Höhle

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Eine Höhle ist eine von der Natur geschaffene Öffnung oder ein Hohlraum im Felsgestein. Hridaya Guha ist die Höhle des Herzens, in der das Selbst wohnt.

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Das Leben in den Höhlen

Der indische Weise und Yoga Meister Swami Sivananda schreibt über das Leben in Höhlen:

Im alten Indien wurden Höhlen für die Meditation sehr empfohlen. Aspiranten haben manchmal einige Wochen und Monate in Höhlen meditiert. Swami Sivananda schreibt über das Leben in Höhlen:

Die alten Rishis und Seher Indiens lebten in den Höhlen des Himalaya und legten sich schwerste Entbehrungen (Tapascharya) auf. In diesen Höhlen ist die Temperatur gleichmäßig kühl, da die Hitze des Sommers nicht eindringen kann und es im Winter warm genug ist. Äußere Geräusche werden abgehalten, so dass man in der Einsamkeit dieser Höhlen wunderbar Meditation üben kann. Geistige Ströme erheben die Seele. Weltliche Atmosphäre und moderne Zivilisation vermögen nicht in diese Höhlen einzudringen.

Schüler mit zarter Gesundheit, die eine moderne Erziehung genossen haben, werden für ein solches Leben wenig geeignet sein. Es sagt mehr jenen zu, die einen starken Körper, große Zähigkeit und Furchtlosigkeit besitzen. Nur Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten (Divya Siddhis) können dort leben, Menschen, die Bhutis, nur im Himalaya wachsende Kräuter, kennen und ihren Körper durch bestimmte Übungen (Kayakalpas) gekräftigt haben, die durch eine Kur mit Rimikalpa, gereinigte Brechnuss, gefeit sind gegen die giftigen Bisse der Insekten, die wilde Tiere zähmen können und die innere Gelassenheit besitzen für eine lange Meditation.

Angehende Schüler mit schwachem Körper und mittelmäßiger Gesundheit, in denen durch das Studium religiöser Bücher, durch Unglück oder Schwierigkeiten im Leben ein Strahl von Unterscheidung und Gelassenheit aufdämmert, und die ohne Vorbereitung, ohne körperliche oder geistige Schulung aus jugendlicher Begeisterung zu den Höhlen des Himalaya wandern, werden sich schwer eingewöhnen und nach wenigen Tagen die Höhlen wieder verlassen. Sie bekommen bisweilen eine Art Hautausschlag oder leiden an Blutarmut, die auf Mangel an Luftzufuhr zurückzuführen ist.

Künstliche Höhlen mit guter Ventilation können an einsamen Orten unter der Erde in unseren Gegenden erbaut werden. Zwei Schächte, die frische Luft hineinlassen und verbrauchte herausführen, werden die Höhle bewohnbar machen. Alle ernsthaften Schüler, die in der Welt leben, sollten sich für ihre Meditation eine solche Höhle erbauen, die von größter Wohltat ist.

Wer lange Zeit ein Höhlenleben führt, wird auch seine Nachteile erfahren. Er wird träge (Tamas) und unfähig werden für jede Arbeit. Er wird nicht unter Menschen gehen und hat Angst vor der Menge. Seine Gedanken verwirren sich, wenn er mit Menschen zusammentrifft oder den geringsten Lärm vernimmt, ein Zeichen, dass sein Leben nicht ausgewichtet, sondern einseitig wurde. Ein Höhlenbewohner sollte auch im geschäftigen Treiben einer Stadt sein Gleichgewicht behalten. Nur das wäre ein Zeichen seiner geistigen Entwicklung.

Die wirkliche, bequemste, wunderbarste, Ehrfurcht einflößendste Höhle ist im Herzen des Schülers. Es ist Hridaya Guha, von der die Upanishaden sprechen, in der einst Dattatreya, Shankara, Yajnavalkya lebten. In ihr wohnen auch heute noch Rishis und Weise, die ihre Sinne und Gedanken von der äußeren Welt befreit haben, trinken den Nektar der Unsterblichkeit und bleiben in ewiger Glückseligkeit. Möge jeder Schüler in dieser geheimnisvollen, wunderbaren Höhle des Herzens leben, allein, in Kommunion mit seinem Selbst, dem Absoluten, Brahman, dem einmaligen Einen, der einzigen Zuflucht aller!

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