Kundika Upanishad
Die Kundika Upanishad (Sanskrit: कुण्डिकोपनिषत्, kuṇḍikopaniṣat) gehört zur Gruppe der Sannyasa Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Samaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht schlichte Lebensregeln des Entsagenden, symbolisiert durch die Wasserschale. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Abschied von Haus und Ritual; Betteln und Wandern; Reinheit, Selbstwissen und Freiheit von Besitz. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.
Kundika Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Die folgende Studienfassung gibt jede nummerierte Vers- und jede wirkliche Prosatexteinheit einzeln wieder. Die Überschrift steht jeweils über dem Sanskrit; unmittelbar darunter folgen die eigene deutsche Übersetzung und eine vollständige, nach sinnvollen Wortgruppen gegliederte Wort-für-Wort-Erläuterung.
Eröffnungsvers der Kundika Upanishad
kuṇḍikopaniṣatkhyātaparivrājakasaṃtatiḥ |
yatra viśrāntimagamattadrāmapadamāśraye ||
Deutsche Übersetzung: Ich nehme Zuflucht zu jenem Stand Ramas, in dem die in der Kundika Upanishad beschriebene Folge der Wandermönche zur Ruhe gelangt ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; yatra – wo; kuṇḍikopaniṣatkhyātaparivrājakasaṃtatiḥ – als Wortgruppe: Ich nehme Zuflucht zu jenem Stand Ramas; yatra viśrāntimagamattadrāmapadamāśraye – als Wortgruppe: in dem die in der Kundika Upanishad beschriebene Folge der Wandermönche zur Ruhe gelangt ist.
Shanti Mantra
oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ
śrotramatho balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ
brahmopaniṣadaṃ māhaṃ brahma nirākuryāṃ
mā mā brahma nirākarodanirākaraṇamastvanirākaraṇaṃ
mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi
santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Deutsche Übersetzung: Om. Mögen meine Glieder, Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman nicht zurückweisen und möge Brahman mich nicht zurückweisen. Möge es keinerlei Zurückweisung geben. Mögen die in den Upanishaden verkündeten Tugenden in mir ruhen, der ich dem Selbst hingegeben bin. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; āpyāyantu – mögen erstarken; mama aṅgāni – meine Glieder; vāk – Rede; prāṇaḥ – Lebenshauch; cakṣuḥ – Auge; śrotram – Gehör; balam – Kraft; indriyāṇi – Sinne; sarvaṃ brahma – alles ist Brahman; mā nirākuryām – möge ich nicht zurückweisen; anirākaraṇam – Nichtzurückweisung; ātmani nirate – dem Selbst hingegeben; upaniṣatsu dharmāḥ – die in den Upanishaden verkündeten Tugenden; mayi santu – mögen sie in mir ruhen; śāntiḥ – Frieden
1. Kapitel
1. Vers Kundika Upanishad
hariḥ oṃ
brahmacaryāśrame kṣīṇe guruśuśrūṣaṇe rataḥ |
vedānadhītyānujñāta ucyate guruṇāśramī || 1 ||
Deutsche Übersetzung: Nachdem der Brahmacharin die Zeit der Schülerschaft vollendet, dem Lehrer gedient und die Veden studiert hat, tritt er mit Erlaubnis des Lehrers in den nächsten Lebensstand ein.
Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe; guru – Lehrer, Guru; veda – weiß, erkennt; hariḥ oṃ – als Wortgruppe: Nachdem der Brahmacharin die Zeit der Schülerschaft vollendet; brahmacaryāśrame kṣīṇe guruśuśrūṣaṇe rataḥ – als Wortgruppe: dem Lehrer gedient; vedānadhītyānujñāta ucyate guruṇāśramī – als Wortgruppe: die Veden studiert hat, tritt er mit Erlaubnis des Lehrers in den nächsten Lebensstand ein.
2. Vers Kundika Upanishad
dāramāhṛtya sadṛśamagnimādhāya śaktitaḥ |
brāhmīmiṣṭiṃ yajettāsāmahorātreṇa nirvapet || 2 ||
Deutsche Übersetzung: Er nimmt eine passende Ehefrau, errichtet nach seinen Kräften das heilige Feuer und vollzieht ein Brahman geweihtes Opfer, das innerhalb eines Tages und einer Nacht abgeschlossen wird.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tad – das, jenes; dāramāhṛtya sadṛśamagnimādhāya śaktitaḥ – als Wortgruppe: Er nimmt eine passende Ehefrau; brāhmīmiṣṭiṃ yajettāsāmahorātreṇa nirvapet – als Wortgruppe: errichtet nach seinen Kräften das heilige Feuer und vollzieht ein Brahman geweihtes Opfer, das innerhalb eines Tages und einer Nacht abgeschlossen wird.
3. Vers Kundika Upanishad
saṃvibhajya sutānarthe grāmyakāmānvisṛjya ca |
saṃcaranvanamārgeṇa śucau deśe paribhraman || 3 ||
Deutsche Übersetzung: Nachdem er den Besitz angemessen unter den Söhnen verteilt und die weltlichen Wünsche aufgegeben hat, zieht er als Waldeinsiedler durch reine Gegenden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; saṃvibhajya sutānarthe grāmyakāmānvisṛjya ca – als Wortgruppe: Nachdem er den Besitz angemessen unter den Söhnen verteilt; saṃcaranvanamārgeṇa śucau deśe paribhraman – als Wortgruppe: die weltlichen Wünsche aufgegeben hat, zieht er als Waldeinsiedler durch reine Gegenden.
4. Vers Kundika Upanishad
vāyubhakṣo'mbubhakṣo vā vihitaiḥ kandamūlakaiḥ |
svaśarīre samāpyātha pṛthivyāṃ nāśru pātayet || 4 ||
Deutsche Übersetzung: Er lebt von Luft, Wasser oder erlaubten Wurzeln und Knollen, bringt die weltliche Lebensführung im eigenen Körper zum Abschluss und lässt aus Sehnsucht nach früherem Komfort keine Träne auf die Erde fallen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vā – oder; atha – nun, darauf; pṛthivī – Erde; vāyubhakṣo'mbubhakṣo vā vihitaiḥ kandamūlakaiḥ – als Wortgruppe: Er lebt von Luft; svaśarīre samāpyātha pṛthivyāṃ nāśru pātayet – als Wortgruppe: Wasser oder erlaubten Wurzeln und Knollen, bringt die weltliche Lebensführung im eigenen Körper zum Abschluss und lässt aus Sehnsucht nach früherem Komfort keine Träne auf die Erde fallen.
5. Vers Kundika Upanishad
saha tenaiva puruṣaḥ kathaṃ saṃnyasta ucyate |
sanāmadheyo yasmiṃstu kathaṃ saṃnyasta ucyate || 5 ||
Deutsche Übersetzung: Wie kann ein Mensch, der noch mit seiner Frau zusammenlebt, ein Entsagender heißen? Wie kann jemand schon durch einen bloßen Namen als Entsagender gelten?
Wort-für-Wort-Erläuterung: tad – das, jenes; eva – allein, wahrlich; puruṣaḥ – Purusha; puruṣa – Purusha, Geistwesen; saha tenaiva puruṣaḥ kathaṃ saṃnyasta ucyate – als Wortgruppe: Wie kann ein Mensch, der noch mit seiner Frau zusammenlebt, ein Entsagender heißen?; sanāmadheyo yasmiṃstu kathaṃ saṃnyasta ucyate – als Wortgruppe: Wie kann jemand schon durch einen bloßen Namen als Entsagender gelten?
6. Vers Kundika Upanishad
tasmātphalaviśuddhāṅgī saṃnyāsaṃ saṃhitātmanām |
agnivarṇaṃ viniṣkramya vānaprasthaṃ prapadyate || 6 ||
Deutsche Übersetzung: Darum soll er zuerst Körper und Handlungsfrüchte läutern, den Geist sammeln, aus dem Bereich des Opferfeuers heraustreten und in den Stand des Waldeinsiedlers eintreten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasmāt – daher; tad – das, jenes; sam – zusammen, völlig; tasmātphalaviśuddhāṅgī saṃnyāsaṃ saṃhitātmanām – als Wortgruppe: Darum soll er zuerst Körper; agnivarṇaṃ viniṣkramya vānaprasthaṃ prapadyate – als Wortgruppe: Handlungsfrüchte läutern, den Geist sammeln, aus dem Bereich des Opferfeuers heraustreten und in den Stand des Waldeinsiedlers eintreten.
