikaṭastathā |
mālī mānī sudhīścaiva samarthaḥ sāhaso dharaḥ || 127 ||

kukuṭaḥ kuṭakaścaiva gandho gandhavahastathā |
saktago'saktago rāgī secano'secanaḥ [g: secanasvanaḥ] svanaḥ || 128 ||

auṣadhaṃ bheṣajaṃ jīvo rogī rogo bhagaḥ sukhī |
kāraṇaṃ karaṇaṃ kartā parādhīno balo'balaḥ || 129 ||

ityete saptatigaṇā vāyavyāṃ diśisaṃsthitāḥ |
yakṣeśo rayimān somo māṇibhadro'tha guhyakaḥ || 130 ||

celī [kh: la] mālī kuberaśca jambhalaḥ śibikuṇḍalī |
kinnareśaścailabilirdhanadaśca dhanādhipaḥ || 131 ||

rājarājastathā śrīdo jyeṣṭho mālādharo dhanī |
uttarāśānivāsaśca tataḥ syādekakuṇḍalaḥ || 132 ||

somaḥ somakalaḥ saumyaḥ somavit somavardhanaḥ |
sudhāsudhātā bhaṅgīraḥ surāṣṭraḥ kāṣṭhaliḥ kaliḥ || 133 ||

kālavān kālacakraśca kālakūṭaṃ viṣajvaraḥ |
amṛtaṃ cāmṛteśo'mbhaḥ keyurī kevalī valī || 134 ||

p. 537)

viṣṇuḥ kṛṣṇaḥ piśaṅgī ca rekhā lekheśvaraḥ paraḥ |
nalakaḥ śunakaḥ krāthaḥ śyenaḥ śyenamukho'ruṇaḥ || 135 ||

mārjāro valgumākṣī ca gulmaḥ kaṇavakaḥ kaṇaḥ |
śebo viśeṣo viśleṣaḥ kardamaḥ pūtivigrahaḥ || 136 ||

sāmbaḥ saṃvatsaraḥ sambhurvegī vegadharo'maraḥ |
uttarāśāsthitā hyete gaṇā haraharau smṛtāḥ || 137 ||

īśāna īśvaraḥ śambhuḥ śūlahastastrilocanaḥ |
anādinidhano dhātā kapilaḥ piṅgalocanaḥ || 138 ||

rudro rudragaṇādhīśo viśvo [k: śva] bhartā digambaraḥ |
nīlagrīvaḥ kapardī ca vṛṣavāho vṛṣadhvajaḥ || 139 ||

haraḥ śarvo viśvabhuja īśo vyāpī triśūladhṛk |
vīro bhargo vaśī śambhurvivāsā vyasano budhaḥ || 140 ||

vṛkṣaḥ kṣamā kṣāntiparaḥ śakuniḥ śakuno vaṭaḥ |
brahmaṇyo brahmavid brahmo mārīco haripiṅgalaḥ || 141 ||

vedī vedavidudbandho brahmī ca brahmasādhanaḥ |
dhīmān sudṛṣṭiraṣṭātmā śaṅkaraḥ śāṅkarastathā || 142 ||

vinetā vikaco vādī śiṣṭātmā śiṣṭakarmakṛt |
ekadṛk sarvabhuk sarvo vinodī dīpakampakaḥ || 143 ||

govindo gopatirgoptā sarvabhāgī sanātanaḥ |
daṇḍī muṇḍī śikhaṇḍī cetyaiśānyāṃ saptatirgaṇāḥ || 144 ||

evameṣāṃ baliṃ kṣiptvā balipīṭhe baliṃ kṣipet |
tato devaṃ praveśyāntaḥ snātvā prāgvad yajedapi || 145 ||

utsavānte yathāpūrvaṃ mukhyasnānaṃ vidhāya tu |
avaropya dhvajaṃ prāgvad gaṇān sarvān visṛjya ca || 146 ||

yathopapattyā snapayet saviśeṣaṃ ca pūjayet |
dattvā ca deśikādibhyo dakṣiṇāstadanantaram || 147 ||

pradeyāni yathāyogyamarthibhyaḥ pratipādayet |

p. 538)

bṛhati mahati tantre yacca devodbhavākhye nigaditamavalokya sthāpanādyutsavāntam |
iti haraharitantraṃ samyaguktaṃ samāsāt tadiha sakalamūhyaṃ karma śaivānusārāt || 148-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde śaṅkaranārāyaṇatantrapaṭalaḥ catuṣpañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 55: Durgas Weihe und Fest

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 55: Durgas Weihe und Fest
Durga erscheint als schützende Göttin, deren Kraft im Bild und im Herzen vergegenwärtigt wird. Das Kapitel beschreibt ihre Waffen und Begleiterinnen, die Einsetzung des Bildes und den festlichen Umzug. Die Mantrakonstruktionen bleiben von vollständig ausgeschriebenen Gebeten unterschieden.

Kriyapada 55, Vers 1. Nun werden Durgas Einsetzung und die weiteren, vom Tantra gelehrten Handlungen erklärt. Der für Shiva genannte Ablauf gilt auch hier größtenteils.

Kriyapada 55, Vers 2. Ebenso wird die Bildung von Durgas Wurzel- und Gliedermantras erklärt: Urlaut, Shakti-Keim und der dritte Laut der fünften Reihe,

Kriyapada 55, Vers 3. mit dem fünften Vokal, als Dandin bezeichnet; danach derselbe ohne Bindu, das Ende der Kha-Reihe mit langem Schriftlaut und Wind mit dem zwölften Vokal,

Kriyapada 55, Vers 4. Verehrung und Shakti-Keim bilden Durgas neunsilbigen Mantra. Der mit langen Vokalen verbundene Nada, mit Feuer und den Gliedern vom Herzen an,

Kriyapada 55, Vers 5. im Dativ mit den jeweiligen Schlussformen, bildet die sechs Glieder bis zum Waffenmantra. Ihre Gayatri bei der Verehrung beginnt mit Shakti und zwei Urlauten. [Die Lautchiffren und ihre grammatischen Bezüge bleiben teilweise unsicher; keine vollständige Lautfolge wird ergänzt.]

Kriyapada 55, Vers 6. Der Urlaut, „Katyayani“ im Dativ und „wir wollen erkennen“; nach „der jungfräulichen Kumari“ folgt „wir meditieren“.

Kriyapada 55, Vers 7. Nach „jene“ und „uns“ folgen „Durga“ und „möge anregen“. Das ist Durgas Gayatri; mit ihr verehre man die Heilvolle. [Sinngemäß: „Wir wollen Katyayani erkennen; wir meditieren die jungfräuliche Kumari. Möge Durga uns anregen!“]

Kriyapada 55, Vers 8. Die erste Rig-Strophe beginnt „Dem Jatavedas …“, danach folgen „Jene Feuerfarbene …“, „Agni, du …“ und „Alle …“.

Kriyapada 55, Vers 9. Die Strophe „Den Schlachtensieger …“ ist die fünfte Durga-Formel. So ist Durgas vom Tantra gelehrter Mantraweg genannt.

Kriyapada 55, Vers 10. Durga kann vier, acht oder sechzehn Arme haben. Sie sitzt auf einem Löwenthron oder steht auf dem Büffel.

Kriyapada 55, Vers 11. So wird sie eingesetzt; bei Furcht und ähnlichen Anlässen auch auf dem Löwen reitend. Die vierarmige Durga zeigt Gewähr- und Furchtlosigkeitsgeste und trägt Muschelhorn und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 12. Ist sie achtarmig, hält sie links Drohfinger, Bogen, Schild und Muschelhorn, rechts Dreizack, Pfeil, Schwert und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 13. Bei sechzehn Armen trägt sie links, von der unteren Hand an, Schädelschale, Elefantenhaken, Keule, Shataghni-Waffe, Wurfspeer, Bogen, Schild und Muschelhorn,

Kriyapada 55, Vers 14. rechts Dreizack, Schlinge, Feuer, Donnerkeil, Tomara-Wurfspeer, Pfeil, Schwert und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 15. Das Bild folgt dem mittleren Zehn-Tala-Maß und den Frauenproportionen. In der Halle fertige man wie zuvor Torbögen aus Milchsaftbäumen.

Kriyapada 55, Vers 16. In den vier Richtungen von Osten an setze man Yajnesha, Prabhakara, Mangala und Subhadra der Reihe nach mit den Veden und weiteren Zuordnungen ein.

Kriyapada 55, Vers 17. Innerhalb der Torbögen stehen je zwei Banner und deren Gottheiten: Kunda, Kumuda, Vidyunmala und Bhishana,

Kriyapada 55, Vers 18. Kalushi, Ghoshani, Karali und Vikriti. Sie sind auf den Bannern zu verehren, die man mit Waffen von Muschelhorn an bezeichnet. [Die Einleitung der Bannerzuordnung in Vers 17 ist in der Quelle fraglich.]

Kriyapada 55, Vers 19. Ihre Farben sind weiß, rot, schwarz, dunkel, rauchfarben, gelb, gesprenkelt und gemischt. An jeder Tür stehen der Reihe nach zwei Botinnen:

Kriyapada 55, Vers 20. Kali, Karali, Viraja, Mandara, Vindhyavasini, Suprabha, Simhavaktra und als achte Daityamardini.

Kriyapada 55, Vers 21. Alle tragen Schwert und Schild, sind geschmückt und werden in Krügen verehrt. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man die Heilvolle auf dem Löwen im Krug,

Kriyapada 55, Vers 22. die Waffenmacht in der Vardhani. Es folgen Reinigung der Bildgestalt, Augenöffnung, Wasserlagerung und wie zuvor die Rechtsumkreisung des Dorfes,

Kriyapada 55, Vers 23. Waschung, Bettung in der Halle zur vorbereitenden Lagerung und auf dem Altar die Verehrung von Hauptkrug, Waffenmacht, Schlafkrug und acht Gestaltkrügen.

Kriyapada 55, Vers 24. In die Bereiche der Prinzipien vom Atman an und der Herren von Brahma an setze man die acht Gestalten von der Erde an ein. Ihre Herren beginnen mit Dharika:

Kriyapada 55, Vers 25. Dharika, Diptimati, Ugra, Jyotsna, Cit, Balotkata, Dhatri und Vibhu. Die Erkenntniskraft setze man in die Gestalt, die Handlungskraft in den Sockel ein.

Kriyapada 55, Vers 26. Wie zuvor teile man das Mantra-Feuer auf neun Gruben auf, rufe Durga herbei und opfere der Reihe nach mit Wurzel- und Gliedermantras sowie den Prinzipien vom Atman an.

Kriyapada 55, Vers 27. Danach berühren die Gestaltvollziehenden gemeinsam mit dem Acharya das Bild wie zuvor. Zur günstigen Zeit vollziehe der Guru die Einsetzung auf dem geeigneten Feld.

Kriyapada 55, Vers 28. In einem Heiligtum von sieben mal sieben Feldern setze man Durga aus Stein, Edelstein oder Metall auf den Feldern von Brahmas Bereich an wie Shiva ein.

Kriyapada 55, Vers 29. Ein Erdbild entsprechend im göttlichen, ein Holzbild im menschlichen Bereich. Eine an die Wand gemalte Durga setze man fest ein und verehre sie.

Kriyapada 55, Vers 30. Zur günstigen Zeit setze man auf dem Schildkrötenstein die tragende Shakti und die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an ein, darüber den Sockel.

Kriyapada 55, Vers 31. In die Mitte des Sockels die Handlungskraft, auf den Sockel das Bild, in das Bild die Erkenntnisgestalt und in deren Herz Hamsa und den Keim.

Kriyapada 55, Vers 32. Aus der Höhlung des eigenen Herzlotus erhebe man die aus Kundalini aufsteigende, ganz bewusste Shakti. Den von Hamsa umschlossenen

Kriyapada 55, Vers 33. Shakti-Keim führe man durch den Brahma-Kanal nach oben in den Raumlotus, während man einsichtig den Mantra bis zum Ungegliederten ausspricht.

Kriyapada 55, Vers 34. Von dort führe man das höchste Licht der Shakti, den Laut bis zum Ungegliederten sprechend, mit den blumengefüllten Händen herbei und setze es in den Herzlotus der Gestalt ein.

Kriyapada 55, Vers 35. So rufe man mit dem Wurzelmantra herbei, setze ein, halte fest, mache gegenwärtig, verwandle in Nektar, verhülle und rege an.

Kriyapada 55, Vers 36. Eigene Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und die fünf Durga-Mantras bilden den Mantraweg. Die Wörter der fünf Durga-Formeln bilden den Wörterweg.

Kriyapada 55, Vers 37. Die übrigen Wege gelten wie zuvor; alle vergegenwärtige man dort. Dann reinige man mit Wasser und übergieße mit Gestaltkrügen und Waffenwasser.

Kriyapada 55, Vers 38. Wie zuvor verehre man mit Ehrenwasser und weiteren Gaben. Nämlich: Gebadet, mit gewaschenen Händen und Füßen, verehre man Vighnesha.

Kriyapada 55, Vers 39. Nach der Selbstreinigung und Vergegenwärtigung der gegliederten Gestalt verehre man mit allgemeinem Ehrenwasser an der Tür Jaya und Vijaya,

Kriyapada 55, Vers 40. Ganga und Yamuna sowie darüber die Tür-Shri. Durch Fersenaufstampfen und weitere Handlungen entferne man die irdischen und übrigen Hindernisse.

Kriyapada 55, Vers 41. Man lasse die Naraca-Waffe los, trete hinein, setze die Waffenmacht ein, schaffe außen die Waffenmauer und mit dem Schutzmantra eine Verhüllung.

Kriyapada 55, Vers 42. In der Mitte verehre man Vastvisha, Brahma und den eigenen Sitz. Sitzend vollziehe man mit dem besonderen Ehrenwasser die fünf Reinigungen.

Kriyapada 55, Vers 43. Man setze ein Stirnzeichen und schmücke das Haupt mit Blumen. In der Mitte verehre man mit „der Prakriti“ und „dem Diamantsitz“

Kriyapada 55, Vers 44. sowie der Verehrungsendung den goldenen Löwenthron. Arya, Pralaya, Mahapralayaka

Kriyapada 55, Vers 45. und Srishti verehre man als seine Füße vom Südosten an; in den Hauptrichtungen von Osten an Avyakta, Niyati, Kala und Kala. [Die letzten beiden bezeichnen Zeit und begrenzte Handlungskraft; im Sanskrit unterscheiden sie sich durch Vokallänge und Genus.]

Kriyapada 55, Vers 46. Mit den drei Gunas verbinde man Knolle, Stiel und Lotus sowie Sonnen-, Mond- und Feuerscheibe; Blätter, Staubfäden und Fruchtboden sind von Brahma, Vishnu und Hara durchdrungen.

Kriyapada 55, Vers 47. Prabha, Maya, Jaya, Sukshma, Vishuddha, Nandini, Suprabha und Vijaya verehre man in den Richtungen, Sarvasiddhida in der Mitte.

Kriyapada 55, Vers 48, erster Teil, mit Erläuterung. Ihre eigenen Namen mit langen Vokalen voraus und Verehrung am Ende verwende man der Reihe nach. Das heißt: an den Spitzen der Staubfäden und in der Mitte.

Kriyapada 55, Vers 48, zweiter Teil, und Vers 49. Dann rufe man mit dem Wurzelmantra Durgas Gestalt, den Shakti-Leib und die Glieder vom Herzen an herbei; sodann die Göttin aus dem Herzlotus, erfüllt vom Bewusstsein des Nektarstroms aus dem Raumlotus.

Kriyapada 55, Vers 50. Der Lehrer rufe sie mit dem bis zum Ungegliederten gesprochenen Keim in die Gestalt. Die Handlungen von der Einsetzung bis zur Nektarwerdung vollziehe er wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 51. Er meditiere sie wie beschrieben und verehre die Heilvolle mit ihrer Gayatri, den Herz- und weiteren Mantras sowie Ehrenwasser und den übrigen Diensten wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 52. Für die Verehrung setze man die Glieder in die Glieder, die Waffenmacht in die Ecken und die vier Richtungen; am Sockelrand außerhalb des Lotus die Waffen von Muschelhorn an.

Kriyapada 55, Vers 53. Ihnen stelle man die acht Laute von Ya an mit Bindu voraus und verehre bis zur Speisegabe. Danach opfere man in den Richtungen mit den Mantras der Weltenhüter.

Kriyapada 55, Vers 54. Am zweiten Tag opfere man Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Sesam, Puffreis, Reis, Senfsamen und Milchreis, jeweils gesondert,

Kriyapada 55, Vers 55. hundertachtmal mit dem Wurzelmantra, mit den Gliedermantras ein Zehntel davon. Am dritten Tag opfere man mit den fünf Durga-Formeln geklärte Butter.

Kriyapada 55, Vers 56. Am vierten Tag verehre man im Nordosten die auf dem Löwen sitzende Trägerin der gebrauchten Opfergaben. Weltenhüter, Löwe und Mütter setze man in ihre Richtungen ein.

Kriyapada 55, Vers 57. Den Bali-Sockel und die dortigen Gottheiten verehre man und bade wie zuvor mit hundertacht Krügen,

Kriyapada 55, Vers 58. unter den jeweiligen vedischen Mantras der Shiva-Waschung. Mit dem mittleren Krug übergieße man unter Gayatri und den fünf Durga-Formeln.

Kriyapada 55, Vers 59. Nachts gebe man den Wesen Bali und überreiche die Vergütungen. Für die fortdauernde tägliche Verehrung und weitere Dienste bestimme man die Mittel.

Kriyapada 55, Vers 60. Der Auftraggeber findet nach der Verheißung die genannte Frucht hier und jenseits. Wer die Durga-Mantras von Trishtubh an oder die von Vanadurga an

Kriyapada 55, Vers 61. nach den im früheren Teil genannten Regeln verwirklicht und die Göttin entsprechend einsetzt und verehrt,

Kriyapada 55, Vers 62, erster Teil. erlangt nach dem Text mühelos die im jeweiligen Ritualabschnitt gelehrte Vollendung.

Abschnittsabschluss. Durgas Einsetzung.

Kriyapada 55, Vers 62, zweiter Teil, und Vers 63. Beim täglichen Fest Durgas sind die Türhüterinnen von Osten an Jaya, Vijaya, Raudri, Bhishani, Shulini, Prabha, Aparajita und Jayanti, junge Frauen mit Stab und Schwert.

Kriyapada 55, Vers 64. Ihnen streue man Bali aus, danach den Weltenhütern an ihren Plätzen, überall mit dem Zusatz „in Durgas Gefolge“.

Kriyapada 55, Vers 65. Dem Löwen in der Halle gebe man Bali: „Dem Löwen, dir mit diamantfesten Klauen und Fangzähnen als Waffen, dem großen Löwen: [Waffenkeim], Svaha, Verehrung!“

Kriyapada 55, Vers 66. Vighnesha, Vira, den Müttern, Shasta, Skanda und dem Mond gebe man in ihren Richtungen die Gabe, ebenso Simhika.

Kriyapada 55, Vers 67 mit Erläuterung. Simhika ist die Trägerin der gebrauchten Opfergaben. Hradini und Madini verehre man an der inneren Tortür,

Kriyapada 55, Vers 68. Katyayani und Canda außen an der Tortür. Dann stehe man vor dem Sockel und spreche folgenden Mantra.

Kriyapada 55, Vers 69. „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Durgas Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangend umherziehen, mögen die dargebrachte Gabe annehmen!“

Kriyapada 55, Vers 70. In der zweiten Umfassung stehen in den Richtungen die acht von Kali an: Kali, Karali, Viraja, Mandara, Vindhyavasini,

Kriyapada 55, Vers 71. Suprabha, Simhavaktra und als achte Daityamardini. Nach ihrer Bali-Gabe streue man am Bali-Sockel aus.

Kriyapada 55, Vers 72. Brahmaghosha, Sughosha, Kumari, Varavarnini, Arya, Hemavarna, Krittika und Abhayaprada

Kriyapada 55, Vers 73. stehen als acht von Osten an in den Richtungen. Brahmi steht am Kumuda-Glied, Durgasena in der Mitte des Sockels. Ihnen allen gebe man Bali.

Kriyapada 55, Vers 74. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest. Die Besonderheit: Auf das Banner male man einen Löwen und verehre ihn mit dem Mantra.

Kriyapada 55, Vers 75. In der dritten Umfassung stehen in jeder Richtung acht junge Göttinnen, Führerinnen tausender Scharen.

Kriyapada 55, Vers 76. Saumya, Bhadra, Jaya, Nanda, Kunda, Kumuda, Dyuti und Vidyunmala im Osten; im Südosten Mahabala,

Kriyapada 55, Vers 77. Bala, Subala, Vala, Abala, Bhishana, Rati und Kalusha. Im Süden Ghoshani, Nandani, Smriti,

Kriyapada 55, Vers 78. Yuddhapriya, Devasiddhapujita, Vikriti und Kriti, diese sieben, und als achte Mahasuravimardini.

Kriyapada 55, Vers 79. Vikarali, Palini, Shulakatyayani, Mahayogeshvari, Gauri, Canda, Candi und Khadgini

Kriyapada 55, Vers 80. stehen im Südwesten. Im Westen Hradini, Kshemakarika, Arya, Bhadra, Bhadrakali, Varuni und Amritambika. [Die erhaltene Reihe enthält bei dieser Trennung sieben Namen.]

Kriyapada 55, Vers 81. Kshemya, Vedagarbha, Ananta, Sarvanishkala, Shanti, Bhairavi, Prana und Cetana stehen im Nordwesten.

Kriyapada 55, Vers 82. Riddhi, Lakshmi, Tushti, Pushti, Kirti, Ghaneshvari, Adbhuta und Mada sind die acht Führerinnen im Norden.

Kriyapada 55, Vers 83. Shruti, Smriti, Niti, Bhima, Brahmacarini, Nilambara, Shulini und als achte Sarasvati

Kriyapada 55, Vers 84. stehen im Nordosten. Ihnen allen streue man Bali aus; außerhalb davon in den Richtungen den Scharen wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 85. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“: Mit diesen früher genannten Mantras streue man der Reihe nach die Gabe aus.

Kriyapada 55, Vers 86. Die für Shivas Fest genannten Handlungen übertrage man auch hier entsprechend. Ein gewisser Unterschied besteht in den Mantras und Gottheiten.

Kriyapada 55, Vers 87. Das heilige Bad bestimme und vollziehe man wie zuvor. Im Monat Caitra unter Citra, im Vaishakha unter Vishakha,

Kriyapada 55, Vers 88. im Ashadha unter Purvaphalguni, im Shravana unter Krittika, im Herbst an Mahanavami, im Karttika bei Vollmond,

Kriyapada 55, Vers 89. im Pushya-Monat unter Pushya und im Phalguna unter Uttara sollen die Menschen das Fest zu Durgas Freude ausrichten.

Kriyapada 55, Vers 90. Wer Durga so einsetzt und als rechtschaffener Mensch voller Hingabe verehrt, dem werden nach der religiösen Verheißung alle gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte leicht erreichbar.

Kriyapada 55, Vers 91. So wurde Durgas Tantra in Kürze erklärt, wie es im Pavana und im Devodbhava gelehrt ist: die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest, alles der Reihe nach entsprechend der Shiva-Lehre.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das fünfundfünfzigste Kapitel über Durgas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 55

Durgas schützende Gestalt ist hier mit einer sorgfältigen inneren Vergegenwärtigung verbunden. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus die Frage entstehen, wie Mut und innere Sammlung einander unterstützen. Eine solche persönliche Besinnung bleibt von den besonderen Weihehandlungen des Textes getrennt. Seine Bildsprache kann dennoch helfen, die eigene Aufmerksamkeit zu sammeln und dem Alltag mit Klarheit zu begegnen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 55: Durgas Weihe und Fest
Durga erscheint als schützende Göttin, deren Kraft im Bild und im Herzen vergegenwärtigt wird. Das Kapitel beschreibt ihre Waffen und Begleiterinnen, die Einsetzung des Bildes und den festlichen Umzug. Die Mantrakonstruktionen bleiben von vollständig ausgeschriebenen Gebeten unterschieden.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha pañcapañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha durgāpratiṣṭhādyaṃ kathyante tantracoditam |
śaivoditakriyācakraṃ prāyastulyamihāpi hi || 1 ||

durgāmūlāṅga[mūlaṃ hi ma]mantrāderuddhāro'pi ca kathyate |
tāraṃ ca śaktibījaṃ ca [kh: ca durgāmantro navākṣaraḥ] pañcamasya tṛtīyakam || 2 ||

pañcamasvarayug daṇḍī tatastadbinduvarjitam |
khāntaṃ lipisadīrghaṃ [k: repi] ca dvādaśasvaravān marut || 3 ||

namaśca śaktibījaṃ ca dūrgāmantro navākṣaraḥ |
dīrghaiḥ svarairyuto nādaḥ sāgniryukto hṛdādibhiḥ || 4 ||

caturthyā jātiyuktāni ṣaḍaṅgānyastramantrataḥ |
tadgāyatrī tu pūjāyāṃ śaktitāradvayādikā || 5 ||

tāraṃ kātyāyanīśabdaścaturthyantaśca vidmahe |
kanyākumāryaiśabdānte dhīmahīti padaṃ bhavet || 6 ||

tannaḥ padadvayānte syād durgā preti ca codayāt |
eṣā hi durgāgāyatrī pūjayedanayā śivām || 7 ||

jātavedasa ityādyā ṛgādyātha tataḥ param |
tāmagnivarṇāmagnetvaṃviśvānītyādikā tataḥ || 8 ||

pṛtanājitamityādyā ṛg durgā pañcamī bhavet |
evamuktastu mantrādhvā durgāyāstantracoditaḥ || 9 ||

p. 539)

caturbhujā vāṣṭabhujā syāt ṣodaśabhujāthavā |
siṃhāsane vā svāsīnā sthitā vā mahiṣopari || 10 ||

pratiṣṭhāpyā bhaved durgā bhītyādau siṃhagāthavā |
varadābhayaśaṅkhārihastā durgā caturbhujā || 11 ||

vāmatastarjanīcāpacarmaśankhāṃstu bibhratī |
śūleṣukhaḍgacakrāṇi dakṣiṇe'ṣṭabhujā yadā || 12 ||

kapālaṃ cāṅkuśagade śataghnīprāsakau dhanuḥ |
carma śaṅkhaṃ tathā vāme bibhratīmatha dakṣiṇe || 13 ||

śūlapāśāgnivajrāṇi tomaraṃ śaramapyasim |
cakraṃ cādhaḥkarādyaṃ tu kuryād dvyaṣṭabhujā yadā || 14 ||

madhyena daśatālena beraṃ strīmānato bhavet |
maṇḍape toraṇāḥ kāryāḥ prāgvat kṣīratarūdbhavāḥ || 15 ||

prāgādyāsu caturdikṣu yajñeśaśca prabhākaraḥ |
maṅgalaśca subhadraśca sthāpyā vedādibhiḥ kramāt || 16 ||

toraṇābhyantare dvau dvau vā dhvaijā? taddavatā api |
? kundā ca kumudā caiva vidyunmālā ca bhīṣaṇā || 17 ||

kaluṣī ghoṣaṇī caiva karālī vikṛtistathā |
pūjyāḥ syustatpatākāsu śaṅkhādya(trai? strai)stu cihnayet || 18 ||

sitāruṇāsitaśyāma[mā]dhūmrapītāśca karburāḥ |
miśrā[k: śra]ścātha pratidvāraṃ dve dve dūtyau krameṇa tu || 19 ||

kālī karālī virajā mandarā vindhyavāsinī |
suprabhā siṃhavaktrā cāpyaṣṭamī daityamardanī || 20 ||

khaḍgakheṭadharāḥ sarvā bhūṣitāḥ kumbhagā yajet |
tato vikiravikṣepāt kumbhe siṃhagatāṃ śivām || 21 ||

astraṃ cābhyarcya vardhanyāṃ kṛtvā cākāraśodhanam |
netramokṣaṃ jale vāsaṃ prāgvad grāmapradakṣiṇam || 22 ||

p. 540)

snapanaṃ cādhivāsārthaṃ maṇḍape śayanakriyām |
vedyāṃ kumbhāstranidrākhyamūrtikumbhāṣṭakārcanam || 23 ||

ātmāditattvabrahmādivibhāgeṣu nyasedatha |
mūrtīśca kṣmādikāstvaṣṭau mūrtīśā dhārikādikāḥ || 24 ||

dhārikā dīptimatyugrā jyotsnā cicca balotkaṭā |
dhātrī vibhuśca jñānīṃ tu mūrtau pīṭhe kriyāṃ nyaset || 25 ||

prāgvannavasu kuṇḍeṣu māntrike'gnau vibhājite |
āvāhya durgāmūlāṅgairātmatattvādibhiḥ kramāt || 26 ||

prāgvaddhutvā saṃspṛśeyuḥ sācāryā mūrtisādhakāḥ |
atha pratiṣṭhāṃ lagne tu kuryād yuktapade guruḥ || 27 ||

saptasaptapade garbhe brahmādiṣu padeṣu vai |
śailīṃ ratnamayīṃ lauhīṃ durgāṃ tu śivavannyaset || 28 ||

mṛnmayīṃ daivike tadvad dāravīmatha mānuṣe |
bhittāvālekhyagāṃ durgāṃ pratiṣṭhāpya sthiraṃ yajet || 29 ||

lagne kūrmaśilāyāṃ tu śaktimādhārasaṃjñitām |
ratnādipañcavargāṃśca nyaset pīṭhaṃ tathopari || 30 ||

pīṭhamadhye kriyāśaktiṃ pīṭhe beraṃ ca vinyaset |
bere jñānātmikāṃ mūrtiṃ haṃsaṃ bījaṃ ca taddhṛdi || 31 ||

svahṛdambhojakuharāt kuṇḍalinyā [gām] samudgatām |
utthāpya cinmayīṃ śaktiṃ haṃsasaṃpuṭamadhyagam [k: ta] || 32 ||

śaktibījaṃ brahmanāḍīpadenordhvaṃ khapaṅkaje |
yojayenniṣkalāntaṃ tanmantramuccārayan sudhīḥ || 33 ||

tasmācchāktaṃ paraṃ jyotirniṣkalāntamudīrayan |
ānīya puṣpāñjalinā mūrtihṛtpaṅkaje nyaset || 34 ||

itthamāvāhya saṃsthāpya sa[k: ta]nnirodhya ca mūlataḥ |
sannidhāpyāmṛtīkṛtya cāvakuṇṭhya pracocya ca || 35 ||

p. 541)

svamūlāṅgāni gāyatrī pañca durgāṇavastathā |
mantrādhvā syāt padādhvā ca pañcadurgāpadairmataḥ || 36 ||

śeṣādhvāno yathāpūrvaṃ sarvāṃstāṃstatra bhāvayet |
tataḥ prakṣālya salilairmūrtikumbhāstravāribhiḥ || 37 ||

abhiṣicya yathāpūrvamarghyādyairabhipūjayet |

tadyathā -

snātvā kṣālitapāṇyaṅghrirvighneśamabhipūjya tu || 38 ||

ātmaśuddhiṃ vidhāyātha sakalīkṛtavigrahaḥ |
sāmānyārghyakaro dvāri jayāṃ ca vijayāmapi || 39 ||

gaṅgāṃ ca yamunāṃ dvāraśriyaṃ copari pūjayet |
pārṣṇighātādibhirvighnān bhaumādīnapasārya tu || 40 ||

nārācāstraṃ kṣipedantaḥ praviśyāstraṃ nidhāya ca |
bāhye tu śastraprākāraṃ varmaṇā cāvakuṇṭhanam || 41 ||

vidhāya madhye vāstvīśaṃ brahmāṇaṃ svāsanaṃ yajet |
upaviṣṭo viśeṣārghyāt pañca śuddhirvidhāya ca || 42 ||

kṛtvā lalāṭe tilakaṃ puṣpālaṅkṛtamastakaḥ |
atho madhye prakṛtyai (ca) tato vajrāsanāya ca || 43 ||

iti siṃhāsanaṃ haimaṃ namontamabhipūjya tu |
āryāṃ ca pralayāṃ cāpi mahāpralayakāmapi || 44 ||

sṛṣṭiṃ cāgnyādipādāṃstu dikṣvathaiṣāṃ prapūjayet |
avyaktaṃ niyatiṃ kālaṃ kalāṃ caindrādiṣu kramāt || 45 ||

triguṇaiḥ kandanālābjasūryasomāgnibimbakān |
brahmaviṣṇuharavyāptapatrakesarakarṇikāḥ || 46 ||

prabhāṃ māyāṃ jayāṃ sūkṣmāṃ viśuddhāṃ nandinīmapi |
suprabhāṃ vijayāṃ dikṣu madhyataḥ sarvasiddhidām || 47 ||

dīrghasvarādisvākhyābhirnamontaistu kramād yajet |

kesarāgreṣu madhye ceti yāvat |

tatastu mūrttiṃ durgāyāḥ śaktidehaṃ ca mūlataḥ || 48 ||

p. 542)

hṛdayādikamāvāhya tato devīṃ hṛdambujāt |
vyomāmbujasudhāsā[k: dhrā]racaitanyaparibṛṃhitām || 49 ||

niṣkalāntoktabījena mūrtāvāvāhya deśikaḥ |
sthāpanādyairyathāpūrvamamṛtikaraṇāntakam || 50 ||

kṛtvā yathoditāṃ dhyātvā tadgāyatryā hṛdādyayā |
arghyādyairupacāraistu yathāpūrvaṃ yajecchivām || 51 ||

bhogārthamaṅgānyaṅgebhyaḥ koṇeṣvastraṃ caturdiśam |
pīṭhaprānte'bjabāhye tu śaṅkhādyastrāṇyapi kramāt || 52 ||

yādyaṣṭārṇaistu bindvantairādāvāyojya pūjayet |
naivedyāntaṃ tato dikṣu mantrairlokeśadaivataiḥ || 53 ||

hutvā dvitīyadivase samidājyacarūṃstilān |
lājān vrīhīṃśca siddhārthān pāyasaṃ ca pṛthak pṛthak || 54 ||

aṣṭottaraśataṃ hutvā mūlenāṅgairdaśāṃśataḥ |
tṛtīyadivase pañcadurgābhirjuhuyād ghṛtam || 55 ||

caturthe siṃhagāmaiśe yajennirmālyadhāriṇīm |
lokapālāṃstathā siṃhaṃ mātṝḥ svāśāsu vinyaset || 56 ||

balipīṭhaṃ ca tatrasthān daivatānabhipūjya tu |
aṣṭottaraśatenāpi snapayitvā tu pūrvavat || 57 ||

mantraistu vaidikaistaistaiḥ śaivasnapanacoditaiḥ |
gāyatryā pañcadurgābhirmadhyamenābhiṣecayet || 58 ||

niśi bhūtabaliṃ dattvā dakṣiṇāśca pradāya tu |
vibhavaṃ cāpi saṃkalpya nityapūjādisiddhaye || 59 ||

phalaṃ tu kartā pūrvoktamiha cāmutra vindati |
triṣṭupprabhṛtikān daurgān vanadurgādikāṃstu vā || 60 ||

durgāmantrān sādhayanti yathoktān pūrvapaddhatau |
tattadvidhānatastvevaṃ pratiṣṭhāpya yajanti cet || 61 ||

p. 543)

tattatkalpoditāṃ siddhi te te vindantyayatnataḥ |

durgāpratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave tu durgāyāḥ pūrvādidvārapālikāḥ || 62 ||

jayā ca vijayā raudrī bhīṣaṇī śūlinī prabhā |
aparājitā jayantī ca kanyā vetrāsidhārikāḥ || 63 ||

tābhyaḥ kṣiptvā baliṃ lokapālebhyaḥ svasvagocare |
durgāpāriṣade ceti sarvatrāyojya nikṣipet || 64 ||

siṃhāya maṇḍape vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya te |
mahāsiṃhāya hūṃ svāhā namaśceti baliṃ kṣipet || 65 ||

vighneśavīramātṛbhyaḥ śāstre skandāya cendave |
svāśāsu nikṣipeccaivaṃ siṃhikāyai baliṃ kṣipet || 66 ||

nirmālyadhāriṇī siṃhiketi yāvat |

hrādinyai cāpi mādinyai dvāryantargopurasya tu || 67 ||

kātyāyanyai ca caṇḍāyai gopuradvāri bāhyataḥ |
atha pīṭhāgrataḥ sthitvā mantramenamudīrayet || 68 ||

oṃ

ye samastaṃ jagad vyāpya caranti balikāṅkṣayā |
durgāpāriṣadāḥ sarve gṛhṇantūpahṛtaṃ balim || 69 ||

tato dvitīyahārāyāṃ dikṣvaṣṭau kālikādikāḥ |
kālī karālī virajā mandarā vindhyavāsinī || 70 ||

suprabhā siṃhavaktrā cāpyaṣṭamī daityamardanī |
tābhyo baliṃ vikīryātha balipīṭhe'tha nikṣipet || 71 ||

brahmaghoṣā sughoṣā ca kumārī varavarṇinī |
āryā ca hemavarṇā ca kṛttikā cābhayapradā || 72 ||

prāgādyāśāsthitā hyaṣṭau brāhmī kumudake sthitā |
durgāsenā pīṭhamadhye cāsāṃ tasyai baliṃ kṣipet || 73 ||

nityotsave vidhistveṣa syāt tulyaśca mahotsave |
viśeṣastu dhvaje lekhyaḥ siṃhaḥ pūjyaśca mantrataḥ || 74 ||

p. 544)

tathā tṛtīyahārāyāmaṣṭāvaṣṭau tu kanyakāḥ |
sthitāḥ pratidiśaṃ tāśca sahasragaṇanāyikāḥ || 75 ||

saumyā bhadrā jayā nandā kundā ca kumudā dyutiḥ |
vidyunmālā ca pūrvasyāmathāgneyyāṃ mahābalā || 76 ||

balā ca subalā vālā cābalā bhīṣaṇā ratiḥ |
kaluṣā cetyatho yāmye ghoṣaṇī nandanī smṛtiḥ || 77 ||

yuddhapriyā devasiddhapūjitā vikṛtiḥ kṛtiḥ |
saptaitāstvaṣṭamī cāsyāṃ mahāsuravimardanī || 78 ||

vikarālī pālinī ca śūlakātyāyanī tataḥ |
mahāyogeśvarī gaurī caṇḍā caṇḍī ca khaḍginī || 79 ||

nair-ṛtyāmatha vāruṇyāṃ hrādinī kṣemakārikā |
āryā bhadrā bhadrakālī vāruṇī cāmṛtāmbikā || 80 ||

atha kṣemyā vedagarbhā cānantā sarvaniṣkalā |
śāntiśca bhairavī prāṇā cetanā vāyugocare || 81 ||

ṛddhirlakṣmīstathā tuṣṭiḥ puṣṭiḥ kīrtirghaneśvarī |
adbhutā ca madā cāṣṭau kauberyāṃ diśi nāyikāḥ || 82 ||

śrutiḥ smṛtistathā nītirbhīmā ca brahmacāriṇī |
nīlāmbarā śūlinī cāpyaṣṭamī syāt sarasvatī || 83 ||

aiśabhāge sthitāstvetāḥ sarvāsāṃ vikired balim |
etāsāṃ bāhyato dikṣu gaṇebhyaḥ pūrvavad balim || 84 ||

aindryāṃ diśi gaṇā ye tu vajrahastā mahābalāḥ |
ityādibhiḥ kramānmantraiḥ pūrvoktairvikired balim || 85 ||

śaivotsavoktaṃ yat karma tadatrāpi samūhayet |
mantrāṇāṃ daivatānāṃ ca bhedaḥ kaścid bhavediha || 86 ||

tīrthasnānaṃ yathāpūrvaṃ saṅkalpya tu samācaret |
caitre māse tu citrā(tu? yāṃ) vaiśākhe ca viśākhabhe || 87 ||

āṣāḍhe pūrvaphalgunyāṃ śrāvaṇe kṛttikāsu ca |
mahānavamyāṃ śaradi paurṇamāsyāṃ ca kārttike || 88 ||

p. 545)

puṣyamāsasya puṣye cāpyuttarāyāṃ ca phālgune |
utsavaśca tadā kāryo durgāyāstuṣṭaye nṛbhiḥ || 89 ||

itthaṃ durgāṃ pratiṣṭhāpya bhaktyā pūjayatāṃ satām |
dṛṣṭādṛṣṭaphalaṃ sarvamabhīṣṭaṃ sulabhaṃ bhavet || 90 ||

itīdaṃ hi daurgaṃ samāsena tantraṃ smṛtaṃ pāvane yacca devodbhavoktam |
pratiṣṭhādikṛtyaṃ kramādutsavāntaṃ samastaṃ taduktaṃ hi śaivānusārāt || 91 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpade durgātantrapaṭalaḥ pañcapañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 56: Gauris Einsetzung und Verehrung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 56: Gauris Einsetzung und Verehrung
Dieses Kapitel beschreibt Gauri als leuchtende Gestalt der Shakti. Bildgestaltung, innere Vergegenwärtigung, Mudras und Festordnung greifen ineinander. Die Vorschriften gehören zur historischen Tempelverehrung; die Beschreibungen der Sammlung erschließen deren inneren Bezug.

Kapitelanfang. Nun das sechsundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 56, Vers 1. Nun werden Gauris Einsetzung und die folgenden Handlungen ordnungsgemäß in Kürze erklärt. Ihr ursprünglicher Keimlaut, Shakti genannt, wurde schon früher gezeigt.

Kriyapada 56, Vers 2. Der Tara-Laut, der Shakti-Keimlaut, das Ende von Kha verbunden mit dem Au-Laut, Feuer mit dem Feinen, danach das Wort „Rudra“ und das Wort „Geliebte“;

Kriyapada 56, Vers 3. Wind verbunden mit dem Zwölferende, das Ende von Kha mit dem elften Laut, der erste des achten auf Va, Feuer verbunden mit dem Feinen. [Buchstabenchiffren; die Quelle verzeichnet bei „Ende von Kha“ eine abweichende Fügung mit dem elften Vokal. Keine gesicherte Gesamtformel daraus erschlossen.]

Kriyapada 56, Vers 4. Am Ende stehen die beiden Laute Hum und Phat sowie die Feuer-Geliebte. Dieser Mantra hat siebzehn Silben. Mit den jeweils zugehörigen eigenen Lautgruppen in der Anzahl von Augen, Ashvins, Pfeilen, Veden, Ashvins und Augen,

Kriyapada 56, Vers 5. versehen mit langen Vokalen und Nada am Anfang, bilde man aus dem Waffenmantra die sechs Glieder. Den dritten des achten, verbunden mit dem fünften Vokal,

Kriyapada 56, Vers 6. den vierten aus der sechsten Gruppe, die zwei Silben „gāyai“, die Wörter „wir erkennen“ und „Verlangen“, ferner „der Bekränzten“ und „wir meditieren“

Kriyapada 56, Vers 7. verbinde man: Nach „uns“ steht Gauri; am Ende kommen Pra und „möge antreiben“. Dies ist Gauris Gayatri; sie wird bei der Verehrung und den folgenden Handlungen verwendet. [Der Text gibt eine sprachliche Bauanweisung, keine hier vollständig ausgeschriebene Formel. Die chiffrierten Anfangslaute bleiben unaufgelöst.]

Kriyapada 56, Vers 8. Gauris Bild werde im mittleren Zehn-Tala-Maß gefertigt. Sie hat vier Arme: Gnadengewährung, Schlinge, Furchtlosigkeitsgeste und Haken.

Kriyapada 56, Vers 9. Ihre Brüste sind voll und erhoben, ihr dunkler Haarknoten glänzt mit der Krone. Sie hat drei Augen, ein lächelndes Gesicht und Juwelenohrringe.

Kriyapada 56, Vers 10. Sie trägt Halsschmuck und strahlende, reizvolle Ketten sowie einen schönen Bauchschmuck; goldene Oberarmreifen, leuchtende Edelsteinarmbänder und Fingerringe.

Kriyapada 56, Vers 11. Ihr Seidengewand glänzt unter dem goldenen Hüftgürtel. An ihren Lotusfüßen, deren Nägel wie Edelsteine strahlen, sitzen Fußspangen.

Kriyapada 56, Vers 12. Sie ist der Ort aller Anmut, Schönheit und Zartheit. So soll Gauris Bild als Manonmani aussehen. [Die Quelle bietet eine kleine Variante bei „Gestalt“.]

Kriyapada 56, Vers 13. Man fertige es aus Stein, Metall oder anderem nach den genannten weiblichen Proportionen. Im beschriebenen Heiligtum setze man die Göttin nach dem für Shiva gelehrten Verfahren ein.

Kriyapada 56, Vers 14. Was sich von der früheren Beschreibung unterscheidet, erkläre ich hier jeweils. Die Halle für das vorbereitende Verweilen soll sechzehn Säulen haben.

Kriyapada 56, Vers 15. Die vier inneren Säulen sind Dharma und die übrigen; außen stehen die Sonnen. Bhadra, Vijaya, Vijrimbha und Lohita

Kriyapada 56, Vers 16. sind als Torbögen vom Osten an zu verstehen. Jaya und die übrigen befinden sich in den Torkrügen: im Osten Jaya und Vijaya; Ajita und Aparajita,

Kriyapada 56, Vers 17. Nitya und Vilasini, Shaundi und Aghora im Süden und den folgenden Richtungen. Kunda, Kumuda, Vidyunmala, Vibhushana,

Kriyapada 56, Vers 18. Kalusha, Ghoshani, Karali und Vikrita verehre man der Reihe nach als Botinnen in den Krügen, je zwei an den Torbannern.

Kriyapada 56, Vers 19. Nach der Segensverkündigung und dem Ausstreuen verehre man Krug und Waffe wie zuvor: im Krug Gauri auf einem Stier, in der Vardhani die Waffe auf einem Löwen.

Kriyapada 56, Vers 20. Sie hat Frauengestalt mit vier Händen, Dreizack, Beil, Gnadengewährung und Furchtlosigkeitsgeste; volle, erhobene Brüste, dunkle Haut, Schmuck und drei Augen.

Kriyapada 56, Vers 21. Sie trägt ein gebundenes kurzes Gewand, ist wild und allen Asuras furchterregend; mit aufgerichtetem braunem Haar und vielerlei Schlangen als Schmuck ist sie zugleich freundlich und schrecklich.

Kriyapada 56, Vers 22. So ist Umas Waffe in weiblicher Gestalt. Nach ihrer Verehrung und Umtragung teile man das Shiva-Feuer der mittleren Feuergrube in neun Teile,

Kriyapada 56, Vers 23. bringe diese wie zuvor in die neun Feuergruben, rufe Gauri im Herzlotus des Feuers herbei und lasse Lehrer und Gestalthüter mit Wurzel- und Gliedermantras opfern.

Kriyapada 56, Vers 24. Man vollziehe die Reinigung der Gestalt, wie zuvor die Öffnung der Augen, das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Bad.

Kriyapada 56, Vers 25. Auf der Plattform in der Halle lege man die Göttin auf ein fünffach gebreitetes Lager, das aus den fünf Elementen besteht, und verehre sie.

Kriyapada 56, Vers 26. Sie wird mit roten und gelben Gewändern bedeckt. Dann stelle man Krug und Waffe auf, den Gauri-Krug an der Kopfseite und auch den Schlafkrug.

Kriyapada 56, Vers 27. In die umgebenden Gestaltkrüge setze man die fünf, Brahma und die übrigen, ferner Gayatri, Savitri und Sarasvati, verbunden mit Vama und den übrigen Shaktis.

Kriyapada 56, Vers 28. Im Sockel setze man die Kraft des Handelns, im Bild die Kraft des Erkennens ein. Auch in den drei Teilen setze man der Reihe nach die Wirklichkeitsebenen und ihre Herren ein.

Kriyapada 56, Vers 29. Die Gestalten sind wie zuvor Erde und die übrigen; ihre Herrinnen sind Dharika und die übrigen. Lehrer und Gestalthüter opfern ihnen jeweils der Reihe nach und berühren die entsprechenden Stellen.

Kriyapada 56, Vers 30. Am Morgen setze man zur gewählten Zeit wie früher den Schildkrötenstein, die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie den Sockel mit dem eigenen Wurzelmantra ein.

Kriyapada 56, Vers 31. Man stelle das Bild auf den Sockel, übertrage den aus Bewusstsein bestehenden Shakti-Keimlaut aus dem Krug in seinen Herzlotus und bade es danach.

Kriyapada 56, Vers 32. Dazu dienen der Rudra-Text, die Pavamana-Texte und der mit „Gauri …“ beginnende Text. Wurzelmantra, Gliedermantras und Gayatri bilden den Mantraweg; ihre Wörter

Kriyapada 56, Vers 33. bilden den Wortweg wie zuvor, und ebenso sind die übrigen Wege wie früher anzusetzen. Danach ist die Göttin mit dem Wasser des Hauptkruges, des Schlafkruges und der Gestaltkrüge übergossen.

Kriyapada 56, Vers 34 mit Einleitung. Man verehre die höchste Herrin wie zuvor mit Arghya und den weiteren Gaben. Und zwar so: Der Lehrer bade, wasche die Füße, nehme den Reinigungsschluck und versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt.

Kriyapada 56, Vers 35. Nach der Verehrung des Hindernisbeseitigers und des Lehrers bereite er das allgemeine Arghya. Am Tor stehen auf dem Boden Jaya und Vijaya mit Stäben in den Händen.

Kriyapada 56, Vers 36. Oben sind Ganga und Yamuna, über der Mitte die Glücksgestalt des Tores. Nach ihrer Verehrung und dem Abschießen des rituellen Pfeils trete er ein und lege die Waffe nieder.

Kriyapada 56, Vers 37. Er verehre Vastu-Brahma, den Sitz und die übrigen, vollziehe die fünf Reinigungen und erfülle das Arghya mit Wurzel- und Gliedermantras; er trägt Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 56, Vers 38. Unter der Schildkröte vergegenwärtige er die tragende Shakti, auf dem Sockel den Shakti-Sitz als goldenen Löwenthron und dessen Füße als Dharma und die übrigen.

Kriyapada 56, Vers 39. Sattva und die übrigen bilden Wurzel, Stängel und Lotus; dazu kommen Sonnenscheibe und die weiteren Scheiben. Auf Blättern und den übrigen Teilen stehen die Shaktis Vama und die übrigen an den Spitzen der Staubfäden. [Die Satzfügung bei den Scheiben ist auch in den verzeichneten Varianten unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 40. In der Mitte ist Manonmani selbst, unmittelbar Gauri, die glückverheißende Göttin. Ihre Gestalt, ihren Mantrakörper und die Bewusstseinskraft aus dem eigenen Herzlotus,

Kriyapada 56, Vers 41. die bis zum Dvadashanta gelangt ist, setze man wie zuvor in den Herzlotus des Bildes ein. Es folgen Festigung, Herstellung der Gegenwart, Zurückhalten und Erwecken,

Kriyapada 56, Vers 42. Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar und schützende Umhüllung mit Herzmantra und den übrigen. Die Brahma-Mantras, Ishana und die übrigen, setze man an Kopf, Gesicht, Herz, Zähnen und Füßen ein,

Kriyapada 56, Vers 43. ebenso die fünf Shaktis Hrillekha, Gagana, Rakta, Karalika und Mahocchushma an Kopf und den übrigen Stellen. [Die stark verkürzte Körperstellenreihe in Vers 42 bleibt im Bezug unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 44. Brahma und die übrigen fünf setze man von den Füßen an ein, Sarasvati ins Herz, Gayatri und Savitri auf die beiden Brüste.

Kriyapada 56, Vers 45. Dann verehre man die Göttin ordnungsgemäß mit Arghya und den weiteren Diensten. Auf den Blättern verehre man den Kreis der Glieder, außen die acht Botinnen:

Kriyapada 56, Vers 46. Anangarupa, Anangamadana, Madanatura, Pavanavega, Bhuvanapalika,

Kriyapada 56, Vers 47. Sarvashishira, Anangavedana und Anangamekhala. Diese verehre man mit Duft, Blumen und den weiteren Gaben, ebenso die Torhüterinnen Jaya und die übrigen,

Kriyapada 56, Vers 48. die Welthüter Indra und die übrigen und den Stier in der Vorhalle. Danach Vira, Vighna, die Mütter, Shastri, Skanda und den Mond.

Kriyapada 56, Vers 49. Im Nordosten setze man die Trägerin der abgenommenen Opfergaben namens Subhaga ein. Man errichte auch den Bali-Sockel und opfere den Hütern der Richtungen.

Kriyapada 56, Vers 50. Am zweiten Tag opfere man mit Wurzel- und Gliedermantras und der Gayatri aus den acht Stoffen, Brennhölzern und den übrigen: hundertmal mit dem Wurzelmantra, mit den Gliedermantras ein Zehntel davon,

Kriyapada 56, Vers 51. hundertmal mit der Gayatri und auch mit dem Textbeginn „Gauri hat ausgemessen …“. Am dritten Tag opfere man Sesam und Ghee mit Aghorastra und Shivastra,

Kriyapada 56, Vers 52. mit Pashupatastra, den Sühneformeln und Jaya und den weiteren. Am vierten Tag verehre man wie zuvor die Trägerin der abgenommenen Gaben,

Kriyapada 56, Vers 53. nehme die Feuer in sich zurück und bade die Göttin mit Hunderten Krügen. Man gebe die Ehrengaben und die vorgesehenen Geschenke und streue nachts Bali für die Wesen aus.

Kriyapada 56, Vers 54. Auch die Mittel für die tägliche Verehrung stelle man bereit. Der Auftraggeber erlangt nach der Verheißung alle Früchte, die für Shivas Einsetzung genannt wurden.

Kriyapada 56, Vers 55. Avahani, Sthapani, Nishthura, Kshobhani, Mohani, Dravani, Karshani, Sannidhapani,

Kriyapada 56, Vers 56. Vandani und die große Gauri-Mudra: Diese zehn werden überliefert. Die mit Blumen gefüllte, nach oben geöffnete Schale der zusammengelegten Hände, die vom Dvadashanta

Kriyapada 56, Vers 57. bis zum Herzen des Bildes herabgeführt wird, heißt Avahani, die Herbeirufende. Dieselbe Geste ohne Blumen und nach unten gerichtet heißt Sthapani, die Festigende.

Kriyapada 56, Vers 58. Nishthura entsteht aus zwei aneinandergelegten Fäusten mit aufgerichteten Daumen. Hält man die Hände einander zugewandt und verbunden, die Zeigefinger frei,

Kriyapada 56, Vers 59. und verbindet Mittelfinger und Daumen, entsteht Kshobhani, die erweckende Geste. Liegen die Hände an den Daumenballen zusammen, während Daumen und Zeigefinger ausgestreckt sind,

Kriyapada 56, Vers 60. und sind kleine Finger, Ringfinger und Mittelfinger miteinander verbunden, heißt die Geste Mohani. Mit ihr vollziehe man an der Göttin die Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar.

Kriyapada 56, Vers 61. Ebenso strecke man bei verbundenen Händen die Zeigefinger aus. Durch Verbindung von Mittelfingern und Daumen entsteht Dravani, die Freude Gebende.

Kriyapada 56, Vers 62. Dieselbe Geste mit fest verbundenen Händen und aneinandergelegten gekrümmten Zeigefingerspitzen heißt Karshani. Mit ihr vergegenwärtige man die Göttin als huldvoll.

