Silvester-Homa
Silvester-Homa begleitet den Übergang vom alten zum neuen Jahr mit Rückschau, Dank und bewusster Ausrichtung. Die Feuerverehrung hilft, Erlebtes Gott anzuvertrauen und neue Vorhaben mit Liebe und Klarheit zu beginnen. In der Yoga-Vidya-Form werden Körper, Beruf, Beziehungen und spirituelle Entwicklung einzeln angesprochen. Eine erfahrene Homa-Leitung führt die Gruppe durch die stillen Besinnungen und Mantras; eine Assistenz begleitet die Feuerstelle und den Wechsel der Darbringenden.
Vorbereitung und Materialien
Eine geeignete Feuerschale auf feuerfestem Untergrund aufstellen. Trockenes unbehandeltes Holz, gegebenenfalls die in der Tradition verwendeten gereinigten Kuhdungfladen, Anzündmaterial, Streichhölzer, einen langen Opferlöffel sowie Kokosfett bereitstellen. In der Yoga-Vidya-Praxis wird dieses feste Fett „Kokos-Ghee“ genannt; traditionell kann auch Ghee verwendet werden. Das Fett vor der Gabe bei Bedarf vorsichtig verflüssigen. Wasser und Löffel für Achamana, Asche, Sandelholzpaste, Kumkum, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Prasad bereithalten.
Die Ritualleitung führt die Rezitation; eine Assistenz kann Feuer und Material betreuen. Die Feuerstelle braucht ausreichenden Abstand zu brennbaren Gegenständen, einen zugfreien und gut belüfteten Platz und eine geeignete Löschmöglichkeit. Nur kleine, kontrollierte Gaben verwenden. Das Feuer bis zum vollständigen Erlöschen beaufsichtigen. Bei einer Gruppe vorab erklären, wer wann an die Feuerstelle tritt und wie der Löffel übergeben wird.
Rückschau und Ausrichtung
Zu Beginn den Sinn des Feuers erklären: Erlebtes darf verwandelt, Dankbarkeit ausgesprochen und ein neuer Schritt gewagt werden. Persönliche Anliegen können still bleiben. Den Beginn so planen, dass auch Abschluss und eine mögliche Mitternachtsmeditation ausreichend Zeit erhalten.
1. Einstimmen und dreimal Om
Die Ritualleitung verneigt sich vor dem Altar. Eine Assistenz kann die Glocke läuten und, wenn vorhanden, das Muschelhorn blasen. Alle singen gemeinsam:
oṃ oṃ oṃ
Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.
2. Achamana – innere und äußere Reinigung
Für Achamana mit dem Löffel jeweils eine kleine Menge Trinkwasser in die rechte Hand geben. Die Ritualleitung spricht die folgenden Anrufungen und führt die jeweils beschriebene Handlung aus. Die Geste macht die innere Ausrichtung auch körperlich erfahrbar.
Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.
oṃ keśavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Keshava.
Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.
oṃ acyutāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Achyuta, dem Unvergänglichen.
Einen kleinen Schluck trinken; danach mit der Hand über den Scheitel, das Sahasrara Chakra, streichen.
oṃ anantāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ananta, dem Unendlichen.
Wasser in die rechte Hand geben und nach oben und unten sprenkeln.
oṃ govindāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Govinda.
Wasser in die rechte Hand geben und in die vier Himmelsrichtungen sprenkeln.
oṃ nārāyaṇāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Narayana.
Nochmals etwas Wasser in die rechte Hand geben, die Hand über dem Kopf kreisen lassen und anschließend mit den Fingern schnippen. Dazu das Gebet an die heiligen Flüsse sprechen:
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //
Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.
3. Tilaka – die heiligen Zeichen auftragen
Beim Tilaka zuerst mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand drei Streifen Asche auf die Stirn auftragen:
oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi /
tan no rudraḥ pracodayāt //
Übersetzung: Om. Wir wollen jenes höchste Wesen erkennen und über den großen Gott meditieren. Möge Rudra unseren Geist anregen und erleuchten.
Mit dem rechten Ringfinger etwas Sandelholzpaste zwischen den Augenbrauen auftragen, am Ajna Chakra:
oṃ gandha-dvārāṃ durādharṣāṃ nitya-puṣṭāṃ karīṣiṇīm /
īśvarīṃ sarva-bhūtānāṃ tām ihopahvaye śriyam //
gandhān dhārayāmi
Übersetzung: Ich rufe hier Shri, die Herrin aller Wesen, herbei: durch Duft zugänglich, unüberwindlich, stets genährt und Fruchtbarkeit spendend. Ich trage die duftende Gabe auf.
