Shri Vidyarnava Tantra Deutsche Übersetzung Teil 6
Shri Vidyarnava Tantra – Deutsche Übersetzung, Teil 6
Umfang dieser Seite: Kapitel 33–36 einschließlich Herausgeberanhang. Die markierten Quellenprobleme und Auslassungen gehören zum Editionsbefund.
Die letzten vier Kapitel führen die Vielfalt des Werkes noch einmal zusammen: Yantras, Planetenverehrung, Mudrās, Hymnen und tägliche Śrīvidyā-Praxis stehen neben Fragen nach Bewusstsein und Befreiung. Kapitel 35 beschreibt Gleichmut und Mitgefühl als Eigenschaften eines im Leben Befreiten. Kapitel 36 reicht von der Meditation über göttliche Gestalten bis zur Begleitung des Sterbens. Auf den Werkabschluss folgt der gesondert erkennbare Herausgeberanhang.

Zur Ausgabe: Alle Textteile · 108 inspirierende Verse · Mantras und Formelregister
Deutsch: Teil 6 — IAST: Teil 4 — Devanagari: Teil 7 · Teil 8
33. Śvāsa
Der dreiunddreißigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 727 unterhalb des Kolophons von Kapitel 32. Er setzt die Lehre vom hundertlautigen Mantra mit dessen Yantra fort.
Das Śatākṣara-Yantra aus dem Śrīyantrasāra
Druckseite 727, unterer Seitenteil. Abschnitt 33.SYY. Die Drucknummer 7 erscheint zweimal; die zweite Stelle erhält zur eindeutigen Zuordnung das Kürzel 33.SYR.7. Die folgende Drucknummer lautet 9; eine Nummer 8 wird nicht ergänzt.
33.SYY.1: In die Samenkapsel des Lotus wird Tāra geschrieben, von den Vyāhṛtis umgeben. In die sechs Ecken kommen die fünf Laute mit vorangestelltem Praṇava; danach folgen die Blätter –
33.SYY.2: – auf das erste die erste Hälfte der Gāyatrī, auf das zweite die erste Hälfte der Triṣṭubh, auf das dritte die erste Hälfte der Anuṣṭubh und auf das vierte –
33.SYY.3: – eine besondere Schutzformel. Ihre Bīja-Reihe ist im Druck teilweise unsicher; sicher erkennbar ist namaḥ śivāya māṃ pālaya, „Verehrung Śivas, beschütze mich“. Die unklaren Lautgruppen vor und nach diesem Satz werden nicht durch eine vermutete Vollform ersetzt.
33.SYY.4: Auf das fünfte Blatt kommt die zweite Hälfte der Anuṣṭubh, auf das sechste die zweite Hälfte der Triṣṭubh und –
33.SYY.5: – auf das siebte die zweite Hälfte der Gāyatrī. Auf das achte wird die Formel oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svar oṃ geschrieben: Wasser, Licht, Essenz, Unsterblichkeit und Brahman werden mit den drei Weltenanrufungen verbunden.
33.SYY.6: Außen wird dies von einem Kreis der Mātṛkā-Laute umgeben; darum wird das Erdquadrat mit Cintāmaṇi in den Ecken gezeichnet.
33.SYY.7: Wer dieses Yantra des hundertlautigen Mantras trägt, erlange reichen Segen an Kindern, Gesundheit, Land, Getreide, Geld und Schatzvorräten –
33.SYR.7: – und lebe hundert Jahre. Die wiederholte Drucknummer 7 bleibt bestehen. Das Yantra wird auf Kupfer oder entsprechenden Materialien eingetragen; hundertacht Rezitationen werden genannt.
33.SYY.9: Ebenso viele Ghee-Darbringungen folgen, mit Besprengung beziehungsweise Kontakt durch die herabfallenden Tropfen; der Ausdruck sikthasaṃpāta ist in diesem Zusammenhang nicht völlig eindeutig. Noch einmal wird ebenso oft rezitiert; dann wird das Yantra in Städten, Dörfern, Bergwerken und weiteren Orten – Fortsetzung auf Seite 728 – eingesetzt. Die Fußnote bietet saṃbhava als abweichende Lesung.
Abschluss des Śatākṣara-Yantras und Varuṇas Ṛgveda-Mantra
Druckseite 728.
33.SYY.10: So aufgestellt, soll das Yantra Rindern, Saaten und Gesundheit Gedeihen schenken und beständig vor Feinden, Tigern und anderen Gefahren schützen.
Erläuterung des Yantras: In die Mitte des Sechsecks innerhalb eines achtblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Angabe der betreffenden Person beziehungsweise des Zwecks; dies wird von den sieben Vyāhṛtis umgeben. In die sechs Ecken werden die einzelnen Laute des fünfsilbigen Śiva-Mantras mit vorangestelltem Praṇava geschrieben. Das erste Blatt trägt die erste Hälfte der Gāyatrī, das zweite die erste Hälfte der Triṣṭubh, das dritte die erste Hälfte der Anuṣṭubh. Auf das vierte kommt die besondere Schutzformel aus Vers 3. Ihre Wiederholung klärt die Bīja-Reihe nicht vollständig; namaḥ śivāya māṃ pālaya bleibt sicher lesbar. Das fünfte Blatt enthält die zweite Hälfte der Anuṣṭubh, das sechste die zweite Hälfte der Triṣṭubh, das siebte die zweite Hälfte der Gāyatrī. Auf dem achten steht die auf Seite 727 genannte Formel über Wasser, Licht, Essenz, Unsterblichkeit und Brahman. Zwischen zwei äußeren Kreisen werden die Mātṛkā-Laute eingetragen, in die Ecken des Quadrats die bereits erklärte Cintāmaṇi-Formel. Tragen und übrige Anwendungen sollen die genannten Früchte gewähren.
Varuṇas Mantra nach dem Śāradātilaka
Die Quelle nennt Śāradātilaka 23.52. Neue Zählung 33.VAR.
33.VAR.1: Nun wird die Durchführung mit der Varuṇa-Ṛc erklärt, die im Ṛgveda überliefert ist und mit dhruvāsu beginnt.
Zitierter Ṛgveda-Vers 7.88.7: „Während wir in diesen beständigen Wohnstätten wohnen, möge Varuṇa seine Schlinge von uns lösen. Um Beistand bittend aus Aditis Schoß – möget ihr uns stets mit Wohlergehen behüten.“ Der Wechsel von Varuṇa im Singular zur abschließenden Mehrzahlanrede bleibt bewahrt; die Ausgabe ergänzt dafür keine neuen Gottheitsnamen. Die gedruckten vedischen Akzente werden in der vorliegenden Transkription nicht wiedergegeben.
33.VAR.2: Vasiṣṭha ist der Seher, Triṣṭubh das Versmaß und Varuṇa die Gottheit. Die Glieder werden mit den Lauten dieses Mantras gebildet.
33.VAR.3: Acht Laute gehören zum Herzen, sieben zum Kopf, sechs zur Haarlocke und acht zum Schutzpanzer.
33.VAR.4: Sieben gehören zu den Augen, sechs zur Waffe. Der folgende Körpernyāsa beginnt an den Gelenken, Füßen, am After, Geschlechtsorgan, Grundzentrum und Nabel –
33.VAR.5: – am Bauch, Rücken, Herzen, an den Brüsten, am Hals, an Arm- und Handgelenken, Mund, Wangen, Nase, Augen, Ohren, zwischen den Brauen und am Kopf.
Unnummerierter Halbvers: Die Mantralaute werden vorschriftsgemäß am Kopf und am ganzen Körper aufgelegt. Der Druck zeigt danach eine Lücke.
33.VAR.6: Zum Gedeihen meditiert man den freundlichen Varuṇa: mondhell auf einem Lotus sitzend, mit Schlinge, Haken, Schutzgeste und Gabengewährung, alle Glieder mit Perlen und Schmuck versehen.
33.VAR.7: Auf dem mit Dharma und den weiteren Kräften gebildeten Sitz wird Varuṇa verehrt. Nach der Gliederverehrung folgen Śeṣa, Vāsuki und Takṣaka –
33.VAR.8: – Karkoṭaka, Padma, Mahāpadma, Śaṅkhapāla und Kulika, sorgfältig auf den Blättern.
Unnummerierter Halbvers: Danach werden Indra und die übrigen Welthüter samt ihren Waffen verehrt.
Beginn der Ritualbeschreibung: Nach Morgenhandlungen und Yogapīṭha-Nyāsa werden mit dem Grundmantra drei Atemregelungen vollzogen. Am Kopf wird Vasiṣṭha als Seher, am Mund Triṣṭubh als Versmaß und am Herzen Varuṇa als Gottheit verehrt. Mit gefalteten Händen wird die Anwendung auf die Erfüllung aller Anliegen bezogen. Zum Herzen gehört dhruvāsu tvāsu kṣitiṣu, zum Kopf kṣiyanto vy asmat pāśaṃ, zur Haarlocke varuṇo mumocat, zum Schutzpanzer avo vanvānā aditeḥ, zu den drei Augen upasthād yūyaṃ pāta, zur Waffe svastibhiḥ sadā naḥ. Diese Teilung gehört zum Hand- und Glieder-Nyāsa.
Beginn der Lautzuordnung: Jede Silbe wird mit „Verehrung“ verbunden. An den rechten und linken Fußspitzen stehen dhruṃ, vāṃ; an den Zehenwurzeln suṃ, tvāṃ; den Knöcheln suṃ, kṣiṃ; den Knien tiṃ, ṣuṃ; den Oberschenkelansätzen kṣiṃ, yaṃ. Es folgen toṃ am After, vyaṃ am Geschlechtsorgan, smat am Grundzentrum, pāṃ am Nabel, śaṃ am Bauch, vaṃ am Rücken, ruṃ am Herzen, ṇoṃ an den Brüsten und muṃ am Hals. An den rechten und linken Fingerspitzen folgen moṃ, cat, den Fingerwurzeln aṃ, vaṃ, den Handgelenken vaṃ, nvāṃ, den Oberarmansätzen nāṃ, aṃ, den Ellbogen diṃ, teṃ. Danach ruṃ am Mund – die Druckform weicht hier von der erwartbaren fortlaufenden Wortgestalt ab –, paṃ, sthāṃ an den Wangen, dyūṃ, yaṃ an den Nasenseiten und pāṃ am rechten Auge. Fortsetzung auf Seite 729.
Varuṇas Verehrung und das Ṛṇamocana-Yantra
Druckseite 729.
Fortsetzung des Lautnyāsa: taṃ am linken Auge, svaṃ am rechten Ohr, stiṃ am linken, bhiḥ zwischen den Brauen, saṃ an der Stirn, dāṃ am Kopf und naḥ am ganzen Körper, jeweils mit „Verehrung“.
Verehrungsprosa: Nach Meditation und Selbstverehrung wird der Sitz von Maṇḍūka bis zum höchsten Wirklichkeitsprinzip verehrt; mit vaṃ varuṇapīṭhāya namaḥ wird er als Ganzes angesprochen. Der Text nennt diesen Sitz ausdrücklich ohne gesonderte Sitz-Śaktis. Darin wird Varuṇa eingeladen und belebt. Nach den Gesten von Schlinge, Haken, Gabe und Furchtlosigkeit folgen Sitzgabe und weitere Verehrungen bis zu den Gliedern. Auf den acht Blättern werden, vor der Gottheit beginnend und im Uhrzeigersinn, Śeṣa, Vāsuki, Takṣaka, Karkoṭaka, Padma, Mahāpadma, Śaṅkhapāla und Kulika mit oṃ … namaḥ verehrt. Die Welthüter und alles Weitere folgen wie zuvor.
33.VAR.9: Hunderttausend Rezitationen und ein Zehntel davon als Feueropfer mit gheegetränktem Milchreis werden genannt; danach Tarpaṇa und weitere Handlungen.
33.VAR.10: Für Befreiung von Schulden wird der Mantra täglich hundertachtmal rezitiert. Diese Rezitation soll großen, unvergänglichen Wohlstand bringen.
33.VAR.11: Vier Tage lang werden täglich tausend Darbringungen von gheegetränkten weißen Zuckerrohrstücken zur Schuldenbefreiung und für große Fülle genannt.
33.VAR.12: Drei Tage lang werden milchgetränkte Vetasa-Holzstücke geopfert, um Regen zu erlangen; der Mantrakenner soll dabei die Sinne beherrschen.
33.VAR.13: Wenn die Sonne im Mondhaus Śatabhiṣaj steht, werden nach dieser Vorschrift vierhundert Darbringungen von Milchreis mit Ghee genannt –
33.VAR.14: – für das Ende von Schulden, Gedeihen, Einfluss und wachsende Gesundheit. Am Freitag vollzogenes Feueropfer mit Milchreis und Ghee –
33.VAR.15: – solle großen Wohlstand bringen und alle Nöte beseitigen. Eine andere Handlung nennt gheegetränkten Reis, wobei die Beschreibung der dazwischengelegten Hölzer sprachlich unsicher ist –
33.VAR.16: – vierhundert Darbringungen über drei Tage sollen ein feindliches Heer zum Stillstand bringen. Abends wird mit Blick nach Westen das Feuer verehrt und der Mantra rezitiert –
33.VAR.17: – vierhundertmal, um von allen Störungen frei zu werden. Ebenfalls nach Westen gewandt vollzieht man Tarpaṇa mit klarem Wasser –
33.VAR.18: – für das Ende aller Störungen und das Erlangen umfassenden Gedeihens. „Was bedarf es vieler Worte?“ Mit diesem Mantra –
33.VAR.19: – verwirkliche der Übende durch hingebungsvolle Rezitation und Feueropfer alle Anliegen. Wer den mit dhruvāsu tvāsu kṣitiṣu beginnenden Vers rezitiert, werde von Fesseln frei.
33.VAR.20: Nachts stehend rezitiert, führe der Vers zu einer als vikāsa bezeichneten Entfaltung; die genaue Verbindung ist unsicher. Eine Variante sagt, Piśācas kämen nicht an den Übenden heran. Tag und Nacht stehend und ohne Nahrung übend, werde er wie ein Gott erhoben, so die schwer eindeutig aufzulösende Schlussaussage.
Unnummerierter Abschluss: Eiserne und hölzerne Fesseln sprängen entzwei. Dies bleibt eine religiöse Wirkungsbehauptung der Quelle, keine Zusage tatsächlicher Befreiung aus Gefangenschaft.
Das schuldenlösende Yantra aus dem Śrīyantrasāra
Neue Zählung 33.RNA.
33.RNA.1: In die Mitte des Sechsecks kommt Tāra; in die sechs Ecken die sechs Mantralaute. Der Lotus hat acht Blätter; auf seine Staubfäden werden die Vokale geschrieben.
33.RNA.2: Die Laute des mit dhruvāsu beginnenden Mantras werden in Gruppen von fünf, sechs, zwei, sechs, fünf, sechs, vier und sechs aufgeteilt. Außen folgt der mit para ṛṇa beginnende Ṛgveda-Vers –
33.RNA.3: – zusammen mit einer Umhüllung aus Konsonanten. In die Ecken des Erdquadrats wird das Bīja vaṃ eingetragen. Dieses Yantra heißt Ṛṇamocana, „Schuldenlöser“, und verleihe alles Gedeihen.
33.RNA.4: Es gewähre Schutz, Einfluss und Abwehr von Dieben; kurz gesagt, den Menschen das Erwünschte.
Erläuterung: In die Mitte des Sechsecks innerhalb des achtblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Angabe der betreffenden Person beziehungsweise des Zwecks. Die sechs Ecken tragen je einen Laut von varuṇāya namaḥ. Die Vokale werden paarweise auf die Staubfäden verteilt. Auf den acht Blättern stehen die zuvor genannten Lautgruppen des dhruvāsu-Mantras. Zwischen zwei äußeren Kreisen verläuft der mit para ṛṇa beginnende Vers; er wird hier nur durch seinen Anfang bezeichnet, nicht vollständig ausgeschrieben. Auf dem äußeren Kreisgang stehen die Konsonanten von ka bis kṣa, in den Ecken des Quadrats vaṃ. Das vollendete Yantra gewähre die genannten Früchte. Die Druckvarianten betreffen die Staubfäden und die Lage des äußeren Kreisgangs.
Vedische Schutzverse und ihre Yantras
Druckseite 730; Fortsetzung des Śrīyantrasāra-Zitats, Kennung 33.RNA. Die Übersetzungen der vedischen Zitate folgen der hier gedruckten Fassung; Akzentzeichen sind in den Sanskritarbeitsfassungen nicht transkribiert.
Der zuvor nur durch seinen Anfang bezeichnete Vers, Ṛgveda 2.28.9: „Treibe die Schulden fort, auch die von mir verursachten. Lass mich, König, nicht für das von einem anderen Getane büßen. Noch sind viele Morgenröten nicht angebrochen; lass uns, Varuṇa, unter ihnen als Lebende bestehen.“ Die genaue Verbindung der ersten Verbalformen ist im Druck gedrängt; der Sinn der Bitte um Lösung eigener Schuld und Bewahrung vor fremden Folgen ist erkennbar. Die Prosa nennt Kūrma als Seher, Varuṇa als Gottheit und Triṣṭubh als Versmaß.
33.RNA.5: In die Samenkapsel des Lotus kommt Tāra, auf die acht Blätter werden nacheinander je drei Laute des mit piśaṅgabhṛṣṭi beginnenden Mantras geschrieben.
33.RNA.6: Es folgen Umhüllungen mit dem Vers rakṣohaṇaṃ vājinam, mit der Mātṛkā, mit dem Vers ayā te und mit dem Erdquadrat.
33.RNA.7: Dieses Yantra soll Fieber, geistige Verwirrung und Bedrängnis durch ergreifende Mächte beseitigen. Mit rotem Ocker oder entsprechenden Stoffen wird es auch auf ein Gewand gezeichnet –
Unnummerierter Halbvers: – das den Körper bedeckt; dadurch weiche das Fieber unmittelbar, behauptet die Quelle.
Erläuterung des Aufbaus: In die Mitte des achtblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Zweck- beziehungsweise Personenangabe; auf jedes Blatt drei Mantralaute. Vier äußere Kreise bilden drei Kreisgänge. Der innerste trägt den mit rakṣohaṇam beginnenden Vers, der mittlere die Mātṛkā-Laute, der äußerste den mit ayā te agne beginnenden Vers. Außen wird ein Quadrat angelegt. Diesem Yantra werden die genannten Wirkungen zugeschrieben.
Ṛgveda 1.133.5: „Indra, zerschlage die Piśācī mit gelblicher Spitze, die verstümmelnde beziehungsweise verstümmelte; halte jede feindliche Dämonenmacht nieder.“ Der Ausdruck ambhṛṇa bleibt lexikalisch unsicher; er wird nicht durch eine frei erfundene Dämonengestalt ersetzt.
Ṛgveda 10.87.1: „Ich salbe den mächtigen Vernichter der feindlichen Mächte; beim weit ausgebreiteten Freund suche ich Schutz. Agni, durch willentliche Kräfte geschärft und entzündet, behüte uns am Tag und in der Nacht vor Schädigung.“
Ṛgveda 4.4.15: „Mit diesem Brennholz wollen wir dir dienen, Agni; nimm den dir vorgetragenen Lobgesang an. Verbrenne die feindlichen Kräfte, behüte uns vor Verrat, Schmähung und Tadel, du durch Freundschaft Große.“ Die genaue syntaktische Verbindung von „verbrennen“ und den Feindbezeichnungen ist im gedruckten Vers gedrängt.
Zuordnungen: Für piśaṅgabhṛṣṭi nennt die Quelle Parucchepa als Seher, Gāyatrī als Versmaß und Indra als Gottheit. Für rakṣohaṇam sind es Pāyu Bhāradvāja, Triṣṭubh und Agni als Vernichter feindlicher Mächte. Für ayā te sind es Vāmadeva, Triṣṭubh und derselbe feindabwehrende Agni. Eine Fußnote verweist für den zuletzt genannten Vers auf die noch folgende Seher- und Versmaßangabe des mit kṛṇuṣva pājaḥ beginnenden Hymnus.
33.RNA.8: In die Mitte eines achtblättrigen Lotus wird Tāra geschrieben, auf die Blätter nacheinander je vier Mantralaute.
33.RNA.9: Außen folgen die Mātṛkā-Laute; an den Ecken des Erdquadrats steht das Bīja kṣrauṃ. Wer dieses Yantra vorschriftsgemäß trägt –
Unnummerierter Halbvers: – werde von der Überwältigung durch Schadenzauber frei und lebe hundert Jahre.
Erläuterung: Die Mitte trägt Praṇava und die Angabe des Betroffenen. Auf die acht Blätter werden je vier Laute des anschließend ausgeschriebenen yāṃ kalpayanti-Verses verteilt. Zwischen zwei Kreisen liegt die Mātṛkā-Reihe. In den Ecken des äußeren Quadrats steht das Nṛsiṃha-Bīja kṣrauṃ. Die Quelle wiederholt die Wirkungszusage.
33.PRY.1: Eingeschobener Mantravers mit eigener Drucknummer 1: „Den grausamen Schadenzauber, den unsere Feinde gegen uns bereiten wie eine Braut: diesen verdrängen wir mit heiliger Rede; zurückgewendet möge er seinen Urheber erreichen.“ Die Schlussform ist im Druck nicht sicher; eine Variante ändert sie. Der Vergleich mit einer Braut gehört zur Quelle.
Prosa: Pratyaṅgirā ist sowohl der Sehername als auch die Gottheit dieses Mantras; sein Versmaß ist Anuṣṭubh. Danach wird die vorherige Yantra-Zählung fortgesetzt.
33.RNA.10: In die Mitte kommt Tāra mit der Personenangabe im Inneren. Auf die sechs Blätter wird der Anfang des mit kṛṇuṣva beginnenden Verses bis zu dem bezeichneten Endwort dadhakṣi verteilt. Die Abgrenzung ist durch eine Druckvariante unterschiedlich überliefert; die Fortsetzung folgt auf Seite 731.
Das Schutz-Yantra zum Agni-Hymnus
Druckseite 731; Fortsetzung 33.RNA.
33.RNA.11: Auf die äußeren acht Blätter werden nacheinander die Halbverse von ud agne bis zu dem Schluss sāsad iṣṭiḥ geschrieben; auf die sechzehn weiteren Blätter –
33.RNA.12: – die Halbverse von arcāmi bis avadyāt, der Reihenfolge nach. Außen folgt eine Umhüllung mit dem Vers rakṣohaṇam –
33.RNA.13: – danach ebenso mit vi jyotiṣā, anschließend mit den Mātṛkā-Lauten und schließlich dem Erdquadrat.
33.RNA.14: In ein Schmuckstück, etwa einen Brustschmuck, eingesetzt und getragen, soll das Yantra Bedrängnis durch ergreifende Mächte, geistige Verwirrung, Fieber und Schadenzauber –
33.RNA.15: – beseitigen. Alternativ wird es mit Kuṅkuma auf ein Gewand geschrieben und besprochen; wer sich darin hüllt, dessen Fieber verschwinde unmittelbar, behauptet die Quelle. Die Fußnote variiert die Bezeichnung des verhüllten Körpers.
Erläuterung der Anordnung: In die Mitte eines sechsblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Personen- beziehungsweise Zweckangabe. Die sechs Blätter tragen die sechs Halbverse der ersten drei Strophen von kṛṇuṣva pājaḥ bis vyathir ā dadharṣīt. Auf den äußeren acht Blättern stehen die Halbverse der vier Strophen von ud agne tiṣṭha bis sudinā sāsad iṣṭiḥ. Die sechzehn weiteren Blätter enthalten die Halbverse der acht Strophen von arcāmi te bis mitramaho avadyāt. Vier äußere Kreise bilden drei Gänge: im ersten der zuvor zitierte rakṣohaṇam-Vers, im zweiten der mit vi jyotiṣā bṛhatā beginnende Vers, im dritten die Mātṛkā-Reihe; darum liegt das Quadrat.
Der zitierte Ṛgveda-Hymnus 4.4
Neue Zitatreihe 33.AGN. Die vedischen Akzentzeichen des Drucks werden in den Sanskritfassungen nicht transkribiert. Schwierige archaische Wendungen bleiben kenntlich.
33.AGN.1: Entfalte deine Kraft wie ein weites Fangnetz; ziehe wie ein König mit seinem Gefolge heran. Deinem raschen Netz folgend, durchbohre mit glühenden Geschossen die feindlichen Mächte, du flammend Scharfer. Die Wortgruppe um druṇānaḥ ist nicht völlig sicher aufzulösen.
33.AGN.2: Deine Wirbel fliegen rasch. Glühend berühre die Gegner mit kühner Kraft; schleudere die glühenden Flugfunken, Agni, und sende ungebunden nach allen Seiten deine Feuerbrände.
33.AGN.3: Sende deine Späher aus, du Schnellster; sei der ungetäuschte Beschützer dieses Volkes. Wer uns fern oder nah Böses zuspricht, von keinem solchen Angreifer möge einer uns überwältigen.
33.AGN.4: Steh auf, Agni, breite dich gegen sie aus; verbrenne die Feinde, du mit scharfem Geschoss. Wer uns Feindschaft bereitet hat, den verbrenne niederwärts wie trockenes Holz, du Entzündeter.
33.AGN.5: Erhebe dich und durchbohre die Angreifer; mache deine göttlichen Kräfte offenbar, Agni. Löse die festen Bindungen der Zauberer; zermalme die Feinde, ob zugehörig oder fremd. Die Beziehung von jāmi und ajāmi bleibt in diesem Gegensatz wiedergegeben.
33.AGN.6: Wer dir, Jüngster, einen Weg für die heilige Rede eröffnet, erkennt deine Gunst. Für ihn leuchten alle guten Tage, Schätze und Glanz; du erhellst die Türen. Die genaue Zuordnung der gedrängten Genitivformen im zweiten Halbvers bleibt örtlich offen.
33.AGN.7: Glücklich und freigebig sei der Sterbliche, der dich regelmäßig mit Opfergabe und Lobliedern erfreuen möchte. Mögen ihm im eigenen Haus alle Tage des Lebens gut verlaufen und seine Darbringung gelingen. Die Schlusswendung sāsad iṣṭiḥ lässt sich nicht ohne Rest eindeutig übersetzen.
Fortsetzung des Agni-Hymnus und Beginn eines Indra-Yantras
Druckseite 732; Fortsetzung 33.AGN.
33.AGN.8: Mit weithin vernehmbarer Stimme preise ich deine Gunst; dieses Lied soll dich freudig anrufen. Mit guten Pferden und guten Wagen möchten wir dir dienen; du mögest Tag für Tag unsere Herrschaftskraft erhalten. Die Fügung um vāvatā bleibt im Druck nicht eindeutig.
33.AGN.9: Hier möge man sich dir aus eigenem Antrieb reichlich zuwenden, dir, der du nachts und am Tag leuchtest. Frohen Sinnes möchten wir spielend zu dir gelangen und über den Glanz anderer Menschen hinausragen. Die Verbindung des letzten Halbverses ist dichterisch gedrängt.
33.AGN.10: Wer mit guten Pferden, reichem Gold und einem schatzbeladenen Wagen zu dir kommt, Agni: Dessen Retter und Freund wirst du, wenn er deine Gastfreundschaft fortgesetzt ehrt.
33.AGN.11: Den Großen preise ich mit Worten in Verbundenheit; diese habe ich aus der Abstammung vom Vater empfangen. Verstehe unsere Rede, jüngster Opferpriester, du mit guter Einsicht, Herr des Hauses. Die genaue Wortverbindung zur väterlichen Überlieferung bleibt örtlich unsicher.
33.AGN.12: Deine Wächter sind schlaflos, rasch und freundlich, unermüdlich und unversehrt; ein weiteres Beiwort ist unsicher. Gemeinsam hier niedersitzend mögen diese deine Hüter uns beschützen, Agni.
33.AGN.13: Deine sehenden Hüter, Agni, haben den blinden Sohn Mamatās aus dem Unheil gerettet. Der Allwissende bewahrte die Wohltätigen; die Feinde versuchten zu täuschen und blieben erfolglos. Der letzte Ausdruck nāha debhuḥ wird in dieser Grundrichtung wiedergegeben, seine genaue grammatische Form bleibt offen.
33.AGN.14: Mit dir verbunden und durch dich beschützt möchten wir unter deiner Führung Kraft und Gewinn erlangen. Vernichte beide feindlichen Beschimpfungen beziehungsweise Angriffe, du die Wahrheit Verwirklichender; handle unverzüglich, du Kühner. Die beiden Arten der Feindschaft werden im Vers nicht näher benannt.
33.AGN.15: Mit diesem Brennholz wollen wir dir dienen, Agni; nimm den vorgetragenen Lobgesang an. Verbrenne die feindlichen Kräfte und behüte uns vor Verrat, Schmähung und Tadel, du durch Freundschaft Große. Dieser bereits auf Seite 730 zitierte Vers steht hier erneut als Schluss des vollständigen Hymnus und wird deshalb nicht ausgelassen.
Erneutes Zitat, Ṛgveda 10.87.1: „Ich salbe den mächtigen Vernichter der feindlichen Mächte; beim weit ausgebreiteten Freund suche ich Schutz. Agni, durch willentliche Kräfte geschärft und entzündet, behüte uns am Tag und in der Nacht vor Schädigung.“ Die Wiederholung gehört zur Darstellung der äußeren Yantra-Umhüllung.
Ṛgveda 5.2.9: „Mit großem Licht erstrahlt Agni; durch seine Größe macht er alles sichtbar. Er bezwingt die gottlosen, böswilligen Täuschungskräfte und schärft seine Hörner, um die feindliche Macht zu durchbohren.“
Seher und weitere Zuordnungen: Für den fünfzehnstrophigen, feindabwehrenden Hymnus kṛṇuṣva pājaḥ nennt die Quelle Vāmadeva als Seher, Triṣṭubh als Versmaß und Agni als Vernichter feindlicher Mächte als Gottheit. Für vi jyotiṣā werden Kumāra, Triṣṭubh und Agni genannt.
Ein weiteres Yantra mit einem Indra-Vers
Neue Druckzählung 33.IND.
33.IND.1: In die Samenkapsel wird Tāra geschrieben. Auf die acht Blätter werden die Mantralaute in Gruppen von fünf, sechs, fünf, sechs, fünf, sechs, fünf und sechs verteilt.
33.IND.2: Die eingeklammerte Erklärung nennt den Vers indra śreṣṭha als die so zu teilende Grundlage. Außen folgen der mit vayaṃ ta ebhiḥ beginnende Vers, die Mātṛkā und das Erdquadrat. Die Ausführung geht auf Seite 733 weiter.
Indras Yantras und allgemeine Beschriftungsregeln
Druckseite 733; Fortsetzung 33.IND. Eingeschobene vedische Zitate mit eigener Nummer 1 werden gesondert als 33.IRS und 33.IRV bezeichnet.
33.IND.3: Das Yantra des mit indra śreṣṭhāni beginnenden Mantras gewähre umfassendes Gedeihen: langes Leben, Gesundheit, Glück, Geld, Getreide und Kinder.
33.IND.4: Es schütze, verleihe Einfluss, gute Tage und Ansehen; kurz, es erfülle das Gewünschte.
Erläuterung: In die Mitte des achtblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Personen- beziehungsweise Zweckangabe. Die Laute des indra śreṣṭhāni-Verses werden abwechselnd in Fünfer- und Sechsergruppen auf die Blätter verteilt. In den beiden äußeren Kreisgängen stehen zuerst der folgende vayaṃ ta ebhiḥ-Vers und dann die Mātṛkā. Außen wird ein Quadrat gezeichnet.
33.IRS.1: Ṛgveda 2.21.6: „Indra, verleihe uns die besten Güter, Einsicht, Tüchtigkeit und Glück. Lass unseren Besitz gedeihen und unsere Körper unversehrt sein; gib Süße beziehungsweise Anmut der Rede und gute Tage.“ Die Wortgruppe um ariṣṭiṃ tanūnām wird als Unversehrtheit der Körper verstanden; die Sanskritfassung bewahrt die gedruckte Form.
Zuordnungen: Gṛtsamada ist der Seher dieses Mantras, Triṣṭubh das Versmaß und Indra die Gottheit.
33.IND.5: Eine weitere Form hat Praṇava als leuchtende Mitte, außen einen achtblättrigen Lotus mit Vokalen auf den Staubfäden. Auf die ungeraden Blätter werden je fünf, auf die geraden je sechs Mantralaute gesetzt.
33.IND.6: Außen liegen die Laute von ka an; die acht Ecken des doppelten Erdquadrats tragen das Kāma-Bīja. Dieses Yantra des Besiegers Bala bringe Geld, Land, Glück, Anmut, freundliche Rede, Juwelen, Ansehen und Fülle –
Unnummerierter Abschluss: – sowie gute Tage. Das Yantra wird getragen.
Erläuterung: Der Ausdruck „nach den Gesichtern Guhas“ bezeichnet die Zahl sechs. Im zuvor beschriebenen Yantra werden die Vokale paarweise auf die Staubfäden geschrieben und die Konsonanten von ka bis kṣa als Umhüllung eingesetzt. Die beim ersten Yantra genannte Umhüllung durch den Ṛgveda-Vers entfällt hier ausdrücklich. In die acht Ecken kommt das Kāma-Bīja. „Gute Tage“ erklärt die Prosa konkret als das Erlangen von Kleidung, Schmuck, Ziermitteln, gewünschter Nahrung und Begegnungen mit den eigenen Angehörigen. Zwei Fußnoten lesen Varianten von „Freude“ statt „guten Tagen“.
33.IND.7: Bei einem weiteren Yantra steht Dhruva, der Praṇava, in der Mitte. Auf die acht Blätter werden die Mantralaute in den genannten Zahlgruppen geschrieben; Vers und folgende Prosa unterscheiden sich bei einer Gruppe: Der Vers nennt an sechster Stelle drei, die Prosa vier.
33.IND.8: Außen umgeben Mātṛkā-Laute und Erdquadrat das Bild. Dies ist das als wunscherfüllend bezeichnete Yantra des vayaṃ ta ebhiḥ-Verses.
33.IND.9: Es verleihe hohe Fülle mit edlen Steinen, Rindern, Land, Gold und Getreide sowie die Vernichtung von Gegnern.
Erläuterung: Praṇava und die Personenangabe stehen in der Mitte. Die Prosa verteilt die Laute auf die acht Blätter in Gruppen von sechs, sechs, vier, sechs, fünf, vier, sieben und fünf. Zwischen zwei Kreisen steht die Mātṛkā-Reihe, außen das Quadrat. Die Summe dieser Prosaangabe wird nicht an die andere Zahlwortfolge des Verses angeglichen.
33.IRV.1: Ṛgveda 6.46.13 nach der gedruckten Stellenangabe: „Durch diese Freundschaften mit dir, Vielangerufener, möchten wir jedem Gegner überlegen sein. Indem wir beide Arten von Hindernissen zerschlagen, du Held, möchten wir uns, von dir gefördert, großen Reichtums freuen.“ Die Ausgabe übernimmt die Stellenangabe der Quelle; sie behauptet an dieser Stelle keine erneute externe Kollation der Ṛgveda-Zählung.
Zuordnungen: Bhāradvāja ist der Seher, Triṣṭubh das Versmaß und Indra die Gottheit.
Allgemeine Beschriftung nach dem Śrīyantrasāra
Neue Druckzählung 33.YAN.
33.YAN.1: Nach dem Zeichnen des gewünschten Yantras kommt das Bīja in seine Mitte. In dessen Inneres wird das Bīja mit der betreffenden Person beziehungsweise ihrem Namen verbunden; der als samiti gedruckte Ausdruck ist unsicher.
33.YAN.2: An beiden Seiten des Bījas stehen weitere, örtlich unsichere Lautgruppen. Vor ihm wird eine bezeichnete Doppelgruppe eingetragen; außerdem Richtungslaute und außen so ’haṃ sowie die Haṃsa-Laute. Die eng gedruckte Bīja-Reihe wird nicht zu einer scheinbar gesicherten Konstruktionsanweisung ergänzt.
33.YAN.3: Nach verfügbarem Raum werden der Mantra der Lebensbelebung und die Gāyatrī von Mantra und Yantra eingetragen, entsprechend dem vom eigenen Guru gelehrten Weg.
Die Belebung und Übergabe eines Yantras
Druckseite 734. Neues Zitat aus dem Sārasaṃgraha, Kennung 33.YWE.
33.YWE.1: Das Yantra wird zu einer kleinen Kapsel geformt und mit Lack und drei Metallen umhüllt. Es wird rituell belebt und mit den beim Opfer herabfallenden Ghee-Tropfen benetzt.
33.YWE.2: Der Guru legt es in den ordnungsgemäß auf dem Yantra aufgestellten Krug; dort ruft er die zugehörige Gottheit an und verehrt sie sorgfältig. Eine Variante verändert die syntaktische Verbindung von „Yantra“ und „aufgestellt“.
33.YWE.3: Dem mit dem Krugwasser besprengten Empfänger wird das Yantra ehrerbietig übergeben. Dieser nimmt es vom Guru mit frohem Geist entgegen –
33.YWE.4: – und trägt es vertrauensvoll nach der genannten Vorschrift zur Erlangung aller Vollkommenheiten. Danach beginnt die Aufzählung von Schreibstoffen: Sandelholz, Aguru, Kampfer, Moschus und Rocanā –
33.YWE.5: – mit Elefantensaft, Lacksaft und Kuṅkuma. Für grausame Handlungen nennt die Quelle hingegen acht als Gifte bezeichnete Bestandteile.
33.YWE.6: Redaktionelle Inhaltsangabe: Der Vers führt die Bestandteile einer schädigenden Schreibzubereitung auf. Mischung und zugehörige Stoffentschlüsselung der Prosa bleiben ausgelassen; die Zuordnung zur Druckstelle wird bewahrt.
33.YWE.7: Als Zeichengründe werden drei Metalle, Birkenrinde, Gewebe und Palmblätter genannt, jeweils nach der entsprechenden Ritualvorschrift.
Ausführliche Ritualbeschreibung: An einem günstigen Tag und Zeitpunkt, bei günstigen Mond- und Sternbedingungen, vollzieht der Übende die täglichen Handlungen, verneigt sich vor dem Guru und verehrt Vighneśvara. Danach werden die zuvor genannten Herren von Wochentag, Mondtag, Mondhaus und Planeten verehrt. Zunächst wird das gewählte Yantra ohne Lautbeschriftung gezeichnet. Sein mittleres Bīja erhält einen weiten Innenraum; darin wird das als sam bezeichnete Lebens-Bīja geschrieben und mit den Namenslauten der betreffenden Person umgeben. Die genaue Lautform ist im Druck nicht völlig sicher. Rechts und links werden die beiden „Augen“-Laute īṃ īṃ eingesetzt, davor das als kṣyūṃ gelesene Zungen-Bīja; auch diese seltene Verbindung bleibt örtlich unsicher. In die Richtungen kommen die Laute von so ’haṃ haṃsa im Uhrzeigersinn.
An den vorgesehenen Stellen werden Übender, Handlung und die in der jeweiligen Vorschrift genannten Angaben eingetragen. Nach verfügbarem Raum folgen der bereits früher gelehrte Mantra der Lebensbelebung, die Gāyatrī des jeweiligen Mantras und die Yantra-Gāyatrī: oṃ yantrarājāya vidmahe devagṛhāya dhīmahi tan no yantraṃ pracodayāt – „Wir erkennen den König der Yantras; wir meditieren über das Haus der Gottheit. Möge das Yantra uns anregen.“
Das beschriftete, mit Lack und drei Metallen umhüllte Yantra wird aufgestellt. Nach Verehrung des eigenen Sitzes und den Nyāsas werden Yantra, eingeschriebene Mantras und die betroffene Person jeweils gesondert rituell belebt. Die Hauptgottheit wird nach Verehrung ihres Yoga-Sitzes mit Gliedern und Umkreisen angerufen und verehrt. Während das Yantra berührt und die Gottheit meditiert wird, folgen je nach Gewicht des Anliegens zehntausend bis hunderttausend Rezitationen der Grund-Vidyā. Nach Vorbereitung des Feuers folgen eintausend bis zehntausend Darbringungen von Kuhghee; die am Löffel verbliebenen Tropfen werden auf das Yantra gegeben.
Auf dem betreffenden Yantra oder einem Sarvatobhadra-Maṇḍala wird nach der Einweihungsordnung ein Krug aufgestellt. Nach erneuter Verehrung der Gottheit mit Gliedern und Umkreisen wird der Empfänger mit diesem Wasser übergossen und erhält das Yantra. Er nimmt es mit Verneigung entgegen, ehrt den Lehrer und trägt es mit festem Vertrauen. Daran knüpft die Quelle die Verheißung der Wunscherfüllung.
Beginn des Planeten-Yantras
Neue Druckzählung 33.GRA.
33.GRA.1: Praṇava mit der Personenangabe steht in der Mitte und wird vom Vers ā kṛṣṇena umgeben. Auf dem östlichen Blatt beginnt die weitere Beschriftung –
33.GRA.2: – mit āpyāyasva; auf dem südlichen steht udbudhyasva, auf dem westlichen bṛhaspate, auf dem nördlichen pra vaḥ śukrāya.
33.GRA.3: Auf dem südöstlichen Blatt steht agnimūrdhā, auf dem südwestlichen śaṃ no devīḥ; auf dem nordwestlichen –
33.GRA.4: – kayā naḥ, auf dem nordöstlichen ketuṃ kṛṇvan. Außen umgibt die Mātṛkā das Bild; in die Ecken des Erdquadrats –
33.GRA.5: – kommen die in der Quelle genannten Oṃ- und Haṃsa-Lautgruppen, in die Richtungen so ’haṃ haṃsa. Die erste Gruppe ist graphisch nicht vollständig sicher. Das Yantra wird nach Vorschrift auf Gold oder entsprechendes Material gezeichnet.
33.GRA.6: Nach Besprengung mit glückverheißendem Wasser und den Segenshandlungen werden in der Mitte und auf den acht Blättern vom Osten an verehrt –
33.GRA.7: – Sonne, Mond, Mars, Merkur, Saturn, Jupiter, Rāhu, Venus und Ketu. Diese gedruckte Namensfolge wird nicht stillschweigend an die zuvor aus den Versanfängen erkennbare räumliche Zuordnung angepasst. Die jeweiligen Mantras werden rezitiert und das Yantra mit Opfertropfen benetzt; Fortsetzung auf Seite 735.
Druckseite 735.
33.GRA.8: Das Yantra besänftige planetare Bedrängnis, vernichte Schadenzauber und Fieber, nehme alle Krankheiten und verleihe Sieg im Kampf.
33.GRA.9: Es schenke langes Leben und Kinder und vernichte ein fremdes Heer; kurz, es gewähre den Menschen das Gewünschte. Dies sind die Wirkungsbehauptungen der Quelle.
Erläuterung: In die Mitte des achtblättrigen Lotus kommen Praṇava und die Personenangabe; ā kṛṣṇena umgibt sie. Die Blätter tragen im Osten āpyāyasva, im Süden udbudhyasva, im Westen bṛhaspate ati, im Norden pra vaḥ śukrāya, im Südosten agnimūrdhā, im Südwesten śaṃ no devīḥ, im Nordwesten kayā naś citra und im Nordosten ketuṃ kṛṇvan. Zwischen zwei äußeren Kreisen stehen die Mātṛkā-Laute von a bis kṣa. In die vier Ecken des Erdquadrats kommt die hier deutlicher gelesene Folge oṃ hrīṃ haṃsaḥ, in die vier Hauptrichtungen so ’haṃ haṃsaḥ. Das Tragen nach der genannten Vorschrift soll die zuvor genannten Früchte bringen.
Die vedischen Mantras der neun Planeten
Zitat aus dem Smṛtisaṃgraha, neue Zählung 33.NAV. Sonne und Mond werden hier nach dem traditionellen System ebenfalls zu den Grahas gerechnet.
33.NAV.1: Nun werde ich die alle Fülle gewährende Durchführung der Planetenmantras lehren: ā kṛṣṇena für die tausendstrahlige Sonne und imaṃ devāḥ für den Mond.
33.NAV.2: agnimūrdhā gehört zu Mars, udbudhyasva zu Merkur, bṛhaspate zu Jupiter und annāt parisrutaḥ zu Venus.
33.NAV.3: Für Saturn wird śaṃ no devīḥ genannt, für Rāhu kayā naḥ, für Ketu ketuṃ kṛṇvan.
33.NAV.4: Als Varianten gelten āpyāyasva für den Mond und śukraṃ te für Venus. So werden neun Mantras gelehrt, allen werden die Vyāhṛtis vorangestellt. Die beiden Alternativen erhöhen nicht die Zahl der neun verehrten Grahas.
33.NAV.5: Für den mit ā kṛṣṇena beginnenden Sonnenmantra heißt der Seher Hiraṇyastūpa, das Versmaß ist Triṣṭubh und die Gottheit Sūrya.
33.NAV.6: Die Anwendung dient der Erfüllung gewünschter Anliegen. Die drei Vyāhṛtis stehen am Anfang; ā kṛṣṇena gehört zum Herzen.
33.NAV.7: rajasā gehört zum Kopf, vartamāno niveśayan zur Haarlocke.
33.NAV.8: amṛtaṃ martyaṃ ca wird dem Schutzpanzer zugeordnet, hiraṇyayena savitā rathena den drei Augen.
33.NAV.9: Der Rest gehört zur Waffe. Dies ist der sechsgliedrige Nyāsa. Zum Herzen heißt der Abschluss namaḥ, zum Kopf svāhā –
33.NAV.10: – zur Haarlocke vaṣaṭ, zum Schutzpanzer huṃ, zu den drei Augen vauṣaṭ und zur Waffe phaṭ.
33.NAV.11: Nach dem Glieder-Nyāsa folgt der Wortnyāsa: ā kṛṣṇena am Kopf, rajasā an der Stirn –
33.NAV.12: – vartamāno niveśayan am Mund, amṛtam am Herzen, martyaṃ ca am Nabel und hiraṇyayena an der Hüfte –
33.NAV.13: – savitā an den Oberschenkeln, rathena an den Knien, ā devo yāti an den Füßen; danach folgt bhuvanāni paśyan. Der Vers nennt für die letzte Wortgruppe keine eindeutig gesonderte Körperstelle. Im ersten Halbvers stehen zudem Ober- und Unterschenkel in einer unklaren Verbindung; sie wird nicht zu einer sicheren zusätzlichen Zuordnung ergänzt.
Unnummerierter Übergang: Nach diesen Zuordnungen wird gesammelt meditiert.
33.NAV.14: Möge der Gott mir Gnade schenken: der Tagesmacher und Lehrer der Welt, gekrönt, auf einem Lotus sitzend, Lotusse in den zwei Händen, lotusglänzend und mit sieben Pferden als Gespann.
33.NAV.15: Nach dieser Meditation wird Sūrya verehrt. Das Maṇḍala besteht aus Kreis, Sechseck, weiterem Kreis, achtblättrigem Lotus, äußerem Kreis und Erdquadrat –
33.NAV.16: – mit vier Toren. In der Mitte wird die Sonne verehrt, in den sechs Ecken ihre sechs Glieder.
33.NAV.17: Auf den acht äußeren Blättern folgen vom Osten im Uhrzeigersinn Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn –
33.NAV.18: – Rāhu und Ketu, jeweils mit ihrem eigenen Mantra. Im Erdquadrat werden vom Osten an die Welthüter verehrt.
Sonne, Mond und Beginn der Mars-Verehrung
Druckseite 736; fortlaufende Zählung 33.NAV.
33.NAV.19: Die Welthüter sind Indra, Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Vāyu, Kubera, Īśāna, Brahmā und Śeṣa.
33.NAV.20: Brahmā wird zwischen Indra und Īśāna verehrt, Ananta zwischen Nirṛti und Varuṇa.
33.NAV.21: Die Verehrung erfolgt mit den kennzeichnenden Mantras oder den Namensmantras. Außen folgen die Waffen: Vajra, Speer und Stab –
33.NAV.22: – Schwert, Schlinge, Haken, Dreizack, Lotus und Sudarśana-Diskus. Nach vorschriftsgemäßer Verehrung mit erfreuenden Gaben –
33.NAV.23: – wird der Mantra vor der Gottheit tausendachtmal oder hundertachtmal wiederholt. Nach dem Lob wird die Gottheit verabschiedet.
33.NAV.24: Wer den strahlenden Herrn der Planeten so mit Hingabe verehrt, überwinde rasch planetare Bedrängnis und erlange alle Wünsche.
33.NAV.25: Er werde gesund, langlebig, mit Kindern und Besitz gesegnet und glücklich; am Ende gelange er zu einem guten Daseinszustand dort, wo der göttliche Tagesmacher ist. Dies bleibt die religiöse Verheißung des Textes.
33.NAV.26: Zweiter Graha, der Mond: Für imaṃ devāḥ nennt die Quelle Gautama als Seher, Virāj als Versmaß und Soma als Gottheit, zur Erfüllung aller Anliegen.
33.NAV.27: Im Glieder-Nyāsa gehören imaṃ devāḥ asapatnaṃ suvatvam zum Herzen; danach folgen mahate –
33.NAV.28: – kṣatrāya für den Kopf, mahate jyaiṣṭhyāya für die Haarlocke und wiederum mahate –
33.NAV.29: – jānarājyāya für den Schutzpanzer. imam amuṣya putram gehört zu den Augen, asyai viśe zur Waffe. Die ungewöhnliche Form suvatvam wird als gedruckte Lautform bewahrt; sie wird nicht stillschweigend einer anderen vedischen Fassung angeglichen.
33.NAV.30: Nach den sechs Gliedern folgt der Wortnyāsa: imaṃ devāḥ am Kopf, asapatnam an der Stirn –
33.NAV.31: – suvatvam am Mund und mahate kṣatrāya am Herzen; danach mahate –
33.NAV.32: – jyaiṣṭhyāya an den Oberschenkeln, mahate jānarājyāya an den Knien und imam amuṣya putram an den Knöcheln.
Unnummerierter Halbvers: asyai viśe gehört zu den Füßen. So wird der Wortnyāsa gelehrt; die Fußnote nennt bei einer Ortsangabe die Hüfte als Variante.
33.NAV.33: Möge der Gott mir Gnade schenken: Candra, weiß gekleidet und weiß geschmückt, weiß strahlend, zweiarmig, mit Stab und Gabengeste, gekrönt und seinem Wesen nach Nektar der Unsterblichkeit.
33.NAV.34: Nach dieser Meditation wird vor sich das Verehrungsmaṇḍala gezeichnet: Quadrat, Sechseck, achtblättriger Lotus und Erdquadrat.
33.NAV.35: In der Mitte wird die Gottheit eingeladen und mit Gaben verehrt. Im Sechseck stehen die sechs Glieder, auf den acht Blättern die übrigen Grahas von Kuja, Mars, an.
33.NAV.36: Im Erdquadrat stehen die Welthüter, außen Vajra und die übrigen Waffen. Nach der Rezitation wie zuvor wird diese ordnungsgemäß dargebracht.
33.NAV.37: Nach Lob, Verneigung und Bitte wird die Gottheit in das eigene Selbst zurückgeführt. Wer den nektarstrahlenden Herrn der Planeten so mit Hingabe verehrt –
33.NAV.38: – überwinde planetare Bedrängnis und erlange seine Wünsche; er werde gesund, langlebig, mit Kindern und Besitz versehen und glücklich –
33.NAV.39: – und gelange zuletzt zu einem guten Daseinszustand beim nektarspendenden Gott. Dritter Graha, Mars: Für den Mantra agnimūrdhā nennt der Druck Virūpākṣa als Seher.
33.NAV.40: Sein Versmaß ist Gāyatrī, die Gottheit der Sohn der Erde. Die Anwendung dient der Erfüllung gewünschter Anliegen.
33.NAV.41: Bei allen vedischen Mantras, im Nyāsa, in der Rezitation und im Feueropfer, wird die Verbindung mit den drei Vyāhṛtis als wunscherfüllend gelehrt.
33.NAV.42: Mit den drei Vyāhṛtis gehört agnimūrdhā zum Herzen; divaḥ kakut zum Kopf, patiḥ pṛthivyā ayam zur Haarlocke.
33.NAV.43: apām gehört zum Schutzpanzer, retāṃsi zu den Augen, jinvati zur Waffe. Danach folgt der Wortnyāsa.
33.NAV.44: agnimūrdhā wird am Kopf aufgelegt, divaḥ an der Stirn, kakut am Mund und patiḥ am Nabel. Die folgende Zuordnung beginnt mit der Hüfte und setzt sich auf Seite 737 fort.
Mars, Merkur und Beginn der Jupiter-Verehrung
Druckseite 737; fortlaufende Zählung 33.NAV.
33.NAV.45: Die Fortsetzung nennt pṛthivyā ayam und apām bei Oberschenkeln und Knien; zusammen mit der auf Seite 736 genannten Hüfte ist die genaue Abgrenzung der Stellen gedrängt. retāṃsi gehört zu den Knöcheln, jinvati zu den Füßen.
Unnummerierter Übergang: Nach dem Nyāsa wird mit ungeteilter Aufmerksamkeit meditiert.
33.NAV.46: Möge der friedvolle Sohn der Erde mir stets Segen gewähren: rot gekleidet und von rotem Körper, gekrönt, vierarmig, auf einem Widder reitend, mit Keule, Speer und Dreizack.
33.NAV.47: Nach längerer Meditation über Bhauma wird das Verehrungsmaṇḍala gezeichnet: Dreieck, Sechseck, achtblättriger Lotus und Erdquadrat.
33.NAV.48: In der Mitte wird die Gottheit eingeladen und mit Gaben verehrt; in den sechs Ecken stehen die sechs Glieder, auf den acht Blättern Merkur und die weiteren Grahas.
33.NAV.49: Im Quadrat werden die Welthüter, außen die Waffen vom Vajra an verehrt. Nach Verehrung, Rezitation und Lob wie zuvor wird die Gottheit verabschiedet.
33.NAV.50: Wer den Sohn der Erde mit Hingabe und fester Observanz so verehrt, überwinde planetare Bedrängnis und erlange alle Wünsche.
33.NAV.51: Er werde gesund, langlebig, mit Kindern und Besitz gesegnet und glücklich; am Ende gelange er zu einem guten Zustand beim ewigen Gott.
33.NAV.52: Vierter Graha, Merkur: Für udbudhyasva wird Parameṣṭhin als Seher genannt, Triṣṭubh als Versmaß und Budha als Gottheit; die Anwendung dient der Erfüllung des Erstrebten.
33.NAV.53: Zum Herzen gehört die Folge udbudhyasva agne prati jāgṛhi tvam.
33.NAV.54: iṣṭāpūrte gehört zum Kopf, saṃsṛjethām ayaṃ ca zur Haarlocke und asmin sadhasthe mit huṃ zum Schutzpanzer.
33.NAV.55: adhy uttarasmin viśve devāḥ bildet den Augenmantra; yajamānaś ca sīdata wird der Waffe zugeordnet.
33.NAV.56: Danach folgt der Wortnyāsa: udbudhyasva am Kopf, agne prati an der Stirn –
33.NAV.57: – jāgṛhi tvam am Mund, iṣṭāpūrte am Herzen, saṃsṛjethām ayaṃ ca am Nabel und asmin –
33.NAV.58: – sadhasthe an der Hüfte. Die Druckzeile trennt die folgende Wortgruppe adhy uttarasmin auffällig über die Versglieder und ordnet sie den Oberschenkeln zu; viśve devāḥ gehört zu den Knien.
33.NAV.59: yajamānaś ca gehört zu den Knöcheln, sīdata zu den Füßen. Nach diesem Nyāsa wird mit ungeteilter Aufmerksamkeit meditiert.
33.NAV.60: Möge der milde Sohn des Mondes mir stets Segen gewähren: gelb gekleidet und von gelbem Körper, gekrönt, vierarmig und mit Stab, auf einem Löwen sitzend und Hari lieb.
33.NAV.61: Nach dieser Meditation wird das Verehrungsmaṇḍala gezeichnet: in der Mitte eine Pfeilgestalt, außen ein Sechseck –
33.NAV.62: – darum ein achtblättriger Lotus und ein Erdquadrat. In der Mitte wird Budha eingeladen und mit Gaben verehrt.
33.NAV.63: Im Sechseck stehen die sechs Glieder, im Lotus Jupiter und die übrigen Grahas, im Erdquadrat die Welthüter und außen die Waffen.
33.NAV.64: Wer Budha, den Sohn des Mondes, mit Hingabe verehrt, überwinde planetare Bedrängnis und erlange seine Wünsche.
33.NAV.65: Er werde gesund, langlebig, mit Kindern und Besitz versehen und glücklich; am Ende gelange er zu einem guten Zustand bei Maheśvara.
33.NAV.66: Fünfter Graha, Jupiter: Für bṛhaspate ati heißt der Seher Gṛtsamada; das Versmaß ist Triṣṭubh und die Gottheit Bṛhaspati.
33.NAV.67: Die Anwendung gilt der Erfüllung gewünschter Anliegen. bṛhaspate ati yad aryaḥ wird am Herzen aufgelegt.
33.NAV.68: arhād dyumat gehört zum Kopf, vibhāti kratumaj zur Haarlocke und janeṣu zum Schutzpanzer.
33.NAV.69: yad dīdayac chavasartaprajāta gehört zu den Augen, tad asmāsu draviṇaṃ dhehi citram zur Waffe. Die Gedrängtheit der gedruckten Worttrennungen bleibt in der Sanskritfassung sichtbar; die vollständigen Mantraverse folgen im weiteren Text.
Jupiter, Venus und Beginn der Saturn-Verehrung
Druckseite 738; fortlaufende Zählung 33.NAV.
33.NAV.70: Nach dem Glieder-Nyāsa folgt der Wortnyāsa: bṛhaspate am Kopf, ati yad aryaḥ an der Stirn.
33.NAV.71: arhād dyumat am Mund, vibhāti kratumaj am Herzen, janeṣu am Nabel, yad dīdayat an der Hüfte; śavasarta– –
33.NAV.72: – prajāta tad gehört zu den Oberschenkeln, asmāsu draviṇam zu den Knien, dhehi zu den Knöcheln und citram zu den Füßen.
Unnummerierter Übergang: Nach diesem Nyāsa wird die Gottheit mit ungeteilter Aufmerksamkeit meditiert.
33.NAV.73: Möge mir der friedvolle Lehrer der Götter Segen gewähren: gelb gekleidet und von gelbem Körper, gekrönt und vierarmig, mit Gebetskette, Wassergefäß, Furchtlosigkeits- und Gabengeste. Die eng gesetzte Gestenbezeichnung ist örtlich nicht vollständig sicher.
33.NAV.74: Nach dieser Meditation wird das Maṇḍala gezeichnet: eine längliche viereckige Gestalt, außen ein Sechseck –
33.NAV.75: – darum ein achtblättriger Lotus und außen das Erdquadrat. In der Mitte wird die Gottheit eingeladen und mit Gaben verehrt.
33.NAV.76: Im Sechseck stehen die sechs Glieder, auf dem Lotus Venus und die übrigen Grahas, im Erdquadrat die Welthüter, außen die Waffen.
33.NAV.77: Nach Rezitation wie zuvor, Lob und Verneigung wird die Gottheit verabschiedet. Wer so mit Hingabe verehre, erlange seine Wünsche.
33.NAV.78: Er werde gesund, langlebig, mit Kindern und Besitz gesegnet und glücklich; zuletzt gelange er zum guten Zustand beim ewigen Gott.
33.NAV.79: Sechster Graha, Venus: Für annāt parisrutaḥ werden Prajāpati, die beiden Aśvins und Sarasvatī als Seher genannt –
33.NAV.80: – außerdem Indra. Das Versmaß ist Atijagatī, die Gottheit Śukra. Die Anwendung dient der Erfüllung gewünschter Anliegen.
33.NAV.81: annāt parisrutaḥ gehört zum Herzen, rasaṃ brahmaṇā vyapibat zum Kopf und kṣatraṃ payaḥ zur Haarlocke. Das Wort brahmaṇā wird im Vers über die Halbversgrenze geteilt.
33.NAV.82: somaṃ prajāpatiḥ gehört zum Schutzpanzer, ṛtena satyam indriyam zu den Augen. Die Waffenformel beginnt mit vipānaṃ śukram andhasā –
33.NAV.83: – und setzt sich mit indrasya fort. Im anschließenden Wortnyāsa steht annāt parisrutaḥ am Kopf und rasaṃ brahmaṇā an der Stirn.
33.NAV.84: vyapibat kṣatram gehört zum Mund, payaḥ somam zum Herzen, prajāpatiḥ zum Nabel; danach folgt ṛtena satyam –
33.NAV.85: – indriyam an der Hüfte, vipānam am verborgenen Körperteil, śukram an den Hoden und andhasā an den Oberschenkeln.
33.NAV.86: indrasyendriyam idaṃ payaḥ gehört zu den Knien, amṛtaṃ madhu zu den Füßen. So wird der Wortnyāsa erklärt.
33.NAV.87: Möge mir der friedvolle Lehrer der Daityas Segen gewähren: weiß gekleidet und von weißem Körper, gekrönt, vierarmig, mit Gebetskette, Wassergefäß und Stab sowie der Gabengeste.
33.NAV.88: Nach längerer Meditation über Śukra wird das Verehrungsmaṇḍala gezeichnet: zuerst ein Fünfeck, danach Sechseck und achtblättriger Lotus.
33.NAV.89: Außen liegt das Erdquadrat mit vier Toren. Die Gottheit wird in die Mitte eingeladen und mit Gaben verehrt.
33.NAV.90: Im Sechseck stehen die sechs Glieder, auf den Blättern Saturn und die weiteren Grahas, im Erdquadrat die Welthüter und außen die Waffen.
33.NAV.91: Nach Rezitation wie zuvor, Lob und Verneigung wird die Gottheit verabschiedet. Diese hingebungsvolle Verehrung gewähre alle Wünsche.
33.NAV.92: Die Quelle verheißt Gesundheit, langes Leben, Kinder, Besitz und Glück und zuletzt einen guten Daseinszustand beim ewigen Gott.
33.NAV.93: Siebter Graha, Saturn: Für śaṃ no devīḥ nennt die Quelle Dadhyañc Ātharvaṇa als Seher, Gāyatrī als Versmaß und Śani als Gottheit.
33.NAV.94: Die Anwendung dient der Erfüllung gewünschter Anliegen. śaṃ no devīḥ gehört zum Herzen und abhiṣṭaye zum Kopf. Fortsetzung auf Seite 739.
Saturn, Rāhu und Beginn der Ketu-Verehrung
Druckseite 739; fortlaufende Zählung 33.NAV.
33.NAV.95: āpo bhavantu gehört zur Haarlocke, pītaye zum Schutzpanzer, śaṃ yor abhi zu den Augen und sravantu naḥ –
33.NAV.96: – zur Waffe. Danach folgt der Wortnyāsa: śaṃ naḥ am Kopf, devīḥ an der Stirn und abhiṣṭaye am Mund.
33.NAV.97: āpo bhavantu gehört zum Nabel, pītaye zur Hüfte, śaṃ yoḥ zu den Oberschenkeln, abhi zu den Knien und sravantu naḥ zu den Füßen.
33.NAV.98: Möge mir der langsam schreitende Sohn der Sonne Segen gewähren: blau gekleidet, gekrönt, vierarmig, mit Dreizack und Bogen, auf einem Geier sitzend und Schrecken erregend. Die Hauptlesung bezeichnet ihn als unruhig beziehungsweise nicht friedvoll; die Fußnote liest ausdrücklich „friedvoll“.
33.NAV.99: Nach dieser Meditation wird das Verehrungsmaṇḍala gezeichnet: eine Bogenform, außen ein Sechseck –
33.NAV.100: – darum ein achtblättriger Lotus und außen das Erdquadrat. Die Gottheit wird in die Mitte eingeladen und mit Gaben verehrt.
33.NAV.101: In den sechs Ecken stehen die Glieder. Danach werden Rāhu und die folgenden Grahas verehrt; hier sagt der Vers „in der Mitte“, ohne die sonst übliche Blattangabe zu wiederholen. Im Erdquadrat folgen die Welthüter, außen die Waffen.
33.NAV.102: Wer so mit Hingabe verehre, erlange alle Wünsche, Gesundheit, langes Leben, Kinder, Besitz und Glück –
33.NAV.103: – überwinde rasch planetare Bedrängnis und werde mit allen Freuden versehen. Zuletzt gelange er zum guten Zustand beim ewigen Gott.
33.NAV.104: Achter Graha, Rāhu: Für kayā naḥ wird Vāmadeva als Seher genannt, Gāyatrī als Versmaß und Rāhu als Gottheit.
33.NAV.105: kayā naḥ gehört zum Herzen, citra ābhuvat zum Kopf, ūtī sadāvṛdhaḥ zur Haarlocke und sakhā zum Schutzpanzer.
33.NAV.106: kayā gehört zu den Augen, der Rest śaciṣṭhayā vṛtā zur Waffe. Danach folgt der Wortnyāsa.
33.NAV.107: kayā am Kopf, naḥ an der Stirn, citraḥ am Mund, ābhuvat am Herzen, ūtī am Nabel und sadāvṛdhaḥ an der Hüfte.
33.NAV.108: sakhā an den Oberschenkeln, kayā an den Knien, śaciṣṭhayā an den Knöcheln und vṛtā an den Füßen. Danach wird gesammelt meditiert.
33.NAV.109: Möge mir Rāhu Segen gewähren: blau gekleidet und von blauem Körper, gekrönt, mit furchtbarem Gesicht, vierarmig, Schwert, Dreizack und Diskus tragend und auf einem Löwenthron sitzend.
33.NAV.110: Nach der Meditation wird vor sich das Maṇḍala gezeichnet: in der Mitte die Gestalt einer Getreideschwinge, außen ein Sechseck –
33.NAV.111: – darum ein achtblättriger Lotus und das Erdquadrat. In die Mitte wird die Gottheit eingeladen und mit Gaben verehrt.
33.NAV.112: Im Sechseck stehen die sechs Glieder, auf dem Lotus die Grahas von Ketu an, im Erdquadrat die Welthüter und außen die Waffen.
33.NAV.113: Die hingebungsvolle Verehrung gewähre alle Wünsche, rasche Überwindung planetarer Bedrängnis und langes Leben.
33.NAV.114: Die Quelle wiederholt die Verheißung von Gesundheit, Kindern, Besitz und Glück sowie des guten letzten Daseinszustands beim ewigen Gott.
33.NAV.115: Neunter Graha, Ketu: Für ketuṃ kṛṇvan heißt der Seher Madhucchandas; das Versmaß ist Gāyatrī und die Gottheit Ketu.
33.NAV.116: Die Anwendung gilt der Erfüllung aller Anliegen. ketuṃ kṛṇvan gehört zum Herzen und aketave zum Kopf.
33.NAV.117: peśo maryā gehört zur Haarlocke, apeśase zum Schutzpanzer, sam uṣadbhir zu den Augen und ajāyathāḥ zur Waffe.
33.NAV.118: Im anschließenden Wortnyāsa steht ketum am Kopf, kṛṇvan an der Stirn und aketave am Mund.
33.NAV.119: peśo maryā gehört zum Herzen, apeśase zur Hüfte, sam zu den Oberschenkeln, uṣadbhiḥ zu den Knien und ajāyathāḥ zu den Füßen.
Ketus Meditation und die ausgeführte Sonnenverehrung
Druckseite 740; Fortsetzung 33.NAV.
33.NAV.120: Möge die Gruppe der Ketus mir Befriedung schenken: rauchfarben, zweiarmig, mit Gabengeste und Keule, auf einem Geier sitzend, mit verändertem beziehungsweise entstelltem Gesicht, geschmückt mit Krone und Oberarmreifen. Der Text wechselt ausdrücklich vom einzelnen Ketu zur Gruppe ketugaṇa.
33.NAV.121: Nach dieser Meditation wird das Maṇḍala wie zuvor gezeichnet; in die Mitte kommt eine Fahne.
33.NAV.122: Die Durchführung von der Verehrung bis zur Verabschiedung wird wie zuvor abgeschlossen. Auf den Blättern werden Sonne und die übrigen Grahas verehrt; alles Weitere bleibt wie zuvor.
33.NAV.123: Wer die Gottheit mit Hingabe verehrt, erlange alle Wünsche, überwinde planetare Bedrängnis und gedeihe gesund und glücklich.
33.NAV.124: Er werde mit Kindern und Besitz gesegnet und gelange zuletzt zu einem guten Daseinszustand bei Maheśvara.
Ausführung der Sonnenverehrung
Ritualprosa zu den neun Graha-Mantras: Nach Morgenhandlungen und Yogapīṭha-Nyāsa erfolgen drei Atemregelungen mit dem Grundmantra. Am Kopf wird Hiraṇyastūpa als Seher, am Mund Triṣṭubh als Versmaß und am Herzen Śrīsūrya als Gottheit verehrt. Mit gefalteten Händen wird die Anwendung auf die Erfüllung der eigenen gewünschten Anliegen bezogen. Die Handzuordnung beginnt mit oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ ā kṛṣṇena hṛdayāya namaḥ; es folgen die auf Seite 735 erklärten Mantrateile für Kopf, Haarlocke, Schutzpanzer und Augen, schließlich ā devo yāti bhuvanāni paśyan für die Waffe. Dieselben Gruppen werden nach Daumen bis Handfläche auf die sechs Körperglieder aufgelegt.
Wortnyāsa der Prosa: ā kṛṣṇena am Kopf, rajasā an der Stirn, vartamāno niveśayan am Mund, amṛtam am Herzen, martyaṃ ca am Nabel, hiraṇyayena an der Hüfte, savitā an den Unterschenkeln, rathena an den Oberschenkeln, ā devo yāti an den Knien und bhuvanāni paśyan an den Füßen. Diese Prosa ordnet die letzten Körperstellen klarer und teilweise anders zu als die gedrängten Verse 33.NAV.12–13; beide Fassungen bleiben unterscheidbar.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf einer Goldplatte oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Kreis, darüber beziehungsweise darum ein Sechseck, weiterer Kreis, achtblättriger Lotus, weiterer Kreis und Erdquadrat mit vier Toren gezeichnet. Das Bild wird aufgestellt und verehrt. Nach Ehrungswasser, Selbstverehrung, den Sitzkräften von Maṇḍūka bis zum höchsten Prinzip und den mit Jayā beginnenden Sitz-Śaktis wird der gesamte Sitz mit hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ angesprochen. Die Gestalt wird mit dem Grundmantra vorgestellt und Sūrya in die Mitte eingeladen.
Anrufung der Sonnengestalt: „Ich rufe den Gekrönten herbei, auf einem Lotus sitzend, mit Lotussen in den Händen, der Gestalt eines Lotusinneren ähnlich, mit sieben Pferden und zwei Armen; aus Kaliṅga stammend, zum Kāśyapa-Gotra gehörend, mit Viśvāmitra als Seher und Triṣṭubh als Versmaß. Er trägt rote Gewänder und roten Schmuck, rote Salbung, rote Fahne, Schirm und Banner sowie Krone, Armreifen und Edelsteine. Auf seinem Wagen umkreist er den Meru, tritt in den Planetenkreis ein, begleitet von Agni als übergeordneter Gottheit und Īśvara als zugeordneter Gegengottheit; im roten Kreisfeld nach Osten blickend rufe ich ihn herbei.“ Die hier genannte Seherzuordnung Viśvāmitra weicht von Hiraṇyastūpa am Beginn ab und wird nicht angeglichen.
Nach Einladung und den zugehörigen Gesten folgen sechzehn Darbringungen mit oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ śrīsūryāya namaḥ. Zwischen Sitzgabe und Blumengabe werden im Sechseck die Glieder und auf den Blättern vom Osten im Uhrzeigersinn Soma, Bhauma, Budha, Bṛhaspati, Śukra, Śanaiścara, Rāhu und die Ketu-Gruppe verehrt. Im Quadrat stehen Welthüter und Waffen. Räucherwerk und Licht folgen; der Grundmantra wird nach Kräften rezitiert, die Rezitation dargebracht und danach der Hymnus gelesen.
Sūryas Hymnus mit dreißig Namen
Neue Zählung 33.SST.
33.SST.1: Śrīsūrya sprach: Gut, starkarmiger Sāmba, Sohn Jāmbavatīs, höre! Lies diesen glückverheißenden Hymnus. Die dazwischen stehende Bezugnahme auf die Tausendnamenrezitation, die Lesung japannāmasahasrasya ist syntaktisch gedrängt; die Variante setzt an der betreffenden Stelle „Vertreiber der Finsternis“ ein.
33.SST.2: Die geheimen, reinigenden und glückverheißenden Namen werde ich dir mitteilen; bewahre sie aufmerksam.
33.SST.3: Vikartana, der Schneidende; Vivasvat, der Leuchtende; Mārtaṇḍa; Bhāskara, der Lichtspender; Ravi; Lokaprakāśaka, Erheller der Welt; Śrīmat, der Herrliche; Lokacakṣus, Auge der Welt; Graheśvara, Herr der Planeten.
33.SST.4: Lokasākṣin, Zeuge der Welt; Trilokeśa, Herr der drei Welten; Kartṛ, Schöpfer; Hartṛ, Hinwegnehmer; Ravi-graha, der Sonnen-Graha; Tapana, der Erwärmende; Pavana, der Reinigende; Śuci, der Reine; Saptāśvavāhana, dessen Gespann sieben Pferde sind. Bei Pavana bietet die Fußnote eine andere Lesung.
33.SST.5: Śubhada, Geber des Heils; Kāmada, Wunscherfüller; Puṇya, der Heilige; Vareṇya, der Verehrungswürdige; Lokapāvana, Reiniger der Welt; Subhaga, der Glückliche; Nirbhaga, dessen hier ungewöhnliche Namensform offenbleibt; Bhānu, der Strahlende; Śubhāśubhanidarśana, der Gutes und Ungutes sichtbar macht.
33.SST.6: Gabhastihasta, dessen Hände Strahlen sind; Brahmaṇya, dem heiligen Wissen zugewandt; Sarvadevanamaskṛta, von allen Göttern verehrt. „Dieser Hymnus mit dreißig Namen ist mir stets lieb.“ Die Übersetzung zählt die Namen entsprechend der ausdrücklich genannten Gesamtzahl; zusammengesetzte Bezeichnungen werden nicht willkürlich weiter zerlegt.
Abschluss des Sonnenhymnus und die Mondverehrung
Druckseite 741; Fortsetzung 33.SST.
33.SST.7: Dieser Hymnus bringe Gesundheit und Glück, Wachstum der Familie und Ansehen. Wer mich mit ihm, starkarmiger Held, mittags, bei Sonnenuntergang und bei Sonnenaufgang –
33.SST.8: – gesammelt preist, werde von allen Verfehlungen frei: von geistigem, sprachlichem oder durch Handeln verursachtem Unrecht.
33.SST.9: Er wird für Rezitation, Feueropfer und die Verehrung an den Tagesübergängen verwendet, ebenso als Räucherwerks-, Ehrungswasser- und Bali-Mantra.
33.SST.10: Bei der Wassergabe, beim Bad, bei Verneigung und Umkreisung eingesetzt, gelte dieser große Mantra als in allen Handlungen wirksam. Der Druck nennt hier Arghya; es wird nicht als allgemeine Speisegabe übersetzt.
33.SST.11: Nachdem Bhāskara, der erhabene Herr der Welt, so gesprochen und den Sohn Kṛṣṇas angesprochen hatte, verschwand er an dieser Stelle.
33.SST.12: Sāmba hörte den König der Hymnen von dem Gott mit sieben Pferden; erfreut, siegreich und mit Glück versehen wurde er von seiner Krankheit frei, erzählt die Quelle.
33.SST.13: Der Rezitierende erlange Kinder, Enkel, Besitz und Wünsche; seine Gegner vernichte er rasch, wie die Sonne den Nebel.
33.SST.14: Wer diesen Hymnus, der die Krankheit von Haris Sohn beseitigt habe, täglich morgens mit Hingabe liest, werde frei von Krankheit, erlange alle Güter, strahle wie die Sonne und gehe in die Sonnenwelt ein. Damit endet der Sonnenhymnus. Die Heilungsaussagen sind religiöse Erzählung und Verheißung.
Ausführung des Mond-Mantras
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen mit dem Grundmantra werden Gautama am Kopf, Virāj am Mund und Śrīsoma am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor ausgesprochen. Allen Gliederformeln werden die drei Vyāhṛtis vorangestellt: imaṃ devāḥ asapatnaṃ suvatvam für das Herz, mahate kṣatrāya für den Kopf, mahate jyaiṣṭhyāya für die Haarlocke, mahate jānarājyāya für den Schutzpanzer, imam amuṣya putram für die Augen und asyai viśe für die Waffe.
Wortnyāsa: imaṃ devāḥ am Kopf, asapatnam an der Stirn, suvatvam am Mund, mahate kṣatrāya am Herzen, mahate jyaiṣṭhyāya an den Oberschenkeln, mahate jānarājyāya an den Knien, imam amuṣya putram an den Knöcheln und asyai viśe an den Füßen.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Sechseck mit einem Quadrat im Inneren gezeichnet. Darum liegen Kreis, daran anschließender achtblättriger Lotus, weiterer Kreis und Erdquadrat mit vier Toren. Aufstellung, Ehrungswasser, Selbstverehrung und Sitzverehrung folgen wie zuvor. In der Mitte wird die Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt und Soma eingeladen.
Anrufung: „Ich rufe Soma herbei: gekrönt, weiß gekleidet, mit zehn Pferden und weißem Schmuck, zweiarmig, eine Schlinge tragend; aus Vanāyu stammend, zum Atri-Gotra gehörig, mit Ātreya als Seher und Anuṣṭubh als Versmaß; weiß geschmückt und gesalbt, mit weißer Fahne, Schirm und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, begleitet von Varuṇa als übergeordneter Gottheit und Umā als zugeordneter Gegengottheit, im quadratischen Feld nach Westen blickend.“ Die Angaben Ātreya und Anuṣṭubh sowie die Schlinge unterscheiden sich von den vorausgehenden Seher-, Versmaß- und Meditationsangaben; sie werden nicht vereinheitlicht.
Nach den Einladungsgebärden folgen sechzehn Darbringungen. Zwischen Sitz- und Blumengabe werden im Sechseck die sechs Glieder, auf den acht Blättern vom Osten an Mars und die übrigen Grahas, im Quadrat die Welthüter und außen ihre Waffen verehrt. Räucherwerk, Licht und Rezitation schließen sich an. Danach wird der Hymnus gelesen.
Der Mondhymnus
Neue Zählung 33.CST.
33.CST.1: Soma; Himāṃśu, der kühl Strahlende; Sarvātman, Selbst von allem; Sarvajña, der Allwissende; Dayānidhi, Hort des Mitgefühls; eine eng gedruckte Namensverbindung bezeichnet den Herrlichen und den aus Atris Auge Entstandenen, bleibt aber in ihrer genauen Trennung unsicher; Oṣadhīśa, Herr der Pflanzen; Niśākara, der die Nacht gestaltet.
33.CST.2: Dugdhābdhinandana, Kind des Milchozeans; Navacandra, junger Mond; Kumudābha, wasserliliengleich; Kalānidhi, Schatz der Mondphasen; Indu; ein weiterer Ausdruck mit tāraka, Stern beziehungsweise Überführer, ist örtlich unsicher; Nakṣatreśa, Herr der Mondhäuser; Mṛgalāñchana, mit dem Tierzeichen versehen.
33.CST.3: Dvijarāja, König der Zweimalgeborenen; Vibhu, der Allgegenwärtige; Śrīmat, der Herrliche; Mahādevapriyaṃkara, der Mahādeva erfreut; Amṛtātman, dessen Wesen Unsterblichkeit ist; Manojāta, aus dem Geist Entstandener; Candramas, der Mond; Sudhākara, Nektarspender.
33.CST.4: Wer die hier als fünfundzwanzig bezeichneten Namen morgens nach dem Aufstehen liest, erlange langes Leben, Gesundheit und Herrschaft, so die Verheißung. Wegen der undeutlichen Namensverbindungen wird keine zusätzliche scheinbar sichere Namensliste aus anderen Quellen eingesetzt.
33.CST.5: Selbst ungünstig stehend sei der kühlstrahlige Mond dem Betreffenden stets wohlgesinnt. Danach beginnt die Anrede: „Großer Gott, Jasmin- und Mallikā-Blüten sowie Kuhmilch gleich …“; eine Variante liest „blasshell“. Fortsetzung auf Seite 742.
Abschluss des Mondhymnus, Mars-Hymnus und Merkur-Ritual
Druckseite 742.
Unnummerierter Abschluss von 33.CST: „Soma, sei uns stets mild und freundlich; dir wieder und wieder Verehrung.“ Nach einer Drucklücke endet der Mondhymnus.
Ausführung des Mars-Mantras
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden Virūpākṣa am Kopf, Gāyatrī am Mund und Śrībhauma am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor genannt. Die sechs Gruppen lauten: agnimūrdhā für das Herz, divaḥ kakut für den Kopf, patiḥ pṛthivyā ayam für die Haarlocke, apām für den Schutzpanzer, retāṃsi für die Augen und jinvati für die Waffe.
Wortnyāsa: agniḥ am Kopf, mūrdhā an der Stirn, divaḥ am Mund, kakut am Herzen, patiḥ am Nabel, pṛthivyāḥ an der Hüfte, ayam an den Oberschenkeln, apām an den Knien, retāṃsi an den Knöcheln und jinvati an den Füßen. Diese Prosa entfaltet die gedrängten Verse zu einer eigenständig nachvollziehbaren Reihe.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma das Yantra aus Dreieck, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet. Es wird aufgestellt und verehrt; Ehrungswasser, Selbstverehrung und Sitzverehrung von Maṇḍūka bis zum höchsten Prinzip folgen. Mit dem Grundmantra wird die Gestalt vorgestellt und Bhauma eingeladen.
Anrufung: „Ich rufe Aṅgāraka herbei: gekrönt, mit roten Girlanden und Gewändern, rotem Dreizack und Keule, vierarmig, auf einem Widder reitend; aus Avanti stammend, zum Vāsiṣṭha-Gotra gehörend, mit Jamadagni als Seher und Jagatī als Versmaß; rot gekleidet, geschmückt, bekränzt und gesalbt, mit rotem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, mit Bhūmi als übergeordneter Gottheit und Skanda als zugeordneter Gegengottheit, im roten dreieckigen Feld nach Süden blickend.“ Die von der Eingangszuordnung abweichenden Seher- und Versmaßangaben bleiben bestehen.
Nach Einladung und Gesten werden zwischen Sitz- und Blumengabe die sechs Glieder im Sechseck, auf den Blättern vom Osten an Merkur und die übrigen Grahas sowie im Quadrat die Welthüter samt Waffen verehrt. Nach Räucherwerk, Licht und Rezitation folgt der Hymnus.
Der Mars-Hymnus
Neue Zählung 33.MST.
33.MST.1: Maṅgala, der Glückverheißende; Bhūmiputra, Sohn der Erde; Ṛṇahartṛ, Beseitiger der Schulden; Dhanaprada, Geber von Besitz; Sthirāsana, fest Sitzender; Mahākāya, Großleibiger; Sarvakarmāvabodhaka, der alle Handlungen verstehen lässt.
33.MST.2: Lohita, der Rote; Lohitāṅga, Rotgliedriger; der den Sāman-Sängern Gnade gewährt; Dharātmaja, Erdsohn; Kuja, Erdgeborener; Bhauma, zur Erde Gehörender; Bhūtida und Bhūtidāyaka, Geber des Gedeihens. Die nah verwandten letzten Namen werden nicht zusammengezogen.
33.MST.3: Aṅgāraka, der Kohleglutartige; Yama; Sarvarogāpahāraka, Nehmer aller Krankheiten; Sṛṣṭikartṛ, Schöpfer der Welt; Hartṛ, Hinwegnehmer; Sarvakāmaphalaprada, Geber der Früchte aller Wünsche. Die Fußnote variiert die Wortform des Schöpfungsnamens.
33.MST.4: Wer diese Kuja-Namen morgens nach dem Aufstehen liest, erlange langes Leben, Gesundheit und Herrschaft, so die Verheißung.
33.MST.5: Wer den Kuja-Hymnus hört, möge lange leben. Ihm werde die Frucht einer Gabe von tausend Kühen zuteil; der Text schreibt diese Aussage Viṣṇu zu.
33.MST.6: Rasch überwinde er die Bedrängnis durch Bhauma und die furchtbaren planetaren Belastungen. Durch Bhaumas Gnade werde das Gewünschte erreicht – „wahrlich, wahrlich“, bekräftigt die Quelle.
33.MST.7: Kuja, aus der Erde Entstandener, stets glückverheißend, du wirst verehrt: Beseitige rasch das Unglück und schenke stets Gutes. Damit endet der Bhauma-Hymnus.
Beginn der ausgeführten Merkur-Verehrung
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden Parameṣṭhin am Kopf, Triṣṭubh am Mund und Śrībudha am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor erklärt. Zum Herzen gehört udbudhyasvāgne prati jāgṛhi tvam, zum Kopf iṣṭāpūrte, zur Haarlocke saṃsṛjethām ayaṃ ca, zum Schutzpanzer asmin sadhasthe, zu den Augen adhy uttarasmin viśve devāḥ, zur Waffe yajamānaś ca sīdata.
Wortnyāsa: udbudhyasva am Kopf, agne prati an der Stirn, jāgṛhi tvam am Mund, iṣṭāpūrte am Herzen, saṃsṛjethām ayaṃ ca am Nabel, asmin sadhasthe an der Hüfte, adhy uttarasmin an den Oberschenkeln, viśve devāḥ an den Knien, yajamānaś ca an den Knöcheln und sīdata an den Füßen.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Maṇḍala mit einer Pfeilgestalt im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet und verehrt. Ehrungswasser, Selbstverehrung und Sitzverehrung folgen wie zuvor. Die Gestaltung der Mitte setzt sich auf Seite 743 fort.
Merkurs Anrufung und die Verehrung Jupiters
Druckseite 743; Fortsetzung der Ritualprosa.
Merkurs Anrufung: Mit dem Grundmantra wird die Gestalt in der Mitte vorgestellt: „Ich rufe Budha herbei, gekrönt, mit gelben Girlanden und Gewändern, gelb wie die Karṇikāra-Blüte; mit Schwert, Schild, Keule und Gabengeste, auf einem Löwen sitzend; aus Magadha stammend, zum Atri-Gotra gehörend, mit Bhāradvāja als Seher und Bṛhatī als Versmaß. Er ist gelb gekleidet, geschmückt und gesalbt, mit gelbem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, mit Viṣṇu als übergeordneter und ebenfalls Viṣṇu als zugeordneter Gegengottheit, im pfeilförmigen Feld nach Süden blickend.“ Die doppelten Gottheitsangaben und die Abweichungen von der vorausgehenden Seher- und Versmaßzuordnung bleiben bestehen.
Nach Einladung und Gesten werden zwischen Sitz- und Blumengabe die sechs Glieder im Sechseck, auf den acht Blättern Bṛhaspati und die übrigen Grahas sowie im Quadrat Welthüter und Waffen verehrt. Nach Räucherwerk, Licht und Rezitation folgt der Hymnus.
Der Merkur-Hymnus
Neue Zählung 33.BST.
33.BST.1: Priyaṅgukalikāśyāma, dunkel wie die Knospe der Priyaṅgu-Pflanze; Pītavarṇamahādyuti, gelbfarbig und von großem Glanz; Bodhana, der Erweckende; Śaśiputra, Sohn des Mondes; Saumya, der Milde; Saumyagraha, der milde Graha; Budha, der Verständige. Die unterschiedlichen Farbangaben stehen nebeneinander.
33.BST.2: Paratantra, von anderem abhängig; Svatantra, eigenständig; Bhagavat, der Erhabene; Bhaktavatsala, den Verehrenden liebevoll zugewandt; Haripriya, Hari lieb; Siṃhastha, auf dem Löwen sitzend; Buddhimat, einsichtsvoll; Buddhivardhana, der die Einsicht mehrt.
33.BST.3: Der Schwert, Schild und Keule in den Händen trägt; der mit gelbem Schmuck geschmückt ist; Vidyāvat, wissensreich; Sāttvika, klar und rein; Śuddha, der Reine; Nirmalajñānadāyaka, Geber ungetrübter Erkenntnis.
33.BST.4: Viśvātman, Selbst des Alls; Viśvayoni, Ursprung des Alls; Viśva, das All; Viśvaikavandita, der von der ganzen Welt Verehrte. Wer die als fünfundzwanzig bezeichneten Namen morgens liest –
33.BST.5: – erlange langes Leben, Gesundheit, Herrschaft, Wissen, Besitz und großes Ansehen und werde von planetarer Bedrängnis frei, heißt es. Damit endet der Budha-Hymnus.
Ausführung des Jupiter-Mantras
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden Gṛtsamada am Kopf, Triṣṭubh am Mund und Śrībṛhaspati am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor erklärt. bṛhaspate ati yad aryaḥ gehört zum Herzen, arhād dyumat zum Kopf, vibhāti kratumaj zur Haarlocke, janeṣu zum Schutzpanzer, yad dīdayac chavasartaprajāta zu den Augen und tad asmāsu draviṇaṃ dhehi citram zur Waffe.
Wortnyāsa der Prosa: bṛhaspate am Kopf, ati yad aryaḥ an der Stirn, arhād dyumat am Mund, vibhāti kratumaj am Herzen, janeṣu am Nabel, yad dīdayat an der Hüfte, śavasartaprajāta tad an den Oberschenkeln, asmāsu an den Knien, draviṇam an den Knöcheln und dhehi citram an den Füßen. Die letzten Gruppen unterscheiden sich von Vers 33.NAV.72; die beiden Überlieferungsformen werden nicht angeglichen.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird mit Kuṅkuma auf Gold oder entsprechender Unterlage das Yantra mit einem länglichen Viereck im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet. Es wird aufgestellt und verehrt. Ehrungswasser, Meditation, innere Verehrung und Sitzverehrung folgen wie zuvor; danach wird mit dem Grundmantra die Gestalt vorgestellt und eingeladen.
Anrufung: „Ich rufe Guru herbei: gekrönt, mit gelben Girlanden und Gewändern, mit Stab, Gabengeste, Gebetskette und Wassergefäß; aus Sindhu stammend, zum Āṅgirasa-Gotra gehörend, mit Vasiṣṭha als Seher und Anuṣṭubh als Versmaß. Er ist gelb gekleidet, geschmückt und gesalbt, mit gelbem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, mit Indra als übergeordneter Gottheit und Brahmā als zugeordneter Gegengottheit, im gelben länglichen Viereck nach Norden blickend.“ Die hier abweichenden Seher- und Versmaßangaben bleiben kenntlich.
Nach Einladung und Gesten werden die Darbringungen bis zur Gliederverehrung vollzogen. Auf den acht Blättern folgen vom Osten Venus und die übrigen Grahas, im Erdquadrat die Welthüter und außen die Waffen. Nach Räucherwerk, Licht und den weiteren Handlungen wird der Hymnus gelesen.
Der Jupiter-Hymnus
Neue Zählung 33.JST.
33.JST.1: Bṛhaspati; Surācārya, Lehrer der Götter; Dayāvat, mitfühlend; Śubhalakṣaṇa, mit glückverheißenden Merkmalen; Lokapriya, der Welt lieb; Guru, Lehrer; Śrīmat, der Herrliche; Sarvajña, allwissend; Sarvaga, überall gegenwärtig; Vibhu, der Allumfassende.
33.JST.2: Sarveśa, Herr von allem; Sarvadātuṣṭa, stets zufrieden; Sarvada, Geber von allem; Sarvatomukha, nach allen Seiten gewandt; Akrodhana, frei von Zorn; Muniśreṣṭha, Bester der Weisen; Nītikartṛ, Begründer rechter Führung; Jagatpati, Herr der Welt.
33.JST.3: Viśvātman, Selbst des Alls; Viśvakartṛ, Schöpfer des Alls; Viśvayoni, Ursprung des Alls; Ayonija, ohne Mutterschoß entstanden; Vater von Erde, Zwischenraum und Himmel; Bhartṛ, Erhalter; Jīva, der Lebendige; Mahābala, von großer Kraft. Die gedruckte Zahl „fünfundzwanzig“ im nächsten Vers wird nicht durch Weglassen eines sichtbaren Namens erzwungen.
33.JST.4: Wer die als fünfundzwanzig bezeichneten heiligen, glückverheißenden Namen täglich nach dem Aufstehen gesammelt preist – Fortsetzung auf Seite 744.
Abschluss des Jupiter-Hymnus und Venus-Verehrung
Druckseite 744.
33.JST.5: „Geber der gewünschten Frucht, Herrlicher, glückverheißender Graha, dir Verehrung!“ Wer Gurus Hymnus hört, lebe lange, ohne Zweifel.
Unnummerierter Abschluss: Ihm werde die Frucht einer Gabe von tausend Kühen zuteil; die Quelle schreibt dies Viṣṇu zu. Damit endet der Guru-Hymnus.
Ausführung des Venus-Mantras
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden am Kopf Prajāpati, die Aśvins, Sarasvatī und Indra als Seher, am Mund Atijagatī als Versmaß und am Herzen Śrīśukra als Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor erklärt. Die Gliederformeln lauten: annāt parisrutaḥ für das Herz, rasaṃ brahmaṇā vyapibat für den Kopf, kṣatraṃ payaḥ für die Haarlocke, somaṃ prajāpatiḥ für den Schutzpanzer, ṛtena satyam indriyam für die Augen und vipānaṃ śukram andhasā für die Waffe. Die hier kürzere Waffenformel wird nicht mit der längeren Versfassung vermischt.
Wortnyāsa der Prosa: annāt parisrutaḥ am Kopf, rasaṃ brahmaṇā an der Stirn, vyapibat kṣatram am Mund, payaḥ somam am Herzen, prajāpatiḥ am Nabel, ṛtena satyam an der Hüfte, indriyaṃ vipānam am verborgenen Körperteil, śukram an den Hoden, andhasā an den Oberschenkeln, indrasyendriyam an den Knien, idaṃ payaḥ an den Knöcheln und amṛtaṃ madhu an den Füßen. Auch hier ist die Verteilung gegenüber den vorausgehenden Versen teilweise verändert.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma das Yantra mit Fünfeck im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet. Aufstellung, Verehrung, Ehrungswasser und Selbstverehrung folgen; danach die Sitzverehrung von Maṇḍūka bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra wird die Gestalt vorgestellt und Śukra eingeladen.
Anrufung: „Ich rufe den erhabenen Śukra herbei: gekrönt, weiß, vierarmig, mit Stab, Gabengeste, Gebetskette und Wassergefäß; Kāvya, aus Kīkaṭa stammend, zum Bhārgava-Gotra gehörend, mit Śaunaka als Seher und Paṅkti als Versmaß. Er ist weiß gekleidet, geschmückt und gesalbt, mit weißem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, mit Indrāṇī als übergeordneter Gottheit und Indra als zugeordneter Gegengottheit, im fünfeckigen Feld nach Osten blickend.“ Die abweichenden Seher- und Versmaßangaben sind Quellenbestand.
Nach Einladung und Gesten werden zwischen Sitz- und Blumengabe die sechs Glieder im Sechseck, auf den Blättern Saturn und die übrigen Grahas, im Erdquadrat Welthüter und Waffen verehrt. Nach Räucherwerk, Licht und den weiteren Handlungen folgt der Hymnus.
Der Venus-Hymnus
Neue Zählung 33.VST.
33.VST.1: Daityamantrin, Ratgeber der Daityas; Dīrghadarśin, Weitblickender; Uśanas; Bhārgava, Nachkomme Bhṛgus; Kavi, Weiser; Śukra, der Helle; Bhṛgu; eine Namensverbindung mit suta, Sohn, ist örtlich unsicher; Kāvyajit, dessen genaue Bedeutung hier offenbleibt; Daityapūjita, von den Daityas verehrt. Die eng gedruckte Mitte wird nicht zu einer gesicherten zusätzlichen Namensfolge ergänzt.
33.VST.2: Śveta, der Weiße; Ardhamaṇḍalin, „halbkreisförmig“; Kāvya; Nidhimat, schatzreich; Naigama, der heiligen Überlieferung zugehörig; Sarvajña, allwissend; Sarvada, Geber von allem; Śrīmat, der Herrliche; Nītijña, Kenner rechter Führung; Rakṣasāṃ Vibhu, Herr der Rākṣasas.
