Parabrahma Upanishad
Die Parabrahma Upanishad (Sanskrit: परब्रह्मोपनिषत्, parabrahmopaniṣat) gehört zur Gruppe der Sannyasa Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Atharvaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem äußere und innere Zeichen; Prana, Sutra und Shikha; Sannyasa als Ruhen im höchsten Brahman. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.
Parabrahma Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.
Eröffnungsvers der Parabrahma Upanishad
parabrahmopaniṣadi vedyākhaṇḍasukhākṛti |
parivrājakahṛdgeyaṃ paritastraipadaṃ bhaje ||
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; parabrahmopaniṣadi vedyākhaṇḍasukhākṛti parivrājakahṛdgeyaṃ paritastraipadaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners.“.
Shanti-Mantra der Parabrahma Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); bhadraṃ – Heilvolles; Gutes; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śṛṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – die Götter; o Götter; vyaśema – mögen wir erfüllen; svasti – Heil; Wohlergehen; na – nicht; śāntiḥ – Frieden; paśyemākṣabhiryajatrāḥ sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ devahitaṃ yadāyuḥ indro vṛddhaśravāḥ naḥ pūṣā viśvavedāḥ nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ no bṛhaspatirdadhātu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von …“.
Textabschnitt 1 Parabrahma Upanishad
hariḥ oṃ ||
atha hainaṃ mahāśālaḥ śaunako'ṅgirasaṃ bhagavantaṃ pippalādaṃ
vidhivadupasannaḥ papraccha divye brahmapure ke sampratiṣṭhitā bhavanti |
kathaṃ
sṛjyante |
nityātmana eṣa mahimā |
vibhajya eṣa mahimā vibhuḥ |
ka eṣaḥ |
tasmai sa hovāca |
etatsatyaṃ yatprabravīmi brahmavidyāṃ variṣṭhāṃ devebhyaḥ
prāṇebhyaḥ |
parabrahmapure virajaṃ niṣkalaṃ śubhamakṣaraṃ virajaṃ vibhāti |
sa niyacchati madhukaraḥ śveva vikarmakaḥ |
akarmā svāmīva sthitaḥ |
karmataraḥ
karṣakavatphalamanubhavati |
karmamarmajñātā karma karoti |
karmamarma jñātvā
karma kuryāt |
ko jālaṃ vikṣipedeko nainamapakarṣatyapakarṣati |
prāṇadevā-
ścatvāraḥ |
tāḥ sarvā nāḍyaḥ suṣuptaśyenākāśavat |
yathā śyenaḥ
khamāśritya yāti svamālayaṃ kulāyam |
evaṃ suṣuptaṃ brūta |
ayaṃ ca paraśca
sa sarvatra hiraṇmaye pare kośe |
amṛtā hyeṣā nāḍī trayaṃ saṃcarati |
tasya
tripādaṃ brahma |
eṣātreṣya tato'nutiṣṭhati |
anyatra brūta |
ayaṃ ca paraṃ ca
sarvatra hiraṇmaye kośe |
yathaiṣa devadatto yaṣṭyā ca tāḍyamāno naivaiti |
Nun, dann näherte sich Saunaka, der große Haushälter (Mahashala), in der richtigen Form dem verehrten Weisen Pippalada von Angiras Familie und fragte ihn: (Alle geschaffenen Dinge) waren sicherlich im göttlichen Äther des Herzens von Brahman (dem Hiranyagarbha) vorhanden. Wie hat der große Herr sie aus sich selbst in verschiedenen Arten erschaffen und wer ist diese große und mächtige Überlieferung? Die vortrefflichste Überlieferung von Brahman, die ich jetzt darlege, (Brahman davon allein) ist wahr. Sie leuchtet brillant in der Stadt des transzendenten Brahman, jenseits von Rajas (und den anderen Gunas), teillos, rein, unzerstörbar und die Kraft der Sinne und der Lebensluft erhaltend. Er ist der Schöpfer der Gruppe von Bienen (in Form von individuellen Seelen) und Zurückhalten (ihre äußere Vision). In der Stadt seines Selbst bleibend, keine weltliche Arbeit verrichtend (als Asket) (er verwirklicht Einheit mit Brahman). (Aber) als Handelnder erntet er die Frucht (von wiederholten Geburt und Toden), wie ein Bauer. Der Kenner der wahren Natur des Handelns handelt (ohne Anhaftung). Das Geheimnis des Handelns kennend (dass das ungebundene Handeln zur Befreiung führt) (der Asket) soll handeln. Welche Person (die Diskriminierung besitzt) wird das Netz (der motivierten Handlung) auf den Einen werfen (Brahman, es prüfend)? (Motivlose Handlung) wird ihn nicht (zur Weltlichkeit) ziehen, wird ihn nicht ziehen. Die Gottheiten, die den Lebensatem leiten, sind vier (Vishva, Viraj, Otir und Turya). Alle Nadis (wo der Lebensatem und die Gottheiten bleiben, sind auch vier). (Die ehemaligen beiden, die in Rama und Arama aktiv sind, werden im Wach- und Traumzustand ermüdet und ruhen sich aus) tief schlafen wie ein Falke, der am Himmel fliegt. So wie ein Falke, der am Himmel fliegt, in seine Wohnung, das Nest, geht, so ist der Sprecher (das Selbst), nachdem er in diesem (Wachen) und dem anderen (Traumzustand) geblieben ist, in tiefem Schlaf ruht Dieses Selbst (während es ruht) in der goldenen transzendenten Hülle (des Äthers des Herzens) und unsterblich ist, aktiv in den drei Nadis (Rama usw.). Das erste Pada dieses Wesens avidya bleibt im Zustand von Brahman in den drei Vierteln. Das verbleibende Pada (der Jiva) erreicht (seinen natürlichen Zustand) und folgt dann (das heißt erreicht die Befreiung). (Obwohl) der Jiva in der goldenen transzendenten Hülle bleibt (des Äthers des Herzens, aber er erlebt die Zustände des Wachens usw. aufgrund von avidya). So wie Devadatta (das heißt jede Person), die aus dem Schlaf erwacht ist, wenn sie mit einem Stock angestachelt wird, nicht zurückgeht (um sofort zu schlafen, so hat auch der Jiva, der Weisheit aus dem Vedanta bekommt, nicht die Täuschung der drei Zustände des Wachens usw.); und es ist nicht durch gute oder schlechte Taten (wie die optionalen) wohltätigen Taten befleckt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); atha – nun; sodann; mahāśālaḥ – angesehener, wohlhabender Hausherr; papraccha – fragte; bhavanti – sie werden; sie sind; eṣaḥ – dieser; sa – er, dieser; hovāca – sprach; niṣkalaṃ – rein; niyacchati – lenkt; karma – Karma, Handlung und Wirkung; jñātvā – erkannt habend; kuryāt – soll tun; yathā – wie; yāti – geht; gelangt; ca – und; sarvatra – überall; hainaṃ śaunako'ṅgirasaṃ bhagavantaṃ pippalādaṃ vidhivadupasannaḥ divye brahmapure ke sampratiṣṭhitā kathaṃ sṛjyante nityātmana eṣa mahimā vibhajya vibhuḥ ka tasmai etatsatyaṃ yatprabravīmi brahmavidyāṃ variṣṭhāṃ devebhyaḥ prāṇebhyaḥ parabrahmapure virajaṃ śubhamakṣaraṃ vibhāti madhukaraḥ śveva vikarmakaḥ akarmā … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Nun, dann näherte sich Saunaka, der große Haushälter (Mahashala), in der richtigen Form dem verehrten Weisen Pippalada von Angiras Familie und fragte ihn: (Alle geschaffenen Dinge) waren sicherlich im göttlichen Äther …“.