7. Vers Kundika Upanishad
lokavadbhāryayāsakto vanaṃ gacchati saṃyataḥ |
saṃtyaktvā saṃsṛtisukhamanutiṣṭhati kiṃ mudhā || 7 ||
Deutsche Übersetzung: Beherrscht geht er mit seiner Frau in den Wald, obwohl die äußere Verbindung noch besteht. Warum sollte er nach Aufgabe der Freuden des Samsara die Entsagung vergeblich vollziehen?
Wort-für-Wort-Erläuterung: gam – gehen, gelangen; sam – zusammen, völlig; sukha – Freude, Wohlsein; lokavadbhāryayāsakto vanaṃ gacchati saṃyataḥ – als Wortgruppe: Beherrscht geht er mit seiner Frau in den Wald, obwohl die äußere Verbindung noch besteht.; saṃtyaktvā saṃsṛtisukhamanutiṣṭhati kiṃ mudhā – als Wortgruppe: Warum sollte er nach Aufgabe der Freuden des Samsara die Entsagung vergeblich vollziehen?
8. Vers Kundika Upanishad
kiṃvā duḥkhamanusmṛtya bhogāṃstyajati cocchritān |
garbhavāsabhayādbhītaḥ śītoṣṇābhyāṃ tathaiva ca || 8 ||
Deutsche Übersetzung: Welches Leid bewegt ihn, große Genüsse aufzugeben? Aus Furcht vor erneutem Aufenthalt im Mutterleib sowie vor Hitze, Kälte und anderem Leid sucht er den Weg zur endgültigen Freiheit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: duḥkham – leidvoll, mit Leid verbunden; duḥkha – Leid; ca – und; kiṃvā duḥkhamanusmṛtya bhogāṃstyajati cocchritān – als Wortgruppe: Welches Leid bewegt ihn, große Genüsse aufzugeben?; garbhavāsabhayādbhītaḥ śītoṣṇābhyāṃ tathaiva ca – als Wortgruppe: Aus Furcht vor erneutem Aufenthalt im Mutterleib sowie vor Hitze, Kälte und anderem Leid sucht er den Weg zur endgültigen Freiheit.
Erster unnummerierter Prosateil der Kundika Upanishad
guhyaṃ praveṣṭumicchāmi paraṃ padamanāmayamiti |
saṃnyasyāgnimapunarāvartanaṃ yanmṛtyurjāyamāvahamiti ||
Deutsche Übersetzung: „Ich möchte in die geheime Höhle der Entsagung eintreten, zum höchsten leidfreien Zustand.“ Nachdem der Entsagende das Opferfeuer aufgegeben hat, soll er nicht wieder zu ihm zurückkehren; das frühere Ritual geht in der kommenden Erkenntnis Brahmans auf.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit endet die Aussage; sam – zusammen, völlig; agni – Feuer; aha – ich; guhyaṃ praveṣṭumicchāmi paraṃ padamanāmayamiti – als Wortgruppe: „Ich möchte in die geheime Höhle der Entsagung eintreten, zum höchsten leidfreien Zustand.“ Nachdem der Entsagende das Opferfeuer aufgegeben hat, soll er nicht wieder zu ihm zurückkehren; saṃnyasyāgnimapunarāvartanaṃ yanmṛtyurjāyamāvahamiti – als Wortgruppe: das frühere Ritual geht in der kommenden Erkenntnis Brahmans auf.
Zweiter unnummerierter Prosateil der Kundika Upanishad
athādhyātmamantrāñjapet | dīkṣāmupeyātkāṣāyavāsāḥ |
kakṣopasthalomāni varjayet | ūrdhvabāhurvimuktamārgo bhavati |
aniketaścarebhikṣāśī | nididhyāsanaṃ dadhyāt | pavitraṃ
dhārayejjantusaṃrakṣaṇārtham | tadapi ślokā bhavanti |
Deutsche Übersetzung: Nun wiederhole er die auf das Selbst bezogenen Mantras, empfange die Einweihung, trage ockerfarbenes Gewand und verlasse den weltlichen Weg. Ohne feste Wohnung, von Almosen lebend, übe er Nididhyasana und trage nur das zum Schutz der Lebewesen und für ein schlichtes Leben Notwendige.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun, darauf; mantra – Mantra; bhavati – wird, ist; pavitra – reinigend und heilig; tad – das, jenes; api – auch; śloka – Vers, Strophe; athādhyātmamantrāñjapet dīkṣāmupeyātkāṣāyavāsāḥ – als Wortgruppe: Nun wiederhole er die auf das Selbst bezogenen Mantras; kakṣopasthalomāni varjayet – als Wortgruppe: empfange die Einweihung, trage ockerfarbenes Gewand und verlasse den weltlichen Weg.; ūrdhvabāhurvimuktamārgo bhavati – als Wortgruppe: Ohne feste Wohnung; aniketaścarebhikṣāśī nididhyāsanaṃ dadhyāt – als Wortgruppe: von Almosen lebend; pavitraṃ dhārayejjantusaṃrakṣaṇārtham – als Wortgruppe: übe er Nididhyasana; tadapi ślokā bhavanti – als Wortgruppe: trage nur das zum Schutz der Lebewesen und für ein schlichtes Leben Notwendige.
9. Vers Kundika Upanishad
kuṇḍikāṃ camakaṃ śikyaṃ triviṣṭapamupānahau |
śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ tathā || 9 ||
Deutsche Übersetzung: Der Wandermönch besitzt nur Wassergefäß, Almosenschale, Trageband, Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke, Lendentuch und Bedeckung.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – ebenso; kuṇḍikāṃ camakaṃ śikyaṃ triviṣṭapamupānahau – als Wortgruppe: Der Wandermönch besitzt nur Wassergefäß; śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ tathā – als Wortgruppe: Almosenschale, Trageband, Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke, Lendentuch und Bedeckung.
10. Vers Kundika Upanishad
pavitraṃ snānaśāṭīṃ ca uttarāsaṅgameva ca |
ato'tiriktaṃ yatkiṃcitsarvaṃ tadvarjayedyatiḥ || 10 ||
Deutsche Übersetzung: Dazu kommen Reinigungsring, Badetuch und Obergewand. Alles, was darüber hinausgeht, soll der Entsagende aufgeben.
Wort-für-Wort-Erläuterung: pavitra – reinigend und heilig; ca – und; eva – allein, wahrlich; sarvam – alles; sarva – alles, ganz; tad – das, jenes; pavitraṃ snānaśāṭīṃ ca uttarāsaṅgameva ca – als Wortgruppe: Dazu kommen Reinigungsring, Badetuch und Obergewand.; ato'tiriktaṃ yatkiṃcitsarvaṃ tadvarjayedyatiḥ – als Wortgruppe: Alles, was darüber hinausgeht, soll der Entsagende aufgeben.
11. Vers Kundika Upanishad
nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu bāhyataḥ |
nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāpayet || 11 ||
Deutsche Übersetzung: Er schlafe auf einer Sandbank am Fluss oder außerhalb eines Tempels und quäle den Körper weder durch übermäßigen Genuss noch durch übermäßige Härte.
Wort-für-Wort-Erläuterung: śarīra – Körper; nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu bāhyataḥ – als Wortgruppe: Er schlafe auf einer Sandbank am Fluss oder außerhalb eines Tempels; nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāpayet – als Wortgruppe: quäle den Körper weder durch übermäßigen Genuss noch durch übermäßige Härte.
