Ödeme in den Beinen

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Was heißt Ödeme in den Beinen? Was sind die Ursachen für Ödeme in den Beinen? Was kann man dagegen tun? Was heißt es für die Praxis des Yoga? Kann Yoga bei Ödemen sogar hilfreich sein oder gibt es Kontraindikationen? Das sind einige der Themen, die Sukadev von [www.yoga-vidya.de www.yoga-vidya.de] kurz erläuert. Der Kurzvortrag ist Teil der großen Reihe „Yoga bei Beschwerden“.

Was sind Ödeme?

Ödeme sind zunächst einmal Erkrankungen des Venensystems. Die Venen sind dafür verantwortlich, dass die Flüssigkeit von den Beinen wieder zum Herzen zurückkehrt. Da gibt es die sogenannte Zwischenzellflüssigkeit. Die Zwischenzellflüssigkeit wird über das Lymphsystem in die Venen abtransportiert. Auf dem Weg von der Zwischenzellflüssigkeit zum Herzen kann an einigen Stellen einiges schiefgehen. Es kann sein, dass:

• die Lymphbahnen nicht richtig funktionieren

• die Venen die Lymphflüssigkeit nicht richtig aufnehmen

• es ein Venenstau gibt

und dass deshalb die Lymphflüssigkeit nicht richtig zum Herzen zurückkehren kann. Daher sind Ödeme oft ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht richtig funktioniert. Jemand, der regelmäßig dicke Beine oder dicke Waden hat, sollte unbedingt ärztlich abklären lassen, welches medizinische Problem dahintersteckt, um herauszufinden ob dieses Problem behandlungsdürftig und behandlungsfähig ist.

Was für Risikofaktoren bestehen?

• Ödeme sind zum einen ein ästhetisches Problem. Menschen sorgen sich, dass es nicht so gut aussieht.

• Ödeme sind ein Schmerzproblem. Menschen mit dicken Beinen haben oft auch Schmerzen in den Beinen.

• Ödeme in den Beinen führen oft dazu, dass der Mensch wenig Lust hat sich zu bewegen. Was dummerweise ein Teufelskreislauf ist.

• Ödeme reduzieren den Antrieb etwas sportlich zu tun und geringe sportliche Aktivität führt dazu, dass die Ödeme immer mehr werden.

Als nächstes kann die Flüssigkeitsansammlung in den Beinen dazu führen, dass das Gehirn nicht genügend Blutzufuhr bekommt und das kann dann zu Müdigkeit und mangelnder Konzentration führen. Schließlich sind Ödeme oft ein Zeichen, dass die Venen nicht richtig funktionieren. Eventuell gibt es sogar Krampfadern. Krampfadern wiederum können dazu führen, dass sich Ablagerungen an den Venenwände bilden. Diese können irgendwann abgelöst werden und zum Herzen und der Lunge kommen, wo sie zu einer Lungenembolie führen können. Dicke Beine können ein Zeichen für verschiedene Risikofaktoren sein. Manchmal sind Ödeme in den Beinen auch ein Zeichen dafür, dass der Flüssigkeitshaushalt im Körper nicht richtig reguliert wird. Oft sind Ödeme ein Zeichen für bestimmte Medikamente, die genommen werden. Manche Medikamente bilden als Nebenwirkung Ödeme in den Beinen. Darüber muss der Arzt informiert werden und eventuell gibt es alternative Medikamente, die nicht diese Wirkung haben.

Was kann man gegen Ödeme machen?

Schulmedizinisch werden mehrere Dinge gegen Ödeme empfohlen:

• Das erste wäre Bewegung, d.h. sportliche Tätigkeiten wie: Wandern, Spazierengehen, Fahrradfahren, Schwimmen, Nordic Walking, Ergometer Training.

• Das zweite was empfohlen wird, sind andere Aktivitäten wie Krafttraining.

• Das dritte wäre die Beine hochlagern.

• Das vierte wären Stützstrümpfe, die dazu führen, dass ein gewisser Druck auf das Unterschenkelgewebe ausgeführt wird. Das führt dazu, dass die Arterienpumpe besser wirkt, so dass das venöse Blut besser zurückfließt und die Zwischenzellflüssigkeit über die Lymphflüssigkeit besser abtransportiert werden kann. Die Stützstrümpfe sind durchaus notwendig für Menschen mit Ödemen. Sie sind zwar unangenehm zum Tragen, aber es rentiert sich sie trotzdem anzuziehen. Das ist das, was schulmedizinisch empfohlen wird. Zusätzlich muss man schauen, was die Ursache für die Ödeme ist. Wenn es eine medikamentöse Ursache gibt, müsste man die Medikamente ändern oder den Nutzen / Schaden gegeneinander abwägen.