Textabschnitt 2 Parabrahma Upanishad
evamiṣṭāpūrtakarmaśubhāśubhairna lipyate |
yathā
kumārako niṣkāma ānandamabhiyāti |
tathaiṣa devaḥ
svapna ānandamabhiyāti veda eva paraṃ jyotiḥ |
jyotiṣāmā
jyotirānandayatyevameva |
tatparaṃ yaccittaṃ paramātmāna-
mānandayati |
śubhravarṇamājāyateśvarāt |
bhūyastenaiva
mārgeṇa svapnasthānaṃ niyacchati |
jalūkābhāvavadyathā-
kāmamājāyateśvarāt |
tāvatātmānamānandayati |
parasandhi
yadaparasandhīti |
tatparaṃ nāparaṃ tyajati |
tadaiva kapālaṣṭakaṃ
sandhāya ya eṣa stana ivāvalambate sendrayoniḥ sa vedayoniriti |
atra jāgrati |
śubhāśubhātiriktaḥ śubhāśubhairapi karmabhirna lipyate |
ya eṣa devo'nyadevāsya samprasādo'ntaryāmyasaṅgacidrūpaḥ
puruṣaḥ |
praṇavahaṃsaḥ paraṃ brahma |
na prāṇahaṃsaḥ |
praṇavo
jīvaḥ |
ādyā devatā nivedayati |
ya evaṃ veda |
tatkathaṃ nivedayate |
jīvasya brahmatvamāpādayati |
sattvamathāsya puruṣasyāntaḥ
śikhopavītatvaṃ brāhmaṇasya |
mumukṣorantaḥ śikhopavītadhāraṇam |
bahirlakṣyamāṇaśikhāyajñopavītadhāraṇaṃ karmiṇo gṛhasthasya |
Es ist ähnlich wie ein kleiner Junge, der Freude ohne spezifische Wünsche (in was auch immer ihm kommt) erfährt. So wie das leuchtende Wesen (Jiva), (nachdem es im Wach- und Traumzustand ermüdet wurde) die Freude des tiefen Schlafes begrüßt, so erlebt es Glückseligkeit, indem es (seine Einheit mit) die höchste Ausstrahlung (Brahman) erkennt, die. So verschmilzt das Herz (Chitta) mit dem Höchsten (Brahman) und erkennt so, dass der Paramatman Glückseligkeit genießt. Die reine Farbe (das heißt der Zustand der Nicht-Unterscheidung) entsteht aus der (Gnade von) Ishvara. Wiederum auf dem gleichen Weg von Turya-svapna (Träumen im vierten Zustand) gibt er dem Selbst Ruhe. So wie sich ein Blutegel von einer Position zur anderen bewegt (der Jiva bewegt sich vom Wachzustand des Turya zum träumenden Zustand des Turya); dieser Wunsch (von einem Zustand zum anderen in dem Turya zu bewegen) entsteht aufgrund (der Gnade des) Ishvara. Die Verbindung des individuellen und höchsten Bewusstseins wird abgelehnt, da es einen Hauch von Unterscheidung darin gibt. (Wenn Unterscheidungslosigkeit allein existiert) ist es der höchste (das heißt Brahman) und es gibt nichts anderes als das. (Wenn Selbsterkenntnis nicht durch das Studium usw. der Schrift resultiert) dann wird man auf den achtgliedrigen Yoga zurückgreifen; Dies ist wie eine Blume eines Wegerichbaumes (der immer an den Stamm reibt und den Zustand einer Blüte erreicht), erfolgreich (in der Vollkommenheit), was als Quelle von Indra (Ishvara) bleibt, ist immer dort wach, als Quelle des Veda (als Parameshvara), und jenseits (der Bande von) Gut und Böse ist er (der Asket) nicht durch (zufällige) gute oder schlechte Handlungen verdorben. Dieses strahlende Wesen ist die Gunst anderer Götter (wie der Gott Brahma), die "innere Kontrolle" der Form des ungebundenen reinen Bewusstseins, das Purusha, das Hamsa des Pranava, das höchste Brahman. Es ist nicht das Hauptprana (Lebensatem). Das Pranava ist das Selbst (Jiva). (Dieser Zustand des Jiva) bleibt als das erste strahlende Wesen. Wie kann derjenige, der dies (die wahre Natur des Pranava) kennt, den Unterschied (zwischen dem Jiva und Brahman) herbeiführen? Dann bildet für diese verwirklichte Person die Wirklichkeit (das heißt wahre Weisheit) den inneren Büschel und heiligen Faden. Für den Brahmanen, der Befreiung wünscht, ist der Zustand des inneren Büschels und des heiligen Fadens (erlaubt). Das Tragen von äußerlich sichtbaren Büscheln und heiligen Faden (ist notwendig) für die Haushälter, die sich mit Ritualen beschäftigen. Die Charakteristik des inneren heiligen Fadens ist nicht deutlich sichtbar wie der äußere Faden;
Wort-für-Wort-Erläuterung: yathā – wie; devaḥ – Gott; das Leuchtende; eva – allein; eben; wahrlich; paraṃ – höchstes; jenseitiges; tatparaṃ – darüber hinaus; niyacchati – lenkt; sa – er, dieser; atra – hier; darin; puruṣaḥ – Purusha; der Mensch; das geistige Prinzip; brahma – Brahman, das Absolute; na – nicht; jīvaḥ – Jiva, das individuelle Wesen; tatkathaṃ – wie wäre es damit?; jīvasya – des Organismus; evamiṣṭāpūrtakarmaśubhāśubhairna lipyate kumārako niṣkāma ānandamabhiyāti tathaiṣa svapna veda jyotiḥ jyotiṣāmā jyotirānandayatyevameva yaccittaṃ paramātmāna mānandayati śubhravarṇamājāyateśvarāt bhūyastenaiva mārgeṇa svapnasthānaṃ jalūkābhāvavadyathā kāmamājāyateśvarāt tāvatātmānamānandayati parasandhi … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Es ist ähnlich wie ein kleiner Junge, der Freude ohne spezifische Wünsche (in was auch immer ihm kommt) erfährt. So wie das leuchtende Wesen (Jiva), (nachdem es im Wach- und Traumzustand ermüdet wurde) die Freude des …“.
Textabschnitt 3 Parabrahma Upanishad
antarupavītalakṣaṇaṃ tu bahistantuvadavyaktamantastattvamelanam |
na sannāsanna sadasadbhinnābhinnaṃ na cobhayam |
na sabhāgaṃ
na nirbhāgaṃ na cāpyubhayarūpakam ||
brahmātmaikatvavijñānaṃ heyaṃ mithyatvakāraṇāditi |
pañcapādbrahmaṇo na kiṃcana |
catuṣpādantarvartino'nta-
rjīvabrahmaṇaścatvāri sthānāni |
nābhihṛdayakaṇṭhamūrdhasu
jāgratsvapnasuṣuptiturīyāvasthāḥ |
āhavanīyagārhapatya-
dakṣiṇasabhyāgniṣu |
jāgarite brahmā svapne viṣṇuḥ
suṣuptau rudrasturīyamakṣaraṃ cinmayam |
tasmāccaturavasthā |
caturaṅgulaveṣṭanamiva ṣaṇṇavatitattvāni tantuvadvibhajya tadā
hitaṃ triguṇīkṛtya dvātriṃśattattvaniṣkarṣamāpādya
jñānapūtaṃ triguṇasvarūpaṃ trimūrtitvaṃ pṛthagvijñāya
navabrahmākhyanavaguṇopetaṃ jñātvā navamānamitastriguṇīkṛtya
sūryendvagnikalāsvarūpatvenaikīkṛtyādyantarekatvamapi madhye
trirāvṛtya brahmaviṣṇumaheśvaratvamanusaṃdhāyādyantamekīkṛtya
cidgranthāvadvaitagranthiṃ kṛtvā nābhyādibrahmabilapramāṇaṃ
pṛthak pṛthak saptaviṃśatitattvasaṃbandhaṃ triguṇopetaṃ
es ist die Vereinigung mit der inneren Realität. Sie (avidya) ist weder existent (da die Ursache nicht sichtbar ist), noch nicht existent (da die Wirkung als phänomenale Welt sichtbar ist), noch beides (existierender und nicht-existierender Teil, da die beiden unvereinbar sind), sie ist nicht verschieden (von Brahman, da es keine unabhängige Existenz hat), noch nicht-unterschiedlich (da es keine Substanz ist), noch von beiden (anders und nicht-anders, da es eine Unmöglichkeit ist). Sie ist weder von Teilen besessen (da die Teile in der Ursache abwesend sind), noch teillos (wie man sieht, dass die Wirkung von Teilen besessen ist), noch eine Kombination von beidem. (So ist avidya unbeschreiblich) Sie muss durch die Verwirklichung der Einheit von Brahman und dem Selbst verworfen werden; denn sie ist die Ursache der Illusion. Es gibt nichts anderes als Brahman der fünf Padas (das heißt die Turyatita). Es gibt vier Orte, um den inneren Jiva-Brahman zu verwirklichen, der aus vier Padas im Körper besteht. (Die vier Padas der Vyasti sind: Vishva, Taijasa, Prajna und Turiya. Die vier Padas der Samasti sind: Viraj, Sutra, Bija und Turiya.) In den Augen, im Hals, im Herzen und im Kopf gibt es (die vier) Zustände des Wachens, Träumens, Tiefschlafs und Turya. Im Wachzustand (die präsidierende Gottheit ist) ist der Gott Brahma, im Traumzustand Vishnu, im Tiefschlaf Rudra und der vierte Zustand ist der unzerstörbare, bestehend aus Bewusstsein. Daher sind die vier Zustände (Wachen usw.) als eine Bedeckung mit vier Fingern zu betrachten, und so wie der heilige Faden aus sechsundneunzig Vierfingerbreiten (in der Ausdehnung) besteht, so besteht das innere Brahma-Sutra aus sechsundneunzig Kategorien (Tattvas), so wie der heilige Faden aus drei Fäden besteht, so wird das innere Brahma-Sutra in jedem der drei Gunas in den Zustand von zweiunddreißig Kategorien gebracht. Dieser Zustand der durch Weisheit gereinigten Triade ist getrennt als die drei Götter (Brahma) zu kennen. Vishnu und Shiva). Dies ist bekannt als die neun Brahmanen, die neun Eigenschaften besitzen. Diese gezählt als neun, die in drei mit jeweils drei Eigenschaften umgewandelt werden, sind mit den Ziffern der Sonne, des Mondes und des Feuers zu identifizieren. Die ersten und letzten (der Triade) sind dreimal in der Mitte zu drehen und sind als Brahma, Vishnu und Maheshvara zu betrachten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber; hingegen; na – nicht; brahmā – Brahma, der Schöpfergott; svapne – im Traum; viṣṇuḥ – Vishnu; tadā – dann; jñātvā – erkannt habend; madhye – in der Mitte; kṛtvā – getan habend; nachdem er getan hat; antarupavītalakṣaṇaṃ bahistantuvadavyaktamantastattvamelanam sannāsanna sadasadbhinnābhinnaṃ cobhayam sabhāgaṃ nirbhāgaṃ cāpyubhayarūpakam brahmātmaikatvavijñānaṃ heyaṃ mithyatvakāraṇāditi pañcapādbrahmaṇo kiṃcana catuṣpādantarvartino'nta rjīvabrahmaṇaścatvāri sthānāni nābhihṛdayakaṇṭhamūrdhasu … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „es ist die Vereinigung mit der inneren Realität. Sie (avidya) ist weder existent (da die Ursache nicht sichtbar ist), noch nicht existent (da die Wirkung als phänomenale Welt sichtbar ist), noch beides (existierender …“.