12. Vers Kundika Upanishad
snānaṃ pānaṃ tathā śaucamadbhiḥ pūtābhirāciret |
stūyamāno na tuṣyeta nindito na śapetparān || 12 ||
Deutsche Übersetzung: Zum Baden, Trinken und Reinigen verwende er sauberes Wasser. Bei Lob werde er nicht übermütig; bei Tadel verfluche er niemanden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – ebenso; na – nicht; snānaṃ pānaṃ tathā śaucamadbhiḥ pūtābhirāciret – als Wortgruppe: Zum Baden, Trinken und Reinigen verwende er sauberes Wasser.; Bei Lob werde er nicht übermütig; stūyamāno na tuṣyeta nindito na śapetparān – als Wortgruppe: bei Tadel verfluche er niemanden.
13. Vers Kundika Upanishad
bhikṣādivaidalaṃ pātraṃ snānadravyamavāritam |
evaṃ vṛttimupāsīno yatendriyo japetsadā || 13 ||
Deutsche Übersetzung: Seine Almosenschale sei aus Blättern, das Reinigungsmittel die vorgeschriebene Erde. Mit dieser einfachen Lebensgrundlage, beherrschten Sinnen und beständigem Japa richte er den Geist auf die Einheit des Selbst.
Wort-für-Wort-Erläuterung: evam – auf diese Weise; eva – allein, wahrlich; sadā – immer; bhikṣādivaidalaṃ pātraṃ snānadravyamavāritam – als Wortgruppe: Seine Almosenschale sei aus Blättern, das Reinigungsmittel die vorgeschriebene Erde.; evaṃ vṛttimupāsīno yatendriyo japetsadā – als Wortgruppe: Mit dieser einfachen Lebensgrundlage, beherrschten Sinnen und beständigem Japa richte er den Geist auf die Einheit des Selbst.
14. Vers Kundika Upanishad
viśvāyamanusaṃyogaṃ manasā bhāvayetsudhīḥ |
ākāśādvāyurvāyorjyotirjyotiṣa āpo'dbhyaḥ pṛthivī |
eṣāṃ bhūtānāṃ brahma prapadye | ajaramamaramakṣaramavyayaṃ prapadye |
mayyakhaṇḍasukhāṃbhodhau bahudhā viśvavīcayaḥ |
utpadyante vilīyante māyāmārutavibhramāt || 14 ||
Deutsche Übersetzung: Aus Raum entsteht Luft, aus Luft Feuer, aus Feuer Wasser und aus Wasser Erde. Ich nehme Zuflucht zu Brahman als Ursprung dieser Elemente – zum alterslosen, unsterblichen, unvergänglichen Brahman. In mir, dem Ozean ungeteilter Glückseligkeit, entstehen und vergehen die Wellen der Welt durch den Wind des Maya-Spiels.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yoga – Yoga; manasā – mit dem Denken; manas – Geist, Denken; ākāśa – Raum, Äther; vāyu – Wind, Lebensluft; pṛthivī – Erde; idam – dieses hier; brahma – Brahman, das Absolute; brahman – o Brahmane; Brahman; sukha – Freude, Wohlsein; māya – Maya, schöpferische Erscheinungskraft; viśvāyamanusaṃyogaṃ manasā bhāvayetsudhīḥ – als Wortgruppe: Aus Raum entsteht Luft, aus Luft Feuer, aus Feuer Wasser und aus Wasser Erde.; ākāśādvāyurvāyorjyotirjyotiṣa āpo'dbhyaḥ pṛthivī – als Wortgruppe: Ich nehme Zuflucht zu Brahman als Ursprung dieser Elemente; eṣāṃ bhūtānāṃ brahma prapadye – als Wortgruppe: zum alterslosen, unsterblichen, unvergänglichen Brahman.; ajaramamaramakṣaramavyayaṃ prapadye – als Wortgruppe: In mir; mayyakhaṇḍasukhāṃbhodhau bahudhā viśvavīcayaḥ – als Wortgruppe: dem Ozean ungeteilter Glückseligkeit; utpadyante vilīyante māyāmārutavibhramāt – als Wortgruppe: entstehen und vergehen die Wellen der Welt durch den Wind des Maya-Spiels.
15. Vers Kundika Upanishad
na me dehena saṃbandho megheneva vihāyasaḥ |
ataḥ kuto me taddharmā jāgratsvapnasuṣuptiṣu || 15 ||
Deutsche Übersetzung: Mit dem Körper bin ich nicht verbunden, wie der Raum nicht mit den Wolken verbunden ist. Wie könnten daher seine Eigenschaften in Wachen, Traum und Tiefschlaf die meinen sein?
Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; me – mir, mein; deha – Körper; ataḥ – deshalb; na me dehena saṃbandho megheneva vihāyasaḥ – als Wortgruppe: Mit dem Körper bin ich nicht verbunden, wie der Raum nicht mit den Wolken verbunden ist.; ataḥ kuto me taddharmā jāgratsvapnasuṣuptiṣu – als Wortgruppe: Wie könnten daher seine Eigenschaften in Wachen, Traum und Tiefschlaf die meinen sein?
16. Vers Kundika Upanishad
ākāśavatkalpavidūragoha-
mādityavadbhāsyavilakṣaṇo'ham |
ahāryavannityaviniścalo'ha-
mambhodhivatpāravivarjito'ham || 16 ||
Deutsche Übersetzung: Wie der Raum bin ich jenseits aller Vorstellung; wie die Sonne verschieden von den beleuchteten Dingen; wie ein unverrückbarer Berg stets unverändert und wie der Ozean ohne Ufer.
Wort-für-Wort-Erläuterung: aha – ich; nitya – ewig, beständig; aham – ich; ākāśavatkalpavidūragoha- – als Wortgruppe: Wie der Raum bin ich jenseits aller Vorstellung; mādityavadbhāsyavilakṣaṇo'ham – als Wortgruppe: wie die Sonne verschieden von den beleuchteten Dingen; ahāryavannityaviniścalo'ha- – als Wortgruppe: wie ein unverrückbarer Berg stets unverändert; mambhodhivatpāravivarjito'ham – als Wortgruppe: wie der Ozean ohne Ufer.
17. Vers Kundika Upanishad
nārāyaṇo'haṃ narakāntako'haṃ
purāntako'haṃ puruṣo'hamīśaḥ |
akhaṇḍabodho'hamaśeṣasākṣī
nirīśvaro'haṃ nirahaṃ ca nirmamaḥ || 17 ||
Deutsche Übersetzung: Ich bin Narayana, der Bezwinger Narakas; ich bin Shiva, der Bezwinger der drei Städte; ich bin Purusha und Ishvara. Ich bin ungeteiltes Bewusstsein, Zeuge von allem, ohne einen übergeordneten Herrn, frei von Ich und Mein.
Wort-für-Wort-Erläuterung: aha – ich; puruṣa – Purusha, Geistwesen; ca – und; nārāyaṇo'haṃ narakāntako'haṃ – als Wortgruppe: Ich bin Narayana, der Bezwinger Narakas; purāntako'haṃ puruṣo'hamīśaḥ – als Wortgruppe: ich bin Shiva, der Bezwinger der drei Städte; akhaṇḍabodho'hamaśeṣasākṣī – als Wortgruppe: ich bin Purusha und Ishvara.; nirīśvaro'haṃ nirahaṃ ca nirmamaḥ – als Wortgruppe: Ich bin ungeteiltes Bewusstsein, Zeuge von allem, ohne einen übergeordneten Herrn, frei von Ich und Mein.
18. Vers Kundika Upanishad
tadabhyāsena prāṇāpānau saṃyamya tatra ślokā bhavanti ||
vṛṣaṇāpānayormadhye pāṇī āsthāya saṃśrayet |
saṃdaśya śanakairjihvāṃ yavamātre vinirgatām || 18 ||
Deutsche Übersetzung: Durch Übung vereinigt der Entsagende Prana und Apana. Er legt die Hände an den Bereich zwischen Genitalien und After und hält die Zunge, etwa gerstenkorngroß vorgestreckt, sanft zwischen den Zähnen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tad – das, jenes; tatra – dort, darin; śloka – Vers, Strophe; apāna – Apana, abwärts gerichteter Lebenshauch; pāṇi – Hand; sam – zusammen, völlig; vinirgata – hervorgetreten, herausgeführt; tadabhyāsena prāṇāpānau saṃyamya tatra ślokā bhavanti – als Wortgruppe: Durch Übung vereinigt der Entsagende Prana und Apana.; vṛṣaṇāpānayormadhye pāṇī āsthāya saṃśrayet – als Wortgruppe: Er legt die Hände an den Bereich zwischen Genitalien; saṃdaśya śanakairjihvāṃ yavamātre vinirgatām – als Wortgruppe: After und hält die Zunge, etwa gerstenkorngroß vorgestreckt, sanft zwischen den Zähnen.
