Kriyakramadyotika

Aus Yogawiki
(Weitergeleitet von Kriyakramadyotika')

Kriyakramadyotika (Sanskrit: क्रियाक्रमद्योतिका, kriyākramadyotikā, „Die den Ablauf der heiligen Handlungen erhellt“) ist ein Ritualhandbuch des Shaiva Siddhanta, verfasst von Aghoraśiva. Es beschreibt einen Weg der Shiva-Verehrung, auf dem Mantra, innere Sammlung und sorgfältig ausgeführte Handlungen zusammenwirken. Vom Erwachen bis zur Ruhe der Nacht erhält die Hinwendung zum Göttlichen einen festen Platz im Leben. Die Kriyakramadyotika erschließt damit eine zentrale Frage spiritueller Praxis: Wie kann die Hingabe, die in der Meditation erwacht, auch unser tägliches Handeln erfüllen?

Shiva: Die Kriyakramadyotika verbindet die Verehrung der göttlichen Gestalt mit innerer Sammlung und Hingabe.

Ihre Heimat ist die initiatorische Agama-Tradition des Shaivismus. Der Guru vermittelt die Praxis; durch Diksha wird der Übende in die überlieferte Ritualordnung aufgenommen. Puja, Nyasa, Mudra und Homa verbinden die Verehrung mit Mantra, Körper und Geist. Die ausführlichen Anweisungen gehören zur persönlichen und priesterlichen Gottesverehrung und sind auch für die Tempelpraxis bedeutsam. Dhyana und Samadhi haben innerhalb dieser täglichen Ordnung ihren eigenen Platz.

Die spirituelle Tiefe der Kriyakramadyotika zeigt sich besonders in ihren Übergängen: Shiva wird zunächst im Herzen verehrt; auf die äußeren Gaben folgt die Darbringung des eigenen Handelns; die Festverehrung schließt die Fürsorge für Bedürftige ein. So stehen die Genauigkeit des Rituals, die innere Hingabe und die Verantwortung gegenüber anderen Menschen in einem lebendigen Zusammenhang.

Heutige Yoga-Aspiranten können darin Anregungen für eine beständige, aufmerksame und gütige Lebensführung finden. Die Kriyakramadyotika lehrt, den Tag mit Erinnerung an das Göttliche zu beginnen, sich ganz auf die Verehrung einzulassen und die Früchte des Tuns hinzugeben. Ihre Bitte um Vervollständigung des Unvollkommenen verbindet menschliche Sorgfalt mit Vertrauen in Shivas Gnade.

Zur Ausgabe: Vollständiger vorhandener Sanskritbestand in IAST · Vollständiger vorhandener Sanskritbestand in Devanagari. Die Sanskritseiten bewahren zusätzlich die beiden überlieferten Kommentare; die deutsche Übersetzung auf dieser Seite gilt dem darin abgegrenzten Grundtext.

Was Yoga-Aspiranten aus der Kriyakramadyotika lernen können

Die Kriyakramadyotika lässt die tägliche Praxis mit dem Erwachen beginnen: im Herzen an Shiva denken und den Mantra nach den eigenen Kräften wiederholen (1.3). Bereits der erste bewusste Augenblick erhält so eine Richtung. Die äußere Reinigung und die weiteren Riten schließen sich an diese anfängliche Hinwendung an.

Eine zweite Entdeckung ist die innere Puja (1.27). Blüten und andere Gaben werden geistig bereitgestellt. Im Herzen findet die Verehrung statt, im Nabel das innere Homa, im Bindu, dem meditativen Punkt, die Sammlung. Diese Vorstellungen sind im Werk konkrete Bestandteile einer initiatorischen Liturgie. Sie zeigen zugleich, dass ein äußerlich sorgfältiger Ritus eine innere Beteiligung verlangt. Aufmerksam dargebrachte Blumen und liebevoll gesprochene Gebete gewinnen ihre Tiefe aus dieser Gegenwart.

Besonders bewegend ist die Hingabe der Früchte: Das Gebet in 1.51 übergibt Shiva Japa, gutes und schlechtes Handeln und schließlich das eigene Selbst. Bei der abschließenden Gabe unterscheidet der Text ausdrücklich zwischen dem Wunsch nach weltlicher Erfüllung und dem Streben nach Moksha (2.43). Wer Befreiung sucht, bittet darum, dass selbst die heilige Handlung keine neue Fessel wird.

Zur Praxis gehört auch, andere zu nähren und zu kleiden. Die Kriyakramadyotika nennt ausdrücklich Arme, Blinde, Schutzlose, Kinder, Alte und Kranke (2.40). Die Freude Shivas wird hier mit der Freude jener Menschen verbunden, denen geholfen wird. Für Yoga und Meditation liegt darin eine fruchtbare Anregung: Sammlung und tätige Güte können einander tragen.

Zugänge zum Lesen: Morgendliche Hinwendung · Innere Puja · Hingabe des Handelns · Samadhi · Fürsorge für andere · Bitte um Vervollständigung. Die vollständige Übersetzung erschließt den Ablauf; die ausgewählten Verse laden zum vertieften Nachsinnen ein.

Aufbau der Kriyakramadyotika

Die hier zugängliche Textgestalt hat drei durch Kolophone abgeschlossene Hauptteile. Sie besteht überwiegend aus Ritualprosa mit eingebetteten Meditationsversen, Gebeten und Schriftzitaten. Die Abschnittszahlen dieser Ausgabe sind redaktionelle Orientierungshilfen; sie werden nicht als ursprüngliche Verszählung ausgegeben.

Hauptteil Abschnitte dieser Ausgabe Inhalt
Nityakarmavidhi 1.1–1.76 Anrufung und Lehrerfolge; Morgenmeditation; Reinigung und Bäder; Sandhyā; Sonnenverehrung; innere und äußere Shiva-Puja; Japa, Guru und Schrift; Homa; Gaben; Mahlzeit, Studium, Samadhi und Tagesabschluss.
Pavitravidhi 2.1–2.50 Vorbereitung und Weihe der Pavitra-Fäden; Opferpavillon und Gefäße; Weihe des Feuers; Einladung, Anlegen und Abschluss; Ausgleich ritueller Versäumnisse; Fürsorge, Guru-Ehrung und Widmung.
Damanavidhi 3.1 Damanaka-Fest: Herbeibringen und Verehren der Pflanze mit ihren fünf Teilen; Darbringung an Shiva und Bitte um Vervollständigung.

Die Abschnitte 1.20, 1.26, 1.35, 1.46, 1.56 und 2.18 sind besonders umfangreich. Ihre inneren Absätze bleiben unter einer gemeinsamen Abschnittsnummer, damit zusammenhängende Ritualfolgen und Hymnengruppen nicht zu scheinbaren Einzelversen werden.

Werktradition, Autor und Kommentare

Name und Gattung. Die durch den Werktitel und die Kolophone gestützte Schreibweise ist Kriyākramadyotikā, क्रियाक्रमद्योतिका. Die abweichende Vokallänge im Dateinamen beziehungsweise Katalogtitel krīyakramādyotikā wird nicht als maßgebliche Titelschreibung übernommen. Das Werk ist eine Paddhati: ein von einem menschlichen Lehrer verfasstes Handbuch zur geordneten Ausführung der in den Agamas überlieferten Praxis. Es gehört zur Tantra- und Agama-Tradition, ist aber nicht selbst als ursprünglicher Offenbarungsdialog zwischen Shiva und der Göttin gestaltet.

Aghoraśiva. Die Kolophone nennen Aghoraśivācārya und seinen weiteren Namen Parameśvara. Das Institut français de Pondichéry und die École française d’Extrême-Orient ordnen ihn dem Chidambaram des 12. Jahrhunderts zu und nennen 1157 als Abschlussjahr der Kriyakramadyotika. Ihre institutionellen Werkbeschreibungen betonen die bleibende Bedeutung des Handbuchs für südindische Shiva-Tempelriten.[1][2]

Nirmalamaṇis Prabhā. M00126 ist kein reiner Grundtext: Der mit kri bezeichnete Text wechselt mit pra beziehungsweise prabhā, der Erklärung Nirmalamaṇis. Sein Schlusskolophon nennt ihn als Sohn Tyāgarājācāryas, wohnhaft in Kamalālaya, und bezeichnet den Kommentar auch als Verdeutlichung dunkler Stellen. Seine eigenen Anrufungsverse und die von ihm zusätzlich angeführten Schriftzitate werden deshalb nicht ohne Kennzeichnung Aghoraśiva zugerechnet.

Kacchapeśvaras Vyākhyā. M00324 überliefert einen weiteren Kommentar, der im Schlusskolophon Kacchapeśvaraśivācārya zugeschrieben wird. Der Eingang erwähnt Kāñcī und nennt einen eigenen Guru Sadāśiva; anschließend kündigt der Verfasser an, Aghoraśivas Handbuch durch die Gnade des Guru zu erklären. Die Katalogbeschreibung formuliert eine persönliche Lehrerbeziehung zu Aghoraśiva. Aus den tatsächlich ausgeschriebenen Eingangsversen allein lässt sich diese Gleichsetzung nicht eindeutig bestätigen; sie wird hier daher nicht als gesicherte Biographie übernommen.

Die Kriyakramadyotika ist dem Shaivismus des Śaiva Siddhānta zuzuordnen. Ihre intensive Verehrung von Shakti macht sie nicht automatisch zu einem Werk des eigenständigen Shaktismus oder der Śrīvidyā. Shakti ist hier untrennbar mit Shivas Wissen und Wirken verbunden.

Guru, Diksha und die Verantwortung der Praxis

Shiva und Shakti: Das Werk beginnt mit der Verehrung von Erkenntnis und Wirkkraft.

Die Kriyakramadyotika unterscheidet Samayin, Putraka, Sādhaka und Ācārya. Solche Bezeichnungen markieren unterschiedliche Positionen innerhalb einer Einweihungs- und Ritualordnung. Daraus ergeben sich unterschiedliche Formen der Sandhyā-Meditation und unterschiedliche Berechtigungen zum Feueropfer. Wenn Voraussetzungen oder Materialien fehlen, nennt das Werk Alternativen, beispielsweise zusätzliches Japa (1.59).

Der Guru wird am Beginn geehrt, innerhalb der Puja verehrt und am Abschluss des Pavitra-Ritus erneut aufgesucht. Zugleich kennt der Text praktische Grenzen: Wer weit entfernt wohnt und den Guru nicht erreichen kann, darf den Ritus mit älteren Angehörigen der eigenen Überlieferung oder, wenn auch diese fehlen, selbst vollziehen (2.50). Diese Erlaubnis steht innerhalb der vorausgesetzten Einweihungstradition.

Leseschlüssel zu den Riten: Die vollständige Dokumentation ist von einer Empfehlung zur heutigen Selbstpraxis zu unterscheiden. Die Atemlenkungen, Mantra-Nyāsas und Weihen des Feuers setzen traditionelle Unterweisung voraus. Historische Reinheits- und Standesregeln werden textgetreu wiedergegeben und an den einschlägigen Stellen eingeordnet.

Innere Puja, Mantraleib und Meditation

Der Herzlotus ist ein Ort der inneren Puja. Das Bild veranschaulicht die Sammlung im Herzen; es ist keine historische Illustration der Textausgabe.

Im Śivīkaraṇa wird der gewöhnliche Körper nicht verachtet, sondern für die rituelle Gottesverehrung neu vergegenwärtigt. Die Elemente werden in ihre Ursachen zurückgeführt; danach entsteht ein von Mantra und Shakti erfüllter Körper. Das Verbrennen und Überfluten des Körpers in 1.26 sind ausdrücklich innere Vorstellungen. Der Text beschreibt keine äußere Verbrennung.

Die Kriyakramadyotika arbeitet mit Tattvas, fünf Kalās, den Brahma-Mantras, Bijas und den Bahnen Ida, Pingala und Sushumna. Diese Ordnung lässt sich nicht ohne Weiteres auf eine moderne Sieben-Chakra-Grafik übertragen. Auch der Kundalini-Begriff sollte nicht nachträglich an die Stelle der konkreten Bezeichnungen des Werkes gesetzt werden. Wer einen Vergleich mit anderen Yogatraditionen zieht, gewinnt gerade durch das Beachten dieser Unterschiede ein genaueres Verständnis.

Die innere Puja und die äußere Verehrung stehen in Beziehung zueinander. Am Anfang wird Shiva im Herzen verehrt; nach den äußeren Gaben wird die angerufene Gegenwart wieder ins Herz aufgenommen. Der Abschluss ist deshalb keine gedankenlose Beendigung: Er führt die Aufmerksamkeit zu dem Ort zurück, von dem die Verehrung ausgegangen ist.

Ergänzende Meditation: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev aus dem Yoga-Vidya-Angebot. Das Video begleitet die Beschäftigung mit innerer Sammlung; es erläutert keinen Ritus der Kriyakramadyotika.

Pavitra und Damanaka: Erneuerung und Hingabe

Pavitra bezeichnet hier die geweihten Fäden beziehungsweise Fadengirlanden, die den Gottheiten und weiteren Trägern der Verehrung angelegt werden. Der Ritus hat einen ausdrücklichen Bezug zum Jahr, zu vollzogenen und versäumten Handlungen. Shiva wird als Zeit und Zeuge des Handelns angerufen. Die Bitte richtet sich darauf, Unvollständiges durch seine Gnade zu vervollständigen.

Das ist keine Aufforderung zur Nachlässigkeit. Die genaue Vorbereitung bleibt wichtig; zugleich wird die Begrenztheit des Menschen ausgesprochen. Hingabe darf ehrlich sein: „Was ich zu viel oder zu wenig getan habe, möge vollständig werden.“ Im Damanaka-Fest wird die Pflanze mit Wurzel, Stängel, Blatt, Blüte und Frucht dargebracht. Auch hier endet der Ritus mit der Bitte um Vervollständigung.

Kriyakramadyotika und andere Tantra Schriften

Die folgenden Vergleiche betreffen Tradition und Schwerpunkt. Sie behaupten keine unbewiesene unmittelbare Abhängigkeit. Wo die Kriyakramadyotika selbst ein Werk zitiert, wird dies ausdrücklich genannt. Die verlinkten Yoga-Wiki-Artikel ermöglichen das weitere Studium der Tantra Schriften.

Werk Gemeinsamkeit Eigenständiger Schwerpunkt und Unterschied
Kamika Agama Śaiva Siddhānta; Linga-Puja, Mantra, fünf Reinigungen und Tempelpraxis. Das Agama entfaltet auch Bau, Bildherstellung und Einsetzung sehr ausführlich. Die Kriyakramadyotika ordnet die hier vorliegenden täglichen und jahreszeitlichen Rituale als Paddhati. Kāmika wird im Prabhā-Kommentar tatsächlich angeführt.
Raurava Agama Shiva-Verehrung innerhalb der Siddhānta-Tradition; Ritual und Gotteserkenntnis. Ein mit „im Raurava“ eingeleiteter Hymnenblock steht im Grundtext 1.56. Das ist ein belegtes Zitatverhältnis zu der so benannten Überlieferung, keine Behauptung einer vollständigen Abhängigkeit des Handbuchs.
Mrigendra Tantra Siddhānta; Verbindung von Lehre, Yoga und Ritual. Das Mrigendra erschließt die philosophischen Voraussetzungen systematischer. In Prabhā wird häufig der Kommentar zur Mṛgendra-Paddhati genannt; dieser ist vom Agama-Grundtext zu unterscheiden.
Matanga Parameshwara Agama Siddhānta; Erkenntnis, Shiva-Shakti, Yoga und Verehrung. Die Kriyakramadyotika zitiert in 1.56 ausdrücklich einen Lobpreis aus dem Mataṅgapārameśvara und nennt Mataṅga im Schluss des täglichen Ritus. Ihre eigene Darstellung bleibt auf den Handlungsablauf konzentriert.
Svacchanda Tantra Shaivistische Mantra- und Ritualüberlieferung mit Bhairava-Bezug. Die beiden Kommentare erklären den Damanaka-Ritus ausdrücklich mit einer Überlieferung aus dem Svacchandabhairava-Tantra und erörtern seine Aufnahme in den Siddhānta. Das ist ein konkreter Berührungspunkt, keine Gleichsetzung beider Lehrsysteme.
Netra Tantra Shaivistische Mantra-, Schutz- und Verehrungspraxis; Verbindung äußerer Riten mit innerer Sammlung. Das Netra Tantra legt besonderes Gewicht auf Schutz, Befriedung und die Amṛteśa-Tradition. Es ist nicht schlicht ein weiteres Ritualbuch derselben südindischen Siddhānta-Schule.
Tantraloka Guru, Diksha, Mantra, innere Verehrung und Befreiung sind zentrale Themen. Abhinavaguptas umfassende Darstellung steht im nichtdualistischen Trika- und Kaula-Zusammenhang. Die rituelle Shiva-Identifikation der Kriyakramadyotika darf nicht ohne Weiteres mit dessen gesamter Philosophie gleichgesetzt werden.

Der Vergleich zeigt eine gemeinsame spirituelle Frage in unterschiedlichen Überlieferungen: Wie verbinden sich göttliche Gegenwart, Erkenntnis und wirksame Praxis? Die Kriyakramadyotika antwortet darauf vor allem durch den sorgfältig geordneten Vollzug. Ihre Aussage „Shiva verehrt“ gehört in diesen konkreten rituellen Zusammenhang; sie hebt die Bedeutung von Guru, Einweihung und Gnade nicht auf.

Deutsche Übersetzung der Kriyakramadyotika

Die folgende Übersetzung umfasst sämtliche 127 abgegrenzten Grundtextblöcke der vorhandenen Ausgabe M00126 einschließlich eingebetteter Verse, Gebete und Kolophone. Der umfangreiche Prabhā-Kommentar und Kacchapeśvaras zusätzlicher Kommentar stehen vollständig in den Sanskritartikeln; sie sind nicht Teil dieser Vollübersetzung des Grundtextes. Die Referenzen 1.1–3.1 erschließen die Textstellen in beiden Sanskritartikeln. Überlieferte, teils fehlerhafte Nummern bleiben dort zusätzlich erhalten. Eckige Hinweise kennzeichnen örtliche Textprobleme oder redaktionelle Erläuterungen.

Mantraformeln werden im deutschen Ablauf nach ihrer Bedeutung, ihrem Namen und ihrer Funktion wiedergegeben; ihre Sanskrit-Lautgestalt steht im vollständigen Paralleltext. Ausgewählte sicher ausgeschriebene Formeln sind zusätzlich unter „Wichtige Mantras“ versammelt. Die Übersetzung ersetzt nicht die Sanskrit-Lautgestalt für eine Rezitation.

Die folgenden Anweisungen gehören zum traditionellen initiatorischen bzw. rituellen Kontext und werden hier zur Textdokumentation wiedergegeben.

Eingangsverehrungen der Ausgabe: Om, das ist die Wirklichkeit. Möge Shiva Segen gewähren. Heil dem Herrn der Bewusstseinshalle zusammen mit der ehrwürdigen Śivakāmasundarī. Ehrerbietung dem höchsten Lehrer Jñānasambandha, dem höchsten Brahman. Es folgt die von Aghoraśivācārya verfasste Kriyakramadyotika mit Erklärung.

Tägliche Praxis: Anrufung, Reinigung und Sandhyā

1.1 Ich verehre Shiva, der alles überragt, den Friedvollen, der weder Anfang noch Ende hat, der ohne Teile und ohne Makel ist; und ich verehre Shakti, deren Wesen Erkenntnis und Wirken sind. [Das erste Attribut ist in M00126 beschädigt; die Lesung „der alles überragt“ folgt dem im Kommentar ausdrücklich angeführten Wort viśvādhika. Auch die Endung von „ohne Anfang und Ende“ ist gestört.]

1.2 Nachdem ich mich vor den höheren und niederen Gurus verneigt habe, die in der ununterbrochenen Folge der Lehrerüberlieferung zu uns gekommen sind, verfasse ich diese Kriyakramadyotika, welche die täglichen und die weiteren rituellen Handlungen klar erläutert. [Der Wortlaut der zweiten Vershälfte ist in der Vorlage gestört; die Übersetzung folgt der unmittelbar anschließenden Erklärung.]

1.3 Man stehe vor Tagesanbruch auf, innerhalb des Zeitraums von fünf Nāḍikās [Zeitangabe in der Vorlage mit Fragezeichen]. Ob rituell rein oder noch unrein: Nachdem man die unter den gegebenen Umständen mögliche Reinigung vollzogen hat, meditiere man im Herzlotus oder im Dvādaśānta über Shiva, auf die vom Guru unterwiesene Weise. Man übe Japa nach seinen Kräften. Wer zu Samadhi nicht imstande ist, meditiere über eine ihm zusagende Gestalt, etwa Sadashiva.

1.4 Mit einem Stab und den weiteren erforderlichen Hilfsmitteln verlasse man das Haus und begebe sich an den vorgeschriebenen Ort für die Notdurft. Tagsüber und in den Dämmerungszeiten blicke man nach Norden, nachts nach Süden; die heilige Schnur werde über das rechte Ohr gelegt. Man vermeide, sich dabei der Sonne und den anderen genannten heiligen Gegenständen zuzuwenden; die Wendung über die „Umwandlung der großen Elemente“ ist textlich unsicher. Auf mit Gras bedecktem Boden entleere man den Darm. Mit einem Erdklumpen oder einem entsprechenden Mittel reinige man den After. Die linke Hand hält das Geschlechtsteil; mit ihr nehme man die vorgeschriebene Erde und begebe sich zum Wasser. Mit Erde und Wasser reinige man das Geschlechtsteil einmal, den After fünfmal; dazwischen reinige man die Hand jeweils mit einer Portion Erde. Anschließend verwende man zehn Portionen für die linke Hand und sieben für beide Hände. Danach reinige man das Gesäß. Ist das Gefühl der Reinheit noch nicht erreicht, setze man die Reinigung fort, bis Reinheit besteht. Mit je einer weiteren Portion Erde wasche man Füße und Hände und vollziehe an einem anderen Ort zweimal Achamana, das rituelle Wasserschlürfen.

1.5 Man nehme ein Zahnreinigungshölzchen von acht Fingerbreiten, als nach Befreiung Strebender eines von zehn Fingerbreiten [die Verbindung zwischen Maßangabe und Befreiungswunsch ist gestört]. Es soll etwa von einem Mangobaum stammen, kleinfingerdick, frisch, berindet, gerade und ohne Knoten sein. Damit reinige man die Zähne. Hölzer der als Piśāca, Dhava und Vānīra bezeichneten Bäume, von Nimba und Rizinus, ferner Kāśa, Kuśa und der unklar bezeichneten weiteren Pflanzen sowie die Finger sind auszuschließen; man nehme ein anderes geeignetes Mittel. Am ersten Mondtag, an den Parvan-Tagen, am sechsten und neunten Mondtag sowie bei Neumond soll das Reinigen mit dem Hölzchen unterbleiben. Stattdessen reinige man den Mund durch zwölf Wasserspülungen oder mit sauberen Blättern.

1.6 Nun bade man. Man begebe sich etwa an einen Zusammenfluss, vollziehe Achamana und die mantrische Vervollständigung des Körpers. Mit dem Astra-Mantra nehme man Erde aus mindestens acht Fingerbreiten Tiefe und teile sie in drei Portionen. Mit der ersten wasche man den Körper vom Nabel bis zu den Füßen. Die zweite bespreche man einmal mit dem Astra-Mantra, bestreiche damit alle Glieder und trete bis zum Nabel ins Wasser. Nach Osten gewandt verschließe man Gesicht beziehungsweise Sinnesöffnungen mit der sechsgesichtigen Mudra, vergegenwärtige im Herzen das leuchtende Astra und bade.

Ein Zweimalgeborener vollziehe zunächst die brahmanische Sandhyā, danach die Astra-Sandhyā. Hierzu gebe er unter dem Astra-Mantra Wassertropfen auf den Kopf, bringe mit demselben Mantra dreimal Wasser aus den zusammengelegten Händen als Arghya dar und wiederhole den Mantra nach Kräften. Die verbleibende Erde bespreche er mit der Mantra-Saṃhitā, trete wieder ins nabeltiefe Wasser und teile sie auf der linken Hand dreifach. Die östliche Portion bespreche er einmal mit Astra, die südliche mit den Brahma-Mantras und die nördliche mit dem Grundmantra. Mit der Astra-Portion binde er die Himmelsrichtungen. Mit der Shiva-Portion [die genaue Handbewegung ist in der Vorlage gestört] vergegenwärtige er das Wasser als heilige Badefurt Shivas. Mit der weiteren besprochenen Portion schütze er den Körper, meditiere über Shiva und bade.

Soma und Sūrya, Shakti und Shiva denke er sich in der linken und rechten Hand. Mit der auf Vauṣaṭ endenden Mantra-Saṃhitā weihe er das Wasser und gieße es im nabeltiefen Wasser mit der Kumbhaka-Mudra über seinen Kopf. Mit Astra sprenge er Wasser in Haupt- und Zwischenrichtungen. Nach der einem Weltenherrscher angemessenen Weise bade er mit wohlriechenden Āmalaka-Früchten und weiteren Mitteln. Er steige aus dem Wasser und nehme mit dem kurzen Prāsāda-Mantra die angerufene heilige Badefurt zurück. Mit einem reinen, trockenen Tuch trockne er den Körper und lege zwei reine Kleidungsstücke an.

1.7 Mit gebundenem Haarschopf, unbedecktem Kopf und nach Osten oder Norden gewandt sitze man nieder. Man verwende geprüftes Wasser ohne Schaum und Blasen. Mit den drei Formeln für Ātma-, Vidyā- und Shiva-Tattva, jeweils mit der Darbringung „Svadhā“, wasche man jeweils die Hand und schlürfe Wasser über die Brahma-Stelle der Hand. Mit der Daumenwurzel wische man unter Astra zweimal über die Lippen und einmal mit der nach unten gerichteten Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger berühre man unter dem Herzmantra Mund, Nasenlöcher, Augen und Ohren, sodann Nabel, Herz, beide Schultern und Kopf, jeweils rechts vor links. Dies ist Achamana.