Textabschnitt 4 Parabrahma Upanishad
trimūrtilakṣaṇalakṣitamapyekatvamāpādya vāmāṃsādidakṣiṇakaṇṭhyantaṃ
vibhāvyādyantagrahasaṃmelanamekaṃ jñātvā mūlamekaṃ satyaṃ
mṛṇmayaṃ vijñātaṃ syādvācārambhaṇaṃ vikāro nāmadheyaṃ mṛttiketyeva satyam |
haṃseti varṇadvayenāntaḥ śikhopavītitvaṃ niścitya brāhmaṇatvaṃ brahmadhyānārhatvaṃ
yatitvamalakṣitāntaḥśikhopavītitvamevaṃ bahirlakṣitakarmaśikhā jñānopavītaṃ
gṛhasthasyābhāsabrahmaṇatvasya keśasamūhaśikhāpratyakṣakārpāsatantu-
kṛtopavītatvaṃ caturguṇīkṛtya caturviṃśatitattvāpādanatantukṛttvaṃ
navatattvamekameva ||
paraṃbrahma tatpratisarayogyatvādbahumārgapravṛttiṃ
kalpayanti |
sarveṣāṃ brahmādīnāṃ devarṣīṇāṃ manuṣyāṇāṃ mūrtirekā |
brahmaikameva |
brāhmaṇatvamekameva |
varṇāśramācāraviśeṣāḥ pṛthakpṛthak
śikhāvarṇāśramiṇāmekakaiva |
apavargasya yateḥ śikhāyajñopavītamūlaṃ
praṇavamekameva vadanti |
haṃsaḥ śikhā |
praṇava upavītam |
nādaḥ saṃdhānam |
eṣa dharmo netaro dharmaḥ |
tatkathamiti |
praṇavahaṃso nādastrivṛtsūtraṃ
svahṛdi caitanye tiṣṭhati trividhaṃ brahma |
tadviddhi prāpañcikaśikhopavītaṃ tyajet |
Die ersten und letzten sind zu verbinden, und der Knoten der Nicht-Dualität ist im Knoten des Bewusstseins zu machen, dann ist dies, was sich vom Nabel bis zum Brahmarandhra erstreckt und mit den siebenundzwanzig Tattvas getrennt verbunden ist und die drei Gunas besitzt, als eins zu betrachten, obwohl sie mit den Eigenschaften der Trinität gesehen werden. Dieses (innere) brahma-sutra ist als von der linken Schulter hängend zu betrachten, bis zur rechten Hüfte. Das Zusammentreffen der ersten und letzten ist als ein Fundament zu verstehen. Dinge aus Lehm werden als real betrachtet (aber) es ist Verbosität (geboren aus Unwissenheit); die Transformation ist ein (bloßer) Name; dass es Lehm allein ist, ist die Wahrheit. (Da es keinen Topf ohne Lehm gibt, so ist die primäre Ursache.) Brahman allein ist real. Mit den beiden Buchstaben des Hamsa (das heißt ich bin der Hamsa, Brahman) sollte er vom inneren Büschel und heiligen Faden überzeugt werden. Der Zustand eines Brahmane ist der Zustand, der Meditation über Brahman verdient. Der Zustand, ein Weiser zu sein, hat die Abwesenheit von sichtbarem Büschel und heiligem Faden. Zum Zustand des Anscheins eines Brahmane gibt es den Büschel, der aus einer Masse von Haaren und heiligem Faden besteht, der aus Baumwollfäden besteht. (Das brahma-sutra ist eins allein); es sind vier (als Vishva, Viraj usw.) durch Vervierfachung. Die neun Tattvas bilden das eine transzendente Brahman, (aber die Menschen) bieten viele Wege (wie Sankhya, Yoga usw.), aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen. Befreiung ist eins für alle, ob sie nun Brahma und die anderen Götter, göttlichen Weisen oder Menschen sind. Brahman ist eins allein. Der Zustand des Brahmane ist eins allein. Kasten, Phasen des Lebens und besondere Pflichten sind unterschiedlich. Der Büschel ist derselbe für die Kasten und Lebensphasen. Für den Asketen, der Erlösung sucht, ist die Basis von Büschel und heiligem Faden, erklären (die Weisen), der Pranava allein. Der Hamsa ist der Büschel, der Pranava ist der heilige Faden und der Nada ist das verbindende Glied. Dies ist der Dharma und kein anderer ist der Dharma.
Wort-für-Wort-Erläuterung: jñātvā – erkannt habend; satyaṃ – Wahrheit; wahr; paraṃbrahma – parambrahma; sarveṣāṃ – jeder; haṃsaḥ – Hamsa, das Selbst-Symbol; praṇava – Pranava, die Silbe Om; nādaḥ – Nada, innerer Klang; dharmaḥ – Dharma; tiṣṭhati – steht; verweilt; trividhaṃ – dreifach; brahma – Brahman, das Absolute; tyajet – soll aufgeben; trimūrtilakṣaṇalakṣitamapyekatvamāpādya vāmāṃsādidakṣiṇakaṇṭhyantaṃ vibhāvyādyantagrahasaṃmelanamekaṃ mūlamekaṃ mṛṇmayaṃ vijñātaṃ syādvācārambhaṇaṃ vikāro nāmadheyaṃ mṛttiketyeva satyam haṃseti varṇadvayenāntaḥ śikhopavītitvaṃ niścitya brāhmaṇatvaṃ brahmadhyānārhatvaṃ yatitvamalakṣitāntaḥśikhopavītitvamevaṃ … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die ersten und letzten sind zu verbinden, und der Knoten der Nicht-Dualität ist im Knoten des Bewusstseins zu machen, dann ist dies, was sich vom Nabel bis zum Brahmarandhra erstreckt und mit den siebenundzwanzig …“.
1. Vers Parabrahma Upanishad
saśikhaṃ vapanaṃ kṛtvā bahiḥsūtraṃ tyajedbudhaḥ |
yadakṣaraṃ paraṃbrahma tatsūtramiti dhārayet || 1 ||
Nachdem der Weise die Haarlocke mit abrasiert hat, soll er den äußeren heiligen Faden ablegen. Als seinen wahren Faden soll er das unvergängliche höchste Brahman tragen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sa-śikhaṃ vapanam kṛtvā – die Haarlocke mit abrasiert habend; bahiḥ-sūtram – den äußeren Faden; tyajet budhaḥ – soll der Weise ablegen; yad akṣaram paraṃ brahma – was das unvergängliche höchste Brahman ist; tat sūtram iti dhārayet – das soll er als Faden tragen.
2. Vers Parabrahma Upanishad
punarjanmanivṛtyarthaṃ mokṣasyāharniśaṃ smaret |
sūcanātsūtramityuktaṃ sūtraṃ nāma paraṃ padam || 2 ||
Um die Wiedergeburt zu beenden, soll er Tag und Nacht der Befreiung gedenken. Weil er auf das Höchste hinweist, heißt er „Sutra“; dieser Faden ist der höchste Zustand.
Wort-für-Wort-Erläuterung: punarjanma-nivṛtti-artham – um die Wiedergeburt zu beenden; mokṣasya ahar-niśaṃ smaret – soll er Tag und Nacht der Befreiung gedenken; sūcanāt sūtram iti uktam – wegen seines Hinweisens wird es Sutra genannt; sūtraṃ nāma paraṃ padam – der Faden ist der höchste Zustand.
3. Vers Parabrahma Upanishad
tatsūtraṃ viditaṃ yena sa mumukṣuḥ sa bhikṣukaḥ |
sa vedavitsadācāraḥ sa vipraḥ paṅktipāvanaḥ || 3 ||
Wer diesen inneren Faden erkannt hat, ist ein Befreiungssucher und Bettelmönch, ein Kenner des Veda, von guter Lebensführung, ein Weiser, der die Tischgemeinschaft heiligt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-sūtraṃ viditaṃ yena – von wem dieser Faden erkannt ist; sa mumukṣuḥ – der ist ein Befreiungssucher; sa bhikṣukaḥ – der ist ein Bettelmönch; sa veda-vit – der ist ein Veda-Kenner; sad-ācāraḥ – von guter Lebensführung; sa vipraḥ – der ist ein Weiser; paṅkti-pāvanaḥ – einer, der die Tischgemeinschaft heiligt.
4. Vers Parabrahma Upanishad
yena sarvamidaṃ protaṃ sūtre maṇigaṇā iva |
tatsūtraṃ dhārayedyogī yogavidbrāhmaṇo yatiḥ || 4 ||
Der Yogi, der den Yoga kennt, der Brahmane und Entsagte, soll jenen Faden tragen, auf dem dieses ganze Universum wie eine Reihe von Edelsteinen aufgefädelt ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yena sarvam idaṃ protam – durch den dieses Ganze aufgefädelt ist; sūtre maṇi-gaṇā iva – wie eine Reihe von Edelsteinen auf einem Faden; tat-sūtraṃ dhārayet yogī – diesen Faden soll der Yogi tragen; yoga-vit brāhmaṇaḥ yatiḥ – der Yoga-Kenner, Brahmane und Entsagte.
5. Vers Parabrahma Upanishad
bahiḥsūtraṃ tyajedvipro yogavijñānatatparaḥ |
brahmabhāvamidaṃ sūtraṃ dhārayedyaḥ sa muktibhāk || 5 ||
Der Brahmane, der ganz auf die Erkenntnis des Yoga ausgerichtet ist, soll den äußeren Faden ablegen. Wer diesen Faden als Sein in Brahman trägt, hat Anteil an der Befreiung.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bahiḥ-sūtraṃ tyajet vipraḥ – der Weise soll den äußeren Faden ablegen; yoga-vijñāna-tat-paraḥ – ganz auf die Erkenntnis des Yoga ausgerichtet; brahma-bhāvam idaṃ sūtram – dieser Faden ist das Sein in Brahman; dhārayet yaḥ sa mukti-bhāk – wer ihn trägt, hat Anteil an der Befreiung.
6. Vers Parabrahma Upanishad
nāśucitvaṃ na cocchiṣṭaṃ tasya sūtrasya dhāraṇāt |
sūtramantargataṃ yeṣāṃ jñānayajñopavītinām || 6 ||
Durch das Tragen dieses Fadens gibt es für ihn weder Unreinheit noch Befleckung durch Speisereste; denn bei den Trägern des Erkenntnis-Fadens liegt das Sutra im Inneren.
Wort-für-Wort-Erläuterung: na aśucitvam – keine Unreinheit; na ca ucchiṣṭam – auch keine Befleckung durch Speisereste; tasya sūtrasya dhāraṇāt – durch das Tragen dieses Fadens; sūtram antar-gataṃ yeṣām – bei denen der Faden im Inneren liegt; jñāna-yajñopavītinām – bei den Trägern des Erkenntnis-Opferfadens.