19. Vers Kundika Upanishad
māṣamātrāṃ tathā dṛṣṭiṃ śrotre sthāpya tathā bhuvi |
śravaṇe nāsike gandhā yataḥ svaṃ na ca saṃśrayet || 19 ||
Deutsche Übersetzung: Den Blick nur wenig geöffnet, richtet er ihn gesammelt aus, hält die Füße fest am Boden und zieht Hören und Riechen zurück. Diese historische Yogaanweisung soll nicht ohne qualifizierte Anleitung nachgeahmt werden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – ebenso; śrotra – Ohr, Gehör; yataḥ – weil; sva – eigen, das eigene Selbst; na – nicht; ca – und; māṣamātrāṃ tathā dṛṣṭiṃ śrotre sthāpya tathā bhuvi – als Wortgruppe: Den Blick nur wenig geöffnet, richtet er ihn gesammelt aus, hält die Füße fest am Boden und zieht Hören und Riechen zurück.; śravaṇe nāsike gandhā yataḥ svaṃ na ca saṃśrayet – als Wortgruppe: Diese historische Yogaanweisung soll nicht ohne qualifizierte Anleitung nachgeahmt werden.
20. Vers Kundika Upanishad
atha śaivapadaṃ yatra tadbrahma brahma tatparam |
tadabhyāsena labhyeta pūrvajanmārjitātmanām || 20 ||
Deutsche Übersetzung: Wo das Shiva-Pada ist, dort ist Brahman, das höchste Brahman. Es wird durch beständige Übung und durch in früheren Leben erworbene Reife erkannt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun, darauf; yatra – wo; tad – das, jenes; brahma – Brahman, das Absolute; brahman – o Brahmane; Brahman; ātman – Selbst; atha śaivapadaṃ yatra tadbrahma brahma tatparam – als Wortgruppe: Wo das Shiva-Pada ist, dort ist Brahman, das höchste Brahman.; tadabhyāsena labhyeta pūrvajanmārjitātmanām – als Wortgruppe: Es wird durch beständige Übung und durch in früheren Leben erworbene Reife erkannt.
21. Vers Kundika Upanishad
saṃbhūtairvāyusaṃśrāvairhṛdayaṃ tapa ucyate |
ūrdhvaṃ prapadyate dehādbhittvā mūrdhānamavyayam || 21 ||
Deutsche Übersetzung: Vom Herzen steigt die durch Lebenshauch getragene innere Glut auf; sie durchdringt den Scheitel und führt zum Unvergänglichen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vāyu – Wind, Lebensluft; deha – Körper; saṃbhūtairvāyusaṃśrāvairhṛdayaṃ tapa ucyate – als Wortgruppe: Vom Herzen steigt die durch Lebenshauch getragene innere Glut auf; ūrdhvaṃ prapadyate dehādbhittvā mūrdhānamavyayam – als Wortgruppe: sie durchdringt den Scheitel und führt zum Unvergänglichen.
22. Vers Kundika Upanishad
svadehasya tu mūrdhānaṃ ye prāpya paramāṃ gatim |
bhūyaste na nivartante parāvaravido janāḥ || 22 ||
Deutsche Übersetzung: Wer auf diesem Weg durch den Scheitel die höchste Wirklichkeit erlangt und das Niedere wie das Höhere erkennt, kehrt nicht mehr in den Samsara zurück.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tu – aber, hingegen; ye – diejenigen, welche; prāpya – erlangt habend; na – nicht; svadehasya tu mūrdhānaṃ ye prāpya paramāṃ gatim – als Wortgruppe: Wer auf diesem Weg durch den Scheitel die höchste Wirklichkeit erlangt; bhūyaste na nivartante parāvaravido janāḥ – als Wortgruppe: das Niedere wie das Höhere erkennt, kehrt nicht mehr in den Samsara zurück.
23. Vers Kundika Upanishad
na sākṣiṇaṃ sākṣyadharmāḥ saṃspṛśanti vilakṣaṇam |
avikāramudāsīnaṃ gṛhadharmāḥ pradīpavat || 23 ||
Deutsche Übersetzung: Die Eigenschaften des Gesehenen berühren den davon verschiedenen Zeugen nicht. Wie eine Lampe von den beleuchteten Dingen unverändert bleibt, so bleibt der unbeteiligte Zeuge von den Eigenschaften des Haushalts unberührt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; sākṣin – Zeuge; dharma – Dharma; Gesetz, Lehre, Eigenschaft; na sākṣiṇaṃ sākṣyadharmāḥ saṃspṛśanti vilakṣaṇam – als Wortgruppe: Die Eigenschaften des Gesehenen berühren den davon verschiedenen Zeugen nicht.; avikāramudāsīnaṃ gṛhadharmāḥ pradīpavat – als Wortgruppe: Wie eine Lampe von den beleuchteten Dingen unverändert bleibt, so bleibt der unbeteiligte Zeuge von den Eigenschaften des Haushalts unberührt.
24. Vers Kundika Upanishad
jale vāpi sthale vāpi luṭhatveṣa jaḍātmakaḥ |
nāhaṃ vilipye taddharmairghaṭadharmairnabho yathā || 24 ||
Deutsche Übersetzung: Mag dieser träge Körper im Wasser oder auf der Erde liegen: Ich werde von deren Eigenschaften nicht befleckt, wie der Raum im Topf nicht von den Eigenschaften des Topfes berührt wird.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tad – das, jenes; dharma – Dharma; Gesetz, Lehre, Eigenschaft; yathā – wie; jale vāpi sthale vāpi luṭhatveṣa jaḍātmakaḥ – als Wortgruppe: Mag dieser träge Körper im Wasser oder auf der Erde liegen; nāhaṃ vilipye taddharmairghaṭadharmairnabho yathā – als Wortgruppe: Ich werde von deren Eigenschaften nicht befleckt, wie der Raum im Topf nicht von den Eigenschaften des Topfes berührt wird.
25. Vers Kundika Upanishad
niṣkriyo'smyavikāro'smi niṣkalo'smi nirākṛtiḥ |
nirvikalpo'smi nityo'smi nirālambo'smi nirdvayaḥ || 25 ||
Deutsche Übersetzung: Ich bin ohne begrenztes Handeln und ohne Veränderung, ohne Teile und ohne Form, frei von Vorstellungen, ewig, ohne äußere Stütze und nichtdual.
Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya – ewig, beständig; niṣkriyo'smyavikāro'smi niṣkalo'smi nirākṛtiḥ – als Wortgruppe: Ich bin ohne begrenztes Handeln; nirvikalpo'smi nityo'smi nirālambo'smi nirdvayaḥ – als Wortgruppe: ohne Veränderung, ohne Teile und ohne Form, frei von Vorstellungen, ewig, ohne äußere Stütze und nichtdual.
26. Vers Kundika Upanishad
sarvātmako'haṃ sarvo'haṃ sarvātīto'hamadvayaḥ |
kevalākhaṇḍabodho'haṃ svānando'haṃ nirantaraḥ || 26 ||
Deutsche Übersetzung: Ich bin das Selbst aller, ich bin alles, jenseits von allem und ohne ein Zweites. Ich bin das eine ungeteilte Erkennen und die ununterbrochene Glückseligkeit des Selbst.