1.8 Oder man bade zu Hause, indem man sich zunächst wie zuvor mit Erde und den weiteren Mitteln reinigt. Anschließend bade man mit Wasser aus neun, acht oder fünf Gefäßen, das durch ein Tuch gefiltert und mit Shiva-Mantras geweiht wurde.

1.9 Wer das Wasserbad nicht ausführen kann, wasche sich nach Möglichkeit wenigstens unterhalb der Hüften oder an den Füßen. Die übrigen ungewaschenen Körperteile reibe man mit einem feuchten Tuch ab. Mit dem auf Huṃ Phaṭ endenden Astra-Mantra stelle man sich vor, dass das von den großen Zehen aufsteigende Feuer die äußere Unreinheit des Körpers verbrennt. Man überflute ihn mit dem reinen Wasser, das aus der angeregten Shakti hervorströmt, und wiederhole die Mantra-Saṃhitā einmal.

1.10 Nun folgt das Aschebad. Man nehme die nach den Verfahren Kalpa und den weiteren vorgeschriebenen Verfahren bereitete Asche und bespreche sie mit der Mantra-Saṃhitā. Nicht entsprechend bereitete Asche reinige man mit den Mantras der Kalās, beginnend mit Nivṛtti, und bespreche sie ebenfalls mit der Saṃhitā. Mit dem Astra-Bīja vollziehe man die Entfernung der Unreinheit durch Berührung mit der rechten Hand vom Kopf bis zu den Füßen; die Wendung über das Abstreifen des Aschestaubs ist nicht eindeutig. Mit Īśāna bestreiche man den Kopf, mit Tatpuruṣa das Gesicht, mit Aghora das Herz, mit Vāmadeva den Schambereich, mit Sadyojāta Füße, beide Schultern und die übrigen Glieder, unter anderem in Form der drei Querstreifen. Bei jedem Körperteil bedenke man die Reinigung der ausführenden Hand mit Astra. Mit der restlichen Asche vollziehe man unter den Brahma-Mantras und dem Grundmantra die Übergießung des Hauptes. Danach übe man Achamana wie zuvor.

1.11 Indem man den Grundmantra innerlich bis zum Ende des Nāda erklingen lässt, stelle man sich den eigenen Körper innen und außen von den reichlichen Nektarströmen übergossen vor, die aus der angeregten Shakti hervorgehen. Dieses geistige Bad soll bei allen entsprechenden Gelegenheiten vollzogen werden.

1.12 Das himmlische Bad und die anderen an einen besonderen Anlass gebundenen Bäder vollziehe man, wenn der jeweilige Anlass eintritt.

1.13 Dann vollziehe man Sakalīkaraṇa, die mantrische Ausstattung zur vollständigen göttlichen Gestalt. Mit der Astra-Formel reinige man die rechte und linke Hand, jeweils oben und unten; mit der Shakti-Formel, endend auf Vauṣaṭ, überflute man sie. Mit den Daumen lege man auf den Handflächen die Mantras für Shivas Sitz und Gestalt nieder. Mit den Zeigefingern bringe man Īśāna am Daumen an; mit den Daumen lege man Tatpuruṣa, Aghora, Vāmadeva und Sadyojāta an den übrigen Fingern vom Zeige- bis zum kleinen Finger nieder. [Bei Vāmadevas Körperzuordnung steht in der Vorlage eine unsichere Lesung.] Auf den Handflächen lege man den Vidyādeha-Mantra nieder, sodann mit den drei mittleren Fingern den Augenmantra. Man rufe Prāsāda in der Mitte als die alles durchdringende Kraft der ganzen Hand an. Vom kleinen Finger an lege man die Mantras für Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Astra nieder. Mit Kavaca umhülle man die Hände, füge beide zusammen und führe sie mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra in die höchste Heiligung über.

Mit rechtem Daumen und Ringfinger lege man Sitz und Gestalt im Herzen nieder; Īśāna am Scheitel mit dem Daumen der geschlossenen Faust. Mit Daumen und den jeweils zugeordneten Fingern lege man Tatpuruṣa, Aghora, Vāmadeva und Sadyojāta an Gesicht, Herz, Schambereich und Füßen nieder. Vidyādeha lege man mit Daumen und Ringfinger ins Herz, den Augenmantra mit den drei mittleren Fingern in die Augen. Prāsāda rufe man als besonderen Beherrscher im Körper an. Herz-, Kopf- und Haarschopfmantra lege man mit Daumen und kleinem Finger, Ringfinger beziehungsweise Mittelfinger an den entsprechenden Orten nieder. Mit den Zeigefingern ziehe man die schützende Umhüllung vom Hals bis zwischen die Brüste [die Vorlage liest an dieser Stelle unpassend „Gesicht“]. Astra lege man mit den Ringfingern auf den Handflächen nieder. Nach dreimaligem Klatschen binde man mit Astra die Himmelsrichtungen, umhülle sich mit Kavaca und zeige mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra die Mahāmudrā.

1.14 Danach vollziehe man Pranayama mit der Mantra-Saṃhitā.

1.15 Mit der Aṅkuśa-Mudrā ziehe man die heilige Kraft aus dem Bindu-Ort herab, unter der auf Vauṣaṭ endenden Herzformel, und lasse sie im Wasser gegenwärtig werden. Mit dem Grundmantra bespreche man diese Shiva-Badefurt, schütze und umhülle sie und verwandle sie rituell in Nektar.

1.16 Dann meditiere man über Sandhyā und verehre sie. Am Morgen, solange Sterne am Himmel stehen, schaue man sie als jugendliche Brāhmī: rot, in roten Gewändern und Schmuck, mit Flechthaar und heiliger Schnur, auf einem Lotus mit dem Schwan, viergesichtig und vierarmig. Rechts trägt sie die Gebetskette und einen im Text unsicher bezeichneten Gegenstand, links Stab und Wassergefäß; auch die anschließende Beschreibung ihrer Augen ist beschädigt.

Mittags meditiere man über die Göttin Vaiṣṇavī: weiß, weiß gekleidet, mit Waldblumengirlande als heiliger Schnur, in eben aufgeblühter Jugend, auf einem Lotus mit Garuḍa. Links trägt sie Muschelhorn und Diskus, rechts Keule und die Geste der Furchtlosigkeit; aller Schmuck ziert sie.

Wenn die Sonne zur Hälfte untergegangen ist, meditiere man über Raudrī: leuchtend wie ein blaues Lotusblatt, deren Jugend bereits etwas fortgeschritten ist, vierarmig, dreiäugig, mit Flechthaar und Mondsichel geschmückt. Rechts trägt sie Dreizack und Gebetskette, links zeigt sie Furchtlosigkeit und hält die Lanze. Sie sitzt auf dem Lotus mit dem Stier.

Alle tragen das Fell der schwarzen Antilope und sind Zeuginnen aller Handlungen. Die drei Gestalten unterscheiden sich durch ihre jeweiligen göttlichen Bedingungen; in ihrer Vereinigung besteht die vierte, von den Guṇas freie Gestalt [Satz teilweise gestört]. Die Samayin-Eingeweihten sollen somit über Shiva-Shakti selbst als Sandhyā meditieren, entsprechend der jeweiligen Tageszeit in Herz, Bindu und Brahmarandhra: durch die Bedingungen Brahmās und der anderen verursachenden Gottheiten unterschieden und doch Zeugin aller Handlungen.

1.17 Die Putraka-Eingeweihten und die weiteren Berechtigten dagegen meditieren über sie so fein wie die Faser eines Lotusstängels: rot, weiß und dunkel; um Mitternacht als vierte, gestaltlose oder schwarze Gestalt. Sie meditieren an den zuvor genannten Orten oder im Dvādaśānta. [Die Farbbezeichnung der dritten Gestalt ist in der Vorlage unsicher; die begleitende Variante erklärt sie als „nicht weiß“.]

1.18 Nachdem man entsprechend der eigenen Einweihungsstufe über die der Tageszeit angemessene Sandhyā meditiert hat, denke man sich inmitten ihres Strahlenkreises. Man gieße Wasser mit der rechten in die linke Hand, bespreche es einmal mit der Mantra-Saṃhitā und gebe es mit der Kumbhaka-Mudrā unter dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra in einem Vorgang auf den Kopf. Erneut mit der Saṃhitā besprochenes Wasser lege man in die mit Kuśa versehene linke Hand; das unten abtropfende Wasser gebe man mit der rechten unter der auf Vauṣaṭ endenden Saṃhitā auf den Kopf. Dies ist Mārjana, die rituelle Besprengung.

Das übrige Wasser in der rechten Hand stelle man sich als reine Gestalt des Dharma vor, die mit der Einatmung durch das linke Nasenloch eintritt. Durch Atemhalten denke man die Verfehlungen im Inneren vernichtet; als rußschwarze Masse stelle man sie sich durch das rechte Nasenloch austretend vor. Unter Astra mit Huṃ Phaṭ werfe man das Wasser mit entschlossener Brauenbewegung auf einen als feuerleuchtend vorgestellten Vajra-Stein. So wird dieser Vorgang erklärt [Bezeichnung in der Vorlage gestört].

Man vollziehe korrektes Achamana mit den Mantras und Sakalīkaraṇa wie zuvor, umgebe sich unter Kavaca mit Wasser und meditiere über Sadāśiva in der Sonnenscheibe. Oder man meditiere über Gāyatrī: golden wie geschmolzenes Gold, die höchste, welche die heilige Ordnung begründet, vierarmig und dreiäugig, mit den Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit, Gebetskette und Wassergefäß, immer gegenwärtig. Mit beiden Kuśa haltenden Händen bringe man dreimal Wasser dar, unter der Shiva-Gāyatrī: „Wir möchten jenen großen Herrn erkennen; über den in seiner Rede Reinen meditieren wir. Möge Shiva uns dazu anregen.“ Man wiederhole Gāyatrī zehn- oder siebenmal und widme das Japa Shiva, begleitet von drei Wassergaben. Mit der auf Svāhā endenden Saṃhitā sättige man die Gottheiten. Mit den Fingerspitzen und gerade gehaltenem Kuśa bringe man allen Mantras und allen Göttern Wasser dar.

Die heilige Schnur trage man nun um den Hals: Mit den Fingergelenken spende man Wasser allen Ṛṣis, mit den Wurzeln der kleinen Finger allen Menschen, mit den zusammengelegten Handwurzeln allen Wesen. Sodann lege man die Schnur in die Ahnenstellung über die rechte Schulter, breche den Kuśa und spende mit sesamhaltigem Wasser, zwischen Zeigefinger und Daumen, allen Vätern, allen Müttern, allen Verwandten und allen Lehrern die Svadhā-Gabe.

Oder man verfahre ausführlicher: Zunächst sättige man die Mantras vom Grundmantra an, jeweils mit Svāhā, über die Götterstelle an den Fingerspitzen. Ebenso spende man den acht Götterscharen: Ādityas, Vasus, Rudras, Viśvedevas, Sādhyas, Maruts, Bhṛgus und Aṅgirasas. Mit um den Hals gelegter Schnur spende man über die Fingergelenke den elf Ṛṣis Atri, Vasiṣṭha, Pulastya, Kratu, Bharadvāja, Viśvāmitra, Pracetas, Ṛcchaka [unsichere Namenslesung], Agastya, Dadhīci und Durvāsas; die Schreibungen Atri und Pulastya sind in der Vorlage gestört. Über die Wurzeln der kleinen Finger spende man den sieben Menschen Sanaka, Sananda, Sanātana, Sanatkumāra, Kapila, Pañcaśikha und Ṛbhu. Mit den zusammengelegten Handwurzeln ehre man die fünf Elemente.

Mit der Schnur über der rechten Schulter und mit Wurzel und Spitze des Kuśa spende man sesamhaltiges Wasser den göttlichen Ahnen Kavyavāhana [Vorlage: Kanyavāhana], Anala, Soma, Yama, Aryaman, Agniṣvātta, Barhiṣad, Ājyapa und Somapa. Als besondere Ahnen ehre man Īśa als Vater, Sadāśiva als Großvater und Śānta als Urgroßvater [letzte Verwandtschaftsbezeichnung gestört]. Den verstorbenen Ahnen spende man als Vätern, Großvätern, Urgroßvätern und weiteren Vorfahren, als Müttern, Großvätern mütterlicherseits, deren Vätern und deren weiteren Vorfahren, sowie allen Ahnen. Danach ehre man Mütter, Großmütter mütterlicherseits, Großmütter väterlicherseits und Urgroßmütter, alle Verwandten, alle Lehrer, die Himmelsrichtungen und deren Herren, die Siddhas, die Müttergottheiten, Planeten, Mondhäuser und Rakṣas. Unter der Astra-Formel mit Huṃ Phaṭ lege man Wasser und Kuśa am Ufer nieder.

Mit normal angelegter heiliger Schnur spende man Gaṇapati, Ambikā und den weiteren Gottheiten unter ihren jeweiligen Mantras Wasser. Man lege Kuśa ab, vollziehe Achamana und Sakalīkaraṇa und nehme mit dem kurzen Prāsāda-Mantra die heilige Badefurt zurück. Ein Zweimalgeborener vollziehe nach Sāvitrī-Japa und Sonnenverehrung mit der Saṃhitā die Verehrung Shivas in Sonnengestalt; den Prāsāda-Mantra wiederhole er nach Kräften hundert-, fünfzig-, fünfundzwanzig- oder zehnmal und bringe dieses Japa dar.

1.19 Wurde die vorgeschriebene Sandhyā-Zeit versäumt, wiederhole man die Mantra-Saṃhitā einmal.

Tägliche Praxis: Sonnenverehrung und Vorbereitung

1.20 Nun denke man sich innerhalb eines aus dem Astra-Mantra gebildeten Schutzgitters. Indem man die Tattvas von der Erde aufwärts geistig hinter sich lässt, betrete man den Verehrungsraum, dessen Umfang bis zum Prinzip der reinen Erkenntnis reicht, und lege die Opfergeräte bereit. Nach Osten gewandt verehre man die Sonne. Mit dem Sonnen-Astra reinige man Innen- und Außenseiten der Hände; mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra überflute man sie. Mit den Zeigefingern lege man den Herzmantra an die Daumen; mit den Daumen lege man die Formeln für Arkas Kopf, die flammende Haarkrone und den Schutzpanzer an kleinen Finger, Ringfinger und Mittelfinger. Mit den Mittelfingern lege man den Augenmantra auf die Handflächen, mit den Daumen Astra an die Zeigefinger. Man umhülle die Hände mit Kavaca, vereinige sie und lege den Grundmantra mit Vauṣaṭ nieder. Nach der Reinigung des Körpers mit dem Sonnen-Grundmantra lege man mit rechtem Daumen und Ringfinger den Herzmantra ins Herz, den Kopfmantra auf den Scheitel, den Haarschopfmantra an die Haarspitze; mit den Zeigefingern den Schutzpanzer vom Hals bis zwischen die Brüste, mit Mittel- und Zeigefingern den Augenmantra in die Augen und Astra auf die Handflächen. Mit Fingerschnippen und Astra binde man die zehn Richtungen. Mit der Mahāmudrā lege man den Grundmantra auf alle Glieder und vergegenwärtige den eigenen Körper als Sonnengestalt.

In einem Kupfergefäß bereite man aus Wasser, roten Blüten und den weiteren Gaben Arghya. Man knie auf den Boden, erhebe das Gefäß bis zum Kopf und bringe das Arghya des Schauens mit der Sonnenformel dar. Man übe Japa nach Kräften. Danach reinige man das Arghya-Gefäß mit Astra und fülle es unter dem Khaṣolka-Mantra mit Duftwasser, das man als Nektarstrom aus dem leuchtenden roten Bindu in der Stirnmitte betrachtet. Man verehre es mit den sechs Gliedmantras und dem Grundmantra, schütze und umhülle es mit Astra und Kavaca und zeige mit dem Grundmantra die Dhenu-Mudrā. Mit diesem Wasser besprenge man unter Astra die Materialien, sich selbst und den Boden; durch einen Blütenwurf mit Astra entferne man die Hindernisse. Auf dem geweihten Boden zeichne man einen achtblättrigen Lotus oder verwende einen solchen aus Kupfer und verehre darauf die Gottheit.

Rechts am Eingang verehre man Daṇḍin: von heller Gestalt, mit großem Bauch und langem Bart, Tintenbehälter und Schreibstift in beiden Händen. Als Zeuge der Handlungen der Lebewesen schreibt er ihre Taten auf. Links verehre man Piṅgala: rot, prächtig gekleidet, mit der hinweisenden Handgeste, als stabtragenden Torhüter. Nordöstlich des Lotus verehre man Gaṇapati: rot, elefantengesichtig, auf dem Lotussitz, mit Stoßzahn, Schlinge, Haken und Frucht in seinen vier Händen [die Stoßzahnform ist textlich gestört]. Südöstlich von ihm verehre man den höchsten friedvollen Guru: mit Flechthaarkrone, ascheweißem Körper, Yogaband, heiliger Schnur über der Nabelgegend und Yoga-Mudrā.

In der Mitte verehre man den weißen Prabhūta-Sitz. An den vier Ecken von Südosten an verehre man Vimala, Sāra, Ārādhya und Paramasukha in weißer, roter, gelber und grüner Löwengestalt. Darüber verehre man den weißen Lotus. An seinen Staubfäden von Osten bis Nordosten verehre man Dīptā, Sūkṣmā, Rujā, Bhadrā, Vibhūti, Vimalā, Amoghā und Vidyutā; am nordöstlichen Teil des Fruchtbodens Sarvatomukhī. Diese neun Kräfte schaue man wie leuchtende Lampenflammen; oder rot, mit Lotus und Yakschweifwedel in den Händen, am ganzen Körper geschmückt. Nach ihrer Verehrung zeige man die Visphura-Mudrā und verehre in der Mitte den Sitz Arkas.

Über die Sonne meditiere man so: auf einem weißen Lotus, leuchtend wie die Blüte des Granatapfels, inmitten eines strahlend roten Lichtkreises. Beide Hände halten weiße gestielte Lotusse, die an den Schultern anliegen. Sie ist eingesichtig, zweiäugig und rot gekleidet. Man setze die Sonnengestalt mit dem Khaṣolka-Mantra auf ihren Sitz, gebe ihr mit dem Augenmantra die Augen und fülle die gefalteten Hände mit Blüten. Den aus der Stirn herabgezogenen, leuchtend roten Bindu denke man in den Händen; mit dem Sonnen-Grundmantra rufe man die alles durchdringende Gegenwart an. [Die beiden Belege des Sonnenmantras haben unterschiedliche erste Bījas; die Sanskritartikel bewahren beide.]

Mit Upahṛdaya und Āvāhanī-Mudrā rufe man die Sonne herbei, mit Sthāpanī setze man sie auf den Lotus, mit Sannidhānī lasse man ihre Gegenwart hervortreten, mit Niṣṭhurā halte man sie fest und zeige die folgende, im Text unsicher benannte Mudrā. Von ihrem Herzen bis zu den Händen lege man die Gliedmantras an den entsprechenden Stellen nieder, vereinige sie mit dem Grundmantra, schütze und umhülle die Gestalt und zeige Amṛta- und Mahāmudrā. Fußwasser, Mundspülwasser und Arghya bringe man mit dem Khaṣolka-Mantra dar, jeweils mit Namaḥ, Svadhā und Svāhā. Mit dem Grundmantra und Vauṣaṭ bringe man Blüten, Dūrvā und ungebrochene Reiskörner dar. Mit Upahṛdaya bade man sie nach Salbung und weiteren Vorbereitungen; mit roten Blüten, Düften und den weiteren Gaben schmücke man sie. Dreimal bringe man unter dem Sonnen-Grundmantra Blüten aus den gefalteten Händen dar, gebe Arghya und zeige Lotus- und Scheiben-Mudrā.

Nach Verehrung der in der Gottheit ruhenden Glieder bitte man um die Verehrung der nach außen entfalteten Glieder. Herz, Kopf, Haarschopf und Schutzpanzer denke man aus den entsprechenden Stellen der Sonne auf die Blätter im Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten versetzt. Diese Glieder der Sonne seien sanft, rot, geschmückt und zweiarmig, mit Segensgeste und Lotus. Vor der Gottheit verehre man die Augen in dieser Gestalt; Astra verehre man auf den vier Blättern von Osten an: blitzgleich leuchtend, mit furchtbaren Hauern. Für Herz und die weiteren Glieder zeige man Dhenu, für die Augen Goviṣāṇa, für Astra Trāsanī; dann gebe man Arghya.

An den Blattspitzen von Osten an verehre man Soma, Budha, Bṛhaspati und Bhārgava; an denen von Südosten an Aṅgāraka, Śanaiścara, Rāhu und Ketu. Soma sei weiß wie Wasserlilie und Jasmin, Budha golden, Guru gelb wie Gorocanā, Śukra weiß wie Kuhmilch, Aṅgāraka rot, Śani lapislazuliblau, Rāhu schwarz mit gefalteten Händen, Ketu wie eine rauchfarbene Schlange. Alle nehmen Gestalten nach Wunsch an und tragen göttlichen Schmuck; die linke Hand liegt am linken Oberschenkel, die rechte gewährt Furchtlosigkeit. Soma trägt einen weißen Lotus. Rāhu und Ketu halten die Hände gefaltet, haben halbe Körper, aufgerichtetes Haar und rote Augen [eine zusätzliche Farbangabe ist gestört]. Śani trägt furchtbare Hauer, Rāhu ein entstelltes Gesicht. Nach ihrer Verehrung zeige man die Gruß-Mudrā und gebe Arghya.

Unter Upahṛdaya bringe man Räucherwerk, Licht, Speise, Trinkwasser, Betel, Spiegel, Schirm und Wedel dar; dazwischen gebe man jeweils Mundspülwasser und Arghya. Den Grundmantra wiederhole man nach Kräften und widme das Japa mit Arghya-Wasser unter dem auf Svāhā endenden Grundmantra der Sonne. Die Gliedmantras wiederhole man jeweils ein Zehntel so oft und bringe sie dar.

Man rezitiere den Lobpreis: „Möge Śambhu-Sūrya euch schützen, dem Daṇḍin und die anderen dienen, der auf dem von vier Löwen getragenen, makellosen Sitz thront! Umgeben von den Kräften Dīptā und den übrigen, leuchtet er wie ein roter Edelstein, seine Gestalt ist der herrliche Khaṣolka. Umgeben von seinen Gliedkräften, Planeten, Sternen und Gefolge, ruht er auf dem weißen Lotus; zwei Hände halten weiße Lotusse an den Schultern, seine beiden Augen sind glückverheißend.“ Nach solchen Hymnen verneige man sich, verehre die Gottheit und bringe mit Khaṣolka und Svāhā das zum Abschied nach außen gerichtete Arghya dar. Man bitte um Verzeihung. Mit Astra, endend auf Huṃ Phaṭ, und Nārāca-Mudrā hebe man die Gliedmantras aus ihren Sitzen, vereinige sie mit der göttlichen Mudrā und dem Mantra der Sonnengestalt in der Gottheit und führe diese mit ihrem Grundmantra in Shiva-Sūrya im eigenen Herzlotus zurück.

1.21 Im Nordosten verehre man Tejaścaṇḍa: rot, mit furchtbarem Gesicht, in seinen beiden Händen Lotus und Furchtlosigkeitsgeste. Man übergebe ihm die abgelegten Opfergaben, verabschiede ihn und löse auch das Arghya auf. Oder man vollziehe diese Verabschiedung erst am Ende der Shiva-Puja.

1.22 Nach Achamana und Sakalīkaraṇa reinige man das Gefäß des allgemeinen Arghya mit Astra, fülle es unter dem Herzmantra mit Vauṣaṭ mit reinem Wasser und verehre und bespreche es siebenmal mit Om. Man vollziehe Schutz, Umhüllung und Verwandlung in Nektar. Unter Astra besprenge man die Tür. An der rechten Seite ihres oberen Balkens verehre man Gaṇeśa: dunkelfarbig, mit großem Bauch, oben Beil und Gebetskette, unten Süßigkeit und Stoßzahn in den entsprechend linken und rechten Händen. Nördlich davon verehre man Sarasvatī: weiß, weiß gekleidet, mit Gebetskette und Buch, überaus freundlich. Zwischen beiden verehre man Mahālakṣmī: golden, mit Śrī-Frucht und Lotus in linker und rechter Hand, von zwei Elefanten aus Gefäßen übergossen.

Am rechten Türpfosten verehre man Nandikeśvara: rot, dreiäugig, mit Flechthaar, Gebetskette und Dreizack in den beiden Händen. Nördlich davon verehre man Gaṅgā: weiß, auf einem Makara, mit blauem Lotus und vollem Gefäß. Am nördlichen Pfosten verehre man Mahākāla: schwarz, furchtbar anzusehen, mit Schädel und Dreizack in linker und rechter Hand. An seiner südlichen Seite verehre man Yamunā: dunkel, auf einer Schildkröte, mit Gefäß und blauem Lotus. Man bitte diese Gottheiten um Schutz.

1.23 Mit dem im Blick niedergelegten Grundmantra blicke man nach oben und vertreibe die himmlischen Hindernisse. Mit Astra, einem Blütenwurf und der flammenden Nārāca-Mudrā vertreibe man die Hindernisse im Luftraum. Mit dem Pāśupata-Astra und drei Schlägen der rechten Ferse vertreibe man die auf der Erde befindlichen. So entferne man die drei Arten von Hindernissen aus dem Opferhaus.

1.24 Etwas an den linken Türpfosten gelehnt trete man mit dem rechten Fuß zuerst ein. Auf der Schwelle verehre man Astra als Torhüter in der später beschriebenen Gestalt. Im Uhrzeigersinn weitergehend verehre man im Südwesten Brahmā als Herrn des Bauplatzes: hell, mit rundem Bauch, vier bärtigen Gesichtern, auf dem Schwan; in seinen rechten und linken Händen trägt er Stab, Gebetskette, Opferlöffel und Wassergefäß.

1.25 Die für das Bad bestimmten Krüge und das Filtertuch reinige man mit Astra; die Krüge seien durch die vier Weihen vorbereitet. Mit dem Herzmantra fülle man sie mit durch das Tuch gefiltertem Wasser, als wären sie mit Nektar gefüllt. Man bringe alle für das Opfer erforderlichen Materialien wie Blüten herbei.

