Flachkreuz

Aus Yogawiki

Flachkreuz ist eine Haltungsabweichung der unteren Wirbelsäule: Anstatt dass die untere Wirbelsäule, also die Lendenwirbelsäule nach vorne gewölbt ist, ist sie recht gerade.

Rücken einer Frau von Edgar Degas

Flachkreuz ist normalerweise kein Grund zur Beunruhigung: Die Wahrscheinlichkeit Rückenschmerzen zu bekommen, erhöht sich nicht durch ein Flachkreuz. Allerdings haben Menschen mit Flachkreuz, die mal Rückenschmerzen bekommen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Rückenschmerzen in der Lendenregion sind.

Flachkreuz ist das Gegenteil von Hohlkreuz beziehungsweise Lordose.

Yoga und Flachkreuz

Wenn du Flachkreuz hast, aber keine Rückenschmerzen, brauchst du nichts Besonderes zu beachten: Über Yoga normal und sorge dafür, dass du deine Bauchmuskeln, deine Rückenmuskeln, Brust-, Arm- und Beinmuskeln stärkst, deinen Rumpf gut in Bewegung hältst und mittels Asanas, Yoga Übungen, deine Flexibilität stärkst.

Wenn du Rückenschmerzen in der Lendenregion hast und Flachkreuz, dann übe mehr die Rückbeugen wie Kobra (Bhujangasana) und Halbmond (Anjaneyasana). Stärke deine Rückenmuskeln mittels Katze (Majariasana), Boot, Vogel und Heuschrecke (Shalabhasana). Übe Drehungen, aber sei sanft in den Drehungen. Besonders wichtig: Halte deine Lendenwirbelsäule immer wieder in Bewegung. Dazu zwei Yoga Videos:

Sukadev über Flachkreuz

aus einem Kurzvortrag von Sukadev Volker Bretz zum Thema Rückenschmerzen und Flachkreuz

Ein Mythos der 1990er und 2000er Jahre war, dass Flachkreuz schädlich sei. Flachkreuz ist eine Haltungsabweichung, bei der die Lendenwirbelsäule weniger nach vorne gekrümmt ist als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Flachkreuz erhöht ähnlich wie ein Hohlkreuz NICHT die Wahrscheinlichkeit Rückenprobleme zu bekommen. In den 1990er und 2000er Jahren gab es die sogenannte Rückenschule. Ein entscheidendes Element der heute "Alte Rückenschule" oder auch "veraltete Rückenschule" genannten Richtung war die Vermeidung jeglicher Vorwärtsbeuge und das Bemühen alle mit nach vorne gekrümmter Lendenwirbelsäule zu machen. Die Erfahrung und die empirische Forschung hat gezeigt: Das bringt nichts. Im Gegenteil: Es ist sogar schädlich, Vorwärtsbeugen in der Lendenregion zu vermeiden. Wichtig ist: Halte die Lendenregion in Bewegung. Wechsle deine Stellung. Sitze nicht zu lange in einer Position, sondern wechsle öfter.

Yoga bei Flachkreuz

Was ist ein Flachkreuz? Was sind die Ursachen? Was kann man dagegen tun? Was heißt dies für Yoga?

Was ist ein Flachkreuz? Die Wirbelsäule ist normalerweise beim Menschen doppelt s-förmig, das heißt es gibt eine Krümmung nach vorn in der Halswirbelsäule, eine Krümmung nach hinten in der Brustwirbelsäule, eine Krümmung nach vorn in der Lendenwirbelsäule und eine Krümmung nach hinten in der Kreuzbeingegend. Das Steißbein geht wiederum nach innen. Es gibt gute Gründe für diese anatomische Form, zum Beispiel dient sie bei Sprüngen als eine Art Feder. Sie gibt Stabilität bei gleichzeitiger Beweglichkeit und hilft, leichter aufrecht stehen zu können. Mensch hat verschiedene Ausprägungen. Manche haben die natürlichen Krümmungen stärker, man spricht dann zum Teil von einer Hyperlordose (Hohlkreuz) oder Hyperkyphose (Rundrücken). Wenn die Krümmung weniger oder gar nicht ausgeprägt ist, vor allem im Lendenwirbelbereich aber auch im Brustwirbelbereich, spricht man von einem Flachkreuz oder Flachrücken.