7. Vers Parabrahma Upanishad
ye tu sūtravido loke te ca yajñopavītinaḥ |
jñānaśikhino jñānaniṣṭhā jñānayajñopavītinaḥ |
jñānameva paraṃ teṣāṃ pavitraṃ jñānamīritam || 7 ||
Diejenigen, die in der Welt den wahren Faden kennen, sind die wirklichen Träger des heiligen Fadens: Ihre Haarlocke besteht aus Erkenntnis, sie sind in Erkenntnis gegründet und tragen Erkenntnis als Opferschnur. Erkenntnis allein ist für sie das Höchste und wird als das Reine verkündet.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ye tu sūtra-vidaḥ loke – die aber in der Welt den Faden kennen; te ca yajñopavītinaḥ – sie sind die Träger des heiligen Fadens; jñāna-śikhinaḥ – deren Haarlocke Erkenntnis ist; jñāna-niṣṭhāḥ – in Erkenntnis gegründet; jñāna-yajñopavītinaḥ – Erkenntnis als Opferfaden tragend; jñānam eva paraṃ teṣām – Erkenntnis allein ist für sie das Höchste; pavitraṃ jñānam īritam – Erkenntnis wird als das Reine verkündet.
8. Vers Parabrahma Upanishad
agneriva śikhā nānyā yasya jñānamayī śikhā |
sa śikhītyucyate vidvānnetare keśadhāriṇaḥ || 8 ||
Wie die Flamme nicht etwas anderes als das Feuer ist, so besteht die Haarlocke des Weisen aus Erkenntnis. Er allein wird ein wahrer Träger der Shikha genannt, nicht die anderen, die lediglich Haare tragen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: agneḥ iva śikhā na anyā – wie die Flamme nicht etwas anderes als das Feuer ist; yasya jñānamayī śikhā – wessen Haarlocke aus Erkenntnis besteht; sa śikhī iti ucyate vidvān – der Weise wird ein wahrer Träger der Shikha genannt; na itare keśa-dhāriṇaḥ – nicht die anderen, die Haare tragen.
9. Vers Parabrahma Upanishad
karmaṇyadhikṛtaḥ ye tu vaidike laukike'pi vā |
brāhmaṇābhāsamātreṇa jīvante kukṣipūrakāḥ |
vrajante nirayaṃ te tu punarjanmani janmani || 9 ||
Diejenigen dagegen, die nur zu vedischen oder weltlichen Handlungen befugt sind, leben als bloßer Schein von Brahmanen und füllen lediglich ihren Bauch. Sie gelangen Geburt für Geburt in leidvolle Zustände.
Wort-für-Wort-Erläuterung: karmaṇi adhikṛtāḥ ye tu – die aber zu Handlungen befugt sind; vaidike laukike api vā – seien sie vedisch oder weltlich; brāhmaṇa-ābhāsa-mātreṇa – nur als Schein eines Brahmanen; jīvante kukṣi-pūrakāḥ – leben sie als Bauchfüller; vrajante nirayaṃ te tu – sie gelangen in leidvolle Zustände; punarjanmani janmani – in Wiedergeburt um Wiedergeburt.
10. Vers Parabrahma Upanishad
vāmāṃsadakṣakaṇṭhyantaṃ brahmasūtraṃ tu savyataḥ |
antarbahirivātyarthaṃ tattvatantusamanvitam || 10 ||
Der Brahma-Faden verläuft von der linken Schulter zur rechten Seite. In seinem inneren Sinn ist er ganz aus den Fäden der Wirklichkeitsprinzipien gewoben.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vāma-aṃsa-dakṣa-kaṇṭhy-antam – von der linken Schulter bis zur rechten Seite; brahma-sūtraṃ tu savyataḥ – so verläuft der Brahma-Faden; antar-bahiḥ iva atyartham – in seinem inneren wie äußeren Sinn; tattva-tantu-samanvitam – mit den Fäden der Wirklichkeitsprinzipien verbunden.
11. Vers Parabrahma Upanishad
nābhyādibrahmarandhrāntapramāṇaṃ dhārayetsudhīḥ |
tebhirdhāryamidaṃ sūtraṃ kriyāṅgaṃ tantunirmitam || 11 ||
Der Einsichtige soll ihn sich vom Nabel bis zur Öffnung des Brahmarandhra erstreckend vergegenwärtigen. Der aus materiellen Fäden gefertigte Faden dagegen ist als Bestandteil ritueller Handlungen zu tragen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: nābhi-ādi-brahma-randhra-anta-pramāṇam – vom Nabel bis zum Brahmarandhra reichend; dhārayet su-dhīḥ – soll der Einsichtige ihn tragen beziehungsweise vergegenwärtigen; tebhiḥ dhāryam idaṃ sūtram – von ihnen ist dieser Faden zu tragen; kriyā-aṅgam – als Bestandteil des Rituals; tantu-nirmitam – aus Fäden gefertigt.
12. Vers Parabrahma Upanishad
śikhā jñānamayī yasya upavītaṃ ca tanmayam |
brāhmaṇyaṃ sakalaṃ tasya netareṣāṃ tu kiṃcana || 12 ||
Wessen Haarlocke aus Erkenntnis besteht und wessen heiliger Faden von derselben Art ist, dem kommt das ganze wahre Brahmanentum zu; den anderen davon überhaupt nichts.
Wort-für-Wort-Erläuterung: śikhā jñānamayī yasya – wessen Haarlocke aus Erkenntnis besteht; upavītaṃ ca tanmayam – und dessen heiliger Faden daraus besteht; brāhmaṇyaṃ sakalaṃ tasya – dem kommt das ganze Brahmanentum zu; na itareṣāṃ tu kiṃcana – den anderen dagegen überhaupt nichts davon.
13. Vers Parabrahma Upanishad
idaṃ yajñopavītaṃ tu paramaṃ yatparāyaṇam |
vidvānyajñopavītī saṃdhārayedyaḥ sa muktibhāk || 13 ||
Dieser auf das Höchste ausgerichtete innere Opferfaden ist der höchste. Der Weise, der ihn wirklich trägt, hat Anteil an der Befreiung.
Wort-für-Wort-Erläuterung: idaṃ yajñopavītaṃ tu – dieser Opferfaden aber; paramaṃ yat-parāyaṇam – ist der höchste, auf das Höchste ausgerichtete; vidvān yajñopavītī saṃdhārayet – der Weise soll ihn als heiligen Faden tragen; yaḥ sa mukti-bhāk – wer dies tut, hat Anteil an der Befreiung.
14. Vers Parabrahma Upanishad
bahirantaścopavītī vipraḥ saṃnyastumarhati |
ekayajñopavītī tu naiva saṃnyastumarhati || 14 ||
Ein Weiser, der den heiligen Faden äußerlich und innerlich trägt, ist zur Entsagung befähigt. Wer nur den einen, äußeren Faden besitzt, ist dazu noch nicht befähigt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bahiḥ antaḥ ca upavītī vipraḥ – der Weise, der den Faden außen und innen trägt; saṃnyastum arhati – ist zur Entsagung befähigt; eka-yajñopavītī tu – wer aber nur den einen Opferfaden besitzt; na eva saṃnyastum arhati – ist noch nicht zur Entsagung befähigt.
15. Vers Parabrahma Upanishad
tasmātsarvaprayatnena mokṣāpekṣī bhavedyatiḥ |
bahiḥsūtraṃ parityajya svāntaḥsūtraṃ tu dhārayet || 15 ||
Darum soll der Entsagte mit ganzer Kraft nach Befreiung streben: Er soll den äußeren Faden aufgeben und den Faden in seinem eigenen Inneren tragen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasmāt sarva-prayatnena – darum mit ganzer Anstrengung; mokṣa-apekṣī bhavet yatiḥ – soll der Entsagte nach Befreiung streben; bahiḥ-sūtraṃ parityajya – den äußeren Faden vollständig aufgebend; sva-antaḥ-sūtraṃ tu dhārayet – soll er den eigenen inneren Faden tragen.
Textabschnitt 5 Parabrahma Upanishad
bahiḥprapañcaśikhopavītitvamanādṛtya praṇavahaṃsaśikhopavītitvamavalambya
mokṣasādhanaṃ kuryādityāha bhagavāñchaunaka ityupaniṣat ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
Indem er die äußere Erscheinungswelt, den Büschel und den heiligen Faden außer Acht lässt, wird er den Büschel und den heiligen Faden in Form der heiligen Silbe (Pranava) und Brahman (Hamsa) festhalten und sich so für die Befreiung ausrüsten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); bhadraṃ – Heilvolles; Gutes; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śṛṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – die Götter; o Götter; vyaśema – mögen wir erfüllen; bahiḥprapañcaśikhopavītitvamanādṛtya praṇavahaṃsaśikhopavītitvamavalambya mokṣasādhanaṃ kuryādityāha bhagavāñchaunaka ityupaniṣat paśyemākṣabhiryajatrāḥ sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ devahitaṃ yadāyuḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Indem er die äußere Erscheinungswelt, den Büschel und den heiligen Faden außer Acht lässt, wird er den Büschel und den heiligen Faden in Form der heiligen Silbe (Pranava) und Brahman (Hamsa) festhalten und sich so für …“.
Shanti-Mantra der Parabrahma Upanishad
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: svasti – Heil; Wohlergehen; na – nicht; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); śāntiḥ – Frieden; hariḥ – Hari; indro vṛddhaśravāḥ naḥ pūṣā viśvavedāḥ nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ no bṛhaspatirdadhātu tatsat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von …“.
Schlussformel der Parabrahma Upanishad
iti parabrahmopaniṣat samāptā||
Hier endet die Parabrahmopanishad, eingeschlossen in der Atharva-Veda.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; samāptā – beendet, vollendet; parabrahmopaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Parabrahmopanishad, eingeschlossen in der Atharva-Veda.“.