Ödeme hängen oft auch mit einer schlechten Nierenfunktion zusammen. So wird hoffentlich ein guter Arzt auch die Nierengesundheit prüfen. Die schlechte Nierenfunktion kann ein Zeichen für Diabetes sein. Deshalb ist es wichtig, bei dicken Beinen, dies medizinisch abklären zu lassen. Ödeme können auftreten im Zusammenhang mit Krankheiten die behandelt werden sollten, wie behandlungsbedürftigen Krampfadern, Nierenproblemen und Diabetes.

Was kann Yoga bei Ödemen bewirken?

Zunächst einmal ist Yoga eine sportliche Tätigkeit und sportliche Tätigkeiten sind im Allgemeinen gut bei Ödemen. Das nächste was bei Yoga hilft:

Sonnengruß

Der Sonnengruß, die Kraftübungen und so weiter sind gut gegen Ödeme. Sie bringen den Kreislauf in Gang und helfen, dass:

• das venöse Blut besser zurückfließt

• die Arterienpumpe besser hilft, dass das venöse Blut zurückkommt

• die Flüssigkeitsansammlungen reduziert werden

Was im Yoga als auch bei der Schulmedizin bei Ödemen generell gut ist, ist die Füße, die Waden ständig zu bewegen. Menschen mit Ödemen sollten praktisch so eine Art Zappelphilipp Syndrom entwickeln. Immer wieder die Füße / Waden anspannen und loslassen hilft, dass der Körper besser in der Lage ist, die Wasseransammlung wieder zurückzubilden.

Umkehrstellungen

Umkehrstellungen sind effektiver als nur die Beine hochzuheben. Wenn du im Schulterstand bist, dann hilft das, dass die Flüssigkeit der Beine besser zum Herzen fließt.

Tiefe Bauchatmung

Tiefe Bauchatmung, die hilft das venöses Blut aus dem Bauch besser zum Herzen fließt. Zudem werden die Zwischenzellflüssigkeit und die Lymphflüssigkeit besser über die Venen zum Herz gebracht.

Dehnung

Yoga ist Dehnung und die Dehnung, die man macht, hilft letztlich auch, dass die Flüssigkeitsansammlung sich leichter abtransportieren lässt, dies insbesondere in den Vorwärtsbeugen oder in der teilweisen Umkehrstellung dem Pflug. All das hilft, dass die Ödeme in den Beinen weniger werden, weil die Flüssigkeit leichter zurückgeführt wird.

Gesunde Ernährung

Yoga empfiehlt auch eine gesunde Ernährung. Die gesunde Ernährung hilft, dass die Selbststeuerungsprozesse besser funktionieren. Menschen mit einer gesunden Ernährung haben auch weniger Neigung zu Ödemen. Es rentiert sich auch mal mit dem Arzt über Fastenkuren zu sprechen

Entspannung und Kriyas

Es ist anzunehmen, dass Tiefenentspannung, Meditation so wie generell die gesunde Ernährung die Selbststeuerungsprozesse verbessern, was wiederum hilft, dass die Wasseransammlungen weniger sein werden.

Es rentiert sich auch mal Yoga Kriyas wie Kapalabhati, Tratak aber noch mehr Dhauti, Basti, Nauli, Agni Sara regelmäßig zu üben oder auch mal eine Ayurveda Panchakarma oder Ama Kur zu machen. Die alle helfen, dass die Selbststeuerungsprozesse besser funktionieren.

Muktasana

Zum Teil kann z.B. auch Muktasana das voreinander lagern der Beine im Sitzen hilfreich sein. Weil wenn du Ödeme in den Beinen hast und lange sitzt, dann kann das die Ödeme stärken. Je höher die Beine um so besser. Die wenigsten Menschen können tagsüber mit Füßen über dem Kopf sitzen. Insbesondere bei Ödemen ist das wahrscheinlich etwas schwieriger. Aber du kannst mindestens, wenn du die Flexibilität hast, zwischendurch mal die Beine voreinander auf den Stuhl geben. Das hilft, dass ein sanfter Druck auf die Unterschenkel ausgeübt wird, auch die Stützstrümpfe wirken dann etwas besser und das Wasser kann leichter zum Herzen abtransportiert werden.


Also man kann sagen, dass bei Ödemen in den Beinen Yoga hilft.

Dieser Kurzvortrag ist Teil der großen Vortragsreihe „Yoga bei Beschwerden“.


Yoga bei Ödemen in den Beinen

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Yoga bei Ödemen in den Beinen

Sprecher/Autor/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Buchautor, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Siehe auch

Ödeme in den Beinen gehört zu den Erkrankungen, Krankheiten. Insbesondere gehört Ödeme in den Beinen zu den Erkrankungen des Bewegungsapparates, Erkrankungen des Metabolismus, Erkrankungen des Beines, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.


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