33.VST.3: Viśvakartṛ, Schöpfer des Alls; Viśvātman, Selbst des Alls; Daityācārya, Lehrer der Daityas; Pratāpavat, machtvoll Strahlender. Wer die als vierundzwanzig bezeichneten Namen morgens liest –
33.VST.4: – erlange langes Leben, Gesundheit und Herrschaft. Eine ungünstige Venusstellung bestehe für ihn nicht; er werde mit allem Glück versehen, so die Quelle.
33.VST.5: „Ratgeber der Daityas, großer Weiser, von Göttern und Asuras verehrt, Geber der gewünschten Frucht, Herrlicher, Graha der Daityas: Dir Verehrung!“ Eine Variante liest an der letzten Stelle „glückverheißender Graha“. Damit endet der Śukra-Hymnus.
Beginn der ausgeführten Saturn-Verehrung
Ritualprosa: Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden Dadhyañc Ātharvaṇa am Kopf, Gāyatrī am Mund und Śanaiścara am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Die Anwendung wird wie zuvor erklärt. śaṃ no devīḥ gehört zum Herzen, abhiṣṭaye zum Kopf, āpo bhavantu zur Haarlocke, pītaye zum Schutzpanzer, śaṃ yor abhi zu den Augen und sravantu naḥ zur Waffe.
Wortnyāsa: śaṃ naḥ am Kopf, devīḥ an der Stirn, abhiṣṭaye am Mund, āpo bhavantu am Nabel, pītaye an der Hüfte, śaṃ yoḥ an den Oberschenkeln, abhi an den Knien und sravantu naḥ an den Füßen.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Yantra mit Bogenform im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet und aufgestellt. Ehrungswasser und Selbstverehrung folgen; die Sitzverehrung von Maṇḍūka bis zum Sitzmantra setzt sich auf Seite 745 fort.
Saturns Anrufung und Hymnus, Beginn Rāhus
Druckseite 745; Fortsetzung der Saturn-Ritualprosa.
Nach der Sitzverehrung wird die Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt und eingeladen: „Ich rufe Śanaiścara herbei: gekrönt, saphirgleich, mit Dreizack und Gabengeste, auf einem Geier reitend und mit Pfeilen und Bogen versehen; aus Saurāṣṭra stammend, zum Kāśyapa-Gotra gehörend, mit Bhṛgu als Seher und Gāyatrī als Versmaß. Er ist schwarz gekleidet, geschmückt und gesalbt, mit schwarzem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, mit Prajāpati als übergeordneter Gottheit und Yama als zugeordneter Gegengottheit, im schwarzen bogenförmigen Feld nach Osten blickend.“ Bhṛgu weicht von der vorherigen Seherzuordnung Dadhyañc ab.
Nach Einladung und Gesten werden zwischen Sitz- und Blumengabe die sechs Glieder im Sechseck, auf den acht Blättern Rāhu und die übrigen Grahas, im Erdquadrat die Welthüter und Waffen verehrt. Räucherwerk, Licht und alles Weitere werden wie zuvor abgeschlossen; dann folgt der Hymnus.
Der Saturn-Hymnus
Neue Zählung 33.SNI.
33.SNI.1: Möge Śanaiśvara uns schützen: der Graha, der im Zorn durch seinen grausamen Blick die Welt vernichtet, zufrieden aber Geld, Gold und Glück schenkt.
33.SNI.2: Möge mir Sauri, der Sohn der Sonne, gnädig sein, der – zufriedengestellt – dem seines Königtums beraubten Menschen im Traum sein eigenes Reich wiedergab. Der Name der betreffenden Person wird in diesem Vers nicht ausdrücklich genannt.
33.SNI.3: Ich verneige mich vor Śanaiścara, dem Winkelbewohner, dunkel wie Augenschminke, langsam in seinen Bewegungen, aus Chāyā und Mārtaṇḍa entstanden.
33.SNI.4: Verehrung dem Sohn der Sonne, dem Langsamschreitenden, dem Lahmen, dunkel wie ein blauer Lotus. Höre das Geheimnis und sei mir Wunscherfüller; gewähre mir die Frucht, Sohn der Sonne. Eine Variante verändert den Farbvergleich.
33.SNI.5: Verehrung dem Herrn der Verstorbenen und seinem schwarzen Körper; Śanaiśvara, dem Furchtbaren, dem Geber reiner Einsicht, Verehrung.
33.SNI.6: Wer ihn mit diesen Namen preist, dem gebe er Zufriedenheit; selbst im Traum werde der Betreffende keine Furcht vor ihm haben. Die Fußnote liest „Reinheit“ statt „Zufriedenheit“.
33.SNI.7: An einem günstigen Samstag im Monat Śrāvaṇa wird eine eiserne Śani-Figur hergestellt und mit den fünf Nektarstoffen gebadet –
33.SNI.8: – und mit verschiedenen Blumen, Räucherwerk und besonders Früchten unter den folgenden Namen verehrt.
33.SNI.9: Koṇastha, im Winkel Befindlicher; Piṅgala, der Bräunliche; Babhru, der Dunkelbraune; Kṛṣṇa, der Schwarze; Raudra, der Furchtbare; Antaka, Beender; Yama; Sauri, Sonnensohn; Śanaiśvara, der Langsame; Manda, der Langsame beziehungsweise Träge. Er wird als von Pippalāda gepriesen bezeichnet.
33.SNI.10: Wer diese Śani-Namen morgens nach dem Aufstehen liest, werde niemals von Śanaiścara bedrängt, behauptet die Quelle. Damit endet der Hymnus.
Beginn der ausgeführten Rāhu-Verehrung
Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden Vāmadeva am Kopf, Gāyatrī am Mund und Śrīrāhu am Herzen als Seher, Versmaß und Gottheit verehrt. Nach der Anwendungserklärung gehört kayā naḥ zum Herzen, citra ābhuvat zum Kopf, ūtī sadāvṛdhaḥ zur Haarlocke, sakhā zum Schutzpanzer, kayā zu den Augen und śaciṣṭhayā vṛtā zur Waffe.
Wortnyāsa: kayā am Kopf, naḥ an der Stirn, citraḥ am Mund, ābhuvat am Herzen, ūtī am Nabel, sadāvṛdhaḥ an der Hüfte, sakhā an den Oberschenkeln, kayā an den Knien, śaciṣṭhayā an den Knöcheln und vṛtā an den Füßen.
Nach Meditation und innerer Verehrung wird auf Gold oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Maṇḍala mit einer Getreideschwinge im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat gezeichnet. Nach Aufstellung, Ehrungswasser, Selbst- und Sitzverehrung wird Rāhus Gestalt vorgestellt.
Anrufung: „Ich rufe Rāhu herbei: gekrönt, mit furchtbarem Gesicht, Schwert, Schild und Dreizack tragend, auf einem Löwenthron sitzend; aus dem östlichen Land stammend, zum Paiṭhīna-Gotra – diese Namensform ist örtlich unsicher – gehörend, mit Āṅgirasa als Seher und Anuṣṭubh als Versmaß; schwarz gekleidet, geschmückt und gesalbt, mit schwarzem Schirm, Fahne und Banner, mit Krone, Armreifen und Edelsteinen. Auf seinem göttlichen Wagen umkreist er den Meru und tritt in den Planetenkreis ein, begleitet von den Schlangen als übergeordneter Gottheit und Kāla als zugeordneter Gegengottheit, im schwarzen schwingenförmigen Feld nach Süden blickend.“ Die Abweichungen von den vorausgehenden Seher- und Versmaßangaben bleiben erhalten. Die Einladungsgebärden folgen auf Seite 746.
Rāhus Hymnus und Ketus Verehrung
Druckseite 746; Fortsetzung der Einladungsgebärden. Im Sechseck werden die sechs Glieder, auf den acht Blättern Ketu und die übrigen acht Grahas, im Erdquadrat die Welthüter mit ihren Waffen verehrt. Nach Räucherwerk und Licht folgt der Hymnus.
Einleitende Verehrungsformeln: Oṃ, Verehrung Rāhu, dem großen Graha; dem Sattva, dem Rajas, dem Tamas; Jaimini; dem Beschützer von Erde, Zwischenraum und Himmel; dem Schwarzfarbigen, dem mit gekrümmten Brauen, dem mit gewaltigen Fangzähnen, dem, der Mond und Sonne Furcht einflößt. Jeder Name ist mit der Anrede „dem großen Graha“ verbunden.
Der Rāhu-Hymnus
Neue Zählung 33.RST. Die Quelle nennt 21 Namen; einzelne Namensformen und ihre Abgrenzung sind unsicher.
33.RST.1: Sohn der Siṃhikā, Feind der Götter, mit Yamas Fangzähnen, überaus mächtig; Subhānu, Zermalmer der Sonne, Bedränger des Mondes und Liebhaber des Unsterblichkeitstranks.
33.RST.2: Dunkelheitsgraha; die folgenden Formen śiraskes und tamo’ṅgu sind örtlich unsicher; schwer zu besiegen, Mondbedränger, Mondverschlinger, Freund von Vollmond und Neumond.
33.RST.3: Pāta, Fall; der die Welt fallen lässt; Pātāṅga, dessen Namensdeutung unsicher bleibt; achter Graha. Diese 21 Namen Rāhus soll der Mensch täglich lesen.
33.RST.4: Wenn Rāhu im achten, zwölften, dritten, vierten, siebten oder fünften Haus steht, soll er dennoch die gewünschte Frucht wie aus dem elften gewähren. Die Hausbezeichnungen randhra und die Klammerlesung riṣpha wiederholen beziehungsweise variieren die Bezeichnungen des achten und zwölften Hauses; die Aufzählung wird nicht harmonisiert.
33.RST.5: Durch Rāhus Gnade sollen Kūṣmāṇḍas, Ḍākinīs und schädigende Grahas ihn nicht bedrängen, sondern ihm das Erwünschte gelingen lassen.
33.RST.6: Der Mensch erlange Zunahme von Wohlstand, Nachkommenschaft und ehelichem Glück, Schärfe der Sinne und das Eintreffen des Erwünschten.
33.RST.7: Nach Opfergabe, Wiederholung, Feueropfer, Sättigung und Speisung gebe er einem Hausvater ein Geschenk, etwa einen Hessonit-Edelstein. Die Variante ersetzt „Speisung“ durch „Verehrung“.
33.RST.8: Selbst bei ungünstiger Rāhu-Stellung soll der Hymnus Königen Sieg verleihen. Könige, die Sieg wünschen und ihn wiederholen –
33.RST.9: – würden ihre Feinde in der Schlacht augenblicklich besiegen und die Erde gewinnen. Der Mensch lese ihn täglich morgens einen halben Monat oder dessen Hälfte lang.
Unnummerierter Schluss: Er soll von allen Ängsten frei werden und alle Wünsche erlangen. Das erste Wort tyakṣaḥ ist unsicher; der Sinn ergibt sich nur näherungsweise aus dem Zusammenhang. Die anschließende Punktreihe steht bereits im Druck. Hier endet der Rāhu-Hymnus.
Die ausgeführte Ketu-Verehrung
Nach Morgenhandlungen, Yogapīṭha-Nyāsa und drei Atemregelungen werden am Kopf Madhucchandas als Seher, am Mund Gāyatrī als Versmaß und am Herzen Śrīketu als Gottheit eingesetzt. Eine kurze Anwendungsklausel vor dem Mantranyāsa ist nicht sicher lesbar.
Sechsgliedriger Nyāsa: ketuṃ kṛṇvan zum Herzen, aketave zum Kopf, peśo maryā zur Haarlocke, apeśase zum Schutzpanzer, sam uṣadbhiḥ zu den drei Augen und ajāyathā zur Waffe. Die Wortfolge ist zugleich Handnyāsa. Wortnyāsa: ketum am Kopf, kṛṇvan an der Stirn, aketave am Mund, peśaḥ am Herzen, maryā am Nabel, apeśase an der Hüfte, sam an den Oberschenkeln, uṣadbhiḥ an den Knien, ajāyathāḥ an den Füßen.
Nach Meditation und innerer Verehrung zeichnet man auf einer Goldplatte oder entsprechender Unterlage mit Kuṅkuma ein Yantra mit einer Fahnenform im Inneren, Sechseck, achtblättrigem Lotus und Erdquadrat. Es wird aufgestellt und verehrt; Ehrungswasser, Selbst- und Sitzverehrung folgen wie zuvor. Die Gestalt wird mit dem Grundmantra vorgestellt und eingeladen.
Anrufung: „Ich rufe die Ketus herbei: rauchfarben, zweiarmig, mit Schlinge, auf Geiern reitend und gekrönt; aus dem mittleren Land beziehungsweise Oḍra stammend und zum Jaimini-Gotra gehörend – die zusammengedruckte Herkunftsform ist unsicher –, mit Gautama als Seher und verschiedenen Versmaßen. Sie tragen vielfarbige Gewänder, Schmuck und Salben, schwarzbraune Fahnen und Banner, Kronen, Armreifen und Edelsteine. Auf göttlichem Wagen umkreisen sie den Meru und treten in den Planetenkreis ein; Brahmā begleitet sie als übergeordnete Gottheit und Citragupta als zugeordnete Gegengottheit. Im schwarzbraunen Fahnenfeld schauen sie nach Süden.“ Der Plural der Quelle bleibt erhalten; die Zuordnungen weichen von der vorausgehenden Angabe Madhucchandas/Gāyatrī ab.
Nach Einladung und Gebärden werden die sechs Glieder im Sechseck, die acht übrigen Grahas von der Sonne an auf den acht Blättern von Osten aus, die Welthüter und Waffen im Erdquadrat verehrt. Nach Räucherwerk, Licht und Abschluss folgt der Hymnus.
Beginn des Ketu-Hymnus
Neue Zählung 33.KST.
33.KST.1: Sohn des Todes, der Geschweifte, Ketu, der die Gestalt feuriger Vorzeichen annimmt; Vielsohniger, Rauchfarbener, Weißer, Schwarzer und Gelbblickender.
33.KST.2: Schattengestaltiger, Fahne, Schweif, der stets den Weltuntergang bewirkt; von unsichtbarer und sichtbarer Gestalt, der den Lebewesen Furcht einflößt.
Abschluss des Ketu-Hymnus
Druckseite 747; Fortsetzung 33.KST.
33.KST.3: Wer diese Namen Ketus täglich gesammelt liest, dem soll Ketu keine Bedrängnis bereiten; er soll keine Furcht vor Schlangen, Dieben und Feuer haben.
33.KST.4: Für Ketu gebe er einem Hausvater einen Vaiḍūrya-Edelstein. Wer den Hymnus gesammelt täglich einen halben Monat oder dessen Hälfte lang liest –
Unnummerierter Schluss: – soll von allen Ängsten frei werden und alle Wünsche erlangen. Wie beim Rāhu-Hymnus bleibt das erste Wort tyakṣaḥ unsicher; auf die erhaltene Zeile folgt im Druck eine Punktreihe. Hier endet der Ketu-Hymnus.
Gemeinsamer Hymnus an die neun Grahas
Neue Zählung 33.NST. Die Verse verbinden ehrende Naturbilder mit traditionellen Heil- und Schutzverheißungen.
33.NST.1: Ich verneige mich vor dem Tagesbringer, leuchtend wie eine Hibiskusblüte, dem Nachkommen Kaśyapas von großem Glanz, dem Feind der Finsternis, der alle Verfehlung tilgt.
33.NST.2: Stets verneige ich mich vor Soma, hell wie Dickmilch, Muschelhorn und Schnee, aus dem Milchmeer entstanden, dem Schmuck auf Śambhus Krone.
33.NST.3: Ich verneige mich vor Maṅgala, aus dem Schoß der Erde entstanden, hell wie der Blitz, dem Jüngling mit der Lanze in der Hand.
33.NST.4: Ich verneige mich vor Budha, dunkel wie die Knospe des Priyaṅgu, unvergleichlich schön, sanft und mit sanften Eigenschaften begabt, dem Sohn des Mondes.
33.NST.5: Ich verneige mich vor Bṛhaspati, dem Lehrer der Götter und Seher, goldgleich, einem Verwandten und Freund gleich, dem Kenner der drei Welten.
33.NST.6: Ich verneige mich vor Bhārgava, hell wie Eis, Kundablüte und Schnee, dem höchsten Lehrer der Daityas, dem Verkünder aller Lehrschriften.
33.NST.7: Ich verneige mich vor Śanaiścara, glänzend wie dunkle Augenschminke, dem Sonnensohn und großen Graha, aus Chāyā und Mārtaṇḍa entstanden.
33.NST.8: Ich verneige mich vor Rāhu, dem Halbleibigen von großer Kraft, der Mond und Sonne bedrängt, aus Siṃhikās Schoß entstanden.
33.NST.9: Ich verneige mich vor Ketu, einem Tamāla-Stängel gleich, dem Haupt der Sterne und Grahas, dem Wilden von furchtbarer Wesensart. Die Fußnote bietet eine abweichende Lesung beim Pflanzenvergleich.
33.NST.10: Wer diesen aus Vyāsas Mund hervorgegangenen Hymnus gesammelt am Tag oder in der Nacht liest, soll Frieden erfahren.
33.NST.11: Unvergleichlicher Wohlstand, Gesundheit, Zunahme der Einsicht und das Ende böser Träume sollen Männern, Frauen und Königen zuteilwerden.
33.NST.12: Bedrängnisse durch Grahas und Mondhäuser sowie solche durch Rākṣasas und Feuer sollen alle zur Ruhe kommen: „Wahr, wahr, ohne Zweifel“, versichert die Quelle.
33.NST.13: Verehrung der Sonne, Soma, Maṅgala und Budha; Guru, Śukra und Śani; Verehrung Rāhu und Ketu.
Hier endet der Navagraha-Hymnus.
Maṅgala-Kalpa aus dem Rudrayāmala
Neue Zählung 33.MKL.
33.MKL.1: Nun werde ich dir, du mit den guten Gelübden, die Ordnung der Bhāuma-Verehrung darlegen. Wenn der Übende sie kennt, soll er von Schulden frei werden, du Schöne.
33.MKL.2: Höre, du Weise, die Darlegung des Mantras, das alle Vollendungen gewähren soll: Man schreibe das Śrī-Bīja, Kāmarāja und Bhuvaneśī.
33.MKL.3: Danach spreche man „namo bhaumāya“ und die Gemahlin des Feuers, also svāhā. Damit ist, Geliebte, Bhāumas großer zehnsilbiger Mantra genannt. Die vorausgehenden Bījas werden hier durch ihre überlieferten Namen bezeichnet.
33.MKL.4: Als Seher des ehrwürdigen Maṅgala-Mantras gilt Virūpākṣa, als Versmaß Gāyatrī und als Gottheit der Sohn der Erde.
33.MKL.5: Das Śrī-Bīja ist seine Kraft, das Kāma-Bīja sein Verschluss und das Māyā-Bīja sein Keim. Die Anwendung dient der Erfüllung aller Wünsche und Ziele.
33.MKL.6: Nach dieser Anwendungserklärung werden die sechs Glieder vom Herzen an dargelegt: Mit dem eigenen Bīja in Verbindung mit sechs langen Vokalen setzt man die Glieder ein.
33.MKL.7: Die mit den drei Bījas beginnende Folge wird am Körper und ebenso an den Fingern eingesetzt. In die zehn Öffnungen setzt man die zehn Laute ein, Herrin der Götter.
33.MKL.8: Mit dem Grundmantra führt man einen den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa aus, um den Wohlstand zu mehren. Nun werde ich, du Schönäugige, die Meditation über Maṅgala darlegen.
Maṅgalas Meditation, Yantra und Verehrung
Druckseite 748; Fortsetzung 33.MKL.
33.MKL.9: Ich verehre Bhāuma, den stets Makellosen, mit roten Girlanden und Gewändern, mit roter Duftsalbe bestrichen, jugendlich, mit einer Lanze in der Hand. Eine Variante hat „Führer“ statt „Makelloser“.
33.MKL.10: Höre nun, du Weise, vom Yantra, das allen Wohlstand gewähren soll. Der Verständige zeichnet ein Dreieck, dessen Spitzen nach Südosten, Nordosten und Westen weisen.
33.MKL.11: Auf jeder Linie werden fünf Markierungen angebracht, die sie in sechs Teile gliedern. Im Inneren bringt man dreimal fünf Linien, von der Feuerrichtung her, zum Zusammentreffen. Die genaue Zeichenanweisung ist sprachlich knapp.
33.MKL.12: Durch dreimal fünf Schnüre beziehungsweise Linien und deren Verbindung mit den Markierungen entstehen gleichmäßig 36 Winkel, Herrin der Götter, von Helden Verehrte.
33.MKL.13: In die 21 nach Westen gerichteten Winkel schreibe man in drei Gruppen die Namen Bhāumas, beginnend mit dem Feuerwinkel und dann der Reihe nach.
33.MKL.14: Alle Gottheitsnamen sind mit Oṃ am Anfang und namaḥ am Ende im Uhrzeigersinn einzutragen. Außen herum kommt ein Kreis.
33.MKL.15: Es folgen ein achtblättriger Lotus, außen ein schöner Kreis und darum, Göttin, das Erdquadrat mit vier Toren. „Schlangen“ steht hier als Zahlenwort für acht.
33.MKL.16: Dieses schuldenbeseitigende, Wohlstand spendende Yantra soll nicht öffentlich gemacht werden. Aus Liebe zu dir und zum Wohl der Übenden wurde es dargelegt.
33.MKL.17: Man bewahre es sorgsam wie einen Schatz vor Dieben. Nun werde ich die Verehrung dieses Königs der Mantras ihrem Wesen nach darlegen.
33.MKL.18: Der Übende trägt schönen roten Schmuck, rote Duftsalbe und rote Gewänder und befindet sich in einem roten Haus.
33.MKL.19: Er stellt den Guru über seinem Kopf vor und vertreibt die störenden Wesen. Zuerst führt der Lehrer die Reinigung der Elemente aus und regelt den Atem.
33.MKL.20: Nach der Anwendungserklärung führe den Handnyāsa, den sechsgliedrigen und den den ganzen Körper durchdringenden Mantranyāsa aus sowie die zuvor beschriebene Meditation.
33.MKL.21: Danach verehrt man die Ehrungswassergabe mit dem Feuermantra. Dort stellt man das Muschelhorn auf und verehrt es mit roten Blumen.
33.MKL.22: Mit dem Sonnenmantra füllt man es mit Wasser, Herrin der Götter, und verehrt es anschließend mit dem Mondmantra.
33.MKL.23: Nach sieben Wiederholungen des Grundmantras zeigt man die Kuhgebärde. Mit diesem Wasser besprengt man mithilfe von Blumen das Yantra und sich selbst.
33.MKL.24: Fertige ein dreieckiges Kupfergefäß, das drei Pala fasst, als vorzügliches Gefäß für die Gottheit.
33.MKL.25: Der Brahmane stellt es wie zuvor auf und wiederholt den Mantra gemäß Unterweisung. Dann, mit Blumen, Duftstoffen und roten ungebrochenen Reiskörnern –
33.MKL.26: – nachdem er das Gefäß rechts aufgestellt hat, verehrt er alle Gottheiten sowie Gaṇapati und den Herrn der Yakṣas rechts und links vom Yantra.
33.MKL.27: Man lädt Bhāuma in der beschriebenen Meditationsgestalt ein, die alle Vollendungen gewährt, und zeigt nacheinander die Einladungsgebärden. Ein Wort vor „Bhāuma“ ist im Druck unsicher; die Handlungsfolge selbst ist klar.
33.MKL.28: Die nach oben gehaltenen, zum Añjali verbundenen Hände werden gesenkt: Dies ist die einladende Gebärde. Ihre Umkehrung gilt als aufstellende Gebärde.
33.MKL.29: Zwei Fäuste mit erhobenen Daumen bilden die Gebärde des Gegenwärtigmachens; mit eingeschlossenen Daumen bilden sie die Gebärde des Festhaltens.
33.MKL.30: Durch Kreisbewegung mit den beiden Zeigefingern erfolgt das Ganzmachen. Mit gedrehten Händen verbindet der Mantraübende die Zeigefinger und kleinen Finger –
33.MKL.31: – sowie die Mittel- und Ringfinger jeweils miteinander. Diese kuhgestaltige Gebärde, Göttin, dient dem Verwandeln in Nektar. Die knappe Beschreibung wird hier nicht zu einer zusätzlichen praktischen Fingeranleitung erweitert.
33.MKL.32: Nachdem er diese allgemeinen Gebärden gezeigt hat, verehrt er die Gottheit, Geliebte. Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen –
33.MKL.33: – auf den Staubfäden, mit den zugehörigen Lauten. Damit ist die erste Umhüllung beschrieben, Göttin, von Helden Verehrte.
33.MKL.34: Maṅgala, Glückverheißender; Bhūmiputra, Sohn der Erde; Ṛṇahartṛ, Schuldennehmer; Dhanaprada, Wohlstandgeber; Sthirāsana, Fest-Sitzender; Mahākāya, Großleibiger; Sarvakarmāvabodhaka, Kenner aller Handlungen.
33.MKL.35: Lohita, Roter; Lohitāṅga, Rotgliedriger; Sāmagānāṃ Kṛpākara, Gnadenspender der Sāman-Sänger; Dharātmaja, Erdsohn; Kuja, Erdgeborener; Bhāuma, zur Erde Gehörender; Bhūmida, Landgeber; Bhūminandana, Sohn und Freude der Erde.
33.MKL.36: Aṅgāraka, Glühkohlenfarbener; Yama; Sarvarogāpahāraka, Beseitiger aller Krankheiten; Vṛṣṭikartṛ, Regenspender; Apahartṛ, Wegnehmer; Sarvakāmaphalaprada, Geber der Frucht aller Wünsche. Die Variante sṛṣṭi verändert die Stelle über den Regen zu einer Aussage über Schöpfung.
Die Umhüllungen und der Abschluss der Maṅgala-Verehrung
Druckseite 749; Fortsetzung 33.MKL.
33.MKL.37: In den 21 Feldern verehrt man alle Gottheiten, beim vorderen Dreieck beginnend, im Uhrzeigersinn.
33.MKL.38: Die zweite Umhüllung besteht aus den genannten 21 Gottheiten. Die acht übrigen Grahas, angefangen mit Āditya, werden auf den acht Blättern verehrt.
33.MKL.39: Diese bilden die dritte Umhüllung, Göttin; dabei wird Bhāuma verehrt. Die vierte besteht aus Brāhmī und den übrigen Müttern; mit den Bhairavas von Asitāṅga an –
33.MKL.40: – entsteht die fünfte, die an den Blattspitzen gegen den Uhrzeigersinn verehrt wird. Die sechste besteht aus den Welthütern.
33.MKL.41: Indra und die übrigen verehrt man im Erdfeld zur Erlangung aller Vollendungen. Ihre Waffen bilden die siebte Umhüllung, die außen am Erdfeld verehrt wird.
33.MKL.42: In der Mitte verehrt man mit dem Grundmantra und drei Handvoll roter Blumen den höchsten Herrn mit den sechzehn Ehrengaben.
33.MKL.43: Mit roten Duftstoffen und Blumen, Räucherwerk und Licht verehre man Maṅgala voller Hingabe stets an seinem Tag, dem Dienstag.
33.MKL.44: Vor ihm werden mit Kohle Linien für die Schulden gezogen; anschließend wischt der Verständige sie mit dem linken Fuß aus.
33.MKL.45: Mit dem Grundmantra verehrt man ihn 108-mal, Geliebte. Die Sättigungsdarbringung beträgt ein Zehntel davon, das Feueropfer wiederum ein Zehntel der Sättigung.
33.MKL.46: Die Besprengung beträgt ein Zehntel davon und dient der Vollendung des Mantras. Alles von der Verehrung bis zur Besprengung wird Bhāuma dargebracht. Die Quelle erklärt hier nicht, wie die Bruchteile der Ausgangszahl zu behandeln sind.
33.MKL.47: Nachdem der Übende ihn in festem Sitz mit dem Hymnus gepriesen hat, spricht er den Mantra „Sthirāsanāya namaḥ“ – „Verehrung dem Fest-Sitzenden“.
33.MKL.48: Er führt das Muschelhornwasser kreisend herum, dreht sich selbst und verneigt sich unter Oṃ mit fünf Körpergliedern am Boden.
33.MKL.49: Er riecht an einer Blume vom Yantra und legt sie an einen reinen Ort. Mit der Auflösungsgebärde verabschiedet er den höchsten Herrn.
33.MKL.50: Durch diese Ordnung soll er ohne Zweifel Schulden tilgen und Wohlstand gewinnen. Der täglich Verehrende wiederholt den Mantra hunderttausendmal; die anschließende Sättigung umfasst ein Zehntel davon.
33.MKL.51: Ein Zehntel hiervon wird als Feueropfer dargebracht: mit Hibiskusblüten, roten Oleanderblüten oder mit Guggulu, das mit geklärter Butter bestrichen ist –
33.MKL.52: – beziehungsweise mit den drei süßen Stoffen versehen, zur Vollendung der vorbereitenden Mantrapraxis. Als Lehrergabe wird eine geschmückte Milchkuh gegeben.
Unnummerierter Abschluss: Die Kuh wird vorschriftsmäßig zusammen mit einem Paar roter Gewänder gegeben. Die folgende Punktreihe gehört zum Druck. Hier endet die im Rudrayāmala gelehrte Ordnung der Maṅgala-Verehrung. Die Opferstoffe sind historisch übersetzt; insbesondere Oleander ist kein unbedenkliches Material für eigene Versuche.
Ein weiteres Yantra nach dem Bhaviṣyottarapurāṇa
Neue Zählung 33.BMY.
33.BMY.1: Nun werde ich das Yantra darlegen, durch das Wohlstand entsteht und durch dessen bloße Kenntnis man von den drei Schulden frei wird.
Ritualprosa: Am Vortag nimmt der Ausführende opfergeeignete Nahrung zu sich, bleibt sexuell enthaltsam, schläft auf dem Boden und hält die Regeln ein. Am Dienstag steht er bei Tagesanbruch auf, reinigt die Zähne mit Apāmārga, nimmt die Wasserschluckung vor und badet mit einer Paste aus Sesam und Āmalaka, in einem Fluss oder zu Hause. Er legt zwei gewaschene rote Gewänder an und trägt Korallen, rote Blumen und dergleichen.
Er fertigt eine Gestalt aus rotem Sandelholz und ein dreieckiges Maṇḍala auf Kupfer an. An einem reinen Ort richtet er ein dreieckiges Feld aus rotem Reis her und beginnt gemeinsam mit seiner Frau die Verehrung, wenn er Wohlstand oder einen Sohn wünscht.
Mantra: „Oṃ namo maṅgalāya namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung Maṅgala, Verehrung.“ Mit diesem Mantra vollzieht er zwölf Atemregelungen. Die Zuordnung lautet: Vyāsa ist Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Maṅgala die Gottheit, maṃ der Keim und namaḥ die Kraft; die Wiederholung dient der Befreiung von Schulden. Mit dreimaliger Wiederholung der Vyāhṛtis erfolgen Hand- und sechsgliedriger Nyāsa.
Meditationsvers ohne Nummer: Man meditiert über den Sohn der Erde, den Gott mit roten Girlanden und Gewändern, der Schwert, Dreizack und Keule trägt, vier Arme hat, auf einem Widder reitet und Gaben gewährt.
Nach dieser Meditation beginnt die vorgeschriebene Wiederholung und Verehrung. Der Vorsatz nennt den gegenwärtigen Tag, den eigenen Namen und das Ziel: „Ich, der so Genannte, werde Bhāuma verehren, weil ich Wohlstand oder einen Sohn wünsche.“ Dann folgt das Gebet auf der nächsten Seite.
Gebete, Ehrungswasser und Namen-Nyāsa für Maṅgala
Druckseite 750; Fortsetzung des Bhaviṣyottarapurāṇa-Abschnitts. Diese Seite enthält keine gedruckten Versnummern. Die Zwischenüberschriften ordnen ihre Prosa und Gebete zu.
Vorsatz und Einladung
„Nun werde ich, Herr der Götter, aus Hingabe an dich das vortreffliche Gelübde ausführen, um Leid, Krankheit und Schulden zu beseitigen, Erdgeborener.“ Je nach Wunsch wird hinzugefügt: „um Söhne und Nachkommenschaft zu erhalten“.
Bhāuma wird in einem dreieckigen Kupfergefäß aufgestellt. In ein kupfernes Ehrungswassergefäß kommen rotes Sandelholz, rote ungebrochene Reiskörner und rote Blumen. Mit dem Mantra, der agnir mūrdhā beginnt, erfolgen 108 Ehrungswassergaben.
Gliedernyāsa: Oṃ hāṃ zum Herzen; oṃ zum Kopf – ein weiteres Bīja ist hier nicht klar gedruckt –; oṃ hauṃ zur Haarlocke; oṃ hāṃ hauṃ zum Schutzpanzer; oṃ haṃsaḥ zu den drei Augen; oṃ khaṃ khaḥ zur Waffe. Nach Hand- und sechsgliedrigem Nyāsa nimmt man Blumen in die gefalteten Hände und lädt ihn ein:
„Ich rufe Bhāuma herbei, den unter allen Grahas überaus Starken, leuchtend wie scharf glühende Kohle, stets von sanft rötlichem Glanz.“
Nach der Einladung und ihren Gebärden wird das Gefäß mit oṃ hāṃ gewaschen und mit Wasser gefüllt, mit der Schutzpanzerformel umhüllt und mit der Waffenformel geschützt. Die Kuhgebärde und vaṃ verwandeln es rituell in Nektar. Damit werden der eigene Körper und die Verehrungsgeräte besprengt. Mit der örtlich unsicheren Bījafolge oṃ hāṃ haṃ khaṃ khaḥ erfolgen die sechzehn Ehrengaben. Schwenklicht, Spiegel und Wedel werden gezeigt; es folgt Ehrungswasser mit Früchten.
Ehrungswassergebet
„Oṃ, Sohn der Erde von großem Glanz, aus dem Schweiß des Bogenführers Śiva entstanden: Wohlstand suchend habe ich bei dir Zuflucht genommen. Nimm dieses Ehrungswasser an; Verehrung dir.
Du gleichst roter Koralle und der Hibiskusblüte. Erdsohn mit mächtigen Armen, nimm dieses Ehrungswasser an; Verehrung dir.“
Gāyatrī und 21 Namen
Nach drei Blumengaben mit dem Grundmantra werden die 21 Felder mit den 21 Namen, jeweils verbunden mit der Gāyatrī, verehrt:
„Aṅgārakāya vidmahe śaktihastāya dhīmahi tan no bhaumaḥ pracodayāt. – Wir wollen Aṅgāraka erkennen; über den Lanzenträger meditieren wir. Möge Bhāuma uns anregen.“
Die Namen lauten: Maṅgala, Bhūmiputra, Ṛṇahartṛ, Dhanaprada, Sthirāsana, Mahākāya, Sarvakarmāvabodhaka, Lohita, Lohitāṅga, Sāmagānāṃ Kṛpākara, Dharātmaja, Kuja, Bhāuma, Bhūtida, Bhūminandana, Aṅgāraka, Yama, Sarvaśokāpahāraka, Vṛṣṭikartṛ, Vṛṣṭyapahartṛ und Sarvakāmaphalaprada; jeweils mit namaḥ, „Verehrung“.
Gegenüber der vorherigen Reihe steht hier Bhūtida, „Wohlergehengeber“, und Sarvaśokāpahāraka, „Beseitiger allen Kummers“. Eine Variante bietet wieder „Krankheit“. Auch Regenspenden und Regenwegnehmen werden ausdrücklich getrennt genannt. Die Unterschiede werden bewahrt.
Nach Betelgabe, Umrundung im Uhrzeigersinn und Verneigung heißt es: „Ich verneige mich vor Maṅgala, aus dem Schoß der Erde entstanden, hell wie das Leuchten des Blitzes, dem Jüngling mit der Lanze in der Hand.“
Mit Khadira-Holzkohle werden drei Linien gezogen. Die Formel dazu lautet: „Um Leid und Unglück zu beseitigen und um Söhne und Nachkommenschaft zu erhalten, wische ich die gezogenen drei Linien mit dem linken Fuß aus.“
Bittgebet
„Verehrung dir, dem Schuldennehmer, der Leid und Armut beseitigt. Sohn der Erde, möge ich stets Glück und Freude erfahren.
Du gleichst glühendem Gold, leuchtest wie die junge Sonne, gibst Freude, Glück und Wohlstand und beseitigst Schulden und Armut.
König der Grahas, Verehrung dir, der alles Gute bewirkt. Durch deine Gnade, Herr der Götter, möge ich stets Gutes empfangen.
Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen erlangen alle Heil, ihre Herzenswünsche stets erfüllt.
Sei mir gnädig, Gott, sei gnädig, du Glückverheißender. Zu dem jungen Knaben Bhāuma habe ich gebetet.“ Die Variante „Kāla“ statt „Knabe“ verändert das Schlussbild.
Nach diesem Gebet werden die Namen am Körper eingesetzt. Auf die Einleitung folgt im Druck eine Punktreihe.
Körperzuordnung der Namen
| Stelle | Name mit namaḥ |
|---|---|
| Füße | Maṅgala |
| Knie | Bhūmiputra |
| Oberschenkel | Ṛṇahartṛ |
| Hüfte | Dhanaprada |
| Verborgener Körperbereich | Sthirāsana |
| Herz | Mahākāya |
| Linker Arm | Sarvakarmāvabodhaka |
| Rechter Arm | Lohita |
| Kehle | Lohitāṅga |
| Mund | Sāmagānāṃ Kṛpākara |
| Nasenöffnungen | Dharātmaja |
| Augen | Kuja |
| Stirn | Bhāuma |
| Brauen | Bhūtida |
| Scheitel | Bhūminandana |
| Haarlocke | Aṅgāraka |
| Schutzpanzer | Yama |
| Waffe | Sarvarogāpahāraka, hier ausdrücklich „Beseitiger aller Krankheiten“ |
| Oben | Vṛṣṭikartṛ |
| Unten | Vṛṣṭyapahartṛ |
| Alle Glieder | Sarvakāmaphalaprada |
Nach dem Abschluss der Bhāuma-Verehrung wird der folgende Hymnus gelesen.
Hymnus an den von Schulden befreienden Bhāuma
Druckseite 751; neue Zählung 33.RMO.
33.RMO.1: Ich werde den Hymnus an den schuldenlösenden Bhāuma darlegen; höre nun. Der Name seines Sehers ist an dieser Stelle nicht sicher lesbar; sein Versmaß ist Anuṣṭubh.
33.RMO.2: Die Gottheit ist Aṅgāraka mit dem vorangestellten Beinamen „Schuldenbefreier“. Seine Anwendung dient besonders der Befreiung von Schulden.
33.RMO.3: Der Erdsohn trägt rote Girlanden und Gewänder, Lanze, Dreizack und Keule. Er ist vierarmig, reitet auf einem Widder und gewährt Gaben.
33.RMO.4: Er befreit verschuldete Menschen von ihren Schulden: Maṅgala, Sohn der Erde, Schuldennehmer, Wohlstandgeber –
33.RMO.5: – Fest-Sitzender, Großleibiger, Kenner aller Handlungen, Roter, Rotgliedriger, Gnadenspender der Sāman-Sänger –
33.RMO.6: – Erdsohn, Erdgeborener, Bhāuma, Landgeber, Freude der Erde, Aṅgāraka, Yama, Beseitiger aller Krankheiten –
33.RMO.7: – Regenspender und Regenwegnehmer, Geber der Früchte aller Wünsche. Aṅgāraka, Erdsohn, erhabener Freund seiner Verehrer –
33.RMO.8: – Verehrung dir! Beseitige rasch meine gesamten Schulden. Wer diese Namen Kujas täglich gesammelt liest –
33.RMO.9: – dem sollen keine Schulden entstehen, sondern Wohlstand zufallen. Sohn der Erde von großem Glanz, aus dem Schweiß des Bogenführers Śiva entstanden –
33.RMO.10: – Wohlstand suchend habe ich Zuflucht bei dir genommen. Nimm dieses Ehrungswasser an; Verehrung dir. Mit roten Duftstoffen und Blumen, Räucherwerk, Licht und Reis mit Rohzucker –
33.RMO.11: – verehrt man Maṅgala stets am Dienstag und zeichnet mit Khadira-Holzkohle die Schuldenlinien.
33.RMO.12: Genannt wird die Spitze der linken großen Zehe; der Satz über das Nacheinander der Linien ist grammatisch unsicher. In ihrer Nähe werden die 21 Namen gelesen –
33.RMO.13: – danach werden die Linien unter Berührung mit dem linken Fuß ausgewischt. „So gepriesen, du überaus Glänzender, vernichte meine Schulden, Herr!“
Unnummerierter Schluss: Wer solche Hingabe an Kuja hat, soll ohne Schulden und wohlhabend sein. Der Druck ist grammatisch verkürzt und schließt mit einer Punktreihe.
Anschließender Mantra: „Oṃ namo bhagavate aṅgārakāya bhūmiputrāya ṛṇahartre dhanapradāya bhaktavatsalāya dhanaṃ me dehi śīghraṃ huṃ phaṭ svāhā.“ – „Oṃ, Verehrung dem erhabenen Aṅgāraka, Sohn der Erde, Schuldennehmer, Wohlstandgeber, Freund seiner Verehrer: Gib mir rasch Wohlstand; huṃ phaṭ svāhā.“
Eine zweite Formel beginnt mit einer nicht sicher lesbaren Bījafolge. Der erhaltene sprachliche Teil lautet: „Maṅgalāya mama ṛṇavimocanaṃ kuru kuru svāhā, dhanaṃ dehi dehi svāhā“ – „An Maṅgala: Bewirke meine Befreiung von Schulden, bewirke sie; svāhā. Gib Wohlstand, gib ihn; svāhā.“ Die Bījas werden nicht ergänzt.
Als Gabe wird Reis mit Rohzucker dargebracht; nach der Verehrung wird Weizennahrung gegessen. Damit endet die Beschreibung der Maṅgala-Verehrung und des Gelübdes.
Die zugehörige Erzählung
Neue Zählung 33.MKA. Sūta spricht:
33.MKA.1: Einst wurde der Herr der Götter, von den Göttern verehrt und Glück spendend, der rotgliedrige Sohn der Erde, von Gautama befragt.
Gautama spricht:
33.MKA.2: Glücklicher, erkläre mir die geheime, vortreffliche Verehrung, den Mantra und seine ganze Anbetung, die alle Verfehlung vernichtet –
33.MKA.3: – seine goldgleiche Gestalt mit Reittier und Waffen, durch deren bloße Verehrung höchste Freude entsteht –
33.MKA.4: – die mit der Zeit die Früchte von Dharma, Wohlstand, Begehren und Befreiung gewährt, alle Verfehlung beruhigt und alle Krankheit vernichtet –
33.MKA.5: – den Gott, der jede Freude schenkt und die schwere Verfehlung des Tötens beseitigt, der als Geber der Frucht aller Opfer und aller Wünsche verkündet wird.
33.MKA.6: So soll man auch die Früchte von Askese, Mantrawiederholung und Gaben erlangen. Dieses Gelübde erkläre mir, Gott, Rotgliedriger, großer Graha.
Unnummerierte Ergänzung: Durch seine Verehrung soll ein Sterblicher alles Glück erlangen. Es folgt im Druck eine Punktreihe.
Śrīmaṅgala spricht:
33.MKA.7: Höre, Brahmane, Glücklicher, Kenner des Dharma, Seher Gautama, von Gelübde, Verehrung und Gabe, durch deren Ausführung in den drei Welten –
Maṅgala erzählt von seinem Gelübde
Druckseite 752; Fortsetzung 33.MKA. Die Erzählung enthält eine frühe Heirat und den Vorsatz einer Witwe, ihrem Mann in den Tod zu folgen. Dies sind Inhalte der historischen Erzählung, keine Empfehlungen dieser Ausgabe.
33.MKA.8: Einst lebte ein sehr weiser Brahmane, der die Veden durchdrungen hatte. Seine schönäugige Frau war unter dem Namen Sunandīkā bekannt; die Variante verändert die Namensform.
33.MKA.9: Ihnen war wegen Unfruchtbarkeit nie ein Kind geboren worden. Daher nahm er eines Tages die Tochter eines anderen an, ein gutartiges, schönes Mädchen –
33.MKA.10: – aus einer Brahmanenfamilie, und zog sie auf. Durch mein Gelübde besaß sie alle glückverheißenden Merkmale, Gautama.
33.MKA.11: In einem früheren Leben war ich von ihm mit ungeteilter Hingabe verehrt worden. Die Tochter wurde in sein Haus gebracht und von dem Brahmanen aufgezogen.
33.MKA.12: Täglich erblühten ihre acht Körperglieder gleichsam in Gold. Durch dieses Gold wurde der Brahmane stolz auf seinen Reichtum und sein Glück. Die Variante sagt ausdrücklicher, aus ihren acht Gliedern sei täglich Gold hervorgekommen.
33.MKA.13: Der große Brahmane wurde zu einem überaus reichen Mann auf Erden. Als der Brahmane Nandaka sie sah, war sie zehn Jahre alt und zur Vermählung bestimmt –
33.MKA.14: – und wurde dem Brahmanen Someśvara zur Ehe gegeben. Die Hochzeit erfolgte nach vedischer Ordnung. Die Namens- und Subjektfolge der beiden Verse ist knapp; sie wird nicht durch zusätzliche Personenangaben ergänzt.
33.MKA.15: Einige Jahre später nahm der Brahmane die nun erwachsene junge Frau mit und verließ an einem günstigen Tag das Haus seines Schwiegervaters.
33.MKA.16: Auf dem Weg in die eigene Heimat zog er die Nacht hindurch in Gesellschaft von Räubern. Gegen Morgen, in einem schwer zugänglichen, furchtbaren Wald im Gebirge –
33.MKA.17: – in menschenleerer Gegend wurde der Brahmane auf dem Weg von Räubern erschlagen. Der Vers nennt große Habgier; auf wen sich die entsprechende Wendung bezieht, ist grammatisch nicht eindeutig.
33.MKA.18: Als die Frau ihren Mann tot sah, wurde sie von Trauer überwältigt und beschloss, zusammen mit dem Brahmanen, ihrem Gatten, zu sterben.
33.MKA.19: Bei jedem Schritt dachte sie an ihren Mann und an die Welt als von ihm erfüllt. Sie umschritt ihren Mann im Uhrzeigersinn und trat an den Scheiterhaufen.
Unnummerierter Vers an der Stelle von 20: Dadurch war ich ihr gnädig; sie wurde aufgefordert, eine Gabe zu erbitten. Die Brahmanin sprach: „Wenn du mir gnädig bist, Gott, dann möge mein Mann leben.“ Die Nummer 20 ist im Druck nicht sichtbar; sie wird nicht nachgetragen.
Maṅgala spricht:
33.MKA.21: Dein Gatte wird wie ein Gott frei von Alter und Tod sein. Nenne noch eine andere, in den drei Welten vortreffliche Gabe, die ich dir gewähren soll.
Die Brahmanin spricht:
33.MKA.22: Wenn du mir gnädig bist, Gott, Herrscher der Grahas: Wer deiner gedenkt, Herr der Götter, mit rotem Sandelholz bestrichen –
33.MKA.23: – und dich am Dienstag bei Tagesanbruch mit roten Blumen verehrt, dem sollen niemals Gefangenschaft, Krankheit oder Leiden entstehen.
33.MKA.24: Keine Furcht vor Schlangen und keine Trennung von Freunden soll den Brahmanen treffen. Lass dies nicht geschehen, Erdsohn; schenke deinen Verehrern Freude. Die wiederholte Verneinung des Drucks bleibt sinngemäß erhalten.
Maṅgala spricht:
33.MKA.25: Wer mein Gelübde an 21 Dienstagen mit beherrschten Sinnen hält, in Abgeschiedenheit und frohen Sinnes, in einem Haus mit vier Lichtern –
33.MKA.26: – und Ehrungswasser unter allen Mantras darbringt, nach eigenen Kräften Brahmanen speist und Gold verschenkt – der Ausdruck zwischen Mantras und Speisung ist örtlich unsicher und wird nicht ergänzt –
33.MKA.27: – sowie einen jungen roten Stier mit vollständigem Zubehör gibt, der soll niemals unter der Bedrängnis durch Grahas leiden.
33.MKA.28: Bhūtas, Vetālas und Ḍākinīs sollen ihm nicht schaden. Nachdem Maṅgala so gesprochen hatte, ging er zum Himmel.
33.MKA.29: Damit ist dieses Gelübde erklärt, das alle Freude gewährt. Wer es ausführt, soll keine Bedrängnis erfahren.
33.MKA.30: Frauen sollen es vollziehen und ebenso ausdrücklich Männer. Ihnen sollen Lebensgenuss und Befreiung zuteilwerden, ohne Zweifel.
Damit endet das Bhāuma-Gelübde aus dem Bhaviṣyottarapurāṇa.
Die Abschlussfeier des Bhāuma-Gelübdes
Nach der zuvor beschriebenen Weise werden 21 Dienstage begangen; am 22. erfolgt die Abschlussfeier. Nach Zahnreinigung und den übrigen Morgenhandlungen kehrt man nach Hause zurück. Auf reinem Boden wird mit Kuhdung ein dreieckiges Maṇḍala mit 21 Feldern angelegt und mit verschiedenfarbigen Pulvern gefüllt. In jedem Feld wird die jeweilige Gestalt nach der folgenden Meditationsbeschreibung aufgestellt und wie zuvor verehrt.
Manche führen all dies bereits am Vorabend aus und halten nachts Wache mit Lichtgaben. Die Beschreibungen der einzelnen Gestalten folgen auf Seite 753.
Abschlussfeier des Bhāuma-Gelübdes
Druckseite 753. Die angekündigten Einzelgestalten werden an dieser Stelle nicht vollständig ausgeführt; der Druck setzt mit den Gefäßen und Gaben fort. Neue Zählung 33.UDY.
33.UDY.1: Man gebe Kuṅkuma mit Wasser, Gewand und Licht. Die Gefäße werden mit rotem Sandelholz bestrichen und mit fünf Edelsteinen geschmückt –
33.UDY.2: – in rote Gewänder gehüllt und mit verschiedenen Früchten versehen. Dreimal sieben unbeschädigte rote Gefäße sollen bereitet werden.
Zwischenprosa: Bhāuma wird mit rotem Sandelholz und Gorocanā, roten Blumen und Girlanden, Sarja-Harz als Räucherwerk und Reis mit Rohzucker als Speisegabe verehrt. Es folgt Ehrungswasser mit Früchten. Jedes Gefäß wird mit den Mantras von Bhāuma und den weiteren Gestalten verehrt; Umrundungen und Verneigungen schließen sich an. Das Feueropfer erfolgt mit geklärter Butter und Sesam.
33.UDY.3: Mit dem Mantra agnir mūrdhā werden 108, 1008 oder 28 Opferhölzer dargebracht –
33.UDY.4: – mit Honig und geklärter Butter, mit Dickmilch und Butter. Der Sinnenbeherrschte führt das Feueropfer nach der häuslichen Ritualordnung aus.
33.UDY.5: Die Opferhölzer sollen aus Khadira bestehen; hier werden nochmals 108 genannt. Um Bhāuma zu erfreuen, gibt man den Brahmanen die Gefäße mit ihren Gewändern.
33.UDY.6: Die Götterfigur samt Lehrergabe wird dem Lehrer übergeben. Einen Wagen und einen roten Zugochsen mit allem Zubehör –
33.UDY.7: – gibt man zum Abschluss des Gelübdes zusammen mit Gold. Auch anderen schenkt man nach Kräften und speist die Brahmanen.
Abschlussprosa: Es folgt die Erklärung, dass das Gelübde ohne Mangel vollzogen sei. Damit endet im Bhaviṣyottarapurāṇa die Abschlussfeier des Bhāuma-Gelübdes.
Beginn der Anwendung von Ṛgveda-Versen
Der Text wechselt zum Ṛgvidhāna, führt aber die gedruckte Zählung mit 8 fort. Zur eindeutigen Zuordnung beginnt hier der Abschnitt 33.RGV mit der originalen Nummer 8.
Agni spricht:
33.RGV.8: Ich lege die von Puṣkara gelehrte Ordnung der Handlungen nach Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda dar, die durch Wiederholung und Feueropfer Lebensgenuss und Befreiung bewirkt und Rāma unterrichtet wurde.
Puṣkara spricht:
33.RGV.9: Ich werde dir die nach jedem Veda auszuführenden Handlungen erklären. Höre zuerst die Ṛgveda-Ordnung, die Lebensgenuss und Befreiung gewährt.
33.RGV.10: Wer die Gāyatrī im Wasser oder beim Feueropfer wiederholt, dem erfülle sie den Herzenswunsch, besonders in Verbindung mit Atemregelung.
33.RGV.11: Zehntausend Wiederholungen der Gāyatrī durch einen nur nachts Essenden sollen alle Befleckung tilgen, Zweimalgeborener. Die weitere Wendung bahuhrādasya ist örtlich und in ihrem Bezug unsicher.
33.RGV.12: Wer opfergeeignete Nahrung zu sich nimmt und hunderttausend Wiederholungen vollzieht, soll Befreiung erlangen. Oṃ ist das höchste Brahman; seine Wiederholung tilge alle Verfehlung.
33.RGV.13: Wer bis zum Nabel im Wasser steht und Wasser trinkt, über dem Oṃ hundertmal wiederholt wurde, soll, Brahmane, von allen Verfehlungen frei werden.
33.RGV.14: Die drei Lautmaße entsprechen den drei Veden, drei Göttern und drei Feuern; die großen Vyāhṛtis den sieben Welten. Das Feueropfer soll alles Übel tilgen.
33.RGV.15: Die höchste Gāyatrī soll wiederholt werden, ebenso die großen Vyāhṛtis. Für die Rezitation im Wasser wird, Rāma, auch der Aghamarṣaṇa-Hymnus genannt.
33.RGV.16: „Agni preise ich, den vorangestellten Priester“: Dieser Hymnus hat das Feuer zur Gottheit. Wer ihn ein Jahr lang wiederholt und dabei Feuer auf dem Kopf trägt –
33.RGV.17: – soll zu den drei Tageszeiten opfern und von Almosen leben. Die anschließende, anscheinend auf das Entzünden des Feuers bezogene Wendung ist nicht sicher verständlich. Danach werden sieben Verse genannt, die mit vāyav ā yāhi beginnen. Die Feueraskese wird als historische Textaussage wiedergegeben, nicht als Übung empfohlen.
33.RGV.18: Wer diese gesammelt täglich wiederholt, soll die ersehnten Wünsche erreichen. Wer Einsicht wünscht, wiederhole täglich den Vers sadasas patim.
33.RGV.19: Neun Verse mit dem im Druck verkürzt beziehungsweise unsicher überlieferten Anfang aśveyo yantīmāḥ gelten als todabwendend. Ein Gefesselter oder Eingesperrter soll den Śunaḥśepa-Vers wiederholen.
33.RGV.20: Er soll von allen Verfehlungen frei, ein Kranker gesund werden. Wer dauerhaft den Wunsch hegt, Purandara als Freund zu gewinnen – ein Beiwort ist örtlich unsicher –
33.RGV.21: – soll ihn täglich mit den sechzehn Versen, die indrasya beginnen, verehren. Wer den als hiraṇyastūpa bezeichneten Text wiederholt, soll Feinde abwehren.
33.RGV.22: Der Reisende soll sicher sein, wenn er ye te panthāḥ wiederholt. Wer täglich Īśāna mit sechs Rudra-Versen preist – die Aussage setzt sich auf Seite 754 fort.
Quellenangaben im Druck: Zu den Hymnen werden Ṛgveda 1.1.1, 1.2.1, 1.18.6, 1.23.16, 1.24.13, 1.32.1, 1.35.11 und 1.43.1 angegeben. Dies sind die Nachweise der Vorlage; verkürzte Textanfänge wurden nicht durch neu eingesetzte Vollverse ersetzt.
Vedische Hymnen: Frieden, Einsicht und Schutz
Druckseite 754; Fortsetzung 33.RGV. Die Aussagen über Heilung, Schutz und Wunscherfüllung sind traditionelle Wirkungszuschreibungen des Textes.
33.RGV.23: Wer für Rudra gekochte Opferspeise bereitet, soll höchsten Frieden finden. Wer täglich die Sonne mit dem im Druck verkürzt wiedergegebenen Anfang ud… verehrt –
33.RGV.24: – bringt sieben Handvoll Wasser dar; dies soll seelisches Leid beseitigen. Der mit dviṣantam beginnende Halbvers wird im Zusammenhang mit dem Ertragen beziehungsweise Überwinden eines Feindes genannt; die genaue Satzfügung ist unsicher.
33.RGV.25: Der Übeltäter gerate innerhalb von sieben Nächten in Feindschaft. Wer Gesundheit wünscht oder krank ist, wiederhole den letzten Vers des Praskaṇva-Hymnus.
33.RGV.26: Auch dessen letzten Halbvers soll man in verschiedenen Sitzhaltungen wiederholen: bei Sonnenaufgang für unvergängliche Lebenskraft, mittags für Glanz.
33.RGV.27: Bei Sonnenuntergang soll die Wiederholung den Feind abwehren. Wer die mit upa und pra beginnenden Hymnen wiederholt, soll Feinde zügeln. Der erste Textanfang ist im Druck verkürzt.
33.RGV.28: Elf dem Suparṇa zugeordnete Verse werden für alle Wünsche genannt. Wer die geistbezogenen Verse mit dem Anfang ka wiederholt, soll Befreiung erlangen. Die nähere Abgrenzung der beiden Angaben bleibt im Druck knapp.
33.RGV.29: Mit ā no bhadrāḥ soll man langes Leben erlangen. Mit dem Hymnus tvaṃ soma betrachtet man den jungen Mond –
33.RGV.30: – und verehrt ihn mit Opferholz in der Hand; dies soll Gewänder bringen. Wer Lebensdauer wünscht, wiederhole stets den Kutsa zugeschriebenen Hymnus imam.
33.RGV.31: Wer den Tagesbringer mittags mit apa naḥ śośucat preist, soll Verfehlung abstreifen wie eine Hülle vom Schilfstängel.
33.RGV.32: Jātavedase wird als Segensgebet auf Reisen wiederholt: Man soll von jeder Furcht frei werden und heil nach Hause gelangen.
33.RGV.33: Nach Ablauf der Nacht soll derselbe Text böse Träume beseitigen. Die Wiederholung des Hymnus von pramandine bis zum Ende wird für die Lösung von Fesseln genannt.
33.RGV.34: Nach dem Bad wiederholt man die sieben an alle Götter gerichteten Verse, deren Anfang verkürzt als indrām erscheint. Dabei geklärte Butter darzubringen, soll alle Befleckung lösen.
33.RGV.35: Wer beständig imām wiederholt, soll die ersehnten Wünsche erlangen. Mit den beiden Versen mā nas toke soll der Reine nach dreitägigem Fasten –
33.RGV.36: – mit geklärter Butter versehene Udumbara-Opferhölzer darbringen; dies soll die Fesseln des Todes lösen und krankheitsfreies Leben gewähren.
33.RGV.37: Mit erhobenen Armen preist er damit Śamyu; der Bezug dieses Namens bleibt knapp. Wenn die Haarlocke unter dem Vers mā nas toke gebunden wird –
33.RGV.38: – soll der Mensch für alle Wesen unangreifbar werden. Mit citram verehrt man den Lichtspender zu den drei Tagesübergängen –
33.RGV.39: – mit Opferholz in der Hand; man soll den gewünschten Wohlstand erlangen. Wer atha svapna morgens und mittags wiederholt –
33.RGV.40: – soll jeden bösen Traum aufzehren und Gutes erlangen; ein Wort, das anscheinend auf Speisung verweist, ist örtlich unsicher. Ubhe punāmi wird als dämonenabwehrend bezeichnet.
33.RGV.41: Die mit ye devāsaḥ beginnenden Verse sollen Wünsche erfüllen. Mit na mā garan soll man einem gewalttätigen Angreifer entkommen.
33.RGV.42: Kathā śubha soll Vorrang unter den eigenen Angehörigen verleihen. Imaṃ naḥ somam wird für die Erfüllung aller Wünsche genannt.
33.RGV.43: Mit pituṃ nu verehrt man täglich die bereitstehende Nahrung. Wer auf Reisen ist, opfert geklärte Butter mit dem Hymnus agne naya –
33.RGV.44: – die anschließende Verheißung ist im Druck sprachlich beschädigt und wird nicht sicher ergänzt. Mit kaṅkato na sollen alle Gifte abgewehrt werden.
33.RGV.45: Mit yo jātaḥ soll man alle Wünsche erreichen; mit gaṇānāṃ tvā höchste Vollendung.
33.RGV.46: Yo me rājan ist ein Vers zur Beruhigung böser Träume. Wer auf dem Weg einen auffliegenden Vogel als Vorzeichen sieht – die Anweisung wird auf Seite 755 fortgesetzt.
Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: Ṛgveda 1.50.1; 1.50.13; 1.72.1; 1.74.1; 1.88.16; 1.89.1; 1.91.1; 1.94.1; 1.97.1; 1.99.1; 1.101.1; 1.106.1; 1.114.1; 1.114.8; 1.115.1; 1.120.12; 1.133.1; 1.139.11; 1.158.5; 1.165.1; 1.179.5; 1.187.1; 1.189.1; 1.191.1; 2.12.1; 2.23.1; 2.28.10. Die auffällige Angabe 1.88.16 wird als Druckangabe bewahrt und nicht als überprüfte moderne Konkordanz ausgegeben.
Vedische Anwendungen für Feldbau, Reise und Schutz
Druckseite 755; Fortsetzung 33.RGV.
33.RGV.47: – ob der Vogel unruhig oder ruhig erscheint, soll man kuvin mā go wiederholen. Wer den vortrefflichen geistbezogenen Hymnus aus 22 Versen wiederholt –
33.RGV.48: – gesammelt an den Fest- und Übergangstagen, soll die ersehnten Wünsche erreichen. Bei der Wiederholung des Hymnus kṛṇuṣva bringt man gesammelt geklärte Butter dar.
33.RGV.49: Dadurch, behauptet die Quelle, könne man Feinden das Leben nehmen und Rākṣasas vernichten. Mit dem Vers pari verehrt man täglich selbst das Feuer.
33.RGV.50: Das nach allen Seiten blickende Feuer soll ihn seinerseits von allen Seiten schützen. Mit haṃsaḥ śuciṣat schaut der Gereinigte auf den Tagesbringer.
33.RGV.51: Wer mit dem Feldbau beginnt, bringt inmitten des Feldes ordnungsgemäß gekochte Opferspeise mit den fünf Versen dar, deren Anfang im Druck als śunaṃ vāhāsti erscheint –
33.RGV.52: – an Indra, die Maruts, Parjanya und Bhaga. Der Landmann führt den Pflug entsprechend der jeweiligen Textaussage.
33.RGV.53: In Verbindung mit Getreide und Sītā, der Ackerfurche, folgt śunāsīrau (Ṛgveda 4.57.5). Diese Gottheiten werden mit Duftstoffen, Girlanden und Verneigungen verehrt.
33.RGV.54: Beim Säen, Schneiden und Einbringen vom Feld beziehungsweise zur Tenne soll das Tun nicht vergeblich sein; der Feldbau soll stets gedeihen. Die beiden letzten landwirtschaftlichen Ausdrücke sind knapp zusammengezogen.
33.RGV.55: Mit dem Hymnus samudrāt soll man vom Feuer die Erfüllung seiner Wünsche erhalten. Wer das Feuer mit den beiden Versen viśvāni naḥ ehrt –
33.RGV.56: – soll alle Gefahren überwinden, unvergänglichen Ruhm, großen Wohlstand und höchsten Sieg erlangen.
33.RGV.57: Wer mit agne tam preist, soll den gewünschten Wohlstand erhalten. Wer Nachkommenschaft wünscht, wiederhole täglich die drei Varuṇa zugeordneten Verse.
33.RGV.58: Das dem Atri zugeordnete Svasti-Gebet soll morgens als große Segenshandlung gesprochen werden. Mit svasti panthāḥ soll man heil seinen Weg gehen.
33.RGV.59: Vijihīṣva vanaspate wird mit der Bedrängung von Feinden verbunden; anschließend nennt der Vers die Lösung einer stockenden Geburt bei einer Frau. Die gedrängte Verbindung der beiden Anwendungen bleibt erhalten.
33.RGV.60: Wer Regen wünscht, wendet den Hymnus acchā vada an. Unter Nahrungsverzicht und mit nassen Gewändern soll sich bald Regen einstellen, behauptet die Quelle.
33.RGV.61: Wer Vieh wünscht, wiederhole manasaḥ kāmam; wer Nachkommenschaft wünscht, bade mit reinem Gelübde unter kardamena.
33.RGV.62: Wer Herrschaft wünscht, bade unter aśvapūrvām. Der Brahmane vollzieht das Bad vorschriftsmäßig auf einem roten Fell –
33.RGV.63: – der König auf einem Tigerfell und der Vaiśya auf einem Ziegenfell. Für jeden wird ein Feueropfer mit zehntausend Darbringungen genannt.
33.RGV.64: Mit dem Hymnus gāvaḥ verehrt man im Stall die Kuh als Mutter der Welt und geht zu den Kühen, wenn man ihren dauerhaften Bestand wünscht.
33.RGV.65: Der König bespricht die Kriegstrommel mit den drei Versen upa. Dies soll Glanz und Kraft verleihen und den Feind zügeln.
33.RGV.66: Mit Gras in der Hand wird ein dämonenabwehrender Hymnus wiederholt; die nähere Wendung zu den Räubern ist örtlich beschädigt. Der Vers ye ke ca me soll langes Leben verleihen.
33.RGV.67: Mit dem jīmūta-Hymnus werden die Teile des Heeres entsprechend den jeweiligen Aussagen besprochen. Dadurch soll der König seine Feinde in der Schlacht besiegen.
33.RGV.68: Drei mit agne beginnende Hymnen sollen unerschöpflichen Wohlstand verleihen. Mit amīvaha sollen die Wesen nachts in Schlaf versetzt werden.
33.RGV.69: An gefährlichem Aufenthaltsort, in einer schwer zugänglichen Befestigung, gebunden oder entkommen, auf der Flucht oder ergriffen, soll man diesen Hymnus wiederholen.
33.RGV.70: Nach dreinächtigem Fasten unter Selbstbeherrschung wird Milchreis als Opferspeise gekocht. Davon bringt man mit dem tryambaka-Vers volle hundert Gaben dar.
33.RGV.71: Auf Mahādeva ausgerichtet, soll man hundert Jahre glücklich leben. Nach dem Bad verehrt man den Tagesbringer mit tac cakṣuḥ –
33.RGV.72: – bei seinem Aufgang und mittags, wenn man lange leben möchte. Der Druck fügt in Klammern hinzu: „Mit diesen beiden weiteren Hymnen soll man großes Wohlergehen erlangen.“
Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: Ṛgveda 3.43.5; 3.55.1; 4.4.1; 4.10.1; 4.40.5; 4.57.4; 4.58.1; 5.4.9; 5.23.1; 5.51.11; 5.51.15; 5.78.5; 5.78.7; 5.82.1; 6.28.1; 6.47.29; 4.4.1; 6.52.15; 6.75.1; 7.1.1; 7.55.1; 7.59.12; 7.66.16. Die Stellenangaben und ungewöhnlichen Textanfänge werden als Angaben dieses Drucks wiedergegeben.
Vedische Anwendungen: Reinigung und Lebensschutz
Druckseite 756; Fortsetzung 33.RGV.
33.RGV.73: Der Hymnus indrāsomā wird als feindvernichtend bezeichnet. Wer aus Verblendung sein Gelübde verletzt oder mit außerhalb der Gelübdeordnung Stehenden verkehrt hat –
33.RGV.74: – fastet und bringt mit tvam agne vratapāḥ geklärte Butter dar. Mit dem Vers aditi und dem als sāmrāja bezeichneten Text soll man in einer Streitdebatte siegen.
33.RGV.75: Vier mit nahi beginnende Verse sollen von großer Furcht befreien. Der Vers yat soll alle Wünsche erfüllen.
33.RGV.76: 42 an Indra gerichtete Verse werden für die Vernichtung von Feinden genannt; mit dem Vers mahi soll man Gesundheit erlangen.
33.RGV.77: Wer nach dem Essen gesammelt und rein mit den beiden Versen śaṃ no bhava die Hand ans Herz legt, soll nicht von Krankheiten überwältigt werden.
33.RGV.78: Nach dem Bad wird mit ut tvā mandantu ein Feueropfer zur Tötung eines Feindes beschrieben. Mit tvaṃ no agne zu opfern, soll Nahrung bringen. Die unterschiedlichen Zielsetzungen werden nicht in eine einheitlich friedliche Bedeutung umgedeutet.
33.RGV.79: Der Hymnus kanyā vāḥ soll von Hautleiden befreien, Brahmane. Mit yad adya … vṛtrahan soll die Welt gefügig werden; der Textanfang ist im Druck stark zusammengezogen.
33.RGV.80: Mit yad vāk soll die Rede verfeinert werden; mit varcovidam soll man Sprachkraft erlangen.
33.RGV.81: Die Pāvamānī-Verse gelten als reinigend unter den reinigenden Texten. Dreißig dem Vaikhānasa zugeordnete Verse werden als besonders reinigend bezeichnet.
33.RGV.82: Ebenso werden 62 Verse mit pavasva genannt, bester Seher, zur Tilgung aller Befleckung, zur Reinigung und zum Heil.
33.RGV.83: Von svādiṣṭhayā an werden 67 Hymnen angegeben; diese Pāvamānīs sollen 610 Verse umfassen. Dies sind die Zählangaben der Vorlage.
33.RGV.84: Durch ihre Wiederholung und das zugehörige Feueropfer soll man die furchtbare Todesangst überwinden. Im Wasser wiederholt man āpo hi ṣṭhā, um Verfehlung und Furcht zu beseitigen.
33.RGV.85: Pra devatrā wird gesammelt in wüsten, trockenen Gegenden gesprochen. Bei Lebensgefahr soll man dadurch lange Lebensdauer gewinnen.
33.RGV.86: Den einzelnen Vers prāvepā mā wiederholt man nachts geistig; wenn die Nacht vergangen und die Sonne aufgegangen ist, soll man beim Würfelspiel gewinnen.
33.RGV.87: Wer sich verirrt hat, soll mit mā pra gāma den Weg finden. Wenn man glaubt, die Lebenszeit eines lieben Freundes gehe zu Ende –
33.RGV.88: – berührt man nach dem Bad dessen Kopf und wiederholt yat te yamam fünf Tage lang tausendmal. Dadurch, behauptet die Quelle, soll er lange Lebensdauer gewinnen.
33.RGV.89: Mit dem verkürzt als udī… bezeichneten Vers bringt man geklärte Butter tausendfach dar: im Kuhstall, wenn man Vieh wünscht, an einer Wegkreuzung, wenn man Nahrung wünscht.
33.RGV.90: Die Wiederholung von vayaḥ suparṇāḥ soll Wohlstand verleihen; die Übung des haviṣpāntīya soll von allen Verfehlungen befreien.
33.RGV.91: Seine Krankheiten sollen vergehen und sein Körperfeuer wachsen. Yā oṣadhīḥ wird als Segenshandlung zur Beseitigung aller Krankheiten bezeichnet.
33.RGV.92: Bṛhaspate prati wird für Regenwünsche angewendet. Der folgende Textanfang beziehungsweise Verweis sarvatra ist knapp; ebenso wird der Apratiratha-Hymnus als höchste Friedenshandlung genannt.
33.RGV.93: Der Kaśyapa zugeordnete, hier bhūtāṃśa genannte Text gilt für den Wunsch nach Nachkommenschaft; die Bezeichnung ist örtlich unsicher. Mit ahaṃ rudre… soll der Mensch redegewandt werden.
33.RGV.94: Wer als Wissender nachts den hier verkürzt bezeichneten Nachttext wiederholt, soll nicht erneut in einem Mutterschoß geboren werden. Wer nachts den Rātri-Hymnus spricht, soll die Nacht heil verbringen.
33.RGV.95: Kalpayanti wird täglich zur Abwehr feindlicher Schadenszauber gesprochen. In Klammern folgt: „Der große Dākṣāyaṇa-Hymnus verleiht Lebensdauer und Glanz.“
Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: Ṛgveda 7.104.1; 8.11.1; 8.18.6; 8.30.1; 8.32.6; 8.45.1; 8.47.1; 8.48.4; 8.64.1; 8.71.1; 8.91.1; 8.93.4; 8.100.10; 8.102.16; 9.66.1; 9.25.1; 9.1.1; 10.9.1; 10.30.1; 10.34.1; 10.57.1; 10.58.1; 10.61.1; 10.73.16; 10.88.1; 10.97.1; 10.98.1; 10.103.1; 10.106.1; 10.125.1; 10.127.1. Der letzte Fußnotennachweis erscheint als 10.130.46, ist aber örtlich unsicher. Auffällige Nachweise werden nicht stillschweigend berichtigt.
Abschluss der Ṛgveda-Anwendungen
Druckseite 757; Fortsetzung 33.RGV.
33.RGV.96: Wer sein Gelübde hält, wiederholt uta devāḥ gegen Krankheit. Ayam agne jari… wird bei Feuergefahr wiederholt.
33.RGV.97: Araṇyāni wird in Wäldern zur Abwehr der dortigen Furcht gesprochen. Im Zusammenhang mit zwei Brāhmī zugeordneten Hymnen werden Vacā, Brāhmī und Śatāvarī genannt –
33.RGV.98: – deren getrennte Einnahme mit Kuhbutter Einsicht und Glück verleihen soll. Śāsam beziehungsweise der als asapatna bezeichnete Text gilt für den Wunsch, in der Schlacht zu siegen. Die Kräutereinnahme ist eine historische Aussage der Vorlage, keine geprüfte Anwendungsempfehlung.
33.RGV.99: Brahmaṇāgniḥ saṃvidānam soll den Tod im Mutterleib verhindern. Der Gereinigte wiederholt apehi zur Abwehr böser Träume.
33.RGV.100: Mit tubhyedam soll man höchste Sammlung erreichen. Mayobhūr vātaḥ gilt als großes Segensgebet für Kühe.
33.RGV.101: Damit soll man Śambaras Zauber, Indrajāla und Täuschung abwehren. Mahi trīṇām avo’stu wird als Segensgebet auf Reisen wiederholt.
33.RGV.102: Mit prāgnaye wird die Vernichtung eines Feindes bezweckt. Mit dem Vāstoṣpati-Mantra werden die Gottheiten des Hauses verehrt.
33.RGV.103: Damit ist die Ordnung der Wiederholung erklärt; sie gilt besonders auch für das Feueropfer. Nach dessen Abschluss wird eine Gabe entrichtet. Das Feueropfer soll Verfehlung beruhigen.
33.RGV.104: Das Feueropfer wird durch Nahrung befriedet, die Nahrung durch Goldgabe ergänzt. Die Segenswünsche der Brahmanen sollen nicht vergeblich sein. Die abschließende Wendung über Altar beziehungsweise Bad ist örtlich unsicher.
33.RGV.105: Weißer Senf, Gerste, Getreide, Milch, Dickmilch, geklärte Butter und Opferhölzer von milchsaftführenden Bäumen werden für Feueropfer zur Wunscherfüllung genannt.
33.RGV.106: Der erste Halbvers nennt gefährliche Stoffe für schädigende Rituale. Die konkrete Giftstoffliste wird redaktionell nicht wiedergegeben. Im erhaltenen Fortgang werden für die entsprechende Ritualdisziplin unter anderem śaila – hier nicht sicher zu bestimmen –, Nahrung, geröstetes Getreidemehl und Milch genannt.
Unnummerierter Schluss: Es folgen Dickmilch, erbettelte Nahrung, Früchte, Wurzeln und Feldgetreide. Die anschließende Punktreihe steht im Druck. Damit endet das Ṛgvidhāna.
Nachweise der Vorlage: Ṛgveda 10.137.1; 10.142.1; 10.146.1; 10.152.1; 10.162.1; 10.164.1; 10.167.1; 10.169.1; 10.185.1; 10.187.1; 7.54.1.
Beginn der Yajurveda-Anwendungen
Neue Zählung 33.YJV.
33.YJV.1: Ich werde die Yajurveda-Ordnung darlegen, die Lebensgenuss und Befreiung gewährt. Höre, Rāma: Die großen Vyāhṛtis werden mit Oṃ am Anfang gesprochen.
33.YJV.2: Sie sollen alle Befleckung tilgen und alle Wünsche erfüllen. Mit tausend Gaben geklärter Butter verehrt der Verständige die Götter.
33.YJV.3: Dies soll, Rāma, das vom Herzen Ersehnte gewähren. Wer Frieden wünscht, verwendet Gerste; zur Tilgung von Verfehlung wird Sesam genannt.
33.YJV.4: Getreide und weißer Senf werden für alle Wünsche genannt; Udumbara-Opferholz wird für den Wunsch nach Vieh empfohlen.
33.YJV.5: Dickmilch gilt für den Wunsch nach Nahrung, Milch für Frieden, Apāmārga-Opferholz für viel Gold.
33.YJV.6: Wer eine junge Frau zur Ehe wünscht, opfert paarweise verbundene, mit Butter versehene Jāti-Blüten; für den Wunsch nach einem Dorf werden Sesam und Reis genannt.
33.YJV.7: Für Gefügigmachung nennt der erste Halbvers Śākhoṭa, Vāsā und Apāmārga. Der zweite beschreibt eine konkrete Giftmischung zur Erzeugung von Krankheit. Diese operative Angabe wird ausgelassen; Zweck und Quellenstelle bleiben kenntlich.
33.YJV.8: Der erste Halbvers setzt mit einer giftpflanzenbezogenen Tötungshandlung fort und wird redaktionell ausgelassen. Danach heißt es: Man fertige aus Reis eine Nachbildung des Königs an, Zweimalgeborener –
33.YJV.9: – und opfere tausendfach; der König solle dadurch gefügig werden. Blumen werden für Wohlstand genannt, Dūrvā-Gras für die Beseitigung von Krankheit.
33.YJV.10: Für geistigen Glanz wird ein im Druck unsicherer Stoffname genannt; die Variante vāsasaṃ verweist möglicherweise auf Gewandstoff. Die weitere Zeile nennt nach Westen gerichtete Opfer mit Spelzen, Dornen und Asche, ohne hier den Zweck eindeutig anzuschließen.
33.YJV.11: Federn von Krähe und Eule gelten für das Stiften von Zwietracht. Danach folgt eine andere Anwendung: Bei Mondaufgang opfert man Butter von einer braunen Kuh, Brahmane –
33.YJV.12: – und verbindet die Rückstände mit Vacā-Pulver. Dessen Einnahme nach tausendfacher Besprechung soll Einsicht verleihen. Die Variante nennt Vacā-Butter. Auch diese Einnahme wird nur als historische Aussage übersetzt.
33.YJV.13: Ein elf Fingerbreiten langer eiserner oder Khadira-Pflock wird unter der Formel „Du bist die Vernichtung des Feindes“ im Haus des Gegners eingegraben. Die Beschreibung setzt sich auf Seite 758 fort.
Redaktionelle Ausnahme dieser Seite: Die konkrete Giftstoffliste in 33.RGV.106a sowie die krankmachenden beziehungsweise tödlichen Giftanwendungen in 33.YJV.7b–8a sind in deutscher und beiden Sanskritfassungen gekennzeichnet ausgelassen. Die Originalnummern und die übrigen Halbverse bleiben erhalten.
Yajurveda-Anwendungen und Rudra-Verehrung
Druckseite 758; Fortsetzung 33.YJV.
33.YJV.14: Dies, so heißt es zum vorausgehenden Pflockritual, ist eine Vertreibungshandlung gegen Feinde. Mit dem als cakṣuṣyā bezeichneten Text soll verlorenes Augenlicht wiedergewonnen werden.
33.YJV.15: Der Abschnitt upayuñjate soll Nahrung verleihen. Mit tanūpā agne… (Druckverweis 3.17) und Dūrvā als Opfergabe soll man von Bedrängnis frei werden.
33.YJV.16: Ein Feueropfer mit Dickmilch und Butter unter bheṣajam asi soll Bedrängnisse des Viehs abwehren. Das Opfer mit triyambakaṃ yajāmahe soll Glück mehren.
33.YJV.17: Unter Nennung des Namens einer jungen Frau soll es deren Gewinnung zur Ehe bewirken. Wer den Mantra bei Gefahren stets wiederholt, soll, Brahmane, von Furcht frei werden.
33.YJV.18: Dhattūra-Blüten mit Butter als Feueropfer werden für die Erfüllung aller Wünsche genannt; Guggulu soll, Rāma, eine Traumvision Śaṅkaras ermöglichen. Dhattūra ist giftig; die historische Angabe ist keine praktische Empfehlung.
33.YJV.19: Die Wiederholung des Abschnitts yuñjate manaḥ soll langes Leben verleihen. Viṣṇo rarāṭam – so der auffällige Textanfang des Drucks – soll alle Hindernisse beseitigen –
33.YJV.20: – Dämonen abwehren, Ruhm und Sieg verleihen. Der verkürzte Anfang ayano agniḥ wird für Sieg in der Schlacht genannt.
33.YJV.21: Idam āpaḥ pravahata soll beim Bad Verfehlung abwaschen. Mit viśvakarman haviṣā wird eine zehn Fingerbreiten lange eiserne Nadel –
33.YJV.22: – an der Tür der jungen Frau eingegraben, damit sie keinem anderen zur Ehe gegeben werde. Ein Feueropfer mit deva savitar soll Nahrung verleihen.
33.YJV.23: Wer Kraft wünscht, opfert mit dem unsicheren Textanfang agre kṣo… Sesam, Gerste und Apāmārga-Körner, bester Brahmane, Kenner des Dharma. Eine Variante liest „Wohlstand“ statt „Kraft“.
33.YJV.24: Gorocanā wird tausendfach besprochen und als Stirnzeichen aufgetragen; dadurch soll man bei den Menschen beliebt werden.
33.YJV.25: Die Rudra-Verse sollen bei Wiederholung alles Übel tilgen; ihr Feueropfer gilt als vielseitig wirksam und überall Frieden spendend –
33.YJV.26: – für Ziegen und Schafe, Pferde, Elefanten und Kühe, Menschen und Könige, Kinder und Frauen –
33.YJV.27: – für Dörfer, Städte und Länder, Bhārgava, wenn sie bedrängt oder von Krankheit betroffen sind, Kenner des Dharma.
33.YJV.28: Bei Seuchen und feindlicher Bedrohung wird das Rudra-Feueropfer mit Milchreis und Butter als höchste Befriedung bezeichnet.
33.YJV.29: Ein Butteropfer mit den Kūṣmāṇḍa-Formeln soll alle Verfehlungen beseitigen. Wer nachts Getreidemehl, Gerstennahrung und Erbetteltes zu sich nimmt –
33.YJV.30: – und einen Monat lang außerhalb badet, soll von der Verfehlung des Brahmanentötens frei werden, bester Mensch. Mit madhu vātā zu opfern, soll alles Erwünschte verleihen.
33.YJV.31: Das Opfer mit dem verkürzten Anfang dadhi krāvṇā soll Söhne bringen; ghṛtavatī in Verbindung mit Butter soll Lebensdauer mehren.
33.YJV.32: Svasti na indraḥ gilt als Beseitigung aller Hindernisse; iha gāvaḥ prajāyadhvam als Mehrung des Gedeihens.
33.YJV.33: Tausend Buttergaben sollen Unglück beseitigen. Mit dem vollständigen Text devasya… und Apāmārga-Körnern als Gabe –
33.YJV.34: – soll man rasch von bösartigem Schadenszauber frei werden. Rudra yat te mit Palāśa-Opferholz soll Gold verleihen.
33.YJV.35: Bei bedrohlichen Feuerzeichen opfert man Reis unter śivo bhava. Yāḥ senāḥ wird als Abwehr der Furcht vor Räubern genannt.
33.YJV.36: Wer unter yo’smabhyam arātīyāt schwarzen Sesam tausendfach darbringt, soll, Brahmane, von bösartigem Schadenszauber frei werden.
33.YJV.37: Mit annenānnavatā zu opfern, soll Nahrung verleihen. Haṃsaḥ śuciṣat, im Wasser wiederholt, soll Übel tilgen.
33.YJV.38: Catvāri śṛṅgā gilt im Wasser als Tilgung aller Verfehlungen. Wer devā yajña… wiederholt, soll in Brahmās Welt geehrt werden.
33.YJV.39: Wer unter vasanta Butter darbringt, soll von Āditya eine Gabe empfangen. Bei suparṇo’si gilt eine Handlungsweise wie bei den Vyāhṛtis.
Yajurveda-Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: 3.56; 3.60; 5.14; 5.21; 5.27; 6.17; 8.6; 8.36; 27.22; 13.27; 23.22; 34.45; 25.29; 5.22; 11.45; 19.77; 11.80; 19.83; 10.23; 17.61; 19.12; 24.20; 12.4. Die abgekürzten Mantraanfänge werden entsprechend der Vorlage wiedergegeben, auch wo sie von geläufigeren Formen abweichen.
Weitere Yajurveda-Anwendungen für Schutz und Gedeihen
Druckseite 759; Fortsetzung 33.YJV.
33.YJV.40: Dreimal namaḥ sūta zu wiederholen, soll von Fesseln befreien. Drupadā wird dreimal im Wasser gesprochen und soll alle Verfehlung tilgen.
33.YJV.41: Iha gāvaḥ prajāyadhvam wird als einsichtsmehrender Mantra bezeichnet; er wird mit Butter, Dickmilch, Milch oder Milchreis als Feueropfer angewendet.
33.YJV.42: Śataṃ vaḥ (12.76) mit Blättern und Früchten als Opfergaben soll Gesundheit, Glück und langes Leben verleihen.
33.YJV.43: Oṣadhīḥ pratimodadhvam soll bei Aussaat und Ernte Erfolg bringen. Ein Milchreisopfer mit aśvāvatī soll Frieden verleihen.
33.YJV.44: Ucchuṣmā soll einen Gefangenen befreien. Mit yuvā suvāsāḥ soll man vortreffliche Gewänder erhalten.
33.YJV.45: Muñcantu mā śapathyā gilt als Abwehr alles Todbringenden. Mā māṃ hiṃsīḥ mit Butter als Feueropfer wird für die Vernichtung eines Feindes genannt.
33.YJV.46: Namo’stu sarvasarpebhyaḥ wird mit Butter und Milchreis verbunden. Kṛṇuṣva pājaḥ soll Schadenszauber vernichten.
33.YJV.47: Zehntausend Dūrvā-Stängel unter kāṇḍāt kāṇḍāt zu opfern, soll eine Seuche im Dorf oder Land zur Ruhe bringen.
33.YJV.48: Der Kranke soll von Krankheit, der Leidende von Leid frei werden. Udumbara-Opferholz mit madhuman no vanaspatiḥ –
33.YJV.49: – tausendfach darzubringen, soll dem Menschen, Rāma, Wohlstand, großes Glück und Sieg in Rechts- oder Geschäftsangelegenheiten verleihen.
33.YJV.50: Ein Feueropfer mit apāṃ garbham soll den Gott regnen lassen. Mit apāṃ tvem… (13.53) und Dickmilch, Butter und Honig als Gaben –
33.YJV.51: – soll man, Kenner des Dharma, unmittelbar starken Regen bewirken. Namas te rudra wird als Beseitigung aller Bedrängnisse genannt –
33.YJV.52: – als umfassende Befriedung und Tilgung schwerer Verfehlungen. Adhy avocat dient dem Schutz eines Kranken –
33.YJV.53: – der Dämonenabwehr, dem Ruhm, langem Leben und Gedeihen. Auf dem Weg soll die Wiederholung beim Ausstreuen weißen Senfs Wohlergehen bringen.
33.YJV.54: Mit asau yas tāmraḥ verehrt man täglich den Tagesbringer und blickt ihn morgens und abends unermüdlich an, Kenner des Dharma.
33.YJV.55: Dadurch soll man unerschöpfliche Nahrung und langes Leben erlangen. Mit den sechs Versen pra muñca dhanvanaḥ werden Waffen besprochen –
33.YJV.56: – um den Feinden im Kampf Furcht einzuflößen; die Quelle erklärt dies für zweifelsfrei. Mā no mahāntam gilt als Friedenshandlung für Kinder.
33.YJV.57: Mit den sieben Abschnitten von namo hiraṇyabāhave an wird Senf in scharfem Öl als feindvernichtendes Feueropfer beschrieben.
33.YJV.58: Hunderttausend Lotusopfer unter namo vaḥ kirikebhyaḥ sollen königliches Glück verleihen; mit Bilva-Gaben soll Gold erlangt werden.
33.YJV.59: Mit imā rudrāya und Sesam als Feueropfer soll Wohlstand gewonnen werden; ein weiteres Opfer mit Dūrvā soll von allen Krankheiten befreien.
33.YJV.60: Āśuḥ śiśānaḥ wird zum Schutz der Waffen und, Rāma, zur Vernichtung aller Feinde in der Schlacht genannt.
33.YJV.61: Mit den fünf Versen vājaś ca me werden tausend Buttergaben dargebracht; dies soll von Augenkrankheit befreien, Brahmane, Kenner des Dharma.
33.YJV.62: Ein häusliches Feueropfer mit śaṃ no vanaspate soll Mängel der Wohnstätte beheben. Agna āyūṃṣi mit Dūrvā und Butter soll bewirken, dass man von niemandem gehasst wird.
Unnummerierter Vers zwischen 62 und 64: Apāṃ phena (19.71) mit geröstetem Reis als Opfergabe soll Sieg verleihen. Wer in seinen Sinnesfähigkeiten beeinträchtigt ist, soll mit bhadra deren Vollständigkeit erlangen. Die erwartete Nummer 63 ist im Druck nicht sichtbar und wird nicht eingesetzt.
33.YJV.64: Agniś ca pṛthivī ca wird als vortreffliche Gefügigmachung bezeichnet. Mit adhvane soll man in Rechts- oder Geschäftsangelegenheiten siegen.
33.YJV.65: Brahma rājanyam soll beim Beginn eines Vorhabens Erfolg bewirken. Saṃvatsaro’si mit Butter und Öl als Feueropfer soll Krankheitsfreiheit verleihen.
Yajurveda-Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: 12.63; 20.20; 12.77; 12.81; 12.82; 12.90; 12.102; 13.6; 13.6; 13.20; 13.29; 13.30; 16.1; 16.5; 16.6; 16.9; 16.15; 16.17; 16.46; 16.48; 17.33; 18.1; 19.38; 15.29; 26.1; 26.1; 26.2; 27.45.
Abschluss der Yajurveda-Anwendungen
Druckseite 760; Fortsetzung 33.YJV. Mehrere Mantraanfänge sind verkürzt oder örtlich unsicher; die Übersetzung erweitert sie nicht zu vollständigen Formeln.
33.YJV.66: Ketuṃ kṛṇvan soll Sieg in der Schlacht mehren. Der im Druck als indro’sir me erscheinende Anfang wird beim Anlegen des Panzers verwendet.
33.YJV.67: Dhanvanā gā gilt beim Ergreifen des Bogens; ṛjīte wird bei der Besprechung der Pfeile genannt.
33.YJV.68: Der unsichere Anfang marmaś ca hirī… wird ebenfalls mit Pfeilen verbunden. Bahvīnāṃ pitā gilt als Köchermantra.
33.YJV.69: Yuñjanti wird beim Anschirren der Pferde gesprochen; āśuḥ śiśānaḥ beim Beginn des Auszugs.
33.YJV.70: Viṣṇoḥ krama gilt beim Besteigen des Wagens; ājaṅghanti beim Antreiben der Pferde.
33.YJV.71: Yāḥ senā abhītvarīḥ wird gegenüber dem feindlichen Heer gesprochen; dundubhyaḥ beim Schlagen der Kriegstrommel.
33.YJV.72: Wer so mit diesen Mantras zuvor Feueropfer vollzieht, soll siegreich werden. Durch zehn Millionen Opfergaben mit yamena dattam soll der Verständige –
33.YJV.73: – rasch einen Wagen hervorbringen, der Sieg in der Schlacht verleiht. Für ā kṛṣṇena gilt die Handlungsweise wie bei den Vyāhṛtis.
33.YJV.74: Durch Wiederholung des Śivasaṃkalpa soll man Sammlung des Geistes erlangen. Fünfhunderttausend Opfergaben unter pañca nadyaḥ sollen Glück verleihen.
33.YJV.75: Mit yad ābadhnan dākṣāyaṇāḥ tausendfach besprochenes Gold wird als Feinde abwehrender Schmuck getragen.
33.YJV.76: Unter imaṃ jīvebhyaḥ werden Steine und Erdklumpen in die vier Richtungen des Hauses geworfen; dadurch soll nachts keine Furcht vor Dieben bestehen.
33.YJV.77: Der örtlich unsichere Anfang pari me gāmineṣa wird als vortreffliche Gefügigmachung bezeichnet. Selbst ein Mensch, der zum Töten herankommt, soll dadurch gefügig werden.
33.YJV.78: Wem besprochene Speisen, Betel oder Blumen gegeben werden, der soll dem Gebenden rasch gefügig werden, Kenner des Dharma.
33.YJV.79: Śaṃ no mitraḥ śam soll stets und überall Frieden verleihen. Ein Feueropfer an einer Wegkreuzung unter gaṇānāṃ tvā gaṇapatim –
33.YJV.80: – mit sämtlichen Getreidearten soll die ganze Welt gefügig machen, behauptet die Quelle. Hiraṇyavarṇāḥ śucayaḥ gilt als Mantra für die rituelle Begießung.
33.YJV.81: Śaṃ no devīr abhiṣṭaye wird als vorzügliche Befriedung genannt. Mit ekacakra und anteiligen Buttergaben –
33.YJV.82: – soll man Beruhigung und Gnade der Grahas erlangen. Die beiden Verse gāvo bhagaḥ mit Butter als Opfergabe sollen Kühe verleihen.
33.YJV.83: Der im Druck unsichere Anfang pravādāṃśaḥ soma wird für ein Graha-Opfer genannt; devo vanaspatiḥ für ein Baumopfer.
33.YJV.84: Tad viṣṇoḥ paramaṃ padam gilt als Viṣṇu zugeordnete Gāyatrī, als Tilgung aller Verfehlungen und Erfüllung aller Wünsche.
Hier endet das Yajurvidhāna.
Yajurveda-Nachweise der Vorlage, in ihrer Reihenfolge: 29.37; 29.39; 29.46; 29.51; 29.42; 23.4; 12.5; 29.50; 11.77; 29.13; 33.43; 35.1; 34.11; 34.52; 35.15; 35.18; 36.9; 36.12; 28.73; 9.5.
Beginn der Sāmaveda-Anwendungen
Neue Zählung 33.SMV.
33.SMV.1: Die Yajurveda-Ordnung ist erklärt; nun werde ich die Ordnung der Sāman-Gesänge darlegen. Durch Wiederholung der Viṣṇu zugeordneten Sammlung und Feueropfer soll man alle Wünsche erlangen.
Unnummerierter Vers an der Stelle von 2: Durch sorgfältige Wiederholung der Chāndasī-Saṃhitā erfreut man Śaṅkara; durch die Skanda und den Ahnen zugeordneten Sammlungen soll man deren Gnade empfangen. Die erwartete Nummer 2 ist nicht gedruckt.
33.SMV.3: Yata indra bhayāmahe gilt als Tilgung der Verfehlung gewaltsamen Handelns. Wer sein Enthaltsamkeitsgelübde gebrochen hat, soll durch agnis tigma frei werden.
33.SMV.4: Parito ṣiñcatā sutam gilt als Tilgung aller Verfehlungen. Wer etwas verkauft hat, das nicht verkauft werden darf, wiederhole ghṛtavatī.
33.SMV.5: Adyā no deva savitar soll böse Träume beseitigen. Mit abodhy agniḥ wird Butter vorschriftsmäßig besprengt, Rāma –
33.SMV.6: – und mit dem Butterrest wird das Anlegen eines Gürtels verbunden, und zwar bei Frauen, die Fehlgeburten erleiden, bester Bhṛgu-Nachkomme.
33.SMV.7: Danach wird dem geborenen Kind ein Amulett umgebunden. Somaṃ rājānam soll, Brahmane, von Krankheiten befreien. Die Aussagen zu Schwangerschaft und Krankheit geben die Ritualtradition wieder, keine medizinisch geprüfte Wirkung.
Abschluss der Sāmaveda-Anwendungen
Druckseite 761; Fortsetzung 33.SMV.
33.SMV.8: Wer das Sarpa-Sāman anwendet, soll keine Furcht vor Schlangen haben. Mit dem örtlich unsicheren Anfang mādya vā vādyata tausendfach zu opfern –
33.SMV.9: – und ein Śatāvarī-Amulett anzulegen, soll Furcht vor Feinden abwehren; die Variante nennt Waffen. Mit dem Arka-Gesang des Dīrghatamas und Nahrung als Opfergabe soll man Wohlstand erlangen.