Kriyapada 56, Vers 63. Bei derselben Geste drückt man mit Mittelfingerspitzen und Zeigefingern auf die beiden Daumen: Das ist die gegenwärtig machende Mudra. Mit ihr stelle man die Gegenwart her. [Die verdichtete Fingeranordnung bleibt in Einzelheiten unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 64. Die Hände bilden eine geschlossene Anjali-Schale wie eine Lotusknospe. Diese Mudra heißt Vandani; sie wird zur ehrfürchtigen Begrüßung und ähnlichen Handlungen gebraucht.

Kriyapada 56, Vers 65. Man verschränke die beiden Ringfinger unten an den Händen mit den Zeigefingern. Bei nach oben gerichteten Handflächen stehen die Mittelfinger zusammen mit den kleinen Fingern

Kriyapada 56, Vers 66. gerade ausgestreckt, seitlich mit verbundenen Spitzen. Mit den beiden Daumenspitzen berühre man die Ansätze der kleinen Finger. [Die Quelle verzeichnet in Vers 65 zusätzlich die Variante „na“; deren syntaktische Einordnung bleibt offen.]

Kriyapada 56, Vers 67, erster Halbvers. Dies ist Gauris große Mudra, die zehnte, der die Gewährung aller Vollendungen zugeschrieben wird.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Gauris Einsetzung.

Kriyapada 56, Vers 67, zweiter Halbvers. Für Gauris tägliches Fest soll die Göttin aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff gefertigt sein.

Kriyapada 56, Vers 68. Man rufe auch Gauris Waffe in einem Gefäß herbei, verehre sie und trage sie voraus. Für die Torhüterinnen Jaya und die übrigen, die Welthüter und den Stier,

Kriyapada 56, Vers 69. für Gauris gesamtes Gefolge streue man Bali aus, ebenso für Vira, Vighnesha, die Mütter, Shastri, Skanda und den Mond. [Die Quelle kennzeichnet die Fügung bei „Gefolge“ selbst als unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 70. Man gebe Subhaga Bali und an den beiden Seiten des Torturmeingangs Trishulini und Khadgini. Dann trete man aus dem Torturm hinaus

Kriyapada 56, Vers 71. und rufe neben dem Sockel die Scharen mit diesem Mantra an: „Die ihr die ganze Welt durchdringt und umherzieht im Verlangen nach Bali,

Kriyapada 56, Vers 72. ihr alle aus Gauris Gefolge: Nehmt die dargebrachte Bali-Gabe an!“ In der zweiten Umfassung stehen acht Führerinnen der Scharen:

Kriyapada 56, Vers 73. Karali, Vikarali, Ugra, Vani, Shaci, Mohani, Maya und als achte Mahalakshmi.

Kriyapada 56, Vers 74. Ihnen streue man Bali aus. In den acht Richtungen am Bali-Sockel stehen Riddhi, Smriti, Dhriti, Shraddha, Medha, Kanti, Mati und Shruti.

Kriyapada 56, Vers 75. Arya steht am Kumuda-Teil des Sockels, Gaurisena in der Mitte. Mit ihren eigenen Namen, jeweils mit der abschließenden Huldigung, streue man ihnen ehrfürchtig Bali aus.

Kriyapada 56, Vers 76. Dies ist das Verfahren des täglichen Festes; beim großen Fest gilt es entsprechend. Der Stier, Gauris Reittier genannt, soll als Bannerbild verehrt werden.

Kriyapada 56, Vers 77 mit eingeschobener Prosa. Die Herbeirufung der Scharen und der übrigen erfolgt bei Gauris Fest wie zuvor. Die Besonderheit ist: Mit „Die Wesen, die vorne sitzen …“, mit Anrufungen, die mit Gauri oder Bhagavati beginnen, streue man im Mandala in jeder Richtung Bali aus. Außerhalb davon streue man in jeder Richtung Bali für die Führerinnen von tausendköpfigen Gefolgen aus, zwölf je Richtung. Ihre Gesamtzahl ist sechsundneunzig. Und zwar: Vidya, Prajna, Sinibali, Kuhu, Hri und Pushti,

Kriyapada 56, Vers 78. Rudravirya, Prabha, Nanda, Poshani, Shubhada und Kshama im Osten. Im Südosten Kalaratri, Kapardini,

Kriyapada 56, Vers 79. Bhadrakali, Vikriti, Dandini, Kapalini, Musrinthini, Sendukhanda, Nisumbhamathini,

Kriyapada 56, Vers 80. Shikhandini, Indrani und Rudrani. Nari, Narayani, Bhadra, Shankarardhasharirini,

Kriyapada 56, Vers 81. [Quelllücke], Trishulini, Ambika, Hradini, Rati, Pingakshi, Vishalakshi und Samriddhi stehen im Süden. [Die Quelle kennzeichnet außerdem die Wortverbindung vor Ambika als unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 82. Buddhi, Vriddhi, Svadha, Svaha, Maya, Abhikhya, Vasundhara, Trilokadhatri, Jagati, Brihati, Tridasheshvari

Kriyapada 56, Vers 83. und Aruna sind die zwölf Führerinnen im Südwesten. Suruca, Bahurupa, Skandasena, Varuni,

Kriyapada 56, Vers 84. Amala, Vimala, Khyati, Prakriti, Vikriti, Sthiti, Srishti und Sandhya sind die zwölf Führerinnen im Westen.

Kriyapada 56, Vers 85. Samhriti, Jaganmata, Sati, Hamsini, Devamata, Vajrini, Mardani, Bhagavati,

Kriyapada 56, Vers 86. Padmasana, Devaki, Trimukhi und Caturmukhi: Diese zwölf Anführerinnen von Gauris Gefolge stehen im Nordwesten.

Kriyapada 56, Vers 87. Saptanana, Ashtamukhi, Devasuravimardini, Lamboshthi, Lambakeshi, Urdhvakeshi, Mahodari,

Kriyapada 56, Vers 88. Rekha, Shasharekha, Vishvarupa, Krishodari und Dhanada sind die zwölf Führerinnen im Norden.

Kriyapada 56, Vers 89. Surarakshanika, Arya, Vagishi, [Quelllücke], [unvollständiger Name mit dem erhaltenen Ende „vrata“], Vajravega, Vayuvega, Maheshvari,

Kriyapada 56, Vers 90. Aishani, Jvalini und Shankari: Diese zwölf Führerinnen aus Gauris Gefolge stehen im Nordosten. [Wegen der Lücken sind nicht alle zwölf Namen erhalten.]

Kriyapada 56, Vers 91. Jede ist von tausend Gefolgswesen umgeben. Sie bewirken Auflösung, Entstehung, Bestand und Begnadung der Welt.

Kriyapada 56, Vers 92. Ihnen allen soll der Lehrer hingebungsvoll Bali aus weißem Reis und Milchreis mit Rohrzucker geben, übergossen mit Ghee und Honig.

Kriyapada 56, Vers 93. Danach vollziehe man das heilige Bad nach dem für Shiva gelehrten Verfahren und verehre sie mit Wurzel- und Gliedermantras sowie vedischen Mantras unter Beachtung der Besonderheiten.

Kriyapada 56, Vers 94. Je nach Möglichkeit bade man sie mit tausend oder einer anderen vorgesehenen Zahl von Krügen. Die fest eingesetzte Gauri wird in zweifacher Weise überliefert: als Shiva-Gauri und als Eka-Gauri.

Kriyapada 56, Vers 95. Diejenige, die als Gemahlin Shivas in der Nähe seines feststehenden Linga eingesetzt ist, heißt Shiva-Gauri.

Kriyapada 56, Vers 96. Ist Gauri durch Götter samt Wesen, durch Weise oder durch Menschen ohne ein feststehendes Linga eingesetzt, heißt sie Eka-Gauri, die alleinstehende Gauri.

Kriyapada 56, Vers 97. Für Shiva-Gauri wird ein getrenntes großes Fest nicht empfohlen. Beim Shiva-Fest soll ihre Prozession gemeinsam mit dem großen Herrn stattfinden.

Kriyapada 56, Vers 98. Die Verehrung Shiva-Gauris erfolgt vorschriftsgemäß bis zum täglichen Fest. Für Eka-Gauri dagegen ist ein eigenes, selbstständiges großes Fest auszurichten. [Die Quelle setzt zur ersten Wendung eine fragende Alternativlesung mit „Verehrung“ statt „Fest“.]

Kriyapada 56, Vers 99. Diejenigen, die Gauri auf diese Weise ehrfürchtig nach ihren Mitteln einsetzen und ihre tägliche Verehrung bis hin zum Fest vorschriftsgemäß einrichten,

Kriyapada 56, Vers 100. deren Verdienst lässt sich nicht einmal in hundert Weltaltern aussprechen. Was immer in der Welt am meisten erwünscht ist, welche große sichtbare oder unsichtbare Frucht auch immer,

Kriyapada 56, Vers 101½ mit unnummerierter Fortsetzung. das alles erlangen sie, angefangen beim Auftraggeber, ohne Mühe. So ist hier Gauris Tantra in Kürze erklärt, unter Heranziehung des Lalita, des Bimba und des Bhanu-Tantra. Die mannigfaltigen Handlungen von der Einsetzung an, die dabei auszuführen sind, sind insgesamt entsprechend der zuvor gelehrten Shiva-Ordnung zu erschließen. [Die vorausgehenden Fruchtzusagen geben die religiöse Verheißung des Textes wieder.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechsundfünfzigste Kapitel über Gauris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 56

Die Verehrung beginnt hier nicht erst mit einer äußeren Gabe. Ihr geht eine Sammlung voraus, in der die Göttin im eigenen Herzen vergegenwärtigt wird. Heutige Yoga-Aspiranten können daraus eine einfache Anregung mitnehmen: Vor einer bewussten Handlung kurz innehalten und ihre innere Ausrichtung klären. Die besonderen Mudras und Einsetzungsrituale behalten dabei ihren eigenen überlieferten Zusammenhang.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 56: Gauris Einsetzung und Verehrung
Dieses Kapitel beschreibt Gauri als leuchtende Gestalt der Shakti. Bildgestaltung, innere Vergegenwärtigung, Mudras und Festordnung greifen ineinander. Die Vorschriften gehören zur historischen Tempelverehrung; die Beschreibungen der Sammlung erschließen deren inneren Bezug.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣaṭpañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha gauryāḥ pratiṣṭhādyaṃ samāsāt samyagucyata |
tanmūlabījaṃ prāgeva śaktisaṃjñaṃ pradarśitam || 1 ||

tāraṃ ca śaktibījaṃ ca khāntaścaukārasaṃyutaḥ |
sasūkṣmo'gnistato rudrapadaṃ ca dayitepadam || 2 ||

dvādaśāntayuto vāyuḥ khāntaḥ [k: ntasyaikādaśasvaraḥ] saikādaśākṣaraḥ |
aṣṭamādyo vakārastho vahniḥ sūkṣmeṇa saṃyutaḥ || 3 ||

huṃphaḍagnipriyānto'yaṃ mantraḥ saptadaśākṣaraḥ |
netrāśviśaravedāśvinetrasvārṇaiḥ svajātibhiḥ || 4 ||

sadīrghasvaranādādyaṃ ṣaḍaṅgānyastramantrataḥ |
aṣṭamasya tṛtīyaṃ tu pañcamasvarasaṃyutam || 5 ||

ṣaṣṭhavargāccaturthaṃ ca gāyai ityakṣaradvayam |
vidmahe kāmaśabdau ca mālinyai ceti dhīmahi || 6 ||

tanna-ante bhaved gaurī prakāro'nte ca codayāt |
eṣā hi gaurīgāyatrī viniyogo'rcanādiṣu || 7 ||

madhyena daśatālena gauryāstu pratimā bhavet |
caturbhujā savaradā sapāśā sābhayā?ṅkuśā || 8 ||

pīnottuṅgastanī nīladhammillamakuṭojjvalā |
trilocanā smitamukhī maṇikuṇḍalamaṇḍitā || 9 ||

p. 546)

graiveyakollasaddhārihārā sūdarabandhanā |
hemāṅgadollasadratnavalayāṅguliveṣṭanā || 10 ||

hemakāñcīparilasatkauśeyavasanojjvalā |
nakharatnāṃśuvilasatpadābjāsaktanūpurā || 11 ||

sarvalāvaṇyasaundaryasaukumāryaguṇāspadā |
evaṃ[kh: vaṃsvarū]rūpā manonmanyā gauryāstu pratimā bhavet || 12 ||

śilālohādivihitā proktastrīmānataḥ kramāt |
prokte vimāne śaivoktamārgeṇa sthāpayecchivām || 13 ||

yo yo viśeṣaḥ pūrvoktāt taṃ tamatra vadāmyataḥ |
ṣoḍaśastambhayuktaḥ syādadhivāsanamaṇḍapaḥ || 14 ||

dharmādayo'ntaścatvāraḥstambhāḥ sūryāśca bāhyataḥ |
bhadraśca vijayaścaiva vijṛmbho lohitastathā || 15 ||

prāgāditoraṇā jñeyā jayādyā dvārakumbhagāḥ |
jayā ca vijayā prācyāmajitā cāparājitā || 16 ||

nityā vilāsinī śauṇḍīṃ cāghorā dakṣiṇādiṣu |
kundāṃ ca kumudāṃ caiva vidyunmālāṃ vibhūṣaṇām || 17 ||

kalūṣāṃ ghoṣaṇīṃ caiva karālīṃ vikṛtāṃ tathā |
dve dve dvārdhvajayordūtyau yajet kumbhagate kramāt || 18 ||

puṇyāhavikirakṣepāt kumbhāstre prāgvadarcayet |
vṛṣārūḍhāṃ ghaṭe gaurīṃ siṃhe'straṃ vardhanīgatam || 19 ||

yoṣidrūpaṃ caturhastaṃ śūlaṭaṅkavarābhayaiḥ |
pīnottuṅgastanaṃ śyāmaṃ bhūṣitaṃ satrilocanam || 20 ||

baddhacaṇḍātakaṃ raudraṃ sarvāsurabhayaṅkaram |
piṅgordhvakeśaṃ nānāhibhūṣaṇaṃ saumyabhīṣaṇam || 21 ||

umāsramevaṃ strīrūpaṃ tatpūjābhramaṇādanu |
madhyakuṇḍasthaśaivāgniṃ navadhā saṃvibhajya tu || 22 ||

prāgvannavasu kuṇḍeṣu kṣiptvā tasya hṛdambuje |
gaurīmāvāhya mūlāṅgairjuhuyurgurumūrtipāḥ || 23 ||

p. 547)

vidhāyākāraśuddhiṃ ca prāgvannayanamokṣaṇam |
jalādhivāsanaṃ grāmabhramaṇaṃ snapanaṃ tathā || 24 ||

maṇḍape'tha tato vedyāṃ śayane pañcadhāstṛte |
pañcabhūtātmake devīṃ śāyayitvābhīpūjayet || 25 ||

raktapītāmbarācchannāṃ tataḥ kumbhāstrakaṃ nyaset |
gaurīkumbhaṃ śiraḥsthāne nidrākumbhaṃ ca vinyaset || 26 ||

parito mūrtikumbheṣu vāmādyābhistu saṃyutān |
brahmādīn pañca gāyatrīṃ sāvitrīṃ ca sarasvatīm || 27 ||

pīṭhe caiva kriyāśaktiṃ bere jñānīṃ ca vinyaset |
tribhāgeṣvapi ca nyasyet tattvaṃ tattveśvarān kramāt || 28 ||

pṛthvyādyā mūrtayaḥ prāgvanmūrtīśā dhārikādikāḥ |
pṛthak krameṇa hutvaibhyaḥ spṛśeyurgurumūrtipāḥ || 29 ||

tataḥ prātaḥ kūrmaśilāṃ lagne nyasyed yathāpuram |
ratnādipañcavargāṃśca pīṭhaṃ cātha svamūlataḥ || 30 ||

pratimāṃ sthāpayed pīṭhe hṛtpadme'syāstu cinmayam |
kumbhāt tacchaktibījaṃ tu vinyasya snapayet tataḥ || 31 ||

rudreṇa pavamānaiśca gaurī(ri? mi)tyādināpi ca |
tato mūlāṅgagāyatryā mantrādhvā syācca tatpadaiḥ || 32 ||

padādhvā syād yathāpūrvaṃ śeṣādhvāno yathāpuram |
tataḥ pradhānanidrākhyamūrtikumbhābhiṣecitām || 33 ||

arghyādyaistu yathāpūrvaṃ pūjayet parameśvarīm |

tadyathā -

snātvā prakṣālya caraṇāvācamya sakalīkṛta || 34 ||

vighnaṃ guruṃ ca saṃpūjya sāmānyārghyakaro guruḥ |
jayā ca vijayā dvāri sthite vetrakare bhuvi || 35 ||

gaṅgā ca yamunā cordhve dvāraśrīrmadhyagopari |
tā iṣṭvā kṣiptanārācaḥ praviśyāstraṃ nidhāya ca || 36 ||

p. 548)

vāstubrahmāsanādīṣṭvā pañcaśuddhīrvidhāya tu |
mūlāṅgapūritārghyaḥ san tilakī puṣpaśekharaḥ || 37 ||

kūrmādho dhāriṇīṃ śaktiṃ pīṭhe śaktyāsanaṃ tu tat |
haimaṃ [he] siṃhāsanaṃ dhyātvā pādān dharmādikānapi || 38 ||

sattvādikandanālābjaṃ sūryabimbādi[k: mbo]kādikān [kh: t] |
patrādiṣu tataḥ śaktīrvāmādyāḥ kesarāgragāḥ || 39 ||

manonmanī svayaṃ sākṣānmadhye gaurī śivā bhavet |
tanmūrtiṃ mantradehaṃ ca cicchaktiṃ svāddhṛdambujāt || 40 ||

dvādaśāntagatāṃ prāgvanmūrtihṛtpaṅkaje nyaset |
sthāpanaṃ caiva sānnidhyaṃ sannirodhaṃ prarocanam || 41 ||

amṛtīkaraṇaṃ cāvakuṇṭhanaṃ hṛdayādibhiḥ |
brahmāṇi ceśānādīni kāsyahṛddaśanāṅghriṣu || 42 ||

vinyaset pañca śaktīśca hṛllekhāṃ gaganāṃ tathā |
raktāṃ karālikāṃ cāpi mahocchuṣmāṃ ca kādiṣu || 43 ||

brahmādīn pañca pādādi hṛdaye ca sarasvatīm |
gāyatrīmapi sāvitrīṃ stanayorvinyaset tataḥ || 44 ||

kramādarghyādibhiḥ samyagupacārairyajecchivām |
patreṣvaṅgāvṛtiṃ ceṣṭvā bāhye dūtyaṣṭakaṃ yajet || 45 ||

anaṅgarūpā cānaṅgamadanā madanāturā |
tathā pavanavegā ca tato bhuvanapālikā || 46 ||

syāt sarvaśiśirānaṅgavedanānaṅgamekhalā |
iṣṭvaitā gandhapuṣpādyairdvāḥsthāścāpi jayādikāḥ || 47 ||

indrādīlloṁkapālāṃśca vṛṣabhaṃ mukhamaṇḍape |
vīraṃ vighnaṃ tato mātṝḥ śāstṛskandau niśākaram || 48 || nirmālyadhāriṇīmaiśe sthāpayet subhagāhvayām |
balipīṭhe ca saṃsthāpya dikpālebhyo juhoti ca || 49 ||

p. 449)

dvitīye'hnyatha mūlāṅgairgāyatryā samidādibhiḥ |
aṣṭadravyaiḥ śataṃ mūlenāṅganāṃ tu daśāṃśataḥ || 50 ||

gāyatryā ca śataṃ gaurīmimāyetyādināpi ca |
tṛtīye'hni tilājyābhyāmaghorāstrācchivāstrataḥ || 51 ||

hutvā pāśupatāstreṇa prāyaścittairjayādibhiḥ |
caturthadivase prāgvadiṣṭvā nirmālyadhāriṇīm || 52 ||

agnīnātmani saṃhṛtya snāpayet kalaśaiḥ śataiḥ |
dakṣiṇāśca pradeyāni dattvā bhūtabaliṃ niśi || 53 ||

vikirennityapūjārthaṃ vibhavaṃ cāpi kalpayet |
phalaṃ śivapratiṣṭhoktaṃ kartā sarvaṃ samaśnute || 54 ||

āvāhanī sthāpanī ca niṣṭhurā kṣobhaṇī tathā |
mohanī drāvaṇī caiva karṣaṇī sannidhāpanī || 55 ||

vandanī ca mahāmudrā gaurīmudrā daśa smṛtāḥ |
añjaliḥ pūrṇapuṣpo ya uttāno dvādaśāntataḥ || 56 ||

āmūrtihṛdayānīto mudrā hyāvāhanī smṛtā |
saiva puṣpaṃ vinā mudrā smṛtā sthāpanyādhomukhī || 57 ||

niṣṭhurā cocchritāṅguṣṭhaśliṣṭamuṣṭikaradvayāt |
anyonyasaṃmukhau hastau saṃśliṣṭau muktatarjakau || 58 ||

madhyamāṅguṣṭhasaṃyogāt kṣobhaṇī syāt prarocanī |
śliṣṭāṅguṣṭhatalau hastau prasṛtāṅguṣṭhatarjakau || 59 ||

kaniṣṭhānāmikāmadhyāsaṃśleṣānmohanī smṛtā |
amṛtīkaraṇaṃ devyāmohanyā tu prakalpayet || 60 ||

tathaiva śliṣṭakarayostarjanyau saṃprasārya tu |
madhyamāṅguṣṭhasaṃyogād drāvaṇyānandadāyinī || 61 ||

saiva suśliṣṭakarayorvakratarjāgrayogataḥ |
karṣaṇī syāt tayā devīṃ prasannāṃ paribhāvayet || 62 ||

saiva madhyāgratarjābhyāṃ jyeṣṭhikādvayapīḍanāt |
sannidhānakarī mudrā sānnidhyaṃ kalpayet tayā || 63 ||

p. 550)

baddhāñjalipuṭau pāṇī sarojamukulopamau |
vandanī nāma mudrā syāt sā yojyā vandanādiṣu || 64 ||

anāmike dve tarjābhyāmadhaḥ pāṇyornibaddhya tu |
uttānapāṇitalayormadhyame sakaniṣṭhike [na] || 65 ||

pārśvābhyāṃ saṃhatāgre stāmṛjvāyatamavasthite |
tadaṅguṣṭhāgrayugmena kaniṣṭhāmūlayoḥ spṛśet || 66 ||

eṣā gauryā mahāmudrā daśamī sarvasiddhidā |

gaurīpratiṣṭhādhikāraḥ |

gaurīnityotsave devī syāt suvarṇādinirmitā || 67 ||

gauryastramapyamatrasthamāvāhyeṣṭvāgrato vahet |
jayādikābhyo dvāḥsthābhyo lokeśebhyo vṛṣāya ca || 68 ||

gaurīpāriṣade(tantaṃ? syaśca) sarvebhyo'pi baliṃ kṣipet |
vīravighneśamātṛbhyaḥ śāstre skandāya cendave || 69 ||

subhagāyai baliṃ kṣiptvā gopuradvārapārśvayoḥ |
triśūlinyai ca khaḍginyai kṣiptvā niṣkramya gopurāt || 70 ||

pīṭhopānte sthito'nena mantreṇāmantrayed gaṇān |

ye samastaṃ jagad vyāpya caranti balikāṅkṣayā || 71 ||

gaurīpāriṣadāḥ sarve gṛhṇantūpahṛtaṃ balim [k: m |
ta] |
tato dviyīyahārāyāmaṣṭau syurgaṇanāyikāḥ || 72 ||

karālī vikarālī cāpyugrā vāṇī śacī tathā |
mohanī caiva māyā ca mahālakṣmīstathāṣṭamī || 73 ||

āsāṃ baliṃ kṣipeccātha balipīṭhāṣṭadiksthitāḥ |
ṛddhiḥ smṛtirdhṛtiḥ śraddhā medhā kāntirmatiḥ śrutiḥ || 74 ||

āryā kumudake pīṭhe gaurīsenā ca madhyataḥ |
svākhyābhirvikiredāsāṃ namontaṃ balimādarāt || 75 ||

p. 551)

nityotsavavidhistveṣa tulyaśca syānmahotsave |
gaurīvāhanasaṃjñastu vṛṣaḥ pūjyo dhvajo bhavet || 76 ||

āvāhanaṃ gaṇādīnāṃ prāgvad gauryutsave smṛtam |

viśeṣastu ye bhūtāḥpurassado gauryādibhagavatyādibhiḥ pratidiśaṃ baliṃ maṇḍale vikīrya tadbāhye pratidiśaṃ dvādaśasahasraparṣannāyikābhyo baliṃ vikiret |
tāśca ṣaṇṇavatisaṃkhyāḥ |

yathā -

vidyā prajñā sinībālī kuhūrhrīḥ puṣṭireva ca || 77 ||

rudravīryā prabhā nandā poṣaṇī śubhadā kṣamā |
iti prācyāmathāgneyyāṃ kālarātrī kapardinī || 78 ||

bhadrakālī ca vikṛtirdaṇḍinī ca kapālinī |
musṛṇṭhinī sendukhaṇḍā nisumbhamathinī tataḥ || 79 ||

śikhaṇḍinī tathendrāṇi rudrāṇī ceti saṃsthitāḥ |
nārī nārāyaṇī bhadrā śaṅkarārdhaśarīriṇī || 80 ||

  • * triśūlinī cā(pya? pi a)mbikā hrādinī ratiḥ |
    piṅgākṣī ca

viśālākṣī samṛddhiśceti dakṣiṇe || 81 ||

buddhirvṛddhiḥ svadhā svāhā māyābhikhyā vasundharā |
trilokadhātrī jagatī bṛhatī tridaśeśvarī || 82 ||

aruṇā ceti nair-ṛtyāṃ nāyikā dvādaśa sthitāḥ |
surucā bahurūpā ca skandasenā ca vāruṇī || 83 ||

amalā vimalā khyātiḥ prakṛtirvikṛtiḥ sthitiḥ |
sṛṣṭiḥ sandhyā ca vāruṇyāṃ nāyikā dvādaśa sthitāḥ || 84 ||

saṃhṛtiśca jaganmātā satī caiva ca haṃsinī |
devamātā vajriṇī ca mardanī bhagavatyapi || 85 ||

padmāsanā devakī ca trimukhī ca caturmukhī |
gaurīpāriṣadā mukhyā vāyavyāṃ dvādaśa sthitāḥ || 86 ||

saptānanā cāṣṭamukhī devāsuravimardinī |
lamboṣṭhī lambakeśī cāpyūrdhvakeśī mahodarī || 87 ||

p. 552)

rekhā ca śaśarekhā ca viśvarūpā kṛśodarī |
dhanadā cetirkauberyāṃ nāyikā dvādaśa sthitāḥ || 88 || surarakṣaṇikā cāryā vāgīśī * * * * * |
* * vratā vajravegā vāyuvegā maheśvarī || 89 ||

aiśānī jvalinīsaṃjñā śāṅkarī ceti nāyikāḥ |
dvādaśaitāḥ syuraiśānyāṃ gaurīpāriṣadāḥ sthitāḥ || 90 ||

etāḥ pṛthak pariṣadāṃ sahasraiḥ parivāritāḥ |
jagatsaṃhṛtisambhūtisthityanugrahahetavaḥ || 91 ||

sarvāsāmapi caitāsāṃ śuklānnagulapāyasaiḥ |
ghṛtakṣaudraplutairdadyād baliṃ bhaktyā tu deśikaḥ || 92 ||

tataḥ śaivoktamārgeṇa tīrthasnānaṃ samācaret |
mūlāṅgairvaidikairmantrairyajecca saviśeṣakam || 93 ||

snapayecca sahasrādikalaśairupapattitaḥ |
śivagaurī caikagaurī sthiragaurī dvidhā smṛtā || 94 ||

patnītvena śivasyaiva sthiraliṅgagatasya yā |
pratiṣṭhitā samīpe tu śivagaurī smṛtā hi sā || 95 ||

gaurī sabhūtairdevairvā munibhirvātha mānavaiḥ |
sthiraliṅgaṃ vinā sā cedekagaurī pratiṣṭhitā || 96 ||

na pṛthakchivagauryāstu praśastaḥ syānmahotsavaḥ |
śivotsave maheśena yātrā tasyāḥ praśasyate || 97 ||

nityotsavāntā(pūjāntāt?) pūjā syācchivagauryā yathāvidhi |
ekagauryāḥ svatantrastu pṛthak kāryo mahotsavaḥ || 98 ||

itthaṃ gaurīṃ pratiṣṭhāpya yathāvibhavamādarāt |
kalpayantyutsavāntāṃ ye nityapūjāṃ yathāvidhi || 99 ||

na teṣāṃ śakyate vaktuṃ puṇyaṃ yugaśatairapi |
yadyadiṣṭatamaṃ loke dṛṣṭādṛṣṭaphalaṃ mahat || 100 ||

tat tat sarvamayatnena labhante kartṛpūrvakāḥ |

p. 553)

nigaditamiha gauryāstantrametat samāsā- llalitamapi ca bimbaṃ bhānutantraṃ ca dṛṣṭvā |
vividhamiha vidhiśairyat pratiṣṭhādikṛtyaṃ sakalamapi tadūhyaṃ proktaśaivānusārāt || 101-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde gaurītantrapaṭalaḥ ṣaṭpañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 57: Sarasvati und die heilige Sprache

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 57: Sarasvati und die heilige Sprache
Sarasvati erscheint hier als Göttin des Wissens und der Sprache. Die Einsetzung ihres Bildes verbindet Tempelritual mit einer Meditation über die Entfaltung der Rede. Die umfangreichen Listen ordnen Wissen, Gottheiten und Weltbereiche um die Göttin an.

Kapitelanfang. Nun das siebenundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 57, Vers 1. Nun wird Sarasvatis Einsetzung erklärt, wie sie das Tantra vorschreibt. Der Tara-Laut und Nada mit abschließendem Bindu, ihm vorangestellt und mit dem letzten Vokal verbunden,

Kriyapada 57, Vers 2. dann das wiederholte Wort „sprich“, danach „du, die Sprache spricht“, am Ende die Geliebte des Windfreundes: Dieser Sprachmantra hat zwölf Silben. [Der Beginn wird chiffriert angegeben; bei „sprich“ verzeichnet die Quelle selbst eine fragende Lesung. Der Windfreund bezeichnet hier Feuer.]

Kriyapada 57, Vers 3. Für die Zweimalgeborenen beginnt er mit dem Tara-Laut; für die übrigen wird er ohne diesen überliefert. Nada mit Feuer, mit Tara am Anfang und der Reihe nach verbunden mit langen Vokalen,

Kriyapada 57, Vers 4. zusammen mit den Bezeichnungen der Veden, beginnend mit Rigveda, mit „Dharma-Shastra“ und „Purana“: Aus diesen sechs Mantrawörtern der Reihe nach

Kriyapada 57, Vers 5. bilde man die sechs Glieder bis zur Waffe, jeweils mit der zugehörigen Abschlussform. „Vagishvari“ im Dativ, verbunden mit „wir erkennen“,

Kriyapada 57, Vers 6. nach „Vagvadini“ das Wort „wir meditieren“, anschließend verbunden „uns möge Sarasvati antreiben“:

Kriyapada 57, Vers 7. Dies ist Sarasvatis Gayatri mit Tara am Anfang, der alle Vollendungen zugeschrieben werden. Ihr Bild werde im mittleren Zehn-Tala-Maß nach den genannten weiblichen Proportionen gefertigt.

Kriyapada 57, Vers 8. Sarasvatis Bild ist weiß und vierarmig. Links trägt sie die Gnadengewährung, einen Schreibstift und einen Krug,

Kriyapada 57, Vers 9. rechts entsprechend unten und oben Furchtlosigkeitsgeste und Buch. Sie ist weiß wie Muschel, Kunda-Blüte und Mond und trägt Haarknoten und Mondsichel. [Die Gegenstandszählung bei vier Armen ist durch die überlieferte Fügung „sabarāṃ lekhanīṃ“ nicht eindeutig; keine Handzuordnung ergänzt.]

Kriyapada 57, Vers 10. Sie hat drei Augen, weiße Gewänder, Kränze, Duft und Schmuck. Reizvolle Halsketten glänzen auf ihren vollen, erhobenen Brüsten.

Kriyapada 57, Vers 11. Ihr Lotusgesicht ist überaus freundlich; sie trägt allen Schmuck, sitzt auf dem Lotussitz und ist von frischer Jugend geschmückt.

Kriyapada 57, Vers 12. Bei Vagishvaris Einsetzung folgt das Verfahren der für Shiva gelehrten Ordnung. Eine Besonderheit ist: Am Südtor soll sie nach Süden gerichtet aufgestellt werden.

Kriyapada 57, Vers 13. In der Halle des vorbereitenden Verweilens ist sie nach Norden gewandt zu verehren. Pushkara, Purnabhadra, Ananda und Nandana

Kriyapada 57, Vers 14. sind die Torbögen vom Osten an. Entsprechend stehen je zwei Banner: im Osten das Indra-Banner mit dem Donnerkeilzeichen, dann das Yama-Banner mit dem Stabzeichen,

Kriyapada 57, Vers 15. das Varuna-Banner mit der Schlinge und das Kubera-Banner mit der Keule. Medha, Prajna, Prabha, Vidya, Dhi, Dhriti, Smriti und Buddhi

Kriyapada 57, Vers 16. sind die Botinnen in den Torkrügen, mit ihren eigenen Namen zu verehren. An den vier mittleren Säulen vom Südosten an stehen Rigveda und die übrigen Veden.

Kriyapada 57, Vers 17. Außen sind die Sonnensäulen: Shiksha, Kalpa, Nirukta, Chandas, Jyotisha, Sutrapatha, Mimamsa, die ausführliche Logiklehre,

Kriyapada 57, Vers 18. Dharma-Shastra, Purana und Dandaniti der Reihe nach. Der Baldachin besteht aus Wissen, der Boden ist die Erde selbst. [Die erhaltene Reihe nennt elf Wissensbereiche; keine zusätzliche Disziplin ergänzt.]

Kriyapada 57, unnummerierter Zusatz nach Vers 18. Überall verehre man mit dem jeweiligen Namen, Tara am Anfang und der Huldigung am Ende.

Kriyapada 57, Vers 19. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen folgen Krug- und Waffenverehrung. Im Krug sitzt Vani auf einem Schwan, ihre Waffe auf einem Kranich.

Kriyapada 57, Vers 20. Die Waffe hat rote Ausstattung, rote Farbe, sechs Arme, drei Augen und geschmückte Frauengestalt. Links trägt sie Gnadengewährung, Buch und Schlinge,

Kriyapada 57, Vers 21. rechts Furchtlosigkeitsgeste, Schreibstift und Haken. [Hier steht eine örtliche Quelllücke mit unsicheren Zeichen; die genannten Gegenstände sind erhalten.] Wie zuvor verteile man das Feuer von der Mitte aus auf neun Feuergruben.

Kriyapada 57, Vers 22. Nach der Herbeirufung Vagishis opfere der Lehrer in der mittleren Grube mit Wurzel- und Gliedermantras. Die Gestalthüter opfern in den Richtungen mit Yoga und den übrigen Gestalten,

Kriyapada 57, Vers 23. mit der Gayatri und den Mantras der Welthüter in entsprechender Folge: Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergabe, Puffreis, Reis, Siddhartha-Senf, Senf

Kriyapada 57, Vers 24. und Sesam, jeden Stoff hundertachtmal. Wie zuvor vollziehe man die Reinigung der Gestalt und die Öffnung der Augen,

Kriyapada 57, Vers 25. das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Bad. Dann verehre man Sarasvatis Gestalten in den acht Wissenskrügen:

Kriyapada 57, Vers 26. Yoga, Satya, Vimala, Jnana, Buddhi, Kriya, Medha und Shraddha. Alle tragen Wassergefäß und Buch,

Kriyapada 57, Vers 27. Gebetskette und Schreibstift; sie sind weiß, mit weißen Gewändern und weiterer weißer Ausstattung. Dann setze man in die drei Bildteile, die bis Knie, Hals und Kopf reichen,

Kriyapada 57, Vers 28. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen und ihre Herren Brahma und die übrigen der Reihe nach ein, darin die acht Gestalten Erde und die übrigen sowie ihre Shaktis Dharika und die übrigen.

Kriyapada 57, Vers 29. In den Körper der Göttin setze man die Erkenntniskraft, in den Sockel die Handlungskraft. Nach den jeweiligen Opfern mit ihren Mantras sollen die Ausführenden die entsprechenden Stellen wie früher berühren.

Kriyapada 57, Vers 30. Am Morgen bade der Lehrer gemeinsam mit den Gestalthütern und vollziehe das Sandhya-Ritual. Zur gewählten Zeit setze er den Schildkrötenstein ein. [Vor dessen Bezeichnung steht das bereits in der Quelle fragend markierte Wort „liṅga?“.]

Kriyapada 57, Vers 31. Darauf kommen wie zuvor die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie der Sockel. Auf dem Sockel stelle man das Bild auf und befestige es fest mit der Verbindung.

Kriyapada 57, Vers 32. Nach dem Abwaschen und einer kurzen Verehrung setze man die Gestalt und den Wissenskörper ein. Mit dem Wurzelmantra übertrage man Vani aus dem Krug in den Herzlotus des Bildes.

Kriyapada 57, Vers 33 mit erklärender Prosa. Danach Wurzelmantra, Gliedermantras, Gayatri und die bei der Matrika genannten Laute. „Die genannten Laute“ bedeutet hier Shakti und Vagbhava. Daraus bilde man den Mantraweg, aus den Wörtern den Wortweg; die übrigen wie zuvor.

Kriyapada 57, Vers 34. Nun fülle man die zusammengelegten Hände mit Blumen. Von der Kundalini ausgehend vergegenwärtige man in sich selbst die feine Sprache, die schauende, die mittlere und die hörbar ausgesprochene Sprache.

Kriyapada 57, Vers 35. Diese Rede, einer Blitzlinie gleich, hebe man empor, verbinde sie im Dvadashanta und lasse sie durch das dortige Bewusstsein erfüllt werden.

Kriyapada 57, Vers 36. Man sehe sie in die Blumenschale der Hände übergehen. Unter gedehnter Aussprache des Hamsa-Lautes führe man sie durch die Brahma-Nadi herbei und setze sie im Herzlotus des Bildes ein.

Kriyapada 57, Vers 37. Mit den Gliedermantras vollziehe man Festigung, Zurückhaltung, Erweckung, Umhüllung und Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar und gebe Arghya.

Kriyapada 57, Vers 38. Nach der Vergegenwärtigung der sechs Wege übergieße man sie aus den acht Wissenskrügen, dem Schlaf- und dem Waffengefäß und verehre sie der Reihe nach mit Arghya und den übrigen Gaben.

Kriyapada 57, Vers 39 mit Übergang. Und zwar so: Man bade, verehre Ganesha und versehe den Körper mit der vollständigen Mantragestalt. Mit dem allgemeinen Arghya verehre man ihre Torhüter Vighna und Kshetrapati,

Kriyapada 57, Vers 40. Ganga und Yamuna wie zuvor und oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein und lege sie an der Schwelle nieder.

Kriyapada 57, Vers 41. Man verehre Vastu-Brahma, den Sitz und die übrigen und sitze bequem zur Verehrung des Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 57, Vers 42. Man vergegenwärtige die tragende Shakti, Erde und Wissen in Gestalt eines Löwenthrons; Krita, Treta und die weiteren Weltalter als löwengestaltige Füße in den Zwischenrichtungen,

Kriyapada 57, Vers 43. Rajas, Tamas und Sattva als Wurzel, Stängel und Lotus; die Herren der Sonnenscheibe und der weiteren Scheiben, Brahma und die übrigen, auf den Blättern und den übrigen Teilen.

Kriyapada 57, Vers 44. Auf dem Fruchtboden verehre man Meru; auf den zwölf Blättern die Berge, je einen in den Hauptrichtungen und die weiteren in den Ecken, als Staubfäden bezeichnet.

Kriyapada 57, Vers 45. Auf dem Ostblatt steht Mandara, im Süden Gandhamadana, auf dem Westblatt Vipula, auf dem Nordblatt Suparshva.

Kriyapada 57, Vers 46. Himavan, Hemakuta, Nishadha, Malyavan, Kailasa, Nila, Shveta und Shringi verehre man ebenfalls.

Kriyapada 57, Vers 47. Auf dem beschriebenen Weg bilde man die Sprachgestalt und den Wissenskörper wie früher. Man rufe die Göttin herbei und vollziehe mit Wurzel- und Gliedermantras Festigung und die weiteren Handlungen.

Kriyapada 57, Vers 48. Mit den Diensten von Arghya bis zur Speisegabe verehre man sie der Reihe nach. Nach der Verehrung der Glieder auf den Staubfäden verehre man die zwölf Shaktis:

Kriyapada 57, Vers 49. Riddhi, Rati, Priti und Shanti auf den Blättern der Hauptrichtungen, Yoga, Satya und die übrigen je zu zweit auf den Blattpaaren der Ecken.

Kriyapada 57, Vers 50. Mond und Sonne leuchten oben im Süden und Norden. Rechts von der Göttin steht Brahma, links Vishnu, vorne Shiva,

Kriyapada 57, Vers 51. hinten die Weisen. Man verehre sie als Wandbilder. An den vier Toren stehen je zwei Torhüterinnen, Medha, Prajna und die übrigen.

Kriyapada 57, Vers 52. Die Welthüter stehen in ihren eigenen Richtungen, der Schwan in der Vorhalle. Vira, Vighna, die Mütter, Shastri, Candika,

Kriyapada 57, Vers 53. Soma und Kshetrapala setze man in ihren jeweiligen Richtungen ein. Auch den Bali-Sockel errichte und verehre man am ersten Tag.

Kriyapada 57, Vers 54. Am zweiten Tag opfere man mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras und für die Gestalt- und Welthütergottheiten. Am dritten Tag mit den Vyahritis, der Gayatri, Jaya und den weiteren Formeln

Kriyapada 57, Vers 55. sowie den Sühneformeln. Am vierten Tag bade man wie zuvor und verehre Mati, die Trägerin der abgenommenen Gaben.

Kriyapada 57, Vers 56. Nach der vollständigen Opfergabe und dem Svishtakrit-Opfer vereinige man die Feuer mit dem eigenen Herzlotus oder dem Dvadashanta. Man bade die Göttin mit über hundert Krügen.

Kriyapada 57, Vers 57. Nach ihrer besonderen Verehrung gebe man Lehrer und den übrigen ihre Ehrengaben. Nachts gebe man Bali für die Wesen und richte die tägliche Verehrung ein,

Kriyapada 57, Vers 58, erster Halbvers. wie zuvor entsprechend den vorhandenen Mitteln. Der Auftraggeber genießt die verheißene Frucht.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Sarasvatis Einsetzung.

Kriyapada 57, Vers 58, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest Sarasvatis sind Medha und die übrigen die Torhüterinnen.

Kriyapada 57, Vers 59 mit Prosa. Ihnen streue man Bali aus, ebenso den Welthütern wie früher. Hier gilt diese Besonderheit: Mit „Huldigung dem Angehörigen Sarasvatis!“ und „Huldigung seinem Gefolge!“ streue man Bali unter Nennung des jeweiligen Welthüters aus. In der Vorhalle sage man: „Dem Schwan, Sarasvatis Reittier!“

Kriyapada 57, Vers 60. Für Vighna, Virabhadra, die Mütter, Shastri, Candika, den Mond, Kshetrapa und Mati streue man Bali aus.

Kriyapada 57, Vers 61. Am Torturmeingang gebe man Bali für Kritya und Pratibha. Vor dem Bali-Sockel angekommen, rufe man die Scharen an:

Kriyapada 57, Vers 62. „Die ihr die ganze Welt durchdringt und umherzieht im Verlangen nach Bali, ihr aus Sarasvatis Gefolge: Nehmt die dargebrachte Bali-Gabe an!“ So lautet die Anrufung.

Kriyapada 57, Vers 63. In der zweiten Umfassung stehen in den acht Richtungen der Reihe nach die Richtungselefanten. Ihnen streue man Bali mit ihren eigenen Namen aus:

Kriyapada 57, Vers 64. Airavata, Pundarika, Kumuda, Anjana, Vamana, Pushpadanta, Sarvabhauma und als achter Supratika.

Kriyapada 57, Vers 65. Am Bali-Sockel streue man Bali für die zehn Vishvas aus: Kratu, Dasha, Suvastavya, Ka… [Quelllücke] …ma und Dhvani,

Kriyapada 57, Vers 66. Kurumana als achter. Sie stehen in den acht Richtungen des Sockels; die mittleren befinden sich an den Kumuda-Teilen. Ihnen streue man Bali aus. [Die Namensreihe und die Zuordnung von zehn Gestalten sind beschädigt; die erhaltenen Namen und Angaben bleiben ohne Ergänzung.]

Kriyapada 57, unnummerierte Formel vor Vers 67. „Huldigung dem leuchtenden Rocamana aus Sarasvatis Heer!“ So gebe man oben in der Mitte des Sockels für Rocamana die Gabe.

Kriyapada 57, Vers 67. Beim täglichen Fest die Bali-Gabe … [Der übrige Vers ist in der Quelle durch Lückenzeichen ersetzt.]

Kriyapada 57, Vers 68. [Quelllücke] … mit dem eigenen Namen. Nach der Bali-Gabe für die Welthüter mit dem Beginn „Om, die Wesen, die vorne sitzen …“

Kriyapada 57, Vers 69. und „der erhabenen Sarasvati …“ streue man Bali aus. Ebenso stehen in der dritten Umfassung die Scharen in den acht Richtungen.

Kriyapada 57, Vers 70 mit Übergang. Und zwar: die Vasus, die beiden Ashvins, die Rudras, die Väter, die Adityas, Tarkshya und die übrigen, die sieben Weisen und die Herren der Geschöpfe.

Kriyapada 57, Vers 71 mit Übergang. Diese sind: Dhara, Dhruva, Soma, Apa, Anila, Anala, Pratyusha und Prabhasa, die acht Vasus im Osten.

Kriyapada 57, Vers 72. Nasatya und Dasra, die beiden Ashvins, stehen im Südosten. Ajaikapad, Ahibudhni, Virupaksha, Raivata,

Kriyapada 57, Vers 73 mit Prosa. Pinakin, Ishvara, Sthanu, Kapalin, Triyambaka, Bahurupa und Bhava sind der Reihe nach die elf Rudras. Diese stehen im Süden.

Kriyapada 57, Vers 74. Soma und Pitriman, ebenso Yama, der Herr der Väterschar, Angirasvan und Agni, als siebter Kavyavahana;

Kriyapada 57, Vers 75. die Väter, die Großväter und die Urgroßväter: Diese zehn werden als Väter bezeichnet und stehen im Südwesten. [Die Namens- und Titeltrennung der ersten Reihe bleibt unsicher; die Quellenzählung wird bewahrt.]

Kriyapada 57, Vers 76. Dhatri, Aryaman, Mitra, Varuna, Bhaga, Indra, Vivasvan, Pushan und Parjanya, der als zehnter bezeichnet wird,

Kriyapada 57, Vers 77. Tvashtri und Vishnu: Diese zwölf Adityas stehen im Westen. Tarkshya, Arishtanemi, Garuda, Aruna,

Kriyapada 57, Vers 78. Aruni, Krathana, Kratha und Suparna, als sieben bezeichnet, stehen im Nordwesten. Gautama, Bharadvaja, Vishvamitra, Kashyapa,

Kriyapada 57, Vers 79. Jamadagni, Atri, Vasishtha, Arundhati, Dhruva und Shimshumara stehen im Norden. [Vers 76–77 nennt bei dieser Trennung elf statt zwölf Adityas; Vers 77–78 acht statt sieben Namen. Keine Zahl oder Namensreihe verändert.]

Kriyapada 57, Vers 80 mit Prosa. Bhrigu, Daksha, Marici, Angiras, Pulaha, Kratu, Pulastya, Atri und Vasishtha stehen als Herren der Geschöpfe dort – das heißt: im Nordosten.

Kriyapada 57, Vers 81. In der vierten Umfassung stehen Gandharvas, Apsaras-Scharen, Siddhas, Sadhyas, Nagas, Vidyadhara-Scharen,

Kriyapada 57, Vers 82. Yakshas samt Rakshasas und Daityas der Reihe nach in den acht Richtungen. Mit ihren Bezeichnungen, Tara am Anfang und der Huldigung am Ende, streue man ihnen Bali aus.

Kriyapada 57, Vers 83. Danach streue man in allen zehn Richtungen Bali aus mit den Mantras, die beginnen: „Im Osten stehen die Scharen, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“

Kriyapada 57, Vers 84. Am Ende der festgelegten Tage entlasse man die Scharen wie zuvor, vollziehe die Prozession zum heiligen Bad und verehre die Göttin der Sprache auf besondere Weise.

Kriyapada 57, Vers 85. Man hole das Banner herab, bade sie je nach Möglichkeit mit tausend Krügen oder einer anderen vorgesehenen Anzahl und verehre sie.

Kriyapada 57, Vers 86. Nach der ordnungsgemäßen Übergabe der Ehrengaben und Geschenke wie zuvor erlangt man durch Vagishvaris Gnade die früher genannte Frucht.