Parabrahma Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung
Name, Einordnung und Überlieferung
Der Name bezeichnet die Lehre über die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners. Als Sannyasa Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Atharvaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
Datierung
Die Schrift gehört zur vielschichtigen Gruppe der Sannyasa-Upanishaden. Ohne eine kritische Untersuchung aller Handschriften ist nur eine vorsichtige Einordnung in das erste Jahrtausend n. Chr. möglich; einzelne Lehren können älter, die erhaltene Fassung aber jünger sein. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
Aufbau und Inhalt
Der Text entfaltet äußere und innere Zeichen; Prana, Sutra und Shikha; Sannyasa als Ruhen im höchsten Brahman. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
Philosophische Kernlehre
Die zentrale Perspektive lautet: die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Beziehungen zu anderen Schriften
Thematisch steht die Parabrahma Upanishad besonders neben Avadhuta Upanishad, Kundika Upanishad, Kathashruti Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Sannyasa Upanishad, Turiyatita Upanishad, Bhikshuka Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Parabrahma Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
Bedeutung für die Tradition
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – äußere und innere Zeichen; Prana, Sutra und Shikha; Sannyasa als Ruhen im höchsten Brahman – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten
Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter
Für Yogalehrer ist die Parabrahma Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
Bleibende Botschaft
Die bleibende Einladung der Parabrahma Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
Parabrahma Upanishad – vollständiger Text in Devanagari
परब्रह्मोपनिषदि वेद्याखण्डसुखाकृति ।
परिव्राजकहृद्गेयं परितस्त्रैपदं भजे ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवाः
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभिः
व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः
स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
हरिः ॐ ॥ अथ हैनं महाशालः शौनकोऽङ्गिरसं भगवन्तं पिप्पलादं
विधिवदुपसन्नः पप्रच्छ दिव्ये ब्रह्मपुरे के सम्प्रतिष्ठिता भवन्ति । कथं
सृज्यन्ते । नित्यात्मन एष महिमा । विभज्य एष महिमा विभुः । क एषः ।
तस्मै स होवाच । एतत्सत्यं यत्प्रब्रवीमि ब्रह्मविद्यां वरिष्ठां देवेभ्यः
प्राणेभ्यः । परब्रह्मपुरे विरजं निष्कलं शुभमक्षरं विरजं विभाति ।
स नियच्छति मधुकरः श्वेव विकर्मकः । अकर्मा स्वामीव स्थितः । कर्मतरः
कर्षकवत्फलमनुभवति । कर्ममर्मज्ञाता कर्म करोति । कर्ममर्म ज्ञात्वा
कर्म कुर्यात् । को जालं विक्षिपेदेको नैनमपकर्षत्यपकर्षति । प्राणदेवा-
श्चत्वारः । ताः सर्वा नाड्यः सुषुप्तश्येनाकाशवत् । यथा श्येनः
खमाश्रित्य याति स्वमालयं कुलायम् । एवं सुषुप्तं ब्रूत । अयं च परश्च
स सर्वत्र हिरण्मये परे कोशे । अमृता ह्येषा नाडी त्रयं संचरति । तस्य
त्रिपादं ब्रह्म । एषात्रेष्य ततोऽनुतिष्ठति । अन्यत्र ब्रूत । अयं च परं च
सर्वत्र हिरण्मये कोशे ।
यथैष देवदत्तो यष्ट्या च ताड्यमानो नैवैति ।
एवमिष्टापूर्तकर्मशुभाशुभैर्न लिप्यते । यथा
कुमारको निष्काम आनन्दमभियाति । तथैष देवः
स्वप्न आनन्दमभियाति वेद एव परं ज्योतिः । ज्योतिषामा
ज्योतिरानन्दयत्येवमेव । तत्परं यच्चित्तं परमात्मान-
मानन्दयति । शुभ्रवर्णमाजायतेश्वरात् । भूयस्तेनैव
मार्गेण स्वप्नस्थानं नियच्छति । जलूकाभाववद्यथा-
काममाजायतेश्वरात् । तावतात्मानमानन्दयति । परसन्धि
यदपरसन्धीति । तत्परं नापरं त्यजति । तदैव कपालष्टकं
सन्धाय य एष स्तन इवावलम्बते सेन्द्रयोनिः स वेदयोनिरिति ।
अत्र जाग्रति । शुभाशुभातिरिक्तः शुभाशुभैरपि कर्मभिर्न लिप्यते ।
य एष देवोऽन्यदेवास्य सम्प्रसादोऽन्तर्याम्यसङ्गचिद्रूपः
पुरुषः । प्रणवहंसः परं ब्रह्म । न प्राणहंसः । प्रणवो
जीवः । आद्या देवता निवेदयति । य एवं वेद । तत्कथं निवेदयते ।
जीवस्य ब्रह्मत्वमापादयति । सत्त्वमथास्य पुरुषस्यान्तः
शिखोपवीतत्वं ब्राह्मणस्य । मुमुक्षोरन्तः शिखोपवीतधारणम् ।
बहिर्लक्ष्यमाणशिखायज्ञोपवीतधारणं कर्मिणो गृहस्थस्य ।
अन्तरुपवीतलक्षणं तु बहिस्तन्तुवदव्यक्तमन्तस्तत्त्वमेलनम् ।
न सन्नासन्न सदसद्भिन्नाभिन्नं न चोभयम् । न सभागं
न निर्भागं न चाप्युभयरूपकम् ॥
ब्रह्मात्मैकत्वविज्ञानं हेयं मिथ्यत्वकारणादिति ।
पञ्चपाद्ब्रह्मणो न किंचन । चतुष्पादन्तर्वर्तिनोऽन्त-
र्जीवब्रह्मणश्चत्वारि स्थानानि । नाभिहृदयकण्ठमूर्धसु
जाग्रत्स्वप्नसुषुप्तितुरीयावस्थाः । आहवनीयगार्हपत्य-
दक्षिणसभ्याग्निषु । जागरिते ब्रह्मा स्वप्ने विष्णुः
सुषुप्तौ रुद्रस्तुरीयमक्षरं चिन्मयम् । तस्माच्चतुरवस्था ।
चतुरङ्गुलवेष्टनमिव षण्णवतितत्त्वानि तन्तुवद्विभज्य तदा
हितं त्रिगुणीकृत्य द्वात्रिंशत्तत्त्वनिष्कर्षमापाद्य
ज्ञानपूतं त्रिगुणस्वरूपं त्रिमूर्तित्वं पृथग्विज्ञाय
नवब्रह्माख्यनवगुणोपेतं ज्ञात्वा नवमानमितस्त्रिगुणीकृत्य
सूर्येन्द्वग्निकलास्वरूपत्वेनैकीकृत्याद्यन्तरेकत्वमपि मध्ये
त्रिरावृत्य ब्रह्मविष्णुमहेश्वरत्वमनुसंधायाद्यन्तमेकीकृत्य
चिद्ग्रन्थावद्वैतग्रन्थिं कृत्वा नाभ्यादिब्रह्मबिलप्रमाणं
पृथक् पृथक् सप्तविंशतितत्त्वसंबन्धं त्रिगुणोपेतं
त्रिमूर्तिलक्षणलक्षितमप्येकत्वमापाद्य वामांसादिदक्षिणकण्ठ्यन्तं
विभाव्याद्यन्तग्रहसंमेलनमेकं ज्ञात्वा मूलमेकं सत्यं
मृण्मयं विज्ञातं स्याद्वाचारम्भणं विकारो नामधेयं मृत्तिकेत्येव सत्यम् ।
हंसेति वर्णद्वयेनान्तः शिखोपवीतित्वं निश्चित्य ब्राह्मणत्वं ब्रह्मध्यानार्हत्वं
यतित्वमलक्षितान्तःशिखोपवीतित्वमेवं बहिर्लक्षितकर्मशिखा ज्ञानोपवीतं
गृहस्थस्याभासब्रह्मणत्वस्य केशसमूहशिखाप्रत्यक्षकार्पासतन्तु-
कृतोपवीतत्वं चतुर्गुणीकृत्य चतुर्विंशतितत्त्वापादनतन्तुकृत्त्वं
नवतत्त्वमेकमेव ॥ परंब्रह्म तत्प्रतिसरयोग्यत्वाद्बहुमार्गप्रवृत्तिं
कल्पयन्ति । सर्वेषां ब्रह्मादीनां देवर्षीणां मनुष्याणां मूर्तिरेका ।
ब्रह्मैकमेव । ब्राह्मणत्वमेकमेव । वर्णाश्रमाचारविशेषाः पृथक्पृथक्
शिखावर्णाश्रमिणामेककैव । अपवर्गस्य यतेः शिखायज्ञोपवीतमूलं
प्रणवमेकमेव वदन्ति । हंसः शिखा । प्रणव उपवीतम् । नादः संधानम् ।
एष धर्मो नेतरो धर्मः । तत्कथमिति । प्रणवहंसो नादस्त्रिवृत्सूत्रं
स्वहृदि चैतन्ये तिष्ठति त्रिविधं ब्रह्म । तद्विद्धि प्रापञ्चिकशिखोपवीतं त्यजेत् ।
सशिखं वपनं कृत्वा बहिःसूत्रं त्यजेद्बुधः ।
यदक्षरं परंब्रह्म तत्सूत्रमिति धारयेत् ॥ १॥
पुनर्जन्मनिवृत्यर्थं मोक्षस्याहर्निशं स्मरेत् ।
सूचनात्सूत्रमित्युक्तं सूत्रं नाम परं पदम् ॥ २॥
तत्सूत्रं विदितं येन स मुमुक्षुः स भिक्षुकः ।
स वेदवित्सदाचारः स विप्रः पङ्क्तिपावनः ॥ ३॥
येन सर्वमिदं प्रोतं सूत्रे मणिगणा इव ।
तत्सूत्रं धारयेद्योगी योगविद्ब्राह्मणो यतिः ॥ ४॥
बहिःसूत्रं त्यजेद्विप्रो योगविज्ञानतत्परः ।
ब्रह्मभावमिदं सूत्रं धारयेद्यः स मुक्तिभाक् ॥ ५॥
नाशुचित्वं न चोच्छिष्टं तस्य सूत्रस्य धारणात् ।
सूत्रमन्तर्गतं येषां ज्ञानयज्ञोपवीतिनाम् ॥ ६॥
ये तु सूत्रविदो लोके ते च यज्ञोपवीतिनः ।
ज्ञानशिखिनो ज्ञाननिष्ठा ज्ञानयज्ञोपवीतिनः ।
ज्ञानमेव परं तेषां पवित्रं ज्ञानमीरितम् ॥ ७॥
अग्नेरिव शिखा नान्या यस्य ज्ञानमयी शिखा ।
स शिखीत्युच्यते विद्वान्नेतरे केशधारिणः ॥ ८॥
कर्मण्यधिकृतः ये तु वैदिके लौकिकेऽपि वा ।
ब्राह्मणाभासमात्रेण जीवन्ते कुक्षिपूरकाः ।
व्रजन्ते निरयं ते तु पुनर्जन्मनि जन्मनि ॥ ९॥
वामांसदक्षकण्ठ्यन्तं ब्रह्मसूत्रं तु सव्यतः ।
अन्तर्बहिरिवात्यर्थं तत्त्वतन्तुसमन्वितम् ॥ १०॥
नाभ्यादिब्रह्मरन्ध्रान्तप्रमाणं धारयेत्सुधीः ।
तेभिर्धार्यमिदं सूत्रं क्रियाङ्गं तन्तुनिर्मितम् ॥ ११॥
शिखा ज्ञानमयी यस्य उपवीतं च तन्मयम् ।