Tägliche Praxis: innere Verehrung und fünf Reinigungen

1.26 Südlich der Gottheit sitze man nach Norden gewandt in einer bequemen Haltung auf einem geeigneten Sitz [Sitzbezeichnung beschädigt]. Mit Astra-Wall und Kavaca-Umhüllung schütze man das Opferhaus. Dann vollziehe man Śivīkaraṇa, die rituelle Verwandlung zur Shiva-Gestalt. Zunächst führe man den Hand-Nyāsa aus. Man vergegenwärtige die hohle Sushumna: von beiden großen Zehen bis zum Unterleib zweifach, darüber bis zum Brahma-Ort einfach, in Herz und Kehle mit Ida und Pingala verbunden und mit nach unten gerichteten Lotusknospen versehen. Innerhalb und außerhalb dieser Bahn schaue man Shakti als höchsten Raum, von Nektar durchströmt. In ihrer Mitte leuchte die Silbe Hūṃ als lebendige Seele. Nach Einatmung und Atemhalten sammle man den Geist in Hūṃ und führe den Atem aufwärts hinaus.

Mit fortgesetzter Äußerung der vorgesehenen Formel richte man die Lotusknospen auf und löse ihre Knoten. Man lasse die Bewegung zurückkehren und atme durch die rechte Bahn aus. Wieder einatmend stelle man sich das gesammelte Bewusstsein als im Herzlotus ruhende, sternartig funkelnde Seele aus der entsprechenden Keimsilbe vor und setze sie auf die Spitze des im Herzen geöffneten Hūṃ. Man meditiere über diesen feinen Puruṣa in Bīja-Gestalt, im oberen Ende von Hūṃ, begrenzt vom achtfachen subtilen Körper, punktförmig, allein und frei von Störung. Mit Atemhalten und aufwärts gerichteter Luft nehme man ihn mittels Saṃhāra-Mudrā auf. Indem man die verursachenden Gottheiten von Brahmā an überschreitet, vereinige man ihn mit einem einzigen Aufstieg unter dem Ātman-Mantra im Dvādaśānta mit Shiva, damit das zu erfahrende Karma erfahren werde.

So durch die Bewegung des Bīja in Shiva aufgegangen, führe man zur Reinigung des subtilen Körpers die Tattvas in umgekehrter Reihenfolge in ihre jeweiligen Ursachen bis zum Bindu zurück: Erde in Geruch, Wasser in Geschmack, Feuer in Gestalt, Luft in Berührung, Raum in Klang. Diese feinen Elemente lösen sich im tamasischen Ichprinzip auf; Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan im rajasischen Ichprinzip; Gehör, Haut, Auge, Zunge, Geruchssinn und Denken im sattvischen Ichprinzip. Dieses geht in Buddhi ein, Buddhi in die Guṇas, deren Prinzip in Prakriti. Prakriti sowie Bindung und begrenztes Wissen lösen sich in Kalā auf; Puruṣa-Tattva, Zeit, Niyati und Kalā in Maya. Śuddhavidyā löst sich in Īśvara auf, dieses in Sadāśiva, dieses in Shakti, diese in Shiva und auch Shiva in den unbewegten Bindu.

Oder: „Klang und Berührung gebe man in Brahmā auf, Geschmack in Keśava; Gestalt und Geruch in Rudra, Buddhi und Ichprinzip in Īśvara. Denken und Bindu gebe der Tattva-Kenner der Reihe nach in Shiva auf.“

Nun reinige man den groben Körper. Vom Fuß bis zum Scheitel stelle man sich das Erd-Maṇḍala vor: gelb, fest, viereckig und mit dem Vajra-Zeichen, mit dem Erd-Bīja, unter Sadyojāta, mit Brahmā als verursachendem Herrn, in Gestalt der Nivṛtti-Kalā. Nach Einatmung treibe man unter ihrem Mantra den Lebensatem in der Sushumna bis zum Dvādaśānta, lasse ihn zurückkehren und atme rechts aus. Durch fünf solche Aufstiege entferne man Geruch, Geschmack, Gestalt, Berührung und Klang; man denke sich die Erde von der ihr entgegenwirkenden Luft überwältigt und deren Gestalt annehmend.

Das Wasser-Maṇḍala schaue man flüssig, halbmondförmig, sanft und weiß, mit Lotuszeichen, dem Wasser-Bīja, unter Vāmadeva und mit Viṣṇu als verursachendem Herrn, als Pratiṣṭhā-Kalā. Durch vier Aufstiege entferne man die Eigenschaften vom Geschmack an; das Wasser denke man vom entgegenwirkenden Feuer überwältigt und in dessen Gestalt. Das Feuer-Maṇḍala sei dreieckig, rot, mit Svastika-Zeichen, dem Feuer-Bīja, unter Aghora und mit Rudra als Ursache, als Vidyā-Kalā. Durch drei Aufstiege entferne man Gestalt, Berührung und Klang; man denke es vom entgegenwirkenden Wasser überwältigt und in dessen Gestalt. Das Luft-Maṇḍala sei sechseckig, mit sechs Punkten, schwarz, mit dem Luft-Bīja, unter Tatpuruṣa und mit Īśvara als Ursache, als Śānti-Kalā. Durch zwei Aufstiege entferne man Berührung und Klang; die Luft denke man von der entgegenwirkenden Erde überwältigt und in deren Gestalt.

Das Raum-Maṇḍala sei raumartig, leer, klar wie reiner Kristall, mit Bindu und Shakti geschmückt, mit dem Raum-Bīja, unter Īśāna und mit Sadāśiva als Ursache, als Śāntyatīta-Kalā. Durch einen Aufstieg entferne man den Klang. Man gebe die eigene Vergänglichkeit, Begrenztheit und Unreinheit auf und denke sich vom höchsten Raum bestimmt, dem Ewigkeit, Allgegenwart und Reinheit zukommen. Mit Astra verbrenne man durch das aus der großen Zehe aufsteigende Feuer die Mängel der Elemente im hervorgebrachten Körper und überflute ihn danach.

Oder man denke den Körper als Banyanbaum, dessen Wurzel oben und dessen Zweige unten sind: Die Elemente von der Erde an sind seine Samen; Brahmā und Viṣṇu lassen ihn keimen. Zuneigung, Abneigung, Verdienst, Verfehlung und Verblendung sind seine Wurzeln. Er wird von den Herren des Wissens und Nichtwissens behütet; Kalā und die weiteren Tattvas bilden sein Mark, feine Elemente und Sinnesorgane seine Zweige und Nebenzweige. Wahrnehmung der Gegenstände sind seine jungen Blätter; die Vielfalt der Zustände seine Blüten; Urteil und Entschluss seine Früchte. Der Seelenvogel genießt sie; Erfahrbares und Erfahrender bilden seinen Saft.

In der ersten Hälfte der Einatmung denke man ihn unter fünf Äußerungen des Nivṛtti-Bīja starr, ohne Blätter, Blüten und Früchte. In der zweiten Hälfte denke man ihn unter vier Äußerungen des Pratiṣṭhā-Bīja frisch und mit Blättern, Blüten und Früchten. Während der beiden Hälften des Atemhaltens denke man ihn unter drei Äußerungen des Vidyā-Bīja durch das aus der linken großen Zehe aufsteigende Zeitfeuer vertrocknet, entlaubt und verbrannt. In der ersten Hälfte der Ausatmung denke man ihn unter zwei Äußerungen des Śānti-Bīja zu Asche geworden und in die zehn Richtungen aufgelöst. In der zweiten Hälfte denke man ihn unter einer Äußerung des Śāntyatīta-Bīja klar wie Kristall und raumartig. Alles Bindende denke man als leer geworden.

Mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra überflute man den ganzen Körper innen und außen mit den Nektarströmen aus dem abwärts gerichteten Lotus an der Spitze des Haarschopfes, die in sämtliche Nāḍī-Öffnungen einströmen. Im Herzen errichte man den aus reiner Erkenntnis bestehenden Sitz als Lotus aus Stängel, Blättern und Fruchtboden, herabgeführt durch Om mit seinen drei Lautmaßen. Im Fruchtboden vergegenwärtige man den achtfachen subtilen Körper, herabgeführt durch den vierteiligen Praṇava. Das im Dvādaśānta weilende Selbst in Bīja-Gestalt, ganz von Shiva erfüllt, führe man mit dem fünfteiligen Praṇava und der Einatmung in der Schöpfungsfolge herab und setze es dort als Licht ein. Durch den auf Vauṣaṭ endenden Shakti-Mantra übergieße man es mit dem reichen Nektarstrom der angeregten Shakti.

1.27 Nach dem Glied-Nyāsa wie zuvor bestimme man Herz, Nabel und Bindu als Orte von Puja, Homa und Samadhi. In dem später erklärten Ablauf verehre man Shiva im inneren Herzlotus mit allen Ehrengaben, geistig bereitgestellten Blüten und den weiteren Gaben. In die von selbst bestehende Feuerstätte im Nabel lege man das Erkenntnisfeuer ein, wie gelehrt wird: „Dort errichte man das Feuer der Erkenntnis, leuchtend wie zehntausend Sonnen. Vom Herzlotus aus führe man das Feuer durch den Weg der Sushumna zur Stätte des Dvādaśānta, ganz erfüllt von dieser Lichtfülle. Allein dadurch, dass es eingesetzt ist, wird man zu allen rituellen Handlungen befähigt.“ Man verehre Shiva und vollziehe das innere Feueropfer mit dem durch die Einatmung herbeigezogenen Nektar aus dem Bindu als Opferbutter. Man widme es dem innerlich verehrten Gott und beende die Puja. Im Bindu meditiere man über den nach allen Seiten gewandten Herrn, sternartig leuchtend. Man bitte: „Ich möchte dich nun äußerlich verehren“, und empfange die Erlaubnis.

1.28 Nun reinige man den Ort. Mit Astra klatsche man dreimal, entferne mit Fingerschnippen die Hindernisse und denke ringsum einen feuerleuchtenden Wall. Mit Kavaca und Kreisen des rechten Zeigefingers denke man drei Schutzgräben. Mit der Dhenu-Mudrā und dem Shakti-Mantra vergegenwärtige man über und unter sich ein Netz von Shakti. Man denke den Ort auf diese Weise nach allen Seiten geschützt. So vollziehe man die Ortsreinigung.

1.29 Das Arghya-Gefäß aus Gold oder einem anderen geeigneten Material reinige man mit Astra. Mit dem auf Vauṣaṭ endenden Herzmantra fülle man es mit reinem Wasser, als dem Nektarstrom aus Bindu, und gebe Duft, Blüten, Dūrvā, ungebrochene Reiskörner und die weiteren Zutaten hinzu. Man verehre darin Sitz, Gestalt, die fünf Brahma-Mantras, Vidyādeha, Augen, Grund- und Gliedmantras und nochmals den Grundmantra. Man bespreche es mit der Saṃhitā, schütze es mit Astra, umhülle es mit Kavaca und heilige es mit Dhenu-Mudrā und dem Grundmantra mit Vauṣaṭ. Dann besprenge man sich mit diesem Wasser unter Astra.

1.30 Blüten und die Gesamtheit der übrigen Puja-Materialien besprenge man mit Astra, begieße sie mit Kavaca, bespreche sie mit dem Herzmantra, umhülle sie nochmals mit Kavaca und verwandle sie mit Dhenu-Mudrā in Nektar. Arghya-Tropfen mit Blüten gebe man in die Gefäße mit Badewasser und verwandle auch dieses in Nektar.

1.31 Auf dem eigenen Sitz bringe man mit dem Mantra des Shiva-Sitzes eine Blüte dar. Man lege die göttliche Gestalt im Herzen nieder und trage mit Sandelholz das Stirnzeichen auf [Wortverbindung der Vorlage gestört]. Mit dem Grundmantra lege man eine Blüte auf den eigenen Kopf. Nach dieser Verehrung des eigenen, geheiligten Selbst wahre man ein Schweigen, das die erforderlichen Äußerungen der Puja zulässt.

1.32 Zur Reinigung der Mantras spreche man sie in der Folge kurzer, langer und gedehnter Lautdauer aus, jeweils mit Om beginnend und mit Namaḥ endend.

1.33 Die Gaben der vorausgegangenen Puja verehre man nochmals mit Gāyatrī. Mit dem allgemeinen Arghya, dem Herzmantra und dem auf Svāhā endenden Grundmantra gebe man den fünf Häuptern von Sadyojāta an Arghya, Räucherwerk und Licht. Man lege die Hand über die Gaben und wiederhole die fünf Brahma-Mantras. Mit Astra nehme man die Gaben vom Linga ab und lege sie mit dem Herzmantra in ein reines Gefäß im Nordosten für Caṇḍa. Mit Astra wasche man Linga und Sockel und übergieße sie mit allgemeinem Arghya-Wasser.

Bei einem beweglichen Linga verehre man zunächst mit den acht Blütengaben oder den Mantras für Sitz, Gestalt und Grundwesen, gebe Arghya und Räucherwerk und entferne die Gaben mit Astra. Man bade ihn mit reinem Wasser; falls vorhanden, auch mit den fünf Nektaren, jeweils unterbrochen durch Wasser, Räucherwerk und acht Blütengaben, sodass sein Haupt nicht ohne Gabe bleibt. Mit dem Grundmantra vollziehe man die Übergießung. Mit Gerstenmehl oder entsprechenden Pulvern entferne man die Fettigkeit und reinige gründlich. Mit dem Grundmantra fünfmal, den Brahma- und Gliedmantras, dem auf Svāhā endenden Vyomavyāpin und weiteren Mantras oder mit dem tausendstrahligen Guss bade man ihn nach Wunsch mit duftendem kühlem Wasser. Auch mit dem geweihten Shiva-Kalaśa vollziehe man die Übergießung. Abschließend gieße man unter dem Herzmantra Arghya-Wasser darüber, trockne ihn mit einem weißen Tuch unter Kavaca und setze ihn auf den Sockel. So sind Selbst, Ort, Materialien, Mantras und Linga gereinigt.

1.34 Nordwestlich des Sockels verehre man Gaṇapati, nach Süden gewandt, in der zuvor beschriebenen Gestalt. Im Norden verehre man die nach Süden blickende Śrī in der beschriebenen Gestalt, als Shiva-Shakti selbst, mit dem Mahālakṣmī-Mantra. Im Nordosten verehre man die sieben Gurus: Sadāśiva, Ananta, Śrīkaṇṭha, Ambikā, Skanda, Viṣṇu und Brahmā. Unter der gemeinsamen Guru-Formel bringe man ihnen allgemeines Arghya, Sandelduft, Blüten, Räucherwerk, Licht und die weiteren Gaben dar. Man bitte: „Gaṇeśa, Kamalā und heilige Füße meines Meisters: Erlaubt mir, den Weltenlehrer zu verehren, indem ich die Handlung mit den mir verfügbaren Mitteln ausführe.“ So bitte man um Erlaubnis zur Verehrung des Gottes und empfange sie.

Tägliche Praxis: Sitz, göttliche Gestalt und Puja

1.35 Nun verehre man Shiva. Unterhalb der Mitte seines Sockels meditiere man über die tragende Kraft: auf dem Schildkrötenstein sitzend, weiß wie das Milchmeer, am Scheitel wie ein keimender Same; sie gewährt Segen und Furchtlosigkeit, trägt Schlinge und Haken und ist die wirkende Shakti als Grundlage. Man verehre sie als Ādhāraśakti. Über dem Brahma-Stein schaue man den großen Lotus der bewegten Māyā: Die Erde ist seine Knolle, sein einziger Stängel reicht bis Kalā, die Zustände des Daseins sind seine Dornen, unzählige Blätter erfüllen ihn. Man verehre ihn als Ananta-Sitz. In seiner Mitte meditiere man über den reinen Ananteśa, der unten alles durchdringt; weiß sei er in der Mitte des Brahma-Steins im Shiva-Sitz zu verehren.

Als seine Kräfte denke man sich prächtige Löwen, die einander den Rücken zukehren und als die Weltalter Kṛta, Tretā und die weiteren die Füße von Shivas Sitz tragen. Von Südosten bis Nordosten verehre man der Reihe nach Dharma, Jnana, Vairagya und Aiśvarya. Ihre Farben werden mit Weiß, Safranrot und zwei in der Vorlage unsicher überlieferten Farbbezeichnungen angegeben. Die vier Verbindungsstücke seien im Osten schwarz-weiß, im Süden weiß-rot, im Westen rot-gelb, im Norden gelb-schwarz: Kräfte Ananteśas. Oder man denke sie menschenförmig, kristallklar und dreiäugig, mit starr gehaltenen Armen, Kopf und Nacken, ihre Köpfe an den Fußstützen [die Zuordnung zu den Siddhas ist textlich unsicher]. Man verehre sie als die Lenker der Buddhi-Eigenschaften Adharma, Ajñāna, Avairāgya und Anaiśvarya.

Am oberen Rand des Sockels denke man die rote untere Decke und darüber die weiße obere Decke, bis unterhalb von Śuddhavidyā, und verehre die obere Decke. In ihrer Mitte stelle man sich die Lotusknolle rubinrot, den Stängel saphirblau, den Keim korallenrot, die Blätter silberglänzend, die Staubfäden golden und an ihren Spitzen wie mit Perlen besetzt vor. Man verehre Knolle, Samen, Keim, Stängel und die Blätter, die als acht Vidyeśvaras gedacht werden. Über dem grundlegenden Sockel verehre man die Staubfäden. In seiner erhöhten Mitte verehre man den Fruchtboden: golden wie geschmolzenes Gold, mit fünfzig Samen und vierundsechzig Staubfäden. Man verehre Fruchtboden und Samen, vergegenwärtige den ganzen Lotus und verehre ihn als Einheit. Oder man verehre den vollständigen Lotus und seinen Fruchtboden gemeinsam.

Auf den Staubfäden von Osten bis Nordosten verehre man die acht Shiva-Shaktis, beginnend mit Vāmā, welche die Vidyeśvaras regieren; auf dem Fruchtboden am Ursprung des Shakti-Linga Manonmanī als Shiva-Shakti selbst. Sie leuchten wie die aufgehende Sonne, sind dreiäugig, vierarmig, mit Flechthaarkrone und Mondsichel, tragen Wedel, gewähren Segen und Furchtlosigkeit und wenden ihre Lotushände Shiva zu. Manonmanī in der Mitte sei weiß wie Kuhmilch. Die Namen sind Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikaraṇī, Balavikaraṇī, Balapramathanī, Sarvabhūtadamanī und Manonmanī.

Im Kreis der Blattspitzen verehre man die gelb leuchtende Sonnenscheibe und ihren Herrn Brahmā: gelb, viergesichtig, vierarmig, mit Opferlöffel, Stab, Gebetskette und Kuśa. Im Kreis der Staubfadenspitzen verehre man die weiße Mondscheibe und ihren Herrn Viṣṇu: dunkel wie eine Regenwolke, vierarmig, mit Girlande, Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus. An der Spitze des Fruchtbodens verehre man die rote Feuerscheibe und Rudra darin: blauhalsig, dreiäugig, vierarmig, mit Lehrgeste, Feuer, einem im Text unsicher bezeichneten Attribut und Dreizack, mit allem Schmuck und dem Schlangenkönig als heiliger Schnur.

In der Mitte des Fruchtbodens schaue man die gekrümmte Shakti, weiß wie das Milchmeer, und verehre das Shakti-Maṇḍala. Dessen Herr Īśvara sitzt darin, mit Schlange als heiliger Schnur, Mondsichel, drei Augen, klar wie Kristall. Seine Hände tragen Schwert, Dreizack, Pfeil, Gebetskette, Wassergefäß und Lotus und zeigen Furchtlosigkeit und Segen; Löwen- und Elefantenfell umkleiden ihn. Man verehre Īśvara als Herrn des Shakti-Maṇḍala. Nachdem man auf diese Weise den von der Erde bis zur Kuṭilā-Shakti reichenden Sitz entfaltet hat, verehre man ihn als Shivas Sitz.

1.36 Mit dem Mantra für Shivas Gestalt vergegenwärtige man eine Lichtgestalt, stabförmig, noch ohne gegliederte Körperteile, welche den höchsten Bindu als Shiva-Tattva durchdringt. Man lasse sie die Gestalt des Linga erfüllen.

1.37 In dieser Gestalt lege man an Scheitel, Gesicht, Herz, Schambereich, Füßen und den übrigen Gliedern Īśāna, Tatpuruṣa, Aghora, Vāmadeva und Sadyojāta nieder, entfaltet in achtunddreißig Kalās. Īśāna bildet den Scheitel, Tatpuruṣa das Gesicht, Aghora das Herz, Vāmadeva den verborgenen Bereich und Sadyojāta die übrigen Glieder.

Śaśinī sei der obere Scheitel, Aṅgadā dessen Ostseite, Iṣṭā die Südseite, Marīcikā die Nordseite, Jvālinī die Westseite. Avyaktā sei das nach oben blickende Gesicht; Śānti das Ostgesicht, Vidyā das Südgesicht, Pratiṣṭhā das Nordgesicht, Nivṛtti das Westgesicht. Tamā sei das Herz, Mohā die Kehle, Dayā die rechte Schulter, Niṣṭhā die linke. Mṛtyu gehört zum Nabel. Die nachfolgende Zuordnung von Māyā und Bhayā ist beschädigt; danach werden Jarā dem Rücken und eine als Rajā überlieferte Kalā der Brust zugeordnet. Auch die Verbindung zum Geschlechtsorgan ist gestört. Rati gehört zum rechten Oberschenkel, Pālyā zum linken, Kāmā zum rechten Knie; der Name am linken Knie ist beschädigt. Kriyā gehört zum rechten Unterschenkel, Buddhi zum linken, Kāryā zur rechten Gesäßhälfte, Dhātrī zur linken, Bhrāmaṇī zur Hüfte, Mohinī zur rechten Flanke, Bhavā zur linken, Siddhi zum rechten Fuß, Ṛddhi zum linken, Dyuti zur rechten Hand, Lakṣmī zur linken, Medhā zur Nase, Kānti zum Kopf, Svadhā zum rechten Arm und Dhṛti zum linken. So entsteht der aus Shakti bestehende Körper. Durch diesen Nyāsa der Kräfte ist der an sich gliederlose Shiva als gegliederte Gestalt zu erkennen. [Die angekündigte vollständige Reihe von 38 Zuordnungen lässt sich aus der beschädigten Liste nicht überall sicher herstellen.]

1.38 Man meditiere über den höchsten Herrn auf dem Mantra-Löwenthron, der von der Erde bis Kuṭilā reicht: klar wie Kristall, mit den zweiunddreißig Kennzeichen, im Lotussitz, fünfgesichtig und in jedem Gesicht dreiäugig. Seine weiten Augen sind Erkenntnis, Wirken und Wille; die Mondsichel der Erkenntnis schmückt ihn. Īśāna ist weiß, Tatpuruṣa gelb, Aghora schwarz, das nördliche Gesicht rot, Sadyojāta im Westen rein weiß. Friedvoll trägt er Schlangen als heilige Schnur sowie Flechthaar und Mondsichel. Seine fünf rechten Lotushände tragen Lanze, Schwert, Dreizack und Schädelstab und gewähren Segen; die linken halten Trommel, Zitronenfrucht, Schlangen-Gebetskette und blauen Lotus [die Fünferzählung ist hier im Wortlaut nicht vollständig auflösbar].

Oder rechts: Beil, Schwert, Dreizack, Vajra und Feuer; links: Furchtlosigkeitsgeste, Glocke, Schlange, Schlinge und Haken. Oder: Schwert, Schild, Bogen, Pfeil, Schädelstab, Menschenschädel, Wassergefäß, Gebetskette, Segensgeste und Furchtlosigkeit. So denke man den höchsten Herrn mit seinen Waffen und Händen als reine Entfaltung der Shakti über der zunächst ungegliederten Gestalt. In der Meditation lasse man die bloße Linga-Form zurücktreten.

Unter dem Vidyādeha-Mantra und dem bis zur Scheitelöffnung reichenden Prāsāda-Laut schaue man diesen Erkenntniskörper als blitzgleich, bis zum Shiva-Tattva reichend, in den mit Blüten gefüllten Händen erschienen. Man setze ihn als vollständige Gestalt in das Linga ein. Den Augenmantra als Keim der Allwissenheit lege man in die Augen der fünf Gesichter nieder.

1.39 Man fülle die gefalteten Hände mit Blüten. Den Grundmantra, mit den Kalās von Medhā an versehen und leuchtend wie eine mächtige Sonne, lasse man erklingen, während man die verursachenden Gottheiten von Brahmā an bis zur Auflösung überschreitet. Man vergegenwärtige den alles Wirkenden, ungeteilten, alldurchdringenden Herrn, dessen Wesen Erkenntnis und Wonne ist und der aus sich selbst leuchtet. Ganz von ihm erfüllt führe man ihn in der Schöpfungsfolge aus dem Dvādaśānta zur Stirn herab, sonnengolden leuchtend. Dort schaue man ihn wie Millionen Monde, dessen ausströmender Nektar die Himmelsrichtungen weiß erhellt. Durch die Bahn des Prana hervortretend denke man ihn in den gefalteten Händen und rufe ihn mit Āvāhanī-Mudrā und Herzmantra in der zur Verehrung bestimmten Gestalt an.

1.40 Mit Sthāpanī lasse man ihn seinen Platz einnehmen, mit Sannidhānī gegenwärtig werden, mit Niṣṭhurā halte man ihn darin. Man spreche: „Willkommen, großer Gott!“ und denke, der Gott antworte: „Willkommen, mein Kind!“ Man bitte: „Mein Herr, Gebieter der ganzen Welt, bleibe mit liebevoller Zuwendung in diesem Linga gegenwärtig, bis die Puja vollendet ist.“ Man bringe das Willkommens-Arghya dar und zeige Kālakarnī-, Linga- und Gruß-Mudrā.

1.41 Von Herz bis Händen lege man die Gliedmantras an ihren Orten nieder, führe sie mit dem Grundmantra zur Einheit, schütze mit Astra und umhülle mit Kavaca. Man zeige Amṛta-Mudrā, vollziehe mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra und Mahāmudrā die höchste Heiligung und bilde die fünfgesichtige Mudrā.