Kriyapada 57, Vers 87. So wurde Vagishvaris Tantra in Kürze erklärt, wie es im Brihat-Tantra besungen und im Bimba und im Devodbhava gefunden wird. Das Weitere ist hier entsprechend der Shiva-Ordnung zu erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das siebenundfünfzigste Kapitel über Vagishvaris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 57

Sprache erscheint in diesem Kapitel als etwas, das aus innerer Sammlung hervortritt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das eine konkrete Übung anregen: vor dem Sprechen wahrnehmen, welche Absicht den Worten vorausgeht. Sorgfältiges Zuhören, klares Lernen und eine freundliche Ausdrucksweise geben der Wertschätzung des Wissens einen Platz im Alltag. Das ist eine heutige Anregung aus der Bildsprache des Werkes, keine Gleichsetzung mit seiner Tempelweihe.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 57: Sarasvati und die heilige Sprache
Sarasvati erscheint hier als Göttin des Wissens und der Sprache. Die Einsetzung ihres Bildes verbindet Tempelritual mit einer Meditation über die Entfaltung der Rede. Die umfangreichen Listen ordnen Wissen, Gottheiten und Weltbereiche um die Göttin an.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha saptapañcāśaḥ paṭalaḥ |

pratiṣṭhātha sarasvatyāḥ kathyate tantracoditā |
tāraśca nādo bindvantastatpūrvo'ntyasvarānvitaḥ || 1 ||

vīpsito (pa? va)daśabdaśca vāgvādinipadaṃ tataḥ |
marutsakhapriyānto'yaṃ jagatyarṇo hi vāṅmanuḥ || 2 ||

tārādiḥ syād dvijātīnāmanyeṣāṃ kevalaḥ smṛtaḥ |
sāgnirnādastu tārādirdīrghairyuktaḥ kramāt svaraiḥ || 3 ||

ṛgādivedaśabdaiśca dharmaśāstrapadena ca |
purāṇapadasaṃyuktaiḥ ṣaḍbhirmantrapadaiḥ kramāt || 4 ||

svajātiyuktānyaṅgāni ṣaḍastrāntāni kalpayet |
vāgīśvarī caturthyantā vidmahepadasaṃyutā || 5 ||

vāgvādinīpadasyānte dhīmahīti padaṃ bhavet |
tannaḥ sarasvatī preti codayāditi yojitā || 6 ||

tārādikā sarasvatyā gāyatrī sarvasiddhidā |
madhyena daśatālena proktastrīmānataḥ kṛtā || 7 ||

pratimā syāt sarasvatyāḥ śuklavarṇā caturbhujā |
sabarāṃ lekhanīṃ vāme kalaśaṃ cāpi bibhratī || 8 ||

abhayaṃ pustakaṃ tadvadadhaścordhvaṃ ca dakṣiṇe |
śaṅkhakundendudhavalā sakapardenduśekharā || 9 ||

p. 554)

trinetrā śuklavasanā mālyagandhavibhūṣitā |
hārihārollasattuṅgapīvarastanamaṇḍalā || 10 ||

suprasannamukhāmbhojā sarvābharaṇabhūṣitā |
padmāsane(ṣū? sū)paviṣṭā navayauvanamaṇḍitā || 11 ||

vāgīśvarīpratiṣṭhāyāṃ karma śaivoktamārgataḥ |
viśeṣo dakṣiṇadvāre sthāpyā syād dakṣiṇāmukhī || 12 ||

uttarābhimukhī pūjyā cādhivāsanamaṇḍape |
puṣkaraḥ pūrṇabhadraścāpyānando nandanastathā || 13 ||

pūrvāditoraṇāstadvad dhvajau dvau dvau yathākramam |
prācyāmaindraśca vajrāṅko yāmyo daṇḍāṅka eva ca || 14 ||

vāruṇaścātha pāśāṅkaḥ kauberaśca gadāṅkitaḥ |
medhā prajñā prabhā vidyā dhīrdhṛtismṛtibuddhayaḥ || 15 ||

dvārakumbhasthitā dūtyaḥ pūjanīyāḥ svanāmabhiḥ |
madhyastambheṣu catvāro'pyāgneyādiṣvṛgādayaḥ || 16 ||

vedabāhye ravistambhāḥ śīkṣā kalpo niruktakam |
chando jyotiḥ sūtrapāṭho mīmāṃsā nyāyavistaraḥ || 17 ||

dharmaśāstraṃ purāṇaṃ ca daṇḍanītiśca vai kramāt |
vidyātmakaṃ vitānaṃ syāt sthalaṃ tu pṛthivī svayam || 18 ||

sarvatrāpi tārādinamontaiḥ svākhyābhiryajet |

tataḥ puṇyāhavikirakṣepāt kumbhāstrapūjane |
syāt kumbhe haṃsagā vāṇī tadastraṃ sārasopari || 19 ||

raktākalpaṃ raktavarṇaṃ ṣaḍbhujaṃ satrilocanam |
strīrūpaṃ bhūṣitaṃ vāme varapustakapāśadhṛk || 20 ||

dakṣiṇe sābhayaṃ [k: ya] * (kaṃ? [kh: kā]) lekhinī cāṅkuśaṃ dadhat |
prāgvannavasu kuṇḍeṣu vahniṃ madhyādibhājitam || 21 ||

nikṣipyāvāhya vāgīśīṃ mūlāṅgairmadhyame guruḥ |
yogādimūrtibhirdikṣu juhuyurmūrtidhārakāḥ || 22 ||

p. 555)

gāyatryā cāpi lokeśamantrairapi yathākramam |
samidājyacarūṁllājān vrīhisiddhārthasarṣapān || 23 ||

tilāṃścāṣṭottaraśataṃ juhuyuste pṛthak pṛthak |
prāgvadākāraśuddhiṃ ca kuryāccākṣivimokṣaṇam || 24 ||

jalādhivāsanaṃ grāmabhramaṇaṃ snapanaṃ tathā |
mūrtīratha sarasvatyā vidyākumbhāṣṭake yajet || 25 ||

yogāṃ satyāṃ ca vimalāṃ jñānāṃ buddhiṃ kriyāṃ tathā |
medhāṃ śraddhāṃ ca tāḥ sarvāḥ sakamaṇḍalupustakāḥ || 26 ||

sākṣamālālekhanikāḥ śuklāḥ śuklāmbarādikāḥ |
tato beratribhāgeṣu jānukaṇṭhaśirovadhi || 27 ||

ātmāditattvatattveśān brahmādīn vinyaset kramāt |
teṣu pṛthvyādyaṣṭamūrtīstacchaktīrdhārikādikāḥ || 28 ||

nyasejjñānītanau devyāḥ pīṭhe śaktiṃ kriyāhvayām |
hutvā hutvā ca tanmantraiḥ saṃspṛśeyuryathāpuram || 29 ||

atha prātaḥ kṛtasnāno gururmūrtidharaiḥ saha |
kṛtasandhyāvidhirlagne liṅga? kūrmāhvayāṃ nyaset || 30 ||

ratnādipañcavargāṃśca tasyāṃ pīṭhaṃ ca pūrvavat |
pīṭhe ca pratimāṃ nyasyet kuryād bandhena susthiram || 31 ||

prakṣālya kiñcidiṣṭvā ca mūrtiṃ vidyātanuṃ nyaset |
kumbhasthāṃ mūlato vāṇīmūrtihṛtpaṅkaje nyaset || 32 || tato mūlāṅgagāyatrī mātṛkoktākṣarāṇi ca |

uktākṣarāṇi nāmaśaktivāgbhavānīti yāvat |
mantrādhvānāt padaireva padādhvānye ca pūrvavat || 33 ||

athāpūryāñjaliṃ puṣpaiḥ kuṇḍalinyāditaḥ svataḥ |
dhyāyan sūkṣmāṃ ca paśyantīṃ madhyamāṃ vaikharīmapi || 34 ||

ūrdhvāmutkṣipya tāṃ vācaṃ vidyullekhānukāriṇīm |
dvādaśānte samāyojya taccaitanyopabṛṃhitām || 35 ||

p. 556)

puṣpāñjalau susaṃkrāntāṃ haṃsamuccārayan plutam |
ānīya brahmanāḍyā tāṃ mūrtihṛtpaṅkaje nyaset || 36 ||

sthāpanaṃ sannirodhaṃ ca rocanaṃ cāvakuṇṭhanam |
amṛtīkaraṇaṃ cāṅgairvidhāyārghyaṃ pradāya tu || 37 ||

ṣaḍadhvabhāvanāṃ kṛtvā vidyākumbhe'ṣṭakena ca |
nidrāstrābhyāṃ cābhiṣicya yajedarghyādibhiḥ kramāt || 38 ||

tadyathā -

snātvā gaṇeśamabhyarcya sakalīkṛtavigrahaḥ |
sāmānyārghyeṇa taddvāḥsthau vighnakṣetrapatī yajet || 39 ||

gaṅgāṃ ca yamunāṃ prāgvad dvāralakṣmīṃ tathopari |
astraṃ kṣiptvā praviśyāntardehalyāṃ vinidhāya tat || 40 ||

vāstubrahmāsanādīṣṭvā sūpaviṣṭo'rghyamarcayet |
śuddhīḥ pañca vidhāyātha tilakī puṣpaśekharaḥ || 41 ||

ādhāraśaktiṃ pṛthivīṃ vidyāṃ siṃhāsanākṛtim |
kṛtatretādikān pādān siṃhākārān vidiggatān || 42 ||

rajastamaśca sattvaṃ ca kandaṃ nālaṃ ca paṅkajam |
sūryādimaṇḍalādhīśān brahmādīñ chadanādiṣu || 43 ||

meruṃ tatkarṇikāyāṃ ca patradvādaśake girīn |
dikṣvekaikaṃ ca koṇeṣu pūjayet kesarāhvayān || 44 ||

prāgdale mandaragirirdakṣiṇe gandhamādanaḥ |
vipulaḥ paścimadale supārśvaścottaracchade || 45 ||

himavān hemakūṭaśca niṣadho mālyavāṃstathā |
kailāsaścaiva nīlaśca śvetaśṛṅgī ca tān yajet || 46 ||

proktamārgeṇa vāṅmūrtiṃ vidyādehaṃ yathāpuram |
devīṃ cāvāhya mūlāṅgaiḥ sthāpanādyaṃ vidhāya tu || 47 ||

arghyādyaistu nivedyāntairupacārairyajet kramāt |
aṅgāni kesareṣviṣṭvā śaktidvādaśakaṃ tataḥ || 48 ||

p. 557)

ṛddhiṃ ratiṃ tathā prītiṃ śāntiṃ digdalagāṃ yajet |
yogāṃ satyādike dve dve koṇacchadayugeṣvapi || 49 ||

candrārkau bhāsayantau dvāvūrdhvagau dakṣiṇottare |
brahmā ca dakṣiṇe devyā viṣṇurvāme śivo'grataḥ || 50 ||

paścime munayaścaitān bhittiṣvālekhyagān yajet |
medhāprajñādike dve dve dvāḥsthe dvāracatuṣṭaye || 51 ||

svāśāsu lokapālāṃśca haṃsaṃ ca mukhamaṇḍape |
vīraṃ vighnaṃ tathā mātṝḥ śāstāraṃ caṇḍikāmapi || 52 ||

somaṃ ca kṣetrapālaṃ ca sthāpayet svadiśāsvimān |
balipīṭhaṃ ca saṃsthāpya pūjayet prathame'hani || 53||

dvitīye'hni svamūlāṅgairmūrtilokeśadaivataiḥ |
tṛtīye vyāhṛtībhiśca gāyatryā ca jayādibhiḥ || 54 ||

prāyaścittaiśca hutvātha caturthadivase tataḥ |
prāgvat saṃsnāpya tu yajenmatiṃ nirmālyadhāriṇīm || 55 ||

pūrṇāṃ sviṣṭakṛtaṃ cāpi hutvāgnīn svahṛdambuje |
yojayed dvādaśānte vā snapayecca śatādhikaiḥ || 56 ||

saviśeṣamathārādhya dattvācāryādidakṣiṇāḥ |
niśi bhūtabaliṃ dattvā nityapūjāṃ ca kalpayet || 57 ||

prāgvad vittānusāreṇa proktaṃ kartāśnute phalam |

sarasvatīpratiṣṭhādhikāraḥ ||

nityotsave sarasvatyā medhādyā dvārapālikāḥ || 58 ||

tābhyo vikīrya tu baliṃ lokeśebhyo yathāpuram |

tatrāyaṃ viśeṣaḥ -

sarasvatīpārṣade namaḥ tatpārṣadebhyo namaḥ iti tattallokapālanāmnā baliṃ kṣipet |

sarasvatīvāhanāya haṃsāyetyagramaṇḍape || 59 ||

vighnāya vīrabhadrāya mātṛbhyaḥ śāstra eva ca |
caṇḍikendukṣetrapebhyo matyai ca prakṣiped balim || 60 ||

p. 558)

kṛtyai ca pratibhāyai ca gopuradvāri nikṣipet |
samprāpya balipīṭhāgraṃ gaṇānāmantrayet tataḥ || 61 ||

ye samastaṃ jagad vyāpya caranti balikāṅkṣayā |
sarasvatīpāriṣadā gṛhṇantūpahṛtaṃ balim || 62 ||

iti |

tato dvitīyahārāyāmaṣṭadikṣu sthitāḥ kramāt |
diggajāstu baliṃ tebhyaḥ svākhyābhiḥ prakṣipedapi || 63 ||

airāvataḥ puṇḍarīkaḥ kumudāñjanavāmanāḥ |
puṣpadantaḥ sārvabhaumaḥ supratīkastathāṣṭamaḥ || 64 ||

balīpīṭhe'tha viśvebhyo daśabhyaḥ prakṣiped balim |
kraturdaśaḥ suvastavyaḥ kā * * mo dhvanistathā || 65 ||

kurumānaṣṭamaste tu pīṭhasyāṣṭadiśi sthitāḥ |
madhyamānvai kumudakaiḥ sthitasteṣāṃ baliṃ kṣipet || 66 ||

sarasvatīsenāyā rocamānāya namaḥ iti pīṭhordhvato madhye rocamānāya nikṣipet |

nityotsave bali * * * * * * * * * * || 67 ||

  • * * * * * * * * * * * svanāmataḥ |
    lokapālabaleḥ paścād oṃ ye

bhūtāḥ puraḥsadaḥ || 68 ||

bhagavatyāḥ sarasvatyā ityādyaiḥ prakṣiped balim |
tadvat tṛtīyahārāyāṃ gaṇāstvaṣṭadiśaṃ sthitāḥ || 69 ||

tadyathā -

vasavaścāśvinau rudrāḥ pitrādityagaṇā api |
tārkṣyaḥ saptarṣipūrvāśca prajānāṃ patayastataḥ || 70 ||

te ca -

dharo dhruvaśca somaścāpyāpaścaivānilo'nalaḥ |
pratyūṣaśca prabhāsaśca vasavo'ṣṭau tu pūrvagāḥ || 71 ||

nāsatyadasrāvāgneyyamaśvinau tu vyavasthitau |
ajaikapādahibudhnirvirūpākṣo'tha raivataḥ || 72 ||

p. 559)

pinākī ceśvaraḥ sthāṇuḥ kapālī ca triyambakaḥ |
bahurūpo bhavaśceti rudrāstvekādaśa kramāt || 73 ||

ete dakṣiṇe sthitāḥ |

somaśca pitṛmāṃstadvad yamaḥ pitṛgaṇeśvaraḥ |
aṅgirasvāṃstathā cāgniḥ saptamaḥ kavyavāhanaḥ || 74 ||

pitaraḥ pitāmahākhyāstathaiva prapitāmahāḥ |
daśaite pitaraḥ khyātāḥ sthitā nir-ṛtigocare || 75 ||

dhātāryamā ca mitraśca varuṇaśca bhagastathā |
indro vivasvān pūṣā ca parjanyo daśamaḥ smṛtaḥ || 76 ||

tvaṣṭā ca viṣṇurityete ādityā dvādasāmbupe |
tārkṣyaścāriṣṭanemiśca garuḍaścāruṇastathā || 77 ||

aruṇiḥ krathanaḥ krāthaḥ suparṇaḥ sapta mārute |
gautamaśca bharadvājo viśvāmitro'tha kaśyapaḥ || 78 ||

jamadagnistathaivātrirvasiṣṭhaścāpyarundhatī |
dhruvaśca śiṃśumāraścetyete tūttarataḥ sthitāḥ || 79 ||

bhṛgurdakṣo marīciścāpyaṅgirāḥ pulahaḥ kratuḥ |
pulastyo'trirvasiṣṭhaśca prajānāṃ patayaḥ sthitāḥ || 80 ||

aiśa iti yāvat |

tataścaturthahārāyāṃ gandharvāścāpsarogaṇāḥ |
siddhāḥ sādhyāstathā nāgā vidyādharagaṇāstathā || 81 ||

yakṣāḥ sarākṣasā daityāḥ kramād dikṣvaṣṭasu sthitāḥ |
eṣāṃ tārādisaṃjñābhirnamontaṃ nikṣiped balim || 82 ||

tatastvaindryāṃ diśi gaṇā vajrahastā mahābalāḥ |
ityādimantrairvikired baliṃ daśadiśāsvapi || 83 ||

uddiṣṭadivasānte tu gaṇānutsṛjya pūrvavat |
tīrthayātrāṃ vidhāgrātha saviśeṣaṃ yajed giram || 84 ||

avatārya dhvajaṃ cātha sahasrakalaśādibhiḥ |
kalaśairupapattyā tu snapayitvābhipūjya ca || 85 ||

p. 560)

dakṣiṇāśca pradeyāni dattvā prāgvad yathāvidhi |
pūrvoktaṃ phalamāpnoti vāgīśvaryāḥ prasādataḥ || 86 ||

itthaṃ proktaṃ yad bṛhattantragītaṃ dṛṣṭaṃ bimbe yacca devodbhavākhye |
vāgīśvaryāstantrametat samāsādatraivohyaṃ tacca śaivānusārāt || 87 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde vāgīśvarītantrapaṭalaḥ saptapañcāśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 58: Shastri als Hüter der Wesen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 58: Shastri als Hüter der Wesen
Shastri, hier auch Bhutanatha, „Herr der Wesen“, genannt, wird mit Familie, Gefolge und einem festgelegten Tempelritual dargestellt. Das Kapitel verbindet seine Bildgestalt mit der Vergegenwärtigung des Bewusstseinslichts und beschreibt anschließend tägliche und große Feste.

Kapitelanfang. Nun das achtundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 58, Vers 1. Nun werden Shastris Einsetzung und die folgenden Handlungen erklärt, wie das Tantra sie vorschreibt. Für den Mantra sind Ende und Nada jeweils mit dem neunten Vokal versehen,

Kriyapada 58, Vers 2. ausgestattet mit Bindu und Nada. Darauf folgt die Huldigung, dann der erste der sechsten Gruppe, Feuer mit langem Vokal, Wind und das Wort „dem Beschützer“.

Kriyapada 58, Vers 3. Dieser Wurzelmantra endet mit der Huldigung, hat elf Silben und Tara am Anfang. Tara, der vierte aus der sechsten Gruppe, mit langem Vokal, Anusvara und Nada,

Kriyapada 58, Vers 4. das Wort „dem Herrn der Wesen“ und die abschließende Huldigung bilden seinen Verehrungsmantra. „Dem Revanta“, „dem Unterweisenden“, „dem Beschützer“, „dem Herrn“,

Kriyapada 58, Vers 5. „dem Leuchtenden“ und „dem Anweisenden“: Diese sechs, jeweils mit Pranava am Anfang, Huldigung am Ende und der zugehörigen Abschlussform, bilden der Reihe nach die sechs Glieder. [Die Buchstabenchiffren der vorangehenden Verse bleiben ohne erschlossene Sanskrit-Gesamtformel.]

Kriyapada 58, Vers 6. „Dem Schwert“, „dem Messer“, „dem Bogen“ und „dem Pfeil“, mit Hum und Phat am Anfang und Huldigung am Ende, sind der Reihe nach die Waffenmantras.

Kriyapada 58, Vers 7. Links von ihm steht die Göttin Prabha, rechts der Sohn Satyaka. Skanda, Gajanana, Shamba und Madhuka

Kriyapada 58, Vers 8. sitzen außerhalb des Sockels; ihre Mantras werden mit den jeweiligen Namen gebildet. Goptri, Pingalaksha, Virasena, Shambhava,

Kriyapada 58, Vers 9. Trinetra, Shulabhrit, Daksha und als achter Bhimarupa sind Shastris acht Gestalten, verbunden mit Erde und den übrigen Elementen.

Kriyapada 58, Vers 10. Ihre Mantras bestehen aus ihren eigenen Namen mit Tara am Anfang und Huldigung am Ende. Arya, Shastri, Guhasanna, Senanin, Bhutavallabha,

Kriyapada 58, Vers 11. Rudraja, Rudravan, Kamin, Varada, Lokapujita, Nilashva, Shvetamatanga, Shyama, Pitanulepana,

Kriyapada 58, Vers 12. Raktamaladhara, Shura, Mayin, Matriganapriya, Kalavasa, Ganadhyaksha, Khadgahasta, Dhanurdhara,

Kriyapada 58, Vers 13. Sahajaya, Janavesha, Sadhu, Samsararakshaka, Madhuman und Shambara: Mit diesen achtundzwanzig Namen

Kriyapada 58, Vers 14. werden die Mantras Bhutanathas gebildet, Tara vorangestellt und Huldigung am Ende. Bei Japa und Verehrung enden sie mit der Huldigung, beim Feueropfer mit Svaha. [Vers 12 verzeichnet eine Unsicherheit an der Worttrennung vor Shura; die Namen werden nicht nach einer anderen Liste vereinheitlicht.]

Kriyapada 58, Vers 15. Beim Bali des großen Festes ordne man mit diesen achtundzwanzig Namen die Heerführer der Wesen außen an.

Kriyapada 58, Vers 16. „Bhutanatha“ im Dativ, verbunden mit „wir erkennen“, ebenso „Sohn Bhavas“, danach „wir meditieren“ und „uns“

Kriyapada 58, Vers 17, erster Halbvers. sowie „Shastri möge antreiben“: Das ist die Gayatri mit Tara am Anfang.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Ermittlung der Mantras.

Kriyapada 58, Vers 17, zweiter Halbvers. Shastris Bild lasse man im kleinen Zehn-Tala-Maß anfertigen,

Kriyapada 58, Vers 18. mit den beschriebenen Proportionen, freundlichem Gesicht und vier Armen. Auf dem Lotus des mächtigen Löwenthrons sitzt er bequem, das linke Bein angezogen,

Kriyapada 58, Vers 19. während der rechte Fuß herabhängt und auf einem Lotus ruht. In seinen vier Händen trägt er Pfeil, Messer, Bogen und Schwert.

Kriyapada 58, Vers 20. Seine Glieder sind schön in frischer Jugend; er hat dunkles, gelocktes Haar, große, längliche Lotusaugen und ein vollmondgleiches Gesicht. [Das überlieferte letzte Wort „sadṛśājanam“ ist sprachlich auffällig; „Gesicht“ ist aus dem Beschreibungskontext erschlossen.]

Kriyapada 58, Vers 21. Seine Krone glänzt von Edelsteinnetzen, seine Juwelenohrringe sind schön poliert. Reizvolle Ketten schmücken seinen Körper; ein Bauchband ist angelegt.

Kriyapada 58, Vers 22. Edelsteinringe, Armbänder und schöne Oberarmreifen zieren ihn. Ein rotes Gewand leuchtet unter dem Hüftband; er trägt schöne Fußspangen.

Kriyapada 58, Vers 23. Sein Schwert ist fest umgebunden; er ist dunkel, von zarter Gestalt, rot ausgestattet, mit wohlgeformten Schultern, göttlich und anmutig.

Kriyapada 58, Vers 24. Prabha fertige man im Neun-Tala-Maß, göttlich und geschmückt, sitzend mit herabhängendem rechten Lotusfuß,

Kriyapada 58, Vers 25. einen blauen Lotus in der Hand, an Shastris linke Seite gelehnt. Satyaka fertige man im Acht-Tala-Maß, einem achtjährigen Kind gleich,

Kriyapada 58, Vers 26. an Shastris rechter Seite, von göttlicher Gestalt und geschmückt. Nachdem die Bilder so fertiggestellt sind, lasse man die Einsetzung vollziehen.

Kriyapada 58, Vers 27. In der Halle für das vorbereitende Verweilen mit sechzehn Säulen wie zuvor sind Kshurikesha, Khadgesha, Dhanvesha und Shareshvara

Kriyapada 58, Vers 28. als die vier Torbögen vom Osten an zu verehren, ebenso acht Banner: das Indra-, Agni-, Yama-, Nirriti- und Varuna-Banner,

Kriyapada 58, Vers 29. das Vayu-, Kubera- und Ishana-Banner, jeweils mit dem Waffenzeichen. Alle verehre man mit Arghya und den übrigen Gaben, mit ihren eigenen Namen und abschließender Huldigung.

Kriyapada 58, Vers 30. Virabahu, Mahavirya, Vidyujjihva, Vilasin, Tikshna, Tikshnanetra, Kakaksha und Bhavodbhava

Kriyapada 58, Vers 31. verehre man der Reihe nach paarweise in den Krügen an den Toren. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen verehre man Krug und Waffe.

Kriyapada 58, Vers 32. Im Krug ist Bhutanatha auf einem Pferd, die Waffe reitet auf einem Elefanten. Diese Messerwaffe hat Frauengestalt, rote Ausstattung und drei Augen,

Kriyapada 58, Vers 33. trägt ein gebundenes kurzes Gewand und braunes, flammend aufgerichtetes Haar. Nach ihrer Verehrung und Umtragung vollziehe man in den Feuern der neun Gruben

Kriyapada 58, Vers 34. Herbeirufung und Opfer mit Shastris Wurzel-, Glieder- und Gestaltmantras. Dann folgen wie zuvor Reinigung der Gestalt und Öffnung der Augen,

Kriyapada 58, Vers 35. Verweilen im Wasser, Umtragung durch das Dorf, Bad und Lagerung auf der Plattform, nach dem für Shiva gelehrten Verfahren.

Kriyapada 58, Vers 36. Danach verehre man Hauptkrug, Waffe, Schlafkrug und die acht Gestaltkrüge. Die schon genannten acht Gestalten Goptri und die übrigen tragen Shastris Gestalt.

Kriyapada 58, Vers 37. Wie früher setze man die Mantras der drei Wirklichkeitsebenen und ihrer Herren jeweils der Reihe nach ein. Goptri und die übrigen sind mit Erde und den weiteren Elementen verbunden. Lehrer und Gestalthüter

Kriyapada 58, Vers 38. opfern damit wie zuvor, bringen die Gestalt hervor und verehren sie. In das Bild setze man die Erkenntniskraft, in den Sockel die Handlungskraft,

Kriyapada 58, Vers 39. ebenso Dharika und die übrigen, und verehre sie vorschriftsgemäß. Am Morgen bade der Lehrer gemeinsam mit den Gestalthütern.

Kriyapada 58, Vers 40. Nach den täglichen Handlungen trete er zur gewählten Zeit in die innere Tempelkammer ein und setze wie zuvor den Schildkrötenstein im menschlichen Feld ein.

Kriyapada 58, Vers 41. Er lege die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem ein, darüber den Sockel, und setze das Bild darauf. Aus dem Krug übertrage er den Wurzelmantra in dessen Herz,

Kriyapada 58, Vers 42. dazu die Gestalt und ihren Mantrakörper, und wasche es dann. Das aus der Grundlage aufgestiegene Licht, das im Herzlotus ruht, führe er durch die Sushumna

Kriyapada 58, Vers 43. nach oben, von Bindu in den Raum, verbunden mit dessen Lotus und Mond. Er sehe es in die Blumenschale der Hände übergehen, von Nada und Bindu erfüllt,

Kriyapada 58, Vers 44. und setze es unter Aussprache des Mantras mit gedehntem Ende in den Herzlotus des Bildes ein. Nach Festigung und den übrigen Handlungen mit den Gliedermantras übergieße man es mit dem Wasser aus Schlaf- und Gestaltkrügen.

Kriyapada 58, Vers 45. Mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras vergegenwärtige man die sechs Wege. Wurzelmantra, Gliedermantras und seine Gayatri bilden den Mantraweg.

Kriyapada 58, Vers 46. Aus ihren Wörtern bilde man den Wortweg. Die übrigen Wege vergegenwärtige man wie früher und verehre ihn danach. Und zwar so:

Kriyapada 58, Vers 47. Man bade, versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt und verehre Vighna und das Tor. Zu beiden Seiten verehre man die beiden Torhüter mit Messer und Schwert,

Kriyapada 58, Vers 48. Yaksha und Vidyadhara sowie oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein und lege sie an der Schwelle nieder.

Kriyapada 58, Vers 49. Man verehre Vastu-Brahma und die Sitze und mit Wurzel- und Gliedermantras das Arghya. Duft, Blumen, Kusha-Gras, Milch, Sesam, Siddhartha-Senf und ungebrochene Reiskörner

Kriyapada 58, Vers 50. bilden Bhutanathas Arghya. Wasser mit Sesam, Blumen, ungebrochenen Reiskörnern, Sandel und Kurkuma bildet das Fußwasser. Lotus, Sandel,

Kriyapada 58, Vers 51. Gewürznelke und Wasser bilden das Wasser zum Reinigungsschluck. Alles reiche man mit dem Herzmantra dar. Nach den fünf Reinigungen bringe man außen die Waffenmauer in Bewegung. [Die genaue Handlung des überlieferten „cālayet“ bleibt offen.]

Kriyapada 58, Vers 52. Mit Stirnzeichen und Blumen im Haarschopf verehre man den aus Erde bestehenden Shakti-Sockel: „Dem mächtigen Löwenthron, der aus allen Shaktis besteht,

Kriyapada 58, Vers 53. Huldigung!“ Danach seine löwengestaltigen Füße Dharma und die übrigen, den Lotus aus Tamas, Sattva und Rajas und die acht Shaktis an den Blattspitzen.

Kriyapada 58, Vers 54. Man verehre Goptri, Pingalakshi, Virasena, Shambhavi, Trinetra, Shulini, Daksha und Bhimarupa,

Kriyapada 58, Vers 55. als neunte Prabha auf der linken Seite und Satyaka rechts. Dann vergegenwärtige man Gestalt und Mantrakörper und rufe den Herrn herbei,

Kriyapada 58, Vers 56. wie zuvor als reines, aus Bewusstsein bestehendes Licht, das aus der Grundlage emporsteigt. Nach Herbeirufung, Festigung und den weiteren Handlungen verehre man ihn bis zur Speisegabe.

Kriyapada 58, Vers 57. Auf den Staubfäden verehre man nochmals seine Glieder, auf den Blattspitzen die acht Shaktis, außerhalb des Sockels Vighna und die übrigen; danach setze man die Gefolgsfiguren ein.

Kriyapada 58, Vers 58. Außen stelle man die beiden mit Messer und Schwert auf, die Welthüter in ihren eigenen Richtungen, das Pferd in der Vorhalle.

Kriyapada 58, Vers 59. Vira, Vighna, die sieben Mütter und Soma setze man in ihren jeweiligen Richtungen ein. Nach der Errichtung des Bali-Sockels opfere man mit den Namen der Welthüter.

Kriyapada 58, Vers 60. Auch am zweiten Tag opfere man der Reihe nach mit den früher genannten Brennhölzern, Ghee und den übrigen Stoffen, mit Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und den Namen der acht Gestalten und Shaktis.

Kriyapada 58, Vers 61. Mit Brennhölzern und den weiteren Stoffen opfere man achtundzwanzigmal. Am dritten Tag mit den Waffenmantras hundertachtmal,

Kriyapada 58, Vers 62. dann mit Jaya und den übrigen sowie den Sühneformeln. Am vierten Tag vereinige der Lehrer die Feuer mit sich selbst.

Kriyapada 58, Vers 63. Im Nordosten setze und verehre er Ghoshavat, den Träger der abgenommenen Gaben. Mit einundachtzig Krügen bade man den Herrn nach dem beschriebenen Verfahren.

Kriyapada 58, Vers 64. Nach der Übergabe der Ehrengaben wie zuvor, der nächtlichen Bali-Gabe für die Wesen und der Bereitstellung der Mittel für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen

Kriyapada 58, Vers 65, erster Halbvers. erlangt der Auftraggeber nach der Verheißung die gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Bhutanathas Einsetzung.

Kriyapada 58, Vers 65, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest sind die beiden Torhüter die Träger von Messer und Schwert.

Kriyapada 58, Vers 66. Ihnen, den Welthütern und dem Pferd als Reittier streue man Bali aus. Dabei nenne man den Angehörigen Shastris und dann dessen Gefolge,

Kriyapada 58, Vers 67 mit Prosa. beginnend mit dem Namen des Welthüters und endend mit der Huldigung, und gebe ehrfürchtig Bali. „Om, Huldigung Shastris Reittier! Om, Huldigung dem Pferd!“ So streue man für das Pferd Bali aus. Danach für Vira, Vighnesha, die Mütter, Soma und Ghoshavat.

Kriyapada 58, Vers 68. Am Torturmeingang gebe man die Gabe für Tikshna und Tikshnanetra. Vor dem Bali-Sockel stehend rufe man die Scharen mit dieser Formel an:

Kriyapada 58, Vers 69 mit vorangestelltem Om. „Om. Die Scharen Shambas und der übrigen, um Abermillionen vermehrt: Mögen sie alle mit freudigem Sinn diese Bali-Gabe entgegennehmen!“

Kriyapada 58, Vers 70. Dann die Gestalten Goptri und die übrigen, vom Osten an in den acht Richtungen: Goptri, Pingalaksha, Virasena, Shambhava,

Kriyapada 58, Vers 71. Trinetra, Shulabhrit, Daksha und als achter Bhimarupa. Ihnen gebe man Bali. In den acht Richtungen am Bali-Sockel stehen

Kriyapada 58, Vers 72. Virabahu, Mahavirya, Vidyujjihva, Vilasavat, Sutikshna, Tikshnadamshtra, Taraksha und Bhavodbhava.

Kriyapada 58, Vers 73. Bhutesha steht am Kumuda-Teil. Diesen gebe man Bali. Bhutanathasena befindet sich auf dem Sockel in der Lotusmitte.

Kriyapada 58, Vers 74. Ihm gebe man Bali mit seinem Namen, Tara vorangestellt und Huldigung am Ende. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; beim großen Fest gilt sie entsprechend.

Kriyapada 58, Vers 75. Die Besonderheit wird erklärt: Auf das Banner male man ein Pferd und verehre es. Auch die Scharen rufe man mit Mantras herbei, die Shastris Namen enthalten.

Kriyapada 58, Vers 76 mit Prosa. Nach der Bali-Gabe für die Welthüter streue man für alle Bali aus mit dem Beginn: „Om, die Wesen des erhabenen Shastri, die vorne sitzen …“ Ebenso stehen in der dritten Umfassung achtundzwanzig Gestalten,

Kriyapada 58, Vers 77. Shastris Heerführer; ihnen streue man Bali aus. Arya, Shastri, Guhasanna und Senanin stehen im Osten.

Kriyapada 58, Vers 78. Bhutavallabha, Rudratejas und Rupavat, diese drei, stehen im Südosten. Kamin, Varaprada,

Kriyapada 58, Vers 79. Lokarcita und Nila, diese vier, stehen im Süden. Shvetamatangavat, Shyamin und Pitalepa im Südwesten.

Kriyapada 58, Vers 80. Raktamaladhara, Shura, Mayin und Matriganapriya im Westen. Im Nordwesten Kalavasa, Ganagrani

Kriyapada 58, Vers 81. und Khadgahasta, diese drei. Im Norden stehen Dhanurdhara, Sahajaya, Janavesha und Sadhu.

Kriyapada 58, Vers 82. Samsararakshaka, Madhuman und Shambara, diese drei Führer der Wesensheere, stehen im Nordosten. [Bei Shambara verzeichnet die Quelle eine Variante. Die Namensabweichungen gegenüber Vers 10–13 bleiben erhalten.]

Kriyapada 58, Vers 83 mit Einleitung und Fortsetzung. Nachdem man ihnen Bali ausgestreut hat, gebe man außerhalb davon in den acht Richtungen die Gabe mit „Om. Die Scharen im Osten, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“ und den folgenden Mantras der Reihe nach wie zuvor. Man erlangt die früher verheißene Frucht.

Kriyapada 58, Vers 84½. So ist dieses Tantra Bhutanathas erklärt, wie es auch im Bimba und im Devodbhava gelehrt wird. Nach Einsicht in all dies sollen Menschen von klarem Verständnis die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest entsprechend den Shiva-Riten erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das achtundfünfzigste Kapitel über Shastris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 58

Der schützende Herr der Wesen wird nicht allein durch Waffen beschrieben. Seine Vergegenwärtigung geht vom Bewusstseinslicht im Inneren aus. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies zum Nachdenken darüber einladen, wie Schutz, Klarheit und ein freundlicher Sinn zusammenwirken. Die sorgfältige Sorge für den Ort und die Menschen der Verehrung gehört ebenso zum Kapitel wie seine eindrucksvollen Bilder.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 58: Shastri als Hüter der Wesen
Shastri, hier auch Bhutanatha, „Herr der Wesen“, genannt, wird mit Familie, Gefolge und einem festgelegten Tempelritual dargestellt. Das Kapitel verbindet seine Bildgestalt mit der Vergegenwärtigung des Bewusstseinslichts und beschreibt anschließend tägliche und große Feste.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athāṣṭapañcāśaḥ paṭalaḥ |

atha śāstuḥ pratiṣṭhādyaṃ kathyate tantracoditam |
mantraścāpyantanādau tu navamasvarabhūṣitau || 1 ||

bindunādasamopetau namaśśabdastato bhavet |
ṣaṣṭhādyaṃ ca sadīrgho'gnirvāyurgoptrepadaṃ tataḥ || 2 ||

namonto mūlamantro'yaṃ rudrārṇastārapūrvakaḥ |
tāraṃ ṣaṣṭhāccaturthaṃ tu dīrgho'nusvāranādavān || 3 ||

bhūtādhipatayeśabdo namonto'syārcane manuḥ |
revantāya tataḥ śāstre goptre ca prabhave tathā || 4 ||

dīptre caiva praśāstre ca ṣaḍime praṇavādikāḥ |
namontā jātiyuktāḥ syuḥ ṣaḍaṅgāni yathākramam || 5 ||

khaḍgāya kṣurikāyai ca dhanuṣe ca śarāya ca |
huṃ phaḍādyā namontāḥ syuḥ śastramantrā yathākramam || 6 ||

vāmato'sya prabhā devī dakṣiṇe satyakaḥ sutaḥ |
skando gajānanaścātha śāmbo'tha madhukastathā || 7 ||

pīṭhabāhye samāsīnāstanmantrāḥ svasvanāmabhiḥ |
goptā ca piṅgalākṣaśca vīrasenaśca śāmbhavaḥ || 8 ||

trinetraḥ śūlabhṛd dakṣo bhīmarūpastathāṣṭamaḥ |
ete'ṣṭamūrtayaḥ śāstuḥ pṛthivyādibhiranvitāḥ || 9 ||

tārādikā namontāḥ syusteṣāṃ mantrāḥ svanāmabhiḥ |
āryaḥ śāstā guhāsannaḥ senānīrbhūtavallabhaḥ || 10 ||

p. 561)

rudrajo rudravān kāmī varado lokapūjitaḥ |
nīlāśvaḥ śvetamātaṅgaḥ śyāmaḥ pītānulepanaḥ || 11 ||

raktamālādha(raśa? raḥ śū)ro māyī mātṛgaṇapriyaḥ |
kālavāsā gaṇādhyakṣaḥ khaḍgahasto dhanurdharaḥ || 12 ||

sahajāyo janāveśaḥ sādhuḥ saṃsārarakṣakaḥ |
madhumān śambaraścite hyaṣṭāviṃśatināmabhiḥ || 13 ||

mantrāḥ syurbhūtanāthasya tārapūrvanamontakaiḥ |
jape'rcāyāṃ ca natyantā home svāhāntayojitāḥ || 14 ||

mahotsavabalāvebhiraṣṭāviṃśatināmabhiḥ |
bhūtasenādhipatayo bāhye yojyā bhavanti hi || 15 ||

bhūtanāthaścaturthyanto vidmahepadayojitaḥ |
bhavaputrastathāsyānte dhīmahi tanna ityapi || 16 ||

śāstā pracodayādeṣā gāyatrī tārapūrvikā |

mantroddhārādhikāraḥ |

kaniṣṭhadaśatālena śāsturberaṃ tu kārayet || 17 ||

proktamānādisaṃyuktaṃ saumyavaktraṃ caturbhujam |
prabhūtasiṃhāsanābje svāsīnaṃ vāmapādataḥ || 18 ||

dakṣiṇena tu pādena lambenākrāntapaṅkajam |
śaraṃ ca kṣurikāṃ cāpaṃ khaḍgaṃ bibhraccaturbhujam || 19 ||

navayauvanaramyāṅgaṃ nīlakuñcitamūrdhajam |
padmāyataviśālākṣaṃ pūrṇendusadṛśājanam || 20 ||

ratnajālollasanmaulīṃ sumṛṣṭamaṇikuṇḍalam |
hārihārābhirāmāṅgamābaddhodarabandhanam || 21 ||

ratnāṅgulīyakaṭakacārukeyūrarājitam |
kaṭisūtrollasadraktavasanaṃ cārunūpuram || 22 ||

nibiḍābaddhanistriṃśaṃ śyāmalaṃ komalākṛtim |
raktākalpaṃ sulīnāṃsaṃ divyarūpaṃ manoramam || 23 ||

p. 562)

prabhāṃ ca navatālena divyarūpāmalaṅkṛtām |
upaviṣṭā dakṣiṇena lambamānāṅghripaṅkajām || 24 ||

nīlotpalakarāṃ śāsturvāmabhāgāvalambinīm |
aṣṭavarṣārbhakaprakhyaṃ satyakaṃ cāṣṭatālataḥ || 25 ||

śāsturdakṣiṇapārśvasthaṃ divyākāramalaṅkṛtam |
evaṃ berāṇi saṃpādyaṃ pratiṣṭhāmatha kārayet || 26 ||

prāgvat ṣoḍaśapādāḍhye tvadhivāsanamaṇḍape |
kṣurikeśaśca khaḍgeśo dhanve[k: ne]śaśca śareśvaraḥ || 27 ||

prāgāditoraṇāḥ pūjyāḥ catvāroṣṭau dhvajāstathā |
aindraścaiva tathāgneyo yāmyo nair-ṛtavāruṇau || 28 ||

vāyavyaścātha kauberaścaiśānaścāstracihnitāḥ |
arghyādibhistu natyantaṃ sarvān svākhyābhirarcayet || 29 ||

vīrabāhuṃ mahāvīryaṃ vidyujjihvaṃ vilāsinam |
tīkṣṇaṃ ca tīkṣṇanetraṃ ca kākākṣaṃ ca bhavodbhavam || 30 ||

dvāreṣu kramaśo dvau dvau kumbhasthān pūjayedimān |
atha puṇyāhavikirakṣepāt kumbhāyudhe yajet || 31 ||

aśvārūḍhaṃ bhūtanāthaṃ kumbhe'straṃ gajavāhanam |
strīrūpaṃ kṣurikāstraṃ tad raktākalpaṃ trilocanam || 32 ||

baddhacaṇḍātakaṃ piṅgajvalitordhvaśiroruham |
abhyarcya tadbhramādūrdhvaṃ navakuṇḍāhitāgniṣu || 33 ||

śāsturmūlāṅgamūrtīnāmāvāhanahutādanu |
prāgvadākāraśuddhiṃ ca nayanonmīlanaṃ tathā || 34 ||

jalādhivāsanaṃ grāmabhramaṇaṃ snapanaṃ tathā |
pūrvavacchayanaṃ vedyāṃ kuryācchaivoktamārgataḥ || 35 ||

tataḥ kumbhāstranidrāṣṭamūrtikumbhādipūjanam |
pūrvoktā mūrtayo hyaṣṭau goptrādyāḥ śāstṛrūpiṇaḥ || 36 ||

prāgvat tritattvatattveśamanūn nyasya pṛthak kramāt |
pṛthvyādiyuktā goptrādyāstatastu gurumūrtipāḥ || 37 ||

p. 563)

ebhireva yathāpūrvaṃ hutvā sṛṣṭvābhipūjya ca |
bere jñānāhvayāṃ śaktiṃ pīṭhe śaktiṃ kriyātmikām || 38 ||

dhārikādyāśca vinyasya saṃpūjya ca yathāvidhi |
tataḥ prātaḥ kṛtasnāno gururmūrtidharaiḥ saha || 39 ||

kṛtanityakriyo lagne garbhāgāraṃ praviśya tu |
mānuṣe tu pade kūrmaśilāṃ vinyasya pūrvavat || 40 ||

ratnādipañcavargāṃstu nyaset pīṭhaṃ tathopari |
pratimāṃ ca pratiṣṭhāpya kumbhān mūlaṃ ca taddhṛdi ||41 ||

niyojya mūrtiṃ tanmantradehaṃ ca kṣālayet tataḥ |
ādhārādudgataṃ jyotirhṛtpadmasthaṃ suṣumnayā || 42 ||

nītvordhvaṃ binduto vyoma tadabjendusamanvitam |
puṣpāñjalau tu saṃkrāntaṃ nādabindūpabṛṃhitam || 43 ||

plutāntamuccaran mantraṃ nyasyenmūrtihṛdambuje |
sthāpanādīni kṛtvāṅgairnidrāmūrtighaṭāmbubhiḥ || 44 ||

abhiṣicya svamūlāṅgairadhvanaḥ ṣaḍ vibhāvayet |
mūlāṅgaiśca svagāyatryā mantrādhvāsya prakīrtitaḥ || 45 ||

eteṣāṃ tu padaireva padādhvānaṃ ca kalpayet |
śeṣādhvano yathāpūrvaṃ paribhāvyārcayet tataḥ || 46 || tadyathā -

snātvā tu sakalīkṛtya vighnaṃ dvāraṃ ca pūjayet |
kṣurikākhaḍgapāṇī dvau dvāḥsthāvubhayato yajet || 47 ||

yakṣaṃ vidyādharaṃ dvāraśriyaṃ copari pūjayet |
astraṃ kṣiptvā praviśyāntardehalyāṃ vinidhāya tat || 48 ||

vāstubrahmāsanānīṣṭvā mūlāṅgairarghyamarcayet |
gandhapuṣpakuśakṣīratilaṃsiddhārthakākṣataiḥ || 49 ||

arghyaṃ syād bhūtanāthasya tilapuṣpākṣatāmbubhiḥ |
candanaṃ ca niśā pādyamatha padmaṃ ca candanam || 50 ||

p. 564)

lavaṅkaṃ vāri cācāmaṃ hṛdā sarvaṃ samarpayet |
pañcaśuddhīrvidhāyāstraprākāraṃ cālayed bahiḥ || 51 ||

tilakī saśikhāpuṣpaḥ śaktipīṭhaṃ dharātmakam |
prabhūtasiṃhāsanāya sarvaśaktimayāya ca || 52 ||

nama ityabhipūjyāṅghrīn dharmādīn siṃhavigrahān |
tamaḥsattvarajaḥpadmaṃ śaktiṃ cāṣṭau dalāgragāḥ || 53 ||

goptrīṃ ca piṅgalākṣīṃ ca vīrasenāṃ ca śāmbhavīm |
trinetrāṃ śūlinīṃ dakṣāṃ bhīmarūpāṃ ca pūjayet || 54 ||

navamīṃ tu prabhāṃ vāme dakṣiṇe satyakaṃ tathā |
tato mūrtiṃ mantradehaṃ saṃkalpyāvāhayed vibhum || 55 ||

ādhārā(dyu? du)dgataṃ prāgvajjyotirmātraṃ cidātmakam |
āvāhya sthāpanādyaiśca nivedyāntaṃ tu pūjayet || 56 ||

kesareṣu punaḥ svāṅgairdalāgreṣvaṣṭaśaktibhiḥ |
vighnādyaiḥ pīṭhabāhye'tha sthāpayet parivārakān || 57 ||

kṣurikākhaḍgapāṇī dvau sthitau vinyasya bāhyataḥ |
svāśāsu lokapālānapyaśvaṃ tu mukhamaṇḍape || 58 ||

vīraṃ vighnaṃ saptamātṝḥ somaṃ svāśāsu vinyaset |
balipīṭhaṃ ca vinyasya juhuyurlokapāhvayaiḥ || 59 ||

dvitīye'hvyapi pūrvoktasamidājyādibhiḥ kramāt |
mūlāṅgairapi gāyatryā mūtiśaktyaṣṭakāhvayaiḥ || 60 ||

aṣṭāviṃśatikṛtvastu juhuyuḥ samidādibhiḥ |
tṛtīyadivase hetimantrairaṣṭottaraṃ śatam || 61 ||

hutvā jayādibhiścātha prāyaścittairjuhoti ca |
caturthadivase vahnīnāyojyātmani deśikaḥ || 62 ||

nirmālyadhāriṇaṃ caiśe ghoṣavantaṃ nyased yajet |
ekāśītighaṭairuktamārgeṇa snapayed vibhum || 63 ||

p. 565)

dakṣiṇāḥ pūrvavad dattvā kṣiptvā bhūtabaliṃ niśi |
nityapūjādisiddhyarthaṃ saṃkalpya vibhavādikam || 64 ||

kartā kāmānavāpnoti dṛṣṭādṛṣṭaphalodayāt |

bhūtanāthapratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave dvārapālau kṣurikākhaḍgadhāriṇau || 65 ||

lokeśā vāhanaṃ cāśvastebhyastu vikired balim |
śāstṛpāriṣadentaṃ tu pariṣadbhyo'tha tasya ca || 66 ||

lokeśākhyādinatyantaṃ nikṣipya balimādarāt |

oṃ śāstṛvāhanāya namaḥ om aśvāya namaḥ ityaśvāya baliṃ kṣipet |

vīravighneśamātṛbhyaḥ somaghoṣavatostataḥ || 67 ||

tīkṣṇāya tīkṣṇanetrāya gopuradvāri nikṣipet |
balipīṭhāt puraḥ sthitvā tvanenāmantrayed gaṇān || 68 ||

oṃ

śāmbādīnāṃ gaṇā ye tu koṭikoṭiguṇottarāḥ |
sarve suprītamanasaḥ pratigṛhṇantvimaṃ balim || 69 ||

tato'ṣṭadikṣu prāgādisthitā goptrādimūrtayaḥ |
goptā ca piṅgalākṣaśca vīrasenaśca śāmbhavaḥ || 70 ||

trinetraḥ śūlabhṛd dakṣo bhīmarūpastathāṣṭamaḥ |
tebhyaḥ kṣepyo baliścātha balipīṭhāṣṭadiksthitāḥ || 71 ||

vīrabāhurmahāvīryo vidyujjihvo vilāsavān |
sutīkṣṇastīkṣṇadaṃṣṭraśca tārākṣaśca bhavodbhavaḥ || 72 ||

bhūteśākhyaḥ kumudake sthitastveṣāṃ baliṃ kṣipet |
syād bhūtanāthasenastu pīṭhe paṅkajamadhyataḥ || 73 ||

tasmai kṣepyo balirnāmnā tārapūrvaṃ namontakam |
eṣa nityotsavavidhistulyaścaiva mahotsave || 74 ||

viśeṣaḥ kathyate lekhyo dhvaje'śvaḥ pūjya eva ca |
śāstṛnāmānvitairmantrairgaṇānāvāhayedapi || 75 ||

p. 566)

lokeśabalidānānte

oṃ śāsturbhagavato ye bhūtāḥ purassada ityādibhiḥ

sarvebhyo'pi baliṃ kṣipet |

tadvat tṛtīyahārāyāmaṣṭāviṃśatimūrtayaḥ || 76 ||

śāstureva gaṇādhyakṣāḥ sthitāstebhyo baliṃ kṣipet |
āryaḥ śāstā guhāsannaḥ senānīścaindradiksthitāḥ || 77 ||

bhūtavallabhanāmā ca rudratejāśca rūpavān |
ete trayo'gnidiksaṃsthāstvatha kāmī varapradaḥ || 78 ||

lokārcitaśca nīlaśca catvāro dakṣiṇe sthitāḥ |
śvetamātaṅgavān śyāmī pītālepaśca nair-ṛte || 79 ||

raktamālādharaḥ śūro māyī mātṛgaṇapriyaḥ |
paścime tvatha vāyavye kālavāsā gaṇāgraṇīḥ || 80 ||

khaḍgahastastrayastvete tathodīcyāṃ dhanurdharaḥ |
sahajāyo janāveśaḥ sādhuścaite vyavasthitāḥ || 81 ||

saṃsārarakṣakastadvanmadhumān śamba[k: ja]rastathā |
aiśabhāge trayastvete bhūtasenādhipāḥ sthitāḥ || 82 ||

vikīrya balimetebhyastadbāhye'ṣṭadiśāsvapi |

om

aindryāṃ diśi gaṇā ye tu vajrahastā mahābalāḥ || 83 ||

ityādibhiḥ kramāt prāgvat pūrvoktaṃ labhate phalam |

iti ha kathitametad bhūtanāthasya tantraṃ nigaditamapi bimbe yacca devodbhavākhye |
tadakhilamavalokya sthāpanādyutsavāntaṃ vimalamatibhirūhyaṃ śaivakṛtyānusārāt || 84-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde śāstṛtantrapaṭalo'ṣṭapañcāśaḥ ||

p. 567)

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 59: Die sieben Muttergöttinnen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 59: Die sieben Muttergöttinnen
Die sieben Matrikas werden als weibliche Gestalten göttlicher Kräfte verehrt. Dieses Kapitel beschreibt ihre Bilder, Mantras, Einsetzung und gemeinschaftlichen Feste. Neben innerer Vergegenwärtigung und Speisung der Teilnehmenden enthält es historische Opferhandlungen. Diese werden als Quelleninhalt wiedergegeben; sie sind keine heutigen Praxisempfehlungen.

Kapitelanfang. Nun das neunundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 59, Vers 1. Nun wird die Einsetzung der Mütter und das Weitere nach der reinen Richtung niedergeschrieben, wie es im Svacchanda und den weiteren Schriften sowie in den Mutter-Tantras gelehrt wird.

Kriyapada 59, Vers 2. Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani und als siebte Camundi werden überliefert.

Kriyapada 59, Vers 3. Östlich und westlich von ihnen sitzen Virabhadra und der Herr der Hindernisse. Die Laute von Ya bis Ha, verbunden mit dem Shakari-Vokal,

Kriyapada 59, Vers 4. tragen Bindu und bilden acht Keimlaute; der Endlaut von Kha gehört Lambodara. Tara, Keimlaut, Huldigung und dann „Erhabene“

Kriyapada 59, Vers 5. sowie der eigene Name in der Anrede stehen am Anfang der Mutter-Mantras. Daran anschließend werden die Mantras hier einzeln der Reihe nach niedergeschrieben. [Die Buchstaben- und Vokalchiffren bleiben unaufgelöst.]

Unnummerierte Mantras nach Vers 5. Brahmanis Mantra: „Du Trägerin von Rig-, Yajur-, Sama- und Atharva-Veda, Wassergefäß und Grasbüschel: immer wieder Huldigung!“ Maheshvaris Mantra: „Göttin, Beilträgerin, Weißgestaltige, Maheshvari: immer wieder Huldigung!“ Kaumaris Mantra: „Speerträgerin, Pfauenreiterin, mit dem Hahn als Bannerzeichen, Safranfarbene, Kaumari: immer wieder Huldigung!“ Vaishnavis Mantra: „Trägerin von Muschel und Diskus, Garuda-Reiterin, Vaishnavi: immer wieder Huldigung!“ Varahis Mantra: „Trägerin von Pflug und Keule, mit Hauern, mit dem Gesicht einer Sau, Löwenreiterin, Varahi: immer wieder Huldigung!“ Indranis Mantra: „Donnerkeilträgerin, Elefantenreiterin, Dunkelfarbige: immer wieder Huldigung!“ Camundis Mantra: „Schädelträgerin, von der Farbe dunklen Wassers, auf einem Toten reitend, den Hum-Laut Hervorbringende: immer wieder Huldigung!“ [Die Quelle verzeichnet bei Varahis Anrede eine grammatische Unsicherheit.]

Kriyapada 59, Vers 6. Für Virabhadra kommen Tara und der eigene Keimlaut, „Lakulishvara“ und „Purusha“ im Dativ, „dem Träger von Flügel, Schnur und Feuer“,

Kriyapada 59, Vers 7. die drei Wendungen „dem Beständigen“, „dem Herrn“, „dem, dessen Gestalt Yoga ist“, „dem Alldurchdringenden“ und danach „Virabhadra“

Kriyapada 59, Vers 8. im Dativ, verbunden mit der Huldigung. Dies wird als Virabhadras Mantra überliefert. Für den folgenden stehen Tara und der eigene Keimlaut am Anfang, dann „Vighneshvara“,

Kriyapada 59, Vers 9. „Ganadhipati“, „Hastivaktra“ und „Ganapati“, alle im Dativ, mit abschließender Huldigung: Dies ist der Mantra.

Abschnittsbezeichnung. Ganapatis Wurzelmantra.

Kriyapada 59, Vers 10. Diese Mantras sind für die Einsetzung mehrerer Bilder der Reihe nach angegeben. Bei nur einem Bild kommen Tara und Nada mit dem sechsten Vokal,

Kriyapada 59, Vers 11 mit Prosa. Bindu und Nada bilden den Keimlaut; darauf „Huldigung, Erhabene!“ – „Dreiäugige, Kali, Dunkelfarbige, Achtarmige, Trägerin von Dreizack und Schädel, auf einem Toten Reitende, deren Mund mit Blut und Fett gefüllt ist, Camundi: immer wieder Huldigung!“ Die jeweiligen eigenen Keimlaute, der Reihe nach mit langen Vokalen verbunden,

Kriyapada 59, Vers 12. bilden in allen Mantras die sechs Glieder bis zur Waffe. Schwan, Stier, Pfau, Garuda, Löwe, Elefant

Kriyapada 59, Vers 13. und ein Toter sind die Reittiere der sieben Mütter; Stier und Maus die von Vira und Vighna. Sie bilden zugleich die neun Bannerzeichen von Brahmi und den übrigen.

Kriyapada 59, Vers 14. Grasbüschel, Dreizack, Speer, Diskus, Pflug, Donnerkeil, Schädel, Gebetskette und Haken sind ihre neun Waffen beziehungsweise Attribute.

Kriyapada 59, Vers 15. „Derjenigen mit [Name des Reittiers] als Bannerzeichen – wir erkennen“; dann den Namen der Waffe mit „in der Hand – wir meditieren“; darauf „uns möge [eigener Name] antreiben“:

Kriyapada 59, Vers 16. So werden der Reihe nach die Gayatris Brahmis und der übrigen gebildet. Tara, Keimlaut, Lakuli, „dem Herrn“ und „wir erkennen“,

Kriyapada 59, Vers 17. „dem Gebetsketten-Träger“, „wir meditieren“, „uns“, „Virabhadra“, Pra und „möge antreiben“ werden verbunden.

Abschnittsbezeichnung. Virabhadras Gayatri.

Kriyapada 59, Vers 18. Tara, Keimlaut, „Ekadanta“ im Dativ, „wir erkennen“, „Hastivaktra“ im Dativ, „wir meditieren“, „uns“,

Kriyapada 59, Vers 19, erster Halbvers. danach „Ganapati“ und am Ende „möge antreiben“ sind vorgeschrieben.

Abschnittsbezeichnungen. Vighneshvaras Gayatri. Ermittlung der Mantras.

Kriyapada 59, Vers 19, zweiter Halbvers. Gestalt, Arme, Gesichter, Augen und Waffen entsprechen jeweils der zugehörigen Gottheit.

Kriyapada 59, Vers 20. So werden die Bilder der sechs Mütter als weibliche Gestalten mit entsprechender Ausstattung überliefert. In der Gruppe ist Camunda schwarz und vierarmig,

Kriyapada 59, Vers 21. mit einer Schlange um die hohen Brüste und drei runden, braunen Augen. Links trägt sie Schädel und Schlinge, rechts Dreizack und Schwert,

Kriyapada 59, Vers 22. oder die Damaru-Trommel. Ihr braunes Haar flammt; Schlangen bilden Ohrringe, Oberarmreifen, Armbänder und Bauchband,

Kriyapada 59, Vers 23. verschiedene Schlangen ihre Ketten, ihren Halsschmuck, Hüftgürtel und Fußschmuck. Ihr Gesicht glänzt von Hauern; Kränze, Duftstoffe und Gewand sind rot.

Kriyapada 59, Vers 24. Ihre Gestalt ist zugleich wild und freundlich. Für ein Einzelbild wird sie so beschrieben: schrecklich, einer dunklen Wolke gleich, mit drei runden, braunen Augen,

Kriyapada 59, Vers 25. braunem, aufgerichtetem Haar wie lodernde Feuerflammen, einem von Hauern gewaltigen Gesicht und hohen, vollen, runden Brüsten.

Kriyapada 59, Vers 26. Sie trägt ein rotes Obergewand und eine schwarze Schlange als Brustband; ihre Taille ist schmal, ihre Glieder sind kräftig. Die göttliche Gestalt ist mit vielen Schlangen geschmückt.

Kriyapada 59, Vers 27. Links trägt sie einen Schlangenohrring, am anderen Ohr ein totes Kind als Schmuck. Eine Kette aus Köpfen verschiedener Krieger und ein Netz von Glöckchen machen ihre Erscheinung furchterregend.

Kriyapada 59, Vers 28. In den linken Händen trägt sie Schädel, Schild, Glocke und Schlangenschlinge; in den rechten Dreizack, Schwert, Vetala und eine tönende Damaru-Trommel.