ब्राह्मण्यं सकलं तस्य नेतरेषां तु किंचन ॥ १२॥
इदं यज्ञोपवीतं तु परमं यत्परायणम् ।
विद्वान्यज्ञोपवीती संधारयेद्यः स मुक्तिभाक् ॥ १३॥
बहिरन्तश्चोपवीती विप्रः संन्यस्तुमर्हति ।
एकयज्ञोपवीती तु नैव संन्यस्तुमर्हति ॥ १४॥
तस्मात्सर्वप्रयत्नेन मोक्षापेक्षी भवेद्यतिः ।
बहिःसूत्रं परित्यज्य स्वान्तःसूत्रं तु धारयेत् ॥ १५॥
बहिःप्रपञ्चशिखोपवीतित्वमनादृत्य प्रणवहंसशिखोपवीतित्वमवलम्ब्य
मोक्षसाधनं कुर्यादित्याह भगवाञ्छौनक इत्युपनिषत् ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवाः
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभिः
व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः
स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥ हरिः ॐ तत्सत् ॥
इति परब्रह्मोपनिषत् समाप्ता॥
Parabrahma Upanishad – vollständiger Text in IAST
parabrahmopaniṣadi vedyākhaṇḍasukhākṛti |
parivrājakahṛdgeyaṃ paritastraipadaṃ bhaje ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
hariḥ oṃ || atha hainaṃ mahāśālaḥ śaunako'ṅgirasaṃ bhagavantaṃ pippalādaṃ
vidhivadupasannaḥ papraccha divye brahmapure ke sampratiṣṭhitā bhavanti | kathaṃ
sṛjyante | nityātmana eṣa mahimā | vibhajya eṣa mahimā vibhuḥ | ka eṣaḥ |
tasmai sa hovāca | etatsatyaṃ yatprabravīmi brahmavidyāṃ variṣṭhāṃ devebhyaḥ
prāṇebhyaḥ | parabrahmapure virajaṃ niṣkalaṃ śubhamakṣaraṃ virajaṃ vibhāti |
sa niyacchati madhukaraḥ śveva vikarmakaḥ | akarmā svāmīva sthitaḥ | karmataraḥ
karṣakavatphalamanubhavati | karmamarmajñātā karma karoti | karmamarma jñātvā
karma kuryāt | ko jālaṃ vikṣipedeko nainamapakarṣatyapakarṣati | prāṇadevā-
ścatvāraḥ | tāḥ sarvā nāḍyaḥ suṣuptaśyenākāśavat | yathā śyenaḥ
khamāśritya yāti svamālayaṃ kulāyam | evaṃ suṣuptaṃ brūta | ayaṃ ca paraśca
sa sarvatra hiraṇmaye pare kośe | amṛtā hyeṣā nāḍī trayaṃ saṃcarati | tasya
tripādaṃ brahma | eṣātreṣya tato'nutiṣṭhati | anyatra brūta | ayaṃ ca paraṃ ca
sarvatra hiraṇmaye kośe |
yathaiṣa devadatto yaṣṭyā ca tāḍyamāno naivaiti |
evamiṣṭāpūrtakarmaśubhāśubhairna lipyate | yathā
kumārako niṣkāma ānandamabhiyāti | tathaiṣa devaḥ
svapna ānandamabhiyāti veda eva paraṃ jyotiḥ | jyotiṣāmā
jyotirānandayatyevameva | tatparaṃ yaccittaṃ paramātmāna-
mānandayati | śubhravarṇamājāyateśvarāt | bhūyastenaiva
mārgeṇa svapnasthānaṃ niyacchati | jalūkābhāvavadyathā-
kāmamājāyateśvarāt | tāvatātmānamānandayati | parasandhi
yadaparasandhīti | tatparaṃ nāparaṃ tyajati | tadaiva kapālaṣṭakaṃ
sandhāya ya eṣa stana ivāvalambate sendrayoniḥ sa vedayoniriti |
atra jāgrati | śubhāśubhātiriktaḥ śubhāśubhairapi karmabhirna lipyate |
ya eṣa devo'nyadevāsya samprasādo'ntaryāmyasaṅgacidrūpaḥ
puruṣaḥ | praṇavahaṃsaḥ paraṃ brahma | na prāṇahaṃsaḥ | praṇavo
jīvaḥ | ādyā devatā nivedayati | ya evaṃ veda | tatkathaṃ nivedayate |
jīvasya brahmatvamāpādayati | sattvamathāsya puruṣasyāntaḥ
śikhopavītatvaṃ brāhmaṇasya | mumukṣorantaḥ śikhopavītadhāraṇam |
bahirlakṣyamāṇaśikhāyajñopavītadhāraṇaṃ karmiṇo gṛhasthasya |
antarupavītalakṣaṇaṃ tu bahistantuvadavyaktamantastattvamelanam |
na sannāsanna sadasadbhinnābhinnaṃ na cobhayam | na sabhāgaṃ
na nirbhāgaṃ na cāpyubhayarūpakam ||
brahmātmaikatvavijñānaṃ heyaṃ mithyatvakāraṇāditi |
pañcapādbrahmaṇo na kiṃcana | catuṣpādantarvartino'nta-
rjīvabrahmaṇaścatvāri sthānāni | nābhihṛdayakaṇṭhamūrdhasu
jāgratsvapnasuṣuptiturīyāvasthāḥ | āhavanīyagārhapatya-
dakṣiṇasabhyāgniṣu | jāgarite brahmā svapne viṣṇuḥ
suṣuptau rudrasturīyamakṣaraṃ cinmayam | tasmāccaturavasthā |
caturaṅgulaveṣṭanamiva ṣaṇṇavatitattvāni tantuvadvibhajya tadā
hitaṃ triguṇīkṛtya dvātriṃśattattvaniṣkarṣamāpādya
jñānapūtaṃ triguṇasvarūpaṃ trimūrtitvaṃ pṛthagvijñāya
navabrahmākhyanavaguṇopetaṃ jñātvā navamānamitastriguṇīkṛtya
sūryendvagnikalāsvarūpatvenaikīkṛtyādyantarekatvamapi madhye
trirāvṛtya brahmaviṣṇumaheśvaratvamanusaṃdhāyādyantamekīkṛtya
cidgranthāvadvaitagranthiṃ kṛtvā nābhyādibrahmabilapramāṇaṃ
pṛthak pṛthak saptaviṃśatitattvasaṃbandhaṃ triguṇopetaṃ
trimūrtilakṣaṇalakṣitamapyekatvamāpādya vāmāṃsādidakṣiṇakaṇṭhyantaṃ
vibhāvyādyantagrahasaṃmelanamekaṃ jñātvā mūlamekaṃ satyaṃ
mṛṇmayaṃ vijñātaṃ syādvācārambhaṇaṃ vikāro nāmadheyaṃ mṛttiketyeva satyam |
haṃseti varṇadvayenāntaḥ śikhopavītitvaṃ niścitya brāhmaṇatvaṃ brahmadhyānārhatvaṃ
yatitvamalakṣitāntaḥśikhopavītitvamevaṃ bahirlakṣitakarmaśikhā jñānopavītaṃ
gṛhasthasyābhāsabrahmaṇatvasya keśasamūhaśikhāpratyakṣakārpāsatantu-
kṛtopavītatvaṃ caturguṇīkṛtya caturviṃśatitattvāpādanatantukṛttvaṃ
navatattvamekameva || paraṃbrahma tatpratisarayogyatvādbahumārgapravṛttiṃ
kalpayanti | sarveṣāṃ brahmādīnāṃ devarṣīṇāṃ manuṣyāṇāṃ mūrtirekā |
brahmaikameva | brāhmaṇatvamekameva | varṇāśramācāraviśeṣāḥ pṛthakpṛthak
śikhāvarṇāśramiṇāmekakaiva | apavargasya yateḥ śikhāyajñopavītamūlaṃ
praṇavamekameva vadanti | haṃsaḥ śikhā | praṇava upavītam | nādaḥ saṃdhānam |
eṣa dharmo netaro dharmaḥ | tatkathamiti | praṇavahaṃso nādastrivṛtsūtraṃ
svahṛdi caitanye tiṣṭhati trividhaṃ brahma | tadviddhi prāpañcikaśikhopavītaṃ tyajet |
saśikhaṃ vapanaṃ kṛtvā bahiḥsūtraṃ tyajedbudhaḥ |
yadakṣaraṃ paraṃbrahma tatsūtramiti dhārayet || 1 ||
punarjanmanivṛtyarthaṃ mokṣasyāharniśaṃ smaret |
sūcanātsūtramityuktaṃ sūtraṃ nāma paraṃ padam || 2 ||
tatsūtraṃ viditaṃ yena sa mumukṣuḥ sa bhikṣukaḥ |
sa vedavitsadācāraḥ sa vipraḥ paṅktipāvanaḥ || 3 ||
yena sarvamidaṃ protaṃ sūtre maṇigaṇā iva |
tatsūtraṃ dhārayedyogī yogavidbrāhmaṇo yatiḥ || 4 ||
bahiḥsūtraṃ tyajedvipro yogavijñānatatparaḥ |
brahmabhāvamidaṃ sūtraṃ dhārayedyaḥ sa muktibhāk || 5 ||
nāśucitvaṃ na cocchiṣṭaṃ tasya sūtrasya dhāraṇāt |
sūtramantargataṃ yeṣāṃ jñānayajñopavītinām || 6 ||
ye tu sūtravido loke te ca yajñopavītinaḥ |
jñānaśikhino jñānaniṣṭhā jñānayajñopavītinaḥ |
jñānameva paraṃ teṣāṃ pavitraṃ jñānamīritam || 7 ||
agneriva śikhā nānyā yasya jñānamayī śikhā |
sa śikhītyucyate vidvānnetare keśadhāriṇaḥ || 8 ||
karmaṇyadhikṛtaḥ ye tu vaidike laukike'pi vā |
brāhmaṇābhāsamātreṇa jīvante kukṣipūrakāḥ |
vrajante nirayaṃ te tu punarjanmani janmani || 9 ||
vāmāṃsadakṣakaṇṭhyantaṃ brahmasūtraṃ tu savyataḥ |
antarbahirivātyarthaṃ tattvatantusamanvitam || 10 ||
nābhyādibrahmarandhrāntapramāṇaṃ dhārayetsudhīḥ |
tebhirdhāryamidaṃ sūtraṃ kriyāṅgaṃ tantunirmitam || 11 ||
śikhā jñānamayī yasya upavītaṃ ca tanmayam |
brāhmaṇyaṃ sakalaṃ tasya netareṣāṃ tu kiṃcana || 12 ||
idaṃ yajñopavītaṃ tu paramaṃ yatparāyaṇam |
vidvānyajñopavītī saṃdhārayedyaḥ sa muktibhāk || 13 ||
bahirantaścopavītī vipraḥ saṃnyastumarhati |
ekayajñopavītī tu naiva saṃnyastumarhati || 14 ||
tasmātsarvaprayatnena mokṣāpekṣī bhavedyatiḥ |
bahiḥsūtraṃ parityajya svāntaḥsūtraṃ tu dhārayet || 15 ||
bahiḥprapañcaśikhopavītitvamanādṛtya praṇavahaṃsaśikhopavītitvamavalambya
mokṣasādhanaṃ kuryādityāha bhagavāñchaunaka ityupaniṣat ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhiḥ
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||
iti parabrahmopaniṣat samāptā||
Parabrahma Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung
Eröffnungsvers der Parabrahma Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners.