33.SMV.10: Mit dem unsicheren Textanfang saminyāyanti soll man nicht an Durst sterben; mit tvam imā oṣadhīḥ soll man von Krankheit verschont bleiben.
33.SMV.11: Das Devavrata auf Reisen zu wiederholen, soll von Ängsten befreien, Brahmane. Ein Feueropfer mit yad indro anayat gilt als glücksmehrend.
33.SMV.12: Bhago na citraḥ wird mit dem Auftragen von Augenschminke verbunden und soll, Rāma, Glück mehren; die Quelle erklärt dies für zweifelsfrei.
33.SMV.13: Auch die mit indra beginnende Versgruppe soll Glück mehren. Eine begehrte Frau lässt man pari priyā divaḥ kaviḥ hören –
33.SMV.14: – damit sie den Mann begehre, behauptet die Quelle. Rathantara und Vāmadevya gelten als Mehrung geistigen Glanzes.
33.SMV.15: Dem Kind wird täglich Vacā-Pulver mit Butter gegeben; nach Wiederholung des hier indram ihāsinam genannten Texts soll es das Gehörte behalten können. Diese historische Einnahmevorschrift wird nicht als Empfehlung für Kinder übernommen.
33.SMV.16: Ein Feueropfer und Wiederholung des Rathantara sollen einen Sohn verleihen. Mayi śrīḥ wird zur Mehrung von Glück und Wohlstand wiederholt.
33.SMV.17: Die tägliche Anwendung der achtteiligen Vairūpya-Gruppe soll Wohlstand bringen; der Saptārka soll alle Wünsche erfüllen.
33.SMV.18: Wer die Kühe morgens und abends unermüdlich mit dem verkürzten Anfang gavyeṣu śe verehrt, soll sie stets im Hause behalten.
33.SMV.19: Ein Droṇa Gerste mit Butter wird unter vāta āvātu bheṣajam vorschriftsmäßig geopfert; dies soll alle täuschende Zaubermacht abwehren.
33.SMV.20: Sesam wird mit dem hier pradevo dāsa genannten Text geopfert; die Wirkungsbezeichnung kāmeṇakṛntanam ist beschädigt und wird nicht sicher übersetzt. Es folgt abhi tvā pūrvapītaye, verbunden mit vaṣaṭ –
33.SMV.21: – und tausend Vāsaka-Opferhölzer sollen Sieg im Kampf verleihen. Der Verständige fertigt danach Teiggestalten von Elefanten, Pferden und Menschen an –
33.SMV.22: – bezogen auf die gegnerische Seite und ihre führenden Männer. Der folgende Ausdruck über die Bearbeitung der Teigfiguren in Teilen ist örtlich beschädigt; die Einzelhandlung wird nicht ergänzt.
33.SMV.23: Die Figuren werden mit Senföl versehen und vom Mantrakundigen unter abhi tvā śūra no numaḥ dem Feuer dargebracht.
33.SMV.24: Diese Handlung soll Sieg in der Schlacht bringen. Das Gāruḍa, das Vāmadevya, Rathantara und der im Druck Bṛhadratha genannte Gesang –
Unnummerierter Schluss: – werden als Tilgung aller Verfehlungen bezeichnet. Der Druck schließt mit einer Punktreihe. Hier endet das Sāmavidhāna.
Beginn der Atharvaveda-Anwendungen
Neue Zählung 33.ATV. Gaṇa bedeutet hier eine zusammengehörige Gruppe von Mantras oder Hymnen.
33.ATV.1: Die Ordnung der Sāman-Gesänge ist erklärt; nun werde ich die atharvanische Ordnung darlegen. Mit der Śāntātīya-Gruppe zu opfern, soll dem Menschen Frieden verleihen.
33.ATV.2: Die Bhaiṣajya-Gruppe gilt zur Beseitigung aller Krankheiten; mit der Trisaptīya-Gruppe soll man von allen Verfehlungen frei werden.
33.ATV.3: Mit der Abhaya-Gruppe zu opfern, soll überall Furchtlosigkeit verleihen. Es folgt die Aparājita-Gruppe, „die Unbesiegte“; die gedruckte Verheißung na kvacij jāyate ist offenbar beschädigt, sodass „nirgends besiegt werden“ nur eine sinngemäße Vermutung wäre.
33.ATV.4: Die Āyuṣya-Gruppe soll vorzeitigen Tod abwehren; die Svastyayana-Gruppe soll überall Wohlergehen bringen.
33.ATV.5: Die Atharva-Gruppe soll mit dem Guten verbinden; die Vāstoṣpatya-Gruppe soll Mängel der Wohnstätte beseitigen.
33.ATV.6: Ebenso soll die Rudra-Gruppe alle Fehler beseitigen. Mit diesen zehn Gruppen erfolgt das Feueropfer bei den achtzehn Friedenshandlungen. Die Zahlen werden entsprechend der Quelle bewahrt, ohne die knappe Aufzählung zu vervollständigen.
33.ATV.7: Die Friedenshandlungen gehören zu Viṣṇu, Indra, Brahmā, Rudra, Vāyu, Varuṇa, Kubera und Bhārgava –
33.ATV.8: – zu Prajāpati, Tvaṣṭṛ, Kumāra und Agni, zur Marut-Gruppe, zu den Gandharvas und zu Nirṛti –
33.ATV.9: – zu Aṅgiras, Yama und der Erde, wobei die letzte alle Wünsche gewähren soll. Der mit yas tvāṃ mṛtyuḥ… beginnende Text wird als todabwendend bezeichnet; eine Variante beginnt yat tvām.
Nachweise am Seitenfuß der Vorlage: 5.1.10; 20.7.4.1; 16.1.1.1; 8.1.1. Die mehrteilige Zählweise bleibt wie gedruckt erhalten.
Abschluss der Atharvaveda-Anwendungen
Druckseite 762; Fortsetzung 33.ATV.
33.ATV.10: Ein Feueropfer mit suparṇas tvā soll vor Schlangen schützen. Indreṇa dattam wird als Beseitigung aller Hindernisse genannt.
33.ATV.11: Imāṃ devī gilt als umfassende Befriedung; devā marutaḥ soll alle Wünsche erfüllen.
33.ATV.12: Amuṣya lokāt gilt als vorzügliche Beruhigung böser Träume. Indraṃ vayaṃ vaṇijam soll Gewinn im Handel verleihen.
33.ATV.13: Ein Feueropfer mit kāmo me rājā soll das Glück der Frauen mehren. Mit tubhyam eva jariman werden zehntausend Gaben dargebracht.
33.ATV.14: Agne gobhir naḥ wird für die Mehrung der Einsicht genannt; ein Opfer mit dhruvaṃ dhruveṇa für das Erlangen einer festen Stellung.
33.ATV.15: Yunakti sīrā vi yugā soll landwirtschaftlichen Ertrag bringen; ayaṃ te yoniḥ einen Sohn.
33.ATV.16: Ahaṃ te bhagaḥ soll Glück mehren; ye me pāśāḥ die Lösung von Fesseln bewirken.
33.ATV.17: Mit ahann ahan soll man durch Feueropfer und Wiederholung Feinde vernichten. Tvam uttamam soll Ruhm und Einsicht mehren.
33.ATV.18: Yathā mṛgavatī soll das Glück der Frauen mehren; der im Druck beschädigte Anfang yena dehī stidam wird für das Erlangen einer Schwangerschaft genannt.
33.ATV.19: Śivaḥ śivābhiḥ soll einen zornigen König besänftigen. Bṛhaspatir naḥ paripātu gilt als Segensgebet auf Reisen.
33.ATV.20: Die Wiederholung von muñcāmi tvā soll vorzeitigen Tod abwehren. Wer das Atharvaśiras studiert, soll von allen Verfehlungen frei werden.
33.ATV.21: Damit wurden dir einige wesentliche Anwendungen der Mantras erklärt. Als erste Opfergabe werden Hölzer der für Opfer geeigneten Bäume genannt –
33.ATV.22: – außerdem Butter, Reis, weißer Senf, ungebrochene Reiskörner, Sesam, Dickmilch und Milch, Bhārgava –
33.ATV.23: – Darbha, Dūrvā, Bilva und Lotus. Diese Stoffe werden allgemein als Frieden und Gedeihen fördernd bezeichnet.
33.ATV.24: Es folgt eine Liste einschließlich Giftstoffen für schädigende Rituale. Die konkrete Stoffzusammenstellung wird redaktionell ausgelassen; ihre Zuordnung zu Schadenshandlungen und die Versnummer bleiben erhalten.
Unnummerierter Schluss: Seherzuordnung, Gottheit, Versmaß und Anwendungserklärung sind zu beachten. Die anschließende Punktreihe steht im Druck. Hier endet das Atharvavidhāna.
Mṛtyuñjaya-Anwendung aus einem anderen Werk
Die Vorlage nennt das andere Werk hier nicht mit Titel. Neue Zählung 33.MRJ.
33.MRJ.1: Mit Reis zeichnet man ein quadratisches Maṇḍala von drei Ellen Größe, mit vier Toren, drei Begrenzungslinien und einem Lotus im Inneren.
33.MRJ.2: Es umfasst Bhairavīs, Bhairavas, Vollendungen, Richtungen, Nāgas und Nebengrahas, dazu Sitze und Nebensitze sowie die Richtungshüter und weitere Gottheiten.
33.MRJ.3: In den schönen Lotus zeichnet man 64 Gottheiten, auf jedes Blatt acht; „Vasus“ dient hier als Zahlenwort für acht.
33.MRJ.4: Mit Namensmantras, die mit Oṃ beginnen und mit namaḥ enden, verehrt man sie durch Duftstoffe, Blumen, ungebrochenen Reis, Räucherwerk, Licht und Speisegaben.
33.MRJ.5: Auf den Lotusblättern werden die alle Vorhaben begünstigenden Gottheiten verehrt. Eine Gestalt Tryambakas wird aus einem Pala oder einem halben Pala Gold angefertigt –
33.MRJ.6: – oder je nach Vermögen aus Kuhdung oder Rohzucker. Mit dem Mṛtyuñjaya-Mantra und den Ehrengaben wird sie verehrt.
33.MRJ.7: Am nördlichen Tor stellt man den Gott der Götter in einem Gefäß auf, Glücklicher, und wiederholt vor ihm den Mṛtyuñjaya-Mantra tausendmal.
33.MRJ.8: Der erste Ausdruck zur Wiederholungszahl oder Namensrezitation ist örtlich unsicher; besonders wird der Rudrādhyāya genannt. Alternativ können viele Brahmanen zehn Millionen, hunderttausend oder zehntausend Wiederholungen und weitere entsprechende Umfänge ausführen.
33.MRJ.9: Zuvor wird der König der Hindernisse, Gaṇeśa, angerufen, der alle Vorhaben gelingen lässt. Wer Herrschaft oder einen Sohn wünscht, führt die Verehrung sechs Monate lang aus.
33.MRJ.10: Wer die Vernichtung von Feinden wünscht, lässt sie bis zu einem Jahr ausführen. Wer von schweren Krankheiten bedrängt ist, verehrt sechs Monate lang.
33.MRJ.11: Wer unter Krankheit leidet, führt sie einen Monat oder einen halben Monat aus. Wer im Gefängnis oder in einer Festung gefesselt ist, soll von seinen Fesseln frei werden.
Lokale Quellenunsicherheit: Die Fußnote am unteren Seitenrand ist durch starke Farbverschiebung im Scan nicht zuverlässig lesbar. Sie wurde nicht aus Vermutung rekonstruiert.
Mṛtyuñjaya-Anwendung: Schutz und rituelle Begießung
Druckseite 763; Fortsetzung 33.MRJ.
33.MRJ.12: Die vorausgehende Monatsanwendung wird in einer knappen, örtlich unsicheren Wendung auf die doppelte Dauer bezogen. Wer von der Furcht vor schwerem Unheil ergriffen ist, soll diese Anwendung ausführen.
33.MRJ.13: Er soll nicht von furchtbarem Unheil und Bedrängnis getroffen werden, die aus schwerer Verfehlung und bösem Handeln hervorgehen.
33.MRJ.14: Durch diese Tryambaka genannte Anwendung soll solche Unheilsfurcht nicht entstehen; ein Wort ist im Druck beschädigt. Wenn ein Mensch inmitten dieses Maṇḍalas rituell begossen wird –
33.MRJ.15: – soll er fortan seine Feinde im Kampf sicher besiegen. Wer seine Herrschaft verloren hat, soll sie zurückgewinnen; selbst bei erschöpfter Lebenszeit soll er nicht sterben.
33.MRJ.16: Alle Grahas sollen ihre Bedrängung aufgeben und stets Frieden schaffen. Dies wird der Kraft der Anwendung zugeschrieben und von der Quelle für zweifelsfrei erklärt.
Eine weitere Tryambaka-Anwendung
Die originale Zählung 33.MRJ läuft weiter.
33.MRJ.17: Ich werde eine weitere geheime, Tryambaka genannte Anwendung darlegen: heilig, alle Ziele verwirklichend und alle Bedrängnisse beseitigend.
33.MRJ.18: Durch sie sollen alle Könige, Prinzen und Minister sowie die Bevölkerung der Länder – die entsprechende Wortform ist beschädigt – augenblicklich dem Ausführenden folgen.
33.MRJ.19: Auch Ungefügige sollen gefügig werden; die Quelle nennt abwertend Frauen, Śūdras und weitere Wesen. Selbst Feinde sollen durch die Kraft der Anwendung in seine Gewalt geraten. Diese soziale Wertung gehört zur historischen Vorlage.
33.MRJ.20: Alle seine Vorhaben sollen gelingen, selbst schwer erreichbare. Zuerst verehrt der Verständige vorschriftsmäßig Gaṇeśa.
33.MRJ.21: Elf aus Rohzucker gefertigte Liṅgas werden verehrt; falls diese fehlen, werden sorgfältig solche aus Erde verwendet.
33.MRJ.22: Mit roten Gewändern, Duftstoffen, Ehrengaben und Mantras wird ebenso die Göttin verehrt; die Caṇḍī wird nach Vorschrift gelesen.
33.MRJ.23: Es folgt die Wiederholung des Mṛtyuñjaya-Mantras „Oṃ juṃ saḥ“, des ewigen Tryambaka-Mantras. Die zusammengedruckte Zahlenangabe koṭilakṣārdhakam enthält „zehn Millionen“, „hunderttausend“ und „Hälfte“; ihre genaue Alternative oder Verknüpfung ist hier nicht sicher und wird nicht rechnerisch ergänzt.
33.MRJ.24: In einer vorschriftsmäßig angelegten sechseckigen oder dreieckigen Feuergrube wird das Feuer nach der eigenen häuslichen Ritualordnung eingesetzt.
33.MRJ.25: Ein Zehntel der Wiederholungszahl wird als Feueropfer mit Honig, Butter, Sesam und Senf dargebracht. Daneben zeichnet der Verständige mit Reis ein schönes Maṇḍala –
33.MRJ.26: – quadratisch, mit vier Toren, drei Begrenzungslinien und einem Lotus im Inneren, genau drei eigene Ellen groß, weder kleiner noch größer.
33.MRJ.27: In seiner Mitte entsteht ein schöner achtblättriger Lotus; auf jedem Blatt befinden sich acht Gottheiten –
33.MRJ.28: – Bhairavīs, Bhairavas, Vollendungen, Richtungen, Nāgas und Nebengrahas, verbunden mit Sitzen, Nebensitzen und den acht Richtungshütern.
33.MRJ.29: So werden 64 Gottheiten vorschriftsmäßig mit Reis aufgestellt und mit Duftstoffen, Blumen und verschiedenen Speisegaben –
33.MRJ.30: – sowie Namensmantras von Oṃ bis namaḥ verehrt. Am Osttor stehen Gaṇeśa und Indra, im Norden Śiva –
33.MRJ.31: – im Westen Varuṇa und im Süden Yama. Im Nordosten wird ein Gefäß mit Wasser heiliger Orte aufgestellt.
33.MRJ.32: Es wird mit dem Mṛtyuñjaya-Mantra hundertmal besprochen. Nach vorschriftsmäßiger Verehrung vollzieht der König die Verabschiedung.
33.MRJ.33: „Mögen alle Scharen der Gottheiten gehen, nachdem sie meine Verehrung angenommen haben, zur Erfüllung der erwünschten Früchte und um wiederzukommen.“
33.MRJ.34: Danach wird der Held begossen; er soll in der Schlacht siegen. Wenn diese Tryambaka-Anwendung mit Vertrauen ausgeführt wird –
33.MRJ.35: – soll durch Rudras Kraft die erwünschte Frucht entstehen. Bei mangelndem Vertrauen und geringer Ausführung sei auch die Frucht gering.
33.MRJ.36: Entsprechend dem eigenen Vermögen soll man große Fülle erlangen. Den Opferpriestern gibt man Gaben, damit die Anwendung vollständig gelingt.
33.MRJ.37: Besonders dem Lehrer gibt man nach Kräften, speist die Brahmanen nach Vermögen und isst selbst schweigend.
Damit endet die besondere Mṛtyuñjaya-Anwendung.
Besondere Verehrung eines irdenen Liṅgas aus einem anderen Werk
Die Quelle nennt auch hier keinen Werktitel. Neue Zählung 33.PAR.
33.PAR.1: Im Monat Kārttika, Mārgaśīrṣa, Māgha, Vaiśākha oder Śrāvaṇa, in der dunklen Monatshälfte, gilt die Ausführung des Gelübdes als günstig.
Verehrung der irdenen Liṅgas und Śivas acht Gestalten
Druckseite 764; Fortsetzung 33.PAR.
33.PAR.2: Man fertigt ein sogenanntes irdenes Liṅga, das Wohlstand verleihen soll. An einem günstigen Tag steht man morgens auf und meditiert vorschriftsmäßig über Śiva.
33.PAR.3: Man geht nach Osten, spricht den vortrefflichen Mantra namo gaṇebhyaḥ und nimmt sorgfältig Erde auf.
33.PAR.4: Es folgt ye pṛthivyām; nach dem Bad wird der Fünfsilbige wiederholt. Dann bringt man mit den Śiva-Mantras jeweils gesondert Sättigungswasser dar –
33.PAR.5: – für Śiva, Śarva, Ugra, Mṛḍa, Bhava, Śaśiśekhara, Śaṅkara und Maheśvara –
33.PAR.6: – an neunter Stelle Viśvarūpa, an zehnter Kapardin und zuletzt Tryambaka. Die Formeln beginnen mit Oṃ und enthalten „ich sättige“.
33.PAR.7: Nach den täglichen Handlungen und der Meditation über Maheśvara fertigt der Verständige elf, acht oder fünf Liṅgas.
33.PAR.8: Sie werden mit dem im Druck verkürzt angegebenen Text …devebhyo ye divi besprochen und mit mā nas toke durch Wasser besprengt.
33.PAR.9: Unter ye pṛthivyām stellt man die Sitze vor. „Oṃ, Verehrung der Erhabenen, der Göttin Umā, Śaṅkaras –
33.PAR.10: – Geliebter, Verehrung“: Damit wird die Mutter auf der linken Seite eingesetzt. Danach führt man gesammelt den Nyāsa am eigenen Körper aus.
33.PAR.11: Śiva an der Stirn, Rudra an der Kehle, Īśāna in der Nabelgegend und Śaṅkara an den Knien –
33.PAR.12: – den Alldurchdringenden im verborgenen Körperbereich. Danach erfolgen die fünf Gliederzuordnungen mit den fünf Brahma-Mantras auch an den Liṅgas.
33.PAR.13: Man meditiert über den Gott als Wohnstatt des Glückverheißenden, jugendlich und überaus schön, gemeinsam mit Umā am Fuß des Wunscherfüllungsbaums sitzend.
33.PAR.14: Nach dieser Meditation spricht man sahasrāṇi sahasraśaḥ. Mit hiraṇyabāhave wird das Gewand, mit śambhavāya der Schmuck dargebracht.
33.PAR.15: Mit dhṛṣṇave das Obergewand, mit kirikebhyaḥ die heilige Schnur; mit namaḥ śvabhyaḥ Duft, mit pāryāya Blumen.
33.PAR.16: Mit namaḥ kapardine Räucherwerk, mit nama āśave Licht, mit babhluśāya Speise und mit parṇyāya ein Blatt.
33.PAR.17: Mit te tejāṃsi erfolgt das Schwenklicht, mit eṣa te die Umrundung, mit namo’stu die Verneigung. Dies ist die Ordnung der Rudra-Verehrung.
33.PAR.18: Wenn die passende Zeit fehlt, können stattdessen acht Ehrengaben mit dem fünf- oder zehnsilbigen Mantra dargebracht werden.
33.PAR.19: „Namaḥ śivāya“ gilt als der Fünfsilbige. Der andere setzt sich aus „oṃ namo bhaga“, „vate“ und „rudrāya“ zusammen –
33.PAR.20: – also „Oṃ namo bhagavate rudrāya“, der zehnsilbige Mantra, der alle erwünschten Früchte gewähren soll. Duft, Blumen, Speise, Räucherwerk und Licht –
33.PAR.21: – Betel, Verneigung und Umrundung sind die acht Ehrengaben. Danach bittet man den Herrn der Gaurī um Verzeihung.
33.PAR.22: Anschließend werden die acht Gestalten verehrt: Śarva als Erdgestalt – die gedruckte Form citi ist auffällig –, Bhava als Wassergestalt, jeweils mit namaḥ.
33.PAR.23: Rudra als Feuergestalt, Ugra als Windgestalt, danach Bhīma –
33.PAR.24: – als Raumgestalt und Paśupati als Gestalt des Opferherrn. Die Gottheitsnamen stehen in der grammatischen Form „dem …“.
33.PAR.25: Danach Mahādeva als Mondgestalt und Īśāna als Sonnengestalt, jeweils mit Verehrung.
33.PAR.26: Śaṅkaras acht Gestalten werden gegen den Uhrzeigersinn verehrt. Nun werde ich den Liṅga-Hymnus erklären; höre diesen vortrefflichen Tilger der Verfehlungen.
Beginn des Liṅga-Hymnus
Die originale Zählung läuft weiter.
33.PAR.27: Allwissender, große Seele, deren einziges Wirken das Schenken von Wissen und verwirklichter Erkenntnis ist: Verehrung dir, Herr der Götter, der sich dem Wohl aller Wesen widmet.
33.PAR.28: Du besitzt unendlichen Ruhm, ruhst auf dem unendlichen Sitz und genießt unendlichen Glanz. Höchster Herr, Verehrung dir.
33.PAR.29: Vielgestaltiger, Großgestaltiger, Höchster unter allen Gestalten: Die folgende Anrede verbindet die gebundenen Wesen und ihre Fesseln mit einem Meer, ist aber im Druck beschädigt und wird nicht sicher ergänzt. Du mit dem festen Gelübde, Verehrung dir.
Abschluss des Liṅga-Hymnus
Druckseite 765; Fortsetzung 33.PAR.
33.PAR.30: Du bist das Höhere und das Niedere und gehst über das Höchste hinaus; du bewirkst Entstehung und Bestand, bist der Weg zur Verwirklichung aller Ziele. Herr des Alls, Verehrung dir.
33.PAR.31: Deiner Natur nach von reiner Gestalt, Beseitiger aller Krankheiten, Yoga der Yogis, großer Yoga, Herr des Yoga: Verehrung dir.
33.PAR.32: Nach der Einsetzung des Liṅgas soll dieser Hymnus gesprochen werden. Wer stets diesen heiligen Liṅga-Hymnus hört –
33.PAR.33: – soll nicht erneut im Saṃsāra geboren werden, sondern die bleibende Stätte erreichen. Daher soll man dem Liṅga-Lob mit aller Sorgfalt lauschen.
33.PAR.34: Von der Hülle der Verfehlung befreit, soll man die höchste Stätte erreichen. Nach diesem Lob und längerem Gebet spricht man die folgende Formel.
Bitte um Verzeihung
Die originale Zählung läuft weiter.
33.PAR.35: Großer Herr, wenn ich dich unvollständig, mit fehlenden Handlungen oder ohne rechte Kenntnis der Ordnung verehrt habe: Vergib, Gott, was aus Verwirrung geschah.
33.PAR.36: Wenn ich dich mit beschädigten, beiseitegelegten oder durch unreine Gesinnung beeinträchtigten Blumen verehrt habe, an denen Haare, Insekten und dergleichen hafteten, Herr –
33.PAR.37: – mit einem anderswo gebundenen Geist, mit mangelhafter Handlung oder mit unreinen Gedanken, Worten und Taten, Dreiäugiger –
33.PAR.38: – und wenn ich Ehrungswasser und andere Gaben aus einem beschädigten Gefäß oder in dumpfer Verfassung dargebracht habe: Vergib mir dies, Herr.
33.PAR.39: Wenn ich dich, großer Gott, mit einem Mantra verehrt habe, dem Laute fehlten, oder mit einer mangelhaften Blume: All dies möge mir verziehen werden.
Unnummerierter Schluss: Möge das Gelübde zur Vollständigkeit gelangen und seine Frucht für mich unvergänglich sein. Es folgt eine Punktreihe im Druck.
Gebet gegen Furcht
Neue Zählung 33.BHN.
33.BHN.1: Geliebter der Gaurī, Feind des Kāma, der das Kālakūṭa-Gift verschlang: Hebe mich aus dem Meer der Not empor, Vernichter der drei Städte, Beender des Todes.
33.BHN.2: Schütze, schütze mich, großer Gott, alleiniger Ernährer deiner Verehrer. Entferne heute die Furcht: Warum hält sie noch an?
Prosaabschluss: Durch dieses Gedenken soll die Furcht schwinden.
Gebet gegen Not
Neue Zählung 33.APD.
33.APD.1: Weg zur Verwirklichung aller Ziele, Geber aller Fülle, Abhilfe gegen jede Not: Mondgekrönter, Verehrung dir.
Damit endet das Gebet gegen Not.
Yantra zum Schutz eines Kindes
Neue Zählung 33.BRY.
33.BRY.1: Die Zeichenanordnung beginnt mit Oṃ und enthält zwei la-Laute, Wasser- und weitere Lautbezeichnungen sowie das Māyā-Bīja. Die erste Vershälfte ist in mehreren Einzelzeichen unsicher und enthält bereits eine eingeklammerte Lesung; deshalb wird keine verlässliche Zeichenfolge oder nachzeichnungsfähige Anordnung daraus hergestellt. Die Zielperson wird umschlossen; außen werden mundartige Formen und Halbmonde genannt. Das Yantra soll das Weinen des Kindes sogleich beruhigen, so die historische Zuschreibung.
Kubera-Yantra
Neue Zählung 33.KUB.
33.KUB.1: In der Lotusmitte steht Oṃ mit dem Namen der Zielperson im Inneren. Auf die acht Blätter werden außen jeweils vier Laute des Kubera-Mantras geschrieben.
33.KUB.2: Man umgibt dies mit ayā te agne samidhā – der Druck nennt 4.4.25 – und den Alphabetlauten. In die Ecken des Erdquadrats kommt ṭhaṃ, in die Hauptrichtungen vaṃ.
33.KUB.3: Dieses Kubera-Yantra gilt als vorzüglicher Schutz und soll unregelmäßige Fieber, darunter Viertagefieber, rasch beseitigen. Dies ist eine Quellenbehauptung, keine Heilgarantie.
Zwei Formeln zur Befreiung aus Gefangenschaft
Erste Formel: „Oṃ hrīṃ klīṃ kālike amukasya bandīmokṣaṃ kuru kuru svāhā“ – „Oṃ hrīṃ klīṃ, Kālikā, bewirke für den so Genannten die Befreiung aus Gefangenschaft, bewirke sie; svāhā.“
Zweite Formel: „Geliebter der Gaurī, Feind des Kāma, Bezwinger des Kālakūṭa-Gifts; dem, der die Finsternis der drei Städte beendet und die Fesseln zerstört.“ Die letzte Hälfte wechselt im Sanskrit zur Dativform. Durch Wiederholung beider Formeln soll Gefangenschaft enden.
Beginn des Bhūrivijaya-Mantras
Die unnummerierte Formel beginnt bhagaṃ bhagaṃ kṣobhaya mohaya… und endet klinnasya śarīre huṃ phaṭ svāhā. Sie enthält Aufforderungen zum Erregen und Verblenden; die mittleren Verben erscheinen als khedaya kledaya, „bedränge, durchfeuchte“, sind aber örtlich unsicher. Auch der Bezug von bhagam und „im Körper des Befeuchteten“ bleibt ohne den Fortgang unklar. Die Vorlage zählt 26 Laute; aus den Unsicherheiten wird kein normalisierter Mantra hergestellt.
Neue Zählung 33.BHV.
33.BHV.1: Dieser herrliche, vorzügliche Mantra ist in den drei Welten bekannt. Der Gott selbst hat ihn unter dem Namen Bhūrijaya, „reichlicher Sieg“, verkündet.
33.BHV.2: Für unglückliche Menschen ohne Vermögen, du Schönantlitzige, für solche ohne Einsicht und Glanz und ohne Wissen und Vorzüge – die Aussage wird auf Seite 766 fortgesetzt.
Abschluss des Bhūrijaya-Abschnitts
Druckseite 766; Fortsetzung 33.BHV.
33.BHV.3: Durch seine Wiederholung soll der Mensch all dies erlangen. Was ihm fehlt, das soll ihm durch die Wiederholung zuteilwerden.
Ratnadhārā-Mantra
Formel: „Ratna ratna mahāratnadhārāya svāhā“ – „Edelstein, Edelstein; dem großen Edelsteinstrom svāhā.“ Prajāpati ist Seher, Gāyatrī das Versmaß, Ratnadhāra die Gottheit. Die Anwendung gilt dem Erlangen eines Edelsteinstroms.
Man wiederholt den Mantra und meditiert über die Gottheit, die dem Übenden mit beiden Händen Edelsteine herabregnen lässt, geschmückt mit Halskette, Krone und Juwelen. Dies soll großen Edelsteinreichtum verleihen.
Kubera-Mantras und Feueropfer
Die Formeln lauten: „Vaiśravaṇāya svāhā“, „Yakṣeśāya svāhā“, „Piṅgalāya svāhā“, „Vitteśāya svāhā“, „Kuberāya svāhā“, „Dhanadāya svāhā“, „Rājarājāya svāhā“, danach „bhūḥ svāhā“, „bhuvaḥ svāhā“, „svaḥ svāhā“ und „bhūr bhuvaḥ svāhā“.
Die Namen ehren Vaiśravaṇa, den Herrn der Yakṣas, den Bräunlichen, den Herrn des Reichtums, Kubera, den Wohlstandgeber und den König der Könige. Die letzten Formeln nennen Erde, Zwischenraum und Himmel. Der Druck spricht von zehn Mantras, obwohl die ausgeschriebene Liste elf Formeln enthält; die Differenz wird bewahrt.
Meditation und Opferprosa: Kubera wird unter einem Banyanbaum auf goldenem Sitz vorgestellt, goldfarben und großbäuchig, mit juwelengeschmückten Begleitern und Schätzen. Die zusammengesetzte Beschreibung seiner Hände und des Behälters ist örtlich unsicher. Nach dem Vaiśvadeva-Ritual wird das Feuer eingeladen; mit den Mantras werden jeweils zehn mit Butter versehene Banyan-Opferhölzer dargebracht. Dies soll großen Wohlstand verleihen. Alternativ nennt der Text Milchreis mit Butter oder Bilva-Opferholz mit Butter.
Ghaṇṭākarṇa-Formel
„Ghaṇṭākarṇa, ungleichäugiger, furchterregender Gott mit weit geöffnetem Mund: Vernichte die Schar der Hautbläschen, schütze, schütze, Mächtiger!“ Wasser wird damit 32-mal besprochen und getrunken; es soll die Bläschen beseitigen. Die medizinische Wirkung wird hier lediglich als historische Zuschreibung wiedergegeben.
Hanumān: Beginn der fünffachen Gestalt
Der folgende Abschnitt führt die Ordnung des fünffachen Hanumān-Mantras auf das Hanumadrahasya zurück. Brahmā ist Seher, Gāyatrī das Versmaß und Hanumān als fünffache kosmische Gestalt und höchstes Selbst die Gottheit. Hāṃ ist der Keim, hrīṃ die Kraft, hūṃ der Verschluss. Die Anwendung soll das Erwünschte verwirklichen. Mit dem Māyā-Bīja in sechs langen Vokalformen erfolgt der sechsgliedrige Nyāsa; danach meditiert man.
Neue Zählung 33.HND.
33.HND.1: Nun werde ich die Meditation darlegen. Höre, du an allen Gliedern Schöne, meine vortreffliche Meditation über Hanumān, den Gott der Götter.
33.HND.2: Er hat fünf Gesichter, ist überaus furchtbar, besitzt fünfzehn Augen und zehn Arme und soll alle gewünschten Ziele verwirklichen.
33.HND.3: Das östliche Affengesicht leuchtet wie zehn Millionen Sonnen; sein Mund ist durch Fangzähne furchtbar, sein Blick unter zusammengezogenen Brauen streng.
33.HND.4: Das südliche Gesicht ist das wunderbare Narasiṃha-Gesicht, von überaus gewaltiger Leuchtkraft, schrecklich und Furcht vernichtend.
33.HND.5: Das westliche ist Garuḍas Gesicht mit diamantfestem Schnabel, mächtig, alle Krankheiten beruhigend und Giftleiden abwehrend. Eine Variante liest „alle Schlangen“ statt „alle Krankheiten“.
33.HND.6: Das nördliche ist das Ebergesicht, dunkel und strahlend wie der Himmel. Es durchbricht die Winde der Unterwelt und schneidet Fieberleiden ab; die Varianten verändern die Beschreibung dieser Wirkung.
33.HND.7: Nach oben blickt das furchtbare Pferdegesicht, das die Dānavas beendet. Mit einem Gesicht wird der sehr mächtige Tāraka genannt, bester Brahmane –
33.HND.8: – der Satz über seine Unterwerfung beziehungsweise Zuflucht ist im Druck nicht eindeutig; die Gestalt wird als höchster Vernichter aller Feinde beschrieben. Sie trägt Schwert, Dreizack, Schädelstab, Schlinge, Elefantenhaken und Berg –
33.HND.9: – außerdem nennt die örtlich unsichere Waffenreihe Faust, Keule und Schädel. Mit zehn Armen trägt er diese Waffenarten; ihn verehren wir, bester Weiser.
33.HND.10: Er sitzt auf einem Totensitz, trägt allen Schmuck, himmlische Girlanden und Gewänder und ist mit himmlischen Duftstoffen gesalbt.
Unnummerierte Ergänzung: Den Gott voller Herrlichkeit, unendlich, mit Gesichtern nach allen Seiten. Es folgt eine Punktreihe im Druck.
33.HND.11: Unablässig erinnere ich mich im Geist an den ursprünglichen, gelbbraunäugigen, fünffachen und unerschütterlichen Besten der Affenkönige, mit Gesichtern vieler wunderbarer Kräfte, ein schönes Muschelhorn tragend, geschmückt mit gelben Gewändern, Kronen und weiterem Schmuck. Der lange Gesichtskompositum bleibt in seiner genauen Gliederung unsicher.
33.HND.12: Affenherr voller Tatkraft, Vernichter aller Welten: Vernichte die Feinde, schütze mich und gewähre mir Glück und Wohlstand.
Die Anrufungen der fünf Gesichter
Die Prosa nummeriert die Formeln in Klammern; diese werden nicht als zusätzliche Verse gezählt.
(1) Osten: „Oṃ, Verehrung dem Fünfgesichtigen, der mit dem östlichen Affengesicht alle Feinde vernichtet, dem überaus Mächtigen, svāhā.“
(2) Süden: „Oṃ, Verehrung dem Fünfgesichtigen, der mit dem südlichen Gesicht der furchtbare Narasiṃha ist und alle Bhūtas niederwirft, svāhā.“
(3) Westen, Beginn: „Oṃ, Verehrung dem Fünfgesichtigen, mit dem westlichen Gesicht …“ Die Formel geht auf Seite 767 weiter.
Abschluss der fünf Gesichtsformeln
Druckseite 767; Fortsetzung der unnummerierten Hanumān-Ritualprosa.
(3) Westen, Fortsetzung: „… dem heldenhaften Garuḍa, der jedes Gift beseitigt, svāhā.“
(4) Norden: „Oṃ, Verehrung dem Fünfgesichtigen, der mit dem nördlichen Gesicht der ursprüngliche Eber ist und alles gefügig macht, svāhā.“
(5) Oben: „Oṃ, Verehrung dem Fünfgesichtigen, der mit dem nach oben gerichteten Gesicht der Gott Hanumān ist, alle Menschen gefügig macht, dem großen Gott, svāhā.“ Die Formel nennt hier Hanumān; dies wird trotz des zuvor beschriebenen Pferdegesichts nicht harmonisiert.
Durch Wiederholung dieser fünf Mantras sollen alle Vorhaben gelingen.
Vibhīṣaṇas Frage und Tārkṣyas Antwort
Neue Zählung 33.HNR. Vibhīṣaṇa spricht:
33.HNR.1: Erhabener Tārkṣya, König der Vögel, erkläre die Ordnung Hanumāns, die Überlieferung seines ehrwürdigen Mantras mit Haupt- und Nebengliedern.
Tārkṣya spricht:
33.HNR.2: Ich erkläre das höchste Geheimnis der Mantras des Windsohns. Schon durch dessen Kenntnis soll Hanumān sehr erfreut werden.
33.HNR.3: Nach Oṃ wird eine als „Sonnen-Kalā“ bezeichnete Lautkomponente mit Bindu darüber genannt. Ramā und Māyā werden mit den als Manu und „vierter Vokal“ bezeichneten Lauten verbunden. Die Syntax dieser verschlüsselten Anweisung ist örtlich unsicher.
33.HNR.4: Es folgen wiederum Bindus sowie eine mit Śiva beginnende Waffenlaut-Komponente. Die nächste Verbindung nennt Jayā und Śivas Vokal; die genaue Auflösung bleibt unsicher.
33.HNR.5: Davor wird kha mit der Waffenkomponente gesprochen, mit Feuer, dem Vokal des Dreizackträgers und Bindu verbunden.
33.HNR.6: Danach nennt man Śiva, mit dem Mond verbunden, auf Feuer stehend, mit Manus Vokal und Bindu darüber geschmückt.
33.HNR.7: Es folgt eine mit sa beginnende Verbindung mit Mond und Leerraumlaut, dem vorletzten Laut der Pa-Reihe, Feuer und dem Anfang von Vāc. Die komprimierte Konstruktion wird nicht zu einer spekulativen Bījafolge aufgelöst.
33.HNR.8: Dazu kommt Bindu; anschließend eine Śiva-Komponente auf dem Mond, mit Bindu und Śakras Vokal. So wird der Mantra als mit Rudras Bīja beginnend bezeichnet.
33.HNR.9: Danach spricht man die Verehrungsformel namaḥ, Hanumāns Namen im Dativ, „mein“ und „des anderen“ im Genitiv.
33.HNR.10: Es folgt „und“, dann die Reihe Schwindsucht, Kuṣṭha – ein historischer Sammelbegriff für schwere Hautleiden –, Drüsenschwellungen, Bläschen, Wundfieber und eintägiges Fieber –
33.HNR.11: – zweitägiges, dreitägiges, viertägiges und anhaltendes Fieber, danach Sannipāta-Fieber, das in der historischen Medizin mit dem Zusammenwirken der Doṣas verbunden wird –
33.HNR.12: – Fieber durch Geister, Fieber durch Mantras, stechende Schmerzen, Fisteln, erschwertes Wasserlassen, Kopf- und Ohrenschmerzen –
33.HNR.13: – Augen-, Bauch-, Hand- und Fußschmerzen und alle weiteren Krankheiten; anschließend die Worte „in einem Augenblick“.
33.HNR.14: Je zweimal werden bhindhi, „spalte“, chindhi, „schneide“, nāśaya, „vernichte“, nikṛntaya, „schneide ab“, und chedaya, „zertrenne“, gesprochen.
33.HNR.15: Zweimal bhedaya, „zerteile“, dann „großer Held Hanumān“, zweimal der Laut hā und zweimal die Schutzpanzerformel.
33.HNR.16: Danach nennt der örtlich beschädigte Text eine weitere doppelte Komponente und Bījas mit dem zweiten, fünften und sechsten Vokal, Schutzpanzer und Feuer-Abschluss. Die genaue Folge wird nicht ergänzt.
33.HNR.17: Der Mantra wird als 165-lautig bezeichnet. Menschen sollen ihn zur Beruhigung von Krankheiten beständig wiederholen.
Ausgeschriebene Formel der Vorlage: Sie beginnt mit Oṃ und einer örtlich unsicheren Bījafolge. Der sichere sprachliche Kern lautet: „Namo hanumate mama parasya ca … sarvavyādhīn kṣaṇena bhindhi bhindhi, chindhi chindhi, nāśaya nāśaya, nikṛntaya nikṛntaya, chedaya chedaya, bhedaya bhedaya, mahāvīra hanūman … phaṭ svāhā.“ Die Auslassung nach „des anderen“ umfasst die vollständig in 33.HNR.10–13 übersetzte Krankheitsliste; diese steht ausgeschrieben in den Sanskritfassungen. Die anfänglichen und abschließenden unsicheren Bījas sind dort eigens markiert. Sinngemäß bittet die Formel Hanumān, die genannten Leiden des Sprechers und eines anderen augenblicklich zu zerschneiden und zu beseitigen. Die Zahl 165 bleibt die Angabe des Drucks.
Anwendung mit Asche
Neue gedruckte Zählung 33.HNA.
33.HNA.1: Der Verständige nimmt Asche, bespricht sie auf diese Weise dreimal und gibt sie weiter. Die im Mantra genannten Krankheiten sollen auf Hanumāns Geheiß vergehen. Dies ist eine rituelle Wirkungsbehauptung der Quelle.
Ein weiterer Hanumān-Mantra
Neue Zählung 33.HNB.
33.HNB.1: Ich werde kurz einen weiteren Mantra des Windsohns erklären, zum Wohl aller Menschen, der unmittelbar Gewissheit beziehungsweise sichtbare Wirkung schaffen soll.
33.HNB.2: Zuerst spricht man den Veda-Anfang Oṃ, danach Vāc, Lakṣmī und Māyā, diese dreifach mit dem zweiten, vierten und sechsten Vokal verbunden. Die Anweisung setzt sich auf Seite 768 fort.
Hanumān-Mantra gegen bedrängende Wesen
Druckseite 768; Fortsetzung 33.HNB. Die ersten Verse beschreiben Bījas mit verschlüsselten Lautnamen. Örtlich unsichere Verbindungen werden nicht zu neuen Mantralesungen aufgelöst.
33.HNB.3: Mond und der vorletzte Laut der Pa-Reihe werden auf Feuer gestellt, mit e und Bindu versehen. Danach folgt Leerraum, mit dem vorletzten Pa-Laut und Feuer verbunden.
33.HNB.4: Dazu kommt die elfte Kalā und Bindu darüber; eine weitere Verbindung steigt auf Śiva, Mond und Feuer auf und erhält au und Bindu.
33.HNB.5: Bhārgava und Soma stehen auf Leerraum, verbunden mit einer örtlich unsicheren Laut-Feuer-Kombination, der Sonnen-Kalā und Bindu, als siegverleihend bezeichnet.
33.HNB.6: Eine weitere Verbindung enthält haṃsa, Manus Kalā und Bindu. In diesem Bīja-Gefüge sind elf Laute eingesetzt, so die Quelle.
33.HNB.7: Es folgen die Herz- beziehungsweise Verehrungsformel, Hanumāns Name im Dativ, „du von großer Kraft und Tapferkeit“, dann „mein“ –
33.HNB.8: – „und des anderen“, anschließend Bhūtas, Pretas, Piśācas, Śākinīs, Ḍākinīs, Yakṣiṇīs und Pūtanās –
33.HNB.9: – Mārī, Mahāmārī, Kṛtyā, Yakṣas, Rākṣasas, Bhairavas, Vetālas, Grahas und Brahmagrahas –
33.HNB.10: – Brahmarākṣasas und weitere grausame Bedrängnisse. Darauf „in einem Augenblick“, zweimal „erschlage“ und zweimal „zerbrich“.
33.HNB.11: Je zweimal spricht man „vernichte“, „wehre ab“, „binde“ und „vertreibe“.
33.HNB.12: Zweimal folgt das örtlich unsichere sunda, dann zweimal „schüttle ab“, danach „befreie“ und „mich und diesen“.
33.HNB.13: Zweimal „schütze“, dann „großer höchster Herr“, „Verkörperung Rudras“, dreimal hā und dreimal die Schutzpanzerformel.
33.HNB.14: Eine weitere, als preṣa bezeichnete Komponente wird dreimal gesprochen; Schutzpanzer, Waffenlaut und Feuerabschluss folgen. Der Mantra wird mit „161 (?)“ Lauten angegeben. Das Fragezeichen steht bereits im Druck.
Ausgeschriebene Formel: Nach Oṃ und örtlich unsicheren Bījas folgt die Verehrung Hanumāns: „Dem von großer Kraft und Tapferkeit: Vernichte die genannten grausamen Bedrängnisse meiner selbst und des anderen in einem Augenblick; erschlage, erschlage; zerbrich, zerbrich; vernichte, vernichte; wehre ab, wehre ab; binde, binde; vertreibe, vertreibe; [unsicheres sunda zweimal]; schüttle ab, schüttle ab; befreie, befreie; schütze mich und diesen, schütze! Großer höchster Herr, Verkörperung Rudras; hā hā hā, huṃ huṃ huṃ, pre pre pre, huṃ phaṭ svāhā.“ Die Wesenliste aus 33.HNB.8–10 steht im Sanskrit vollständig ausgeschrieben; die anfängliche unsichere Bījafolge ist dort markiert.
33.HNB.15: Dieser Hanumān-Mantra wird als überall alle bedrängenden Wesen vernichtend bezeichnet. Asche, Wasser, Senf und Sand werden damit besprochen.
33.HNB.16: Wo Furcht oder Besorgnis besteht, werden diese Stoffe einzeln oder gemeinsam in die zehn Richtungen ausgestreut.
33.HNB.17: Asche und Wasser werden außerdem auf den Körper des Verängstigten gegeben; Wasser wird zum Trinken gereicht und Asche auf die Glieder aufgetragen. Dies ist die historische Ritualbeschreibung.
Ein weiterer Āñjaneya-Mantra gegen große Gefahren
Neue Zählung 33.HNC.
33.HNC.1: Ich erkläre kurz einen weiteren Mantra des Sohnes Añjanās. Im Kali-Zeitalter wiederholt, soll er überall Furchtlosigkeit und alle Vollendungen gewähren.
33.HNC.2: Oṃ, Vāgbhava und Ramā, danach hrāṃ hrīṃ hūṃ; anschließend die fünf Bīja-Gruppen wie zuvor.
33.HNC.3: Nach den elf genannten Lauten beziehungsweise Lautgruppen spricht man die vier Silben hanumate, dann „mein“ und „des anderen“.
33.HNC.4: Es folgen die fünf Silben „große Gefahren“, dann alle Gefahren durch Tiger und andere Tiere, Diebe, Wasser, Feuer sowie Gift beweglicher und unbeweglicher Herkunft. Die Schlussfügung des Verses ist örtlich unsicher.
33.HNC.5: Künstliches Gift und Nebengifte, große Kriegsgefahr, Waldgefahren, Rechtsstreit, Wortstreit, Hieb- und Wurfwaffen und dergleichen werden genannt.
33.HNC.6: Je zweimal „vernichte“, „tilge“, „verschlinge“, „lass verschlingen“ und „zerreiße“.
33.HNC.7: Je zweimal „zerbrich“, „lass zerbrechen“, „lähme“, dann das örtlich unsichere tuṇṭaya und „verblende“. Die Variante bietet moṭaya, etwa „zerdrücke“.
33.HNC.8: Dreimal die Schutzpanzerformel und dreimal die preṣa-Komponente; Zornlaut, Waffenlaut und Feuergemahlin bilden den Abschluss. Die ausgeschriebene Formel folgt auf Seite 769.
Abschluss des Mantras gegen große Gefahren
Druckseite 769; Fortsetzung 33.HNC.
33.HNC.9: Im Mantra seien 161 (?) Laute enthalten; das Fragezeichen steht in der Vorlage. Er soll Schmerzen und Furcht durch Hieb- und Wurfwaffen, Gifte, Schlangen und anderes beseitigen.
Unnummerierter Schluss: Dieser Mantra des Boten Rāmas soll das im Geist Erwünschte verwirklichen. Es folgt eine Punktreihe im Druck.
Ausgeschriebene Formel: Nach Oṃ und örtlich unsicheren Bījas wird Hanumān angerufen, die großen Gefahren für den Sprechenden und einen anderen zu beseitigen: Schlangen, Tiger, Diebe, Wasser, Feuer, tierische und pflanzliche Gifte, natürliche und künstliche Gifte sowie Nebengifte, Krieg, Wald, Rechts- und Wortstreit, Hieb- und Wurfwaffen. Die Befehle lauten jeweils zweimal: „Vernichte, tilge, verschlinge, lass verschlingen, zerreiße, zerbrich, lass zerbrechen, lähme, [kuṇṭaya, örtlich unsicher], verblende.“ Es folgen dreimal huṃ, dreimal pre und huṃ phaṭ svāhā. Die ausführliche Sanskritform ist den Versen 33.HNC.1–9 zugeordnet; die anfänglichen Bījas bleiben markiert unsicher.
Ein weiterer Māruti-Mantra
Neue Zählung 33.HNM. Der folgende Text zielt ausdrücklich auf Unterwerfung und Schädigung von Gegnern. Seine Bedeutung wird als historische Ritualsprache übersetzt.
33.HNM.1: Ich verkünde einen weiteren, alle Herzen anziehenden Mantra Mārutis. Für seine Verehrer soll er sofort Frucht tragen und sichtbare Wirkung im Handeln schaffen.
33.HNM.2: Oṃ, Vāc, Indirā und die Göttin Hṛllekhā werden genannt; Letztere dreifach mit den ersten drei Vokalen, jeweils mit Bindu am Scheitel.
33.HNM.3: Es folgt sa mit dem letzten beziehungsweise vorletzten Pa-Laut – die Kurzform ist nicht eindeutig –, auf Feuer stehend, mit Īśānas Vokal, Bindu und Nāda. Höre die weitere Lautgruppe.
33.HNM.4: Der zweite Laut der Ka-Reihe und der zweite der Pa-Reihe werden mit dem zweiten der Ya-Reihe und ai verbunden.
33.HNM.5: Darüber steht Bindu. Höre einen weiteren Keim: Śiva, Mond und Feuer, verbunden mit Śakras Vokal und Bindu.
33.HNM.6: Die nächste große Gruppe, als zehnte bezeichnet, enthält die verschlüsselten Bezeichnungen Prāṇa, einen unsicheren Folgelaut, Leerraum, den Pa-Endlaut und den Vokal des Feuerherrn; sie endet oben in Bindu.
33.HNM.7: Eine andere enthält Śiva und Śakti, Indras Vokal und Bindu. Wisse diese als elfte, sehr feste Gruppe. Die genaue Bījafolge bleibt wegen der örtlichen Unsicherheiten offen.
33.HNM.8: Danach folgen Verehrung, „Hanumate“, eine örtlich unsichere Verbindung mit „Rākṣasa-Geschlecht“, „Waldbrand“ und „Glanz von zehn Millionen Zwölfer-Sonnen“.
33.HNM.9: „Mit flammenden Körperhaaren“, „mit furchtbarem Laut“, „mein“ und „des anderen“; dann „des Bösen“, „des schlechten Menschen“, „großen –“
33.HNM.10: – die nächste Wortverbindung über Schädigung ist beschädigt; es folgen „Rechtsstreit, Wortstreit und Hass verursachend“, „Vorhaben zerstörend“ und „von grausamer Natur“.
33.HNM.11: „Von wachsendem Zorn ergriffen“, danach ein unsicheres Wort im Zusammenhang mit Töten, dann „Lüsterne und andere“, „in der Ferne Befindliche“ –
33.HNM.12: – „und in der Nähe Befindliche, vergangene, zukünftige und gegenwärtige, Männer, Frauen und Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung, aus den vier sozialen Ständen, augenblicklich und rasch“.
33.HNM.13: Je zweimal spricht man „erschlage“, „verbrenne“, „vernichte“, „verblende“ und „berausche“.
33.HNM.14: Dann „stifte Hass“, mit dem Vergleich von Katze und Maus. Die eingeschobene Verbindung vatsakhaḥ ist unsicher. Je zweimal folgt „trenne sie vom Leben“.
33.HNM.15: Je zweimal „zerstöre“, „spalte“, „mache stumm“, „lasse verfallen“ und „binde“.
33.HNM.16: Je zweimal „lass erstarren beziehungsweise gähnen“ und „lass fallen“; dann „mein“ und „des anderen“.
33.HNM.17: „Mache sie unter die Fußsohlen getreten“, zweimal „mache“; zweimal „versetze sie in den Zustand von Dienenden“, dann dreimal hā.
33.HNM.18: Dreimal Zornlaut und dreimal pre, danach Schutzpanzer, Waffenlaut und Feuerabschluss. Der Mantra wird mit 265 Lauten angegeben.
33.HNM.19: Die mantraerfahrenen Weisen erklären diesen Mantra für das Stiften von Zwietracht unter bösartigen Feinden und für die Vernichtung grausamer Absichten.
33.HNM.20: Besonders im Kali-Zeitalter soll seine Wirkung unmittelbar sein, auch für Menschen von geringer Einsicht. Er gehört zur Verkörperung des großen Rudra, zum Sohn des Lebensatems der Welt –
33.HNM.21: – und gilt als vorzüglicher Mantra, der Menschen alle Vollendungen gewährt. Wasser, Asche, Sand und Senf werden besprochen –
33.HNM.22: – und überall ausgestreut. Durch Berührung damit sollen alle Bösartigen zu Dienenden werden, behauptet die Quelle. Die ausgeschriebene Formel folgt auf Seite 770.
Ausgeschriebener Māruti-Mantra
Druckseite 770; die Formel gehört zu 33.HNM.1–22. Nach Oṃ und der markiert unsicheren Bījafolge lautet ihr sprachlicher Gehalt:
„Verehrung Hanumān, dem Waldbrand für das Geschlecht der Rākṣasas, dessen Körperhaare mit dem Glanz von zehn Millionen Zwölfer-Sonnen flammen, mit furchtbarem Laut! Die bösen und schlechten Menschen, die mir oder einem anderen großen Schaden zufügen, Rechtsstreit, Wortstreit und Hass schaffen, Vorhaben zerstören, von grausamer Natur und wachsendem Zorn erfüllt sind, töten wollen, lüstern sind und dergleichen – ob fern oder nah, vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, Männer, Frauen und Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung aus den vier sozialen Ständen – erschlage rasch in einem Augenblick, erschlage; verbrenne, verbrenne; vernichte, vernichte; verblende, verblende; zerdrücke, zerdrücke; stifte Hass, stifte Hass wie zwischen Katze und Maus; trenne sie sofort vom Leben, trenne; zerstöre, zerstöre; spalte, spalte; mache stumm, mache stumm; lasse verfallen, lasse verfallen; binde, binde; lass erstarren, lass erstarren; lass fallen, lass fallen! Mache sie zu solchen, die unter meinen oder des anderen Fußsohlen liegen, mache; versetze sie in den Zustand von Dienenden, versetze! Hā hā hā, huṃ huṃ huṃ, pre pre pre, huṃ phaṭ svāhā.“
Die ausgeschriebene Formel klärt einige zuvor beschädigte Satzverbindungen, enthält aber auch Unterschiede zu den Darlegungsversen: Hier steht unter anderem mardaya, „zerdrücke“, wo zuvor madaya, „berausche“, stand. Solche Unterschiede bleiben erhalten. Es handelt sich um die Beschwörung der Quelle, nicht um eine moderne Handlungsanweisung.
Ein weiterer, ausführlicher Hanumān-Mantra
Neue Zählung 33.HNV.
33.HNV.1: Veda-Gipfel, also Oṃ, Vāṇī und Ramā mit Bindu; danach Māyā in einer durch „linkes Auge“ und „linkes Ohr“ bezeichneten Lautunterscheidung. Eine verbindende Wendung ist örtlich unsicher.
33.HNV.2: Bindu steht jeweils am Scheitel; damit werden sechs Bījas genannt. Danach folgt eine Mondkomponente, mit Waffenlaut verbunden und auf Feuer gesetzt.
33.HNV.3: Diese wird mit Śivas Vokal verbunden. Höre eine weitere Gruppe: Leerraum mit dem vorletzten Pa-Laut und Feuer darunter.
33.HNV.4: Sie erhält die elfte Kalā und Bindu. Danach spricht man Śiva, mit dem Mond verbunden und auf Feuer stehend –
33.HNV.5: – mit Manus Vokal und Bindu. Anschließend Śiva, Jīva und Leerraum, mit dem vorletzten Pa-Laut und Feuer darunter –
33.HNV.6: – verbunden mit dem Anfang von Vāc und Bindu am Scheitel. Śiva wird mit dem Mond und Śatamanyus Kalā verbunden –
33.HNV.7: – ebenfalls mit Bindu am Scheitel. Dies sind die fünf weiteren Bījas. Danach spricht man Verehrung, hanumate und „die drei Welten durchschreitend“ –
33.HNV.8: – „von mächtiger Tapferkeit“, „Verehrer Śrīrāmas“, „mein und des anderen“, „alle Feinde, die aus den vier sozialen Ständen stammen“ –
33.HNV.9: – „Männer, Frauen und Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung, vergangene, zukünftige und gegenwärtige, fern und nah Befindliche, Könige, verschiedene –“
33.HNV.10: – „Namen tragend“, danach eine örtlich unsichere Wendung über unterschiedliche Vorzüge und Ruhm; „mit Ehepartnern, Kindern, Freunden, Bediensteten, Verwandten und Vertrauten“ –
33.HNV.11: – „verbunden mit Herrschermacht, Land, Geld, Getreide und sonstigem Besitz“, dann nochmals „Könige“ –
33.HNV.12: – „königliche Diener, Minister und Ministerfreunde; vollständig, in einem Augenblick“. Zweimal folgt „wehre ab“.
33.HNV.13: „Mit verschiedenen Mitteln töte, töte; mit Waffen zerschneide, zerschneide; mit Feuer entzünde, entzünde.“
33.HNV.14: Zweimal „verbrenne“, zweimal „erschlage“, danach „wie Kumāra, durch das Niedertreten mit der Fußsohle“. Der Vergleich ist knapp und bleibt ohne ergänzte Erzählung.
33.HNV.15: Zweimal „zertrümmere“, zweimal „erschlage“, zweimal „binde“; dann „mit den Scharen der Bhūtas verschlinge, verschlinge“.
33.HNV.16: „Zornigen Sinnes zerreiße mit den Nägeln, zerreiße; aus diesem Land vertreibe, vertreibe.“
33.HNV.17: „Wie ein Piśāca bringe zu Fall, bringe zu Fall; wirble umher, wirble umher; mache sie sofort angstgepeinigt und bewusstlos, mache.“
33.HNV.18: Zweimal „zu Asche geworden“, danach „entwurzele“. Es folgen die Anreden „Freund der Verehrer“ und „Beseitiger von Sītās Kummer“.
33.HNV.19: „Überall schütze mich und diesen, schütze.“ Dreimal hā, dreimal Zornlaut, dreimal pre, dann Schutzpanzer, Waffenlaut und Feuerabschluss.
33.HNV.20: Die Anzahl wird ausdrücklich mit 341 Lauten angegeben. Die Anwendung wird gegen bösartige Feinde beziehungsweise zum Stiften von Feindschaft genannt.
Unnummerierter Abschluss: Durch die Kraft des Hanumān-Mantras soll der Mantrakundige schwer zu besiegen sein. Es folgt eine Punktreihe.
Beginn der ausgeschriebenen Formel: Nach Oṃ und unsicheren Bījas: „Verehrung Hanumān, der mit mächtiger Tapferkeit die drei Welten durchschreitet, dem Verehrer Śrīrāmas. Alle Feinde meiner selbst und des anderen, aus den vier sozialen Ständen, Männer, Frauen und Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung, vergangene, zukünftige und gegenwärtige, fern und nah Befindliche, Könige …“ Die Formel setzt sich auf Seite 771 fort.
Fortsetzung der ausführlichen Hanumān-Beschwörung
Druckseite 771; Fortsetzung der ausgeschriebenen Formel zu 33.HNV.1–20:
„… die verschiedene Namen und verschiedene Vorzüge und Ruhm tragen – die letzte Verbindung ist unsicher –, samt Ehepartnern, Kindern, Freunden, Bediensteten, Verwandten und Vertrauten, mit Herrschermacht, Land, Geld, Getreide und sonstigem Besitz, Könige, königliche Diener, Minister und ihre Freunde: Wehre sie vollständig in einem Augenblick ab, wehre ab! Töte sie mit verschiedenen Mitteln, töte; zerschneide sie mit Waffen, zerschneide; entzünde sie mit Feuer, entzünde; verbrenne, verbrenne; erschlage, erschlage! Wie Kumāra zertrümmere sie durch das Niedertreten mit der Fußsohle, zertrümmere; erschlage, erschlage; binde, binde; verschlinge sie zusammen mit den Bhūta-Scharen, verschlinge! Zerreiße sie zornigen Sinnes mit den Nägeln, zerreiße; vertreibe sie aus diesem Land, vertreibe; bringe sie wie ein Piśāca zu Fall, bringe zu Fall; wirble sie umher, wirble umher; mache sie sofort angstgepeinigt und bewusstlos, mache; zu Asche geworden entwurzele sie, entwurzele! Freund der Verehrer, Beseitiger von Sītās Kummer, schütze mich und diesen überall, schütze! Hā hā hā, huṃ huṃ huṃ, pre pre pre, huṃ phaṭ svāhā.“
Weiterer Hanumān-Mantra mit Rāmāyaṇa-Anreden
Neue Zählung 33.HNL. Die Vorlage erklärt zunächst die Zusammensetzung der Laute, danach eine lange Reihe von Anreden, die an Hanumāns Taten erinnern.
33.HNL.1: Zuerst der Veda-Gipfel Oṃ, dann Vāṇī und Lakṣmī: drei Bījas. Hṛllekhā wird mit dem zweiten, vierten und sechsten Vokal unterschieden.
33.HNL.2: Wisse dies als sechs große Bījas mit Bindu. Danach werden Śiva, Mond, der vorletzte Pa-Laut, Feuer und Bindu verbunden. Der Druck setzt an das Ende ein Fragezeichen.
33.HNL.3: Die folgende Lautgruppe wird mit einer unsicheren, als sphareśādi erscheinenden Komponente und Bindu verbunden, danach mit dem Ka-Endlaut, dem vorletzten Pa-Laut und Bṛhadbhānu, „großem Feuerlicht“.
33.HNL.4: Sie wird mit Īśvara verbunden und erhält Bindu am Scheitel. Danach Śiva, Śakti und Feuer mit Śatamanyus Kalā. Die Verse 3–4 stehen im Druck in Klammern; laut Fußnote fehlen sie in den dort als kha und ga bezeichneten Textzeugen.
33.HNL.5: Es folgt Jīvas Endlaut, mit Mond, dem Anfang von ga, dem Waffenlaut und einer weiteren örtlich unsicheren Laut-Feuer-Verbindung.
33.HNL.6: Bindu schmückt diese Verbindung; die Angabe zum Zusammenfügen ist unsicher. Śiva wird auf Śakti gesetzt und trägt Bindu am Scheitel.
33.HNL.7: Dazu gehört der vierzehnte Vokal. So folgen die fünf Lautgruppen nacheinander; insgesamt werden elf Bījas genannt.
33.HNL.8: Wieder folgt Oṃ, danach Verehrung und hanumate, dann „offenbar“ und „Tapferkeit“.
33.HNL.9: „Der den Kreis der Himmelsrichtungen durchschritten hat; der die drei Welten mit dem ausgebreiteten Glanz seines Ruhms weiß erstrahlen lässt; von diamantfestem Leib, mit dem Glanz von zehn Millionen flammenden Feuern und Sonnen –“
33.HNL.10: – „in seinen Körperhaaren; Verkörperung Rudras, Verbrenner der Stadt Laṅkā, Überspringer des Ozeans, dem Ende der Köpfe des Zehnköpfigen verbunden“.
33.HNL.11: „Tröster Sītās, Sohn des Windes, aus Añjanīs Schoß hervorgegangen, Śrīrāma –“
33.HNL.12: – „und Lakṣmaṇa Freude bereitend, Schutzwall des Affenheeres“, danach beginnt die Bezeichnung des Droṇa-Berges.
33.HNL.13: „Der den Droṇa-Berg emporhebt, Ursache der Freundschaft mit Sugrīva, Ursache von Vālins Beseitigung“; danach wird erneut Droṇa genannt.
33.HNL.14: „Der den Berg ausreißt, den Aśoka-Hain … zerreißt“ – die mittlere Wortverbindung ist beschädigt –, „Bezwinger des Prinzen Akṣa“.
33.HNL.15: „Zerstörer der Scharen, die den Wald bewachen; Verschlinger der Brahmā-Waffe und der Brahmā-Kraft“.
33.HNL.16: „Der die Durchbohrung Lakṣmaṇas durch die Lanze abwendet; Herbeibringer der Heilpflanzen Śalya und Viśalya“, wobei die zusammengezogenen Pflanzennamen nicht botanisch bestimmt werden.
33.HNL.17: „Verschlinger der Scheibe der jung aufgegangenen Sonne; Zerstörer von Meghanādas Feueropfer“.
33.HNL.18: „Ursache von Indrajits Tod; Beschützer Sītās“; danach eine örtlich unsichere Anrede über das Zerreißen der Rākṣasī-Gruppe beziehungsweise ihrer Brustregion. Die genaue Lesung bleibt offen.
33.HNL.19: „Dem Töten Kumbhakarṇas und anderer zugewandt; ganz der Hingabe an Śrīrāma gewidmet; den Ozean –“
33.HNL.20: – „den Luftraum und Bäume mit großer Kraft überspringend; strahlend als gewaltige Masse von Licht“.
33.HNL.21: „Der das Wort seines Herrn erfüllt“; die anschließende Verbindung mit Añjana beziehungsweise Āñjaneya ist örtlich unsicher. Es folgt „Helfer im Kampf“. Die Anreden setzen sich auf Seite 772 fort.
Fortsetzung des langen Hanumān-Mantras
Druckseite 772; Fortsetzung 33.HNL.
33.HNL.22: „Jugendlicher Brahmacārin, du mit tiefem Laut“, danach „Aufgang“, „Sonne des Südens“ und „Meru-Berg“ –
33.HNL.23: – „auf dessen Sitz verehrt“ beziehungsweise „dessen Sitz verehrend“: die knappe Form pīṭhikārcana ist nicht eindeutig. Es folgen „Lehrer aller Mantras und Āgamas“ und „meine sämtlichen Grahas –“
33.HNL.24: – „vernichtend, alle Fieber vertreibend, alle Gifte vernichtend, alle Not abwehrend“.
33.HNL.25: „Alle Bösartigen und weiteren Störer beseitigend, die Furcht vor Schlangen, Tigern und anderem abwehrend“.
33.HNL.26: „Alle Feinde zerschneidend; für mich und den anderen die drei Welten, bestehend aus Männern, Frauen und Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung –“
33.HNL.27: – „alle Arten von Lebewesen mache gefügig, mache gefügig; mache sie zu Ausführenden meines Befehls, mache!“
33.HNL.28: „Alle Könige mit ihren verschiedenen Namen, samt ihrem Gefolge, mache zu meinen Dienern –“
33.HNL.29: – zweimal „mache“; dann „alle feindlichen Waffen und Gifte vernichte, vernichte“. Māyā wird wie zuvor gesprochen.
33.HNL.30: Dreimal hā und eine knapp angeschlossene weitere Wiederholung; danach spricht man die zuvor genannten fünf Bīja-Gruppen in umgekehrter Reihenfolge.
33.HNL.31: „Alle Feinde erschlage, erschlage; die Streitkräfte und Heere der anderen erschüttere, erschüttere; meine –“
33.HNL.32: – „sämtlichen Vorhaben vollende, vollende; die Münder aller Bösen und schlechten Menschen verschließe, verschließe“.
33.HNL.33: Dreimal pre, dreimal hā, dreimal Zornlaut und dreimal Waffenlaut, verbunden mit der Feuergemahlin, bilden den Abschluss.
33.HNL.34: Die alten Mantrakundigen geben die Anzahl der Laute mit 592 an.
33.HNL.35: Der Mantra gehört dem Windsohn von großer Kraft und großem Ruhm, mit elf furchtbaren Gestalten, dessen innerstes Wesen an Rāmacandras Füßen ruht –
33.HNL.36: – und soll alle Vorhaben vollenden und alle Siddhis gewähren. Er wird für Schutzhandlungen, Verwundungen und Leiden durch Waffen genannt –
33.HNL.37: – für Gefügigmachung, Sieg, Streit, Lähmung, im Königshaus und im Krieg, bei Furcht vor Herrschern oder Dieben und bei Verletzungen –
33.HNL.38: – gegen Gift, zur Lösung von Fesseln, besonders zum Stilllegen von Zorn und zur Zügelung oder Vertreibung feindlicher, schlechter und bösartiger Menschen.
33.HNL.39: Besonders dafür soll er angewendet werden und rasch sichere Frucht tragen. „Wozu hier immer wieder viele Worte?“, fragt die Quelle.
33.HNL.40: Wer sichtbare Wirkung sehen möchte, dem sei dieser wunderbare Mantra gelehrt, besonders bei Handlungen der Verblendung: „Wahr, wahr, nicht anders“, versichert der Text.
Ausgeschriebene Langform, erster Teil
Die Bījafolge am Anfang ist örtlich unsicher und in den Sanskritfassungen markiert. Die anschließende lange Anrufung wiederholt überwiegend 33.HNL.8–26, klärt aber einige der dort beschädigten Verbindungen:
„Oṃ, Verehrung Hanumān! Durch deine offenbare Tapferkeit hast du den Kreis der Himmelsrichtungen durchschritten; dein ausgebreiteter Ruhm lässt die drei Welten weiß erstrahlen. Du bist von diamantfestem Leib, deine Körperhaare leuchten wie zehn Millionen Feuer und Sonnen. Verkörperung Rudras, Verbrenner Laṅkās, Überspringer des Ozeans, Beender des Zehnköpfigen [seiner Köpfe]; Tröster Sītās, Windsohn aus Añjanīs Schoß; Freude Śrīrāmas und Lakṣmaṇas, Schutzwall des Affenheeres [Emporheber des Droṇa-Berges]; Ursache der Freundschaft mit Sugrīva und von Vālins Beseitigung; Ausreißer des Droṇa-Berges, Zerstörer des Aśoka-Hains, Bezwinger des Prinzen Akṣa und Zerschmetterer der Scharen der Waldwächter; Verschlinger der Brahmā-Waffe und -Kraft; Abwender von Lakṣmaṇas Lanzenwunde, Herbeibringer der Heilpflanzen Śalya und Viśalya; Verschlinger der Scheibe der jungen Sonne, Zerstörer von Meghanādas Feueropfer, Ursache von Indrajits Tod; Beschützer Sītās, Zerreißer der Rākṣasī-Schar; dem Töten Kumbhakarṇas und anderer zugewandt, ganz Śrīrāmas Verehrung ergeben; mit großer Kraft Ozean, Luftraum und Bäume überspringend, als gewaltige Lichtmasse strahlend; Erfüller des Wortes deines Herrn, Helfer Arjunas im Kampf – die Verbindung ist im Druck knapp zusammengedrängt –, jugendlicher Brahmacārin mit tief ertönendem Laut, Sonne des Südens, mit dem Sitz auf dem Meru-Berg verbunden, Lehrer aller Mantras und Āgamas! Vernichter aller mich bedrängenden Grahas, Vertreiber aller Fieber, Vernichter aller Gifte, Abwender aller Not, Beseitiger aller Bösartigen, Abwehrer der Furcht vor Schlangen, Tigern und anderem, Zerschneider aller Feinde: Für mich und den anderen die drei Welten, alle Lebewesen männlicher, weiblicher und nicht eindeutig zugeordneter Geschlechtsform …“
Die eckig gekennzeichneten Einfügungen entsprechen den Klammern der Vorlage; die Formel setzt sich auf Seite 773 fort.
Abschluss der ausgeschriebenen Langform
Druckseite 773; Fortsetzung der Formel zu 33.HNL:
„… mache gefügig, mache gefügig; mache sie zu Ausführenden meines Befehls, mache! Alle Könige mit ihren verschiedenen Namen und ihrem Gefolge mache zu meinen Dienern, mache! Vernichte alle Hieb- und Wurfwaffen und Gifte, vernichte!“ Es folgt eine örtlich unsichere Bījafolge, die nach 33.HNL.30 auch die umgekehrte Reihenfolge der vorherigen Gruppen enthält.
„Alle Feinde erschlage, erschlage; erschüttere die Streitkräfte und Heere der anderen, erschüttere; vollende sämtliche meiner Vorhaben, vollende; verschließe die Münder aller Bösen und schlechten Menschen, verschließe! Pre pre pre, hā hā hā, huṃ huṃ huṃ, phaṭ phaṭ phaṭ svāhā.“
Der zwölfsilbige Hanumān-Mantra
Neue Zählung 33.HDT.
33.HDT.1: Nun wird die zwölfsilbige Vidyā entfaltet: eine Śiva-Komponente mit Manus Vokal und Bindu am Scheitel –
33.HDT.2: – sowie die zuvor genannten fünf Gruppen. Dies gilt als sechsfache Bījafolge. Daran wird Hanumāns Name im Dativ mit der Verehrungsformel angeschlossen.
33.HDT.3: Diese große zwölfsilbige Vidyā soll nicht jedem beliebigen Menschen mitgeteilt werden. Ich habe dir das vom Weisen Vālmīki gelehrte Geheimnis erklärt.
Ausgeschriebene Formel: Sie beginnt mit hāṃ, enthält danach fünf örtlich unsichere Bījas und endet hanumate namaḥ, „Verehrung Hanumān“. Die nicht sicher erfasste Bījafolge wird in den Sanskritfassungen gekennzeichnet und nicht normalisiert.
33.HDT.4: Rāmacandra ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, der große Held Hanumān die Gottheit.
33.HDT.5: „Sohn des Windes“ steht am Anfang der Keimzuordnung; ein anschließendes Bīja ist unsicher. Auf „Sohn Añjanīs“ folgt die Kraftzuordnung, deren Bīja ebenfalls örtlich unsicher ist.
33.HDT.6: Dreimal hā gilt als Verschluss, mit „Verehrer Śrīrāmas“ am Anfang. Hāṃ ist der Lebensatem; anschließend wird „der Śrīrāma und Lakṣmaṇa Freude bereitet“ genannt.
33.HDT.7: Eine örtlich unsichere Folge, die als hrāṃ hrīṃ hrūṃ erscheint, gilt als Leben. Die Anwendung richtet sich nach dem jeweiligen Wunsch. So sollen die besten Weisen dies für alle Mantras verstehen.
33.HDT.8: Besonders werden hier die sechs Glieder mit den sechs Lautgruppen eingesetzt; der Verständige vollzieht den Nyāsa an Händen und Fingern, der erwünschtes Glück hervorbringen soll.
33.HDT.9: Danach werden die Mantralaute an den Körperstellen eingesetzt: Scheitel, Stirn, Augen, Mund, Kehle, Arme und Herzlotus –
33.HDT.10: – Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, beide Knie und beide Füße. Mit acht Mantraabschnitten erfolgt außerdem ein Nyāsa an den Körpergliedern –
33.HDT.11: – an Scheitel, Stirn, Mund, Kehle, Nabel, Oberschenkeln, Unterschenkeln und Füßen. Danach meditiert man gesammelt.
33.HDT.12: Man meditiert über den Windgeborenen, der der jungen Sonne gleicht und den Hochmut der Götterfeinde beseitigt. Indra und die anderen Götter preisen seinen Ruhm; er strahlt in hellem Glanz. Sugrīva und alle Affen begleiten ihn; er liebt die klar offenbarte Wahrheit. Seine Augen sind rot und rötlich leuchtend, gelbe Gewänder schmücken ihn.
33.HDT.13: Mit dem Haupt verneige ich mich vor Śrīrāmas Boten: schnell wie der Geist, dem Wind an Geschwindigkeit gleich, Herr seiner Sinne, hervorragend unter den Weisen, Sohn des Windes und Anführer der Affenschar.
Die Vānarī-Gebärde
33.HDT.14: Höre nun die Affengebärde, die ich erklären werde. Beide Hände werden zu einer Schale verbunden, die Finger deutlich ineinandergelegt.
33.HDT.15: Die beiden Daumen werden im Inneren festgehalten; das Wort über ihre genaue Lage ist bereits im Druck mit einem Fragezeichen versehen. Die knospenförmige Handschale wird über dem Herzen gehalten.
33.HDT.16: Der Blick ruht an den Füßen des Herrn und zugleich oberhalb der Brauen; die Quelle verbindet hier innere Ausrichtung und körperliche Blickangabe knapp. Dies gilt als Vānarī-Mudrā; dabei wird der Mantra wiederholt.
33.HDT.17: Die Fingerspitzen beziehungsweise Zeigefinger werden mit den Daumenwurzeln verbunden; die zusätzliche Angabe über die kleinen Finger ist im Druck wiederum mit einem Fragezeichen markiert. So entsteht mit den schalenförmigen Händen die Vānarī-Gebärde. Wegen dieser Unsicherheiten wird daraus keine ergänzte praktische Fingeranleitung erstellt.
Zwischenprosa: Zwei nicht sicher verständliche Lautformeln, gedruckt etwa als are mallavaṭaja und vāto’remallavaṭaja, werden vor dem Zeigen der Affengebärde gesprochen.
33.HDT.18: Als vorbereitende Praxis werden zwölftausend Wiederholungen genannt; „Sonnen“ ist das Zahlenwort für zwölf. Die Verehrung Hanumāns soll am Dienstag erfolgen.
33.HDT.19: Vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang wiederholt der Mantrakundige den Mantra in der Nacht, auf sein Vorhaben ausgerichtet.
Anwendungen des zwölfsilbigen Hanumān-Mantras
Druckseite 774; Fortsetzung 33.HDT. Die folgenden Heil-, Schutz- und Schadenswirkungen sind Behauptungen der historischen Ritualquelle.
33.HDT.20: Priyaṅgu-Körner und Reis werden mit Dickmilch, Butter und Milch geopfert; außerdem verschiedene Früchte wie Banane, Zitronatzitrone und Mango.
33.HDT.21: Danach werden Brahmacārins gespeist, um Hanumān zu erfreuen. Die Vorlage nennt ein Zehntel und anschließend die Zahl 22; die beiden Angaben werden nicht zu einer neuen, vermeintlich eindeutigen Zahl vereinheitlicht.
33.HDT.22: Asche und Wasser werden 108-mal mit dem Mantra besprochen. Bei Graha-Bedrängnis oder Giftwirkung wird der Körper mit dem Wasser abgerieben.
33.HDT.23: Eine Hanumān-Figur wird aus der als Bhūtāṅkuśa bezeichneten Wurzel angefertigt, offenbar von einem nach Nordosten gerichteten Teil, etwa daumengroß. Die genaue Konstruktion ist im Druck bereits mit einem Fragezeichen markiert.
33.HDT.24: Sie soll alle Körperteile besitzen und den Geist erfreuen. Dann wird Mārutis Lebensgegenwart in ihr eingesetzt.
33.HDT.25: Die Figur wird mit Sindūra bestrichen, mit Ehrengaben verehrt und mit dem Mantra besprochen; danach am Eingang –
33.HDT.26: – nachts in die Erde eingegraben, dem Haus zugewandt. Bedrängnisse durch Geister, Gifte, Grahas und bösartige Mantras –
33.HDT.27: – durch dienstbare Geister, Angst, Krankheit, Fieber und Schadenszauber sowie Diebe, Feuer und Feinde sollen dieses Haus nicht treffen.
33.HDT.28: Das Haus soll gedeihen, mit allem Wohlstand und Reichtum erfüllt. Nacht für Nacht wird der Mantra 600- oder 300-mal wiederholt –
33.HDT.29: – zehn Tage lang, um Furcht vor Herrschern und Feinden zu beseitigen. Bei einem Schadenszauber oder Geistern zugeschriebenen Fieber wird der Körper mit Asche –
33.HDT.30: – oder besprochenem Wasser in zorniger Ritualhaltung geschlagen beziehungsweise beklopft. Nach drei Tagen soll das Fieber vergehen, behauptet die Quelle. Die Ausgabe empfiehlt weder diese Behandlung noch Gewalt gegen Erkrankte.
33.HDT.31: Über Arznei oder Saft wird der Mantra zehnmal gesprochen. Alles so Besprochene und Verabreichte soll wirksam werden.
33.HDT.32: Zum Stilllegen einer Waffenschneide wird er zehnmal gesprochen; besprochenes Wasser und Asche werden der betreffenden Person gegeben.
33.HDT.33: Der Körper wird mit Asche bestrichen, Wasser getrunken; dadurch sollen Waffen unwirksam werden. Dies ist eine magische Schutzbehauptung und kein tatsächlicher Schutz vor Waffen.
33.HDT.34: Bei Waffenwunden, Spinnenbissen und blutigen Schwellungen wird Asche und Wasser dreimal besprochen.
33.HDT.35: Es sollen weder Schmerz noch Eiter entstehen und die Wunde soll austrocknen. Danach wechselt der Text: Für Zwietracht und Vertreibung wird sieben Tage lang wiederholt –
33.HDT.36: – jeweils von Sonnenuntergang bis Tagesanbruch. Asche und ein Pflock werden besprochen –
33.HDT.37: – und am Eingang beziehungsweise im Haus der Zielperson eingebracht. Dies soll sie samt ihrem Haushalt vertreiben.
33.HDT.38: Es soll Zwietracht mit Kindern und weiteren Angehörigen, Stadt- und Landbewohnern sowie sogar Lebensverlust bewirken: „Wahr, wahr ist mein Wort“, versichert die Quelle.
33.HDT.39: Besprochene Asche und Wasser, mit Sandelholz verbunden, werden auf den Körper einer Person aufgetragen oder mit Speisen verbunden und gegeben –
33.HDT.40: – damit diese Person mit Leben und Vermögen gefügig werde. Selbst ein Gott solle dadurch zum Diener werden, behauptet die Quelle; erst recht ein Mensch.
33.HDT.41: Auf diese Weise sollen alle gefährlichen Wesen gefügig werden; selbst Feuer soll kalt werden, großer Held.
33.HDT.42: Auch bei einer Feuerprobe wird die Anwendung genannt: Das Feuer in Metall oder Öl solle seine Kraft verlieren. Diese historische Schutzbehauptung bietet keine Sicherheit bei Feuerproben.
33.HDT.43: Für eine Tötungsbeschwörung fertigt man nachts am Verbrennungsplatz in zorniger Haltung aus Asche oder Erde ein Bildnis des Gegners an.
33.HDT.44: Wie zuvor wird ihm rituell Leben eingesetzt; der Name des Gegners wird sorgfältig auf die Herzstelle der Figur geschrieben.
33.HDT.45: Das Bildnis wird unter Mantras mit einer Waffe zerschnitten. Nach dem Namen spricht man „schneide, spalte, töte“.
33.HDT.46: Dies wird sieben Tage lang mit zusammengebissenen Zähnen beziehungsweise auf die Lippe gebissener Haltung ausgeführt; die Figur wird fest zwischen den Handflächen gedrückt.
33.HDT.47: Hier beginnt eine konkrete Giftpflanzenmischung für ein Tötungs-Feueropfer, fortgesetzt in 33.HDT.48–50 auf Seite 775. Die Stoffe und operative Ausführung werden in allen drei Fassungen redaktionell ausgelassen; Nummern, Quellenort und Ziel bleiben dokumentiert.
Fortsetzung der Hanumān-Anwendungen
Druckseite 775; Fortsetzung 33.HDT.
33.HDT.48: Die konkrete giftige Opfermischung zur Tötung wird fortgesetzt. Die Stoffkombination und Ausführung werden redaktionell ausgelassen.
33.HDT.49: Es folgen operative Einzelheiten desselben Tötungsrituals; sie werden zusammen mit der Giftanwendung ausgelassen.
33.HDT.50: Die Quelle behauptet, diese Anwendung bewirke den Tod eines Gegners selbst unter Rudras Schutz. Die daran geknüpften Ausführungszahlen werden nicht wiedergegeben.
33.HDT.51: Drei Nächte lang werden am Verbrennungsplatz 600 Wiederholungen vollzogen. Dadurch solle sich ein Leichnam erheben und ein Vetāla zum Diener werden.
33.HDT.52: Dieser solle dem Mantrakundigen Glück und Unglück ansagen, wahr sprechen und die ihm aufgetragenen Dinge tun.
33.HDT.53: Asche und Wasser werden nachts tausendfach besprochen, drei Tage lang; danach werden sie auf Bildnisse gegeben –
33.HDT.54: – große oder kleine. Durch die Kraft des Mantras sollen diese sich bewegen, behauptet die Quelle ohne Zweifel.
33.HDT.55: Durch den vollendeten Mantra soll sogar Unmögliches gelingen: bei Gift, Furcht, Streit, Waffengefahr und Krieg –
33.HDT.56: – beim Würfelspiel, beim Unwirksammachen von Gottesurteilen, besonders bei Tötungsbeschwörungen, beim Aufrichten von Toten und Bewegen von Bildnissen –
33.HDT.57: – bei Gift, Fieber, Geisterfieber, Grahas, Befreiung von Schadenszauber, Wunden, Schwellungen, in großen Wäldern und schwer zugänglichen Orten, gegenüber Tigern und Elefanten –
33.HDT.58: – gegenüber allen gefährlichen Wesen, beim Stilllegen oder Lösen der Waffenwirkung, bei Befreiung von Fesseln, Tötung, Verblendung und Befriedung.
33.HDT.59: Für diese verschiedenen Vorhaben wird Hanumāns Mantra eingesetzt. Zur Befreiung aus Gefangenschaft wiederholt man ihn Nacht für Nacht furchtlos.
33.HDT.60: Man zeichnet beständig Mārutis Gestalt auf den Boden und schreibt den eigenen Namen in der grammatischen Akkusativform dazu.
33.HDT.61: Am Ende des Mantras sagt man „Befreie mich, befreie mich“. Mit der linken Hand wird die Zeichnung ausgewischt und wieder neu angefertigt.
33.HDT.62: 108-mal wird so gezeichnet und ausgewischt. Wer dies tut, selbst wenn er fest mit Ketten gebunden ist –
33.HDT.63: – und wegen eines schweren Vergehens bis hin zu einem lebensbedrohenden Urteil in Haft ist, soll innerhalb von sieben Tagen leicht von seinen Fesseln frei werden.
33.HDT.64: Hanumān selbst soll kommen und den Menschen befreien; Könige und Mächtige könnten ihn dann nicht bestrafen. Die Variante nennt Feinde statt Mächtige.
Opferstoffe für verschiedene Anwendungen
Die originale Zählung läuft weiter. Die Stoffe werden als historische Ritualüberlieferung genannt; botanisch unsichere Namen bleiben unbestimmt.
33.HDT.65: Höre auch die Feueropfer, deren Umfang ein Zehntel der Wiederholungszahl beträgt: Für Lähmung werden Kichererbsen, Māṣa-Bohnen und Banyanfrüchte genannt.
33.HDT.66: Der erste Halbvers enthält eine giftstoffbezogene Stoffliste für diese Lähmungshandlung und wird redaktionell ausgelassen. Der zweite nennt Śālmalī-Blüten mit den drei süßen Stoffen.
33.HDT.67: Für Vertreibung nennt der Text Śleṣmāntaka und Vibhītaka; für Gefügigmachung Senf, Lackharz, madhukāṇḍa – dessen genaue Stoffbedeutung hier offenbleibt – und Guggulu.
33.HDT.68: Eine konkrete Giftpflanzenmischung zum Stiften von Zwietracht wird beschrieben. Stoffe und Ausführung werden redaktionell ausgelassen.
33.HDT.69: Die erste Vershälfte setzt diese ausgelassene Mischung fort. Danach beginnt eine neue Anwendung: bei Fieber, Hitze, stechenden Schmerzen, Drüsenschwellungen und Fisteln –
33.HDT.70: – Dūrvā- und Guḍūcī-Stücke mit Butter, Milch und Dickmilch; bei stechenden Schmerzen Eraṇḍa-Opferholz und Kuberākṣa –
33.HDT.71: – sowie Nirguṇḍī-Opferholz mit Sesamöl. Für das Erlangen von Lakṣmī werden Lotusblüten und Bilvablätter genannt –
33.HDT.72: – ebenso Bilva-Opferholz mit den drei süßen Stoffen. Die „fünffache Speise“ wird als Kokosnuss, Weintrauben, Zuckerrohr und Bananenfrucht aufgeführt; die Vorlage nennt hier nur vier Namen, was nicht ergänzt wird.
33.HDT.73: Höre das Feueropfer für Glück und alle Fülle: Kampfer, Safran, Moschus, Sandelholz und Gorocanā –
33.HDT.74: – Tajapatra, Vīraṇa, Gewürznelke, Kardamom, Aguru, Māṃsī, Nakha, Muskatblüte, Rinde beziehungsweise Frucht und lohavālukā. Die letzten Stoffbezeichnungen bleiben ohne zusätzliche botanische oder mineralogische Bestimmung.
33.HDT.75: Die Verständigen sollen diese Stoffe mit Butter verbunden wissen. Die abschließende Verheißung ist örtlich beschädigt; erkennbar ist ein höchstes, vortreffliches Erlangen, der genaue Bezug bleibt offen.
Redaktionelle Ausnahmen: 33.HDT.47–50 betreffen ein konkretes giftiges Tötungsopfer; 33.HDT.66a eine giftstoffbezogene Lähmungshandlung; 33.HDT.68–69a eine giftige Mischung für Zwietracht. Diese Stellen sind in allen drei Fassungen gekennzeichnet ausgelassen, ohne die Originalnummerierung zu verändern.
Abschluss der Hanumān-Anwendungen
Druckseite 776, oberer Teil; Fortsetzung 33.HDT. Kapitel 34 beginnt auf derselben Druckseite unterhalb des Kolophons.
33.HDT.76: Der Vers nennt giftige Opferstoffe für Feindschaft und Tötung. Die konkrete Zusammenstellung wird redaktionell ausgelassen.
33.HDT.77: Die erste Vershälfte setzt diese ausgelassene Mischung fort. Die zweite nennt Fußstaub, Senf und Salz für Anziehung.
33.HDT.78: Der erste Halbvers beschreibt eine giftpflanzenbezogene Verblendungshandlung und wird redaktionell ausgelassen. Danach heißt es: Durch Getreidegaben soll Getreide, durch Nahrungsgaben Fülle an Nahrung erlangt werden.
33.HDT.79: Sesam, Butter, Milch und Dickmilch sollen den Bestand an Büffel- und Milchkühen mehren. So vollzieht der erfahrene Mantrakundige verschiedene Anwendungen.
Unnummerierter Abschluss: Durch die vorbereitende Mantrawiederholung soll er Hanumān dienen. Es folgt eine Punktreihe im Druck.
Redaktionelle Ausnahme: Die giftigen Schadensanwendungen in 33.HDT.76–77a und 33.HDT.78a bleiben in allen drei Fassungen ausdrücklich gekennzeichnet ausgelassen.
Kolophon des dreiunddreißigsten Śvāsa
Hier endet der dreiunddreißigste Śvāsa im Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst vom Asketen Śrīvidyāraṇya. Der Druck nennt im Kolophon die verehrte Lehrerfolge Govindācārya, Bhagavat Śaṅkarācārya, Viṣṇuśarmācārya und Pragalbhācārya bis zu Vidyāraṇya. Diese Zuschreibung wird als Aussage der Vorlage wiedergegeben. Die Kapitelzahl ist 33.
34. Śvāsa
Der vierunddreißigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 776 unterhalb des Kolophons von Kapitel 33. Er setzt die Hanumān-Verehrung mit ihrem Yantra fort.
Hanumāns Verehrungs-Yantra
Abschnitt 34.HPY; die gedruckte Verszählung beginnt neu mit 1.
34.HPY.1: Nun wird das Yantra für die Verehrungsordnung erklärt: ein Sechseck, ein achtblättriger Lotus und außen ein Quadrat.
34.HPY.2: Es wird sorgfältig mit Bījas versehen; Hanumāns Name wird eingeschrieben. In die sechs Ecken kommen die sechs Glieder mit ihren Bījas.
34.HPY.3: An die Eckspitzen schreibt man außerdem drei Bījas. Danach folgen die Namen „dem Sohn Añjanīs“ und „der Gestalt Rudras“ –
34.HPY.4: – „dem Sohn des Windes“, „dem Leben Jānakīs“, „dem Boten Rāmas“ und „dem Abwender der Brahmā-Waffe“.
34.HPY.5: Diese sechs Namen werden in die Zwischenräume des Sechsecks geschrieben. In die acht Ecken beziehungsweise Blattbereiche kommen Bījas und die folgenden Namen –
34.HPY.6: – Sugrīva, Aṅgada, Suśīla, Nala, Nīla und Jāmbavat –
34.HPY.7: – Prahasta und Suṣeṇa, jeweils in die Blattmitten. Danach beginnt eine weitere Namensreihe: Rāmas Verehrer, der große Glanz, Affenkönig, überaus Mächtiger –
34.HPY.8: – Träger des Droṇa-Berges, der die Verehrung am Meru-Sitz vollzieht, Sonne des Südens und Abwender aller Hindernisse.
34.HPY.9: Diese acht Namen werden sorgfältig zwischen die Blätter geschrieben. In das Quadrat kommen die Welthüter mit ihren Waffen.
34.HPY.10: Es folgen verehrende Namensformen: dem Vernichter der Rākṣasas, dem Vernichter von Hass beziehungsweise Gift – der Druck bietet dvi(vi)ṣa –, dem Feindbezwinger, dem Vernichter von Krankheit, Fieber und bedrängenden Wesen –
34.HPY.11: – dem Vernichter von Fesseln, Waffen und feindlichen Mantras, besonders auch feindlicher Yantras; dem Abwender von Furcht vor Schlangen, Tigern und großen Unheilszeichen, dem Selbstbeherrschten. Die Namenreihe setzt sich auf Seite 777 fort.
34.HPY.12: Dem Abwender von Besessenheit beziehungsweise astralen Bedrängnissen und vom Zorn großer Könige, dem Vernichter feindlichen Zaubers und schädlicher Mächte. Das Kompositum kṛtyācatagrahaghna ist lokal unklar; sein genauer Umfang bleibt offen.
34.HPY.13: Dem Rāma Lieben, Rudra, dem in Rāma-Hingabe Versunkenen, dem Freund der Verehrer, dem Zerstörer der Not durch Hungersnöte auf Erden –
34.HPY.14: – dem, der vor Pārtha im Kampf unendliche Kraft und Heldenmut wachsen lässt; dem Beschützer unzähliger Städte, Dörfer, Burgen und Handelsorte –
34.HPY.15: – dem seinem Herrn Treuen, dem Helden, Vīrabhadra, dem Yogin, der seinen Verehrern Sieg in Auseinandersetzung und Kampf und weiteres Gelingen vermehrt.
34.HPY.16: Diese lobpreisende Namensgruppe wird eingeschrieben. So soll Hanumān in diesem ausgezeichneten Yantra sorgfältig verehrt werden.
34.HPY.17: Der Text verheißt damit die Erlangung alles Erwünschten, das noch unerreicht ist. Nun wird besonders ein Yantra zum Tragen beschrieben.
34.HPY.18: Es wird auf Birkenrinde, Kupfer, Stoff, einer Wand, einer Tafel, Stein oder Palmblatt geschrieben, mit Rocanā, Moschus und Safran –
34.HPY.19: – außerdem mit Sandelholz und Kampfer. Drei Kreise werden gezeichnet, mit einer ringförmigen Einfassung und einem „Schwanz“ beziehungsweise Auslauf. Die genaue Zeichenform ist wegen der unsicheren Lesung supuccavat nicht eindeutig.
34.HPY.20: In der Mitte steht der Name der Zielperson, außen ein achtblättriger Lotus. In jedes der acht Blätter wird die Silbe haṃ mit Ausrichtung zur Mitte geschrieben.