Früher galt Hohlkreuz als Risikofaktor für Rückenschmerzen vor allem im Lendenwirbelbereich. Empirische Forschung hat jedoch gezeigt, dass eine Hyperlordose die Rückenschmerzwahrscheinlichkeit nicht erhöht. Im Umkehrschluss galt dann das Flachkreuz als Risikofaktor. Die Ziele der Krankengymnastik wechselten in den 60er bis 90er Jahren, eher ein Flachkreuz zu erzeugen beziehungsweise eher ins Hohlkreuz zu gehen.

Heute weiß die empirische Forschung, dass ein Flachkreuz kein Problem ist. Haltungsabweichungen sind nicht von Krankheitsrelevanz. So ähnlich wie zum Beispiel Haar- und Augenfarbe auch keine Krankheitsrelevanz haben. Menschliche Körper sind unterschiedlich. Vermutlich ist es genetisch bedingt ob jemand eine stark oder schwach gekrümmte Wirbelsäule hat.

Nach Sukadevs Erfahrung haben Menschen mit Flachkreuz nicht mehr oder weniger Rückenschmerzen als Menschen mit normal gekrümmter Wirbelsäule.

Was sollte beim Yoga beachtet werden?

Allgemein gilt zur Vorbeugung von Rückenschmerzen die Bauch-, Brust-, Gesäßmuskeln, oberen, mittleren und unteren Rückenmuskeln zu stärken. Die Vor-, Rück- und Seitbeugen sollten geübt werden und ebenso die Drehflexibilität. Es sollten Entspannungstechniken geübt werden, um mit Stress besser umgehen zu lernen und ein gewisses Grundvertrauen zu entwickeln. Starke und entspannte Rückenmuskeln sind wichtig.

Beim Praktizieren von Yogaübungen sollte darauf geachtet werden, dass die Wirbelsäule eher gerade und aufgerichtet bleibt statt übermäßig zum Beispiel das Brustbein nach vorn zu dehnen und die Schultern weit nach hinten zu bringen. Es kann hilfreich sein, im Sitzen den Beckenkamm leicht nach vorn zu beugen, um ein leichtes Hohlkreuz zu erzeugen. Dies verhilft in der Regel zu einer leicht besseren Sitzposition, die länger gehalten werden kann.

Bei Menschen mit relativ flexiblem Flachkreuz sollte man darauf achten, dass die Muskelkraftübungen auch als solche praktiziert werden, also die Bauch- und Rückenmuskeln intensiv zu nutzen, denn sie sehen in diesen Übungen schnell sehr fortgeschritten aus. Manche dieser Übungen sind ja dazu da, die natürliche Lordose und Kyphose vorübergehend zu eliminieren, also zum Beispiel in der Kobra die Schultern nach hinten zu geben und den Brustkorb nach vorn zu dehnen, wodurch die Rückenmuskeln gestärkt werden, und Bauchmuskelübungen richten die Lendenwirbel gerade aus.

Bei Menschen mit relativ steifem Flachkreuz gilt es eher, die Flexibilität zu entwickeln. Sie dürfen jedoch nicht zu intensiv in die Dehnung hinein gehen, da die vorhandenen Strukturen bei Übertreibung zu Schmerzen neigen.

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Yoga bei Flachkreuz

Was ist ein Flachkreuz? Was sind die Ursachen? Was kann man dagegen tun? Was heißt dies für Yoga?