Shanti-Mantra der Parabrahma Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Textabschnitt 1 Parabrahma Upanishad
Nun, dann näherte sich Saunaka, der große Haushälter (Mahashala), in der richtigen Form dem verehrten Weisen Pippalada von Angiras Familie und fragte ihn: (Alle geschaffenen Dinge) waren sicherlich im göttlichen Äther des Herzens von Brahman (dem Hiranyagarbha) vorhanden. Wie hat der große Herr sie aus sich selbst in verschiedenen Arten erschaffen und wer ist diese große und mächtige Überlieferung? Die vortrefflichste Überlieferung von Brahman, die ich jetzt darlege, (Brahman davon allein) ist wahr. Sie leuchtet brillant in der Stadt des transzendenten Brahman, jenseits von Rajas (und den anderen Gunas), teillos, rein, unzerstörbar und die Kraft der Sinne und der Lebensluft erhaltend. Er ist der Schöpfer der Gruppe von Bienen (in Form von individuellen Seelen) und Zurückhalten (ihre äußere Vision). In der Stadt seines Selbst bleibend, keine weltliche Arbeit verrichtend (als Asket) (er verwirklicht Einheit mit Brahman). (Aber) als Handelnder erntet er die Frucht (von wiederholten Geburt und Toden), wie ein Bauer. Der Kenner der wahren Natur des Handelns handelt (ohne Anhaftung). Das Geheimnis des Handelns kennend (dass das ungebundene Handeln zur Befreiung führt) (der Asket) soll handeln. Welche Person (die Diskriminierung besitzt) wird das Netz (der motivierten Handlung) auf den Einen werfen (Brahman, es prüfend)? (Motivlose Handlung) wird ihn nicht (zur Weltlichkeit) ziehen, wird ihn nicht ziehen. Die Gottheiten, die den Lebensatem leiten, sind vier (Vishva, Viraj, Otir und Turya). Alle Nadis (wo der Lebensatem und die Gottheiten bleiben, sind auch vier). (Die ehemaligen beiden, die in Rama und Arama aktiv sind, werden im Wach- und Traumzustand ermüdet und ruhen sich aus) tief schlafen wie ein Falke, der am Himmel fliegt. So wie ein Falke, der am Himmel fliegt, in seine Wohnung, das Nest, geht, so ist der Sprecher (das Selbst), nachdem er in diesem (Wachen) und dem anderen (Traumzustand) geblieben ist, in tiefem Schlaf ruht Dieses Selbst (während es ruht) in der goldenen transzendenten Hülle (des Äthers des Herzens) und unsterblich ist, aktiv in den drei Nadis (Rama usw.). Das erste Pada dieses Wesens avidya bleibt im Zustand von Brahman in den drei Vierteln. Das verbleibende Pada (der Jiva) erreicht (seinen natürlichen Zustand) und folgt dann (das heißt erreicht die Befreiung). (Obwohl) der Jiva in der goldenen transzendenten Hülle bleibt (des Äthers des Herzens, aber er erlebt die Zustände des Wachens usw. aufgrund von avidya). So wie Devadatta (das heißt jede Person), die aus dem Schlaf erwacht ist, wenn sie mit einem Stock angestachelt wird, nicht zurückgeht (um sofort zu schlafen, so hat auch der Jiva, der Weisheit aus dem Vedanta bekommt, nicht die Täuschung der drei Zustände des Wachens usw.); und es ist nicht durch gute oder schlechte Taten (wie die optionalen) wohltätigen Taten befleckt.
Textabschnitt 2 Parabrahma Upanishad
Es ist ähnlich wie ein kleiner Junge, der Freude ohne spezifische Wünsche (in was auch immer ihm kommt) erfährt. So wie das leuchtende Wesen (Jiva), (nachdem es im Wach- und Traumzustand ermüdet wurde) die Freude des tiefen Schlafes begrüßt, so erlebt es Glückseligkeit, indem es (seine Einheit mit) die höchste Ausstrahlung (Brahman) erkennt, die. So verschmilzt das Herz (Chitta) mit dem Höchsten (Brahman) und erkennt so, dass der Paramatman Glückseligkeit genießt. Die reine Farbe (das heißt der Zustand der Nicht-Unterscheidung) entsteht aus der (Gnade von) Ishvara. Wiederum auf dem gleichen Weg von Turya-svapna (Träumen im vierten Zustand) gibt er dem Selbst Ruhe. So wie sich ein Blutegel von einer Position zur anderen bewegt (der Jiva bewegt sich vom Wachzustand des Turya zum träumenden Zustand des Turya); dieser Wunsch (von einem Zustand zum anderen in dem Turya zu bewegen) entsteht aufgrund (der Gnade des) Ishvara. Die Verbindung des individuellen und höchsten Bewusstseins wird abgelehnt, da es einen Hauch von Unterscheidung darin gibt. (Wenn Unterscheidungslosigkeit allein existiert) ist es der höchste (das heißt Brahman) und es gibt nichts anderes als das. (Wenn Selbsterkenntnis nicht durch das Studium usw. der Schrift resultiert) dann wird man auf den achtgliedrigen Yoga zurückgreifen; Dies ist wie eine Blume eines Wegerichbaumes (der immer an den Stamm reibt und den Zustand einer Blüte erreicht), erfolgreich (in der Vollkommenheit), was als Quelle von Indra (Ishvara) bleibt, ist immer dort wach, als Quelle des Veda (als Parameshvara), und jenseits (der Bande von) Gut und Böse ist er (der Asket) nicht durch (zufällige) gute oder schlechte Handlungen verdorben. Dieses strahlende Wesen ist die Gunst anderer Götter (wie der Gott Brahma), die "innere Kontrolle" der Form des ungebundenen reinen Bewusstseins, das Purusha, das Hamsa des Pranava, das höchste Brahman. Es ist nicht das Hauptprana (Lebensatem). Das Pranava ist das Selbst (Jiva). (Dieser Zustand des Jiva) bleibt als das erste strahlende Wesen. Wie kann derjenige, der dies (die wahre Natur des Pranava) kennt, den Unterschied (zwischen dem Jiva und Brahman) herbeiführen? Dann bildet für diese verwirklichte Person die Wirklichkeit (das heißt wahre Weisheit) den inneren Büschel und heiligen Faden. Für den Brahmanen, der Befreiung wünscht, ist der Zustand des inneren Büschels und des heiligen Fadens (erlaubt). Das Tragen von äußerlich sichtbaren Büscheln und heiligen Faden (ist notwendig) für die Haushälter, die sich mit Ritualen beschäftigen. Die Charakteristik des inneren heiligen Fadens ist nicht deutlich sichtbar wie der äußere Faden;
Textabschnitt 3 Parabrahma Upanishad
es ist die Vereinigung mit der inneren Realität. Sie (avidya) ist weder existent (da die Ursache nicht sichtbar ist), noch nicht existent (da die Wirkung als phänomenale Welt sichtbar ist), noch beides (existierender und nicht-existierender Teil, da die beiden unvereinbar sind), sie ist nicht verschieden (von Brahman, da es keine unabhängige Existenz hat), noch nicht-unterschiedlich (da es keine Substanz ist), noch von beiden (anders und nicht-anders, da es eine Unmöglichkeit ist). Sie ist weder von Teilen besessen (da die Teile in der Ursache abwesend sind), noch teillos (wie man sieht, dass die Wirkung von Teilen besessen ist), noch eine Kombination von beidem. (So ist avidya unbeschreiblich) Sie muss durch die Verwirklichung der Einheit von Brahman und dem Selbst verworfen werden; denn sie ist die Ursache der Illusion. Es gibt nichts anderes als Brahman der fünf Padas (das heißt die Turyatita). Es gibt vier Orte, um den inneren Jiva-Brahman zu verwirklichen, der aus vier Padas im Körper besteht. (Die vier Padas der Vyasti sind: Vishva, Taijasa, Prajna und Turiya. Die vier Padas der Samasti sind: Viraj, Sutra, Bija und Turiya.) In den Augen, im Hals, im Herzen und im Kopf gibt es (die vier) Zustände des Wachens, Träumens, Tiefschlafs und Turya. Im Wachzustand (die präsidierende Gottheit ist) ist der Gott Brahma, im Traumzustand Vishnu, im Tiefschlaf Rudra und der vierte Zustand ist der unzerstörbare, bestehend aus Bewusstsein. Daher sind die vier Zustände (Wachen usw.) als eine Bedeckung mit vier Fingern zu betrachten, und so wie der heilige Faden aus sechsundneunzig Vierfingerbreiten (in der Ausdehnung) besteht, so besteht das innere Brahma-Sutra aus sechsundneunzig Kategorien (Tattvas), so wie der heilige Faden aus drei Fäden besteht, so wird das innere Brahma-Sutra in jedem der drei Gunas in den Zustand von zweiunddreißig Kategorien gebracht. Dieser Zustand der durch Weisheit gereinigten Triade ist getrennt als die drei Götter (Brahma) zu kennen. Vishnu und Shiva). Dies ist bekannt als die neun Brahmanen, die neun Eigenschaften besitzen. Diese gezählt als neun, die in drei mit jeweils drei Eigenschaften umgewandelt werden, sind mit den Ziffern der Sonne, des Mondes und des Feuers zu identifizieren. Die ersten und letzten (der Triade) sind dreimal in der Mitte zu drehen und sind als Brahma, Vishnu und Maheshvara zu betrachten.