Kriyapada 59, Vers 29. Sie ist achtarmig und schrecklich; mit dem rechten Fuß betritt sie den aus einem Toten bestehenden Thron und sitzt mit angezogenem Bein,

Kriyapada 59, Vers 30. während ihr herabhängender linker Fuß Daruka niedertritt. Wesen, Totengeister, Pishacas, Shakini- und Dakini-Scharen

Kriyapada 59, Vers 31. sowie Yoginis umgeben sie. Ihre Gestalt ist heldenhaft, wild und gewaltig. So soll Camundis Bild aus Stein oder anderem gefertigt werden.

Kriyapada 59, Vers 32. Virabhadras Gestalt soll Dakshinamurti gleichen. Ganeshas Bild soll die früher beschriebenen Merkmale besitzen.

Kriyapada 59, Vers 33. Der Tempel der Mütter soll querrechteckig sein, mit Tor nach Osten oder Norden. Dasselbe gilt auch für ein Einzelbild.

Kriyapada 59, Vers 34. Nach Fertigstellung von Heiligtum und Bild lasse man die Einsetzung vollziehen. Man errichte die beschriebene Halle für das vorbereitende Verweilen mit sechzehn Säulen,

Kriyapada 59, Vers 35. schmücke sie mit Baldachin und anderem und stelle die Torbögen auf. Diese heißen Pramodani, Abhaya, Shanti und Shubhada.

Kriyapada 59, Vers 36. Ihre Gottheiten sind der Reihe nach Kumbhi, Nikumbhi, Vajrabhishana und Mangini. An ihren Füßen stehen in den Torkrügen

Kriyapada 59, Vers 37. Dutika, Palina, Dandini, Bhavahastaka, Pashini, Varuni, Shankhini und Padmini.

Kriyapada 59, Vers 38. Die Banner tragen Schwan, Stier, Pfau, Tarkshya, Löwe, Geier, Pishaca, Stier und Maus als Zeichen

Kriyapada 59, Vers 39. bei mehreren Bildern; beim Einzelbild trägt das Banner einen Pishaca. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen verehre man Krug und Waffe. [Der Geier in Vers 38 weicht von der Elefantenzuordnung in Vers 12 ab; beide Lesungen bleiben erhalten.]

Kriyapada 59, Vers 40. Im Krug verehre man Camunda auf einem Pishaca, in der Vardhani die Waffe auf einem Löwen, schwarz und in schrecklicher Frauengestalt.

Kriyapada 59, Vers 41. Sie hat ein Dreizackzeichen auf dem Kopf und trägt Schädel und Schwert. Nach ihrer Verehrung und Umtragung verteile man wie früher das Feuer auf neun Gruben.

Kriyapada 59, Vers 42. In der mittleren verehre man Camunda, Brahmani und die übrigen in den Gruben vom Osten an, und opfere.

Kriyapada 59, Vers 43. Mit ihren jeweiligen Mantras opfere man der Reihe nach Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergaben, Sesam, Senf, Shali-Reis, Siddhartha-Senf und Mehl aus geröstetem Getreide. [Die Wortfügung bei Shali ist in der gelieferten Lesung auffällig.]

Kriyapada 59, Vers 44. Die Brennhölzer für Brahmi und die übrigen stammen von Palasha, Plaksha, Udumbara, Bilva, Karanja und Indra-Baum,

Kriyapada 59, Vers 45. rotem und weißem Vata sowie Pippala, der Reihe nach neun. Wo die jeweiligen Hölzer fehlen, soll Palasha-Holz verwendet werden.

Kriyapada 59, Vers 46. Mit den jeweiligen Mantras opfere man von den Brennhölzern und Ghee jeweils hundertmal. Danach vollziehe man die Reinigung der Gestalt und die Öffnung der Augen.

Kriyapada 59, Vers 47. Dann lasse man das Verweilen im Wasser und die Umtragung durch das Dorf vollziehen. Die Plattform bereite man wie zuvor mit unenthülstem und enthülstem Reis.

Kriyapada 59, Vers 48. Von der Mitte bis zum Nordosten richte man einzelne Lager ein. Für ein Einzelbild steht ein fünfteiliges Lager in der Mitte der Plattform.

Kriyapada 59, Vers 49. Camundi lege man in der Mitte nieder, Brahmi und die übrigen vom Osten an der Reihe nach. Für jedes Bild stelle man einen eigenen Krug im Norden auf. [Die Quelle verzeichnet hier eine eingeschobene alternative Wortfügung.]

Kriyapada 59, Vers 50. Darin lege man die jeweiligen Reittiere und Waffen aus Gold. Camunda und die übrigen setze man in die Krüge von der Mitte an ein,

Kriyapada 59, Vers 51. Virabhadra in den Nordkrug und Vinayaka in den Nordostkrug. Wie früher schmücke man sie mit Deckel, Grasbüschel, Tuch und anderem und verehre sie.

Kriyapada 59, Vers 52. Mit den Gayatris berühre man sie und verehre sie mit Duft und den weiteren Gaben. Dann stelle man außerhalb der Plattform in den Richtungen acht Gefolgskrüge auf.

Kriyapada 59, Vers 53. Darin rufe und verehre man die Shaktis Aindri und die übrigen der Reihe nach: Aindri, Agneyi, Yamya, Nairriti, Varuni,

Kriyapada 59, Vers 54. Vayavya, Kauberi und als achte Aishani. Sie sind vierarmig und dreiäugig, in den oberen Händen Dreizack und Schlinge,

Kriyapada 59, Vers 55. die beiden anderen Hände zur Anjali-Geste zusammengelegt; ihre Farben gleichen denen der Richtungshüter. Für die Einsetzung am Bali-Sockel stelle man einen weiteren gereinigten Krug auf.

Kriyapada 59, Vers 56. Darin vergegenwärtige man Ugrasena, dunkel, mit einem von Hauern gewaltigen Gesicht, rechts ein Schwert, links die eigene Hüfte berührend,

Kriyapada 59, Vers 57. geschmückt, zweiarmig und schrecklich; man rufe und verehre sie. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, die Gestalten und deren Herren

Kriyapada 59, Vers 58. sowie Dharika und die übrigen setze man wie zuvor in die drei Bereiche von den Knien an ein. Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, Erde und die übrigen, Sharva und die übrigen wie früher

Kriyapada 59, Vers 59. setze man der Reihe nach in die einzelnen Glieder der Bilder von Vira und Vighnesha ein. Lehrer und Gestalthüter opfern wie früher mit ihren Mantras,

Kriyapada 59, Vers 60. berühren die drei Bereiche und besprengen sie mit dem Krugwasser. Im Bild vergegenwärtige man wie zuvor die Erkenntniskraft, im Sockel die Handlungskraft.

Kriyapada 59, Vers 61. Man verehre bis zur Speisegabe und opfere in den Gruben von Indra an. [Quelllücke und unsicherer Wortrest.] Mit dem Mantra, der mit „Brahma ist geboren …“ beginnt,

Kriyapada 59, Vers 62. mit dem Tryambaka-Text, dem Kumara-Text, „Dein, Yama …“, „Dies hat Vishnu …“, „Heil uns durch Indra …“, sodann von Ishana her,

Kriyapada 59, Vers 63. mit „Dich unter den Scharen …“ opfere man Ghee, gekochte Opfergaben und die übrigen Stoffe mit dem jeweiligen Wurzelmantra. So verfährt man bei mehreren Bildern. Beim Einzelbild verfahre man wie früher. [Die stark verdichteten vedischen Textanfänge in Vers 61–63 sind stellenweise beschädigt; keine vollständigen Hymnen oder sichere Zuordnung aller Anfänge ergänzt.]

Kriyapada 59, Vers 64. Um Camundi stelle man acht Krüge auf und setze darin Bhavani, Sharvani, Ugra, Pashupata,

Kriyapada 59, Vers 65. Shankari, Shashini, Bhima und Rudrani ein und verehre sie. In der mittleren Feuergrube rufe man Camunda herbei und opfere ihr.

Kriyapada 59, Vers 66. Ebenso opfere man in den Hauptrichtungen mit Purusha, Aghora, Vama und Sadya, in den Ecken der Reihe nach mit den Gliedermantras und der Gayatri.

Kriyapada 59, Vers 67. Als Ersatz für Ziegenfleisch opfere man einen Kuchen aus Masha-Bohnen. Nach Niesen, Ausspucken oder Unterbrechung des Schweigens

Kriyapada 59, Vers 68. nehme man den Reinigungsschluck und opfere der Reihe nach Ghee mit den Vyahritis. Nach der vollständigen Opfergabe und dem Svishtakrit-Opfer streue man Bali für die Wesen aus.

Kriyapada 59, Vers 69. Man gebe Bali aus Sesamreis, Rohrzucker, Ghee, Dickmilch und rotem Reis, gemischt mit Fleischersatz.

Kriyapada 59, Vers 70. Vom Osten an stehen Kshetrapala, Pishacas, Väter, Rakshasas, Nagas, Asuras, Yakshas und Gandharvas.

Kriyapada 59, Vers 71. Oben stehen die Wesen, unten die Bewohner von Erde und Wasser. Mit ihren eigenen Namen und abschließender Huldigung streue man ihnen Bali aus.

Kriyapada 59, Vers 72. Dann speise man sieben Mädchen und einen weiteren Brahmanen mit Milchreis, Ghee und anderem, ebenso weitere Brahmanen und Träger religiöser Zeichen,

Kriyapada 59, Vers 73. Frauen, die den Müttern ergeben sind, und weitere Verehrer. Mit Tanz, Gesang und anderem halte man nachts Wache.

Kriyapada 59, Vers 74. Am Morgen bade der Lehrer mit den Gestalthütern und vollziehe Sandhya. Er verehre die Bilder oder das einzelne Bild mit einer kurzen Verehrung.

Kriyapada 59, Vers 75. In der inneren Tempelkammer, im Paishaca-Feld, setze man nach der Segensverkündigung die Sockel oder den einzelnen Sockel auf den Schildkrötenstein.

Kriyapada 59, Vers 76. In die jeweiligen Vertiefungen lege man mit den zugehörigen Keimlauten die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie goldene Reittiere und Waffen.

Kriyapada 59, Vers 77. Zur gewählten Zeit führe man sie auf einem mit Waffenwasser gereinigten Weg, begleitet von glückverheißenden Keimlingen, Lampen, Instrumentalmusik und Gesang,

Kriyapada 59, Vers 78. unter Veda-Rezitation auf Wagen oder anderen Trägern herbei. Ghee, Durva-Gras, ungebrochene Reiskörner, Dickmilch und Blumen lege man auf ihre Köpfe.

Kriyapada 59, Vers 79. Nach der Rechtsumgehung bringe man sie in die innere Tempelkammer. Zur gewählten Zeit stelle man die Bilder der Reihe nach mit den eigenen Keimmantras auf.

Kriyapada 59, Vers 80. Brahmi und die übrigen stehen von Osten bis Westen auf einer Linie, nach Norden gewandt, mit je zwei Fingerbreiten Zwischenraum.

Kriyapada 59, Vers 81. Nördlich der beiden Seitenlinien von Brahmani und Camundi stelle man im Osten Virabhadra und im Westen den Herrn der Hindernisse auf.

Kriyapada 59, Vers 82. Virabhadra blickt nach Westen, Vinayaka nach Osten. Bei einem Einzelbild steht die Göttin in der Mitte und blickt nach Osten oder Norden.

Kriyapada 59, Vers 83. Dann wasche man die Bilder, setze die jeweiligen Keimlaute in ihre Herzlotusse ein und bade sie aus ihren eigenen Krügen.

Kriyapada 59, Vers 84. Mit den eigenen Mantras und der eigenen Gayatri setze man den Mantraweg ein, mit ihren Wörtern den Wortweg, die übrigen Wege wie früher.

Kriyapada 59, Vers 85. Der Lehrer vergegenwärtige die höchste Shakti, die aus der Kundalini seines Wurzellotus emporsteigt, von feiner Gestalt wie eine Blitzlinie.

Kriyapada 59, Vers 86. Er führe sie durch den Nadi-Weg nach oben, durch Herz und Bindu bis zum Dvadashanta, überströmt vom Nektarsaft der Mondsichel im Lotus jenes Raumes.

Kriyapada 59, Vers 87. Er vereine sie mit der dortigen Kraft reinen Bewusstseins und spreche den Keimlaut aus; sie ruht in der Umhüllung durch Hamsa und ist mit dem Laut bis zum Ende von Nada geschmückt.

Kriyapada 59, Vers 88. Sie geht in die Blumenschale der Hände über … [Quelllücke] … jenseits der Gunas, unvergleichlich, durch den Veda erkennbar und unbefleckt.

Kriyapada 59, Vers 89. Durch den Nadi-Weg führe er sie herbei und setze sie im Herzlotus der Göttin ein. Dann vollziehe er Festigung, Herstellung der Gegenwart, Zurückhalten und Umhüllung,

Kriyapada 59, Vers 90. Erwecken und Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar mit ihrer Gayatri. Um das Heiligtum setze man die acht Gefolgsfiguren ein.

Kriyapada 59, Vers 91. Man übergieße sie aus den Krügen mit Aindri und den übrigen und ordne sie ihren Plätzen zu. Die im Krug befindliche Ugraseni übertrage man durch die Übergießung auf den Bali-Sockel,

Kriyapada 59, Vers 92 mit Übergang. setze sie in dessen Mitte fest und verehre sie dann vorschriftsgemäß. Und zwar: Nach Bad und Sandhya versehe man den Körper mit der vollständigen Mantragestalt.

Kriyapada 59, Vers 93. Nach der Verehrung Vighnarajas bereite man das allgemeine Arghya. Man besprenge die Tore mit den Pavamani-Texten und dem Waffenmantra mit Arghya-Wasser,

Kriyapada 59, Vers 94. öffne die Torflügel und verehre die Torhüter. Rakshohana und Valagahana verehre man am Osttor.

Kriyapada 59, Vers 95. Sumukha und Kaladanda, Atithi und Mudita, Sakala und Shuktikarna sind die Torhüter vom Süden an.

Kriyapada 59, Vers 96. Die Tore heißen vom Osten an Pramodani, Abhaya, Shanti und Shubhakari. Man verehre sie mit ihren eigenen Namen.

Kriyapada 59, Vers 97. Karali, Kamuka, Subhaga, Dahani, Gagana, Hladani, im Norden Vishphulingini

Kriyapada 59, Vers 98. und Virupakshi verehre man paarweise an den Toren vom Osten an. Nach dem Abschießen des rituellen Pfeils nach innen trete man ein und lege die Waffe nieder. [Die Quelle schwankt in Vers 97 zwischen einer Richtungsangabe und dem Namen Kauberi; mit letzterem ergäben sich neun statt acht Namen.]

Kriyapada 59, Vers 99. Man verehre Vastu-Brahma und die Sitze, sitze bequem und verehre das Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 59, Vers 100. Danach verehre man die tragende Shakti und auf dem Lotus des Totensitzes die drei Gunas, die Sonne und die weiteren Scheiben sowie deren Herren.

Kriyapada 59, Vers 101. Die Yoginis Sundari und die übrigen stehen vom Osten an auf den Lotusblattspitzen: Sundari, Shakhini, Vishakanthi, Vasundhara,

Kriyapada 59, Vers 102. Amritayogini, Ghataki, Vetali und Matrisena. Sie sind mit ihren eigenen Namen zu verehren.

Kriyapada 59, Vers 103. Dann setze man Gestalt und Mantrakörper ein und rufe wie früher die Göttin, die höchste Shakti, herbei. Mit Wurzel- und Gliedermantras vollziehe man Festigung und die weiteren Handlungen,

Kriyapada 59, Vers 104. versehe sie mit der vollständigen Mantragestalt und verehre jede einzeln mit Ghee und den übrigen Gaben bei mehreren Bildern; beim Einzelbild verehre man Camunda so. [Die Quelle verzeichnet eine abweichende Buchstabenfolge bei der Gabenbezeichnung.]

Kriyapada 59, Vers 105. Auch mit den neun zuvor genannten Mantras verehre man sie. Kurkumagelb, bunt, rot, gelb, blau, papageiengrün,

Kriyapada 59, Vers 106. tiefrot, weiß und rot sind die vorgesehenen Gewandfarben für Brahmi und die übrigen. Shrikantha, Safran, Yakshakardama, Granthi,

Kriyapada 59, Vers 107 mit Prosa. schwarzes Agarholz, Tamala, Moschus, Sandel und rotes Sandelholz sind für Brahmi und die übrigen der Reihe nach vorgesehen – nämlich als Duftstoffe.

Kriyapada 59, Vers 108. Palasha, Arka, Kumuda, Tulasi, Kadamba, Mallika, Japa, blauer Lotus und Karavira

Kriyapada 59, Vers 109. sind ihre neun bevorzugten Blumen. Weißes und schwarzes Agarholz, Honig, Ghee, Sarja-Harz, Pura,

Kriyapada 59, Vers 110. Shrikantha, Indu und Ushira sind der Reihe nach die Räucherstoffe. Milchreis, Dickmilchreis, Mungbohnenreis, Reis mit Rohrzucker,

Kriyapada 59, Vers 111. Masha-Bohnenreis, Krisara, roter Reis, reiner Reis und Fruchtreis sind die neun Speisegaben für Brahmi und die übrigen der Reihe nach. [Traditionelle Stoffnamen bleiben dort stehen, wo keine sichere heutige Zuordnung aus dem Text folgt.]

Kriyapada 59, Vers 112. Nach dieser Verehrung mit den beschriebenen Diensten bis zur Speisegabe verehre man im Nordosten Candasena mit den abgenommenen Gaben.

Kriyapada 59, Vers 113. In den Feuern oder im einzelnen Feuer opfere man die genannten Stoffe der Reihe nach mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras, der Gayatri und den vorgeschriebenen vedischen Mantras.

Kriyapada 59, Vers 114. Man opfere der Reihe nach mit Jaya und den übrigen sowie mit den Sühneformeln Ghee, dann die vollständige Gabe und das Svishtakrit-Opfer. Das Feuer vereinige man mit dem eigenen Herzlotus.

Kriyapada 59, Vers 115. Man entlasse die Gottheiten an den Torbögen und den übrigen Orten. Von den beschriebenen einundachtzig Krügen verwende man bei mehreren Bildern für jedes jeweils neun

Kriyapada 59, Vers 116. zum Bad, beim Einzelbild alle zusammen. Nach der Übergabe der Ehrengaben an Lehrer und die übrigen streue man nachts Bali aus.

Kriyapada 59, Vers 117. Die vorgesehenen Geschenke gebe man Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen und anderen, besonders den Männern und Frauen, die den Müttern ergeben sind.

Kriyapada 59, Vers 118. Allen lasse man ungehindert Speise und die weiteren Gaben reichen. Für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen stelle man nach Möglichkeit die Mittel bereit.

Kriyapada 59, Vers 119, erster Halbvers. Der Auftraggeber erlangt nach der Verheißung die erwünschte sichtbare und unsichtbare Frucht.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Einsetzung der Mütter.

Kriyapada 59, Vers 119, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest der Mütter oder der einzelnen Mutter verwende man ein geeignetes Gefäß.

Kriyapada 59, Vers 120. Darin sei auf einer Fläche aus Gold oder anderem morgens ein Linga aus Blumen, mittags eines aus gekochtem Reis und abends eines aus ungebrochenen Reiskörnern. [Die Wendung zur Fläche ist mit einer Variante überliefert.]

Kriyapada 59, Vers 121. Bei mehreren Bildern bilde man in dem Gefäß einen Lotus: Camunda ist auf dem Fruchtboden, Brahmi und die übrigen auf den Blättern vom Osten an.

Kriyapada 59, Vers 122. Man rufe und verehre sie mit ihren Keimlauten und lasse sie von Dienern aufnehmen, verbunden mit dem Bali-Bild und ausgestattet mit Schirm und weiterem Festschmuck,

Kriyapada 59, Vers 123. unter Muschel- und Trommelschall, geschmückt durch Frauengesang und anderes. Der Yogi streue im Inneren Bali für die Yoginis in allen acht Richtungen aus,

Kriyapada 59, Vers 124. für Sundari und die übrigen sowie Karali und die übrigen; danach für Rakshohana und die weiteren Torhüter.

Kriyapada 59, Vers 125. An den Plätzen der Welthüter gebe man für Indra und die übrigen in den acht Richtungen Bali, vorne für die Reittiere oder das einzelne Reittier.

Kriyapada 59, Vers 126. Nach der Gabe für Candasena gehe man zum Torturm, gebe Kumbhini und Nikumbhini Bali und trete hinaus.

Kriyapada 59, Vers 127. Vor dem Bali-Sockel rufe man die Scharen mit diesem Mantra an: „Die ihr als Gefolge der Mütter die ganze Welt durchdringt,

Kriyapada 59, Vers 128. Yoginis, Shakinis, Totengeister, Kataputanas, Dakinis, Pishacas, Vetalas und Pramathas,

Kriyapada 59, Vers 129. ihr weiblichen und männlichen Wesen, die in der Unterwelt, auf der Erde und im Luftraum wohnen: Mögt ihr mit freudigem Sinn diese Bali-Gabe entgegennehmen!“ So lautet die Formel.

Kriyapada 59, Vers 130. Dann streue man den genannten Scharen in den acht Richtungen Bali aus: den Yoginis im Osten, den Shakinis im Südosten,

Kriyapada 59, Vers 131. den Totengeistern im Süden, den Putanas im Südwesten, den Dakinis im Westen, den Pishacas im Nordwesten,

Kriyapada 59, Vers 132. den Vetalas im Norden und den Wesen im Nordosten. Nach dem Ausstreuen gehe man zum Bali-Sockel.

Kriyapada 59, Vers 133. Man vergegenwärtige Ugrasena samt ihren Scharen, verehre sie mit ihrem eigenen Namen und gebe ihr auf dem Sockel den gesamten übrigen Reis als Bali.

Kriyapada 59, Vers 134. Nach der Umgehung wie früher trete man gesammelt ein, verehre die im Linga gegenwärtige Göttin und übertrage die Mantras oder den einzelnen Mantra,

Kriyapada 59, unnummerierte Fortsetzung nach Vers 134. die Mütter oder die einzelne Mutter in das jeweilige ursprüngliche Bild.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über das tägliche Fest.

Kriyapada 59, Vers 135. Nun wird die große Befriedung erklärt, die dem Land und dem König Wohl bringen soll.

Kriyapada 59, Vers 136. Zur Befriedung von Krankheiten, Bedrängnissen, Seuchen und unheilvollen Erscheinungen wird sie in Magha, Phalguna, Caitra, Vaishakha, Jyeshtha,

Kriyapada 59, Vers 137. Ashadha, Shravana, Proshthapada, Ashvayuja, Karttika, Margashirsha und Pushya vorgeschrieben.

Kriyapada 59, Vers 138. In der dunklen oder hellen Monatshälfte, unter einem für das Reich und die übrigen Betroffenen günstigen Mondhaus, soll der Zeitraum von sieben Tagen vom zweiten bis zum achten Mondtag reichen.

Kriyapada 59, Vers 139. Die große Befriedung wird so angesetzt, dass sie an einem Dienstag oder Sonntag endet. Die Namen dieser Tage richten sich nach Brahmi und den übrigen Müttern.

Kriyapada 59, Vers 140. Die Befriedung wird als vorzüglich und in den weiteren Abstufungen nach einer verdichteten Tageszählung bezeichnet: drei–zwei–eins–siebzig. In einer Stadt, einem Reich, einem Dorf, Wald oder Gebirge,

Kriyapada 59, Vers 141. wo die Mütter gegenwärtig sind, lasse man die Befriedung vollziehen. Nach Festlegung der vorzüglichen oder einer anderen Form vollziehe man wie zuvor die Aussaat der Keimlinge. [Die gedrängte Zeitangabe „tridvyekasaptatidinaiḥ“ ist unsicher; Devanagari bestätigt dieselbe Lesung. Die genaue Staffelung bleibt unaufgelöst; keine Angleichung an die vorherigen sieben Tage.]

Kriyapada 59, Vers 142. Man hisse das Banner. Auf dessen Tuch male man eine Pishaci mit aufgerichtetem Haar, hervorquellenden Augen und einem fleischlosen Knochenkörper,

Kriyapada 59, Vers 143. langer Nase, herabhängenden Lippen, zwei Armen und langem Hals, Schädel und Vetala tragend, mit entstelltem Gesicht,

Kriyapada 59, Vers 144. nicht langem Bauch, Händen und Füßen, Brüsten wie Kuhhörnern, mit einer umgebundenen Glöckchenkette und vielen Schlangen als Schmuck.

Kriyapada 59, Vers 145. So verfahre man bei einem Einzelbild. Bei mehreren Bildern male man die acht anderen Reittiere um die Pishaci herum.

Kriyapada 59, Vers 146. Vor dem Tempel, vor der Versammlungshalle oder auf einem Platz in der Dorfmitte errichte man eine geeignete Mudra-Halle von zehn Ellen Maß.

Kriyapada 59, Vers 147. In ihrer Mitte stehe ein viereckiger Sockel wie ein Bali-Sockel. In den Richtungen und an den Kreuzungspunkten des Dorfes oder der Stadt

Kriyapada 59, Vers 148. richte man sorgfältig bestrichene Mandalas für Bali ein. Dann vollziehe man unter Instrumentenschall, Gesang, Tanz und glückverheißenden Darbietungen

Kriyapada 59, Vers 149. die Bali-Gabe in den Richtungen, begleitet von der Prozession der Dreizackwaffe. Shali-Reis mit Dickmilch und Ghee, versehen mit Fleischersatz,

Kriyapada 59, Vers 150. roten Duftstoffen und Blumen gebe man mit den jeweiligen Mantras als Bali: in der Mitte für Brahma, in den Richtungen für die Welthüter wie früher.

Kriyapada 59, Vers 151. Vor allen Tempeln, an Dorftoren und Versammlungshallen, auf Plätzen, an Heiligtümern und an den Häusern des Königs und der führenden Personen,

Kriyapada 59, Vers 152. in Rinder-, Elefanten- und Pferdeställen, an bedeutenden Bäumen und Flüssen, Brunnen, Gärten und Teichen, im Wald und auf Verbrennungsstätten,

Kriyapada 59, Vers 153. an Schatzorten und anderen Orten besprenge man den Boden und streue Bali aus. Dies geschehe zu den drei Tagesübergängen. Unmittelbar nach der Bali-Gabe

Kriyapada 59, Vers 154. trete man in die Halle ein, lege die Waffe wie zuvor auf den Sockel und verehre sie dort. Dann veranstalte man die Prozession der Göttin

Kriyapada 59, Vers 155. auf einem von Menschen getragenen Gefährt, mit Musik, Gesang, Tanz und glückverheißenden Darbietungen, Muschel- und Trommelschall, Baldachinen, Schirmen und Yakschweifwedeln,

Kriyapada 59, Vers 156. geschmückt durch schön gestaltete, geschmückte Kurtisanen, durch wohlgebadete, tüchtige und tapfere Krieger mit Schmuck und Schwertern,

Kriyapada 59, Vers 157. von anderen Menschen begleitet und unter dem Jubel der Menge. Jede Nacht zerteile und opfere man Tiere aus Teig.

Kriyapada 59, Vers 158. Morgens und abends soll ein Parashava, kundig im Mudra-Tanz, in jener Halle vor der Waffe tanzen, begleitet von lieblicher Musik. [Parashava ist hier eine historische soziale Bezeichnung; keine heutige Zuschreibung.]

Kriyapada 59, Vers 159. Wie beim Einholen des Banners im großen Shiva-Fest vorgeschrieben, gebe man jede Nacht um Mitternacht schweigend Bali.

Kriyapada 59, Vers 160. In der Nacht des sechsten Tages binde man dem großen Opfertier das Schutzband um. Für einen Brahmanen ist es eine Antilope, für einen König ein Elefant,

Kriyapada 59, Vers 161. für einen Vaishya ein Büffel, für einen anderen auch eine Ziege. Sind die jeweiligen Tiere nicht verfügbar, kann für alle ein Büffel als Opfertier dienen.

Kriyapada 59, Vers 162. Am Nachmittag des siebten Tages schlachte man als Nebenopfertier eine Ziege. Danach schmücke man das am Opferpfosten gebundene große Opfertier und töte es.

Kriyapada 59, Vers 163. Sein Blut bringe man den Müttern oder der einzelnen Mutter dar. Mit Reis, der mit seinem Blut und Fleisch vermischt ist, gebe man Bali in den Richtungen. [Diese Verse beschreiben einen historischen Tieropferritus; die zuvor genannten Ersatzgaben werden hier nicht stillschweigend an seine Stelle gesetzt.]

Kriyapada 59, Vers 164. Am achten Tag vollende man wie früher die Prozession zum heiligen Bad, mit dem vorangehenden Pulverfest nach der Shiva-Festordnung.

Kriyapada 59, Vers 165. Nach Entlassung der Scharen wie früher hole man das Banner herab, bade mit einundachtzig Krügen und verehre die Gottheit.

Kriyapada 59, Vers 166. Nach Übergabe der Ehrengaben und Geschenke genießt der Auftraggeber die verheißene Frucht. Ebenso soll man dienstagabends nach dem beschriebenen Verfahren

Kriyapada 59, Vers 167. eine Bali-Prozession vollziehen, um alle gewünschten Ziele zu erlangen. An beiden achten und vierzehnten Mondtagen sowie dienstags und sonntags

Kriyapada 59, unnummerierte Fortsetzung nach Vers 167. lasse man zur Erlangung aller Wünsche Bali und Verehrung ausführen.

Kriyapada 59, Vers 168. So ist dieses reine Tantra der Mütter hier ordnungsgemäß erklärt, von der Einsetzung über die Verehrung bis zur großen Befriedung. Es ist entsprechend der genannten Shiva-Ordnung auszuführen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das neunundfünfzigste Kapitel namens Tantra der Mütter.

Besinnung zu Kapitel 59

Die Mütter erscheinen in diesem Kapitel in freundlichen und erschreckenden Gestalten. Der Text zeigt eine religiöse Welt, in der Schutz, Furcht, Gemeinschaft und Opfer eng verbunden sind. Für die heutige spirituelle Besinnung bietet besonders die großzügige Speisung einen konkreten Anknüpfungspunkt: Verehrung kann sich in Fürsorge und im Teilen ausdrücken. Diese heutige Deutung lässt die historischen Unterschiede und die schwierigen Riten des Kapitels sichtbar.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 59: Die sieben Muttergöttinnen
Die sieben Matrikas werden als weibliche Gestalten göttlicher Kräfte verehrt. Dieses Kapitel beschreibt ihre Bilder, Mantras, Einsetzung und gemeinschaftlichen Feste. Neben innerer Vergegenwärtigung und Speisung der Teilnehmenden enthält es historische Opferhandlungen. Diese werden als Quelleninhalt wiedergegeben; sie sind keine heutigen Praxisempfehlungen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ekonaṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

atha mātṛpratiṣṭhādyaṃ likhyate śuddhapakṣataḥ |
svacchandādiṣu yat proktaṃ mātṛtantreṣu caiva hi || 1 ||

brāhmī māheśvarī caiva kaumārī vaiṣṇavī tathā |
vārāhī ca tathendrāṇī cāmuṇḍī saptamī smṛtā || 2 ||

tāsāṃ pūrvāparāsīnau vīrabhadraśca vighnarāṭ |
yādyakṣarāṇi hāntāni śakarīsvarayogataḥ || 3 ||

bindumantyaṣṭa bījāni khāntaṃ lambodarasya hi |
tāraṃ bījaṃ namaśśabdastato bhagavatītyapi || 4 ||

saṃbuddhyantaṃ svanā(mnā? mā)pi mātṛmantrādito bhavet |
tadūrdhvataḥ kramānmantrā likhyente'tra pṛthak pṛthak || 5 ||

ṛgyajussāmātharvakamaṇḍalukūrcadhāriṇi ! namonama iti brahmāṇīmantraḥ |
devi ! paraśudhāriṇi ! śvetarūpiṇi ! maheśvari ! namonamaḥ iti māheśvaryāḥ |
śaktidhāriṇi ! mayūravāhini ! kukkuṭadhvajini ! kuṅkumavarṇini ! kaumāri ! namonamaḥ kaumāryāḥ |
śaṅkhacakradhāriṇi ! garuḍavāhini ! vaiṣṇavi ! namonamaḥ vaiṣṇavyāḥ |
halamusaladhāriṇi ! daṃṣṭriṇi ! sūkarāna(ni? ne!) siṃhavāhini ! vārāhi ! namonamaḥ vārāhyāḥ |
vajradhāriṇi ! gajavāhini ! śyāmavarṇini |
namonamaḥ indrāṇyāḥ |
kapāladhāriṇi ! nīlāmbuvarṇini ! pretavāhini ! huṅkāriṇi ! namonamaḥ cāmuṇḍyāḥ |

vīrabhadrasya tāraṃ ca svabījaṃ lakulīśvaraḥ |
puruṣaśca caturthyantaḥ pakṣasūtrāgnidhāriṇe || 6 ||

dhruvāya pataye yogarūpāyeti padatrayam |
vyāpine sarvapūrvaṃ tu vīrabhadrapadaṃ tataḥ || 7 ||

caturthyantaṃ namoyuktaṃ vīrabhadramanuḥ smṛtaḥ |
tāraṃ svabījaṃ cādau syād vighneśvarapadaṃ tathā || 8 ||

gaṇādhipatiśabdaśca hastivaktrapadaṃ tataḥ |
ete gaṇapatiḥ sarve caturthyanto [kh: ntā] namo manuḥ || 9 ||

gaṇapatermūlamantraḥ |

p. 568)

bahuberapratiṣṭhāyāmete mantrāḥ kramoditāḥ |
ekabere tu tāraṃ ca nādaḥ ṣaṣṭhasvarānvitaḥ || 10 ||

bindunādānvito bījaṃ namo bhagavatītyapi |

trinetre ! kāli ! kālavarṇini ! aṣṭabhuje ! śūlakapāladhāriṇi ! pretavāhini ! surudhirasnehasaṃpūrṇavaktre ! cāmuṇḍi ! namonama iti |

svasvabījāni dīrghaistu svarairyuktānyanukramāt || 11 ||

astrāntāni ṣaḍaṅgāni sarvamantreṣu kalpayet |
haṃso vṛṣo mayūraśca garuḍaḥ siṃhavāraṇau || 12 ||

pretaśca saptamātṝṇāṃ vṛṣākhū vīravighnayoḥ |
vāhanāni dhvajāśca syurbrāhmyādīnāṃ nava kramāt || 13 ||

kūrcaṃ śūlaṃ śakticakre halaṃ vajraṃ kapālakam |
akṣasūtraṃ cāṅkuśaṃ ca navaitānyāyudhānyapi || 14 ||

vāhanādyadhvajāyai ca vidmahe'thāyudhābhidhā |
hastāyai dhīmahītyuktvā tannaḥ svākhyā pracodayāt || 15 ||

iti krameṇa gāyatryo brāhmyādīnāṃ bhavanti hi |
tāraṃ bījaṃ ca lakulī īśvarāyātha vidmahe || 16 ||

akṣamālādharāyeti dhīmahe tanna ityapi |
vīrabhadraḥ prakāraśca codayāditi yojitā || 17 ||

vīrabhadragāyatrī |

tāraṃ bījaṃ caikadantaścaturthyanto'tha vidmahe |
hastivaktraḥ caturthyanto dhīmahe tanna ityapi || 18 ||

tato gaṇapatiḥ prānte codayāditi coditāḥ |

vighneśvaragāyatrī |

mantroddhāraḥ |

svadevasadṛśākārabhujāsyanayanāyudhāḥ || 19 ||

strīrūpāstatsamākalpāḥ ṣaṇmātrapratimāḥ smṛtāḥ |
bahubere tu cāmuṇḍā kṛṣṇavarṇā caturbhujā || 20 ||

p. 569)

tuṅgastananibaddhāhirvṛttapiṅgatrilocanā |
vāme kapālaṃ pāśaṃ ca dakṣiṇe śūlamapyasim || 21 ||

bibhrāṇā vā ḍamarukaṃ jvalatkapilamūrdhajā |
sarpakuṇḍalakeyūrakaṭakodarabandhanā || 22 ||

nānāhihāragraiveyakaṭisūtrāṅghribhūṣaṇā |
daṃṣṭrojjvalamukhī raktamālyagandhāmbarādikā || 23 ||

raudrasāmyākṛtiḥ syādapyekabere tu kathyate |
karālakālameghābhā vṛttapiṅgatrilocanā || 24 ||

jvaladagniśikhākārakapiśordhvaṃśiroruhā |
daṃṣṭrotkaṭamukhī tuṅgapīnavṛttapayodharā || 25 ||

raktakañcukinī kṛṣṇabhujagastanabandhanā |
natamadhyā supuṣṭāṅgī divyā nānāhibhūṣaṇā || 26 ||

vāme'hikuṇḍalānyatra paretaśiśukarṇikā |
nānābhaṭaśiromālā kiṅkiṇījālabhīṣaṇā || 27 ||

kapālakheṭaghaṇṭāhipāśān vāmaistu dakṣiṇaiḥ |
śūlakhaḍgau ca vetālaṃ dhvanaḍḍamarukaṃ tathā || 28 ||

bibhrāṇāṣṭabhujā bhīmā pretasiṃhāsanaṃ padā |
dakṣiṇena samākramya niviṣṭā kuñcitena tu || 29 ||

ālambitena vāmena pādenākrāntadārukā |
bhūtapretapiśācādyaiḥ śākinīḍākinīgaṇaiḥ || 30 ||

parītā yoginībhiśca vīraraudraudbhaṭākṛtiḥ |
cāmuṇḍyāḥ pratimā tvevaṃ bhavecchailādinirmitā || 31 ||

dakṣiṇāmūrtisadṛśī vīrabhadratanurbhavet |
gaṇeśasyāpi pūrvoktalakṣaṇā pratimā bhavet || 32 ||

prāgdvāraṃ vottaradvāraṃ vimānaṃ tiryagāyatam |
mātṝṇāṃ tu bhavet tadvadekabere'pi sammatam || 33 ||

kṛtvā vimānaṃ beraṃ ca pratiṣṭhāmatha kārayet |
kṛtvādhivāsanāyoktaṃ maṇḍapaṃ ṣoḍaśāṅghrikam || 34 ||

p. 570)

alaṅkṛtya vitānādyairvinyased dvāratoraṇān |
pramodanyabhayāśāntiśubhadākhyāśca toraṇāḥ || 35 ||

taddevatāḥ kramāt kumbhī nikumbhī vajrabhīṣaṇā |
maṅgiṇī cetyathaiteṣāṃ mūlayordvārakumbhagāḥ || 36 ||

dūtikā pālinā cātha daṇḍinī bhavahastakā |
pāśinī vāruṇī caiva śaṅkhinī padminī ca tāḥ || 37 ||

dhvajāśca haṃsavṛṣabhabarhitārkṣyamṛgādhipaiḥ |
gṛdhrapaiśācavṛṣabhairmūṣikena ca cihnitāḥ || 38 ||

bahubere tvekabere piśācāṅko bhaved dhvajaḥ |
puṇyāhavikirakṣepāt kumbhāstrāvabhipūjayet || 39 ||

kumbhe yajet tu cāmuṇḍāṃ piśācārūḍhavigrahām |
vardhanyāṃ siṃhagaṃ tvasraṃ kṛṣṇaṃ strīrūpabhīṣaṇam || 40 ||

triśūlāṅkaśiraskaṃ tat kapālāsikaraṃ yajet |
tatparibhramaṇādūrdhvaṃ navakuṇḍeṣu pūrvavat || 41 ||

agniṃ vibhajya saṃsthāpya cāmuṇḍāṃ madhyakuṇḍake |
brahmāṇyādyāstu pūrvādikuṇḍeṣviṣṭvā juhoti ca || 42 ||

tattanmantraistu samidho ghṛtaṃ caivaṃ carūṃstilān |
sarṣapāñchāisiddhārthān saktūṃśca juhuyāt kramāt || 43 ||

brāhmyādīnāṃ tu samidhaḥ palāśaplakṣasambhavāḥ |
audumbaryastathā bailvāḥ karañjendratarūdbhavāḥ || 44 ||

raktaśvetavaṭau cātha paippalāśca kramānnava |
abhāve samidhāṃ yāsāṃ grāhyāstatra palāśajāḥ || 45 ||

tattanmantraiḥ samidbhiśca ghṛtaṃ hutvā śataṃ śatam |
kuryādākāraśuddhiṃ ca netronmīlanakarma ca || 46 ||

jalādhivāsanaṃ grāmabhramaṇaṃ kārayet tataḥ |
kṛtvā tu pūrvavad vediṃ śālibhistaṇḍulairapi || 47 ||

madhyādīśānaparyantaṃ śayyāḥ kṛtvā pṛthak pṛthak |
ekakabara śayyā syāt pañcāṅgī vedimadhyataḥ || 48 ||

p. 571)

cāmuṇḍīṃ śāyayenmadhye brāhmyādyāḥ pūrvataḥ kramāt |
pratyekaṃ kumbhamekaikaṃ berā[redvinya]dīn nyasya tūttare || 49 ||

tattadvāhanaśastrāṇi teṣu haimāni nikṣipet |
cāmuṇḍādyāstu madhyādikramāt kumbheṣu vinyaset || 50 ||

vīrabhadramudakkumbhe tvaiśakumbhe vināyakam |
pighānakūrcavastrādyaiḥ prāgvadābhūṣya pūjayet || 51 ||

gāyatrībhiḥ samālabhya gandhādyairaṃbhīpūjayet |
atha vedyā bahirdikṣu parivāraghaṭāṣṭakam || 52 ||

vinyasyāvāhya ca yajecchaktīraindryādikāḥ kramāt |
aindryāgneyī ca yāmyā ca nair-ṛtī vāruṇī tathā || 53 ||

vāyavyā caiva kauberī tathaiśānyaṣṭamī smṛtā |
caturbhujāstriṇetrāstāḥ śūlapāśordhvapāṇayaḥ || 54 ||

kṛtāñjalidvayakarā varṇairdikpatibhiḥ samāḥ |
balipīṭhe [kh: ṭha] pratiṣṭhārthaṃ pūtamanyaṃ ghaṭaṃ nyaset || 55 ||

ugrasenāṃ ghaṭe tasmiñ śyāmāṃ daṃṣṭrotkaṭānanām |
khaḍgaṃ dakṣiṇahastena vāmena svakaṭispṛśam || 56 ||

bhūṣitāṃ dvibhujāṃ bhīmāmāvāhyābhyarcayet tataḥ |
ātmāditattvatattveśān mūrtimūrtīśvarānapi || 57 ||

dhārikādyāstribhāgeṣu prāgvajjānvādiṣu nyaset |
tattvatattveśapṛthvyādyāḥ śarvādyāśca yathāpuram || 58 ||

vīravighneśayorbere pratyaṅgaṃ kramaśo nyaset |
prāgvaddhutvā tu tanmantrairgururmūrtidharāstathā || 59 ||

spṛśeyustriṣu bhāgeṣu siñceyuḥ kumbhavāribhiḥ |
bere jñānīṃ kriyāśaktiṃ pīṭhe prāgvad vibhāvayet || 60 ||

pūjayecca nivedyāntaṃ juhuyād vāsavādiṣu |
* * * * * ṣānyena [k: ṣānyanena] brahmajajñānamantrataḥ || 61 ||

p. 572)

traiyambakāyaṃ[k: kakumāryā tathā]kumārāt tathā yatteyamādinā |
idaṃviṣṇvādinā svastina-indrādyāt tatheśataḥ || 62 ||

gaṇānāṃtvādinā cājyaṃ carvādyaiḥ svasvamūlataḥ |
bahubere bhavedevamekabere tu pūrvavat || 63 ||

cāmuṇḍyāḥ paritaḥ kumbhānaṣṭau vinyasya teṣvapi |
bhavānīṃ caiva śarvāṇīmugrāṃ pāśupatāmapi || 64 ||

śāṅkarīṃ śaśinīṃ bhīmāṃ rudrāṇīṃ ca nyased yajet |
madhye kuṇḍe tu cāmuṇḍāmāvāhya juhuyustathā || 65 ||

tathaiva puruṣāghoravāmasadyairdiśāsvapi |
aṅgairapi ca gāyatryā koṇeṣu juhuyāt kramāt || 66 ||

ajāmāṃsapratinidhiṃ māṣāpūpaṃ juhoti ca |
kṣutaniṣṭhīvanādau ca maunabhaṅgādike tathā || 67 ||

ācamya juhuyādājyaṃ vyāhṛtībhiranukramāt |
pūrṇāṃ hutvā sviṣṭakṛtaṃ bhūtebhyo vikired balim || 68 ||

tilānnena gulājyābhyāṃ dadhnā raktaudanena ca |
māṃsasya pratirūpeṇa miśritena kṣiped balim || 69 ||

prācyāṃ tu kṣetrapālaśca piśācapitṛrākṣasāḥ |
nāgāścaivāsurā yakṣā gandharvāśca vyavasthitāḥ || 70 ||

ūrdhvāyāṃ diśi bhūtāni cādho bhūmyambuvāsinaḥ |
tebhyaḥ svanāmadheyaistu namontairvikired balim || 71 ||

tataḥ kanyāsaptakaṃ ca brāhmaṇaṃ ca tathāparam |
bhojayed pāyasājyādyairviprānanyāṃśca liṅginaḥ || 72 ||

striyaśca mātṛbhaktā yāstāśca bhaktāṃśca bhojayet |
tathaiva nṛttagītādyaiḥ kṛtvā jāgaraṇaṃ niśi || 73 ||

prātaḥ snātvā mūrtidharaiḥ saha sandhyāṃ samāpya ca |
guruḥ saṃpūjya berāṇi beraṃ vā kiñcidarcayet || 74 ||

garbhagehe tu paiśāce pade puṇyāhavācite |
pīṭhāni vaikaṃ pīṭhaṃ vā nyaset kūrmaśilopari || 75 ||

p. 573)

ratnādipañcavargāṃśca vāhanānyāyudhāni ca |
haimāni tattadgarteṣu bījaistaistairvinikṣipet || 76 ||

tatastu lagne saṃprāpte saraṇyāstrāmbuśuddhayā |
maṅgalāṅkuradīpādivādyagītasamanvitam || 77 ||

vedaghoṣaiśca berāṇi rathādāvadhiropya tu |
ghṛtadūrvākṣatadadhipuṣpamāropya mastake || 78 ||

pradakṣiṇaṃ parikramya garbhāgāraṃ praveśayet |
lagne svabījamantraistu sthāpayet pratimāḥ kramāt || 79 ||

pūrvādipaścimāntaṃ tu brāhmyādīrekasūtragāḥ |
pratiṣṭhāpyottarāsyāstā anyonyaṃ dvyaṅgulāntaram || 80 ||

brahmāṇyāścaiva cāmuṇḍyāḥ pārśvasūtradvayottare |
prākpratīcyorvīrabhadraḥ sthāpyo vighnādhipastathā || 81 ||

pratyaṅmukho vīrabhadraḥ prāṅmukhaḥ syād vināyakaḥ |
ekabere tu madhye syāt prāṅmukhī vāpyudaṅmukhī || 82 ||

tataḥ prakṣālya berāṇi tattaddhṛdayapaṅkaje |
tattadbījāni vinyasya snapayet svasvakumbhataḥ || 83 ||

svasvamantraiḥ svagāyatryā mantrādhvānaṃ tu vinyaset |
tattatpadaiḥ padādhvānaṃ śeṣān pūrvavadadhvanaḥ || 84 ||

tato guruḥ svamūlābjakuṇḍalinyāḥ samudgatām |
parāṃ śaktiṃ sūkṣmarūpāṃ vidyullekhānukāriṇīm || 85 ||

nāḍīmārgeṇa nītvordhvaṃ hṛdbindudvādaśāntagām |
tadvyomapadmamadhyendukalāmṛtarasāplutām || 86 ||

cinmātrayā tu tacchaktyā nītvaikyaṃ bījamuccaran |
haṃsasaṃpuṭamadhyasthāṃ nādāntasvarabhūṣitām || 87 ||

puṣpāñjalau susaṃkrāntāṃ * * * * * * * * |
guṇātītāmanaupamyāṃ vedavedyāṃ nirañjanām || 88 ||

ānīya nāḍīmārgeṇa devyā hṛtpaṅkaje nyaset |
sthāpanaṃ cātha sānnidhyaṃ sannirodhāvakuṇṭhanam || 89 ||

p. 574)

prarocanāmṛtīkārau tadgāyatryā samācaret |
ālayasyātha paritaṃḥ parivārāṣṭaṃkaṃ nyaset || 90 ||

kumbhairaindryādisaṃyuktairabhiṣicya niyojayet |
ugrasenīṃ ghaṭasthāṃ tāṃ balipīṭhe'bhiṣekataḥ || 91 ||

madhye niyojya saṃsthāpya tato vidhivadarcayet |

tadyathā -

snātvā sandhyāmupāsyātha sakalīkṛtavigrahaḥ || 92 ||

vighnarājaṃ ca saṃpūjya sāmānyārghyakarastataḥ |
dvārāṇi pāvamānībhiḥ prokṣyāstreṇārghyavāribhiḥ || 93 ||

kavāṭodghāṭanaṃ kṛtvā dvārapālāṃstu pūjayet |
rakṣohaṇaṃ valagahanaṃ pūrvadvāre tu pūjayet || 94 ||

sumukhaḥ kāladaṇḍaścāpyatithirmuditastathā |
sakalaḥ śuktikarṇaśca yāmyādidvārapāḥ smṛtāḥ || 95 ||

prāgādidvāranāmāni pramodanyabhayā tathā |
śāntiḥ śubhakarī caitāḥ pūjayet svasvanāmabhiḥ || 96 ||

karālīṃ kāmukāṃ caiva subhagāṃ dāhanīmapi |
gaganāṃ hlādanīṃ cātha kaube(rīṃ? ryāṃ) viṣphuliṅginīm || 97 ||

virūpākṣīṃ ca pūrvādidvāreṣu dvandvaśo yajet |
nārācamantaḥ kṣiptvāntaḥ praviśyāstraṃ nidhāya tu || 98 ||

vāstubrahmāsanānīṣṭvā sūpaviṣṭo'rghyamarcayet |
pañcaśuddhīrvidhāyātha tilakī puṣpaśekharaḥ || 99 ||

ādhāraśaktiṃ ca tataḥ paretāsanapaṅkaje |
saguṇatrayasūryādibimbabimbādhipān yajet || 100 ||

sundaryādyāstu yoginyaḥ prāgādyabjadalāgragāḥ |
sundarī śākhinī cātha viṣakaṇṭhī vasundharā || 101 ||

yoginyamṛtapūrvā ca ghātakī ca tataḥ param |
vetālī mātṛsenā cetyetāḥ pūjyāḥ svanāmabhiḥ || 102 ||

p. 575)

atha mūrtiṃ mantradehaṃ vinyasyāvāhayet tataḥ |
prāgvada devīṃ parāṃ śaktiṃ mūlāṅgaiḥ sthāpanādibhiḥ || 103 ||

sakalīkṛtya cājyādyaiḥ [ryā] pūjayet tu pṛthak pṛthak |
bahubere tvekabere cāmuṇḍāmevamarcayet || 104 ||

etanmantraiśca navabhiḥ pūrvoktairapi pūjayet |
hāridraṃ śabalaṃ raktaṃ pītaṃ nīlaṃ śukacchavi || 105 ||

atiraktaṃ sitaṃ raktaṃ vāso brāhmyādisammatam |
śrīkaṇṭhaṃ kuṅkumaṃ yakṣakardamaṃ granthireva ca || 106 ||

kṛṣṇāgarustamālaṃ ca mṛganābhiśca candanam |
raktaṃ ca candanaṃ brāhmīprabhṛtīnāṃ kramānmatam || 107 ||

gandhā iti yāvat |

palāśakārkakumudatulasyaśca kadambakam |
mallikā ca japā nīlamutpalaṃ karavīrakam || 108 ||

brāhmyādīnāmabhīṣṭāni puṣpāṇīmāni vai nava |
sitāsitāgarukṣaudramājyaṃ sarjarasaḥ puraḥ || 109 ||

śrīkaṇṭhaminduścośīraṃ dhūpadravyāṇyapi kramāt |
pāyasaṃ cātha dadhyannaṃ mudgānnaṃ ca gulaudanam || 110 ||

māṣānnaṃ kṛsaraṃ cānnaṃ raktaṃ śuddhānnameva ca |
phalānnaṃ [kh: pa] ca nivedyāni brāhmyādīnāṃ nava kramāt || 111 ||

evamiṣṭvā nivedyāntamupacārairyathoditaiḥ |
nirmālyenaiśakoṇe tu caṇḍasenāṃ prapūjayet || 112 ||

agniṣvapi tathāgnau vā hutvoktānyairyathākramam |
svamūlāṅgaiśca gāyatryā śrautairmantraiśca coditaiḥ || 113 ||

jayādibhiḥ kramāddhutvā pāyaścittairghṛtena tu |
pūrṇāṃ sviṣṭakṛtaṃ cāpi hutvāgniṃ svahṛdambuje || 114 ||

niyojya toraṇādisthā devatāśca visarjayet |
ekāśītighaṭairuktaiḥ pratyekaṃ navakena tu || 115 ||

p. 576)

snapayed bahubere'tha sarvaistairekaberake |
baliṃ ca vikired rātrau dattvācāryādidakṣiṇāḥ || 116 ||

dattvā deyāni viprebhyo liṅgibhyo'nyebhya eva ca |
viśeṣānmātṛbhaktā ye tebhyastābhyaḥ pradāya tu || 117 ||

avāritaṃ tadannā(dyaiḥ? dyaṃ) sarvebhyo'pi pradāpayet |
nityapūjādisiddhyarthaṃ vibhavaṃn tūpapattitaḥ || 118 ||

saṅkalpya kartā labhate dṛṣṭādṛṣṭepsitaṃ phalam |

mātṛpratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave tu mātṝṇāṃ māturvāmatrake śubhe || 119 ||

haimādyekatale [k: laṃ] liṅgaṃ prātaḥ puṣpamayaṃ bhavet |
annaliṅgaṃ tu madhyāhne sāyaṃ liṅgaṃ tathākṣataiḥ || 120 ||

bahubere tu tatpātre padme kḷpte'tra patrake |
cāmuṇḍā karṇikāyāṃ syād brāhmyādyāḥ prāgdalādiṣu || 121||

āvāhyābhyarcya tadbījairāropya paricārakaiḥ |
baliberasamāyuktaṃ chatrādivibhavānvitam || 122 ||

śaṅkhabheryādinirghoṣaiḥ strīsaṃgītādyalaṅkṛtam |
antarbaliṃ kṣiped yogī yoginībhyo'ṣṭadikṣvapi || 123 ||

sundarīpramukhābhyastu karālyādyābhya eva ca |
tato rakṣohaṇādibhyo dvāḥsthebhyo'pi kṣiped balim || 124 ||

lokādhipānāṃ sthāneṣu cendrādibhyo'ṣṭadikṣvapi |
purato vāhanebhyaśca vāhanāyāthavā kṣipet || 125 ||

kṣiptvātha caṇḍasenāyai tataḥ saṃprāpya gopuram |
kumbhinyai ca nikumbhinyai baliṃ kṛtvā bahirgataḥ || 126 ||

balipīṭhasya purato mantreṇāmantrayed gaṇān |
yāḥ samastaṃ jagad vyāpya mātṛpāriṣadāḥ sthitāḥ || 127||

yoginyo'pi ca śākinyaḥ pretāśca kaṭapūtanāḥ |
ḍākinyaśca piśācāśca vetālāḥ pramathāstathā || 128 ||

p. 577)

pātāle bhuvi cākāśe yāśca ye vā vasanti tāḥ |
te ca suprītamanasaḥ pratigṛhṇantvimaṃ balim || 129 ||

iti |

tato'ṣṭadikṣu proktebhyo gaṇebhyo vikired balim |
yoginībhyastu pūrvasyāṃ śākinībhyastathānale || 130||

pretebhyo dakṣiṇe tadvat pūtanābhyaśca nair-ṛte |
ḍākinībhyastu vāruṇyāṃ piśācebhyastu mārute || 131||

vetālebhyaśca kauberyāṃ bhūtebhyaśceśagocare |
vikīrya tu baliṃ paścād balipīṭhamupetya tu || 132 ||

ugrasenāṃ tu sagaṇāṃ dhyātvābhyarcya nijākhyayā |
annaśeṣeṇa sarveṇa tasyai pīṭhe kṣiped balim || 133||

paribhramya yathāpūrvaṃ praviśyāntaḥ samāhitaḥ |
abhyarcya devīṃ liṅgasthāṃ mantrān vā mantrameva vā ||| 134||

mātṝrvā mātaraṃ mūlabere sve sve niyojayet |

nityotsavādhikāraḥ |

athocyate mahāśāntirdeśarājahitāvahā || 135 ||

rogopasargamārīṇāmutpātānāṃ ca śāntaye |
māghaphālgunacaitreṣu vaiśākhajyeṣṭhayorapi || 136 ||

āṣāḍhe śrāvaṇe proṣṭhapade cāśvayuje'pi ca |
kārttikyāṃ mārgaśīrṣe ca puṣye cāpi vidhīyate || 137 ||

kṛṣṇe pakṣe'tha śukle ca rāṣṭrāderanukūlabhe |
aṣṭamyantaṃ dvitīyādi yat saptadivasaṃ bhavet || 138 ||

tacca bhaumārkavārāntaṃ mahāśāntirvidhīyate |
teṣāṃ dinānāṃ nāmāni brāhmyādīnāṃ tu nāmabhiḥ || 139 ||

tridvyekasaptatidinaiḥ śreṣṭhādyā śāntirucyate |
pure rāṣṭre tathā grāme vane vā parvate'pi vā || 140 ||

p. 578)

yatra syānmātṛsānnidhyaṃ tatra śāntiṃ prakārayet |
śreṣṭhādiśāntiṃ niścitya prāgvat kṛtvāṅkurārpaṇam || 141 ||

dhvajamāropayet tasmin piśācīṃ vilikhet paṭe |
ūrdhvakeśīṃ pravṛttākṣīṃ nirmāṃsāsthiśarīriṇīm || 142 ||

dīrghaghrāṇāṃ pralamboṣṭhīṃ dvibhujāṃ dīrghakandharām |
kapālavetāladharāṃ tathaiva vikṛtānanām || 143 ||

adīrghakukṣihastāṅghriṃ gośṛṅgasadṛśastanīm |
nibaddhakiṅkiṇīmālā nānāsarpavibhūṣaṇām || 144 ||

ekabere bhavedevaṃ bahuberaṃ yadā tadā |
piśācīṃ parito'nyāni vāhanānyaṣṭa cālikhet || 145 ||

prāsādāgre sabhāgre vā grāmamadhye ca catvare |
daśahastapramāṇaṃ tu syānmudrāmaṇḍapaṃ śubham || 146 ||

tanmadhye caturaśraṃ tu pīṭhaṃ syād balipīṭhavat |
tato grāmapurādestu dikṣu sandhiṣvapi kramāt || 147 ||

maṇḍalāni suliptāni balyarthaṃ parikalpayet |
tatastūryādinirghoṣairgeyanṛttādimaṅgalaiḥ || 148 ||

śūlāstrayātrāsahitaṃ baliṃ dikṣu ca nikṣipet |
śālyodanaṃ sadadhyājyaṃ māṃsapratinidhiplutam || 149 ||

saraktagandhakusumaṃ tattanmantrairbaliṃ kṣipet |
madhye tu brahmaṇe dikṣu lokeśebhyo yathāpuram || 150 ||

sarvadevālayāgreṣu grāmadvārasabhāsu ca |
catvareṣu ca caityeṣu rājamukhyālayeṣu ca || 151 ||

gogajāśvādiśāleṣu mukhyavṛkṣanadīṣu ca |
kūpārāmataṭākeṣu vane pitṛvaneṣu ca || 152 ||

nidhisthāneṣu cānyeṣu samprokṣya vikired balim |
trisandhyaṃ vikireccaiva balidānādanantaram || 153 ||

praviśya maṇḍapaṃ pīṭhe nyasedastraṃ ca pūrvavat |
sampūjayecca tat tatra yātrāṃ devyāḥ pravartayet || 154 ||

p. 579)

narayānena vādyena gītanṛttādimaṅgalaiḥ |
śaṅkhabheryādinirghoṣairvitānacchatracāmaraiḥ || 155 ||

bhūṣitābhiḥ surūpābhirgaṇikābhiralaṅkṛtam |
susnātaiḥ subhaṭairvīrairbhūṣitaiḥ khaḍgapāṇibhiḥ || 156 ||

anyairapi janairjuṣṭaṃ janakolāhalena tu |
pratirātraṃ piṣṭapaśūn viśasya vinivedayet || 157 ||

prātaḥ sāyaṃ pāraśavo mudrānṛttaviśāradaḥ |
nṛtyet saṅgītaramyaṃ tanmaṇḍape'strasya sannidhau || 158 ||

dhvajāvaropaṇe proktaṃ yathā śaivamahotsave |
ardharātre pratiniśaṃ tathā maunabaliṃ kṣipet || 159 ||

atha ṣaṣṭhadine rātrau kautukaṃ tu mahāpaśoḥ |
vadhnīyāt sa ca viprasya hariṇo nṛpatergajaḥ || 160 ||

vaiśyasya mahiṣo'nyasya cchāgo'pi syānmahāpaśuḥ |
alābhe tvatha sarveṣāṃ mahiṣo vā paśurbhavet || 161 ||

saptame'hnyaparāhṇe tu viśasyopapaśuṃ tvajam |
yūpabaddhamalaṅkṛtya tataśchindyānmahāpaśum || 162 ||

tadraktamatha mātṛbhyo mātre vā vinivedayet |
tadraktapalalonmiśrairannairdikṣu baliṃ kṣipet || 163 ||

aṣṭame'hni tataḥ prāgvaccūrṇotsavapurassaram |
śaivotsavavidhānena tīrthayātrāṃ samāpayet || 164 ||

prāgvad gaṇān visṛjyātha dhvajaṃ cāpyavaropayet |
ekāśītighaṭaiḥ prāgvat snapayet pūjayedapi || 165 ||

dakṣiṇāśca pradeyāni dattvā kartāśnute phalam |
tathaivāṅgāravāreṣu sāyaṃ pūrvoktamārgataḥ || 166 ||

baliyātrāṃ vidhāyeṣṭān sarvān kāmānavāpnuyāt |
aṣṭamyośca caturdaśyorārārkadivaseṣu ca || 167 ||

prāptaye sarvakāmānāṃ baliṃ pūjāṃ ca kārayet |

p. 580)

evaṃ viśuddhaṃ khalu mātṛtantraṃ proktaṃ pratiṣṭhādikamanna samyak |
pūjāmahāśāntyavasānametannirdiṣṭaśaivānuguṇaṃ vidheyam || 168 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde mātṛtantrapaṭalo nāmaikonaṣaṣṭitamaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 60: Kshetrapala, der Hüter des Ortes

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 60: Kshetrapala, der Hüter des Ortes
Kshetrapala verkörpert in diesem Kapitel den Schutz eines abgegrenzten heiligen Bereichs. Seine eindrucksvollen Bildformen, sein Gefolge und die Festordnung werden mit einer inneren Vergegenwärtigung des Bewusstseins verbunden. Die Mantrabeschreibungen enthalten neben ausgeschriebenen Worten auch Chiffren, die hier als solche erkennbar bleiben.