34.HPY.21: Außen umgibt dies ein geschlossener Ring; darüber hinaus liegt ein ausgedehntes Quadrat mit drei Linien.
34.HPY.22: Auf seine Linien werden schöne Dreizackzeichen gesetzt. Der Wurzelmantra umschließt das Ganze in kreisförmiger Folge.
34.HPY.23: Außen folgen wiederum drei Linien. An ihrem Ende wird an jeder Ecke eine dreifache Ringform angelegt; die geometrische Ausführung beschreibt der Wortlaut nur knapp.
34.HPY.24: In deren Mitte wird ein Vajra mit einem Bīja geschrieben; die Drucklesung erscheint als hasauṃ, bleibt jedoch unsicher. Die acht Vajras erhalten jeweils das Wurzelbīja.
34.HPY.25: Im Yantra wird die Lebenskraft des Affengottes eingesetzt. Auf die mit dem Pāśa-Bīja beginnende Dreisilbe folgt das Wort amuṣya, „dieses [Wesens beziehungsweise dieser Person]“.
34.HPY.26: In der genannten Folge lauten die Bestandteile: „Die Lebenskräfte – hier [seien] die Lebenskräfte“ und „das individuelle Leben sei hier gegenwärtig“, ferner „alle Sinne dieses …“. Danach wird wiederum „dieses …“ gesagt –
34.HPY.27: – gefolgt von Rede, Denken, Augen, Gehör, Geruch und Lebensatem: „Hierher gekommen, mögen sie lange in Wohlsein verweilen.“ Den Abschluss bildet die im Text als zweimaliges ṭha bezeichnete Mantrachiffre.
34.HPY.28: Dies heißt der Lebensmantra, der alles beleben soll. Das Yantra wird damit sechshundert- oder dreihundertmal besprochen.
34.HPY.29: Die Verbindung mit dem Herrn der Affen wird in der Vorstellung seiner lebendigen Gegenwart hergestellt. Der Verehrer bewahrt reine Brahmacarya-Disziplin und beherrscht seine Sinne –
34.HPY.30: – fastet und verehrt Hanumān mit Bananen, Zitronatzitronen und anderen Früchten sowie angenehmen Speisen. Der Druck nennt am Ende ein undeutliches Speisewort (laudi-ähnlich); dessen genaue Bedeutung bleibt offen.
34.HPY.31: Verschiedene Blumen und die üblichen Ehrengaben werden gesammelt dargebracht. Danach soll das Yantra getragen werden; ihm wird die Beseitigung aller Bedrängnisse zugeschrieben.
34.HPY.32: Es soll Menschen, Kindern und Frauen, Haustieren, Wildtieren, Pferden und überhaupt allen Lebewesen Schutz verleihen –
34.HPY.33: – vor Fieber, Seuchen, pustelartigen Erkrankungen, Dieben, Krankheit und Furcht; am Königshof, im gefahrvollen Wald, im Kampf und in Bedrängnis durch Feinde –
34.HPY.34: – bei entsetzlichem Waffeneinsatz, bei Gefahren durch Gottesurteile mit Feuer oder Wasser, sowie für das Gefügigmachen von Menschen und Königen, das Entzweien von Feinden und das Töten. Diese letzten Zielsetzungen gehören zum historischen Ritualspektrum des Textes.
34.HPY.35: Wer das Yantra nach Einsetzung der Lebenskraft beständig trägt, dem verheißt der Text die sichere Vollendung aller Vorhaben. Dies ist eine rituelle Wirkungszuschreibung, kein belegter Schutz vor den genannten Gefahren oder Krankheiten.
34.HPY.36: Nun wird ein weiteres schönes Yantra zum Tragen beschrieben: ein Sechseck auf geeignetem Birkenblatt –
34.HPY.37: – oder auf Stoff, einer Tafel, Papier oder einer Wand, mit duftenden Stoffen gezeichnet. Der Name der Zielperson steht inmitten des Bījas, dessen Drucklesung wie in Vers 24 als hasauṃ erscheint und unsicher bleibt.
34.HPY.38: Dies wird wiederum vom Māyā-Bīja umschlossen. In die sechs Ecken schreibt man: „Hanumān, beschütze, beschütze!“
34.HPY.39: Dazwischen stehen Dreizackzeichen und Māyā-Bījas. Der Text preist dieses Yantra als ausgezeichnet und als Quelle sämtlicher Siddhis.
34.HPY.40: Es soll alle Vorhaben gelingen lassen, so lautet die Verheißung. Nun folgt das Bild-Yantra; höre seine Beschreibung.
34.HPY.41: Die Gestalt des Affenherrn wird sorgfältig auf Stoff oder Papier gezeichnet, mit Tinte oder rotem Lack –
34.HPY.42: – oder mit Zinnober oder anderen geeigneten, schön wirkenden Zeichenstoffen. In die Zeichnung werden der Reihe nach die Schriftzeichen des Namens der Zielperson gesetzt. Redaktionell: Zinnober ist ein quecksilberhaltiger historischer Malstoff; die Stelle wird als Quellenbeschreibung wiedergegeben.
34.HPY.43: Das erste Zeichen steht im Herzen, das zweite am Kopf, das dritte am rechten Arm, das vierte am linken Arm –
34.HPY.44: – das fünfte und sechste an der rechten und linken Hand, das siebte am Bauch, das achte am rechten Oberschenkel –
34.HPY.45: – das neunte am linken Oberschenkel, das zehnte an der rechten Fußsohle und das elfte an der linken Fußsohle.
34.HPY.46: So wird die Folge der Schriftzeichen eingetragen. Als Zwecke nennt der Text Gefügigmachen, Entzweien, Lähmen, Töten und Verblenden –
34.HPY.47: – außerdem Herbeiziehen, Befreiung aus Fesseln und besonders Sieg. Man schreibt die Zeichen verbunden mit den Silben der zwölfsilbigen Vidyā.
34.HPY.48: Den Anfang bildet die Gruppe von sechs Bījas; der Name steht im Dativ und endet mit namaḥ. Dies wird die aus zwölf Silben bestehende Vidyā genannt.
34.HPY.49: Für Gefügigmachen wird „Bringe unter meine Gewalt!“ wiederholt eingefügt; für Entzweien entsprechend „Entzweie!“
34.HPY.50: Für Lähmen lautet die wiederholte Einfügung „Lähme!“, für Töten „Töte!“
34.HPY.51: Für Verblenden wird „Verblende!“ wiederholt, für Befreiung aus Fesseln „Befreie!“
34.HPY.52: Auf diese Weise wird das Bild-Yantra geschrieben. Wer Macht anstrebt, fertigt wie zuvor eine deutliche Gestalt der Zielperson an.
34.HPY.53: Redaktionelle Ausnahme: Der Vers beschreibt die Herstellung einer zum Schaden verwendeten Figur mit einer gesundheitsgefährdenden Farbstoffmischung. Die operative Zusammensetzung wird hier nicht wiedergegeben.
34.HPY.54: Redaktionelle Ausnahme: Es folgen rituelle Belebung und feindselige Behandlung dieser Figur unter Nennung des Gegners. Die zur anschließenden Vergiftung gehörende Handlungsfolge wird nicht ausgeführt.
34.HPY.55: Redaktionelle Ausnahme: Der Text nennt tödliche Verabreichung der gefährlichen Zubereitung sowie eine alternative Vernichtungswendung. Einzelheiten der Vergiftungsanleitung werden weder übersetzt noch in den Sanskritfassungen abgedruckt.
34.HPY.56: Der Text behauptet als Ergebnis den sicheren Tod des Feindes. Als weitere rituelle Variante nennt er Verehrung nach Lebenseinsetzung und das Einbringen der Figur in die Erde.
34.HPY.57: Sie wird im Türbereich der Zielperson vergraben. Alternativ wird das Bild-Yantra unmittelbar auf dem Erdboden gezeichnet.
34.HPY.58: Dabei schreibt man den betreffenden Verszusammenhang und den Namen der Zielperson. Das Geschriebene wird weggewischt und erneut geschrieben, wieder und wieder.
34.HPY.59: Dies geschieht durch hundertacht Wiederholungen des Schreibens. Dem jeweiligen gewünschten Ergebnis entsprechend wird ein Pallava, eine zusätzliche Mantrawendung, angefügt. Der Wortlaut in der Mitte des zweiten Halbverses ist unsicher.
Unnummerierter Halbvers nach 59: Der Mantrakundige soll diese Zuordnung zum jeweiligen Vorhaben aus der vorausgehenden Anwendung kennen. Im Druck folgt eine Punktreihe anstelle eines weiteren Halbverses; sie wird nicht ergänzt.
34.HPY.60: „Wenn einer diesen Mantra ‚Hari, Affe, Affe‘ auf den Erdboden schreibt, wiederholt schreibt, und wenn er durch die linke Hand verschwindet, wieder verschwindet, dann löst sich, löst sich die Fesselkette.“ Damit endet die Beschreibung der Schreibweise.
Anwendung der zwölfsilbigen Hanumān-Vidyā
Unnummerierte Ritualprosa auf Druckseite 778: Nach den morgendlichen Verrichtungen bis zur Einsetzung des Yoga-Sitzes werden mit dem Wurzelmantra drei Atemübungen ausgeführt. Die Zuordnungen lauten: am Kopf „Verehrung dem Seher Śrī Rāmacandra“; am Mund „Verehrung dem Gāyatrī-Versmaß“; im Herzen „Verehrung der Gottheit Śrī Hanumān“; im verborgenen Körperbereich „Verehrung dem Bīja ‚Sohn des Windes‘“; an den Füßen „Verehrung der Kraft ‚Freude von Añjanīs Herzen‘“.
Als Lebenskräfte folgt eine im Druck nicht sicher entzifferbare Formel (kṛpākṣavaṅgam-ähnlich); sie wird nicht aus einer anderen Überlieferung ergänzt. Als Kīlaka steht die Wendung „Śrī Raghus Bester, vorzüglichster Affe“; als Schutzpanzer „Der Affe, Rāmas Diener, vollbringt mein Werk“; als Waffe „Hari mit dem diamantgleichen Körper“; als Meditationsbezeichnung „Der auf dem Banner des Bogenträgers wohnt“. Mit gefalteten Händen erklärt der Verehrer: „Die Anwendung dient der Erfüllung meines Wunsches.“ Es beginnt „Oṃ, Sohn des Windes …“; die Formel setzt sich auf Druckseite 779 fort.
Fortsetzung der Ritualprosa: „… Verehrung dem Herzen. Freude von Añjanīs Herzen – Svāhā dem Kopf. Lebensspender für Lakṣmaṇa – [unsicheres Beiwort], dem Haarschopf … Hanumān, Rāmas Bote – Huṃ dem Schutzpanzer. Vorzüglicher Affe des besten Raghus – den drei Augen … Verehrter Affe, Diener Rāmas – der Waffe …“ So werden Hand- und sechsgliedrige Einsetzung vollzogen. An den Handgelenken steht „Oṃ, Hari mit dem diamantgleichen Körper“. Über den ganzen Körper wird die Verehrung Hanumāns mit der Bījagruppe ausgebreitet. Mehrere eng gedruckte Bījas sind hier nicht sicher lesbar und werden nicht aus einer Standardformel ergänzt.
Es folgt die sechsgliedrige Reihe mit jeweils derselben Bījagruppe: Hanumān am Herzen, Rāmas Bote am Kopf, Rāmas Liebling am Haarschopf, Vernichter von Sītās Kummer als Schutzpanzer, Añjanīs Sohn an den Augen, Śrī Rāmas Diener als Waffe. Die Ziffer 6 im Druck vertritt die vorausgehende Sechsergruppe; die Schlussformeln sind teilweise abgekürzt.
Die Silbeneinsetzung ordnet oṃ namaḥ dem Haarschopf zu, aiṃ und śrīṃ den Augen, hāṃ dem Mund, hīṃ der Kehle, hūṃ den Armen, haṃ dem Herzen, nuṃ den Flanken, maṃ dem Nabel, te dem verborgenen Bereich, naṃ den Knien, maḥ den Füßen. Eine weitere Reihe lautet: hauṃ namo am Scheitel, aiṃ an der Stirn, śrīṃ am Mund, hāṃ an der Kehle, hīṃ am Nabel, hūṃ an den Oberschenkeln, hanumate an den Unterschenkeln und namaḥ an den Füßen.
Meditation auf Hanumān
Abschnitt 34.HDM; neue Zählung 1–2.
34.HDM.1: Man meditiere über Añjanīs Sohn: In der linken Hand trägt er einen feindspaltenden Dreizack, in der anderen eine durchdringende Axt beziehungsweise einen Pickel; er ist goldfarben, mit weitreichendem Schweif und leuchtenden Ohrringen. Die Waffenbezeichnung ist lokal unsicher; die Wendung vor „Schweif“ enthält bereits im Druck ein Fragezeichen und die ergänzende Klammer „weit/groß“.
34.HDM.2: Er bewegt beziehungsweise erschüttert den Aśoka-Hain; die Lippen sind vom Siegel seines Herrn berührt. Er wiederholt Rāmacandras Namen und zermalmt spielend die Feinde der Götter. Das erste Kompositum ist im Druck lokal undeutlich.
Darauf gibt die Prosa zwei Fassungen der zwölfsilbigen Formel mit Bījas und hanumate namaḥ, „Verehrung Hanumān“. Die Bījafolgen sind nicht vollständig sicher entzifferbar und werden in beiden Sanskritartikeln entsprechend gekennzeichnet.
Hanumāns Mālāmantra
Unnummerierter Mantra auf Druckseite 779, in sinngemäßer deutscher Übertragung: „Oṃ [Bījagruppe], Verehrung Hanumān, dessen offenbarer Heldenmut die Himmelsrichtungen erfüllt und dessen Ruhmeszelt die drei Welten weiß erstrahlen lässt! Du mit diamantfestem Körper, dessen Körperhaare wie Millionen flammender Feuer und Sonnen leuchten; Verkörperung Rudras, Verbrenner der Stadt Laṅkā, Überspringer des Meeres, Todesmacht für die Köpfe des Zehnhäuptigen; Tröster Sītās, Sohn des Windes, aus Añjanās Schoß Geborener; Freude für Śrī Rāma und Lakṣmaṇa, Schutzwall des Affenheeres, Ausreißer des Droṇa-Berges, Verwüster des Aśoka-Haines; Bezwinger des Prinzen Akṣa, der den Rākṣasa-Herrscher mitsamt seiner Wurzel vernichtet, Verschlinger der Brahmā-Waffe und Brahmā-Kraft; Abwender von Lakṣmaṇas Verwundung durch die Śakti-Waffe, Herbeibringer der heilenden Arznei zur Entfernung der Geschosse; Verschlinger der jungen Sonnenscheibe, Zerstörer von Meghanādas Feueropfer, Ursache von Indrajits Tod; Beschützer Sītās, Zerstreuer der Rākṣasī-Schar, dem Töten Kumbhakarṇas zugewandt; ganz in Hingabe an Śrī Rāma versunken, über Meer, Luftraum und Bäume Springender; von gewaltiger Kraft, strahlend als Ansammlung großer Glut; der auf Geheiß seines Herrn Arjuna im Kampf beisteht; jugendlicher Brahmacārin mit tief erschallender Stimme, Sonne des Südens, am Meru-Sitz Verehrender! Vertreiber allen Fiebers, Vernichter allen Giftes, Abwender aller Not, Bezwinger aller Bösen, Abwender der Angst vor Tigern und anderen Gefahren, Vernichter aller Feinde! Bringe alle Lebewesen in den drei Welten – männliche, weibliche und geschlechtslose, die zu mir und zu anderen gehören – unter Gewalt, unter Gewalt; mache sie meinen Anordnungen gefügig, gefügig! Mache ebenso alle Könige mit verschiedenen Namen und ihrem Gefolge gefügig! Vernichte, vernichte alle Waffen, Geschosse, Gifte und anderes! Oṃ [lange, stellenweise unsichere Bījafolge], schlage, schlage alle Feinde; erschüttere, erschüttere die fremden Streitkräfte und Heere! Vollbringe, vollbringe meine Vorhaben; verschließe, verschließe den Mund aller üblen, bösen Menschen! Gha gha gha, huṃ phaṭ svāhā.“ Die Zahl 2 im Sanskrit bezeichnet die jeweilige Wiederholung. Die teilweise gewaltsamen Bitten sind Bestandteile des historischen Mantras, keine moderne Erläuterung von Hingabe.
Rezitation und Opfergaben zum Mālāmantra
Abschnitt 34.HMP; neue Verszählung.
34.HMP.1: Der Mantra wird täglich achtmal oder dreimal rezitiert. Zwölftausend Wiederholungen sollen die Verwirklichung des Mantras bewirken.
34.HMP.2: Die Arghya-Spenden entsprechen einem Zehntel; ebenso wird ein Zehntel als Feueropfer dargebracht. Für Besprengung folgt wiederum ein Zehntel, für Speisung ein Zehntel davon.
34.HMP.3: Genannt werden Priyaṅgu, Sesam, Śyāmāka-Hirse, Gerste und Reis, dazu ausgewählte Blumen und Früchte, Zucker und Honig –
34.HMP.4: – mit Ghee und guten Speisen, hingebungsvoll geopfert; ferner Oleander-, Jasmin-, Bakula- und Campaka-Blüten –
34.HMP.5: – hundertblättrige Blumen, Kahlāra-Wasserblumen und schöne Lotusse, Granatäpfel, Zitronatzitronen und Kokoswasser –
34.HMP.6: – Jackfrucht, Trauben, Datteln und schöne Gewänder für den Opferverzehrer. Als Anlässe nennt der Text den Königshof, Versammlungen, Auseinandersetzungen und Bedrängnis durch Feinde –
34.HMP.7: – Befreiung aus Fesseln, Kampf, insbesondere Vergiftung, den Wunsch nach scheinbar unerreichbarer Vollendung und den Beginn des Lernens –
34.HMP.8: – die Aufhebung schädlichen Kleinzaubers und Situationen der Abwehr oder Bändigung sowie Furcht vor Geistern, Vetālas, Schlangen, Tigern und Dieben. Die Aufzählung setzt sich fort.
34.HMP.9: Auch beim Aufbruch zu einer Reise rezitiert man den Mantra im Geist; ferner bei Augenleiden, bei Befreiung beziehungsweise einer im Druck moca genannten Beschwerde und bei Kopfschmerzen. Die mittlere Lesung ist nicht eindeutig.
34.HMP.10: Der Text verheißt, dass Fieber, andere Krankheiten und Bedrängnisse durch astrale Mächte ausbleiben. Im Wald und mitten im Wasser wird der Mantra innerlich wiederholt.
34.HMP.11: Für einen Beeinflussungsritus nennt der Text gleiche Teile von Scheiterhaufenasche, Vacā, Kuṣṭha, Tagara und Safran als Pulver, das auf den Kopf einer Frau beziehungsweise an die Füße von Männern gestreut werde.
Unnummerierter Halbvers nach 11: Ein zuvor Ungebundener werde dadurch lebenslang zum Diener, behauptet der Text. Es folgt eine Punktreihe statt eines zweiten Halbverses. Damit endet diese Vorschrift. Die Behauptung über erzwungene Gefügigkeit ist eine historische Zaubervorstellung.
Der achtzehnsilbige Āñjaneya-Mantra
Abschnitt 34.AJM; neue Zählung 1–7.
34.AJM.1: „Ich werde den Mantra von Añjanīs Sohn erklären, das eine Mittel für weltliche Erfüllung und Befreiung, das Śaṅkara aus dem Wunsch nach dem Wohl der Welten offenbart hat.“
34.AJM.2: Bhūtas, Pretas, Piśācas, Ḍākinīs, Brahmarākṣasas und ähnliche Wesen sollen vergehen, sobald sie einen Menschen sehen, der sich ganz der Mantrapraxis widmet.
34.AJM.3: Dieser vortreffliche Mantrakönig dient als Hauptmantra und als ergänzendes Glied. Zuerst steht namaḥ, darauf bhagavate –
34.AJM.4: – dann āñjaneya im Dativ und ebenso mahābala. Der Abschluss ist „die Gattin des Feuers“, also Svāhā. So lautet Hanumāns erhabener Mantra.
Die unnummerierte Formel lautet: namo bhagavate āñjaneyāya mahābalāya svāhā – „Verehrung dem erhabenen Sohn Añjanīs, dem überaus Mächtigen; Svāhā!“ Der Druck gibt ausdrücklich 18 Silben an.
34.AJM.5: Die Einsetzung erfolgt am Scheitel, an Stirn und Brauenmitte, Augen, Ohren und Nase, Mund, Kehle und Armansätzen, Herzen und Nabel –
34.AJM.6: – am Ansatz des Geschlechtsorgans, an der unteren Basis, Hüfte, Knien, Unterschenkeln und Füßen. Mit dem vollständigen Mantra wird abschließend der ganze Körper durchdrungen.
34.AJM.7: Dem achtzehnsilbigen Mantra wird die Gewährung aller Siddhis zugeschrieben. Auch der weitere, „Mālā“ genannte Mantra des Windsohnes soll sämtliche Vollendungen verleihen.
Die Prosa erklärt, dass Seherzuordnung, Meditation, vorbereitende Wiederholung und Anwendungen wie zuvor beschrieben gelten.
Ein weiterer Mālāmantra
Unnummerierte Formel: „Oṃ, Verehrung Hanumān, dessen Heldenmut offenbar ist, der die Himmelsrichtungen durchschritten hat, dessen Ruhmeszelt die drei Welten weiß erstrahlen lässt, dem Diamantleibigen, der Verkörperung Rudras! Verbrenner der Stadt Laṅkā, Überspringer des Meeres, Tod des Zehnhäuptigen, Tröster Sītās, aus Añjanīs Schoß Geborener; Freude für Rāma und Lakṣmaṇa, Schutzwall des Affenheeres, Gefährte beziehungsweise gemeinsamer Beistand Sugrīvas, Ausreißer von Bergen; jugendlicher Brahmacārin mit tiefer Stimme, Vernichter aller bedrängenden Mächte, Vertreiber allen Fiebers, Bezwinger der Ḍākinīs! Oṃ hrīṃ hrīṃ hrīṃ, bhasmany eva [wörtlich etwa: ‚eben in der Asche‘; die syntaktische Anbindung bleibt offen], Vernichter allen Giftes, erschüttere, erschüttere die fremden Streitkräfte; vollbringe, vollbringe alle meine Vorhaben! Huṃ phaṭ svāhā.“
Wortweise Entfaltung dieses Mālāmantras
Abschnitt 34.HMU; neue Zählung. Die folgende Wiederholung ist bereits Bestandteil der Quelle.
34.HMU.1: Nach Oṃ spricht man namo hanumate, sodann „offenkundiger Heldenmut“ in der Dativform –
34.HMU.2: – und „durchschrittene Himmelsrichtungen“, gefolgt von „dessen Ruhmeszelt die drei Welten weiß erstrahlen lässt“ –
34.HMU.3: – „dem Diamantleibigen“ und „der Verkörperung Rudras“. Im Vokativ folgt „Verbrenner der Stadt Laṅkā“ –
34.HMU.4: – „Überspringer des Meeres, Tod des Zehnhäuptigen, Tröster Sītās, aus Añjanīs Schoß Geborener“ –
34.HMU.5: – „Freude für Śrī Rāma und Lakṣmaṇa, Schutzwall des Affenheeres, Sugrīvas Beistand, Ausreißer von Bergen“ –
34.HMU.6: – „jugendlicher Brahmacārin, der du tief erschallst, Vernichter aller bedrängenden Mächte, Vertreiber allen Fiebers“ –
34.HMU.7: – „Bezwinger der Ḍākinīs“. Dann spricht man Oṃ, dreimal das Māyā-Bīja und bhasmany eva.
34.HMU.8: Es folgen: „Vernichter allen Giftes; erschüttere, erschüttere die fremden Streitkräfte“, und zweimal „vollbringe alle meine Vorhaben“.
34.HMU.9: „Huṃ phaṭ svāhā“ schließt diesen Mālāmantra ab, den der Text als Erfüller aller Wünsche preist. Sein Seher ist Īśvara, sein Versmaß Anuṣṭubh.
34.HMU.10: Die Gottheit ist Hanumān, das Bīja huṃ, die Śakti entsteht aus dem Mantraende. Die Angaben zu Kīlaka, einer weiteren Bījafolge und dem „durchdringenden“ Bīja sind im Druck nicht eindeutig lesbar; letzteres erscheint als hasauṃ. Sie werden nicht spekulativ normalisiert.
34.HMU.11: Das zuerst genannte Ziel ist Hanumāns Wohlgefallen. An den Daumen wird „Verehrung dem erhabenen Sohn Añjanīs“ eingesetzt –
34.HMU.12: – an den Zeigefingern „der Gestalt Rudras“, an den Mittelfingern „dem Sohn des Windes“ –
34.HMU.13: – an den Ringfingern „dem im Feuer Geborgenen“ und an den kleinen Fingern „dem Boten Rāmas“.
34.HMU.14: „Dem Abwender der Brahmā-Waffe“ lautet der Waffenmantra. Nach der sechsgliedrigen Einsetzung meditiert man mit ungeteilter Aufmerksamkeit –
34.HMU.15: – immer wieder auf den kristallhellen, goldglänzenden Zweiarmer mit gefalteten Händen, dessen lotusgleiches Gesicht durch zwei Ohrringe erstrahlt.
34.HMU.16: Die vorbereitende Wiederholung umfasst zehntausend Rezitationen vor Rāma oder Śiva. Die Verehrung kann auf einem Viṣṇu- oder einem Śiva-Sitz erfolgen.
34.HMU.17: Täglich, ohne die umgebenden Gottheitenkreise eigens auszuführen, mit geregelter Nahrung und beherrschten Sinnen; gegen kleinere Krankheiten werden hundertacht Wiederholungen genannt, o Weiser –
34.HMU.18: – durch die Verehrung soll man von der damit verbundenen Furcht frei werden. Zur Beruhigung schwerer Krankheiten nennt der Text eintausendacht Wiederholungen –
34.HMU.19: – um Mitternacht bei geregelter Nahrung. So werde man befreit; für einen König, der Sieg begehrt, gebe es nichts Vergleichbares.
34.HMU.20: Mit geregelter Nahrung meditiert man über den Vernichter der Rākṣasas und wiederholt den Mantra zehntausendmal. Damit, behauptet der Text, werde selbst ein unbesiegbarer Feind besiegt.
34.HMU.21: Wer Versöhnung sucht, erinnert sich an Hanumān als Stifter der Verbindung mit Sugrīva. Durch zehntausend Wiederholungen soll ein Bündnis selbst mit einem Mächtigen zustande kommen.
34.HMU.22: Wer die Verbrennung Laṅkās meditiert und zehntausendmal rezitiert, soll die feindliche Macht mitsamt dem Wohlstand des Gegners verbrennen können.
34.HMU.23: Für den Sieg über Feindesscharen wird nichts anderes als gleichwertig gepriesen. Wer Hanumān im eigenen Haus beständig verehrt –
34.HMU.24: – und immer seinen Mantra verwendet, dessen Wohlergehen bleibe unerschütterlich; er erlange langes Leben und Erfolg in allen Richtungen.
34.HMU.25: Sein Ort werde vor Schlangen und bedrängenden Wesen geschützt; überall und jederzeit entstehe Freundschaft beziehungsweise günstiges Entgegenkommen.
34.HMU.26: Hier werden die sechs Ritualwirkungen für Śaivas und Vaiṣṇavas dargestellt. Der Text erklärt, es gebe kein vortrefflicheres Mittel als diesen Mantra.
34.HMU.27: Er sei Zuflucht für Menschen, die Feinde, Tiger und Ähnliches fürchten, bei Kriegsrüstung und großen Schlachten oder bei Einschließung durch fremde Soldaten.
34.HMU.28: Wer bei einer Reise von zu Hause aus an Hanumān denkt, gelange rasch nach Wunsch voran und erreiche sein Ziel.
34.HMU.29: Vor dem Schlafen soll man seiner stets gedenken; Diebe und bedrängende Wesen sollen dadurch fernbleiben. Danach beginnt die Bildung eines weiteren Mantras mit der als Vāsudeva-Wendung bezeichneten Einleitung und hanumate.
34.HMU.30: Es folgen zweimal kala, zweimal ghagha, dreimal kha und Svāhā. Dieser weitere Mantra mit 24 Silben soll Milz- und Bauchkrankheiten beheben.
Der Druck schreibt die Formel aus: oṃ namo bhagavate hanumate kala kala ghagha ghagha kha kha kha svāhā (24). Die Lesung kala folgt dem ausgeschriebenen Mantra; die knappe Ableitung davor ist nicht als zusätzliche Silbenfolge zu verstehen.
34.HMU.31: Es folgt eine historische Behandlungsvorschrift: Über der erkrankten Milz- beziehungsweise Bauchregion wird eine achtfach angeordnete Betelblattauflage mit einem Bambusstift in Verbindung gebracht. Die genaue Anordnung ist aus dem knappen Wortlaut nicht sicher zu erschließen.
34.HMU.32: Eine gebundene Vorrichtung soll an sieben getrockneten Wald-Dungstücken erhitzt und mit dem Mantra siebenmal besprochen werden. Einzelheiten der Vorrichtung bleiben sprachlich unsicher.
34.HMU.33: Eine weitere siebenfache Besprechung wird genannt; der Druck setzt selbst ein Fragezeichen. Durch Blasenbildung solle die Milzerkrankung „zu Asche“ werden. Redaktionell: Beschrieben wird eine historische kauterisationsartige Vorstellung, keine sichere Behandlung; die behauptete Wirkung ist nicht belegt.
34.HMU.34: Mit den acht Duftstoffen, beginnend mit Kampfer, wird auf Stoff eine schweifförmige Zeichnung von Hanumān samt Mantra angebracht; als Schreibgerät nennt der Text einen Stängel der Kokilākṣa-Pflanze.
34.HMU.35: Der achtzehnsilbige Mantra wird dabei in der Mitte eingesetzt. Als am Kopf getragenes Band soll dies nach der Verheißung des Textes den Sieg über die drei Welten ermöglichen.
34.HMU.36: Mantra und Yantra werden auch auf das Banner eines großen Heeres geschrieben. Bei Mond- oder Sonnenfinsternis wird der Mantra bis zu deren Ende rezitiert.
34.HMU.37: Als Feueropfer folgt ein Zehntel mit Sesam, Senf und weiteren Gaben. Im Krieg wird das Banner auf einem Elefanten oder Pferd angebracht –
34.HMU.38: – und dem fremden Heer gezeigt, dem der Text daraufhin Zerfall zuschreibt. Wer im Kampf den Mālāmantra rezitiert und sich Hanumāns erinnert –
34.HMU.39: – werde diamantfest und an Heldenmut Hanumān gleich. Nun folgt eine Schutzvorschrift, die alle Siddhis verleihen soll. Zählhinweis: Der Druck bezeichnet diesen Vers irrtümlich mit 49; seine Stellung zwischen 38 und 40 wird hier durch 34.HMU.39 eindeutig kenntlich gemacht, die gedruckte 49 bleibt in den Sanskritartikeln erhalten.
34.HMU.40: Sie soll fremde Heere lähmen und bedrängende Wesen gefügig machen. Mit Rocanā und Safran auf schönem Birkenblatt –
34.HMU.41: – schreibt man mit goldenem Schreibgerät ein achtblättriges Yantra: in die Mitte den Namen der Zielperson, in die acht Blätter den Wurzelmantra –
34.HMU.42: – sowie den Mālāmantra im Inneren, dreifach mit huṃ umgeben. In eine Hülle aus drei Metallen gefasst, liegt es an Hüfte, Arm oder Kopf.
34.HMU.43: Wer diese Vidyā am Arm trägt, dem sollen Hindernisse erspart bleiben: im Kampf, am Königshof, im Glücksspiel, in Rechtsstreitigkeiten und bei drohender Niederlage.
34.HMU.44: Er werde nicht von Waffen getroffen und sei allen besonders lieb. Astrale Mächte, Diebe und andere Bedrängnisse sollen ihm keine Qual bereiten.
34.HMU.45: Es gebe keine Furcht vor Wasser, Feuer, Tigern oder Räubern. Sämtliche Fieber, auch mächtige dreitägige Wechselfieber, sollen vergehen –
34.HMU.46: – ebenso schwere Augenleiden und andere Krankheiten durch die Macht des Mantrakönigs. Danach wird der Wurzelmantra gebildet: Oṃ, sodann ha mit der genannten Feuerzuordnung, sechs langen Vokalen und Bindu.
Unnummerierter Halbvers nach 46: Den Abschluss bildet Oṃ; dies heißt der achtssilbige Wurzelmantra. Die ausgeschriebene Druckform lautet oṃ hāṃ hīṃ hūṃ haiṃ hauṃ haḥ oṃ (8). Die beschreibende Ableitung und diese Druckform werden nebeneinander bewahrt.
34.HMU.47: Die acht Duftstoffe sind Sandelholz, Agaru, Kampfer, Tamāla, Jala, Safran, Uśīra und Kuṣṭha. Die Druckanmerkung erklärt Jala als Bālaka.
34.HMU.48: Ein weiterer Mantra beginnt mit Oṃ: „Diamantleibiger, Diamantschnäbliger, Gelbbrauner, Rotbrauner, dessen Haar aufwärts steht, überaus Mächtiger“ –
34.HMU.49: – „Rotgesichtiger, Blitz-Züngiger, äußerst Furchtbarer, mit gewaltigen Hauern, kaha kaha, Schrecklicher“ –
34.HMU.50: – „mit überaus festem Schlag, zum Töten des Herrn von Laṅkā Bereiter, Erbauer der großen Brücke, Beweger großer Berge“ –
34.HMU.51: – „Wanderer im Luftraum, komm, komm, Erhabener, von großer Kraft und Heldenmut, Sieger durch Bhairavas Befehl“ –
34.HMU.52: – „komm, komm, äußerst Furchtbarer; umschlinge mit deinem langen Schweif den Feind; zerbrich, zerbrich!“ Es folgen Huṃ und Phaṭ.
34.HMU.53: Mit Svāhā endet dieser als 125-silbig bezeichnete Mālāmantra, dem der Text die Beendigung von Fieber und anderen Krankheiten zuschreibt.
Sechs ausgeschriebene Hanumān-Formeln
Die anschließende Prosa nummeriert sechs Formeln in Klammern; dies sind keine neu einsetzenden Verse.
Formel (1) schreibt den in 34.HMU.48–53 entfalteten Mantra zusammenhängend aus: „Oṃ, Diamantleibiger, Diamantschnäbliger, Gelbbrauner, Rotbrauner mit aufwärts stehendem Haar, überaus Mächtiger, Rotgesichtiger, Blitz-Züngiger, äußerst Furchtbarer mit gewaltigen Hauern, kaha kaha, Schrecklicher, mit überaus festem Schlag, zum Töten des Herrn von Laṅkā Bereiter, Erbauer der großen Brücke und Beweger großer Berge, Wanderer im Luftraum! Komm, komm, Erhabener von großer Kraft und Heldenmut, Sieger durch Bhairavas Befehl! Komm, komm, äußerst Furchtbarer; umschlinge den Feind mit deinem langen Schweif, zerbrich, zerbrich! Huṃ phaṭ svāhā.“
Formel (2) besteht aus einer eng gedruckten, stellenweise nicht sicher lesbaren Bījareihe und hanumate namaḥ, „Verehrung Hanumān“. Die unsicheren Zeichen werden nicht ergänzt.
Formel (3): „Oṃ, Verehrung, Hanumān! Vertreibe, vertreibe alle bedrängenden Mächte der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, ferne und nahe, zu jeder Zeit! Erschüttere, erschüttere fremde Streitkräfte; vollbringe, vollbringe alle Vorhaben! Hāṃ hīṃ hūṃ, ghe ghe, huṃ phaṭ svāhā.“
Formel (4) beginnt mit Oṃ und Śiva-Anrufungen sowie mehreren lokal unsicheren Silben. Ihr verständlicher Teil ruft zur Abwehr fremder Mantras und Yantras, feindlicher Erscheinungsformen, Bhūtas, Pretas, Piśācas, aller Fieber, fremder böser Blicke, böser Menschen, schädlicher Dienerzauber und magischer Künste sowie von Schlangen und Feuer auf: „Vernichte, vernichte! Ilu ilu, vuvu vuvu, khili khili; löse alle schädlichen Yantras und alle böse Rede auf! Huṃ phaṭ svāhā.“ Unsichere Einleitungsbījas werden in den Sanskritfassungen markiert.
Formel (5) ist als sechzehnsilbiger Mantra ausgewiesen. Auf die teilweise unsichere Bījareihe folgt hanumate namaḥ. Formel (6) ist ein fünfsilbiger Bījamantra; auch hier erlaubt das Druckbild keine verlässliche vollständige Lesung.
Für alle nennt die Prosa Rāmacandra als Seher, verschiedene Versmaße und Mahāvīra Hanumān als Gottheit. Als Bīja stehen „Sohn des Windes“ und ein hasauṃ-ähnliches Bīja; als Śakti „Sohn Añjanīs“ mit einem sphreṃ-ähnlichen Bīja; als Lebenskräfte „Śrī Rāmabhadra, hāṃ“; als Kīlaka „oṃ hāṃ“; als individuelles Leben „Freudenspender für Śrī Rāma und Lakṣmaṇa, hāṃ hīṃ hūṃ“. Einige Bījazeichen bleiben lokal unsicher. Die Anwendung dient „der Erfüllung meines Wunsches“. Sechsgliedrige Einsetzung und Meditation richten sich nach der zwölfsilbigen Formel.
Damit endet der Hanumān-Abschnitt.
Das Agnicakra: Zuordnung des Opferfeuers
Die Prosa erklärt: Werden die zuvor genannten wunscherfüllenden Feueropfer ohne Kenntnis des jeweils zugehörigen Agnicakra ausgeführt, seien sie wirkungslos oder hätten schädliche Folgen. Deshalb wird dessen Kenntnis nun dargelegt. Es folgt ein Zitat aus dem Śrī Rudrayāmala, Abschnitt 34.AGC; neue Zählung.
34.AGC.1: „Nun werde ich dir, große Göttin, das Agnicakra erklären, das die Feueropfer gelingen lässt, o Schöne, und in allen Tantras verborgen gehalten wird.
34.AGC.2: Feuer besteht aus den neun Grahas, und diese astralen Mächte bestehen aus Feuer. Was dem Feuer geopfert wird, Göttin, gelangt in den Mund der Grahas.
34.AGC.3: Sind sie befriedigt, Pārvatī, so sind alle Gottheiten befriedigt. Die Grahas, die alle Gottheiten in sich enthalten, gewähren dann die Früchte.
34.AGC.4: Daher soll man ihre Stellung im Feuer kennen und erst dann das Opfer vollziehen: bei befriedenden, gedeihenfördernden und auch grausamen Handlungen.
34.AGC.5: Ihre Abfolge gemäß den Mondhäusern werde ich erklären: Sonne, Merkur, Venus, Saturn, Mond und Mars –
34.AGC.6: – Jupiter, Rāhu und Ketu: Dies sind die neun am Himmel Wandelnden. Jedem, beginnend mit der Sonne, werden jeweils drei Mondhäuser zugeteilt.
34.AGC.7: Man zählt vom Mondhaus der Sonne bis zu dem des Mondes, große Herrin. Höre die Ergebnisse der Sonne und der übrigen in ihrer Reihenfolge.
34.AGC.8: Bei der Sonne wird Kummer genannt, bei Merkur Vermögenszuwachs, bei Venus Gewinn, bei Saturn Bedrängnis.
34.AGC.9: Der Mond bringt Gewinn, große Göttin; Mars Bindung beziehungsweise Gefangenschaft, Jupiter Vermögen und Rāhu Verlust.
34.AGC.10: Ketu wird Tod zugeschrieben. Nachdem man diese Zuordnungen kennt, große Herrin, führt man das Feueropfer aus.
34.AGC.11: Ein sanftes Feueropfer soll an einem Tag begonnen werden, an dem die Darbringung in den Mund eines günstig wirkenden Graha gelangt.
34.AGC.12: Ein grausames Feueropfer fällt entsprechend in den Mund eines grausamen Graha. Mit dieser Kenntnis soll man das auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Opfer vollziehen.“
Unnummerierter Halbvers: Andernfalls drohten Wirkungslosigkeit und eigene Vernichtung. Im Druck folgen Punkte anstelle eines weiteren Halbverses. Dies sind astrologische Wirkungsannahmen der Quelle.
Der Aufenthaltsort des Feuers
Zitat aus dem Brahmayāmala, Abschnitt 34.AGF; neue Zählung 1–5.
34.AGF.1: „Nun erkläre ich den Aufenthaltsort des Feuers zum Gelingen der Feueropfer. Der Opferträger weilt im Himmel, in der Unterwelt oder auf Erden.
34.AGF.2: Zum Wohl der Übenden erkläre ich das Verfahren: Man nimmt Dhṛti, den Mondtag und den Wochentag, die sieben Kontinente und die vier Weltalter –
34.AGF.3: – addiert ihre Zahlen und teilt durch drei. Bei Rest eins weilt das Feuer im Himmel, bei Rest zwei in der Unterwelt.
34.AGF.4: Bei Rest null weilt es in der Menschenwelt. Befindet es sich im Himmel, wird Unheil erwartet, in der Unterwelt Vermögensverlust.
34.AGF.5: Weilt das Feuer in der Menschenwelt, gewährt das Opfer die gewünschte Frucht. In dieser Kenntnis beginnt der Mantrakundige die Opferhandlung.“
Die Prosa erläutert die Zahlwörter: Dhṛti bedeutet achtzehn. Die Mondtage sind die fünfzehn Tithis, gezählt vom ersten bis zum Tag des Opferbeginns. Die Wochentage werden vom Sonntag bis zum betreffenden Tag gezählt. Das Übrige sei leicht verständlich. Die Rechnung lautet somit: 18 + Mondtagszahl + Wochentagszahl + 7 + 4; entscheidend ist der Rest bei Teilung durch drei.
Das Aufgeben eines feindlich wirkenden Mantras
Nun folgt eine Vorschrift aus dem Śrī Rudrayāmala, Abschnitt 34.AMP; neue Zählung.
34.AMP.1: „Große Herrin, ich erkläre die Ordnung zum Aufgeben eines feindlich wirkenden Mantras. Kennt der Guru sie, kann er den Schüler von der Furcht vor einem solchen Mantra befreien.
34.AMP.2: Wenn Unkundige aus Unwissenheit irgendwo einen ihnen feindlich wirkenden Mantra wiederholen, große Herrin, erleiden sie nach dieser Vorstellung dadurch großes Leid.
34.AMP.3: Ich sage dir, durch welche Ordnung der Guru sie schützen soll. Rein und gesammelt beginnt er an einem günstigen Tag –
34.AMP.4: – als vorzüglicher Lehrer das Verfahren zur Beseitigung allen Leidens. Zunächst wird in einem schönen Raum ein Krug gemäß der Einweihungsordnung [aufgestellt …].“ Der Satz setzt sich auf Seite 784 fort.
34.AMP.5: „… im Maṇḍala aufgestellt und mit reinem Wasser gefüllt, Göttin. Durch die vorgeschriebene Mantrarezitation wird die Gottheit darin eingeladen.
34.AMP.6: Nach vollständiger ritueller Ausgestaltung und Verehrung werden auch die umgebenden Gottheitenkreise verehrt. So verehrt man die Gottheit des Mantras mitsamt ihrer Umgebung –
34.AMP.7: – und opfert mit dem rückwärts angeordneten Mantra Kuh-Ghee, große Herrin, eintausendacht- oder hundertachtmal, Geliebte.
34.AMP.8: Zum Schluss wird der Herr mit dem Brahmārpaṇa-Mantra erquickt. Danach bringt man den Gottheiten Bali-Gaben aus Gerstenspeise und Milchspeise dar –
34.AMP.9: – in den Zwischenrichtungen und Hauptrichtungen sowie unten und oben. Der Mantrakundige spricht: ‚Komm, Indra, Herr der Götter, Śatamanyu, Gemahl Śacīs!
34.AMP.10: Verehrung dir; nimm diese Gabe aus Blumen, Räucherwerk und anderem an. Komm, Herr der Lichtkräfte, Opferträger, Gabenspender!
34.AMP.11: Nimm diese bereitete Gabe aus Blumen und Räucherwerk an. Herr der Verstorbenen, komm mit deinen Waffen beziehungsweise Begleitern, schwarz wie zerstoßene Augensalbe!‘ Die letzte Wendung ist sprachlich nicht ganz sicher.
34.AMP.12: ‚Nimm diese Gabe an, sei wohlgestimmt und gewähre Segen. Verehrung dir, Herr der Rākṣasas, Nirṛti; hierher gekommen –
34.AMP.13: – nimm die Bali-Gabe und Verehrung an, die ich hingebungsvoll darbringe. Komm, Hüter des Westens, Herr des Wassers; Verehrung dir!
34.AMP.14: Nimm die hingebungsvoll dargebrachte Verehrung an und sei erfreut. Du mächtiger Wind, Herr des Lebensatems, komm mit deinem Gefolge!
34.AMP.15: Nimm wohlwollend die von mir ordnungsgemäß bereitete Gabe an. Kubera und Herr der Sterne, ihr beiden Götterherren, kommt herbei!
34.AMP.16: Durch die angebotenen Kuchen und weiteren Gaben erfreut, schenkt mir Segen.‘ Die genaue erste Speisenbezeichnung ist lokal unsicher. ‚Īśa, Erhabener, Herr, in dem alle Erkenntnis ruht, komm!
34.AMP.17: Durch Blumen, Räucherwerk und anderes verehrt, sei erfreut und verleihe Wohlergehen. Komm, Brahmā, Herr aller Welten; nimm die Verehrung –
34.AMP.18: – an und wende alle meine Hindernisse ab. Verehrung dir! Komm, unerschütterlicher Gabenspender Viṣṇu, Lenker des Alls!
34.AMP.19: Mit höchster Hingabe verehrt, schenke mir Glück.‘ Danach wird die Gottheit des Mantras mitsamt ihrem Gefolge verehrt –
34.AMP.20: – mit dem umgekehrten Mantra und den Gaben von Blumen und Räucherwerk. Darauf richtet der Kundige an die verehrte Mantragottheit das Gebet:
34.AMP.21: ‚Ohne seine Verträglichkeit zu bedenken, habe ich mit unstetem Sinn irrtümlich einen Mantra angenommen, dessen Gestalt mir feindlich wirkt.
34.AMP.22: Wende die dadurch entstandene Erschütterung meines Geistes vollständig ab. Mein Vergehen möge aufgehoben sein; beständiges Heil möge entstehen.
34.AMP.23: Die läuternde Hingabe möge mein Wohlergehen entfalten.‘ Nach diesem Gebet wird der Mantra in umgekehrter Reihenfolge in ein Yantra geschrieben –
34.AMP.24: – mit reinem Kampfer und Sandelholz, verehrt und auf den Krug gesetzt, mit höchster Hingabe.
34.AMP.25: Der Besonnene bindet das Yantra an seinen Kopf und badet mit dem heilsamen, durch Mantra geheiligten Wasser aus dem verehrten Krug.
34.AMP.26: Danach füllt er den Krug gesammelt mit anderem Wasser, legt Mantra und Yantra hinein und verehrt sie.
34.AMP.27: Der Krug wird an einem reinen Flussufer beziehungsweise in einem anderen reinen Gewässer entlassen. Anschließend werden Brahmanen nach den eigenen Möglichkeiten geehrt.
34.AMP.28: Wer dieses Verfahren vollzogen hat, dessen durch den feindlich wirkenden Mantra entstandene Leiden sollen verschwinden; allmählich entsteht Klarheit und Heiterkeit des Geistes –“
Unnummerierter Halbvers nach 28: „– in reichem Maß; das dadurch Bewirkte wächst allmählich.“ Die genaue Beziehung des letzten Satzglieds ist unsicher. Danach stehen Punkte im Druck. So endet die Ordnung zum Aufgeben eines feindlich wirkenden Mantras. Redaktionelle Einordnung: Die Passage beschreibt rituelle Bewältigung von Verunsicherung und das Wiedergewinnen von Zuversicht; ihre Diagnose einer Mantrafeindschaft gehört zum Deutungsrahmen der Quelle.
Einweihung, wenn kein Guru verfügbar ist
Zitat aus dem Śrī Rudrayāmala, Abschnitt 34.GAD; neue Zählung.
34.GAD.1: „Bester der Brahmanen, nun wird erklärt, wie man bei fehlendem Guru einen Mantra empfängt: am dreizehnten Mondtag der abnehmenden Monatshälfte, in der Gegenwart Dakṣiṇāmūrtis –
34.GAD.2: – schreibt man den Mantra auf ein Palmblatt und legt es vor ihn. Dakṣiṇāmūrti wird sorgfältig mit den üblichen Gaben verehrt.
34.GAD.3: Nach Darbringung von Milchreis wirft man sich lang ausgestreckt nieder. Dann schaut man auf das Palmblatt und liest den Mantra hundertachtmal.“ Die Vorschrift setzt sich fort.
34.GAD.4: „Ein so empfangener Mantra gilt sogar als dem vom menschlichen Guru empfangenen überlegen; denn gerade im Kali-Zeitalter sind bei Lehrern Fehler möglich.“
Unnummerierter Halbvers: Ein auf diese Weise empfangener Mantra soll dem Menschen alle Siddhis verleihen. Der zweite Halbvers fehlt im Druck und ist durch Punkte vertreten.
Kennzeichen der Mudrās
Die Quelle sammelt nun Handstellungen aus mehreren Werken. Abweichende Fassungen bleiben getrennt. Bei knappen oder beschädigten Beschreibungen wird keine präzise Handanleitung hinzuerfunden.
Aus dem Tantrarāja, Abschnitt 34.MAN:
34.MAN.1: Der Daumen liegt auf den Rückseiten von kleinem Finger und Ringfinger; der Zeigefinger ist gekrümmt, der Mittelfinger gerade. Diese Geste heißt Aṅkuśa-Mudrā, „Elefantenhaken“.
Aus dem Nāradapañcarātra, Abschnitt 34.MKU:
34.MKU.1: Der andere Daumen wird an den rechten Daumen gelegt; beide Hände bilden eine gemeinsame Faust mit einem Innenraum. Dies ist die Kumbha-Mudrā, „Krug“.
Aus dem Prayogasāra, Abschnitt 34.MAS:
34.MAS.1: Beide Hände bilden Dreizackspitzen, werden gekreuzt und ringsum geführt. Dies heißt Astra-Mudrā, „Waffe“, mit der Bedeutung einer feurigen Schutzmauer.
Unnummeriertes Zitat aus dem Sārasaṃgraha: Für die Einsetzung von Seher, Versmaß und Gottheit sind die vier Finger ohne Daumen vorgesehen.
Nyāsa im Nāradapañcarātra
Abschnitt 34.NPN; neue Zählung 1–4.
34.NPN.1: In den durch Mantra berührten beziehungsweise gereinigten Händen werden die Glieder auf die fünf Finger verteilt. Die Einsetzung an den übrigen Fingern geschieht mit dem Daumen.
34.NPN.2: Die Einsetzung am Daumen erfolgt mit der Spitze des Zeigefingers. Am Herzen werden die vier Finger ohne Daumen angelegt.
34.NPN.3: Am Haarschopf dient eine Faust; die nähere Stellung von Daumen und Ringfinger ist in der Lesung nicht sicher verständlich. Beim Binden des Schutzpanzers werden sämtliche Finger beider Hände bis zum Nabel eingesetzt.
34.NPN.4: Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden der Reihe nach den drei Augen zugeordnet. Mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger wird an den Händen ein Laut erzeugt.
Die Prosa präzisiert: Die vier Finger sind ausgestreckt. Ein weiteres kurzes Zitat nennt Herz und Kopf als mit offener Handfläche zu berührende Stellen.
Nyāsa in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā
Abschnitt 34.DMN; neue Zählung 1–4.
34.DMN.1: Am Herzen werden die drei Finger ohne kleinen Finger und Daumen angelegt; am Kopf setzt der Mantrakundige Mittel- und Ringfinger ein.
34.DMN.2: Am Haarschopf dient der Daumen, für den Schutzpanzer alle zehn Finger. Die Einsetzung an den Augen geschieht wie am Herzen, große Herrin.
34.DMN.3: Für die Waffe dienen Zeige- und Mittelfinger, Geliebte. Danach bildet der Mantrakundige eine Faust und erhebt den Zeigefinger stabartig.
34.DMN.4: Diese Geste heißt Saubhāgyadaṇḍinī, etwa „Stab des Wohlergehens“; sie soll Feinde schon durch einen Blick bestrafen. Wird der Daumen in die Faust genommen, entsteht die Geste „Ergreifen der Feindeszunge“.
Der Jñānārṇava fasst die Fingerzahlen unnummeriert zusammen: drei, zwei, einer, zehn, drei, zwei. Die Erklärung ordnet zu: drei Finger ohne Daumen und kleinen Finger für das Herz; Mittel- und Ringfinger für den Kopf; Daumen für den Haarschopf; zehn Finger für den Schutzpanzer; die Herzfinger für die Augen; Zeige- und Mittelfinger mit dreimaligem Klatschen für die Waffe. Zum Schutzpanzer gehören beide abwärts gewandten Hände im Bereich zwischen Schultern und Nabel; hierzu wird der Tantrarāja mit der Aussage angeführt, der Panzer reiche von den Schultern zum Nabel.
Besondere sechsgliedrige Mudrās für Śiva-Mantras
Zitat aus einem Śaivāgama, Abschnitt 34.SAM; neue Zählung.
34.SAM.1: Beide Hände werden zu hohlen Fäusten geformt und die Daumen am Herzen angesetzt. Dies heißt Herz-Mudrā. Nun wird die Kopf-Mudrā beschrieben.
34.SAM.2: Die beiden hohlen Fäuste werden vor die Stirn gebracht. Die Zeigefinger verlaufen außerhalb der Daumen nach oben und berühren einander an den Spitzen.
34.SAM.3: Für den Haarschopf werden die beiden hohlen Fäuste dort zusammengeführt. Die Daumenspitzen werden darunter miteinander verbunden; die obere Ausrichtung ist knapp beschrieben und nicht völlig eindeutig.
34.SAM.4: Diese Geste soll sämtliche Bedrängnisse beseitigen. Danach werden Daumen- und Zeigefingerspitzen so verbunden, dass eine dreieckige Form entsteht –
34.SAM.5: – am Scheitel nach hinten gewandt und zu beiden Seiten geführt. Der Text bezeichnet die hierbei genannte Herz-Handstellung als furchtlosen Schutzpanzer; die genaue Folge der Handbewegungen bleibt knapp.
34.SAM.6: Für die Augen richtet man die Hand zu den Augen, verbindet Daumen und kleinen Finger, streckt die mittleren Finger und beugt die übrigen ein wenig. Die Bezeichnungen der mittleren beziehungsweise übrigen Finger sind hier nicht ganz eindeutig.
34.SAM.7: Dies ist die Augen-Mudrā, die Bedrängnis durch Rākṣasas und Bhūtas vertreiben soll. Anschließend werden beide Handflächen kräftig gegeneinandergeschlagen; die Beschreibung der Waffengeste setzt sich auf Seite 786 fort.
Unnummerierte Fortsetzung des Śaivāgama-Zitats: Mit dem Zeigefinger, dessen Spitze zur Daumenspitze gebogen ist, wird ein Laut erzeugt. „Mit diesen beiden“ bezieht sich laut Prosa auf beide Hände. Der folgende Halbvers fehlt im Druck und ist durch Punkte vertreten.
Gālinī, Muschel und Fisch
Aus dem Mantratantraprakāśa, Abschnitt 34.MGA:
34.MGA.1: Kleiner Finger und Daumen beider Hände werden wechselseitig verbunden; Zeige-, Mittel- und Ringfinger liegen zusammen und bleiben ungebeugt.
Unnummerierter Halbvers: Diese Geste heißt Gālinī und wird über der Muschel bewegt. Die Prosa erklärt „zusammen“ als miteinander verbunden und „ungebeugt“ als nicht gekrümmt. Eine Druckvariante nennt die Geste unmittelbar Śaṅkha, „Muschel“.
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.MSF:
34.MSF.1: Die rechte Faust umfasst den linken Daumen. Die Faust wird aufwärts gewandt und der rechte Daumen ausgestreckt.
34.MSF.2: Die übrigen Finger der linken Hand sind zusammengelegt und ausgestreckt; sie berühren den rechten Daumen. Dies ist die Śaṅkha-Mudrā, „Muschel“.
34.MSF.3: Die linke Hand wird abwärts gewandt und die rechte ebenso darübergelegt. Beide Daumen werden seitlich ausgestreckt –
Unnummerierter Halbvers: – und diese Stellung dem Gefäß der Gottheit gezeigt. Dies heißt Matsya-Mudrā, „Fisch“. Der zweite Halbvers ist durch Punkte vertreten.
Die Padmavāhinī nennt unnummeriert eine Triśikhā-Mudrā aus der Añjali-Haltung und der Verbindung von Fingerenden. Die genaue Kombination von Ring-, Zeige- und kleinem Finger ist aus dem gedrängten Kompositum nicht sicher aufzulösen; sie bleibt offen.
Die Gesten der Einladung und Vergegenwärtigung
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.AVM; neue Zählung 1–8.
34.AVM.1: Beide Hände bilden Añjali; die Daumen liegen an den Grundgelenken der Ringfinger. Dies heißt Āvāhanī, die einladende Geste.
34.AVM.2: Wird sie abwärts gewandt, heißt sie Sthāpanī, die aufstellende Geste. Die Verbindung zweier Fäuste mit erhobenen Daumen heißt Sannidhāpanī, Vergegenwärtigung.
34.AVM.3: Mit nach innen genommenen Daumen heißt dieselbe Haltung Saṃrodhanī, Festhalten beziehungsweise Bewahren. Zwei aufwärts gerichtete Fäuste bilden Saṃmukhīkaraṇī, die Zuwendung nach vorn.
34.AVM.4: Die sechsgliedrige Einsetzung am Leib der Gottheit ist Sakalīkṛti, ihre vollständige rituelle Ausgestaltung. Eine Faust der linken Hand mit lang ausgestrecktem, abwärts gerichtetem Zeigefinger –
34.AVM.5: – wird ringsum bewegt und heißt Avaguṇṭhana, verhüllende Geste. Werden die Hände einander zugewandt und kleine Finger und Ringfinger wechselseitig verbunden –
34.AVM.6: – und ebenso Zeige- und Mittelfinger, heißt dies Dhenu-Mudrā, „Kuh“. Mit ihr vollzieht der vorzügliche Übende die Verwandlung in Amṛta.
34.AVM.7: Miteinander verschränkte Daumen und ausgestreckte übrige Finger bilden die Mahāmudrā für Paramīkaraṇa, die Erhebung zur höchsten Wirklichkeit, Geliebte.
34.AVM.8: Diese Gesten werden bei der Einladung der Gottheit angewandt. Die Kennzeichen der Gesten des Gliedernyāsa wurden zuvor erklärt.
Lalitās Mudrās nach dem Tantrarāja
Der Druck verweist auf Tantrarāja, Kapitel 4, Verse 23–41. Diese Angabe wird als Druckverweis übernommen. Abschnitt 34.TRM; neue lokale Zählung.
34.TRM.1: Aus Añjali werden die Ringfinger gekreuzt, ihre Nägel von den Zeigefingern umfasst. Diese Trikhaṇḍā-Geste, „drei Abschnitte“, bringt Lalitā herbei.
34.TRM.2: Kleine Finger, Ring- und Mittelfinger werden an den Nägeln miteinander verbunden. Die Daumen liegen an den kleinen Fingern, die Zeigefinger werden gerade gehalten –
34.TRM.3: – dies ist Sarvasaṃkṣobhaṇī, „alles erschütternd“, der die Erschütterung der drei Welten zugeschrieben wird. Werden bei dieser Haltung auch die Mittelfinger wie die Zeigefinger ausgerichtet –
34.TRM.4: – entsteht Sarvavidrāviṇī, „alles in Auflösung versetzend“, hier auf Frauen bezogen. Werden diese beiden Finger hakenförmig miteinander verbunden, heißt die Geste Ākarṣiṇī, „herbeiziehend“.
34.TRM.5: Die Finger werden gewendet, sodass Nägel und Handflächen aneinanderliegen; die Daumen verbinden sich mit den Zeigefingern. Der Text nennt dies eine durch die Nagelverbindungen wirkende, Ergriffenheit hervorrufende Geste.
34.TRM.6: Beide Hände werden vorn ausgestreckt und ihre kleinen Finger gekreuzt. Die Mittelfinger sind gebogen und berühren deren Spitzen, die Ringfinger stehen gerade –
34.TRM.7: – die Zeigefinger liegen an deren Nägeln, die Daumen bei den Mittelfingern; die letzte Zuordnung ist im Druck knapp und lokal unsicher. Dies ist Unmādinī, die Geste, der umfassende Berauschung zugeschrieben wird.
34.TRM.8: Werden dabei die Ringfinger gebogen und die Zeigefinger zu Haken geformt, entsteht Mahāṅkuśa, der „große Elefantenhaken“, für Lähmung und Herbeiziehen.
34.TRM.9: Die linke und rechte Hand werden oberhalb der Ellbogen gekreuzt; bei den Handgelenken wird eine Añjali-Verbindung im mittleren Rückenbereich der Hände gebildet. Die genaue räumliche Beschreibung bleibt knapp; der Satz setzt sich auf Seite 787 fort.
34.TRM.10: Die Zeigefinger werden gebogen, die Daumen daruntergelegt; kleine Finger und Ringfinger werden gekreuzt auf den Handrücken angeordnet.
34.TRM.11: Dies ist die Khecarī-Mudrā, die Lalitā erfreut. Schon durch ihre Bildung, so der Text, werden alle Gottheiten für den Übenden wirksam.
Eine Khecarī-Variante im Vāmakeśvaratantra
Die Prosa kündigt eine geringfügig andere Ausführung an. Abschnitt 34.VKM; neue Zählung 1–9.
34.VKM.1: Der linke Arm wird nach rechts und der rechte nach links geführt; beide Hände werden dabei gewendet, große Göttin.
34.VKM.2: Kleine Finger und Ringfinger werden in dieser Anordnung verbunden; die Zeigefinger liegen darüber, die Mittelfinger zuoberst. Der Wortlaut beschreibt die Verflechtung nur knapp.
34.VKM.3: Die Daumen werden gerade gehalten, große Herrin. Dies ist die Khecarī genannte, vorzügliche Mudrā, Geliebte.
34.VKM.4: Schon ihre Bildung soll alle Kräfte beziehungsweise Lichtenergien an sich ziehen. Hat der vorzügliche Übende sie gebildet, erscheint er –
34.VKM.5: – sämtlichen Yoginī-Scharen wie loderndes Feuer: den Gruppen der Ḍākinīs und Rākiṇīs, den Scharen der Lākinīs und Kākinīs –
34.VKM.6: – ebenso den Sākinīs und Hākinīs, höchste Herrin. Durch die Kenntnis dieser Geste wird er den Yoginīs lieb.
34.VKM.7: Daher heißt sie die gemeinsame Samaya-Mudrā aller dieser Kräfte. Ob gesammelt oder ungesammelt, an einem reinen oder unreinen Ort –
34.VKM.8: – stehend, sitzend, gehend oder reglos, nach dem Essen noch nicht gereinigt oder rein, beim Essen oder in geschlechtlicher Vereinigung –
34.VKM.9: – soll man durch das Wenden der beiden Mittelfinger in der Geste und die Verbindung des Mantras mit dem „irdischen Platz“ unmittelbar Khecara-Zustand erlangen. Die syntaktische Verbindung von Mantra, Abfolge und Ortsbezeichnung ist unsicher; eine eindeutige technische Anweisung lässt sich daraus nicht ableiten.
Weitere Mudrās nach dem Tantrarāja
Der Druck nennt Kapitel 4, Vers 52, und später zusätzlich 4.38. Abschnitt 34.TMB; die lokalen Versnummern beginnen wieder bei 1.
34.TMB.1: Die Mittelfinger werden im mittleren seitlichen Bereich angeordnet, die Spitzen der kleinen Finger darunter in umgekehrter Lage; die Ringfinger sind unten gekreuzt, die Zeigefinger hakenförmig. Diese verdichtete Lagebeschreibung ist nicht vollständig eindeutig.
34.TMB.2: Die übrigen Finger liegen an den betreffenden Nagelspitzen: Dies heißt Bīja-Mudrā. Durch die Verbindung von kleinen Fingern und Daumen entsteht die dreigeteilte Mahāyoni-Geste.
34.TMB.3: Kleine Finger, Ring- und Mittelfinger werden der Reihe nach hintereinander gekreuzt; die Hände sind durch eine Verbindung nach oben gewendet, die Zeigefinger stehen gerade.
34.TMB.4: Dies ist die Śaktyutthāpana-Mudrā, „Erhebung der Śakti“, für Japa, Verehrung und Samādhi. Ihre Bildung wird als Verkörperung beziehungsweise Vergegenwärtigung bezeichnet.
34.TMB.5: Eine Faust mit geradem Daumen bildet die Pfeil- und Bogengeste. Bei derselben Faust entsteht durch Verbindung von Zeigefinger und Daumen die Schlingengeste. Der Druck fügt bei der ersten Aussage den Verweis 4.38 ein.
34.TMB.6: Der Daumen liegt auf den Rückseiten von kleinem Finger und Ringfinger, der Zeigefinger ist gekrümmt, der Mittelfinger gerade: Dies heißt Aṅkuśa-Mudrā. Diese Beschreibung wird in der Quelle erneut angeführt.
34.TMB.7: In der hier genannten Khecarī-Stellung liegen die Mittelfinger an den Handrücken; die geraden Zeigefinger berühren einander. Diese Geste wird für die ehrerbietige Begrüßung angegeben.
Gaṇeśas Mudrās
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.GNM; neue Zählung.
34.GNM.1: Nun werden die Kennzeichen von Gaṇeśas Gesten erklärt. Aus einer geschlossenen, aufwärts gewandten Faust ragt der Mittelfinger gerade nach oben –
34.GNM.2: – dies nennen die Kenner der Āgamas Danta-Mudrā, „Stoßzahn“. Für die nächste Geste werden der Zeigefinger der linken Faust und jener der rechten Faust –
34.GNM.3: – miteinander verbunden; die Daumenspitzen liegen an den Spitzen der jeweiligen Zeigefinger. Die Kundigen nennen dies Pāśa-Mudrā, „Schlinge“.
34.GNM.4: Der Mittelfinger wird gerade gehalten, der Zeigefinger an seinem mittleren Gelenk angesetzt und etwas hakenförmig gebogen. Dies ist Aṅkuśa, der Elefantenhaken.
34.GNM.5: Der Daumen tritt zwischen Zeige- und Mittelfinger aus der Faust hervor; der lange Mittelfinger weist abwärts. Dies heißt Vighna-Mudrā, „Hindernis“.
34.GNM.6: Beide Handflächen werden quer aufeinandergelegt; die Finger sind geschlossen und ausgestreckt. Diese Geste heißt Paraśu, „Axt“.
34.GNM.7: Die rechte Hand wird aufwärts gewandt, die leicht gebogenen Finger liegen locker auseinander; die Handfläche bildet eine flache Mulde. Dies heißt Laḍḍuka-Mudrā, „Süßkugel“.
34.GNM.8: Eine aufwärts gewandte linke Faust heißt Bījapūra, „Zitronatzitrone“. Stoßzahn, Schlinge, Elefantenhaken, Hindernis, Axt, Süßkugel –
34.GNM.9: – und Zitronatzitrone gelten als Gaṇeśas geliebte Gesten. Nun werden die Kennzeichen der Śakti-Gesten erklärt; die gedruckte Verszählung läuft dabei weiter.
34.GNM.10: Schlinge, Elefantenhaken, Gabenverleihung, Furchtlosigkeit, Schwert, Schutzschild, Bogen und Pfeil, Keule und Durgā-Geste gelten als der Śakti lieb.
34.GNM.11: Bei Lakṣmīs Verehrung dient die Lakṣmī-Mudrā; bei der Göttin der Rede werden Gebetskette, Erklärung, Vīṇā und Buch dargestellt.
34.GNM.12: Mātaṅginī ist die Vīṇā-Geste besonders lieb. Die Yoni-Mudrā gilt als erfreulich für sämtliche Śaktis.
34.GNM.13: Schlinge und Elefantenhaken wurden bereits erklärt; die weiteren folgen der Reihe nach. Die rechte Hand wird aufwärts geöffnet und langsam nach unten geneigt –
34.GNM.14: – mit geschlossenen Fingern: Dies ist die Geste der Gabenverleihung. Die linke Hand mit aufgerichteten Fingern wird nach außen gewandt –
34.GNM.15: – dies ist die Furchtlosigkeit verleihende Abhaya-Geste. Für die nächste Stellung hält der rechte Daumen kleinen Finger und Ringfinger fest –
34.GNM.16: – während die beiden übrigen Finger ausgestreckt aneinanderliegen: Dies ist das Schwert. Die linke Hand wird seitwärts ausgestreckt –
34.GNM.17: – und ihre Finger werden eingebogen: Dies heißt Schild. Ein lang ausgestreckter Zeigefinger aus der rechten Faust bildet den Pfeil.
34.GNM.18: Beide Hände werden zu Fäusten; die rechte liegt über der linken. Dies ist die Keule, der die Beseitigung aller Hindernisse zugeschrieben wird.
34.GNM.19: Werden die Fäuste ebenso angeordnet und am Kopf zusammengebracht, heißt dies Durgā-Mudrā.
34.GNM.20: Rechter Daumen und Zeigefinger werden gebogen zusammengebracht, die übrigen Finger ausgestreckt: Dies ist die Gebetskette.
34.GNM.21: Dieselbe Stellung, gesammelt und aufwärts gewandt, heißt Erklärungsgeste. Werden die Hände wie beim Vīṇā-Spiel gehalten und bewegt –
34.GNM.22: – ist dies die Vīṇā-Mudrā, die Sarasvatī erfreut. Eine dem eigenen Körper zugewandte linke Faust bildet die Buchgeste.
Die zweiunddreißig Mudrās der Gāyatrī
Die Prosa kündigt im selben Werk zweiunddreißig Gesten an. Zunächst folgen vierundzwanzig; die übrigen acht werden anschließend erläutert. Abschnitt 34.GYM; neue Zählung.
34.GYM.1: Sumukha, „schönes Antlitz“; Saṃpuṭa, „geschlossener Behälter“; Vitata, „ausgebreitet“; Vistṛta, „weit ausgedehnt“; Dvimukha, Trimukha, Caturmukha und Pañcamukha, „zwei-, drei-, vier- und fünfgesichtig“ –
34.GYM.2: – Ṣaṇmukha, „sechsgesichtig“; Adhomukha, „abwärts gerichtet“; Vyāpakāñjali, „weitreichende Añjali-Geste“; Śakaṭa, „Wagen“; Yamapāśa, „Yamas Schlinge“; Grathita, „verflochten“; Saṃmukhonmukha, „einander und aufwärts zugewandt“ –
34.GYM.3: – Vilamba, „herabhängend“; Muṣṭika, „Faust“; Matsya, „Fisch“; Kūrma, „Schildkröte“; Varāha, „Eber“; Siṃhākrānta, „Löwenschritt“; Mahākrānta, „großer Schritt“; Mudgara, „Hammer“; und Pallava, „junger Trieb“ –
34.GYM.4: – diese vierundzwanzig Gesten sind fest mit Gāyatrī verbunden. Mantrawiederholung, Bad und Essen werden als vergeblich erklärt –
34.GYM.5: – ebenso Pilgerfahrt, Opfer, Feueropfer und Gottesverehrung, wenn ihnen die Mudrās fehlen. Dies ist eine nachdrückliche rituelle Wertung dieser Quelle.
34.GYM.6: Darum sollen Kundige sich sorgfältig mit den Mudrās vertraut machen. Zwei einander zugewandte Hände mit gebogenen Fingern bilden Sumukha.
34.GYM.7: Werden beide Hände einschließlich der Daumen schalen- beziehungsweise behälterförmig zusammengefügt, heißt dies Saṃpuṭa. Mit locker auseinanderliegenden Fingern heißt die Haltung Vitata.
34.GYM.8: Weit auseinandergeführte Hände bilden Vistṛta. Werden die Hände in Añjali verbunden und kleine Finger und Ringfinger zusammengefügt, entsteht Dvimukha.
34.GYM.9: Werden zusätzlich die Mittelfinger verbunden, heißt die Geste Trimukha; mit zusätzlicher Verbindung der Zeigefinger Caturmukha.
34.GYM.10: Sind auch die Daumen verbunden, entsteht Pañcamukha. Werden bei derselben Haltung die kleinen Finger getrennt beziehungsweise auseinandergeführt, heißt sie Ṣaṇmukha.
34.GYM.11: Zwei nach unten gewandte, verbundene Hände heißen Adhomukha. Vyāpakāñjali entsteht aus verbundenen Händen mit auseinander angeordneten Fingern.
34.GYM.12: Zwei abwärts gewandte Fäuste mit verbundenen Daumen werden von den vorzüglichen Weisen Śakaṭa, „Wagen“, genannt.
34.GYM.13: Beide Hände bilden Fäuste; die Zeigefinger werden ausgestreckt, an den Enden gekrümmt und verbunden. Die Kundigen nennen dies Yamapāśa, „Yamas Schlinge“.
34.GYM.14: Beide Hände werden mit allen zehn ineinander verschränkten Fingern verbunden. Dies heißt Grathita, „verflochten“.
34.GYM.15: Beide Hände bilden kleine Schalen. Die linke zeigt aufwärts, die rechte liegt abwärts gewandt dazu: Saṃmukhonmukha.
34.GYM.16: Zwei abwärts gerichtete, behälterförmige Hände heißen Vilamba. Zwei gut verbundene Fäuste bilden Muṣṭika.
34.GYM.17: Ring- und Mittelfinger werden wechselseitig mit dem Paar der kleinen Finger in Berührung gebracht. Dies wird hier Matsya-Mudrā genannt; die genaue Verschlingung ist aus dem Wortlaut nicht völlig eindeutig.
34.GYM.18: Auf den Rücken der abwärts gewandten linken Hand wird die ebenso gerichtete rechte Hand gelegt. Dies heißt Kūrma-Mudrā, „Schildkröte“. Die Zuordnung unterscheidet sich von der vorherigen Fischbeschreibung und wird unverändert wiedergegeben.
34.GYM.19: Die linke Hand bildet eine Faust, deren Mittelfinger ausgestreckt wird; sie wird an die linke Achsel gebracht. Dies heißt Varāha, „Eber“.
34.GYM.20: Beide Hände mit ausgestreckten Fingern werden neben die Ohren geführt. Die Gāyatrī-Rezitierenden nennen dies Siṃhākrānta, „Löwenschritt“.
34.GYM.21: Werden an den Ohren jeweils alle fünf Finger zusammengehalten, entsteht Mahākrānta, eine im Herzen der Gāyatrī verankerte Geste.
34.GYM.22: Der rechte Zeigefinger liegt in der linken Handfläche und wird von der linken Hand umfasst. Dies heißt Mudgara, „Hammer“.
34.GYM.23: Die rechte Hand wird dem Gesicht zugewandt, die Finger werden bewegt. Die Weisen nennen dies Pallava, „junger Trieb“. Das zusätzliche Wort für Kopf beziehungsweise Spitze ist syntaktisch nicht sicher einzuordnen.
34.GYM.24: Am Ende der Rezitation werden acht weitere Gesten gezeigt: Surabhi, Jñāna, Siṃha, Yoni, Kūrma, Paṅkaja, Liṅga und Nirvāṇa – Kuh, Erkenntnis, Löwe, Ursprungsschoß, Schildkröte, Lotus, Liṅga und Auflösung.
Die Prosa erklärt Nirvāṇa als Fortgang; gemeint sei die beim Abschied gezeigte Saṃhāra-Mudrā, die Geste der Rücknahme. Die übrigen sieben seien bekannt.
34.GYM.25: Die kleinen Finger werden miteinander verbunden, die Ringfinger mit den Zeigefingern erfasst. Unter den langen, oberhalb der Ringfinger miteinander verbundenen Mittelfingern –
Unnummerierter Halbvers: – werden beide Daumenspitzen angelegt. Dies ist die Yoni-Mudrā. Der nächste Halbvers ist durch eine Punktreihe vertreten.
Viṣṇus Mudrās
Im selben Werk; Abschnitt 34.VSM, neue Zählung.
34.VSM.1: Die Weisen nennen neunzehn Gesten Viṣṇus: Muschel, Rad, Keule, Lotus, Flöte, Śrīvatsa und Kaustubha –
34.VSM.2: – Waldblumengirlande, Erkenntnisgeste, Bilva-Frucht und die vorzügliche Garuḍa-Geste, die Viṣṇus Freude vermehrt –
34.VSM.3: – ferner Narasiṃha, Varāha, Hayagrīva, Bogen, Pfeil, Axt und die Geste, die das Weltall in Ergriffenheit versetzt –
34.VSM.4: – sowie die Kāma-Geste. Ihre Kennzeichen werden nun erklärt: Die rechte Faust umfasst den linken Daumen –
34.VSM.5: – wird aufwärts gewandt, und der rechte Daumen wird ausgestreckt. Die übrigen Finger der linken Hand liegen zusammen und sind ausgestreckt –
34.VSM.6: – und berühren den rechten Daumen. Dies ist die Muschel. Für die nächste Geste werden die Handflächen von linker und rechter Hand gegensinnig gewendet –
34.VSM.7: – und die Daumen zwischen kleinen Fingern und Ringfingern verschränkt. Dies heißt die glückverheißende Radgeste, der alle Siddhis zugeschrieben werden.
34.VSM.8: Beide Hände werden einander zugewandt, verbunden und ausgestreckt; besonders die Mittelfinger sind miteinander verbunden und ausgestreckt –
34.VSM.9: – dies ist die Keule, die Viṣṇu erfreut. Für die nächste Geste werden die Hände einander zugewandt, die Finger teils gebeugt, teils erhoben –
34.VSM.10: – und die Daumen innerhalb der Handflächen verbunden. Dies ist der Lotus. Für die Flöte liegt der linke Daumen an der Lippe; der kleine Finger derselben Hand –
34.VSM.11: – berührt den rechten Daumen, während der rechte kleine Finger ausgestreckt bleibt. Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden etwas gebeugt und bewegt.
34.VSM.12: Dies ist die besonders verborgen gehaltene, Hari liebe Flötengeste. Für die folgende Geste stehen die Handrücken einander zugewandt; die Mittel- und Ringfinger [werden …]. Der Satz setzt sich fort.
34.VSM.13: Die in Vers 12 genannten Mittel- und Ringfinger werden mit dem Daumen gebunden; die Zeigefinger liegen an den Wurzeln der kleinen Finger. Dies ist die Śrīvatsa-Geste.
34.VSM.14: Für die nächste Geste liegt der rechte kleine Finger am Rücken eines Ringfingers und wird vom anderen kleinen Finger gehalten; außerdem wird mit dem rechten Zeigefinger –
34.VSM.15: – der linke Ringfinger an der Basis des rechten Daumens festgehalten. Linker Daumen und Mittelfinger werden verbunden; die übrigen –
34.VSM.16: – vier Finger sind gerade und berühren sich an den Spitzen. Dies heißt Kaustubha. Für die folgende Geste berührt man mit Zeigefinger und Daumen den Bereich von der Kehle bis zu den Füßen –
34.VSM.17: – mit beiden Händen wie beim Nachzeichnen einer Girlande. Dies ist Vanamālā, „Waldblumengirlande“. Der aufgerichtete linke Daumen wird anschließend vom rechten Daumen umschlossen –
34.VSM.18: – der rechte Daumen von seinen eigenen Fingern festgehalten, und diese wiederum von den Fingern der linken Hand umfasst.
34.VSM.19: Die Haltung wird fest ans Herz gebracht: Dies ist die vorzügliche Bilva-Geste. Für die nächste werden die Hände voneinander abgewandt und die kleinen Finger verschränkt –
34.VSM.20: – die Zeigefinger berühren sich, ebenso die Daumen. Mittel- und Ringfinger werden wie zwei Flügel bewegt.
34.VSM.21: Dies ist Garuḍa, die Viṣṇus Freude vermehrende Geste. Bei der nächsten Haltung werden verbundener Zeigefinger und Daumen vor dem Herzen gehalten –
34.VSM.22: – während die lotusgleiche linke Hand auf dem linken Knie ruht. Dies ist Jñāna-Mudrā, die Rāmacandra erfreut.
34.VSM.23: Beide Hände liegen zwischen den Knien am Boden; Kinn und Lippen werden ausgerichtet. Man lässt wiederholt eine zitternde Bewegung entstehen –
34.VSM.24: – öffnet den Mund weit und bewegt die Zunge leckend. Dies ist die Nārasiṃhī-Mudrā, die Narasiṃha erfreut.
34.VSM.25: Die linke Hand wird auf die rechte gelegt, zunächst aufwärts geöffnet und dann nach unten geneigt. Dies wird Vārāha-Mudrā genannt; der knappe Wortlaut beschreibt den Übergang nicht ausführlich.
34.VSM.26: Die Finger der rechten Hand werden abwärts in die linke Handfläche gelegt. Der Mittelfinger wird daraus aufgerichtet und dann nach unten gekrümmt.
Unnummerierter Halbvers: Diese Geste ist Hayagrīva lieb und ahmt seine Gestalt nach. Der nächste Halbvers fehlt im Druck. Die Prosa verweist für Bogen, Pfeil und Axt auf die bereits gegebenen Beschreibungen.
34.VSM.27: Zwei Fäuste mit ihren Daumen am Kopf bilden Trailokyamohinī, „die drei Welten in Ergriffenheit versetzend“. Für die nächste Geste bilden die Hände einen Behälter, die Finger sind ausgestreckt –
34.VSM.28: – die Zeigefinger liegen an den Rückseiten der Mittelfinger, die Daumen an den Mittelfingern. Dies heißt Kāma-Mudrā, die alle Gottheiten erfreut.
Die beiden Sonnengesten
Aus dem Nārāyaṇīya, Abschnitt 34.SOM:
34.SOM.1: Beide Hände werden lotusförmig gehalten, die Mittelfinger berühren einander. Diese Stellung heißt Bimba-Mudrā, „Sonnenscheibe“.
Unnummerierter Halbvers: Lotus- und Sonnenscheibengeste werden wie beschrieben vor der Gottheit gezeigt. Es folgt eine Punktreihe.
Śivas Mudrās
Aus dem Śivarahasya, Abschnitt 34.SHM; neue Zählung.
34.SHM.1: „Höre, Sechsgesichtiger, die Kennzeichen der zehn Śiva-Gesten, die Mahādeva lieb sind.
34.SHM.2: Der erhobene rechte Daumen wird vom linken Daumen umfasst; die Finger der linken Hand werden von den rechten Fingern umschlossen.
34.SHM.3: Dies heißt Liṅga-Mudrā und soll Śivas Gegenwart bewirken. Für die nächste Geste werden die kleinen Finger miteinander verbunden und die Ringfinger von den Zeigefingern gehalten –
34.SHM.4: – die langen Mittelfinger berühren sich oberhalb der Ringfinger; darunter werden beide Daumenspitzen angesetzt. Dies ist Yoni-Mudrā.
34.SHM.5: Der Daumen hält die Spitze des kleinen Fingers, die übrigen drei Finger werden ausgestreckt. Diese Geste heißt Triśūla, ‚Dreizack‘.“
34.SHM.6: „Die Spitzen von Daumen und Zeigefinger werden verbunden, die übrigen drei Finger ausgestreckt. Dies heißt Aksamālā-Mudrā, Gebetskette, o Guha.
34.SHM.7: Die nach unten ausgestreckte rechte Hand bildet die Geste der Gabenverleihung; die erhobene, ausgestreckte linke Hand die Geste der Furchtlosigkeit.
34.SHM.8: Ringfinger-, Daumen- und Mittelfingerspitze werden zusammengebracht; die beiden übrigen Finger ragen auf. Dies ist Mṛga, die Hirschgeste.
34.SHM.9: Alle fünf Finger der rechten Hand werden zusammengelegt nach oben gerichtet. Dies heißt Khaṭvāṅga, die Śiva besonders liebe Stabgeste, Sechsgesichtiger.
34.SHM.10: Die linke Hand wird gefäßförmig in die linke Schoßhälfte gelegt und angehoben. Diese Geste heißt Kapālinī, Schädelschale.
34.SHM.11: Die rechte Hand bildet eine lockere Faust mit leicht erhobenem Mittelfinger, wird angehoben und neben dem Ohr bewegt.
34.SHM.12: Dies ist Ḍamaruka, die Trommelgeste, die alle Hindernisse beseitigen soll. Liṅga, Yoni, Dreizack, Gebetskette, Gabenverleihung, Furchtlosigkeit und Hirsch –“
Unnummerierter Halbvers: „– dazu Khaṭvāṅga, Schädelschale und Trommel erfreuen Śiva.“ Danach folgt eine Punktreihe.
Gesten für die Verehrungsgaben
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.UPM; neue Zählung.
34.UPM.1: Für das Darbieten des Sitzes dient die Lotusgeste. Beide nach unten gewandten Hände begleiten die Frage nach dem Wohlergehen; nach oben gewandt –
34.UPM.2: – begleiten sie den Willkommensgruß. Añjali ist die Geste für das Fußwaschwasser; die Verbindung von Ringfinger und Daumen die Geste für Arghya.
34.UPM.3: Die rechte Hand wird aufwärts gewandt, mit etwas vertiefter Handfläche. Die vier Finger ohne kleinen Finger sind verbunden –
34.UPM.4: – dies ist die Geste für das Wasser zum Mundspülen. Abwärts gewandt, wobei Ringfinger und Daumen sich berühren, dient sie für Madhuparka, Schöne.
34.UPM.5: Eine abwärts gerichtete rechte Faust, aus der der kleine Finger gelöst ist, bildet die Badegeste, höchste Herrin.
34.UPM.6: Die rechte Hand wird aufwärts geöffnet, der Daumen berührt den Mittelfinger: Dies ist die Geste für Kleidung.
34.UPM.7: Berührt er bei derselben Haltung den Ringfinger, gilt die Geste Schmuck; berührt er den kleinen Finger, der heiligen Schnur.
34.UPM.8: Berührt die Daumenspitze die Spitze des kleinen Fingers, heißt dies die Duftstoffgeste. Für die nächste wird die Hand nach unten gewandt und die Zeigefingerspitze –
34.UPM.9: – mit der Daumenspitze verbunden: Dies ist die Blumengeste, höchste Herrin. Berührt die Daumenspitze die Zeigefingerspitze –
34.UPM.10: – wird dies die Räucherwerkgeste genannt, die alle Gottheiten erfreut. Berührt die Daumenspitze die Mittelfingerspitze –
34.UPM.11: – heißt dies die Lichtgeste, allen Gottheiten lieb. Berührt der Lehrer mit der Daumenspitze die Ringfingerspitze –
Unnummerierter Halbvers: – ist dies die Speisegabengeste, welche die Gottheiten sättigt. Der zweite Halbvers ist durch Punkte vertreten. Redaktionell: Mehrere Gesten verwenden dieselben Fingerkontakte; die Quelle unterscheidet sie durch Darbringung und teils Handrichtung, ohne jeden Unterschied ausführlich zu beschreiben.
Die fünf Lebensatem-Gesten
Aus dem Nāradapañcarātra, Abschnitt 34.PRM; neue Zählung 1–6.
34.PRM.1: Die linke Hand zeigt als Grāsa-Mudrā, „Bissen“, einen entfalteten Lotus; die andere Hand zeigt die Gesten der fünf Lebenswinde.
34.PRM.2: Kleiner Finger und Ringfinger werden mit der Daumenspitze verbunden. Dies ist Prāṇa-Mudrā; sie wird zuerst gezeigt.
34.PRM.3: Für Apāna werden Zeige- und Mittelfinger entsprechend verbunden; für Vyāna Mittel- und Ringfinger.
34.PRM.4: Zeige-, Mittel- und Ringfinger bilden gemeinsam die vierte Geste. Mit allen Fingern entsteht die fünfte.
34.PRM.5: Die fünf Gesten werden von ihren eigenen Mantras begleitet: für Prāṇa, Apāna, Vyāna und Udāna –
34.PRM.6: – und Samāna. Die Namen stehen jeweils im Dativ; alle Formeln beginnen mit Oṃ und enden mit der Chiffre „zweimal ṭha“. So werden die fünf Gesten der Reihe nach erklärt.
Weitere Abschluss- und Opfergesten
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.SJM:
34.SJM.1: Beide Handgelenke werden verbunden, die Finger ausgestreckt; kleine Finger und Daumen werden paarweise zusammengebracht und nach innen ausgerichtet.
Unnummerierter Halbvers: Diese Geste heißt Saptajihvā, „sieben Zungen“, und ist Vaiśvānara, dem Feuer, lieb. Der zweite Halbvers ist durch Punkte vertreten.
Der Kulārṇava sagt unnummeriert: „Mit sämtlichen Fingern soll man die Bali-Gabe für die Wesen darbringen, Geliebte.“
Aus der Padmavāhinī, Abschnitt 34.NRM:
34.NRM.1: Die Daumen halten die Finger, die Zeigefinger stehen stabartig hervor. Die linke Hand wird nach vorn geführt, die rechte langsam nach hinten gezogen.
Unnummerierter Halbvers: Dies ist die Nārāca-Mudrā, „Pfeil“, anzuwenden bei der Entlassung der Bali-Gabe. Es folgt eine Punktreihe.
Aus dem Lakṣaṇasaṃgraha, Abschnitt 34.SCM; neue Zählung.
34.SCM.1: Auf die abwärts gerichtete linke Hand wird die aufwärts gerichtete rechte gelegt. Die Finger werden ineinandergefügt und die Hände gewendet.
34.SCM.2: Dies ist Saṃhāra, die Rücknahmegeste beim Verabschieden. Für die nächste Geste wird der gekrümmte rechte Zeigefinger in den mittleren Bereich des aufwärts gerichteten linken Zeigefingers gelegt –
34.SCM.3: – sodass eine quer verbundene Stellung entsteht. Der Druck nennt sie Khani-Mudrā, eine unsichere Bezeichnung, und schreibt ihr Feindbezwingung zu. Für die nächste werden beide Fäuste verbunden, mit erhobenen Daumen –
34.SCM.4: – und einander zugewandt: Dies ist Kālakarṇikā. Eine fest geschlossene rechte Faust mit an die Nase angelegtem Zeigefinger –
34.SCM.5: – heißt Vismaya, „Staunen“, und soll staunende Ergriffenheit hervorrufen. Eine rechte Faust mit aufgerichtetem Daumen heißt Nāda, „Klang“.
Unnummerierter Halbvers: Die abwärts gerichtete Verbindung von Zeigefinger und Daumen bildet Bindu, „Punkt“. Danach folgt eine Punktreihe.
Sitzhaltungen und ihre Anwendung
Aus der Gorakṣasaṃhitā, Abschnitt 34.ASN; neue Zählung 1–6. Die Körperbeschreibungen werden in der jeweiligen Quellenform bewahrt und nicht mit einer modernen Āsana-Anleitung vereinheitlicht.
34.ASN.1: Beide Fußsohlen werden zwischen Knie und Oberschenkel angeordnet; man sitzt mit aufrechtem Körper. Dies wird Svastika genannt.
34.ASN.2: Die Knöchel werden unterhalb der Hoden zu beiden Seiten der Dammnaht angeordnet. Die seitlich liegenden Füße werden mit den Händen festgehalten; man bleibt ganz unbewegt –
34.ASN.3: – dies heißt hier Siddhāsana, dem der Text die Aufhebung aller Krankheiten und Gifte zuschreibt. Für die nächste Haltung wird ein Fuß oben auf den betreffenden –
34.ASN.4: – anderen Oberschenkel gelegt; dies heißt Vīrāsana. Für die folgende Haltung wird der linke Fuß auf den rechten Oberschenkel gelegt –
34.ASN.5: – und ebenso der rechte Fuß auf den linken Oberschenkel. Dies ist das allgemein verehrte Padmāsana.
34.ASN.6: Svastika, Padma, Vīra und Siddha: Diese vier werden für Japa empfohlen. Die anderen wurden nur im jeweiligen Zusammenhang erwähnt.
Aus dem Gautamatantra, Abschnitt 34.GTA:
34.GTA.1: In Svastikāsana sitzt man nach Osten oder Norden gewandt; nachts sollen die Handlungen für die Gottheit stets nach Norden gewandt erfolgen.
Unnummerierter Halbvers: Śiva-Verehrung wird in Reinheit und nach Norden gewandt vollzogen. Die Prosa bezieht diese Aussage auf Dakṣiṇāmūrti und führt zur Erklärung ein weiteres Zitat an: „Nach Norden oder Osten gewandt, mit gesammeltem Geist, sitzend in Svastikāsana oder auch Padmāsana.“ Das Werk selbst lasse somit beide Ausrichtungen zu.
Verehrung der sechs Śāmbhava-Strahlen
Die Prosa erklärt in einer schon im Druck eingeklammerten Bemerkung, diese Verehrung sei als Āvaraṇa des Śrīcakra erforderlich. Laut Druckanmerkung fehlt die Klammer in Handschrift ka. Es folgt ein Zitat aus dem Lakṣmīkulārṇava, Abschnitt 34.SBR; neue Zählung.
34.SBR.1: Morgens erhebt man sich mit friedvollem Geist und vergegenwärtigt sich im Kern des tausendblättrigen Lotus die sechs goldenen Preta-Gestalten, beginnend mit Brahmā und Viṣṇu.
34.SBR.2: Im Inneren des Lotuszentrums, am Dvādaśānta, erinnert man sich gemäß der Unterweisung des Gurus an die drei Stätten beziehungsweise Schritte; die Erinnerung an den Guru geht voraus.
34.SBR.3: Der Kenner des Geheimnisses vergegenwärtigt sich oberhalb der Pretas Weiß, Rot und deren Mischung, sodann die beiden aus dem Fußpaar Hervorgegangenen, die nach eigenem Willen Gestalt annehmen. Der Zusammenhang dieser kompakten Visualisierung wird im folgenden Text weitergeführt.
Zählhinweis: Nach 34.SBR.3 auf Druckseite 792 setzt Seite 793 unmittelbar mit der gedruckten Nummer 5 ein. Eine Nummer 4 beziehungsweise ein zugehöriger Text ist an dieser Anschlussstelle nicht sichtbar und wird nicht ergänzt.
34.SBR.5: „Vom Morgen bis zum Abend und vom Abend wiederum bis zum Morgen: Was immer ich tue, Herr der Welt, das möge deine Verehrung sein.“
34.SBR.6: Mit diesem vorausgehenden Gebet verneigt man sich vor den Sandalen des Gurus. Mit reinem Sinn begibt man sich nach draußen, in gehöriger Entfernung von einem heiligen Ort –
34.SBR.7: – verrichtet das Notwendige und führt Reinigung, Mundspülung und Zahnreinigung mit einem Zahnholz aus; danach nimmt man Wasser zum Ācamana und bewahrt Schweigen.
Die Prosa nennt „Oṃ, Verehrung Kāmadeva, dem, der seinen Angehörigen lieb ist“ und viermaliges Waschen des Mundes.
34.SBR.8: Nach dem Bad verehrt der Kundige Sandhyā nach der vorgeschriebenen Ordnung. Das Bad ist zweifach: äußerlich und innerlich.
34.SBR.9: „Das innere Bad ist überaus geheim, Pārvatī. Dennoch erkläre ich es zur Aufhebung des gebundenen Daseins und zur Erlangung der vier Lebensziele.“
Das innere Bad
Die Prosa setzt diese Zwischenüberschrift; die Verszählung läuft weiter.
34.SBR.10: Man erinnert sich an die drei Ströme, die aus der Mitte der drei Schritte beziehungsweise Stätten fließen: eine der inneren Vergegenwärtigung zugängliche Ausstrahlung von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit –
34.SBR.11: – ein Mittel zur Befreiung, das den Yogins schon durch Erinnerung zugänglich wird. Man stellt sich vor, davon überflutet zu sein, damit das gebundene Dasein zur Ruhe kommt.
34.SBR.12: Im selben Werk heißt es: Iḍā ist als Gaṅgā bekannt, Piṅgalā als Yamunā; in der Mitte ist Sarasvatī zu erkennen. Ihre Zusammenkunft gilt als Prayāga.
34.SBR.13: Das äußere Bad ist fünffach, entsprechend den fünf Elementen. Wird das Mantrabad vollzogen, gilt deshalb die Gesamtheit dieser Bäder als vollzogen.