Wort-für-Wort-Erläuterung: aha – ich; sarva – alles, ganz; advaya – nichtdual, ohne ein Zweites; sarvātmako'haṃ sarvo'haṃ sarvātīto'hamadvayaḥ – als Wortgruppe: Ich bin das Selbst aller, ich bin alles, jenseits von allem und ohne ein Zweites.; kevalākhaṇḍabodho'haṃ svānando'haṃ nirantaraḥ – als Wortgruppe: Ich bin das eine ungeteilte Erkennen und die ununterbrochene Glückseligkeit des Selbst.
27. Vers Kundika Upanishad
svameva sarvataḥ paśyanmanyamānaḥ svamadvayam |
svānandamanubhuñjāno nirvikalpo bhavāmyaham || 27 ||
Deutsche Übersetzung: Überall nur das Selbst sehend, das Selbst als nichtdual erkennend und die Freude des Selbst genießend, verweile ich frei von begrenzenden Vorstellungen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sva – eigen, das eigene Selbst; eva – allein, wahrlich; sarvataḥ – in jeder Hinsicht; aha – ich; svameva sarvataḥ paśyanmanyamānaḥ svamadvayam – als Wortgruppe: Überall nur das Selbst sehend; svānandamanubhuñjāno nirvikalpo bhavāmyaham – als Wortgruppe: das Selbst als nichtdual erkennend und die Freude des Selbst genießend, verweile ich frei von begrenzenden Vorstellungen.
28. Vers Kundika Upanishad
gacchaṃstiṣṭhannupaviśañchayāno vānyathāpi vā |
yathecchayā vasedvidvānātmārāmaḥ sadā muniḥ || 28 || ityupaniṣat ||
Deutsche Übersetzung: Ob gehend, stehend, sitzend, liegend oder auf andere Weise: Der weise, am Selbst erfreute Muni lebe frei und pflichtbewusst, wie es der Situation entspricht. So lautet die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: api – auch; vā – oder; sadā – immer; muni – Weiser; iti – so; damit endet die Aussage; upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; gacchaṃstiṣṭhannupaviśañchayāno vānyathāpi vā – als Wortgruppe: Ob gehend, stehend, sitzend, liegend oder auf andere Weise; yathecchayā vasedvidvānātmārāmaḥ sadā muniḥ – als Wortgruppe: Der weise, am Selbst erfreute Muni lebe frei und pflichtbewusst, wie es der Situation entspricht.; ityupaniṣat – als Wortgruppe: So lautet die Upanishad.
Abschließendes Shanti Mantra
oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ
śrotramatho balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ
brahmopaniṣadaṃ māhaṃ brahma nirākuryāṃ
mā mā brahma nirākarodanirākaraṇamastvanirākaraṇaṃ
mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi
santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Deutsche Übersetzung: Om. Mögen meine Glieder, Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman nicht zurückweisen und möge Brahman mich nicht zurückweisen. Möge es keinerlei Zurückweisung geben. Mögen die in den Upanishaden verkündeten Tugenden in mir ruhen, der ich dem Selbst hingegeben bin. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; āpyāyantu – mögen erstarken; mama aṅgāni – meine Glieder; vāk – Rede; prāṇaḥ – Lebenshauch; cakṣuḥ – Auge; śrotram – Gehör; balam – Kraft; indriyāṇi – Sinne; sarvaṃ brahma – alles ist Brahman; mā nirākuryām – möge ich nicht zurückweisen; anirākaraṇam – Nichtzurückweisung; ātmani nirate – dem Selbst hingegeben; upaniṣatsu dharmāḥ – die in den Upanishaden verkündeten Tugenden; mayi santu – mögen sie in mir ruhen; śāntiḥ – Frieden
Heilige Schlussformel
hariḥ oṃ tatsat ||
Deutsche Übersetzung: Hari Om. Das ist das Wahre.
Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe; hariḥ oṃ tatsat – als Wortgruppe: Hari Om.; Das ist das Wahre.
Schlussformel der Kundika Upanishad
iti kuṇḍikopaniṣatsamāptā ||
Deutsche Übersetzung: Damit ist die Kundika Upanishad beendet.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit endet die Aussage; upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; iti kuṇḍikopaniṣatsamāptā – als Wortgruppe: Damit ist die Kundika Upanishad beendet.
Kundika Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung
Name, Einordnung und Überlieferung
Der Name bezeichnet die Lehre über schlichte Lebensregeln des Entsagenden, symbolisiert durch die Wasserschale. Als Sannyasa Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Samaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
Datierung
Die Schrift gehört zur vielschichtigen Gruppe der Sannyasa-Upanishaden. Ohne eine kritische Untersuchung aller Handschriften ist nur eine vorsichtige Einordnung in das erste Jahrtausend n. Chr. möglich; einzelne Lehren können älter, die erhaltene Fassung aber jünger sein. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
Aufbau und Inhalt
Der Text entfaltet Abschied von Haus und Ritual; Betteln und Wandern; Reinheit, Selbstwissen und Freiheit von Besitz. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
Philosophische Kernlehre
Die zentrale Perspektive lautet: schlichte Lebensregeln des Entsagenden, symbolisiert durch die Wasserschale. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Beziehungen zu anderen Schriften
Thematisch steht die Kundika Upanishad besonders neben Parabrahma Upanishad, Avadhuta Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Kathashruti Upanishad, Sannyasa Upanishad, Turiyatita Upanishad, Bhikshuka Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Kundika Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
Bedeutung für die Tradition
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Abschied von Haus und Ritual; Betteln und Wandern; Reinheit, Selbstwissen und Freiheit von Besitz – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten
Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter
Für Yogalehrer ist die Kundika Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
Bleibende Botschaft
Die bleibende Einladung der Kundika Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: schlichte Lebensregeln des Entsagenden, symbolisiert durch die Wasserschale. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