Kapitelanfang. Nun das sechzigste Kapitel.

Kriyapada 60, Vers 1. Nun werden Kshetrapalas Einsetzung und die folgenden Handlungen erklärt. Auch hier erschließe man das Verfahren entsprechend der beschriebenen Shiva-Ordnung.

Kriyapada 60, Vers 2. Der letzte Laut, mit dem Manu-Vokal verbunden und mit Bindu und Nada geschmückt, mit Tara am Anfang, ist sein Keimlaut; danach das Wort „Kshetrapala“

Kriyapada 60, Vers 3. im Dativ und Huldigung am Ende: Dies ist der neunsilbige Wurzelmantra. Beim Feueropfer endet er mit der Feuergemahlin. Der Keimlaut, verbunden mit langen Vokalen,

Kriyapada 60, Vers 4. bildet mit den zugehörigen Abschlussformen der Reihe nach die sechs Glieder bis zur Waffe. Auch sein Mala-Mantra wird angegeben: Tara, Shakti und der achte von Ya,

Kriyapada 60, Vers 5. mit Feuer und dem sechsten Vokal, der Stabträger, dann „Remuka, steige herab“, der letzte Laut mit dem elften Vokal, der erste der fünften Gruppe mit Feuer,

Kriyapada 60, Vers 6. danach die Wörter „Hüter“, „groß“ und „Kraft“, zweimal „Kapila“, „durch die Fülle der Haarflechten strahlend“ und am Ende „Flammengesicht“.

Kriyapada 60, Vers 7. „Nimm die Verehrung mit [Duft], Blumen, Räucherwerk, Lampen und Bali an!“ Nach „Bhairava“ folgt das Wort „in der Gestalt“.

Kriyapada 60, Vers 8. Die Wörter Taru, Muru, Kha und Phat; nach „schallendes Gelächter“ folgt „Herr der Damaras“.

Kriyapada 60, Vers 9. Der erste der fünften Gruppe und der Ye-Laut; mit Svaha am Ende wird der Mantra gelehrt. Mit ihm vollziehe man die Verehrung; Japa und die weiteren Anwendungen sollen Vollendung gewähren. [Verse 2–9 enthalten Buchstabenchiffren und lautlich unklare Bestandteile. Keine gesicherte rezitierbare Gesamtformel daraus hergestellt; „Remuka“ bleibt entsprechend der gelieferten Lesung stehen.]

Kriyapada 60, Vers 10. Nun wird auch sein Bali-Mantra mit Tara am Anfang erklärt: das Wort „Komm“, der Dhu-Laut und die drei Wörter Turu, Vajra und Hana,

Kriyapada 60, Vers 11. das Wort Vina, jeweils wiederholt, „großer Ruf“, „Kshetrapala“, dann zweimal „Nimm an“, mit der Feuergemahlin abschließend.

Abschnittsbezeichnung. Bali-Mantra.

Kriyapada 60, Vers 12. Tara, Shakti, „Vatuka“ im Dativ; danach wie früher „Befreiung aus Bedrängnis“ und zweimal „Vollziehe“,

Kriyapada 60, Vers 13. nochmals „Vatuka“ im Dativ und der Shakti-Keimlaut: Dies ist sein zweiundzwanzigsilbiger Mantra, der durch Japa und die übrigen Anwendungen die gewünschte Vollendung gewähren soll.

Kriyapada 60, Vers 14. Kshetrapala lasse man im kleinen Zehn-Tala-Maß fertigen, dunkel wie Augenschminke, mit weit geöffneten Augen und flammend aufgerichtetem Haar,

Kriyapada 60, Vers 15. jugendlich, von sehr großem Körper, rot ausgestattet und nackt, mit deutlich sichtbaren Hauern im gewaltigen Gesicht und vielerlei glänzendem Schmuck.

Kriyapada 60, Vers 16. Seine Hüften umgibt eine goldene Glöckchen- und Glockenkette; seine Lotusfüße schmücken klingende goldene Fußspangen.

Kriyapada 60, Vers 17. Seine Gestalt ist gerade, hoch und fest; er steht auf dem Lotus eines goldenen Sockels. Man fertige ihn vierarmig, achtarmig oder zweiarmig.

Kriyapada 60, Vers 18. Die vierarmige Gestalt hält Schädel, Dreizack, Schlinge und Damaru-Trommel in den unteren und oberen Händen.

Kriyapada 60, Vers 19. Die achtarmige Gestalt trägt rechts Dreizack, Schwert, Khatvanga-Stab und Damaru-Trommel, links Schädel, Glocke, Bogen mit Pfeil

Kriyapada 60, Vers 20. und Schlinge, mit den beschriebenen Merkmalen. Die zweiarmige Gestalt trägt links einen Schädel und rechts eine Keule.

Kriyapada 60, Vers 21. Sie gleicht einem achtjährigen Kind, mit dunklem, gelocktem Haar und schmückenden Locken; im Lotusgesicht werden die Spitzen kleiner Hauer sichtbar.

Kriyapada 60, Vers 22 mit Einleitung und Zitat. Er ist rot: Dies ist Vatukanatha, der Herr des Ortes. Oder, wie andere gesagt haben: „Immer verehre ich jenen Kshetrapala mit herabhängenden, wolkengleichen Haarflechten, drei Augen und dem Glanz eines dunklen Berges aus Augenschminke. In seinen beiden Armen hält er Keule und Schädel; rote Kränze, Duft und Schmuck lassen ihn leuchten. Der Klang seiner Glockengürtel vereint sich mit furchterregendem Klingeln. Diesen mächtigen Herrn mit bunten Schlangen als Ohrringen verehre ich.“

Kriyapada 60, Vers 23. Die Halle für das vorbereitende Verweilen soll wie zuvor sechzehn Säulen haben.

Kriyapada 60, Vers 24. Shama, Vibhumi, Subala und Aroga sind der Reihe nach die Torbögen. Heruka, Tripuranta, Agni, Vetala,

Kriyapada 60, Vers 25. Agnijihva, Karala, als siebter Ekadamshtra und als achter Bhimarupa: Diese verehre man in den Torkrügen.

Kriyapada 60, Vers 26. Acht Banner mit einem Hund als Zeichen sind mit den Namen Aindra, Agneya und den weiteren zu verehren. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen

Kriyapada 60, Vers 27. verehre man im Krug Kshetrapati in der beschriebenen Gestalt auf einem schwarzen Pferd; in der Vardhani seine Dreizackwaffe in Frauengestalt auf Sarama.

Kriyapada 60, Vers 28. Nach ihrer Verehrung und Umtragung rufe man Kshetrapa im Feuer der mittleren Grube herbei und opfere wie zuvor Brennhölzer und die übrigen Stoffe.

Kriyapada 60, Vers 29. Man vollziehe die Reinigung der Gestalt, die Öffnung der Augen, das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Hereinbringen,

Kriyapada 60, Vers 30. die Lagerung auf der Plattform in der Halle und die Verehrung von Wurzelkrug und Waffe. Dann stelle man den Schlafkrug und in den Richtungen die Gestaltkrüge auf.

Kriyapada 60, Vers 31. Anala, Agnikesha, Kala, Ghantarava, Mahakrodha, Pingalaksha, als siebter Pishitashana

Kriyapada 60, Vers 32. und als achter Urdhvakesha sind darin mit ihren eigenen Namen zu verehren. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, die Gestalten Erde und die übrigen

Kriyapada 60, Vers 33. sowie die Gestaltherren Asitanga und die übrigen setze man in die drei Bereiche ein. Asitanga, Ruru, Canda, Krodha, Unmatta,

Kriyapada 60, Vers 34. Kapalin, Bhishana und Samhara sind die acht Gestalthüter. Ihre Namen werden mit „Bhairava“ am Ende, im Dativ und mit Huldigung verbunden.

Kriyapada 60, Vers 35. Sie sind in den einzelnen Bereichen bis Knie, Hals und Kopf einzusetzen. Nach Ghee-Opfern mit den jeweiligen Mantras berühre und besprenge man mit den Krügen die entsprechenden Stellen.

Kriyapada 60, Vers 36. Im Bild setze man die Erkenntniskraft, im Sockel die Handlungskraft ein und verehre sie. Nach einer Nacht mit Tanz, Gesang und anderem, bei Sonnenaufgang,

Kriyapada 60, Vers 37. bade man und vollziehe Sandhya und die weiteren Handlungen. Zur gewählten Zeit setze man den Schildkrötenstein im menschlichen Feld ein und darauf die Gruppen von Edelsteinen und anderem.

Kriyapada 60, Vers 38. Den Sockel und darauf das Bild setze man mit dem Wurzelmantra ein. Man befestige und wasche es, übertrage den Keimlaut aus dem Krug in sein Herz

Kriyapada 60, Vers 39. und übergieße es. Nach Einsetzung von Sitz, Gestalt und Mantrakörper führe man aus dem Inneren des eigenen Herzlotus

Kriyapada 60, Vers 40. das Bewusstsein durch den Nadi-Weg zum Bindu und weiter zusammen mit dem Licht der Bewusstseinskraft, das im Mond des Dvadashanta-Lotus ruht,

Kriyapada 60, Vers 41. in die Blumenschale der Hände. Wie zuvor bringe man es in sein Herz und vereine es mit seinem Mantra in der Lotusmitte.

Kriyapada 60, Vers 42. Die eigenen Wurzel- und Gliedermantras bilden den Mantraweg, ihre Wörter den Wortweg. Die übrigen Wege vergegenwärtige und setze man wie früher der Reihe nach ein.

Kriyapada 60, Vers 43. Danach übergieße man vorschriftsgemäß aus Schlaf- und Gestaltkrügen und verehre nach dem früher beschriebenen Verfahren mit Arghya und den weiteren Gaben sowie den eigenen Glieder- und Wurzelmantras.

Kriyapada 60, Vers 44 mit Übergang. Und zwar: Nach dem Bad verehre man Vighnesha und versehe den Körper mit der vollständigen Mantragestalt. Mit dem allgemeinen Arghya verehre man an seinem Tor Shulin und Kapalin,

Kriyapada 60, Vers 45. oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein, lege sie an der Schwelle nieder und verehre Vastu-Brahma und den Sitz.

Kriyapada 60, Vers 46. Durch die Waffe geschützt, setze man sich wie zuvor und verehre das Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 60, Vers 47. Man verehre Shakti, Erde und Sockel auf dem Lotus der Gunas Sattva und der übrigen; ringsum die acht Shaktis mit den Namen seiner Gestalten, dreiäugig,

Kriyapada 60, Vers 48. mit Arghya und den weiteren Gaben. Wie zuvor rufe man die Gottheit herbei. Herz und die übrigen Glieder verehre man vom Südosten an, das Auge vorne,

Kriyapada 60, Vers 49. die Waffe in den Richtungen und Zwischenrichtungen. Nach Einsetzung und Verehrung wie zuvor mit Arghya bis zur Speisegabe opfere man auch mit Wurzel- und Gliedermantras.

Kriyapada 60, Vers 50. Mit dem Textbeginn „Dem Herrn des Feldes …“ bringe man hundertacht Opfergaben dar. Danach setze man das Gefolge ein: am Tor Kapalin

Kriyapada 60, Vers 51. und Shulin, die acht Gestalten der Reihe nach an den Orten der Welthüter. Sie gleichen diesen in ihrer Gestalt, Anala, Agnicara und die übrigen. [Agnicara weicht vom früheren Agnikesha ab; keine Vereinheitlichung.]

Kriyapada 60, Vers 52 mit Formel. Vorne stehe als Reittier der Hund: „Om, Huldigung Sarameya!“ Man setze auch Vira, Vighneshvara, die Mütter und den Bali-Sockel ein und opfere hier im Feuer

Kriyapada 60, Vers 53. mit dem Textbeginn „Dem Herrn des Feldes …“ Brennhölzer und die übrigen Stoffe. Am zweiten Tag setze man wie früher Kshetracanda

Kriyapada 60, Vers 54. im Nordosten ein und verehre ihn als Vatuka mit den abgenommenen Gaben. Ebenso setze man Saumya und Ugra als Torhüter am Torturm ein.

Kriyapada 60, Vers 55. Nach Einsetzung des Bali-Sockels opfere man Ghee mit Wurzel- und Gliedermantras, dann wie zuvor mit Jaya und den übrigen sowie den Sühneformeln und der vollständigen Opfergabe.

Kriyapada 60, Vers 56. Nach dem Svishtakrit-Opfer teile man das Feuer und vereinige es mit sich selbst. Man entlasse die Banner wie früher und lasse Ehrengaben und die übrigen Geschenke geben.

Kriyapada 60, Vers 57. Der Auftraggeber stelle die Mittel für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen bereit. Nach Ablauf von drei Nächten übergieße man ihn nach Möglichkeit mit Krügen,

Kriyapada 60, Vers 58. bis zu hundertacht, wie früher. Wer Kshetrapa so einsetzt, erlangt infolge sichtbarer und unsichtbarer Früchte

Kriyapada 60, Vers 59, erster Halbvers. Genüsse, angemessenen Wohlstand, Sieg und Söhne, so die Verheißung.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Kshetrapalas Einsetzung.

Kriyapada 60, Vers 59, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest Kshetrapatis wird morgens ein Linga aus gekochtem Reis überliefert,

Kriyapada 60, Vers 60. mittags eines aus Teig, bei Einbruch der Nacht eines aus Blumen. Das Festbild soll wie früher aus Gold oder einem anderen der genannten Stoffe bestehen.

Kriyapada 60, Vers 61. Mit Instrumentalmusik, Gesang, Tanz und anderem sowie Schirmen und weiterer Ausstattung veranstalte man die Bali-Prozession. Die Torhüter sind Shulin und Kapalin.

Kriyapada 60, Vers 62. Vier Gestalten in den vier Richtungen sind furchterregend in Nishada-Gestalt, schwarz ausgestattet und schwarzfarbig, mit Bogen und Pfeil in den Händen zu verehren.

Kriyapada 60, Vers 63. Mit Arghya und den weiteren Gaben: Adricara, Raja, Kapalin und Mahatman. Anala und die übrigen, das Reittier, Virabhadra und Ganadhipa,

Kriyapada 60, Vers 64. die Mütter und Kshetracanda stehen dort; ihnen gebe man Bali. Am Torturmeingang gebe man Saumya und Ugra Bali. [Vers 63 ist syntaktisch verdichtet; die vier Namen werden entsprechend der vorangehenden Vierzahl getrennt. Nishada ist eine historische Gruppenbezeichnung des Textes.]

Kriyapada 60, Vers 65. Man trete hinaus, stelle sich vor den Sockel und rufe die Scharen an: „Die ihr die ganze Welt durchdringt und im Verlangen nach Bali dort weilt,

Kriyapada 60, Vers 66. ihr alle, Kshetrapalas Scharen: Nehmt die herbeigebrachte Bali-Gabe an!“ So lautet die Formel. Danach stehen Heruka und die übrigen zuvor genannten Gestalten der Reihe nach in den acht Richtungen.

Kriyapada 60, Vers 67. Ihnen gebe man Bali. Rings um den Sockel stehen der Reihe nach sechzehn Herren der Wesen; in der Mitte steht Kshetrasena.

Kriyapada 60, Vers 68. Apara, Apava, Indramurti, Ishana, Ugra, Urdhvabahu, Rishabha und Ribhava:

Kriyapada 60, Vers 69. Diese stehen rings um den Sockel. Darüber auf den Lotusblättern Asambhava, Anujanman, Ekadamshtra und danach … [Die Quelle setzt hier ein Fragezeichen; die folgende Namensabgrenzung ist ebenfalls unsicher.]

Kriyapada 60, Vers 70. Airavata, Oghabala, Aushadhesha und Janaprabha. In der Mitte der als Assambhava-Kshetrapalasena Bezeichnete. [Die erhaltene Folge lässt keine sichere, vollständige Zuordnung der zuvor genannten sechzehn Namen zu. Keine Namen ergänzt.]

Kriyapada 60, Vers 71. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; beim großen Fest gilt sie entsprechend. Die Besonderheit: Man hisse ein Banner mit dem Hundezeichen und verehre es.

Unnummerierte Formeln nach Vers 71. „Om, Huldigung Sarameya! Om, Huldigung dem Hund! Om, Huldigung Kshetrapalas Reittier!“ So lauten die Anrufungen.

Kriyapada 60, Vers 72. Nach der Bali-Gabe für die Gestalten an den Plätzen der Welthüter spreche man: „Om, die Wesen Kshetrapalas im Osten, die vorne sitzen …“

Kriyapada 60, Vers 73. Mit diesen und den folgenden Mantras streue man wie früher Bali in den jeweiligen Richtungen aus. In der dritten Umfassung außerhalb des Kreises von Heruka und den übrigen

Kriyapada 60, Vers 74. stehen jeweils vier in jeder Richtung; ihnen gebe man Bali: Kambalin, Khara, Gandhapriya, Ghantarava,

Kriyapada 60, Vers 75. Ngakaramurti, Canda, Chandacarin, Jatadhara, Jhankaramukhara, Nyonga, Tankarin und Thamaya,

Kriyapada 60, Vers 76. Damara, Dhankriti, Namaya, Tattvacit, Atha, Murti, Dantura, Dhanapala und Nandaka,

Kriyapada 60, Vers 77. Parantaka, Phatkarin, Barbara, Bhavanandana, Mahabala, Yakshesha, Rakshasa und Lambana,

Kriyapada 60, Vers 78. Vanaraksha, Shumbha, Shadbhuja und Sadasaspati. Nach der Bali-Gabe für diese verehre man in der oberen und unteren Richtung

Kriyapada 60, Vers 79. Harasena und danach Kshanadacara. Für alle verwende man ihre eigenen Namen im Dativ mit Tara am Anfang

Kriyapada 60, Vers 80. und Huldigung am Ende zur Verehrung und ebenso zur Bali-Gabe. Alle diese mächtigen Ortsherren gleichen Kshetrapa. [Die Namenreihe in Vers 74–78 enthält lautlich ungewöhnliche Namen und unsichere Trennungen; bei der hier bewahrten Trennung ergeben sich 33 statt der angekündigten 32 Gestalten.]

Kriyapada 60, Vers 81. Verehrt, sollen sie auch einzeln alle Wünsche erfüllen. Außerhalb von ihnen, in den Richtungen, der Reihe nach wie früher,

Kriyapada 60, Vers 82. streue man Bali aus mit den Mantras: „Die Scharen im Osten, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“ und den folgenden.

Kriyapada 60, Vers 83. Am Ende der festgelegten Tage plane und vollziehe man wie früher die Prozession zum heiligen Bad und bade die Gottheit entsprechend den vorhandenen Mitteln.

Kriyapada 60, Vers 84. Man entlasse alle Scharen und die Gottheiten der Übergangsorte wie früher und gebe Ehrengaben, Geschenke und reichlich Speise.

Kriyapada 60, Vers 85½ mit vorangestellter Fortsetzung. Alle besonderen gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte werden verheißen. So ist Kshetrapalas Tantra ordnungsgemäß von der Einsetzung bis zum Fest der Reihe nach, nach Betrachtung der Agamas, hier in Kürze dargestellt. Alles Weitere ist entsprechend der Shiva-Ordnung zu erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechzigste Kapitel über Kshetrapalas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 60

Ein Ort wird im Text durch Aufmerksamkeit, geordnete Handlungen und die Vorstellung eines schützenden Hüters ausgezeichnet. Heute kann das zur Frage anregen, wie wir mit den Räumen umgehen, in denen wir üben und anderen begegnen. Sorgfalt, klare Grenzen und Gastfreundschaft sind einfache Formen solcher Verantwortung. Die historische Schutzgestalt kann diese Besinnung begleiten, ohne dass ihre Ritualvorschriften mit heutigen Alltagsübungen gleichgesetzt werden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 60: Kshetrapala, der Hüter des Ortes
Kshetrapala verkörpert in diesem Kapitel den Schutz eines abgegrenzten heiligen Bereichs. Seine eindrucksvollen Bildformen, sein Gefolge und die Festordnung werden mit einer inneren Vergegenwärtigung des Bewusstseins verbunden. Die Mantrabeschreibungen enthalten neben ausgeschriebenen Worten auch Chiffren, die hier als solche erkennbar bleiben.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

athātaḥ kṣetrapālasya pratiṣṭhādyaṃ nigadyate |
proktaśaivānusāreṇa karmātrāpi samūhayet || 1 ||

antyo manuḥsvaropeto bindunādavibhūṣitaḥ |
tārādirasya bījaṃ syāt kṣetrapālapadaṃ tataḥ || 2 ||

caturthyantaṃ namonto'yaṃ mūlamantro navākṣaraḥ |
home syādagnijāyānto bījaṃ dīrghaiḥ svarairyutam || 3 ||

jātiyuktāni cāṅgāni ṣaḍastrāntānyanukramāt |
mālāmantro'pi tasyaiva tāraḥ śaktiśca yāṣṭamaḥ || 4 ||

sāgniṣaṭkasvaro daṇḍī remukāvatareti ca |
ekādaśasvareṇāntyaṃ pañcamādihutāśayuk || 5 ||

tataḥ pālamahāśabdau baleti kapiladvayam |
jaṭābhārabhāsuro'nte jvālāmukhapadaṃ bhavet || 6 ||

(gandha)puṣpadhūpadīpabalipūjāṃ gṛhāṇa ca |
bhairaveti padānte syād rūpeṇeti padaṃ tataḥ || 7 ||

taruśabdo murupadaṃ khaḥ phaṭkārapadāni ca |
aṭṭahāsapadasyānte ḍāmarādhipa ityapi || 8 ||

pañcamādiśca yekāraḥ svāhānto mantra īritaḥ |
pūjāmanena kurvīta japādiḥ siddhido bhavet || 9 ||

tārādiratha tasyaiva balimantro'pi kathyate |
ehiśabdo dhukāraśca turuvajrahanāstrayaḥ || 10 ||

vināśabdaśca vīpsāntaṃ mahāravapadaṃ tathā |
kṣetrapālapadaṃ gṛhṇa gṛhṇetyuktvāgnijāyayā || 11 ||

p. 581)

balimantraḥ |

tāraṃ śaktiśca vaṭukaścaturthyantastataḥ param |
āpaduddhāraṇaṃ prāgvat kuruyugmaṃ tato'pi ca || 12 ||

vaṭukaḥ syāccaturthyantaḥ śaktibījaṃ ca tanmanuḥ |
dvāviṃśatyakṣaro mantro japādyairiṣṭasiddhidaḥ || 13 ||

kaniṣṭhadaśatālena kṣetrapāla tu kārayet |
añjanābhaṃ vivṛttākṣaṃ jvalitordhvasiroruham || 14 ||

yuvānaṃ sumahākāyaṃ raktākalpaṃ digambaram |
spaṣṭadaṃṣṭrotkaṭamukhaṃ sphurannānāvibhuṣaṇam || 15 ||

sauvarṇakiṅkiṇīghaṇṭāmālābaddhakaṭītaṭam |
śiñjatkanakamañjīrabhūṣitāṅghrisaroruham || 16 ||

ṛjvāayatasthirākāraṃ hemapīṭhāmbuje sthitam |
caturbhujaṃ vāṣṭahastaṃ dvibhujaṃ vāpi kārayet || 17 ||

kapālaṃ ca triśūlaṃ ca pāśaṃ ḍamarukaṃ karaiḥ |
adhaścordhvaṃ ca bibhrāṇaṃ kuryādevaṃ caturbhujam || 18 ||

śūlaṃ khaḍgaṃ ca khaṭvāṅgaṃ bibhraḍḍamarukaṃ tathā |
dakṣiṇe'tha kapālaṃ ca ghaṇṭāṃ ca saśaraṃ dhanuḥ || 19 ||

pāśaṃ cāṣṭabhujaḥ kāryaḥ proktalakṣaṇalakṣitaḥ |
kapālaṃ ca gadāṃ bibhrad dvibhujo vāmadakṣiṇe || 20 ||

aṣṭavarṣārbhakaprakhyo nīlakuñcitamūrdhajaḥ |
alakālaṅkṛtaḥspaṣṭadaṃṣṭrāṅkuramukhāmbujaḥ || 21 ||

raktavarṇo'tha vaṭukanāthaḥ kṣetrādhipo hyayam |

athavā uktañcānyaiḥ -

vyālambābhrajaṭādharaṃ triṇayanaṃ nīlāñjanādriprabhaṃ dordvandvāttagadākapālamaruṇasraggandhabhūṣojjvalam |
ghaṇṭāmekhalaghargharādhvanimilajjhāṅkārabhīmaṃ vibhuṃ vande citrabhujaṅgakuṇḍaladharaṃ taṃ kṣetrapālaṃ sadā || 22 ||

prāgvat ṣoḍaśapādaḥ syādadhivāsanamaṇḍapaḥ || 23 ||

p. 582)

śamo vibhūmiḥ subalaścārogastoraṇāḥ kramāt |
herukastripurāntaścāpyagnirvetāla eva ca || 24 ||

agnijihvaḥ karālaścāpyekadaṃṣṭrastu saptamaḥ |
bhīmarūpo'ṣṭamastvetān dvārakumbheṣu pūjayet || 25 ||

sārameyadhvajāścāṣṭāvaindrāgneyādināmabhiḥ |
pūjyāḥ syuratha puṇyāhavikirakṣepapūrvakam || 26 ||

kumbhe kṣetrapatiṃ proktamūrtiṃ kṛṣṇāśvavāhanam |
vardhanyāṃ tacca śulāstraṃ strīrūpaṃ saramāgatam || 27 ||

iṣṭvā tadbhramaṇādūrdhvaṃ madhyakuṇḍāhitānale |
āvāhya kṣetrapaṃ prāgvaddhutvā ca samidādibhiḥ || 28 ||

kuryādākāraśuddhiṃ ca tathā nayanamokṣaṇam |
tathābdhivasanaṃ grāmabhramaṇaṃ ca praveśanam || 29 ||

maṇḍape śayanaṃ vedyāṃ mūlakumbhāstrapūjanam |
nidrākumbhaṃ tvatha nyasyed dikṣu mūrtighaṭānapi || 30 ||

analaścāgnikeśaśca kālo ghaṇṭāravastathā |
mahākrodhaḥ piṅgalākṣaḥ saptamaḥ piśitāśanaḥ || 31 ||

ūrdhvakeśo'ṣṭamastvetān svākhyābhiḥ kumbhagān yajet |
ātmāditattvatattveśān mūrtīḥ pṛthvyādikāstathā || 32 ||

mūrtīśānasitāṅgādīṃstriṣu bhāgeṣu vinyaset |
asitāṅgo ruruścaṇḍaḥ krodhaśconmatta eva ca || 33 ||

kapālī bhīṣaṇaścaiva saṃhāraścāṣṭa mūrtipāḥ |
ete bhairavaśabdāntāścaturthyā namasānvitāḥ || 34 ||

jānukaṇṭhaśironteṣu nyasyāḥ syuḥ pratikhaṇḍakam |
tattanmantrairghṛtaṃ hutvā spṛśet siñcecca kumbhakaiḥ || 35 ||

jñānaśaktiṃ nyased bere kiryāṃ pīṭhe'rcayedapi |
nṛttagītādibhiḥ śyāmāmativāhyodite ravau || 36 ||

snātvā nirvartya sandhyādyaṃ lagne kūrmaśilāṃ nyaset |
mānuṣe tu pade tasyāṃ vargān ratnādikān nyaset || 37 ||

p. 583)

pīṭhaṃ ca pīṭhe beraṃ ca mūlamantreṇa vinyaset |
dṛḍhīkṛtya tu saṃkṣālya kumbhād bījaṃ tu taddhṛdi || 38 ||

vinyasya cābhiṣicyāthāpyāsanaṃ mūrtimeva ca |
mantradehaṃ ca vinyasya svahṛdambhoruhodarāt || 39 ||

nāḍīmārgeṇa caitanyaṃ nītvā binduṃ tato'pi ca |
dvādaśāntābjasomasthacicchaktijyotiṣā saha || 40 ||

puṣpāñjalau samāyojya prāgvadānīya taddhṛdi |
padmamadhyasthatanmantreṇaikatvamupapādayet || 41 ||

mantrādhvā syāt svamūlāṅgaiḥ padādhvā tatpadaiḥ smṛtaḥ |
śeṣādhvāno yathāpūrvaṃ tadvibhāvya nyaset kramāt || 42 ||

nidrāmūrtighaṭaiḥ paścādabhiṣicya yathāvidhi |
prāguktamārgeṇārghyārdyaiḥ svāṅgamūlaistu pūjayet || 43 ||

tadyathā -

snātvā sapūjya vighneśaṃ sakalīkṛtavigrahaḥ |
sāmānyārghyeṇa taddvāri śūlinaṃ ca kapālinam || 44 ||

iṣṭvā dvāraśriyaṃ cordhve kṣiptāstro'ntaḥ praviśya tu |
astraṃ vinyasya dehalyāṃ vāstubrahmāsanārcanāt || 45 || kṛtarakṣo'strataḥ prāgvadupaviśyārghyamarcayet |
śuddhīḥ pañca vidhāyātha tilakī puṣpaśekharaḥ || 46 ||

śaktiṃ ca pṛthivī pīṭhaṃ sattvādiguṇapaṅkaje |
aṣṭau tu paritaḥ śaktīstryakṣaṃ tanmūrtināmabhiḥ || 47 ||

arghyāditaḥ samabhyarcya devamāvāhya pūrvavat |
hṛdādīnyanalādyeṣu netraṃ ca purato yajet || 48 ||

astraṃ dikṣvatra madhyeṣu vinyasyābhyarcya pūrvavat |
arghyādibhirnivedyāntaṃ mūlāṅgairjuhuyādapi || 49 ||

kṣetrasyapaṭa-ityādyādaṣṭottaraśatāhutīḥ |
hutvātha parivārāṃstu nyased dvāri kapālinam || 50 ||

śūlinaṃ cāṣṭa mūrtīstu lokeśasthānagāḥ kramāt |
lokeśatulyarūpāṃstānanalāgnicarādikān || 51 ||

p. 584)

agne tu vāhanaṃ śvānam

oṃ sārameyāya namaḥ |

vīravighneśvarāvapi |

mātṝśca balipīṭhaṃ ca vinyasyātra hutāśane || 52 ||

kṣetrasyapata-ityādyājjuhuyāt samidādikam |
atha dvitīyadivase kṣetracaṇḍaṃ tu pūrvavat || 53 ||

vinyasyaiśe tu nirmālyairvaṭukāyaṃ tamarcayet |
(tathaiva) gopuradvāḥsthau saumyamugraṃ ca vinyaset || 54 ||

balipīṭhaṃ ca vinyasya mūlāgrairjuhuyād ghṛtam |
jayādibhistataḥ prāgvat prāyaścittaiśca pūrṇayā || 55 ||

hutvā sviṣṭakṛtā cāgniṃ vibhajyātmani yojayet |
dhvajāṃśca visṛjet prāgvad dakṣiṇādyaṃ ca dāpayet || 56 ||

vibhavaṃ kalpayet kartā nityapūjādisiddhaye |
tisro rātrīratītyātha kalaśairupapattitaḥ || 57 ||

aṣṭottaraśatāntaistamabhiṣiñcedṃ yathāpuram |
kṣetreśamevaṃ saṃsthāpya dṛṣṭādṛṣṭaphalodayāt || 58 ||

bhogāṃcchriyaṃ yathāyogyaṃ jayaṃ putrāṃśca vindati |

kṣetrapālapratiṣṭhādhikāraḥ |

nityotsave kṣetrapateḥ prātarannamayaṃ smṛtam || 59 ||

piṣṭaliṅgaṃ tu madhyāhne puṣpaliṅgaṃ niśāmukhe |
haimādyanyatamā prāgvadutsavapratimā bhavet || 60 ||

vāditragītanṛttādyairbaliyātrāṃ prakalpayet |
chatrādyairvibhavaiścātha dvāḥsthau śūlikapālinau || 61 ||

catvāro'tra caturdikṣu niṣādākārabhīṣaṇāḥ |
kṛṣṇākalpāḥ kṛṣṇavarṇāḥ pūjyāścāpeṣupāṇayaḥ || 62 ||

arghyādyadricaro rājā kapālī ca mahātmanā |
analādyā vāhanaṃ ca vīrabhadragaṇādhipau || 63 ||

p. 585)

mātaraḥ kṣetracaṇḍaśca sthitastebhyo baliṃ kṣipet |
gopuradvāri saumyāya cogrāya ca baliṃ kṣipet || 64 ||

bahirnirgatya pīṭhāgre sthitvā tvāmantrayed gaṇān |
ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ || 65 ||

kṣetrapālagaṇāḥ sarve gṛhṇantu balimāhṛtam |

iti |

tato'ṣṭadikṣu pūrvoktā herukādyāḥ sthitāḥ kramāt || 66 ||

tebhyo nikṣipya tu baliṃ pīṭhasya paritaḥ kramāt |
sthitvā ṣoḍaśaṃ bhūteśāḥ kṣetrasenaśca madhyataḥ || 67 ||

aparo'thāpavaścendramūrtirīśāna eva ca |
ugraścāpyūrdhvabāhuḥ syādṛṣabhastvṛbhavastathā || 68 ||

pīṭhasya paritastvete'taścordhve padmapatragāḥ |
asaṃbhavothanūjanmā ekadaṃṣṭrastataḥ paraḥ (?) || 69 ||

airāvato hyoghabalaścauṣadheṣo janaprabhaḥ |
assaṃbhavakṣetrepālasenasaṃjñaśca madhyamaḥ || 70 ||

nityotsave vidhiścaiṣa tulyaśca syānmahotsave |
viśeṣaḥ sārameyāṅkaṃ dhvajamucchritya pūjayet || 71 ||

oṃ sārameyāya namaḥ |
oṃ kukkurāya namaḥ |
oṃ kṣetrapālavāhanāya namaḥ |
iti |

lokeśasthānamūrtīnāṃ balidānādanantaram |
oṃ prāci kṣetrapālasya yebhūtā vai purassadaḥ || 72||

ityādyaiḥ pūrvavanmantraistattaddikṣu baliṃ kṣipet |
tatastṛtīyahārāyāṃ herukādyā vṛterbahiḥ || 73 ||

catvārastu pratidiśaṃ sthitāstebhyo baliṃ kṣipet |
kambalī ca kharo gandhapriyo ghaṇṭāravastathā || 74 ||

ṅakāramūrtiścaṇḍaśca chandacārī jaṭādharaḥ |
jhaṅkāramukharo ñoṅgaṣṭaṅkārī ṭhamayastathā || 75 ||

p. 586)

ḍāmaro ḍhaṅkṛtiścaiva ṇamayastattvacit tathā |
atha mūrtirdanturaścaiva [k: rti] dhanapālaśca nandakaḥ || 76 ||

parāntakaśca phaṭkārī barbaro bhavanandanaḥ |
mahābalaśca yakṣeśo rākṣaso lambanastathā || 77 ||

vanarakṣaśca śumbhaśca ṣaḍbhujaḥ sadasaspatiḥ |
eteṣāṃ tu baliṃ kṣiptvāthordhvāyāṃ diśyadhastathā || 78 ||

harasenaḥ sthitaḥ pūjyastataśca kṣaṇadācaraḥ |
sarveṣāmapi [kh: vikārā] tārādyaiścaturthyantaiḥ svanāmabhiḥ || 79 ||

namontamarcanaṃ tu syād balidānaṃ tathaiva ca |
ete mahābalāḥ sarve kṣetreśāḥ kṣetrapopamāḥ || 80 ||

pūjitāḥ sarvakāmāṃśca dadyurekaikaśo'pi ca |
eteṣāṃ ca bahirdikṣu yathāpūrvamanukramāt || 81 ||

aindryāṃ diśi gaṇā ye tu vajrahastā mahābalāḥ |
ityādibhiryathāpūrvaṃ mantraistu vikired balim || 82 ||

athoddiṣṭadinānte tu tīrthayātrāṃ yathāpuram |
saṃkalpya tat samāpyātha snapayitvopapattitaḥ || 83 ||

visṛjya tu gaṇān sarvān sandhidevāṃśca pūrvavat |
dakṣiṇāṃśca pradeyāni dattvānnādyaṃ ca puṣkalam || 84 ||

dṛṣṭādṛṣṭaphalaṃ sarvaṃ viśiṣṭaṃ sveṣṭamucyate |

iti kṣetrapālasya tantraṃ yathāvat pratiṣṭhādikaṃ yat kramādutsavāntam |
nirūpyāgamānatra saṃkṣipya gītaṃ tadūhyaṃ samastaṃ ca śaivānusārāt || 85-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde kṣetrapālatantrapaṭalaḥ ṣaṣṭitamaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 61: Neue Ernte und Lichterfest

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 61: Neue Ernte und Lichterfest
Dieses Kapitel verbindet Dank für die neue Ernte mit der feierlichen Gabe von Licht. Es beschreibt das Einbringen der Feldfrüchte, ihre Darbringung und Verteilung sowie ein großes Lichterfest. Für heutige Yoga-Aspiranten bieten Dankbarkeit und das Teilen einen unmittelbaren Zugang zu diesen historischen Tempelbräuchen.

Kapitelanfang. Nun das einundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 61, Vers 1. Wenn die Feldfrüchte reif sind, ist im Shravana, Ashvayuja, Pausha oder Phalguna die Darbringung der neuen Ernte vorgesehen.

Kriyapada 61, Vers 2. Sie geschehe unter dem Mondhaus der jeweiligen Gottheit, unter einem für Dorf, Auftraggeber und Herrscher günstigen Stern und Aszendenten, nach vorausgehender Aussaat der Keimlinge.

Kriyapada 61, Vers 3. Zur Ernte ziehe der Lehrer zu günstiger Zeit mit der Waffenprozession voraus, unter Instrumentalmusik und Gesang, gemeinsam mit gebadeten Arbeitern,

Kriyapada 61, Vers 4. die Sicheln in den Händen und weiße Gewänder tragen. Zur gewählten Zeit umgehe er das Feld rechtsherum und gebe Bali aus Reis mit Dickmilch

Kriyapada 61, Vers 5. für Soma, die Pflanzen, die Erde und Kshetrapa. Er verehre die Sichel mit dem Waffenmantra und schneide nach Osten oder Norden gewandt

Kriyapada 61, Vers 6. zuerst Shali-Reis und die übrigen Getreide. Danach sammle er Mung-, Masha-Bohnen und die weiteren Früchte jeweils händeweise.

Kriyapada 61, Vers 7. Die Arbeiter tragen die Lasten der Feldfrüchte, Früchte, Gemüse, Zuckerrohr, Wurzeln und die übrigen Erzeugnisse.

Kriyapada 61, Vers 8. Unter Gesang und weiterem Klang umgehe man Dorf und Heiligtum rechtsherum und bringe die Ernte hinein. Die Zweimalgeborenen rezitieren das Svasti-Sukta

Kriyapada 61, Vers 9. und das Shakuna-Sukta und streuen Blumen und ungebrochene Reiskörner aus. Auf dem schon zuvor in der Halle mit Mehl gezeichneten Svastika-Lotus

Kriyapada 61, Vers 10. stelle man in die Mitte einen Krug aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff, fülle ihn mit Wasser und verehre darin Soma als Herrn der Pflanzen.

Kriyapada 61, Vers 11. Ringsum sei der Ort mit glückverheißenden Keimlingen, Lampen und anderem geschmückt. Man lege dort das Ährenbündel nieder und verehre es vorschriftsgemäß.

Kriyapada 61, Vers 12. Man verehre die Glücksgöttin namens Suprabha als Herrin aller Pflanzen. In einem sorgfältig bestrichenen und geschmückten Speicher

Kriyapada 61, Vers 13. lagere man das Getreide ein: wenn der Götterberater im gegenüberliegenden Feld steht, beim Aufgang des Langsamen und in dessen Teil, wenn Varunas Wohnung hoch steigt. [Astrologische Kurzangaben: Götterberater und Langsamer bezeichnen Jupiter und Saturn; die genaue Kombination und das letzte Bild bleiben unaufgelöst.]

Kriyapada 61, Vers 14. Mit Reisähren, jungen Zweigen von Bilva und Ashvattha, zusammengebunden mit Indravalli-Ranken, schmücke man das Heiligtum und die weiteren Orte,

Kriyapada 61, Vers 15. ebenso Mörser, Stößel, Worfelkorb, Prastha-Maß und weitere Geräte. Schön geschmückte Frauen bereiten den guten, noch ungekochten enthülsten Reis.

Kriyapada 61, Vers 16. Man wasche ihn, weihe ihn mit dem Waffenmantra und bereite die Speisegabe wie eine gekochte Opfergabe. Auch die neuen weißen, ungebrochenen Reiskörner wasche man mit dem Waffenmantra.

Kriyapada 61, Vers 17. Mit Rohrzucker, Milch und Honig vermischt, werden sie mit Wurzel- und Gliedermantras besprochen. Wenn die günstige Stunde gekommen ist, bringe man die Reiskörner und die neue gekochte Opfergabe

Kriyapada 61, Vers 18. zuerst Surya und Vighnesha, dann der Gottheit und den Gefolgsgottheiten dar. Im Feuer opfere man davon mit Ghee,

Kriyapada 61, Vers 19. mit dem Wurzelmantra hundertachtmal, für Gestalten und Glieder ein Zehntel davon. Mit Reiskörnern und neuem Reis opfere man den Pflanzen unter ihren eigenen Namen,

Kriyapada 61, Vers 20. Soma und Suprabha, dann die vollständige Opfergabe. Die verbleibenden Reiskörner verteile man der Reihe nach an König und die übrigen,

Kriyapada 61, Vers 21. an Lehrer, Schüler, Brahmanen, Bedürftige, Träger religiöser Zeichen und Gefolge. Danach gebe man Bali für die Wesen.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Darbringung der neuen Ernte.

Kriyapada 61, Vers 22. Bei Vollmond im Karttika, besonders unter Krittika, veranstalte man für Shambhu und die anderen Feinde der Asuras ein Lichterfest.

Kriyapada 61, Vers 23. Ebenso am fünfzehnten Tag der dunklen Monatshälfte des Ashvayuja, im Phalguna unter Uttaraphalguni, zu den Tagundnachtgleichen und an beiden Sonnenwenden,

Kriyapada 61, Vers 24. im Pausha unter Pushya, im Caitra unter Citra und im Vaishakha unter dem Mondhaus mit Indra und Agni als Gottheiten; auch an den Tagen großer Feste soll man es veranstalten.

Kriyapada 61, Vers 25. Sieben oder fünf Tage vorher vollziehe man die Aussaat der Keimlinge. Ringsum errichte man schöne, gerade Lampenbäume aus festem Kernholz,

Kriyapada 61, Vers 26. so hoch wie der Halsbereich des Tempels, mit zwei oder drei Ellen Abstand, außerhalb der Umfassung. An ihren Spitzen befestige man

Kriyapada 61, Vers 27. Längs- und Querbalken mit Verbindungen und einer oberen Abdeckung über den Dachgliedern. Darin schlage man Pflöcke mit je zwölf Fingerbreiten Abstand ein.

Kriyapada 61, Vers 28. Ihre Zahl entspricht drei, fünf, Berg, Jagati, Rudra, Nanda und Rishi; für die vorzüglichen und nachgeordneten Formen dienen sie zur Befestigung der Lampenreihen im Inneren.

Kriyapada 61, Vers 29. Entsprechend viele Ebenen von Lampenreihen soll es der Reihe nach geben. An der Bannerstelle errichte man den Haupt-Lampenbaum so hoch wie den Bannermast. [Die Zahlenchiffren in Vers 28 und ihre Zuordnung zu den Bauformen bleiben teilweise unaufgelöst; die Quelle bietet zudem eine fragende Lesung vor „Berg“.]

Kriyapada 61, Vers 30. Von unten bis oben versehe man ihn mit Lampenreihen. In seinen Ecken vom Südosten an, jeweils sieben Ellen entfernt,

Kriyapada 61, Vers 31. errichte man vier kleine Hallen, geschmückt mit Torbögen und anderem. Darin richte man Feuergruben ein und lasse die Segensverkündigung vollziehen.

Kriyapada 61, Vers 32. Am Vorabend opfere man vor der Gottheit im Feuer auf einem Sandaltar, gereinigt durch die fünf Weihungen, Palasha-Brennhölzer, Ghee,

Kriyapada 61, Vers 33. Milch und gekochte Opfergabe der Reihe nach mit Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras, dann die vollständige Gabe mit der Gayatri. Nordöstlich des Feuers

Kriyapada 61, Vers 34. stelle man auf dem Lotus eines Reisaltars neun Schalen auf, jede mit einem Prastha Ghee gefüllt und mit einem Docht versehen, und entzünde sie

Kriyapada 61, Vers 35. mit dem Herzmantra an jenem Feuer. Man verehre sie mit den neun Shaktis Vama und den übrigen und opfere mit Jaya und den weiteren sowie den Sühneformeln.

Kriyapada 61, Vers 36. Nach dem Svishtakrit-Opfer binde man dem Lampenbaum das Schutzband um, begleitet von Gesang, Tanz und Instrumentenschall.

Kriyapada 61, Vers 37. Am Morgen vollende man die täglichen Handlungen und verehre Shiva besonders. Dann bringe man drei, zwei oder eine große, für Shiva geweihte Schale

Kriyapada 61, Vers 38. entsprechend der vorzüglichen und den übrigen Formen auf die Spitze des Lampenbaums, fülle sie mit Ghee oder Öl und lege einen Docht hinein,

Kriyapada 61, Vers 39. gefertigt aus neuem Tuch von zehn, acht oder sechs Pala für die jeweiligen Abstufungen. Das Feuer des Altars verteile man auf die Gruben der Eckhallen

Kriyapada 61, Vers 40. und setze darin Brahma und die übrigen bis Ishvara vom Südosten an ein. Man opfere Brennhölzer von Palasha, Vata, Shami und Arka, Ghee und gekochte Opfergabe.

Kriyapada 61, Vers 41. Am Fuß des Lampenbaums verehre man Sadashiva und schmücke ihn von unten an mit Gewändern und anderem.

Kriyapada 61, Vers 42. Unter Instrumentalmusik und Gesang kündige der Lehrer Shiva das Entzünden der Lampen an. Nachdem er die Erlaubnis erhalten hat,

Kriyapada 61, Vers 43. vereinige er der Reihe nach die zuvor entzündeten Shakti-Lichter in Manonmanis Schale und bringe sie an den Fuß des Lampenbaums.

Kriyapada 61, Vers 44. Ein gebadeter, gereinigter Diener in weißen Gewändern und gepflegter Erscheinung nehme das Shakti-Licht und steige den Lampenbaum hinauf.

Kriyapada 61, Vers 45. Er übertrage das Shakti-Licht auf den großen Docht an dessen Spitze. Von dort aus entzünde man ringsum alle Lampenreihen,

Kriyapada 61, Vers 46. reichlich mit Brennstoff und Dochten versehen, gleichsam in einem Augenblick. An allen Teilen des Tempels, an den Heiligtümern des Gefolges,

Kriyapada 61, Vers 47. in Hallen und Umfassungen entzünde man reichlich mit Brennstoff gefüllte Lampen und verehre sie unter Gesang, Musik und glückverheißenden Darbietungen.

Kriyapada 61, Vers 48. Wie zuvor veranstalte man die Prozession mit dem Festbild an der Spitze und umgehe außerhalb des Tempels sämtliche Lampen rechtsherum,

Kriyapada 61, Vers 49. fünf- oder dreimal, solange sie brennen. Dann bringe man den Herrn der Götter hinein und gebe Bali für die Wesen.