1.42 Mit dem Herzmantra und Namaḥ gebe man Fußwasser an die Füße; mit Svadhā Mundspülwasser an die fünf Gesichter von Īśāna an; mit Svāhā Arghya an die fünf Häupter. Mit dem Grundmantra und Vauṣaṭ bringe man Dūrvā, Blüten, ungebrochenen Reis und die weiteren Gaben dar. Mit Herz- und Grundmantra, endend auf Svāhā, gebe man Räucherwerk und wie zuvor Mundspülwasser und Arghya.

1.43 Salbung, Einreiben mit duftendem Pulver, Abwischen und die weiteren Bestandteile des Bades vergegenwärtige man innerlich. Mit einem Tropfen Arghya-Wasser vollziehe man das Bad, gebe Fußwasser, Mundspülwasser und Arghya und trockne die Gestalt mit einem feinen Tuch.

1.44 Mit Hingabe bringe man geistig Sandelholz, ungebrochenen Reis, Dūrvā, glückverheißende Blüten, goldenen Lendenschmuck, Gürtel, heilige Schnur, Ohrringe und weiteren Schmuck sowie vielfältige Gewänder dar. Mit drei Blütengaben verehre man Shiva als Herrn von Ātma- und Vidyā-Tattva [die Vorlage kündigt drei Gaben an, schreibt hier aber nur zwei Formeln aus]. Man schmücke ihn mit den genannten Blütenketten, lasse unter Astra die Glocke erklingen, gebe Räucherwerk, Licht, Mundspülwasser und Arghya und zeige die Manoratha-Mudrā.

1.45 Man verehre die Brahma- und Gliedkräfte an ihren in der göttlichen Gestalt ruhenden Orten und trage die eigenen Anliegen vor.

1.46 Man bitte um Erlaubnis zur Verehrung der Umkreise. Nach erhaltener Erlaubnis verehre man Shiva mit dem Grundmantra. Aus seinen fünf Häuptern entnehme man Īśāna und rufe ihn auf dem nordöstlichen Blatt an: kristallhell, Ursache der Welt, dreiäugig, mit Mond auf dem Haupt, sanft und freundlich, mit Dreizack und Furchtlosigkeitsgeste. Aus den fünf Gesichtern entnehme man Tatpuruṣa und verehre ihn auf dem Ostblatt: golden, mit gelbem Gewand und heiliger Schnur, Zitronenfrucht und Gebetskette, mondbekrönt.

Aus dem Herzen entnehme man Aghora und rufe ihn auf dem Südblatt an: dreiäugig, mondbekrönt, im Inneren sanft, mit Ohrringen, braunen Brauen, Bart und Haaren, Hauern und erschreckendem Gesicht; Schädelgirlanden und Skorpione schmücken ihn. Die vier linken Hände tragen Schädelstab, Schädel, Schild und Schlinge; die rechten Dreizack, Beil, Schwert und feindbezwingenden Stab. Wie eine frische Regenwolke leuchtend, gewährt er alle Wünsche. Aus dem verborgenen Körperbereich entnehme man Vāmadeva und verehre ihn auf dem Nordblatt: rot, mit roten Girlanden, Gewändern und heiliger Schnur, hoher Nase, rotem Turban, Schwert und Schild. Aus Füßen und Gliedern entnehme man Sadyojāta und verehre ihn auf dem Westblatt: weiß, mit weißen Girlanden, Düften, Schmuck, Turban und Gewändern; sanft, mondbekrönt, jugendlich, dreiäugig, lächelnd, mit Segen und Furchtlosigkeit.

Oder man schaue die fünf, Īśāna bis Sadyojāta, mit sanftem Blick, weiß, gelb, bienenschwarz, blutrot und schneeweiß, viergesichtig, mit Flechthaarkronen, Schlangen und jungem Mond; links mit Schlange, Gebetskette, blauem Lotus und Zitronenfrucht, rechts mit Dreizack, Furchtlosigkeit, Segen und Lanze. Die Augenkraft entnehme man den Augen und rufe sie nördlich von Īśāna an: rötlich, als Erkenntnis, Wirken und Wille des Herrn, auf den drei Scheiben von Feuer und den weiteren gestützt, welche die drei Tattvas verkörpern. Die Ausstattung ihrer Gesichter und Hände entspreche den Herz- und anderen Gliedkräften; eine Alternative nach Yogaśiva beschreibt sie eingesichtig, mit Dreizack und einem weiteren, im Text gestörten Attribut.

Die Herzkraft als wahres Sein entnehme man dem Herzen und setze sie im Südosten ein; die Kopfkraft als Herrschaft über alles im Nordosten, nördlich der Augenkraft. Die Haarschopfkraft als von niemand anderem abhängige Selbstbestimmung setze man im Südwesten ein. Den Schutzpanzer als für andere undurchdringlichen Glanz entnehme man dem ganzen Körper und setze ihn im Nordwesten ein. Astra als machtvolle Strahlkraft entnehme man den Händen und setze es auf die vier Blätter von Osten an, jeweils links von Tatpuruṣa und den anderen.

Herz sei mondhell, Kopf golden, Haarschopf zinnoberrot, Schutzpanzer bienenschwarz. Sie sitzen auf Lotussen, mit Flechthaarkronen und Mondsicheln, dreiäugig, vierarmig, mit allem Schmuck, Shiva zugewandt, mit Lanze, Dreizack, Furchtlosigkeit und Segen, viergesichtig. Astra sei mit Hauern und goldbraunem Glanz. Oder man meditiere über sie zweiarmig und eingesichtig, Segen und Furchtlosigkeit oder Dreizack und Furchtlosigkeit gebend.

Wie bei Shiva vollziehe man für sie die acht Weihen: Herbeirufen, Einsetzen, Gegenwärtigwerdenlassen, Festhalten, Fußwasser, Mundspülwasser, Arghya und Blüten. Oder man vergegenwärtige alle acht zusammen und gebe Arghya. Für die fünf Brahma-Gestalten von Īśāna an zeige man Dhenu-, Padma-, Triśūla-, Makara- und Sruk-Mudrā; für die Gliedkräfte die Gruß-Mudrā.

1.47 Mit dem Grundmantra bringe man Shiva Blüten aus den gefalteten Händen dar, zeige Mahāmudrā und vergegenwärtige die Einheit aller dieser Kräfte mit Shiva.

1.48 Man gebe Räucherwerk, Licht, Mundspülwasser und Arghya. Unterschiedliche Speisen und Trinkwasser, durch die vier Weihen gereinigt, bringe man mit dem auf Svāhā endenden Grundmantra dar; den Brahma- und Gliedkräften gebe man mit ihren eigenen Mantras Gaben. Sind getrennte Gaben nicht vorhanden, bringe man alles in einem Gefäß dar. Danach gebe man Mundspülwasser, ein Mittel zur Handreinigung, Betel und Mundduft sowie Arghya. Man verehre erneut und bringe Räucherwerk, Licht, Mundspülwasser, Arghya und die weiteren Gaben dar.

1.49 Mit Blüten, Dūrvā und ungebrochenem Reis in den gefalteten Händen bringe man das Pavitra mit dem Mantra für Shiva als Herrn aller Tattvas dar.

1.50 Das durch die vier Weihen gereinigte Ārātrika-Licht erhebe man mit der auf Svāhā endenden Formel, bewege es dreimal im Kreis und senke es wieder. Man gebe Mundspülwasser und Arghya, Asche, Spiegel, Schirm und Wedel, weiße Kleidung und Palmblattfächer. Man meditiere über den zufriedenen Shiva, den Ananta und die anderen preisen. Mit dem Prāsāda-Mantra samt seinen zweimal acht Kalās bringe man dreimal Blüten dar, heilige mit Mahāmudrā und zeige die fünfgesichtige Mudrā.

Tägliche Praxis: Japa, Guru, Schrift und Hymnen

1.51 Eine Blüte in der Hand haltend wiederhole man den Grundmantra hundertachtmal mit der Gebetskette, die durch den Herzmantra verehrt wurde. Man umschließe das Japa zu Beginn mit Astra, Kavaca und Herz, am Ende in umgekehrter Folge mit Herz, Kavaca und Astra. Mit Astra geschützt und Kavaca umhüllt denke man es in der rechten Hand. Mit Arghya-Wasser und Udbhava-Mudrā, auf dem Boden kniend, widme man Shiva nacheinander Japa, Handeln und sich selbst, indem man mit dem Herzmantra diese drei Verse spricht:

„Du Hüter des tiefsten Geheimnisses, nimm unser Japa an. Durch deine Gnade möge mir, der ich in dir verweile, Vollendung zuteilwerden.“
„Was immer ich getan habe, großer Gott, Gutes oder Schlechtes: Nimm es an und lass es sich erschöpfen, Shankara, da ich in Shivas Stätte verweile.“
„Shiva ist der Gebende, Shiva der Empfangende, Shiva ist diese ganze Welt. Shiva verehrt überall; dieser Shiva bin ich selbst.“

So lege man alles in Shivas segnende Hand. Oder man widme es mit dem Herzmantra allein. Danach wiederhole man die Brahma- und Gliedmantras jeweils ein Zehntel so oft und bringe auch sie dar.

1.52 Wer einen Mantra für ein bestimmtes Anliegen verehrt, trage dieses vor und empfange Erlaubnis. Am östlichen Bereich der Spitze des südlichen Blattes von Shivas Sitzlotus verehre man weibliche Mantragestalten wie Gaurī, am westlichen männliche wie Mṛtyuñjaya; vereinigte weiblich-männliche wie Umā-Maheśvara vor dem Gott. Mit Praṇava gebe man Sitz und Gestalt, bis zum jeweiligen eigenen Wirkungsbereich reichend. Mit ihren eigenen, vom Herzmantra umschlossenen Formeln rufe man sie an, vollziehe Sakalīkaraṇa, verehre sie mit Fußwasser und den weiteren Gaben und wiederhole ihre Mantras nach Kräften tausend- oder hundertachtmal. Das vom Herzmantra umschlossene, mit Astra geschützte und Kavaca umhüllte Japa widme man Shiva in der Färbung des jeweiligen Wunschmantras. Oder man verehre diese Mantras am Ende der Umkreis-Puja und vollziehe ihr Japa nach dem gewöhnlichen Japa; anschließend bringe man es wie zuvor dar.

1.53 Südöstlich der Gottheit gebe man den Sitz in einem einzigen Vollzug oder sechsfach entfaltet. Darauf setze man mit dem Gestaltmantra die Gestalt des Guru, rufe Shiva darin an und bringe Fußwasser, Duft, Blüten und die weiteren Gaben dar. Über Shiva meditierend erfreue man ihn mit solchen Lobpreisungen: „Immer wieder Ehrerbietung den Füßen des ehrwürdigen Lehrers samt ihren Kräften; immer wieder Ehrerbietung ihnen, die stets das Bewusstsein des unterwiesenen Selbst offenbar werden lassen.“

1.54 Westlich der Gottheit verehre man Yoga-Sitz und Wissenssitz. Man preise: „Dem Herrn, der alle Unwissenheit vernichtet und umfassende Erkenntnis gewährt, der auf dem Sitz des Wissens gegenwärtig ist, bringe ich Ehrerbietung mit Geist, Rede und Körper dar.“ [Die Verbform vor der Ehrerbietung ist in der Vorlage nicht eindeutig.]

1.55 Man bringe der Gottheit dreimal Blüten aus den gefalteten Händen dar.

1.56 Man erfreue sie mit Lobpreisungen, beispielsweise:

Nachdem ich mich vor dem Herrn der Götter verneigt habe, dem mondbekrönten Gott mit der Schädelgirlande, neige ich mich vor Sadāśiva.
Vor dem Herrn der Zeit, dem großen Kāla, der Zeit selbst, dem in allem Wandel Wohnenden [Lesung gestört], der die Zeit hervorbringt und kennt, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem alles Wirkenden und alles Gebenden, dem Allwissenden und Unbesiegten, der als Selbst aller Wesen in ihnen gegenwärtig ist, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem, der alle Wesen, Brahmā und die übrigen Götter und Dämonen geschaffen hat, dem Schöpfer der Welt, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Vorzüglichsten, Erwählenswerten und Segen Gebenden, dem Höchsten [zwei Attribute beschädigt], dem Gott mit der herrlichen Girlande, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Liebevollen, Freude Schenkenden, innig Geliebten und freundlich Anzuschauenden, Umās Liebling, dem stets Liebenswerten, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Gott, der Dharma und Adharma umfasst und die Früchte von Freude und Schmerz hervortreten lässt, dem Lenker von Bindung und Befreiung, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Herrn von Urnatur und Seele, dessen Bereich Denken, Verstand, Ichbewusstsein, feine Elemente und Sinne umfasst, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Feinen, dem höchsten Sinn von Om, über den die großen, Shiva hingegebenen Weisen meditieren, neige ich mich: vor Sadāśiva.
Vor dem Feinen, Allgegenwärtigen, Ewigen, dem Herrn der Herren aller Erkenntniskräfte, dem Gott, der alle Tattvas trägt, neige ich mich: vor Sadāśiva.

Erde, Wasser [Lesung gestört], Feuer, Wind, Raum, Selbst, Mond und Sonne, Denken, Verstand, Ichbewusstsein und die höchste Prakriti folgen seinem Willen, der Sein und Nichtsein wandelt. Diesem höchsten Gott, dem höchsten Selbst, dem Größeren als alles Große, dem die große Māyā Übersteigenden, dem Feineren als alles Feine, dem unbegrenzten Selbst sei Ehrerbietung! Ehrerbietung dir, dessen Gestalt Erkenntnis ist; dir, der die Zeit beendet! Ehrerbietung dem Herrn der Kalās, der alle Zeit in Bewegung setzt! In ungeteilter und gegliederter Gestalt trägst du durch die Kalās die vielfältige Welt [Wortlaut teilweise gestört]. Dir, Weltenherr, der die ursprüngliche Zeit in Gang setzt, sei Ehrerbietung!

Aus dem Raurava:
Sieg dir, der die mächtigen Fesseln Jalandharas und Andhakas zerbricht [erste Wortverbindung unsicher]! Sieg dir, höchster Heldenherr, der die befestigten Städte verbrannte!
Sieg dir, furchtbar beim Abschlagen des Hauptes des Götterherrn! Sieg dir von weithin bekannter Macht, der die leibliche Existenz des Liebesgottes vernichtete!
Sieg dir, Bezwinger von Acyutas Gestalt, der die Kraft des Kālakūṭa-Giftes brach! Sieg dir, der die gewaltige Strömung des wirbelnden Flusses aufhielt!
Sieg dir, der die Frauen der Weisen im Zedernwald bezauberte! Sieg dir, dessen mächtiger Tanz in erschütterndem Spiel hervorbricht!
Sieg dir, dessen furchtbare Entfaltung Götter und Dämonen erschreckt! Sieg dir, der am gewaltigen Elefanten einen Blutstrom hervortreten ließ [Wortlaut gestört]!
Sieg dir, dessen heldenhafte Bewegung Dakṣas Opfer zerstörte! Sieg dir, dessen erstaunliche große Linga-Gestalt ihre Macht offenbart!
Sieg dir, der um Śvetas willen den furchtbaren Tod niederwarf! Sieg dir, der die Bergestochter in Liebe versetzte, Zuflucht aller Götter [Satzverknüpfung unsicher]!
Sieg dir, der Upamanyus Qual und die Dunkelheit seines Netzes der Verblendung vertreibt! Sieg dir, der die Welten von der Unterwelt bis hinauf über die Grenze von Licht und Dunkel hinaus verbrennt!

Aus dem ehrwürdigen Kiraṇa:
Ehrerbietung dir, der alles erkennt; Ehrerbietung dir, der alles wirkt! Ehrerbietung dir, dessen eigenes Wesen niemals schwindet, der ganz Bewusstsein ist!
Ehrerbietung deiner Gestalt jenseits aller Maßstäbe, dem friedvollen Licht! Dir, dem innersten Selbst jenseits von Aufgeben und Annehmen, dem wahren Bewusstsein jenseits der Ursachen!
Dir, anfangs- und endlosem Herrn, Shiva, höchstem Selbst, sei Ehrerbietung; dir, dessen Gestalt die Wirklichkeit ist, dem allgegenwärtigen, unbegrenzten Selbst!
Ehrerbietung dir jenseits von Wissen, Wissendem und Gewusstem; dir, dessen Wesen reines Erkennen ist, dem Brahman der Wonne!
Dir mit dem Körper der Erkenntnis sei Ehrerbietung [das Attribut zur Unwissenheit ist widersprüchlich überliefert und wird hier nicht sicher aufgelöst]. Dir, der allein durch seinen eigenen Erkenntnisgrund zugänglich ist, dem aus sich selbst Leuchtenden, sei Ehrerbietung!
Ehrerbietung dir, der für die Seelen durch die fünf Tätigkeiten stets das Erstrebte bewirkt!

Aus der Ṣaṭsahasrikā:
Herr des Vergangenen und Künftigen, Lenker Brahmās, Viṣṇus und Indras! Von der Kraft deiner Gnade erfüllt, erstrahlen die Gottheiten im Himmel.
Du durchdringst die ganze Welt, alles Unbewegliche und Bewegliche. Selbst Menschen voller Verfehlungen gelangen, wenn sie nur an die Macht deiner Lotusfüße denken, zur Vollendung, nachdem die Masse ihrer Verfehlungen vernichtet wurde.
Wie viel mehr gilt dies von standhaften Weisen, die ihr Bewusstsein dir allein anvertraut haben: von allen Verfehlungen befreiten Yogis, ohne Verlangen, ohne Leidenschaft und Trauer, die den Ozean des Werdens überschritten haben!
Auch andere Menschen haben, Herr der Götter, die ersehnten Gaben empfangen. Nur ich, dessen Glück gering ist, habe Anteil am Leiden und entbehre der Freude.
Oder ist meine große Verfehlung so hart wie ein Vajra, allgegenwärtiger Herr, dass deine mächtigen Kräfte, die aus dem Daseinskreislauf emporheben, an der Menge meiner Verfehlungen rasch ihre Stärke verlieren [Lesung unsicher]? Deshalb handle du selbst, erhabener Herr, der du mir das Ersehnte schenkst!

Aus dem ehrwürdigen Mataṅgapārameśvara:
Sieg, Sieg dir, höchster Herr, Mondbekrönter! Sieg, Sieg dir, Shiva, mit Ambā vereint, glückbringender Herr! Sieg, Sieg dir, Gütiger und Furchtbarer, in Fell Gekleideter! Sieg, Sieg dir, Besieger der Städte und der Zeit: Sei gnädig!
Sieg, Sieg dir, einzige Mutter der Welt, Herrin! Sieg, Sieg dir, Beschützerin der dir ergebenen Seelen! Sieg, Sieg dir, Ozean des Nektars des Mitgefühls! Sieg, Sieg dir, Tochter des Berges: Ehrerbietung, sei gnädig!

Mit solchen und weiteren Lobpreisungen preise man entsprechend den eigenen geistigen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

1.57 Man umschreite dreimal im Uhrzeigersinn, ohne hörbare Schritte. Dann werfe man sich mit acht Körperteilen, lang ausgestreckt wie ein Stab, nieder und erhebe sich freudig.

1.58 Wer nicht zu zwei oder mehr täglichen vollständigen Pujas imstande ist, verehre Shiva mit den Mantras für Sitz, Gestalt und Grundwesen. An den Orten der entfalteten Gliedkräfte verehre man die Brahma-, Augen- und Gliedkräfte entsprechend der Zahl der Sandhyā-Zeiten.

Tägliche Praxis: Homa, Gaben und Abschluss der Puja

1.59 Man trage Shiva sein Anliegen vor und begebe sich zum Feuerhaus. Wer für das Feueropfer nicht berechtigt ist, verehre Shiva mit acht Blüten und den Mantras für Sitz, Gestalt, Grundwesen und Glieder ohne Augenmantra; oder er verehre sämtliche Brahma- und Gliedkräfte an ihren Orten. Er gebe das zum Abschied gerichtete Arghya und beende die Puja. Wer zwar berechtigt ist, aber wegen fehlender Materialien kein Feueropfer vollziehen kann, wiederhole den Mantra zehnmal so oft wie die vorgesehene Anzahl der Opfergaben, bringe das Japa dar und schließe die Puja.

Der Berechtigte mit vollständiger Ausstattung bitte dagegen um Erlaubnis zum Feueropfer. Nach erhaltener Erlaubnis bringe er Arghya-Gefäß und weitere Geräte zu einer Feuergrube oder einem geweihten Bodenplatz, der nicht im Süden, Südwesten oder Nordwesten liegt, und sitze nach Osten oder Norden gewandt. Mit dem vom Grundmantra erfüllten Blick beschaue er den Platz; mit dem Shiva-Mantra besprenge und berühre er ihn rituell, mit Kuśa und Astra mit Huṃ Phaṭ besprenge er ihn nochmals. Mit Kavaca und Vauṣaṭ vollziehe er mit Schwert beziehungsweise Kuśa Ausheben, Ausstreuen, Auffüllen, Ebnen, Befeuchten, Feststampfen, Fegen und Bestreichen. In der Mitte ziehe er mit Kuśa unter Astra drei ostwärts gerichtete Linien und eine nordwärts gerichtete. Sitzt er nach Norden gewandt, vertausche er die Richtungen. Mit Kavaca besprenge er den Platz und vergegenwärtige die Vollendung sämtlicher Weihen.

Mit dem Herzmantra lege er einen Darbha-Sitz nieder und rufe Vāgīśvarī an: die Göttin des Wissens, Mutter der Welt, dunkel, in ihrer fruchtbaren Zeit, mit schönen Gewändern, Girlanden und Schmuck, freundlichem Gesicht und drei lotusblattgleichen Augen. Ebenso verehre er Vāgīśvara und gebe Arghya. Das durch Reibhölzer oder ein entsprechendes Verfahren erzeugte Feuer bringe er in einem reinen Gefäß herbei, entferne den fleischverzehrenden Anteil und vollziehe die vier Weihen vom Beschauen an. Mit dem Mantra der Feuergestalt nehme er es mittels Saṃhāra-Mudrā auf, ziehe es mit der Einatmung durch Ida hinein, vereinige es beim Atemhalten mit dem Nabel- und Bindu-Feuer und lasse es mit der Ausatmung durch Pingala hervortreten. Mit dem Mantra des Feuerbewusstseins und Udbhava-Mudrā setze er den flammenspitzenähnlichen Feuerkeim ein und verehre ihn mit der Saṃhitā.

Er stelle ihn sich als schöpferische Kraft des höchsten Herrn vor oder als von Vāgīśvara in den Schoßkanal Vāgīśvarīs gelegten Keim. Mit dem Grundmantra setze er das Feuer sich zugewandt nieder und sammle es. Mit dem Herzmantra gebe er der Göttin Gewand, Reinigung und Mundspülwasser. Mit den Brahma-Mantras von Sadyojāta an verehre er es und bringe mit dem Grundmantra fünf Opfergaben dar. Im Osten, Süden, Westen und Norden verehre er Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Ananta und bitte sie um Schutz für das Feuerkind. Er gebe ihm den Namen: „Du bist Shiva-Feuer, Opferverzehrer“, und verabschiede die Eltern.

Im Herzlotus des Feuers verehre er Shiva wie zuvor. Zur Speisedarbringung opfere er mit dem Grundmantra nach Kräften Sesam und weitere Gaben, mit den Brahma- und Gliedmantras jeweils ein Zehntel davon. Er gebe das volle Opfer, verehre die Asche, vollziehe die acht Blütengaben, gebe das Abschieds-Arghya, hebe Shiva aus dem Feuer und vereinige ihn mit der Gestalt; dann verabschiede er Shiva ohne Erwartung weiterer Gegenwart. Mit den vier Vyāhṛti-Formeln für Erde, Zwischenraum, Himmel und deren Gesamtheit gebe er vier Opfergaben. Brahmā und den weiteren Hütern bringe er Bali dar. Er verneige sich vor dem Feuer und spreche: „Nachdem du das Geopferte genossen hast, komme zur Ruhe.“ Mit dem Shiva-Feuermantra verabschiede er es und Brahmā und die übrigen in umgekehrter Reihenfolge.

1.60 Rechts von sich bereite man zwei Maṇḍalas. Im ersten verehre man von Osten bis Norden die Rudras, Müttergottheiten, Gaṇas und Yakṣas; an den Ecken von Nordosten an die Hausmächte [Vorlage gṛha, möglicherweise gestört], Asuras, Rākṣasas und Nāgas. Im inneren Bereich verehre man im Nordosten, Südosten und Südwesten die Mondhäuser, Tierkreiszeichen und Viśvedevas; zwischen Nordwesten und Westen den Feldhüter Kṣetrapāla. Mit den auf Svāhā endenden Formeln gebe man Bali und Arghya. Im zweiten Maṇḍala verehre man in den Richtungen von Osten bis Nordosten Indra, Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Vāyu, Kubera und Īśāna; außerdem Brahmā im Nordosten, Viṣṇu im Südwesten und Nīlalohita in der Mitte. Man gebe Bali und Arghya. Außerhalb bringe man Gaben für Krähen und die weiteren Wesen, die Grenzen überschreiten, für Agni und die anderen sowie für alle Haus- und Bauplatzgottheiten dar; dann verabschiede man sie alle.

Oder man bringe das Bali verkürzt mit dieser Bitte dar: „Ihr Rudras mit furchtbaren Handlungen, Bewohner furchtbarer Orte, und ihr sanften Wesen, die an friedvollen Orten wohnen; ihr furchtbaren Mütter und Herren der Scharen sowie alle übrigen Hinderniswesen in den Haupt- und Zwischenrichtungen: Nehmt diese Gabe frohen Sinnes an! Gewährt uns rasch Vollendung und schützt mich jederzeit vor Gefahren!“ Nach dieser Gabe lege man die Bali-Mantras im eigenen Herzen nieder.