Mit dem rechten Ringfinger einen Punkt Kumkum auf die Sandelholzpaste setzen:
oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //
Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.
4. Avahana – Gottheiten und Lehrer begrüßen
Zur Avahana die Glocke läuten und zu jeder der folgenden Anrufungen eine Blüte darbringen. Die Anrufung öffnet die Verehrung für die verschiedenen göttlichen Kräfte und die Lehrer der Sivananda Tradition.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ
Übersetzung: Verehrung Ganesha, dem Herrn der Scharen.
oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ
Übersetzung: Verehrung Subrahmanya, dem im Schilfwald Geborenen.
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung Saraswati, mit der Keimsilbe aiṃ.
oṃ guṃ gurubhyo namaḥ
Übersetzung: Verehrung den spirituellen Lehrern, mit der Keimsilbe guṃ.
oṃ namo bhagavate śivānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Sivananda.
oṃ namo bhagavate viṣṇu-devānandāya
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Vishnudevananda.
oṃ ādi-śaktyai namaḥ
Übersetzung: Verehrung der ursprünglichen göttlichen Kraft, Adi Shakti.
5. Das vergangene Jahr Gott anvertrauen
Einige Minuten still auf Gesundheit, Arbeit, Beziehungen und spirituelle Praxis zurückschauen. Gelungenes würdigen, Schwieriges anerkennen und beides hingeben:
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt /
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi //
Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und innerem Wesen oder aus meiner natürlichen Veranlagung heraus tue: All dies bringe ich dem höchsten Narayana dar.
6. Das kommende Jahr innerlich vorbereiten
Für dieselben Lebensbereiche einen klaren, hilfreichen Vorsatz fassen. Sich den nächsten konkreten Schritt vorstellen und auch die Ergebnisse dem Göttlichen anvertrauen:
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt /
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi //
Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und innerem Wesen oder aus meiner natürlichen Veranlagung heraus tue: All dies bringe ich dem höchsten Narayana dar.
7. Agni anrufen und das Feuer entzünden
Das folgende Mantra fünfmal sprechen:
oṃ agnaye namaḥ
Übersetzung: Verehrung Agni, dem göttlichen Feuer.
hrīṃ vahni-mūrtaye namaḥ
Übersetzung: Mit der Keimsilbe hrīṃ: Verehrung der Gestalt des Feuers.
vaṃ vahni-caitanyāya namaḥ
Übersetzung: Mit der Keimsilbe vaṃ: Verehrung dem Bewusstsein des Feuers.
Das Anzündmaterial an einer vorbereiteten Flamme entzünden und in die Feuerschale legen. Dabei dreimal die Feuer-Keimsilbe sprechen:
raṃ raṃ raṃ
Übersetzung: Dreimal die Keimsilbe raṃ, die hier das Feuer anruft.
oṃ cit piṅgala hana hana daha daha paca paca sarvaṃ jñāpaya svāhā
Übersetzung: Om, Bewusstseinsfeuer, goldbraun Leuchtender: Zerschlage, verbrenne und verwandle; lass alles erkannt werden. Svaha: Diese Gabe sei dargebracht. Die kraftvollen Verben werden in dieser Praxis auf Unwissenheit und innere Begrenzungen bezogen.
oṃ agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam /
suvarṇa-varṇam amalaṃ samiddhaṃ viśvato-mukham //
Übersetzung: Ich verehre das entflammte Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, rein, hell entfacht, mit Gesichtern nach allen Richtungen.
8. Einleitende Ahutis
Zu jedem svāhā einen kleinen Löffel Fett in die Flamme geben. Die Gaben werden dem innerlich vorgestellten rechten, linken und dritten Auge sowie dem Mund Agnis zugewendet.
oṃ agnaye svāhā
Übersetzung: Darbringung an Agni.
oṃ somāya svāhā
Übersetzung: Darbringung an Soma.
oṃ agni-ṣomābhyāṃ svāhā
Übersetzung: Darbringung an Agni und Soma.
oṃ agnaye sviṣṭakṛte svāhā
Übersetzung: Darbringung an Agni, der das Opfer zum guten Abschluss bringt.
Den folgenden Vers zweimal mit je einer Gabe sprechen:
oṃ vaiśvānara jātavedaḥ ihā vaha lohitākṣa /
sarva-karmāṇi sādhaya svāhā //
Übersetzung: Om, Vaishvanara, Jatavedas, Rotäugiger: Bringe hierher und lass alle rituellen Handlungen gelingen. Diese Gabe sei dargebracht.