34.SBR.14: Die Bījas der fünf Elemente werden als la, va, ra, ya, ha, jeweils mit Bindu, angegeben. Mit ihnen wird das Wasser in der rechten Hand besprochen.
34.SBR.15: Durch die Zwischenräume beziehungsweise Öffnungen der linken Finger wird der Kopf dreimal besprengt. Das übrige, als Licht vorgestellte Wasser wird durch die linke Nasenseite aufgenommen –
34.SBR.16: – und nach der vorgestellten Reinigung innerer Unreinheit durch die rechte Nasenseite ausgestoßen. Mit dem Waffenmantra wird es auf einen Stein geworfen. Die Stelle verbindet Wasserhandlung und Atemvisualisierung; sie wird hier als historische Ritualbeschreibung wiedergegeben.
34.SBR.17: Dies heißt Aghamarṣaṇa, „Abstreifen des Übels“, dem die Aufhebung aller Verfehlungen zugeschrieben wird. So ist das Bad erklärt, das alle Bedrängnisse abwenden soll.
Morgen- und Mittagssandhyā
34.SBR.18: Danach verehrt der Kundige Sandhyā nach der Ordnung. Die Morgensandhyā dient der Verwirklichung von Dharma, erfülltem Streben und Wohlergehen.
34.SBR.19: Im Lotus des Mūlādhāra wird ein gelb leuchtendes Bīja inmitten einer Feuerhülle meditiert und nach außen in die Sonnenscheibe geführt. Die Lotusbezeichnung vasābja und das feingedruckte Bīja, hāṃ-ähnlich, sind lokal unsicher; eine Variante bietet hrūṃ.
34.SBR.20: Dort stellt man sich die gelb leuchtende Göttin vor, dreiäugig und vierarmig, mit der Geste der Furchtlosigkeit, Dreizack, Schädelschale und Schlange.
Unnummerierter Halbvers: Als Jyeṣṭhā mit einem Gesicht wie die junge Sonne wird sie meditiert, und der Mantra wird rezitiert. Es folgt eine Punktreihe.
Die anschließende Formel enthält eine teilweise unsichere Bījafolge, die Anrufung der Jyeṣṭhā-Sandhyā und: „Ich verehre und erquicke die ehrwürdigen Sandalen; Verehrung!“ Die nicht sicher entzifferbaren Bījas sind in den Sanskritfassungen markiert. Darauf werden drei Arghya-Gaben dargebracht.
34.SBR.21: Zur Sonne gewandt stehend wiederholt man die Gāyatrī hundertmal. Wer sich ganz dieser Gāyatrī zuwendet, dem soll bald Erkenntnis entstehen.
Die hier angegebene Gāyatrī lautet: oṃ ṣaḍānanāya vidmahe citrapādāya dhīmahi tan no rudraḥ pracodayāt oṃ – „Oṃ, den Sechsgesichtigen wollen wir erkennen; über den mit den wunderbaren Schritten beziehungsweise Füßen meditieren wir. Möge Rudra uns anregen. Oṃ.“ Citrapāda wird als Drucklesung bewahrt.
34.SBR.22: Für die Mittagssandhyā wird im zehnblättrigen Maṇipūra-Lotus das dunkel erscheinende Bīja hrīṃ meditiert und wie zuvor nach außen geführt.
34.SBR.23: Inmitten der Mondscheibe steht die dreiäugige, dunkelgestaltige Göttin in voller Jugendblüte. Sie hält eine Rezitationskette und ein Buch; die Zuordnung zur linken beziehungsweise anderen Hand ist in der Druckfassung nicht eindeutig und wird durch eine Variante anders formuliert.
Unnummerierter Halbvers: So meditiert man Vāmā und rezitiert ihren Mantra. Danach folgt die Formel mit Bījas und „der Vāmā-Sandhyā; ich verehre und erquicke die ehrwürdigen Sandalen, Verehrung“. Die gedruckte Kurzmarke 5 am Anfang und vor der Pādukā-Wendung bleibt in den Sanskritfassungen erhalten. Nach drei Arghya-Gaben wiederholt man wie zuvor die Gāyatrī.
34.SBR.24: Für die Abendsandhyā wird im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna-Lotus ein rotes Bīja meditiert und wie zuvor nach außen geführt. Die Lesung erscheint als hrauṃ; einzelne Bījazeichen sind im feinen Druck nicht völlig sicher.
34.SBR.25: Inmitten des Feuerkreises steht die rote, vierarmige Göttin. Rechts zeigt sie Dreizack und Furchtlosigkeit, links Schädelschale und den drohend erhobenen Zeigefinger –
34.SBR.26: – als alte, dreiäugige Raudrī mit vielfältigem Schmuck. So wird sie meditiert und ihr Mantra rezitiert.
Die Prosa gibt die Bīja-Formel für Raudrī-Sandhyā und die Verehrung ihrer ehrwürdigen Sandalen an; die Kurzzeichen 5 bleiben im Sanskrit erhalten. Nach dreifacher Arghya-Gabe führt man Göttin und Mantra in das ursprüngliche Licht zurück. Damit endet die Sandhyā-Ordnung.
Wiedergutmachung bei versäumter Sandhyā
Abschnitt 34.PSC; neue Zählung 1–7.
34.PSC.1: Sandhyā soll nicht ausgelassen werden; dies gilt als Śambhus Gebot. Ein Eingeweihter ohne Sandhyā erlange die Frucht seiner Einweihung nicht, erklärt die Quelle.
34.PSC.2: Wurde Sandhyā versäumt, wird sie zur Zeit der folgenden Sandhyā zehnfach durch Rezitation nachgeholt, mit der Vidyā der hier Sautrakaṇṭakī genannten Göttin. Name und Satzanschluss sind lokal unsicher.
Unnummerierter Halbvers: Nach dem sechsgliedrigen Nyāsa mit dem Mantra meditiert man diese Göttin. Der Druck kündigt nun die Meditation an.
34.PSC.3: Die höchste Herrin wird fünffachgesichtig, zwölfarmig und dreiäugig vorgestellt: oberhalb der Kehle weiß, darunter gelb –
34.PSC.4: – und von der Hüfte bis zu den Füßen blau. Zugleich nennt sie der Text sechzehnjährig und rotgliedrig, mit aller Schönheit und allen Schmuckmitteln versehen. Diese Farbangaben werden nebeneinander bewahrt.
34.PSC.5: Goldene und rote Lichtstrahlen schmücken ihre tausendfache Reihe beziehungsweise Umgebung; die genaue Wortverbindung ist unsicher. Sie befreit von allen Verfehlungen und sitzt auf einem juwelenbesetzten Thron.
34.PSC.6: Darüber liegt ein weißer Lotus mit weißen Staubfäden; darauf steht die dreigeteilte, mit Qualitäten geschmückte Göttin.
34.PSC.7: Ihr Juwelenkranz strahlt; sie ist göttlich und von ununterbrochener Glückseligkeit erfüllt. Die große Göttin lächelt und bewegt sich in Richtung des südlichen Aufgangs beziehungsweise rechten Aufstiegs; der technische Sinn dieser Richtungsbezeichnung bleibt offen.
Unnummerierter Halbvers: Sie ist dem großen Samaya-Opfer zugeordnet und geht beständig in das Ungeteilte ein. Der Satz ist nur als Halbvers überliefert.
Der folgende Mantra ruft sie als Durchtrennerin schwerer beziehungsweise feindlicher Handlungen an: „Furchtlose, Gabenspenderin, [vicce als Mantrawort], du, die Māyā und die Gestalten der drei Welten verwandelst, Schar der Mütter …“ Anfangs- und Schlussbījas sowie ein Teil des dicht gedruckten Kompositums sind lokal unsicher; die Sanskritfassungen kennzeichnen dies und bewahren die gedruckten Kurzzeichen.
Sonnenverehrung
Abschnitt 34.SPU; neue Zählung 1–4.
34.SPU.1: Nach dem Aufstehen in der Morgendämmerung erinnert man sich zuerst an Śrīnātha und verrichtet die notwendigen äußeren Handlungen, Reinigung und Zahnreinigung –
34.SPU.2: – Bad nach vedischer und Āgama-Ordnung sowie Sandhyā und Tarpana. Hat man dies vollzogen, ist man gereinigt, ohne Befangenheit und mit friedlichem Geist.
34.SPU.3: Rein und klar betritt man der vorgesehenen Ordnung entsprechend den Verehrungsraum, der mit allen für die Verehrung nötigen Mitteln ausgestattet ist.
34.SPU.4: Im Vorhof soll Mārtāṇḍa, die Sonne, verehrt werden. Der weitere Wortlaut über eine sechsfache Abfolge und die Alternative bei Unvermögen enthält bereits im Druck zwei Fragezeichen; eine genaue Vorschrift für Ort oder Zeitpunkt lässt sich daraus nicht zuverlässig übersetzen.
Cidaditya: die Sonne des Bewusstseins
Es folgt ein Zitat aus dem Śambhunirṇaya, Abschnitt 34.CAD; neue Zählung.
34.CAD.1: So ist die Sonnenverehrung für die Angehörigen der vier Überlieferungslinien beschrieben. Dies bedenkend, setzt man sich bequem zur Verehrung der Sonne des Bewusstseins –
34.CAD.2: – nach Osten gewandt, im westlichen Bereich, auf ebenem, glattem Boden. Der Kundige vollzieht die Reinigung des Ortes und der Elemente, Atemregelung und die übrigen Vorbereitungen.
34.CAD.3: Das allgemeine Arghya-Gefäß steht vor ihm. Fünfmal wird Oṃ gesprochen. Dann wird das Maṇḍala hergestellt beziehungsweise entfaltet; der Druck bewahrt hierfür eine eingeklammerte Lesungsalternative.
34.CAD.4: Gezeichnet wird eine fünf Finger breite, viereckige Form mit Sechseck und nach oben gerichteter Linie. Eine Druckvariante nennt sechs Finger. Darauf steht das mit dem Waffenmantra gereinigte Gefäß samt Unterlage –
34.CAD.5: – mit Wasser gefüllt. Unterlage, Gefäß und Wasser werden mit den Bījas von Feuer, Sonne und Mond als deren jeweilige Gestalten vergegenwärtigt.
34.CAD.6: Nach Abschluss dieser Vorbereitung folgt die Gliedereinsetzung mit dem zweiten Praṇava in Verbindung mit den sechs langen Vokalen. Das Gefäß wird rechts aufgestellt.
34.CAD.7: Die Ordnung wird wie beim allgemeinen Arghya bis zur Gefäßaufstellung ausgeführt. Es folgt die Verehrung mit dem „zweiten“ Mantra und Bindu; der Druck bietet bei einem Verb die Alternative „füllen“ in Klammern. Die genaue technische Verknüpfung bleibt knapp.
34.CAD.8: Dies wird dem allgemeinen Arghya zugeordnet. Dann besprengt man den eigenen Leib, die Opferhalle und die zusammengestellten Gegenstände der Sonnenverehrung.
34.CAD.9: Mit einer Blume in der Hand wird vor sich das Sonnenmaṇḍala verehrt, mit Moschus, Sandelholz und weiteren Gaben sowie dem nun folgenden Mantra.
Unnummerierter Mantra: „[Bījas], du, in dem Mond, Sonne und Feuer geborgen sind, leuchte auf, leuchte auf! Gewähre, gewähre die Erlangung von Dharma, Wohlergehen, erfülltem Streben und Befreiung! Offenbare, offenbare die große Samaya-Khecarī-Mudrā! Gib, gib den Angehörigen der Śāmbhava-Überlieferung Verwirklichung und Befähigung! [Bījafolgen], Maṇḍala des Welt-Eies, große furchtbare Śivā …“ Mehrere Bījazeichen bleiben im Druck lokal unsicher; sie werden nicht ergänzt. Danach zeichnet man einen Kreis mit achtblättrigem Lotus und richtet das viereckige Maṇḍala ein.
34.CAD.10: Rechts davon wird wie beim allgemeinen Arghya das Maṇḍala für das besondere Arghya gezeichnet; in der Mitte liegt ein viereckiges Maṇḍala zur Verehrung des Sonnen-Arghya.
Unnummerierter Halbvers und Prosa: Die Unterlage wird aufgestellt und mit „Raṃ, Verehrung dem Sitz des Gefäßes“ verehrt; die Kurzzeichen 5 bleiben im Sanskrit. Darauf wird das mit dem Waffenmantra gereinigte Gefäß gestellt und mit den angegebenen, teilweise unsicheren Bījas und sauḥ gefüllt. Die Bezüge von allgemeinem und besonderem Arghya sind im Satz gedrängt.
34.CAD.11: Es folgt die sechsgliedrige Einsetzung mit dem zuvor genannten zweiten Mantra, durch die sechs Vokale unterschieden. Acht Duftstoffe werden hinzugegeben und rote Blumen geopfert.
34.CAD.12: Mit dem Waffenmantra wird Schutz vergegenwärtigt; anschließend wird mit Ananta und den weiteren Gestalten verehrt. In der Mitte des achtblättrigen Lotus erscheint Ananta in Preta-Gestalt –
Unnummerierter Halbvers: – ruhend bis zum Ende unzähliger Weltperioden. Es folgt die Formel „Aṃ, Verehrung Ananta“ mit den gedruckten Rahmenzeichen; eine Variante bietet āṃ.
34.CAD.13: Man meditiert und verehrt den weißen Herrn der Schlangen: Sein eigener Körper bildet das Lager, seine drei Hauben den Schirm.
Unnummerierte Fortsetzung: Die Verehrung beginnt in der Mitte und setzt sich in den Bereichen von Nordwesten an fort. Genannt werden Prabhūta mit einer teilweise unsicheren Bījafolge, dann „Raṃ, Vimala“, „Laṃ, Sāra“, „Yaṃ, Ārādhya“ und „Haṃ, Paramasukha“, jeweils mit den Verehrungsformeln beziehungsweise abgekürztem Pādukā-Zusatz. Damit endet die Eckenverehrung; es folgt die Einladung ins Maṇḍala.
34.CAD.14: Aus dem feuerumhüllten kleinen inneren Raum wird das rote, im Druck hāṃ-ähnliche Bīja herausgeführt und auf Ananta als Preta-Sitz gebracht.
34.CAD.15: Man lädt Mārtāṇḍa-Bhairava als aus diesem Bīja bestehend ein und meditiert ihn rot, von kräftigem Körper, sechsgesichtig, mit aufwärts stehendem Haar –
34.CAD.16: – zwölfarmig, mit Schlangen, Knochen und Juwelen geschmückt, zornig, mit aufgerichtetem Liṅga und flammenden Hauern –
34.CAD.17: – im Tigerfell, mit einer Schädelgirlande; Huṃ-huṃ-Laute ausstoßend, auflösend und alles verschlingend –
34.CAD.18: – mit Dreizack, Schwert, Rad, Glocke, Elefantenhaken und der Geste der Gabenverleihung; ferner drohendem Zeigefinger, Aśoka-Zweig, Keule, Bogen, Schlinge und Furchtlosigkeitsgeste. Die Zusammensetzung am Anfang der zweiten Waffenreihe ist lokal unsicher.
34.CAD.19: Der Übende zeigt die Gesten der Einladung und die weiteren, verehrt ihn und vollzieht an Mārtāṇḍa-Bhairava die Gliedereinsetzung mit der bei hrām beginnenden Folge.
Unnummerierter Halbvers: Die gesamte Verehrung und Verneigung wird mit den Mantras und ihrem Abschluss dargebracht; das Wort für den Abschluss ist nicht sicher verständlich. Danach folgt die Pādukā-Formel: „[Bījas], Śrī Kula-Mārtāṇḍa-Bhairava; ich verehre die ehrwürdigen Sandalen, Verehrung.“
34.CAD.20: Anschließend besprengt man sich selbst, wiederholt den folgenden Mantra und bringt Savitṛ, dem Zeugen von allem, eine Handvoll Blumen dar. Der angekündigte Mantra folgt auf Seite 796.
Die beiden unnummerierten Puṣpāñjali-Mantras bestehen weitgehend aus feingedruckten Bījas, Phaṭ-Wendungen und der abgekürzten Pādukā-Verehrung. Ihre genaue Lautfolge und ein kṣipra-Kompositum sind unsicher; der Druckapparat bietet unterschiedliche Fassungen. Die Sanskritartikel geben die sicher lesbaren Bestandteile wieder und kennzeichnen die Lücken.
34.CAD.21: Gezeigt werden Dreizack- und drohende Zeigefingergeste, ferner als tridhāṅkā, hālinī und „ziehende Finger“ bezeichnete Gesten; ihre genaue Ausführung ist hier nicht erläutert. Dann folgen die acht Lotusblätter von Osten an –
34.CAD.22: – und die Mitte: Dort werden neun heftig leuchtende Śaktis verehrt, die Dreizack und drohenden Zeigefinger zeigen. Auch die Bhairavas werden verehrt.
Die Prosa nennt neun Śaktis, jeweils mit Bījas und abgekürzter Verehrung der ehrwürdigen Sandalen: Jvālā, Minnā beziehungsweise nach einer Variante Bhinnā, Caṇḍamālinī, Bhīṣiṇī, Nārasiṃhī, Kāmadevī, Mārtāṇḍā, Kāpālinī und Kaulinī. Die Bījaverbindungen sind teilweise fein und nicht abschließend sicher lesbar. Danach folgen acht Bhairavas: Caṇḍa, Pracaṇḍa, Viśveśa, Mahādeva, Mahākāla, Gabhasti, Caṇḍīśa und Tejeśa; jeweils mit demselben gedruckten Bīja und abschließend „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“.
34.CAD.23: Überall wird die Khecarī-Mudrā verwendet. Mit der bei hrām beginnenden Folge werden die Glieder für Auflösung und Entfaltung beziehungsweise Erfahrung vergegenwärtigt. Es folgt die Verehrung mit Dūrvā-Gras, Arka und Kusumbha –
34.CAD.24: – sowie Räucherwerk, Licht und weiteren Gaben bis zur Speisegabe. Der Arghya-Mantra wird nach Vermögen wiederholt; mit ihm folgt das Tarpana.
34.CAD.25: Der zuvor genannte Arghya-Mantra und Cidāditya werden im Herzlotus in den Bindu zurückgenommen, als Wesen des kleinen inneren Raumes. Der zusammengesetzte Ausdruck ist technisch verdichtet.
34.CAD.26: Zum Schluss wird dem Herrn Arghya dargebracht und geopfert. Danach zeichnet man außerhalb, links, ein schönes viereckiges Maṇḍala –
34.CAD.27: – und verehrt darin, in einem Gefäß auf seiner Unterlage, Paśu-Mārtāṇḍa mit dessen eigenen Mantras.
Die Formel lautet sinngemäß: „Hāṃ hrīṃ saḥ, Verehrung Paśu-Mārtāṇḍa-Bhairava; ich verehre die ehrwürdigen Sandalen.“ Unnummerierter Halbvers: Ihm werden die nach der Verehrung verbleibenden Gaben und abgelegten Blumen dargebracht. Damit endet die Sonnenverehrung.
Vorbereitung der Śāmbhavī-Verehrung
Abschnitt 34.SBP; neue Zählung. Der erste Vers ist sprachlich beschädigt.
34.SBP.1: Nach Beginn der Śāmbhavī-Verehrung soll ein Hinausgehen währenddessen als Beeinträchtigung beziehungsweise Verunreinigung durch Bedenken gelten. Die genaue Satzgestalt, einschließlich der Wendung zum erhabenen Herrn aller, ist unsicher.
34.SBP.2: Deshalb sollen am Ende der Sonnenverehrung alle notwendigen Verrichtungen bereits erledigt sein. Rein und erwartungsvoll wendet sich der Übende der Verehrung des Herrn der sechs Überlieferungen zu; die abschließende Wendung ist bereits im Druck mit Fragezeichen versehen.
34.SBP.3: Der Übende betritt den mit sämtlichen vorbereiteten Gegenständen ausgestatteten Raum, zuerst mit dem Fuß der gerade strömenden Atemseite, in ehrerbietiger Verneigungshaltung.
34.SBP.4: Die eigenen Lehrer, Gaṇapati, Durgā, Sarasvatī, den Hüter des Ortes und das höchste Selbst –
34.SBP.5: – setzt man jeweils mit ihrem Bīja am Kopf, an rechter und linker Schulter, an beiden Oberschenkeln und im Herzen ein. Dann wird der vorzügliche Sitz aus Tigerfell oder einem anderen vorgesehenen Material verehrt.
34.SBP.6: Nach Nordosten oder in die jeweils angemessene Richtung gewandt, sitzt man fest auf dem Sitz und verehrt den ursprünglichen Bhairava.
34.SBP.7: Der Mantrakundige richtet seinen Sitz mit dem folgenden Mantra ein. Ohne einen solchen Mantra-Sitz, erklärt der Text, bestehe keine rituelle Berechtigung zur Śiva-Verehrung.
Die unnummerierte Formel lautet: „Oṃ, Verehrung dir, erhabener blauer Diamantsitz; beschütze, beschütze mein Bīja! Huṃ phaṭ svāhā.“ Die Quelle setzt davor und danach die Kurzmarke 5. Mit diesem Mantra nimmt man Platz.
34.SBP.8: Die rechte Hand wird als Śiva, die linke als Śakti vergegenwärtigt. Ihre Wesenseinheit wird in dreimaligem Klatschen ausgedrückt.
34.SBP.9: Mit dem daraus aufsteigenden Feuer wird der Schutz der Richtungen vorgestellt: von Osten bis Nordosten sowie nach oben und innen wird dreifach eine Umschließung gebildet.
34.SBP.10: Mit den fünf Praṇavas werden die fünf Elemente der Reihe nach in den allumfassenden Śāmbhava-Zustand zurückgeführt, der aus Śakti und Śiva besteht.
34.SBP.11: In der Yoni-Mudrā wird Kuṇḍalinī aus der Wurzel erhoben und mit dem Śakti-Bīja eingesetzt. Die Drucklesung des Bījas ist hasrīṃ-ähnlich; eine Variante bietet hasrauṃ.
34.SBP.12: Der Mūlādhāra-Lotus wird durch eine lokal unsichere Kurzbezeichnung, Maṇipūra durch die Buchstabenfolge von ḍa bis pha bezeichnet. Im Svādhiṣṭhāna stehen die Buchstaben von va bis la; auch seine Blattzahlbezeichnung ist hier unsicher gedruckt.
34.SBP.13: Es folgt der zwölfblättrige Lotus mit den Buchstaben von ka bis ṭha, dann Viśuddhi mit sechzehn Blättern und den Vokalen, schließlich der zweiblättrige Ājñā mit ha und kṣa.
34.SBP.14: Die drei Mātrās werden in ihrer Gliederung durchdrungen und mit dem höchsten Śiva vereinigt: der vollkommenen Bewusstseinsglückseligkeit in Gestalt der dreifachen Wirklichkeit.
34.SBP.15: Unter vorausgehender Atemregelung wird der Körper in der Vorstellung ausgetrocknet, verbrannt und gereinigt; dies geschieht im beständigen heilsamen Grund beziehungsweise „Schritt“. Die letzte technische Wendung bleibt knapp.
34.SBP.16: Sind die Bewegungen des Geistes aufgelöst, werden in umgekehrter Folge die sechs Lotusse, verbunden mit zwölf Sonnen und einer lokal unsicheren Reinheitsbezeichnung, vergegenwärtigt –
Unnummerierter Halbvers: – und das eigene Selbst wird wieder mit dem Śāmbhava-Leib verbunden. Es folgt eine Punktreihe.
Die Prosa erläutert: In Yoni-Mudrā wird Kuṇḍalinī langsam aus der Wurzel erhoben und unter dem genannten Bīja mit Śiva als Akula vereinigt. Danach wird sie mit derselben inneren Bīja-Erinnerung geistig zurückgeführt; vom Anāhata-Ort wird sie durch den Atem und die Yoni-Mudrā wieder zur Wurzel gezogen und mit Śakti verbunden. Dies ist eine überlieferte innere Visualisierung; die unsichere Bījalesung wird nicht aus anderen Fassungen ersetzt.
34.SBP.17: Wer so durch Atemsammlung Kula und Akula miteinander verbindet, der ist ein Yogin, ein Befreiter und ein Kaulika.
34.SBP.18: Mit dem großen Klang der sechs Überlieferungen wird der Atem auf diese Weise dreimal gesammelt. Danach folgt das Netz der Nyāsas.
34.SBP.19: Dieses Netz von Einsetzungen wird gemäß der Schrift und ihrer Reihenfolge ausgeführt. Nach den fünf Praṇavas wird der Mantra gesprochen –
34.SBP.20: – darauf die Praṇava-Folge rückwärts, und sodann das Nyāsa-Netz. Dass es auszuführen ist, gilt als verbindliche Aussage der Schrift.
Folge der Glieder-, Bīja- und Gesichtsnyāsas
Die Quelle leitet mit „Und entsprechend“ eine neue Versreihe ein, ohne hier einen weiteren Werktitel auszuschreiben. Abschnitt 34.NYF.
34.NYF.1: Die Mantras dieser ehrwürdigen Lehre wurden genannt. Darauf folgt die Einsetzung an den Gliedern in vorwärts und rückwärts gerichteter Folge.
34.NYF.2: Anschließend werden Bīja-Nyāsa und Gesichtsnyāsa vollzogen; nach dem dreifachen Nyāsa, beginnend mit Parā, folgt die Meditation.
34.NYF.3: Mit den Gliedermantras werden die Finger vom kleinen Finger an und die Handflächen der Reihe nach berührt. Dies heißt Kara-Nyāsa, Einsetzung an den Händen.
34.NYF.4: Danach werden die Körperstellen vom Herzen bis zur Waffe ehrerbietig belegt. Für die folgende Gesichtszuordnung nennt der Text eine lokal unklare Stirn- beziehungsweise Anordnungsbezeichnung, dann links, rechtes Ohr und Mund; die genaue Aufzählung ist beschädigt.
34.NYF.5: So wird der Gesichtsnyāsa vollzogen, ferner am eigenen Scheitel bis zum Dvādaśānta sowie an Ājñā, Viśuddhi, Herz, Nabel und Svādhiṣṭhāna.
Unnummerierter Halbvers: Der gläubige Lehrer setzt die Formeln ein und vollzieht wie zuvor den Nyāsa von Parā und den übrigen. Der Satz bleibt im Druck als Halbvers stehen.
Die Prosa ordnet die mit Oṃ beginnenden „Juwelen“ den Fingern vom kleinen Finger an zu und breitet den Wurzelmantra über den ganzen Körper aus. Genannt wird eine Folge aiṃ, phreṃ, hasauṃ, hasakhphreṃ, śrīṃ, hrīṃ, aiṃ; die Konsonantenverbindungen der mittleren Bījas sind im feinen Druck nicht ganz sicher. Danach folgen die sechs langen Vokalformen für den sechsgliedrigen Nyāsa und anschließend der Bīja-Pīṭha-Nyāsa.
Beginn des Bīja-Pīṭha-Nyāsa
Die unnummerierte Liste auf Seite 797 gibt jeweils Kurzmarke 5, Bīja, Kurzmarke 5 und Körperstelle an. Mehrere dicht gesetzte Bījagruppen sind nicht sicher entzifferbar; die Sanskritfassungen kennzeichnen diese Stellen. Die Körperzuordnungen bleiben vollständig erhalten:
- Wurzel des Haarschopfes, Brahmarandhra und Stirn;
- rechte und linke Schläfe;
- mittlerer Bereich der rechten Braue, der linken Braue und der Brauenmitte;
- Gaumen, dann Zäpfchen beziehungsweise Kehlschluss;
- rechter und linker Gehörgang;
- der als cārukūpa bezeichnete Halsgrubenbereich, Kehle und Bereich unterhalb der Kehle;
- rechter und linker prasphura-Bereich, wörtlich etwa die pulsierenden beziehungsweise beweglichen Partien. Eine sichere anatomische Gleichsetzung wird nicht ergänzt.
Die Liste setzt sich auf Seite 798 fort. Varianten vertauschen an einzelnen Stellen Gaumen und Zunge beziehungsweise Gaumen und Zäpfchen; diese werden im Sanskritapparat bewahrt.
Fortsetzung des unnummerierten Bīja-Pīṭha-Nyāsa: Die Zuordnung reicht über folgende Körperstellen. Die Bījas sind in der Sanskritfassung aus dem sichtbaren Druck übertragen; zahlreiche ungewöhnliche Konsonantenverbindungen bleiben ausdrücklich unsicher und werden nicht als gesicherte Rezitationsfassung präsentiert.
- Umfassung der rechten und linken prasphura-Partie; rechte und linke Achselwurzel; Nabel;
- rechte und linke Handfläche; Öffnung und Wurzel des Geschlechtsorgans; madana-Bereich, dessen genaue anatomische Bedeutung hier offenbleibt;
- rechter und linker Hoden; Brahmasūtra-Körperlinie; After; rechter und linker Übergang der Gesäßflächen; Bereich oberhalb des Afters;
- rechtes und linkes Knie sowie die Bereiche darunter; rechter und linker Knöchel sowie die Bereiche darunter;
- rechtes und linkes Yamadvāra, eine nicht eindeutig lokalisierbare „Yama-Pforte“; eine Variante nennt den Unterschenkel;
- rechte und linke Fußsohle; Wirbelsäule; rechte und linke Körperseite;
- rechter und linker Ellbogen; rechtes und linkes Handgelenk; rechte und linke Schulter;
- rechter und linker cūlaka-Bereich, dessen genaue Zuordnung offenbleibt; Mitte des rechten und linken Auges; Nasenspitze;
- Zwischenraum von Daumen und Zeigefinger rechts und links; rechte und linke Nasenseite.
Danach wird die gesamte Mātṛkā-Buchstabenreihe von a bis kṣa vom Kopf zu den Füßen und wieder zurück über den Körper ausgebreitet; am Herzen wird die vollständige Mātṛkā eingesetzt. Damit endet der Bīja-Pīṭha-Nyāsa.
Einsetzung der fünf Juwelen
Unnummerierte Folge. Jede Formel enthält das jeweilige Bīja sowie die Verehrung der ehrwürdigen Sandalen; koṭi bedeutet zehn Millionen. Die Größenangaben gehören zur kosmischen Vorstellung der Quelle.
- Im Ājñā-Cakra: mit glūṃ das Himmelsjuwel, der Himmelssitz und die im Himmelsraum wohnende Mutter, der Himmelsherr und die in dessen Inneres eingehende Macht mit vierundsechzig Koṭis Yoginīs.
- In Viśuddhi: mit slūṃ das Juwel und der Sitz der Götterwelt, die dorthin gehende Mutter, der Herr dieser Welt und die sie durchdringende Macht mit zweiunddreißig Koṭis Yoginīs. Der Druck enthält beim Inneren dieser Welt eine Klammerlesung.
- Im Anāhata: mit mlūṃ das Juwel und der Sitz der Menschenwelt, die dort wohnende Mutter, ihr Herr und die in ihr Inneres eingehende Macht mit sechzehn Koṭis Yoginīs.
- Im Maṇipūra: mit plūṃ das Juwel und der Sitz der Unterwelt, die dort wohnende Mutter, ihr Herr und die in ihr Inneres eingehende Macht mit acht Koṭis Yoginīs.
- Im Svādhiṣṭhāna: mit nlūṃ das Juwel und der Sitz der Nāga-Welt, die dort wohnende Mutter, der Nāga-Herr und die in diese Welt gehende Macht mit vier Koṭis Yoginīs.
So endet der Ratna-Nyāsa. Die zusammengesetzten Anrufungen stellen jeweils Sitz, Welt, Mutter, Herr und Yoginī-Kräfte zusammen; sie werden nicht in voneinander unabhängige Gottheiten aufgelöst.
Parā und die weiteren Kräfte an Händen und Gesichtern
Parā wird mit aiṃ an den Daumen eingesetzt, Icchā, der Wille, mit hrīṃ an den Zeigefingern, Jñāna, Erkenntnis, mit aiṃ an den Mittelfingern, Kriyā, Handeln, mit śrīṃ an den Ringfingern, Kuṇḍalinī mit hrīṃ an den kleinen Fingern, Mātṛkā mit einem phreṃ-ähnlichen Bīja an Handflächen und Handrücken. Mit denselben Formeln folgt der sechsgliedrige Nyāsa. Einzelne Bījalesungen bleiben lokal unsicher.
Der sechsfachen Gesichtszuordnung dienen dieselben Kräfte und Bījas: Parā am rückwärtigen Gesicht an der Haarschopfwurzel; Icchā am nördlichen Gesicht beim linken Ohr; Jñāna am südlichen Gesicht beim rechten Ohr; Kriyā am östlichen Gesicht beim Mund; Kuṇḍalinī am aufwärts gerichteten Gesicht bei der Stirn; Mātṛkā am weiteren beziehungsweise transzendenten Gesicht beim Brahmarandhra. Die letzte Gesichtsbezeichnung weist eine Druckvariante parāpara auf.
Meditation über Paraśambhu
Abschnitt 34.PSD; neue Zählung.
34.PSD.1: Nach diesen Einsetzungen folgt die Meditation: Der Guru erscheint wie tausend Sonnen und trägt gewaltigen Lichtglanz.
34.PSD.2: Er ist der herrliche Herr der sechs Überlieferungen, Paraśambhu, ungeboren und unvergänglich, sechsgesichtig, mit achtzehn leuchtenden Augen.
34.PSD.3: Tigerfell umgibt seine Hüfte, eine Schädelgirlande schmückt ihn; Menschenknochen, Juwelen und Girlanden aus Pārijāta-Blüten umgeben ihn.
34.PSD.4: Der erste Ausdruck verbindet Brahmā, Nabel, Lotus und großen Zeh, lässt sich aber in der vorliegenden Lesung nicht sicher auflösen. Seine Hauer erscheinen blitzgleich; auch das anschließende Wort ist unsicher. Er trägt vielfältigen Schmuck und löst überall die Fesseln der gebundenen Wesen.
34.PSD.5: Von gewaltiger Gestalt trägt er Dreizack, Schwert, Pfeil, Speer, Elefantenhaken und Gabenverleihung; die übrigen Hände zeigen Schädelschale, Frucht, Bogen, Rad, Schlinge und Furchtlosigkeit.
34.PSD.6: Von Gottheiten umgeben spielt er im Totenhain und jenseits des Geistes beziehungsweise am Mānasottara. So meditiert man den höchsten Herrn, umgeben von einer Schar junger Göttinnen. Die Ortsbezeichnung lässt beide genannten Bedeutungsbezüge zu.
Die Prosa ordnet die Waffenmeditation vom oberen linken bis zum unteren linken Bereich an; eine genauere Rundfolge wird hier nicht ausgeführt.
34.PSD.7: Nach dieser Meditation rezitiert man wieder beide Wurzelvidyās und bereitet das besondere Arghya, durch die beiden Caraṇa-Mantras geheiligt.
34.PSD.8: Damit erquickt der Besonnene über seinem eigenen Kopf die Guru-Abfolge: beginnend mit Śrīnātha, den Nirvāṇa-Caraṇa und Parapāvaka –
34.PSD.9: – die Wunschkuh des Kula, den weißen und roten ungeteilten Caraṇa, sodann deren gegliederte Gestalten und die entsprechenden Verehrungsstufen. Die Zusammensetzung kulakāmagavī ist im Druck lokal unsicher.
34.PSD.10: Mit weißen und roten Blumen werden am eigenen Scheitel, im Brahmarandhra, die im Zentrum des tausendblättrigen Lotus befindlichen –
34.PSD.11: – Kula-Herrinnen auf ihren Trägern von Brahmā bis Hemagarbha mit ihren jeweiligen Mantras verehrt, danach die vier Herren der Weltalter.
34.PSD.12: Ganz der Meditation über den Nirvāṇa-Caraṇa hingegeben, verehrt man ringsum der Reihe nach den menschlichen Überlieferungsstrom, beginnend mit Caryā.
34.PSD.13: Darunter, in den Nabellotussen der Preta-Gestalten von Hemagarbha an, erinnert man sich ehrerbietig an die Abfolge der Mantragruppen von Pareśa bis Naveśa –
34.PSD.14: – und verehrt die aus der jeweiligen Gruppe hervorgehenden Götter, Göttinnen und Umkreise, während man ihre Einheit mit dem eigenen Selbst meditiert.
Ausgeschriebene Caraṇa- und Pādukā-Formeln
Die Prosa führt die genannten Mantras aus. Ihre Pādukā-Abkürzungen bedeuten die Verehrung der ehrwürdigen Sandalen; wo tarpayāmi steht, kommt die rituelle Erquickung hinzu. Die langen, stellenweise unleserlichen Bījagruppen werden in den Sanskritartikeln gekennzeichnet.
Die erste Folge aus aiṃ, hrīṃ, śrīṃ und weiteren Bījas endet: „Ich verehre und erquicke die ehrwürdigen Sandalen, Verehrung.“ Darauf folgt die Nirvāṇa-Vidyā mit aḥ, haṃsaḥ, sohaṃ und der Anrufung von Jyotiṣ-Parāmbā und Nirvāṇānandanātha: „Ich verehre die Sandalen des Nirvāṇa-Caraṇa.“ Diese Vidyā wird ausdrücklich dem Zustand jenseits des Vierten, turīyātīta, zugeordnet.
Die folgende lange Bījafolge ruft an: „Śrī Parapāvaka, von allen zu Verehrender, Herr aller Gurus, ehrwürdiger Herr der Gurus aller Gurus, Gurunātha, der eine Śambhu“, und schließt mit der Pādukā-Verehrung von Śrī Paramapāvaka Śambhu. Die Konsonantenverbindungen der Bījas sind im Druck nicht durchgehend sicher lesbar.
Es folgt Śrī Śambhu-Guru mit einer weiteren Bījagruppe und der Wunschkuh-Anrufung: „Oṃ hrīṃ, Wunscherfüllende, Unfehlbare, Gabenspenderin, vicce, leuchte auf, leuchte auf!“ Nach weiteren Bījas werden die Sandalen des Kāmadhenu-Caraṇa verehrt.
Für die beiden ungeteilten Caraṇas stehen die Anrufungen des weißen Fußes und des roten Fußes, jeweils mit eigenem Bīja und Pādukā-Verehrung. Für die beiden gegliederten Caraṇas folgen zwei Anrufungen mit den Bitten „Gewähre Verfügung beziehungsweise Beherrschung“ und „Gewähre Einsicht“. Die vorausgehenden Anreden śāntordhva und savye sind lokal unsicher.
Die weiße Caraṇa-Formel nennt die weißen großen Sitze der Vidyā, des Maṇḍala, des Ozeans, des Mantras, des Lichts und der Mudrā; dazu weiße Blume, caruka-Opfergabe beziehungsweise Gefäß, weißen Fluss und weiße Verneigung. Sie endet bei den Füßen von Śukla-Mahāprakāśānandanātha und der Verehrung der Sandalen des weißen Caraṇa.
Die rote Formel wiederholt diese Reihe vollständig in Rot: Vidyā-Sitz, Blume, Maṇḍala-Sitz, caruka, Ozean-Sitz, Fluss, Mantra-Sitz, Licht-Sitz, Mudrā-Sitz und Verneigung. Sie richtet sich an die Füße von Śrī Rakta-Mahāvimarśa-Parāmbā und endet mit dem roten Caraṇa von Parāpara. Caruka ist hier nicht eindeutig zu bestimmen.
Die gemischte Formel nennt dieselbe Reihe als Verbindung von Weiß und Rot: gemischter Vidyā-Sitz, Blume, Maṇḍala-Sitz, caruka, Ozean-Sitz, Fluss, Mantra-Sitz, Licht-Sitz, Mudrā-Sitz und Verneigung. Sie verehrt die Füße von Miśra-Mahāprakāśavimarśānandanātha und Parāmbā sowie die Sandalen des Caraṇa von Śrī Parāpara-Miśrāmbā.
Danach beginnt die Verehrung der großen Preta-Sitze: mit laṃ Brahmā, mit vaṃ Viṣṇu, mit raṃ Rudra und mit yaṃ Īśvara, jeweils mit der abgekürzten Pādukā-Formel. Die Reihe setzt sich auf Seite 800 fort.
Fortsetzung der Preta-Sitz-Verehrung: Mit haṃ folgen Sadāśivas großer Preta-Sitz und Hiraṇyagarbhas großer Preta-Lotus-Sitz. Danach werden deren Śaktis verehrt: Parā, Icchā, Jñāna, Kriyā, Kuṇḍalinī und Mātṛkā, mit den jeweils gedruckten Bījas und Pādukā-Abkürzungen. Icchās Bīja erscheint hier als huṃ, eine Variante bietet hrīṃ; die Abweichung wird bewahrt. Dies heißt der göttliche Überlieferungsstrom, Divyaugha.
Die vier Weltalter-Herren und der menschliche Strom
Als vier Weltalter-Herren beziehungsweise Siddha-Strom, Siddhaugha, werden mit den jeweiligen Bījas und Sandalenformeln genannt: Ādigurunātha mit Ādyāmbā; Acintyagurunātha mit Acintyāmbā; Avyaktagurunātha mit Avyaktāmbā; Kuleśvaranātha mit Kuleśvaryambā.
In der Mitte des Bindu folgt der menschliche Überlieferungsstrom, Mānavaugha. Die folgende Liste bewahrt sämtliche im Druck nacheinander angeführten Gruppen. Jede wird von der Kurzmarke 7 und der Pādukā-Verehrung gerahmt. Mehrere Eigennamen sind lokal unsicher; sie werden nicht durch bekanntere Namen aus anderen Überlieferungen ersetzt.
- Śrī Caryātṛṣṇīśānandanātha mit Siddhā-Parāmbā und Cāmuṇḍā-Parāmbā; der erste Name ist nicht ganz sicher lesbar.
- Śrī Ciñciṇī, Mitreśa und Kubjeśānandanātha mit Medanā-Parāmbā; Wortgrenzen und letzter Name bleiben lokal unsicher.
- Śrī Gaganānandanātha mit Cāḍulī-Parāmbā und Āḍulī-Parāmbā; beide Göttinnennamen sind unsicher.
- Śrī Candragarbhānandanātha mit Bhargīyā-Parāmbā und Lālīyā-Parāmbā; besonders der erste Göttinnenname ist unsicher.
- Śrī Muktānandanātha mit Mahilā-Parāmbā.
- Śrī Lalitānandanātha mit Śaṅkhā-Parāmbā und Śrī Karuṇā-Parāmbā.
- Śrī Kaṇṭhānandanātha mit Śrī Karāṭā-Parāmbā; der Göttinnenname bleibt unsicher.
- Śrī Pareśvarānandanātha mit Śrī Pareśvarī-Parāmbā.
- Śrī Kūrmānandanātha mit Sahajā-Parāmbā und Śrī Ratnadevī-Parāmbā.
- Śrī Ratneśānandanātha mit Śānti-Parāmbā.
- Śrī Vimarśānandanātha mit Sadākhyā-Parāmbā und Ambikā-Parāmbā.
- Śrī Umākānteśānandanātha mit Yogā-Parāmbā und Yogīśvarī-Parāmbā.
- Śrī Brahmeśānandanātha mit Vajreśvarī-Parāmbā.
- Śrī Bhujaṅgeśānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Śrī Krodhīśānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Śrī Viśvānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Śrī Digīśvarānandanātha mit Sahajā-Parāmbā und Śrī Pārvatī-Parāmbā.
- Śrī Sarveśvarānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Śrī Anantānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Śrī Kapileśānandanātha mit Acalā-Parāmbā.
- Śrī Ekāmbarānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
- Mit einer eigens ausgeschriebenen Bījafolge: Śrī Amṛtānandanātha mit Sahajā-Parāmbā.
Damit endet die Liste des menschlichen Überlieferungsstroms.
Wurzelmantras der Guru-Abfolge
Es folgen sechs unnummerierte Mantras, größtenteils aus Bījas und besonderen Lautfolgen. Die vollständig sichtbaren Namen und semantischen Anrufungen sind:
- Śrī Pareśvarānandanātha und Śrī Pareśvarī-Parāmbā.
- Mit Anrufung Kubjikās: Śrī Vicceśvarānandanātha und Śrī Vicceśvarī-Parāmbā.
- Mit erneuter Kubjikā-Anrufung und vicce: Śrī Haṃseśvarānandanātha und Śrī Haṃseśvarī-Parāmbā.
- Nach einer langen, teilweise unsicheren Bījafolge mit kiṇi kiṇi und vicce: Śrī Saṃvartakeśvarānandanātha und Saṃvartakeśvarī-Mahāsamayā-Parāmbā.
- Mit den Mantrawörtern rigiri pigiri uka uka karaṭāpi vicce: Śrī Dvīpeśvarānandanātha und Śrī Dvīpeśvarī-Parāmbā.
- „Verehrung der Erhabenen, Kubjikā, mit dem nichtfurchtbaren Gesicht“, verbunden mit Bījas, kiṇi-Wiederholung und śrīvicce: Navātmakeśvarānandanātha und Śrī Navātmakeśvarī-Parāmbā.
Alle enden mit der entsprechenden Pādukā-Verehrung. Die Bījas bleiben in den Sanskritartikeln mit ihren Lesungsunsicherheiten erhalten. Damit endet die Guru-Abfolge.
Innere Verehrung der Strahlen
Im Sechseck am Kopf werden in den Ecken von Nordosten bis Nordwesten der Reihe nach zweiunddreißig Strahlen der Abfolge verehrt. Die unnummerierte Liste beginnt mit aiṃ und der jeweiligen Pādukā-Formel: Parānandanātha mit Parā-Parāmbā; Bhānandanātha mit Bhā-Parāmbā; Cidānandanātha mit Cit-Parāmbā. Der folgende Name beginnt noch auf dieser Seite mit „Mahā-“ und wird auf Seite 801 fortgesetzt.
Fortsetzung der inneren Strahlenverehrung: Mahāmāyānandanātha mit Mahāmāyā-Parāmbā vervollständigt die Vierergruppe in der Nordostecke. Wie zuvor enthält jede Anrufung das betreffende Bīja und die Pādukā-Verehrung.
Die nächste Fünfergruppe wird als östliche Feuerstrahlen bezeichnet und verwendet huṃ: Icchānandanātha mit Icchā-Parāmbā; Sṛṣṭyānandanātha mit Sṛṣṭi-Parāmbā; Sthityānandanātha mit Sthiti-Parāmbā; Tirodhānandanātha mit Tirodhā-Parāmbā; Muktyānandanātha mit Mukti-Parāmbā. Sie verkörpern Wille, Schöpfung, Erhaltung, Verhüllung und Befreiung.
In der Südostecke folgt eine Vierergruppe mit aiṃ: Jñānānandanātha mit Jñānā-Parāmbā; Sadānandanātha mit Satī-Parāmbā; Asadānandanātha mit Asatī-Parāmbā; Sadasadānandanātha mit Sadasatī-Parāmbā – Erkenntnis, Sein, Nichtsein sowie Sein-und-Nichtsein.
In der Südwestecke steht die Siebenergruppe mit śrīṃ: Kriyānandanātha mit Kriyā-Parāmbā; Ātmeśvarānandanātha mit Ātmeśvarī-Parāmbā; Indriyānandanātha mit Indriyā-Parāmbā; Gocarānandanātha mit Gocarā-Parāmbā; Lokamukhyānandanātha mit Lokamukhyā-Parāmbā; Vedānandanātha mit Vedā-Parāmbā; Saccidānandanātha mit Saccit-Parāmbā. Die Namen beziehen sich auf Handeln, Selbstherrschaft, Sinne, Erfahrungsbereiche, Vorrang in der Welt, Veda und Sein-Bewusstsein.
Im Westen folgt die Vierergruppe mit hrīṃ: Kuṇḍalyānandanātha mit Kuṇḍalinī-Parāmbā; Sauṣumnānandanātha mit Sauṣumnā-Parāmbā; Prāṇasūtrānandanātha mit Prāṇasūtrā-Parāmbā; Spandānandanātha mit Spandā-Parāmbā – Kuṇḍalinī, der mittlere Energiekanal, der Lebensfaden und die innere Schwingung.
In der Nordwestecke steht die Achtergruppe mit dem phreṃ-ähnlichen Bīja: Mātṛkānandanātha mit Mātṛkā-Parāmbā; Śabdānandanātha mit Śabdā-Parāmbā; Varṇānandanātha mit Varṇā-Parāmbā; Svarodbhavānandanātha mit Svarodbhavā-Parāmbā; Varṇajānandanātha mit Varṇajā-Parāmbā; Vargajānandanātha mit Vargajā-Parāmbā; Saṃyogānandanātha mit Saṃyogā-Parāmbā; Mantravigrahānandanātha mit Mantravigrahā-Parāmbā. Die Namen entfalten Mutterbuchstaben, Klang, Buchstaben, Vokalentstehung, aus Buchstaben beziehungsweise Lautgruppen Hervorgegangenes, Verbindung und Mantragestalt. Zusammen ergeben die Gruppen 4 + 5 + 4 + 7 + 4 + 8 die angekündigten 32 Strahlen.
Meditation über die Strahlengruppen
Abschnitt 34.RDH; neue Zählung 1–3.
34.RDH.1: Die erste Vierergruppe ist sonnenähnlich, die Fünfergruppe mondähnlich, die dritte Gruppe aus vier Strahlen rauchfarben; die Siebenergruppe –
34.RDH.2: – ist schwarz wie Augensalbe, die fünfte Vierergruppe safranrot, die sechste Achtergruppe wie reines Haritāla, also leuchtend gelb.
34.RDH.3: Alle zeigen Gabenverleihung und Furchtlosigkeit und haben eine weibliche linke Körperhälfte. Wer allein Befreiung sucht, kann sie auch ausschließlich als Lichtgestalten meditieren.
Damit enden Meditation und Strahlen-Umkreis.
Vereinigung und inneres Verehrungsritual
Abschnitt 34.IVR; neue Zählung.
34.IVR.1: Inmitten des Lotus an Hiraṇyagarbhas Nabel wird eine sonnenähnliche Mantragruppe beziehungsweise Erhöhung für den höchsten Herrn vergegenwärtigt. Der Ausdruck kūṭaṃ pareśarathāya ist lokal nicht sicher zu deuten.
34.IVR.2: Nachdem man den eigenen Guru am Scheitel meditiert hat, stellt man sich Pareśvarī im Mūlādhāra vor, auf der mittleren Haube einer Schlange mit fünfzehn Hauben. Das Zahlenwort tithi bezeichnet hier fünfzehn; der anschließende Schlangen-Ausdruck ist im Druck beschädigt.
34.IVR.3: Die Göttin wird als Licht bis zum Scheitel emporgeführt und mit Pareśvara verbunden. Der Mantrakundige meditiert beide als Einheit.
34.IVR.4: Nachdem Gott und Göttin vereinigt sind, werden sie mit ihrem ebenfalls vereinigten Mantra dreifach verehrt.
Unnummerierter Halbvers: Nach Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation wird die innere Verehrungsfolge vollzogen. Es folgt eine Punktreihe.
Die Prosa schreibt erneut den Gliedernyāsa mit der bei sahāṃ phrāṃ beginnenden Folge vor, die Meditation „wie tausend Sonnen“ und die Wiederholung des Wurzelmantras nach Vermögen. Es folgt eine fünfgliedrige Verneigung. Das anschließend angeführte unnummerierte Zitat über Mund, Herz, Hände, Daumen und große Zehen ist im Wortlaut so unsicher, dass sein genauer Regelzusammenhang nicht zuverlässig übersetzt werden kann. Seine Drohwendung über Verlust und Tod wird als beschädigte Quellenaussage gekennzeichnet und nicht zu einer Handlungsregel ergänzt. Nach der Verneigung setzt sich die Prosa auf Seite 802 fort.
34.IVR.5: „Verehrung dem, der das Hervorgehen von Brahmā, Viṣṇu und den Kräften trägt; der in Ādhāra, Svādhiṣṭhāna, Feuerzentrum, Herz, Kehle und Bindu wohnt –
34.IVR.6: – dessen Gestalt sich in schöner Bewegung bis zur sechzehnten Öffnung beziehungsweise Stufe entfaltet; der Geburt, Erfahrung, Auflösung, Krankheit, Leiden und bindendes Handeln vernichtet –
34.IVR.7: – dem Kenner der Geschichte aller Welterscheinungen als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; dem Durchbrecher der sechs Wogen, dem Aufheber starrer Behauptungen von Sein und Leere –
34.IVR.8: – dem Wesen, das in einer von den sechs Notlagen erschreckten Welt die Furcht aufhebt; dem Vernichter wiederholten weltlichen Daseins. Die genaue Zusammensetzung dieser letzten Wendung ist im Druck unsicher.
34.IVR.9: Dem, dessen Gestalt Falten und graues Haar aufheben soll, dem Träger des Unsterblichkeitsnektars; dem Spender der Befreiung im Leben, verbunden mit dem Aufleuchten allumfassender Erkenntnis.“
34.IVR.10: Dies ist der überaus geheime, läuternde Lobpreis aus fünf Versen. Er soll täglich gelesen werden; der höchste Herr gewährt dem Übenden weltliche Erfüllung und Befreiung. Das Prädikat der letzten Zusage ist im Sanskrit verkürzt beziehungsweise ausgefallen.
34.IVR.11: Nach hingebungsvollem innerem Lobpreis verneigt man sich mit fünf Gliedern auf der Erde. Die im Maṇḍala gegenwärtige Gottheit wird zusammen mit den Scharen der Mantra-Gottheiten –
Unnummerierter Halbvers: – als inmitten der Caraṇas ruhend im Brahmarandhra wieder aufgelöst. Damit endet die innere Guru-Abfolge.
Allgemeines Arghya und Vorbereitung der Gefäße
Die Prosa setzt die Guru-Abfolge am Kopf ein. Mit dem Tīrtha-Mantra und der Hakengeste werden alle heiligen Wasserstätten samt den Meeren in das Wasser eingeladen. Die Dhenu-Mudrā wird darüber gezeigt. Mit dem geweihten Wasser werden der eigene Körper und die Verehrungsgegenstände besprengt; das allgemeine Arghya wird bedeckt.
Dazu wiederholt die Quelle die Vorschrift: ein fünf Finger breites Viereck mit Sechseck und nach oben gerichteter Linie zeichnen, darauf das mit dem Waffenmantra gereinigte Gefäß samt Unterlage stellen und mit Wasser füllen. Die folgenden Formeln beziehen sich auf Unterlage, Gefäß und Flüssigkeit:
- „Raṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen zehn Kalās Dharma verleihen, dem Sitz des allgemeinen Arghya-Gefäßes.“
- „Haṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen zwölf Kalās Reichtum verleihen, dem allgemeinen Arghya-Gefäß.“
- „Saṃ, Verehrung dem Mondkreis, dessen sechzehn Kalās Befreiung verleihen, dem Nektar des allgemeinen Arghya.“
Mit den drei Abschnitten der Śrīvidyā wird dreifach verehrt, mit Pareśvara dreimal, mit Pareśvarī siebenmal besprochen; Duftstoffe, Blumen und ungebrochene Reiskörner werden dargebracht. So endet die Ordnung des allgemeinen Arghya.
Rechts davon wird ein weiteres Gefäß aufgestellt. Die folgende Angabe über fünf Filter- beziehungsweise Reinigungsmittel ist lokal unklar und wird nicht durch eine vermutete Materialliste ersetzt. Der Krug-Lobpreis wird mit dem ausdrücklich gegebenen Anfang „Als das Meer gequirlt wurde …“ bezeichnet; sein vollständiger Text wird hier nicht ausgeschrieben. Das Gefäß wird wie das allgemeine Arghya verehrt; ein Tropfen wird diesem zugefügt. Nach erneuter Besprengung von Körper und Gegenständen folgt die Maṇḍala-Anlage.
Neunteilige Maṇḍala-Anlage
Abschnitt 34.MDL; neue Zählung.
34.MDL.1: Viereck, Halbmond, Dreieck, Sechseck und Kreis, wiederum Dreieck und Mondsichel, Nāda und Bindu bilden die neun Bestandteile.
34.MDL.2: Die neunteilige Anlage wird so sorgfältig gezeichnet, dass Raum für die besonderen Arghya-Maṇḍalas der Śrī Bhairavī bleibt.
34.MDL.3: Darüber wird ein Maṇḍala für die Verehrung nach dem Śāmbhava-Āgama gezeichnet. Nach der Unterweisung des Gurus werden in den Richtungen von Osten an, in der Mitte und oben –
34.MDL.4: – die sechs Bījas der Reihe nach gesprochen, jeweils von Praṇava eingerahmt: laṃ, vaṃ, raṃ, yaṃ, haṃ, saṃ. Dazu gehören Viereck und Halbmond –
34.MDL.5: – Dreieck, Sechseck, Kreis und Nāda. Außen werden nach den fünf Praṇavas drei weitere Kreise gezeichnet –
34.MDL.6: – zur Verehrung des Śrīmeru unterhalb des Lotus. Eine Druckvariante nennt links davon. Mit den Knien am Boden wird eine Anlage von sechzehn Fingerbreiten –
34.MDL.7: – oder vierundzwanzig beziehungsweise zwölf Fingerbreiten als Viereck gezeichnet; in seine Mitte kommt die sechseckige Form.
34.MDL.8: Auf Silber, Gold oder einem anderen Material wird dort ein achtblättriger Lotus mit drei umgebenden Kreisen und drei inneren Maṇḍalas angelegt.
34.MDL.9: Zum Zeichnen auf Goldplatte oder ähnlicher Unterlage dienen Kampfer, Sandelholz, Moschus, Safran und weitere Stoffe als dicke, glatte Paste.
34.MDL.10: Mit einem goldenen Stift wird der ausgezeichnete Lotus sorgfältig gezeichnet: Seine acht strahlenden Blätter entsprechen Prakṛti, sein Zentrum der höchsten Prakṛti.
34.MDL.11: Fehlt eine Goldplatte oder ähnliche Unterlage, kann auf Stoff oder auf dem Boden gezeichnet werden, im Bereich unterhalb des Lotus oder beim allgemeinen Arghya. Der Satz setzt sich auf Seite 803 fort.
34.MDL.12: Das besondere Arghya-Maṇḍala wird wie das allgemeine gezeichnet. Nördlich und südlich des Lotus liegen zwei weitere Maṇḍalas –
34.MDL.13: – jeweils vier Fingerbreiten groß und von Osten nach Westen ausgerichtet, für die drei Torhüter und die Gruppe der fünf Gurus.
34.MDL.14: Die Zuordnung erfolgt nördlich und südlich; die folgende „fünfte Stelle“ ist im Wortlaut nicht eindeutig zu bestimmen. Nördlich von den Torhütern werden die Maṇḍalas für die Bali-Gaben angelegt.
34.MDL.15: Dann wird das besondere Arghya mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt. Die Ordnung folgt dem allgemeinen Arghya bis zur Gefäßaufstellung –
34.MDL.16: – einschließlich der Verehrung mit dem zweiten Mantra und der Füllung wie zuvor. Man bildet die Lotusgeste, in der Blumen und Reiskörner liegen.
34.MDL.17: Die Wurzel-Kuṇḍalinī wird erhoben, strahlend wie der aufgehende Mond. Sie durchdringt die sechs Cakra-Kreise und fließt im inneren Raum der Suṣumnā –
34.MDL.18: – durch Mond- und Sonnenstätte hindurch, bis sie bei Śāmbhava zur Ruhe kommt. Aus der Wesenseinheit entstehen gemischter, roter und weißer Nektar –
34.MDL.19: – aus den drei Caraṇas hervorgehend und aus beiden Augen strömend. Damit wird das besondere Arghya in der Vorstellung gefüllt und durch den Blick in Amṛta verwandelt.
Unnummerierter Halbvers: Es wird wie flammendes Feuer meditiert und die Dhenu-Mudrā gezeigt. Die Prosa nennt ein Zitat nur mit seinem Anfang „Aus dem Teil des Welt-Eies hervorgegangen …“ und der Bitte „Bringe in mir das Aufleuchten hervor“. Ein vollständiger, hier nicht ausgeschriebener Text wird nicht ergänzt.
Mantras und innere Ausstattung des besonderen Arghya
Die unnummerierten Formeln rufen Amṛteśodbhava, Parāmṛteśodbhavā, Amṛteśa-Bhairava und Amṛteśa-Bhairavī an, jeweils mit den gedruckten Bījagruppen. Es folgt die Verehrung von Surādevī als Ardhanārīśvarī mit vauṣaṭ, danach Ānanda-Bhairavānandanātha mit Navātmakā-Parāmbā und Pādukā-Verehrung. Einzelne komplexe Bījaverbindungen bleiben lokal unsicher.
Nach den Gesten der Einladung stellt man sich im Gefäß die bei a, ka, tha beginnende Buchstabenordnung und im Dreieck die sechzehn Vokale vor. Die Ecken werden mit den Sitz-Mantras verehrt; die sechzehn Nityās der Wurzelvidyā werden meditiert und eingesetzt, ebenso die Guru-Abfolge der Śrīvidyā.
Dreimal wird Amṛteśvarī angerufen: „Amṛtā, aus Amṛta Hervorgegangene, Herrin des Amṛta, Nektar Regnende, lass Nektar fließen! Śrīṃ śrīṃ śrīṃ; Verehrung Amṛtā, der Herrin des Amṛta!“ Danach erfolgt die Reinigung mit „Ānanda-Bhairava, vaṣaṭ“ und anschließend der Guru-Mantra.
Am Gefäßrand werden die acht Bhairavas von Asitāṅga an verehrt. Mit den beiden Navātmaka-Vidyās erfolgt dreimaliges Tarpana, mit Pareśvara dreimalige und mit Pareśvarī siebenmalige Besprechung. Die Glieder der beiden Gottheitsgestalten werden eingesetzt und mit dem Schutzmantra gesichert. Genannt werden Saubhāgya-Vidyā, die Vidyās von Śrīmūrti an und die Nirvāṇa-Vidyās.
Eine Formel enthält haṃsaḥ so'haṃ, weitere Bījas und die Namen Nirvāṇānandanātha und Ahaṃsvātmaprakāśānandanātha, mit Sandalenverehrung. Sie wird siebenmal gesprochen. Damit endet die Śrīmūrti-Ordnung.
In der Identität mit dem besonderen Arghya werden fünf Verehrungsgaben vorgestellt. Rechts davon wird im viereckigen Maṇḍala die Unterlage des Genussgefäßes mit aiṃ aufgestellt, das Gefäß mit klīṃ eingesetzt und mit der als sauḥ-Wendung bezeichneten Formel gefüllt. Mit Wasser des besonderen Arghya wird es geweiht. Über dem Kopf wird mit dem Guru-Mantra die Abfolge von Śrīnātha bis zur Sechsergruppe von Parā verehrt.
34.MDL.20: Nach den fünf Verehrungsgaben wird der Rest im Feuer des eigenen Selbst geopfert. Mit wohlriechendem Stirnzeichen und weiterem Schmuck –
34.MDL.21: – schmückt man sich gemäß den eigenen Möglichkeiten. Dann wird mit den folgenden Mantras das Āgama-Maṇḍala verehrt.
Unnummerierter Halbvers: Durch die gerade strömende Nasenseite und mit den Praṇavas erfolgt die Verehrung. Es folgen die Anrufungen: „Verehrung den Maṇḍalas der achtundzwanzig Abfolgen“; „[Bīja], dem großen Preta-Lotus-Sitz“ mit Pādukā-Zusatz; „Aiṃ aiṃ, dem Fuß, der das Praṇava-Maṇḍala durchdringt, vicce aiṃ“, ebenfalls mit Pādukā-Zusatz.
34.MDL.22: Mit Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und Tropfen des Arghya-Wassers werden sie verehrt und im Maṇḍala eingesetzt. Dort wird sodann das Śāmbhava-Maṇḍala verehrt.
34.MDL.23: Nach der Unterweisung des Gurus werden die Mantragottheiten südlich, nördlich, wieder südlich und nördlich sowie in der Mitte verehrt, mit den jeweils von Praṇava eingerahmten Bījas. Die wiederholten Richtungsangaben werden wie gedruckt bewahrt.
Die fünf Formeln lauten jeweils „der Mantragottheit“, mit aiṃ, hrīṃ, śrīṃ, der hasakhphreṃ-ähnlichen Verbindung und hasauṃ als Rahmen. Die vierte Verbindung bleibt lokal unsicher.
34.MDL.24: In der Mitte, auf dem Lotussitz, wird die Göttin in einheitlicher Sammlung verehrt. Es werden die Gesten der Einladung und die Yoni-Mudrā gezeigt.
34.MDL.25: Blumen, Licht und Speisegabe werden mit den genannten Mantras dargebracht. Nach dieser Verehrung des Āgama folgt im achtblättrigen Lotus –
34.MDL.26: – die Verehrung der drei Maṇḍalas ringsum und in der Mitte, mit den folgenden Mantras und nach der angegebenen Ordnung.
Die Formeln verehren mit haṃ den Sonnenkreis, mit raṃ den Feuerkreis, mit saṃ den Mondkreis, danach die achtundzwanzig Maṇḍalas und mit dem entsprechenden Bīja den großen Preta-Lotussitz.
34.MDL.27: In der Lotusmitte wird ein wohlgestaltetes Śiva-Liṅga aufgestellt und mit Arghya, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt. Die anschließend genannte Gestalt liegt mit den Füßen nach Süden und dem Gesicht nach Norden –
Unnummerierter Halbvers: – rechts wird der Feuer-Preta, links Svāhā verehrt. Die Formeln nennen Jātavedas und Svāhā mit hrīṃ und den weiteren gedruckten Rahmenlauten.
34.MDL.28: Beide werden mit Gabenverleihung und Śakti-Speer meditiert. In ihrem Nabellotus wird der höchste Raum in Gestalt des E-Lautes vorgestellt und mit e verehrt.
34.MDL.29: Gott und Göttin werden in dessen Mitte eingeladen und verehrt. Nach den Gesten der Einladung und dem sechsgliedrigen Nyāsa –
34.MDL.30: – werden Duftstoffe, Blumen, Reiskörner und Arghya-Gaben vorgesehen. Auf den Lotusblättern von Osten an wird die achtfache Maṅgala-Gruppe verehrt.
Die Prosa nennt acht Paare, jeweils mit ihrem Bīja und der Verehrung der ehrwürdigen Sandalen:
- Maṅgala-Mahābhairavānandanātha und Brahmāṇī-Devyambā.
- Carcika-Mahābhairavānandanātha und Māheśvarī-Devyambā; die Lesung Carcika ist lokal unsicher.
- Yoga-Mahābhairavānandanātha und Kaumārī-Devyambā.
- Harasiddha-Mahābhairavānandanātha und Vaiṣṇavī-Devyambā; der erste Name hat eine Druckvariante.
- Bhara-Mahābhairavānandanātha und Vārāhī-Devyambā; eine Variante liest Hara.
- Kilikili-Bhairavānandanātha und Indrāṇī-Devyambā.
- Kālarātri-Mahābhairavānandanātha und Cāmuṇḍā-Devyambā.
- Bhīṣaṇa-Mahābhairavānandanātha und Kamalā-Devyambā.
34.MDL.31: Die Gestalten zeigen Gabenverleihung und eine lokal unklare Hand- beziehungsweise Haarhaltung. Die Göttinnen sind anmutig; Schädelschale und Dreizack werden genannt, ebenso die Stellung an der linken Körperhälfte. Die Zuordnung zwischen Göttern und Göttinnen ist durch die Drucklesung devyo(va) nicht eindeutig und bleibt offen.
34.MDL.32: Alle sind rot, dreiäugig, mit sämtlichem Schmuck geziert, sechzehnjährig und mit von Entzücken bewegten Augen.
34.MDL.33: Acht voneinander unterschiedene Bījas werden mit dem neunten verbunden und mit Anusvāra versehen. Diese Gruppe Naveśas wird vor sich verehrt.
34.MDL.34: Fünf ihrer Śaktis, beginnend mit Anantā und von der Natur der Gnade, werden in der Folge unten, oben sowie in den dazwischen genannten Innenbereichen verehrt. Der knappe räumliche Ausdruck ist nicht vollständig eindeutig.
Die mit einem gedruckten Fragezeichen eingeleitete Prosa nennt danach vier Guru-Paare: Ādinātha-Guru mit Ādyāmbā; Anādigurunātha mit Anādyāmbā; Kuleśvaragurunātha mit Kuleśvaryambā; Acintyagurunātha mit Acintyāmbā, jeweils mit Bīja und Pādukā-Verehrung. Diese Reihe wird trotz des nicht klaren Anschlusses an die zuvor genannten fünf Śaktis unverändert bewahrt.
34.MDL.35: Danach wird die Guru-Abfolge rings um Gott und Göttin verehrt. Göttin, ehrwürdige Gurus und Gott werden jeweils so vergegenwärtigt, wie sie dem betreffenden Sitz entsprechen.
34.MDL.36: Die Glieder der Göttin für die Rücknahme werden wieder vom Herzen an verehrt. Die sechsgliedrige Verehrung wird auf die Ecken des Feuers, Īśānas, Nirṛtis und des Windes verteilt –
34.MDL.37: – die Augen in der Mitte, die Waffe in den Richtungen. Für die Entfaltung beziehungsweise Erfahrung werden Räucherwerk und weitere Gaben mit dem Herzmantra vorgesehen.
Unnummerierter Halbvers und Prosa: Beide Vidyās werden mit ungeteilter Aufmerksamkeit nach Vermögen rezitiert. Nach Verneigung und Lobpreis folgt erneut der aus fünf Versen bestehende Hymnus mit dem Anfang „Verehrung dem, der Brahmā und Viṣṇu …“. Danach wird dieselbe Lichtmacht äußerlich in den drei Maṇḍalas verehrt.
34.MDL.38: Der Mond wird mit einer lokal unsicheren Vergleichsbezeichnung meditiert, die pralaya-prakanda lautet; er befindet sich auf dem Rücken eines Hasen und trägt der Reihe nach Dreizack, Schwert, drohenden Zeigefinger und Bogen.
Unnummerierter Halbvers: Er kommt, um dem Übenden Gnade zu erweisen, und wird mit dem folgenden Mantra verehrt: „[Bīja], dem Herrn der Nachtwanderung“, mit Pādukā-Abkürzung. Ein zusätzliches Wort vor der Mantraangabe ist lokal unklar.
34.MDL.39: Im östlichen Bereich des Maṇḍalas wird die Sonne verehrt, mit den zuvor genannten Waffen, auf einem Pferd sitzend und von gelber Körperfarbe. Die Formel nennt Saura mit dem entsprechenden Bīja und Sandalenverehrung.
34.MDL.40: In der Mitte wird das Feuer mit denselben Waffen verehrt, safranrot und auf einem Widder reitend. Die Formel nennt Kālānala. Danach folgt erneut die Verehrung von Śrīnātha bis zur Sechsergruppe von Parā.
34.MDL.41: Zur Beseitigung der Hindernisse wird Heramba aus dem eigenen Herzen in ein viereckiges Maṇḍala links vom Übenden eingeladen.
Die Prosa nennt den sechsgliedrigen Nyāsa mit der bei glām beginnenden Reihe und leitet die Meditation ein.
34.MDL.42: Heramba ist weiß, elefantengesichtig und sitzt auf einer Maus. Seine vier Arme tragen Axt, Stoßzahn, einen als kārmuka bezeichneten Bogen und Dreizack. Die gedrängte Waffenverbindung ist lokal nicht völlig sicher.
Eine unnummerierte, bereits im Druck mit Fragezeichen und der Ergänzung „Gajānana“ versehene Lobpreiswendung spricht vom Beseitigen einer gewaltigen Menge von Hindernissen; ihr genauer Wortlaut bleibt unklar. Es folgt „Glauṃ, dem Heramba“, mit Pādukā-Verehrung. Danach wird Pareśvara meditiert, der erste Mantra dargebracht und die Guru-Abfolge vollzogen.
Unterhalb des Heramba-Maṇḍalas wird in einem Dreieck ein Gefäß samt Unterlage aufgestellt und mit den fünf Praṇavas, Duftstoffen, Blumen und Reiskörnern verehrt. In das mit Arghya-Wasser und den als erstem und zweitem bezeichneten Bestandteilen versehene Gefäß wird die Bali-Gabe in Reihenform dargebracht. Der Mantra lautet: „Oṃ hrīṃ, allen Hindernisbereitern, allen Wesen, huṃ phaṭ svāhā.“ Nach Khecarī- und Yoni-Mudrā zeigt der Zeigefinger unter vorausgehendem Befehl das von den Wesen umgebene Gefäß an. Mit innerer Vergegenwärtigung des zugehörigen huṃ huṃ-Mantras wird die Bali-Gabe abgegeben. Dann folgt erneute Einladung und Besprengung mit Arghya-Wasser; das Ganze wird im eigenen Selbst geopfert.
Dies geschieht im Bewusstsein der Einheit von Liṅga, Āgama und eigenem Selbst; nach Bedarf folgt erneut die Guru-Abfolge am Kopf.
34.MDL.43: Danach werden der große Verbrennungsplatz, das heilige Feld und der Sitz verehrt, sodann Baum, Schlingpflanze und die Hüter im Maṇḍala.
34.MDL.44: Es folgen die Bäume von Śirīṣa an, die Bhairavas von Caṇḍa an und die Nāgas von Ananta an, ehrerbietig von Osten bis Nordosten.
Unnummerierter Halbvers: Die acht tragen Schwert und Schild und erscheinen in vorzüglicher menschlicher Gestalt.
Die Prosa nennt zuerst: den großen Verbrennungsplatz, das heilige Feld Prayāga, den Parāpara-Sitz, den Wunschbaum, die Jyotiṣmatī-Schlingpflanze und die Hüter, jeweils mit namaḥ. Von der Südostecke an folgen Śirīṣa, Karañja, Aśvattha, Plakṣa, Aśoka, Rakta-Aśoka, Mango und Banyan. Danach: Caṇḍa-Bhairava, Krodha-Bhairava, mit gaṃ Gahvara-Bhairava, Jvālāmālākula-Bhairava, Bhīṣaṇāṭṭahāsa-Bhairava und Ghorāndhakāra-Bhairava. Der nächste Name beginnt mit „Lakṣmī-“ und setzt sich auf Seite 806 fort. Die Baum- und Bhairava-Reihen werden nicht miteinander vermischt.
Fortsetzung der Bhairava-Reihe: Lakṣmī-Bhairava und Karāla-Bhairava. Danach folgen die acht Nāgas Ananta, Vāsuki, Takṣaka, Karkoṭa, Śaṅkha, Mahāśaṅkha, Padma und Mahāpadma, jeweils mit Verehrungsformel.
Meditation über die Hüter des großen Verbrennungsplatzes
Abschnitt 34.SMP; neue Zählung 1–5.
34.SMP.1: Ihre Oberkörper sind sichtbar, ihr Anblick ist furchtbar; sie lehnen an Baumstämmen. Sie tragen Dreizack, Messer und abgeschlagenen Kopf – die erste Waffenverbindung ist lokal unsicher –, ferner Banner, Schwert und Schädelschale –
34.SMP.2: – und zeigen eine drohende Hand. Ihr lotusgleiches Gesicht ruht am Knie, ein Bein hängt herab: so die Hüter des großen Verbrennungsplatzes.
34.SMP.3: Sie leuchten gelb, rot, blau, weiß, grün, schwarz und rötlich; eine weitere Weißbezeichnung ist lokal unklar. Genannt werden Gesichter von Löwen, Tigern, Schakalen, Elefanten und Pferden –
34.SMP.4: – ferner Bären, Stieren, Tigern und Löwen bei den Bhairavas. Die Nāgas tragen Schwert und Schild und erscheinen in vorzüglicher menschlicher Gestalt. Die wiederholten Tiernamen und ihre nicht völlig eindeutige Gruppierung werden bewahrt.
34.SMP.5: Nach dieser sorgfältigen Verehrung und dem Schutz des heiligen Feldes stellt man sich dieselben Gestalten im eigenen Körper vor und bietet ihnen Speise dar.
Tiraskariṇī, die verhüllende Schutzgöttin
Die Prosa schreibt ihre Verehrung und danach die Guru-Abfolge vor. Der Handnyāsa verteilt die Bestandteile ihres Mantras auf Daumen, Zeige-, Mittel-, Ring- und kleine Finger sowie Handflächen und Handrücken: das Anfangsbīja mit namaḥ; „Erhabene“; „Māheśvarī“; „Verhüllung der Augen aller gebundenen Menschen“; „vollziehe, vollziehe“; und svāhā. Dieselbe Folge wird vom Herzen an über den Körper eingesetzt. Das Anfangsbīja ist fein gedruckt und nicht vollständig sicher lesbar.
Abschnitt 34.TID; neue Zählung.
34.TID.1: Man erinnert sich an sie mit offenem Haar, unbekleidet und mit allem Schmuck versehen; durch das Zeigen ihres weiblichen Schoßes lässt sie die Gruppe der gebundenen Wesen in Verwirrung geraten. Dies ist eine symbolische Gottheitsbeschreibung der Quelle.
34.TID.2: Danach wird Tiraskaraṇikā im Dreieck inmitten des Herzlotus meditiert, eifrig darauf bedacht, ihre Verehrer zu schützen.
34.TID.3: Sie ist dunkel, hat drei rote, von Entzücken bewegte Augen, trägt schwarze Gewänder und hält in zwei Armen Keule und Schwert –
Unnummerierter Halbvers: – mit zwei weiteren schönen Armen trägt sie Dattelpalmenzweig beziehungsweise Dattelfrucht und Krug. Die erste Gegenstandsbezeichnung kharjūrī wird nicht durch ein anderes Attribut ersetzt. Die anfängliche Unbekleidetheit und die spätere Gewandung stehen als unterschiedliche Beschreibungen nebeneinander.
34.TID.4: „Auf einem dunklen Pferd reitend, herrlich strahlend, reich an blauen Gewändern, Schmuck und Girlanden, die Welten mit einem Schleier des Schlafes verhüllend – möge die erhabene Schwertträgerin uns beschützen!“
Die fünf Verehrungsgaben werden vorgesehen; außerhalb des Verehrungsraums wird sie mit den genannten Gaben, Blumen und ungebrochenem Reis verehrt. Ein Wort für eine zusätzliche Gabe und die anschließende Schutzwendung sind lokal unklar. Der Mantra bittet: „[Bīja], Verehrung, Erhabene Māheśvarī! Verhülle, verhülle die Augen aller gebundenen Menschen; svāhā.“ Danach folgt erneut die Guru-Abfolge am Kopf.
Abschnitt 34.MAB, abschließender Einzelvers:
34.MAB.1: Der innerlich Kundige bewegt sich in der Fülle von Strahlen und Wellen des Nektarozeans der sechs Überlieferungen, von der geistigen Ebene bis zur Erde. Die Bezeichnung des Kundigen ist lokal unsicher.
Damit endet die Verehrungsordnung der geistigen Abfolge. Es folgt die Verneigung vor dem Śrī Śāmbhava-Guru.
Die Strahlenfolge des Himmelsraums
Abschnitt 34.NBD; neue Zählung. Die Quelle nennt diese Folge Nābhasa.
34.NBD.1: Die kristallgleiche Mantragruppe von Vicceśvara wird in Viśuddhi vergegenwärtigt; die daraus hervorgehende Gottheit und das eigene Selbst werden im Herzen meditiert.
34.NBD.2: Er gleicht reinem Kristall, hat sechs Gesichter und eine im Druck als „zwölffüßig“ erscheinende Gliederbezeichnung. In Bhairava-Gestalt trägt er rechts Dreizack, Rad, Elefantenhaken, Schlinge, Pfeil und Gabenverleihung –
34.NBD.3: – links Muschel, Banner und weitere in einem unsicheren Kompositum genannte Attribute einschließlich eines menschlichen Kopfes, dazu Bogen und Furchtlosigkeit. Ebenso meditiert man die Göttin Kuleśvarī. Die Prosa ordnet die Waffenbetrachtung von rechts oben nach links oben an.
34.NBD.4: Die Göttin hat dieselbe Farbe und Ausstrahlung wie der Gott und steht entsprechend. Sie trägt Schwert, kārmuka und cāpa – beide bezeichnen einen Bogen –, Pfeil, Schlinge, Elefantenhaken, Furchtlosigkeit und Gabenverleihung –
Unnummerierter Halbvers: – außerdem Buch, Gebetskette, Dreizack und weitere Attribute im Gliederkreis. Die doppelte Bogenbezeichnung wird nicht stillschweigend korrigiert.
Nach dieser Meditation und dem Gliedernyāsa mit der angegebenen Bījafolge werden im Sechseck am Kopf von Osten bis Nordosten sechsunddreißig Strahlen vorgestellt. Die Liste beginnt: Hṛdayānandanātha mit Kaulinī-Parāmbā; Carānandanātha mit Cātrī-Parāmbā, deren Lesung unsicher ist; Bhāvānandanātha mit Viccātmikā-Parāmbā, ebenfalls lokal unsicher; danach Bhavānandanātha mit Yoginī-Parāmbā. Die letzte Formel setzt sich auf Seite 807 fort. Eine Variante nennt bei Bhāvānanda stattdessen Bhogānanda.
Fortsetzung der sechsunddreißig Himmelsraum-Strahlen: Die auf Seite 806 begonnene Formel für Bhavānandanātha und Yoginī-Parāmbā endet mit Bīja und Pādukā-Zusatz. Mahānandanātha mit Brahma-Parāmbā und Sarvānandanātha mit Śāmbhavī-Parāmbā vervollständigen die Sechsergruppe im Osten.
In der Südostecke folgen sechs Paare: Dravānandanātha mit Kālikā-Parāmbā; Ramaṇānandanātha mit Duścāṇḍālī-Parāmbā; Mohānandanātha mit Aghorā-Parāmbā; Manobhavānandanātha mit Helā-Parāmbā; Saktānandanātha mit Mahāraktā-Parāmbā; Jñānānandanātha mit Kubjikā-Parāmbā. Die Lesung Duścāṇḍālī ist unsicher; Varianten nennen bei Helā Līlā und bei Aghorā Mohinī.
In der Südwestecke: Veṭānandanātha mit Ḍākinī-Parāmbā; Jvālānandanātha mit Rākiṇī-Parāmbā; Mahāṅkuśānandanātha mit Lākinī-Parāmbā; Śreyojvālānandanātha mit Kākinī-Parāmbā; Tejasānandanātha mit Śākinī-Parāmbā; Mūrdhānandanātha mit Hākinī-Parāmbā. Besonders Veṭa- und Śreyojvāla- sind lokal unsicher.
Im Westen: Vāyavyānandanātha mit Padmā-Parāmbā; Kulānandanātha mit Siṃhā-Parāmbā; Saṃhārānandanātha mit Kulāmbikā-Parāmbā; Viśvambharānandanātha mit Kāmā-Parāmbā; Kauṭikānandanātha mit Kūrmamātā-Parāmbā; Gālavānandanātha mit Kaṅkālī-Parāmbā. Der Name Kauṭika bleibt unsicher.
In der Nordwestecke: Vyomānandanātha mit Vyomā-Parāmbā; Śvāsānandanātha mit Nādā-Parāmbā; Khecarānandanātha mit Mahimā-Parāmbā; Bahulānandanātha mit Mahāmāyā-Parāmbā; Jñānānandanātha mit Kuṇḍalī-Parāmbā; Viśvānandanātha mit Unmanī-Parāmbā.
In der Nordostecke: Ājñānandanātha mit Īndhikā-Parāmbā; Madanānandanātha mit Dīpikā-Parāmbā; Yaśānandanātha mit Racikā-Parāmbā; Śekhodayānandanātha mit Mocikā-Parāmbā; Varānandanātha mit Vicitti-Parāmbā; Parānandanātha mit Parā-Parāmbā. Die Schreibungen Racikā, Śekhodayānanda und Vicitti sind lokal unsicher; eine Variante bietet für Racikā Haricikā. Jede Gruppe wird mit sechs angegeben; zusammen sind es die angekündigten 36 Strahlen. Die jeweiligen Bījas und Pādukā-Abkürzungen stehen in den Sanskritfassungen.
Farben und Abschluss der Himmelsraum-Folge
Abschnitt 34.NBR; neue Zählung 1–2.
34.NBR.1: Die Sechsergruppen werden der Reihe nach weiß, rot, dunkel, rauchfarben, sonnenleuchtend und kristallgleich meditiert.
34.NBR.2: Alle Gottheiten dieser Nābhasa-Folge zeigen Gabenverleihung und Furchtlosigkeit. Nach Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation wird ihre Verehrungsfolge vollzogen.
Damit endet die Vicceśvara-Abfolge. Die Prosa nennt anschließend den nächsten Gliedernyāsa; seine Anfangsbījas sind lokal unsicher.
Haṃseśvaras Strahlenfolge
Abschnitt 34.HSD; zunächst ein Einzelvers.
34.HSD.1: Die Mantragruppe Haṃseśvaras wird rauchfarben im Herzen vergegenwärtigt, ebenso die daraus hervorgehende Gottheit und das eigene Selbst.
Die Meditation entspricht jener Vicceśvaras; danach folgt erneut die Guru-Abfolge. Im Sechseck am Kopf, von Osten bis Nordosten, werden siebenundzwanzig Strahlen meditiert.
Die östliche Vierergruppe lautet: Khageśvarānandanātha mit Bhadrā-Parāmbā; Kūrmānandanātha mit Mādhavī-Parāmbā; Meghānandanātha mit Keśā-Parāmbā; Mīnānandanātha mit Mallī-Parāmbā. Das gemeinsame Bīja beginnt mit lamayar; seine Endverbindung ist im Druck nicht sicher als -keṃ oder -ūṃ aufzulösen. Jede Formel enthält die Pādukā-Verehrung.
Die folgende Gruppe verwendet das entsprechende mit vamayar beginnende Bīja: Jñānānandanātha mit Vimalā-Parāmbā; Mahānandanātha mit Śāmbarī-Parāmbā; Tīvrānandanātha mit Līlā-Parāmbā; Priyānandanātha mit Kumundā-Parāmbā. Eine Variante nennt statt Kumundā Mukuṭā. Der nächste Name beginnt mit „Kauli-“ und setzt sich auf Seite 808 fort.
Fortsetzung der Haṃseśvara-Strahlen: Kaulikānandanātha mit Menakā-Parāmbā vervollständigt die Fünfergruppe in der Südostecke.
In der Südwestecke folgt eine Sechsergruppe mit dem ramayar-Bīja: Ḍāmarānandanātha mit Ḍākinī-Parāmbā; Rāmarānandanātha mit Rākiṇī-Parāmbā; Lāmarānandanātha mit Lākinī-Parāmbā; Kāmarānandanātha mit Kākinī-Parāmbā; Sāmarānandanātha mit Śākinī-Parāmbā; Hāmarānandanātha mit Hākinī-Parāmbā.
Im Westen steht eine Vierergruppe mit dem yamayar-Bīja: Ādhāreśānandanātha mit Raktā-Parāmbā; Cakreśānandanātha mit Bindu-Parāmbā; Kuraṅgeśānandanātha mit Kulā-Parāmbā; Samudreśānandanātha mit Kubjikā-Parāmbā. Eine Variante nennt statt Raktā Ramā.
In der Nordwestecke folgt eine Fünfergruppe mit dem hamayar-Bīja: Hṛdīśānandanātha mit Kamalā-Parāmbā; Girīśānandanātha mit Kuṭikadīdhitikā-Parāmbā; Śikheśānandanātha mit Karburā-Parāmbā; Varmīśānandanātha mit Bahurūpā-Parāmbā; Astreśānandanātha mit Mahattārī-Parāmbā. Besonders Kuṭikadīdhitikā ist lokal unsicher.
In der Nordostecke stehen drei mit dem samayar-Bīja: Paragurvānandanātha mit Maṅgalā-Parāmbā; Parācikāragurvānandanātha mit Kaulinī-Parāmbā; Pūjyagurvānandanātha mit Samānī-Parāmbā. Der mittlere Guru-Name ist im Druck unsicher. Alle Formeln enthalten die Pādukā-Verehrung; die Endverbindungen der gemeinsamen Bījas bleiben wie auf Seite 807 lokal unsicher. Die Gruppen 4 + 5 + 6 + 4 + 5 + 3 ergeben die angekündigten 27 Strahlen.
Farben der Haṃseśvara-Strahlen
Abschnitt 34.HSR; neue Zählung 1–2.
34.HSR.1: Die erste Vierergruppe ist gelb, die Fünfergruppe dunkel, die Sechsergruppe rot, die nächste Vierergruppe dunkel und die folgende Fünfergruppe rauchfarben.
34.HSR.2: Die abschließende Dreiergruppe ist mondleuchtend. Zugleich werden alle als so strahlend wie die junge Sonne beschrieben, mit Gabenverleihungs- und Furchtlosigkeitsgesten und von Entzücken bewegten Augen.
Unnummerierter Halbvers: Nach Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation wird die Vāyavya-Folge, die dem Wind zugeordnete Ordnung, vollzogen. Danach folgt erneut die Guru-Abfolge. Damit endet Haṃseśvaras Ordnung.
Saṃvartakeśvaras Meditation
Abschnitt 34.SVD; neue Zählung.
34.SVD.1: Ehrfürchtig meditiert man Saṃvarteśas siebte Mantragruppe im Svādhiṣṭhāna, strahlend wie die aufgehende Sonne, und die daraus hervorgehende –
34.SVD.2: – Gottheit gemäß der im Grundtext angegebenen Ordnung: schwarzblau wie zerstoßene Augensalbe, mit fünfzehn Augen und einer als „zehnfüßig“ erscheinenden Gliederbezeichnung. Der weitere Text beschreibt zehn Arme; diese Abweichung wird nicht stillschweigend korrigiert.
34.SVD.3: Das Gesicht ist durch leuchtende Hauer furchterregend; das wirre Haar steht aufwärts. Er erscheint sechzehnjährig und ist mit Juwelen und Schlangen geschmückt.
34.SVD.4: Er trägt allen Schmuck und steht in einer lokal unsicher beschriebenen Einfuß- beziehungsweise Lotusstellung auf einem fünfteiligen Sitz. Der große Zeh wird mit dem Nabellotus der Feuergestalt verbunden; auch die gedruckte Erläuterung ist nicht vollständig deutlich.
34.SVD.5: Eine Schädelgirlande schmückt seinen Körper, dazu Duftstoffe und Blumen. Die folgende Verbindung von Gürtel, gebundenen Teilen und einer als Handgruppe erläuterten Form ist im Druck stark unklar; eine genaue Ausstattung oder Pose wird nicht hinzuerfunden.
34.SVD.6: In den rechten Händen trägt er verschiedene Waffen beziehungsweise Attribute: Dreizack, Rad, Banner und Gabenverleihung. Höre nun die linke Seite –
34.SVD.7: – Pārijāta-Blüte, Gebetskette, Buch und Furchtlosigkeit, Geliebte. Die beiden übrigen Arme tragen die mit Brahmā und Spaltung verbundenen Attribute; die Druckanmerkung erklärt dies als Brahmās Schädel und einen Pickel beziehungsweise eine Axt.
34.SVD.8: Danach meditiert man mitten im Yoni-Zentrum die vierte rote Mantragruppe und mit ungeteilter Aufmerksamkeit die aus ihren Strahlen hervorgehende Göttinnengestalt. Der Druck korrigiert das Wort „Vers“ durch die Klammer „Mantragruppe“.
34.SVD.9: Das eigene Selbst wird nach der Ordnung des Grundtextes vergegenwärtigt. Diese ewige, herrliche große Bewusstseinskraft entfaltet sich in tausend Unterscheidungen.
34.SVD.10: Ihre innerste Gestalt wird Samayā genannt. Diese Bewusstseinsmacht trägt Körperstrahlen von der Farbe der blauen Flachsblüte.
34.SVD.11: Sie erscheint mit zehn, sechs, zwanzig oder hundert Gesichtern; ihre leuchtenden Augen sind von Tausenden zusammenströmender Strahlen erfüllt.
34.SVD.12: Diese Bewusstseinsgöttin trägt Dreizack, kārmuka und cāpa – erneut zwei Bogenbezeichnungen –, Pfeil, Schwert und Gabenverleihung; sie ist mit Elefantenhaken, Schlinge, Rad, Muschel, Keule und Juwelen ausgestattet.
34.SVD.13: Ihre Hände tragen Ḍiṇḍī-Trommel, Ḍamaru, Vajra, Bhuśuṇḍī-Waffe und Dreizack, ferner Śakti-Speer, Geschoss, leuchtende Lanze, Schlange und Gebetskette. Die letzte Zusammensetzung enthält bereits im Druck eine Klammerlesung. Damit endet die Meditation.
Saṃvarteśvaras Einsetzungen
Die unnummerierte Handfolge verbindet Bīja, Guru- und Göttinnenname und die jeweilige Körperstelle. Die neun Zuordnungen lauten:
- haṃ: Vyomānandanātha und Rajanī-Parāmbā, beide Handflächen;
- saṃ: Cidānandanātha und Citi-Parāmbā, Handrücken;
- kṣaṃ: Ahaṅkārānandanātha und Kocinī-Parāmbā, Daumen; der Göttinnenname ist unsicher;
- maṃ: Buddhyānandanātha und Kulavāgīśvarī-Parāmbā, Zeigefinger;
- laṃ: Ṛddhyānandanātha und Mātṛkā-Parāmbā, Mittelfinger; der Guru-Name hat eine lokal unklare Variante;
- vaṃ: Amṛtānandanātha und Devadravī-Parāmbā, Ringfinger; der Göttinnenname bleibt unsicher;
- yaṃ: Acalānandanātha und Calā-Parāmbā, kleine Finger;
- raṃ: Dīptānandanātha und Jvālinī-Parāmbā, nochmals Handrücken;
- oṃ: Prakṛtīśānandanātha und Prakṛtī-Parāmbā, nochmals Handflächen.
Der sechsgliedrige Körpernyāsa lautet: Viśuddhānandanātha mit Śaṅkhinī-Parāmbā am Herzen; Prāṇānandanātha mit Vāgīśvarī-Parāmbā am Kopf; Jñānānandanātha mit Bindu-Parāmbā am Haarschopf; Vyāpakānandanātha mit Indhikā-Parāmbā als Schutzpanzer; Vistārānandanātha mit Vistārā-Parāmbā an den drei Augen; Śūrānandanātha mit Prītavatī-Parāmbā als Waffe. Die zugehörigen Bījas stehen im Sanskrit; die Schlussworte sind der Reihe nach namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ, phaṭ.
Der Gesichtsnyāsa ordnet zu: im Westen Kālavaktrānandanātha mit Yogīśvarī-Parāmbā; im Norden Raudravaktrānandanātha mit Saṃhāriṇī-Parāmbā; im Süden Viśvagrasanānandanātha mit Dahanī-Parāmbā; im Osten Prakāśānandanātha mit Jyotiṣ-Parāmbā; oben Harṣānandanātha mit Amṛtavāhinī-Parāmbā; am Parāpara-Gesicht Parānandanātha mit Parā-Parāmbā. Die Bīja-Paare werden in dieser Reihe am Schluss jeweils in umgekehrter Folge gesprochen; dies bleibt im Sanskrit erhalten.
Mahāśakti-Nyāsa
Eine weitere Handfolge beginnt an den kleinen Fingern mit „Aiṃ, Ewige, Erhabene, [Bīja], Kuleśvarī“. Am Ringfinger folgt eine lange, teilweise unsichere Bījafolge mit ṅañaname-ähnlicher Konsonantengruppe; am Mittelfinger weitere Bījas und „die mit dem nichtfurchtbaren Gesicht, Kubjikā“; am Zeigefinger Bījas und „Furchtbare, Nichtfurchtbare“; am Daumen yaṃ raṃ laṃ vaṃ haṃ saṃ; an Handflächen und Handrücken kiṇi kiṇi mahākiṇi kiṇi vicce. Mit denselben Bestandteilen wird der Körpernyāsa vom Herzen an vollzogen. Die nicht sicher entzifferbaren Bījas bleiben gekennzeichnet.
Der folgende zehnfache Gesichtsnyāsa verteilt diese Formelbestandteile weiter:
- Westen: „Aiṃ, Ewige, Erhabene“;
- Norden: Bīja und „Kuleśvarī“;
- Süden: die lange Bījagruppe;
- Osten: die genannte ṅañaname-ähnliche Konsonantengruppe;
- Nordwesten: eine weitere Bījafolge;
- Südwesten: „die mit dem nichtfurchtbaren Gesicht, Kubjikā“;
- Nordosten: eine weitere Bījagruppe;
- Südosten: „Furchtbare, Nichtfurchtbare“;
- oben: yaṃ raṃ laṃ vaṃ haṃ saṃ;
- Parāpara: kiṇi kiṇi mahākiṇi kiṇi vicce.
Damit endet der Mahāśakti-Nyāsa.
Einunddreißig Strahlen Saṃvartakeśvaras
Im Sechseck am Kopf werden von Südwesten bis Südosten einunddreißig Strahlen meditiert. Die Liste beginnt mit dem Bīja sahalāṃ beziehungsweise der im vierten Eintrag kürzeren Druckform sahāṃ: Parāparānandanātha mit Caṇḍīśvarī-Parāmbā; Parānandanātha mit Guhyakālikā-Parāmbā; Aparānandanātha mit Saṃvartā-Parāmbā; Paramānandanātha mit Ucchuṣmā-Parāmbā; Pācakānandanātha mit Nīlakubjikā-Parāmbā. Die letzte Formel setzt sich auf Seite 810 fort.
Fortsetzung der Saṃvartakeśvara-Strahlen: Mit dem abschließenden Bīja der Nīlakubjikā-Formel ist die Fünfergruppe in der Südwestecke vollständig.
Im Westen folgen Aghorānandanātha mit Gandhā-Parāmbā; Ḍāmarāghorānandanātha mit Rasā-Parāmbā; Lalitānandanātha mit Rūpā-Parāmbā; Svacchānandanātha mit Sparśā-Parāmbā; Bhūteśvarānandanātha mit Śabdā-Parāmbā. Die Göttinnennamen bezeichnen Geruch, Geschmack, Gestalt, Berührung und Klang. Das gemeinsame Bīja ist im Druck als sahavīṃ beziehungsweise sahīṃ nicht abschließend sicher lesbar.
In der Nordwestecke stehen sechs Paare: Ānandānandanātha mit Ḍākinī-Parāmbā; Ālasyānandanātha mit Ratnaḍākinī-Parāmbā; Brahmānandanātha mit Cakraḍākinī-Parāmbā; Yogyānandanātha mit Padmaḍākinī-Parāmbā; Atītānandanātha mit Kubjaḍākinī-Parāmbā; Pādeśvarānandanātha mit Pracaṇḍaḍākinī-Parāmbā.
In der Nordostecke: Yogeśvarānandanātha mit Pracaṇḍā-Parāmbā; Pīṭheśvarānandanātha mit Kaulinī-Parāmbā; Kulakauleśvarānandanātha mit Pāvanī-Parāmbā; Kubjeśvarānandanātha mit Mahāsamayā-Parāmbā.
Im Osten: Śrīkaṇṭhānandanātha mit Kāmā-Parāmbā; Anantānandanātha mit Carcikā-Parāmbā; Śaṅkarānandanātha mit Jvālā-Parāmbā; Piṅgalānandanātha mit Kallārāvā-Parāmbā; Sadākhyānandanātha mit Nāgā-Parāmbā. Für den unsicheren Namen Kallārāvā bietet eine Variante Karālā.
In der Südostecke: Kālagurvānandanātha mit Parā-Parāmbā; Siddhagurvānandanātha mit Śāntyatītā-Parāmbā; Ratnagurvānandanātha mit Śānti-Parāmbā; Śivagurvānandanātha mit Vidyā-Parāmbā; Menākagurvānandanātha mit Pratiṣṭhā-Parāmbā; Samayagurvānandanātha mit Nivṛtti-Parāmbā. Der Name Menāka ist lokal unsicher. Die Bīja-Rahmen und die im Druck teils abgekürzten Verehrungszusätze bleiben in den Sanskritfassungen erhalten.
34.SVD.14: Die Gruppen von fünf an leuchten der Reihe nach gelb, dunkel, schwarz, rötlich, weiß und kristallgleich. Sie zeigen Gabenverleihung und Furchtlosigkeit.
34.SVD.15: Alle nehmen für ihr Wirken Gestalt an und sind zugleich gestaltlos und frei von Beeinträchtigung. Die Gruppen umfassen fünf, fünf, sechs, vier, fünf –
34.SVD.16: – und sechs Strahlen der Taijasa-Folge, der feurigen Ordnung. Nach Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation wird diese Verehrungsfolge vollzogen.
Die sechs Gruppen ergeben die angekündigten 31 Strahlen. Nach erneuter Guru-Abfolge endet Saṃvartakeśvaras Ordnung.
Dvīpeśvaras Meditation
Abschnitt 34.DVD; neue Zählung.
34.DVD.1: Dvīpeśvaras Mantragruppe wird weiß leuchtend im Maṇipūra meditiert. Die daraus hervorgehende Gottheit wird als das eigene Selbst vergegenwärtigt.
34.DVD.2: Er ist dunkel, zehnarmig und mit einer lokal unsicheren Fünf-Eins-Augenbezeichnung beschrieben; seine genaue Augenzahl lässt sich daraus nicht zuverlässig bestimmen. Sein Gesicht ist durch Hauer furchtbar, sein Schmuck entspricht Bhairava.
34.DVD.3: Er steht auf einem großen Leichnamssitz inmitten des Kreises der Mütter: der herrliche Herr aller Tantras, von allen Lebensständen verehrt.
34.DVD.4: Rechts trägt er Dreizack, Schwert, Rad, Elefantenhaken und Gabenverleihung, links Khaṭvāṅga-Stab und Axt –
34.DVD.5: – Keule, Schlinge und Furchtlosigkeit; zusätzlich werden zwei Arme mit Elefantenhaut genannt. Die dadurch entstehende Abweichung von der zuvor angegebenen Armzahl bleibt stehen. Nach Dvīpeśvara wird die vierte Silbe vergegenwärtigt –
34.DVD.6: – und die Göttin von derselben Farbe wie der Gott, auf einem Lager, mit Muschel, Rad, Keule, Lotus, Dreizack, Schlinge, Gabenverleihung und Furchtlosigkeit.
Die Prosa ergänzt ausdrücklich das Verb „tragend“ und beendet damit die Meditation. Es folgt ein Gliedernyāsa mit der angegebenen Bījareihe; im Sechseck am Kopf werden von Nordosten bis Nordwesten sechsundzwanzig Strahlen vorgestellt.
Die Vierergruppe im Nordosten lautet mit laṃ: Sadyānandanātha mit Māyā-Parāmbā; Vāmānandanātha mit Śrī-Parāmbā; Aghorānandanātha mit Padmā-Parāmbā; Tatpuruṣānandanātha mit Ambikā-Parāmbā. Die nächste Gruppe beginnt mit vaṃ: Anantānandanātha mit Nivṛtti-Parāmbā; Anāthānandanātha mit Pratiṣṭhā-Parāmbā. Deren Name und Formel werden auf Seite 811 vervollständigt.
Fortsetzung der Dvīpeśvara-Strahlen: Nach Pratiṣṭhā-Parāmbā folgen im Osten Anāśritānandanātha mit Vidyā-Parāmbā und Acintyānandanātha mit Śānti-Parāmbā; damit ist die Vierergruppe vollständig. Der erste dieser beiden Lehrernamen ist im Druck nicht ganz sicher.
Im Südosten stehen mit raṃ sechs Paare: Śekharānandanātha mit Śāntyatītā-Parāmbā; Tīvrānandanātha mit Gaṅgā-Parāmbā; Maṇivāhānandanātha mit Sarasvatī-Parāmbā; Ambuvāhānandanātha mit Kamalā-Parāmbā; Jālandharānandanātha mit Yamunā-Parāmbā; Tejodhīśānandanātha mit Pārvatī-Parāmbā. Die Lesungen Maṇivāha und Jālandhara sind lokal unsicher.
Im Südwesten folgen mit yaṃ vier Paare: Vidyāvāgīśvarānandanātha mit Citrā-Parāmbā; Caturvidyeśvarānandanātha mit Sukamalā-Parāmbā; Umāgaṅgeśvarānandanātha mit Manmathā-Parāmbā; Kṛṣṇeśvarānandanātha mit Śrī-Parāmbā.
Im Westen stehen mit haṃ fünf: Śrīkaṇṭhānandanātha mit Layā-Parāmbā; Anantānandanātha mit Vasantā-Parāmbā; Śaṅkarānandanātha mit Ratnamekhalā-Parāmbā; Piṅgalānandanātha mit Yaśovatī-Parāmbā; Sadākhyānandanātha mit Kubjikā-Parāmbā.
Im Nordwesten folgen mit saṃ drei: Sarvadeveśānandanātha mit Vāmā-Parāmbā; Paramadivyaughānandanātha mit Jyeṣṭhā-Parāmbā; Pīṭheśvarānandanātha mit Raudrī-Parāmbā. Mit der auf Seite 810 begonnenen Nordostgruppe ergeben sich insgesamt sechsundzwanzig Strahlen.
34.DVD.7: Gelb, dunkel, rot-schwarz, weiß und sonnengleich [werden die Farben angegeben]. Vier, vier, [sechs?], wiederum vier –
34.DVD.8: – fünf und drei: So werden die Wasserstrahlen unterschieden. Nach Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation wird die Wasser-Folge vollzogen.
Textbefund: Die Prosaliste enthält sechs Gruppen mit 4 + 4 + 6 + 4 + 5 + 3 Mitgliedern. Die dritte Zahl in Vers 7 ist undeutlich; der vergrößerte Druck lässt ṣaṭkam, „sechs“, vermuten. Die Lesung bleibt gekennzeichnet. Nach erneuter Guru-Folge endet die Ordnung Dvīpeśvaras.
Die dem Erdelement zugeordnete Folge
Abschnitt 34.PTD; neue Zählung.
Nun beginnt die pārthiva-Folge. Beim Handnyāsa werden die sechs im Sanskrit angegebenen, teilweise unsicher lesbaren Bījas den Daumen, Zeigefingern, Mittelfingern, Ringfingern, kleinen Fingern sowie Handflächen und Handrücken zugeordnet. Mit denselben Bījas folgt der Gliedernyāsa vom Herzen an.
Ein weiterer Handnyāsa führt in umgekehrter Fingerfolge von den kleinen Fingern zu den Daumen und schließlich zu Handflächen und Handrücken. Die Formeln verehren Kamalā; Kubjikā als Erleuchterin des Kula; eine im Druck unsicher bezeichnete Vajra-Gestalt; die nach unten blickende Vielgestaltige; Mahātīrā; und Koṅkaṇā mit dem Lautausdruck kiṇi kiṇi vicce. Die komplexen Bīja-Rahmen sind stellenweise unsicher und werden nicht als gesicherte Rezitationsanweisung ausgegeben. Entsprechend folgen Herz- und Gesichtsnyāsa.
34.PTD.1: Im Mūlādhāra wird die Mantragruppe des Gottes rötlich leuchtend vorgestellt; die daraus hervorgehende Gottheit wird als das eigene Selbst vergegenwärtigt.
Der Gott gleicht Saṃvarteśvara und besitzt eine anmutige Gestalt. Hier zeigt der Druck eine Punktreihe als Textlücke. Der anschließende Hinweis verweist auf die erste Meditation Saṃvarteśvaras; fehlende Verse werden nicht ergänzt. Danach beginnt die Meditation der Śakti.
34.PTD.2: Sie gleicht einer Ansammlung dunklen Augenschmucks, besitzt eine gebeugte Gestalt und einen großen Leib, sechs Gesichter und zwölf Arme. Juwelen und Schlangen schmücken sie.
34.PTD.3: Sie trägt eine Schädelgirlande und ist furchterregend; ihr Gesicht mit Hauern gleicht dem Feuer am Ende der Zeit. Die Göttin hat achtzehn Augen und nach oben gerichtetes Haar.
34.PTD.4: Sie trägt Tigerfell, darüber Löwenfell, und himmlischen Schmuck an den Gliedern. Man meditiert sie mit lautem Lachen.
34.PTD.5: Ihr erstes Gesicht ist gelb, das nördliche mondgleich und das südliche schwarz, wie zuvor gezeigt, o Ambikā.
34.PTD.6: Ihr östliches Gesicht ist rot, das nordöstliche kristallgleich; das nach oben gerichtete Gesicht des großen Bewusstseins strahlt wie tausend Sonnen.
34.PTD.7: Śambhu hat alle ihre Gesichter als durch Hauer furchtbar beschrieben. Rechts trägt sie Dreizack, Rad, Vajra, Elefantenhaken, Pfeil und Schere.
34.PTD.8: Links trägt die Göttin blauen Lotus und einen hundertblättrigen Lotus [der Druck bietet eine unsichere Wortform mit Klammerkorrektur], ferner einen Menschenschädel, Khaṭvāṅga-Stab, Glocke, Buch und Bogen.
Ein unnummerierter Halbvers nennt zusätzlich eine Schädelschale in der linken Hand und einen Löwensitz. Der Schluss dieses Halbverses ist beschädigt; danach zeigt bereits der Druck eine Punktreihe. Die Aufzählung lässt sich nicht zuverlässig mit den zuvor genannten zwölf Armen verrechnen und bleibt unverändert überliefert.
Nach dieser Meditation und dem Gliedernyāsa der erdbezogenen Śāmbhava-Form werden im Sechseck am Kopf von Westen bis Südwesten achtundzwanzig Strahlen vorgestellt. Die langen Bīja-Rahmen sind lokal unsicher; die Namen und Richtungsgruppen lauten:
- Westen, vier große Pīṭhas: Uḍḍyāṇa mit Uḍḍyeśvarānandanātha und Uḍḍyeśvarī-Parāmbā; Jālandhara mit Jāleśvarānandanātha und Jāleśvarī-Parāmbā; Pūrṇagiri mit Pūrṇagirijānandanātha und Pūrṇeśvarī-Parāmbā; Kāmeśvara mit Kāmeśvarānandanātha und Kāmeśvarī-Parāmbā. Die Namensformen Uḍḍyeśvara und Pūrṇagirija sind lokal unsicher.
- Nordwesten, fünf Paare: Śrīkaṇṭhānandanātha mit Gaganā-Parāmbā; Anantānandanātha mit Svargā-Parāmbā; Śaṅkarānandanātha mit Martyā-Parāmbā; Piṅgalānandanātha mit Pātālā-Parāmbā; Sadyojānandanātha mit Nāgā-Parāmbā. Diese Namen verbinden Himmel, himmlische Welt, Menschenwelt und Unterwelt mit den göttlichen Kräften.
- Nordosten, sechs Paare: Ānandānandanātha mit Ḍākinī-Parāmbā; Āvaṭyānandanātha mit Rākiṇī-Parāmbā; Pūjānandanātha mit Lākinī-Parāmbā; Yogānandanātha mit Kākinī-Parāmbā; Atītānandanātha mit Śākinī-Parāmbā; Pādānandanātha mit Hākinī-Parāmbā. Der zweite Lehrername ist unsicher.
- Osten, vier Paare: Ādhāreśānandanātha mit Raktā-Parāmbā; Cakreśānandanātha mit Caṇḍikā-Parāmbā; Kuraṅgeśānandanātha mit Karālā-Parāmbā; Madaghneśānandanātha mit Mahocchuṣmā-Parāmbā. Der letzte Lehrername ist lokal unsicher.
- Südosten, fünf Paare: Anādivimalānandanātha mit Śāvarī-Parāmbā; Sarvajñavimalānandanātha mit Pulindinī-Parāmbā; Yogavimalānandanātha mit Śavarī-Parāmbā; Siddhavimalānandanātha mit Parāmbikā-Parāmbā; Samayavimalānandanātha mit Kulikā-Parāmbā. Die beiden ähnlichen Namen Śāvarī und Śavarī werden nicht vereinheitlicht.
- Südwesten, vier Paare: Mitreśānandanātha mit Kubjikā-Parāmbā; Uḍḍīśānandanātha mit Laghvī-Parāmbā; Ṣaṣṭhīśānandanātha mit Kuleśvarī-Parāmbā; Caryānandanātha mit Kulakauleśvarī-Parāmbā.
Meditation der Erdstrahlen und Verehrung der Attribute
Abschnitt 34.PTR; neue Zählung.
34.PTR.1: Die Gruppen von vier an sind der Reihe nach gelb, dunkel, schwarz-rot, weiß und sonnengleich; alle zeigen Gabenverleihung und Furchtlosigkeit. Die Farbreihe ist im Druck kürzer als die sechs Gruppen.
34.PTR.2: Vier, fünf, sechs, vier, wiederum fünf und vier: So unterscheiden sich der Reihe nach die erdbezogenen Strahlen.
Erneut werden Gott und Göttin dreifach verehrt. Nach Wiederholung der Guru-Folge, Verneigung, Lobpreis und Mantrarezitation vollzieht man die Erd-Folge. Damit endet die Ordnung Navātmeśvaras.
Nun folgt die Verehrung der Waffen und Attribute. Das unnummerierte Zitat lautet: „Anschließend verehre der Mantrakundige die Waffen an den Fingerspitzen.“ Die Formeln gelten Brahmās Schädelschale, Dreizack, Rad, Fahne, Gabenverleihung, Brahmās Fuß, der Blüte des Pāribhadra-Baumes, Rezitationskette, Buch und Furchtlosigkeit. Jeweils wird das zugehörige Bīja verwendet; überall gilt der Abschluss: „Ich verehre und sättige die ehrwürdige Pādukā. Verehrung!“ Vom geistigen Bereich bis zur Erde werden die Strahlen des Gottes vorgestellt; der Satz setzt sich auf Seite 813 fort.
Fortsetzung: Ebenso werden die weiblichen Strahlen vorgestellt. Die männlichen Namen erhalten der Reihe nach den Zusatz Ānandanātha, die weiblichen Parāmbā und die weiteren bereits genannten Bestandteile. Der Verehrende spricht „Ich sättige die ehrwürdige Pādukā; Verehrung!“ beziehungsweise beim Darbringen „Ich verehre“. Der Text beruft sich auf eine von Laliteśvara verfasste Verehrung der sechs Śiva-Überlieferungszweige, die der Nirvāṇa-Guru-Tradition folgt.
Überlieferung, äußere Verehrung und Speisedarbringung
Abschnitt 34.BHP; neue Zählung.
34.BHP.1: Man rezitiert die in der Überlieferungsfolge aus dem Lotusmund Śrīnāthas und der weiteren Lehrer empfangenen Mantras, die dem oberen und den anderen Āmnāyas angehören.
34.BHP.2: All dies geschieht jetzt ohne erneute Pīṭha-Verehrung und dergleichen. Die Folge der Grundvidyā und ihrer Glieder gehört zum überlieferten Gurunātha. [Der syntaktische Anschluss des zweiten Halbverses bleibt knapp und nicht eindeutig.]
34.BHP.3: Nach Abschluss der Gliederverehrung vollzieht man die äußere Verehrung: im Navātma-Maṇḍala, im großen östlichen Verbrennungsplatz –
34.BHP.4: – bedient von vielen Millionen großer Yogis, Yoginīs und Bhairavas; am Tor sind Wächter in den Gestalten von Vidhi, Brahmā und einer dritten, nicht sicher lesbaren Gestalt –
34.BHP.5: – sowie drei nächtliche Wächter. In dem reinen heiligen Feld namens Prayāga, verbunden mit der sechsfachen Jyotiṣmatī –
34.BHP.6: – verehrt man den herrlichen neunfachen Herrn, der das höchste und nicht-höchste große Pīṭha bewohnt, mit Duft, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern.
34.BHP.7: Ebenso [verfährt man] in Mahārtha und anderen Ordnungen sowie in der Śrīvidyā-Folge. All dies ist gemeinsam; Śambhus Form ist hier neunfach.
34.BHP.8: Nachdem der Lehrer Räucherduft und Licht gezeigt hat, stellt er die Speisegabe vor die Gottheit, mit vielen Beilagen und allen sechs Geschmacksrichtungen versehen.
Der anschließende unnummerierte Halbvers fordert Nyāsa und Meditation der Annapūrṇeśvarī. Danach steht bereits im Druck eine durch Punkte markierte Lücke.
Die Formeln verehren mit hrīṃ Bhuvanā, mit śrīṃ Kamalā, mit klīṃ Subhagā und mit oṃ Paravidyā. Sie werden am Mūlādhāra, am Herzen, zwischen den Augenbrauen und am Brahmarandhra angeordnet.
Abschnitt 34.NAP; neue Zählung der Speiseverehrung.
34.NAP.1: Von Brahmarandhra an vollziehe man den Nyāsa der Brāhmī und der weiteren Göttinnen am eigenen Körper. In der Speisegabe stelle man sich einen achtblättrigen Lotus mit Samengehäuse vor.
34.NAP.2: In ihm steht ein Dreieck, in dessen Mitte die höchste Göttin meditiert wird. Bhuvanā und die anderen stehen an den Ecken und rechts beziehungsweise links –
34.NAP.3: – Brāhmī und die weiteren Göttinnen auf den acht Blättern. Alles wird wie beim Nyāsa verehrt; die Speise wird Gott und Göttin samt ihrem Gefolge dargebracht.
Ein unnummerierter Halbvers ordnet die Verehrung der eigenen Speisegabe für die Glücksgöttin an. Wieder folgt im Druck eine Punktlücke.
Für die Bali-Gabe wird ein Maṇḍala aus Kreis und Viereck verehrt: „Verehrung dem allumfassenden Maṇḍala.“ Die folgende Formel richtet die Gabe an alle Hindernisstifter und alle Wesen; sie enthält oṃ hrīṃ … hūṃ phaṭ svāhā. Danach folgen Mundspülung und königliche Ehrendienste. Ein unnummeriertes Zitat besagt: „Durch die drei Tattvas gereinigt, nehme man [die Gabe] nach der Vorschrift an.“
Drei Formeln reinigen nacheinander das Ātma-Tattva, das Vidyā-Tattva und die Gesamtheit aller Tattvas im Śiva-Tattva. Die zweite ruft die sehr furchtbare, schreckliche Gestalt an und enthält die Befehlswörter „speie, trinke“. Mehrere komplexe Bījas und Lautfolgen sind nicht sicher entzifferbar; die deutschen Bedeutungsangaben ersetzen keine vollständige Mantralesung. Die Schlussformel lautet jeweils „Ich reinige … svāhā“.
Abschnitt 34.STP; neue Zählung.
34.STP.1: Durch die drei Tattvas gereinigt, bringt man wiederum drei volle Gefäße dem Guru, Bhairava und der Śakti dar; danach selbst –
Ein unnummerierter Halbvers ergänzt, dass die Angehörigen der eigenen Gemeinschaft und die eingeladenen anderen nach der Vorschrift geehrt werden. Der weitere Satz fehlt bereits im Druck, kenntlich durch eine Punktreihe. Damit endet die grobstoffliche Verehrung.
Verehrung der Rücknahme
Abschnitt 34.SHP; neue Zählung.
34.SHP.1: Für die Verehrung der Rücknahme verehrt man Śrīnātha dreimal; nach Empfang seiner Erlaubnis [verehrt man] wie zuvor mit dem Gefolge.
34.SHP.2: Man durchläuft die Folgen bis zum geistigen Bereich und empfängt die Frucht der jeweiligen Folge. In den sechs Lotuszentren von Ājñā bis Ādhāra vollzieht man die Verehrung der Vierer- und weiteren Gruppen.
34.SHP.3: Nachdem sie an ihren jeweiligen Orten verehrt wurden, verehrt man sie anschließend in umgekehrter Richtung nach der Unterweisung des ehrwürdigen Gurus.
34.SHP.4: Paraśambhu befindet sich an der Wurzel des Haarschopfs, Śāmbhavī in der Mitte der Yoni. Parā wird am Ṣoḍaśānta verehrt; Bhā an der Wurzel des Haarschopfs. Die räumlichen Fachausdrücke werden in der überlieferten Form bewahrt.
34.SHP.5: Cit befindet sich im Bereich des Geistestempels, Mahā am Nabelboden. Icchā steht im Kanda, Sṛṣṭi am Geschlecht und Sthiti im Fettgewebe. [Die Lesung der beiden letzten Ortsangaben ist nicht abschließend sicher.]
34.SHP.6: Tirodhā steht an der Nasenspitze; Mukti wird am „Dreizackpfad“ aufgesucht. Jñānā ist am oberen Rücken zu verehren, Satī in der Yoni-Höhlung.
34.SHP.7: Asatī steht an der Wurzel des Zäpfchens, Sadasatī im Bereich der Nase; eine Variante nennt die Zunge. Kriyā steht an der Wurzel des Liṅga, Ātmavatī im Hodenbereich.
34.SHP.8: Viṣayecchā steht unterhalb des Liṅga, Gocarī in der Hautschicht, Lokā zwischen den Augen und Vedā in der Mitte des Bauches.
34.SHP.9: Kuṇḍalī steht an der Nabelwurzel; die anschließende Zuordnung ist bereits im Druck mit einem Fragezeichen versehen und nicht zuverlässig übersetzbar. Die weitere Angabe verbindet den Ort von Lebenshauch und Prāṇa-Faden mit der Mitte des Herzraums; auch ihr Wortlaut ist beschädigt.
34.SHP.10: Mātṛkā steht an der Spitze des Samengehäuses, Anāmikā auf der Zunge, Varṇāvatī an der Zungenspitze und Svaravarṇā am Gaumen.
34.SHP.11: Vargajā wird an den Lippen verehrt, Saṃyogā an Zähnen und Gaumen; oberhalb der Kehle wird die stets zu verehrende Mantravatī genannt.
Ein unnummerierter Halbvers beginnt die Beschreibung eines viereckigen Maṇḍalas auf der linken Seite. Der folgende Text fehlt im Druck. Die Prosa fährt mit der Vorstellung eines vierblättrigen Lotus fort.
34.SHP.12: In seiner Mitte stelle man sich die dunkelgestaltige Göttin Lalitā vor, die in rechter und linker Hand Lotus und blauen Lotus trägt.
Der unnummerierte Anschluss nennt auch Kulacaṇḍa und dessen Verehrung mit dieser Meditation; darauf folgt eine Drucklücke. Die Formel śrīṃ kulacaṇḍāya śrīṃ begleitet die Caṇḍa-Bali-Gabe.
Abschnitt 34.TAR; neue Zählung.
34.TAR.1: Mit den beiden Grundvidyās vollziehe man jeweils neunundvierzig Sättigungen. Der Pādukā des ehrwürdigen Gurus gedenkend, sättige man sie siebenmal.
34.TAR.2: Dann hebt man das Gefäß mit beiden Händen bis zum Kopf empor und bringt es dar in der Erkenntnis der Einheit von „Ichheit“ und „Diesheit“.
Der unnummerierte Anschluss führt die in ihrem jeweiligen Umkreis stehende [Gottheit] zur Auflösung im Brahmarandhra; danach folgt eine Drucklücke. Die anschließende Prosa nennt den Auflösungsort mit einer langen Sammelbezeichnung der Guru-Pādukās: Lehrer verschiedener Gotras und Gemeinschaften, Träger der Befugnis zur ehrwürdigen Lebensführung und zum Sitz im Śrīpada; die einen, zwei, neun, zwölf, sechzehn, fünfzig und vierundachtzig Siddhas sowie die Guru-Herren der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Einzelne Verbindungen dieses zusammengesetzten Ausdrucks bleiben unklar.
Ein weiterer unnummerierter, danach abgebrochener Halbvers spricht von den Śambhu-Kräften der Erdgöttin in den Vyāhṛtis. Die Formel lautet sinngemäß: „Verehrung dem Herrn, der in meinem Geist wohnt und dem betreffenden Wirken zugewandt ist; svāhā.“
Abschnitt 34.SCA; neue Zählung des abschließenden Śāmbhava-Textes.
34.SCA.1: Mit dem vedischen Wortlaut, der „caraṇaṃ pavitram“ – „der heilige Fuß“ – beginnt, und mit dem Āgama meditiert man Śambhus Fuß, dessen Wesen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist.
34.SCA.2: Er ist unmittelbar das höchste Reine, das Uralte, der höchste Nektar. Durch ihn gereinigt, überschreiten große Seelen im Augenblick den Ozean des Daseins –
34.SCA.3: – und erfahren die höchste, Paraśambhu eigene Glückseligkeit. Man lässt den Geist darin aufgehen und erinnert sich: „Ich bin von seinem Wesen.“
34.SCA.4: Dies ist das tiefste Geheimnis sowohl der vedischen als auch der Śāmbhava-Überlieferung. Wer es aus dem Mund des Gurus erkannt hat, wird nicht wieder auf Erden geboren.
34.SCA.5: Mit der Kamaṭī-Mudrā übe man erneut Yoga. Wer sich auf diese Weise freut, erfährt das Aufgehen von Lebenshauch und Erkenntnisvermögen. [Die genaue Gestenbezeichnung bleibt in der Druckform bewahrt.]
Damit endet die Verehrungsfolge der Śāmbhava-Strahlen der sechs Überlieferungszweige.
Abschnitt 34.NDG; neue Zählung. Śrī Īśvara spricht:
34.NDG.1: Nun werde ich die Ordnung der neun Durgās erläutern, o Herrin der Götter. Durch ihre Kenntnis kann ein Übender die sechs rituellen Wirkungen vollbringen.
34.NDG.2: Befriedung, Gedeihen, Unterwerfung, Töten und Vertreibung sowie Heranziehung: Manche ordnen die sechs Wirkungen so an. Dies benennt die historische Einteilung des Textes.
34.NDG.3: Wer das vortreffliche Devīmāhātmya aus dem Mārkaṇḍeya-Purāṇa rezitiert und es mit dem Grundmantra umschließt, soll das Gewünschte erlangen.
Die Prosa erläutert, dass hier der zuvor in der Durgā-Abhandlung genannte Navārṇa-Mantra mit der Śrīvidyā verbunden wird. Die ausgeschriebene Formel beginnt mit aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ cāmuṇḍāyai … und setzt sich auf Seite 815 fort.
Die auf Seite 814 begonnene Formel lautet zusammen: aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e ī la hrīṃ cāmuṇḍāyai ha sa ka ha la hrīṃ vicce sa ka la hrīṃ. Die Prosa erklärt: Der mit Śrīvidyā verbundene Navārṇa-Mantra wird als Umrahmung vor und nach das Devīmāhātmya gesetzt, das so zu rezitieren ist.
34.NDG.4: Zu Beginn hundertmal und am Ende hundertmal rezitiere man den neunsilbigen Mantra. Dies gilt als die Umrahmung bei der Rezitation der Caṇḍī-Saptaśatī.
34.NDG.5: Für einen bestimmten Wunsch rezitiert man mit Umrahmung, ohne Wunsch ohne Umrahmung. Man beginnt am dritten Tag der hellen Monatshälfte des Āśvina.
34.NDG.6: Von Sonnenaufgang bis Mitternacht verehre man der Reihe nach. Nachdem der Grundmantra auf diese Weise rezitiert wurde, lese man die Saptaśatī.
Die Prosa präzisiert: Gemeint ist der mit der Vidyā verbundene Grundmantra und ebenso die Lesung des mit dem Vidyā-Navārṇa-Mantra umrahmten Devīmāhātmya. Die Umrahmung folgt der zuvor genannten Regel „zu Beginn hundertmal und am Ende hundertmal“.
34.NDG.7: Bis zum achten Tag rezitiere man nachts, fastend und mit beherrschten Sinnen. Täglich verehre man die Göttin und führe dann das Feueropfer aus.
Die Prosa erläutert die historische Zählvorschrift: In diesen sechs Tagen soll die Rezitation so verteilt werden, dass hunderttausend Wiederholungen erreicht werden. Die lange Fasten- und Wachvorschrift wird hier als Quelleninhalt übersetzt.
34.NDG.8: Mit Hingabe opfere man ein Zehntel [der Rezitationszahl] mit Milchreis, Ghee und Sesam. Danach speise man Brahmanen und Mädchen.
34.NDG.9: Der Mantrakundige erlangt nach der Verheißung das Gewünschte; daran soll kein Zweifel bestehen. Als erste Erzählung wird die Vernichtung von Madhu und Kaiṭabha bezeichnet.
34.NDG.10: Die zweite Erzählung ist die Tötung Mahiṣāsuras, die dritte die Überwindung Śumbhas und Niśumbhas.
34.NDG.11: Für die erste Erzählung ist Brahmā als Seher angegeben, Gāyatrī als Versmaß und Mahākālī als Gottheit.
34.NDG.12: Vāgbhava ist ihr Bīja, Feuer ihr Tattva, o Maheśvarī. Die Anwendung dient dem Dharma; man vollzieht das für das Vāgbīja Angegebene.
Die Prosa ergänzt: Gemeint sind der sechsfache Gliedernyāsa und die Meditation.
34.NDG.13: Für die zweite Erzählung gilt Viṣṇu als Seher, Uṣṇih als Versmaß und Mahālakṣmī als Gottheit.
34.NDG.14: Hṛllekhā ist ihr Bīja, Luft ihr Tattva, o Maheśvarī. Ihre Anwendung dient dem Erlangen von Artha; man vollzieht das für Hṛllekhā Angegebene.
34.NDG.15: Für die letzte Erzählung ist Rudra als Seher genannt, Triṣṭubh als Versmaß und Mahāsarasvatī als Gottheit.
34.NDG.16: Kāmarāja ist ihr Bīja, die Sonne ihr Tattva. Ihre Anwendung dient dem Erlangen von Kāma; man vollzieht das für Kāmarāja Angegebene.
34.NDG.17: Nachdem man so des Sehers und der weiteren Zuordnungen gedacht und wie zuvor gesammelt meditiert hat, rezitiere man die Caṇḍī nach der Meditation mit deutlich ausgesprochenen Wörtern und Lauten.
34.NDG.18: Wer so handelt, o Göttin, soll nach der Verheißung nirgends Leid erfahren. Mit Reichtum, Getreide und Ansehen beglückt, mit Kindern und Enkeln –
34.NDG.19: – verbunden, lebt er wissensreich sehr lange, hundert Jahre. Die erste Erzählung, o Göttin, besitzt zweifellos die Gestalt der Schöpfung.
34.NDG.20: Die zweite besitzt die Gestalt der Erhaltung, die dritte die der Auflösung. Nach der zuvor genannten Vorschrift verfährt der verständige Übende, o Gute.
Die Prosa bezieht die drei auf Schöpfung, Erhaltung und Rücknahme gerichteten Endpunkte auf die früher erläuterten unterschiedlichen Lebensstände und deren jeweilige Früchte.
34.NDG.21: Das schwer zu Erreichende soll rasch gelingen. Auch wenn ein Vorhaben [sonst] nicht zustande kommt, wird ihm hier Erfolg durch die bloße Rezitation zugesprochen; daran soll kein Zweifel bestehen.
34.NDG.22: Im Tempel der Göttin oder im Haus Śivas rezitiere und verehre man, o Göttin. Man stelle eine Ghee-Lampe auf und rezitiere zehnmal –
34.NDG.23: – räuchere mit Guggulu, die Göttin stets im Geist betrachtend, und sei bei der täglichen zehnfachen Wiederholung rein und gesammelt.
34.NDG.24: Im Rahmen des Puraścaraṇa schläft man am Boden und isst Opferspeise. Zunächst rezitiert man hundert Durchgänge zur Vollendung dieser Vorbereitung.
34.NDG.25: Ein Zehntel davon opfert der Übende mit dem Grundmantra. [Als alternative Opferformel beginnt:] „Verehrung der Göttin, der großen Göttin; stets Verehrung der segensreichen Śivā –
34.NDG.26: – Verehrung der Urnatur, der Glückbringenden. Gesammelt verneigen wir uns vor ihr.“ Auch mit dieser Formel und den zuvor genannten Gaben kann das Feueropfer dargebracht werden.
Manche nennen als alternative Opferformel den Vers, der „jayantī maṅgalā kālī“ beginnt. Die Prosa beziffert das als ein Zehntel bestimmte Feueropfer im Śatacaṇḍī-Ritus mit zehntausend Darbringungen, sei es mit dem Grundmantra oder mit dem Versmantra. Wo vorgeschrieben wird, zu jedem Vers Milchreis mit Sesam und Ghee darzubringen, ist zusätzlich die zuvor beschriebene Umrahmung durch je hundert Grundmantras am Anfang und Ende zu beachten. Danach vollendet man das Puraścaraṇa mit Tarpana und Speisung der Brahmanen in den entsprechenden Zehntelverhältnissen; erst anschließend folgen auf besondere Wünsche gerichtete Anwendungen.
34.NDG.27: Bei Rezitation in gewöhnlicher Reihenfolge wird eine heilsame Wirkung zugesprochen, bei umgekehrter Reihenfolge, o Göttin, eine grausame Wirkung.
34.NDG.28: Der Übende rezitiert täglich die erste Erzählung, die zweite oder die dritte, oder er liest den vollständigen Text.
34.NDG.29: Ihm wird zweifellos Erfolg verheißen, o Schönangesichtige. Die Rückwärtsfolge kann die Laute, Wörter, Versviertel und Halbverse betreffen –
34.NDG.30: – ebenso die Verse und Kapitel. Töten, Vertreiben, Feindschaft, Erstarren und Verwirren –
34.NDG.31: – sowie Unterwerfung und weitere Wirkungen werden diesen Verfahren der Reihe nach zugeschrieben. Die Unterschiede wie grathana sind nach der zuvor erläuterten Vorschrift auszuführen.
Ein unnummerierter Halbvers erläutert: Wie beim Mantra die Verflechtung und verwandte Verfahren, so gelten beim Śumbha-Lobpreis die Verse. Die Prosa erklärt „Śumbha-Lobpreis“ hier als Devīmāhātmya. Bei grathana werden die Buchstaben des Namens der Zielperson zwischen die Mantras, hier zwischen die Verse, eingefügt; bei vidarbha jeweils zwischen zwei Verse.
Beim saṃpuṭa wird das Devīmāhātmya zuerst vorwärts rezitiert, dann eine Namensformel mit „lähme, lähme“ gesprochen, danach der Text in umgekehrter Lautfolge. Dies zählt als ein Durchgang. Beim rodhana wird die erste Hälfte vorwärts gelesen, eine Formel zur Erzeugung von Feindschaft zwischen zwei genannten Personen eingefügt und die zweite Hälfte in umgekehrter Halbversfolge gelesen.
Die zitierte Regel „Verbindung am Anfang, Pallava am Ende und Saṃpuṭa …“ wird so erklärt: Die Tradition setzt die Verbindung am Anfang für Vertreibung, den Schlusszusatz für Tötungszauber ein. Als Beispiele werden Namensformeln mit „vertreibe, vertreibe, phaṭ“ vor rückwärts gelesenen Versvierteln beziehungsweise „töte, töte, hūṃ phaṭ“ nach rückwärts gelesenen Lauten genannt. Grathana und vidarbha werden der Unterwerfung zugeordnet. Dies sind Aussagen über symbolische historische Schadensrituale; die Übersetzung behauptet keine reale Wirksamkeit.
34.NDG.32: Für die schädigende Anwendung wird die Folge Rücknahme–Schöpfung–Erhaltung als „Entsiegelung“ bezeichnet. Ihre Umkehrung gilt als Entsiegelung für Erstarrung.
34.NDG.33: Erhaltung–Rücknahme–Schöpfung heißt die Entsiegelung für Vertreibung; Schöpfung–Rücknahme–Erhaltung diejenige für Feindschaft.
34.NDG.34: Die Folge der Entsiegelung ist dir nun zuverlässig erklärt, o Göttin. Ihrer Kenntnis wird der Sieg über die drei Welten zugeschrieben.
34.NDG.35: Ohne Entsiegelung, Geliebte, kommt kein Bestand zustande. Nachdem zunächst die Entsiegelung rezitiert ist, rezitiere man sogleich die drei Teile in ihrer Folge.
Die Prosa erklärt die drei Teile als die drei Erzählungen und verweist auf ihre zuvor genannte Ausrichtung auf Schöpfung, Erhaltung und Rücknahme. Zuerst wird die entsprechende Entsiegelungsfolge ohne Namenszusätze rezitiert, danach die besondere Anwendung. Will man bei einer Saṃpuṭa-Anwendung im weiteren Verlauf Gnade erweisen, werden die dafür passenden Namenszusätze verwendet und die Entsiegelung bis zur Wiederherstellung des Wohlergehens rezitiert. Einige lehnen Namenszusätze zu Beginn der Entsiegelung ab. Der Text überlässt diese Verschiedenheit der Unterweisung des jeweiligen Gurus.
34.NDG.36: Ich werde die Zielpersonen solcher schädigenden Rituale nennen; höre, Pārvatī: Diebe, Feinde, Gewalttäter, Verleumder und Betrüger, die den Wesen schaden –
34.NDG.37: – werden als ihre Ziele bezeichnet. Höre die Tage für den Beginn: am fünften, achten oder vierzehnten Tag soll der hervorragende Übende das Ritual vollziehen. Das Zahlwort bhūta wird hier im üblichen Sinn der fünf Elemente als fünf verstanden.
34.NDG.38: Zehnmal, fünfmal, siebenmal oder dreimal wird im Tempel der Göttin rezitiert; dem wird sofortige Vernichtung zugeschrieben.
34.NDG.39: Ohne Nyāsa, ohne Meditation und ohne Reinigung der Elemente wird dem Mantrakundigen hier Erfolg durch bloße Rezitation zugesprochen. „Daran besteht kein Zweifel“, schließt die Quelle.
Ein unnummerierter Halbvers schließt die vorausgehende Anweisung: Gesammelt soll man die Verehrung mit Sindūra und weiteren Gaben vollziehen, o Göttin. Danach steht eine Punktlücke.
Die Früchte der Caṇḍī-Rezitation nach dem Vārāhī-Tantra
Abschnitt 34.VCF; neue Zählung. Die folgenden Wirkungsangaben sind religiöse Verheißungen der Quelle.
34.VCF.1: Höre von mir die Frucht der Caṇḍī-Rezitation, o Göttin. Ich erläutere dir genau die Lesungen von einem Durchgang an.
34.VCF.2: Nachdem man einen Vorsatz gefasst, verehrt und die Mantras einmal auf die Körperglieder gelegt hat, erlangt der Mensch durch Rezitation und Bali-Gabe Vollendung.
34.VCF.3: Zur Beruhigung von Bedrängnissen lese man drei Durchgänge, zur Befriedung der Grahas fünf, o Schönangesichtige.
34.VCF.4: Bei großer Gefahr spreche man sieben Durchgänge. Neun Durchgänge bringen Frieden und die Frucht eines Vājapeya-Opfers.
34.VCF.5: Um einen König geneigt zu machen und für Wohlergehen werden elf Durchgänge genannt; zwölf bewirken Gelingen des Vorhabens und den Niedergang des Feindes.
34.VCF.6: Vierzehn Durchgänge sollen Feinde sowie eine Frau unterwerfen. Fünfzehn bringen dem Menschen Glück und Wohlstand. Die Unterwerfungsabsicht ist eine Aussage des historischen Textes.
34.VCF.7: Sechzehn Durchgängen wird der Zuwachs an Kindern, Enkeln, Geld und Getreide zugeschrieben. Zur Beseitigung der Furcht vor Königen und zur Vertreibung eines Feindes –
34.VCF.8: – soll man siebzehn beziehungsweise achtzehn Durchgänge vollziehen, Geliebte. Gegen eine große Wunde werden zwanzig Durchgänge genannt.
34.VCF.9: Fünfundzwanzig Durchgänge sollen von Fesseln befreien. Bei Not und schwer behandelbarer Krankheit –
34.VCF.10: – bei Untergang der Gemeinschaft, Zerstörung der Familie und drohendem Lebensende, bei wachsender Feindes- oder Krankheitsmacht sowie Vermögensverlust und Verfall –
34.VCF.11: – ebenso bei dreifachem Unheil und schwerstem Fehlverhalten, soll man gesammelt hundert Durchgänge vollziehen; dadurch wird Glück verheißen.
34.VCF.12: Hundert Durchgänge sollen Wohlstand und Herrschaft mehren. Durch hundertacht, o Göttin, soll sich erfüllen, was im Geist bedacht wird.
34.VCF.13: Man erlangt die Frucht von hundert Aśvamedha-Opfern, o Treugesinnte. Nach tausend Durchgängen wählt Lakṣmī selbst den Menschen [als ihren Begünstigten].
34.VCF.14: Nachdem er erfreuliche Wünsche genossen hat, soll der Mensch Befreiung erlangen. Wie das Aśvamedha der König der Opfer und Hari unter den Göttern –
34.VCF.15: – so steht der Saptaśatī-Lobpreis unter allen Lobgesängen. [Der Druck setzt anschließend in Klammern:] „Kein Lobpreis ist höher als dieser, o Schönangesichtige –
34.VCF.16: – er verleiht Genuss und Befreiung, ist heilig und reinigt selbst das Reinigende.“ [Ende der Klammer.] Oder wozu viele Worte, o Schönangesichtige?
Ein unnummerierter Halbvers erklärt abschließend: Durch hundert Lesungen der Caṇḍī werden alle Vollendungen erlangt. Es folgt eine Punktlücke im Druck.
Die Prosa beschreibt die Durchführung: In einem Tempel der Göttin oder Śivas nimmt man auf dem eigenen Sitz nach Osten oder Norden Platz, vollzieht die rituelle Mundspülung und Atemlenkung mit dem mit Śrīvidyā verbundenen Navārṇa-Mantra. Es folgen wie zuvor Seher- und weitere Zuordnungen, Hand- und sechsgliedriger Nyāsa sowie Meditation.
Der Vorsatz nennt den jeweiligen Monat, die Monatshälfte, den Mondtag, Gotra und Namen des Verehrenden. Zum Wohlgefallen von Mahākālī, Mahālakṣmī und Mahāsarasvatī und zur Erfüllung des bezeichneten Wunsches wird für einen festgelegten Zeitraum die regelmäßige Lesung mit täglich zwölf, neun oder drei Durchgängen erklärt. Die Gesamtzahl ist im Druck als śatasahasrāvṛtti zusammengesetzt; sie bleibt als solche vermerkt, da die genaue Abgrenzung von „hundert“ und „tausend“ nicht sicher ist. Gelesen wird das Devīmāhātmya im Mārkaṇḍeya-Purāṇa vom Anfang „sāvarṇiḥ sūryatanayaḥ“ bis zum Schluss „sāvarṇir bhavitā manuḥ“, mit Navārṇa-Umrahmung.
Nach der Buchverehrung liest man aus dem Buch; die Formulierung über das Halten beziehungsweise Ablegen des Buches ist beschädigt. Nach Atemlenkung, Nyāsa und Meditation wird der Navārṇa-Mantra hier jeweils hundertachtmal am Anfang und Ende rezitiert – abweichend von der zuvor genannten Hundertzahl. Man bleibt gesammelt und schweigsam, führt zwischendurch keine anderen Gespräche und spricht Laute und Wörter deutlich und ohne Stocken. Täglich wird die festgesetzte Zahl eingehalten. Damit endet die Vorschrift zur Saptaśatī-Rezitation.
Die Prosa ergänzt, dass die jeweiligen Anwendungen auch bei Vorwärtslesung mit den unterschiedlichen Einfügungsverfahren wie grathana gelingen sollen; alternativ werden die bereits genannten Umkehrungen nach Lauten, Wörtern und weiteren Einheiten verwendet. Der Satz setzt sich auf Seite 818 fort.
Fortsetzung der abschließenden Prosa: Die Rückwärtslesung nach Wörtern, Versvierteln, Halbversen, ganzen Versen oder Kapiteln soll die jeweilige Anwendung sowohl mit den Einfügungsverfahren wie grathana als auch ohne sie ermöglichen. Für die Vorwärtslesung erklärt der Text dagegen die Einfügungsverfahren für notwendig. Dies sei aus Guru-Unterweisung und Schrift genau zu erkennen, bevor man solche Anwendungen vollzieht.
Die getrennte Lesung der ersten, zweiten und dritten Erzählung wird der Reihe nach auf Dharma, Artha und Kāma bezogen. Die Lesung aller drei wird mit allen vier Lebenszielen verbunden. Wer allein Befreiung wünscht, liest ohne Umrahmung. Als Beleg wird das Vārāhī-Tantra zitiert: „Der Haushälter vollziehe [die Lesung] mit Umrahmung, für Befreiung ohne Umrahmung.“ Daraus folgert die vorliegende Erläuterung, ein Haushälter solle nicht ohne Umrahmung lesen. Diese traditionelle Zuordnung wird als Quellenposition bewahrt.
Abschließend wird der vollständige Umfang der Lesung nochmals bestimmt: von „sāvarṇiḥ sūryatanayaḥ“ bis „sāvarṇir bhavitā manuḥ“.
Kolophon des vierunddreißigsten Śvāsa
Damit endet der vierunddreißigste Śvāsa des Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst von dem Asketen Śrī Vidyāraṇya, dem Schüler Śrī Pragalbhācāryas, in der im Kolophon genannten Lehrerfolge Śrī Govindācārya, Śrī Bhagavacchaṅkarācārya und Śrī Viṣṇuśarmācārya. Die Ehrenbezeichnungen preisen die ehrwürdigen Lehrer als große Gelehrte und verehrungswürdige Meister. Die Angabe wird als Zuschreibung des Werkes wiedergegeben.
35. Śvāsa
Der fünfunddreißigste Śvāsa beginnt im unteren Teil von Druckseite 818. Zunächst wird der Śrītantrarāja, Kapitel 27, mit Erläuterungen zitiert. Abschnitt 35.TRP; die Zählung beginnt neu mit 1.
Zeit, Atem und die sechzehn Nityās
35.TRP.1: Nun wird die Beziehung der sechzehn Nityās zur Zeit anhand des Lebenshauchs erklärt: zusammen mit der Mātṛkā, den Elementen, den Nāthas und den weiteren Zuordnungen, mit dem Śrīcakra und seinen Kräften.
Die Prosa erklärt „Zeit“ als Tag und Nacht, „anhand des Lebenshauchs“ als die Gestalt des Atems. Mātṛkā bezeichnet hier die Lautreihe, die Elemente sind die fünf Elemente, die Nāthas die neun Nāthas. „Und die weiteren“ schließt die neun Grahas, Tierkreiszeichen und andere Zuordnungen ein. Die Kräfte sind die Gottheiten der Umkreise des Śrīcakra.
35.TRP.2: Weil die kleinen Zeiteinheiten wie Lava schwer wahrzunehmen sind, wurde diese Darstellung gewählt. Man beginnt daher mit einem Atemzug und geht nach der jeweiligen Zahl der Reihe nach vor –
35.TRP.3: – erkennt darin den Umfang von Tag und Nacht und erschließt dadurch das Weitere: innere und äußere Besonderheiten, die den jeweiligen Vollendungen dienen.
Die Prosa erläutert: Zeit liegt jenseits unmittelbarer Sinneswahrnehmung; insbesondere kleinste Einheiten lassen sich schwer erfassen und auch durch Schlussfolgerung nicht sicher bestimmen. Deshalb wird die Atemfolge als Zugang beschrieben. Hat man die nachfolgend erklärte Zuordnung von Atem und Tageslauf verstanden, soll man daraus die inneren und äußeren Besonderheiten erschließen.
35.TRP.4: Der aus dem Mūlādhāra hervorgehende Hauch erhält die Namen Prāṇa und die weiteren. Er ist fünffach, unterschieden nach Element und Entstehungsort.
Die Prosa ergänzt: Derselbe Hauch erhält die Namen Prāṇa, Apāna, Vyāna, Udāna und Samāna. Nun werden die Orte seines Hervortretens erläutert.
35.TRP.5: An den Nasenöffnungen bewegen sich die Hauche seitlich, oben, in der Mitte, unten und ringsum; sie haben der Reihe nach die Natur von Luft, Feuer, Erde, Wasser und Raum.
Der Kommentar erklärt dies anhand der Berührung in den Nasenöffnungen: Seitliche Berührung bedeutet das Hervortreten des Luftelements, Berührung oben das Feuerelement, Berührung der mittleren Scheidewand Erde, Berührung unten Wasser und Berührung rings um die Öffnungen Raum. Diese Zuordnungen gehören zum traditionellen Deutungsmodell des Textes.
35.TRP.6: Jupiter und Ketu, Venus und Mars, Merkur und Sonne, Mond und Saturn werden der Reihe nach den vier Elementen zugeordnet; Raum umfasst sie alle.
35.TRP.7: Bei beiderseitigem [Fluss] ist Rāhu gegeben. Mond und Sonne entsprechen der Reihe nach der linken und rechten Nasenöffnung, ebenso dem Eintreten und Austreten [des Hauchs].
35.TRP.8: Das Lebendige heißt Mond, das Leere Sonne; ebenso sind der weibliche und männliche Anteil zugeordnet. Erde und Wasser gehören zum Mond, die übrigen drei Elemente zur Sonne.
35.TRP.9: Unter den Grahas sind Venus, Mond, Jupiter und Merkur mondartig, die übrigen sonnenartig. Ebenso ist die Mātṛkā nach Vokalen und Konsonanten zu unterscheiden.
35.TRP.10: Unten und hinten ist der Mond, oben und vorn die Sonne. Auch am Körper wird der Bereich oberhalb der Hüfte dem Mond, der darunter der Sonne zugeordnet.
35.TRP.11: Die Aussage „Es ist“ gehört zum Mond, die Aussage „Es ist nicht“ zur Sonne. Ebenso die helle und dunkle Monatshälfte: So sind weitere zehn Mond-Zuordnungen genannt.
35.TRP.12: Diese zehn inneren und äußeren Entsprechungen habe ich dir erklärt, Ruhmreiche. Mond und Sonne sind damit in elf Formen ausführlich genannt.
Die Prosa bezeichnet den Sinn dieser Verse als unmittelbar verständlich und fährt fort.
35.TRP.13: Die mondartigen Formen gelten als erfreulich, die sonnenartigen als leidbringend. Rāhu und das Leere werden überall mit rascher Vernichtung verbunden.
35.TRP.14: Die sonnenartigen Formen gelten als günstig für Kampf, Essen und geschlechtliche Vereinigung. Ansammlung und alles Übrige sollen unter dem Mond mühelos gelingen.
35.TRP.15: Unter den lebendigen Formen soll eine ausgesprochene Aussage wahr werden und auch eine Zukunftsschau eintreffen. „So wird es geschehen“ sei bestimmt zu sagen; andernfalls sei das Gegenteil anzugeben.
35.TRP.16: Bei einer Schwangerschaftsfrage wird unter dem unbestimmten Mond ein Mädchen, im anderen Fall ein Junge vorhergesagt; beim Leeren ein Verlust der Schwangerschaft. Der Text fordert, dies bestimmt auszusprechen. Diese überlieferten Vorhersagen sind keine verlässliche Feststellung über eine Schwangerschaft.
35.TRP.17: Beim Leeren, beim Raum und bei Rāhu werden sowohl günstige als auch ungünstige Dinge [betrachtet]; alle günstigen Dinge vergehen dort, o höchste Herrin. Die Aussage bleibt in ihrer nicht ganz eindeutigen Form erhalten.
35.TRP.18: Fließt der Atem links, gilt dies für Lehrer und Schüler [als passende Seite]: Man stellt den Schüler an diese Seite und spricht den Mantra in sein dortiges Ohr.
35.TRP.19: Oder man weist den Mantra am Ort des lebendigen [Atems] in das betreffende Ohr ein. Das Gegenteil, beim Leeren und bei Rāhu, wird als verderblich für Guru und Schüler bezeichnet.
35.TRP.20: Dreihundertsechzig Atemzüge gelten als eine Nāḍikā. Sechzig solcher Einheiten bilden einen vollständigen Tag; dieser Tageslauf wiederholt sich.
35.TRP.21: Ein Tag umfasst demnach einundzwanzigtausendsechshundert Atemzüge. Höre nun ihre Beschaffenheit, Schöne.
35.TRP.22: Vom Sonnenaufgang am Morgen an werden der Reihe nach Luft, Feuer, Erde, Wasser und Raum jeweils mit zweihundertsiebzig [Atemzügen] verbunden; nach neunzig weiteren erfolgt der Übergang zur anderen Seite.
35.TRP.23: Auch dort geschieht es so, dann wieder auf der anderen Seite. Auf diese Weise vergehen der Reihe nach fünfzehn [solche Einheiten] als ein Tag, beginnend jeweils mit dem ersten Tag nach Neumond.
35.TRP.24: So ist die Atemfolge für alle erklärt. Einer Umkehrung dieser Ordnung werden ungünstige Folgen zugeschrieben.
Die Prosa erläutert: Vom ersten Tag der hellen Monatshälfte an fließt der Atem nach dieser Ordnung bei Sonnenaufgang drei Tage links, dann drei Tage rechts, wieder drei Tage links, drei Tage rechts und nochmals drei Tage links. In der dunklen Monatshälfte beginnt die Dreierfolge rechts und wechselt entsprechend links, rechts, links und rechts. Innerhalb dessen wird jeder Nāḍī eine Dauer von fünf Ghaṭikās zugeschrieben. Die weitere Unterteilung der einzelnen Ghaṭikā folgt auf Seite 820.
Fortsetzung der Erläuterung: Jedes Element bleibt eine Ghaṭikā lang in der zuvor genannten Reihenfolge Luft, Feuer, Erde, Wasser und Raum. Innerhalb einer Ghaṭikā werden zweihundertsiebzig Atemzüge dem Aufenthalt des Elements und neunzig dem Übergang zugerechnet. So sollen Aufenthalt und Übergang bei allen fünf Elementen verstanden werden.
Die Prosa spricht ferner von dreimaligem Auftreten in jeder Nāḍī bei Tag und ebenso bei Nacht, von einer Folge von fünfzehn Ghaṭikās für drei Durchgänge und von zwölf Wiederholungen innerhalb der sechzig Ghaṭikās eines Tages. Diese Zeitangaben sind im überlieferten Wortlaut nicht vollständig widerspruchsfrei zu verbinden; sie werden nicht stillschweigend zu einer einheitlichen Rechnung umgebaut. Die erwähnten ungünstigen Folgen werden auf die Umkehrung der zuvor erläuterten Monatshälftenfolge bezogen.
35.TRP.25: Links sind die beweglichen Formen besonders stark, rechts die festen; beiderseits die doppelnaturigen. Dies gilt für die Prüfung des Günstigen und Ungünstigen.
35.TRP.26: In Folgen von je zweiundzwanzigeinhalb Atemzügen stehen die zwölf Tierkreiszeichen. Innerhalb eines solchen Abschnitts erscheinen die Elemente der Reihe nach mit je viereinhalb.
35.TRP.27: Bei den Ghaṭikā-Lauten und dem jeweiligen Hervortreten von Luft und den weiteren Elementen werden die zugehörigen Atemzüge insgesamt mit dreihundertsechzig angegeben.
35.TRP.28: Von diesen gehören zuerst zehn dem betreffenden Laut; die übrigen verteilen sich durch sieben Wiederholungen, entsprechend den Reihen von Luft, Feuer, Erde, Wasser und Raum. Der genaue Wortanschluss des Verses ist knapp; die Prosa erläutert ihn weiter.
Der Kommentar bezeichnet Erde und Wasser als sanft, Feuer, Luft und Raum als scharf. In der linken Nāḍī sind Erde und Wasser stark und beweglich, in der rechten Feuer, Luft und Raum stark und fest. Bei gemischtem Fluss gelten alle als doppelnaturig.
Für die fünf Ghaṭikās eines Nāḍī-Abschnitts wird jedem der fünf Elemente eine Ghaṭikā zugeordnet. Von deren dreihundertsechzig Atemzügen gehören neunzig dem Übergang und zweihundertsiebzig dem Element selbst. Diese zweihundertsiebzig gliedern sich in zwölf Tierkreisabschnitte zu je zweiundzwanzigeinhalb; jeder davon wiederum in fünf Elementabschnitte zu je viereinhalb. Auch bei den Tierkreiszeichen gelten die zuvor genannten Unterschiede der Stärke.
Die Lautzuordnung wird so erklärt: Beim Hervortreten von a erhält dieses zunächst siebzehn Atemzüge, jeder andere Laut sieben. Auf diese Weise erscheint die Mātṛkā innerhalb einer Ghaṭikā siebenmal. In der zweiten Ghaṭikā ist entsprechend mit ā zu verfahren. Die Rechnung beruht auf fünfzig Lauten: fünfzigmal sieben plus zehn zusätzliche Atemzüge für den jeweils führenden Laut ergeben dreihundertsechzig.
35.TRP.29: Höre, Schöne, die durch Zahlen entfaltete meditative Zuordnung der Atemzüge. Wer sie vollzieht, soll als Mantrakundiger stets in Verehrung stehen. Eine Variante liest statt dessen „mit Schau begabt“.
35.TRP.30: Zuerst werden die Zahlen der Nityās, Tattvas und Ādividyās einzeln angesetzt, danach die Tageslaute und Sandhyās, darauf die Ghaṭikā-Laute –
35.TRP.31: – die zwölf Tierkreiszeichen, die Grahas, die fünf Elemente, die fünfzig Mātṛkā-Laute und die Kräfte im Śrīcakra.
35.TRP.32: Diese werden als einundneunzig genannt. Die Göttin steht als das Selbst von allem da. Wer eine solche innere Zuordnung meditiert, ist Maheśvara.
Die Prosa nennt sechzehn Nityās, sechsunddreißig Tattvas und neun für die Ādividyās; die Erklärung der Dreierbezüge von Vidyās, Wechsel und Tag ist sprachlich gedrängt. Weiter stehen im Druck 576 Tageslaute, 61 Sandhyā-Formen, 60 Ghaṭikā-Laute, zwölf Tierkreiszeichen, neun Grahas, fünf Elemente, fünfzig Mātṛkās, einundneunzig Śrīcakra-Kräfte und 20.736 Kālanityās. Als Gesamtsumme nennt die Quelle 21.600 Atemzüge.
Rechnerischer Textbefund: Werden alle genannten Zahlen einschließlich der 61 Sandhyā-Formen addiert, ergeben sie 21.661. Ohne diese zusätzliche 61 ergeben sie 21.600. Ob hier eine überlappende Zuordnung oder ein Textfehler vorliegt, lässt sich aus dieser Stelle nicht sicher entscheiden; weder Zahl noch Gesamtsumme wird verändert.
35.TRP.33: Das Nāḍī-Gefüge und die empfindlichen Körperstellen, die Tätigkeit der inneren Hauche, Yoga-Praxis und ihre Glieder sowie das Verfahren des Austritts nach eigenem Willen –
Ein unnummerierter Halbvers fügt den Eintritt in einen anderen Körper und die Merkmale des im Yoga Vollendeten hinzu. Danach steht eine Punktlücke im Druck.
Der Kommentar erläutert: Gemeint sind die Kenntnis der Nāḍīs und sämtlicher Marmas, die Kenntnis von Ort und Tätigkeit der zehn Hauche von Prāṇa an sowie die Yoga-Praxis mit ihren Gliedern. Aufgezählt werden Yama, Niyama, Āsana, Prāṇāyāma, Pratyāhāra, Dhyāna, Dhāraṇā und Samādhi; die Reihenfolge Dhyāna vor Dhāraṇā wird wie gedruckt bewahrt. „Austritt nach eigenem Willen“ erklärt die Quelle als willentliches Sterben, den Eintritt in einen anderen Körper als weitere yogische Fähigkeit. Diese Kenntnisse und Erfahrungen werden nach Unterweisung durch Guru und Schrift dem in der Praxis gefestigten Yoga-Siddha zugeschrieben. Es folgt ein Zitat aus dem Mātṛkārṇava.
Die Kräfte des vollständigen Maṇḍalas
Zitat aus dem Mātṛkārṇava. Abschnitt 35.MSK; neue Zählung.
35.MSK.1: Für diejenigen, die keine auf Wünsche gerichtete Verehrung mit den Kräften des Cakra wünschen, werde ich eine Wunschverehrung mit den Kräften des vollständigen Maṇḍalas erklären.
35.MSK.2: In jedem Umkreis stehen vierundsechzig Gottheiten. Nachdem zuerst die regelmäßige Verehrung vollzogen wurde, folgt die auf einen besonderen Wunsch gerichtete Verehrung.
35.MSK.3: Ich werde ihre Namen anhand der Laute des vollständigen Maṇḍalas nennen. Zielperson, Übender und Handlung werden bei jedem Umkreis zugeordnet.
35.MSK.4: Oder die Zuordnung erfolgt bei jedem Laut und jeder Kraft. [Die Namensreihe beginnt:] Amṛtā, die Unsterbliche; Ānandā, die Glückselige; Icchā, der Wille; Īśvarī, die Herrin.
35.MSK.5: Umā, Ūrmikā, Ṛddhi, Vṛddhi und Īṣā; außerdem die Gestalten des kurzen und langen vokalischen l sowie Ekanāthā. Die Lesung der mittleren Namen ist lokal unsicher; ihre Form wird nicht allein aus dem erwarteten Vokalschema berichtigt.
35.MSK.6: Aiśvaryā, Oṅkāriṇī, Auṣadhātmikā, Ambā und die Gestalt von aḥ; ferner Kamalā und Kāmikā.
35.MSK.7: Kirātā, Kīrtivibhavā, Kumārī, Kūrmārūpiṇī, Kṛpāvatī, die Gestalt von kṝ, Kḷptā und die Gestalt von kḹ. Mehrere seltene Lautformen sind im Druck nur mit Vorbehalt lesbar.
35.MSK.8: Keśinī, Kaitavā, Kolā, Kaumārī, Kambuvādinī, die Gestalt von kaḥ, Kharūpā, Khātītā und Khinnapālinī, die Beschützerin der Ermatteten.
35.MSK.9: Die Gestalten von khī, khu, khū, khṛ, khṝ, khḷ und khḹ sowie Khecarapriyā, die den Himmelsgängern Liebe.
35.MSK.10: Die Gestalten von khai, kho und khau, Khaṇḍitendudhṛk, die Trägerin des geteilten Mondes, und die Gestalt von khaḥ; ferner Gaṇeśī, Gāyatrī und Girinandanā, die Tochter des Berges.
35.MSK.11: Gīrvāṇavandyā, die von den Göttern Verehrte; Guṇapā, Gūraṇā, Gṛñjanapriyā; die Gestalten von gṝ, gḷ, gḹ und ge. Die Namen Gūraṇā und Gṛñjanapriyā sind nicht sicher lesbar.
35.MSK.12: Die Gestalten von gai und go, Gautamī, Gaṇḍakī und die Gestalt von gaḥ; ferner Ghanā, Ghātā sowie die Gestalten von ghi und ghī.
35.MSK.13: Ghurdhurā, Ghūrṇarūpā, Ghṛtāmodā und Ghṝkalā, dazu die Gestalten von ghḷ, ghḹ, ghe und ghai. Die seltenen Namen der ersten Vershälfte bleiben in vorsichtiger Lesung stehen.
35.MSK.14: Ghorarūpā, die Furchtbare; die Gestalt von ghau; Ghaṇṭānādā, der Glockenklang; Ghaḥsvarī; dann die Gestalten von ṅa, ṅā, ṅi und ṅī. Der Name bei ghaḥ ist im Druck unsicher.
35.MSK.15: Die Gestalten von ṅu, ṅū, ṅṛ, ṅṝ, ṅḷ, ṅḹ, ṅe und ṅai.
35.MSK.16: Die Gestalten von ṅo und ṅau, Ṅaṃkārā und die Gestalt von ṅaḥ; Capalā, die Bewegliche; Cārucaritā, die von schönem Wandel; Citriṇī und Cīradhāriṇī, die ein Rindengewand trägt.
35.MSK.17: Cucurā, Cūrṇarūpā und die Gestalten von cṛ und cṝ; danach werden die Gestalten von cḷ und cḹ genannt. Der erste Name und einzelne Vokalzeichen sind unsicher.
35.MSK.18: Cetanā, Bewusstheit; die Gestalt von cai; Codayitrī, die Antreibende; Cauryahā, die Diebstahl beseitigt; Caṇḍā; die Gestalt von caḥ; Channā, die Verborgene; Chāyā, der Schatten; und die Gestalt von chi. Die zusätzliche Nennung Chāyā bleibt wie gedruckt stehen.
35.MSK.19: Chītkārī, Churikāhastā, die eine Klinge in der Hand hält; die Gestalten von chū, chṛ, chṝ, chḷ und chḹ; schließlich Chedinī, die Durchtrennende.
35.MSK.20: Die Gestalten von chai, cho, chau, chaṃ und chaḥ; Jayā, der Sieg; Jāḍyā, die Starre; Jitā, die Bezwingende, und Jīrṇā in einer nicht sicher lesbaren Namensverbindung.
35.MSK.21: Die Gestalt von ju; Jūrtihaṃtrī, die Bedrängnis beseitigt; die Gestalten von jṛ, jṝ, jḷ, jḹ und je; sowie Jaitrarūpiṇī, die Siegreiche. Auch hier ist ein seltenes Namensglied lokal unsicher.
35.MSK.22: Die Gestalten von jo und jau, Jaṅgalā und die Gestalt von jaḥ; danach Jharaṇā sowie die Gestalten von jhā, jhi und jhī.
35.MSK.23: Die Gestalten von jhu, jhū, jhṛ, jhṝ, jhḷ, jhḹ, jhe und jhai.
35.MSK.24: Die Gestalten von jho, jhau, jhaṃ und jhaḥ; danach Ñakārā, die Gestalt von ñā und die Gestalten von ñi und ñī.
35.MSK.25: Die Gestalten von ñu, ñū, ñṛ, ñṝ, ñḷ, ñḹ, ñe und ñai.
35.MSK.26: Die Gestalten von ño, ñau, ñaṃ und ñaḥ; danach die Gestalten von ṭa, ṭā, ṭi und ṭī.
35.MSK.27: Die Gestalten von ṭu, ṭū, ṭṛ, ṭṝ, ṭḷ, ṭḹ, ṭe und ṭai.
35.MSK.28: Die Gestalten von ṭo, ṭau, ṭaṃ und ṭaḥ; danach die Gestalten von ṭha, ṭhā, ṭhi und ṭhī.
Lesungshinweis zur Lautliste: „Gestalt von …“ übersetzt die im Sanskrit wechselnden Zusätze rūpā, svarūpā, rūpiṇī und kārā. Die langen und kurzen vokalischen r- und l-Zeichen sind im Scan stellenweise schwer zu unterscheiden. Die angegebenen Lautwerte folgen der sichtbaren Reihe, bleiben an den gekennzeichneten Stellen jedoch vorläufig; sie sind keine aus einer modernen Standardliste eingesetzte Ersatzfassung.
35.MSK.29: Die Gestalten von ṭhu, ṭhū, ṭhṛ, ṭhṝ, ṭhḷ, ṭhḹ, ṭhe und ṭhai.
35.MSK.30: Die Gestalten von ṭho, ṭhau, ṭhaṃ und ṭhaḥ; danach die Gestalten von ḍa, ḍā, ḍi und ḍī.
35.MSK.31: Die Gestalten von ḍu, ḍū, ḍṛ, ḍṝ, ḍḷ, ḍḹ, ḍe und ḍai.
35.MSK.32: Die Gestalten von ḍo, ḍau, ḍaṃ und ḍaḥ; danach die Gestalten von ḍha, ḍhā, ḍhi und ḍhī.
35.MSK.33: Die Gestalten von ḍhu, ḍhū, ḍhṛ, ḍhṝ, ḍhḷ, ḍhḹ, ḍhe und ḍhai.
35.MSK.34: Die Gestalten von ḍho, ḍhau, ḍhaṃ und ḍhaḥ; danach die Gestalten von ṇa, ṇā, ṇi und ṇī.
35.MSK.35: Die Gestalten von ṇu, ṇū, ṇṛ, ṇṝ, ṇḷ, ṇḹ, ṇe und ṇai.
35.MSK.36: Die Gestalten von ṇo, ṇau, ṇaṃ und ṇaḥ; Taruṇī, die Jugendliche; Tāmasī; Tilanāsā und Tīrasā. Die beiden letzten Namen werden wegen unsicherer Bedeutung nicht frei gedeutet.
35.MSK.37: Tulasī, Tūrṇarūpā, Tṛṣṇā, die Gestalt von tṝ, die Gestalten von tḷ und tḹ, Tejorūpā, die Lichtgestalt, und Taitalā. Der letzte Name ist lokal unsicher.
35.MSK.38: Tomarā, Taulinī, Tandrā, die Schläfrigkeit, und Taskarāntakakāriṇī, die Diebe zu Fall bringt; danach die Gestalten von tha, thā, thi und thī. Die gedruckte Form thānarūpā beim zweiten Laut bleibt in der Sanskritfassung erhalten.
35.MSK.39: Die Gestalten von thu, thū, thṛ, thṝ, thḷ, thḹ, the und thai.
35.MSK.40: Die Gestalten von tho, thau, thaṃ und thaḥ; Dayā, das Mitgefühl; Dānaśīlā, die Freigebige; die Gestalt von di; und Dīnapālinī, die Beschützerin der Bedrängten.
35.MSK.41: Durmedā, Dūnahantṛī, die Kummer beseitigt; dann stehen in Druckklammern die Gestalten von dṛ, dṝ, dḷ und dḹ; Devī und Daityaniṣūdinī, die Bezwingerin der Daityas. Die Klammer und einzelne Lesungsunsicherheiten werden bewahrt.
35.MSK.42: Doṣahantrī, die Fehler beseitigt; Daurbhāgyanāśinī, die Unglück vernichtet; Dambhavarjitā, die frei von Heuchelei ist; die Gestalt von daḥ; Dharmajñā, die Dharma kennt; Dhāraṇā, das Festhalten beziehungsweise die Sammlung; und die Gestalt von dhi.
35.MSK.43: Dhīrā, die Standhafte; Dhurīṇā, die Tragende; Dhūmāvatī; danach Dhṛti, die Festigkeit, und die Gestalten von dhṝ, dhḷ, dhḹ und dhe.
35.MSK.44: Dhairyā, die Zuversicht; Dhoraṇī, Dhauryā, die Gestalten von dhaṃ und dhaḥ; Nadī, der Fluss; Nārāyaṇī, Nityā, die Ewige; Nītijñā, die rechte Führung kennt; und Nutipriyā, die Lobpreis liebt. Die Reihe enthält hier mehr Namen als die einfache Lautfolge erwarten ließe; sie wird nicht gekürzt.
35.MSK.45: Nūtanā, die Neue; Nṛpavandyā, die von Königen Verehrte; die Gestalten von nṝ, nḷ und nḹ; danach Netrasundarī, die mit schönen Augen.
35.MSK.46: Naimittikā, Nodayitrī, Naukāsthā, die im Boot steht; Nandajā, die aus Freude Geborene; die Gestalt von naḥ; Paramā, die Höchste; Pāvinī, die Reinigende; und Pilipicchikā, deren genauer Name unsicher bleibt.
35.MSK.47: Pītā, die Gelbe; Puṇyā, die Heilige; Pūrṇarūpā, die Gestalt der Fülle; Pṛthvī, die Erde; die Gestalt von pṝ; die Gestalten von pḷ und pḹ; Peśalā, die Feine; und die Gestalt von pai.
35.MSK.48: Potarūpā, Paurasevyā, die von Stadtbewohnern Verehrte; Paṇḍitā, die Gelehrte; die Gestalt von paḥ; Phaṭkāriṇī, die den Laut phaṭ hervorbringt; Phālarūpā und Phiṭiśabdāninādinī, die einen im Namen bezeichneten Laut erklingen lässt. Die letzte Lautbezeichnung ist im Druck unsicher.
35.MSK.49: Die Gestalten von phī und phu; Phūtkārā; die Gestalten von phṛ, phṝ, phḷ und phḹ; Phetkārīravā, die den Phet-Ruf erklingen lässt.
35.MSK.50: Die Gestalten von phai, pho, phau, phaṃ und phaḥ; Bagalā, Bālā und Bilanivāsinī, die in einer Höhlung wohnt.
35.MSK.51: Bījarūpā, die Gestalt des Keimlauts; Budhārādhyā, die von Verständigen Verehrte; die Gestalt von bū; Bṛhatkucā, die mit voller Brust; und die Gestalten von bṝ, bḷ, bḹ und be.
35.MSK.52: Die Gestalt von bai; Bodharūpā, die Gestalt der Erkenntnis; Bauddhavandyā, die von Buddhisten Verehrte; Bandhinī, die Bindende; die Gestalt von baḥ; Bhavārādhyā, die von Bhava Verehrte; Bhāgyadā, die Glück verleiht; und Bhinnarūpiṇī, die unterschiedliche Gestalten besitzt.
35.MSK.53: Bhītihantrī, die Furcht beseitigt; Bhujaṅgāḍhyā, die mit Schlangen Geschmückte; Bhūṣaṇā, Bhūrivikramā, die von großer Kraft; und die Gestalten von bhṛ, bhṝ, bhḷ und bhḹ.
35.MSK.54: Bhedābhedavihīnā, die jenseits von Unterschied und Nichtunterschied ist; Bhairavī; Bhogadāyinī, die Genuss verleiht; Bhaumasevyā; Bhañjikā, die Zerbrechende; die Gestalt von bhaḥ; und Mahādayā, das große Mitgefühl.
35.MSK.55: Māninī, die Würdevolle; Mitravimbā, Mīnākṣī, die Fischäugige; Musalāyudhā, die eine Keule trägt; Mūrtidhṛk, die Gestalt annimmt; Mṛtyuhāriṇī, die den Tod beseitigt; und die Gestalt des Lautes mṝ. Mitravimbā und der letzte zusammengesetzte Name sind lokal unsicher.
Die Unterscheidung kurzer und langer vokalischer r- und l-Zeichen bleibt wie auf Seite 821 an einzelnen Druckstellen vorläufig. Varianten am Seitenfuß werden in den Sanskritfassungen mitgeführt.
35.MSK.56: Die Gestalten von mḷ und mḹ, Menakā und Maithilī; Modinī, die Erfreuende; Mauḍhyarahitā, die frei von Torheit ist; Maṅgalā, die Glückbringende; und die Gestalt von maḥ.
35.MSK.57: Yamunā, Yādavaprītā, die den Yādavas Liebe; die Gestalten von yi und yī; Yuvatī, die Junge; Yūthikāprītā, die den Jasmin liebt; und die Gestalten von yṛ und yṝ.
35.MSK.58: Die Gestalten von yḷ, yḹ, ye und yai; Yodhanā, die Kämpfende; sowie die Gestalten von yau, yaṃ und yaḥ.
35.MSK.59: Ramaṇī, die Erfreuliche; Rāgaśīlā, die Leidenschaftliche; Riraṃsā, das Verlangen nach Freude; Rītidāyinī, die den rechten Verlauf gibt; Rudhirāktā, die mit Blut Benetzte; Ruktā und die Gestalten von rṛ und rṝ. Der Name Ruktā ist lokal unsicher.
35.MSK.60: Die Gestalten von rḷ und rḹ; Revatī und Raivatātmajā, die Tochter Raivatas; Rogaghnī, die Krankheit beseitigt; Rauravaghnī, die Raurava überwindet; Raṅkinī und die Gestalt von raḥ.
35.MSK.61: Lajjā, die Schamhaftigkeit; Lābhadā, die Gewinn verleiht; Liṅgā, Līlā, das Spiel; Lubhā, Lūnahā und die Gestalten von lṛ, lṝ, lḷ und lḹ. Lubhā und Lūnahā bleiben wegen unsicherer Bedeutung als Namen stehen.
35.MSK.62: Die Gestalten von le und lai; Lokadhātrī, die Trägerin der Welt; Laulyahā, die Unbeständigkeit beseitigt; Lamboṣṭhī, die mit herabhängender Lippe; die Gestalt von laḥ; Varadā, die Gabenverleihende; und Vārijānanā, die Lotusgesichtige.
35.MSK.63: Vipulā, die Weite; Vītaśokā, die frei von Trauer ist; die Gestalten von vu und vū; Vṛkodarī, die mit dem Wolfsbauch; und die Gestalten von vṝ, vḷ und vḹ.
35.MSK.64: Vedagarbhā, die den Veda in sich trägt; Vainateyā; die Gestalten von vo und vau; Vañjarā, die Gestalt von vaḥ; und Śaśikhaṇḍāvataṃsinī, die mit der Mondsichel Geschmückte. Vañjarā ist eine unsichere Namenslesung.
35.MSK.65: Śākambharī, Śivā, Śīlā, Śuṣkamāṃsā, die von ausgetrocknetem Fleisch; Śūlinī, die Dreizackträgerin; und die Gestalten von śṛ, śṝ, śḷ und śḹ.
35.MSK.66: Die Gestalt von śe; Śaityarūpā, die Gestalt der Kühle; Śobhanā, die Schöne; Śauryasampadā, die Fülle des Mutes; Śaṅkarī, die Heilbringende; die Gestalt von śaḥ; Ṣaḍaṅgā, die Sechsgliedrige; und die Gestalt von ṣā.
35.MSK.67: Ṣiṅgā und die Gestalten von ṣī, ṣu, ṣū, ṣṛ, ṣṝ, ṣḷ und ṣḹ. Der erste Name ist im Druck unsicher.
35.MSK.68: Die Gestalten von ṣe, ṣai, ṣo und ṣau; Ṣaṇḍā und die Gestalt von ṣaḥ; Sarvadā, die alles gibt; und Sāmagapriyā, die den Sāman-Sängern Liebe.
35.MSK.69: Sirāsāratārā, ein lokal unsicherer Name; Sīrapāṇisamarcitā, die vom Pflugträger Verehrte; Subhagā, die Glückliche; Sūraśakti, die Kraft des Helden; Sṛṣṭidā, die Schöpfung verleiht; und die Gestalt von sṝ.
35.MSK.70: Die Gestalten von sḷ, sḹ, se, sai und so; Saubhāgyā, das Wohlergehen; Saṅgatā, die Verbundene; und die Gestalt von saḥ.
35.MSK.71: Havyavāhā, die Trägerin der Opfergabe; Hāriṇī; Hiraṇyā, die Goldene; Hīnavarjitā, die frei von Mangel ist; die Gestalten von hu und hū; Hṛdyā, die Herzerfreuende; und die Gestalt von hṝ.
35.MSK.72: Die Gestalten von hḷ und hḹ; Hetudā, die einen Grund gibt; Haihayānvayā, die der Haihaya-Linie Angehörige; und die Gestalten von ho, hau, haṃ und haḥ.
35.MSK.73: Die Gestalten von ḷa, ḷā, ḷi, ḷī, ḷu, ḷū, ḷṛ und ḷṝ. Hier wird der retroflexe l-Laut behandelt, nicht das vokalische l allein.
35.MSK.74: Die Gestalten von ḷḷ, ḷḹ, ḷe, ḷai, ḷo, ḷau, ḷaṃ und ḷaḥ. Die seltenen verbundenen l-Zeichen sind im Scan teilweise nur vorläufig lesbar.
35.MSK.75: Kṣamārūpā, die Gestalt der Geduld; Kṣāmā, die Schmale; Kṣityādipañcadhāriṇī, die die fünf [Elemente] von Erde an trägt; Kṣīṇamadhyā, die mit schmaler Mitte; Kṣudhārūpā, die Gestalt des Hungers; und die Gestalten von kṣū und kṣṛ.
35.MSK.76: Die Gestalten von kṣṝ, kṣḷ und kṣḹ; Kṣetrapālinī, die Hüterin des Feldes; die Gestalt von kṣai; Kṣobhiṇī, die Erschütternde; und die Gestalt von kṣau. Die gedruckte Lautbezeichnung kṣaikāra wird vorläufig so gelesen.
35.MSK.77: Schließlich die Gestalten von kṣaṃ und kṣaḥ. So ist dir, Gute, das Geheimnis über die Geheimnisse hinaus mitgeteilt.
35.MSK.78: Der hervorragende Übende verehre bei jedem Umkreis die Vierergruppe. Durch die Verehrung soll er alle Wünsche erlangen.
35.MSK.79: Die Lautkräfte werden als von der Natur von Luft, Feuer, Erde, Wasser und Raum bezeichnet. Zur Vollendung der jeweiligen Anwendung werden die entsprechenden Kräfte verehrt.
35.MSK.80: Für jedes einzelne Element sind hundertfünfzehn Kräfte zu verehren, auf die neun Umkreise verteilt.
35.MSK.81: Die übrigen stehen im Bindu-Cakra, im jeweiligen glückverheißenden Maṇḍala. Für Vertreibung werden die Kräfte der Luftlaute genannt.
35.MSK.82: Für Feindschaft und Tötung gelten die Raumkräfte als geeignet, für Unterwerfung und Verwirrung die Kräfte der Feuerlaute.
35.MSK.83: Einige nennen diese auch für schädigendes Ritual; für Erstarrung die Erdlautkräfte. Bei Befriedung, Gedeihen, Beseitigung von Krankheit und anderen günstigen Handlungen –
Der Satz setzt sich auf Seite 824 fort. Die Wirkungszuordnungen werden als historische Aussagen übersetzt.
35.MSK.84: – gelten die Kräfte der Wasserlaute, verbunden mit ihrem jeweiligen Maṇḍala. Nun werde ich, Herrin der Götter, die Folge der sechs Śāmbhava-Strahlenordnungen erklären.
35.MSK.85: Wer Befreiung wünscht, vollzieht nach Verehrung der Śrīcakra-Folge die Strahlenverehrung. Ihre Ordnung ist zu erkennen und nach dem zuvor genannten Weg zu erinnern.
35.MSK.86: Bei der Verehrung jedes Umkreises werden vierunddreißig anteilig [verehrt]; danach im Bindu-Cakra alle Strahlen. Der genaue Bezugsumfang der Vierunddreißig ist hier nicht näher ausgeführt.
35.MSK.87: Zwanzigtausendsiebenhundertsechsunddreißig [werden genannt]. Nach der Folge der Nāthas und ihrer Umkreise erfolgt die Verehrung der neun Umkreise.
35.MSK.88: In jedem Umkreis verehrt man die Nityās; zweitausenddreihundertvier werden genannt, um die göttliche Vergegenwärtigung zu verwirklichen.
35.MSK.89: Bei der Verehrung nach der Atemfolge und der zuvor genannten Zählweise werden für jeden Umkreis zweitausendvierhundert angegeben.
35.MSK.90: An das Paar aus Ātma-Keimlaut und Nityā wird die siebensilbige Śakti [angeschlossen]. Mit jedem Atemzug verehrt man am Ende die Gesamtheit im Bindu-Cakra. Die knappe Mantra-Zusammensetzung bleibt ohne erfundene ausgeschriebene Formel.
35.MSK.91: In den drei Welten gibt es keine Verehrung, die dieser gleicht. Das Geheimnis über das Geheime hinaus ist vor dir offenbar gemacht.
Nāḍīs, Körperstellen und Lebenshauche
Neues Zitat aus dem Tantrarāja, Kapitel 27 ab dessen Vers 34. Abschnitt 35.NVK; im Śrīvidyārṇava beginnt die Zählung erneut mit 1.
35.NVK.1: Ich werde der Reihe nach die Zeichen des nahenden Todes erläutern. Im zuvor beschriebenen Mūlādhāra, in der Mitte seines Dreiecks –
35.NVK.2: – liegt die Suṣumṇā in der Mitte des als „Stab der Vīṇā“ bezeichneten Rückgrats. Sie reicht von der Wurzel bis zum Brahmarandhra und [in der folgenden Zuordnung] zwölf Fingerbreiten von der Nasenspitze.
35.NVK.3: Von deren Spitze zum After wird die Nāḍī Alambuṣā genannt. Aus der Spitze des Dreiecks erhebt sich die Kuhū genannte Nāḍī und reicht bis zum Geschlechtsorgan.
35.NVK.4: Von ihrer linken und rechten Seite gehen Viśvodarā und Vāraṇā aus; sie reichen zum Bauch beziehungsweise durch den ganzen Körper. Danach ebenso –
35.NVK.5: – Hastijihvā und Yaśasvinī zu den jeweiligen großen Zehen; Iḍā und Piṅgalā enden an den beiden Nasenöffnungen.
35.NVK.6: Gāndhārī und Pūṣā erreichen der Reihe nach die beiden Augen; Śaṅkhā und Yaśasvinī ebenso die Ohren. Yaśasvinī wird hier ein zweites Mal genannt; der Name wird nicht durch einen aus anderen Systemen ersetzt.
35.NVK.7: Sarasvatī reicht zur Zungenspitze. So sind die vierzehn hauptsächlichen Nāḍīs des Körpers genannt.
35.NVK.8: An ihren Verbindungen und an den Verbindungen dieser liegen weitere Nāḍīs ausgebreitet. Die Zahl der hauptsächlichen Nāḍīs wird mit dreihundertfünfzigtausend angegeben.
35.NVK.9: Die nicht hauptsächlichen Adern im Körper sind unzählbar. Durch sie bewegt der Mensch stets nach seinem Willen alle eigenen Glieder.
35.NVK.10: Die Nāḍīs sind hohl, mit Blut und Hauch gefüllt und überallhin gehend. In der Suṣumṇā liegt die Vajra-Nāḍī, in deren Innerem eine weitere –
35.NVK.11: – Citrā genannte. In deren Mitte steht die höchste Kuṇḍalī. Die Marmas befinden sich an den großen Zehen, Knöcheln, Unterschenkeln und Knien –
35.NVK.12: – an Schenkeln, Dammnaht, After, Geschlechtsorgan, Nabel und Flanken, an Herz, Brüsten, Kehle, Schultern, Nacken, Ohren und Kopf –
35.NVK.13: – an den Schläfen sowie zwischen und an den Enden der Augenlider, der Nase und weiteren Bereichen, im Gesicht und an den Wangen. Achtunddreißig werden genannt. Durch das Halten des Hauchs an diesen Stellen –
35.NVK.14: – sollen der Eintritt in einen anderen Körper und der Austritt nach eigenem Willen gelingen. Höre nun die Tätigkeiten der zehn im Körper befindlichen Hauche.
35.NVK.15: Prāṇa und Apāna sind im Körper stets mit Aufwärts- und Abwärtsbewegung verbunden. Nāga bewirkt Aufstoßen; Kṛkara das Niesen. Das zugrunde liegende Wort kṣut lässt sich hier so verstehen; in anderen Zusammenhängen kann es Hunger bezeichnen.
35.NVK.16: Devadatta bewirkt Gähnen, Dhanañjaya Lautbildung, Kūrma das Öffnen der Augen und Udāna das Schlucken. Die letzte Funktion ist im Druck nur unsicher lesbar.
35.NVK.17: Samāna entfacht das Körperfeuer zur Verdauung. Der Vyāna genannte Hauch nimmt den Nährsaft auf und verbreitet ihn durch den ganzen Körper.
35.NVK.18: Die Teilformen dieser zehn Hauche sind unzählig. Durch ihre Ausbreitung besteht der Körper in gutem Zustand.
Einordnung: Die Körper- und Funktionsangaben sind eine Übersetzung des tantrischen Modells, keine Gleichsetzung mit heutiger Anatomie. Die Quelle verbindet es zudem mit übernatürlichen Fähigkeiten.
35.NVK.19: Bei umgekehrtem Verlauf [der Hauche] wird der Körper verändert und dem Vergehen ausgesetzt. [Eine Variante spricht von Schwächung.] Der individuelle Ātman ist durch die unterscheidende Vorstellung des Geistes vom höchsten Ātman [getrennt gedacht] –
35.NVK.20: – ihre Verbindung soll als Yoga erkannt werden. Seine Glieder sind acht: Yama, dann Niyama, danach Āsana –
35.NVK.21: – Prāṇāyāma, Pratyāhāra, darauf Dhāraṇā, Dhyāna und Samādhi: Dies sind die acht Glieder in ihrer Reihenfolge.
35.NVK.22: Ich werde sie erläutern; höre, Verständige. Durch sie kann ein Sterblicher mir gleich werden. Yama ist das Zurückhalten von Handlungen, die der unmittelbaren Erkenntnis des Selbst im Weg stehen.
35.NVK.23: Niyama wird als elffach bezeichnet: Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Vertrauen in die geistige Überlieferung, Geradheit, Gleichmut, Standhaftigkeit –
35.NVK.24: – Geduld, Mitgefühl, dreifache Reinheit, Zufriedenheit und Dienst am Guru. Sechs Hindernisse dagegen sind genannt: Begierde und Zorn –
35.NVK.25: – Gier und Verblendung, Überheblichkeit und Rausch des Stolzes; wie Feuer zerstören sie alles. Als Sitzformen werden Padma, Svastika, Vīra und Bhadra genannt.
35.NVK.26: Die Sitzformen dienen dazu, den Geist beständig zu machen. Die Fußsohlen werden über Kreuz auf die Oberschenkel gelegt –
35.NVK.27: – mit Berührung der beiden Außenseiten; dies wird Padmāsana genannt. Ebenso [werden sie] unter die Schenkel gebracht, mit Berührung ihrer Innenseiten –
35.NVK.28: – in einer Svastika-Form; dies nennt der Druck hier Bhadrāsana, o Herrin. Eine Sohle zeigt mit ihrer Innenseite [nach innen], die andere nach außen –
35.NVK.29: – unterhalb beziehungsweise oberhalb der Schenkel; so wird Bhadrāsana als zweifach beschrieben. Bei Berührung der überkreuzten Sohlen oben und der beiden Unterschenkel –
35.NVK.30: – im Bereich der Knie wird die Vīra genannte Stellung mit einem Yoga-Band beschrieben. Prāṇāyāma ist dreifach: hervorragend, gering und mittel.
Textbefund zu den Sitzen: Die Benennung von Svastika und Bhadra sowie einige Seiten- und Berührungsangaben sind in dieser Fassung nicht eindeutig. Die Übersetzung ersetzt sie nicht durch Anweisungen aus anderen Āsana-Systemen.
35.NVK.31: Dem höchsten Grad werden Leichtigkeit, Verlassen des Erdbodens und innere Zufriedenheit zugeschrieben; dem geringsten zunehmendes Schwitzen am ganzen Körper und dem mittleren –
35.NVK.32: – Zittern aller Glieder. Durch zeitlich fortgesetzte Übung sollen auch diese Grade die Merkmale des höchsten erhalten.
35.NVK.33: Deshalb wird regelmäßige Übung morgens und abends gefordert. Durch die linke Nasenöffnung füllt man [den Atem] und bleibt im Gedächtnis –
35.NVK.34: – beim Wasser [als vorgestelltem Element]; danach lässt man den Hauch rechts hinaus. Ist dies gut eingeübt, nennt der Text für das Einatmen zweiunddreißig Zähleinheiten –
35.NVK.35: – für das Halten vierundsechzig und für das Ausatmen ein Viertel davon. Zittern, freudiges Sichsträuben der Körperhaare, Reinheit, Beständigkeit und Leichtigkeit –
35.NVK.36: – ebenso Glanz und Leuchten werden als Merkmale des Yoga-Siddha genannt. Der Geist wird in den Mūlādhāra gebracht und der Hauch von der Wurzel an eingefüllt –
35.NVK.37: – in das Nāḍī-Gefüge geführt und in allen Gliedern gehalten. Ist der Hauch so beherrscht, wird er an den achtunddreißig Marmas –
35.NVK.38: – gehalten und nach Willen durch alle Glieder geführt. Ebenso wird der mit dem Hauch verbundene Geist im Ādhāra gesammelt –
35.NVK.39: – und der Körper mit Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum sowie den Haṃsa-Lauten durchdrungen. Ist der Körper durch den Hauch mit diesen eins geworden –
35.NVK.40: – soll der Übende die drei Zeiten kennen, gereinigt und glücklich lange auf Erden leben, sich frei bewegen, im Raum gehen und zur Gemeinschaft der Götterherren gelangen.
35.NVK.41: Er bewegt sich nach eigenem Willen im Körper, wie jemand spielend in seinem Haus. Der so im Yoga Vollendete [wendet sich] nach eigenem Willen dem Körper und Selbst zu –
35.NVK.42: – zieht die Lebenshauche zusammen, führt sie durch die mittlere Öffnung der Suṣumṇā und tritt durch das Brahmarandhra hinaus; so soll er als Selbst das Selbst von allem werden.
35.NVK.43: Oder er geht nach dem später beschriebenen Verfahren als Selbstbeherrschter und innerlich Ungebundener vor und lässt mit diesem Mittel den eigenen Körper zurück. Das betreffende Kompositum ist nicht sicher lesbar.
35.NVK.44: Dies wird bei den im Yoga Verbundenen „Austritt nach eigenem Willen“ genannt, Geliebte. Nun werde ich, Göttin, den sehr wunderbaren Eintritt in einen anderen Körper beschreiben.
35.NVK.45: Im Kali-Zeitalter ist dies für die Menschen meist schwer zu vollbringen, o Herrin. Nachdem man ohne Mühe die Lebenshauche und den eigenen Körper verlassen hat –
Der Satz setzt sich auf Seite 826 fort. Die Passage beschreibt fortgeschrittene historische Yoga-Vorstellungen einschließlich übernatürlicher Wirkungsansprüche. Die genauen Atemzahlen und Vorstellungen vom Verlassen des Körpers werden als Quelleninhalt wiedergegeben, nicht als Übungsauftrag für heutige Leser.
35.NVK.46: – betrachtet man yogisch den vor einem befindlichen, mit vollständigen Gliedern versehenen [anderen Körper] und tritt nach dem Verfahren der Prāṇapratiṣṭhā in ihn ein.