Kriyapada 61, Vers 50. So verfahre man eine, drei, fünf oder sieben Nächte bei den abgestuften Festen von der niedrigsten bis zur höchsten Form.

Kriyapada 61, Vers 51. Jeden Tag veranstalte man tagsüber eine besondere Verehrung und wie zuvor eine Prozession rechtsherum um das Dorf oder den jeweiligen Ort.

Kriyapada 61, Vers 52. Nach der Prozession zum heiligen Bad vollziehe man entsprechend den vorhandenen Mitteln das Bad und gebe Ehrengaben sowie ungehindert Speise und weitere Gaben.

Kriyapada 61, Vers 53. Auch die Menschen, die ein solches Lichterfest hingebungsvoll betrachten, erlangen nach der Verheißung hier Freuden und gehen frei von Schuld in den Himmel ein. [Die Quelle kennzeichnet das letzte Wort durch eine fragende Alternativlesung.]

Kriyapada 61, Vers 54. Selbst wenn man Tausende mal tausend Münder hätte, eine Lebenszeit gleich Brahmas und die Redekraft Brihaspatis,

Kriyapada 61, Vers 55. könnte man die Frucht auch nur einer einzigen Lampe nicht aussprechen. Wie ließe sich dann die Frucht all der Lampen beim Lichterfest und anderen Anlässen beschreiben?

Unnummerierter Schlussvers. So wurde die in den Tantras vorgeschriebene Ordnung der neuen Erntegabe dargelegt, ebenso die Lampenordnung zu Krittika und den weiteren Zeiten, die für Shiva und alle Himmelsbewohner anerkannt ist.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das einundsechzigste Kapitel über die neue Erntegabe und die Lampen zu Krittika und den weiteren Zeiten.

Besinnung zu Kapitel 61

Die neue Ernte wird zuerst wahrgenommen, gewürdigt und geteilt. Das Licht einer einzelnen Lampe erhält im Lob des Textes einen kaum auszuschöpfenden Wert. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus eine schlichte Haltung wachsen: Nahrung dankbar annehmen, mit anderen teilen und einer kleinen bewussten Geste Aufmerksamkeit schenken. Die großen religiösen Verheißungen des Kapitels bleiben dabei als dessen eigene Glaubensaussagen erkennbar.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 61: Neue Ernte und Lichterfest
Dieses Kapitel verbindet Dank für die neue Ernte mit der feierlichen Gabe von Licht. Es beschreibt das Einbringen der Feldfrüchte, ihre Darbringung und Verteilung sowie ein großes Lichterfest. Für heutige Yoga-Aspiranten bieten Dankbarkeit und das Teilen einen unmittelbaren Zugang zu diesen historischen Tempelbräuchen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athaikaṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

athauṣadhīṣu pakvāsu śrāvaṇe'śvayuje tathā |
pauṣe vā phālgune māse navanaivedyamiṣyate || 1 ||

p. 587)

tattaddaivatanakṣatre [k: tra] grāmakartā mahībhṛtām |
anukūlarkṣalagnādāvaṅkurārpaṇapūrvakam || 2 ||

lavanārthaṃ sulagnādāvastrayātrāpurassaram |
tūryagītādinirghoṣaiḥ snātaiḥ karmakarairguruḥ || 3 ||

lavitrapāṇibhiḥ śuklavasanaiḥ saha lagnake |
kṣetraṃ pradakṣiṇīkṛtya dadhyannena baliṃ kṣipet || 4 ||

somāya cauṣadhībhyaśca pṛthivyai kṣetrapāya ca |
lavitramiṣṭvā śastreṇa prāṅmukho vāpyudaṅmukhaḥ || 5 ||

prathamaṃ lavanaṃ kṛtvā śālyādīnāmanantaram |
mudgamāṣādikaṃ caiva muṣṭigrāhyaṃ samāharet || 6 ||

oṣadhīnāṃ tato bhārān phalāni vyañjanānyapi |
ikṣumūlāni cānyāni vaheyuḥ karmacāriṇaḥ || 7 ||

kuryād gītādinirghoṣairgrāmādestu pradakṣiṇam |
ālayasya ca nītvāntaḥ paṭhanti svasti sūktakam || 8 ||

dvijāḥ śakunasūktaṃ ca kireyuḥ kusumākṣatān |
prāgeva tu kṛte piṣṭairmaṇḍape svastikāmbuje || 9 ||

haimādyanyatamaṃ kumbhaṃ tanmadhye vinidhāya tu |
samāpūrya jalaiḥ pūjyaḥ somastatrauṣadhīśvaraḥ || 10 ||

maṅgalāṅkuradīpādyaiḥ paritaḥ samalaṅkṛte |
tasmin kaṇiśapuñjaṃ tu nidhāyeṣṭvā yathāvidhi || 11 ||

suprabhākhyāṃ śriyaṃ devīṃ yajet sarvauṣadhīśvarīm |
tatastu suvilipte tu koṣṭhāgāre svalaṅkṛte || 12 ||

dhānyasaṃgrahaṇaṃ kuryājjāmitre devamantriṇaḥ |
mandodaye tadaṃśe cāpyudvele varuṇālaye || 13 ||

tatastu śālikaṇiśaiḥ sabilvāśvatthapallavaiḥ |
sendravallīlatābaddhairalaṅkṛtyālayādikam || 14 ||

ulūkhalaṃ ca musalaṃ śūrpaprasthādikaṃ tathā |
svalaṅkṛtābhiryoṣidbhiḥ saṃsādhyāmān sutaṇḍulān || 15 ||

p. 588)

saṃkṣālyāstreṇa saṃskṛtya naivedyaṃ carupākavat |
navākṣatāṃśca prakṣālya dhavalānastramantrataḥ || 16 ||

gulakṣīramadhūnmiśrān mūlāṅgairabhimantritān |
sumuhūrte tu samprāpte taṇḍulāṃśca navaṃ caru || 17 ||

sūryavighneśayoḥ pūrvaṃ devāyātha nivedayet |
parivārasurebhyaścāpyagnau sājyaṃ juhoti ca || 18 ||

mūlenāṣṭottaraśataṃ mūrtyaṅgānāṃ daśāṃśataḥ |
taṇḍulaiśca navānnena cauṣadhībhyaḥ svanāmataḥ || 19 ||

somāya suprabhāyai ca hutvā pūrṇāṃ juhoti ca |
taccheṣataṇḍulān dadyānnṛpādibhyo yathākramam || 20 ||

ācāryāya ca śiṣyebhyo viprebhyorthibhya eva ca |
liṅgibhyaḥ parivārebhyastato bhūtabaliṃ kṣipet || 21 ||

navanaivedyādhikāraḥ |

kārttikyāṃ paurṇamāsyāṃ tu kṛttikāsu viśeṣataḥ |
kuryād dīpotsavaṃ śambhoranyeṣāṃ cāsuradviṣām || 22 ||

tadvadāśvayuje kṛṣṇapañcadaśyāṃ tu phālgune |
proktamuttaraphalgunyāṃ viṣuve cāyanadvaye || 23 ||

pauṣe puṣye'tha citrāyāṃ caitre cendrāgnidaivate |
vaiśākhe cāpi kurvīta mahotsavadineṣvapi || 24 ||

saptāhād vātha pañcāhāt pūrvaṃ kṛtvāṅkurārpaṇam |
dīpavṛkṣāṃstu paritaḥ sasārāñcchobhanānṛjūn || 25 ||

prāsādakaṇṭhatulyoccān dvitrahastāntarasthitīn |
ucchritya hārābāhye tu teṣāmagraniveśitaiḥ || 26 ||

vaṃśānuvaṃśabandhādyairlupordhvācchādanānvitam |
kīlayet teṣu kilāṃstu dvādaśāṅgulakāntarān || 27 ||

tripañcakā(di? dri)jagatīrudranandarṣisammitān |
mukhyāmukhyādīni cāntardīpamālāvalambanāt || 28 ||

p. 589)

tāvanti dīpamālānāṃ talāni syuryathākramam |
dhvajasthāne pradhānaṃ tu dīpavṛkṣaṃ dhvajonnatam || 29 ||

ucchritya tasyāmūlāgraṃ dīpamālāstu kārayet |
tasya vahnyādikoṇeṣu saptasaptakarāntaram || 30 ||

kṛtvā kūṭacatuṣkaṃ tu toraṇādyairalaṅkṛtam |
teṣu kuṇḍāni kṛtvā tu puṇyāhaṃ caiva kārayet || 31 ||

pūrvedyurniśi devāgre vālukāsthaṇḍile'nale |
saṃskṛte pañcasaṃskāraiḥ palāśasamidho ghṛtam || 32 ||

kṣīraṃ caruṃ ca mūlāṅgabrahmabhirjuhuyāt kramāt |
pūrṇāṃ ca hutvā gāyattryā vahneḥ pūrvottare tataḥ || 33 ||

śālisthaṇḍilapadme tu śarāvāṇi nava nyaset |
pṛthak prasthājyapūrṇāni sadaśāni pradīpayet || 34 ||

hṛdayena tu tadvahnau vāmādinavaśaktibhiḥ |
iṣṭvā jayādikaṃ hutvā prāyaścittairjuhoti ca || 35 ||

kṛtvā sviṣṭakṛtaṃ paścād dīpavṛkṣasya kautukam |
vadhnīyād gītanṛttāditūryaghoṣapurassaram || 36 ||

prātarnityaṃ samāpyātha saviśeṣaṃ śivaṃ yajet |
tato mahāśarāvaṃ tu tridvyekaṃ śivapūjitam || 37 ||

śreṣṭhādikaṃ dīpavṛkṣaśirasyāropya pūrayet |
ghṛtena vātha tailena tasmin varti ca nikṣipet || 38 ||

daśāṣṭaṣaṭpalairvastrairnavaiḥ śreṣṭhādikaiḥ kṛtām |
koṇamaṇḍapakuṇḍeṣu sthaṇḍilāgniṃ vibhajya tu || 39 ||

nidhāya cānalādyeṣu brahmādīnīśvarāntakam |
pālāśavaṭaśamyarkasamidhaśca ghṛtaṃ carum || 40 ||

hutvā dīpatarormūle pūjayet tu sadāśivam |
alaṅkṛtya tu vastrādyairdīpavṛkṣasya mūlataḥ || 41 ||

p. 590)

tūryagītādinirghoṣairdīpojjvalanakarma tat |
nivedyaṃ tu śivāyātha labdhānujñastato guruḥ || 42 ||

prāgjvālitāñchaktidīpānekīkṛtya krameṇa tu |
manonmanīśarāvasthān nītvā dīpataroradhaḥ || 43 ||

snātaḥ śuklāmbaraḥ śuddhaḥ suveśaḥ paricārakaḥ |
śaktidīpaṃ gṛhītvordhvamārohed dīpapādapam || 44 ||

tadagrasthamahāvartyā śaktidīpaṃ [kh: bījaṃ ni] niyojayet |
tataḥ prārabhya sarvāstā dīpamālāḥ samantataḥ || 45 ||

prabhūtasnigdhavartyāḍhyā jvālayeyuḥ kṣaṇādiva |
prāsādāṅgeṣu sarveṣu parivārālayeṣu ca || 46 ||

maṇḍapeṣu ca sāleṣu prabhūtasnehapūritān |
dīpān prajvālya saṃpūjya gītavādyādimaṅgalaiḥ || 47 ||

utsavapratimāpūrvayātrāṃ prāgvat pravartayet |
kṛtvā pradakṣiṇaṃ sarvadīpānāmālayād bahiḥ || 48 ||

jvalatsveva pradīpeṣu pañcakṛtvastrireva vā |
antaḥ praveśya deveśaṃ tato bhūtabaliṃ kṣipet || 49 ||

itthaṃ kṛtvaikarātraṃ vā trirātraṃ pañcarātrakam |
saptarātrāntakaṃ nīcakaniṣṭhādyuttamotsave || 50 ||

divā viśeṣapūjāṃ ca kalpayet prativāsaram |
yātrāṃ caiva yathāpūrvaṃ grāmādestu pradakṣiṇam || 51 ||

tatastu tīrthayātrānte snapanaṃ copapattitaḥ |
kṛtvā tu dakṣiṇāṃ dadyādannādyaṃ cāpyavāritam || 52 ||

evaṃ dīpotsavaṃ bhaktyā ye vā paśyanti mānavāḥ |
te'pīha bhogān saṃprāpya svargaṃ yānti (virepa? nirena)saḥ || 53 ||

yadi vaktrasahasrāṇāṃ sahasrāṇi bhavantviha |
āyuśca brahmaṇastulyaṃ vaktṛtvaṃ ca bṛhaspateḥ || 54 ||

p. 591)

tathāpyekapradīpasya phalaṃ vaktuṃ na śakyate |
dīpotsavādau dīpānāṃ phalaṃ vaktuṃ kutaḥ kṣamam || 55 ||

iti tantreṣu tathaiva codito navanaivedyavidhiḥ pradarśitaḥ |
pradīpakalpo'pi ca kṛttikādikaḥ śivasya sarvadyusadāṃ ca sammataḥ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde navanaivedyakṛttikādidīpapaṭalaḥ ekaṣaṣṭitamaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 62: Bestattung und Totengedenken

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 62: Bestattung und Totengedenken
Dieses Kapitel behandelt die letzten Riten für eingeweihte Menschen, die Verbrennung des Leichnams und das Gedenken an Verstorbene und Ahnen. Es unterscheidet den auf Befreiung Ausgerichteten von Menschen, für die weitere jenseitige Erfahrungen angestrebt werden. Die Vorschriften spiegeln historische religiöse und soziale Ordnungen. Die ausführlichen Prosaabschnitte gehören zum überlieferten Werktext.

Kapitelanfang. Nun das zweiundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 62, Vers 1. Nun werden die letzten Riten für alle verstorbenen Sadhakas, Lehrer und eingeweihten Zweimalgeborenen erklärt.

Kriyapada 62, Vers 2. Einem Sterbenden oder bereits Verstorbenen rezitiere man ins rechte Ohr der Reihe nach die mit „Die Lebenskraft des Lebens …“ beginnenden Texte, verbunden mit dem Wurzelmantra.

Kriyapada 62, Vers 3. Mit dem Beginn „Den Fortgegangenen …“ opfere man Ghee in seinem übernommenen Feuer. Schüler, Ehefrau oder Sohn löse sein Haar und bade ihn.

Kriyapada 62, Vers 4 mit Erläuterung. Man lege Gold in seinen Mund und bedecke ihn mit ungetragenen Gewändern – gemeint ist der Textbeginn „Dich mit diesem Gewand …“. Mit Darbha-Gras binde man seine beiden großen Zehen zusammen. Ghee, Dickmilch, ungebrochene Reiskörner, Sesam,

Kriyapada 62, Vers 5. einen Wasserkrug und Gold trage man mit dem Textbeginn „Pushan dich …“ voraus. Eine neue, sehr feste Bahre aus Bambus, Holz oder anderem

Kriyapada 62, Vers 6. bedecke man mit roten Tüchern, schmücke sie mit Bannern, Kränzen und anderem, umgebe sie mit Darbha-Girlanden und lege ihn auf ihr wohlgebreitetes Lager.

Kriyapada 62, Vers 7. Schüler und die übrigen, gebadet, mit der heiligen Schnur in der Ahnenstellung und jeweils einem feuchten Gewand, tragen ihn und rezitieren den Waffenmantra.

Kriyapada 62, Vers 8. Ein anderer gehe mit brennendem Feuer in einem Gefäß voraus. Weit außerhalb des Dorfes oder des jeweiligen Ortes, nahe einem Fluss oder anderem Gewässer,

Kriyapada 62, Vers 9. setze man die Bahre an einem Drittel des Weges ab und breite ringsum Darbha aus, mit dem Mantra „Die freundlichen mögen dich schützen …“. [Die Quelle verzeichnet eine Unsicherheit in der Wegangabe.]

Kriyapada 62, Vers 10. Seine Söhne und die übrigen umschreiten ihn mit Sadya und Vama. Man lasse die mit „Möge unser Leid fortgehen …“ beginnenden Texte erklingen. [Das anschließende Wort „svasidbhiḥ“ ist unklar; keine zusätzliche Ritualanweisung erschlossen.]

Kriyapada 62, Vers 11. Den Getragenen blicke man mit den Textanfängen „Wieder dir Leben …“ und „Alle …“ an. Die Träger gehen in nördliche Richtung; nachdem man sie zurückgehalten hat, trage man ihn weiter. [Die Wegführung ist durch die überlieferte Kurzfassung nicht eindeutig.]

Kriyapada 62, Vers 12. Auf reinem Boden setze man die Totenbahre ab. Man grabe für den Scheiterhaufen eine von Süden nach Norden längliche Grube, acht [Maßeinheiten] tief,

Kriyapada 62, Vers 13. zwei Ellen breit und vier lang, nach Süden abfallend. Nördlich des Scheiterhaufens errichte man eine viereckige Feuergrube mit einem Rand.

Kriyapada 62, Vers 14. Aus deren Erde forme man nordwestlich davon einen viereckigen Altar, eine Elle im Maß und ein Sechstel hoch. Alle drei Flächen sollen sorgfältig bestrichen sein. [Die Tiefenangabe „vasvavaṭa“ in Vers 12 und die Lesung zur Länge in Vers 13 sind unsicher.]

Kriyapada 62, Vers 15. Sein Sohn oder Schüler bade und bereite sich für den Ritus vor. Nach einer Rechtsumgehung setze er sich nahe beim Altar

Kriyapada 62, Vers 16. nach Norden gewandt, mit Auflösungs-Nyasa am Körper. Er versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt und bereite die Waffen-Vardhani vor.

Kriyapada 62, Vers 17. Mit ihrem Wasser besprenge er alles. Im Nordosten des Scheiterhaufens, auf einem Mandala über dem ausgestreuten Material, setze er Pashupatastra in die Vardhani ein.

Kriyapada 62, Vers 18. Auf dem Scheiterhaufen lege man die Felder der Gestaltungen an, je fünf Felder für Erde und die übrigen Elemente. In ihrer Mitte, im fünffachen Erdfeld,

Kriyapada 62, Vers 19. verehre man Brahma; danach Wasser, Feuer, Wind und Raum jeweils in den vier Feldern von Nordwesten, Südwesten, Südosten und Nordosten,

Kriyapada 62, Vers 20. samt Vishnu und den übrigen vier. In den Feldern der jeweiligen Richtungen verehre man die Welthüter und ihre Waffen in den vier Richtungen in umgekehrter Reihenfolge.

Kriyapada 62, Vers 21. Auf dem Altar verehre man Dharma, Vama und die übrigen ebenfalls rückläufig. Man streue Asche mit Sesam darauf und verehre Shiva.

Kriyapada 62, Vers 22. Im Feuer der Grube, mit Shiva darin, opfere man und bringe die vollständige Gabe dar. Holzpflöcke mit nach unten gerichteten Spitzen, mit roter Schnur umwickelt,

Kriyapada 62, Vers 23. setze man mit dem Waffenmantra vom Südosten an gegen den Uhrzeigersinn ein. Man fülle die Grube mit Brennholz und bestreue sie mit Kusha, Blumen, Sesam und ungebrochenen Reiskörnern.

Kriyapada 62, Vers 24. Nach der Verehrung mit dem Waffenmantra lege man den mit umgekehrt angelegtem Gewand bedeckten Leichnam hin, gereinigt mit Erde, Kuhdung, Wasser und Asche.

Kriyapada 62, Vers 25. Man bedecke ihn mit ungetragenem Tuch und setze sich nahe der Feuergrube. In den durch Dharana gereinigten Körper führe man mit der auflösenden Mudra

Kriyapada 62, Vers 26. sein Bewusstsein ein, unter Nennung seines Namens und abschließender Huldigung. Man vergegenwärtige seinen Wissenskörper: Kopf, Gesicht, Herz, Nabel und verborgener Bereich

Kriyapada 62, Vers 27. erhalten die Kalas von Atita an; danach setze man Vidya-Tattva, Shakti und Shiva ein, um das Bewusstsein dort zu festigen.

Kriyapada 62, Vers 28. Mit dem Wurzelmantra opfere man hundertmal Ghee. Die Kalas von Nivritti an setze man der Reihe nach im Feuer ein und verehre sie. Es folgen Herbeirufung Shivas und die weiteren Handlungen,

Kriyapada 62, Vers 29. rituelles Antippen, Ablösung, Heranziehen des Bewusstseins und die weiteren Schritte; Geburt, Befähigung und Erfahrung, Reinigung durch Bad und Sühne,

Kriyapada 62, Vers 30. Verhüllung, Durchtrennung der Bindungen, Zerreiben und Formen zur Kugel, Körper, Übernahme durch die Ursachen [?] und Übergabe der Befugnis. [Die Quelle setzt bei der verdichteten Wendung zu Körper und Ursache selbst ein Fragezeichen; die genaue Ritualfolge bleibt örtlich unaufgelöst.]

Kriyapada 62, Vers 31. Nachdem man das Bewusstsein mit Shiva vereint und das Ritual abgeschlossen hat, lege man den Verstorbenen mit dem Kopf nach Süden auf den Scheiterhaufen und bedecke ihn mit Brennholz.

Kriyapada 62, Vers 32. Hat er eine Ehefrau, lasse man sie mit dem Textbeginn „Diese Frau …“ sich niederlegen. Man lege Gold in die Körperöffnungen und mit dem Mantra, der mit „Ihn nicht, Agni …“ beginnt,

Kriyapada 62, Vers 33. entzünde man den Scheiterhaufen mit dem Feuer aus der Vereinigungsgrube. Wenn das Feuer brennt, lasse man über seinem Kopf die vollständige Opfergabe mit folgender Formel niedergehen. [Vers 32 nennt das Niederlegen der Ehefrau, ohne hier dessen Auflösung weiter auszuführen. Daraus wird keine zusätzliche, nicht geschriebene Handlung abgeleitet.]

Kriyapada 62, Vers 34 mit vorangestelltem Om. „Om. Agni, du mit dem südlichen Anteil: Nimm diese durch Mantras gereinigte große Leichenopfergabe an, die durch die Zeit selbst zu Fall gebracht wurde!“ [Die Quelle bietet eine Kasusvariante bei „südlich“.]

Kriyapada 62, Vers 35. Mit „Ihn nicht, Agni …“ betrachte man ihn und mit dem weiteren, unsicher überlieferten Textanfang. Auch die sechs Verse von „Dein Auge zur Sonne …“ an rezitiere man. [Der zweite Textanfang ist beschädigt und wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 62, Vers 36. Mit „Der Opferpriester, der dieses Weges …“ opfere man neun Ghee-Gaben. Die beiden Opferlöffel lege man mit den Öffnungen nach unten ins Feuer. Den Wasserkrug,

Kriyapada 62, Vers 37. auf der linken Schulter und mit ausströmendem Wasser, trage man gegen den Uhrzeigersinn herum, besprenge mit seinem Wasser, bade und lege ihn an der früheren Stelle nieder.

Kriyapada 62, Vers 38. Wenn der Körper zu Asche geworden ist, gehe man fort, ohne zurückzublicken, und bade mit den Texten von „Dhatri möge reinigen …“ an. Am mit Kusha bestreuten Ufer

Kriyapada 62, Vers 39. setze man das linke Knie auf und gebe Arghya mit „Dies für dich …“ unter Nennung des Namens. Mit den folgenden drei Mantras gebe man der Reihe nach eine Handvoll Wasser:

Unnummerierte Formeln nach Vers 39. „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, werde Isha! Svaha.“ – „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, [werde] Sadashiva! Svaha.“ – „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, werde friedvoll! Svaha.“ [Die genaue Lautgestalt steht in der Sanskritfassung; „werde“ ist in der zweiten Formel bereits in der Quelle geklammert.]

Kriyapada 62, Vers 40. Mit den genannten Mantras und den abschließenden Namen vollziehe man dort die Wasserhandlung. Danach bade man und verehre die Sonne mit dem Textbeginn „Empor …“.

Kriyapada 62, Vers 41. Auf einem bestrichenen Platz streue man auf Darbha Bali mit dem Namen des Verstorbenen aus. Die Ausführenden, Schüler, Söhne, Ehefrau und die übrigen

Kriyapada 62, Vers 42. sollen fasten und nachts auf dem Boden schlafen. Bis zum zehnten Tag gilt die rituelle Unreinheit; man esse nur einmal, am Tage,

Kriyapada 62, Vers 43. ohne Ölsalbung, Körperduft, Betel und dergleichen. Wer seinen Lehrer auf dem Weg begleitet oder ihn berührt hat,

Kriyapada 62, Vers 44. wird durch bloßes Baden rein; die Träger und die übrigen nach drei Tagen, Mutter, [Vater], Brüder, Söhne und die übrigen nach zehn Tagen,

Kriyapada 62, Vers 45. ebenso die Schüler. Andere Menschen werden durch Baden rein. Das am vierten oder fünften, am neunten oder elften Tag

Kriyapada 62, Vers 46. dargebrachte Shraddha nennt man Nava-Shraddha. Alle seine Angehörigen sollen dafür Verehrung und die weiteren Handlungen vollziehen.

Kriyapada 62, Vers 47. Zum Sammeln der Knochen fülle man am dritten Tag einen Krug mit Milch und Wasser und lege die Knochen hinein.

Kriyapada 62, Vers 48. Man begrabe oder versenke ihn an heiligen Orten wie der Ganga. Für einen nach Befreiung Strebenden besteht hier keine Notwendigkeit weiterer Totenriten.

Kriyapada 62, Vers 49. War der Verstorbene auf Erfahrungen und Genüsse ausgerichtet, werden seine weiteren Totenriten erklärt. Bis zum zehnten Tag gebe man täglich, jeweils um eins vermehrt,

Kriyapada 62, Vers 50. Wasser mit Sesam unter dem Wurzelmantra, verbunden mit seinem Namen. Nachdem man innerhalb der zehn Tage die Shraddhas gegeben hat, am elften Tag

Kriyapada 62, Vers 51. bestreiche man den Innenraum des Klosters, bade und bereite Reis. Nach Shivas Gebot wähle man einen besonders geeigneten Brahmanen aus,

Kriyapada 62, Vers 52. mit dem Vorsatz, dass er für den Verstorbenen steht. Nach Fußwaschung und den weiteren Handlungen lasse man ihn auf Darbha nach Norden gewandt sitzen und verehre ihn.

Kriyapada 62, Vers 53. Auf einem Altar mit gewöhnlichem Feuer und in umgekehrter Richtung ausgelegtem Streugras lege man Kuchen, Beilagen, Reis und die übrigen Speisen außerhalb der Begrenzung nieder.

Kriyapada 62, Vers 54. Nach den Handlungen bis zum Pranita-Wasser streue man südlich des Feuers auf einem Mandala Kusha mit den Spitzen nach Süden aus und stelle darauf ein Gefäß.

Kriyapada 62, Vers 55. Man fülle es mit Wasser und lege einen Grasbüschel hinein. Mit „Hierher möge der Verstorbene kommen …“ beginne man die Aufnahme der Svadha-Gabe.

Kriyapada 62, Vers 56. Abschließend sage man: „Diese Svadha-Gabe nehme ich für dich, den Verstorbenen, auf.“ Ist eine Frau die Verstorbene, spreche man die weibliche Form.

Kriyapada 62, Vers 57. Überall verfahre man entsprechend, etwa „für die Verstorbene“. Mit „Du bist Sesam, dem Soma zugehörig …“ gebe man Sesam hinzu und mit „Süß weht der Wind …“

Kriyapada 62, Vers 58. Honig. Mit „Somas Glanz …“ reinige man es mit allen Fingern und nehme heraus, was etwa darin ist.

Kriyapada 62, Vers 59. Mit den Textanfängen über das Entfernen beißender Wesen lege man es hinein [?]. Mit „Die göttlichen Wasser mögen uns …“ berühre und verehre man es und bedecke es mit Kusha. [Der erste Halbvers ist beschädigt und schon in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen; die genaue Handbewegung lässt sich nicht sicher übersetzen.]

Kriyapada 62, Vers 60. Nach Süden gewandt rufe man ihn mit „Komm her, Verstorbener …“ herbei; mit „Reichtum gebend, Nahrung in mir …“ lasse man ihn durch die Brahmanen hier gegenwärtig werden.

Kriyapada 62, Vers 61. „Om, beim einem Einzelnen gewidmeten Shraddha möge für den Verstorbenen die rituelle Gelegenheit gewährt werden.“ Mit diesen Worten berühre man seine rechte Hand mit beiden Händen, die Darbha halten.

Kriyapada 62, Vers 62. Er antworte: „Ich gewähre die Gelegenheit. Om, ihm.“ Dann sage man: „Möge dies Euch erreichen“, und er antworte: „Möge ich es empfangen.“

Kriyapada 62, Vers 63. In seine Hand mit Darbha gebe man Wasser, nehme auch die Svadha-Gabe auf und reiche sie mit den Worten: „Dem Verstorbenen Svadha und Huldigung.“

Kriyapada 62, Vers 64. Man gebe Wasser und verehre ihn. Mit „Fortgeschlagen …“ streue man ringsum zum Schutz Sesam mit Sand aus.

Kriyapada 62, Vers 65. Mit „Mögen sich die Niederen erheben …“ besprenge man das Speisegefäß. Der Mantra soll hier im Singular stehen; für eine Frau wird er weiblich formuliert.

Unnummerierte Prosa nach Vers 65: Speisung und einzelne Totengabe. Danach sage der Ausführende: „Ich werde einen Anteil entnehmen und im Feuer opfern.“ Der Angesprochene antworte: „Nach Wunsch werde entnommen; nach Wunsch werde im Feuer geopfert.“ Nach Vollzug der Handlungen bis zur Vorbereitung des Feuers decke man die gekochten Speisen auf, besprenge sie mit dem Waffenmantra, führe Darbha-Licht darüber, begieße sie mit Ghee, streue Sesam darauf und besprenge sie erneut. Im Feuer opfere man Ghee mit den Vyahritis. Man lege eine Ghee-Unterlage in den Schöpflöffel, nehme von allem je einmal, begieße es mit Ghee und ziehe im Süden mit Asche vermischte Glut heraus. Darauf opfere man: „Om, für jenen Verstorbenen und für Yama, Svaha!“ Das Svishtakrit-Opfer lautet: „Agni, dem Träger der Ahnengabe, dem Vollender des gut Geopferten, Svadha und Huldigung! Shiva, Svaha!“ Ebenso opfere man mit den Vyahritis und besprenge ringsum.

Ohne Räucherwerk, Lampen, begleitende Rezitation und Verneigungen speise man den Brahmanen in der Vorstellung des Verstorbenen reichlich mit Kuchen, reinem Reis, Dickmilch, Milch und Früchten. [Die Quelle kennzeichnet die Speisenfügung am Anfang als unsicher.] Vom Rest seiner Mahlzeit bereite man südlich des Feuers auf Darbha mit südlich gerichteten Spitzen einen Pinda, einen Speisekloß, übergossen mit Sesam, Honig und Ghee, und gebe ihn mit dieser Formel:

„Om. Dieser Reis möge Wünsche erfüllen, unerschöpflich und duftend sein, allen Wünschen entsprechen. Möge er dir zukommen, alterslos, immer rein, Svadha hervorbringend; möge er uns mit Unsterblichkeit sättigen. Möge dieser Pinda jenem Verstorbenen zukommen!“ [Das zusätzliche Wort „anandha“ in der Quelle ist unklar; es wird nicht durch eine erschlossene Lesung ersetzt.]

Kriyapada 62, Vers 66. Mit „Die Kraft Herantragenden …“, Svadha und dem Namen besprenge man die Gabe. Dem Brahmanen, dessen Hände man mit Wasser gereinigt hat, gebe man die Ehrengabe.

Kriyapada 62, Vers 67. Was ihm dienlich ist, Haus, Feld, Vermögen, Schmuck und anderes, all dies übergebe man ihm.

Kriyapada 62, Vers 68. Den Pinda werfe man in einen Fluss oder an den vorgesehenen Ort, bade und vollziehe die Segensverkündigung. Man gebe ungehindert Speise und weitere Gaben und faste selbst.

Kriyapada 62, Vers 69. Nach den Bestattungsriten, am Ende des Ekoddishta und ebenso zum Jahresabschluss faste der Ausführende an diesen drei Anlässen und esse am folgenden Tag.

Kriyapada 62, Vers 70. Nachdem man das einem Einzelnen gewidmete Shraddha so vollzogen hat, gebe man täglich Speise zusammen mit einem Wasserkrug nach demselben Verfahren.

Kriyapada 62, Vers 71. Einmal im Monat das monatliche, nach drei Monatshälften das Dreihälften-Shraddha; ebenso jeden Monat ein Shraddha mit Darbringung von Pindas.

Kriyapada 62, Vers 72. Dazu das vor Ablauf von sechs Monaten und das vor Ablauf eines Jahres. Zusammen mit den zwölf monatlichen Shraddhas … [Quelllücke] … sind sechzehn Pindas

Kriyapada 62, Vers 73. darzubringen. Am Ende des Jahres wird die Vereinigung mit den Ahnen, Sapindikarana, vorgeschrieben. Dafür fasse man am Vortag den Vorsatz und wähle besonders geeignete Brahmanen aus.

Kriyapada 62, Vers 74. Am folgenden Tag bade man. Gereinigte, gebadete Brahmanen bereiten Speisen mit Kuchen, Beilagen und anderem nach dem Verfahren der gekochten Opfergabe.

Kriyapada 62, Vers 75. Im Süden und Norden errichte man mit Kuhdungwasser bestrichene Altäre. Im Süden bringe man das eigene Feuer, im Norden ein gewöhnliches Feuer herbei.

Kriyapada 62, Vers 76. Zuvor lade man zwei Brahmanen für die Vishvedevas ein, wasche ihre Füße und vollziehe die weiteren Handlungen; man lasse sie nach Osten gewandt sitzen.

Kriyapada 62, Vers 77. Nach Gewährung der rituellen Gelegenheit gebe man Wasser in ihre mit Darbha versehenen Hände, bereite Arghya mit Gerstenwasser und reiche es in der Vorstellung von Nektar.

Unnummerierte Formel nach Vers 77. „Den Vishvedevas Svadha, Huldigung und Svaha!“ Danach:

Kriyapada 62, Vers 78. Man wähle wie zuvor einen geeigneten Brahmanen für den Verstorbenen und drei Brahmanen für Vater, Großvater und dessen Vater.

Kriyapada 62, Vers 79. Ist die Verstorbene eine Frau, wähle man drei für Mutter, deren Mutter und wiederum deren Mutter. Alle sollen gute Herkunft, Gelehrsamkeit und Lebensführung besitzen und Shiva ergeben sein.

Kriyapada 62, Vers 80. Nach ihrer Verehrung teile man sämtliche Speisen in zwei Teile. Den für die Götter bestimmten Anteil lege man in ein Gefäß und begieße ihn mit Ghee.

Kriyapada 62, Vers 81. Man lasse beide ihn mit dem nagelfreien Teil des Daumens berühren, unter „Den Vishvedevas“ und abschließendem Svaha. Danach trage man die heilige Schnur in der Ahnenstellung.

Kriyapada 62, Vers 82. Ebenso streue man mit „Fortgeschlagen …“ Sesam mit Sand aus. Mit „Mögen die niederen Väter sich erheben …“

Kriyapada 62, Vers 83. besprenge man die Plätze wie zuvor. Südlich des gewöhnlichen Feuers stelle man auf Darbha mit südlich gerichteten Spitzen einzelne Gefäße auf.

Kriyapada 62, Vers 84. Alle gekochten Speisen stelle man nach Norden und vollziehe die Umtragung des Feuers. In den bereitgestellten Gefäßen bereite man der Reihe nach die Svadha-Gaben für Vater und die übrigen.

Kriyapada 62, Vers 85. Wie zuvor gebe man mit „Du bist Sesam …“ Sesam hinein, mit „Süß weht der Wind …“ Honig, dann mit „Somas Glanz …“

Kriyapada 62, Vers 86. zerreibe beziehungsweise entferne man das mit „beißenden Wesen“ Bezeichnete [?], wie zuvor gelehrt. [Die Handlung ist in der Quelle selbst fragend und beschädigt überliefert.] Mit „Hierher mögen kommen …“, vorangestellt die Namen von Vater und den übrigen,

Kriyapada 62, Vers 87. bereite und bespreche man die Svadha-Gaben. Mit „Die göttlichen Wasser mögen uns …“ berühre man sie, verehre und bedecke sie mit Darbha. Den Brahmanen wasche man die Füße.

Kriyapada 62, Vers 88. Die für Vater und die übrigen bestimmten setze man im Süden, den für den Verstorbenen im Norden auf Darbha-Sitze, alle nach Norden gewandt.

Kriyapada 62, Vers 89. Wie zuvor spreche man „Ich werde im Feuer opfern“, und sie antworten zustimmend. Nach dem Entzünden des südlichen Feuers mit dem umgebenden Feuer vollziehe man die vorbereitenden Feuerhandlungen. [Die Fügung zur Feuerübertragung ist mit einer Variante überliefert und bleibt im Einzelnen unsicher.]

Kriyapada 62, Vers 90 mit eingeschobener Liste. Fünfmal schöpfe man Ghee mit dem Opferlöffel und opfere es mit diesen Mantras: Der erste beginnt „Die im Osten entstehen …“, der zweite „Ich trenne durch Berge …“, der dritte „Ich trenne durch Jahreszeiten …“, der vierte „Was meine Mutter …“, der fünfte „Was ich euch betrübt habe …“. Einen Kuchen teile man in acht Teile und opfere anteilig mit „Soma …“.

Kriyapada 62, Vers 91. Mit „Den Angiras-Tragenden zum Beistand …“ und „Agni, Träger der Ahnengabe …“ opfere man dreimal die drei Teile. Danach nehme man den großen Opferlöffel,

Kriyapada 62, Vers 92. opfere gekochte Opfergabe, Reis und Getreidebrei, vermischt mit dem übrigen Opfer-Ghee, jeweils mit dem Schöpflöffel eingebracht, unter den Mantras zur Sättigung der Ahnen.

Unnummerierte Prosa nach Vers 92: Vereinigung mit den Ahnen. Danach opfere man mit „Agni, dem Träger der Ahnengabe …“ im südlichen Teil der Osthälfte. Man vollziehe die Handlungen bis zum Besprengen und Weglegen, berühre die Gabe mit „Die Erde ist dein Gefäß …“, besprenge das nördliche Feuer ringsum, lege eine Ghee-Unterlage in den Schöpflöffel, nehme von allem je einmal und begieße es mit Ghee. Südlich ziehe man mit Asche vermischte Glut heraus und opfere darauf: „Om, jenem Verstorbenen und Yama, Svaha! Agni, dem Träger der Ahnengabe, dem Vollender des gut Geopferten, Svadha, Huldigung und Svaha!“ Ebenso besprenge man ringsum.

Die wie früher für die Vishvedevas bereiteten Speisen gebe man in die beiden Gefäße. Man berühre sie mit „Die Erde ist dein Gefäß …“ und lasse mit „Dies hat Vishnu …“ die Speisen mit dem nagelfreien Teil des Daumens berühren. Den für Vater und die übrigen bestimmten Brahmanen, denen die rituelle Gelegenheit gewährt wurde, gebe man wie früher reines Wasser und Svadha-Wasser mit den Mantras der Reihe nach in ihre mit Grasringen versehenen Hände. Man lasse sie die Speisen in ihren Gefäßen berühren und gebe ihnen Wasser zum Trinken; ebenso dem Vertreter des Verstorbenen. Dabei rezitiere man selbst der Reihe nach die Prana-Opfermantras von „Im Prana ruhend opfere ich Unsterbliches …“ an. Sie bringen die Gaben in ihren eigenen Mund dar.

Der Ausführende lasse die begleitenden Rezitationen hören: „Entfalte deine Kraft …“ in der Form zur Abwehr von Rakshasas, wobei jeder Vers mit „Verbrenne …“ endet; das mit „Der Verse …“ bezeichnete Sukta, Trinaciketa, Trisuparna und Ishana. [Einige Textbezeichnungen sind in der Quelle verkürzt oder auffällig; keine externen Hymnentexte eingesetzt.]

Wenn sie gegessen haben, zeige er ihnen Reis und frage: „Seid ihr gesättigt?“ Sie antworten: „Wir sind gesättigt.“ [Das Wort unmittelbar vor „Reis“ ist in der Quelle mit einem Fragezeichen überliefert.] Er streue den Reis mit Wasser in einer Rechtsbewegung auf den Boden und spreche: „Die in meiner Familie durch Feuer Verbrannten und die nicht Verbrannten: Mögen sie von der auf die Erde gegebenen Gabe gesättigt werden; gesättigt mögen sie den höchsten Weg erreichen.“ [Die zusätzliche Lautfolge bei den Nichtverbrannten ist unklar.]

Nachdem er die Vertreter von Vater und den übrigen mit Ehrengaben und Gewändern zufriedengestellt hat, lasse er sie der Reihe nach aufstehen, danach auch den Vertreter des Verstorbenen. Er erbitte die Erlaubnis zum Umgang mit den übrigen Speisen, opfere im nördlichen Feuer mit den Vyahritis, vollziehe die übrigen Handlungen und entlasse dieses Feuer. Das Wasser aus dem Gefäß des Verstorbenen vereinige er der Reihe nach mit den Svadha-Gefäßen von Vater und den übrigen, unter den drei Versen von „Süß weht der Wind nach der Ordnung …“ an und den zwei Versen von „Geht gemeinsam …“ an.

Südlich des südlichen Feuers breite er Darbha aus, gebe unter den Ahnen-Sättigungsmantras Pindas, verehre und bedecke sie mit Darbha. Den Pinda des Verstorbenen teile er dreifach und vereinige ihn mit den Pindas der Ahnen. Mit „Gemeinsam ist der Mantra …“ und „Gemeinsam sei eure Absicht …“, diesen beiden Versen, vereinige er die Pindas von Vater und den übrigen. Danach wende er sich mit den beiden Versen „Die gleich sind …“ und „Die von gleicher Herkunft sind …“ an sie. Mit denselben Versen vereinige er das Wasser der Svadha-Gefäße und besprenge den Pinda.

Dann trage er die heilige Schnur in der gewöhnlichen Stellung und opfere von Jaya bis zu den Sühneformeln. Er vollziehe die Handlungen bis zur Gabe einer vorzüglichen Kuh, entlasse Ahnen und Götter und begleite die Brahmanen mit ihrer Erlaubnis bis zur Tür. Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen, Bedürftigen und Angehörigen gebe er ungehindert Speise und Ehrengaben in der Haltung, sie Shiva darzubringen. Im Gedenken an den Verstorbenen vollziehe er Shiva-Verehrung. Wenn er die Mittel hat, setze er dafür auch ein Linga ein und richte dessen Verehrung entsprechend seinem Vermögen ein. Nachdem er den Verstorbenen mit den gewünschten Freuden des Himmels und den weiteren Erfahrungen verbunden hat, erlangt er nach der Verheißung auch selbst die erwünschten diesseitigen und jenseitigen Güter.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Vereinigung mit den Ahnen.

Kriyapada 62, Vers 93. Für Mutter, Vater, Bruder, Mutterbruder, Lehrer und andere Angehörige vollziehe man jedes Jahr an ihrem Todestag

Kriyapada 62, Vers 94. nach den eigenen Möglichkeiten das jährliche Shraddha, jeweils ihnen gewidmet. Nun wird hier gesammelt die Ordnung des Ashtaka-Shraddha erklärt.

Unnummerierter Abschnitt nach Vers 94: Überlieferte Anlässe für das Ahnenritual. In den Puranas und anderen Schriften heißt es:

„Am dreizehnten Tag der dunklen Monatshälfte des Nabhasya und am fünfzehnten im Magha, bei Verfinsterung von Mond und Sonne, an den drei Ashtakas und an beiden Sonnenwenden soll ein gesammelter Mensch den Ahnen wenigstens mit Sesam vermischtes Wasser geben. Wasser und Speise, von Menschen ihrer Familie dargebracht, gewähren ihnen Sättigung für zehntausend Jahre.“ [Die Quelle stellt zur Stelle über Finsternisse, Ashtakas und Sonnenwenden ausdrücklich eine Lesung aus dem Vishnu-Purana daneben. Beide Sanskritfassungen bleiben im Sanskritteil erhalten; der gemeinsame Sinn ist hier übersetzt. Die Wortfügung vor „Wasser und Speise“ ist fragend überliefert.]

Ferner: „An allen Neumonden, an dreizehnten und achten Mondtagen, besonders in der dunklen Monatshälfte, bei Vyatipata und Kshaya, zu den Tagundnachtgleichen, am fünften Mondtag, beim Aufkommen neuen Getreides, beim Besuch heiliger Orte und Badeplätze, wenn ein schriftkundiger Brahmane ins Haus kommt oder wenn man im Traum die eigenen Ahnen sieht, soll man hingebungsvoll Shraddha vollziehen.“ [Vyatipata und Kshaya bleiben als traditionelle Kalenderbezeichnungen stehen.]

Am Vorabend wähle man vorzügliche Brahmanen mit guter Herkunft, Charakter, Gelehrsamkeit und Lebensführung, besonders Shiva-Verehrer. Gereinigte Brahmanen, gebadet und weiß gekleidet, bereiten die Opfergabe an den Herden nach dem beschriebenen Verfahren der gekochten Opfergabe. Für das Shraddha gelten insgesamt die Getreide aus Feld und Wildnis als geeignet, mit Ausnahme von Kulattha, Kichererbsen, Kodrava, Pulaka, Kangu und besonders Nishpava.

Unter den Früchten meide man die als Vikhya, Kakubha und weiteren unklaren Namen bezeichneten, Bimba und Gurke; unter den Wurzeln Knoblauch, Zwiebel und Rettich sowie bestimmte Blattgemüse. [Die Fruchtreihe „vikhyāni kakubhābdhamalāmbukam“ ist schon in der Quelle fragend markiert; sichere moderne Pflanzenzuordnungen sind hier nicht möglich.] Zu meiden sind beim Shraddha Salz, Asafoetida, Pfeffer, Koriander, Ölkuchen und Öl außer zur Salbung. Milch, Dickmilch und Ghee sind geeignet: von der Kuh vorzüglich, vom Büffel von mittlerem Rang, von Ziege und Schaf von geringerem Rang; Buttermilch und saurer Getreidetrank sind zu meiden. [Danach steht in der Quelle der fragende Einschub: „Die Vishvedevas, die Brahmanen, erfreut?“; sein Satzbezug bleibt offen.]

Die freundlich gesinnten, gelübdetreuen, gebadeten und besonders gelehrten Ankommenden speise man ordnungsgemäß nach Fußwaschung und den weiteren Handlungen.

Unnummeriertes Smriti-Zitat: Reinheit und Gelassenheit. Hierzu die Smriti: „Drei Dinge gelten beim Shraddha als reinigend: der Tochtersohn, die Kutapa-Zeit und Sesam. Drei weitere Eigenschaften werden dabei gepriesen: Reinheit, Freiheit von Zorn und Freiheit von Hast. Wenn im achten Teil des Tages die Sonne schwächer wird, heißt diese Zeit Kutapa. Was man dann den Ahnen gibt, gilt als unvergänglich. Milch sättigt sie einen Monat, Milchreis ein Jahr; Milchreis mit Honig und Ghee soll die Ahnen zwölf Jahre sättigen.“

Unter den Zeiten meide man Vormittag, die beiden Tagesübergänge, Nanda und den vierzehnten Mondtag, Freitag, Mittwoch und Donnerstag, die mit Purva bezeichneten [Mondhäuser?] und das Geburtsmondhaus des Ausführenden. [Die Quelle bietet bei der letzten Kalenderreihe eine fragende Alternative; ihre genaue Abgrenzung bleibt offen.]

Unnummerierte Prosa: Vorbereitung und Sitzordnung. Im Hof bestreiche man mit Kuhdung ein viereckiges Mandala von einer Elle Breite. Darauf breite man Darbha mit den Spitzen nach Osten, Gerste und ungebrochene Reiskörner aus. Brahmanen in gerader Anzahl, als Vishvedevas vergegenwärtigt, gebe man Arghya mit Gerste an die Füße. Nach Reinigung ihrer Füße mit Erde und Wasser und dem Reinigungsschluck führe man sie hinein und lasse sie auf Darbha-Sitzen nach Osten gewandt Platz nehmen.

Danach behandle man westlich davon auf einem runden Mandala mit südlich gerichtetem Darbha eine ungerade Anzahl Brahmanen als Vater, Großvater und Urgroßvater. Nach Arghya mit Sesamwasser, Fußwaschung und Reinigungsschluck führe man sie hinein und lasse sie auf Darbha-Sitzen nach Norden gewandt sitzen. Südlich dieses Ahnen-Mandalas bereite man ein weiteres Mandala mit südlich gerichtetem Darbha. Für Mutter, Großmutter und Urgroßmutter lasse man die Brahmanen wie zuvor nach Fußwaschung eintreten. Danach setze man ebenso Brahmanen für den Muttervater, den Großvater der Mutter und den Urgroßvater der Mutter samt ihren Gemahlinnen ein.

Mit „Mögen die Ahnen kommen …“ gewähre man die rituelle Gelegenheit. Für die väterliche, mütterliche und mütterlich-großväterliche Reihe bereite man in drei Gefäßen die Svadha-Gaben mit den früher genannten Mantras. Unter „Die Asuras seien vertrieben …“ und dem Waffenmantra streue man Sesam mit Sand aus. In ihre Darbha haltenden Hände gebe man einzeln der Reihe nach reines Wasser und Svadha-Wasser mit den Mantras wie zuvor. [An dieser Stelle steht ein fragender Textrest „tādikaṃ?“ ohne sicheren Satzbezug.] Man verehre die Ahnen in umgekehrter Reihenfolge und opfere die wie früher bereiteten gekochten Gaben wie bei der Vereinigung mit den Ahnen.

Unnummerierte Prosa: Feueropfer. Die Besonderheit ist: Nach dem Kuchenopfer folgen die fünfzehn Verse von „Diese war es, die zuerst aufleuchtete …“ an und der einzelne Vers „Zum Wohlgefallen …“, die monatliche Zuordnung des Jahres. [Die Verkettung der Textbezeichnungen ist verdichtet; keine fehlenden Texte ergänzt.] Mit „Om, Agni, dem Träger der Ahnengabe, Svadha und Huldigung! Shiva, Svaha!“ und den folgenden Anrufungen opfere man für Soma, der mit den Ahnen verbunden ist, Yama, Aryaman, Angiras, die Agnishvattas, die Barhishads, die Soma-Trinkenden und die Wärme-Trinkenden, jeweils Ghee. [Vor der Einzelanweisung steht der unsichere Zusatz „prākāgra?“.] Die verbleibende Opferspeise gebe man in die Gefäße von Vater und den übrigen und füge Ghee mit Sesam als Unterlage hinzu.

Unnummerierte Prosa: Darreichung der Mahlzeit. Dann teile man die Speisen, reichlich versehen mit reinem Reis, Milchreis, Ghee, Rohrzuckerkuchen und Früchten, in drei Teile. Zuerst gebe man einen Anteil den Göttern, besprenge und bespreche ihn mit Purusha. Auf die Speisen der Ahnen streue man Sesam und besprenge sie mit Aghora. Mit Vamadeva führe man die nach unten gerichtete Hand des Essenden in der eigenen nach oben geöffneten Hand rechtsherum um die Opfergabe und lasse ihn mit der Daumenspitze die Speisen berühren, unter „Dies hat Vishnu …“ und „Vishnu, schütze die Göttergabe!“

Man nehme Wasser in die eigene Hand und spreche: „Bei diesem Shraddha ist diese Speise den Vishvedevas gegeben; alles, was bis zur Sättigung noch gegeben werden wird, gehört nicht mir, sondern dem Unsterblichen.“ Zum Essen gebe man mit Purusha das Wasser unter „Du bist die Unterlage der Unsterblichkeit“. Für Vater und die übrigen ebenso; der Unterschied ist die Berührung mit „Vishnu, schütze die Ahnengabe!“ und die Widmung „Bei diesem Shraddha den Ahnen …“ Auch den Ahnenvertretern gebe man wie zuvor Wasser zum Trinken. Sie trinken es wie früher.

Die Mantras der Prana-Opfer von „Im Prana ruhend opfere ich Unsterbliches …“ an rezitiert der Auftraggeber selbst. Die Essenden bringen diese Gaben selbst dar. Danach berühren sie das Gefäß mit der zwischen den Knien ruhenden linken Hand und essen mit der rechten schweigend nach Belieben. [Die Quelle verzeichnet zur Lage der linken Hand eine abweichende Lesung.]

Der Auftraggeber bleibt nach Norden gewandt und rezitiert die mit Ishana eingerahmten Texte zur Abwehr von Rakshasas, von „Entfalte deine Kraft …“ an, den als „Der Verse …“ bezeichneten Text, Trinaciketa und Trisuparna. [Die Quelle fügt fragend „die Jyeshtha-Samans?“ hinzu.] Kommt währenddessen ein Gast, speise man auch ihn mit wohlschmeckenden, von den Wohlgesitteten anerkannten Speisen und sehe in ihm den Herrn.

Unnummerierte Prosa: Sättigung und Gedächtnisgaben. Wenn sie gesättigt sind, nehme man Reis in den Schöpflöffel, zeige ihn allen und frage: „Seid ihr gesättigt?“ Sie antworten: „Wir sind gesättigt.“ Diesen Reis streue man wie zuvor auf den Boden: „Die in meiner Familie durch Feuer Verbrannten und die nicht Verbrannten: Mögen sie von der auf die Erde gegebenen Gabe gesättigt werden; gesättigt mögen sie den höchsten Weg erreichen.“ [Die dazwischen überlieferte Folge „jātā jīvā“ ist unsicher.] Mit „Du bist der Abschluss der Unsterblichkeit“ gebe man einen Schluck Wasser. Nach dessen Trinken und der Reinigung der Hände bleiben sie sitzen.

Auf demselben Mandala streue man mit Sadya Darbha und mit Vama Sesam aus. Vom Rest der Mahlzeit nehme man Pindas mit Sesam, Ghee, Dickmilch und Honig und bringe sie Vater und den übrigen dar, mit Isha, Purusha und Aghora sowie den mit „Dies für dich, Vater …“ beginnenden, mit dem Wurzelmantra endenden Formeln. Und zwar:

„Dies für dich, Vater namens N. N., für deine Mutterväter, deine Lehrer, deine Gurus, deine Freunde, deine Verwandten, deine Ratgeber und deine Schüler sowie ihre Ehefrauen: Ihnen und ihnen allen Svadha und Huldigung!“ Ebenso mit „Dies für dich, Großvater …“ und mit „Dies für dich, Urgroßvater …“. Auf gleiche Weise gebe man je drei Pindas für die Reihe von Mutter und den übrigen sowie für die Reihe der mütterlichen Großväter.

Danach streue man den Speiserest auf Darbha auf den Boden und streife ein wenig mit diesen Worten ab: „Die abgegangenen Leibesfrüchte, die auf Blutanteile angewiesen sind: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen. Die Unreifen, die Reifen und die Geschädigten, die uns verloren gehen: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen. Die Kinder, die Frauen und die Unbekannten, die uns verloren gehen: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen.“ [Der Beginn der ersten Formel ist sprachlich unsicher; „die Unsrigen“ gibt das wiederholte „svajāḥ“ vorsichtig wieder.]

