Ahrimanisches Wesen

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Ahrimanisches Wesen ist die Bezeichnung für Ahriman, ein persisches Wort, welches für das Böse steht. Ahriman kommt von Angra mainyu, ein Begriff aus dem Zend Avesta. Angra mainyu ist der Aspekt der Zerstörung und letztlich eine Art „böser Geist“. Man übersetzt Angra mainyu oft als böser Geist. Mainyu bedeutet Geist, Gedanke, Vorstellung. Ahrimanisches Wesen bezeichnet eben zum einen dieses göttliche Wesen, das zerstört und das die Weltordnung durcheinander bringt. Ahrimanisches Wesen ist aber auch das Wesen im Menschen. Ahrimanisches Wesen ist also der König der Finsternis, der böse Grundsatz, der dem guten zuwider läuft und mit diesem im Kampf liegt.

Ahrimanisches Wesen - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Vortrag zum Stichwort Ahrimanisches Wesen. Einige Informationen zum Thema Ahrimanisches Wesen vom Standpunkt der Yoga und Gesundheitskunde aus.

Ahrimanischen Wesen in der Anthroposophie

In der Anthroposophie wird Ahrimanisches Wesen auch betrachtet. Dort ist es das Wesen der Verhärtung und der Täuschung. Ahrimanisches Wesen ist der Herr der Materie und des Toten. Ahrimanischen Wesen zieht den Menschen in die niedere Welt hinein und hindert ihm am wachsen. Es wird in der Anthroposophie gedeutet als retardierter Erzengel. Er ist von der normalen Evolution der gottestreuen Hierarchien abgefallen. Ahriman wird in der Anthroposophie als jemand gedeutet, der mit Luzifer zusammen wirkt, aber auch dem Menschen die Möglichkeit gibt, durch Erkenntnis des Bösen die Freiheit zu erlangen.

Es gibt auch den Plural dazu, also Ahrimanische Wesen. Das heißt also verschiedene Wesenheiten, gefallene Engel, die sich in verschiedene Ordnungen und Stufen unter Naturwesen finden und sich zum Teil als Doppelgänger unter den Engel befinden. Man könnte auch sagen, Ahrimanische Wesen sind die Gegenspieler zu den Engeln und den Lichtwesen. Ich selbst halte dieses Konzept aus dem Zoroastrismus für etwas sehr problematisches. In dem Zoroastrismus gibt es die Dualität zwischen Ahriman und dem Guten. Der Gegenpol zu Ahriman, also das Gute, wird im persischen auch bezeichnet als Ahura Mazda. Ahriman und Ahura Mazda sind eben im Zend Avesta beschrieben oder auch Zenda Vesta genannt oder einfach nur Avesta, ein religiöses Buch der Zoroastrier.

Diese Dualität zwischen dem Guten und dem Bösen, das ist eine der schwierigsten Gegensätze. Ahura Mazda ist eben das Gute, auch Spenta Mainyu genannt. Angra Mainyu ist der böse Geist. Und Spenta Mainyu ist dann später zu Ahura Mazda geworden. Und Angra Mainyu, der böse Geist, ist zu Ahriman geworden. Und dieser Gegensatz zwischen Gut und Böse ist etwas, was später das Judentum geprägt hat, dann das Christentum und danach den Islam. Dieser Gegensatz zwischen Gut und Böse, zwischen einem Ur-Bösen und einem Ur- Guten ist etwas, was viele Probleme geschaffen hat. Denn wenn es das Gute gibt, das mit dem Bösen kämpft, dann muss man natürlich auf der Seite des Guten sein und muss das Böse bekämpfen.

Vermeintlicher Kampf zwischen Gut und Böse

In der Bhagavad Gita wird der Kampf zwischen Gut und Böse auf einem Schlachtfeld ausgetragen

Aber kein Mensch empfindet sich selbst als jemand, der dem Bösen dient. Jeder denkt, er dient dem Guten und will andere bekämpfen, die eben das Böse sind. Und im Namen der Bekämpfung des Bösen ist dann so viel Schlimmes getan worden. Die Christen haben im Namen der Bekämpfung des Bösen ganze Religionen und Völker ausgerottet. Sie haben die Inquisition entwickelt und haben die Religionskriege überhaupt erst entwickelt. Auch hat das Böse in sich selbst zu bekämpfen dazu geführt, dass sich Generationen von Aspiranten selbst bekämpft haben. Letztlich führt das Böse in sich zu bekämpfen, nicht wirklich zum Guten. Denn Kampf selbst führt eben nicht zum Aufhören des Kampfes. Man kann es der modernen Psychoanalyse, der modernen Psychotherapie und Psychologie und vielleicht auch der Evolutionsbiologie verdanken, erkannt zu haben, dass es eben nicht DAS Böse gibt. Sondern alles was man als Böse bezeichnen kann, hat ursprünglich eine gute Seite. Eifersucht beispielsweise ist nicht notwendigerweise böse, sondern wirkt stabilisierend in der Beziehung. Aggression ist nicht notwendigerweise böse, sondern der Mensch muss sich auch manchmal zur Wehr setzen und sich verteidigen. Auch Hass ist nicht nur böse, sondern war evolutionsbiologisch sinnvoll in manchen Kontexten.

Evolutionsbiologische Sicht

Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche Verhalten in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die Seele des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die Asuras sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum Opfer gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen Ahriman und Ahura Mazda“.

Klare Ethik aus yogischer Sicht

Natürlich kann man das Ganze auch anders begreifen und der Zoroastrismus war ja eben nicht gekennzeichnet durch Religionskriege. Man könnte schon sagen, in bestimmten Kontexten sind bestimmte Vorgehensweisen nicht gut und andere sind gut. Daher gibt es auch im Yoga eine klare Ethik, wie es sie in den fünf Yamas oder auch in den Sattwa Regeln, gibt. Ahimsa, bedeutet nicht verletzen. Satya, Wahrhaftigkeit, Astea nicht stehlen, Bramacharya ist die Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens und auch Aparigraha, Unbestechlichkeit zählen dazu. All dies sind wichtige ethische Prinzipien. Zusammen gefasst könnte man die inneren Kräfte, die einen davon abhalten, die Ethik zu beachten als Ahriman beschreiben. Dennoch sind sie nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, sondern sind evolutionsbiologisch sinnvoll. Es sind Anteile in uns, die in anderen Zusammenhängen vielleicht sogar gut wären. Entscheidet man sich für Ethik, dann gibt es diese Gegenkräfte. Die es eigentlich gut meinen, jedoch eher Versuchungen darstellen, jedoch nicht Anfechtungen des Bösen. Letztlich steht hinter allem eine einzige göttliche Wirklichkeit.

Ahrimanisches Wesen Video

Hier findest du ein Video zu Ahrimanisches Wesen mit einigen Informationen und Anregungen:

Audiovortrag zu Ahrimanisches Wesen

Hier kannst du die Tonspur des Videos zu Ahrimanisches Wesen anhören:

Ahrimanisches Wesen - weitere Infos

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Siehe auch

Ahrimanisches Wesen gehört zu den Themengebieten Anthroposophie, Zoroastrismus, Esoterik. Ähnliche Wörter und Begriffe, die thematisch dazu passen:


Begriffe im Alphabet vor und nach Ahrimanisches Wesen

Hier einige Infos zu Begriffen im Alphabet vor und nach Ahrimanisches Wesen:

Seminare und Ausbildungen

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Weitere Infos

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