35.NVK.47: [Im Druck eingeklammert:] „Den eigenen Körper lasse man von den Eigenen bewahren und kehre ebenso zu ihm zurück.“ Acht Merkmale des Vollendeten durch fortwährende Yoga-Praxis –
35.NVK.48: – höre sie, große Göttin, durch die er erkannt wird: Überwindung der Gegensatzpaare, Erlangung von Glück, Gesundheit und Selbstbeherrschung –
35.NVK.49: – Beherrschung der Sinne, Freiheit von Zorn und mitfühlender Dienst an den Menschen. Nun werde ich die Zeichen des nahenden Todes erläutern; höre, Geliebte.
Zählhinweis: Die Quelle kündigt acht Merkmale an, doch die sprachliche Gliederung der folgenden Liste ist nicht ganz eindeutig. Es wird kein zusätzlicher Begriff ergänzt.
35.NVK.50: Erkennen die betreute Person und der Übende dadurch das bevorstehende Verlassen des Körpers, sollen beide ohne Nachlässigkeit der Verehrung der Gottheit als eigenem Selbst zugewandt sein.
35.NVK.51: Nach Erlangung eines guten Weges sollen sie schon bei der nächsten Geburt vollendet sein. [Eine im Druck eingeklammerte Passage beginnt:] Wenn ein Mensch ohne Grund seine frühere eigene Wesensart aufgibt –
35.NVK.52: – und deren Gegenteil annimmt, gilt sein Tod als gewiss. [Ende der Klammer.] Sieht er Arundhatī und den Polarstern am Himmel nicht, dann [wird eine Frist von] einem halben [Jahr genannt; die Zeiteinheit steht hier nicht ausdrücklich].
35.NVK.53: Werden die Augen nahe an der Nase gedrückt und sind die Lichtkreise an den äußeren Augenwinkeln nicht sichtbar, wird ebenfalls eine halbe Frist bis zum Tod angegeben. Der genaue Zeitbezug bleibt im Wortlaut offen.
35.NVK.54: [Eingeklammert:] Wenn unterhalb der Knöchel an beiden Füßen kein Pulsieren der Nāḍīs auftritt, gilt dies als Zeichen baldigen Vergehens; ebenso das Sehen einer verstümmelten Sonnenscheibe.
35.NVK.55: Wenn bei verschlossenen Ohröffnungen kein Kuṇḍalinī-Klang gehört wird oder Rauch auf dem Kopf gesehen wird, auch vom Haus, Feld und dergleichen –
35.NVK.56: – oder wenn Vögel auf dem Kopf sitzen: „Wer würde ihn nicht für leblos erklären?“ Mit der Sonne im Rücken wird beim ausgespülten Wasser kein Regenbogen gesehen –
35.NVK.57: – dann soll der Mensch nach dieser Vorzeichenlehre sein Leben für unmittelbar bedroht halten. Hat er die Hand auf dem Kopf und sieht den eigenen Unterarm auffällig dick –
35.NVK.58: – oder sieht er mit beiden Augen nicht [durch beziehungsweise in] den Zwischenraum der Finger, werden diese als weitere Unheilszeichen bezeichnet. Wenn Schleim, Samen und Ausscheidung im Wasser nicht untersinken –
35.NVK.59: – wird innerhalb dieser Monatshälfte das Eintreten in Yamas Bereich vorhergesagt. Ebenso beim Sehen eines goldenen Abbilds; diese Wendung ist im Druck schwer verständlich.
35.NVK.60: Wer die Sonne in der Form eines weiblichen Geschlechtsorgans sieht, soll ebenfalls in Yamas Bereich gelangen. Wer im Wasser oder anderswo das eigene verzerrte Spiegelbild sieht –
35.NVK.61: – dem wird der Tod innerhalb eines Monats vorhergesagt; ebenso beim Sehen eines Lochs in der Sonnenscheibe. Wenn nach Baden und Salben zuerst die Brust trocknet –
35.NVK.62: – wird der Tod nach einer Monatshälfte behauptet, selbst wenn alle für Schutz sorgen. Wer den Guru, die Müttergruppen, Brahmanen, Mond, Sonne und Gottheiten –
35.NVK.63: – sowie gläubige Menschen ständig ohne Grund herabsetzt [wird in dieselbe Vorzeichenreihe gestellt]. Es folgen eine beschädigte Aussage über Abneigung gegen die eigenen Geliebten beziehungsweise Geschmacksempfindung und das Versagen der Stimme –
35.NVK.64: – sowie das Aufgeben von Guru, Mantra und Brahmanen; auch damit verbindet die Quelle baldigen Tod. Wer Guru, Vidyā, Vater, Mutter und alle Gottheiten –
35.NVK.65: – ständig durch Beschimpfung und Verwünschung erniedrigt, soll rasch vergehen. Wer ein Buch, das eigene Haus, einen Sitz oder ein Bett –
35.NVK.66: – ohne Grund verwirft, wird ebenso mit raschem Vergehen verbunden. Bei Verfärbung von Augen, Körper und einem nicht sicher lesbaren weiteren Bereich wird eine Monatsfrist genannt.
Ein unnummerierter Halbvers nennt zuletzt eine veränderte Gestalt der eigenen Gottheit in der Meditation als Zeichen einer Monatsfrist; danach folgt eine Punktlücke im Druck.
Einordnung der Vorzeichen: Diese Verse geben eine historische Todesomen-Lehre wieder. Ihre Aussagen werden nicht als verlässliche Prognosen übernommen. Beschädigte Beobachtungsanweisungen und unklare Fristen bleiben offen, statt durch moderne Diagnosen ergänzt zu werden.
Śrīcakra-Verehrung während der neun Nächte
Zitat aus dem Vārāhī-Tantra. Īśvara spricht. Abschnitt 35.NVS; neue Zählung.
35.NVS.1: In der hellen Monatshälfte des Āśvina sollen hier die Verehrer der Śrīvidyā, o Maheśvarī, vom ersten Mondtag bis zum neunten –
35.NVS.2: – die Verehrung des Śrīcakra vorschriftsgemäß vollziehen, o Göttin. Nachdem zuerst die geordnete Verehrungsfolge ausgeführt wurde, sind die Kräfte des Devīmāhātmya –
35.NVS.3: – von denen, die einen besonderen Wunsch verfolgen, mit Sorgfalt und Achtung zu verehren. Ich werde diese Kräfte erklären; höre, aus dem Berg Geborene.
35.NVS.4: Selbst ein wenig Begünstigter soll dadurch Vaiśravaṇa gleichen; das erste Wort dieses Halbverses ist bereits im Druck mit einem Fragezeichen versehen. [Die Reihe der Kräfte beginnt:] Die Ewige, die Gestalt der Welt, die Göttin, die Erhabene.
35.NVS.5: Die große Māyā, die Huldvolle, die Gabenverleihende, die Befreiung Schenkende, die Höchste, die Ursache und die Immerwährende.
35.NVS.6: Die Ursache der Bindung an den Daseinskreislauf, die Herrin aller Herren, der Yoga-Schlaf und die in Haris Augen Wohnende.
35.NVS.7: Die Herrin des Alls, die Trägerin der Welt, die Erhaltung und Auflösung bewirkt; der Schlaf, die Erhabene, die Unvergleichliche und die Schatzkammer des Glanzes.
35.NVS.8: Svāhā, Svadhā, Vaṣaṭkārā, die aus Ton Bestehende, die Unvergängliche beziehungsweise Svadhākṣarā nach unsicherer Worttrennung; die dreifache Mātrā, die halbe Mātrā und die Gestalt des Tons.
35.NVS.9: Die nicht Aussprechbare, die Sandhyā, Sāvitrī, die höchste Mutter; die Gestalt der Schöpfung, der Schoß der Welt und die Gestalt der Erhaltung.
35.NVS.10: Die Gestalt der Rücknahme, die aus der Welt Bestehende, das große Wissen, die große Māyā, die große Einsicht und das große Erinnern.
35.NVS.11: Die große Verblendung, Bhavatī, die große Göttin, die große Asurī, die Urnatur und die Entfalterin der drei Guṇas von Sattva an.
35.NVS.12: Die Nacht der Zeit, die große Nacht, die Nacht der Verblendung, die Furchtbare, die Herrin der Götter, Hrī – die scheue Würde – und Buddhi, deren gutes Kennzeichen Erkenntnis ist.
35.NVS.13: Schamhaftigkeit, Gedeihen, Zufriedenheit, Frieden und Geduld; die Schwertträgerin, die Dreizackträgerin, die Furchtbare, die Keulenträgerin und die Radträgerin.
35.NVS.14: Die Muschelträgerin, die Bogenträgerin, die mit Pfeil, Bhuśuṇḍī-Waffe und Eisenkeule Bewaffnete; die Sanfte, die noch Sanftere, die Schöne und die Transzendente.
35.NVS.15: Die Höchste, die höchste Herrin, die das Selbst alles Seienden und Nichtseienden ist; die Frau, die Segensreiche, die Löwenreiterin, Ambikā und Bhadrakālikā.
35.NVS.16: Caṇḍikā, die Mutter der Welt, die Bezwingerin Mahiṣāsuras, die Kraft des Selbst, die aus allen Gottheiten Bestehende, das Vertrauen und die aus den Guṇas Bestehende.
35.NVS.17: Die Stütze von allem, die Unentfaltete, die Ursprüngliche, die aus Wort beziehungsweise Klang Bestehende; die Kummer um den Lebensunterhalt beseitigt; Einsicht, Durgā und das Schiff über den Ozean des Daseins.
35.NVS.18: Die Ungebundene, die allein im Herzen des Feindes Kaiṭabhas wohnt; Gaurī, die stets weichherzige Göttin und die den Göttern Gaben Verleihende.
35.NVS.19: Devī, Mahādevī, Śivā, Bhadrā, Raudrā, die Trägerin, das Mondlicht und die Mondgestaltige.
35.NVS.20: Glück, die Segensreiche, Gedeihen, Vollendung, die Wirkende; Nairṛtī, die Lakṣmī der Könige und Śarvāṇī.
35.NVS.21: Durgā, die über Schwierigkeiten Hinüberführende, die Essenz, die alles Bewirkende, Schönheit, Ganzheit, die Rauchfarbene, die überaus Sanfte und die überaus Furchtbare.
35.NVS.22: Die Grundlage der Welt, Kṛṣṇā, Viṣṇus Māyā, Bewusstheit, die Gestalt der Erkenntniskraft, die Gestalt des Schlafes und Hunger.
35.NVS.23: Die Gestalt des Schattens, der Kraft, des Durstes, der Geduld, des Geborenwerdens und der Schamhaftigkeit.
35.NVS.24: Die Gestalt des Friedens, des Vertrauens, der Schönheit, des Glücks, des Lebensunterhalts und der Festigkeit.
35.NVS.25: Die Gestalt des Erinnerns, des Mitgefühls, der Zufriedenheit, des Gedeihens, der Mutter und des Irrtums.
35.NVS.26: Die Ursache des Guten, Pārvatī, Kauśikī, Kālikā, Ugracaṇḍā, Kṛṣṇā und die im Himalaya Wohnende.
35.NVS.27: Die Bezwingerin Dhūmralocanas, die Schwertträgerin, die Schlingenträgerin, die einen vielfarbigen Khaṭvāṅga-Stab trägt und mit einer Girlande aus Menschen[schädeln] geschmückt ist.
35.NVS.28: Die mit Pantherfell Bekleidete, durch ausgetrocknetes Fleisch überaus Furchtbare, die mit sehr weit geöffnetem Mund und mit heraushängender Zunge Erschreckende.
35.NVS.29: Die mit eingesunkenen roten Augen, deren Klang die Himmelsrichtungen erfüllt; die Furchtäugige, die Furchtgestaltige und die Bezwingerin Caṇḍas und Muṇḍas.
35.NVS.30: Die weltbekannte Cāmuṇḍā, Brahmāṇī, die den Brahman verkündet; Māheśvarī, die auf dem Stier reitet und den vortrefflichen Dreizack trägt.
35.NVS.31: Die mit großen Schlangen als Armreifen und mit der Mondsichel Geschmückte; Kaumārī, die den Speer in der Hand trägt und den vortrefflichen Pfau als Reittier hat.
35.NVS.32: Die Gestalt Guhas, Vaiṣṇavī, die auf Garuḍa sitzt und Muschel, Rad, Keule, Śārṅga-Bogen und Schwert in den Händen hält.
35.NVS.33: Vārāhī, Nārasiṃhī, die Nṛsiṃha gleicht; die mit furchtbarem Ruf, deren schleudernde Mähne die Sternenscharen auseinanderwirft.
35.NVS.34: Die Vajra-Trägerin, Aindrī, die auf dem König der Elefanten sitzt, die Tausendäugige und die Gestalt Śakras.
35.NVS.35: Die furchtbare, überaus gewaltige Kraft, die wie hundert Schakale heult; die Unbesiegte und Śivadūtī.
35.NVS.36: Kātyāyanī, die Bezwingerin Raktabījas, Caṇḍaghaṇṭikā, die Achtzehnarmige, die Gewaltige und die Bezwingerin des Asuras Niśumbha.
35.NVS.37: Die Bezwingerin Śumbhas, die das Leid der Zufluchtsuchenden beseitigt; die Herrin des Alls, die tragende Grundlage und die Erdgestaltige.
35.NVS.38: Die Wassergestaltige, die Erquickende, die von unüberschreitbarer Kraft, die von grenzenloser Kraft und die Gestalt des Keims.
35.NVS.39: Die Verblendende, das Wissen, die Himmel und Befreiung Verleihende, die in den Herzen aller Menschen Wohnt; Nārāyaṇī und Śivā.
35.NVS.40: Die Gestalt der Zeiteinheiten Kalā, Kāṣṭhā und der weiteren; die Verwandlung Bewirkende; die Segensreichste unter allem Segensreichen, die Heilvolle und die alle Lebensziele Erfüllende.
35.NVS.41: Die Zuflucht Gewährende, die Dreiäugige, Gaurī, die aus Schöpfung, Erhaltung und Auflösung Bestehende; Kraft, die Immerwährende und die Grundlage der Guṇas.
35.NVS.42: Die aus den Guṇas Bestehende, die Gestalt Nārāyaṇas und die ganz dem Schutz der bedrängten, leidenden Zufluchtsuchenden Zugewandte.
35.NVS.43: Die alles Leid Beseitigende, die Göttin, die Gestalt Viṣṇus, die über das Höchste hinausgeht; die im von Schwänen getragenen Himmelswagen sitzt und Brahmāṇīs Gestalt annimmt.
35.NVS.44: Die Kuśa-Wasser, Klinge, Dreizack, Mond und vortreffliche Schlange trägt; die auf dem großen Stier reitet und Māheśvarī heißt. Die Aufzählung im ersten Halbvers ist in der Druckform bewahrt; die Lesung des Wassergefäß- beziehungsweise Kuśa-Ausdrucks ist unsicher.
35.NVS.45: Die mit dem Schutz der drei Welten Verbundene, die eine vortreffliche Krone trägt, die Vṛtra das Leben nimmt und Śivadūtīs Gestalt besitzt.
35.NVS.46: Die Bezwingerin der Daityas, die von großer Stärke, von furchtbarer Gestalt und gewaltigem Ruf; die mit hauerbewehrtem Gesicht und Schädelgirlande Geschmückte.
35.NVS.47: Cāmuṇḍā, die Muṇḍa zerschmettert; Lakṣmī, Schamhaftigkeit, großes Wissen, Vertrauen, Gedeihen und die stets Beständige.
35.NVS.48: Die große Nacht, das große Wissen, Einsicht, Sarasvatī, die Vortreffliche, die Wohlergehen schenkt; die Dunkle und die Herrin der Bestimmung.
35.NVS.49: Die überall Hände und Füße, überall Augen, Köpfe und Gesichter, überall Ohren und Geruchssinn besitzt und alle Gestalten ist.
35.NVS.50: Die Herrin von allem, die Gestalt von allem, mit allen Kräften versehen; die alle Krankheiten beseitigt und alles Gewünschte verleiht.
35.NVS.51: Die das Selbst des Alls ist, von den Herren des Alls verehrt, Fehlhandlungen beseitigt und die aus der Reifung von Unheil hervorgehende Bedrängnis vernichtet.
35.NVS.52: Die das Leid der Welt beseitigt, den drei Welten Gaben verleiht, im Haus Nandagopas geboren und aus Yaśodās Schoß hervorgegangen ist.
35.NVS.53: Die im Vindhya-Gebirge wohnt, von furchtbarer Gestalt, mit roten Zähnen und granatapfelblütengleich; die nicht aus einem Schoß Geborene und die Hundertäugige.
35.NVS.54: Bhīmā, Śākambharī, Durgā, die Bezwingerin der Dānava-Herrscher; Mahākālyā, Mahākālī, Mahāmārī und die aus ihr Hervorgegangene. Die Doppelung Mahākālyā/Mahākālī bleibt in der gedruckten Form stehen.
35.NVS.55: Lakṣmī, die Wachstum Verleihende, die Ewige, die Kinder und Enkel Mehrende; Śailaputrī und Brahmacāriṇī.
35.NVS.56: Caṇḍaghaṇṭā, Viśālākṣī, Kūṣmāṇḍā, die Mutter des Veda; Skandamātā, Gaṇeśī, Virūpākṣī und Ambikā.
35.NVS.57: Mahāgaurī, die von großer Wirkkraft und von gewaltiger Stärke und Tapferkeit. Dreihundertsechzig beträgt die Zahl der Kräfte, o Śivā.
35.NVS.58: Bei der Verehrung jedes Umkreises werden vierzig Kräfte verehrt, danach im Bindu-Cakra alle zusammen.
35.NVS.59: Mit Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht, Speisegaben und Sandel; mit der Verehrung von Mädchen sowie mit heilsamer Verehrung von Yogis und Yoginīs –
35.NVS.60: – mit Bali-Gaben, Feueropfern und der Bewirtung von Brahmanen erfreue man [die Göttin]. Die Grundvidyā wird in allmählich steigender Zahl rezitiert.
35.NVS.61: Die Lesung des Devīmāhātmya soll hundertundeinmal vollzogen werden. Wer auf diese Weise jedes Jahr fortgesetzt mit Hingabe verehrt –
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Nachdem er Genüsse erfahren hat, soll er am Ende die Vereinigung mit der Göttin erlangen. Danach steht eine Punktlücke im Druck.
Die sechzehn Nityās als Welt und Zeit
Zitat aus dem Śrītantrarāja, Kapitel 28. Abschnitt 35.NLK; neue Zählung.
35.NLK.1: Nun erläutere ich dir, wie die sechzehn Nityās das Wesen der Welten sind. Aus ihnen besteht das ganze All mit allem Beweglichen und Unbeweglichen.
35.NLK.2: Die Durchdringung von Zeit und Mātṛkā habe ich dir bereits erklärt. Ebenso [stehen] Mātṛkā und Welt durch die Verbindung von Bezeichnetem und Bezeichnung [in Beziehung].
35.NLK.3: Nun werde ich dir die Durchdringung von Zeit und Welt genau erklären. Die Nityās sind die Gestalten jener Zeit, von der dieses All abhängt.
35.NLK.4: Die sechzehnfache Gestalt der Zeit ist sichtbar: im Zunehmen und Abnehmen des Mondes sowie in der ursprünglichen Kalā.
35.NLK.5: Die Gestalt der Welt und ihr Maß, ebenso das entsprechende Zeitrad, ihre gegenseitige Beständigkeit, Durchdringung und Lage –
35.NLK.6: – die Stellung der Nityās in den Welten, deren Maße, die Gestalt ihres Schutzgewandes und die Mātṛkā-Gestalt der Grahas: Höre dies in der genannten Reihenfolge. Das zusammengesetzte Wort bei „Schutzgewand“ ist im Druck nicht eindeutig.
35.NLK.7: In der Mitte der Erde steht der goldgestaltige Berg Meru. Rings um ihn liegt die Erde; ihre seitliche Ausdehnung wird mit fünfzig Hunderten Yojanas angegeben.
35.NLK.8: Sie ist von sieben Meeren aus Salz[wasser], Zuckerrohrsaft, Wein, Ghee, Dickmilch, Milch und Wasser sowie ebenso vielen Inseln umgeben, die jeweils doppelt so groß sind –
35.NLK.9: – [bis zum] äußeren Wasserring. Die Angabe des mittleren Ausdehnungsmaßes und der äußeren Seiten setzt sich in einer gedrängten, nicht völlig eindeutigen Konstruktion fort.
35.NLK.10: Außen kreist das Zeitrad, bewegt durch den Hauch der höchsten Śakti, stets nach Westen und unten in der als apasavya bezeichneten Richtung.
35.NLK.11: Es besitzt acht entsprechende Bahnen und zwölf leuchtende Speichen in den Gestalten der Tierkreiszeichen von Widder an.
35.NLK.12: Auf diesen Bahnen stehen die sieben Grahas, nach Osten gewandt. Nach den zuvor genannten Zeiten der Tierkreiszeichen bewegen sie sich auf- und abwärts –
35.NLK.13: – und durch ihren Lauf besteht die Ordnung der Welten. Auf dem Meru in der Mitte weilt stets Lalitā von großem Glanz.
35.NLK.14: Rings um ihn befinden sich vierzehn weitere [Nityās] innerhalb der Wasserbereiche. Außerhalb, im höchsten Raum, steht Citrā als letzte.
35.NLK.15: Vom ersten Jahr des Kṛta[-Zeitalters] an sind sie jährlich so angeordnet. Im zweiten und den weiteren Jahren vollziehen sie der Reihe nach ihre Wechsel –
35.NLK.16: – sodass im sechzehnten Jahr Lalitā im höchsten Raum und Citrā im Wasserozean steht. Auf diese Weise wechseln ihre Positionen.
35.NLK.17: Ebenso verfahren sie in den übrigen Yugas in der beschriebenen Gestalt; auch in den Kalās, o Herrin, von der Mitte bis zum höchsten Raum –
35.NLK.18: – durchlaufen sie diese Wechsel. Die mittlere bewegt sich mit einem eigenen Anteil, die übrigen gehen jeweils selbst an ihre Orte. Der genaue Satzanschluss der mittleren Form bleibt knapp.
35.NLK.19: So vollziehen sie ihren Wechsel entsprechend der Zeitordnung. Wenn zeitlich und räumlich eine Einheit im Cakra entsteht –
35.NLK.20: – dann seien die Könige gerecht, Regen komme zur rechten Zeit, die Menschen seien glücklich und gesund und die Jahreszeiten rechtzeitig. Dies ist die kosmologische Verheißung des Textes.
35.NLK.21: Auf der äußeren Bahn des Zeitrads stehen die Sterne; außerhalb davon liegt der höchste Raum, wo die letzte [Nityā] steht.
35.NLK.22: Auch diese Anordnung gehört der Reihe nach zu den sechzehn Nityās. So werden Raum und Zeit als aus ihnen bestehend erklärt.
35.NLK.23: Diejenige, die durch das Zusammentreffen von Ort, Jahr und Mondtag zur Einheit gelangt, soll besonders verehrt und ihr Mantra zum Erlangen aller Ziele rezitiert werden.
35.NLK.24: Wird zu diesen Zeiten ihre Vidyā unterwiesen, soll ihre Gegenwart entstehen; aus dem Zusammentreffen der drei wird große Kraft hergeleitet.
35.NLK.25: Die zeitlich zuständige [Nityā] verehrt man am eigenen Geburtstag des Jahres, die räumlich zuständige am Vollmond jenes Monats, o Śivā.
35.NLK.26: Wer dies jährlich vollzieht, den sollen Lakṣmī und Ruhm niemals verlassen. Langes Leben, Gesundheit, Wissen und Glück werden ihm zugesprochen.
35.NLK.27: Könige, Menschen, Frauen und andere Lebewesen sollen ihn achten; durch die Verehrung sollen sich für ihn alle Mantras vollenden.
35.NLK.28: Jambū, Plakṣa, Śālmalī, Kuśa, Krauñca, Śāka und Puṣkara sind der Reihe nach die Gewächse der sieben Inseln.
35.NLK.29: Nach ihren Namen sind die jeweiligen Inseln benannt. Mit diesen Namen verehrt man die betreffende Insel und dort –
35.NLK.30: – die jeweilige Nityā zur jeweiligen Zeit. Dem so Verehrenden wird zugesprochen, in der Welt ohne Gleichen und ohne Höheren zu sein.
35.NLK.31: In der Mitte liegt die Erde, um sie das Zeitrad, außen der grenzenlose große Raum, in dem diese beiden bestehen.
35.NLK.32: Die Erde steht fest in der Mitte des unablässig kreisenden Rades. Die Grahas haben darin ihren Wohnort und ihren bestimmten Lauf.
35.NLK.33: Die einzige Ursache ist dein Wille, höchste Herrin. Eine andere Stütze für beide gibt es nirgends.
35.NLK.34: Außerhalb beider, im höchsten Raum, liegen an einem Ort vier Meere. An ihrem Ufer wird die zuvor beschriebene ebergesichtige Pañcamī [meditiert] –
35.NLK.35: – im Wasser Kurukullā, auf einem Boot sitzend, mit reinem Lächeln. In der Mitte liegt eine große Insel aus neun Juwelenarten –
35.NLK.36: – mit einem Garten von Wunschbäumen, dessen Gestalt von den sechs Jahreszeiten bedient wird. Darin wird [die Göttin] von unzähligen Musik-Kräften verehrt –
35.NLK.37: – die unablässig mit Gesang, Instrumentalspiel und Tanz beschäftigt sind. Sie wird erfreut; ihr Blick ist vom strahlenden Rausch sanft verlangsamt.
35.NLK.38: Auf einem Juwelenthron in der Mitte eines Juwelenpavillons lächelt sie rein und freut sich am Hören der Lieder der Scharen ihrer Kräfte.
35.NLK.39: Ihre Gestalt ist von der Freude am Genuss des von selbst entstandenen Nektars erfüllt. Mit einem vor Mitgefühl und seliger Erregung geröteten Seitenblick betrachtet sie den gut Übenden.
35.NLK.40: Ringsum stehen Elefanten, mit Schmuck, Ohrgehängen, Wedeln und weiterem Zierat glänzend ausgestattet, und ebenso geschmückte Pferde –
35.NLK.41: – die ihr von den Kräften vorgeführt werden. Sie sieht sie mit grenzenloser Festfreude und wird ringsum von den ihr gleichen Nityās bedient.
35.NLK.42: Ihr Verehrer soll allmählich eine ihr gleiche Gestalt erlangen, sie erfreuen und in ihrer Nähe wohnen.
35.NLK.43: Die wunderbare Insel aus neun Juwelenarten ist zehn Millionen Yojanas breit und ebenso lang; Meere von entsprechendem Maß umgeben sie.
35.NLK.44: Der folgende Maßabschnitt nennt ein Drittel und den Glanz von tausend Sonnen. Im mittleren Drittel dieser Juweleninsel liegt der Pavillon –
35.NLK.45: – dessen Bereiche wie Millionen Sonnen leuchten. Wer die von unzähligen Kräften umgebene Göttin so meditiert, soll ein vortrefflicher Mensch werden. Die Verschachtelung der Drittelmaße bleibt im Druck nicht völlig eindeutig.
35.NLK.46: Nach solcher Meditation verehrt man die Göttin mit der beschriebenen höchsten Hingabe. Der Mensch soll die grundlegende Unwissenheit des Daseinskreislaufs ablegen und seine Sinne beherrschen –
35.NLK.47: – kundig und in den Künsten erfahren werden, glücklich, innerlich ungebunden, frei von Fehlhandlungen, zu Gutem geneigt sowie von Wahrhaftigkeit und Geradheit erfüllt –
35.NLK.48: – ein Lehrer, in der eigenen Überlieferung erfahren und von allen geachtet. Rings um ihn soll ein Bereich von einem Yojana reinigend wirken.
35.NLK.49: Wer ihn sieht, mit ihm spricht oder ihn berührt, soll durch das Schwinden schlechter Handlungen davon frei und ihm gleich werden. Dies gehört zu den religiösen Verheißungen der Passage.
35.NLK.50: Was außerhalb von Zeitrad, Nityā und Welt besteht, ist raumartig, ohne Anfang und Ende: Es ist das aus Bewusstsein bestehende Wesen von uns beiden.
35.NLK.51: Wer die so erklärte ganze Herrlichkeit der Nityās erkennt, wird als schon im Leben befreit bezeichnet. Dies habe ich dir gesagt.
Es folgt ein Zitat aus dem Mātṛkārṇava.
Fünf Formen der Ṣoḍaśī-Verehrung
Zitat aus dem Mātṛkārṇava. Abschnitt 35.SPV; neue Zählung.
35.SPV.1: Höre, Göttin, ich werde die große Verehrung der Śrīvidyā erläutern: die mit Ramā beginnende Ṣoḍaśī-Vidyā und die mit Parā beginnende –
35.SPV.2: – die mit Kāma, die mit Vāc und die mit Śakti beginnende Ṣoḍaśī. So wird sie im Kula-Āgama fünffach genannt.
Ein unnummerierter Halbvers erklärt, dass für die jeweilige Vidyā-Verehrung die entsprechende Verehrungsvorschrift gilt; danach steht eine Punktlücke. Die Prosa erläutert: An den Anfang der bezeichneten Ṣoḍaśī-Vidyā wird jeweils das entsprechende Bīja gesetzt; so ergibt sich die jeweilige Ṣoḍaśī.
Die mit Ramā beginnende Ṣoḍaśī
35.SPV.3: Für die Verehrung der mit Ramā beginnenden Ṣoḍaśī sind Kräfte genannt. Ich werde sie dir der Reihe nach erklären; höre, Göttin.
35.SPV.4: Anantā, die Grenzenlose; Aprameyā, die Unermessliche; Kamalā, Kāminī, Kalā, Kāntā, Kāmagā und Kalikalmaṣanāśinī, die die Befleckung des Kali-Zeitalters beseitigt –
35.SPV.5: – Siddhalakṣmī und Rājyalakṣmī: Diese werden an den Plätzen der Siddhis verehrt. [Es folgen:] Kṣobhiṇī, die Erschütternde; Drāviṇī, die Schmelzende; Unmādinī, die Berauschende; Vaśinī, die Beherrschende –
35.SPV.6: – Ākarṣiṇī, die Heranziehende; Khecarī; Madanāturā, die von Liebe Bewegte; Sarvabījamayī, die aus allen Keimlauten besteht; Sarvayonirūpā, die Gestalt aller Ursprünge; und Manonmanī.
35.SPV.7: Diese zehn Kräfte werden an den Mudrā-Plätzen verehrt. [Es folgen:] Rañjanī, die Erfreuende; Rāgaśīlā, die Leidenschaftliche; Rājasī und Ratirāgiṇī –
35.SPV.8: – Tāmasī, Sāttvikī, Saumyā, die Sanfte, und Krūrā, die Scharfe: Diese acht Mütter werden an den Mātṛkā-Plätzen verehrt. So vollzieht man den ersten Umkreis.
35.SPV.9: Im Sechzehneck verehrt man die bereits genannten sechzehn Mond-Kalās. Im Achteck: Madonmattā, die vom Rausch Erfüllte; Manmathārtā, die von Liebe Bedrängte; Manasvinī, die Geistvolle –
35.SPV.10: – Mātaṅgī, Madanā, Mattā, Madavihvalā und Manovegā, die schnell wie der Geist ist. Nach ihrer Verehrung folgen im Vierzehneck –
35.SPV.11: – Indrāṇī, Śarvāṇī, Śāṅkarī, Śaśiśekharā, die Mondbekrönte; Icchāvatī, die Willensvolle; Kāmacārā, die sich nach Wunsch bewegt; Gaganāvatī –
35.SPV.12: – Lāsyapriyā, die den anmutigen Tanz liebt; Lalāmā, Candrahāsā, Cārvaṅgī, die von schönen Gliedern; Cārucaritā, die von schönem Wandel; Capalā und Cārubhūṣaṇā, die schön Geschmückte.
35.SPV.13: In den beiden Zehnecken verehrt man Jīvanā, Ratisundarī, Hāvarūpā, die Gestalt anmutiger Gebärden; Bhāvarūpā, die Gestalt des inneren Empfindens; Vīṇāpustakadhāriṇī, die Vīṇā und Buch trägt –
35.SPV.14: – Khaḍginī, die Schwertträgerin; Bāṇinī, die Pfeilträgerin; Āhlādinī, die Erfreuende; Kusumapriyā, die Blumen liebt; Bālā, Ambā, Viśālākṣī, Sukhārādhyā, die leicht beziehungsweise freudig Verehrbare; Sukhotsukā, die nach Glück Verlangende –
35.SPV.15: – Bhaktipriyā, die Hingabe liebt; Vedagarbhā, Vicitrā, Surasundarī, Haṃsinī und Kolavaktrā, die Ebergesichtige. Danach verehrt man im Achteck die folgenden –
35.SPV.16: – Brāhmī, Sarasvatī, Vāṇī, Vāgvādinī, Bhāratī, Nakulī, Bhāṣā und Śrutismṛtivibodhinī, die Erkenntnis von Śruti und Smṛti vermittelt.
35.SPV.17: In den Zwischenräumen werden wie zuvor die Waffengottheiten verehrt; in den Dreiecken Vāmā, Jyeṣṭhā und Raudrī.
35.SPV.18: So ist dir, Gute, die vortreffliche Śrīcakra-Verehrung erklärt. Zuerst wird die geordnete Grundverehrung vollzogen, danach die hier genannte.
35.SPV.19: Dies ist die Folge für die Verehrer der mit Ramā beginnenden Ṣoḍaśī-Vidyā. Wer diese vortreffliche Śrīcakra-Folge täglich vollzieht –
35.SPV.20: – soll hier alle Genüsse erfahren und die Vereinigung mit der Göttin erlangen. Nun werde ich, Maheśānī, die Verehrung der mit Parā beginnenden [Ṣoḍaśī] erklären.
Die mit Parā beginnende Ṣoḍaśī
35.SPV.21: Māyā, Lajjā, Prabhā, Jyotsnā, Mahocchuṣmā, Mahāniśā, Kamanīyā, Kalā, Kāntā, Kambukaṇṭhī und Kalāvatī.
35.SPV.22: Vareṇyā, Varadā, Bālā, Pāvanī, Parātparā, Bhavānī, Bhāvukā, Bhavyā und Bhavabandhavimocinī, die von der Bindung an den Daseinskreislauf befreit.
35.SPV.23: Pāśinī, die Schlingenträgerin; Pāśavicchedā, die Fesseln durchschneidet; Vāṇinī, Śāradā, Śivā, Acintyānandacaritā, deren Wirken unvorstellbare Glückseligkeit ist; Tāriṇī, die Hinüberführende, und Dharmavikramā.
35.SPV.24: Īśvarī, Kautukaprītā, Durgā, Kātyāyanī, Parā, Urvaśī, Daityahantrī, Padmā, Padmāvatī und Śivā.
35.SPV.25: Svāhā, Svadhā, Vaṣaṭkārā, Śraddhā, Prītimanoramā, Manoharā, Mahāmāyā, Māninī und Mānapoṣaṇā.
35.SPV.26: Ajitā, die Unbesiegte; Ūrjitā, die Kraftvolle; Anantā, die Grenzenlose; Uṅkārā, Sāmagapriyā, Abhedyā, Nītirakṣā, Jñānadā, die Wissen gibt, und Bhaktavatsalā, die ihren Verehrern Liebevolle.
35.SPV.27: Niravadyā, die Makellose; Viśokā, die Trauerlose; Varadā, Kāmarūpiṇī, Kaulinī, Kaulikaprītā, Kulīnā und Kūrmārūpiṇī. Die Liste setzt sich auf Seite 832 fort.
35.SPV.28: Die Gestalt von Grundlage und Getragenem, die den Kula-Weg erhellt; die an den drei Liṅga-Orten Stehende, Liṅginī und Liṅgarūpiṇī.
35.SPV.29: Die Unwissenheit Beseitigende, die Furchtgesichtige, die Glückbringende, die Glück Verleihende; die von Sein und Nichtsein Freie, die jenseits der Guṇas und die aus den Guṇas Bestehende.
35.SPV.30: Dhāraṇī, Dharmatanayā, die Freigebige, die dem Mitgefühl Zugewandte; die in drei Lauten Stehende, die im Sechseck Wohnt und die im Bindu Wohnt.
35.SPV.31: Yoginī, die durch Yoga Erreichbare, die Yoga-Glieder und die Gestalt des Yoga; die dem Vedānta Zugängliche, die zu Erkennende, die Zeit Überwindende und die den Kula-Abschluss Bewirkende. Der letzte Name Kulāntakā wird in seiner möglichen Mehrdeutigkeit bewahrt.
35.SPV.32: Vajreśvarī, Kāmeśī, Mahāvidyā, Mahābhayā, Tripurā, Tripureśī, Sundarī und Bhagamālinī.
35.SPV.33: Die im Neuneck Wohnt, die Ewige, die Dreiguṇige und die aus den drei Guṇas Bestehende: Alle diese in den neun Umkreisen stehenden Kräfte werden wie zuvor der Reihe nach verehrt.
Die mit Kāma beginnende Ṣoḍaśī
35.SPV.34: Höre, Ambikā, die Kräfte der mit Kāma beginnenden Ṣoḍaśī-Vidyā: Kāmeśī, Kāmarūpā, Kulakāntā und Kalāvatī.
35.SPV.35: Kaumodinī, Rati, Jyeṣṭhā, Śraddhā, Prīti, Dhṛti, Mati, Kālī, Kalātmikā, Kāmyā, Kāmyadā, Kāmagā und Satī.
35.SPV.36: Sārā, Sarveśvarī, Saumyā, Sādhvī, Satyā, Sanātanī, Ṛddhi, Siddhi, Śuddhi, Buddhi, Tandrā, Kṣudhā und Jarā: Unter den Namen stehen Essenz, Wahrheit, Vollendung und Einsicht ebenso wie Schläfrigkeit, Hunger und Alter.
35.SPV.37: Jalajā, Jātiśīlā, Jāgarā, Rāgavarjitā, Jayā, Vijayā, Aparājitā und Kusumāyudhā, die mit Blumen Bewaffnete.
35.SPV.38: Ādyā, Vidyā, Mahāvidyā, Mahāvegā, Madoddhatā, Bhujaṅgabhūṣaṇā, Raudrī und Naramālāvibhūṣaṇā, die mit einer Menschengirlande Geschmückte.
35.SPV.39: Āryā, Himācalasutā, die Tochter des Himalaya; Vindhyaśailanivāsinī, Pīṭhagā, Pīṭhanilayā und Kāmarūpakṛtālayā, die in Kāmarūpa ihren Wohnort hat.
35.SPV.40: Kaumārī, Karkaśā, Kruddhā, Gaṇeśī, Gaṇavanditā, Bhadrā, Bhadrāvatī, Bhavyā, Bhairavī und Bhairavapriyā.
35.SPV.41: Bhāvagamyā, die durch inneres Empfinden Erreichbare; Bhavadhvaṃsinī, die den Daseinskreislauf auflöst; Acintyā, Acintyavaibhavā, Nārāyaṇī, Bhadrakālī, Vaiṣṇavī und Viṣṇupūjitā.
35.SPV.42: Vārāhī, Nārasiṃhī, Bhīmā, Bhīmāṭṭahāsinī, Viśālā, Vimalā, Bālā, Parā und Trailokyamātṛkā, die Mutter der drei Welten.
35.SPV.43: Bhagavatī, Apradhṛṣyā, Bhagamālā, Bhagodarī, Madirā, Madirānandā, Mahiṣī und Mahiṣāntakī, die den Büffeldämon überwindet.
35.SPV.44: Kadambavanamadhyasthā, die inmitten des Kadamba-Waldes steht; Kirātī, Kīrtiśālinī, Abhaṅgurā, Viśvamūrti, Viśvā und Viśvaikavanditā.
35.SPV.45: Vīrā, Vīreśvarī, Vīravanditā, Vimalaprabhā, Kapālinī, Kāmacārā, Kāminī und Kāmadāyinī.
35.SPV.46: Wille, Wissen und Handeln werden mit Sorgfalt verehrt. Nun werde ich dir, Göttin, der Reihe nach die Kräfte der mit Vāc beginnenden Ṣoḍaśī nennen.
Die mit Vāc beginnende Ṣoḍaśī
35.SPV.47: Vāgbhavā, Varadā, Vāṇī, Śānti, Kṣānti, Kriyā, Dayā, Marīci, Aṅgirā, Prajñā, Sṛṣṭi, Śraddhā und Sannati. Die Namen verbinden Sprache mit Frieden, Geduld, Handeln, Mitgefühl, Erkenntnis und Vertrauen.
35.SPV.48: Guṇapriyā, Guṇārādhyā, Vāṇī, Bhāṣā, Sarasvatī, Brahmāṇī, Brahmavandyā, Brāhmī und Brahmavādinī.
35.SPV.49: Die mit weißen Girlanden und Gewändern, die ganz Weiße, die weiß Geschmückte, die in der Mitte der Mondscheibe Stehende und die mit der Mondsichel Glänzende.
35.SPV.50: Candrikā, Cārubhūṣā, Kauberī, Kālākalyadā [unsichere Namenslesung], die Gestalt von Bezeichnetem und Bezeichnung, die durch Erkenntnis Erreichbare und die von mächtigen Eigenschaften.
35.SPV.51: Geyādyā, Geyarūpā, Gīrvāṇavaravanditā, Bhoginī, Bhogirūpā, Bhūteśī und Bhūtarūpiṇī.
35.SPV.52: Bhuvanānandinī, Bhūmi, Bhuvanavyāpinī und Hyajā beziehungsweise Ajā nach unsicherer Worttrennung; Pragalbhā, Prauḍhacaritā und die dem Sinn von Veda und Lehrschriften Zugängliche.
35.SPV.53: Die durch Vedānta zu Erkennende, Sīmantinī, Aṅkuśinī, Akhilātmikā, Śukahastā, Śukārādhyā, Śyāmalā und Caṇḍavikramā.
35.SPV.54: Cāmuṇḍā, Caṇḍikā, Durgā, Bhāvanī, Bhāvagocarā, Jṛmbhiṇī, Mohinī, Caṇḍā, Rañjinī und Vaśinī.
35.SPV.55: Bandhinī, Buddhirakṣā, Budharūpā, Budhārcitā, Sāmagānaratā, die am Sāman-Gesang Freude hat; Nityā, Caturā und Caturānanā, die Viergesichtige.
35.SPV.56: Jāḍyahantrī, die geistige Starre beseitigt; Janārādhyā, Tārā, Nīlasarasvatī, Kurukullā, Vāgvādinī, Ānandā und Nandagopajā.
35.SPV.57: Nandinī, Nādarūpā, die Gestalt des Klanges; Nalinī, Nalinapriyā, Pāvinī, Paramāhlādinī, Āsurī und Surapūjitā.
35.SPV.58: Sumanā, Unmanā, Gānapriyā, Kalyāṇadāyinī, Mahanīyaguṇā, Ratnabhūṣaṇā und Janarañjinī: die Wohlgesinnte, die über den gewöhnlichen Geist Hinausgehende, die Gesang liebt, Heil verleiht, ehrwürdige Eigenschaften besitzt, Juwelenschmuck trägt und die Menschen erfreut.
35.SPV.59: Munisevyā, Modamānā, Māninī, Malavarjitā, Mandārakusumaprītā und Bandhūkakusumāruṇā: von Weisen verehrt, freudig, würdevoll, frei von Befleckung, Mandāra-Blüten liebend und rot wie die Bandhūka-Blüte.
35.SPV.60: Vṛndā, Vṛndārakanutā, Bṛṃhitā und Aśvamukhī. Wie zuvor soll die Verehrung in den neun Umkreisen vollzogen werden. Der dritte Name ist lokal unsicher.
Die mit Śakti beginnende Ṣoḍaśī
35.SPV.61: Ich werde die Kräfte der mit Śakti beginnenden Ṣoḍaśī zusammenfassend nennen, von denen diese Welt, die drei Welten mit Beweglichem und Unbeweglichem, durchdrungen ist.
35.SPV.62: Kraft, die Höchste, Vasumatī, Viśvādyā, die Mutter des Alls, die aus den fünf Elementen Bestehende, die Lebenshauch verleiht und Wesen hervorbringt.
35.SPV.63: Die Herrin des Alls, die das All zurücknimmt, Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt; der Ursprung des Alls, die Mutter der Welt und die von Sein und Nichtsein Freie.
35.SPV.64: Die Göttin der Durchdringung, die Lenkerin der Welt, Unterscheidung, die Kraftmehrende, die Gestalt des Messbaren, das Erkennbare, die durch Erkenntnis Erreichbare und das Rätsel.
35.SPV.65: Die Gestalt von Erkennendem, Erkennen und Erkanntem; die Wissen und verwirklichte Erkenntnis verleiht; die Erkannte, Urnatur, Einsicht und die im Erkenntnisvermögen der Gültigkeit Stehende. Der letzte Name ist philosophisch gedrängt und bleibt vorsichtig wiedergegeben.
35.SPV.66: Die Gestalt der Leere, die Gestalt der Nichtleere und die von Leere und Nichtleere Freie; die Gestalt des Bewusstseins, dessen Anteil, die Ununterschiedene und die ohne Begehren Tätige beziehungsweise Absichtslose.
35.SPV.67: Die ohne Stütze, die Gestaltlose, die jenseits der Guṇas und der Ursprung der Guṇas; die in der Sonnenscheibe steht und im Feuerkreis wohnt.
35.SPV.68: Die in der Mondscheibe steht und im Ājñā-Cakra wohnt, die über das äußerst Schwerzugängliche hinausgeht und den göttlichen Weg erhellt.
35.SPV.69: Die Freude am Nektartrinken hat, die Nektarhafte, die Essenz des Nektars, die aus Nektar Bestehende; die Gestalt des höchsten Selbst, Kuṇḍalinī und die von unermesslichem Glanz.
35.SPV.70: Die über die drei göttlichen Zustände hinausgeht und in den drei Zuständen wohnt, die den Zustand verleiht, durch ihn erreichbar ist und zwischen angemessenem und unangemessenem Ort beziehungsweise Zustand unterscheidet.
35.SPV.71: Saṃbhramā, Bhramarūpā, Vibhramā, Bhramavarjitā: Erregung, die Gestalt des Irrens, Verwirrung und Freiheit vom Irrtum; die Gestalt der Ruhe, die am Śṛṅgāṭa-Ort Wohnt und die in der Akatha-[Lautordnung] Spricht. Die letzte Bezeichnung Akathavādinī ist lokal unsicher.
35.SPV.72: Die Reine, die durch Reinheit Erkennbare, die die drei Befleckungen austrocknet; die Unentfaltete, die entfaltete Gestalt und die von Entfaltetem und Unentfaltetem Freie.
35.SPV.73: Die Vierte, die Tongestaltige, Kumārī, die ihren Verehrern Liebe; Girijā, die von Giriśa Verehrte und die von den Götterscharen Bediente.
35.SPV.74: Die Gestalt des Wachens, des Träumens und des Tiefschlafs; die von den drei Zuständen Freie, deren Wesen Bewusstsein und Glückseligkeit ist.
35.SPV.75: Haṃsinī, die Haṃsa-Gestaltige, mit einer Schädelgirlande geschmückt, von rötlichen Augen und rotem Schmuck, frei von Bedrängnis.
35.SPV.76: Die ihren Verehrern Liebe, die Befreiung schenkt, Genuss verleiht und das Wesen der Welt ist; die die Bindung an Geburt und Daseinskreislauf löst, die Mutter und die vom Wesen des Vaters.
35.SPV.77: Die Alter und Tod auflöst, die Lotusäugige, die Śiva Liebe; die Lebenskraft, die Mutter der Wesen, Sukeśinī und Kauśikī.
35.SPV.78: Die Gestalt der Hüllen, die reich Geschmückte, die Gestalt der Fülle, die Uralte, die wie der fleckenlose Mond leuchtet und Mudrā und Buch trägt.
35.SPV.79: Die Dreiäugige, Tripurā, die in drei Orten Steht, die dreifache Gestalt, die drei Formen, Tripurāmbā und Mahātripurasundarī.
35.SPV.80: Die fünffache Verehrung ist dir als äußerst geheim erläutert. Verborgen, verborgen und nochmals verborgen soll sie sorgfältig bewahrt werden.
Ein unnummerierter Halbvers schließt mit der Verheißung, dass der so verehrende Sterbliche dem Sprecher gleich werde. Danach steht eine Punktlücke. Es folgt ein Zitat aus dem Śrītantrarāja, Kapitel 30 ab Vers 43.
Das innere Opfer im Lebensfeuer
Zitat aus dem Śrītantrarāja, Kapitel 30 ab dessen Vers 43. Abschnitt 35.PAH; neue Zählung.
35.PAH.1: Höre nun, Geliebte, von der Vollendung durch das als höchstes bezeichnete Opfer: im Feuer des eigenen Mūlādhāra, das zur Spitze der Kuṇḍalinī gelangt –
35.PAH.2: – wird die Weltentfaltung in ihrer Gestalt von Bezeichnetem und Bezeichnung dargebracht. Durch dieses Opfer, o Göttin, soll man uns beiden gleich werden.
35.PAH.3: [Die Göttin bittet:] Erläutere mir jetzt genau dieses Verfahren, weiser Śambhu: den Sitz des Feuers im Ādhāra und die Lage der Kuṇḍalinī –
35.PAH.4: – ihre Gestalt und ihr ganzes Wirken, Herr, erkläre mir deutlich. [Antwort:] Höre, ich werde dir das Verfahren jetzt genau und ausführlich erläutern.
35.PAH.5: Als höchste Prāṇāgnihotra-Vidyā wird es im Yajurveda überliefert. Wer es erkennt, soll nicht wieder in den Schoß einer Frau eingehen.
35.PAH.6: Es ist frei von Aufwand und Mühe, unabhängig von anderem; ein Ort, an dem die Beschwerden des Geistes zur Ruhe kommen, frei von aller Befleckung –
35.PAH.7: – eine Stätte des Glücks, himmlisch, alles umfassend durch die Erkenntnis des als Bewusstsein Erkennbaren. Was hier nicht erläutert wird, wird im sechsunddreißigsten Kapitel deutlich –
35.PAH.8: – dargestellt; daher beschreibe ich hier nur einiges. Im Mūlādhāra befindet sich ein beständig aufleuchtendes Feuer –
35.PAH.9: – bei allen Lebewesen; ebenso die Sonne im Herzen und der Mond oben unterhalb des Brahmarandhra.
35.PAH.10: Die drei Abschnitte der ursprünglichen Nityā bestehen aus diesen dreien. Ihre Einheit soll im Geist vergegenwärtigt werden.
35.PAH.11: Durch Hin- und Hergehen ihrer wechselseitig hervorgebrachten Lichtkräfte, o Śivā, werden sie entfacht. Man erkennt die drei Lichter und meditiert als aus ihnen bestehend –
35.PAH.12: – die Welt, frei von unterscheidenden Vorstellungen und ohne ein Zweites, sowie den betreffenden [göttlichen Bezug]. Von den drei zuvor genannten Lautgruppen nimmt man der Reihe nach –
35.PAH.13: – jeweils eine, umrahmt sie mit den beiden anderen und bringt sie dar. Die Vokale werden von Sonnen- und Feuerlauten umschlossen und mit dem Tāra, dem Oṃ-Laut, verbunden –
35.PAH.14: – mit unbewegter innerer Haltung in das Feuer dargebracht, das durch Kuṇḍalinīs Mund geht. Ebenso werden der Reihe nach die Mondlaute zwischen Feuer und Sonne dargebracht.
35.PAH.15: Mit den Feuerlauten zwischen Mond und Sonne wird geopfert; ebenso mit den Feuerlauten zwischen Sonne und Mond.
35.PAH.16: Ferner mit den Sonnenlauten zwischen Mond und Feuer; ebenso zwischen Feuer und Mond.
35.PAH.17: Auch in der Umkehrung dieser sechzehn [Lautgruppen] wird geopfert. So wird mit den genannten Lauten ein zwölffaches inneres Opfer beschrieben.
35.PAH.18: Nach seinem Vollzug wird die ganze von ihnen bezeichnete Bedeutungswelt mit ihnen gleich. Das eigene Selbst wird lichtartig; dies ist auch unser beider Gestalt.
35.PAH.19: Andere Körpergestalten nehmen wir nach eigenem Willen an. Sie gleichen den Körpern anderer Gottheiten und stehen unter der Herrschaft des Willens.
35.PAH.20: Befreiung wird gerade als Beständigkeit des Einswerdens damit bezeichnet. [Die Göttin fragt:] Erläutere mir nun die Kuṇḍalinī deutlich, höchster Herr.
35.PAH.21: Ich werde sie dir beschreiben; höre, Höchste, das überaus wunderbare Geheimnis. Inmitten des feuerartigen Lichtes im Mūlādhāra –
35.PAH.22: – steht die Lebenskraft namens Kuṇḍalī in der Gestalt des Prāṇa. Sie gleicht einer schlafenden Schlange, dreifach gewunden und von großem Glanz.
Gedruckte Erläuterung zu den Lautopfern: Die Fußnote erläutert die fünf Verse ab „puṭitān“. Sechzehn Sonnenlaute von ka bis ta, Feuerlaute von sa bis tha in umgekehrter Folge und die Vokale von a an als Mondlaute werden miteinander umrahmt. Sie gibt für jede der sechs Anordnungen einige Anfangsbeispiele und ein Schlussbeispiel, keine vollständig ausgeschriebene Liste aller Kombinationen. Die Anordnungen sind Sonne–Mond–Feuer, Feuer–Mond–Sonne, Mond–Feuer–Sonne, Sonne–Feuer–Mond, Mond–Sonne–Feuer und Feuer–Sonne–Mond. Die eng gesetzten Bīja-Beispiele sind teilweise nicht sicher entzifferbar; sichtbare Lesungen und markierte Unsicherheiten stehen in den Sanskritfassungen. Eine vollständige neue Rezitationsliste wird daraus nicht konstruiert.
35.PAH.23: Mit Māyā als Haupt tönt sie und spricht unablässig das Dreifache in sich selbst aus. Sie befindet sich in der Mitte der Suṣumṇā. Wenn jemand beide Ohren –
35.PAH.24: – verschließt und ihren Klang nicht hört, wird dies als Todeszeichen bezeichnet. Die Lebenskraft Kuṇḍalinī aber, wenn sie ihre zusammengerollte Lage –
35.PAH.25: – verlässt und, vom Stab des eigenen Willens berührt, gerade wird, bewirkt die Wahrnehmung der Welt bei den Lebewesen. Andernfalls –
35.PAH.26: – besteht das eigene Selbst wie die Welt in nächtlicher Dunkelheit. Wer sie so im Körper durch die Weisung des Lehrers erkennt –
35.PAH.27: – erkennt das höchste Brahman, mich und dich. Dieser Übende gilt als schon im Leben befreit, gereinigt und mit ungebundenem Geist.
35.PAH.28: Er bleibt von Verdienst und Schuld unberührt, geht über Trauer und Freude hinaus, ist frei von Zuneigung und Abneigung und hat die Früchte aller Handlungen losgelassen.
35.PAH.29: Seine Zufriedenheit hängt von keiner äußeren Bedingung ab; sein Wollen steht unter eigener Führung. Er sorgt nur für den notwendigen Fortgang seines Körpers und bleibt gleichmütig bei Lob und Tadel.
35.PAH.30: Freund und Feind begegnet er mit Gleichmut; er besitzt gute Eigenschaften, guten Wandel und Mitgefühl. So wird in den Welten der schon im Leben befreite Übende beschrieben.
35.PAH.31: Ein anderer ist mit Freude der Verehrung und Hingabe an die Göttin zugewandt; mit der Zeit soll er an Vollendung teilhaben. Wieder ein anderer wird als dem Leiden ausgesetzt beschrieben.
Der Kommentar unterscheidet: Der erste ist bereits ein Jīvanmukta. Der zweite erlangt mit der Zeit Vollendung und wird ihm ähnlich. Der von diesen beiden verschiedenen Haltung wird das Ausgesetztsein gegenüber Leiden zugeschrieben.
35.PAH.32: Der Unverständige, durch viele Geburten bedrängt und durch den Stolz auf Wissen und Reichtum im Geist berauscht, soll in immer niedrigere Geburtsformen gelangen.
35.PAH.33: Hingabe an die Nityās entsteht, wenn schlechte Handlungen schwinden. Durch sie erlangt der Mensch die zuvor beschriebenen Merkmale –
35.PAH.34: – und solche Hingabe wird auch den Gottheiten der Welten zugesprochen. Sichtbar sind Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn –
35.PAH.35: – sowie die Welthüter und weitere Gottheiten, deren Wohlergehen aus dieser Hingabe hervorgehe. Wozu mehr Worte, Göttin? Den Nityās gleiche –
35.PAH.36: – Gottheiten und Vidyās gibt es nicht, Unbefleckte. Deshalb meditiere auch ich sie noch heute, in einer Gestalt, zu den drei Tageszeiten.
35.PAH.37: Die im von ihren Strahlen erfüllten Kreis stehenden Grahas habe ich dir gezeigt. Auch das Wesen Brahmās, Viṣṇus und aller weiteren [Gottheiten] gehört ihnen aufgrund ihres eigenen Willens.
Ein unnummerierter Halbvers ergänzt: Welche anderen Gottheiten es auch gibt, ihre Gestalten bestehen aus ihnen. Danach folgt eine Punktlücke. Der Kommentar erklärt alle zuvor genannten Mantra- und Gottheitsunterschiede als Unterschiede der Nityās. Die Darstellung solle dieser Erkenntnis dienen.
35.PAH.38: Im höchsten Bezug werde ich dir nun ein sehr wunderbares Opfer erklären, dessen Vollendung stets den zuvor genannten Vollendeten zukommt.
35.PAH.39: Anderen entsteht diese Haltung nicht in gleicher Weise; sie ist eine große Grundlage von allem. Hingabe soll denen erwachsen, deren schlechte Handlungen ganz geschwunden sind und die den Verehrern dienen. Eine Variante nennt den Dienst an den Erkennenden.
35.PAH.40: Höre, Schöne, die Merkmale der den Nityā-Vidyās Hingegebenen: Freiheit von Zweifel an der jenseitigen Bestimmung, Zufriedenheit und beständige Fülle –
35.PAH.41: – Glücklichsein, Loslassen, Wissen, Dankbarkeit, Freiheit von Gier, Kleinmut und Niedergeschlagenheit sowie Zügelung der Gedanken über andere –
35.PAH.42: – Mitgefühl, geistige Stärke, Ausgeglichenheit des Geistes, Freiheit von Jubel und Zorn bei Gewinn und Verlust und guter Wandel –
35.PAH.43: – Hinwendung zum Guten, beständiges Sprechen vom Guten, Abneigung gegen Gespräche über Unheilsames und eigenständiges Bestehen –
35.PAH.44: – beständige Souveränität und Fähigkeit zum Erleben, feste Verbundenheit, Geradheit, Wohlwollen gegenüber allen, Liebe zur Musik und Erfüllung des Gewünschten –
35.PAH.45: – Achtung durch Könige, Frauen, Mächtige und Weise, Freiheit von Neid und der Wunsch nach dem Wohlergehen aller. Diese Merkmale sind dir genannt. Der letzte Ausdruck über das Wohlergehen aller ist im Druck undeutlich; die Wiedergabe bleibt eine vorsichtige Deutung.
35.PAH.46: Den Geist, dessen Wesen unterscheidende Vorstellungen sind, im Ununterschiedenen niederzulegen, ist das höchste Opfer. Aus ihm bestehen grobstoffliches und feinstoffliches [Opfer].
35.PAH.47: Beim grobstofflichen Opfer werden verschiedenartige Dinge durch das Verbrennen im Feuer mit diesem eins und gelangen zu einer Gestalt.
35.PAH.48: Das feinstoffliche Opfer besteht darin, dass die durch verschiedenartige Wörter bezeichneten Bedeutungen vollständig im Bewusstsein als Erkanntes und Erkennen [aufgehen] –
35.PAH.49: – und darin bestehen. Das höchste Opfer geschieht durch das Auflösen aller Unterschiede: im großen Feuer, dessen Wesen das eigene Selbst ist, in seinen Flammen –
35.PAH.50: – die ohne Brennstoff entfacht sind, im beständigen höchsten Wirklichen. Ein Aufgehen ohne erneutes Hervortreten wird das höchste Opfer genannt.
Lalitā und Lakṣmī: Verehrung zur Überwindung von Armut
Zitat aus dem Lakṣmīkulārṇava. Abschnitt 35.LSP; neue Zählung. Die Göttin spricht:
35.LSP.1: Höchster Herr, erläutere die Verehrung nach der Vorschrift als einen Weg, diejenigen zu erheben, die im Ozean großer Armut versunken sind.
35.LSP.2: Beschreibe aus Mitgefühl ausführlich die Armut überwindende Verehrung Lalitās, die rasch zum Erlangen von Wohlergehen führen soll, Herr.
Īśvara antwortet:
35.LSP.3: Ich werde jene Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī beschreiben, die Bhārgava einst zur raschen Erlangung von Wohlergehen vollzog.
35.LSP.4: Selbst einem wenig Begünstigten wird dadurch ein Kubera gleichender Stand auf Erden zugesprochen. Höre diese Verehrung, Geliebte.
35.LSP.5: Zuerst wird die Cakra-Verehrung vollzogen, danach die auf den besonderen Anlass gerichtete. Diese Verehrung geschieht an den Plätzen der jeweiligen Umkreise.
35.LSP.6: Ich werde die Kräfte nennen, die Herrschaft und Wohlstand verleihen: die mit Halsketten und Fußringen Geschmückte, die zwei Lotusse trägt –
35.LSP.7: – Lakṣmī, die aus Paraśiva Bestehende, die wie reines Jāmbūnada-Gold leuchtet, die Lichtgestaltige, die im Lotus Wohnt und die Welt Bezaubernde.
35.LSP.8: Die an allen Gliedern durch Schmuck Glänzende, die eine Zitronatzitrone trägt; die ursprüngliche Kraft, die Mutter aller und die Krugträgerin.
35.LSP.9: Die an Viṣṇus linker Seite steht, im Lotus wohnt, glückverheißendes Wohlergehen hervorbringt; Bhārgavī und die Immerwährende.
35.LSP.10: Die als einziges Mittel zur Erlangung aller erwünschten Früchte Glück bringt; die Goldfarbene, Hariṇī und die mit einer schön gestalteten goldenen Girlande.
35.LSP.11: Die alles Wohlergehen und Glück schenkt, alles gute Geschick verleiht, jegliches Heil bewirkt, Wissen gibt und Hari lieb ist.
35.LSP.12: Die verwirklichte Erkenntnis, Wohlergehen und Glück schenkt; die von Pferden Erfüllte, die Goldene, die vielfältige Ausdruckskraft der Sprache bewirkt; die inmitten von Wagen steht und den Geist erfreut.
35.LSP.13: Die sich am Elefantenruf freut, unbegrenztes Wohlergehen verleiht, in allen Wesen wohnt und sich in einer goldenen Umfriedung befindet.
35.LSP.14: Die Herrin aller Wesen, die Gestalt des Alls, die aus Licht Bestehende; die die Finsternis der Flut von Armut und Leid beseitigt, die Lotusreiche.
35.LSP.15: Die das Leid der Bedrängten durchtrennt und bezwingt, deren Augen von Mitgefühl erfüllt sind; die den Kummer im Inneren der sich Verneigenden beseitigt und Zufluchtsuchende beschützt.
35.LSP.16: Frieden, Schönheit, die im Lotus Stehende, der Sitz liebenswerter Eigenschaften; Geduld, Selbstbeherrschung und die das Schwinden von Fehlhandlungen bewirkt.
35.LSP.17: Die beim Mondbekrönten steht, Reichtum und Getreidefülle verleiht; Kraft, Freude, die stets Genährte und die dem Mond Zugewandte. Die genaue Nuance des letzten Namens ist unsicher.
35.LSP.18: Karīṣiṇī, die mit fruchtbarem Dung Verbundene; Hingabe, die über den Ozean des Daseins Hinüberführende; Einsicht, Vollendung, Festigkeit und die Madhusūdana Geliebte.
35.LSP.19: Gedeihen, die Goldbekränzte, die durch glückverheißende Merkmale Ausgezeichnete; die schwerste Not beseitigt und einen vortrefflichen guten Weg schenkt.
35.LSP.20: Die im Himmel von den Götterscharen Verehrte, die das Leid der Welt beseitigt; die Feuchte, die Lotusreiche, Gedeihen und die dem Träger der Erde Geliebte.
35.LSP.21: Die das Leid der Armut beseitigt, Furcht auflöst, auf Śrīviṣṇus Brust wohnt und alle Herrlichkeit verleiht.
35.LSP.22: Die an ihren Gliedern durch besondere Merkmale Ausgezeichnete, Padmā, die mit einem Lotussitz Verehrte; Wissen, die Wohlergehen bewirkt und von den Götterscharen verehrt wird.
35.LSP.23: Die Segensreiche, die Gestalt guten Geschicks, die Ewige, die reine Einsicht verleiht; die Wahre, die in allen Wesen und im Juwelentempel Wohnt.
35.LSP.24: Die Erfreuliche, die Reine, die Schöne, deren Glieder von Schönheit leuchten; die alles Glück verleihende Göttin, die den Scharen ihrer Verehrer Furchtlosigkeit schenkt.
35.LSP.25: Die auf Śvetadvīpa wohnt, die Mutter der Welt, die aus der Welt Bestehende, die im Juweleninneren steht, die Sanfte und die im Milchozean Wohnt.
35.LSP.26: Die mit freundlichem Herzen, die ganz Erfüllte, die Goldene; Vasundharā, Śrīdharā, die Reichtum wie Milch spendet und aus Mitgefühl besteht.
35.LSP.27: Die Viṣṇu Liebe, die Juwelen in sich trägt und alle Früchte verleiht; die nach Rasātala gelangt, die guten Gelübden Treue und die Hari Liebe.
35.LSP.28: Die im Inneren der Erde steht, deren Gesicht sich freundlich zuwendet, die in allen Städten Wohnt und deren Wünsche ganz erfüllt sind.
35.LSP.29: Die mit ihren beiden Augen spielt, aus denen der Saft des Mitgefühls strömt; die in allen Königshäusern Wohnt und Mahālakṣmīs Eigenschaften besitzt.
35.LSP.30: Die in Vaikuṇṭhas Stadt steht, die Tochter des Milchozeans, die im Herzlotus der Yogis Wohnt; die Wunschranke und die Mitfühlende.
35.LSP.31: Das Wunschjuwel der Verehrer, die ursprüngliche Māyā, Indirā, Ramā, die Gestaltlose und die Gestalthafte, die Scharen von Welt-Eiern trägt.
35.LSP.32: Ekanāthādyalakṣmī [ein nicht eindeutig gegliederter Name], die Unwissenheit beseitigt und über die Guṇas hinausgeht; die mit Einsicht als Auge die ganze Befleckung sprachlicher Starre beseitigt.
35.LSP.33: Die klare Sprache verleiht, mit allem Wohlergehen glänzt, durch Licht und Anmut beglückt ist, nährend spendet und Gold verleiht.
35.LSP.34: Die alle Hindernisse beseitigt, Genuss verleiht und verständig ist; die von den Götterherren Verehrte und ganz der Versorgung Bedürftiger Zugewandte.
35.LSP.35: Die Herrlichkeit des Keims des Segens, die Schatzgestaltige, die Grenzenlose; die ursprüngliche Ādilakṣmī und Mahāsiddhalakṣmī.
35.LSP.36: Rājyalakṣmī, Divyalakṣmī, Suśrī, die Glücksgottheit, die Hingabe schenkt, Befreiung verleiht, Genuss gibt und einen guten Weg gewährt.
35.LSP.37: Die Ruhm und Reichtum gibt, Kinder und Enkel mehrt; die Lotusgesichtige, die mit lotusgleichen Schenkeln, die Lotusäugige und die aus dem Lotus Geborene.
35.LSP.38: Die Pferde, Kühe und Reichtum gibt, die sehr Reiche, die Mond- und Sonnenglanz besitzt und in Jātavedas, dem Feuer, steht.
35.LSP.39: Die von den großen Richtungselefanten Verehrte, mit göttlichem Schmuck Geschmückte, die alles Wohlergehen verleiht und alle Ziele verwirklicht.
35.LSP.40: Diese Kräfte der Göttin sollen sorgfältig verehrt werden. Baldige Fülle allen Wohlergehens wird zugesprochen; „daran besteht kein Zweifel“, sagt die Quelle.
35.LSP.41: Nach der Cakra-Verehrung soll man die Göttin stets verehren. Lakṣmī soll dann im Haus beständig bleiben und Kindern und Enkeln folgen.
35.LSP.42: Hundertvierundachtzig Kräfte werden gezählt. Zuerst vollzieht man die Verehrung in Rücknahmefolge, danach in Schöpfungsfolge.
35.LSP.43: Einige Tantriker bevorzugen die Erhaltungsfolge. Nun werde ich, große Göttin, die Verehrung in den sechs Cakras erläutern.
35.LSP.44: Am Sonntag verehrt man das Cakra im Mūlādhāra, umgeben von den Erdstrahlen; dadurch wird dem Menschen gutes Geschick zugesprochen.
35.LSP.45: Am Montag verehrt man die in der Cakra-Mitte stehende Göttin im Maṇipūra am Nabel, umgeben von den Wasserstrahlen.
35.LSP.46: Am Dienstag wird sie am Geschlechtsort im Svādhiṣṭhāna verehrt, umgeben von Feuerstrahlen; am Mittwoch im Herzen –
35.LSP.47: – im Anāhata, umgeben von Luftstrahlen. Am Donnerstag wird gesammelt im Viśuddhi-Cakra –
35.LSP.48: – die von Raumstrahlen umgebene Göttin zum Erlangen aller Ziele verehrt. Am Freitag im Ājñā-Cakra, umgeben von den geistigen Strahlen –
35.LSP.49: – verehrt man sie in der Mitte des Śrīcakra zur Erlangung guten Geschicks. Am Samstag besonders im tausendblättrigen [Lotus] am Brahmarandhra –
35.LSP.50: – wird die Weltenmutter, von allen Strahlen umgeben, verehrt. So soll man sie täglich gesammelt im Geist verehren.
Zuordnungshinweis: Die Quelle ordnet hier Wasser dem Maṇipūra und Feuer dem Svādhiṣṭhāna zu. Diese Verteilung wird bewahrt und nicht einer anderen heute verbreiteten Cakra-Zuordnung angeglichen.
35.LSP.51: Krankheit und Armut sollen nicht entstehen; nach rascher Überwindung der Bedrängnis durch die Grahas soll der Verehrer mit Kindern und Enkeln gedeihen. Dies ist die abschließende Verheißung der Quelle.
Der Kommentar erklärt die Reihenfolge: An den genannten Wochentagen wird in den angegebenen Cakras zuerst die Śrīcakra-Folge verehrt, danach die Lakṣmī-Kräfte, dann die jeweils zugehörigen Strahlen unter ihren Namen. Diese Namen sind in der Abhandlung über die sechs Śāmbhava-Strahlenfolgen nachzuschlagen.
Die Kräfte der drei Mantra-Abschnitte
Zitat aus dem Mātṛkārṇava. Abschnitt 35.KUP; neue Zählung.
35.KUP.1: Die hier verehrten Kräfte, die aus den Unterschieden des Śakti-Kūṭa hervorgehen, sollen mühelos die Frucht der Śakti-Kūṭa-Verehrung verleihen.
Die Prosa verweist darauf, dass diese Frucht bereits erläutert wurde.
35.KUP.2: Die zwei Bījas werden mit der Kraft verbunden, die die Gestalt des jeweiligen Kūṭa ist. Nach Aussprache der sieben Laute wird sie an den jeweiligen Stellen verehrt.
Der Kommentar verteilt die Verehrung: achtzehn im Quadrat, sechzehn im Sechzehneck, acht im achtblättrigen Lotus, vierzehn im Vierzehneck, zwanzig in den beiden Zehnecken, acht im Achteck, drei im inneren Dreieck und den Rest im Bindu-Cakra. Als Beispiel dient die Formel mit śrīṃ sa ka la hrīṃ und „Ich verehre die Pādukā der diese Gestalt besitzenden Śakti“. Entsprechend wird der jeweilige Kūṭa ausgesprochen.
Zuerst erfolgt die gewöhnliche Verehrungsfolge, danach diese zusätzliche Verehrung. Einige verbinden beide unmittelbar, etwa: „Ich verehre die Pādukā der Aṇimā-Siddhi; ich verehre die Pādukā der Śakti in der Gestalt des genannten Kūṭa.“ Der Druck bietet beim ausgeschriebenen Kūṭa-Beispiel eine unsichere Lautgruppe. Welche Form gilt, soll nach der Guru-Unterweisung entschieden werden.
Auch die Lakṣmī-Kräfte können getrennt oder gemeinsam mit den entsprechenden Cakra-Kräften verehrt werden. Bei gemeinsamer Verehrung lautet ein Beispiel: „Ich verehre die Pādukā der Aṇimā-Siddhi in der Gestalt der mit Halsketten und Fußringen Geschmückten.“ Die Ordnung soll nach Guru und Schrift verstanden werden.
35.KUP.3: Ebenso sollen die verehrten Kräfte des Vāgbhava-Kūṭa mühelos die für dessen Verehrung genannte Frucht verleihen.
35.KUP.4: Die aus dem großen Kāmarāja-Kūṭa hervorgegangenen Kräfte verleihen bei geordneter Verehrung ebenfalls dessen Frucht ohne Mühe.
Die Nityās im mittleren Dreieck
Zitat aus dem Tripurārṇava. Abschnitt 35.NTR; neue Zählung.
35.NTR.1: Auf den Linien des mittleren Dreiecks werden die drei Nityā-Gruppen mit jeweils fünf verehrt; in der Mitte Śrī Lalitā.
35.NTR.2: Diejenige, die am jeweiligen Tag verehrt wird, soll mit allen Umkreisen umgeben verehrt werden, zum Erlangen allen Wohlergehens und zur Verwirklichung von Erkenntnis.
Fragen nach Welt, Selbst und Befreiung
Zitat aus dem Śrītantrarāja, Kapitel 36. Abschnitt 35.TEQ; neue Zählung. Die Göttin fragt:
35.TEQ.1: Du hast jetzt die Ordnungen der sechzehn Nityās erläutert; ich habe sie gehört, Maheśvara. [Der gedruckte zweite Halbvers hat wörtlich „von mir erklärt“; der Dialogzusammenhang legt die wiedergegebene Sprecherbeziehung nahe.]
35.TEQ.2: Was ist ihr, dein und der anderen Gottheiten wahres Wesen? Wie ist die Welt, und in welcher Gestalt wird sie gesehen?
35.TEQ.3: Welche Gestalt haben Verdienst und Schuld der Lebewesen, und wodurch entstehen sie? Wodurch entstehen ihre Geburten? Was sind Befreiung und Daseinskreislauf?
35.TEQ.4: Wer wird befreit? Wie entsteht Bindung, und wodurch wird sie gelöst? Was ist die Wurzel dieses Daseinskreislaufs? Was sind die Tattvas, und was ist das Erkenntnisvermögen?
35.TEQ.5: Was sind die Sinne, was die Lebenshauche, wer ist der Jīva und wer das Höchste? Was ist Zeit, was sind die Grahas? Erläutere mir alles genau, Herr.
35.TEQ.6: Erkläre deutlich, was in Veden, Lehrschriften, Purāṇas und Āgamas gelehrt wird, weder zu knapp noch zu weitläufig.
[Der Herr antwortet:]
35.TEQ.7: Du hast jetzt, Śivā, eine zwanzigfache Frage gestellt. In der vorgetragenen Reihenfolge werde ich dir die Antworten geben.
35.TEQ.8: Durch diese Antworten erkennt man sein eigenes Wesen unmittelbar und richtig. Was anderswo verhüllend gelehrt wird –
35.TEQ.9: – wird hier unmittelbar ausgesprochen; schwer Verständliches wird durch Beispiele erläutert. Wer es in der von mir genannten Ordnung erkennt und die schwer zu überwindenden Prägungen allmählich aufgibt –
35.TEQ.10: – soll selbst zur wahren, reinen, klaren und uneingeschränkten Bewusstseinsentfaltung werden. Dieses höchste verborgene Geheimnis soll stets überall bewahrt werden.
35.TEQ.11: Das Erkennen im Wissen „dies“, das Erkennen im Wissen „ich“ und das Erkennen beider: Erkenne dieses Bewusstsein als meine Gestalt.
35.TEQ.12: Es ist in Wahrheit auch das bewusste Wesen der Nityās, deiner selbst und der anderen [Gottheiten]. Durch solchen Gewinn [der Erkenntnis] schwinden die Prägungen; anders verhält es sich –
35.TEQ.13: – [wenn sie bestehen bleiben]. Das Selbst leuchtet dann beständig, ungehindert und weit. Dies kann auch durch das im Nityāhṛdaya klar beschriebene Mittel geschehen. Der Satzübergang ist im Druck knapp und mehrdeutig.
35.TEQ.14: Aufgrund der zweifachen Auffassung von Ähnlichkeit wird auch die Weltentfaltung zweifach gesehen. Für diese beiden wird die Zweifachheit von wahr und unwahr angegeben. Die erste Wortverbindung ist unsicher; die Übersetzung bewahrt diese Grenze.
35.TEQ.15: Daraus ergibt sich das Handeln der Lebewesen in Verdienst und Schuld. Das auf die Dinge gerichtete Wirken gemäß wahrer Selbsterkenntnis heißt verdienstvoll.
35.TEQ.16: Die gedankliche Setzung von Sinn beziehungsweise Wert im Nichtdienlichen wird Schuld genannt. Verschiedenartige Geburten sind dadurch beständig Stätten des Leidens.
35.TEQ.17: Wahres Erkennen der Dinge ist Befreiung; sein Gegenteil ist Daseinskreislauf. Die Befreiung betrifft das Erkenntnisvermögen; seine Prägung wird Bindung genannt.
35.TEQ.18: Durch das Schwinden von Karma und durch das Erkennen, das aus Blick und Wort des wahren Gurus erwächst, geschieht die Befreiung aller Wesen, nach der Aussage der Quelle durch nichts anderes.
35.TEQ.19: Als Wurzel des Daseinskreislaufs gilt große Ununterscheidung. Von ihr hängt das beschriebene Leben der Wesen ab.
35.TEQ.20: Was überall und immer von allen als Tattvas bezeichnet wird, besteht aus Erkennendem, Erkennen und Erkanntem; andere Einteilungen erscheinen jeweils anders.
35.TEQ.21: Du hast gefragt: „Was ist das Erkenntnisvermögen?“ Obwohl es schwer zu beschreiben ist, werde ich es deutlich erläutern; höre, Verständige. Von ihm hängt die Zwanzigzahl ab.
35.TEQ.22: Mit den Namen Manas, Buddhi, Ahaṅkāra, Citta und weiteren wird es überall bezeichnet, je nachdem, ob Unterschied oder Nichtunterschied des Gegenstands betrachtet wird.
35.TEQ.23: Dieses Eine im Inneren ist grob und fein, schwer zu erkennen und doch ganz offenbar; ungleich und gleich, die Welt und über die Welt hinaus, frei von Beeinträchtigung –
35.TEQ.24: – gestaltlos und von allen Gestalten, alles Leid verursachend und beseitigend, allen Durst hervorbringend und stillend, für alle, überall und immer –
35.TEQ.25: – von Sattva, Rajas und Tamas geprägt und doch nicht daraus bestehend; die Gestalt des Daseinskreislaufs und die Gestalt der Befreiung, feststehend und beweglich –
35.TEQ.26: – ohne Schuld und als Schuld erscheinend, die individuelle Lebensgestalt und das höchste Selbst, jenseits der Sinne und als Sinneswesen, ohne Gottheiten und alle Gottheiten –
35.TEQ.27: – alles Aufwühlen und aller Frieden, erbarmungslos und mitfühlend, Ununterscheidung und höchste Unterscheidung –
35.TEQ.28: – hinüberführend und hinabstürzend, Niederlage und Sieg, Trauer und Trauerlosigkeit, voller Interesse und ohne Interesse –
35.TEQ.29: – unbeherrscht und selbstbezähmt, überheblich und ohne Stolz, unduldsam, unerschütterlich und von allem erschütterbar, Glück und Unglück –
35.TEQ.30: – Zorn, Gier, Stolz, Feindseligkeit, Neid und Begierde und doch von diesen sechs unberührt; weder männlich noch weiblich, Frau und Mann –
35.TEQ.31: – gering und vortrefflich, klar und getrübt, unergründlich und sehr tief, großzügig und kleinlich –
35.TEQ.32: – Glück und Unglück, furchtlos und voller Furcht, ohne Wollen und als Wollen, zaghaft und heldenhaft –
35.TEQ.33: – ohne Fehler und alle Fehler, allwissend und töricht, Einengung für alle und zugleich alles erhellend –
35.TEQ.34: – Nichtstehlen und Stehlen, beherrschbar und unbeherrschbar, hart und sanft, anregend und fade, heftig und friedlich. Doch wozu viele Worte?
35.TEQ.35: Das aus dir Bestehende heißt Dhī, Erkenntnisvermögen; das aus mir Bestehende heißt Cit, Bewusstsein. Aus ihrer Einheit entsteht der nicht unterscheidende Jīva; der andere ist zur Unterscheidung gelangt.
35.TEQ.36: Wer mit dem Erkenntnisvermögen dessen wahres Wesen und auch seine Veränderungen erkennt, die Gleichheit und Nichtverschiedenheit vom eigenen Selbst sowie die zu erlangenden Früchte verwirklicht –
35.TEQ.37: – ist Yogi, Brahman-Kenner, Wissender, Śiva-Yogi und Kenner des Selbst. Er hat die ganze Weltentfaltung als eine einzige eigene Gestalt erkannt.
Lesungshinweis: Die Gegenüberstellungen beschreiben die umfassende Erscheinungsweise des inneren Erkenntnisvermögens. Sie werden nicht zu einer Aufforderung, schädliche Handlungen zu begehen, umgedeutet. Die ungewöhnliche gedruckte Klammer von Vers 21 bis 23 bleibt in den Sanskritfassungen erhalten.
35.TEQ.38: Die Sinne werden durch den Willen des Geistes zur Erfassung der Gegenstände hervorgebracht; ihre Gestalten bestehen aus den Kräften der Elemente.
35.TEQ.39: Die Prāṇas sind die Entfaltung des Bewusstseins und der Kraft im Gefüge aus Elementen, Selbst und Erkenntnisvermögen. Der Jīva ist dessen Zeuge; das Höchste besteht aus dessen wahrem Wesen.
35.TEQ.40: Zeit besitzt die zuvor für das Erkenntnisvermögen beschriebenen Eigenschaften. Auf die Frage nach der Zeit antworte ich: Was durch dieses Wort bezeichnet wird, ist meine Gestalt.
35.TEQ.41: Sie lässt sich dir nicht unmittelbar aussprechen oder zeigen. Dennoch werde ich einiges darüber angemessen erläutern.
35.TEQ.42: Die Unterscheidung von Tag und Nacht und dergleichen entsteht im Zusammenhang mit Mond, Sonne und weiteren [Bewegungen]. Deshalb ist es nicht angemessen, die Zeit ihrem Wesen nach damit gleichzusetzen.
35.TEQ.43: Lava, Truṭi und andere Einheiten, von denen gesprochen wird, sind ihre Unterteilungen. Die Gestalt der Zeit selbst wird als ohne Anfang und Ende beschrieben.
35.TEQ.44: [Die Göttin fragt:] Erkläre Lava, Truṭi und die weiteren Einheiten, durch die ich Zeit erkennen kann. [Antwort:] Wenn ein Bündel Lotusblätter mit einer Nadel durchstochen wird –
35.TEQ.45: – heißt die Dauer des Durchstoßens eines einzelnen Blattes Lava. Dreißig davon werden Truṭi genannt; so erhält [Zeit] die weiteren gegliederten Formen.
35.TEQ.46: Du hast gefragt, was das eigene Wesen dessen ist, das „Zeit“ heißt, und wie es besteht. Dies kann ich nicht ganz eindeutig in Worten ausdrücken. Die Negation beziehungsweise Satzfügung ist im Druck nicht sicher; der folgende Vers nennt den Zugang durch Betrachtung.
35.TEQ.47: Was durch inneres Betrachten des soeben Gesagten im eigenen Erkenntnisvermögen gewonnen wird, wird als ihre Gestalt bezeichnet. Einen anderen Zugang dazu gibt es hier nicht.
35.TEQ.48: Die Grahas bestehen aus Bewusstsein. Durch den Umlauf im Rad der Zeit entfalten sie die Veränderungen aller Elemente und der übrigen [Weltbestandteile].
35.TEQ.49: Ihre mannigfaltigen Veränderungen werden stets als Weltentfaltung gesehen. Durch dieselben kommt auch ihr Vergehen zustande, wie Feuer durch Wind [verändert beziehungsweise zum Erlöschen gebracht wird].
[Die Göttin fragt weiter:]
35.TEQ.50: Du hast die Fragen beantwortet, göttlicher Herr. Dennoch ist mir die Unterscheidung zwischen Weltentfaltung und Selbst noch nicht klar geworden.
35.TEQ.51: Wem kommen Geburt und Tod zu, und wie entstehen diese beiden? Wie besteht das gestaltlose, allgegenwärtige [Selbst] als Jīva?
35.TEQ.52: Wie besteht dann die Beziehung zwischen Zeit und höchstem Selbst? Wird ein Befreiter wieder geboren, oder entstehen andere neu?
35.TEQ.53: Wie befinden sich die fünf Elemente in Körpern oder anderswo? Wie gelangt der Jīva in den Körper? Erkläre mir dies und das Weitere.
35.TEQ.54: Lass mich so hören, dass mein Geist nicht mehr nach einer anderen Erklärung verlangt. Durch vollständige Unterweisung löse alle meine Zweifel.
[Antwort:]
35.TEQ.55: Aufgrund der zuvor beschriebenen Verschiedenheit des Erkenntnisvermögens und der Reifung des bereits wirksam gewordenen Karma treten Geburt und Tod durch die Annahme eines Körpers auf.
35.TEQ.56: Wie Feuer in einem erhitzten Eisenklumpen gegenwärtig ist, so [ist das Höchste] im begrenzten [Lebewesen]. Zeit und Höchstes wirken aufgrund ihrer Identität. Einzelne Begriffe der Vergleichsfügung bleiben im Druck unsicher.
35.TEQ.57: Befreite Jīvas treten niemals wieder irgendwo hervor. Auch entstehen keine vorher nicht vorhandenen neu; all dies ist das Wirken des Erkenntnisvermögens.
35.TEQ.58: Wie Bienenwachs und ähnliche Stoffe je nach Bearbeitung verschiedene Gestalten annehmen, so unterscheidet das Erkenntnisvermögen das Höchste in Formen wie Jīva und andere.
35.TEQ.59: Erde hat eine offenbar begrenzte und feste Lage. Wasser und Feuer bestehen dort und anderswo jeweils in offenbarter oder nicht offenbarter Weise.
35.TEQ.60: Luft befindet sich stets überall in verschiedener Weise. Raum ist allgegenwärtig, aufgrund seiner beständigen Wesensgleichheit mit Zeit.
35.TEQ.61: In den Körpern besteht ihre fünffache Anwesenheit deutlich. Der Eintritt der Jīvas in den Körper wird mit der Zeugungskraft von Mutter und Vater verbunden.
35.TEQ.62: Die dort entstandene Einheit entfaltet sich als Bewusstsein. Mit dem Ende des wirksam gewordenen Karma tritt Tod ein, dem Schlaf vergleichbar.
35.TEQ.63: Für den Vollendeten macht der Zeitpunkt des Körperverlassens keinen Unterschied, weil die Unterscheidung von Körper und Selbst bereits im Geist gefestigt ist.
35.TEQ.64: Für andere, noch zu Fördernde und Übende, wird dagegen ein zeitlicher Unterschied angenommen: in den sechs Monaten von Pauṣa an, nahe beim Vollmond –
35.TEQ.65: – gilt ein Tod als Anzeichen eines guten weiteren Weges. Der Vollendete aber ist überall befreit und beständig in Körper, Sinnen und Geist.
35.TEQ.66: Deshalb zeigt sein Tod zu jeder Zeit und an jedem Ort einen guten Weg an, da er selbst bereits im Leben befreit ist.
35.TEQ.67: [Frage:] Obwohl die Lebewesen gleichermaßen verkörpert sind, was ist die Ursache der Verschiedenheit ihres Erkenntnisvermögens? Sage es, Herr.
35.TEQ.68: Wie Wasser, obwohl es gleichermaßen auf der Erde vorkommt, verschiedene Geschmäcker besitzt, so entsteht [die Verschiedenheit] entsprechend seiner Grundlage; diese wiederum ist durch Handlungen bedingt.
35.TEQ.69: Wie Feuer im Aśvattha-Holz nicht durch beliebige Mittel gewonnen wird, sondern durch das Reiben des trockenen Holzes –
35.TEQ.70: – so entsteht Selbsterkenntnis niemandem ohne das Wirken des wahren Gurus. Dies wird hier als überall und stets geltende Zusicherung ausgesprochen.
35.TEQ.71: Wie unterirdisches Wasser durch Graben zugänglich wird, so wird das eigene Wesen durch Dienst am wahren Guru erkannt.
35.TEQ.72: [Frage:] Welche besondere, bei anderen schwer zu findende und wahrhaftige Eigenschaft besitzt jemand, der durch den Dienst an den Füßen des wahren Gurus das eigene Wesen erkannt hat?
35.TEQ.73: [Antwort:] Angemessenes Auftreten, Freiheit von Zweifel, Zufriedenheit, Fülle, ein von Mitgefühl weiches Herz und ein Geist, der nicht von Zuneigung und Abneigung beherrscht wird –
35.TEQ.74: – Zugänglichkeit, Freiheit von Stolz, beständig geordnetes Verhalten, Dankbarkeit, Wahrhaftigkeit und Zurücknahme der Gedanken über andere –
35.TEQ.75: – Geradheit, Freiheit von Habgier, keine übermäßige Bindung an Sinnesgegenstände; kein Übermaß an Freude über Erlangtes, kein unnötiges Hochgefühl und keine übertriebene Undurchsichtigkeit der Absichten. Die Wortverbindungen der zweiten Hälfte sind unsicher.
35.TEQ.76: Keine Bindung an leeres Reden, Verzicht auf nutzloses Geschäftigsein und bloß sinnlose Unterhaltung; kein Umgang mit Menschen von hinterlistiger Gesinnung –
35.TEQ.77: – Freude am Sprechen, Nachdenken und Handeln im Hinblick auf die Lebensziele; Scheu vor Diebstahl, Vertrauen in die geistige Überlieferung und Betrachtung des jenseitigen Weges –
35.TEQ.78: Die Gewohnheit, Gottheiten zu verehren, Hymnen zu sprechen und von ihrer Herrlichkeit zu erzählen; Meiden schlechter Handlungen und beständige Freude am guten Handeln –
35.TEQ.79: Zurückhaltung beim Preisen und Tadeln anderer, Freiheit von leidenschaftlicher Bindung, Anspruchslosigkeit, Unbestechlichkeit beziehungsweise Unbewegtheit, keine Schmähung und keine geistige Trägheit –
35.TEQ.80: Keine Verheimlichung gegenüber den eigenen Hingegebenen, aber Bewahrung gegenüber nicht Hingegebenen; Lob und Weiterführung von Guru, Vidyā, Āgama und überlieferter Lebensführung.
35.TEQ.81: Dies sind die Merkmale der Vollendeten, die das Selbst erkannt haben. Anderen werden sie abgesprochen; von diesen wird sogar Feindseligkeit gegenüber jenen behauptet.
35.TEQ.82: Höre nun ihre Aufgabe: Wer die Herrlichkeit des eigenen Selbst erkannt und die ganze Verblendung, Unwissenheit und Ununterscheidung des Daseinskreislaufs beseitigt hat –
35.TEQ.83: – bewahrt die durch Guru, Herrscher und weitere Autoritäten gesetzten Bräuche von Ort, Zeit und Gemeinschaft, mit freundlichem Gesicht und Freude an der Verehrung des Verehrungswürdigen.
35.TEQ.84: Die Unbeständigkeit des Körpers, die Tätigkeiten der Unwissenheit, die im Lauf der Zeit oder plötzlich auftretenden [Umstände], schwer zu übergehende Wünsche der Angehörigen und die eigene Lebenslage –
35.TEQ.85: – die Leistungsfähigkeit der eigenen Sinne und die selbst vollzogenen Handlungen soll er immer wieder bedenken und vom Unheilsamen ablassen. Der Satz in Vers 84 ist gedrängt und teilweise beschädigt.
35.TEQ.86: Er vergeude die Zeit nicht mit Glücksspiel, Frauen [im Sinn zerstreuender erotischer Beschäftigung], Schlaf und übler Nachrede, sondern verbringe sie mit Gottheitsverehrung, Japa, Yoga und Lobpreis.
35.TEQ.87: Mit den gütigen Worten des Gurus, Erzählungen, Hymnen und Studium der Āgamas verbringe er die Zeit; er spreche nicht über die Fehler anderer.
35.TEQ.88: In Gegenwart wie in Abwesenheit lobe und verehre er den Guru. Durch die wachsende Gnade des wahren Gurus, Verdienste und Beständigkeit –
35.TEQ.89: – durch Meiden von Leidenschaft, Gier, Stolz, Zorn [nach einer Variante; die Hauptlesung ist unsicher], schlechten Handlungen und Verleumdung; durch Zufriedenheit, Musik, geordnete Praxis, Frieden und Wissen –
35.TEQ.90: – maßvolles Essen und Sprechen, Zurückgezogenheit, Betrachtung der Nityās und Reinigung des eigenen Selbst: Dies ist stets die Aufgabe der Selbsterkennenden. Eine gedruckte Verbindung zur Zurückgezogenheit ist nicht eindeutig.
35.TEQ.91: In der Mitte des zuvor beschriebenen Zwölfecks wird vorschriftsgemäß das Yoni-Dreieck errichtet; in dessen Mitte die Göttin Lalitā, hinter ihr die Gurus.
35.TEQ.92: An den Seiten stehen die acht Waffen, ringsum in den Ecken der Reihe nach die drei Göttinnen Kāmeśvarī und die weiteren, ebenso in den zwölf [äußeren Bereichen]. Die geometrische Zuordnung wird auf der folgenden Seite weitergeführt.
35.TEQ.93: Die übrigen zwölf [Nityās] werden mit ihren jeweiligen Vidyās oder Namensformeln verehrt; dabei wird das zu Verwirklichende vergegenwärtigt.
35.TEQ.94: Zu den drei Sandhyās rezitiert man die zuvor genannte Anzahl mit der Vidyā des jeweiligen Tages. Andere regelmäßige oder anlassbezogene Aufgaben werden für diesen Übenden hier nicht gefordert.
35.TEQ.95: Oder man errichtet in der Mitte das Neun-Yoni-[Cakra] und verehrt es mit seinen eigenen Kräften wie zuvor; eine der beiden Weisen wird gewählt.
35.TEQ.96: Diese Vorschrift gilt das ganze Leben hindurch zur Vollendung, auch für alle Vollendeten; durch sie wurde jener zum Kenner des eigenen Selbst.
35.TEQ.97: Dieses ganze Tantra ist dir, höchste Herrin, erklärt. Durch seine betrachtende Erkenntnis gelangt das innere Wesen zu unser beider Einheit.
35.TEQ.98: Dieses Tantra soll niemals einem ohne Hingabe, einem Nichtschüler, einem Heuchler oder einem, der verborgen unrecht handelt, gegeben werden.
35.TEQ.99: Ebenso nicht einem, der nicht darum bittet, einem Ungläubigen, Gierigen, Überheblichen, schlecht Handelnden, Toren, Unkundigen oder Zwietracht Säenden. Das Wort nach „schlecht Handelnden“ ist in der Vorlage unsicher.
35.TEQ.100: Wer dieses ganze Tantra und die sechzehn Nityā-Vidyās nach der Vorschrift zusammen mit der Śakti aufnimmt und verehrt, ist ein Teil von mir.
35.TEQ.101: So ist die Durchdringung als aus Śiva-Tattva bestehend genau erklärt. Durch ihre Betrachtung im Geist wird die Wirklichkeit zum eigenen Selbst. Der Kommentar weist darauf hin, dass die Bedeutung durch den Guru verstanden werden soll.
Überlieferungshinweis: Die Verse 97–101 sind in der Druckausgabe gemeinsam eingeklammert. Eine Fußnote erklärt, dass der eingeklammerte Abschnitt im Textzeugen ka fehlt. Die vorliegende Ausgabe bewahrt ihn mit diesem Hinweis.