Die Wirbelsäule ist normalerweise beim Menschen doppelt s-förmig, das heißt es gibt eine Krümmung nach vorn in der Halswirbelsäule, eine Krümmung nach hinten in der Brustwirbelsäule, eine Krümmung nach vorn in der Lendenwirbelsäule und eine Krümmung nach hinten in der Kreuzbeingegend. Das Steißbein geht wiederum nach innen. Es gibt gute Gründe für diese anatomische Form, z.B. dient sie bei Sprüngen als eine Art Feder. Sie gibt Stabilität bei gleichzeitiger Beweglichkeit und hilft, leichter aufrecht stehen zu können. Der Mensch hat verschiedene Ausprägungen. Manche haben die natürlichen Krümmungen stärker, man spricht dann z.T. von einer Hyperlordose (Hohlkreuz) oder Hyperkyphose (Rundrücken). Wenn die Krümmung weniger oder gar nicht ausgeprägt ist, vor allem im Lendenwirbel- aber auch im Brustwirbelbereich, spricht man von einem Flachkreuz oder Flachrücken.

Früher galt das Hohlkreuz als Risikofaktor für Rückenschmerzen, vor allem im Lendenwirbelbereich. Die empirische Forschung hat jedoch gezeigt, dass eine Hyperlordose die Wahrscheinlichkeit von Rückenschmerzen nicht erhöht. Im Umkehrschluss galt dann das Flachkreuz als Risikofaktor. Die Ziele der Krankengymnastik wechselten in den 60er bis 90er Jahren dahin gehend, eher ein Flachkreuz zu erzeugen bzw. eher ins Hohlkreuz zu gehen. Heute weiß die empirische Forschung, dass ein Flachkreuz kein Problem ist. Haltungsabweichungen sind nicht von Krankheitsrelevanz. So ähnlich wie z.B. Haar- und Augenfarbe auch keine Krankheitsrelevanz haben. Menschliche Körper sind unterschiedlich. Vermutlich ist es genetisch bedingt, ob jemand eine stark oder schwach gekrümmte Wirbelsäule hat. Nach Sukadevs Erfahrung haben Menschen mit Flachkreuz nicht mehr oder weniger Rückenschmerzen als Menschen mit normal gekrümmter Wirbelsäule.

Was sollte beim Yoga beachtet werden?

Allgemein gilt zur Vorbeugung von Rückenschmerzen, die Bauch-, Brust-, Gesäßmuskeln sowie die oberen, mittleren und unteren Rückenmuskeln zu stärken. Die Vor-, Rück- und Seitbeugen sollten geübt werden und ebenso die Drehflexibilität. Es sollten Entspannungstechniken geübt werden, um mit Stress besser umgehen zu lernen und ein gewisses Grundvertrauen zu entwickeln. Starke und entspannte Rückenmuskeln sind wichtig. Beim Praktizieren von Yogaübungen sollte darauf geachtet werden, dass die Wirbelsäule eher gerade und aufgerichtet bleibt, statt z.B. übermäßig das Brustbein nach vorn zu dehnen und die Schultern weit nach hinten zu bringen. Es kann hilfreich sein, im Sitzen den Beckenkamm leicht nach vorn zu schieben, um ein leichtes Hohlkreuz zu erzeugen. Dies verhilft in der Regel zu einer leicht besseren Sitzposition, die länger gehalten werden kann. Bei Menschen mit relativ flexiblem Flachkreuz sollte man darauf achten, dass die Muskelkraftübungen auch als solche praktiziert werden, also die Bauch- und Rückenmuskeln intensiv zu nutzen. Diese Menschen sehen in diesen Übungen schnell sehr fortgeschritten aus. Manche dieser Übungen sind ja dazu da, die natürliche Lordose und Kyphose vorübergehend zu eliminieren, also z.B. in der Kobra die Schultern nach hinten zu geben und den Brustkorb nach vorn zu dehnen. Dadurch werden die Rückenmuskeln gestärkt. Die Bauchmuskelübungen richten die Lendenwirbel gerade aus. Bei Menschen mit relativ steifem Flachkreuz gilt es eher, die Flexibilität zu entwickeln. Sie dürfen jedoch nicht zu intensiv in die Dehnung hinein gehen, da die vorhandenen Strukturen bei Übertreibung zu Schmerzen neigen.


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Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt