Aupasana Homa – ehelicher Feuerdienst gemäß Ashvalayana

Aus Yogawiki
(Weitergeleitet von Aupasana Homa)

Aupasana Homa – ehelicher Feuerdienst gemäß Ashvalayana ist die tägliche gemeinsame Darbringung eines Ehepaares an seinem Hausfeuer. Die Frau hält den vorbereiteten Reis in ihren Händen; ihr Mann übernimmt daraus die Gaben und übergibt sie dem Feuer. So wird die seit der Hochzeit bestehende Verantwortung für das gemeinsame Leben jeden Morgen und Abend in einer konkreten Handlung erneuert. Abends gilt die erste Gabe Agni, morgens Surya; die zweite gilt jeweils Prajapati, dem Herrn der Geschöpfe.

Feuerzeremonie bei Yoga Vidya. Der Aupasana-Feuerdienst der folgenden Anleitung gehört zur ehelichen Hauspraxis der Ashvalayana-Überlieferung.

Die hier ausgearbeitete Aupasana-Fassung gehört zur Ashvalayana-Überlieferung des Rigveda und folgt der bei Vaidhika Dharma veröffentlichten Paddhati. Sie beschreibt einen bestimmten Morgenablauf: Die noch ausstehenden Gaben des Vorabends werden mit den heutigen Morgengaben zusammen vollzogen. Die vier Reisgaben sind deshalb keine Verdoppelung des gewöhnlichen Morgenopfers. Nach Wasserreinigung, Sammlung und Bereitung des Reises schließen sich die Darbringungen, ein nur bei Bedarf nötiger Fehlerausgleich und Gebete um Führung an. Das wiederholte na mama, „nicht mein“, mündet in die Hingabe allen Handelns an Narayana.

Anlass, Voraussetzungen und Vorbereitung

Wann und wo?
Aupasana gehört zum täglichen Nityakarma des verheirateten Haushalts. Der überlieferte Rhythmus ist morgens und abends am häuslichen Feuer; die nachstehende zusammengezogene Fassung wird am Morgen ausgeführt. Sie setzt voraus, dass die vorabendlichen Gaben noch ausstehen. Eine bestimmte Uhrminute schreibt die verwendete Paddhati nicht vor. Für die tägliche Praxis gelten die im eigenen Haus gelehrten Zeiten in Beziehung zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Wer handelt?
Die konkrete Handlungsverteilung dieser Anleitung setzt ein in die vedische Hauspraxis eingewiesenes Ehepaar voraus: Die Ehefrau bereitet die Handschale und hält den Reis, der Ehemann spricht die Formeln und bringt die Gaben dar. Ein Purohita vermittelt die erstmalige Einrichtung, die Rezitation mit ihren vedischen Tonhöhen und die Familienform des Abhivadana. Für jeden täglichen Vollzug wird in dieser Quelle kein zusätzlich anwesender Priester verlangt. Die weiter gefasste Überlieferung des Ashvalayana-Grihyasutra kennt auch die Pflege des Hausfeuers durch Frau, Sohn, Tochter oder Schüler; die hier abgedruckte Paddhati legt dagegen ausdrücklich das gemeinsame Handeln des Ehepaares zugrunde.

Das Hausfeuer
Vorausgesetzt ist das in der ehelichen Tradition übernommene Grihya-Feuer. Die erstmalige Feuerbegründung beziehungsweise seine rituelle Wiederherstellung ist ein eigener Vorgang und gehört in die Anleitung der jeweiligen Familienüberlieferung. Stelle eine geeignete, feuerfeste Feuerstelle mit ausreichender Belüftung bereit; halte Wasser, lose Kleidung und brennbare Gegenstände so, dass die kleinen Darbringungen ruhig und ohne Berühren der Flammen möglich sind. Die tägliche Pflege und Erhaltung des Feuers richtet sich nach der übernommenen Hausordnung.

Materialien

  • Das vorbereitete Hausfeuer und kleine trockene Opferhölzer: zwei für Anvadhana, eines zur Eröffnung des Hauptopfers, eines für Vishnu Smarana Homa sowie gegebenenfalls ein weiteres für den bedingten Prayashchitta.
  • Geschälter, ungekochter Reis, mit wenig Wasser angefeuchtet, für vier kleine Gaben. Die Quelle nennt auch ungeschälten Reis; die durchgehende Anleitung verwendet geschälten Reis.
  • Reines Wasser in einem Gefäß, ein kleiner Schöpflöffel und ein Auffanggefäß.
  • Darbha: ein Büschel zum Reinigen, Halme zum Auslegen um das Feuer, ein Halm für die Feuerumkreisung der Gabe und ein vorbereiteter Grasring.
  • Saubere Sitzplätze und die nach der eigenen Tradition getragene heilige Schnur.
  • Die vorab richtig eingesetzte persönliche Abhivadana-Formel mit Pravara, Gotra, Schulzugehörigkeit und Name.

Die Reisgabe dieses Ablaufs verlangt keine Milch- oder Ghee-Zugabe. Die Sanskrittexte stehen ohne vedische Tonzeichen; das Erlernen der Tonhöhen bleibt Teil der mündlichen Unterweisung. Den Ablauf begleitet eine ruhige, hingebungsvolle Haltung, keine Beschleunigung der Mantras.

Durchführung

1. Achamana – mit klarem Wasser beginnen
Der ausführende Ehemann sitzt am vorbereiteten Hausfeuer. Vollziehe Achamana: Gib mit dem Wasserlöffel dreimal eine kleine Menge Wasser in die rechte Hand und nimm jeweils einen kleinen Schluck. Sprich dazu nacheinander die drei Anrufungen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Verehrung dem Unwandelbaren; Verehrung dem Unendlichen; Verehrung Govinda.


2. Zwölf Namen und Körperberührungen
Sprich die zwölf Namen langsam. Berühre mit dem rechten Daumen zuerst die rechte, dann die linke Wange; mit dem Ringfinger das rechte, dann das linke Auge; mit dem Zeigefinger den rechten, dann den linken Nasenflügel; mit dem kleinen Finger das rechte, dann das linke Ohr; mit dem Mittelfinger die rechte, dann die linke Schulter; mit vier Fingern die Brust und mit allen fünf Fingern den Kopf. Ordne jedem Namen genau eine Berührung in dieser Reihenfolge zu.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha, Damodara: zwölf Namen Vishnus, mit denen die Körperberührungen begleitet werden.


3. Ganapati-Dhyana – den Geist sammeln
Richte dich im Ganapati Dhyana auf Ganesha als denjenigen aus, der die Hindernisse beruhigt. Die praktische Fassung verbindet das Gebet mit dreimaligem sanftem Berühren beider Stirnseiten mit den Händen.

śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||

Man meditiere über den Weißgekleideten, Alldurchdringenden, Mondfarbenen mit vier Armen und heiterem Antlitz, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen.


4. Pranayama mit den sieben Vyahritis
Vollziehe den angeleiteten Pranayama: Schließe mit dem rechten Daumen den rechten Nasenflügel, atme links ein, schließe links mit dem Ringfinger und atme rechts aus. Verbinde die Atemsammlung mit der folgenden Mantrafolge aus sieben Vyahritis, Gayatri und der abschließenden Brahman-Formel, so wie du sie gelernt hast. Die Quelle schreibt hier keine feste Atemzahl oder Haltezeit vor.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ svaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svar om ||

Om: Erde, Zwischenraum, Himmel, die große Welt, die Welt der Entstehung, die Welt der geistigen Glut und die Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Erkenntniskräfte anregen. Om: Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenraum und Himmel – Om.


5. Sankalpa – Abend- und Morgengaben gemeinsam darbringen
Fasse den Sankalpa für genau diese Morgenfassung: Die noch ausstehenden Gaben des Vorabends werden mit den heutigen Morgengaben in einer zusammenhängenden Ausführung dargebracht. Rezitiere den Entschluss.

mamopāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ pūrvedyuḥ kartavyena sāyamaupāsanena saha adya prātaraupāsanaṃ vrīhibhis taṇḍulair vā tantreṇa hoṣyāmi |

Zur Aufhebung aller von mir auf mich genommenen Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich heute das morgendliche Aupasana zusammen mit dem am Vorabend zu vollziehenden Aupasana in einem gemeinsamen Ritualgang mit ungeschältem oder geschältem Reis darbringen.

Vollziehe anschließend innerlich Sattvika Tyaga: Gib den Anspruch auf die Früchte der Handlung hin. Berühre reines Wasser. Dafür verlangt diese Stelle der Quelle keinen zusätzlichen gesprochenen Mantra.

6. Anvadhana – die ersten beiden Hölzer
Kündige das Anvadhana, das Nachlegen der Hölzer, an. Nimm zwei Opferhölzer und benenne die Gottheiten beider Opferzeiten. Nach der Benennung denke an Prajapati und lege die beiden Hölzer nacheinander ins Feuer. Sprich die abschließende Holzformel bei jeder Gabe einmal.

tadaṅgam anvādhānaṃ kariṣye |

Als zugehörige Handlung vollziehe ich das Nachlegen des Brennholzes, Anvadhana.

pūrvedyuḥ sāyamaupāsanadevate agniṃ prajāpatim, adya prātaraupāsanadevate sūryaṃ prajāpatiṃ ca taṇḍuladravyeṇa yakṣye |

Die Gottheiten des vorabendlichen Aupasana, Agni und Prajapati, sowie die Gottheiten des heutigen morgendlichen Aupasana, Surya und Prajapati, werde ich mit Reis verehren.

svāhā | prajāpataye idam |

Svaha: Dies ist für Prajapati.

Vollziehe danach Parisamuhana: Reinige den unmittelbaren Bereich um das Feuer dreimal mit dem vorbereiteten Darbha-Büschel. Lege beim Paristarana Darbha-Gras um die Feuerstelle. Besprenge den Bereich um das Feuer beim Paryukshana dreimal mit Wasser. Führe die Arbeiten vom sicheren Rand der Feuerstelle aus.

7. Havih-Samskara – Reis in den Händen der Ehefrau
Die Ehefrau bildet mit beiden Händen eine Schale, Anjali. Besprenge diese dreimal; sprich bei jeder Besprengung die drei Weltenworte. Gib anschließend den mit Wasser angefeuchteten Reis in ihre Hände.

bhūr bhuvaḥ svaḥ |

Erde, Zwischenraum und Himmel.

Der gesamte Reis ist für vier Gaben bestimmt: zwei vorabendliche und zwei morgendliche. Die gemeinsame Bereitung und das Übernehmen aus den Händen der Ehefrau machen ihre Mitwirkung unmittelbar sichtbar.

8. Die Gabe mit Feuer und Gayatri vorbereiten
Vollziehe den weiteren Havih Samskara: Führe einen an der Spitze brennenden Darbha-Halm über die bereitgehaltene Gabe, ohne Hände oder Reis mit der Flamme zu berühren. Besprenge den Reis unter dem Gayatri-Mantra.

tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||

Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Erkenntniskräfte anregen.

Führe denselben brennenden Halm beim Paryagnikarana dreimal um die Gabe. Lege ihn anschließend in das Feuer – diese von der Quelle ausdrücklich zugelassene Möglichkeit wird hier gewählt. Berühre Wasser.

9. Agnyalankarana – Agni um Führung und Lebensfülle bitten
Wende dich bei der Agnyalankarana ehrerbietig dem Feuer zu und rezitiere Rigveda 5.4.9–11. Die Vorlage nennt an dieser Stelle keine bestimmte zusätzliche Gabe; die Verehrung geschieht mit den drei Versen.

viśvāni no durgahā jātavedaḥ sindhuṃ na nāvā duritāti parṣi |
agne atrivan namasā gṛṇāno ’smākaṃ bodhy avitā tanūnām ||

Jatavedas, bringe uns über alle Hindernisse und Bedrängnisse hinweg, wie ein Schiff über einen Strom. Agni, von uns wie von Atri in Verehrung gepriesen, sei der Beschützer unseres Lebens.

yas tvā hṛdā kīriṇā manyamāno ’martyaṃ martyo johavīmi |
jātavedo yaśo asmāsu dhehi prajābhir agne amṛtatvam aśyām ||

Ich Sterblicher rufe dich, den Unsterblichen, mit preisendem Herzen ehrfürchtig an. Jatavedas, schenke uns Ansehen; durch unsere Nachkommen, Agni, möge ich an Unsterblichkeit teilhaben.

yasmai tvaṃ sukṛte jātaveda u lokam agne kṛṇavaḥ syonam |
aśvinaṃ sa putriṇaṃ vīravantaṃ gomantaṃ rayiṃ naśate svasti ||

Wem du, Jatavedas, für sein gutes Tun einen freundlichen Lebensraum bereitest, der erlange in Wohlergehen Reichtum an Pferden und Rindern, Söhnen und tüchtigen Menschen.

Der Strom und das Schiff im ersten Vers geben dem Gebet ein klares Bild: Auch durch Unübersichtliches und Schwieriges soll Agni die Familie sicher führen. Die letzten Verse sprechen in der Sprache der vedischen Hausgemeinschaft von Nachkommenschaft, Vieh und tragfähigem Wohlstand.

10. Den Hauptteil des Homa eröffnen
Kündige den Homa mit „Hoṣyāmi“ laut an. Lege anschließend ein weiteres Opferholz schweigend ins Feuer; die folgende Prajapati-Formel denke dabei nur innerlich.

hoṣyāmi |

Ich werde die Gaben darbringen.

svāhā | prajāpataye idam |

Svaha: Dies ist für Prajapati.

Warte, bis das Holz gut brennt. Nimm dann die Hälfte des Reises aus den Händen deiner Frau in deine rechte Hand und teile diese Hälfte in zwei Portionen.

11. Die vorabendliche Gabe an Agni
Gib die erste Portion bei svāhā in die Mitte des Feuers. Es ist die erste der beiden nachgeholten Abendgaben, Sayamahuti.

agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |

Agni sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Agni, nicht mir.


12. Die vorabendliche Gabe an Prajapati
Gib die zweite Portion vom seitlichen Rand der Hand in den nordöstlichen Bereich des Feuers. Sie soll die zuvor in der Mitte niedergelegte Gabe nicht berühren.

prajāpataye svāhā | prajāpataye idaṃ na mama |

Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Prajapati, nicht mir.


13. Die morgendliche Gabe an Surya
Übernimm nun den restlichen Reis aus den Händen deiner Frau und teile ihn in zwei Portionen. Gib die erste bei svāhā in die Mitte des Feuers. Diese Pratarahuti gilt Surya, der Sonne.

sūryāya svāhā | sūryāya idaṃ na mama |

Surya sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Surya, nicht mir.


14. Die morgendliche Gabe an Prajapati
Gib die letzte Reisportion in den nordöstlichen Bereich der Feuerstelle.

prajāpataye svāhā | prajāpataye idaṃ na mama |

Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Prajapati, nicht mir.

Reinige danach dreimal den Bereich um das Feuer und besprenge ihn dreimal mit Wasser, wie bei Parisamuhana und Paryukshana in Schritt 6. Damit sind alle vier Reisgaben vollzogen.

15. Nur bei Berührung der getrennten Gaben: Prayashchitta
Falls die jeweils getrennt niederzulegenden Gaben einander berührt haben, folgt dieser ausdrücklich bedingte Ahutisamsarga Prayashchitta Homa. Andernfalls gehe zu Schritt 16. Sprich zunächst den Entschluss und die rituelle Mantrazuordnung.

āhutisaṃsargaprāyaścittārthaṃ vanaspatihomaṃ kariṣye |

Zum rituellen Ausgleich dafür, dass die Opfergaben einander berührt haben, vollziehe ich die Gabe an Vanaspati.

yatra vettha ityasya viśvāmitra ṛṣiḥ | gāyatrī chandaḥ | vanaspatir devatā | āhutisaṃsargaprāyaścittārthe home viniyogaḥ |

Für den mit „Yatra vettha“ beginnenden Mantra nennt diese Ritualfassung Vishvamitra als Seher, Gayatri als Versmaß und Vanaspati als Gottheit; er wird beim Feueropfer zum Ausgleich der Berührung der Gaben verwendet.

yatra vettha vanaspate devānāṃ guhyā nāmāni |
tatra havyāni gāmaya ||
svāhā | vanaspataye idaṃ na mama |

Vanaspati, wo du die verborgenen Namen der Götter kennst, dorthin bringe die Opfergaben. Svaha: Diese Gabe gehört Vanaspati, nicht mir.

Lege bei svāhā ein zusätzliches Opferholz ins Feuer. Vanaspati, der Herr der Bäume, wird als Träger der Gaben angerufen. Die in der Mantrazuordnung genannte Sehertradition bleibt diejenige dieser Paddhati.

16. Vishnu-Smarana-Homa – die Handlung Gott anvertrauen
Nimm ein Opferholz; die Quelle erlaubt an seiner Stelle auch zwei Darbha-Halme. Lege es beim Vishnu Smarana Homa mit der folgenden Formel ins Feuer.

śrīviṣṇave svāhā | śrīviṣṇave paramātmane idaṃ na mama |

Shri Vishnu sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Shri Vishnu, dem höchsten Selbst, nicht mir.

Hebe anschließend das um die Feuerstelle gelegte Darbha-Gras, im Osten beginnend, auf und lege es nördlich ab. Reinige wiederum dreimal den Bereich um das Feuer und besprenge ihn dreimal. Die aus der äußeren Ordnung zurückgenommenen Halme werden später an einem sauberen Ort abgelegt.

17. Agnyupasthana und Samstha-Japa
Richte dich in ehrfürchtiger Haltung an Agni. Sprich Ankündigung, Mantrazuordnung und den Samstha Japa, das Abschlussgebet.

oṃ agnyupasthānaṃ kariṣye |

Om, ich vollziehe die ehrende Hinwendung zu Agni, Agnyupasthana.

oṃ ca me ityasya sārasvata ṛṣiḥ | triṣṭup chandaḥ | agnir devatā | agnyupasthāne viniyogaḥ |

Für den mit „Om cha me“ beginnenden Mantra nennt die Ritualfassung Sarasvata als Seher, Trishtubh als Versmaß und Agni als Gottheit; er wird für die ehrende Hinwendung zu Agni verwendet.

oṃ ca me svaraś ca me yajñopa ca te namaś ca |
yat te nyūnaṃ tasmai te upa yat te atiriktaṃ tasmai te namaḥ ||

Om und der heilige Laut seien bei mir. Dir, o Opfer, gelten Hinwendung und Verehrung. Was dir fehlt, dem gelte meine ergänzende Hinwendung; was an dir übermäßig ist, dem gelte meine ehrfürchtige Verneigung.

Die Wörter upa und namas drücken Hinwendung und Verehrung aus: Auch das Unvollkommene der eigenen Ausführung wird dem Heiligen übergeben.

18. Um einen guten Weg und um Annahme bitten
Rezitiere das Weggebet Rigveda 1.189.1 und die beiden folgenden Abschlussverse.

agne naya supathā rāye asmān viśvāni deva vayunāni vidvān |
yuyodhy asmaj juhurāṇam eno bhūyiṣṭhāṃ te namauktiṃ vidhema ||

Agni, führe uns auf gutem Weg zur Fülle, du Gott, der alle Wege kennt. Halte die krumme Verfehlung von uns fern; dir möchten wir reichlich Worte der Verehrung darbringen.

mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ hutāśana |
yad dhutaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||

Du Feuer, das die Opfergabe empfängt: Was ich mit Mängeln an Mantra, Handlung und Hingabe dargebracht habe, möge für dich, o Gott, vollständig sein.

prāyaścittāny aśeṣāṇi tapaḥkarmātmakāni vai |
yāni teṣām aśeṣāṇāṃ kṛṣṇānusmaraṇaṃ param ||

Unter allen bereinigenden Übungen, die aus Tapas und religiösem Handeln bestehen, ist das Gedenken an Krishna das Höchste.

Rufe anschließend den Namen Krishna in einer Dreiergruppe viermal: insgesamt zwölfmal. Das ist das Krishna Smarana dieser Fassung.

19. Krishna-Smarana
Sprich die folgende Zeile viermal.

kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa |

Krishna, Krishna, Krishna.


20. Verneigung und persönliches Abhivadana
Verneige dich und vollziehe Abhivadana, die überlieferte Nennung deiner Seher- und Familienlinie. Setze vor Beginn für PRAVARA, GOTRA und NAME die eigenen Angaben ein; bei fünf Sehern tritt pañcārṣeyapravarānvita an die Stelle von trayārṣeyapravarānvita („mit drei Sehern“). Die Form lautet:

abhivādaye PRAVARA trayārṣeyapravarānvita GOTRA-gotraḥ āśvalāyanasūtraḥ ṛkśākhādhyāyī NAME-śarmā nāma aham asmi bhoḥ |

Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre zum Gotra GOTRA mit dem Pravara PRAVARA aus drei Sehern, folge dem Ashvalayana-Sutra und lerne die Rigveda-Schulüberlieferung; mein Name ist NAME Sharman, ehrwürdiger Herr.

Wer seine Familienform nicht kennt, klärt sie vor diesem schulgebundenen Vollzug mit der unterweisenden Person. Der Pravara wird nicht aus dem Ritualnamen abgeleitet. Lege nun den Darbha-Ring an das Ohr; es folgt das abschließende Achamana.

21. Abschließendes Achamana und Körperberührungen
Nimm zu den drei Anrufungen wieder drei kleine Schlucke Wasser. Führe danach die zwölf Körperberührungen mit denselben Fingern und in derselben Reihenfolge wie in Schritt 2 aus.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Verehrung dem Unwandelbaren; Verehrung dem Unendlichen; Verehrung Govinda.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha, Damodara: zwölf Namen Vishnus, mit denen die Körperberührungen begleitet werden.

Löse nach dem Achamana den Knoten des Darbha-Rings und lege das Gras sauber ab.

22. Sattvika Tyaga – die ganze Handlung hingeben
Gib die Handlung und ihre Früchte innerlich hin. Rezitiere die Schlusswidmung.

kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||

Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und Selbst oder aus meiner natürlichen Veranlagung tue: All das bringe ich dem höchsten Narayana dar. Om, Das ist das Wirkliche. Alles sei Brahman dargebracht.

Lasse die Bedeutung von na mama – „nicht mein“ – noch einen Moment nachklingen. Eine passende persönliche Anregung ist, den beginnenden Tag als gemeinsame Aufgabe anzunehmen und einander auch außerhalb des Rituals aufmerksam zu unterstützen.

Nach dem Ritual
Räume Wassergefäße und übrigen Reis auf. Das abgelegte Darbha-Gras kommt an einen sauberen, dafür geeigneten Ort. Pflege das Hausfeuer entsprechend der übernommenen Ordnung weiter. Eine kurze Meditation kann den eigenen Abschluss vertiefen: Welche Handlung des heutigen Tages möchtest du mit derselben Sorgfalt ausführen, mit der ihr den Reis gemeinsam dargebracht habt? Diese Besinnung ist eine persönliche Anregung und keine zusätzliche Vorschrift der Paddhati.

Zusammenhängende Rezitationstexte

Die Nummern entsprechen den Handlungsschritten. In Schritt 6 wird die letzte Formel zu den zwei Hölzern zweimal gesprochen; in Schritt 7 werden die Weltenworte dreimal gesprochen. In Schritt 10 folgt auf die laute Ankündigung eine nur innerlich gedachte Holzformel. Schritt 15 wird nur im genannten Bedarfsfall vollzogen. In Schritt 19 wird die Krishna-Dreiergruppe viermal wiederholt. Die persönliche Formel in Schritt 20 wird vor Beginn mit den eigenen Angaben eingesetzt; bei fünf Sehern lautet die entsprechende Stelle pañcārṣeyapravarānvita, in Devanagari पञ्चार्षेयप्रवरान्वित, deutsch „mit fünf Sehern“.

IAST

1. Achamana – mit klarem Wasser beginnen
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |


2. Zwölf Namen und Körperberührungen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |


3. Ganapati-Dhyana – den Geist sammeln
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||


4. Pranayama mit den sieben Vyahritis
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ svaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svar om ||


5. Sankalpa – Abend- und Morgengaben gemeinsam darbringen
mamopāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ pūrvedyuḥ kartavyena sāyamaupāsanena saha adya prātaraupāsanaṃ vrīhibhis taṇḍulair vā tantreṇa hoṣyāmi |


6. Anvadhana – die ersten beiden Hölzer
tadaṅgam anvādhānaṃ kariṣye |

pūrvedyuḥ sāyamaupāsanadevate agniṃ prajāpatim, adya prātaraupāsanadevate sūryaṃ prajāpatiṃ ca taṇḍuladravyeṇa yakṣye |

svāhā | prajāpataye idam |


7. Havih-Samskara – Reis in den Händen der Ehefrau
bhūr bhuvaḥ svaḥ |


8. Die Gabe mit Feuer und Gayatri vorbereiten
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||


9. Agnyalankarana – Agni um Führung und Lebensfülle bitten
viśvāni no durgahā jātavedaḥ sindhuṃ na nāvā duritāti parṣi |
agne atrivan namasā gṛṇāno ’smākaṃ bodhy avitā tanūnām ||

yas tvā hṛdā kīriṇā manyamāno ’martyaṃ martyo johavīmi |
jātavedo yaśo asmāsu dhehi prajābhir agne amṛtatvam aśyām ||

yasmai tvaṃ sukṛte jātaveda u lokam agne kṛṇavaḥ syonam |
aśvinaṃ sa putriṇaṃ vīravantaṃ gomantaṃ rayiṃ naśate svasti ||


10. Den Hauptteil des Homa eröffnen
hoṣyāmi |

svāhā | prajāpataye idam |


11. Die vorabendliche Gabe an Agni
agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |


12. Die vorabendliche Gabe an Prajapati
prajāpataye svāhā | prajāpataye idaṃ na mama |


13. Die morgendliche Gabe an Surya
sūryāya svāhā | sūryāya idaṃ na mama |


14. Die morgendliche Gabe an Prajapati
prajāpataye svāhā | prajāpataye idaṃ na mama |


15. Nur bei Berührung der getrennten Gaben: Prayashchitta
āhutisaṃsargaprāyaścittārthaṃ vanaspatihomaṃ kariṣye |

yatra vettha ityasya viśvāmitra ṛṣiḥ | gāyatrī chandaḥ | vanaspatir devatā | āhutisaṃsargaprāyaścittārthe home viniyogaḥ |

yatra vettha vanaspate devānāṃ guhyā nāmāni |
tatra havyāni gāmaya ||
svāhā | vanaspataye idaṃ na mama |


16. Vishnu-Smarana-Homa – die Handlung Gott anvertrauen
śrīviṣṇave svāhā | śrīviṣṇave paramātmane idaṃ na mama |


17. Agnyupasthana und Samstha-Japa
oṃ agnyupasthānaṃ kariṣye |

oṃ ca me ityasya sārasvata ṛṣiḥ | triṣṭup chandaḥ | agnir devatā | agnyupasthāne viniyogaḥ |

oṃ ca me svaraś ca me yajñopa ca te namaś ca |
yat te nyūnaṃ tasmai te upa yat te atiriktaṃ tasmai te namaḥ ||


18. Um einen guten Weg und um Annahme bitten
agne naya supathā rāye asmān viśvāni deva vayunāni vidvān |
yuyodhy asmaj juhurāṇam eno bhūyiṣṭhāṃ te namauktiṃ vidhema ||

mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ hutāśana |
yad dhutaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||

prāyaścittāny aśeṣāṇi tapaḥkarmātmakāni vai |
yāni teṣām aśeṣāṇāṃ kṛṣṇānusmaraṇaṃ param ||


19. Krishna-Smarana
kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa |


20. Verneigung und persönliches Abhivadana
abhivādaye PRAVARA trayārṣeyapravarānvita GOTRA-gotraḥ āśvalāyanasūtraḥ ṛkśākhādhyāyī NAME-śarmā nāma aham asmi bhoḥ |


21. Abschließendes Achamana und Körperberührungen
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |


22. Sattvika Tyaga – die ganze Handlung hingeben
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||


Devanagari

1. Achamana – mit klarem Wasser beginnen
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।


2. Zwölf Namen und Körperberührungen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द । विष्णु । मधुसूदन ।
त्रिविक्रम । वामन । श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।


3. Ganapati-Dhyana – den Geist sammeln
शुक्लाम्बरधरं विष्णुं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥


4. Pranayama mit den sieben Vyahritis
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ स्वः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि । धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसोऽमृतं ब्रह्म भूर् भुवः स्वर् ॐ ॥


5. Sankalpa – Abend- und Morgengaben gemeinsam darbringen
ममोपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं पूर्वेद्युः कर्तव्येन सायमौपासनेन सह अद्य प्रातरौपासनं व्रीहिभिस् तण्डुलैर् वा तन्त्रेण होष्यामि ।


6. Anvadhana – die ersten beiden Hölzer
तदङ्गम् अन्वाधानं करिष्ये ।

पूर्वेद्युः सायमौपासनदेवते अग्निं प्रजापतिम्, अद्य प्रातरौपासनदेवते सूर्यं प्रजापतिं च तण्डुलद्रव्येण यक्ष्ये ।

स्वाहा । प्रजापतये इदम् ।


7. Havih-Samskara – Reis in den Händen der Ehefrau
भूर् भुवः स्वः ।


8. Die Gabe mit Feuer und Gayatri vorbereiten
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥


9. Agnyalankarana – Agni um Führung und Lebensfülle bitten
विश्वानि नो दुर्गहा जातवेदः सिन्धुं न नावा दुरिताति पर्षि ।
अग्ने अत्रिवन् नमसा गृणानोऽस्माकं बोध्य् अविता तनूनाम् ॥

यस् त्वा हृदा कीरिणा मन्यमानोऽमर्त्यं मर्त्यो जोहवीमि ।
जातवेदो यशो अस्मासु धेहि प्रजाभिर् अग्ने अमृतत्वम् अश्याम् ॥

यस्मै त्वं सुकृते जातवेद उ लोकम् अग्ने कृणवः स्योनम् ।
अश्विनं स पुत्रिणं वीरवन्तं गोमन्तं रयिं नशते स्वस्ति ॥


10. Den Hauptteil des Homa eröffnen
होष्यामि ।

स्वाहा । प्रजापतये इदम् ।


11. Die vorabendliche Gabe an Agni
अग्नये स्वाहा । अग्नय इदं न मम ।


12. Die vorabendliche Gabe an Prajapati
प्रजापतये स्वाहा । प्रजापतये इदं न मम ।


13. Die morgendliche Gabe an Surya
सूर्याय स्वाहा । सूर्याय इदं न मम ।


14. Die morgendliche Gabe an Prajapati
प्रजापतये स्वाहा । प्रजापतये इदं न मम ।


15. Nur bei Berührung der getrennten Gaben: Prayashchitta
आहुतिसंसर्गप्रायश्चित्तार्थं वनस्पतिहोमं करिष्ये ।

यत्र वेत्थ इत्यस्य विश्वामित्र ऋषिः । गायत्री छन्दः । वनस्पतिर् देवता । आहुतिसंसर्गप्रायश्चित्तार्थे होमे विनियोगः ।

यत्र वेत्थ वनस्पते देवानां गुह्या नामानि ।
तत्र हव्यानि गामय ॥
स्वाहा । वनस्पतये इदं न मम ।


16. Vishnu-Smarana-Homa – die Handlung Gott anvertrauen
श्रीविष्णवे स्वाहा । श्रीविष्णवे परमात्मने इदं न मम ।


17. Agnyupasthana und Samstha-Japa
ॐ अग्न्युपस्थानं करिष्ये ।

ॐ च मे इत्यस्य सारस्वत ऋषिः । त्रिष्टुप् छन्दः । अग्निर् देवता । अग्न्युपस्थाने विनियोगः ।

ॐ च मे स्वरश् च मे यज्ञोप च ते नमश् च ।
यत् ते न्यूनं तस्मै ते उप यत् ते अतिरिक्तं तस्मै ते नमः ॥


18. Um einen guten Weg und um Annahme bitten
अग्ने नय सुपथा राये अस्मान् विश्वानि देव वयुनानि विद्वान् ।
युयोध्य् अस्मज् जुहुराणम् एनो भूयिष्ठां ते नमौक्तिं विधेम ॥

मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं हुताशन ।
यद् धुतं तु मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु ते ॥

प्रायश्चित्तान्य् अशेषाणि तपःकर्मात्मकानि वै ।
यानि तेषाम् अशेषाणां कृष्णानुस्मरणं परम् ॥


19. Krishna-Smarana
कृष्ण कृष्ण कृष्ण ।


20. Verneigung und persönliches Abhivadana
अभिवादये PRAVARA त्रयार्षेयप्रवरान्वित GOTRA-गोत्रः आश्वलायनसूत्रः ऋक्शाखाध्यायी NAME-शर्मा नाम अहम् अस्मि भोः ।


21. Abschließendes Achamana und Körperberührungen
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

केशव । नारायण । माधव । गोविन्द । विष्णु । मधुसूदन ।
त्रिविक्रम । वामन । श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।


22. Sattvika Tyaga – die ganze Handlung hingeben
कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् ।
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि ॥
ॐ तत् सत् ब्रह्मार्पणम् अस्तु ॥


Deutsch

1. Achamana – mit klarem Wasser beginnen
Verehrung dem Unwandelbaren; Verehrung dem Unendlichen; Verehrung Govinda.


2. Zwölf Namen und Körperberührungen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha, Damodara: zwölf Namen Vishnus, mit denen die Körperberührungen begleitet werden.


3. Ganapati-Dhyana – den Geist sammeln
Man meditiere über den Weißgekleideten, Alldurchdringenden, Mondfarbenen mit vier Armen und heiterem Antlitz, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen.


4. Pranayama mit den sieben Vyahritis
Om: Erde, Zwischenraum, Himmel, die große Welt, die Welt der Entstehung, die Welt der geistigen Glut und die Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Erkenntniskräfte anregen. Om: Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenraum und Himmel – Om.


5. Sankalpa – Abend- und Morgengaben gemeinsam darbringen
Zur Aufhebung aller von mir auf mich genommenen Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich heute das morgendliche Aupasana zusammen mit dem am Vorabend zu vollziehenden Aupasana in einem gemeinsamen Ritualgang mit ungeschältem oder geschältem Reis darbringen.