1.61 Nach Lobpreisung, Sandelgabe und den weiteren Handlungen vollziehe man Sakalīkaraṇa und trete mit Arghya-Wasser in der Hand vor Shiva. Man spreche: „Was ich getan habe und tun werde, all dieses gute Handeln gehört dir. Du allein bist hier der Hüter der Welt; ich habe keinen anderen Herrn als Shiva.“ Mit dem auf Svāhā endenden Grundmantra, Arghya-Wasser und Udbhava-Mudrā widme man, auf dem Boden kniend, die verdienstvolle Frucht von Puja, Homa und den übrigen Handlungen Shivas segnender Hand.

1.62 Nach den acht Blütengaben zeige man die fünfgesichtige Mudrā, verehre in der Folge von Sadyojāta an mit dem Grundmantra und gebe Arghya. In umgekehrter Reihenfolge der Puja, von Astra bis Īśāna, gebe man wiederum Arghya. Die Wunschmantras vereinige man mit ihren jeweiligen Ursprüngen. Mit Nārāca-Mudrā, Astra und Blütenwurf hebe man die Mantras aus ihren Sitzen, ziehe sie zusammen und vereinige sie mit der göttlichen Mudrā und dem Gestaltmantra in der göttlichen Gestalt. Nach Verehrung mit dem Grundmantra und Arghya bitte man um Vergebung: „Herr, durch mich, deinen geringen Diener mit getrübtem Verstand, bist du unzulänglich behandelt worden. Freue dich an dem kleinen Maß meiner Hingabe und verzeihe dies.“ Man vollziehe Richtungsbindung, Umhüllung und Verwandlung in Nektar und verehre nochmals.

1.63 Man verehre und verabschiede den eigenen Guru, den Wissenssitz, die Gurus, Mahālakṣmī, Gaṇapati und die Gottheiten an den Türen.

1.64 Im Nordosten, auf reinem Boden, verehre man Sitz und Gestalt Caṇḍas. Man meditiere über ihn als aus Rudras Feuer hervorgegangen: rußschwarz, furchtbar, mit Dreizack und Beil, viergesichtig und vierarmig, aus dem Mund gewaltige Flammen ausstoßend, mit zwölf roten Augen. Flechthaarkrone und Mondsichel schmücken ihn, Schlangen bilden seine Armbänder und heilige Schnur; er trägt Gebetskette und Wassergefäß, sitzt auf einem weißen Lotus und beseitigt das Leid derer, die sich in Hingabe verneigen. Man lege seinen Augenmantra nieder, rufe ihn mit der Caṇḍeśvara-Formel an und vollziehe mit seinen Herz-, Kopf-, Haarschopf-, Kavaca- und Astra-Mantras Sakalīkaraṇa und Verehrung.

Oder man verehre ihn mit Sitz-, Gestalt- und Grundmantra beziehungsweise mit dem Grundmantra allein. Man bringe Arghya und Speise dar, übergebe die zuvor zurückgelegten Opferreste und spreche: „Leck- und Saugbares, Speise, Getränk, Betel, Girlanden und Salben: Die abgelegten Gaben sind dir auf Shivas Geheiß als Nahrung übergeben.“ Man wiederhole den Mantra nach Kräften und widme das Japa. Dann bitte man: „Caṇḍa, diesen gesamten Ritualablauf habe ich auf dein Geheiß vollzogen. Was ich aus Verblendung zu wenig oder zu viel getan habe, möge mir zur Vollständigkeit gelangen.“ Man gebe das Abschieds-Arghya, hebe die Gliedkräfte auf, vereinige sie mit dem Gestaltmantra in der Gestalt und führe sie mit Saṃhāra-Mudrā und dem von der Einatmung getragenen Grundmantra ins eigene Herz zurück.

1.65 Ebenso verabschiede man Shiva und die anderen auf dem Bodenplatz verehrten Gottheiten. Die im Arghya-Gefäß gegenwärtigen Mantras hebe man auf, ziehe sie zusammen und lege sie im Herzlotus nieder. Man entferne die Opferreste, reinige den Boden mit Kuhdung und besprenge ihn.

1.66 Nach dem Waschen der Füße und Achamana vollziehe man das reine Aschebad und Sakalīkaraṇa. Um die Frucht der gesamten Puja zu empfangen, wiederhole man Aghora einundzwanzigmal.

Hier endet die Vorschrift der Shiva-Puja in der Kriyakramadyotika, verfasst vom ehrwürdigen Aghoraśivācārya, dessen weiterer Name Parameśvara ist.

Tägliche Praxis: Mahlzeit, Studium, Samadhi und Nacht

Pranayama und Sammlung haben ihren Platz im Tagesablauf. Die initiatorischen Atemlenkungen des Textes setzen Unterweisung voraus.

1.67 Man verehre die braune Kuh und gebe ihr einen Bissen mit den Worten: „Surabhi, aus dem Quirlen des Nektars hervorgegangen, Trägerin der Welt! Nimm diesen Bissen an; dies ist meine erhabene heilige Verpflichtung.“

1.68 Bis zum Mittag widme man sich Svadhyaya, dem Studium und Rezitieren der heiligen Überlieferung, und den weiteren angemessenen Tätigkeiten.

1.69 Zur Mittagszeit vollziehe man wie zuvor Bad, Sandhyā, Shiva-Verehrung und die weiteren Handlungen. Oder man verehre mit der achtfachen Blütengabe entsprechend den drei Tageszeiten, entweder schon innerhalb der vorausgegangenen Puja oder zur jeweiligen Zeit.

1.70 Man bereite einen gut bestrichenen Essplatz. Auf dem mit Kuhdung vorbereiteten Boden zeichne man mit Asche entsprechend der Stellung des Lehrers und der übrigen Berechtigten vier, drei, zwei oder eine Linie. Sie sitzen entsprechend nach Osten, Süden, Westen oder Norden gewandt; oder alle dürfen nach Osten blicken. Gemeinsam sitze man in einer Reihe mit geweihten Angehörigen derselben sozialen Klasse, die als für die Tischgemeinschaft reinigend gelten. Wenn vorhanden, esse man aus goldenen, silbernen, kupfernen oder eisernen Gefäßen; andernfalls aus einem Bronzegefäß, das siebenmal mit Asche gereinigt und siebenmal mit Aghora besprochen wurde, oder von zulässigen Blättern, etwa Bananenblättern. Man halte die Hände zwischen den Knien oder sitze in gebundener Heldenhaltung. Man vermeide beim Essen unpassende Gespräche und halte die linke Hand am Gefäß.

Die aufgetragene Speise besprenge man mit Astra und bespreche sie siebenmal mit dem auf Vauṣaṭ endenden Mṛtyuñjaya-Mantra. Nach Kräften bringe man Shiva und den weiteren Gottheiten Speise in gesonderten Gefäßen dar. Man umgieße die Speise mit Wasser und lege etwas davon auf den Boden. Mit Wasser, das vom kleinen Finger der rechten Hand abfließt, widme man diese Gabe den fünf Neben-Lebenswinden Nāga, Kūrma, Kṛkara, Devadatta und Dhanañjaya. Das restliche Wasser trinke man mit der Formel: „Du bist die Unterlage des Nektars.“ Oder man umgieße mit Īśāna und trinke mit Tatpuruṣa. Mit Astra vergegenwärtige man das brennende Verdauungsfeuer. Aus dem auf dem Boden stehenden Gefäß bringe man die fünf Bissen als Opfer an Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana dar [Udāna ist in der Vorlage verschrieben]; danach esse man nach Bedarf.

Fallen Fliegen, Nägel, Haare oder Ähnliches hinein, entferne man etwas Speise, wasche die Hand, berühre Asche und esse weiter. Knoblauch, Zwiebel, Gṛñjana, Flaschenkürbis, Muscheln beziehungsweise Schnecken, Fisch, Fleisch, das in der Vorlage genannte Salz und direkt aus der Hand gereichtes Salz sowie allgemein von den Schriften Verbotenes meide man. Während des Essens nehme man Salz und Ghee nicht gesondert auf. Die Vorschrift zum Wassertrinken „über der Speise“ ist sprachlich nicht eindeutig. Man trinke nicht mit abgewandtem Mund und nicht den bereits angetrunkenen Rest. Der Text untersagt den Blick auf Menschen, die er der niedrigsten sozialen Gruppe zurechnet. [Dies dokumentiert eine historische Ausgrenzung und begründet keine heutige Verhaltensnorm.]

Nach einer maßvollen Mahlzeit trinke man mit noch ungewaschener Hand Wasser unter der Formel „Du bist der Verschluss des Nektars“ oder mit Tatpuruṣa. Man wasche Hände und die weiteren Körperteile und vollziehe Achamana. Mit Wasser, das am Daumen der rechten Faust abfließt, besprenge man die rechte große Zehe unter dem Kālagni-Rudra- oder Ātma-Tattva-Mantra. Nach Reinigung mit Asche und Sakalīkaraṇa bilde man die Paridhā-Mudrā, wiederhole Vāmadeva neunmal und reinige den Mund mit Betel und den weiteren Mitteln. Isst man in einem fremden Haus, wiederhole man vor der Speise zuerst die Shiva-Gāyatrī.

1.71 Der Entsagende dagegen verweile bis zur Mittagszeit in Samadhi. Dazu wird gelehrt: „Das aus Erkenntnislicht bestehende Linga leuchtet wie der Herbstmond zwischen den Augenbrauen. Dort vereinige man Geist und Lebensatem. Darin aufgegangen, ganz davon erfüllt, führe der Yogi das Denken allmählich zur Leere. Wenn das begrenzende Denken verschwunden ist, leuchtet das höchste Bewusstsein als Wonne von selbst auf. So wird Samadhi genannt, die Stätte der Fähigkeiten von Aṇimā an.“ [Das Wort für „allmählich“ ist in der Vorlage gestört; der Zusammenhang ergibt sich aus dem Satz.]

1.72 Danach vollziehe man den Mittagsritus, sammle vorschriftsmäßig Almosen und esse. Wer an Almosennahrung gebunden ist, soll nicht die ganze Mahlzeit aus einem einzigen Haus nehmen. Nahrung, die durch bedrängendes Bitten und ähnliche Mühe erlangt wurde, soll er nicht annehmen [Bezeichnung dieser Nahrung unsicher]. Unter den Arten aus der eigenen Gemeinschaft, ungebeten empfangen und bienengleich von mehreren Häusern gesammelt gilt die letzte als beste. Sie ist zweifach: als Körneralmosen und als gekochte Nahrung. Körner sammelt man am Vormittag, gekochte Nahrung nach Abschluss des zweiten Tagesritus.

Hier die Vorschrift: Nach dem Aschebad wechsle man Lendentuch und Obergewand, vollziehe Achamana und statte den Körper mit Mantras aus. Ein Gefäß aus Kupfer oder einem anderen geeigneten Material oder aus Blättern des Brahma-Baums reinige man mit Astra, vollziehe die vier Weihen, bespreche es siebenmal mit Aghora und mit Kavaca und hülle es in ein Tuch. Man halte es rechts; links trage man einen körperhohen, siebenmal mit Astra besprochenen Stab, gegebenenfalls auch einen Schirm. Mit Sandalen, an Shiva und Guru denkend, trage man das Vorhaben vor; ist der Guru anwesend, hole man seine Erlaubnis ein.

Unter Wahrung des mit der Aufgabe vereinbaren Schweigens sammle man Almosen in rituell reinen Häusern und wiederhole den Almosenmantra. Die Vorlage schließt Häuser von Ausgestoßenen, Barbieren, Beschuldigten, Handwerkern, gesellschaftlich Verachteten, von Aneignern des Vermögens von Brahmanen oder Gottheiten sowie von Prostituierten aus. [Die Ausschlüsse gehören zur historischen Sozialordnung des Textes.] Unterwegs soll man nicht grüßend niederfallen, ausspucken, jemanden berühren, vom Weg abirren, schmähen, zürnen oder streiten; ein weiteres Wort in dieser Aufzählung ist beschädigt. Am Haus spreche man: „Gib Almosen“, blicke auf die Spitze der eigenen großen Zehe und warte nur so lange, wie eine Kuh, die ihr Kalb hört, zum Milchgeben braucht. Dann gehe man zum nächsten Haus. Wird man nach dem Weitergehen zurückgerufen, kehre man nicht um; die Gabe soll dort entgegengebracht werden. Man nehme keine durch Handkontakt oder ungeeignete Bronzegefäße verunreinigte Nahrung an und keine Almosen eines anderen Almosensammlers. Nach hinreichender Sammlung kehre man, an das Wohl der Welt denkend, in die Wohnstätte zurück.

1.73 [Der Anfangssatz über einen mit Opferresten versehenen Ort ist beschädigt.] Man bade zusammen mit dem Almosengefäß. Dieses stelle man an einen reinen Ort, vollziehe Achamana, bestreue sich mit Asche und vollziehe Sakalīkaraṇa. Die Nahrung besprenge man mit Astra und verwandle sie mit dem dreisilbigen Mantra in Nektar. Man teile sie geistig dreifach, bringe sie der Gottheit und dem „Mund“ dar [Bezug nicht eindeutig] und esse wie zuvor zur Erhaltung des eigenen Körpers.

Wer nur einmal täglich die äußere Puja vollzieht, übe Samadhi wie zuvor und verehre stets auf folgende Weise: „Aus der Wurzel erhebe man den Nāda und lasse ihn zur Scheitelöffnung aufsteigen. Sein Feuerlicht erhellt strahlend sämtliche Himmelsrichtungen. Dort schaut der Lichtvolle das gesamte Netz der Mantras. Ist es erstaunlich, dass die friedvollen, furchtbaren und übrigen Mantras, durch dieses Bewusstsein beherrscht, dem gelingen, dessen Geist in dessen Wesen ruht? Wenn man den Geist dort für einen Muhūrta sammelt, entsteht ein Beben; dies ist dann unmittelbare Erfahrung. In jenem Raum, am Ende der Spitze, ist der ungeteilte höchste Shiva, durch Meditation zugänglich, aus sich selbst gegenwärtig wie ein Wunscherfüllungsjuwel. So geschehe zu allen Sandhyā-Zeiten eine Shiva erfreuende Verehrung.“

1.74 Auch am Abend verehre man Sandhyā und übe nach Kräften Puja, Japa, Meditation und Samadhi.

1.75 Zur Schlafenszeit lege man sich auf das Lager und schlafe ein, nachdem man über Shiva als das unvergängliche Selbst meditiert hat.

Anmerkung der Vorlage: Der durch eckige Klammern gekennzeichnete Grundtext findet sich in einigen Handschriften nicht; auch eine Erklärung dazu ist nicht überliefert. [Die genaue Ausdehnung dieser Markierung ist im E-Text nicht völlig klar; sie betrifft einen Abschnitt im Umfeld von 1.73–1.75.]

1.76 Auch um Mitternacht stehe man auf, erinnere sich an die vierte Sandhyā, übe Samadhi und schlafe wieder. Am Morgen stehe man auf, denke an Shiva und vollziehe die beschriebenen Handlungen. Möge es segensreich sein!

Wer so täglich in Hingabe die höchste Ursache verehrt, dem entsteht keine Verfehlung, wie bei Sonnenaufgang keine Finsternis bleibt. Am Ende des Körpers gelangt er nicht unter der Gewalt der angesammelten Handlungsfolgen erneut in die Welt. Diese allgemeine tägliche Verehrung bringt Wohlergehen. Täglich bade man das Linga mit Milch und hellem Zucker [Wortverbindung nicht ganz sicher], bringe Milchreis als Opfer dar und bestreiche es mit Aloeholz und Sandel. Wer Shiva so mit dem Vyomavyāpin-Mantra verehrt, dessen unheilvolle Vorzeichen und furchtbare Bedrängungen durch die Planeten schwinden; frei von allen Krankheiten erlangt er die Vereinigung mit Shiva. [Dies sind traditionelle Wirkungsverheißungen des Textes.]

Der Lehrer, der aus den Lehren der ehrwürdigen Schriften von Mataṅga an die Zusammenfassung ihres Erkenntnisteils unter dem Namen Sarvavidyeśinī verfasste und aus Shivas Worten das Wesen des Pavitra darstellte, jener unter dem Namen Parameśvara bekannte Guru hat in der Kriyakramadyotika die Vorschrift der täglichen Handlungen verfasst.

Hier endet der Nityakarmavidhi in der Kriyakramadyotika des ehrwürdigen Aghoraśivācārya, dessen weiterer Name Parameśvara ist.

Pavitra-Ritus: Vorbereitung und Opferraum

2.1 Nun die Pavitra-Vorschrift. Zur vorgeschriebenen Zeit stelle man die Pavitra-Fäden nach der angegebenen Weise her. Man bereite die Opfermaterialien, neue Tongefäße oder gründlich gereinigte Gefäße aus Kupfer und entsprechenden Stoffen vor und sammle Brennhölzer, Kuśa, Blüten, Dūrvā und die übrigen Materialien.

2.2 Am siebten oder dreizehnten Mondtag vollziehe man die beiden täglichen Tagesriten. Am Abend schmücke man das Opferhaus mit Blütenketten, vollziehe die anlassbezogene Sandhyā und die besondere Wasserspende. Auf dem zuvor geprüften und übernommenen Boden verehre man zwischen Osten und Südosten die Sonne nach der täglichen Vorschrift, verabschiede sie aber noch nicht.

2.3 Nach Achamana und Sakalīkaraṇa halte man allgemeines Arghya samt Praṇava bereit und besprenge die Türen mit Astra. Im Osten verehre man das Tor der Śānti-Kalā, im Süden das der Vidyā-Kalā, im Westen das der Nivṛtti-Kalā und im Norden das der Pratiṣṭhā-Kalā. An den beiden Türpfosten sowie den seitlichen Gefäßen verehre man, jeweils rechts und links und im Osten beginnend, Nandin und Mahākāla, Bhṛṅgin und Vināyaka, Vṛṣabha und Skanda, Devī und Caṇḍa. Am Westtor verehre man die Torhüter wie im täglichen Ritus, entferne die Hindernisse und verschließe mit Astra die übrigen Tore. Man betrete den Raum durch das Westtor, setze Astra zum Schutz am Türbalken ein, gehe im Uhrzeigersinn und bringe im Südwesten Brahmā als Bauplatzherrn eine Blüte dar. Mit Astra-Wall und Kavaca-Umhüllung schütze man das Opferhaus und sitze südlich des Maṇḍala nach Norden gewandt auf einem schwarzen Antilopenfell oder entsprechenden Sitz.

2.4 Man vollziehe die Reinigung der Elemente und, nach dem Kalā-Nyāsa, den Glied-Nyāsa wie zuvor. Nach innerer Verehrung, innerem Homa und Meditation schütze man den Raum durch dreimaliges Klatschen und die übrigen Handlungen. Man bereite das besondere Arghya mit seinen acht Bestandteilen einschließlich Milch und besprenge damit den eigenen Kopf. Mit Kuśa-Wasser besprenge man unter Astra alle Opfermaterialien, begieße sie mit Kavaca, bespreche sie mit dem Herzmantra, umhülle sie und verwandle sie in Nektar. Man trage Sandelholz als Stirnzeichen auf, verehre das geheiligte Selbst und reinige die Mantras.

2.5 Nach dem Bestreichen mit Sandelholz vergegenwärtige man mit den Mantras für Sitz, Gestalt und den weiteren Formeln die Shiva-Hand. Man meditiere über sie als Licht und lege sie auf den eigenen Kopf. Dann nehme man das siebenmal mit Astra besprochene Erkenntnisschwert.

2.6 Man vergegenwärtige: „Ich bin Shiva, der ursprüngliche Allwissende; in meinem Opfer kommt mir der Vorrang zu.“ So meditiere man über die Nichtgetrenntheit von Shiva. [Der Haupttext ist hier beschädigt; die beigefügte Variante stützt die Shiva-Lesung.]

2.7 Man bereite die fünf Kuhprodukte, Pañcagavya, und bespreche das Streumaterial siebenmal mit Astra. Im Südwesten nach Nordosten gewandt besprenge man das Opferhaus mit Pañcagavya und Arghya. Man vollziehe die Weihen vom Beschauen bis zur Kreuzweg-Anordnung [letzte Bezeichnung in der Vorlage gestört].

2.8 Das als flammende Waffen vorgestellte Streumaterial werfe man mit Astra aus und sammle es mit einem Kuśa-Büschel wieder zusammen. Im Nordosten bestimme man es zum Sitz des Vardhanī-Gefäßes. Im Südwesten verehre man den Bauplatzherrn; im Westen Mahālakṣmī. Man meditiere über sie als dunkelfarbige Göttin, die Blüten und Edelsteine regnen lässt und deren Gestalt der ganze Pavillon ist.

2.9 Im Nordosten stelle man auf verschiedenartigen Körnern einen mit gefiltertem Wasser gefüllten Krug auf, dessen Öffnung mit Mangozweigen geschmückt ist, westwärts gerichtet und als göttliche Gestalt dienend. [Eine Variante ergänzt Gold vom Gewicht eines Niṣka.] Darin gebe man einen beweglichen Sitz und verehre Shiva mit seinen Gliedkräften, ohne Umkreise und ohne Festhalten. Südlich davon verehre man im ebenso bereiteten Vardhanī-Gefäß das Pāśupata-Astra mit Sitz-, Gestalt-, Grund- und den sechs Gliedmantras. [Die einzelnen Bījas sind in Hauptlesung und Varianten erheblich verschieden; sie werden nicht vereinheitlicht.] Beide Gefäße schmücke man mit weißen Tüchern und weiteren Gaben.

Im Inneren des Pavillons meditiere man über die Welthüter samt Reittieren und Waffen und verehre sie in Gefäßen entsprechend den Richtungen: Indra, Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Vāyu, Kubera und Īśāna. Die Einzelangaben platzieren Indras Bereich zwischen Mahākāla und Sonne, Nirṛti im Gefäß westlich Gaṇeśas, Vāyu nördlich Skandas und Īśāna östlich Caṇḍeśas. Südlich des dortigen Gefäßes verehre man Brahmā; im Südwesten, nördlich des dortigen Gefäßes, Viṣṇu. Eine Variante nennt anstelle Kuberas Soma. Den Welthütern verkünde man nacheinander Shivas Auftrag: „Höre, Śakra! Bleibe auf Shivas Geheiß in deiner Richtung aufmerksam gegenwärtig, um Hindernisse zu stillen, bis das Opfer vollendet ist.“ Entsprechend spreche man die übrigen an.

Man nehme Vardhanī, lasse sie dem Hauptkrug vorausgehen und ziehe mit ununterbrochenem Wasserstrom unter dem Grundmantra, an die Astra-Festung denkend, von Nordosten ringsum wieder bis Nordosten. Am angestammten Ort setze man zuerst den Hauptkrug, dann Vardhanī ab. Im Hauptkrug verehre man Shiva nun auf festem Sitz, in Vardhanī Astra. Mit Linga-Mudrā und der Formel für Shiva und Shakti vollziehe man die symbolische Vereinigung von Schoß und Linga. Man übergebe das Erkenntnisschwert, bringe das Japa des Grundmantras und in Vardhanī ein Zehntel davon als Astra-Japa dar. Man bitte: „Erhabener Herr, bleibe hier bis zum abschließenden Bad.“ Man bereite das Arghya zum Festhalten, gebe es mit Aghora und lasse das Gefäß unbewegt dort stehen. Man denke, dass die aus dem Streumaterial am Vardhanī-Sitz hervorgehenden Astras überall sämtliche Hindernisse aus dem Opferhaus entfernt haben.

2.10 Im Nordwesten verehre man Gaṇapati in dem dort östlich gelegenen Gefäß und bitte: „Mögen keine Hindernisse entstehen!“

2.11 Im Nordosten verehre man die Gurus im dort westlich gelegenen Gefäß und bitte um Erlaubnis. Nach deren Empfang verehre man Shiva im eigenen erwählten Linga mit Pañcagavya und den weiteren Gaben nach den eigenen Möglichkeiten, bis einschließlich der Verehrung seiner entfalteten Gliedkräfte.

2.12 Am Brahma-Ort in der Mitte verehre man Shiva, die höchste Ursache und den Herrn des gesamten Wirklichkeitsweges, in einem Latā-, Liṅgodbhava- oder entsprechenden Maṇḍala oder in einem mit Duftstoffen bereiteten Maṇḍala. Man führe die Verehrung bis zum Abschluss der Puja des eigenen Linga oder bis zum Abschluss des Japa durch.

Pavitra-Ritus: Feuerweihe und Opfer

2.13 Man bitte um Erlaubnis zum Feueropfer. Mit erhaltener Erlaubnis nehme man das Arghya-Gefäß, umschreite im Uhrzeigersinn und betrachte mit göttlichem Blick alle bereitgestellten Opfergeräte. An der Feuergrube sitze man nach Norden gewandt, deren Nabelpunkt vor sich.

2.14 Mit Ringfinger und Daumen lege man den Grundmantra in die Augen und beschaue damit die Feuergrube. Mit dem Shiva-Mantra besprenge und berühre man sie, mit Kuśa und Astra mit Huṃ Phaṭ besprenge man sie erneut. Mit Kavaca und Vauṣaṭ vollziehe man mit Schwert und Kuśa Ausheben, Ausstreuen, Auffüllen, Ebnen, Befeuchten, Feststampfen, Fegen und Bestreichen. In der Mitte, im Osten, Süden, Norden und Westen lege man die Kalā-Mantras von Śāntyatīta an nieder und vergegenwärtige die Grube als aus Kalās bestehend. Mit dreifacher Schnur unter Astra umwinde man sie und verehre sie als Kalā-Grube. Mit drei Kuśa-Halmen in Dreizackform ziehe man vier nach Osten oder Norden gerichtete Linien samt Querlinie und vollziehe die Vajra-Festigung. Mit zwei nach Osten und Norden gerichteten Kuśa-Halmen vollziehe man die Kreuzweg-Anordnung unter Astra. [Die genaue Linienzählung ist zwischen Hauptlesung und Varianten nicht völlig eindeutig.]

2.15 Im Inneren der Feuergrube bilde man ringsum mit aufgerichteten Kuśa-Halmen unter Kavaca einen Schutzschirm. In der Mitte lege man einen Büschelsitz für Vāgīśvarī und Vāgīśvara nieder. Darauf rufe man die Wissensgöttin, Mutter der Welt, an: dunkel, in ihrer fruchtbaren Zeit, mit schönen Gewändern, Girlanden und Schmuck, freundlichem Gesicht und drei lotusblattgleichen Augen. Man verehre sie mit ihrem Mantra, ebenso Vāgīśvara mit dem seinen, durch Duft und die weiteren Gaben.

2.16 Feuer aus Reibhölzern, einem Sonnenstein, dem Haus eines Zweimalgeborenen, eines Vaiśya oder dem eigenen Haus bringe man in einem Ton- oder Kupfergefäß herbei und stelle es im Südosten oder Nordosten ab. Mit Astra entferne man einen Teil für die fleischverzehrenden Mächte nach Südwesten und reinige das übrige Feuer durch die vier Weihen vom Beschauen an. Mit dem Mantra der Feuergestalt nehme man das stoffliche Feuer durch Einatmung auf, vereinige es mit Herzmantra und Atemhalten mit Nabel- und Bindu-Feuer und lasse es mit der Ausatmung wieder hervortreten. Mit dem Mantra des Feuerbewusstseins setze man es in das Feuer des Gefäßes ein. Man verehre es mit der Saṃhitā, schütze und umhülle es, verwandle es mit Prāsāda, Vauṣaṭ und Dhenu-Mudrā in Nektar und nehme es auf.

Dreimal führe man es im Uhrzeigersinn über der Grube herum und meditiere darüber als Shivas Keim. Die Eltern denke man mit dem Kopf nach Nordosten liegend; man stelle sich vor, Vāgīśvara lege den Keim in den Schoßkanal Vāgīśvarīs. Auf dem Boden kniend setze man das Feuer unter dem Grundmantra sich zugewandt in die Grube.

2.17 Man sammle es im Nabelbereich der Grube und stelle sich vor, dass die Kleidung wieder geschlossen wird. Für Reinigung und Mundspülung gebe man mit dem Herzmantra einen Wassertropfen. Mit Kavaca bedecke man es mit gutem Brennholz, entzünde es mit Astra und verehre es als Keimfeuer. Zum Schutz des Keims binde man an die Hand der Göttin ein mit Astra besprochenes Darbha-Armband.

2.18 Für die rituelle Empfängnis verehre man mit Sadyojāta und bringe mit dem Herzmantra drei Sesamgaben dar. Für Puṃsavana im dritten Monat verehre man mit Vāmadeva, opfere mit dem Kopfmantra dreimal Sesam und gebe einen Wassertropfen hinzu. Für das Scheiteln des Haares im sechsten Monat verehre man mit Aghora und opfere mit dem Haarschopfmantra dreimal. Mit demselben Mantra vollziehe man die Bildung von Gesicht und Gliedern und deren vervollständigende Sühne. Zur Geburt im zehnten Monat verehre man mit Tatpuruṣa und gebe mit Kavaca drei Opfergaben. [Diese Schwangerschafts- und Geburtsstadien sind hier rituelle Weihen des Feuers.]

Nach dessen Geburt fache man es mit Darbha und weiteren Mitteln an, als Bad zur Entfernung der Geburtsunreinheit. Man löse das Darbha-Armband von der Göttin und denke ihr nun ein goldenes Band angelegt. Mit dem Herzmantra verehre man. Um die Geburtsunreinheit unmittelbar zu beenden, besprenge man die Grube mit Astra-Wasser, berühre sie mit Darbha unter Astra und besprenge sie mit Kavaca. Zum Schutz des Feuers lege man auf den Einfassungen von Osten an Darbha mit Spitzen nach Norden beziehungsweise Osten aus; darauf setze man die Begrenzungshölzer und Sitze. Zur Reinigung der Münder und Kräftigung des Feuers opfere man fünf Hölzer, an Wurzel und Spitze mit Ghee bestrichen, unter dem Schwert-Mantra.

Auf den Begrenzungshölzern verehre man im Osten, Westen, Süden und Norden Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Ananta; eine Variante nennt zuletzt Īśvara. Auf den Sitzen verehre man die acht Richtungshüter von Indra an; für oben Brahmā im Nordosten, für unten Viṣṇu im Südwesten. Man gebe Arghya und verkünde Shivas Auftrag: „Wehrt die Schar der Hindernisse ab und behütet das Kind!“

Man nehme Sruk und Sruva, die beiden Opferlöffel, mit Kuśa, jeweils aufwärts und abwärts gerichtet, besprenge sie mit Astra, begieße und umhülle sie mit Kavaca, erhitze und bewege sie über dem Feuer. Mit der Kuśa-Spitze berühre man ihre Spitzen, nach erneutem Kreisen mit der Mitte ihre Mitten, nach weiterem Kreisen mit der Wurzel ihre Wurzeln. An diesen Stellen lege man die drei Tattvas Shiva, Vidyā und Ātman samt den drei Rudra-Kräften und ihren Herren Rudra, Viṣṇu und Brahmā mit den entsprechenden Bījas nieder. In Sruk setze man Shakti, in Sruva Śambhu ein. Unter Kavaca umwinde man die Hälse mit dreifacher Schnur und lege sie mit dem Grundmantra rechts von sich auf Kuśa ab; mit dem Herzmantra verehre man sie.

Nun bringe man Kuh-Ghee herbei und reinige es durch Beschauen und die weiteren Weihen. Den eigenen Körper als Brahmā denkend nehme man es auf, führe es dreimal über der Grube herum, erwärme es am Feuer und stelle es im Südosten ab. Mit einer Darbha-Spitze nehme man einen Ghee-Tropfen und opfere ihn Brahmā. Den eigenen Körper als Viṣṇu denkend stelle man es im Nordosten auf und opfere mit der Kuśa-Spitze einen Tropfen Viṣṇu. Sich als Rudra denkend halte man es am Nabel und opfere einen Tropfen Rudra. Dann nehme man es vom Feuerbereich zurück.

Aus zwei Darbha-Spitzen von je einer Spanne mit einem Knoten in der Mitte bilde man ein Pavitra, halte es mit Daumen und Ringfinger und reinige das Ghee dreimal unter Astra in Richtung des Feuers. Ebenso vollziehe man unter dem Herzmantra die Bewegung zu sich hin. Man löse den Knoten und werfe das Pavitra ins Feuer. Ein mit dem Herzmantra besprochenes verkohltes Darbha-Stück werfe man mit Astra ins Ghee, reinige es damit und gebe es danach mit Astra ins Feuer. Mit einem anderen brennenden Darbha-Halm vollziehe man unter Kavaca das kreisende Licht und werfe ihn ins Feuer. Mit einem weiteren brennenden Halm erhelle man unter Astra das Ghee und gebe auch ihn ins Feuer.

Mit Praṇava lege man zwei spannlange, mittig verknotete Kuśa-Halme ins Ghee. Rechts und links denke man die helle und dunkle Mondhälfte; rechts, links und in der Mitte Pingala, Ida und Sushumna. In der hellen Mondhälfte nehme man rechts Ghee und opfere Agni ins rechte Feuerauge; links nehme man Ghee für Soma ins linke Auge; aus der Mitte für Agni und Soma ins mittlere Auge; danach für Agni Sviṣṭakṛt in den Mund. Bei „Svā“ opfere man eine kleine Menge und gebe bei „Hā“ den Rest in den jeweiligen Bereich des Ghee zurück. In der dunklen Mondhälfte verfahre man links, rechts, Mitte und Mund entsprechend mit Soma, Agni, Soma-Agni und Agni Sviṣṭakṛt.

Man bespreche das Ghee mit der Saṃhitā, schütze und umhülle es, verwandle es mit Grundmantra und Dhenu-Mudrā in Nektar und verehre es mit dem Grundmantra. Durch Hinzufügen eines mit dem Herzmantra geweihten Tropfens reinige man weiteres Ghee. Nun gebe man jeweils eine Ghee-Gabe für Sadyojāta, Vāmadeva, Aghora, Tatpuruṣa und Īśāna zur Speisung der Feuergesichter. Durch Gaben für die Paare Sadyojāta–Vāmadeva, Vāmadeva–Aghora, Aghora–Tatpuruṣa und Tatpuruṣa–Īśāna verbinde man die Gesichter. Mit der gemeinsamen Formel aller fünf und einem Ghee-Strom von Südosten nach Nordwesten und von Südwesten nach Nordosten vereinige man sie. Zur Namensgebung verehre man mit Īśāna, gebe mit Astra drei Opfergaben und spreche: „Du bist Shiva-Feuer, Opferverzehrer.“

2.19 Mit dem Herzmantra verehre und verabschiede man Vāgīśvarī und Vāgīśvara. Den Mund des Feuers denke man nach Wunsch entsprechend der Grubengröße. Auf der mittleren Zunge bringe man mit dem auf Vauṣaṭ endenden Grundmantra das volle Opfer dar, um die Weihen bis zum Haarschopfritus zu vollenden. Dazu fülle man Sruk mit Ghee, lege Sruva mit der Öffnung nach unten darüber und eine Blüte an dessen Spitze. Mit beiden wie eine Muschel zusammengefügten Händen, die rechte vorn, halte man die Löffel. Mit gleichen Fußstellungen stehe man aufrecht, halte sie zunächst quer vor dem Nabel, richte den Blick auf die Spitze und rezitiere den Grundmantra mit Vauṣaṭ. Man führe den Griff bis zur linken Brust und lasse ruhig das gesamte Ghee in einem gerstenkorndicken Strom ins Feuer fließen. Nach diesem vollen Opfer setze man sich wieder.

2.20 Einen Teil des Feuers sondere man für das Kochen des Caru und weitere Zwecke ab und bewahre ihn an einem anderen Ort. Zur Kräftigung des Shiva-Feuers opfere man unter den Vokalen von A an Palāśa-Hölzer von sechzehn Fingerbreiten Länge.

2.21 Über Agni meditiere man so: auf einem weißen Lotus sitzend, viergesichtig, vierarmig, mit langem Bart, in Brahmā-Gestalt, den Scheitel mit Flechthaar geschmückt; seine Lotushände tragen Opferlöffel, Wassergefäß, Stab und Gebetskette. Oder sein Körper sei rot, dreiäugig, die Hände mit Shivas Waffen ausgestattet [Alternative teilweise beschädigt]. Man bitte: „Agni, du bist des Herrn höchste reinigende Lichtkraft. Deshalb will ich ihn in deinem Herzlotus einsetzen und ihm die sättigenden Gaben darbringen.“

2.22 Nun trete man durch die mittlere Bahn in Agnis Körper ein und verehre in seinem Herzlotus den leuchtenden Herrn mit Sitz und Umkreisen wie zuvor. Man bringe Räucherwerk und Licht dar, verbinde Shivas Mund mit dem Feuermund und trete wieder heraus. Den Grundmantra sprechend meditiere man über die Lichtflamme, die aus der Nase Shivas im Feuer hervortritt und in der Scheitelspitze Shivas am Verehrungsort aufgeht: eine verbindende Strahlenbahn, die an beiden Orten ruht [dieser Satz ist stark variantenbehaftet]. So verbinde man Shiva im Krug, im Verehrungsbild und im Feuer sowie sich selbst durch Nāḍīs.

Zur Sättigung der Mantras bringe man mit dem Grundmantra hundertacht Opfergaben dar, mit den Brahma- und Gliedmantras jeweils ein Zehntel davon, sodann das volle Opfer. Für die besondere Sättigung verfahre man ebenso. Zur Bereitung des Ortes und der Zeit, zur Stillung ungünstiger und Herbeiführung günstiger Zeichen bringe man mit dem Grundmantra vierhundert Gaben samt vollem Opfer dar; eine Variante hat „nach Kräften“ und eine weitere nennt hundert Gaben für die Pavitra-Bereitung. Man vollziehe dann Sättigung und Entflammung der Mantras: für die Sättigung jeweils eine Ghee-Gabe mit der auf Svāhā endenden Formel, etwa für Īśānas Scheitel; für die Entflammung jeweils drei mit der von Hūṃ umgebenen, auf Huṃ Phaṭ endenden Form.

2.23 Man koche den Caru-Opferbrei nach der Vorschrift.

Pavitra-Ritus: Vorbereitung der Fäden und Nachtwache

2.24 Die in einem reinen Gefäß liegenden Pavitra-Fäden bringe man zum Feuer. Westlich der Grube lege man sie auf Darbha in ein Maṇḍala mit Praṇava-Sitz und besprenge sie mit Astra. In die neun Fäden lege man der Reihe nach Praṇava, Mond, Feuer, Brahmā, Nāga, Guha, Sonne, Sādākhya und sämtliche Götter nieder, jeweils mit dem Namen im Dativ, Om und Namaḥ. In die Knoten lege man Prakṛti, Pauruṣī, Vīrā, Aparājitā, Jayā, Vijayā, Ajitā, Sadāśivā, Manonmanī und Sarvatomukhī entsprechend ihren Namen nieder. Im Tattva-Pavitra und im Gaṅgāvatāraka lege man die sechzehn Kalās, Shiva und Shakti nieder [die syntaktische Zuordnung ist in den Varianten verschieden]. In die vier Pavitras setze man die vier Maṇḍalas samt ihren Herren ein.

Man bespreche sie mit der Saṃhitā und bedecke sie mit einem schwarzen Antilopenfell oder einem entsprechenden Tuch. Dabei erinnere man sich an Shiva als das Jahr selbst, den unvergänglichen Zeugen aller Handlungen, Hüter und Zuflucht, und an die Verbindung, durch welche die Handlungen ihre Frucht erlangen [letzte Wortverbindung nicht eindeutig]. Einundzwanzigmal vollziehe man mit der Saṃhitā die Saṃpāta-Weihe durch Opfergaben. Man schütze mit Astra, umhülle mit Kavaca, verwandle in Nektar und lege die Pavitras neben den Hauptkrug.

2.25 Shiva-Sūrya bringe man Caru dar und erfreue seine Torhüter, Gaṇapati und Gurus mit Pavitra. Das Duft-Pavitra, mit Duft, Blüten, Dūrvā und ungebrochenem Reis versehen, beräuchere man. Man rezitiere die mit „der gesamten Vorschriften“ beginnende Einladung, angepasst durch den Namen der Sonne, und bringe das Pavitra mit ihrem auf Svāhā endenden Grundmantra dar. Den Gliedkräften und Planeten gebe man es jeweils mit ihren eigenen auf Svāhā endenden Formeln. Man vollziehe die höchste Heiligung, bringe das Japa dar, verneige sich und vollziehe Achamana und Sakalīkaraṇa.

Mit Kavaca umwinde man Opferhaus und Opfergeräte mit Fäden. Den Torhütern, dem Bauplatzherrn und Lakṣmī gebe man der Reihe nach Pavitra, ebenso Indra und den übrigen Welthütern samt ihren Waffen mit ihren jeweiligen Formeln. Im Shiva-Krug und in Astra-Vardhanī bringe man zuerst Caru, dann nach der Einladung das Duft-Pavitra mit dem Shiva-Mantra dar. Nach Japa und dessen Widmung verehre man Gaṇapati und Gurus mit Pavitra. Am Maṇḍala bringe man Caru und nach dem Einladungsmantra das Duft-Pavitra dar, vollziehe die höchste Heiligung, übe Japa, widme es und bitte um Vergebung.

2.26 Vor der Gottheit sitze man auf dem eigenen Sitz, verehre sie und bringe die Gegenstände der heiligen Verpflichtung dar. Im Osten gebe man mit Tatpuruṣa das Zahnreinigungsholz; im Süden mit Aghora Asche; im Westen mit Sadyojāta Erde; im Norden mit Vāmadeva Āmalaka-Frucht und Wasser. Im Nordosten bringe man mit Īśāna Wasser samt Pañcagavya dar, dort auch mit Grund- oder Kopfmantra schöne Blüten. Im Südosten gebe man mit dem Herzmantra Gorocanā, im Südwesten mit dem Haarschopfmantra Aloeholz. Im Nordwesten bringe man besonders gutes Sandelholz, Aloeholz, Kampfer und Safran mit Kavaca dar.

Im Westen gebe man mit Sadyojāta die Homa-Materialien: Kuśa, Sesam, Ghee und weitere Gaben. Im Süden gebe man mit Aghora die Gegenstände der Verpflichtung: Stab, Gebetskette, Lendentuch und Almosenschale. Im Norden gebe man mit Vāmadeva Augenschminke, Safran, Öl, Stäbchen, Haarkamm, Betel, Spiegel und Gorocanā. Im Nordosten bringe man mit Īśāna Sitz, Sandalen, Gefäß, Yogaband und Schirm dar; im Osten mit Tatpuruṣa Caru, Ghee, Duft und die weiteren Gaben. Was davon nicht vorhanden ist, stelle man geistig bereit.

2.27 Nach den acht Blütengaben bringe man dem Herrn seinen Anteil Caru dar, mit Astra besprengt, Kavaca umhüllt, Herzmantra verehrt und in Nektar verwandelt. Wie im täglichen Ritus gebe man Pavitra den Torhütern, sich selbst, Gaṇapati, Lakṣmī und der Guru-Reihe; danach bringe man es Shiva dar. Das Einladungs-Pavitra, mit wenigen Fäden und einem Knoten, mit Duftstoffen getränkt, beräuchert und mit Blüten versehen, nehme man in die gefalteten Hände und spreche:

„Herr, der die Lücken sämtlicher Vorschriften ausfüllt, ich lade dich zu diesem Opfer ein; denn auf deinen Willen hin habe ich die Mittel dazu erlangt. Erlaube dessen Vollendung, da ich im Bereich des Bewussten und Unbewussten verehre. Auf jede Weise, zu jeder Zeit sei dir Ehrerbietung, Śambhu: Sei mir gnädig!“

Oder: „Du bist eingeladen, Herr der Götter, gemeinsam mit der Göttin, den Herren der Scharen, den Mantraherren, Welthütern und dem Gefolge. Morgen früh werde ich dir Pavitra darbringen. Auf dein Geheiß, höchster Herr, werde ich die vorgeschriebene Disziplin einhalten.“ Bei einer unmittelbar anschließenden Weihe sage man statt „morgen früh“: „jetzt“. Nach dieser Einladung verwandle man das Pavitra durch die Ausatmung in Nektar, lasse den Grundmantra bis zur Auflösung erklingen und gebe es Shiva, dann den Brahma- und Gliedkräften. Mit Räucherwerk, Licht und den weiteren Gaben erfreue man den Gott, bringe mit dem Grundmantra Blüten dar und zeige Amṛta- und Mahāmudrā.

2.28 Man übe Japa und widme es, wiederhole die Brahma- und Gliedmantras jeweils ein Zehntel so oft und widme sie ebenfalls. Nach der Umkreisung im Uhrzeigersinn verneige man sich mit acht Körperteilen.

2.29 Dem im Feuer gegenwärtigen Herrn opfere man ein Drittel des Caru. Mit dem Einladungsmantra gebe man Pavitra, ebenso den Brahma- und Gliedkräften. Man bitte um Vergebung, bringe das volle Opfer und zur Sühne hundertacht Gaben mit dem Grundmantra dar; danach wiederum das volle Opfer. Man bringe Speise, Mundspülwasser, Sandelholz, Betel und die weiteren Gaben dar, verehre die Asche und gebe das Arghya zum Verweilen. Mit Niṣṭhurā halte man Shiva gegenwärtig. Nach Vyāhṛti-Opfer und Sviṣṭakṛt-Gabe halte man auch das Feuer gegenwärtig.

2.30 Brahmā und den weiteren Gottheiten auf Begrenzungshölzern, Indra und den übrigen auf den Sitzen, Rudra und den anderen Empfängern des inneren Bali sowie Indra und den anderen Empfängern des äußeren Bali gebe man Pavitra zusammen mit Caru.

2.31 Nach Achamana, Lobpreisung, Verneigung und Sakalīkaraṇa verehre man auch Shiva im Maṇḍala und widme ihm den verbleibenden Vollzug der Handlung.

2.32 In ein reines Gefäß aus Bambus oder geeignetem Material lege man Astra-, Kavaca- und Herzmantra nieder. Darauf lege man mit dem Grundmantra die Pavitras; darüber Herz, Kavaca und Astra in umgekehrter Folge. Mit einem weiteren Gefäß decke man sie ab, umwinde sie mit Fäden und verehre sie mit der Mantra-Saṃhitā. Man übergebe sie der Gottheit beim Kalaśa zur Bewachung und bitte um Schutz. Auch die Welthüter halte man zur aufmerksamen Bewachung des Opfers an. Man verehre Shiva im Linga und bitte um Erlaubnis.

2.33 Dem Siddhānta-Buch und dem Guru gebe man Pavitra. Mit Tanz, Gesang und den weiteren Darbietungen halte man die Nachtwache für die Gottheit. Danach trete man hinaus und vollziehe Achamana. Auf drei mit Kuhdung bereiteten Maṇḍalas verwende man der Reihe nach Pañcagavya, Caru und Zahnreinigungsholz, dann erneut Achamana. Man bereite ein reines Darbha-Lager. Wer weltliche Erfüllung erstrebt, schütze es mit drei Wällen aus Sesam und schlafe an Shiva denkend ein. Wer Befreiung erstrebt, schlafe entsprechend auf einem Aschelager. Hier endet die Vorschrift der vorbereitenden Pavitra-Weihe.

Pavitra-Ritus: Anlegen, Widmung und Abschluss

2.34 Am Morgen stehe man auf, bade, vollziehe Sandhyā und betrete den Pavillon. Man reinige den Boden und verehre den Gott der Götter, ohne ihn sogleich zu verabschieden. Das Duft-Pavitra und die Gegenstände der Verpflichtung, ausgenommen Pañcagavya und Caru, lege man in ein reines Gefäß auf einem kleinen Maṇḍala im Nordosten. Nach acht Blütengaben verabschiede man Shiva, entferne die Opferreste und vollziehe Achamana. Auf reinem Boden vollziehe man wie zuvor die beiden täglichen Tagesriten, danach die besondere Sandhyā und Wasserspende.

Man verehre die Sonne, die Tore und Torhüter, trete wieder durch das Westtor ein und gebe dem Bauplatzherrn eine Blüte. Man verehre den eigenen Sitz mit Praṇava, sitze nieder und vollziehe die Reinigung der Elemente, innere Puja, Homa, Meditation und Ortsreinigung. Man bereite besonderes Arghya, reinige die Materialien, verehre das geheiligte Selbst, reinige die Mantras, vollziehe die Shiva-Hand und bereite Pañcagavya. Der Reihe nach verehre man Bauplatzherrn, Lakṣmī, Shiva-Kalaśa, Astra-Vardhanī, Welthüter, Gaṇapati und Gurus. Shiva im Maṇḍala verehre man wie zuvor; Shiva im Linga bade man besonders mit Pañcagavya und den übrigen Gaben.

An der Feuergrube besprenge man diese mit Astra und verehre an Einfassungen, Begrenzungshölzern und Sitzen Brahmā und die übrigen sowie die Welthüter mit ihren Waffen. Man weihe Sruk, Sruva und Ghee wie zuvor und bringe das volle Opfer dar. Shiva im Feuer ehre man mit Duft und den weiteren Gaben und vollziehe die allgemeine und besondere Sättigung der Mantras. Zur Stillung böser Träume und ähnlicher Anzeichen bringe man mit Astra hundertacht Sühnegaben dar, danach das volle Opfer. Man bereite den Caru wie zuvor, weihe ihn durch Saṃpāta und teile ihn entsprechend auf.

2.35 Man bringe der Sonne Caru dar und erfreue ihre Torhüter, Gaṇapati und Gurus mit Pavitra. Die mit „als Wesen der Zeit“ beginnende Formel rezitiere man mit dem Namen der Sonne und gebe ihr mit dem Sonnenmantra die Pavitras, ebenso ihren Gliedkräften und Planeten. Man übe Japa, widme es und vollziehe Achamana und Sakalīkaraṇa. Den Toren der Śānti-Kalā und den übrigen, Nandin und den anderen Torhütern, Bauplatzherrn, Mahālakṣmī und Welthütern gebe man Pavitra. In Hauptkrug und Vardhanī bringe man zuerst Caru dar, rezitiere die Zeit-Formel und lege die Pavitras an. Gaṇapati, Gurus und dem Herrn im Maṇḍala bringe man sie ebenso dar.

2.36 Man verehre Shiva im Linga und bringe die Gegenstände der Verpflichtung an ihren jeweiligen Orten dar, zunächst ohne Pañcagavya und Caru. Dann gebe man auch das an diesem Tag frisch bereitete Pañcagavya und Caru. Wie im täglichen Ritus ehre man Torhüter, sich selbst, Gaṇapati, Lakṣmī und Guru-Reihe mit Pavitra.

2.37 Man meditiere über den Gott, von seiner ganzen Umgebung erfreut und bereit, die höchste Gabe zu gewähren. Shiva denke man als Zeit selbst: als Jahr, Jahreszeiten, Monate, Mondhälften, Tage, Ghaṭikās, Atemzüge und die weiteren Zeiteinheiten; als einzigen Ermöglicher des Wirkens von Sinnen, Körper und Gegenständen; als Zeugen der vollzogenen, unterlassenen, aufgegebenen und fehlerhaften Handlungen; als Hüter des Feldes, Herrn und Zuflucht. Mit reinem Geist nehme man die Pavitras, beräuchere sie und spreche, für einen Augenblick auf die göttliche Gegenwart gerichtet:

„Gott, was du als Wesen der Zeit in meinem Vollzug gesehen hast – Getanes, Fehlerhaftes, Unterlassenes, Entzogenes und Verborgenes –, das möge durch dieses alles umfassende Pavitra nach deinem Willen ganz werden, Śambhu: Das Fehlerhafte werde fehlerfrei, das Vollzogene gestärkt, das Ungeehrte geehrt.“ [Mehrere Verben des Gebets sind variantenbehaftet; dies gibt den im Zusammenhang erkennbaren Sinn wieder.]