Kundika Upanishad – vollständiger Text in Devanagari
कुण्डिकोपनिषत्ख्यातपरिव्राजकसंततिः ।
यत्र विश्रान्तिमगमत्तद्रामपदमाश्रये ॥
ॐ आप्यायन्तु ममाङ्गानि वाक्प्राणश्चक्षुः
श्रोत्रमथो बलमिन्द्रियाणि च ॥ सर्वाणि सर्वं
ब्रह्मोपनिषदं माहं ब्रह्म निराकुर्यां
मा मा ब्रह्म निराकरोदनिराकरणमस्त्वनिराकरणं
मेस्तु तदात्मनि निरते य उपनिषत्सु धर्मास्ते मयि
सन्तु ते मयि सन्तु ॥ ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
हरिः ॐ
ब्रह्मचर्याश्रमे क्षीणे गुरुशुश्रूषणे रतः ।
वेदानधीत्यानुज्ञात उच्यते गुरुणाश्रमी ॥ १॥
दारमाहृत्य सदृशमग्निमाधाय शक्तितः ।
ब्राह्मीमिष्टिं यजेत्तासामहोरात्रेण निर्वपेत् ॥ २॥
संविभज्य सुतानर्थे ग्राम्यकामान्विसृज्य च ।
संचरन्वनमार्गेण शुचौ देशे परिभ्रमन् ॥ ३॥
वायुभक्षोऽम्बुभक्षो वा विहितैः कन्दमूलकैः ।
स्वशरीरे समाप्याथ पृथिव्यां नाश्रु पातयेत् ॥ ४॥
सह तेनैव पुरुषः कथं संन्यस्त उच्यते ।
सनामधेयो यस्मिंस्तु कथं संन्यस्त उच्यते ॥ ५॥
तस्मात्फलविशुद्धाङ्गी संन्यासं संहितात्मनाम् ।
अग्निवर्णं विनिष्क्रम्य वानप्रस्थं प्रपद्यते ॥ ६॥
लोकवद्भार्ययासक्तो वनं गच्छति संयतः ।
संत्यक्त्वा संसृतिसुखमनुतिष्ठति किं मुधा ॥ ७॥
किंवा दुःखमनुस्मृत्य भोगांस्त्यजति चोच्छ्रितान् ।
गर्भवासभयाद्भीतः शीतोष्णाभ्यां तथैव च ॥ ८॥
गुह्यं प्रवेष्टुमिच्छामि परं पदमनामयमिति ।
संन्यस्याग्निमपुनरावर्तनं यन्मृत्युर्जायमावहमिति ॥
अथाध्यात्ममन्त्राञ्जपेत् । दीक्षामुपेयात्काषायवासाः ।
कक्षोपस्थलोमानि वर्जयेत् । ऊर्ध्वबाहुर्विमुक्तमार्गो भवति ।
अनिकेतश्चरेभिक्षाशी । निदिध्यासनं दध्यात् । पवित्रं
धारयेज्जन्तुसंरक्षणार्थम् । तदपि श्लोका भवन्ति ।
कुण्डिकां चमकं शिक्यं त्रिविष्टपमुपानहौ ।
शीतोपघातिनीं कन्थां कौपीनाच्छादनं तथा ॥ ९॥
पवित्रं स्नानशाटीं च उत्तरासङ्गमेव च ।
अतोऽतिरिक्तं यत्किंचित्सर्वं तद्वर्जयेद्यतिः ॥ १०॥
नदीपुलिनशायी स्याद्देवागारेषु बाह्यतः ।
नात्यर्थं सुखदुःखाभ्यां शरीरमुपतापयेत् ॥ ११॥
स्नानं पानं तथा शौचमद्भिः पूताभिराचिरेत् ।
स्तूयमानो न तुष्येत निन्दितो न शपेत्परान् ॥ १२॥
भिक्षादिवैदलं पात्रं स्नानद्रव्यमवारितम् ।
एवं वृत्तिमुपासीनो यतेन्द्रियो जपेत्सदा ॥ १३॥
विश्वायमनुसंयोगं मनसा भावयेत्सुधीः ।
आकाशाद्वायुर्वायोर्ज्योतिर्ज्योतिष आपोऽद्भ्यः पृथिवी ।
एषां भूतानां ब्रह्म प्रपद्ये । अजरममरमक्षरमव्ययं प्रपद्ये ।
मय्यखण्डसुखांभोधौ बहुधा विश्ववीचयः ।
उत्पद्यन्ते विलीयन्ते मायामारुतविभ्रमात् ॥ १४॥
न मे देहेन संबन्धो मेघेनेव विहायसः ।
अतः कुतो मे तद्धर्मा जाग्रत्स्वप्नसुषुप्तिषु ॥ १५॥
आकाशवत्कल्पविदूरगोह-
मादित्यवद्भास्यविलक्षणोऽहम् ।
अहार्यवन्नित्यविनिश्चलोऽह-
मम्भोधिवत्पारविवर्जितोऽहम् ॥ १६॥
नारायणोऽहं नरकान्तकोऽहं
पुरान्तकोऽहं पुरुषोऽहमीशः ।
अखण्डबोधोऽहमशेषसाक्षी
निरीश्वरोऽहं निरहं च निर्ममः ॥ १७॥
तदभ्यासेन प्राणापानौ संयम्य तत्र श्लोका भवन्ति ॥
वृषणापानयोर्मध्ये पाणी आस्थाय संश्रयेत् ।
संदश्य शनकैर्जिह्वां यवमात्रे विनिर्गताम् ॥ १८॥
माषमात्रां तथा दृष्टिं श्रोत्रे स्थाप्य तथा भुवि ।
श्रवणे नासिके गन्धा यतः स्वं न च संश्रयेत् ॥ १९॥
अथ शैवपदं यत्र तद्ब्रह्म ब्रह्म तत्परम् ।
तदभ्यासेन लभ्येत पूर्वजन्मार्जितात्मनाम् ॥ २०॥
संभूतैर्वायुसंश्रावैर्हृदयं तप उच्यते ।
ऊर्ध्वं प्रपद्यते देहाद्भित्त्वा मूर्धानमव्ययम् ॥ २१॥
स्वदेहस्य तु मूर्धानं ये प्राप्य परमां गतिम् ।
भूयस्ते न निवर्तन्ते परावरविदो जनाः ॥ २२॥
न साक्षिणं साक्ष्यधर्माः संस्पृशन्ति विलक्षणम् ।
अविकारमुदासीनं गृहधर्माः प्रदीपवत् ॥ २३॥
जले वापि स्थले वापि लुठत्वेष जडात्मकः ।
नाहं विलिप्ये तद्धर्मैर्घटधर्मैर्नभो यथा ॥ २४॥
निष्क्रियोऽस्म्यविकारोऽस्मि निष्कलोऽस्मि निराकृतिः ।
निर्विकल्पोऽस्मि नित्योऽस्मि निरालम्बोऽस्मि निर्द्वयः ॥ २५॥
सर्वात्मकोऽहं सर्वोऽहं सर्वातीतोऽहमद्वयः ।
केवलाखण्डबोधोऽहं स्वानन्दोऽहं निरन्तरः ॥ २६॥
स्वमेव सर्वतः पश्यन्मन्यमानः स्वमद्वयम् ।
स्वानन्दमनुभुञ्जानो निर्विकल्पो भवाम्यहम् ॥ २७॥
गच्छंस्तिष्ठन्नुपविशञ्छयानो वान्यथापि वा ।
यथेच्छया वसेद्विद्वानात्मारामः सदा मुनिः ॥ २८॥ इत्युपनिषत् ॥
ॐ आप्यायन्तु ममाङ्गानि वाक्प्राणश्चक्षुः
श्रोत्रमथो बलमिन्द्रियाणि च ॥ सर्वाणि सर्वं
ब्रह्मोपनिषदं माहं ब्रह्म निराकुर्यां
मा मा ब्रह्म निराकरोदनिराकरणमस्त्वनिराकरणं
मेस्तु तदात्मनि निरते य उपनिषत्सु धर्मास्ते मयि
सन्तु ते मयि सन्तु ॥ ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
हरिः ॐ तत्सत् ॥
इति कुण्डिकोपनिषत्समाप्ता ॥
Kundika Upanishad – vollständiger Text in IAST
kuṇḍikopaniṣatkhyātaparivrājakasaṃtatiḥ |
yatra viśrāntimagamattadrāmapadamāśraye ||
oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ
śrotramatho balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ
brahmopaniṣadaṃ māhaṃ brahma nirākuryāṃ
mā mā brahma nirākarodanirākaraṇamastvanirākaraṇaṃ
mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi
santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
hariḥ oṃ
brahmacaryāśrame kṣīṇe guruśuśrūṣaṇe rataḥ |
vedānadhītyānujñāta ucyate guruṇāśramī || 1 ||
dāramāhṛtya sadṛśamagnimādhāya śaktitaḥ |
brāhmīmiṣṭiṃ yajettāsāmahorātreṇa nirvapet || 2 ||
saṃvibhajya sutānarthe grāmyakāmānvisṛjya ca |
saṃcaranvanamārgeṇa śucau deśe paribhraman || 3 ||
vāyubhakṣo'mbubhakṣo vā vihitaiḥ kandamūlakaiḥ |
svaśarīre samāpyātha pṛthivyāṃ nāśru pātayet || 4 ||
saha tenaiva puruṣaḥ kathaṃ saṃnyasta ucyate |
sanāmadheyo yasmiṃstu kathaṃ saṃnyasta ucyate || 5 ||
tasmātphalaviśuddhāṅgī saṃnyāsaṃ saṃhitātmanām |
agnivarṇaṃ viniṣkramya vānaprasthaṃ prapadyate || 6 ||
lokavadbhāryayāsakto vanaṃ gacchati saṃyataḥ |
saṃtyaktvā saṃsṛtisukhamanutiṣṭhati kiṃ mudhā || 7 ||
kiṃvā duḥkhamanusmṛtya bhogāṃstyajati cocchritān |
garbhavāsabhayādbhītaḥ śītoṣṇābhyāṃ tathaiva ca || 8 ||
guhyaṃ praveṣṭumicchāmi paraṃ padamanāmayamiti |
saṃnyasyāgnimapunarāvartanaṃ yanmṛtyurjāyamāvahamiti ||
athādhyātmamantrāñjapet | dīkṣāmupeyātkāṣāyavāsāḥ |
kakṣopasthalomāni varjayet | ūrdhvabāhurvimuktamārgo bhavati |
aniketaścarebhikṣāśī | nididhyāsanaṃ dadhyāt | pavitraṃ
dhārayejjantusaṃrakṣaṇārtham | tadapi ślokā bhavanti |
kuṇḍikāṃ camakaṃ śikyaṃ triviṣṭapamupānahau |
śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ tathā || 9 ||