6. Anvadhana – die ersten beiden Hölzer
Als zugehörige Handlung vollziehe ich das Nachlegen des Brennholzes, Anvadhana.

Die Gottheiten des vorabendlichen Aupasana, Agni und Prajapati, sowie die Gottheiten des heutigen morgendlichen Aupasana, Surya und Prajapati, werde ich mit Reis verehren.

Svaha: Dies ist für Prajapati.


7. Havih-Samskara – Reis in den Händen der Ehefrau
Erde, Zwischenraum und Himmel.


8. Die Gabe mit Feuer und Gayatri vorbereiten
Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Erkenntniskräfte anregen.


9. Agnyalankarana – Agni um Führung und Lebensfülle bitten
Jatavedas, bringe uns über alle Hindernisse und Bedrängnisse hinweg, wie ein Schiff über einen Strom. Agni, von uns wie von Atri in Verehrung gepriesen, sei der Beschützer unseres Lebens.

Ich Sterblicher rufe dich, den Unsterblichen, mit preisendem Herzen ehrfürchtig an. Jatavedas, schenke uns Ansehen; durch unsere Nachkommen, Agni, möge ich an Unsterblichkeit teilhaben.

Wem du, Jatavedas, für sein gutes Tun einen freundlichen Lebensraum bereitest, der erlange in Wohlergehen Reichtum an Pferden und Rindern, Söhnen und tüchtigen Menschen.


10. Den Hauptteil des Homa eröffnen
Ich werde die Gaben darbringen.

Svaha: Dies ist für Prajapati.


11. Die vorabendliche Gabe an Agni
Agni sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Agni, nicht mir.


12. Die vorabendliche Gabe an Prajapati
Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Prajapati, nicht mir.


13. Die morgendliche Gabe an Surya
Surya sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Surya, nicht mir.


14. Die morgendliche Gabe an Prajapati
Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Prajapati, nicht mir.


15. Nur bei Berührung der getrennten Gaben: Prayashchitta
Zum rituellen Ausgleich dafür, dass die Opfergaben einander berührt haben, vollziehe ich die Gabe an Vanaspati.

Für den mit „Yatra vettha“ beginnenden Mantra nennt diese Ritualfassung Vishvamitra als Seher, Gayatri als Versmaß und Vanaspati als Gottheit; er wird beim Feueropfer zum Ausgleich der Berührung der Gaben verwendet.

Vanaspati, wo du die verborgenen Namen der Götter kennst, dorthin bringe die Opfergaben. Svaha: Diese Gabe gehört Vanaspati, nicht mir.


16. Vishnu-Smarana-Homa – die Handlung Gott anvertrauen
Shri Vishnu sei diese Gabe dargebracht. Sie gehört Shri Vishnu, dem höchsten Selbst, nicht mir.


17. Agnyupasthana und Samstha-Japa
Om, ich vollziehe die ehrende Hinwendung zu Agni, Agnyupasthana.

Für den mit „Om cha me“ beginnenden Mantra nennt die Ritualfassung Sarasvata als Seher, Trishtubh als Versmaß und Agni als Gottheit; er wird für die ehrende Hinwendung zu Agni verwendet.

Om und der heilige Laut seien bei mir. Dir, o Opfer, gelten Hinwendung und Verehrung. Was dir fehlt, dem gelte meine ergänzende Hinwendung; was an dir übermäßig ist, dem gelte meine ehrfürchtige Verneigung.


18. Um einen guten Weg und um Annahme bitten
Agni, führe uns auf gutem Weg zur Fülle, du Gott, der alle Wege kennt. Halte die krumme Verfehlung von uns fern; dir möchten wir reichlich Worte der Verehrung darbringen.

Du Feuer, das die Opfergabe empfängt: Was ich mit Mängeln an Mantra, Handlung und Hingabe dargebracht habe, möge für dich, o Gott, vollständig sein.

Unter allen bereinigenden Übungen, die aus Tapas und religiösem Handeln bestehen, ist das Gedenken an Krishna das Höchste.


19. Krishna-Smarana
Krishna, Krishna, Krishna.


20. Verneigung und persönliches Abhivadana
Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre zum Gotra GOTRA mit dem Pravara PRAVARA aus drei Sehern, folge dem Ashvalayana-Sutra und lerne die Rigveda-Schulüberlieferung; mein Name ist NAME Sharman, ehrwürdiger Herr.


21. Abschließendes Achamana und Körperberührungen
Verehrung dem Unwandelbaren; Verehrung dem Unendlichen; Verehrung Govinda.

Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha, Damodara: zwölf Namen Vishnus, mit denen die Körperberührungen begleitet werden.


22. Sattvika Tyaga – die ganze Handlung hingeben
Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und Selbst oder aus meiner natürlichen Veranlagung tue: All das bringe ich dem höchsten Narayana dar. Om, Das ist das Wirkliche. Alles sei Brahman dargebracht.


Quellen und verwandte Anleitungen

Video und Seminare

Sukadev erläutert Homa, das rituelle Darbringen von Gaben im Feuer.

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