Man spreche die Formel: „Erfülle, erfülle! Dem Herrn von Opfer, Verpflichtung und Disziplin die Darbringung!“ Im Ātma-Tattva, das bis Prakriti reicht und von Brahmā als Ursache behütet wird, lasse man den Mantra für Shiva als dessen Herrn bis Māyā erklingen. Im Vidyā-Tattva, das bis Śuddhavidyā reicht und von Viṣṇu behütet wird, lasse man den entsprechenden Mantra bis Īśvara erklingen. Im Shiva-Tattva, das bis Shiva reicht und von Rudra behütet wird, lasse man dessen Mantra bis Shiva erklingen. Wer Befreiung erstrebt, bringe die drei Pavitras in dieser Reihenfolge, mit Dūrvā, Blüten und ungebrochenem Reis, auf dem Haupt des Linga dar. Wer weltliche Erfüllung erstrebt, beginne in umgekehrter Folge mit Shiva-Tattva.

Im alle Tattvas umfassenden Bereich, der von sämtlichen Ursachen behütet wird, lasse man den Mantra für Shiva als Herrn aller Tattvas bis zur Auflösung erklingen und bringe das alle Tattvas verkörpernde Gaṅgāvatāraka-Pavitra dar. Auch den Brahma- und Gliedkräften gebe man Pavitras. Mit dem Grundmantra bringe man Shiva Blüten dar und vollziehe mit Mahāmudrā die höchste Heiligung.

2.38 Man gebe Räucherwerk, Licht, Ārātrika, Spiegel, Schirm und Wedel und vergegenwärtige Shiva zufrieden, von Ananta und den übrigen gepriesen. Nach Verwandlung in Nektar und höchster Heiligung übe man Japa und widme es; die Brahma- und Gliedmantras wiederhole man jeweils ein Zehntel so oft und widme sie. Der Ācārya lege sämtlichen Gottheiten Pavitra an; der Sādhaka auch seinem zur Vollendung bestimmten Mantra. Man übernehme eine Verpflichtung und Disziplin bis zum Abschluss der viermonatigen oder entsprechenden Observanz, nach eigenem Vermögen beziehungsweise gemäß dem Auftrag des Guru.

Nach Hymnen, Verneigung und Bitte um Vergebung begebe man sich zur Feuergrube, lege dem Herrn im Feuer Pavitras an und bringe mehr als hundert Opfergaben dar, um die Ausfüllung ritueller Lücken dauerhaft zu festigen. Danach opfere man Caru, zur Sühne hundertmal mit dem Grundmantra und anschließend das volle Opfer. Man gebe Speise, Mundspülwasser, Sandelholz, Betel und die übrigen Gaben, vollziehe die Asche-Sandel-Handlung und halte Shiva gegenwärtig. Nach den Vyāhṛti-Gaben bringe man Shiva Pavitra dar, halte das Feuer gegenwärtig und opfere Agni Sviṣṭakṛt.

2.39 Den Gottheiten auf Begrenzungshölzern und Sitzen gebe man Bali samt Pavitra und halte sie gegenwärtig. Man vollziehe inneres und äußeres Bali mit Pavitra. Nach Lobpreisung, Verneigung und Sakalīkaraṇa gebe man Guru und Siddhānta-Büchern Pavitra. Shiva im Maṇḍala verehre man, widme ihm die Handlung und bitte um Vergebung. Ebenso verehre man Shiva in Linga und Krug und halte die Welthüter zur aufmerksamen Bewachung des Opfers an.

2.40 Nach Kräften ehre man die Eingeweihten durch Speise, Kleidung und weitere Gaben. Man erfreue auch Arme, Blinde, Bedürftige, Schutzlose, Kinder, Alte, Ausgezehrte und Kranke. Dabei spreche man: „Möge Sadāśiva durch diese Gabe erfreut sein!“

2.41 Danach esse man gemeinsam mit den Schülern.

2.42 Am folgenden Tag bade man und vollziehe Sandhyā. Man nehme die Pavitras von Shiva ab und lege sie wie am Vortag in ein reines Gefäß. Nach acht Blütengaben verabschiede man die Gottheit und vollziehe die beiden täglichen Tagesriten. Nach der besonderen Sandhyā führe man wie am Vortag den Ablauf von Sonnenverehrung bis Shiva-Puja aus. Auch Shiva im Feuer verehre man und sättige die Mantras. Man koche und weihe Caru und bringe ihn dar. Sonne und den anderen lege man Pavitras an wie zuvor; auch Shiva, nachdem man die Materialien dargebracht hat. Man vollziehe den Ablauf bis zum Japa, sättige den im Feuer gegenwärtigen Herrn, bringe Caru dar und opfere zur Sühne hundertmal mit Grundmantra, Astra oder Aghora, danach das volle Opfer.

2.43 Wer weltliche Erfüllung erstrebt, widme Shiva die Verpflichtung mit den Worten: „Erhabener Herr, möge sie mir die Frucht erwirken.“ Wer Befreiung erstrebt, widme die Handlung mit der Bitte: „Mein Herr, möge diese Handlung mich nicht binden.“

2.44 Dem im Feuer gegenwärtigen Herrn gebe man Speise, Mundspülwasser, Sandelholz und Betel, vollziehe die Asche-Sandel-Handlung und trete meditativ ins Feuer ein. Nach acht Blütengaben, Verneigung und Arghya verbinde man den Herrn im Feuer durch die Nāḍī-Verbindung mit Shiva im Maṇḍala. Man ziehe die Feuermantras zusammen, führe sie zum Dvādaśānta, trete wieder heraus und setze sie ins eigene Herz. Das Feuer sättige man mit den Vyāhṛtis und verabschiede es. Oder man verehre es erst am Ende der Caṇḍa-Puja, opfere nach Kräften und verabschiede es dann.

Den im Pavillon verehrten Gottheiten von der Sonne an sowie den Gottheiten auf Begrenzungshölzern und Sitzen gebe man Bali und verabschiede sie. Nach weiteren Bali-Gaben, Lobpreisung, Verneigung und Sakalīkaraṇa vereinige man Shiva im Maṇḍala mit Shiva im Krug. Die Mantras des Hauptkrugs und der Astra-Vardhanī ziehe man zusammen und vereinige sie im Opferherrn. Mit „Verzeihe!“ verabschiede man ihn unter Aufrechterhaltung des Bezugs für die weitere Verehrung. Nach acht Blütengaben verabschiede man die Gottheit je nach ihrem Träger mit oder ohne solchen fortbestehenden Bezug; ebenso die Sonne in der angemessenen Weise. Richtungs- und Torhüter verabschiede man in umgekehrter Reihenfolge.

2.45 Man nehme die Pavitras nach der Vorschrift von der Gottheit ab. Caṇḍeśvara verehre man in einem Maṇḍala oder auf einem geweihten Bodenplatz, lege ihm Pavitras an und gebe ihm die Opferreste samt Pavitra. Man bitte: „Was immer ich im Jahreslauf an Handlungen unvollständig oder übermäßig vollzogen habe, möge auf dein Geheiß, Herr Caṇḍa, vollständig werden.“ Nach seinem Lobpreis verehre man Caṇḍeśvara im Caṇḍa-Feuer, opfere hundertmal und verabschiede ihn. Die Opferreste gebe man in einen unbenutzten tiefen Brunnen oder eine entsprechende Stätte; die Pavitras verbrenne man im Feuer. Mit den begleitenden Vyāhṛti-Opfern verabschiede man Feuer, Brahmā und die weiteren Hüter. Man reinige den Boden mit Kuhdung, vollziehe Achamana und Sakalīkaraṇa und bade und verehre die Gottheit erneut.

2.46 Bei einer Weihe unmittelbar am selben Tag bringe man der Sonne und den übrigen im Pavillon verehrten Gottheiten unmittelbar nach dem Duft-Pavitra in der beschriebenen Reihenfolge das reine Pavitra dar. Ebenso gebe man Shiva nach dem Duft-Pavitra acht Blüten und lege die reinen Pavitras an. Auch im Feuer bringe man Duft- und reine Pavitras dar, führe alles Übrige wie zuvor aus und beende das Opfer auf die beschriebene Weise.

2.47 Danach nehme man zur rituellen Reinigung Pañcagavya ein. [Historische Vorschrift; hier keine Empfehlung zum Verzehr.]

2.48 Den Guru verehre man wie Shiva mit Gewändern, Vermögen und Schmuck. Wenn der Guru-Herr erfreut ist, ist Shankara erfreut. Wessen Guru vollkommen zufrieden ist, dessen gesamter jährlicher Ritualvollzug gilt als vollständig – so spricht Parameśvara.

2.49 Auch wenn ein Schüler fünf Yojanas entfernt wohnt, soll er den Pavitra-Ritus in der Gegenwart des Guru vollziehen.

2.50 Wer noch weiter entfernt wohnt und dazu nicht imstande ist, vollziehe ihn gemeinsam mit älteren Angehörigen der eigenen Überlieferung. Sind auch diese nicht verfügbar, vollziehe er ihn selbst.

Der Guru, der in der Welt auch unter dem Namen Parameśvara bekannt ist, Aghoraśiva genannt, hat diese Pavitra-Vorschrift dargelegt. Hier endet die Vorschrift des Anlegens der Pavitras in der Kriyakramadyotika des ehrwürdigen Aghoraśivācārya, dessen weiterer Name Parameśvara ist.

Damanaka-Fest

3.1 „Die Menschen, die das Damanaka-Fest nicht vollziehen: Die verdienstvolle Frucht, die ihnen aus dem Monat Caitra erwächst, habe ich dir gewährt.“ [Gezielte Leseklärung: Das zusammengeschriebene teṣānte in M00126 wird nach dem entsprechenden Zitat in M00324 als teṣāṃ te gelesen, „deren … dir“. Nach dem dort erklärten Zusammenhang spricht Shiva zu Damanaka-Bhairava.] Weil sie diese Aussage hören und den Verlust der Frucht der Caitra-Verehrung befürchten, achten die Praktizierenden den in einem anderen Tantra vorgeschriebenen Damanaka-Festritus. Für jene, die ihm vertrauen, vollziehe man das Opfer wie beim Pavitra-Ritus.

Man begebe sich zur Damanaka-Pflanze im Garten oder im Haus, besprenge sie mit Astra und verehre sie mit der Mantra-Saṃhitā. Man spreche: „Aus Haras Gnade hervorgegangen, sei hier gegenwärtig! Für Shivas Werk sollst du auf Shivas Geheiß herbeigebracht werden.“ Die Pflanze mit ihren fünf Teilen bringe man zum Feuer, vollziehe die Saṃpāta-Weihe und bringe sie dar. Westlich Shivas gebe man mit Sadyojāta Wurzel und Erde; im Norden mit Vāmadeva Stängel und Āmalaka-Frucht; im Süden mit Aghora Blatt und Asche; im Osten mit Tatpuruṣa Blüte und Zahnreinigungsholz; im Nordosten mit Gāyatrī Frucht und Sandelholz.

Man nehme die fünfteilige Pflanze in die gefalteten Hände und spreche: „Hier bin ich dir anvertraut, Herr der Götter, jetzt, mein Herr. Auf dein Geheiß soll das Fest mit den verfügbaren Mitteln vollständig vollzogen werden.“ [Die erste Vershälfte ist syntaktisch nicht eindeutig.] Mit dem Grundmantra lege man sie auf das Haupt der Gottheit und bringe acht Blüten dar. Danach lege man sie der Reihe nach unter den Formeln für Shiva als Herrn des Ātma-Tattva, des Vidyā-Tattva, des Shiva-Tattva und aller Tattvas sowie unter der Bitte „Erfülle, erfülle das Opfer!“ auf das göttliche Haupt und widme die Gabe.

Man bitte: „Erhabener Herr, was ich zu viel oder zu wenig getan habe, all dies möge vollständig werden – mein Damanaka-Fest.“ Auch Agni und den weiteren Gottheiten bringe man Damanaka dar, trage die Bitte vor und beende das Opfer.

Hier endet der Damanavidhi in der Kriyakramadyotika des ehrwürdigen Aghoraśivācārya, dessen weiterer Name Parameśvara ist.

108 inspirierende Verse aus der Kriyakramadyotika

Diese Sammlung umfasst 32 ausgewählte Verse und zusammenhängende Verspassagen. Im Mittelpunkt stehen Guru, Hingabe, Mantra, Meditation und Befreiung. Die Kriyakramadyotika ist überwiegend in Prosa verfasst; viele ihrer Verse gehören unmittelbar zur technischen Ritualbeschreibung. Deshalb bleibt die Auswahl unter 108 und wahrt den Zusammenhang der Gebete und Hymnen. Weitere spirituelle Anregungen aus den Prosapassagen erschließen die Lehr- und Praxisabschnitte.

Die Auswahl bewahrt den Sanskritwortlaut der Vorlage einschließlich auffälliger Schreibungen. Bei Hymnenzitaten wird deren Herkunft so angegeben, wie der Grundtext sie selbst nennt. Die Nummern sind Auswahlziffern, keine neuen Originalversnummern. Die ergänzenden Hinweise nach der Übersetzung sind redaktionell.

Hingabe und innere Sammlung: Die ausgewählten Verse laden zum langsamen Lesen und Nachsinnen ein.

Ergänzende Meditation: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev aus dem Yoga-Vidya-Angebot. Das Video begleitet die Beschäftigung mit innerer Sammlung; es erläutert keinen Ritus der Kriyakramadyotika.

1. Das Handeln darbringen — Grundtext 1.51
om hāṃ yatkiṃcitkarmahedevasadāsukṛtaduṣkṛtam |
tanme śivapadasthasya bhukṣva kṣapaya śaṃkara ||

Was immer ich getan habe, großer Gott, Gutes oder Schlechtes: Nimm es an und lass es sich erschöpfen, Shankara, da ich in Shivas Stätte verweile.

2. Shiva als Gebender und Empfangender — Grundtext 1.51
oṃ hāṃ śivodātā śivobhoktā śivassarvamidajagat |
śivo yajati sarvatra saśśivassohameva tu ||

Shiva ist der Gebende, Shiva der Empfangende, Shiva ist diese ganze Welt. Shiva verehrt überall; dieser Shiva bin ich selbst.

3. Dank an den Lehrer — Grundtext 1.53
śrīmaddeśikapādebhyassaśaktibhyo namo namaḥ |
sadā śiṣṭātmacidvyakti kāraṇebhyo namo namaḥ ||

Immer wieder Ehrerbietung den Füßen des ehrwürdigen Lehrers samt ihren Kräften; immer wieder Ehrerbietung ihnen, die stets das Bewusstsein des unterwiesenen Selbst offenbar werden lassen.

4. Sich vor Sadashiva verneigen — Grundtext 1.56
surādhipannamaskṛtya śaśaṃkakṛtaśekharam |
kapālamālinaṃ devaṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Nachdem ich mich vor dem Herrn der Götter verneigt habe, dem mondbekrönten Gott mit der Schädelgirlande, neige ich mich vor Sadāśiva.

5. Das Selbst aller Wesen — Grundtext 1.56
sarvakṛtsarvadātāraṃ sarvajñamaparājitam |
sarvabhūtātmabhūtasthaṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem alles Wirkenden und alles Gebenden, dem Allwissenden und Unbesiegten, der als Selbst aller Wesen in ihnen gegenwärtig ist, neige ich mich: vor Sadāśiva.

6. Der Ursprung der Welt — Grundtext 1.56
yo'sṛjat sarvabhūtāni brahmādyāṃśca surāsurān |
tamahaṃ lokakartāraṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem, der alle Wesen, Brahmā und die übrigen Götter und Dämonen geschaffen hat, dem Schöpfer der Welt, neige ich mich: vor Sadāśiva.

7. Der Freude Schenkende — Grundtext 1.56
prītimatprītidātāraṃ supriyaṃ priyadarśanam |
umāpriyaṃ sadā kāntaṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem Liebevollen, Freude Schenkenden, innig Geliebten und freundlich Anzuschauenden, Umās Liebling, dem stets Liebenswerten, neige ich mich: vor Sadāśiva.

8. Bindung und Befreiung — Grundtext 1.56
dharmādharmamayaṃ devaṃ sukhaduḥkhaphalodayam |
bandhamokṣapraṇetāraṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem Gott, der Dharma und Adharma umfasst und die Früchte von Freude und Schmerz hervortreten lässt, dem Lenker von Bindung und Befreiung, neige ich mich: vor Sadāśiva.

9. Der Herr von Natur und Seele — Grundtext 1.56
manobuddhirahaṃkārantanmātrendriyagocaram |
pradhānapuruṣeśānaṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem Herrn von Urnatur und Seele, dessen Bereich Denken, Verstand, Ichbewusstsein, feine Elemente und Sinne umfasst, neige ich mich: vor Sadāśiva.

10. Die Meditation der Weisen — Grundtext 1.56
yaṃ dhyāyanti mahātmāno munayassaṃśivavratāḥ |
tamokāraparaṃ sūkṣmaṃ praṇatosmiṃ sadāśivam ||

Vor dem Feinen, dem höchsten Sinn von Om, über den die großen, Shiva hingegebenen Weisen meditieren, neige ich mich: vor Sadāśiva. Die Vorlage hat in der Om-Bezeichnung eine gestörte Schreibung.

11. Die Grundlage aller Tattvas — Grundtext 1.56
sūkṣmaṃ sarvagatannityaṃ sarvavidyeśvareśvaram |
sarvatatvāśrayaṃ devaṃ praṇatosmi sadāśivam ||

Vor dem Feinen, Allgegenwärtigen, Ewigen, dem Herrn der Herren aller Erkenntniskräfte, dem Gott, der alle Tattvas trägt, neige ich mich: vor Sadāśiva.

12. Größer als das Große — Grundtext 1.56
mahadbhyaścātimahate mahāmāyātimāyine |
sūkṣmebhyopyatisūkṣmāya namastestvamitātmane ||

Dem Größeren als alles Große, dem die große Māyā Übersteigenden, dem Feineren als alles Feine, dem unbegrenzten Selbst sei Ehrerbietung!

13. Erkenntnis und Zeit — Grundtext 1.56
namaste bodharūpāya kālāntaka namostu te |
kalādhipa namastestu sarvakāla pravartaka ||

Ehrerbietung dir, dessen Gestalt Erkenntnis ist; dir, der die Zeit beendet! Ehrerbietung dem Herrn der Kalās, der alle Zeit in Bewegung setzt!

14. Unvergängliches Bewusstsein — Grundtext 1.56
sarvajñāna namastubhyaṃ sarvakartre namostute |
avilupta svarūpāya cinmayāya namostu te ||

Ehrerbietung dir, der alles erkennt; Ehrerbietung dir, der alles wirkt! Ehrerbietung dir, dessen eigenes Wesen niemals schwindet, der ganz Bewusstsein ist!

15. Das friedvolle Licht — Grundtext 1.56
pramāṇātīta dehāya namaśśāntāya tejase |
satsaṃvitkāraṇātīta hānādānāntarātmane ||

Ehrerbietung deiner Gestalt jenseits aller Maßstäbe, dem friedvollen Licht! Dir, dem innersten Selbst jenseits von Aufgeben und Annehmen, dem wahren Bewusstsein jenseits der Ursachen!

16. Anfangs- und endlos — Grundtext 1.56
anādinidhaneśāna śivāya paramātmane |
namaste tatvarūpāya vibhavāyāmitātmane ||

Dir, anfangs- und endlosem Herrn, Shiva, höchstem Selbst, sei Ehrerbietung; dir, dessen Gestalt die Wirklichkeit ist, dem allgegenwärtigen, unbegrenzten Selbst!

17. Jenseits der Dreiheit des Erkennens — Grundtext 1.56
jñānajñātre tathā jñeya vyatiraktāya te namaḥ |
jñaptimātra svarūpāya ānandabrahmaṇe namaḥ ||

Ehrerbietung dir jenseits von Wissen, Wissendem und Gewusstem; dir, dessen Wesen reines Erkennen ist, dem Brahman der Wonne!

18. Das Licht der Gnade — Grundtext 1.56
bhagavan bhūtabhavyeśa brahmaviṣṇvindranāyaka |
tvatprasādaguṇāviṣṭā divi dīvyanti devatāḥ ||

Herr des Vergangenen und Künftigen, Lenker Brahmās, Viṣṇus und Indras! Von der Kraft deiner Gnade erfüllt, erstrahlen die Gottheiten im Himmel.

19. Erinnerung an die Lotusfüße — Grundtext 1.56
bhavatā nikhilaṃ vyāptaṃ jagat sthāvarajaṃgamam |
tvatpādāṃbujasāmarthya smaraṇādapi pāpinaḥ ||
pradhvastapāpanicayāssiddhibhājo bhavanti hi |

Du durchdringst die ganze Welt, alles Unbewegliche und Bewegliche. Selbst Menschen voller Verfehlungen gelangen, wenn sie nur an die Macht deiner Lotusfüße denken, zur Vollendung, nachdem die Masse ihrer Verfehlungen vernichtet wurde. Diese Auswahl verbindet einen Vers mit dem syntaktisch zugehörigen folgenden Halbvers.

20. Den Ozean des Werdens überschreiten — Grundtext 1.56
kiṃ punarmunayo dhīrāstvayyevārpita cetasaḥ ||
vimuktāssarvapāpebhyo yogino vigataspṛhāḥ |
virajaskā viśokāśca hyatikrānta bhavārṇavāḥ ||

Wie viel mehr gilt dies von standhaften Weisen, die ihr Bewusstsein dir allein anvertraut haben: von allen Verfehlungen befreiten Yogis, ohne Verlangen, ohne Leidenschaft und Trauer, die den Ozean des Werdens überschritten haben!

21. Ehrlich vor Gott stehen — Grundtext 1.56
anyepi hi sureśāna labdhepsitavarā narāḥ |
ahameko'lpabhāgyastu kleśabhāk sukhavarjitaḥ ||

Auch andere Menschen haben, Herr der Götter, die ersehnten Gaben empfangen. Nur ich, dessen Glück gering ist, habe Anteil am Leiden und entbehre der Freude. Diese Klage gehört zum Gebet des Textes und ist keine Aufforderung zur Selbstabwertung.

22. Bitte um Gnade — Grundtext 1.56
jaya jaya parameśvarendumaule jaya jaya śiva sāṃba śaṃkareśa |
jaya jaya mṛḍa bhīma kṛttivāso jaya jaya purakālajit prasīda ||

Sieg, Sieg dir, höchster Herr, Mondbekrönter! Sieg, Sieg dir, Shiva, mit Ambā vereint, glückbringender Herr! Sieg, Sieg dir, Gütiger und Furchtbarer, in Fell Gekleideter! Sieg, Sieg dir, Besieger der Städte und der Zeit: Sei gnädig!

23. Der Ozean des Mitgefühls — Grundtext 1.56
jayajaya jagadekamātarīśe jaya jaya vinatātmapālaneśe |
jaya jaya karuṇāmṛtāṃburāśe jaya jaya girije namaḥ prasīda ||

Sieg, Sieg dir, einzige Mutter der Welt, Herrin! Sieg, Sieg dir, Beschützerin der dir ergebenen Seelen! Sieg, Sieg dir, Ozean des Nektars des Mitgefühls! Sieg, Sieg dir, Tochter des Berges: Ehrerbietung, sei gnädig!

24. Friedvolle Annahme — Grundtext 1.60
sarve suprītamanasaḥ pratigṛhva?nvimāṃ balim |
siddhiñjuṣantu naḥ kṣipraṃ bhayebhyaḥ pāntu māṃ sadā ||

Nehmt diese Gabe alle frohen Sinnes an! Gewährt uns rasch Vollendung und schützt mich jederzeit vor Gefahren! Das Fragezeichen in der Verbform wird aus der Vorlage beibehalten.

25. Alles gute Handeln gehört dir — Grundtext 1.61
yatkṛtaṃ yat kariṣyāmi tatsarvaṃ sukṛtantava |
viśvagoptā tvamevātra nānyo nātho me śivaḥ ||

Was ich getan habe und tun werde, all dieses gute Handeln gehört dir. Du allein bist hier der Hüter der Welt; ich habe keinen anderen Herrn als Shiva.

26. Auch geringe Hingabe annehmen — Grundtext 1.62
svāmin kṣudreṇa dāsena malīmaśadhiyā mayā |
kadarthito'si yadbhaktileśāt prītaḥ kṣamasva tat ||

Herr, durch mich, deinen geringen Diener mit getrübtem Verstand, bist du unzulänglich behandelt worden. Freue dich an dem kleinen Maß meiner Hingabe und verzeihe dies.

27. Die Gaben weitergeben — Grundtext 1.64
lehyaśoṣyānnapānādi tāṃbūlaṃ sragvilepanam |
nirmālyabhojanantubhyaṃ pradattantu śivājñayā ||

Leck- und Saugbares, Speise, Getränk, Betel, Girlanden und Salben: Die abgelegten Gaben sind dir auf Shivas Geheiß als Nahrung übergeben. Der Vers richtet sich im Ritual an Caṇḍeśvara.

28. Das Unvollständige vollenden — Grundtext 1.64
sarvametat kriyākāṇḍaṃ mayā caṇḍa tavājñayā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ mohāt paripūrṇantadastume ||

Caṇḍa, diesen gesamten Ritualablauf habe ich auf dein Geheiß vollzogen. Was ich aus Verblendung zu wenig oder zu viel getan habe, möge mir zur Vollständigkeit gelangen.

29. Dankbarkeit gegenüber dem tragenden Leben — Grundtext 1.67
amṛtamathanotpanne surabhe lokadhāriṇi |
imaṃ grāsaṃ gṛhāṇa tvamidaṃ me vratamuttamam ||

Surabhi, aus dem Quirlen des Nektars hervorgegangen, Trägerin der Welt! Nimm diesen Bissen an; dies ist meine erhabene heilige Verpflichtung. Der Vers begleitet die Fütterung einer Kuh.

30. Bewusstseinswonne leuchtet von selbst — Grundtext 1.71
naṣṭe citte cidānandaṃ svayamudyotate param |
samādhiḥ kathito hyevamaṇimādiguṇālayaḥ ||

Wenn das begrenzende Denken verschwunden ist, leuchtet das höchste Bewusstsein als Wonne von selbst auf. So wird Samadhi genannt, die Stätte der Fähigkeiten von Aṇimā an.

31. Den Lehrer ehren — Grundtext 2.48
guruśśiva ivābhyarcyo vastravittavibhūṣaṇaiḥ |
tuṣṭena gurunāthena tuṣṭo bhavati śaṃkaraḥ ||

Den Guru verehre man wie Shiva mit Gewändern, Vermögen und Schmuck. Wenn der Guru-Herr erfreut ist, ist Shankara erfreut.