pavitraṃ snānaśāṭīṃ ca uttarāsaṅgameva ca |
ato'tiriktaṃ yatkiṃcitsarvaṃ tadvarjayedyatiḥ || 10 ||
nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu bāhyataḥ |
nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāpayet || 11 ||
snānaṃ pānaṃ tathā śaucamadbhiḥ pūtābhirāciret |
stūyamāno na tuṣyeta nindito na śapetparān || 12 ||
bhikṣādivaidalaṃ pātraṃ snānadravyamavāritam |
evaṃ vṛttimupāsīno yatendriyo japetsadā || 13 ||
viśvāyamanusaṃyogaṃ manasā bhāvayetsudhīḥ |
ākāśādvāyurvāyorjyotirjyotiṣa āpo'dbhyaḥ pṛthivī |
eṣāṃ bhūtānāṃ brahma prapadye | ajaramamaramakṣaramavyayaṃ prapadye |
mayyakhaṇḍasukhāṃbhodhau bahudhā viśvavīcayaḥ |
utpadyante vilīyante māyāmārutavibhramāt || 14 ||
na me dehena saṃbandho megheneva vihāyasaḥ |
ataḥ kuto me taddharmā jāgratsvapnasuṣuptiṣu || 15 ||
ākāśavatkalpavidūragoha-
mādityavadbhāsyavilakṣaṇo'ham |
ahāryavannityaviniścalo'ha-
mambhodhivatpāravivarjito'ham || 16 ||
nārāyaṇo'haṃ narakāntako'haṃ
purāntako'haṃ puruṣo'hamīśaḥ |
akhaṇḍabodho'hamaśeṣasākṣī
nirīśvaro'haṃ nirahaṃ ca nirmamaḥ || 17 ||
tadabhyāsena prāṇāpānau saṃyamya tatra ślokā bhavanti ||
vṛṣaṇāpānayormadhye pāṇī āsthāya saṃśrayet |
saṃdaśya śanakairjihvāṃ yavamātre vinirgatām || 18 ||
māṣamātrāṃ tathā dṛṣṭiṃ śrotre sthāpya tathā bhuvi |
śravaṇe nāsike gandhā yataḥ svaṃ na ca saṃśrayet || 19 ||
atha śaivapadaṃ yatra tadbrahma brahma tatparam |
tadabhyāsena labhyeta pūrvajanmārjitātmanām || 20 ||
saṃbhūtairvāyusaṃśrāvairhṛdayaṃ tapa ucyate |
ūrdhvaṃ prapadyate dehādbhittvā mūrdhānamavyayam || 21 ||
svadehasya tu mūrdhānaṃ ye prāpya paramāṃ gatim |
bhūyaste na nivartante parāvaravido janāḥ || 22 ||
na sākṣiṇaṃ sākṣyadharmāḥ saṃspṛśanti vilakṣaṇam |
avikāramudāsīnaṃ gṛhadharmāḥ pradīpavat || 23 ||
jale vāpi sthale vāpi luṭhatveṣa jaḍātmakaḥ |
nāhaṃ vilipye taddharmairghaṭadharmairnabho yathā || 24 ||
niṣkriyo'smyavikāro'smi niṣkalo'smi nirākṛtiḥ |
nirvikalpo'smi nityo'smi nirālambo'smi nirdvayaḥ || 25 ||
sarvātmako'haṃ sarvo'haṃ sarvātīto'hamadvayaḥ |
kevalākhaṇḍabodho'haṃ svānando'haṃ nirantaraḥ || 26 ||
svameva sarvataḥ paśyanmanyamānaḥ svamadvayam |
svānandamanubhuñjāno nirvikalpo bhavāmyaham || 27 ||
gacchaṃstiṣṭhannupaviśañchayāno vānyathāpi vā |
yathecchayā vasedvidvānātmārāmaḥ sadā muniḥ || 28 || ityupaniṣat ||
oṃ āpyāyantu mamāṅgāni vākprāṇaścakṣuḥ
śrotramatho balamindriyāṇi ca || sarvāṇi sarvaṃ
brahmopaniṣadaṃ māhaṃ brahma nirākuryāṃ
mā mā brahma nirākarodanirākaraṇamastvanirākaraṇaṃ
mestu tadātmani nirate ya upaniṣatsu dharmāste mayi
santu te mayi santu || oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
hariḥ oṃ tatsat ||
iti kuṇḍikopaniṣatsamāptā ||
Kundika Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung
Eröffnungsvers der Kundika Upanishad
Ich nehme Zuflucht zu jenem Stand Ramas, in dem die in der Kundika Upanishad beschriebene Folge der Wandermönche zur Ruhe gelangt ist.
Shanti Mantra
Om. Mögen meine Glieder, Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman nicht zurückweisen und möge Brahman mich nicht zurückweisen. Möge es keinerlei Zurückweisung geben. Mögen die in den Upanishaden verkündeten Tugenden in mir ruhen, der ich dem Selbst hingegeben bin. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
1. Kapitel
1. Vers Kundika Upanishad
Nachdem der Brahmacharin die Zeit der Schülerschaft vollendet, dem Lehrer gedient und die Veden studiert hat, tritt er mit Erlaubnis des Lehrers in den nächsten Lebensstand ein.
2. Vers Kundika Upanishad
Er nimmt eine passende Ehefrau, errichtet nach seinen Kräften das heilige Feuer und vollzieht ein Brahman geweihtes Opfer, das innerhalb eines Tages und einer Nacht abgeschlossen wird.
3. Vers Kundika Upanishad
Nachdem er den Besitz angemessen unter den Söhnen verteilt und die weltlichen Wünsche aufgegeben hat, zieht er als Waldeinsiedler durch reine Gegenden.
4. Vers Kundika Upanishad
Er lebt von Luft, Wasser oder erlaubten Wurzeln und Knollen, bringt die weltliche Lebensführung im eigenen Körper zum Abschluss und lässt aus Sehnsucht nach früherem Komfort keine Träne auf die Erde fallen.
5. Vers Kundika Upanishad
Wie kann ein Mensch, der noch mit seiner Frau zusammenlebt, ein Entsagender heißen? Wie kann jemand schon durch einen bloßen Namen als Entsagender gelten?
6. Vers Kundika Upanishad
Darum soll er zuerst Körper und Handlungsfrüchte läutern, den Geist sammeln, aus dem Bereich des Opferfeuers heraustreten und in den Stand des Waldeinsiedlers eintreten.
7. Vers Kundika Upanishad
Beherrscht geht er mit seiner Frau in den Wald, obwohl die äußere Verbindung noch besteht. Warum sollte er nach Aufgabe der Freuden des Samsara die Entsagung vergeblich vollziehen?
8. Vers Kundika Upanishad
Welches Leid bewegt ihn, große Genüsse aufzugeben? Aus Furcht vor erneutem Aufenthalt im Mutterleib sowie vor Hitze, Kälte und anderem Leid sucht er den Weg zur endgültigen Freiheit.
Erster unnummerierter Prosateil der Kundika Upanishad
„Ich möchte in die geheime Höhle der Entsagung eintreten, zum höchsten leidfreien Zustand.“ Nachdem der Entsagende das Opferfeuer aufgegeben hat, soll er nicht wieder zu ihm zurückkehren; das frühere Ritual geht in der kommenden Erkenntnis Brahmans auf.
Zweiter unnummerierter Prosateil der Kundika Upanishad
Nun wiederhole er die auf das Selbst bezogenen Mantras, empfange die Einweihung, trage ockerfarbenes Gewand und verlasse den weltlichen Weg. Ohne feste Wohnung, von Almosen lebend, übe er Nididhyasana und trage nur das zum Schutz der Lebewesen und für ein schlichtes Leben Notwendige.
9. Vers Kundika Upanishad
Der Wandermönch besitzt nur Wassergefäß, Almosenschale, Trageband, Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke, Lendentuch und Bedeckung.