Dann besprenge man die Gaben mit dem Spülwasser unter den beiden Texten „Die gleich sind …“ und „Die von gleicher Herkunft sind …“, dreimal in einer linksgerichteten Bewegung, sowie „Die Kraft Herantragenden …“, jeweils mit dem Wurzelmantra abschließend. [Die genaue Bewegung ist mit mehreren unsicheren Lesungen überliefert.] Man gebe Gewänder, Schmuck, Gold und weitere Ehrengaben und drehe das Svadha-Gefäß mit der Öffnung nach oben.

Unnummerierte Prosa: Entlassung und Abschluss. Mit Purusha und den folgenden Mantras sowie „Bei jedem Wettstreit …“ fasse man die Brahmanen an der Hand und lasse sie aufstehen. Der Auftraggeber umgehe sie rechtsherum und verneige sich. Die Brahmanen sprechen die mit „Die Väter gemeinsam …“ beginnenden Segensworte. Fragt der Auftraggeber: „Was soll mit dem Speiserest geschehen?“, antworten sie: „Er werde mit den lieben Menschen gemeinsam verzehrt“, und gehen. Er begleite sie bis zur Tür.

Danach bringe man vierundzwanzig Pindas unter den Ahnen-Sättigungsmantras dar, ohne Svaha, und besprenge sie wie früher mit „Die Kraft Herantragenden …“. Man vollziehe die Handlungen von Jaya bis zu den Sühneformeln und bis zur Gabe einer vorzüglichen Kuh. Mit dem Ausgießen des Pranita-Wassers schließe man ab und entlasse das Feuer. Eine Ehefrau, die einen Sohn wünscht, esse danach den mittleren Pinda unter dem Textbeginn „Die Väter mögen einsetzen …“. Nach der Speisung weiterer Brahmanen und anderer Menschen esse der Auftraggeber gemeinsam mit Söhnen, Freunden, Dienern und den übrigen den Ahnen-Speiserest. Dadurch soll er nach der religiösen Verheißung alle diesseitigen und jenseitigen Wünsche erlangen.

Unnummerierter Schlussvers. So wurde die Ordnung der letzten Riten erklärt, gesondert die Ordnung der neuen Shraddhas mit ihren sechzehn Gaben, danach die Vereinigung mit den Ahnen und das Ashtaka-Ritual, nach Betrachtung des in den Tantras gelehrten Verfahrens.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das zweiundsechzigste Kapitel über die letzten Riten.

Besinnung zu Kapitel 62

Zwischen den vielen rituellen Einzelheiten stehen menschlich nahe Haltungen: ohne Zorn und ohne Hast handeln, an Verstorbene denken, Gäste bewirten und Nahrung teilen. Für heutige Yoga-Aspiranten können diese Gedanken eine achtsame Form des Erinnerns anregen. Die historische Lehre vom Weg des Bewusstseins und die konkreten Bestattungsvorschriften bleiben davon unterscheidbar. Trauer braucht keinen Beweis spiritueller Vollkommenheit; die heutige Besinnung darf Raum für Erinnerung, Dank und Mitgefühl lassen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 62: Bestattung und Totengedenken
Dieses Kapitel behandelt die letzten Riten für eingeweihte Menschen, die Verbrennung des Leichnams und das Gedenken an Verstorbene und Ahnen. Es unterscheidet den auf Befreiung Ausgerichteten von Menschen, für die weitere jenseitige Erfahrungen angestrebt werden. Die Vorschriften spiegeln historische religiöse und soziale Ordnungen. Die ausführlichen Prosaabschnitte gehören zum überlieferten Werktext.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha dviṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

sādhakācāryayoścāpi dīkṣitānāṃ dvijanmanām |
saṃsthitānāṃ tu sarveṣāmantyeṣṭiḥ kathyate'dhunā || 1 ||

mariṣyato vā mṛtasya japet karṇe'tha dakṣiṇe |
āyuṣaḥ prāṇamityādīn mūlena grathitān kramāt || 2 ||

pareyivāṃsamityājyaṃ hutvā tatsvīkṛtānale |
keśān vimucya snapayecchiṣyaḥ patnyathavā sutaḥ || 3 ||

āsye hiraṇyaṃ prakṣipya samācchādyāhatāmbaraiḥ |

idaṃtvā vastreṇeti yāvat |

darbheṇāṅguṣṭhayorbaddhvā ghṛtadadhyakṣatāṃstilān || 4 ||

udakumbhaṃ hiraṇyaṃ ca pūṣātvetyagrato nayet |
vaṃśadārvādiracitāṃ sudṛḍhāṃ śibikāṃ navām || 5 ||

ācchādya raktavāsobhirdhvajamālādyalaṅkṛtām |
darbhamālāparikṣiptāṃ svāstīrṇāmadhiropya tu || 6 ||

atra śiṣyādayaḥ snātāḥ prācīnāvītinastu te |
ārdraikavasanāḥ sarve vaheyuḥ śastrajāpinaḥ || 7 ||

jvalantamagniṃ pātre'nyo gṛhītvā purato vrajet |
grāmāderbāhyato dure nadyādestu samīpataḥ || 8 ||

tribhāga(nena? yāne) mārgasya śibikāmavatārya tu |
darbhairāstīrya parito vāmāste pāntu mantrataḥ || 9 ||

p. 592)

sadyena cāpi vāmena pa(rya? rī)yustatsutādayaḥ |
apa naḥ śośucadayātsvasidbhirvādayantu ca || 10 ||

nīyamānaṃ punastvāyurviśvādyādavalokya tu |
gaccheyurvāhakāḥ saumyāstān [ntā] nirvārya punarnayet || 11 ||

śuddhāyāmavanau śāvīṃ śibikāmavatārya tu |
citāṃ yāmyottarāyāmāṃ khātvā vasvavaṭaṃ bhuvi || 12 ||

dvicatuṣkaraṃvistāridī (kṣāṃ? rghāṃ) dakṣiṇataḥ plavām |
udakcitāyā vedāśraṃ kuṇḍaṃ kṛtvaikamekhalam || 13 ||

tanmṛdā [tā] tasya vāyavye vedāśraṃ sthaṇḍilaṃ tu tat |
hastamātraṃ ṣaḍaṃśoccaṃ suliptaṃ tattrayaṃ bhavet || 14 ||

tatsuto vātha śiṣyo vā snātaḥ saṃskara[kh: sta](ṇe? ṇo)citam |
prādakṣiṇyaṃ tato gatvā sacive sthaṇḍilasya tu || 15 ||

udaṅmukhastūpaviśya saṃhāranyastavigrahaḥ |
sakalīkṛtya cātmānaṃ sā(dha? da)yitvāstravardhanī || 16 ||

tattoyaiḥ prokṣya tatsarvaṃ citeraiśe tu maṇḍale |
astraṃ pāśupataṃ tatra vardhanyāṃ vikiropari || 17 ||

kṛtvābhikṛtikoṣṭhāni citāyāṃ pañcakoṣṭhakaiḥ |
pṛthvyādīnāṃ tu tanmadhye pārthive pañcakoṣṭhake || 18 ||

brahmāṇaṃ pūjayet paścādaptejoni(khilā? lakhā)ni tu |
pṛthak koṣṭhacatuṣkeṣu marudrakṣogniśūlinām || 19 ||

viṣṇvādyāṃścaturaśceṣṭvā svāśākoṣṭheṣu lokapān |
tadastrāṇi caturdikṣu vyutkrameṇābhipūjya tu || 20 ||

sthaṇḍile tu vilomena dharmavāmādikā yajet |
tasmiṃstu satilaṃ bhasmavikīrya śivamarcayet || 21 ||

kuṇḍe tadagnau saśive hutvā pūrṇāṃ juhoti ca |
kāṣṭhakīlānadhovaktrān raktasūtraniveṣṭitān || 22 ||

apradakṣiṇamastreṇa vahnikoṇādiṣu nyaset |
edhobhirgartamāpūrya kuśapuṣpatilākṣataiḥ || 23 ||

p. 593)

vikīryāstreṇa sampūjya viparītāmbarāvṛtam |
mṛdgomayajalaiḥ pūtaṃ sthāpayed bhasmanāpi ca || 24 ||

ācchādyāhatavāsobhiḥ kuṇḍopānte niviśya tu |
taddehe dhāraṇāśuddhe saṃhāriṇyā tu mudrayā || 25 ||

taccaitanyaṃ tu yuñjīta tannāmānaṃ namontakam |
vidyādehaṃ nirūpyāsya kāsyahṛnnābhiguhyakāḥ || 26 ||

atītādyāḥ kalāḥ paścād vidyātattvaṃ ca vinyaset |
śaktiṃ śivaṃ ca vinyasya caitanyasthitaye tataḥ || 27 ||

mūlenājyaṃ śataṃ hutvā nivṛttyādikalāḥ kramāt |
vahnau niyojya sampūjya śivādyāvāhanādikam || 28 ||

tāḍanaṃ caiva viśleṣaṃ caitanyākarṣaṇādikam |
janmādhikārabhogāntāṃ snātaśuddhiṃ ca niṣkṛtim || 29 ||

tirodhānaṃ pāśabhedaṃ mardanaṃ vartulīkṛtim |
dehaṃ kāraṇapādāna(?)madhikārārpaṇaṃ tathā || 30 ||

caitanyasya śive yogaṃ kṛtvā karma samāpya tu |
citau yāmyaśiraskaṃ tamāropyācchādya cendhanaiḥ || 31 ||

sapatnīkasya tatpatnīmiyaṃ nārīti śāyayet |
dvāreṣu hema prakṣipya mainamagnyādimantrataḥ || 32 ||

sandīpayet tu saṃsṛṣṭikuṇḍasthenaiva vahninā |
jvalatyagnau śirasyasya pūrṇāṃ cānena pātayet || 33 ||

oṃ

tvamagne dakṣiṇa[ṇaṃ]kalaḥ kālenaivopapātitām |
gṛhāṇa mantrasampūtāṃ śāvyāmenāṃ mahāhutim || 34 ||

iti |

mainamagnyādinā vī[vṛkṣe dṛ](kṣya?)kṣedṛtayatpūrvakeṇa ca |
sūryaṃ te cakṣurityādyāḥ ṣaḍṛcaḥ prajapedapi || 35 ||

hotā ya etasya patha ājyairhutvā navā[kh: cā]hutīḥ |
sruksruvau tāvadhovaktrau vahnau nikṣipya karkarīm || 36 ||

p. 594)

sāsrāvāmaṃsanihitāṃ bhrāmayannapradakṣiṇam |
siktvā tatsalilaiḥ snātaḥ pūrvasthāne vinikṣipet || 37 ||

śarīre bhasmasādbhūte pṛṣṭhato'navalokayan |
gatvā dhātāpunātvā(dyāḥ dyaiḥ)snātvā tīre kuśāstṛte || 38 ||

savyajānuṃ nidhāyārghyametat te iti nāmataḥ |
udakasyāñjaliṃ dadyānmantrairebhistribhiḥ kramāt || 39 ||

oṃ hāṃ śuddhātman īśo bhava svāhā |
oṃ hāṃ śuddhātman sadāśivo (bhava) svāhā |
oṃ hāṃ śuddhātman śānto bhava svāhā |

ityuktamantranāmāntaiḥ kuryustatrodakakriyām |
tataḥ snātvodvayādyena samupasthāya bhāskaram || 40 ||

sthale vilipte darbheṣu baliṃ tu svākhyayā kṣipet |
saṃskartṛpūrvakāḥ śiṣyaputrapatnyādayo'pi ca || 41 ||

upavāsaṃ prakuryuste bhūmau ca śayanaṃ niśi |
ādaśāhaṃ tadāśaucaṃ sakṛdbhaktaṃ divaiva tu || 42 ||

anabhyaṅgaṃ cāṅgarāgatāmbūlādivivarjanam |
a(nna? nu)yānādikaṃ kṛtvā sparśaṃ vāsya guroryadi || 43 ||

snānamātrād viśuddhaḥ syād vāhakādyāstrivāsarāt |
dinaistu daśabhirmātṛ(pitṛ)bhrātṛsutādayaḥ || 44 ||

śiṣyāścāpi viśudhyeyuḥ snānamātrāt paro janaḥ |
caturthe pañcame vāhni navamaikādaśāhayoḥ || 45 ||

dīyamānaṃ tu yacchāddhaṃ navaśrāddhaṃ pracakṣate |
pūjādikaṃ tadarthaṃ tu kuryuḥ sarve'sya bāndhavāḥ || 46 ||

asthnāṃ sañcayanārthaṃ tu tṛtīye'hnyatha karkarīm |
āpūrya payasā cādbhistasminnasthīni nikṣipet || 47 ||

tad gaṅgādiṣu tīrtheṣu nikhaned vātha nikṣipet |
naivaurdhvadehikāpekṣā mumukṣoriha vidyate || 48 ||

p. 595)

bubhukṣuścenmṛtastasya saṃskārordhvakriyocyate |
ā daśāhāt pratidinamekottaravivṛddhitaḥ || 49 ||

tannāmayuktamūlena deyaṃ syāt satilaṃ jalam |
antardaśāhaṃ śrāddhīni da[sa]ttvāthaikādaśe dine || 50 ||

upalipya maṭhānyantaḥ snātvā saṃsādhya caudanam |
viśiṣṭaṃ brāhmaṇaṃ tvekaṃ varayitva śivā(stra? jña)yā[yam] || 51 ||

nimittāyeti saṅkalpya pādaśaucādipūrvakam |
uttarābhimukhaṃ darbheṣūpaveśyābhipūjya ca || 52 ||

sthaṇḍile laukike vahnau viparītaṃ paristṛte |
apūpavyañjanānnādyaṃ nyaset paridhibāhyataḥ || 53 ||

praṇītāntaṃ karma kṛtvā yāmye'gnermaṇḍale kuśān |
nikṣipya dakṣiṇāgrāṃstu teṣu pātraṃ tu sādayet || 54 ||

tasminnāpūrya salilaiḥ kūrcamantarnidhāya tu |
āma āgacchatu preta ityādyāt syāt svadhāgrahaḥ || 55 ||

imāṃ svadhāṃ te pretāya gṛhṇāmītyantakaṃ vadet |
striyāṃ nimittabhūtāyāṃ strīśabdāntamudīrayet || 56 ||

sarvatra tu yathāpre(tā? te)pretāyai caivamādikam |
tilo'si somadevatyāt tilāṃśca madhuvātataḥ || 57 ||

madhu ca prakṣipeccātha somasyatviṃṣirāditaḥ |
sarvāṅgulībhiḥ saṃśodhya yatkiñciccaitaduddharet || 58 ||

aveṣṭādandaśūkādyairnerādyāntarnidhāya tu (?) |
śannodevī[kh: vīrabhīṣṭaya iti]riti spṛṣṭvā saṃpūjyācchādayat kuśaiḥ || 59 ||

āyāhi preta ityādyād dakṣiṇābhimukhastu tam |
dadad rayiṃ mayi poṣoktyāsminnāvāhayed dvijaiḥ || 60 ||

omekoddiṣṭakaśrāddhe pretāya kriyatāṃ kṣaṇaḥ |
itthaṃ sadarbhapāṇibhyāṃ taddakṣiṇakaraṃ spṛśet || 61 ||

p. 596)

kṣaṇaṃ kuryām oṃ tamiti sa ca brūyāt tato vadet |
prāpnotvidaṃ bhavāṃśceti prāpnavānīti so'pi ca || 62 ||

tataḥ sadarbhe haste'sya datvāmbho'tha svadhāmapi |
uddhṛtya dadyāt pretāya svadhānama-iti bruvan || 63 ||

jalaṃ cāthārcayeccainaṃ tataḥ sasikatāṃstilān |
kiredapahatā ādyād rakṣāyai sarvato'pi ca || 64 ||

udīrtāmavarādyena prokṣya bhojanabhājanam |
tatraikavacanāntaḥ syānmantraḥ stryanto bhavet striyāḥ || 65 ||

tadanu uddhṛtyāgnau kariṣyāmītyuktaḥ kāmamuddhriyatāṃ kāmamagnau ca kriyatāmiti vadet athāgnimukhā(t? ntaṃ) kṛtvā pakvādikānyudghāṭyāstreṇāvokṣya darbhairabhidyotyābhidhārya teṣu tilān vikīryāvokṣya tato'gnāvājyaṃ vyāhṛtibhirhutvā darvyāmupastīrya sarvasmāt sakṛt sakṛdādāyābhighārya (dīkṣito? dakṣiṇato) bhasmamiśrānaṅgārān niruhya teṣu juhoti pretāyāmuṣmai yamāya ca svāhā |
agnaye kavyavāhanāya sviṣṭakṛte svadhā namaḥ śivāya svāheti sviṣṭakṛddhomaḥ |
tathaiva vyāhṛtibhirhutvā pariṣiñcatu dhūpadīpā(di?)bhiśrāvaṇanamaskārān vinā (āpaśśu? apūpaśu)ddhānnadadhikṣīraphalabahulaṃ nimittabuddhyā brāhmaṇaṃ bhojayitvā tadbhuktaśeṣeṇa agnerdakṣiṇato dakṣiṇāgreṣu darbheṣu tilamadhvājyaplutaṃ piṇḍamanena dadyāt |
om ayamodanaḥ kāmadugho'stvanandho'kṣīyamāṇaḥ surabhiḥ sarvakāmī sa tvopatiṣṭhatvajaro nityapūtaḥ svadhāṃ duhānastvamṛtān nastarpayatu amuṣmai pretāya piṇḍamupatiṣṭhattviti |

ūrjaṃ vahantīrādyena secayet svadhayākhyayā |
kṛtahastāvasekāya tasmai dadyāt tu dakṣiṇām || 66 ||

yad yat tadupayogi syāt gṛhakṣetradhanādikam |
bhūṣaṇādyaṃ ca tat sarvamamuṣmai saṃpradāya tu || 67 ||

kṣiptvā piṇḍaṃ tu nadyāṃ vā snātvā puṇyāhamācaret |
avāritaṃ tadannādyaṃ dattvā copavaset svayam || 68 ||

saṃskṛtya caikoddiṣṭānte tathā saṃvatsare'pi ca |
triṣu copavaset kartā bhuñjīyāccāpare'hani || 69 ||

p. 597)

ekoddiṣṭaṃ vidhāyaivaṃ sodakumbhaṃ tu bhojanam |
ekoddiṣṭavidhānena dadyācca prativāsaram || 70 ||

mā(se? sye)kaṃ māsikaṃ tadvat traipakṣaṃ ca tripakṣake |
pratimāsaṃ tathā śrāddhaṃ piṇḍānapi ca nirvapet || 71 ||

nyūnaṣāṇmāsikaṃ cātha nyūnasaṃvatsaraṃ tathā |
māsikān dvādaśa śrāddhaiḥ * * piṇḍāṃśca ṣoḍaśa || 72 ||

dadyāt saṃvatsarānte tu sapiṇḍīkaraṇaṃ smṛtam |
tatra saṅkalpya pūrvedyurviśiṣṭān varayed dvijān || 73 ||

snātvānyasmindine bhaktaṃ sāpūpavyañjanādikam |
saṃsādhya śucibhiḥ snātaiḥ brāhmaṇaiścarupākavat || 74 ||

dakṣiṇottarayoḥ kṛtvā sthaṇḍile gomayāmbubhiḥ |
svāgniṃ dakṣiṇatastadvaduttare laukikānalam || 75 ||

ādāya viśvedevārthaṃ brāhmaṇau prāṅ nimantrya tu |
pādaśaucādikaṃ kṛtvā prāṅmukhāvupaveśayet || 76 ||

kṣaṇaṃ kṛtvā sadarbheṣu kṣiptvāmbhastatkareṣvatha |
yavāmbunārghye saṃpādya sudhāṃ smṛtvā tu nikṣipet || 77 ||

viśvebhyo devebhyaḥ svadhā namaḥ svāheti |
tadanu

nimittārthaṃ dvijaṃ yogyaṃ varayitvā tu pūrvavat |
pitre pitāmahāyātha tatpitre ca dvijāstrayaḥ || 78 ||

strī cenmātre ca tanmātre tanmātre ca dvijatrayam |
sarve vaṃśaśrutācārasaṃpannāḥ śivatatparāḥ || 79 ||

tān saṃpūjya tadannādyaṃ dvidhā sarvaṃ vibhajya tu |
devāṃśakalpitaṃ yat tat pātre kṣiptvābhidhārya tu || 80 ||

anakhāṅguṣṭhatastābhyāṃ viśvedevebhya ityapi |
svāhāntaṃ darśayeccātha prācīnāvītamudvahan || 81 ||

tathai(va ni? vāpa)hatādyena kiret sasikatāṃstilān |
udīratāmavarataḥ pitaraśśabdasaṃyutān || 82 ||

p. 598)

prāgvat sthānānyavokṣyātha laukikāgnestu dakṣiṇe |
dakṣiṇāgreṣu darbheṣu pṛthak pātrāṇi sādayet || 83 ||

sarvaṃ pakvamudaṅ nyasyet paryagnikaraṇaṃ caret |
sāditeṣvatha pātreṣu pitrādibhyaḥ svadhāṃ kramāt || 84 ||

kṛtvā tilo'sītyādyena tilān prakṣipya pūrvavat |
madhuvāteti ca madhu somasya tviṣirāditaḥ || 85 ||

piṣṭvāveṣo dandaśūkān tyaktvā (?) pūrvaṃ yathoditam |
āma āgacchantu pūrveṇa pitrādyākhyāpurassaram || 86 ||

svadhākṛtvā cābhima(ntryet? ntrya)śanno devīriti spṛśet |
saṃpūjya darbhairācchādya dhautapādān dvijāṃstu tān || 87 ||

pitrādyarthān dakṣiṇataḥ pretārthamapi cottare |
darbhāsaneṣūpaveśya sarvāṃstānuttarāmukhān || 88 ||

prāgvadagnau kariṣyāmītyuktairuktastatheti ca |
paridhānāgni yāmye[kh: myena vi]'gnāviddhetvāgnimukhāntaram || 89 ||

pañcāvattaṃ sruveṇājyaṃ mantrairebhirjuhoti ca |

yāḥ prācī saṃbhavantītyādiḥ prathamaḥ |
antardadhe parvatairityādirdvitīyaḥ |
antardadhe ṛtubhirityādistṛtīyaḥ |
yanme mātetyādiścaturthaḥ |
yadvastapyādamityādiḥ pañcamaḥ |

apūpamaṣṭadhā kṛtvā somāyetyādināṃśataḥ || 90 ||

aṅgirasvantamūtaye yadagne kavyavāhana |
tri(bhi)rhutvā trikhaṇḍāni srucamādāya vai tataḥ || 91 ||

carumannaṃ yavāgūṃ ca hutaśeṣājyamiśritam |
darvyopaghātaṃ juhuyāt pitṛtarpaṇapūrvakaiḥ || 92 ||

athāgnaye kavyavāhanāyeti dakṣiṇārdhapūrvārdhe |
(prema? pro)kṣaṇapraharaṇāntaṃ karma kṛtvā pṛthivī te pātramityabhimṛśyottarāgniṃ pariṣicya darvyāmupastīrya sarvasmāt sakṛt sakṛdavadāyābhidhārya dakṣiṇatobhasmamiśrānaṅgārān niruhya teṣu oṃ pretāyāmuṣmai yamāya ca svāhā |
agnaye kavyavāhanāya sviṣṭakṛte svadhā namaḥ svāheti juhuyāt |
tathaiva pariṣicya viśvedevārthaṃ prāgvat saṃskṛtamannādyaṃ -

p. 599)

pātrayoḥ prakṣipya pṛthivī te pātramityabhimṛśyedaṃviṣṇvādinā anakhāṅguṣṭhenānnādyaṃ sparśayitvā pitrādīnāṃ kṛtakṣaṇānāṃ sapavitreṣu hasteṣu prāgvacchuddhajalaṃ svadhānāmabhiśca prakṣipya tatpātreṣvannādyaṃ ca sparśayitvā teṣāṃ hasteṣvapāmaśanaṃ ca dattvaivaṃ nimittasya ca tatra prāṇe niviṣṭo'mṛtaṃ juhomītyādyān prāṇāhutimantrān krameṇa svayaṃ japati |
te ca svasvamukheṣu juhuyuḥ |
svayaṃ cābhiśrāvaṇān śrāvayati kṛṇuṣvapājādiṃ rākṣoghnaprakāreṇa pratyṛcaṃ dahāśasādyantam ṛcāṃ prā(cī)tisūktaṃ triṇāciketaṃ trisuparṇamīśānaṃ ca japati |

atha bhuktavatsu mekaṇanānnaṃ (?) darśayan tṛptāḥstheti brūyāt |
te ca tṛptāḥsma iti brūyuḥ |
tadannaṃ sajalaṃ prādakṣiṇyena bhūmāvanena kirati |

ye agnidagdhānyutajīvātvadagdhāḥ kule mama |
bhūmau dattena tṛpyantu tṛptā yāntu parāṃ gatimiti |

atha dakṣiṇābhirācchādanaiśca paritoṣya pitrādīn krameṇotthāpya tadanu nimittaṃ ca śeṣānnādyamanujñāpya uttarāgnau vyāhṛtibhirhutvā śeṣaṃ kṛtvā tamagniṃ visṛjya pretapātrasthajalaṃ pitrādisvadhāpātreṣu kramānmadhuvātā ṛtāyate iti tisṛbhiḥ saṅgacchadhvamiti dvābhyāṃ niyojya dakṣiṇasmād dakṣiṇato'gnerdarbhān saṃstīrya pitṛtarpaṇamantraiḥ piṇḍān dattvābhyarcya darbhairācchādya pretapiṇḍaṃ pitṛpiṇḍeṣu tridhā niyojayati |
samāno mantraḥ saptitirityādinā samānī va ākūtiriti dvābhyāṃ pitrādipiṇḍānekīkṛtyātha ye samānā ye sajātā iti dvābhyāmenānupatiṣṭhet |
tena svadhāpātrajalānyekīkṛtya piṇḍaṃ pariṣiñcati |
tato yajñopavītī jayādiprāyaścittāntaṃ hutvā āghenuvarapradānāntaṃ karma kṛtvā pitrādīn devāṃścodvāsyādvārādanujñāto dvijebhyo liṅgibhyo'rthibhyaḥ svajanebhyeścānivāritamannādyaṃ dakṣiṇāśca śivārpaṇabuddhyā dattvā taduddeśena śivapūjāṃ vidadhīta |
śaktaścelliṅgaṃ ca tadarthaṃ pratiṣṭhāpya yathāvibhavaṃ pūjādikaṃ kalpayet |
nimittaṃ cābhimatasvargādibhogaiḥ saṃyojya svayamapyaihikāmuṣmikān kāmānāpnoti |

sapiṇḍīkaraṇādhikāraḥ |

mātāpitrostathā bhrāturmātulācāryayorapi |
anyeṣāmapi bandhūnāṃ varṣe varṣe tu taddine || 93 ||

kuryāt saṃvatsaraśrāddhaṃ tāṃstān voddiśya śaktitaḥ |
athāṣṭakāśrāddhavidhiḥ kathyate'tra samāhitaḥ || 94 ||

p. 600)

uktaṃ ca purāṇādiṣu -

nabhasyamāsasya tu kṛṣṇapakṣe trayodaśī pañcadaśī ca māghe |
upaplave candramasaśca [maso raveśca triṣvaṣṭakāsvapyayanadvaye ca iti viṣṇupurāṇe pāṭho dṛśyate] bhānostisro'ṣṭakāyāmayanadvaye ca ||

pānīyamapyatra tilairvimiśraṃ dadyāt pitṛbhyaḥ prayato manuṣyaḥ |
(tattajja? dattaṃ ja)lānnaṃ pradadāti tṛptiṃ varṣāyutaṃ tatkulajairmanuṣyaiḥ ||

iti |
apica |

amāvāsyāsu sarvāsu trayodaśyaṣṭamīṣu ca |
kṛṣṇapakṣe viśeṣeṇa vyatīpāte kṣayeṣu ca ||

viṣuve caiva pañcamyāṃ navadhānyādisaṃbhave |
kṣetratīrthā(di)gamane śrotriye ca gṛhāgate ||

svapne vā svapitṝn dṛṣṭvā śrāddhaṃ kurvīta bhaktitaḥ |
kulaśīlaśrutācārasaṃpannāṃstu dvijottamān ||

śivabhaktān viśeṣeṇa pūrvedyurvarayenniśi |
carupākoktamārgeṇa cullīṣu śucayoḥ dvijāḥ ||

snātāḥ śuklāmbaradharāḥ sādhayeyuśca taddhaviḥ |
śrāddhe śastāni dhānyāni grāmyāraṇyāni sarvaśaḥ ||

varjayitvā kulasthāni caṇakāṃścaiva kodravān |
pulākāṃścaiva kaṅgūṃśca niṣpāvāṃśca viśeṣataḥ ||

phaleṣvapi ca vikhyāni kakubhābdhamalāmbukam (?) |
bimbaṃ ca trāpuṣaṃ cātha mūleṣu laśunaṃ tathā ||

pralāṇḍumūlakaṃ cāpi śākādyapi ca varjayet |
varjyaṃ hi lavaṇaṃ śrāddhe hiṅguśca maricāni ca ||

kustumburūṇi piṇyākaṃ (cai? tai)laṃ cābhyañjanaṃ vinā |
śastaṃ kṣīraṃ ca dadhyājyaṃ gavyaṃ śreṣṭhaṃ ca māhiṣam ||

madhyaṃ cājāvikaṃ nīcaṃ varjye mathitakāñcike |

(viśvedevā dvijāḥ prītāḥ?)

p. 601)

sumukhān suvratān snātānanūcānān viśeṣataḥ |
bhojayedāgatān samyak pādaśaucādipūrvakam ||

atra smṛtiḥ -

trīṇi śrāddhe pavitrāṇi dauhitraḥ kutapastilāḥ |
trīṇi cātra praśaṃsanti śaucamakrodhamatvaram ||

divasasyāṣṭame bhāge mandībhavati bhāskare |
sa kālaḥ kutapastasmin pitṝṇāṃ dattamakṣayam ||

payasā māsikī tṛptiḥ pāyasena tu vārṣikī |
madhvājyapāyasaistṛptirbhaved dvādaśavārṣikī ||

pitṝṇāmiti |

varjyaḥ kāleṣu pūrvā(hne? hṇaḥ) sandhye nandā caturdaśī |
śukrajñajīvavārā(śca) pū(rṇāḥ ? rvāḥ) kartuśca janmabham ||

atha prāṅgaṇe gomayena caturaśraṃ hastavistīrṇaṃ maṇḍalamupalipya prāgagrān darbhān sayavānakṣatānāstīrya tasmin yugmān viśvedevabuddhyā brāhmaṇān pādayoḥ sayavamarghyaṃ dattvā mṛjjalaiḥ prakṣālitāṅghrīn svācāntānantaḥ praveśya sadarbhāsaneṣu prāṅamukhānupaveśya tadanu paścimataḥ sayāmyāgradarbhe vṛttamaṇḍale pitṛpitāmahaprapitāmahānayujo dvijān satilajalārghyapūrvaṃ kṣālitacaraṇān svācāntānantaḥ praveśyodaṅmukhān sadarbhaviṣṭareṣūpaveśya punaśca pitṛmaṇḍalād dakṣiṇataḥ sadakṣiṇāgradarbhe maṇḍale mātṛpitāmahīprapitāmahībhyaḥ prāgvad brāhmaṇān kṛtapādasaucānanantaraṃ tatra praveśya tadanantaraṃ mātāmahamātuḥpitāmahamātuḥprapitāmahebhyaḥ sapatnīkebhyo brāhmaṇān prāgvanniveśya āyantu pitara ityādinā kṣaṇaṃ kṛtvā pitrādibhyo mātrādibhyo mātāmahādibhyaśca pātratraye prāgvanmantraiḥ svadhāṃ kṛtvā apahatā asurādināstreṇa ca sasikatāṃstilān vikīrya teṣāṃ sadarbhahasteṣu śuddhajalaṃ svadhājalaṃ ca prāgvanmantrataḥ pṛthak krameṇa dattvā(tādikaṃ?) pitṝn vilomato'bhipūjya prāgvat saṃskṛtaṃ (cā? ca)rvādikaṃ sapiṇḍīkara(ṇaṃ? ṇavad) juhuyāt |
viśeṣastvapūpahomānantaram iyameva sāyātprathamā vyaucchaditi pañcadaśakaṃ yuṣṭaye ityekāṃ saṃvatsarasya pratimāsikām oṃ agnaye kavyavāhanāya svadhā namaḥ śivāya svāhā ityādi somāya pitṛmaye yamāya aryamṇe aṅgirase agniṣvāttebhyo barhiṣadbhyaḥ somapebhya ūṣmapebhyaśca juhuyāt |
ājyaṃ (prākāgra?) -

p. 602)

stvekaikaśastaccheṣānnaṃ pitrādīnāṃ pātreṣu prakṣipyājyaṃ tilairupastṛṇāti |
atha śuddhodanapāyasaghṛtagulāpūṣaphalabhūyiṣṭhamannā(jya? dyaṃ) tridhā vibhajya (pā? bhā)gena pūrvaṃ devebhyaḥ prakṣipyātha puruṣeṇa prokṣyābhimantrya pitrādibhojyeṣu tilān vikīryāghoreṇa pariṣicya vāmadevena svottānakareṇa tasyānuttānakaraṃ haviṣaḥ pradakṣiṇaṃ nītvā tattadaṅguṣṭhāgreṇa idaṃ viṣṇvādinā viṣṇo havyaṃ rakṣasveti bhojyāni sparśayitvā svakare jalaṃ gṛhītvā amuṣmiñcchrāddhe viśvebhyo devebhya idamannaṃ dattaṃ dāsyamānaṃ cātṛptestat sarvaṃ na mamāmṛtāyetyaśanaṃ puruṣeṇāmṛtopastaraṇamasīti dadyāt |
pitrādibhyaścaivameva |
viśeṣastu viṣṇo kavyaṃ rakṣasveti sparśayet amuṣmiñcchrāddhe pitṛbhya ityādinā ca |
pitrādibhyo'pyapāmaśanaṃ pūrvavad dadyāt |
te ca tā apo yathāpūrvaṃ pībeyuḥ |
tatprāṇāhutimantrānprāṇe niviṣṭo amṛtaṃ juhomītyādīn yajamāna eva paṭhati |
teca tā āhutīḥ svayameva juhuyuḥ |
tadanu [kh: virajāmadhya] jānumadhyasthavāmakareṇa pātrasparśastathaiva dakṣiṇena yathājoṣaṃ mauninaḥ prabhuñjīran |
yajamāno'pyuttarābhimukham īśānasaṃpuṭaṃ rakṣoghnān kṛṇuṣvaṃpāṃjādīnṛcāṃ prācītyādīṃśca trināciketaṃ trisuparṇān japaṃstiṣṭhet (jyeṣṭha[k:sā]sāmāniva?) tasmin kāle yadyāgacchedatithiḥ tamapīśvarabuddhyāa mṛṣṭaṃ śiṣṭānā(n? ni)bhojayet |
atha tṛpteṣu darvyānnamādāya sarvebhyastṛptāḥ stheti darśayet |
te ca tṛptāḥsma iti brūyuḥ |
tacca bhūmau vikiret ye agnidagdhā jātā jīvā yetvadagdhāḥ kule mama bhumau dattena tṛpyantu tṛptā yāntu parāṃ gatimityādinā prāgvad vikīryāmṛtāpidhānamasīti culukaṃ ca dadyāt te tat pītvā kṛtahastāvasecanāstathaivāsīran |
tatraiva maṇḍale sadyena darbhān vāmena tilān vikīrya bhuktaśeṣādādāya piṇḍān satilājyadadhimadhūnīśapuruṣāghoraiḥ etat te pitarityādibhirmūlāntaiḥ pitrādibhyo nirvapet |
tadyathā - etat te pitāsau ye te mātāmahā ye ta ācāryā ye te guravo ye te sakhāyo ye te jñātayo ye te'mātyā yoṃte'ntevāsinastebhyaśca patnayastebhyastābhyaśca svadhā nama iti |
etatte pitāmahā ityādinā ca |
evaṃ etatte prapitāmahā ityādinā ca |
tathā ca tadvanmātrādibhyo(yu? mā) tāmahādibhyaśca piṇḍāṃstrīṃstrīn pradāyātha bhūmau darbheṣvannaśeṣaṃ vikīryātrālpamebhirnirmārṣṭi |
yena patitā garbhā asṛgbhāja upāsate tebhyaḥ svajāḥ svadhā namastṛpnuvantu madantu ca |
ye āmā ye ca pakvā ye ca duṣṭāḥ patanti naḥ |

p. 603)

tebhyaḥ svajāḥ svadhā namastṛpnuvantu madantu ca |
ye kumārā ye striyo'vijñātāḥ patanti naḥ |

tebhyaḥ svajāḥ svadhā namastṛpnuvantu madantu ca |
athainān saṃkṣālanena ye samānā ye sajātā iti dvābhyāṃ tri[k: tribhira](ravasalaṃ? rapasavyaṃ) vāmenāpyūrjaṃ vahantīrityādinā ca mūlāntaṃ pariṣicya vasanābharaṇahiraṇyādikāṃ dakṣiṇāṃ dattvā svadhāpātramuttānayet |
atha puruṣādinā vājevājetyādinā kare gṛhītvā dvijānutthāpya tān pradakṣiṇīkṛtya yajamānaḥ praṇamati |
te ca brāhmaṇāḥ saṃpitṛra ityādināśiṣaḥ prayu~jīran |
annaśeṣaiḥ kiṃ kriyatāmiti yajamānena pṛṣṭairiṣṭaiḥ sahopabhujyatāmityabhidhāya gantavyam |
sa ca tānādvārādanuvrajet |
tataḥ pitṛtarpaṇamantraiścaturviṃśatipiṇḍān svāhāvivarjitaiḥ prakṣipya prāgvadūrjaṃvahantīriti pariṣicya jayādiprāyaścittāntamādhenuvarapradānāt karma kṛtvā praṇītotsecanāntamagniṃ visṛjet |
tadanu putrakāmā yā patnī madhyamaṃ piṇḍamādhatta pitara ityādinā prāśnāti |
atha brāhmaṇānanyāṃśca bhojayitvā putramitrabhṛtyādibhiḥ sahitaḥ pitṛśeṣamaśnannaihikāmuṣmikānapi sarvān kāmān prāpnoti |

itīdamantyeṣṭividhānamīritaṃ pṛthaṅ navaśrāddhavidhiṃ ca ṣoḍaśaiḥ |
tataḥ sapiṇḍīkaraṇaṃ tathāṣṭakā nirūpya tantreṣu yathoditaṃ vidhim ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde antyeṣṭipaṭalo dviṣaṣṭitamaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 63: Sühne und Wiederherstellung der Ritualordnung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 63: Sühne und Wiederherstellung der Ritualordnung
Das Kapitel fragt, wie eine unterbrochene oder gestörte Verehrung wieder aufgenommen werden kann. Es ordnet Versäumnissen bestimmte Sühnehandlungen zu und beschreibt ein Waffenopfer sowie die Jaya-Bali-Gabe. Seine Aussagen über Unheil, rituelle Unreinheit und soziale Gruppen gehören zur historischen Rituallehre; sie sind keine heutigen Tatsachenurteile über Menschen oder Ursachen von Krankheiten.

Kapitelanfang. Nun das dreiundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 63, Vers 1. Zur Befriedung von Fehlern durch Auslassung und Versehen sowie ungewöhnlichen Erscheinungen werden nun Sühnehandlungen für die täglichen und anlassbezogenen Riten erklärt.

Kriyapada 63, Vers 2. Sind drei, zwei oder eine Verehrung ausgefallen oder wurden die abgenommenen Gaben nicht entfernt, bade und verehre man der Reihe nach mit den kleineren Formen des rituellen Bades.

Kriyapada 63, Vers 3. Bleiben zu den Tagesübergängen alte Gaben auf dem Kopf des Linga, zerstört dies nach der Lehre die Gegenwart der Gottheit und mindert die Macht des Königs.

Kriyapada 63, Vers 4. Das Fehlen von Duftgaben bringe Armut, das Fehlen von Blumen Verlust des Glücks; Verehrung ohne Räucherwerk und Lampen bringe Krankheit und Leid.

Kriyapada 63, Vers 5. Ohne Speisegabe drohe Hungersnot; beim Ausfall des Feuerdienstes drohe dem Reich Regenmangel, beim Abbruch der Bali-Gaben Verlust der Bevölkerung.

Kriyapada 63, Vers 6. Beim Ausfall des täglichen Festes drohe stets ein feindliches Heer; beim Abbruch des großen Festes der Untergang von König und Auftraggeber.

Kriyapada 63, Vers 7 mit Einschub. Daher soll ein verständiger Mensch keinen Dienst auslassen. Durch vorschriftsgemäße Ausführung wächst das Gedeihen. Wenn aus Unachtsamkeit oder durch ein Hindernis Verehrung oder eine andere Handlung ausfällt,

Kriyapada 63, Vers 8. vollziehe man die jeweilige Verehrung doppelt und rezitiere Aghora hundertmal. Weil das Auslassen der Stierverehrung den Verlust der Rinder bewirken soll,

Kriyapada 63, Vers 9. verdopple man zur Befriedung die Verehrung des Stiers. Weil bei einem Fest ohne Banner dem König Bedrängnis durch Feinde drohen soll,

Kriyapada 63, Vers 10. und bei Bruch des Banners oder der Flagge eine Seuche im Reich zunehmen soll, opfere man zur Befriedung nordöstlich des Banners im Feuer einer Grube mit dem Stiermantra

Kriyapada 63, Vers 11 mit Prosa. die acht Stoffe, Brennhölzer und die übrigen, und verehre Stier und Shiva. Das heißt: Man hisse das Banner erneut und setze das Fest fort. Fehlen die glückverheißenden Keimlinge, soll dies König und den übrigen Unglück bringen.

Kriyapada 63, Vers 12. Man opfere mit Tryambaka und den folgenden Texten und verehre Shiva besonders. Fehlt das Anlegen des Schutzbandes, geht nach der Lehre der Schutz des Reiches verloren.

Kriyapada 63, Vers 13. Hier opfere man Ghee mit Tryambaka, verehre und lege das Band an. Ohne Pulverfest soll Krankheit im Reich entstehen; zur Befriedung

Kriyapada 63, Vers 14. opfere man mit Mrityunjaya und verehre Shiva besonders. Ohne die Prozession zum heiligen Bad werde das Reich durch Wassermangel bedrängt.

Kriyapada 63, Vers 15. Man opfere Ghee mit den Samhita-Mantras und veranstalte die Prozession zum heiligen Bad. Unterbleibt das Einholen des Banners, drohe ein heftiger Sturm.

Kriyapada 63, Vers 16. Nach der Befriedung wie zuvor verehre man Shiva und hole das Banner herab. Werden die zum Fest herbeigerufenen Scharen nicht entlassen,

Kriyapada 63, Vers 17. werde das Reich erschüttert. Zur Befriedung verehre man Shiva, streue Jaya-Bali aus, verehre alle Scharen und entlasse sie.

Kriyapada 63, Vers 18. Fällt beim täglichen oder großen Fest das Linga oder Bild vom Gefährt, soll dies König, Reich und den übrigen Untergang bringen.

Kriyapada 63, Vers 19. Als Sühne stelle man die Gottheit an derselben Stelle auf, umgebe sie ringsum mit einem Vorhang und bestreiche den Boden.

Kriyapada 63, Vers 20. Man bade, vollziehe die Segensverkündigung, fertige ein weiteres Linga aus Reis und verehre dieses und das Bild dort vorschriftsgemäß.

Kriyapada 63, Vers 21. Nach Übergießung mit neun Krügen bringe man Shali-Reis und Milchreis mit Ghee dar. Im Osten richte man ein bis zur Namengebung geweihtes Feuer ein.

Kriyapada 63, Vers 22. Ghee, gekochte Opfergabe, Brennhölzer, Honig, Milch und Puffreis opfere man mit Isha und den übrigen bis Sadya und der Gayatri; weißen Senf,

Kriyapada 63, Vers 23. Sesam mit dem Waffenmantra, Shali-Reis mit dem Wurzelmantra, jeweils hundertmal. Auch mit den Mantras der tragenden Shakti und der übrigen sowie der Richtungsherren opfere man.

Kriyapada 63, Vers 24. Mit dem Mantra des Hüters jener Richtung, in die das Linga gefallen ist, opfere man hundertmal Sesam und Ghee, dann Jaya und die weiteren sowie die Sühneformeln.

Kriyapada 63, Vers 25. Nach dem Svishtakrit-Opfer gebe man die für die Richtungshüter genannten Ehrengaben: einen goldenen Elefanten, Gold, Büffelkühe samt einem Büffel,

Kriyapada 63, Vers 26. eine goldene Ziege, eine Halskette, Messing mit Gold, Milchkühe und Silber werden der Reihe nach als Ehrengaben genannt.

Kriyapada 63, Vers 27. Danach setze man die Prozession fort und gebe die übrigen Bali-Gaben. Ist das herabgefallene Bild zerbrochen, sind Sühnehandlungen und Ehrengaben viermal so groß wie beschrieben,

Kriyapada 63, Vers 28. und Speise ist ungehindert zu geben. Man setze ein anderes Bild ein und führe den übrigen Teil der Prozession fort.

Kriyapada 63, Vers 29. Am ursprünglichen Linga veranstalte man ein großes rituelles Bad und Verehrung. Entsprechend dem Gewicht der Dauer der Verehrungsunterbrechung

Kriyapada 63, Vers 30. vollziehe man Sühne, mit einer für diesen Zeitraum verdoppelten Verehrung, Feueropfer und Ehrengaben; dann nehme man die Verehrung wieder auf.

Kriyapada 63, Vers 31. Bis zu einer Unterbrechung von zwölf Tagen wird diese Sühne vorgeschrieben. Danach lasse man bei einem von Menschen gefertigten Linga eine erneute Einsetzung vollziehen.

Kriyapada 63, Vers 32. Bei Lingas von Weisen und selbstentstandenen Lingas vollziehe man erneut die Besprengung und die Erneuerungseinsetzung, bade sie und verehre sie.

Kriyapada 63, Vers 33. Bricht Shiva-Krug oder Waffengefäß, deutet der Text dies als Todeszeichen für den Auftraggeber. Hier opfere man Ghee und die übrigen Stoffe mit den Samhita-Mantras jeweils hundertmal,

Kriyapada 63, Vers 34. Sesam und Ghee mit dem Waffenmantra und verehre einen anderen Krug und ein anderes Waffengefäß. Ist ein für das Bad bereits verehrter Krug oder sind mehrere Krüge

Kriyapada 63, Vers 35. zerbrochen, fülle und verehre man andere ebenso. Mit dem Waffenmantra opfere man hundert Ghee-Gaben und lasse Ghee in diese Krüge tropfen.

Kriyapada 63, Vers 36. Ebenso oft rezitiere man den Mantra und gebe zur Befriedung Gold. Bei einem Todesfall im Tempel oder Hof, einer blutenden Verletzung,

Kriyapada 63, Vers 37. Besudelung durch Urin, Kot und anderes, beim Eintritt von Hunden, menstruierenden Frauen, Wöchnerinnen, Candalas, Schakalen, Geiern, Eulen oder Eseln

Kriyapada 63, Vers 38. oder bei einer Geburt dort wird folgende Sühne erklärt: Man grabe den jeweiligen Boden ringsum zwei Ellen weit aus. [Diese Aufzählung gibt die historische Reinheitsordnung des Textes wieder; sie ist keine Bewertung der genannten Menschen.]

Kriyapada 63, Vers 39. Man entferne die Erde und verbrenne die Stelle mit Kuhdungfeuer. Auch die Asche entferne man und fülle die Stelle mit Kuhurin,

Kriyapada 63, Vers 40. danach mit Fußwaschwasser von Brahmanen, Wasser heiliger Orte und Panchagavya. Man lasse Kühe darübergehen und fülle mit den acht Erden auf.

Kriyapada 63, Vers 41. Man errichte eine Laube oder Halle und speise dort Brahmanen. Im Süden, im geweihten Feuer einer halbmondförmigen Grube, mit Shiva darin,

Kriyapada 63, Vers 42. opfere man Udumbara- und Apamarga-Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergabe und Siddhartha-Senf der Reihe nach, von jedem achttausendmal,

Kriyapada 63, Vers 43. mit den Brahma-Mantras von Ishana an. Danach Shali-Reis, Sesam, Gerste, Mungbohnen, Durva mit süßen Stoffen, Milchreis und gekochte Opfergabe,

Kriyapada 63, Vers 44. der Reihe nach mit den Brahma-Mantras, dem Wurzelmantra und der Gayatri. Für die Glieder opfere man von allen Stoffen ein Zehntel davon.

Kriyapada 63, Vers 45. Man gebe ungehindert Speise und weitere Gaben und streue nachts Bali aus. Nach einem der vorzüglichen oder anderen Bäder entsprechend den vorhandenen Mitteln

Kriyapada 63, Vers 46. gebe man Ehrengaben und Geschenke und nehme die Verehrung wieder auf. Ist das Linga von Angehörigen anderer Lehren, Candalas, Hunden oder anderen berührt oder mit schädigenden Mantras belegt,

Kriyapada 63, Vers 47. vollziehe man alles zuvor Genannte, einschließlich des Darüberführens von Kühen. Dann fertige man eine Hülle aus dem Holz eines Opferbaums,

Kriyapada 63, Vers 48. für Flüssigkeit im Inneren eingerichtet, schön rund wie eine Kugel, eine Handspanne über das Linga hinausragend und ohne undichte Stellen.

Kriyapada 63, Vers 49. Der Reihe nach fülle man sie mit den Kuhprodukten einzeln und gemeinsam, jeweils für drei Tage, dann mit Abkochungen, den acht Erden, Duftwasser und Wasser heiliger Orte.

Kriyapada 63, Vers 50. Dazu rezitiere man die beiden Vyomavyapin-Mantras, Isha und den Waffenmantra, Brahma, Prasada, Taraka, Mrityunjaya, Wurzel- und Gliedermantras, Rudra- und Pavamana-Texte,

Kriyapada 63, Vers 51. einundzwanzig, vierzehn oder sieben Tage, je nach dem Gewicht des Fehlers.

Kriyapada 63, Vers 52. Acht … [größere Quelllücke] … oder wenn etwas gefallen oder gestorben ist. Nach Besprengung mit Panchagavya und Segensverkündigung

Kriyapada 63, Vers 53 mit Prosa. opfere man wie zuvor mit den genannten Mantras für Agni Apsumant. Die Zahl der Opfergaben und der Umfang der Ehrengaben sind entsprechend dem Gewicht des Falls zu bestimmen. Ebenso opfere man bei Berührung durch eine menstruierende Frau für Agni Ashuci. [Die Benennung „Ashuci“ und die Reinheitszuordnung sind historische Textaussagen.]

Kriyapada 63, Vers 54. Stirbt während eines noch nicht abgeschlossenen Bades oder einer Einsetzung der Auftraggeber, ein Gestalthüter oder der Lehrer,

Kriyapada 63, Vers 55. vollziehe man auch dort nach Reinigung mit Kuhprodukten, Segensverkündigung und Verehrung von Krug und Waffe das Opfer wie zuvor mit den drei Versen von „Du, Agni, uns …“ an, den Samhita- und Waffenmantras.

Kriyapada 63, Vers 56. Nach Gaben von Kühen, Gold und anderem setze man das Ritual fort. Brahmanen und den übrigen sei Speise ungehindert zu geben.

Kriyapada 63, Vers 57. Am vierten [?], vor dem Bad, oder wenn Torbogen oder Banner gebrochen sind, oder bei Unterbrechung der genannten Feueropfer und weiteren Handlungen verfahre man ebenfalls wie beschrieben.

Kriyapada 63, Vers 58, erster Halbvers. Nach Panchagavya und den übrigen Schritten bis zum Feueropfer setze man das Jeweilige wieder ein und verehre es. [Der Beginn von Vers 57 ist schon in der Quelle fragend markiert und bleibt unaufgelöst.]

Abschnittsabschluss. Kleinere Sühnehandlung.

Kriyapada 63, Vers 58, zweiter Halbvers. Entsteht im Tempel oder in den Umfassungen ein Ameisenhügel oder ein Bienennest,

Kriyapada 63, Vers 59. oder eine Raktakanya, treten Geier, Eulen oder Rebhühner in die innere Kammer ein oder schlägt ein Blitz ins Heiligtum,

Kriyapada 63, Vers 60. lasse man auch dort die zuvor beschriebene Befriedung der Fehler vollziehen. Bei unheilvollen Erscheinungen wie dem Auftreten eines Kometen,

Kriyapada 63, Vers 61. Erdbeben, glühendem Himmel in den Richtungen, heftigem Sturm, Feuersbrunst, Umstürzen eines Baumes ohne Wind oder einem Regenbogen in der Nacht

Kriyapada 63, Vers 62. und anderen außergewöhnlichen Erscheinungen vollziehe man zur Befriedung zunächst das Waffenopfer und verehre Shiva besonders. [„Raktakanya“ in Vers 59 ist ein ungeklärter Bezeichner; keine bestimmte Tierart oder Erscheinung eingesetzt.]

Kriyapada 63, Vers 63 mit Übergang. Und zwar so: Im Osten, Nordosten oder Norden errichte und schmücke man wie zuvor eine Halle; nach Segensverkündigung und Ausstreuen

Kriyapada 63, Vers 64. verehre man Krug und Waffe, vollziehe die Umtragung und zeichne auf der Plattform ein Bhadra-Mandala. Mit dem sechsgliedrigen Wurzelmantra und den Gliedern, der Reihe nach aus dessen Lauten gebildet

Kriyapada 63, Vers 65. und mit den zugehörigen Abschlussformen versehen, statte man den eigenen Körper mit der vollständigen Mantragestalt aus. Man verehre Vighna, fülle das Arghya und trage Stirnzeichen und Blumenschmuck.

Kriyapada 63, Vers 66 mit vorangestellter Fortsetzung. Über Shakti und dem Ananta-Sitz, mit Dharma und den übrigen sowie dem Lotus der Gunas, vergegenwärtige man: „Er strahlt wie die Sonne am Ende des Weltalters, hat zehn Arme und fünf von Hauern gewaltige Gesichter, braunen Bart und mächtige Haarflechten, drei Augen und eine Kette aus Köpfen. Er trägt Beil, Fell oder Schild, Schädel, Bogen, Schlange, Dreizack, Schwert, Feuer, Pfeil und Damaru. Schlangen schmücken ihn; ein Tigerfell ist sein Gewand.“

Kriyapada 63, Vers 67. So vergegenwärtige man ihn, versehe ihn mit Wurzel- und Gliedermantras mit der vollständigen Mantragestalt und verehre ihn.

Kriyapada 63, Vers 68. Mit Arghya und den weiteren Gaben verehre man die zu den Erfahrungen gehörenden [Gestalten] auf den Blättern vom Südosten an, die Vidyeshvaras in ihren Richtungen, außen die zehn Welthüter,

Kriyapada 63, Vers 69 mit Prosaeinschub. ringsum deren Waffen, alles ordnungsgemäß. Ebenso im Feuer einer dreieckigen Grube mit Khadira-Brennhölzern. Nach dem Abwaschen mit Rinden milchsaftführender Bäume, Mehl und Asche [?] … Mit Lakshmi, Devi, Saha, Durva, Kranti, den elf Lotussen,

Kriyapada 63, Vers 70. Shakravalli, Sadabhadra, Musali, Madhupa, Rocana, Agarholz, Kampfer, Mamsi, Safran, Sandel,

Kriyapada 63, Vers 71. Ushira, Muru und Kushtha, jeweils zerrieben, bestreiche man es. Man wasche mit Wasser heiliger Orte und reibe mit Bilva-Blättern ab. [Der Übergang in Vers 68–71 ist beschädigt beziehungsweise stark elliptisch; insbesondere bleibt das Bezugsobjekt zunächst ungenannt. Die erhaltene Stoffreihe wird ohne botanische Rekonstruktion übersetzt.]