Anschließend dreimal mit je einer Gabe:
oṃ mahā-gaṇapataye svāhā
Übersetzung: Diese Gabe gilt dem großen Ganapati, Ganesha.
Darbringungen für das vergangene Jahr
Jedes Anliegen ruhig benennen. Jedes zugehörige Mantra drei- bis sechsmal oder länger wiederholen; bei jedem svāhā eine kleine Gabe darbringen. Bei einer Gruppe können die Teilnehmenden nacheinander einige Gaben ausführen.
9. Körper, Gesundheit und Krankheit
oṃ namo bhagavate śrī-sūryāya ādityāya akṣi-tejase aho vāhini vāhini svāhā
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Surya, Aditya, dem Leuchten des Auges. Die Schlussformel „aho vāhini vāhini“ ist im Chakshushmati-Vidya-Mantra überliefert; ihre genaue Wortbedeutung ist nicht gesichert. Diese Gabe sei dargebracht. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
10. Arbeit und Beruf
oṃ śrī-mahā-lakṣmyai namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung der großen Lakshmi. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
11. Familie und Partnerschaft
oṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopī-jana-vallabhāya svāhā
Übersetzung: Mit den Keimsilben hrīṃ, śrīṃ und klīṃ gilt diese Darbringung Krishna, Govinda, dem Geliebten der Gopis.
12. Andere Wünsche
oṃ śrī-hanumate namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Hanuman. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
13. Schuldgefühle hingeben
oṃ namaḥ śivāya /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Shiva. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
14. Ärger loslassen
oṃ śrī-durgāyai namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Durga. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
15. Spirituelle Entwicklung
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ /
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi /
dhiyo yo naḥ pracodayāt /
svāhā //
Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen und erleuchten. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
16. Dank für alles Erlebte
oṃ namo nārāyaṇāya /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Narayana. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
Darbringungen für das neue Jahr
17. Körper und Gesundheit
oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt /
svāhā //
Übersetzung: Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen fördert. Wie eine reife Frucht sich von ihrem Stiel löst, möge ich von der Bindung des Todes frei werden, nicht aber von der Unsterblichkeit. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
18. Berufliche Vorhaben
kṛṣṇa kṛṣṇa mahā-yogin bhaktānām abhayaṅkara /
govinda paramānanda sarvaṃ me vaśam ānaya /
svāhā //
Übersetzung: Krishna, Krishna, großer Yogi, der seinen Verehrern Furchtlosigkeit schenkt; Govinda, höchste Glückseligkeit: Bringe alles unter meine Verfügung. Im Kontext der Projektwidmung wird damit um Sammlung und hilfreiches Zusammenwirken der Kräfte gebeten; dies ist eine Deutung der Bitte, nicht ihre wörtliche Übersetzung. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
19. Familie und Partnerschaft
oṃ śrī-rāmāya namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Rama. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
20. Lernen und Ausbildung
oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Saraswati. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
21. Spirituelle Praxis
oṃ hrīṃ namaḥ śivāya /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Shiva mit der Keimsilbe hrīṃ. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
22. Am eigenen Charakter arbeiten
oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Subrahmanya. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
23. Hinderliche Gewohnheiten ablegen
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung Ganesha. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
24. Weitere Vorhaben
oṃ mahā-devyai ca vidmahe viṣṇu-patnyai ca dhīmahi /
tan no lakṣmīḥ pracodayāt /
svāhā //
Übersetzung: Wir wollen die große Göttin erkennen und über Vishnus Gemahlin meditieren. Möge Lakshmi unseren Geist anregen. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
25. Segen für andere Menschen
oṃ nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi /
tan no viṣṇuḥ pracodayāt /
svāhā //
Übersetzung: Wir wollen Narayana erkennen und über Vasudeva meditieren. Möge Vishnu unseren Geist anregen. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
26. Rechtes Wissen
oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt /
svāhā //
Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
27. Frieden und Wohlergehen der Menschheit
lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu /
svāhā //
Übersetzung: Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
28. Führung durch die Lehrer
oṃ guṃ gurubhyo namaḥ /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung den Gurus. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
29. Verbindung mit Sivananda
oṃ namo bhagavate śivānandāya /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Sivananda. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
30. Verbindung mit Vishnudevananda
oṃ namo bhagavate viṣṇu-devānandāya /
svāhā //
Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Vishnudevananda. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.
Abschluss
31. Segenswünsche und Stille
Dreimal sprechen und den Segen der ganzen Menschheit und allen Lebewesen widmen:
lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu
Übersetzung: Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Ein bis zwei Minuten still werden und den eingangs gefassten Sankalpa erneut vergegenwärtigen.
32. Kshama – die Unvollkommenheit hingeben
yad akṣaraṃ paribhraṣṭaṃ mātrā-hīnaṃ ca yad bhavet /
pūrṇaṃ bhavatu tat sarvaṃ tvat-prasādān maheśvari //
mantra-hīnaṃ kriyā-hīnaṃ bhakti-hīnaṃ sureśvari /
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me //
Übersetzung: Was an Silben entfallen ist oder an richtiger Lautdauer fehlt: Möge durch deine Gnade alles vollständig werden, große Herrin. Was ich verehrt habe, obwohl es an Mantra, Handlung oder Hingabe mangelte, möge durch dich vollkommen sein, Göttin und Herrin der Götter.
33. Räucherwerk, Licht und Speise darbringen
Für Dhupa Räucherwerk entzünden und im Uhrzeigersinn vor dem Altar schwenken. Dazu die Glocke läuten.
dhūpaṃ samarpayāmi
Übersetzung: Ich bringe Räucherwerk dar.
Für Dipa eine Kerze oder Öllampe ebenso schwenken und anschließend sicher abstellen.
dīpaṃ samarpayāmi
Übersetzung: Ich bringe Licht dar.
Die Prasad-Schale vor den Altar stellen. Für Naivedya mit einer Blüte oder der rechten Hand etwas Wasser über die Speise sprenkeln und dazu den Gayatri-Mantra dreimal sprechen.
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ /
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi /
dhiyo yo naḥ pracodayāt //
Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen und erleuchten.
Ein oder mehrere Stücke der Speise auf einem eigenen Teller am Altar darbringen; der Rest wird nach der Feier geteilt.
34. Arati
Die brennende Lampe vor dem Altar im Uhrzeigersinn schwenken. Alle stehen, soweit dies möglich ist. Glocke und Muschelhorn können die Arati begleiten.
oṃ rājādhirājāya prasahya-sāhine namo vayaṃ vaiśravaṇāya kurmahe /
sa me kāmān kāma-kāmāya mahyaṃ kāmeśvaro vaiśravaṇo dadātu /
kuberāya vaiśravaṇāya mahā-rājāya namaḥ //
Übersetzung: Wir erweisen Vaishravana Verehrung, dem König der Könige, dessen Kraft überwindet. Möge Vaishravana, Herr der Wünsche, mir die ersehnten Gaben gewähren. Verehrung dem großen König Kubera Vaishravana.
oṃ na tatra sūryo bhāti na candra-tārakaṃ nemā vidyuto bhānti kuto 'yam agniḥ /
tam eva bhāntam anubhāti sarvaṃ tasya bhāsā sarvam idaṃ vibhāti //
Übersetzung: Dort leuchtet weder die Sonne noch Mond und Sterne, auch diese Blitze nicht – wie dann dieses Feuer? Alles leuchtet, indem es seinem Leuchten folgt; durch sein Licht erstrahlt dies alles.
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //
Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.
Die Lichtkraft dreimal symbolisch dem Altar zuwenden. Anschließend das Licht den Anwesenden reichen; sie führen ihre Hände mit Abstand über die Flamme und streichen deren Wärme über Kopf oder Gesicht. Danach die Lampe sicher abstellen.
35. Widmung
tvam eva mātā ca pitā tvam eva /
tvam eva bandhuś ca sakhā tvam eva /
tvam eva vidyā draviṇaṃ tvam eva /
tvam eva sarvaṃ mama deva-deva //
Übersetzung: Du allein bist Mutter und Vater; du bist Verwandter und Freund. Du bist Wissen und Reichtum; du bist mein Alles, o Gott der Götter.
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt /
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi //
Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und innerem Wesen oder aus meiner natürlichen Veranlagung heraus tue: All dies bringe ich dem höchsten Narayana dar.
sarva-dharmān parityajya mām ekaṃ śaraṇaṃ vraja /
ahaṃ tvā sarva-pāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ //
Übersetzung: Lass alle Pflichten los und nimm allein bei mir Zuflucht. Ich werde dich von allen Verfehlungen befreien; sorge dich nicht. Diese Worte Krishnas stammen aus der Bhagavad Gita, Vers 18.66.
Verneigen, das Prasad teilen und noch etwas in Stille verweilen. Die betreuende Person bleibt bei der Feuerstelle, bis keine Flamme und keine gefährliche Glut mehr vorhanden ist. Asche erst nach dem vollständigen Erkalten berühren oder wegräumen.
Eine kurze Neujahrsansprache kann dazu ermutigen, Zeit bewusst zu nutzen, wahrhaftig zu leben, Mitgefühl zu üben und täglich zur inneren Stille zurückzukehren. Bei einer Mitternachtsfeier gemeinsam einige Minuten meditieren. Danach einander ein gesegnetes neues Jahr wünschen. Die Feuerbetreuung bleibt auch während der Begegnungen gewährleistet.
Siehe auch
Quellen
- Yoga Vidya Purohita Handbuch, 3. erweiterte Auflage, Januar 2025, Teil 3: Jahresfeste zelebrieren. Abschnitt „Silvester“. Ergänzend die Silvester-Einzelvorlagen von 2004, 2007, 2010 und 2015.
- Om Namo Bhagavate Shri Suryaya Chakshushmati Vidya Mantra, Yoga-Vidya-Kirtanheft 664: Sanskrit-Wortlaut der Surya-Anrufung.
Rezitationen in Devanagari
Die folgenden Texte entsprechen den ausgeschriebenen IAST-Rezitationen der Anleitung. Wiederholungszahlen und gleichzeitige Handlungen stehen beim jeweiligen Ritualschritt. Die Schriftübertragung enthält keine zusätzlichen vedischen Tonzeichen.
Om
ॐ ॐ ॐ
Achamana: Keshava
ॐ केशवाय नमः
Achamana: Achyuta, dem Unvergänglichen
ॐ अच्युताय नमः
Achamana: Ananta, dem Unendlichen
ॐ अनन्ताय नमः
Achamana: Govinda
ॐ गोविन्दाय नमः
Achamana: Narayana
ॐ नारायणाय नमः
Flussgebet
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति /
नर्मदे सिन्धु कावेरि नमस् तुभ्यं नमो नमः //
Shiva Gayatri
ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि /
तन् नो रुद्रः प्रचोदयात् //
Sandelholzgebet
ॐ गन्ध-द्वारां दुराधर्षां नित्य-पुष्टां करीषिणीम् /
ईश्वरीं सर्व-भूतानां ताम् इहोपह्वये श्रियम् //
गन्धान् धारयामि
Tripura Gayatri
ॐ ऐं त्रिपुरा-देव्यै च विद्महे क्लीं कामेश्वर्यै च धीमहि /
सौं तन् नः क्लिन्ने प्रचोदयात् //
Anrufung 1
ॐ गं गणपतये नमः
Anrufung 2
ॐ शरवणभवाय नमः
Anrufung 3
ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः
Anrufung 4
ॐ गुं गुरुभ्यो नमः
Anrufung 5
ॐ नमो भगवते शिवानन्दाय
Anrufung 6
ॐ नमो भगवते विष्णु-देवानन्दाय
Anrufung 7
ॐ आदि-शक्त्यै नमः
Kayena Vacha
कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् /
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि //
Agni
ॐ अग्नये नमः
Feuergestalt
ह्रीं वह्नि-मूर्तये नमः
Feuerbewusstsein
वं वह्नि-चैतन्याय नमः
Feuerbija
रं रं रं
Cit Pingala
ॐ चित् पिङ्गल हन हन दह दह पच पच सर्वं ज्ञापय स्वाहा
Agni Lobpreis
ॐ अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् /
सुवर्ण-वर्णम् अमलं समिद्धं विश्वतो-मुखम् //
Rechtes Auge
ॐ अग्नये स्वाहा
Linkes Auge
ॐ सोमाय स्वाहा
Drittes Auge
ॐ अग्नि-षोमाभ्यां स्वाहा
Mund
ॐ अग्नये स्विष्टकृते स्वाहा
Vaishvanara
ॐ वैश्वानर जातवेदः इहा वह लोहिताक्ष /
सर्व-कर्माणि साधय स्वाहा //