Textabschnitt 4 Parabrahma Upanishad
Die ersten und letzten sind zu verbinden, und der Knoten der Nicht-Dualität ist im Knoten des Bewusstseins zu machen, dann ist dies, was sich vom Nabel bis zum Brahmarandhra erstreckt und mit den siebenundzwanzig Tattvas getrennt verbunden ist und die drei Gunas besitzt, als eins zu betrachten, obwohl sie mit den Eigenschaften der Trinität gesehen werden. Dieses (innere) brahma-sutra ist als von der linken Schulter hängend zu betrachten, bis zur rechten Hüfte. Das Zusammentreffen der ersten und letzten ist als ein Fundament zu verstehen. Dinge aus Lehm werden als real betrachtet (aber) es ist Verbosität (geboren aus Unwissenheit); die Transformation ist ein (bloßer) Name; dass es Lehm allein ist, ist die Wahrheit. (Da es keinen Topf ohne Lehm gibt, so ist die primäre Ursache.) Brahman allein ist real. Mit den beiden Buchstaben des Hamsa (das heißt ich bin der Hamsa, Brahman) sollte er vom inneren Büschel und heiligen Faden überzeugt werden. Der Zustand eines Brahmane ist der Zustand, der Meditation über Brahman verdient. Der Zustand, ein Weiser zu sein, hat die Abwesenheit von sichtbarem Büschel und heiligem Faden. Zum Zustand des Anscheins eines Brahmane gibt es den Büschel, der aus einer Masse von Haaren und heiligem Faden besteht, der aus Baumwollfäden besteht. (Das brahma-sutra ist eins allein); es sind vier (als Vishva, Viraj usw.) durch Vervierfachung. Die neun Tattvas bilden das eine transzendente Brahman, (aber die Menschen) bieten viele Wege (wie Sankhya, Yoga usw.), aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen. Befreiung ist eins für alle, ob sie nun Brahma und die anderen Götter, göttlichen Weisen oder Menschen sind. Brahman ist eins allein. Der Zustand des Brahmane ist eins allein. Kasten, Phasen des Lebens und besondere Pflichten sind unterschiedlich. Der Büschel ist derselbe für die Kasten und Lebensphasen. Für den Asketen, der Erlösung sucht, ist die Basis von Büschel und heiligem Faden, erklären (die Weisen), der Pranava allein. Der Hamsa ist der Büschel, der Pranava ist der heilige Faden und der Nada ist das verbindende Glied. Dies ist der Dharma und kein anderer ist der Dharma.
1. Vers Parabrahma Upanishad
Nachdem der Weise die Haarlocke mit abrasiert hat, soll er den äußeren heiligen Faden ablegen. Als seinen wahren Faden soll er das unvergängliche höchste Brahman tragen.
2. Vers Parabrahma Upanishad
Um die Wiedergeburt zu beenden, soll er Tag und Nacht der Befreiung gedenken. Weil er auf das Höchste hinweist, heißt er „Sutra“; dieser Faden ist der höchste Zustand.
3. Vers Parabrahma Upanishad
Wer diesen inneren Faden erkannt hat, ist ein Befreiungssucher und Bettelmönch, ein Kenner des Veda, von guter Lebensführung, ein Weiser, der die Tischgemeinschaft heiligt.
4. Vers Parabrahma Upanishad
Der Yogi, der den Yoga kennt, der Brahmane und Entsagte, soll jenen Faden tragen, auf dem dieses ganze Universum wie eine Reihe von Edelsteinen aufgefädelt ist.
5. Vers Parabrahma Upanishad
Der Brahmane, der ganz auf die Erkenntnis des Yoga ausgerichtet ist, soll den äußeren Faden ablegen. Wer diesen Faden als Sein in Brahman trägt, hat Anteil an der Befreiung.
6. Vers Parabrahma Upanishad
Durch das Tragen dieses Fadens gibt es für ihn weder Unreinheit noch Befleckung durch Speisereste; denn bei den Trägern des Erkenntnis-Fadens liegt das Sutra im Inneren.
7. Vers Parabrahma Upanishad
Diejenigen, die in der Welt den wahren Faden kennen, sind die wirklichen Träger des heiligen Fadens: Ihre Haarlocke besteht aus Erkenntnis, sie sind in Erkenntnis gegründet und tragen Erkenntnis als Opferschnur. Erkenntnis allein ist für sie das Höchste und wird als das Reine verkündet.
8. Vers Parabrahma Upanishad
Wie die Flamme nicht etwas anderes als das Feuer ist, so besteht die Haarlocke des Weisen aus Erkenntnis. Er allein wird ein wahrer Träger der Shikha genannt, nicht die anderen, die lediglich Haare tragen.
9. Vers Parabrahma Upanishad
Diejenigen dagegen, die nur zu vedischen oder weltlichen Handlungen befugt sind, leben als bloßer Schein von Brahmanen und füllen lediglich ihren Bauch. Sie gelangen Geburt für Geburt in leidvolle Zustände.
10. Vers Parabrahma Upanishad
Der Brahma-Faden verläuft von der linken Schulter zur rechten Seite. In seinem inneren Sinn ist er ganz aus den Fäden der Wirklichkeitsprinzipien gewoben.
11. Vers Parabrahma Upanishad
Der Einsichtige soll ihn sich vom Nabel bis zur Öffnung des Brahmarandhra erstreckend vergegenwärtigen. Der aus materiellen Fäden gefertigte Faden dagegen ist als Bestandteil ritueller Handlungen zu tragen.
12. Vers Parabrahma Upanishad
Wessen Haarlocke aus Erkenntnis besteht und wessen heiliger Faden von derselben Art ist, dem kommt das ganze wahre Brahmanentum zu; den anderen davon überhaupt nichts.
13. Vers Parabrahma Upanishad
Dieser auf das Höchste ausgerichtete innere Opferfaden ist der höchste. Der Weise, der ihn wirklich trägt, hat Anteil an der Befreiung.
14. Vers Parabrahma Upanishad
Ein Weiser, der den heiligen Faden äußerlich und innerlich trägt, ist zur Entsagung befähigt. Wer nur den einen, äußeren Faden besitzt, ist dazu noch nicht befähigt.
15. Vers Parabrahma Upanishad
Darum soll der Entsagte mit ganzer Kraft nach Befreiung streben: Er soll den äußeren Faden aufgeben und den Faden in seinem eigenen Inneren tragen.
Textabschnitt 5 Parabrahma Upanishad
Indem er die äußere Erscheinungswelt, den Büschel und den heiligen Faden außer Acht lässt, wird er den Büschel und den heiligen Faden in Form der heiligen Silbe (Pranava) und Brahman (Hamsa) festhalten und sich so für die Befreiung ausrüsten.
Shanti-Mantra der Parabrahma Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Schlussformel der Parabrahma Upanishad
Hier endet die Parabrahmopanishad, eingeschlossen in der Atharva-Veda.
Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Parabrahma Upanishad für ernsthafte Aspiranten
1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Parabrahma Upanishad richtet den Blick auf die Verinnerlichung des heiligen Fadens und die Lebensweise des Brahman-Kenners. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.
2. Übe innere Entsagung vor äußerer Radikalität.
Vereinfache Besitz, Erwartungen und Selbstdarstellung. Äußere Formen des Sannyasa gehören in einen verantworteten traditionellen Zusammenhang; ihr innerer Kern – Nichtanhaftung, Wahrhaftigkeit und Dienst – ist für jeden Aspiranten zugänglich.
3. Verbinde Viveka mit Mitgefühl.
Unterscheide das Vergängliche vom Unvergänglichen, ohne Menschen oder weltliche Aufgaben abzuwerten. Reife Entsagung macht freundlich, klar und zuverlässig.
4. Pflege eine feste Meditationszeit.
Setze dich täglich zur Meditation, beobachte den Geist und ruhe als Zeuge. Beständigkeit ist wichtiger als demonstrative Strenge.
5. Suche qualifizierte Begleitung.
Weitreichende Gelübde, soziale Rückzüge und asketische Lebensformen sollten nicht aus einer momentanen Krise heraus übernommen werden. Besprich sie mit einem erfahrenen Lehrer und prüfe ihre ethischen Folgen.
Literatur und Quellen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda. Leipzig 1905. Vergleichsübersetzung für die von Deussen aufgenommenen Texte.
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads. Madras 1914.
- T. R. Srinivasa Ayyangar und weitere Übersetzer: Ausgaben der Samanya-, Shaiva-, Shakta-, Vaishnava- und Sannyasa-Upanishaden auf Grundlage des Kommentars von Upanishad Brahma Yogin, Adyar Library.
- Patrick Olivelle: Saṃnyāsa Upaniṣads: Hindu Scriptures on Asceticism and Renunciation. Oxford University Press, 1992. Besonders relevant für die Sannyasa-Texte.
- Sanskrit Documents – elektronische Sanskritausgaben.
- Parabrahma Upanishad – verwendete Devanagari-Textgrundlage
- 108 Upanishads – englische Vergleichsübersetzungen nach Veda-Gruppen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda – Digitalisat
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads – Digitalisat
- Upanishaden – kostenloses Online-Buch von Swami Krishnananda
- Klassische Upanishaden – Die Weisheit des Yoga
Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.
Siehe auch
- Avadhuta Upanishad, Kundika Upanishad, Kathashruti Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Sannyasa Upanishad, Turiyatita Upanishad, Bhikshuka Upanishad
- Upanishaden
- Vedanta
- Jnana Yoga
- Meditation
- Moksha
- Guru
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