32. Die abschließende Bitte — Grundtext 3.1
bhagavannatiriktaṃ vā hīnaṃ vā yanmayā kṛtam |
sarvaṃ tadastu saṃpūrṇaṃ parva dāmanakaṃ mama ||

Erhabener Herr, was ich zu viel oder zu wenig getan habe, all dies möge vollständig werden – mein Damanaka-Fest.

Konkordanz der 108 Verse

Diese Konkordanz erschließt die tatsächlich ausgewählten 32 Stellen der vorstehenden Rubrik. Mehrere Einträge gehören zu derselben längeren Hymnengruppe in 1.56.

Auswahl Grundtext Beginn Herkunft im Grundtext
1 1.51 Kriyakramadyotika
2 1.51 oṃ hāṃ śivodātā śivobhoktā … Kriyakramadyotika
3 1.53 Kriyakramadyotika
4 1.56 kapālamālinaṃ … Kriyakramadyotika
5 1.56 sarvabhūtātmabhūtasthaṃ … Kriyakramadyotika
6 1.56 yo'sṛjat sarvabhūtāni brahmādyāṃśca surāsurān … Kriyakramadyotika
7 1.56 Kriyakramadyotika
8 1.56 Kriyakramadyotika
9 1.56 pradhānapuruṣeśānaṃ praṇatosmi … Kriyakramadyotika
10 1.56 yaṃ dhyāyanti mahātmāno munayassaṃśivavratāḥ … Kriyakramadyotika
11 1.56 Kriyakramadyotika
12 1.56 sūkṣmebhyopyatisūkṣmāya … Kriyakramadyotika
13 1.56 namaste bodharūpāya kālāntaka namostu … Kriyakramadyotika
14 1.56 sarvajñāna namastubhyaṃ sarvakartre namostute … als Kiraṇa-Zitat eingeführt
15 1.56 pramāṇātīta dehāya namaśśāntāya tejase … als Kiraṇa-Zitat eingeführt
16 1.56 als Kiraṇa-Zitat eingeführt
17 1.56 jñānajñātre tathā jñeya vyatiraktāya … als Kiraṇa-Zitat eingeführt
18 1.56 als Ṣaṭsahasrikā-Zitat eingeführt
19 1.56 bhavatā nikhilaṃ vyāptaṃ jagat … als Ṣaṭsahasrikā-Zitat eingeführt
20 1.56 kiṃ punarmunayo dhīrāstvayyevārpita cetasaḥ … als Ṣaṭsahasrikā-Zitat eingeführt
21 1.56 anyepi hi sureśāna labdhepsitavarā … als Ṣaṭsahasrikā-Zitat eingeführt
22 1.56 jaya jaya parameśvarendumaule jaya … als Mataṅgapārameśvara-Zitat eingeführt
23 1.56 jayajaya jagadekamātarīśe jaya jaya … als Mataṅgapārameśvara-Zitat eingeführt
24 1.60 sarve suprītamanasaḥ pratigṛhva?nvimāṃ balim … Kriyakramadyotika
25 1.61 yatkṛtaṃ yat kariṣyāmi tatsarvaṃ … Kriyakramadyotika
26 1.62 svāmin kṣudreṇa dāsena malīmaśadhiyā … Kriyakramadyotika
27 1.64 Kriyakramadyotika
28 1.64 sarvametat kriyākāṇḍaṃ mayā caṇḍa … Kriyakramadyotika
29 1.67 Kriyakramadyotika
30 1.71 naṣṭe citte cidānandaṃ svayamudyotate … Kriyakramadyotika
31 2.48 Kriyakramadyotika
32 3.1 bhagavannatiriktaṃ vā hīnaṃ vā … Kriyakramadyotika

Wichtige Mantras

Die folgenden 20 Formeln sind vollständig im vorhandenen Grundtext ausgeschrieben. Sie sind eine Auswahl, keine Rekonstruktion eines lückenlosen Ritual-Mantra-Verzeichnisses. Bījas wie Hāṃ oder Hauṃ erhalten keine erfundene wörtliche Übersetzung. Die angegebenen Bedeutungen erschließen die Anrede beziehungsweise Ritualfunktion. Initiationsgebundene Formeln bleiben Teil des oben erläuterten traditionellen Zusammenhangs.

1. Grundtext 1.22
oṃ hāṃ gaṇapataye namaḥ

Ehrerbietung an Gaṇapati; Verehrung am Eingang.

2. Grundtext 1.22
oṃ hāṃ sarasvatyai namaḥ

Ehrerbietung an Sarasvatī; Verehrung am Eingang.

3. Grundtext 1.22
oṃ hāṃ mahālakṣmyai namaḥ

Ehrerbietung an Mahālakṣmī; Verehrung am Eingang.

4. Grundtext 1.34
oṃ hāṃ sadā śivādigurubhyo namaḥ

Ehrerbietung den Gurus, beginnend mit Sadāśiva. Die Worttrennung „sadā śiva“ entspricht der Vorlage.

5. Grundtext 1.35
oṃ hāṃ śivāsanāya namaḥ

Ehrerbietung an Shivas Sitz; Verehrung des entfalteten göttlichen Sitzes.

6. Grundtext 1.36
oṃ hāṃ haṃ hāṃ śivamūrtaye namaḥ

Ehrerbietung an Shivas Gestalt; Einsetzung der Lichtgestalt.

7. Grundtext 1.38
oṃ hāṃ hauṃ vidyādehāya namaḥ

Ehrerbietung an den Erkenntnis- beziehungsweise Mantrakörper.

8. Grundtext 1.38
oṃ hauṃ netrebhyo namaḥ

Ehrerbietung den Augen; im Text mit der Allwissenheit verbunden.

9. Grundtext 1.13
oṃ hauṃ śaktaye vauṣaṭ

Darbringungsformel an Shakti; rituelles Überfluten im Sakalīkaraṇa.

10. Grundtext 1.7
om hāṃ ātmatatvāya svadhā

Darbringung an Ātma-Tattva beim Achamana; Schreibungen „om“ und „tatva“ nach der Vorlage.

11. Grundtext 1.7
oṃ hīṃ vidyātatvāya svadhā

Darbringung an Vidyā-Tattva beim Achamana.

12. Grundtext 1.7
oṃ hūṃ śivatatvāya svadhā

Darbringung an Shiva-Tattva beim Achamana.

13. Grundtext 1.18
oṃ tanmaheśāya vidmahe vāgviśuddhāya dhīmahi |
tannaśśivaḥ pracodayāt

Shiva-Gāyatrī dieser Textfassung: „Wir möchten jenen großen Herrn erkennen; über den in seiner Rede Reinen meditieren wir. Möge Shiva uns dazu anregen.“ Die tatsächlich überlieferte Formel wird nicht durch eine verbreitetere Gāyatrī-Variante ersetzt.

14. Grundtext 1.18
oṃ hāṃ hauṃ śivāya svāhā

Darbringung an Shiva bei der Widmung des Japa.

15. Grundtext 3.1
oṃ hāṃ hauṃ ātmatatvādhipataye śivāya namaḥ

Ehrerbietung an Shiva als Herrn des Ātma-Tattva; Damanaka-Darbringung.

16. Grundtext 3.1
om hāṃ hauṃ vidyātatvādhipataye śivāya namaḥ

Ehrerbietung an Shiva als Herrn des Vidyā-Tattva; Damanaka-Darbringung.

17. Grundtext 3.1
oṃ hāṃ hauṃ śivatatvādhipataye śivāya namaḥ

Ehrerbietung an Shiva als Herrn des Shiva-Tattva; Damanaka-Darbringung.

18. Grundtext 3.1
oṃ hāṃ hauṃ sarvatatvādhipataye śivāya namaḥ

Ehrerbietung an Shiva als Herrn aller Tattvas; Damanaka-Darbringung.

19. Grundtext 3.1
oṃ hāṃ hauṃ makhaṃ pūraya pūraya śivāya namaḥ

„Erfülle, erfülle das Opfer! Ehrerbietung an Shiva“; abschließende Damanaka-Formel.

20. Grundtext 2.37
oṃ pūraya pūraya makhavrataniyameśvarāya svāhā

„Erfülle, erfülle! Dem Herrn von Opfer, Verpflichtung und Disziplin die Darbringung!“; Pavitra-Ritus.

Nicht ergänzte Formeln: Bezeichnungen wie Mūlamantra, Prāsāda, Aghora, Vyomavyāpin oder Tryakṣara werden an vielen Stellen ohne vollständigen Wortlaut verwendet. Ebenso weist die Pāśupata-Astra-Folge in 2.9 konkurrierende Lesungen auf. Aus solchen Kurzbezeichnungen wird hier kein scheinbar gesicherter Rezitationstext erzeugt. Die vollständige Dokumentation sämtlicher ausgeschriebener Formeln und Varianten bleibt in den beiden Sanskritartikeln zugänglich.

Fünf zentrale Lehren der Kriyakramadyotika

  1. Die Praxis beginnt mit Hinwendung. Noch vor dem ausführlichen Tagesritual stehen das Erinnern an Shiva, die Meditation nach der Unterweisung des Guru und Japa nach den eigenen Kräften (1.3). Spirituelle Beständigkeit wächst aus dieser wiederholten Ausrichtung.
  2. Innere und äußere Verehrung gehören zusammen. Die innere Puja bereitet die äußere vor; am Ende kehrt die angerufene Gegenwart ins Herz zurück (1.27; 1.641.65). Aufmerksamkeit ist ein tragender Bestandteil des Rituals.
  3. Mantra und Handlung stehen in einer überlieferten Verantwortung. Guru, Einweihungsstufe und Befähigung bestimmen den Vollzug. Das Werk nennt zugleich angemessene Alternativen bei fehlenden Mitteln (1.17; 1.59; 2.50).
  4. Die Frucht der Handlung darf hingegeben werden. Japa, Tun und Selbst werden Shiva dargebracht (1.51). Wer Befreiung erstrebt, bittet ausdrücklich darum, dass das Ritual nicht bindet (2.43).
  5. Verehrung schließt Fürsorge ein. Die Versorgung von Armen, Schutzlosen, Kindern, Alten und Kranken gehört in den Festabschluss. Ihre Freude wird als Gabe an Sadāśiva verstanden (2.40).

Fünf Anregungen für heutige Aspiranten

Die folgenden Anregungen übertragen klar benannte Motive des Werkes in eine einfache heutige Praxis. Sie sind keine Kurzfassung seiner initiationsgebundenen Ritualtechnik.

  1. Den Morgen bewusst eröffnen. Nimm dir nach dem Aufwachen einen stillen Augenblick für deine Ausrichtung auf das Göttliche. Wer einen vertrauten, in seiner Tradition freigegebenen Mantra hat, kann ihn einige Male wiederholen. Bezug: 1.3.
  2. Eine einfache Gabe mit Aufmerksamkeit darbringen. Stelle eine Blume oder etwas Wasser an deinen Meditationsplatz. Vergegenwärtige vor der äußeren Gabe innerlich, wem du sie widmest. Bezug: innere und äußere Puja in 1.27 und 1.421.44.
  3. Studium und Stille verbinden. Lies einen ausgewählten Vers, bedenke seinen Zusammenhang und verweile danach kurz still. Der Text selbst verbindet Svadhyaya und Samadhi mit der täglichen Lebensordnung. Bezug: 1.68 und 1.71.
  4. Den Tag mit einer Widmung abschließen. Erinnere dich an das Gelungene und das Unvollkommene, übernimm Verantwortung und vertraue beides dem Göttlichen an. Die Bitte um Vervollständigung kann mit einem konkreten Vorsatz verbunden werden. Bezug: 1.51, 1.75 und 3.1.
  5. Hingabe durch Hilfe ausdrücken. Verbinde deine spirituelle Praxis regelmäßig mit einer konkreten Unterstützung für jemanden, der sie braucht: Nahrung, Kleidung, Aufmerksamkeit oder praktische Hilfe. Bezug: 2.40. Entscheidend ist die tatsächliche Zuwendung, nicht die Größe der Gabe.

Textgrundlage, Vollständigkeit und Lesarten

Umfang. Übersetzt ist der gesamte in M00126 ausdrücklich als Grundtext abgegrenzte Bestand: 76 Blöcke des Nityakarmavidhi, 50 des Pavitravidhi und ein umfangreicher Block des Damanavidhi. Diese 127 Einheiten sind keine Behauptung über eine ursprüngliche Verszahl. Die ursprünglichen, mehrfach gestörten Zahlen werden in den Sanskritseiten erhalten; die eindeutige Zuordnung steht in der folgenden Konkordanz.

Sanskritumfang. Beide Sanskritartikel enthalten den gesamten Sanskritbestand von M00126 und M00324, einschließlich beider Kommentare, ihrer Eingangsverse, Zitate, Kolophone und editorischen Varianten. Die englischen Katalogköpfe und die elektronische Endmarke sind keine Werkpassagen; ihre relevanten Herkunftsangaben sind hier dokumentiert. Zeilenumbrüche, Einrückungen und die Darstellungsform der Trennlinien wurden für MediaWiki angepasst. In der Devanagari-Datei M00126 war eine Trennlinie mit nicht zu UTF-8 passenden Bytes kodiert; lediglich diese Strichzeichen wurden technisch vereinheitlicht.

Keine unbemerkte Ergänzung. Die Ausgabe bildet den vorhandenen Umfang ab, nicht sämtliche unter Aghoraśivas Namen überlieferten Ritualwerke. Aus der häufigen Erwähnung von Diksha oder Tempelriten wird kein in den Dateien nicht vorhandener vollständiger Initiations- oder Tempelweiheteil erzeugt.

Damanaka-Überlieferung. Der Prabhā-Text auf den Seiten 521–522 enthält einen ausdrücklichen Herausgeberhinweis: Einige kommentierte Stichwörter fehlen im abgedruckten Grundtext; eine dem Kommentar entsprechende andere Grundtextfassung sei trotz Suche damals nicht gefunden worden. Deshalb ist der vorhandene Damanavidhi übersetzt, die durch den Kommentar bezeugte längere Fassung aber nicht rekonstruiert. Die dort erläuterten, im Grundtext nicht ausgeschriebenen zusätzlichen Anweisungen werden nicht stillschweigend in 3.1 eingefügt.

Gezielt geklärte Stellen. In 1.1 stützt das ausdrücklich erläuterte viśvādhika die Übersetzung „alles überragend“ gegen die beschädigte Anfangslesung. In 3.1 erklärt das Parallelzitat in M00324, Seiten 368–369, die Worttrennung teṣāṃ te: Die Frucht der unterlassenen Festverehrung wird Damanaka-Bhairava zugesprochen. Der Sanskritbestand selbst bleibt dabei dokumentarisch unverändert. Andere örtliche Unsicherheiten, besonders die 38 Kalā-Zuordnungen in 1.37 und einzelne Mantra-Bījas, sind gekennzeichnet.

Kommentare und Grundtext. Eine Aussage Nirmalamaṇis oder Kacchapeśvaras ist keine zusätzliche Aussage Aghoraśivas, solange der Grundtext sie nicht enthält. Ebenso werden vom Grundtext angeführte Agama-Hymnen mit ihrer dortigen Zuschreibung wiedergegeben; deren Übereinstimmung mit sämtlichen unabhängigen Agama-Ausgaben ist hier nicht behauptet.

Charakter der deutschen Fassung. Die Fassung ist eine am Sanskrit erarbeitete, kommentargestützte Leseübersetzung mit örtlichen Unsicherheitsvermerken. Sie ist keine kritische Neuedition und keine behauptete fehlerfreie Rekonstruktion beschädigter Ritualformeln. Historische Wirkungsverheißungen werden als Aussagen des Textes übersetzt.

Konkordanz des Grundtextes

Die Zeilenangaben beziehen sich auf die bereitgestellte IAST-Datei M00126 einschließlich ihres Katalogkopfs. Die Links führen direkt zum entsprechenden Grundtextanfang innerhalb der Sanskritartikel. Überlieferte Zahlen stehen in der jeweiligen Originalpassage; wegen ihrer Fehler werden sie nicht als eindeutige Verweise verwendet.

Redaktioneller Abschnitt IAST-Quellzeilen Sanskrit-Parallelen
1.1 35–39 IAST · Devanagari
1.2 167–171 IAST · Devanagari
1.3 229–239 IAST · Devanagari
1.4 313–329 IAST · Devanagari
1.5 461–476 IAST · Devanagari
1.6 542–572 IAST · Devanagari
1.7 802–816 IAST · Devanagari
1.8 866–869 IAST · Devanagari
1.9 887–895 IAST · Devanagari
1.10 925–938 IAST · Devanagari
1.11 1078–1082 IAST · Devanagari
1.12 1102–1104 IAST · Devanagari
1.13 1128–1165 IAST · Devanagari
1.14 1293–1294 IAST · Devanagari
1.15 1308–1314 IAST · Devanagari
1.16 1330–1365 IAST · Devanagari
1.17 1521–1527 IAST · Devanagari
1.18 1575–1702 IAST · Devanagari
1.19 1960–1961 IAST · Devanagari
1.20 1973–2157 IAST · Devanagari
1.21 2451–2457 IAST · Devanagari
1.22 2466–2515 IAST · Devanagari
1.23 2604–2608 IAST · Devanagari
1.24 2634–2644 IAST · Devanagari
1.25 2678–2682 IAST · Devanagari
1.26 2705–2841 IAST · Devanagari
1.27 3719–3737 IAST · Devanagari
1.28 3847–3852 IAST · Devanagari
1.29 3871–3877 IAST · Devanagari
1.30 3919–3925 IAST · Devanagari
1.31 3962–3969 IAST · Devanagari
1.32 3979–3980 IAST · Devanagari
1.33 4078–4097 IAST · Devanagari
1.34 4291–4309 IAST · Devanagari
1.35 4330–4456 IAST · Devanagari
1.36 4742–4746 IAST · Devanagari
1.37 4797–4831 IAST · Devanagari
1.38 4878–4914 IAST · Devanagari
1.39 5042–5053 IAST · Devanagari
1.40 5158–5166 IAST · Devanagari
1.41 5186–5194 IAST · Devanagari
1.42 5223–5230 IAST · Devanagari
1.43 5278–5283 IAST · Devanagari
1.44 5293–5303 IAST · Devanagari
1.45 5326–5328 IAST · Devanagari
1.46 5339–5421 IAST · Devanagari
1.47 5602–5604 IAST · Devanagari
1.48 5612–5618 IAST · Devanagari
1.49 5696–5697 IAST · Devanagari
1.50 5704–5712 IAST · Devanagari
1.51 5741–5757 IAST · Devanagari
1.52 5874–5888 IAST · Devanagari
1.53 5923–5931 IAST · Devanagari
1.54 5952–5959 IAST · Devanagari
1.55 5987–5987 IAST · Devanagari
1.56 5992–6096 IAST · Devanagari
1.57 6102–6103 IAST · Devanagari
1.58 6119–6121 IAST · Devanagari
1.59 6152–6213 IAST · Devanagari
1.60 6341–6375 IAST · Devanagari
1.61 6427–6438 IAST · Devanagari
1.62 6445–6458 IAST · Devanagari
1.63 6515–6516 IAST · Devanagari
1.64 6527–6560 IAST · Devanagari
1.65 6626–6629 IAST · Devanagari
1.66 6637–6645 IAST · Devanagari
1.67 6652–6655 IAST · Devanagari
1.68 6674–6674 IAST · Devanagari
1.69 6713–6719 IAST · Devanagari
1.70 6726–6771 IAST · Devanagari
1.71 6954–6965 IAST · Devanagari
1.72 6973–7002 IAST · Devanagari
1.73 7173–7193 IAST · Devanagari
1.74 7209–7210 IAST · Devanagari
1.75 7215–7219 IAST · Devanagari
1.76 7262–7290 IAST · Devanagari
2.1 7329–7332 IAST · Devanagari
2.2 7469–7473 IAST · Devanagari
2.3 7542–7566 IAST · Devanagari
2.4 7572–7585 IAST · Devanagari
2.5 7591–7594 IAST · Devanagari
2.6 7602–7603 IAST · Devanagari
2.7 7612–7616 IAST · Devanagari
2.8 7625–7631 IAST · Devanagari
2.9 7636–7689 IAST · Devanagari
2.10 7697–7698 IAST · Devanagari
2.11 7706–7710 IAST · Devanagari
2.12 7715–7718 IAST · Devanagari
2.13 7738–7744 IAST · Devanagari
2.14 7779–7795 IAST · Devanagari
2.15 7882–7896 IAST · Devanagari
2.16 7938–7958 IAST · Devanagari
2.17 7991–7996 IAST · Devanagari
2.18 8023–8142 IAST · Devanagari
2.19 8454–8470 IAST · Devanagari
2.20 8545–8548 IAST · Devanagari
2.21 8572–8586 IAST · Devanagari
2.22 8597–8621 IAST · Devanagari
2.23 8705–8706 IAST · Devanagari
2.24 8714–8736 IAST · Devanagari
2.25 8792–8813 IAST · Devanagari
2.26 8848–8873 IAST · Devanagari
2.27 8905–8931 IAST · Devanagari
2.28 8996–8998 IAST · Devanagari
2.29 9005–9013 IAST · Devanagari
2.30 9035–9038 IAST · Devanagari
2.31 9047–9048 IAST · Devanagari
2.32 9054–9063 IAST · Devanagari
2.33 9070–9080 IAST · Devanagari
2.34 9088–9122 IAST · Devanagari
2.35 9143–9157 IAST · Devanagari
2.36 9163–9169 IAST · Devanagari
2.37 9187–9222 IAST · Devanagari
2.38 9346–9364 IAST · Devanagari
2.39 9423–9428 IAST · Devanagari
2.40 9444–9446 IAST · Devanagari
2.41 9460–9460 IAST · Devanagari
2.42 9465–9478 IAST · Devanagari
2.43 9486–9491 IAST · Devanagari
2.44 9507–9527 IAST · Devanagari
2.45 9544–9560 IAST · Devanagari
2.46 9585–9593 IAST · Devanagari
2.47 9599–9599 IAST · Devanagari
2.48 9612–9619 IAST · Devanagari
2.49 9625–9626 IAST · Devanagari
2.50 9632–9644 IAST · Devanagari
3.1 9663–9703 IAST · Devanagari

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Verwendete Primärquelle M00126: Kriyākramadyotikā, Aghoraśiva, mit Nirmalamaṇis Prabhā. Muktabodha Indological Research Institute, E-Text nach einer Grantha-Ausgabe aus Chidambaram von 1927, von Richard Davis zur Verfügung gestellt; Revision 0 vom 22. September 2008. Verwendet wurden die bereitgestellten IAST- und Devanagari-Dateien. Lizenz laut Dateikopf: Creative Commons BY-NC 4.0. Die vorliegende Bearbeitung umfasst Formatierung, redaktionelle Gliederung, Auswahl und deutsche Übersetzung.
  • Verwendete Kommentarquelle M00324: Kriyakramadyotikavyākhyā, Kacchapeśvaraśivācārya. Muktabodha-E-Text des IFP-Transkripts T00109; Vorlage aus dem Besitz von Śiva Śrī Svāminātha Śivācārya, Tiruvāvaḍuturai, Distrikt Tanjavur. Datenerfassung durch Muktabodha unter Leitung von Mark S. G. Dyczkowski; Revision 0 vom 21. November 2014. IAST und Devanagari; Lizenz laut Dateikopf ebenfalls CC BY-NC 4.0.
  • Zur historischen Einordnung: Institut français de Pondichéry: The Pañcāvaraṇastava of Aghoraśiva und École française d’Extrême-Orient: The Pañcāvaraṇastava of Aghoraśivācārya. Die institutionellen Beschreibungen wurden für Autor, Datierung und Bedeutung der Kriyakramadyotika herangezogen, nicht als Ersatz für ihren Sanskrittext.
  • Die verlinkten Yoga-Wiki-Ausgaben der verwandten Werke dienen der vergleichenden Orientierung. Sie wurden nicht als Vorlage für eine neue Übersetzung der Kriyakramadyotika verwendet.
  1. Institut français de Pondichéry: The Pañcāvaraṇastava of Aghoraśiva, Werkbeschreibung mit Angaben zur Kriyakramadyotika.
  2. EFEO: The Pañcāvaraṇastava of Aghoraśivācārya, bibliographische Werkbeschreibung.

Seminare und weitere Vertiefung

Die Kriyakramadyotika lädt zu einem sorgfältigen, geduldigen Studium ein. Für heutige Aspiranten können Yoga, Meditation, Mantra und das gemeinsame Schriftenstudium Zugänge zu ihren geistigen Themen eröffnen. Die folgenden allgemeinen Angebote sind keine Einweihung in den hier dokumentierten Siddhānta-Ritus.

Kundalini Yoga

25.10.2026 - 30.10.2026 Kundalini Yoga Meditation Kursleiter Ausbildung

Kundalini Yoga Meditationen sind ein faszinierendes weites Gebiet, dessen Potential noch bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Kundalini Meditationen kön…
Adishakti Stein, Viveka Wilde
30.10.2026 - 01.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Arjuna Wingen

Die Verehrung ins Leben tragen

Die Kriyakramadyotika endet mit einer Bitte um Vervollständigung: Was zu viel oder zu wenig getan wurde, möge durch Shivas Gnade ganz werden. Nach der Fülle genauer Anweisungen erhält diese Bitte besonderes Gewicht. Der Übende bringt seine Sorgfalt und seine Grenzen in die Verehrung ein. Er handelt aufmerksam und vertraut das Ergebnis dem Göttlichen an.

Darin liegt eine bleibende Einladung dieses Werkes: den Morgen mit Erinnerung an Shiva eröffnen, die Früchte des Handelns hingeben und anderen Menschen konkret helfen. Aus dem langsamen Lesen kann so eine vertiefte Hingabe wachsen, die sich in Stille, täglicher Beständigkeit und tätiger Güte ausdrückt. Die Kriyakramadyotika ermutigt dazu, dem Heiligen im eigenen Leben verlässlich Raum zu geben.

Weiterlesen: Sanskrittext in IAST · Sanskrittext in Devanagari.