Maha Ganapati
ॐ महा-गणपतये स्वाहा
Surya Chakshushmati – Feuergabe
ॐ नमो भगवते श्री-सूर्याय आदित्याय अक्षि-तेजसे अहो वाहिनि वाहिनि स्वाहा
Lakshmi – Feuergabe
ॐ श्री-महा-लक्ष्म्यै नमः /
स्वाहा //
Krishna Liebe – Feuergabe
ॐ ह्रीं श्रीं क्लीं कृष्णाय गोविन्दाय गोपी-जन-वल्लभाय स्वाहा
Hanuman – Feuergabe
ॐ श्री-हनुमते नमः /
स्वाहा //
Shiva – Feuergabe
ॐ नमः शिवाय /
स्वाहा //
Durga – Feuergabe
ॐ श्री-दुर्गायै नमः /
स्वाहा //
Gayatri – Feuergabe
ॐ भूर् भुवः स्वः /
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि /
धियो यो नः प्रचोदयात् /
स्वाहा //
Narayana – Feuergabe
ॐ नमो नारायणाय /
स्वाहा //
Tryambakam – Feuergabe
ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टि-वर्धनम् /
उर्वारुकम् इव बन्धनान् मृत्योर् मुक्षीय मामृतात् /
स्वाहा //
Krishna Projekt – Feuergabe
कृष्ण कृष्ण महा-योगिन् भक्तानाम् अभयङ्कर /
गोविन्द परमानन्द सर्वं मे वशम् आनय /
स्वाहा //
Rama – Feuergabe
ॐ श्री-रामाय नमः /
स्वाहा //
Saraswati – Feuergabe
ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः /
स्वाहा //
Shiva Praxis – Feuergabe
ॐ ह्रीं नमः शिवाय /
स्वाहा //
Subrahmanya – Feuergabe
ॐ शरवणभवाय नमः /
स्वाहा //
Ganesha – Feuergabe
ॐ गं गणपतये नमः /
स्वाहा //
Lakshmi Gayatri – Feuergabe
ॐ महा-देव्यै च विद्महे विष्णु-पत्न्यै च धीमहि /
तन् नो लक्ष्मीः प्रचोदयात् /
स्वाहा //
Vishnu Gayatri – Feuergabe
ॐ नारायणाय विद्महे वासुदेवाय धीमहि /
तन् नो विष्णुः प्रचोदयात् /
स्वाहा //
Tripura Gayatri – Feuergabe
ॐ ऐं त्रिपुरा-देव्यै च विद्महे क्लीं कामेश्वर्यै च धीमहि /
सौं तन् नः क्लिन्ने प्रचोदयात् /
स्वाहा //
Lokah Samastah – Feuergabe
लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु /
स्वाहा //
Guru – Feuergabe
ॐ गुं गुरुभ्यो नमः /
स्वाहा //
Sivananda – Feuergabe
ॐ नमो भगवते शिवानन्दाय /
स्वाहा //
Vishnudevananda – Feuergabe
ॐ नमो भगवते विष्णु-देवानन्दाय /
स्वाहा //
Lokah Samastah
लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु
Kshama Devi
यद् अक्षरं परिभ्रष्टं मात्रा-हीनं च यद् भवेत् /
पूर्णं भवतु तत् सर्वं त्वत्-प्रसादान् महेश्वरि //
मन्त्र-हीनं क्रिया-हीनं भक्ति-हीनं सुरेश्वरि /
यत् पूजितं मया देवि परिपूर्णं तद् अस्तु मे //
Duftgabe
धूपं समर्पयामि
Lichtgabe
दीपं समर्पयामि
Gayatri
ॐ भूर् भुवः स्वः /
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि /
धियो यो नः प्रचोदयात् //
Rajadhirajaya
ॐ राजाधिराजाय प्रसह्य-साहिने नमो वयं वैश्रवणाय कुर्महे /
स मे कामान् काम-कामाय मह्यं कामेश्वरो वैश्रवणो ददातु /
कुबेराय वैश्रवणाय महा-राजाय नमः //
Na Tatra Suryo
ॐ न तत्र सूर्यो भाति न चन्द्र-तारकं नेमा विद्युतो भान्ति कुतो ऽयम् अग्निः /
तम् एव भान्तम् अनुभाति सर्वं तस्य भासा सर्वम् इदं विभाति //
Tvam Eva
त्वम् एव माता च पिता त्वम् एव /
त्वम् एव बन्धुश् च सखा त्वम् एव /
त्वम् एव विद्या द्रविणं त्वम् एव /
त्वम् एव सर्वं मम देव-देव //
Sarva Dharman
सर्व-धर्मान् परित्यज्य माम् एकं शरणं व्रज /
अहं त्वा सर्व-पापेभ्यो मोक्षयिष्यामि मा शुचः //