Kriyapada 63, Vers 72. Ohne Mantra verehre man wie zuvor in der Halle des vorbereitenden Verweilens auf dem Lager, mit einem goldenen Krug und Wasser, versehen mit Gold, Edelsteinen und anderem.

Kriyapada 63, Vers 73. Wie früher lasse man die drei Bereiche, Wirklichkeitsebenen, Gestalten und die übrigen darin verweilen, rufe mit Wurzel- und Gliedermantras Shiva herbei und verehre ihn darin zur gewählten Zeit.

Kriyapada 63, Vers 74. Den Shiva im Krug übertrage man durch Übergießung auf das Linga. Nach Verehrung wie zuvor bade man den Herrn mit einer der Haupt- oder weiteren Badformen

Kriyapada 63, Vers 75, erster Halbvers. entsprechend den vorhandenen Mitteln und nehme die Verehrung wie zuvor wieder auf.

Abschnittsabschluss. Sühne für große Fehler.

Kriyapada 63, Vers 75, zweiter Halbvers. Ist das Linga mit Schweiß oder Speichel versehen oder durch Rauch und Hitze beeinträchtigt,

Kriyapada 63, Vers 76. oder wurde es von nicht eingeweihten Brahmanen und anderen oder Trägern anderer religiöser Zeichen berührt, lasse man es wie früher in einer hölzernen Hülle mit den fünf Kuhprodukten einzeln der Reihe nach

Kriyapada 63, Vers 77. und gemeinsam sechs Tage lang einweichen. Mit Erden und Sandel und den übrigen Stoffen reibe man es ab und übergieße es.

Kriyapada 63, Vers 78. Man vergegenwärtige die drei Bereiche, Wirklichkeitsebenen, Gestalten und die sechs Wege und verehre Sadashiva ordnungsgemäß mit Arghya und den weiteren Gaben.

Kriyapada 63, Vers 79. Je nach Möglichkeit bade man ihn mit einer der Badformen von hundertacht bis fünfundzwanzig Krügen.

Kriyapada 63, Vers 80. Nach großer Verehrung und Feuerdienst wie früher, Bali für die Wesen, Speisung und Ehrengaben

Kriyapada 63, Vers 81. nehme man Verehrung, Feste und die weiteren Handlungen wieder auf. Erlischt ein Feuer, in das Shiva herbeigerufen wurde, verfahre man der Reihe nach wie zuvor:

Kriyapada 63, Vers 82. [Unsicherer Ausdruck für das erneute Einsetzen oder Entzünden.] Man opfere wieder Ghee mit „Du, Agni, uns …“, Brennhölzer, Sesam und gekochte Opfergaben mit dem schwarzen Waffenmantra, achttausendmal.

Kriyapada 63, Vers 83 mit Prosa. Man vollziehe wie früher die Handlungen von Jaya bis zu den Sühneformeln. Erlischt das Feuer, ohne dass Shiva herbeigerufen wurde, oder nachdem er entlassen wurde, opfere man mit den zuvor genannten Mantras und Stoffen jeweils hundertachtmal und gebe Lehrer, Gestalthütern und den übrigen Gold als Ehrengabe. Wenn Shiva-Feuer nach Berührung … [Quelllücke] … zu Shiva-Feuern werden,

Kriyapada 63, Vers 84 mit Erläuterung. opfere man der Reihe nach mit den früheren Mantras für Agni Vivici. Bei Vermischung mit gewöhnlichem Feuer oder Waldbrandfeuer opfere man für Agni Shuci – das heißt: mit den früher genannten Stoffen und Mantras. [Der Tatbestand vor der ersten Anweisung bleibt durch die Lücke unklar.]

Kriyapada 63, Vers 85. Wurde das Feuer versehentlich von einem Leichnam, von Menschen in Geburtsunreinheit, von Shudras oder anderen berührt, kam es mit unreinen Stoffen in Verbindung oder … [Quelllücke] … mit einem Lebewesen, opfere man tausendmal

Kriyapada 63, Vers 86. Brennhölzer mit Ghee, danach Milchreis, Sesam, Siddhartha-Senf, gekochte Opfergabe und Durva jeweils hundertmal,

Kriyapada 63, Vers 87. mit dem Wurzelmantra, für die Glieder ein Zehntel davon, für die Vidyeshvaras und Waffen jeweils einmal. Nachts streue man Bali aus rotem Reis

Kriyapada 63, Vers 88. nach dem beschriebenen Verfahren aus, begleitet von Tanz, Gesang und glückverheißenden Darbietungen. Nach diesem Waffenopfer verehre man Shiva besonders.

Kriyapada 63, Vers 89, erster Halbvers. Dadurch sollen umfassende Befriedung und überall Glück entstehen.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über das Waffenopfer.

Kriyapada 63, Vers 89, zweiter Halbvers. Auf diese Weise erschließe man für alle Gottheiten jeweils ihre Sühnehandlungen,

Kriyapada 63, Vers 90. Reinigung und Befriedung der Fehler aus ihren eigenen Tantras. Mit den dort gelehrten Brennhölzern und weiteren Stoffen

Kriyapada 63, Vers 91, erstes Vorkommen. opfere man zur Befriedung der Fehler und verehre die jeweils eigene Waffe. Nach einem Bad wie früher soll das Gedeihen wachsen.

Kriyapada 63, Vers 91, zweites Vorkommen. Die Gegenwart der jeweiligen Gottheit wird durch die Abgrenzung hergestellt. Zur Befriedung der Fehler und zur Erlangung der Wünsche

Kriyapada 63, Vers 92. streue man auch Jaya-Bali aus. Dessen Verfahren wird erklärt: wenn die Sonne auf ihrem nördlichen Lauf steht oder wenn ein Fehler eingetreten ist,

Kriyapada 63, Vers 93. an den achten und vierzehnten Mondtagen der hellen und dunklen Monatshälfte sowie unter Ardra veranstalte man eine große Verehrung Shambhus.

Kriyapada 63, Vers 94. Nach dem Bad mit Panchagavya und den fünf Nektaren verehre man ihn dreimal oder viermal täglich, achtmal umfangreicher als gewöhnlich,

Kriyapada 63, Vers 95. mit Feuerdienst, geschmückt durch Instrumentalmusik, Gesang und Tanz. Nachts bereite man aus der üblichen Prastha-Menge Reis

Kriyapada 63, Vers 96. den beschriebenen Wesen-Reis und streue damit Bali für die Wesen aus, mit allen beim großen Fest genannten Bali-Mantras der Reihe nach.

Kriyapada 63, Vers 97. Den Göttern gebe man reinen Reis, den Wesen Wesen-Reis; den beim großen Fest genannten Scharen gebe man ehrfürchtig Bali.

Kriyapada 63, Vers 98. Man speise Brahmanen und Träger religiöser Zeichen und gebe auch anderen ungehindert wohlschmeckende Speise.

Kriyapada 63, Vers 99. Am Ende übergieße man den Herrn mit einer Badform entsprechend den Mitteln. Dies soll umfassende Befriedung bringen und Söhne, Gesundheit und Sieg gewähren. [Die entsprechende Wortfolge der Fruchtangabe ist fehlerhaft überliefert; die Aufzählung ist vorsichtig dem Kontext entnommen.]

Kriyapada 63, Vers 100. Es soll Bedrängnisse durch Störungen, Grahas, Totengeister und Wesen beseitigen, Leben und Glück mehren; deshalb sollen Menschen es zu ihrem Wohlergehen vollziehen.

Kriyapada 63, Vers 101. So ist die in den Shiva-Tantras gelehrte Sühneordnung für tägliche und anlassbezogene Fehler zu deren Befriedung erklärt, ebenso die Befriedung unheilvoller Erscheinungen, die Verehrung der Waffe, die alle Übel und Leiden der Menschen beseitigen soll, und Jaya-Bali, das Sieg und Glück mehren soll.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiundsechzigste Kapitel über Sühne und die weiteren Themen.

Besinnung zu Kapitel 63

Der Text lässt eine gestörte Praxis nicht einfach abbrechen: Er beschreibt Wege der Wiederaufnahme. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin ein hilfreicher Gedanke liegen. Ein Versäumnis lässt sich bemerken, ein Fehler berichtigen und eine Übung neu beginnen. Diese Haltung braucht die historischen Unheilsvorstellungen nicht zu übernehmen. Sorgfalt kann mit Geduld und mit dem ausdrücklich genannten Teilen guter Nahrung verbunden werden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 63: Sühne und Wiederherstellung der Ritualordnung
Das Kapitel fragt, wie eine unterbrochene oder gestörte Verehrung wieder aufgenommen werden kann. Es ordnet Versäumnissen bestimmte Sühnehandlungen zu und beschreibt ein Waffenopfer sowie die Jaya-Bali-Gabe. Seine Aussagen über Unheil, rituelle Unreinheit und soziale Gruppen gehören zur historischen Rituallehre; sie sind keine heutigen Tatsachenurteile über Menschen oder Ursachen von Krankheiten.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha triṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

cyutaskhalitadoṣāṇāmadbhutānāṃ ca śāntaye |
nityanaimittikānāṃ tu prāyaścittaṃ nigadyate || 1 ||

tridvyekasaṃkhyāyajane hīne nirmālyaśodhane |
kramāt kaniṣṭhasnapanaiḥ snapayet pūjayedapi || 2 ||

sandhyāsu yadi nirmālyaṃ liṅgamūrdhani tiṣṭhati |
sānnidhyaṃ hanti devasya rājñaḥ śaktiṃ ca hāpayet || 3 ||

gandhahānau tu dāridryaṃ puṣpahānau śriyaścyutiḥ |
dhūpadīpavihīnaṃ yadarcanaṃ rogaduḥkhadam || 4 ||

p. 604)

naivedyahīnaṃ durbhikṣamagnikārye cyute sati |
anāvṛṣṭibhayaṃ rāṣṭre balicchede prajākṣayaḥ || 5 ||

nityotsavasya hānau syāt paracakrabhayaṃ sadā |
mahotsavasya vicchede rājñaḥ kartuśca nāśanam || 6 ||

tasmānna hāpayet kañcidupacāraṃ vicakṣaṇaḥ |

yathāktocā(ra? rāt)sampad vivardhate |

pramodād vāthavā vighnāt pūjādehiha vicyutau || 7 ||

tattaddviguṇitāṃ pūjāṃ kṛtvāghoraśataṃ japet |
vṛṣayāgavihīne tu gavāṃ nāśo bhaved yataḥ || 8 ||

tacchāntyai vṛṣabhasyaiva pūjā dviguṇitā bhavet |
dhvajahīnotsave rājñaḥ śatrupīḍā bhaved yataḥ || 9 ||

tadbhaṅge vā patākāyā mārī rāṣṭre pravardhate |
tacchāntyai tu dhvajasyaiśe kuṇḍe'gnau vṛṣamantrataḥ || 10 ||

samidādyaṣṭabhirhutvā vṛṣaṃ caiva śivaṃ yajet |
punarapi dhvajamucchrityotsavaṃ pravartayediti yāvat |
maṅgalāṅkurahīne syād rājādīnāmamaṅgalam || 11||

triyambakādinā hutvā saviśeṣaṃ śivaṃ yajet |
hīne kautukabandhe tu rāṣṭre rakṣā vinaśyati || 12 ||

tatra traiyambakenājyaṃ hutveṣṭvā kalayecca tam |
cūrṇotsavaṃ vinā rogo rāṣṭre bhavati śāntaye || 13 ||

mṛtyuñjayena hutvātra saviśeṣaṃ śivaṃ yajet |
tīrthayātrāṃ vinā rāṣṭraṃ jalābhāvena pīḍyate || 14 ||

hutvājyaṃ saṃhitāmantraistīrthayātrāṃ pravartayet |
dhvajāvarohaṇe hīne pīḍayeccaṇḍamārutaḥ || 15 ||

kṛtvā tu pūrvavacchāntiṃ śivamiṣṭvāvaropayet |
utsavāvāhitānāṃ tu gaṇānāmavisarjane || 16 ||

rāṣṭrakṣobho bhavecchāntyai śivamiṣṭvā jayābalim |
vikīrya tu gaṇān sarvānabhipūjya visarjayet || 17 ||

p. 605)

nityotsave(na? tu) liṅgaṃ vā beraṃ vāpi mahotsave |
patitaṃ yadi yānāde rājarāṣṭrādināśakṛt || 18 ||

prāyaścittaṃ tu tatraiva devaṃ vinyasya sarvataḥ |
tiraskariṇyā saṃveṣṭya samālipya ca tat sthalam || 19 ||

snātvā kṛtvā tu puṇyāhamannaliṅgamathāparam |
vidhāya tacca beraṃ ca tatraiva vidhinārcayet || 20 ||

navakenābhiṣicyātha śālyannaṃ ghṛtapāyasam |
nivedyātrāgnimādhāya prācyāṃ nāmāntasaṃskṛte || 21 ||

ghṛtaṃ caruṃ ca samidho madhukṣīre ca lājakān |
īśādibhistu sadyāntairgāyattryā śvetasarṣapaiḥ || 22 ||

tilairastreṇa mūlena śālibhiśca śataṃ śatam |
hutvāthādhāraśaktyādimantraiścāpi digīśvaraiḥ || 23 ||

diśi yasyāṃ tu talliṅgaṃ cyutaṃ tatpālamantrataḥ |
tilājyābhyāṃ śataṃ hutvā jayādiṃ niṣkṛtiṃ tathā || 24 ||

kṛtvā sviṣṭakṛtaṃ dadyād dikpāloktāṃ tu dakṣiṇām |
haimo gajo hiraṇyaṃ ca mahiṣyo mahiṣānvitāḥ || 25 ||

haimacchāgastathā hāraḥ pittalaṃ hemasaṃyutam |
payasvinyaśca rūpyaṃ ca dakṣiṇāḥ kathitāḥ kramāt || 26 ||

punaḥ pravartayed yātrāṃ śiṣṭaṃ ca vikired balim |
beraṃ cet patitaṃ bhinnaṃ tatroktāt tu caturguṇam || 27 ||

prāyaścittaṃ dakṣiṇā ca syādannaṃ cāpyavāritam |
beramanyaṃ pratiṣṭhāpya yātrāśeṣaṃ pravartayet || 28 ||

mahāsnapanapūjāṃ ca mūlaliṅge pravartayet |
pūjāvicchedakālasya gauravānuguṇena tu || 29 ||

prāyaścittaṃ prakurvīta tatkāladviguṇārcanam |
homaṃ ca dakṣiṇāṃ cāpi dattvā pūjāṃ pravartayet || 30 ||

ā dvādaśā [kh: śāt pū]hāt pūjāyā vicchede niṣkṛtiḥ smṛtā |
liṅge tu mānuṣe paścāt pratiṣṭhāmeva kārayet || 31 ||

p. 606)

ārṣasvayaṃbhuliṅgānāṃ kṛtvā saṃprokṣaṇaṃ punaḥ |
jīrṇasthāpanamātreṇa snapayitvā tu pūjayet || 32 ||

śivakumbhāstrayorbhaṅge karturmaraṇamādiśet |
ājyādyaiḥ saṃhitāmantraistatra hutvā śataṃ śatam || 33 ||

tilājyamastrataścānye kumbhāstre tatra pūjayet |
pūjite snapanārthaṃ tu kalaśe kalaśeṣu vā || 34 ||

bhinne(khi? bhi)nneṣu vānyāṃstu samāpūryārcayet tathā |
astreṇājyaśataṃ hutvā teṣu saṃpātayed ghṛtam || 35 ||

tadvat tāvajjapitvā tu svarṇaṃ dadyācca śāntaye |
prāsāde prāṅgaṇe vāpi mṛte vā rudhirakṣate || 36 ||

mūtraviṣṭhādisikte vā śvodakyāsūtikādibhiḥ |
caṇḍālairvā sṛgālairvā gṛghrolūkaiśca gardabhaiḥ || 37 ||

praviṣṭe ca prasūte ca prāyaścittaṃ nigadyate |
tatra tāṃ tāṃ bhuvaṃ khātvā dvihastaṃ parito'pyatha || 38 ||

uddhṛtya tāṃ mṛdaṃ tyaktvā gokarīṣāgni[k: di]nā dahet |
tad bhasma ca parityajya gomūtreṇābhipūrya tu || 39 ||

viprapādāmbutīrthādbhiḥ pañcagavyena ca kramāt |
gobhirākrāmayeccāṣṭamṛdbhirāpūrayedapi || 40 ||

prapāṃ vā maṇḍapaṃ [pāt kṛ] kṛtvā brāhmaṇāṃstatra bhojayet |
dakṣiṇe'rdhendukuṇḍe'gnau saṃskṛte cāhite śive || 41 ||

audumbarī cāpā[kh: pa]mārgasamidhaṃ ca ghṛtaṃ carum |
siddhārthāṃśca kramādaṣṭasahasraṃ tu pṛthak pṛthak || 42 ||

īśānyairbrahmābhirhutvā punaḥ śālīṃstilān yavān |
mudgān samadhurā dūrvāḥ pāyasaṃ ca(ravaḥ? caruṃ) kramāt || 43 ||

brahmabhiścaiva mūlena gāyattryā juhuyāt punaḥ |
aṅgānāṃ taddaśāṃśena sarvadravyairjuhoti ca || 44 ||

p. 607)

anivāritamannādyaṃ dattvā kṣepyo balirniśi |
śreṣṭhādisnapanenāpi snapayitvo[tvāpavartitaḥ]papattitaḥ || 45 ||

dakṣiṇāśca pradeyāni dattvā pūjāṃ pravartayet |
liṅge pāṣaṇḍicaṇḍālaśvādispṛṣṭe'bhicārakaiḥ || 46 ||

mantrairyukte ca pūrvoktaṃ gosañcārādi karma yat |
sarvaṃ kṛtvātha kośaṃ tu kṛtvā yajñatarūdbhavam || 47 ||

(ghṛ? kṛ)tavāryantasaṃsthānaṃ suvṛttaṃ golakopamam |
liṅgopari ca tāloccaṃ kṛtvā nīrandhramāhitam || 48 ||

vyastai[ktai]rgavyaiḥ samastaiśca tridinaṃ tridinaṃ kramāt |
kaṣāyairaṣṭamṛdbhiśca gandhatīrthodakairapi || 49 ||

vyomavyāpidvayeśā[k: nā]strād brahmaprāsādatārakaiḥ |
mṛtyuñjayena mūlāṅgai rudraiśca pavamānakaiḥ || 50 ||

āpūryātha japeyuśca ekaviṃśativāsarān |
caturdaśā(hā)dvā sapta doṣagauravayuktitaḥ || 51 ||

aṣṭa * * * * * * * * vā patite mṛte |
pañcagavyena saṃprokṣya kṛtvā puṇyāhavācanam || 52 ||

proktamantrādibhiḥ prāgvajjuhotyapsumate'gnaye |

gauravānuguṇamāhutibāhulyaṃ dakṣiṇāgauravaṃ cāpyūhyam |

tathā rajasvalāsparśe juhotyaśucaye'gnaye || 53 ||

snapane vā pratiṣṭhādāvasamāpte tu karmaṇi |
yajamāno mūrtidharo gururvā saṃsthito yadi || 54 ||

tatrāpi gavyapuṇyāhakumbhāstrayajanādanu |
tvaṇ no agnyāditisṛbhiḥ saṃhitāstraiśca pūrvavat || 55 ||

hutvātha gohiraṇyādyaṃ dattvā karma pravartayet |
annādyaṃ brāhmaṇādibhyaḥ pradeyaṃ syādavāritam || 56 ||

caturthī(?) snapanādarvāg (bhavane? bhagne) vā toraṇadhvaje |
uktahomādivicchede tatrāpyuktaprakārataḥ || 57 ||

p. 608)

pañcagavyādihomānte tat tad vinyasya pūjayet |

alpaprāyaścittam |

atha prāsādahārāsu valmīkaṃ vāthavā madhu || 58 ||

jāyeta raktakanyā vā gṛdhrolūkakapiñjalāḥ |
garbhāgāraṃ viśeyurvā vimāne vāśaniḥ patet || 59 ||

tatrāpi pūrvakathitadoṣaśāntiṃ tu kārayet |
athotpāteṣu jāteṣu dhūmaketūdgamādiṣu || 60 ||

bhūmikampe diśāṃ dāhe caṇḍavāte'gniviplave |
avātavṛkṣapāte vā śakracāpodgame niśi || 61 ||

adbhuteṣvatha cānyeṣu taddoṣapraśamāya tu |
astrayāgaṃ purā kṛtvā saviśeṣaṃ śivaṃ yajet || 62 ||

adyathā -

prācyāmaiśe'thavodīrcyā prāgvat kṛtvā tu maṇḍapam |
alaṅkṛtya tu puṇyāhaṃ vikirakṣepapūrvakam || 63 ||

kumbhāstrayajanād bhrāntvā vedyāṃ kṛtvā tu bhadrakam |
ṣaḍaṅgamūlenāṅgaiśca tadvarṇavihitaiḥ kramāt || 64 ||

jātiyuktai(stu? rapi) tathā sakalīkṛtavigrahaḥ |
vighnamiṣṭvārghyamāpūrya tilakī puṣpaśekharaḥ || 65 ||

śaktyanantāsanādūrdhvaṃ dharmādiguṇapaṅkajaiḥ |
kalpāntārkasatadyutirdaśabhujo daṃṣṭograpañcānanaḥ piṅgaśmaśrujaṭodbhaṭastriṇayano muṇḍasrajā maṇḍitaḥ ṭaṅkaṃ carma kapālacāpabhujagāñchūlāsivahnīn śaraṃ bibhradbhogivibhūṣaṇo ḍamarukaṃ vyāghrāji[ka: da]nāttāmbaraḥ || 66 ||

evaṃ dhyātvā tu mūlāṅgaiḥ sakalīkṛtya pūjayet || 67 ||

arghyādyairatha bhogānāmāgneyacchadanādiṣu |
vidyeśvarāṃśca taddikṣu tadbāhye daśalokapān || 68 ||

p. 609)

tacchastrāṇyabhitasteṣāṃ yathāvadabhipūjayet |

tadvat trikoṇakuṇḍe'gnau khādirāṇāṃ samidbhiśca saṃkṣālya kṣīritvakpiṣṭabhasmabhiḥ (?) |

lakṣmīdevīsahādūrvākrāntyekādaśapaṅkajaiḥ || 69 ||

śakravallīsadābhadrāmusalīmadhupāhvayaiḥ |
rocanāgarukarpūramāṃsīkuṅkumacandanaiḥ || 70 ||

uśīramurukuṣṭhānāṃ piṣṭairapi ca lepayet |
prakṣālya tīrthasalilairbilvapatraiśca gharṣayet || 71 ||

amantraṃ pūjayet prāgvadadhivāsanamaṇḍape |
śayyāyāṃ hemakumbhe'dbhirhemaratnādipūritaiḥ || 72 ||

prāgvat tribhāgatattvādimūrtyādyairadhivāsya tu |
mūlāṅgaiḥ śivamāvāhya tasmin sampūjya lagnake || 73 ||

kumbhasthaṃ tu śivaṃ liṅge yojayannabhiṣecayet |
sampūjya tu yathāpūrvaṃ mukhyādisnapanena tu || 74 ||

upapattyābhiṣicyeśaṃ prāgvat pūjāṃ pravartayet |

mahādoṣaprāyaścittam |

atha svinne saniṣṭhīve liṅge dhūmoṣmapīḍite || 75||

adīkṣitai'sca viprādyaiḥ spṛṣṭe vāpyanyaliṅgibhiḥ |
prāgvad dārumaye kośe pañcagavyaiḥ pṛthak kramāt || 76 ||

samastaiścāvagāhaṃ tu kārayitvā ṣaḍāhnikam |
mṛdbhiśca candanādyairapyavaghṛṣyābhiṣicya tu || 77 ||

tribhāgatattvamūrttyādiṣaḍadhvaparibhāvanāḥ |
vidhāyārghyādibhiḥ samyagabhyarcya tu sadāśivam || 78 ||

aṣṭottaraśatādīnāṃ pañcaviṃśatikāntataḥ |
snapanānāmekatamenopapattyābhiṣecayet || 79 ||

mahāpūjāṃ cāgnikāryaṃ yathāpūrvaṃ vidhāya tu |
baliṃ vikīrya bhūtebhyo dattvānnādyaṃ ca dakṣiṇāḥ || 80 ||

p. 610)

pravartayed yathāpūrvaṃ pū(ja? jā)yāmutsavādikam |
āvāhitaśivasyāgnernirvāṇe pūrvavat kramāt || 81 ||

(ādhoyijya?) juhotyājyaṃ tvanno agnyādinā punaḥ |
samittilacarūṃścāstrāt kṛṣṇādaṣṭasahasakam || 82 ||

jayādiniṣkṛtyantaṃ tad yathāpūrvaṃ prakalpayet |

anāvāhitaśive vodvāsitaśive vāgnau nirvāṇe pūrvoditamantradravyaiḥ pratyekamaṣṭottaraśataṃ hutvā gurumūrttidharādibhyo hiraṇyaṃ dakṣiṇāṃ dadyāt |

śive'gni * * naṃ spṛṣṭvā yadi syuḥ śivavahnayaḥ || 83 ||

juhoti pūrvamantrādyaiḥ kramād vivicaye'gnaye |
laukikāgnerdavāgnervā saṃsarge śucaye'gnaye || 84 ||

pūrvadravyamantrairjuhotīti yāvat |

śāvasūtakiśūdrādyaiḥ spṛṣṭe'gnau ca pramādataḥ |
aśuddhadravyasamparke * * jantau sahasrakam || 85 ||

samidhāṃ juhuyāt sājyaṃ pāyasaṃ ca tilāṃstataḥ |
siddhārthāṃśca carūn dūrvāḥ pratyekaṃ tu śataṃ śatam || 86 ||

mūlenāṅgairdaśāṃśena vidyeśebhyaḥ sakṛt sakṛt |
astrebhyaśca tathā hutvā raktānnena baliṃ niśi || 87 ||

vikireduktamārgeṇa nṛttagītādimaṅgalaiḥ |
evaṃ kṛtvāstrayāgaṃ tu saviśeṣaṃ śivaṃ yajet || 88 ||

sarvaśāntirbhavet tatra tadvat sarvatra maṅgalam |

astrayāgādhikāraḥ |

itthaṃ hi sarvadevānāṃ prāyaścittaṃ pṛthak pṛthak || 89 ||

śuddhiṃ ca doṣaśāntiṃ ca svasvatantraiḥ samūhayet |
svasvatantroditaiścāpi samitprabhṛtibhistathā || 90 ||

juhuyād doṣaśāntyarthaṃ svasvamastraṃ ca pūjayet |
snapanaṃ ca yathāpūrvaṃ kṛtvā saṃpad vivardhate || 91||

p. 611)

sānnidhyaṃ cāpyavacchedāt tattaddevasya jāyate |
śāntyarthaṃ cāpi doṣāṇāṃ kāmānāṃ cāpyavāptaye || 91 ||

jayābaliṃ ca vikiret tatprakāro'pi kathyate |
uttarāyaṇasaṃsthe'rke'pyathavā doṣasaṃbhave || 92 ||

aṣṭamyośca caturdaśyoḥ pakṣayoḥ śuklakṛṣṇayoḥ |
ārdrāyāṃ caiva mahatīṃ śambhoḥ pūjāṃ pravartayet || 93 ||

snapayitvā pañcagavyaistathā pañcāmṛtairapi |
trikālaṃ vā catuṣkālaṃ nityādaṣṭaguṇādhikam || 94 ||

sāgnikāryaṃ savāditragītanṛttopaśobhitam |
niśāsu prakṛtiprasthataṇḍulaiḥ sādhitena tu || 95 ||

bhūtakrūreṇa tūktena bhūtebhyo vikired balim |
mahotsavoditaiḥ sarvairbalimantrairyathākramam || 96 ||

śuddhodanena devebhyo bhūtebhyo bhūtakūrataḥ |
mahotsavoditebhyastu gaṇebhyo balimādarāt || 97 ||

vikired bhojayeccāpi brāhmaṇān liṅginastathā |
anyebhyo'pi ca mṛṣṭānnaṃ pradadyādanivāaritam || 98 ||

tadantesnapaneneśamupapattyābhiṣecayet |
sarvaśāntikaro hyeṣa sutārorayajayapradaḥ || 99 ||

upasargagrahapretabhūtapīḍādināśakṛt |
āyuśśrīvardhanaścāsmāt kartavyo bhūtaye nṛbhiḥ || 100 ||

prāyaścittavidhiścanityaviṣyo naimittikānāṃ tathā doṣāṇāmapi śāntaye nigadito yaḥ śaivatantroditaḥ |
utpātapraśamaśca vi'svaduritakleśānvihantrī nṛṇāṃ pūjāsrasya jayābaliśca vijayaśrīvardhanaḥ kīrtitaḥ || 101 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde prāyaścittādipaṭalastriṣaṣṭitamaḥ ||

p. 612)

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 64: Erneuerung von Linga und Tempel

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 64: Erneuerung von Linga und Tempel
Zum Abschluss des Kriyapada beschreibt das Werk die Erneuerung beschädigter Heiligtümer. Ein vorläufiger Ort der Verehrung bewahrt die Kontinuität, während Bild, Sockel oder Bau erneuert werden. Sorgfalt im Umgang mit dem Bestehenden und die Anerkennung der beteiligten Handwerker bilden greifbare Themen dieses Kapitels.

Kapitelanfang. Nun das vierundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 64, Vers 1. Ich werde der Reihe nach die Erneuerung von Linga und Tempel erklären. Ist ein von Menschen gefertigtes Linga abgeschlagen, gesprungen, zerbrochen, verschoben, gefallen, geraubt,

Kriyapada 64, Vers 2. verbrannt, verfallen, unvollständig, mit einem inneren Einschluss versehen, verletzt oder aus seiner Lage geraten, oder aus Unwissenheit in zu großem oder zu kleinem Maß gefertigt,

Kriyapada 64, Vers 3. oder nur des Nahrungserwerbs wegen eingesetzt, oder durch Fluss oder Meer beeinträchtigt, so verlassen nach der Lehre die Mantras und die Gottheit dieses Linga.

Kriyapada 64, Vers 4. Von Mantras und Gottheit verlassen, ist es wie ein gewöhnlicher Stein aufzugeben. Pishacas und Brahmarakshasas sollen sich dann an dieses Linga halten.

Kriyapada 64, Vers 5. Auch der Sockel ist aufzugeben, wenn er von den genannten Schäden betroffen ist. Dieselben Fehler gelten bei einem vollgestaltigen Götterbild.

Kriyapada 64, Vers 6. An den Bildern Brahmas, Vishnus und der anderen Gottheiten gelten diese Schäden ebenso; daher sind solche Bilder aufzugeben.

Kriyapada 64, Vers 7. Außerhalb des Hauptheiligtums, im Süden, Osten oder Norden, errichte man einen vorläufigen Tempel: drei Fünftel des ursprünglichen,

Kriyapada 64, Vers 8. fünf Neuntel oder zwei Drittel sind als Maß überliefert. Hat der Haupttempel ein Westtor, liege der vorläufige Tempel im Südwesten oder Nordwesten.

Kriyapada 64, Vers 9. Davor errichte und schmücke man wie früher eine Halle. Auf ihrer mittleren Plattform bereite man nach dem beschriebenen Verfahren ein Lager.

Kriyapada 64, Vers 10. Zum ursprünglichen Linga fertige man ein schönes hölzernes Linga samt Sockel in den durch neun, fünf, drei Teile sowie fünf, drei und zwei bezeichneten Verhältnissen. [Die gedrängte Proportionsangabe bleibt unaufgelöst; keine scheinbar genaue Maßtabelle erschlossen.]

Kriyapada 64, Vers 11. Nach Segensverkündigung, Ausstreuen, Krug- und Waffenumtragung sowie der vorausgehenden Verehrung von Torbögen, Toren und Welthüterkrügen

Kriyapada 64, Vers 12. stelle man die Vidyeshvara-Krüge um das Lager und auf das Lager einen Krug aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff.

Kriyapada 64, Vers 13. In diesen, gefüllt mit Wasser heiliger Orte und versehen mit Gold, Edelsteinen und anderem, setze man Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras, die beiden Vyomavyapin-Mantras,

Kriyapada 64, Vers 14. Gayatri, Savitri und die beiden Waffenmantras ein. Man verehre wie früher, berühre den Krug und rezitiere sie.

Kriyapada 64, Vers 15. Unter Muschel- und Trommelschall bringe man den Krug in die innere Tempelkammer. Östlich davon vollziehe man mit Wurzel- und Gliedermantras das Prozessionsopfer.

Kriyapada 64, Vers 16. Mit Krugwasser besprenge man Linga und die übrigen Gegenstände und verkünde Shivas Gebot: „Höre, höre! Welches Wesen auch dieses beschädigte Linga bewohnt,

Kriyapada 64, Vers 17. es möge es rasch verlassen und an den gewünschten Ort gehen. Hier möge die Gottheit wie früher, vereint mit den Vidyas und Vidyeshvaras,

Kriyapada 64, Vers 18. mit der Göttin und den Scharen, Sadashiva, beständig gegenwärtig sein.“ Nach diesen Worten und einer Arghya-Gabe entlasse man Pishacas und die übrigen daraus.

Kriyapada 64, Vers 19. Das Wort „Vyapakeshvara“ im Dativ mit Huldigung und Tara am Anfang; mit diesem eigenen Mantra und den zugehörigen Abschlussformen bilde man die sechs Glieder.

Kriyapada 64, Vers 20. Damit versehe man sich selbst mit der vollständigen Mantragestalt. Man vergegenwärtige Shiva als den, der Linga und Heiligtum durchdringt, und bitte mit dieser Formel:

Kriyapada 64, Vers 21 mit vorangestelltem Om. „Om. Erhabener, dieses Linga ist beschädigt und bringt deshalb Mängel mit sich. Durch seine Entfernung möge allen Befriedung zuteilwerden, Vyapakeshvara!

Kriyapada 64, Vers 22. Shankara, stehe mir bei, der ich es nun erneuern will!“ Von der Gottheit mit „So sei es“ beauftragt, vollziehe man das Befriedungsopfer.

Kriyapada 64, Vers 23. Milch, Ghee, Honig und Durva-Spitzen opfere man mit der Mantra-Samhita hundertmal. Zur Bewegung des Linga opfere man tausendmal Ghee

Kriyapada 64, Vers 24. mit dem Wurzelmantra und ein Zehntel davon mit den Gliedern, auf die Wiedereinsetzung ausgerichtet. Hundertmal opfere man Milchreis, dann mit Pashupatastra

Kriyapada 64, Vers 25. für die Bereiche Brahmas und der übrigen jeweils tausendmal. Nach Besprengung mit dem Wasser des Befriedungskruges berühre man den jeweiligen Bereich.

Kriyapada 64, Vers 26. Man rezitiere so oft wie die Zahl der Opfergaben und reiche Arghya in umgekehrter Ordnung. Den Zeitraum, innerhalb dessen die erneute Einsetzung möglich ist,

Kriyapada 64, Vers 27. bestimme der Lehrer und teile ihn der Gottheit behutsam mit. Mit Pranava am Anfang und zurückgehaltenen Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras

Kriyapada 64, Vers 28. vergegenwärtige man in umgekehrter Reihenfolge Vyapakeshvara, der Linga und die übrigen durchdringt, auf der Schnur, alldurchdringend wie der Raum, und setze ihn im Krug ein. [Der originale Versabschluss hat hier nur einen Schlussstrich.]

Kriyapada 64, Vers 29. Die Mantras aus den Bereichen Brahmas und der übrigen sowie den Wurzelmantra samt den sechs Wegen rufe man in jenen Krug und verehre ihn der Reihe nach mit Arghya und den übrigen Gaben.

Kriyapada 64, Vers 30. Mit Tuch und Waffenmantra umhülle man ihn, gebe Arghya und hebe den Krug an. Der Lehrer selbst trage ihn auf dem Kopf und gehe rechtsherum.

Kriyapada 64, Vers 31. Er bringe ihn in die Halle und stelle ihn wie früher auf das Lager. Mit den Brahma-Mantras opfere man in den Hauptrichtungen, mit den Gliedern in den Ecken.

Kriyapada 64, Vers 32. Am hölzernen Linga vollziehe man wie früher die Vergegenwärtigung der drei Bereiche. Am Morgen setze man zur gewählten Zeit das hölzerne Linga samt Sockel im vorläufigen Tempel ein.

Kriyapada 64, Vers 33. Die Mantras und die Gottheit aus dem Krug übertrage man darauf. Nach der Übergießung richte man an den dort gegenwärtigen Shiva diese Bitte:

Kriyapada 64, Vers 34 mit vorangestelltem Om. „Om. Bis das Linga im Hauptheiligtum fertiggestellt und eingesetzt ist, sei in diesem hölzernen Linga gegenwärtig, Shankara!

Kriyapada 64, Vers 35. Danach sollst du aus diesem Linga wieder dorthin gehen. Sei mir gnädig!“ Man vergegenwärtige darin die Mantras und die sechs Wege in der Schöpfungsreihenfolge.

Kriyapada 64, Vers 36. Mit Arghya und den weiteren Gaben verehre man wie früher und opfere drei Tage. Am vierten Tag vollziehe man das Bad mit neun Krügen

Kriyapada 64, Vers 37. und führe dort die tägliche Verehrung, Feste und alle weiteren Handlungen fort. Ist Candeshvara vorhanden, entlasse man Canda und lege das Bild ins Wasser.

Kriyapada 64, Vers 38. Dann grabe der Lehrer mit einem goldenen Grabgerät unter dem Waffenmantra. Ist der Sockel unbeschädigt, hebe man ihn heraus und stelle ihn anderswo auf.

Kriyapada 64, Vers 39. Man bewahre und verehre ihn, denn derselbe Herr wird im vorläufigen Tempel verehrt. Das beschädigte Linga binde man mit einer goldenen Schnur fest und hebe es auf einen mit einem Stier bespannten Wagen.

Kriyapada 64, Vers 40. Man versenke es in tiefem Wasser. Dies gilt für ein Steinlinga; besteht es aus Holz, verbrenne man es mit Shiva-Feuer

Kriyapada 64, Vers 41. unter dem Waffenmantra. Ist ein Linga aus Edelstein oder Ton nach Feuereinwirkung nicht verfärbt und unbeschädigt, setze man dasselbe wieder ein.

Kriyapada 64, Vers 42. Ein metallenes fertige man aus demselben Material wieder nach den früheren Merkmalen, setze es ein und verehre es. Im Tempel stelle man es wieder neu her.

Kriyapada 64, Vers 43. Bilder aus Ton, Stuck und anderem erneuere man durch Wiederaufbringen von Farbe und weiterem, setze sie nach dem beschriebenen Verfahren ein und verehre sie.

Kriyapada 64, Vers 44. Ist nur der Sockel beschädigt, gebe man ihn auf, bereite einen anderen durch das vorbereitende Verweilen wie früher und setze das ursprüngliche Linga darauf.

Kriyapada 64, Vers 45. Ist das Hauptlinga fertiggestellt, vollziehe man wie früher in der Halle vor der Gottheit das vorbereitende Verweilen und die weiteren Handlungen und setze es in die innere Tempelkammer ein.

Kriyapada 64, Vers 46. Die Gottheit aus dem vorläufigen Linga übertrage man wie früher in den Krug und dann auf das eingesetzte Hauptlinga. [Die Quelle verzeichnet beim Wort „Hauptlinga“ eine fragende Alternative.]

Kriyapada 64, Vers 47. Ist nur der Tempel verfallen, wird nun seine Erneuerung erklärt. Sämtliche Tempelmantras sammle man der Reihe nach

Kriyapada 64, Vers 48. und übertrage sie nach dem zuvor genannten Verfahren auf ein Schwert, das man verehrt. Ist der Tempel wieder vollständig hergestellt, nehme man seine Mantras der Reihe nach

Kriyapada 64, Vers 49. vom Schwert auf und setze sie wieder ein. Man besprenge den Tempel und bade Shiva. Bei der Erneuerung gebe man eine zehnmal so große Ehrengabe wie bei der ersten Einsetzung

Kriyapada 64, Vers 50. an die Gestalthüter und noch mehr an den Lehrer. Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen, Handwerkern und Bedürftigen,

Kriyapada 64, Vers 51. ebenso Arbeitern und den übrigen gebe man reichlich die vorgesehenen Gaben. Welche Frucht die Einsetzung eines Linga oder die Errichtung eines Tempels auch verleiht,

Kriyapada 64, unnummerierte Fortsetzung vor Vers 52. bei vollzogener Erneuerung erlangt man nach der Verheißung die doppelte Frucht.

Kriyapada 64, Vers 52. So hat Suraguruvibudha den Kriyapada dargelegt: Darin ist der ganze Kreis der Handlungen, von den täglichen Riten bis zur Erneuerung, vollständig mit seinem Verfahren zu erkennen. Er dient den verkörperten Wesen durch ausgezeichneten Dharma zur Erlangung von Erfahrung und Befreiung und gründet in den Bedeutungen aller Agamas, die aus dem Lotusmund Shambhus, dessen Körper Wissen ist, hervorgegangen sind.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierundsechzigste Kapitel über die Erneuerung.

Abschluss des Werkteils. Der Kriyapada ist abgeschlossen. Glück und Segen.

Besinnung zum Abschluss des Kriyapada

Die lange Folge von Ritualen endet mit dem Gedanken der Erneuerung. Ein heiliger Ort darf altern; beschädigte Formen können sorgfältig erneuert werden. Die Verehrung erhält währenddessen einen vorläufigen Platz. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das ein Bild für eine tragfähige Praxis sein: Ihre äußere Form darf sich verändern, während Aufmerksamkeit, Hingabe und Verantwortung weitergetragen werden. Der Dank an Handwerker, Arbeiter und Bedürftige verankert diesen Abschluss zugleich in gemeinschaftlichem Handeln.


Schlussbetrachtung

Ein Heiligtum wird gebaut, belebt, gepflegt und erneuert. Der Abschluss des Kriyapada erinnert damit auch an die Vergänglichkeit religiöser Formen und an die beständige Aufgabe der Fürsorge. Verehrung findet in Räumen statt, die Menschen mit Aufmerksamkeit gestalten und erhalten.

Als heutige Anregung kannst du deinem Übungsort etwas Sorgfalt schenken und den Menschen danken, die gemeinsames spirituelles Leben ermöglichen. Ein aufgeräumter Platz, ein bewusstes Ankommen und rücksichtsvolles Miteinander können die Meditation unterstützen. Danach öffnet der Yogapada einen neuen Blick: von der Gestaltung des heiligen Ortes zur Sammlung des Geistes und zur Frage nach Befreiung.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


Zur Textausgabe: Hauptartikel · Deutsch · IAST · Devanagari · 108-Auswahl · Mantrasammlung

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Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 64: Erneuerung von Linga und Tempel
Zum Abschluss des Kriyapada beschreibt das Werk die Erneuerung beschädigter Heiligtümer. Ein vorläufiger Ort der Verehrung bewahrt die Kontinuität, während Bild, Sockel oder Bau erneuert werden. Sorgfalt im Umgang mit dem Bestehenden und die Anerkennung der beteiligten Handwerker bilden greifbare Themen dieses Kapitels.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha catuṣṣaṣṭitamaḥ paṭalaḥ |

jīrṇoddhāravidhiṃ vakṣye liṅgaprāsādayāḥ kramāt |
khaṇḍite sphuṭite bhinne calite patite hṛte || 1||

dagdhe jīrṇe'ṅgahīne ca sagarbhe vā kṣate cyute |
ajñānādadhike vonamāne liṅge tu mānuṣe || 2||

pratiṣṭhite vā kṣudārthaṃ liṅge nadyabdhipīḍite |
tyajanti mantrāstalliṅgaṃ devaścāpi yataḥ sphuṭam || 3 ||

tyaktaṃ mantraiśca devena tyājyaṃ pāṣāṇavad bhavet |
talliṅgamāśrayantīha piśācā brahmarākṣasāḥ || 4 ||

uktairdoṣaiḥ praduṣṭaṃ cet tyājyaṃ pīṭhamapi sphuṭam |
sakale'pi ca tulyāḥ syurete doṣāstathaiva hi || 5 ||

brahmaviṣṇvādikānāmapyanyāsāṃ pratimāsu ca |
devatānāmime doṣāstulyāstyājyāstatastu tāḥ || 6 ||

tatra mūlālayād bāhye yāmye pūrvottare'thavā |
kuryād bālālayaṃ mūle pañcāṃśe tu tribhāgataḥ || 7 ||

navāṃśe pañcabhistryaṃśe dvābhyāṃ bālālayaḥ smṛtaḥ |
mūle tu paścimadvāre syānnair-ṛtyāṃ tu vānile || 8 ||

tadagre maṇḍapaṃ cāpi samalaṅkṛtya pūrvavat |
tanmadhyavedyāṃ śayanaṃ saṅkalpyoktavidhānataḥ || 9 ||

mūlaliṅgeṣu nandeṣutryaṃśapañcatridasrakaiḥ |
kṛtvā tu dāravaṃ liṅgaṃ sapīṭhaṃ sumanoramam || 10 ||

puṇyāha vikirakṣepakumbhāstrabhramaṇādanu |
toraṇadvāralokeśakalaśārcanapūrvakam || 11 ||

vidyeśakumbhān paritaḥ saṃsthāpya śayanasya tu |
haimādyanyatamaṃ kumbhaṃ śayyāyāṃ vinidhāya tuṃ || 12 ||

tīrthāmbhaḥpūrite tasmin hemaratnādisaṃyute |
mūlāṅgabrahmamantrāṃśca vyomavyāpidvayaṃ tathā || 13 ||

gāyatrīṃ caiva sāvitrīmastramantrau ca vinyaset |
pūjayecca yathāpūrvaṃ saṃspṛśya prajapecca tān || 14 ||

p. 613)

śaṅkhabheryādinirghoṣaiḥ kumbhaṃ garbhagṛhaṃ nayet |
yātrāhomaṃ tu mūlāṅgaiḥ kuryād garbhasya pūrvataḥ || 15 ||

kumbhādbhiḥ prokṣya liṅgādyaṃ śivājñāṃ śrāvayet tataḥ |
bho bhoḥ sattvena yenedaṃ duṣṭaliṅgaṃ samāśritam || 16 ||

sa śīghrametadutsṛjya gacchatu sthānamīpsitam |
atra devo yathāpūrvaṃ vidyāvidyeśvarairyutaḥ || 17 ||

devyā saha gaṇaiḥ śaśvat sannidhattāṃ sadāśivaḥ |
ityuktvārghyaṃ ca dattvāsmāt piśācādīn visarjayet || 18 ||

vyāpakeśvaraśabdaśca caturthyanto namonvitaḥ |
tārādiyuktaḥ svenaiva ṣaḍaṅgāni svajātibhiḥ || 19 ||

anena sakalīkṛtya svayaṃ tadvyāpinaṃ śivam |
liṅgālayādau saṃsmṛtya prārthayenmanunāmunā || 20 ||

oṃ

bhagavalliṁṅgametat tu duṣṭaṃ doṣāvahaṃ yataḥ |
asyoddhārācchāntirastu sarvebhyo vyāpakeśvara ! || 21 ||

taduddhāre pravṛttaṃ māmadhitiṣṭheha śaṅkara! |
tatheti devenādiṣṭaḥ śāntihomaṃ samācaret || 22 ||

kṣīrājyamadhudūrvāgrairmantrasaṃhitayā śatam |
liṅgasañcalanārthaṃ tu sahasraṃ juhuyād ghṛtam || 23 ||

mūlād daśāṃśato'ṅgaiśca punaḥsthāpanamuddiśana |
'sataṃ juhoti kṣaireyyā tataḥ pāśupatāstrataḥ || 24 ||

brāhmādikānāṃ bhāgānāṃ sahasraṃ tu pṛthak pṛthak |
saṃprokṣya śāntikumbhādbhistattadbhāge tu saṃspṛśet || 25 ||

japitvāhutisaṃkhyaṃ tu vilomārghyaṃ pradāya tu |
punaḥ pratiṣṭhā kālena yāvatā tasya śakyate || 26 ||

tanniścityāvadhiṃ tasmai śanairvijñāpayed guruḥ |
praṇavādyaṃ tu saṃruddhairmūlāṅgairbrahmabhistathā || 27 ||

vilomatastu liṅgādau vyāptaṃ taṃ vyāpakeśvaram |
sūtrasthaṃ vyomavad vyāptaṃ dhyātvā kumbhe niyojayet || 28 |

p. 614)

brahmādibhāgagān mantrān mūlaṃ cāpi ṣaḍadhvabhiḥ |
kumbhe tasmin samāvāhya saṃpūjyārghyādibhiḥ kramāt || 29 ||

vāsasāstreṇa saṃveṣṭya dattvārghyaṃ kumbhamuddha[kh:tta]ret |
śirasaiva vahan gacchet prādakṣiṇyaṃ svayaṃ guruḥ || 30 ||

praveśya maṇḍape prāgvacchayyāyāṃ viniveśayet |
pūrvavad brahmabhirdikṣu koṇeṣvaṅgairjuhoti ca || 31 ||

trikhaṇḍabhāvanā kāryā dāaruliṅgaṃ yathāpuram |
prātarbālālaye lagne dāruliṅgaṃ sapiṇḍikam || 32 ||

saṃsthāpya kumbhagān mantrāṃstasmin devaṃ ca yojayet |
abhiṣicya tu tatrasthamevaṃ vijñāpayecchivam || 33||

oṃ

yāvanmūlālaye liṅgaṃ niṣpannaṃ syāt pratiṣṭhitam |
tāvad dārumaye liṅge sānnidhyaṃ kuru śaṅkara ! || 34||

tatastatraiva gantavyamasmālliṅgāt prasīda me |
sṛṣṭikrameṇa mantrāṃśca dhyātvā tasmin ṣaḍadhvanaḥ || 35||

arghyādyaiḥ prāgvadabhyarcya hutvā prāgvat trivāsaram |
caturthadivase snānaṃ navakena vidhāya tu || 36 ||

nityapūjotsavādyaṃ yat karma tatra pravartayet |
sati caṇḍeśvare caṇḍaṃ visṛjyāpsu vinikṣipet || 37 ||

tato hemakhanitreṇa khātvāstreṇa tu deśikaḥ |
adoṣaduṣṭaṃ pīṭhaṃ ceduddhṛtyānyatra vinyaset || 38 ||

rakṣed yajet sa eveśo yato bālālaye'rcyate |
duṣṭaṃ liṅgaṃ haimarajjvā baddhvā vṛṣabhayojite || 39 ||

śakaṭe tu samāropya kṣiped gādhetare'mbhasi |
śailaliṅge vidhistvevaṃ dārujaṃ cecchivāgninā || 40||

dahedastreṇa ratnaṃ vā mṛnmayaṃ vāgnidāhataḥ |
avivarṇamuduṣṭaṃ cet tadeva sthāpayet punaḥ || 41 ||

p. 615)

lauhaṃ tadeva tu punaḥ prāgvat kṛtvā salakṣaṇam |
pratiṣṭhāpyārcayet kuryādālaye nūtanaṃ punaḥ || 42 ||

mṛtsudhāpratimādīni varṇādyādhānataḥ punaḥ |
nūtanānyuktamārgeṇa pratiṣṭhāpya tu pūjayet || 43 ||

piṇḍikaiva yadā duṣṭā tyaktvā tāmaparāṃ punaḥ |
adhivāsya yathāpūrvaṃ mūlaliṅgaṃ niyojayet || 44 ||

mūlaliṅge tu niṣpanne prāgvad devāgramaṇḍape |
kṛtvādhivāsanādyaṃ tu sthāpayed garbhamandire || 45 ||

bālaliṅgasthitaṃ devaṃ prāgvat kumbhe'dhiropya tu |
sthāpite (bā? mū)laliṅge tu pūrvavat sanniyojayet || 46||

prāsāda eva jīrṇaścet tasyodhāro'tha kathyate |
prāsādamantrān sarvāṃstu samāhṛtya yathākramam || 47 ||

pūrvoktena krameṇaiva khaḍge saṃyojya pūjayet |
prāsāde tu suniṣpanne tanmantrān pūrvavat kramāt || 48 ||

khaḍgādādāya saṃyojya saṃprokṣya snapayecchivam |
pratiṣṭhāto daśaguṇāṃ jīrṇoddhāre tu dakṣiṇām || 49 ||

dadyānmūrtidharebhyaścāpyācāryāya tato'dhikam |
viprebhyaścaiva liṅgibhyastakṣabhyo'rthibhya eva ca || 50 ||

tadvat karmakarādibhyo dadyād deyāṃstu puṣkalān |
liṅge pratiṣṭhite yad vā prāsādakaraṇe phalam || 51 ||

jīrṇoddhāre kṛte tasmād dviguṇaṃ labhate phalam |

itthaṃ dharmād viśiṣṭājjagati tanubhṛtāṃ bhogamokṣopalabdhyai vidyādehasya śambhorvadanasarasijavyaktaviśvāgamārthaiḥ |
nityādyaṃ karmacakraṃ savidhikamakhilaṃ yatra dṛśyaṃ yathāva- jjīrṇoddhārāvasānaṃ suraguruvibudhastaṃ kriyāpādamūce || 52 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde jīrṇoddhārapaṭalāścatuṣṣaṣṭitamaḥ ||

samāptaḥ kriyāpādaḥ

|| śrīḥ ||

īśānaśivagurudevapaddhatiḥ |

śrīmadīśānaśivagurudevamiśraviracitā |


Schlussbetrachtung

Ein Heiligtum wird gebaut, belebt, gepflegt und erneuert. Der Abschluss des Kriyapada erinnert damit auch an die Vergänglichkeit religiöser Formen und an die beständige Aufgabe der Fürsorge. Verehrung findet in Räumen statt, die Menschen mit Aufmerksamkeit gestalten und erhalten.

Als heutige Anregung kannst du deinem Übungsort etwas Sorgfalt schenken und den Menschen danken, die gemeinsames spirituelles Leben ermöglichen. Ein aufgeräumter Platz, ein bewusstes Ankommen und rücksichtsvolles Miteinander können die Meditation unterstützen. Danach öffnet der Yogapada einen neuen Blick: von der Gestaltung des heiligen Ortes zur Sammlung des Geistes und zur Frage nach Befreiung.

Beim erneuten Lesen kann bereits eine kurze Sanskritzeile zum Gegenstand konzentrierten Studiums werden. Vergleiche Wortlaut und Übersetzung in Ruhe; aus sorgfältigem Verstehen wächst ein tragfähiger Zugang zum Text.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


Zur Textausgabe: Hauptartikel · Deutsch · IAST · Devanagari · 108-Auswahl · Mantrasammlung

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Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.


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Textgrundlage
Grundlage sind die vollständigen Projektfassungen des Kriyāpāda der Īśānāśivagurudeva Paddhati: Kapitel 1–30 nach M00018 und Kapitel 31–64 nach M00233, jeweils mit deutscher Übersetzung und IAST. Originale Kapitelzählung, Lesarten, Maße und Ritualreihenfolgen werden beibehalten.

Siehe auch

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