10. Vers Kundika Upanishad
Dazu kommen Reinigungsring, Badetuch und Obergewand. Alles, was darüber hinausgeht, soll der Entsagende aufgeben.
11. Vers Kundika Upanishad
Er schlafe auf einer Sandbank am Fluss oder außerhalb eines Tempels und quäle den Körper weder durch übermäßigen Genuss noch durch übermäßige Härte.
12. Vers Kundika Upanishad
Zum Baden, Trinken und Reinigen verwende er sauberes Wasser. Bei Lob werde er nicht übermütig; bei Tadel verfluche er niemanden.
13. Vers Kundika Upanishad
Seine Almosenschale sei aus Blättern, das Reinigungsmittel die vorgeschriebene Erde. Mit dieser einfachen Lebensgrundlage, beherrschten Sinnen und beständigem Japa richte er den Geist auf die Einheit des Selbst.
14. Vers Kundika Upanishad
Aus Raum entsteht Luft, aus Luft Feuer, aus Feuer Wasser und aus Wasser Erde. Ich nehme Zuflucht zu Brahman als Ursprung dieser Elemente – zum alterslosen, unsterblichen, unvergänglichen Brahman. In mir, dem Ozean ungeteilter Glückseligkeit, entstehen und vergehen die Wellen der Welt durch den Wind des Maya-Spiels.
15. Vers Kundika Upanishad
Mit dem Körper bin ich nicht verbunden, wie der Raum nicht mit den Wolken verbunden ist. Wie könnten daher seine Eigenschaften in Wachen, Traum und Tiefschlaf die meinen sein?
16. Vers Kundika Upanishad
Wie der Raum bin ich jenseits aller Vorstellung; wie die Sonne verschieden von den beleuchteten Dingen; wie ein unverrückbarer Berg stets unverändert und wie der Ozean ohne Ufer.
17. Vers Kundika Upanishad
Ich bin Narayana, der Bezwinger Narakas; ich bin Shiva, der Bezwinger der drei Städte; ich bin Purusha und Ishvara. Ich bin ungeteiltes Bewusstsein, Zeuge von allem, ohne einen übergeordneten Herrn, frei von Ich und Mein.
18. Vers Kundika Upanishad
Durch Übung vereinigt der Entsagende Prana und Apana. Er legt die Hände an den Bereich zwischen Genitalien und After und hält die Zunge, etwa gerstenkorngroß vorgestreckt, sanft zwischen den Zähnen.
19. Vers Kundika Upanishad
Den Blick nur wenig geöffnet, richtet er ihn gesammelt aus, hält die Füße fest am Boden und zieht Hören und Riechen zurück. Diese historische Yogaanweisung soll nicht ohne qualifizierte Anleitung nachgeahmt werden.
20. Vers Kundika Upanishad
Wo das Shiva-Pada ist, dort ist Brahman, das höchste Brahman. Es wird durch beständige Übung und durch in früheren Leben erworbene Reife erkannt.
21. Vers Kundika Upanishad
Vom Herzen steigt die durch Lebenshauch getragene innere Glut auf; sie durchdringt den Scheitel und führt zum Unvergänglichen.
22. Vers Kundika Upanishad
Wer auf diesem Weg durch den Scheitel die höchste Wirklichkeit erlangt und das Niedere wie das Höhere erkennt, kehrt nicht mehr in den Samsara zurück.
23. Vers Kundika Upanishad
Die Eigenschaften des Gesehenen berühren den davon verschiedenen Zeugen nicht. Wie eine Lampe von den beleuchteten Dingen unverändert bleibt, so bleibt der unbeteiligte Zeuge von den Eigenschaften des Haushalts unberührt.
24. Vers Kundika Upanishad
Mag dieser träge Körper im Wasser oder auf der Erde liegen: Ich werde von deren Eigenschaften nicht befleckt, wie der Raum im Topf nicht von den Eigenschaften des Topfes berührt wird.
25. Vers Kundika Upanishad
Ich bin ohne begrenztes Handeln und ohne Veränderung, ohne Teile und ohne Form, frei von Vorstellungen, ewig, ohne äußere Stütze und nichtdual.
26. Vers Kundika Upanishad
Ich bin das Selbst aller, ich bin alles, jenseits von allem und ohne ein Zweites. Ich bin das eine ungeteilte Erkennen und die ununterbrochene Glückseligkeit des Selbst.
27. Vers Kundika Upanishad
Überall nur das Selbst sehend, das Selbst als nichtdual erkennend und die Freude des Selbst genießend, verweile ich frei von begrenzenden Vorstellungen.
28. Vers Kundika Upanishad
Ob gehend, stehend, sitzend, liegend oder auf andere Weise: Der weise, am Selbst erfreute Muni lebe frei und pflichtbewusst, wie es der Situation entspricht. So lautet die Upanishad.
Abschließendes Shanti Mantra
Om. Mögen meine Glieder, Rede, Prana, Augen, Ohren, Kraft und alle Sinne erstarken. Alles ist das Brahman der Upanishaden. Möge ich Brahman nicht zurückweisen und möge Brahman mich nicht zurückweisen. Möge es keinerlei Zurückweisung geben. Mögen die in den Upanishaden verkündeten Tugenden in mir ruhen, der ich dem Selbst hingegeben bin. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Heilige Schlussformel
Hari Om. Das ist das Wahre.
Schlussformel der Kundika Upanishad
Damit ist die Kundika Upanishad beendet.
Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Kundika Upanishad für ernsthafte Aspiranten
1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Kundika Upanishad richtet den Blick auf schlichte Lebensregeln des Entsagenden, symbolisiert durch die Wasserschale. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.
2. Übe innere Entsagung vor äußerer Radikalität.
Vereinfache Besitz, Erwartungen und Selbstdarstellung. Äußere Formen des Sannyasa gehören in einen verantworteten traditionellen Zusammenhang; ihr innerer Kern – Nichtanhaftung, Wahrhaftigkeit und Dienst – ist für jeden Aspiranten zugänglich.
3. Verbinde Viveka mit Mitgefühl.
Unterscheide das Vergängliche vom Unvergänglichen, ohne Menschen oder weltliche Aufgaben abzuwerten. Reife Entsagung macht freundlich, klar und zuverlässig.
4. Pflege eine feste Meditationszeit.
Setze dich täglich zur Meditation, beobachte den Geist und ruhe als Zeuge. Beständigkeit ist wichtiger als demonstrative Strenge.
5. Suche qualifizierte Begleitung.
Weitreichende Gelübde, soziale Rückzüge und asketische Lebensformen sollten nicht aus einer momentanen Krise heraus übernommen werden. Besprich sie mit einem erfahrenen Lehrer und prüfe ihre ethischen Folgen.
Literatur und Quellen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda. Leipzig 1905. Vergleichsübersetzung für die von Deussen aufgenommenen Texte.
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads. Madras 1914.
- T. R. Srinivasa Ayyangar und weitere Übersetzer: Ausgaben der Samanya-, Shaiva-, Shakta-, Vaishnava- und Sannyasa-Upanishaden auf Grundlage des Kommentars von Upanishad Brahma Yogin, Adyar Library.
- Patrick Olivelle: Saṃnyāsa Upaniṣads: Hindu Scriptures on Asceticism and Renunciation. Oxford University Press, 1992. Besonders relevant für die Sannyasa-Texte.
- Sanskrit Documents – elektronische Sanskritausgaben.
- Kundika Upanishad – verwendete Devanagari-Textgrundlage
- 108 Upanishads – englische Vergleichsübersetzungen nach Veda-Gruppen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda – Digitalisat
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads – Digitalisat
- Upanishaden – kostenloses Online-Buch von Swami Krishnananda
- Klassische Upanishaden – Die Weisheit des Yoga
Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.
Siehe auch
- Parabrahma Upanishad, Avadhuta Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Kathashruti Upanishad, Sannyasa Upanishad, Turiyatita Upanishad, Bhikshuka Upanishad
- Upanishaden
- Vedanta
- Jnana Yoga
- Meditation
- Moksha
- Guru
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