Allgemeine Regeln für Yantras
Nun folgen Vorschriften für Yantras aus verschiedenen Tantras, zuerst aus dem Śrīmātṛkārṇava. Abschnitt 35.YAV; neue Zählung.
35.YAV.1: Nun werde ich die Yantra-Regel erklären, die sichtbare und unsichtbare Früchte verleiht. An einem günstigen Tag verehrt man gesammelt die eigene erwählte Gottheit.
35.YAV.2: Täglich rezitiert man den Mantra, isst Opferspeise und beherrscht die Sinne. „Wird es für mich günstig sein, dieses Yantra zu zeichnen? Sage es deutlich –
35.YAV.3: – im Traum“, bittet man sorgfältig. Drei Nächte schläft man am Boden; was im Traum deutlich mitgeteilt wird –
35.YAV.4: – danach zeichnet der Mantrakundige das Yantra; dem Vorhaben wird dann Gelingen zugesprochen. Wiederholt wird auch das Siddha-Ari-Feld genau geprüft.
35.YAV.5: Ein als feindlich eingestuftes Yantra wird aufgegeben; eines aus dem Siddha-Feld wird gezeichnet. Dann wird Vollendung zugesprochen; daran solle kein Zweifel bestehen.
Ein unnummerierter Halbvers bezeichnet dies als Regel für die zuvor genannten Yantras und Mantras; danach steht eine Punktlücke. Die Prosa erläutert: Am günstigen Tag werden bei Opferspeise und Sinnesbeherrschung 1.008 Wiederholungen des eigenen Mantras vollzogen. Nach Reinigung legt man sich nachts auf den Boden. Vor dem Einschlafen bittet man die Gottheit, im Traum wahrheitsgemäß mitzuteilen, ob das geplante Yantra der bezeichneten Gottheit für das Vorhaben günstig sei. Danach wird entsprechend dem Traum verfahren.
Alternativ wird die Siddha-Sādhya-Zuordnung geprüft: Was in Siddha oder Susiddha fällt, wird ausgeführt; was in Ari fällt, nicht. Dies ist die traditionelle Auswahlregel des Textes.
35.YAV.6: Die für das jeweilige Yantra genannten Materialien werden sorgfältig beschafft. Nach dem Bad zeichnet man, mit reinen Gewändern bekleidet, das Yantra an einem abgeschiedenen Ort.
35.YAV.7: Über das Bīja schreibt man den Namen des Übenden im Genitiv, seitlich zweimal „kuru“, in die Mitte die Handlung und darunter –
Ein unnummerierter Halbvers ergänzt: den Namen der Zielperson im Akkusativ. Dies gilt als Ordnung für alle Yantras. Danach steht eine Punktlücke. Die Prosa erklärt: In die Mitte gehört das Bīja der jeweiligen Gottheit, darüber „des Soundso“, darunter „den Soundso“; in das Innere des Bījas kommt die Handlung wie Unterwerfung oder Heranziehung, an beide Seiten jeweils kuru, „bewirke“.
35.YAV.9: Unter das Bīja setzt man erneut das Prāsāda-Parā-Bīja. In den Ecken von Nordosten an werden „haṃsaḥ“ und „so ’ham“ angeordnet.
Nummerierung: Der Druck springt von 7 nach dem unnummerierten Halbvers direkt zu 9. Eine nummerierte 8 wird nicht ergänzt.
Ein weiterer unnummerierter Halbvers nennt die Anordnung des als Prāṇamaya bezeichneten Bījas an Augen und Ohren; danach folgt eine Punktlücke. Die Prosa präzisiert die Eckanordnung: haṃsaḥ im Nordosten und Südosten, so ’ham im Nordwesten und Südwesten. Die abschließende Bīja-Bezeichnung bleibt in ihrer knappen Druckform erhalten.
35.YAV.10: In die zehn Richtungen, beginnend im Osten, werden die Bījas der Richtungshüter geschrieben. Dort werden der Reihe nach jeweils drei Laute der Yantra-Gāyatrī eingesetzt.
35.YAV.11: Außerhalb davon werden die Laute der Mantra-Gāyatrī angeordnet. Nach „yantrarājāya“ spricht man „vidmahe“ –
35.YAV.12: – dann „varapradāya“, darauf „dhīmahi“, danach „tan no yantraṃ“ und schließlich „pracodayāt“.
35.YAV.13: Dies ist die Yantra-Gāyatrī. In den jeweiligen Ritualvorschriften umgibt der Mantrakundige das Ganze außen mit dem Mantra der Lebensübertragung.
Die zusammengesetzte Formel lautet: yantrarājāya vidmahe varapradāya dhīmahi tan no yantraṃ pracodayāt. Sinngemäß: „Wir erkennen den König der Yantras; wir meditieren über den Gabenspender. Möge dieses Yantra uns anregen.“ Die im Sanskrit auffällige Form yantram bleibt quellengetreu erhalten.
35.YAV.14: Geschrieben wird auf Birkenrinde, Leinen, Palmblatt, Gold-, Silber- oder Kupferblatt, o Schöne.
35.YAV.15: Nach dem Zeichnen wird das Yantra zu einem Amulett gemacht, mit drei Metallen und Lack umhüllt; darauf folgen Japa und Feueropfer.
35.YAV.16: Mit dem Opferrest benetzt, mit Lack umhüllt und in Gold und Silber eingesetzt, wird es nach Vorschrift mit dem jeweiligen Mantra verehrt. Die Fußnote bietet für die Behälterbezeichnung die Variante rūpake.
35.YAV.17: Am Hals, Kopf oder Arm getragen, soll es den gewünschten Erfolg geben. Nun wird ein Yantra zur Unterwerfung beschrieben, o Tochter des Berges.
35.YAV.18: Auf einem Bronzegefäß wird ein achtblättriger Lotus mit Samenkapsel gezeichnet, mit Rocanā und Sandel sowie einem aus Jāti-Holz gefertigten –
35.YAV.19: – Schreibgriffel. In die Samenkapsel kommt der Name der Zielperson, in die acht Blätter kommen die acht Lautgruppen, in die Staubfäden die Vokale. Die Fußnote liest „in die Blätter“ anstelle von „in die Staubfäden“.
35.YAV.20: Drei Kreise umgeben das Ganze. In die beiden Zwischenräume wird die Mātṛkā vorwärts und rückwärts geschrieben.
35.YAV.21: Nach dem Zeichnen wird das Yantra mit Gaben verehrt. Der Text behauptet, Männer, Frauen und Herrscher würden nach einer Woche unterworfen.
35.YAV.22: Auf Birkenrinde geschrieben, mit drei Metallen umhüllt und am Oberarm getragen, soll es die zuvor genannte Wirkung haben.
35.YAV.23: Nun ein anderes Yantra: Der Kundige zeichnet ein Bhūpura aus zwei Linien und schreibt in die Mitte den Namen der Zielperson –
35.YAV.24: – umschlossen von Hṛllekhā. Darüber und darunter werden vier Māyā-Bījas geschrieben; als Unterlage dient Birkenrinde, als Schreibstoff die Mischung der acht Duftstoffe –
35.YAV.25: – verbunden mit Blut vom Ringfinger. Es wird verehrt und soll Unterwerfung bewirken. Nach der Kumārī-Verehrung wird, mit roten Blumen und Speise verbunden –
35.YAV.26: – Ziegenfleisch als Bali dargebracht. Der Text verspricht sicheren Erfolg; schon das Tragen des Yantras soll augenblicklich Zorn zum Stillstand bringen. Die Fußnote liest an dieser Stelle „der Reihe nach“.
35.YAV.27: Ein weiteres Yantra: Zwei Linien werden in süd-nördlicher Richtung gezogen; darüber und darunter wird –
35.YAV.28: – ebenfalls je ein Linienpaar gezeichnet. In die Mitte kommt die Zielperson, umschlossen von Tāra und Lakṣmī; in das linke und rechte Feld –
35.YAV.29: – kommt ein näher bestimmter Laut. Die gedruckte Lautangabe vaikāraṃ sarma-saṃyuktam ist unsicher; die Fußnote bietet sakāram. Darüber und darunter werden je drei Felder gezeichnet; in das mittlere Feld kommt der Laut ca –
35.YAV.30: – mit Visarga, an beide Seiten Ramā. Das Ganze wird mit Rocanā auf Birkenrinde geschrieben und zwischen zwei Tonschalen gelegt –
35.YAV.31: – und verbrannt. Der Text beschreibt das Einnehmen der Asche mit Milch und verbindet damit die Behauptung, der eigene Herr werde lebenslang gefügig. Dies ist die Wiedergabe einer historischen magischen Vorschrift, keine Empfehlung zur Einnahme.
35.YAV.32: Nun ein anderes, sehr seltenes Yantra: In die Mitte wird ein Sechseck gezeichnet, außen das Erdzeichen.
35.YAV.33: In die Mitte kommen die Zielperson und die gewünschte Handlung, in Māyā eingeschlossen. Das Māyā-Bīja wird danach in das Erdzeichen an den acht Richtungen –
35.YAV.34: – sowie in die Zwischenräume und Spitzen des Sechsecks geschrieben. Gezeichnet wird auf Birkenrinde mit Rocanā und Kuṅkuma.
35.YAV.35: Zwischen Tonschalen gelegt, wird es mit Gaben verehrt; davor wird Māyā tausendmal mit gesammeltem Geist rezitiert.
35.YAV.36: Auf dem Kopf getragen, soll dieses Yantra eine hervorragende, „göttliche“ Stillstellung bewirken. Nun wird noch ein höchst erstaunliches Yantra angekündigt.
35.YAV.37: Auf schöner Birkenrinde wird ein achtblättriger Lotus gezeichnet und von einem Viereck umgeben. Es folgen Māyā und Bhṛgu mit Visarga; die Lautanordnung setzt sich auf der nächsten Seite fort.
35.YAV.38: Der Name der Zielperson wird, von diesen beiden Bījas umschlossen, in die Samenkapsel geschrieben. Danach kommt in die acht Blätter –
35.YAV.39: – das dritte Bīja der Bālā, von Māyā umschlossen. Das Yantra wird zwischen zwei Tonschalen gelegt, mit allen Gaben verehrt und mit Japa verbunden.
35.YAV.40: Dem Übenden wird zugesprochen, einen König innerhalb von sieben Nächten zu bezaubern. Nun wird das Mṛtyuñjaya-Yantra angekündigt, dem höchster Schutz zugeschrieben wird.
35.YAV.41: Auf zwei Birkenrindenblätter wird je ein Yantra gezeichnet. Zuerst zeichnet man gesammelt in die Mitte, in die Samenkapsel –
35.YAV.42: – sieben Bhūpuras, jeweils eines über dem anderen, darüber einen Kreis und daran anschließend zwölf Blätter.
35.YAV.43: Außen wird ein Bhūpura gezeichnet, in die Mitte werden Name der Zielperson und Handlung geschrieben. In die zwölf Blätter kommen, unter Auslassung der als „geschlechtslos“ bezeichneten Vokale –
35.YAV.44: – die mit den zwölf übrigen Vokalen verbundenen la-Laute der Reihe nach. Außen werden in die Felder des Vierecks die „Dreispitzen“ eingesetzt.
35.YAV.45: Beide Yantras werden zusammengefügt und sorgfältig an einem Ort aufgestellt. Darüber wird eine Steinplatte gelegt, auf der man Platz nimmt –
35.YAV.46: – und nach Norden gewandt die Mātṛkā-Vidyā, die Mutter der Welt, rezitiert. „Woher sollte für einen so Übenden Furcht vor Krankheit und Tod kommen?“ lautet die religiöse Wirkaussage des Textes.
35.YAV.47: Nun wird ein großes Yantra beschrieben, das Sieg im Streit geben soll. Es wird mit Rocanā und Kuṅkuma auf Birkenrinde gezeichnet –
35.YAV.48: – als vierblättriger Lotus. In die Samenkapsel kommen Zielname und Handlung, in die Blätter Māyā. Danach wird das Yantra in Milch gelegt.
35.YAV.49: Dem wird ausnahmsloser Sieg im Streit zugesprochen. Nun folgt ein anderes Yantra zur Unterwerfung eines Vermögenden.
35.YAV.50: Mit Rocanā und Kuṅkuma wird auf Birkenrinde ein Sechseck gezeichnet, in dessen Mitte der Name der Zielperson steht.
35.YAV.51: In die Zwischenräume und Spitzen der Winkel werden die gewünschten Anliegen geschrieben; außen folgen zwei Kreise, umgeben von Māyā.
35.YAV.52: Sieben Tage wird verehrt, täglich davor das hohe Devīmāhātmya rezitiert und Kumārī-Pūjā vollzogen.
35.YAV.53: Nach dem Feueropfer wird das Yantra am Oberarm getragen. Der Reiche soll daraufhin jeden erbetenen Besitz geben –
35.YAV.54: – und ihn unter dem Einfluss des Yantra-Königs nicht zurückfordern. Wenn ein Übelgesinnter in der Nähe des Königs verleumdet –
35.YAV.55: – soll der Kundige ein Yantra zu dessen Verwirrung anfertigen: Auf Birkenrinde wird mit Schlangenblut ein achtblättriger Lotus gezeichnet.
35.YAV.56: In die Samenkapsel kommt der Name der Zielperson, in die acht Blätter Māyā. In die vier Ecken wird eine mit Ardhīśa, „Paar“ und Bhṛgu bezeichnete Lautfolge geschrieben; die genaue Auflösung des Kompositums bleibt unsicher.
35.YAV.57: Außen folgen zwei Kreise. Nach der Verehrung wird es ins Wasser gelegt. Für die Unterwerfung des Übelgesinnten wird eine Frist von einundzwanzig Tagen genannt; der Druck enthält bei „wird gewiss“ eine störende Negation. Diese Unsicherheit wird nicht stillschweigend beseitigt.
35.YAV.58: Nun erkläre ich, o Śivā, ein Yantra, das Sieg und Ansehen verleihen soll: Auf Birkenrinde wird mit Rocanā in der Mitte ein Viereck gezeichnet –
35.YAV.59: – daran acht Blätter, außen ein Bhūpura. In die Mitte kommt Ramā; ha und sa werden der Reihe nach in die Richtungsblätter geschrieben. Die knappe Druckform hasau wird hier als Lautpaar verstanden.
35.YAV.60: In die Ecken schreibt der Kundige „rodha rodha stambhaya“ – „hemme, hemme, bringe zum Stillstand“. In die Mitte kommt Saṃvarta mit Visarga, verbunden mit Māyā.
35.YAV.61: Zwischen zwei Tonschalen wird es mit Gaben verehrt. Indra und den übrigen Welthütern wird gesammelt Bali dargebracht.
35.YAV.62: Das seltene Yantra wird als angstbeseitigend bei Streit, Rechtsgeschäften und am Königstor sowie als ehrenbringend bezeichnet.
35.YAV.63: Ein weiteres Yantra soll lebenslange Unterwerfung bewirken. Genannt werden Lackfarbstoff, Blut des Ringfingers, Rocanā und ein weiterer, im Druck unsicherer Stoffname (manmada).
35.YAV.64: Mit einem Jāti-Schreibgriffel wird auf Birkenrinde ein Viereck gezeichnet. In die erste Reihe kommen sieben Bījas des Weltenherrschers. Der Kommentar erklärt: Gemeint sind Māyā-Bījas.
Yantra-Regeln: Fortsetzung mit wiederholter Druckzählung
Nummerierung: Nach Vers 64 auf Seite 844 fährt der Druck auf Seite 845 erneut mit 63 fort. Zur eindeutigen Zuordnung beginnt hier der redaktionelle Abschnitt 35.YAW. Die originale Zählung bleibt erhalten.
35.YAW.63: Der Name der Zielperson wird von Śrī, Māyā und Manobhava umschlossen; die erste Bīja-Bezeichnung ist im Druck nicht ganz sicher. In der zweiten Reihe folgt, vom Sonnen-Bīja umschlossen –
35.YAW.64: – Māyā; in der dritten Ananga, von jenem umschlossen. In die vierte Reihe schreibt der Kundige vier Māyā-Bījas.
35.YAW.65: Außerhalb des Vierecks, in die Richtungen mit Ausnahme des Südens, werden die zehn Silben des rasch gnädigen Gaṇeśa geschrieben.
Die Prosa gibt die Formel: gaṃ kṣipraprasādanāya namaḥ – „Gaṃ, Verehrung dem rasch Gnade Erweisenden.“
35.YAW.66: Das so gezeichnete Yantra wird in den Leib eines aus schwarzer Erde gefertigten Gaṇeśa eingesetzt und mit Gaben verehrt.
35.YAW.67: Davor wird der Mantra tausendmal gesammelt verehrt: „Gott der Götter, Herr der Scharen, von Göttern und Asuras verehrt –
35.YAW.68: – mache Devadatta [Platzhalter für den Namen der Zielperson] mir lebenslang untertan, o Herr.“ Nach der Rezitation wird in einer einen Hasta großen Grube –
35.YAW.69: – Gaṇeśa aufgestellt und die Grube mit Erde gefüllt. Der Text behauptet eine lebenslange Unterwerfung der betreffenden Person.
35.YAW.70: Ein weiteres, höchst erstaunliches Yantra wird angekündigt. Mit Kampfer und Rocanā, verbunden mit Sandel und Aguru –
35.YAW.71: – wird ein vierblättriger Lotus auf schöner Birkenrinde gezeichnet. In die Samenkapsel kommen der Name der Zielperson und danach der Laut ī.
35.YAW.72: In das östliche und westliche Blatt wird eine Formel mit dem im Druck als ūṃ erscheinenden Laut und namaḥ geschrieben; in das südliche und nördliche ajite, „o Unbesiegte“. Die erste Lautform bleibt unsicher.
35.YAW.73: Drei Tage wird das Yantra verehrt. Am vierten Tag wird gesammelt ein Brahmane gespeist und das Yantra am Arm getragen.
35.YAW.74: Schon der Anblick soll die Zielperson gefügig machen. Für die Unterwerfung eines Dieners wird ein Yantra mit Rocanā auf Birkenrinde gezeichnet –
35.YAW.75: – als vierblättriger Lotus. In die Samenkapsel kommt die Zielperson, in Māyā eingeschlossen; in die Blätter Hṛllekhā. Die Verehrung erfolgt nach Vorschrift.
35.YAW.76: In Dickmilch gelegt, soll das Yantra den Diener unterwerfen. Um einen übelgesinnten Herrn gefügig zu machen, wird ein Viereck angefertigt –
35.YAW.77: – und in seine Mitte sorgfältig der Name der Zielperson, von Māyā umgeben, geschrieben. Mit Rocanā auf Birkenrinde gezeichnet, soll es den bösen Herrn unterwerfen.
35.YAW.78: Es wird in das Herz einer Figur aus Senf und Erde der Zielperson eingesetzt. Nach der Verehrung mit Gaben wird diese neben dem Herd eingegraben.
35.YAW.79: Den Richtungshütern und Mahākāla wird Bali, mit Ziegenblut vermischt, dargebracht. Damit soll ein übelgesinnter König unterworfen werden. Die Fußnote bietet für Mahākāla die Lesart Vyāla.
35.YAW.80: Nun ein Yantra, das den Ehemann unterwerfen und das Unglück von Frauen beseitigen soll: Mit Rocanā und Kuṅkuma wird auf schöner Birkenrinde –
35.YAW.81: – in der Mitte ein Viereck gezeichnet, daran acht Blätter. In die Ecken kommen jeweils drei Māyā-Bījas.
35.YAW.82: In die Mitte schreibt man drei Māyā-Bījas, von den Lauten des Namens umschlossen; in die Blätter ebenfalls je drei Māyā-Bījas.
35.YAW.83: Beginnend am dreizehnten Tag der hellen Monatshälfte wird nachts, nach Norden gewandt, eine Woche lang mit Gaben verehrt. Am Ende werden freudig gespeist –
35.YAW.84: – sieben verheiratete Frauen, um Lalitā zu erfreuen. Das in Metall eingeschlossene Yantra wird getragen; Frauen wird dadurch Glück zugesprochen.
35.YAW.85: Ein weiteres Yantra zur Unterwerfung des Ehemannes: Mit Rocanā und Kuṅkuma wird auf schöner Birkenrinde –
35.YAW.86: – ein achtblättriger Lotus gezeichnet. Der Name der Zielperson wird in die Mitte, umschlossen von einem als sākāra gedruckten Laut, geschrieben; Hṛllekhā kommt in die Blätter. Die genaue Lautform bleibt unsicher.
35.YAW.87: Drei Nächte wird das Yantra verehrt. Danach werden drei verheiratete Frauen gespeist, und es wird am Hals getragen.
35.YAW.88: Frauen wird dadurch rasche Unterwerfung des Ehemannes zugesprochen. Für die folgende Anordnung zeichnet man einen achtblättrigen Lotus und schreibt in die Samenkapsel –
35.YAW.89: – sorgfältig drei Bījas: haṃsauṃ [Lesung unsicher; Variante hasauṃ], klīṃ und Bhuvaneśī. Auch in die Blätter wird jeweils die Dreiergruppe geschrieben. Die Beschreibung geht auf der nächsten Seite weiter.
35.YAW.90: Auf Birkenrinde mit Rocanā geschrieben, wird es drei Tage verehrt, in Gold eingeschlossen und am Oberarm getragen.
35.YAW.91: Es soll Frauen Glück bringen und Unglück beseitigen. Für die nächste Anordnung wird auf Birkenrinde ein vierblättriger Lotus mit eigenem Blut und einem unsicher gelesenen Stoff kuśīta gezeichnet –
35.YAW.92: – mit dem Krodha-Bīja und dem Namen der Zielperson in der Mitte sowie in den Blättern. Nach der Verehrung wird das Yantra in geklärte Butter gelegt; ihm wird Heranziehung zugeschrieben.
35.YAW.93: Nun erkläre ich ein heranziehendes Yantra der Tripurā: Der Kundige zeichnet mit Rocanā auf Birkenrinde ein Sechseck.
35.YAW.94: In die Mitte schreibt er den Namen der Zielperson, umschlossen von Vāk und Kāma, in die Winkel das dritte Bīja der Bālā.
35.YAW.95: Nach Verehrung mit Gaben wird es in Ghee gelegt. Innerhalb einer Woche soll die Zielperson herangezogen werden.
35.YAW.96: Auf Stein wird ein weiteres Yantra mit dem Saft von Haridrā gezeichnet. In die Samenkapsel kommt der Name der Zielperson, in das Erd-Bīja eingeschlossen.
35.YAW.97: In die acht Blätter kommt das Erd-Bīja. Es wird mit gelben Gaben verehrt und oben wie unten von zwei Steinplatten umschlossen.
35.YAW.98: In die Erde eingegraben, wird die Stelle mit Steinen und Erde gefüllt. Rasche Stillstellung der Rede von Streitgegnern wird behauptet.
Der Kommentar erläutert: Hier ist mit Erd-Bīja das Piṇḍa-Bīja glauṃ gemeint.
35.YAW.99: Mit Gorocanā und Sandel wird auf Birkenrinde ein Kreis gezeichnet. In seiner Mitte wird der Name der Zielperson verehrt [so das gedruckte Verb].
35.YAW.100: Außen werden in die Richtungen vier va-Laute geschrieben, darum ein Bhūpura. Das Ganze wird mit drei Metallen umhüllt.
35.YAW.101: Verehrt und am Arm getragen, soll es die Gefahr durch Feuer abwenden; ein Haus, in dem es aufgestellt wird, soll vom Feuer nicht erfasst werden. Dies ist eine traditionelle Schutzbehauptung, keine Zusicherung tatsächlichen Brandschutzes.
35.YAW.102: Nun ein Yantra zur Entzweiung, o Tochter des Berges: Genannt werden ein als nakṣatra-yoni-cūrṇa gedrucktes Pulver und eine Krähenfeder als Schreibgerät. Die Materialbezeichnung ist nicht sicher auflösbar.
35.YAW.103: Auf einer Scherbe vom Verbrennungsplatz wird ein Kreis gezeichnet; in seine Mitte kommt a mit Bindu, umschlossen von Māyā.
35.YAW.104: In dessen Inneres schreibt man den Namen der Zielperson und die Handlung; ebenso in die vier Blätter. Nachts wird verehrt.
35.YAW.105: Reis, mit Ziegenblut vermischt, wird dargebracht. Nach der Verehrung einer verheirateten Frau wird es auf dem Verbrennungsplatz oder bei einem Śiva-Heiligtum –
35.YAW.106: – eingegraben; dadurch soll unter Feinden gegenseitige Zwietracht entstehen. In der zweiten Vershälfte beginnt eine weitere Vorschrift mit giftigen Stoffen.
35.YAW.107: Redaktionelle Ausnahme: Der Text setzt eine konkrete Mischung mehrerer Gifte für eine schädigende Yantra-Anwendung fort. Die operative Zubereitung wird hier nicht wiedergegeben.
35.YAW.108: Redaktionelle Ausnahme: Fortsetzung der Lautanordnung desselben schädigenden Verfahrens; keine ausführbare Wiedergabe.
35.YAW.109: Redaktionelle Ausnahme: Das Verfahren schließt mit Erhitzen und einer ausdrücklich auf den Tod des Gegners gerichteten Wirkaussage. Die Zuordnung der Verse 106b–109 bleibt in allen Fassungen vermerkt.
35.YAW.110: Eine weitere, auf Vertreibung gerichtete Vorschrift nennt Krähen- und Eulenblut zum Zeichnen eines vierblättrigen Lotus am Dienstag auf Birkenrinde; die Zielperson wird in die Samenkapsel gesetzt.
35.YAW.111: In die Blätter wird Māruta mit Sarga geschrieben. Nachts wird sorgfältig mit roten Kränzen, Duftstoffen und Schmuck verehrt.
35.YAW.112: Nach der Verehrung mit roten Gaben wird eine Kumārī gespeist. Dies wird zwanzig Tage vollzogen; am letzten Tag wird das Yantra –
35.YAW.113: – zerkleinert und in Speisereste gegeben. Der Reis wird verstreut den Krähen überlassen.
35.YAW.114: Rasche Vertreibung des Feindes wird behauptet. Für die folgende Anordnung werden Kampfer, Sandel, Moschus, Rocanā und Kuṅkuma an einem günstigen –
35.YAW.115: – Tag auf Birkenrinde verwendet. Nach Norden gewandt wird mit einem Jāti-Holzgriffel ein Yantra in Ost-West- und Süd-Nord-Richtung gezeichnet –
35.YAW.116: – mit acht Linien [je Richtung], wodurch neunundvierzig Felder entstehen. Außen beginnt die Anordnung im östlichen Feld und verläuft im Uhrzeigersinn; sie wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
35.YAW.117: Von a bis ja werden die Laute außen eingesetzt, von jha bis bha vom ersten inneren Feld an; in den noch weiter innen gelegenen Feldern –
35.YAW.118: – folgen ma bis sa, während ha in das Mittelfeld kommt. An jede Linie werden Dreizacke gesetzt; oberhalb und unterhalb jedes Dreizacks –
35.YAW.119: – werden, entsprechend der inneren Aufteilung, sieben Hṛllekhās geschrieben. Nach dem Zeichnen wird das hohe Devīmāhātmya –
35.YAW.120: – rezitiert und drei Tage verehrt. Danach werden Brahmanen gespeist; das Yantra wird in drei Metalle eingeschlossen und am Oberarm getragen.
35.YAW.121: Störungen und andere Übel sollen dann niemals eintreten. Für die nächste Anordnung wird mit den zuvor genannten Stoffen auf schöner Birkenrinde ein Yantra gezeichnet.
35.YAW.122: In die Samenkapsel kommt die Zielperson, in die Blätter Bhṛgu mit Sarga. Nach Verehrung wie zuvor wird es einem Kind am Hals oder Arm befestigt –
35.YAW.123: – und soll sofort von Furcht vor Grahas, Bhūtas und Piśācas befreien. Es folgt eine weitere Vorschrift mit Dhattūra-Saft auf einer Scherbe vom Verbrennungsplatz; die Fußnote bietet statt der Scherbe ein Tuch.
35.YAW.124: Am achten oder vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte wird ein schönes Achteck gezeichnet. In die Mitte kommt die Zielperson, in die Winkelspitzen und Zwischenräume –
35.YAW.125: – kommen sechzehn ra-Laute. Außen wird ein Viereck gezeichnet; in die Richtungen und Ecken kommen ebenfalls ra-Laute. Nachts wird es verehrt.
35.YAW.126: Auf dem Verbrennungsplatz eingegraben, soll es Fieber augenblicklich lösen. Die nächste Anordnung beginnt mit einem achtblättrigen Lotus, mit Duftstoffen auf Birkenrinde gezeichnet.
35.YAW.127: In die Samenkapsel kommt der Name der Zielperson, in die Blätter Ajapā. Verehrt und am Arm getragen, soll es jede Furcht vor Schlangen beseitigen.
35.YAW.128: Mit acht Duftstoffen wird auf Birkenrinde ein sechzehnblättriger Lotus gezeichnet; in seine Blätter kommen die Vokale. Außen folgt ein Lotus mit zweiunddreißig Blättern –
35.YAW.129: – in die zweiunddreißig Konsonanten geschrieben werden. Ein Bhūpura umgibt das Ganze; in Haupt- und Zwischenrichtungen –
35.YAW.130: – werden ha und kṣa geschrieben. In die Mitte kommt die Zielperson, in Māyā eingeschlossen. Alternativ wird auf ein Bronzegefäß geschrieben und sieben Tage –
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Es wird verehrt oder getragen und soll Befreiung aus Fesseln geben. Danach folgt eine Punktlücke. Die hier wiedergegebenen Schutz- und Heilbehauptungen sind Teil der historischen Quelle.
Yantras nach dem Śāradātilaka
Der folgende Abschnitt zitiert das 24. Kapitel des Śāradātilaka. Redaktionelle Bezeichnung 35.SAY; neue Zählung.
35.SAY.1: Nun erkläre ich die in den Tantras verborgenen Arten von Yantras, durch die Mantrakundige immer wieder ihre eigenen Wünsche verwirklichen.
35.SAY.2: In einen Lotus mit den acht Lautgruppen als Blättern und den Vokalen als Staubfäden schreibt man ma, verbunden mit sa und der eigenen Zielperson. Außen wird er von den verlängerten „Himmelslauten“ umgeben. Dieses Yantra wird als schützend bezeichnet.
Die Prosa erläutert: Mit den zuvor genannten Stoffen wird auf Birkenrinde ein achtblättriger Lotus gezeichnet. In der Samenkapsel steht sa im Inneren von ma; darin wird der Name der Zielperson geschrieben. In die Blätter kommen die acht Lautgruppen, in die Staubfäden paarweise die Vokale. Außen wird ein Kreis gezogen und von hāṃ umgeben. Diesem Yantra wird die genannte Wirkung zugesprochen.
35.SAY.3: In ein ineinandergelegtes Paar von Erd-Bhūpuras schreibt man Māyā mit dem Namen der Zielperson in der Mitte. Umgeben von einem Erd-Bhūpura mit va-Lauten in den Ecken soll es besonders starke Unterwerfung bewirken.
Die Prosa erklärt: Ein Achteck wird gezeichnet, in der Mitte der Name der Zielperson in Māyā eingeschlossen. In die Ecken kommen va-Laute, außen ein Bhūpura. Dadurch soll die genannte Wirkung eintreten.
Der nächste, im Druck eingeklammerte Vers beginnt auf dieser Seite: In der Mitte wird der Name der eigenen Zielperson, mit sa durchflochten und von den drei Mṛtyuñjaya-Silben umschlossen, geschrieben; die Vokale werden in die Staubfäden gesetzt. Der nummerierte Abschluss folgt auf der nächsten Seite.
35.SAY.4: Fortsetzung von Seite 847: In die acht Blätter kommt der vom Mantra umschlossene Name, in ihre Spitzen kommen die Lautgruppen. Von Lotusformen eingeschlossen, wird dieses vorzügliche Yantra Mṛtyuñjaya genannt.
35.SAY.5: Ihm werden die Beseitigung von Gift, Fieber und Kopfleiden, Glück, Sieg, Schönheit, Gedeihen, Unterwerfung und die Erfüllung aller Wünsche zugeschrieben. Hier endet die im Druck begonnene Klammer.
Die Prosa erklärt: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus. In dessen Samenkapsel wird der Name der Zielperson mit sa durchflochten und von den drei Mṛtyuñjaya-Silben umschlossen; alles wird in la eingeschlossen. In die Staubfäden kommen die Vokale. In die Blätter und Blattspitzen werden der vom Mantra umschlossene Name und die acht Lautgruppen in zweifacher Anordnung geschrieben. Außen folgt ein Kreis, umgeben von zwei Lotusformen. Dies soll die genannten Früchte verleihen. Die knappe Anordnung wird nicht zu einer unbelegten Zeichnung ergänzt.
35.SAY.6: Cintāmaṇi mit der Zielperson am Anfang wird in das Feuerhaus geschrieben und außen von einem weiteren Feuerhaus umgeben. Darum werden die acht Laute mit dem Mantra angeordnet; das Yantra soll Fieber beruhigen. Eine Variante liest hier „Lautgruppen“ statt „Laute“.
35.SAY.7: Die gedruckte achtgliedrige Formel lautet unsicher saṃslavasaḥ plāvayesā; die Fußnote bietet saṃplavasaṃ plāvayesā. Ihr wird Kraft zur Beseitigung von Gift und Fieber zugeschrieben. Wegen des unsicheren Wortlauts wird keine frei ergänzte Mantrafassung hergestellt.
Der Kommentar bezeichnet den Sinn als leicht verständlich und fährt fort.
35.SAY.8: Der mit Tāra und Rudra verbundene Kurukullā-Mantra wird in ein Paar von Feuerhäusern, in die Mitte und die Zwischenräume der Winkel, geschrieben. Dem Yantra wird rasche Vernichtung von Schlangen zugeschrieben.
35.SAY.9: Der Mantra der „Feuergattin“ wird, mit einer Umgürtung beginnend mit Oṃ und Māyā, in ein Paar von Feuerhäusern von der Mitte zu den Winkeln auf Birkenrinde geschrieben. Das Yantra soll Feinde und Schlangen überwinden. Eine Variante nennt statt des Paares die Mitte eines Feuerhauses.
35.SAY.10: In ein mit Dreizacken versehenes Paar von Feuerhäusern wird Dhūmāvatī, von der Mitte zu den Winkeln, der Reihe nach eingeschrieben. Das Yantra steht im Windhaus und wird von Feuer- und Windlauten umgeben.
35.SAY.11: Das Bīja wird durch eine verkürzte Lautbeschreibung mit dānta, Sārdhīśa und Bindu bezeichnet; eine Variante liest dhānta. Es folgen Dhūmāvatī und dviṭha [traditionelle Bezeichnung für svāhā]. Dieser Dhūmāvatī-Mantra wird als Gegner bezwingend bezeichnet. Der unsichere Bīja-Anfang wird nicht stillschweigend normalisiert.
35.SAY.12: Redaktionelle Ausnahme: Eine konkrete schädigende Anwendung mit Giftstoffen wird beschrieben und mit der Vertreibung eines Gegners verbunden. Die ausführbare Stoff- und Verfahrensangabe wird in allen drei Fassungen ausgelassen; die Stelle bleibt eindeutig nachgewiesen.
35.SAY.13: Die Mantralaute „vaivasvatāya“ mit dviṭha werden in ein Paar von Feuerhäusern von der Mitte aus eingeschrieben. Das in einer Mondscheibe gestaltete Yantra wird als Gegner großer Bhūtas und Piśācas bezeichnet.
Die Prosa erläutert: Man zeichnet ein Sechseck, schreibt in die Mitte und die sechs Winkel die sieben Silben vaivasvatāya svāhā – „Dem Sohn des Sonnengottes, svāhā“ – und umgibt das Ganze außen mit der Mondscheibe als Kreis.
35.SAY.14: In ein Paar von ma-Feldern wird der Name geschrieben; in die Winkel setzt der Mantrakundige eine im Druck beschädigte Lautgruppe, verbunden mit na, die auf Dhūmāvatīs Blätter bezogen wird. Das von der Gharmāṭikā-Formel [Namenslesung unsicher] umgebene und von drei Windhäusern eingeschlossene Yantra wird am Rand des Verbrennungsplatzes niedergelegt; es soll Feinde entzweien.
35.SAY.15: Die Formel beginnt mit zweimal „gharmaṭike“, danach zweimal „markaṭike“; es folgen „ghore vidveṣakāriṇi vidviṣo dveṣakāriṇi“ – „o Schreckliche, Entzweiung Bewirkende, Feindschaft unter Gegnern Bewirkende“.
35.SAY.16: Darauf folgen „ghorāghore“, „khādaya“, der Name der Zielperson und zweimal „vidveṣaya“, abschließend „huṃ phaṭ“. Dies wird die Gharmāṭikā-Vidyā genannt. Die genaue Lautsegmentierung des gedruckten Satzes bleibt örtlich unsicher; der aggressive historische Wortlaut wird nicht als heutige Übung empfohlen.
Die anschließende Prosa erklärt die Mantraentnahme als leicht verständlich. In einem Sechseck wird ma in die Mitte, das östliche und das südöstliche Feld geschrieben; in die vier übrigen Felder kommt eine weiterhin unsicher gelesene Lautgruppe. Außen werden ein Kreis und daran acht Blätter gezeichnet. In jedes Blatt kommt je eine Silbe des Dhūmāvatī-Mantras. Zwischen zwei äußeren Kreisen wird die Gharmāṭikā-Vidyā angeordnet. Dies soll die zuvor genannte Wirkung hervorbringen.
35.SAY.17: Je vier deutliche Linien werden in Ost-West- und Süd-Nord-Richtung gezogen. Die Anordnung hat Dreizacke an den Ecken und zwei umgebende Kreise. Von der Mitte aus werden die Mantralaute eingesetzt; außen kommen die acht Laute in acht Felder, die zwölf Laute an die Dreizacke. Dies wird als Yantra des Königs der Verstorbenen bezeichnet. Einzelne Komposita sind im Druck beschädigt; die folgende Prosa erläutert die Gestalt genauer.
35.SAY.18: Der Text gibt eine verschränkte Yama-Lautfolge: yamarājasadāmeya yamedāsajarāmaya | yadayoni repakṣepa pakṣeparaniyodaya. Die Lautgrenzen und einzelne Zeichen bleiben unsicher; die erste Hälfte hat außerdem eine Druckvariante. Es handelt sich um Mantralaute, nicht um einen sicher übersetzbaren fortlaufenden Satz.
35.SAY.19: Als achtgliedriger Mantra wird „dhūmāndhakārāya“ mit dem abschließenden Opferlaut bezeichnet. Danach wird ein weiterer Mantra aus Oṃ, ugra, daṃṣṭrā, vikṛta –
35.SAY.20: – ānanāya und der „Gattin des Feuers“ [svāhā] gebildet; er wird zwölfsilbig genannt. Sinngemäß richtet er sich an den mit furchtbaren Fangzähnen und entstelltem Antlitz. Die zweite Vershälfte beginnt eine konkrete Giftanwendung und wird als redaktionelle Ausnahme nicht ausführbar wiedergegeben.
35.SAY.21: Redaktionelle Ausnahme: Fortsetzung einer giftigen Zubereitung, die gegen einen Gegner eingesetzt und ausdrücklich mit schwerem Fieber und Verwirrung verbunden wird. Stoffe und operative Ausführung werden ausgelassen.
Ein unnummerierter Halbvers behauptet anschließend den Gang des Gegners in Yamas Welt, also seinen Tod; das Zeitwort ist beschädigt. Danach steht eine Punktlücke.
Die Prosa erläutert die geometrische Anordnung: Je vier Linien in beiden Richtungen ergeben neun Felder. In die Mitte werden der Name der Zielperson und die vier Silben yamarāja geschrieben, in die acht übrigen Felder jeweils vier Laute des Yama-Mantras, beginnend im Osten. Vier Dreizacke stehen an den Ecken; an den Enden der mittleren Linien werden weitere angebracht, insgesamt zwölf. In deren Spitzen kommen die zwölf Mantralaute einzeln. Außen folgen zwei Kreise mit acht anschließenden Blättern; in jedes Blatt wird eine Silbe des achtgliedrigen Mantras geschrieben. Die Prosa wiederholt die zuvor behauptete Wirkung.
35.SAY.22: In einer Anordnung von einundachtzig Feldern wird die Zielperson in das mittlere Feuerfeld geschrieben. In die Richtungsfelder kommen Bījas, deren Druckfolge etwa haṃ … klūṃ klūṃ bhūm lautet und örtlich unsicher ist. In die übrigen Felder wird zeilenweise der Kālī-Mantra geschrieben, mit einer von Nordosten und Südwesten ausgehenden Anordnung. Außen wird das Yantra von Yama sowie Feuer- und Windlauten umgeben.
35.SAY.23: Der Kālī-Mantra wird als verschränkte Lautfolge gegeben: kālīmāra ramālīkā līnamokṣa kṣamonalī | māmādaṃta taṃdamāmā raktatatva tataktara. Einzelne Zeichen bleiben unsicher; die Folge wird nicht zu vermeintlich sinnvollen Sanskritwörtern umgedichtet.
35.SAY.24: Dies wird als Kālī-Mantra und als „Todesnacht“ der eigenen Feinde bezeichnet. Es beginnt eine weitere Folge: yamavāṭa ṭavāmāya māṭamoṭa ṭamoṭamā –
35.SAY.25: – vāmobhūri ribhūmovā ṭaṭarīva varīṭaṭa. Der Text bezeichnet diese Strophe als aus Yama bestehend und als Feinde vernichtend. Auch diese Mantralesung ist örtlich unsicher.
35.SAY.26: Redaktionelle Ausnahme: Für das als Nigraha bezeichnete Yantra wird eine konkrete Mischung mehrerer Giftstoffe angegeben. Die ausführbare Zubereitung wird ausgelassen.
35.SAY.27: Redaktionelle Ausnahme: Fortsetzung des schädigenden Verfahrens mit einer genauen Orts- und Zeitvorschrift; keine operative Wiedergabe.
35.SAY.28: Dem Verfahren wird der Tod des Gegners innerhalb einer Woche oder dessen Befall mit schweren Krankheiten zugeschrieben. Die aggressive Wirkaussage ist ausdrücklich Teil der Quelle.
35.SAY.29: Redaktionelle Ausnahme: Es folgt eine weitere giftige Beschichtung desselben Cakras. Der anschließende unnummerierte Halbvers behauptet wiederholten schweren Schaden; der genaue Schlussausdruck ist unsicher. Danach steht eine Punktlücke.
35.SAY.30: In vierundsechzig Felder wird Kālī eingeschrieben, mit einer im Druck knappen Richtungsangabe beginnend bei Īśa. Außen wird die Yama-Strophe angeordnet, darum Feuer- und Wind-Bīja.
35.SAY.31: Redaktionelle Ausnahme: Der Text verbindet das Yantra mit einer konkreten giftigen Beschichtung und einer Anwendung zur Vertreibung von Menschen; die ausführbare Zubereitung wird ausgelassen.
Ein unnummerierter Halbvers behauptet außerdem Ernteverlust, Ausbleiben des Regens und Vernichtung von Rindern. Der Kommentar verweist für diese beiden Yantras auf den Tvaritā-Abschnitt im einundzwanzigsten Śvāsa.
35.SAY.32: In die Mitte von Tumburu wird der Name, in Smara eingeschlossen, geschrieben. In die Richtungsblätter kommen die mit „jṛmbha“ beginnenden Vidyās; in die Eckblätter wird die Göttin mit ra und Namen gesetzt [knappe, örtlich unsichere Formulierung]. Außen und unten wird das Yantra von Schlinge und Haken umgeben. Ihm werden Unterwerfung, Beseitigung der Furcht vor Grahas und Abwehr niederer Schadensmagie zugeschrieben.
35.SAY.33: Die Formeln heißen: „jṛmbhe jṛmbhini“ mit ṭha zweimal, „mohe mohini“ ebenso, „andhe andhini“ ebenso und „rundhe rundhini“ ebenso. Sie rufen Kräfte des Erstarrens, Verwirrens, Blendens und Hemmens an; die Formelenden bleiben in der traditionellen Lautbezeichnung der Quelle.
35.SAY.34: Anstelle von Kāma wird Śānti in dieses Yantra geschrieben, als Unterlage wird ein menschlicher Schädel genannt; die Variante liest Tuch. Erhitzen zu den Sandhyās wird mit starker Unterwerfung der Zielperson verbunden.
35.SAY.35: Statt Śānti werden Varma oder phaṭ auf Menschenhaut geschrieben. Von Feuer- und Windhäusern umgeben und auf dem Verbrennungsplatz aufgestellt, soll es Feinde „verbrennen“; die Variante liest „beseitigen“.
35.SAY.36: Anstelle von Varma wird Astra geschrieben, auf eine Platte aus einem als giftig bezeichneten Baum; der Name wird mit Feuer und Wind verbunden. Als Schreibstoff wird Widderblut genannt. Dies bleibt die historische magische Materialangabe der Quelle.
35.SAY.37: Nach Japa an einem Kreuzweg eingegraben, soll es gegenseitige Feindschaft hervorrufen. Werden ra und ya weggelassen, wird stattdessen la in die Mitte gesetzt.
35.SAY.38: Von einem Erdhaus umgeben und zwischen Ziegeln eingesetzt, soll es alle zum Stillstand bringen. Hier beginnt im Druck eine Klammer.
35.SAY.39: Statt la wird das Wind-Bīja in die Mitte geschrieben; hier endet die Klammer. Redaktionelle Ausnahme für die zweite Vershälfte: Eine konkret giftige Beschichtung für eine schwere Schädigung wird nicht ausführbar wiedergegeben.
35.SAY.40: Der Text behauptet bei Niederlegung auf dem Verbrennungsplatz die Vernichtung des Geschlechts der eigenen Feinde; die Variante lautet ebenfalls sinngemäß „Ausrottung der Familie“. Für die folgende Anordnung wird das Wind-Bīja durch phaṭ ersetzt.
35.SAY.41: Auf das Tuch eines Verstorbenen wird nach Vorschrift mit Krähenblut geschrieben und es am gewünschten Ort eingegraben. Dadurch soll Entzweiung unter Gegnern entstehen.
35.SAY.42: Das Astra-Bīja wird weggelassen und durch einen als lṛ gedruckten Laut mit ma ersetzt; die Fußnote bietet bhū mit ma. Das Yantra wird mit drei Metallen umhüllt.
35.SAY.43: Ihm werden Beruhigung aller Krankheiten sowie Abwehr von Schadenszauber und Feindseligkeit zugeschrieben. Für die nächste Form wird jener Laut durch glauṃ ersetzt.
35.SAY.44: Außen wird es von la, dann von Schlinge und Haken, danach von Oṃ umgeben und in ein Erd-Maṇḍala eingesetzt. Die Fußnote bietet für la die Variante ṭha.
35.SAY.45: Außen folgen der Reihe nach als lai gedruckte Laute mit Bindu; die Variante liest a-Laute. Dann umgeben die mit Visarga endenden Mātṛkā-Laute das Ganze, außen ein Kreis.
35.SAY.46: Auf Seidentuch gefertigt und zwischen zwei Ziegel gelegt, soll es vor einem Heer eingegraben dessen Stillstellung bewirken. Der Kommentar bezeichnet die Entnahme der Lautfolge als leicht verständlich.
35.SAY.47: In die Mitte kommt das Śrīnṛsiṃha-Bīja, außen in die Staubfäden kommen die Vokale. In die Richtungen von Varuṇa, Mond, Yama und Indra wird der Gāruḍa-Mantra geschrieben; die Halbvokale kommen in die Richtungen von Wind, Feuer, Nirṛti und Śiva. Das Gāruḍa-Yantra wird von Lauten und acht mit Sarga versehenen Saṃvartakas umgeben. Die Variante liest „von Lautgruppen“ statt „von Lauten“.
35.SAY.48: Saṃvartaka mit „Auge“, Pāśa, Tāra und die „Schöne des Feuers“ bilden den Gāruḍa-Mantra. Er wird als Gift vernichtend bezeichnet; das gedruckte Kompositum nach viṣa ist unsicher.
35.SAY.49: Wer sich selbst als Garuḍa vergegenwärtigt, rezitiert diesen Mantra. Ihm wird zugeschrieben, allein durch den Blick das von Schlangen stammende Gift zu vernichten. Dies ist eine religiöse Wirkaussage der Quelle, keine Behandlungsempfehlung bei Vergiftungen.
35.SAY.50: In die Mitte schreibt man nach Vorschrift die in Bhṛgu gesetzten Laute zusammen mit dem Namen der Zielperson. Die Vokale kommen in die Staubfäden, das mittlere Bīja in die acht Blattzwischenräume. Die mit ka beginnenden Laute werden in die Staubfäden gesetzt; in die sechzehn Blätter kommt je ein Paar des mittleren Bījas. Das im Wasserhaus stehende Yantra heißt Sañjīvana, „Wiederbelebung“, und soll geringere Leiden beseitigen. Die gedrängte Beschreibung mehrerer Lotuskränze wird nicht zeichnerisch ergänzt.
35.SAY.51: In die Mitte kommt Piṇḍa; in die Blätter der Richtungen von Wasserherr, Mondherr, Herr der Verstorbenen und Śakra werden die genannten Laute geschrieben. In die Richtungen von Wind, Feuer, Rākṣasa und Śiva kommen die mit ya beginnenden Laute. Außen umgeben die mit ka beginnenden Laute das Ganze, verbunden mit dem „linken Auge“. Dies wird das vorzügliche Piṇḍa-Yantra genannt.
35.SAY.52: Das Piṇḍa-Bīja wird in einer verkürzten Lautbeschreibung aus Caturānana, Manu-Vokal, Mond, einer unsicher gedruckten Herrscherbezeichnung und Feuer gebildet. Es soll Menschen zur Verwirklichung aller Ziele dienen. Die Fußnote bietet bei der Beschreibung eine abweichende Lautlesung; ein eindeutiges zusammengesetztes Bīja wird daher nicht ergänzt.
35.SAY.53: Mit diesem Bīja durch Japa belebt, gilt das Yantra als vorzüglich schützend; ihm werden langes Leben, Gesundheit, Wohlstand, Glück und Unterwerfung zugeschrieben.
35.SAY.54: Es soll Gefahren durch Diebe, Schlangen, wilde Tiere, Tiger, Bhūtas und Krankheit abschneiden, Frauen während der Schwangerschaft schützen, Söhne schenken und geringere Übel beseitigen.
Ein unnummerierter Halbvers ergänzt: Auf dem Kopf getragen, soll es unübertroffene Macht über die Menschen verleihen. Danach folgt eine Punktlücke.
35.SAY.55: In der Mitte eines Wasserhauses, im Inneren von la, wird die mit sa verbundene Zielperson geschrieben; das Kompositum ist örtlich unsicher. In die acht Blätter kommt der Haṃsa-Mantra, außen die Haṃsa-Laute. Das von einem Erdhaus umgebene und ständig auf dem Kopf getragene Yantra soll kleinere Übel, heftiges Fieber, Krankheiten und Gegner beseitigen sowie Ruhm und Wohlstand geben.
35.SAY.56: Im Inneren von ī wird die eigene Zielperson geschrieben; derselbe Laut wird in den acht Blättern wiederholt und umgibt das im Erdhaus stehende Yantra. Dies soll Menschen gefügig machen. Die Variante liest e statt ī.
35.SAY.57: Auf ein Kupferblatt gezeichnet und verehrt, soll dieses Yantra alle Sterblichen unterwerfen; der Text schließt Zweifel daran ausdrücklich aus.
35.SAY.58: In die Mitte kommt der als bhānta bezeichnete Laut, in Bhṛgu eingesetzt und von den Namenslauten umgeben. Ṭānta, verbunden mit lānta, wird in die acht Blätter geschrieben. Das in der Erdscheibe stehende Yantra heißt ebenfalls Sañjīvana; am Arm getragen, soll es Furcht vor Waffen beseitigen. Die Lautumschreibungen bleiben quellengetreu stehen, da ihre genaue Auflösung hier nicht erläutert wird.
35.SAY.59: Ja, von Lauten umgeben und mit der Zielperson verbunden, wird in ṭānta geschrieben; in die acht Blätter kommt Haṃsa. Außen umgeben Wasserhaus und lānta das Yantra, dem Fieberbeseitigung zugeschrieben wird. Für ja bieten die Fußnoten die abweichenden Lesungen sa und ṛ.
35.SAY.60: In ṭānta, im Inneren von kṣa, wird der Name geschrieben, von den drei Mṛtyuñjaya-Silben eingeschlossen. Außen, in die acht Blätter, kommt die Bezeichnung der Zielperson wie zuvor; ebenso in einen sechzehnblättrigen Lotus mit Vokalen in den Staubfäden und in einen zweiunddreißigblättrigen Lotus, dessen Staubfäden die mit ka beginnenden Laute tragen.
35.SAY.61: Von ī umgeben, heißt dieses Yantra Mṛtyuñjaya. Ihm werden die Beseitigung aller Krankheiten und Schadensmagie sowie die Verwirklichung allen Glücks zugeschrieben.
35.SAY.62: Zwei Praṇavas werden, mit dem Namen der Zielperson verbunden, von glauṃ eingeschlossen. Außen wird ein Bhūpura mit acht Vajras und leuchtendem Tāra gezeichnet. In die Ecken kommt ca, in die Richtungen la. Schlinge, Haken und drei Silben umgeben das Stillstellungs-Yantra, dessen Umfassung außerdem die acht mit jṛmbha beginnenden Vidyās trägt.
35.SAY.63: Zuerst „jṛmbhe“ mit der „Feuergattin“ [svāhā], danach „jṛmbhini“ mit zweimal ṭha; dann „mohe“ mit der Feuergattin, danach „mohini“ mit zweimal ṭha.
35.SAY.64: Es folgen „andhe“ mit der Gattin des Feuers, danach „andhini“ mit zweimal ṭha, dann „rundhe“ mit der Feuergattin und „rundhini“ mit dviṭha. Der Kommentar bezeichnet die Mantraentnahme als leicht verständlich.
35.SAY.65: In lānta wird der Name geschrieben; derselbe Laut wird in den acht Richtungen wiederholt. Danach folgen eine als toṇī-bimba gedruckte Form [Lesung und Bedeutung unsicher] sowie zwei miteinander verschlungene Schlangen; in ihre Mäuler kommen die Namen. Auf einer Vibhīta-Holzplatte ausgeführt und in abgelegte Opfergaben gelegt, soll das Yantra die Rede von Gegnern zum Stillstand bringen.
35.SAY.66: Kavaca mit der Zielperson am Anfang wird geschrieben; außen kommt es ebenfalls in die Richtungsblätter, in die übrigen glauṃ. In die Ecken des Erdhauses kommt eine mit rānta verbundene Anordnung, in die acht Vajras Varma. Das Yantra steht im Wasserhaus und in der Erdscheibe; in einen Rātri-Vināyaka eingesetzt, wird es zwischen zwei Tonschalen gelegt. Die knappen Lautbezeichnungen werden nicht unbelegt aufgelöst.
35.SAY.67: An einem verborgenen Ort niedergelegt und täglich verehrt, soll es Rede, Heere und andere Kräfte der Gegner zum Stillstand bringen.
35.SAY.68: Acht gerade Linien werden gezogen, quer dazu sechs. In die äußere Umfassung wird nach Vorschrift kṣa mit Bindu geschrieben; in die innere Reihe kommt Dharaṇī, in die drei verbleibenden Felder der Name. Dieses als bekannt bezeichnete Yantra soll Fieber beseitigen; die Schlussformulierung ist örtlich unsicher.
35.SAY.69: Nach Verehrung und Darbringung eines Bhūta-Bali wird das Yantra am Kopf der Zielperson befestigt; der Text verbindet dies mit Befreiung von jeder Art Fieber.
35.SAY.70: In ein Paar von Feuerhäusern wird Tāra geschrieben, an beide Seiten ein als lāṅga gedrucktes Lautelement [unsicher], in die östlichen und westlichen Ecken das Feuer-Bīja. Von Schlinge und Haken umgeben, gilt dieses Yantra als fieberbeseitigend.
35.SAY.71: Mit dem aus Tāra, Schlinge und Haken bestehenden Mantra verehrt, wird es dem Fiebernden an Hand oder anderen Körperstellen befestigt, um Fieber zu beruhigen. Dies sind historische Ritualvorschriften und ihre überlieferten Wirkaussagen.
35.SAY.72: In Piṇḍa wird der Name geschrieben, durchflochten von ṭānta mit Sarga. Das Yantra besitzt Staubfäden mit Vokalen und acht Blätter mit ṭānta und steht im Erdhaus. Ihm werden Schönheit und Fieberbeseitigung zugeschrieben.
35.SAY.73: Māyā wird nach Vorschrift in ṭānta geschrieben und von einer Lautfolge aus Tāra, Herz, Wasser und dviṭha umgeben; außen folgen die Zielperson und mit „Gesicht“ und „Halbmond“ bezeichnete Zeichen. Das Yantra soll Kopfschmerzen sofort beseitigen. Eine Druckvariante bezieht die Wirkung auf das Weinen eines Kindes; die Hauptlesung bleibt maßgeblich.
35.SAY.74: Der Himmelslaut mit Bindu, durchflochten mit dem Namen, wird in ein ungeradzahliges Winkelzeichen geschrieben. In ein Paar von Erdhäusern eingeschlossen, soll das Yantra jedes Fieber beseitigen.
35.SAY.75: Sa wird mit dem Namen durchflochten geschrieben; außen steht Bhṛgu im achtblättrigen Lotus. Darum folgt ein dreißigblättriger Lotus mit den Lauten von ka bis ṣa, dann das Wasserhaus. Auf Birkenrinde gestaltet, soll das Yantra Besessenheit, Krankheit und heftiges Fieber beruhigen, Schadenszauber abwehren und Wohlstand geben.
35.SAY.76: In ein Cakra mit vierundsechzig Feldern werden der Reihe nach die Halbvokale mit Bindu geschrieben. Das Yantra trägt Dreizacke an den Linienenden; darauf soll man zur Fieberberuhigung liegen. Die Variante nennt ausdrücklich kaltes Fieber.
35.SAY.77: In die Mitte eines ineinandergelegten Paares von Erd-Bhūpuras wird die Gattin des Herrn der Bergtochter [Göttinnen-Bīja] geschrieben. Praṇava kommt in die acht Ecken. Dies wird als besonders fieberbeseitigend bezeichnet.
35.SAY.78: Im Inneren einer Mondform wird der Name in va geschrieben, außen ṭānta, dann ein Erdhaus und darum ein Kreis. Das Yantra soll Menschen unterwerfen und alle Bedrängnis beruhigen; ein abschließendes beschreibendes Wort ist im Druck unsicher.
35.SAY.79: Auf einem schönen Betelblatt wird Māyā mit der Zielperson in ein Paar von Feuerhäusern mit Svastika geschrieben, umgeben von Schlinge und Haken. Wer nachts im Wasser den Mantra rezitiert, soll bewirken, dass die Zielperson von selbst zu ihm kommt. Die Fußnote bietet anstelle der Hauptlesung eine Erwähnung des Erhitzens.
35.SAY.80: In die Mitte eines Sechsecks kommt Māyā mit dem Namen der Zielperson; in die Winkel Śakti, mit jenem Namen durchflochten. Außen folgt ein Erdhaus mit Madana in den Ecken. Das auf einem Betelblatt ausgeführte und durch Japa behandelte Yantra wird mit nächtlichem Verzehr und der langfristigen Unterwerfung einer Geliebten verbunden. Die Syntax der Passage zum Verzehr ist beschädigt; wer wem das Blatt gibt, wird nicht als sichere Lesung ergänzt.
35.SAY.81: Der Name wird in Śakti eingeschrieben und von vier Bījas umgeben. Ein aus Śakti, Manobhava und Aṅkuśa bestehender Mantra wird mit weiteren, örtlich unsicher gedruckten Bījas umschlossen. Das Ganze wird auf einer Teigfigur der Zielperson angebracht, durch Japa behandelt, in die „drei süßen Stoffe“ getaucht und verzehrt. Der Text behauptet daraufhin eine dauernde, einem Diener vergleichbare Unterwerfung der Zielperson. Einzelne Bījas und ein Kompositum bleiben unsicher.
35.SAY.82: Kāma mit der Zielperson wird in einen Lotus geschrieben, dessen Staubfäden von Vokalen und dessen Blätter von Lautgruppen erfüllt sind. Dieses Manmatha-Yantra soll Glück, Wohlstand und Sieg verleihen.
35.SAY.83: Der Lehrer zeichnet diese Yantras mit Safran, Rocanā, Lack, Moschus, Elefantenbrunstsekret und Sandel, mit einem goldenen Schreibgriffel.
35.SAY.84: Ein Yantra, das den Boden oder einen Leichnam berührt hat, verbrannt [vermuteter Sinn; im Druck steht auffällig dugdham], mit abgelegten Opfergaben vermischt, zerfallen oder überschritten worden ist, soll der Mantrakundige niemals tragen. Hier endet das Śāradātilaka-Zitat.
Śaktikūṭa und Zahlenyantras
Nun folgt das Mātṛkārṇava. Redaktioneller Abschnitt 35.KTY; neue Zählung.
35.KTY.1: Aus dem Śaktikūṭa entstehen einhundertzwanzig Teilformen. Ebenso viele Yantras und ihnen entsprechende Früchte entstehen daraus.
35.KTY.2: Höre gesammelt; ich werde es kurz erklären. Beseitigung von Krankheit, Schadenszauber und Grahas sowie Unterwerfung –
35.KTY.3: – gelten als Früchte der aus dem Wasserlaut hervorgehenden Teilformen. Die aus dem zweiten Laut entstehenden gelten als Vertreibung bewirkend.
35.KTY.4: Den aus dem dritten Laut entstehenden wird Stillstellung zugesprochen; den aus dem vierten entstehenden kāmaṇa, das Bewirken von Begehren [Wortform im Druck verkürzt].
35.KTY.5: Die aus dem fünften Laut entstehenden werden mit Entzweiung verbunden. Jede dieser Gruppen umfasst vierundzwanzig Teilformen.
Der Kommentar zitiert Tantrarāja 33.69: „Neun und sechzehn Felder; ungerade und gerade sind weiter zu vermehren.“ Er erläutert: Zu den ungeraden Yantras gehören neun, fünfundzwanzig, neunundvierzig und einundachtzig Felder; die Folge wird entsprechend fortgesetzt. Zu den geraden gehören sechzehn, sechsunddreißig und vierundsechzig Felder, ebenfalls weiterwachsend. Gemeint sind die Quadrate ungerader beziehungsweise gerader Seitenzahlen. Dann folgt ein weiteres Zitat aus demselben Text, Abschnitt 35.TRY.
35.TRY.1: Die Zahlen werden in den Reihen ausgeglichen; entsprechend der jeweiligen Zahl werden die aus der dritten Teilform der Vidyā hervorgehenden [Laute] eingeschrieben.
35.TRY.2: Das gewünschte Anliegen wird in ihr Mittelfeld geschrieben. Mit den so gestalteten Yantras werden alle beruhigenden Riten vollzogen –
35.TRY.3: – ebenso Unterwerfung, Heranziehung, Entzweiung, Stillstellung, Vertreibung und anderes. Langes Leben, Gesundheit, Sieg und Macht sollen dadurch gelingen.
Ein unnummerierter Halbvers nennt Aufstellen, Tragen und weitere Mittel des beständig Übenden; danach folgt eine Punktlücke.
Die Prosa erklärt: Gemeint sind die gemäß der Regel „ungerade und gerade vermehren“ hergestellten Yantras und Zahlen. Die Zahlenwerte werden nach der mit „Lebensatem, Feuer, Erde, Wasser, Raum“ beginnenden Zuordnung gewonnen, je zehn Laute für jedes Element und in der jeweils folgenden Lautreihenfolge. Die weitere Zahlensteigerung erklärt das Mātṛkārṇava, Abschnitt 35.MAY; neue Zählung.
35.MAY.1: Ich erkläre das Yantra aus neun Feldern; höre die Zahlenordnung. Für die erste Teilform des Śaktikūṭa wurden fünf Konsonanten genannt.
35.MAY.2: Die Kundigen verstehen deren Reihenfolge jeweils vom ersten an. Durch je vier gezogene Linien in Ost-West- und Süd-Nord-Richtung –
35.MAY.3: – entstehen neun Felder, verteilt auf drei Reihen. Die Platzfolge wird in Zahlwörtern angegeben: zwei, neun, Ozean, Berg, Pfeil, drei, sechs, Mond und Vasu. Die gedrängte Druckfolge ist örtlich unsicher; sie entspricht wahrscheinlich 2–9–4–7–5–3–6–1–8.
35.MAY.4: Für das Einsetzen der Lautzahlen werden die Stellenzahlen eins bis neun der Reihe nach verstanden. Die zuvor genannten Zahlwörter bezeichnen dabei die zugehörigen Felder.
35.MAY.5: Die vierundzwanzig vom ersten Laut ausgehenden Teilformen, o höchste Herrin und Mutter, haben die Zahlen eins bis vierundzwanzig.
35.MAY.6: Im ersten Feld der ersten Teilform steht eins; im ersten Feld der zweiten Teilform steht zwei.
35.MAY.7: Entsprechend beginnt die dritte Teilform mit drei und so weiter. Zu den vierundzwanzig Kūṭas gehören vierundzwanzig –
35.MAY.8: – Yantras, o Göttin, die vom ersten Laut ausgehen. Ebenso werden die vom zweiten Laut ausgehenden Varianten, o höchste Herrin –
35.MAY.9: – von fünfundzwanzig bis achtundvierzig gezählt. Entsprechend wird die Zählung bei der dritten und den weiteren Gruppen erhöht.
35.MAY.10: Mit den so erklärten großen Yantras gilt auf Erden nichts als unerreichbar. Nun höre die Vorschrift der Yantras mit sechzehn Feldern.
35.MAY.11: Durch je fünf Linien in Ost-West- und Süd-Nord-Richtung entstehen sechzehn Felder, o Göttin. In sie wird der Reihe nach geschrieben; die Anordnung folgt auf der nächsten Seite.
35.MAY.12: Für die am Ende stehenden Konsonanten werden jeweils sieben genannt, für die am Anfang und in der Mitte stehenden die fortlaufenden Zehnerzahlen. Die knappe Regel setzt die zuvor erläuterte Laut-Zahlen-Zuordnung voraus.
35.MAY.13: Im ungeraden Feld steht eine ungerade Zahl, im geraden eine gerade. Die Zahlen werden so zusammengestellt, dass die Summe in jeder Reihe gleich ist.
35.MAY.14: Nach sorgfältiger Prüfung wird geschrieben: Für die erste Teilform gilt ringsum vierunddreißig, danach sechsunddreißig –
35.MAY.15: – dann achtunddreißig, vierzig und so fort. Bei der zweiten und den weiteren Teilformen wird jeweils um zwei erhöht, o Liebe.
35.MAY.16: Die Steigerung reicht bis zur einhundertzwanzigsten Teilform. Ebenso wird bei allen geraden Yantras weitergegangen.
35.MAY.17: Werden die Lautzahlen aus zwei, drei oder mehr Teilformen zusammengeführt, entstehen größere Yantras; ihre Wirkungen werden wie zuvor verstanden.
35.MAY.18: Höre nun die vierundzwanzig Teilformen, die vom ersten Laut ausgehen; ich werde sie der Reihe nach vollständig nennen, o Tochter des Berges.
Lesehinweis zu den folgenden Reihen: Die Quelle verwendet Zahlwörter wie Ozean/Veda = 4, Pfeil/Element = 5, Feuer/Guṇa = 3 und Mond = 1. Die folgenden durch Bindestriche getrennten Ziffern bezeichnen die Reihenfolge der fünf Lautpositionen, keine fünfstelligen Zahlen. Unsichere oder widersprüchliche Drucklesungen werden örtlich markiert und nicht durch eine rechnerisch erwartete Permutation ersetzt.
35.MAY.19: 1–2–3–4–5; 1–3–2–4–5; 1–4–2–3–5; 1–2–4–3–5 [letzte gedrängte Lautverbindung nicht ganz sicher].
35.MAY.20: 1–3–4–2–5; 1–4–3–2–5; 1–2–3–5–4; 1–3–2–5–4.
35.MAY.21: 1–5–3–2–4; 1–3–5–2–4; 1–5–2–3–4; 1–2–5–3–4.
35.MAY.22: 1–2–4–5–3; 1–4–2–5–3; 1–5–2–4–[unsicher: doṣa]; 1–2–5–4–3.
35.MAY.23: 1–4–5–2–3; 1–5–4–2–3; 1–3–4–5–2; 1–4–3–5–2.
35.MAY.24: 1–5–3–4–2; 1–3–5–4–2; 1–5–4–3–2; 1–4–5–3–2.
35.MAY.25: Damit sind die vom ersten Laut ausgehenden Teilformen erklärt. Höre nun die vom zweiten Laut ausgehenden, o Pārvatī.
35.MAY.26: 2–1–3–4–5; 2–3–1–4–5; 2–4–3–1–5; 2–3–4–1–5.
35.MAY.27: 2–1–4–3–5; 2–4–1–3–5; 2–5–1–3–4; 2–1–5–3–4.
35.MAY.28: 2–3–5–1–4; 2–5–3–1–4; 2–1–3–5–4; 2–[unsichere Verbindung vaktri/vadana]–1–5–4. Die letzte Reihe wird nicht nach dem erwarteten Schema berichtigt.
35.MAY.29: 2–1–4–5–3; 2–4–1–5–3; 2–5–4–1–3; 2–4–5–1–3.
35.MAY.30: 2–5–1–4–3; 2–1–5–4–3; 2–3–4–5–1; 2–4–3–5–1.
35.MAY.31: 2–5–4–3–1; 2–4–5–3–1; 2–2–5–4–1 [so die unsichere Drucklesung mit wiederholtem dvi]; 2–5–3–4–1. Die auffällige dritte Reihe bleibt als solche erkennbar.
35.MAY.32: Damit sind die vom zweiten Laut ausgehenden Teilformen erklärt. Höre nun die vom dritten Laut ausgehenden, o Tochter des Berges.
35.MAY.33: 3–1–2–4–5; 3–2–1–4–5; 3–4–1–2–5; 3–4–2–1–5.
35.MAY.34: 3–2–4–1–5; 3–1–4–2–5; 3–2–1–5–4; 3–2–5–1–4.
35.MAY.35: 3–5–2–1–4; 3–5–1–2–4; 3–1–5–2–4; 3–1–2–5–4.
35.MAY.36: 3–4–5–2–1; 3–4–2–5–1; 3–2–5–4–1; 3–2–4–5–1.
35.MAY.37: 3–5–4–2–1; 3–5–2–4–1; 3–4–5–1–2; 3–5–4–1–2.
35.MAY.38: 3–1–4–5–2; 3–4–1–5–2; 3–5–1–4–2; 3–1–5–4–2.
35.MAY.39: Damit sind die vom dritten Laut ausgehenden Teilformen erklärt. Höre nun die vom vierten Laut ausgehenden, o Pārvatī.
35.MAY.40: 4–3–2–1–5; 4–2–3–1–5; 4–1–2–3–5; 4–2–1–3–5. Die Reihe wird auf der nächsten Seite fortgesetzt.
35.MAY.41: 4–1–3–2–5; 4–3–1–2–5; 4–5–1–[gedruckt dvaya, „Paar“; die vollständige Fünferreihe ist nicht sicher lesbar]; 4–1–5–2–3.
35.MAY.42: 4–2–1–5–3; 4–1–2–5–3; 4–2–5–1–3; 4–5–2–1–3.
35.MAY.43: 4–5–1–3–2; 4–1–5–3–2; 4–5–3–1–2; 4–3–5–1–2.
35.MAY.44: 4–1–3–5–2; 4–3–1–5–2; 4–2–3–5–1; 4–3–2–5–1.
35.MAY.45: 4–5–3–2–1; 4–3–5–2–1; 4–2–5–3–1; 4–5–2–3–1.
35.MAY.46: Damit sind die vom vierten Laut ausgehenden Teilformen erklärt. Höre nun kurz die vom fünften Laut ausgehenden.
35.MAY.47: 5–4–3–2–1; 5–3–4–2–1; 5–4–2–3–1; 5–2–4–3–1.
35.MAY.48: 5–3–2–4–1; 5–2–3–4–1; 5–4–3–1–2; 5–3–4–1–2.
35.MAY.49: 5–4–1–3–2; 5–1–4–3–2; 5–3–1–4–2; 5–1–3–4–2.
35.MAY.50: 5–4–1–2–3; 5–1–4–2–3; 5–4–2–1–3; 5–2–4–1–3.
35.MAY.51: 5–2–1–4–3; 5–1–2–4–3; 5–1–2–3–4; 5–2–1–3–4.
35.MAY.52: 5–3–2–1–4; 5–2–3–1–4; 5–3–1–2–4; 5–1–3–2–4.
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Damit sind die vom fünften Laut ausgehenden Teilformen erklärt. Danach folgt eine Punktlücke.
Die Prosa fasst die sechzehnfeldrigen Yantras zusammen: Bei den vierundzwanzig Teilformen des ersten Lautes ist die Summe der ersten vierunddreißig, der zweiten sechsunddreißig, der dritten achtunddreißig, der vierten vierzig, der fünften zweiundvierzig und der sechsten vierundvierzig. In Zweierschritten reichen die vierundzwanzig Yantras bis achtzig. Die Teilformen des zweiten Lautes beginnen bei zweiundachtzig und werden ebenfalls in Zweierschritten durch vierundzwanzig Yantras fortgesetzt. Die weiteren Gruppen und ihre Wirkungen werden entsprechend verstanden. Auch für die Teilformen von Vāgbhava- und Kāmarāja-Kūṭa werden nach derselben Weise Zahlen gebildet, gerade und ungerade Yantras hergestellt und den jeweiligen Wirkungen zugeordnet. Hier endet der Yantra-Abschnitt.
Eine Śrīvidyā-Praxisordnung des Lehrers
„Oṃ. Nun wird die Śrīvidyā-Praxisordnung niedergeschrieben, die von unseren verehrungswürdigen Lehrerfüßen gelehrt wurde.“ So leitet der Text die folgende Paddhati ein. Redaktioneller Abschnitt 35.SVP; neue Zählung.
35.SVP.1: Man erhebt sich zur Brahma-Muhūrta und vergegenwärtigt im weißen Lotus am Brahmarandhra, in der Mondscheibe des Bewusstseins, den Guru, rein wie Bergkristall, mit Gebetskette sowie den Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit –
35.SVP.2: – umarmt von der roten Śakti, die auf seinem linken Schoß sitzt und einen Lotus trägt; er ist mit drei langen Augen geschmückt. Die gedrängte Attributverbindung des ersten Verses ist örtlich unsicher.
35.SVP.3: Man erinnert ihn, unter Nennung seines Namens, mit freundlichem Antlitz und friedvoll. Seine beiden Füße werden als rot und weiß vergegenwärtigt.
35.SVP.4: Guru und Gurupatnī werden als Gott und Göttin betrachtet. Der Pādukā-Mantra wird entsprechend der Unterweisung des eigenen Lehrers gesprochen.
Die Prosa erinnert daran, dass die Pādukā-Vidyās bereits genannt wurden. Mit Duftstoffen und weiteren Gaben, verbunden mit den jeweiligen Vidyās, wird verehrt und gebetet:
35.SVP.5: „Vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen: Was immer ich tue, o Ursprung der Welt, möge deine Verehrung sein.“
Nach diesem Gebet verneigt man sich vor dem eigenen Guru, nennt seinen Namen und erweist ihm Ehrerbietung. Vom Wurzelzentrum bis zum Brahmarandhra wird die Mūlavidyā vergegenwärtigt –
35.SVP.6: – strahlend wie Millionen Sonnen, leuchtend wie Millionen Monde, im Glanz der aufgehenden Sonne. In festem Sitz meditiert man, solange der Atem reicht [die knappe Zeitangabe wird nicht zu einer Atemhalteanweisung erweitert].
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Durch das Einswerden mit ihr verweilt man eine Weile glücklich. Danach folgt eine Punktlücke.
Die Prosa fährt fort: Nachdem die Mūlavidyā so vergegenwärtigt wurde, fasst man mit ihrer Erlaubnis den Vorsatz für Ajapā und die weiteren Übungen. Zum Gāyatrī-Mantra namens Śrī-Ajapā erfolgt der Nyāsa: am Kopf „Verehrung dem Seher Haṃsa“; am Mund „Verehrung dem Metrum Avyaktā-Gāyatrī“ [Variante Avyakta-Gāyatrī]; im Herzen „Verehrung der Gottheit Paramahaṃsa“; im verborgenen Körperbereich „Verehrung dem Bīja haṃ“; an den Füßen „Verehrung der Śakti saḥ“; am Nabel „Verehrung dem Kīlaka so ’ham“. Danach beginnt der Vorsatz: „Zur Tilgung all meiner Verfehlungen, während dieses Tages und dieser Nacht …“ Die Fortsetzung steht auf der nächsten Seite.
Fortsetzung des Vorsatzes: „… werde ich in Gestalt von Ein- und Ausatmen 21.600 Wiederholungen der Gāyatrī namens Ajapā vollziehen.“ Danach folgen Prāṇāyāma mit dem Mūla-Mantra, Reinigung der Hände und Fingernyāsa.
Der Hand- und Sechsgliedernyāsa lautet: „hasāṃ, dem Sonnenwesen, dem Herzen, namaḥ; hasīṃ, dem Mondwesen, dem Kopf, svāhā; hasaṃ, dem fleckenlosen Wesen, der Haarlocke, vaṣaṭ; hasaiṃ, dem erscheinungsfreien Wesen, dem Schutz, hum; hasauṃ, dem Wesen unkörperlicher, feiner Erkenntnis, den drei Augen, vauṣaṭ; hasaḥ, dem Wesen unmanifestierter Erkenntnis, der Waffe, phaṭ.“ Danach wird die Haṃsa-Gestalt vergegenwärtigt.
35.SVP.7: Das eigene Selbst wird als Śiva betrachtet, mit den beiden Flügeln Feuer und Soma: Mit ha geht es hinaus, mit sa tritt es ein.
35.SVP.8: Man erinnert „haṃsaḥ, so ’ham“. Aus so ’ham werden die Konsonanten fortgenommen; die beiden Flügel werden eingezogen, und das eigene Selbst wird als Ei vergegenwärtigt. Die anschließende Prosa verbindet dies mit der Übung von Tāra [Oṃ].
Auch am folgenden Tag wird so verfahren. Dann wird dargebracht: „Die 21.600 Wiederholungen der Gāyatrī namens Ajapā, die während des vergangenen Tages und der Nacht als Ein- und Ausatmen entstanden sind, widme ich dem Śrīguru, der im Brahmarandhra in der Mitte der Samenkapsel des tausendblättrigen Lotus verweilt.“ Der Guru wird an seinen Ort entlassen. Danach folgen der Gang nach draußen, Körperreinigung, Ācamana und Zahnreinigung. Nach Norden gewandt richtet man zwei Gebete an Erde und Guru:
„Von dir, o Göttin, kommen stets das Tragen und Nähren der Wesen. Durch diese Wahrheit beschütze mich, o Tragende; sei mein Halt.“ Die letzte Wendung der gedruckten Erd-Anrufung ist örtlich unsicher.
„Verehrung jenem Śrīguru, der jene Wirklichkeit gezeigt hat, die als ungeteiltes Ganzes alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringt.“
Nach dieser Verneigung und dem vedischen Bad folgt das Mantrabad. Im Wasser bis zur Nabelhöhe wird das heilige Wasser aus der Sonnenscheibe mit Aṅkuśa-Mudrā und „aiṃ hṛdayāya namaḥ“ herangezogen und in die Badestelle übertragen. Mit dem Śakti-Bīja wird es durch Yoni-Mudrā berührt und in den Händen gehalten. Nach sieben Rezitationen der Amṛteśvarī und ihrer Meditation wird gebadet.
Die Formel ruft mit aiṃ hrīṃ śrīṃ Amṛtā an: „O Unsterbliche, aus Unsterblichkeit Entstandene, Nektar Regnende, lasse Nektar strömen, lasse ihn strömen.“ Es folgen die örtlich unsicher gedruckten Bījas sāṃ jūṃ jhūṃ saḥ und „amṛteśvaryai svāhā“. Die Bījas werden nicht durch eine andere bekannte Mantrafassung ersetzt.
35.SVP.9: „O Bhavānī, ich vergegenwärtige dich als Amṛteśvarī, die Bewegliches und Unbewegliches mit dem lieblichen Strom unsterblichen Nektars sättigt, zur Beruhigung des Daseins.“ Das Kompositum für den Strom ist im Druck beschädigt.
35.SVP.10: Im Inneren wird Śakti betrachtet, die vom Ādhāra bis zum Brahmarandhra reicht. Mit ihrem Nektarregen vollzieht man das innere Bad.
Die Prosa beschreibt das äußere Bad weiter: Nach Meditation und Untertauchen werden Kopf und Seiten mit dem Mūla-Mantra besprengt. Sieben Rezitationen begleiten siebenmaliges Auftauchen mit dem Gedanken, die in den sieben Körperbestandteilen befindlichen Verunreinigungen zu reinigen. Mit Kumbha-Mudrā folgen drei Übergießungen des Kopfes mit dem Mūla-Mantra, dann mit Vaśinī und den übrigen sowie mit Sampatkarī. Am Ufer zieht man zwei gewaschene, mit Bālā besprengte Gewänder an und vollzieht Ācamana.
Vibhūti wird in die linke Hand gelegt und mit der rechten bedeckt. Der Text nennt sechs Mantraanfänge: jātavedas…, Gāyatrī, tryambaka…, agnir iti…, mā nas toke… und tryāyuṣaṃ jamadagne…. Sie werden hier wie in der Quelle als Anfänge bewahrt, nicht als vollständige Zitate ergänzt.
Es folgt: „Feuer ist Asche; Wind ist Asche; Wasser ist Asche; Erde ist Asche; Raum ist Asche. All dies ist Asche; Geist und diese Augen werden zu Asche.“ Danach wird siebenmal mit der Mūlavidyā geweiht. Die Anordnung lautet: „Īśāna“ am Kopf, „Tatpuruṣāya“ am Gesicht, „Aghorebhyaḥ“ am Herzen, „Vāmadevāya“ am verborgenen Körperbereich, „Sadyojātam“ an den Füßen und Śrīvidyā am Kopf.
Am Mund steht die Dīpinī-Formel: „Aiṃ, sprich, sprich, o Herrin der Rede … o Durchfeuchtete, Befeuchtende, durchfeuchte, durchfeuchte; bewirke, bewirke die große Erschütterung … gewähre Befreiung.“ Die im Sanskrit mitüberlieferten Bījas sind örtlich unsicher.
An der Brust folgt die Jvālāmālinī-Formel: „Oṃ, Verehrung, o ehrwürdige Flammenbekränzte, Göttin der Götter, die alle Wesen auflöst, Jātavedas, Flammende; flamme, flamme, entflamme, entflamme … Jvālāmālinī, huṃ phaṭ svāhā.“ Dazwischen stehen wiederholte hrīṃ- und ra-Laute; ihre genaue Anzahl ist im Druck nicht überall sicher.
Am Nabel: „oṃ hrīṃ vahnivāsinyai namaḥ“ – „Verehrung der im Feuer Wohnenden“. An den Oberschenkeln: „oṃ sahasrāra huṃ phaṭ“. An den Unterschenkeln folgt eine unsicher gelesene Formel āśliṣṭapaśu huṃ phaṭ. Danach beginnt ein weiterer Mantra: „Oṃ hrīṃ, leuchte, leuchte, erstrahle, erstrahle; o Schrecklicher, noch Schrecklicherer, von solcher Leibesgestalt; caṭ caṭ, pracaṭ pracaṭ, kaha kaha, vama vama, binde, binde …“ Die Fortsetzung steht auf Seite 858.
Eine Fußnote gibt die Sudarśana-Meditation nach dem Saubhāgyaratnākara: Man betrachtet im Geist die als Cakra bezeichnete ursprüngliche Gestalt, leuchtend wie die Sonne am Weltende, die drei Welten mit Glanz erfüllend, mit rotem Körper und gelbbraunem Haar, den Feinden Furcht einflößend, mit furchtbaren Zähnen und lautem Lachen. Sie trägt Diskus, Muschel, Keule, großen Stößel, Bogen, Schlinge und Haken in den Armen. Die abschließende Bezeichnung sura-ripu, wörtlich „Feind der Götter“, ist auffällig und wird nicht ohne Beleg zu „Feind der Götterfeinde“ korrigiert.
Fortsetzung der Formel an den Füßen: „… schlage nieder, schlage nieder, huṃ phaṭ.“ Am Herzen steht „oṃ hrīṃ vaiṣṇavyai namaḥ“ – „Verehrung der Vaiṣṇavī“; am Rücken die Aghora-Vidyā, an allen Gelenken die Mātṛkā.
An den Armen wird gesprochen: „Ich verneige mich vor Nṛsiṃha, dem Gewaltigen, dem Helden, dem großen Viṣṇu, dem Flammenden, der in alle Richtungen blickt, dem Furchtbaren und Segensreichen, dem Tod des Todes.“
Ebenfalls an den Armen steht die Jvālānṛsiṃha-Vidyā: „Oṃ hrīṃ, Verehrung dem ehrwürdigen Nṛsiṃha, dem Flammenbekränzten, mit glühenden Fangzähnen und Feueraugen, dem Vernichter aller Rakṣas, dem Auflöser aller Bhūtas, dem Beseitiger allen Fiebers. Verbrenne, verbrenne; beschütze, beschütze; huṃ phaṭ svāhā.“
Mit der Vaḍavānalabhairavī-Formel wird das Aschebad am ganzen Körper vollzogen: „Oṃ, erhebe dich, o Grundlage des Puruṣa, mit gelbbraunen und roten Augen; gib mir, lasse mir geben, svāhā.“
35.SVP.11: Diese Mahāvidyās wurden zur Besprechung der Vibhūti erklärt, zum umfassenden Schutz und zur Beseitigung aller Scharen von Bedrängnissen.
35.SVP.12: In diesem Wissen wird das Aschebad nach Vorschrift vollzogen. Oder es wird am ganzen Körper allein mit der Mūlavidyā ausgeführt.
Nach dem Auftragen der Asche folgt die Sandhyā-Verehrung. Mit der Mūlavidyā in ihren getrennten und zusammengefassten Teilen, den zugehörigen Bījas und den mit svāhā endenden Ātmatattva-Formeln wird Wasser getrunken. Zweimal wird abgewischt; danach werden die im Text genannten Stellen berührt: Nasenöffnungen, Augen, Kopf, Herz und rechte Hand. Eine Bezeichnung vor dieser Liste ist örtlich unsicher. Dies heißt Ācamana.
Nach Ācamana wird mit den sechzehn Vokalen samt Bindu gereinigt. Mit den Verschlusslautgruppen von ka bis ma, verbunden mit der Mūlavidyā, wird Wasser getrunken; mit den Lauten von ya bis kṣa wird erneut gereinigt. Man erhebt sich und gibt dreimal Arghya mit der Tripurā-Gāyatrī: aiṃ tripurādevyai vidmahe klīṃ kāmeśvaryai dhīmahi sauḥ tan naḥ klinnā pracodayāt. Sinngemäß: „Aiṃ, wir erkennen Tripurādevī; klīṃ, wir meditieren über Kāmeśvarī; sauḥ, möge die Durchfeuchtete uns anregen.“ Danach folgt Ācamana.
35.SVP.13: Diese Gāyatrī namens Traipurā wird nach den eigenen Kräften rezitiert. Nun die Vorschrift für die Morgensandhyā: Im Lotus des Mūlādhāra –
35.SVP.14: – wird in der Mitte das goldfarbene Vāgbhava-Bīja vergegenwärtigt. Durch den Weg des rechten Nasenlochs wird es nach außen in die Sonnenscheibe geführt –
35.SVP.15: – und dort die Sandhyā-Göttin angerufen. Man betrachtet sie als Gestalt der Zeit, in gelben Gewändern und gelbem Schmuck, leuchtend mit Buch und Gebetskette.
35.SVP.16: Nach dieser Meditation und der Gāyatrī-Rezitation verneigt man sich vor dem Guru und vor Vāgīśvarī; die Sandhyā wird an ihren eigenen Ort zurückgeführt.
35.SVP.17: Bei der Mittagssandhyā wird Kāmarāja, hibiskusrot, im Maṇipūra und im Herzen betrachtet, dann außen in der Sonnenscheibe.
35.SVP.18: Kāmeśvarī wird im Herzen als jugendlich, rot und mit den Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit betrachtet; danach wird sie an ihren eigenen Ort zurückgeführt.
35.SVP.19: Am Abend wird das dritte Bīja, mondgleich, zwischen den Augenbrauen vergegenwärtigt und wie zuvor auch außen angerufen.
35.SVP.20: Bhairavī wird weiß, gealtert, mit Krone, Schlinge und Haken betrachtet; danach wird sie wieder an ihren eigenen Ort zurückgeführt. Die Altersgestalt bleibt entsprechend dem Quellentext erhalten.
35.SVP.21: Um Mitternacht wird das vierte Bīja, sehr strahlend, im Brahmarandhra ausgesprochen und im als Parā bezeichneten Raum meditiert.
35.SVP.22: In der Mondscheibe des Bewusstseins wird die Göttin in dreifacher Gestalt betrachtet, Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile tragend, mit der Mūlavidyā verehrt –
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Sie wird an ihrem eigenen Ort in der Bewusstseinsnatur zur Auflösung geführt. Danach folgt eine Punktlücke.
Die Prosa fasst zusammen: Zu den vier genannten Zeiten erfolgen Reinigung, Arghya-Gabe und Gāyatrī-Japa. Wird eine Sandhyā versäumt, wird die doppelte Rezitationszahl vollzogen.
35.SVP.23: Durch Japa tilgt der gläubige, darauf ausgerichtete Mensch alles Fehlverhalten. Nach der Sandhyā-Vorschrift wird Tarpaṇa vollzogen.
Zwei Fußnoten geben Meditationen nach dem Saubhāgyaratnākara. Aghora wird betrachtet wie eine regenvolle Wolke, furchtbar [weiteres Attribut unsicher], dreiäugig, schlangengeschmückt, mit rotem Gewand und roter Körperfarbe. Er trägt Axt, kleine Trommel, Schwert, Schild, Pfeil, Schlinge, Dreizack und Menschenschädel.
Vanadurgā wird im goldenen Lotus betrachtet, dreiäugig und blitzgleich, mit Muschel, Diskus und den Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit, die Mondsichel tragend. Sie trägt Hals- und Armschmuck, Ketten und Ohrringe, wird von Indra und anderen gepriesen, wohnt im Vindhya, hat ein mondgleiches Antlitz und einen Löwen an ihrer Seite.
Die Prosa erläutert Tarpaṇa: Man sitzt am Wasser nach Osten oder Norden gewandt, vollzieht Ācamana und verehrt mit der tausendsilbigen Upasthāna-Formel. Diese wird ausdrücklich für den sechsunddreißigsten Śvāsa angekündigt.
Der Text nennt mit dem Vorsatz oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ und den Endungen svāhā und namaḥ sūryāyāmitarudrebhyaḥ folgende Gruppen: Vasus, Rudras, Ādityas, Āṅgiras, Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Planeten, Nakṣatras, Tierkreiszeichen, Yogas und Karaṇas. Im Druck werden die wiederholten Präfixe und Schlusswörter teils durch Kurzzeichen ersetzt; diese werden in den Sanskritfassungen bewahrt. Die Anrufungen stehen im Dativ und werden mit der „Feuergattin“ [svāhā] durch das Deva-Tīrtha der Hand dargebracht.
Danach folgen, jeweils mit namaḥ, die Seher: Marīci, Atri, Pulaha, Pulastya, Kratu, Vasiṣṭha, Bharadvāja, Gautama, Agastya sowie Lopāmudrā, Ahalyā und Anasūyā. Jede Anrufung im Dativ wird zweimal als Ṛṣi-Tarpaṇa vollzogen.
Mit der Opferschnur in der für Ahnen bestimmten Lage wird gesprochen: „Den Agniṣvāttas, svadhā, Verehrung; ich sättige.“ Es folgen die Barhiṣads, die Ahnen und die eigene Ahnenreihe, beginnend beim Vater. Dreimal werden die mit svadhā und der Herzensendung versehenen Formeln durch das Pitṛ-Tīrtha dargebracht.
Danach: „Mögen die Bhairavas gesättigt sein; mögen die Kṣetrapālas gesättigt sein; mögen die Kumārīs gesättigt sein; mögen die Scharen der Yoginīs gesättigt sein; mögen alle Wesen gesättigt sein.“ Es folgt die Sonnenanrufung oṃ hāṃ hīṃ saḥ sūryāya namaḥ [abweichende Bīja-Lesung in der Fußnote].
35.SVP.24: Drei Arghyas werden der Sonne gegeben. Mit den vier Mūla-Bījas, verbunden mit den vier Tattvas und der Endung „śodhayāmi“, „ich reinige“, wird Wasser getrunken.
Ein unnummerierter Halbvers nennt dies die besondere vierfache Wasseraufnahme, die die Körper-Tattvas reinigt; danach folgt eine Punktlücke. Anschließend beginnt das Tarpaṇa für die Gottheiten der Śrīcakra-Umfassungen.
35.SVP.25: Die Göttin, deren Wesen der Nektarsaft des Bewusstseins ist, wird in gegliederter Gestalt vergegenwärtigt, in dem aus fünf Śaktis, vier Feuern, zwei Lotusbereichen und drei Erdbereichen bestehenden –
35.SVP.26: – großen Cakra mit seinen Umfassungen. Nach der Ordnung der Verehrung wird sie im Wasser betrachtet und täglich mit Wasser in Nektargestalt gesättigt.
35.SVP.27: Oder man beginnt bei den Linien des Erdhauses und geht bis zu den neun Yonis. Die Pīṭha-Göttin samt ihren Gliedern wird nach Kräften einbezogen, ebenso die Lehrerfolge –
35.SVP.28: – und einmal die Samaya-Vidyās. Nach den fünf Gaben wird gesammelt die Vidyā entsprechend der Zahl der Tarpaṇas rezitiert.
35.SVP.29: Die Göttin wird in die ungegliederte Gestalt zurückgeführt und im Herzen verabschiedet. Die knappe Wendung tatkṛtām ist unsicher. Das heilige Wasser wird gesammelt und in die Sonnenscheibe zurückgenommen –
35.SVP.30: – danach wird der Sechsgliedernyāsa vollzogen. Man erhebt sich inmitten des schützenden Astra-Gitters, ohne sich äußeren Dingen zuzuwenden, sie zu berühren oder anzusehen.
Die Prosa ergänzt als Ziel dieses Ganges das Verehrungshaus. Die mit „fünf Śaktis“ beginnende Ordnung gilt als Schöpfungs- und Erhaltungsfolge; die mit „oder“ eingeleitete als Auflösungsfolge. Nach derselben Reihenfolge, in der die Cakra-Pūjā vollzogen wird, werden die noch zu nennenden Umfassungsgottheiten und danach die Mūla-Göttin in der vorgeschriebenen Zahl durch Tarpaṇa verehrt. Hier endet die Sandhyā-Vorschrift.
An einem reinen Ort wird auf dem vorgeschriebenen weichen Sitz das Mātṛkā-Maṇḍala betrachtet: aiṃ als Samenkapsel, Vokalpaare als Staubfäden, die acht Lautgruppen mit den Anfängen ka, ca, ṭa, ta, pa, ya und śa [die gedrängte Achtteilung wird nicht durch erfundene Gruppen ergänzt] in den Blättern sowie ṭha-Bījas in den Richtungen. Mit „Verehrung dem Lotussitz der tragenden Śakti“ wird mit Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und anderem verehrt. Nach Osten oder Norden sitzend betet man zur Erde:
35.SVP.31: „O Erde, von dir werden die Welten getragen; o Göttin, du wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich, o Göttin, und mache diesen Sitz heilig.“
Nach diesem Erdgebet wird über dem eigenen Kopf der Mātṛkā-Lotus meditiert und Dīpanātha verehrt. Die erste örtliche Anrufung gilt Vārāṇasī: Mit dem Bīja vaṃ wird ein Nātha angerufen, dessen Bezeichnung im Druck örtlich unsicher als meda-ātmaka-kulaḍīśa / varaśānandanātha erscheint. Er ist tiefrot und mit zwölf roten Śaktis verbunden. „Nimm in diesem heiligen Bezirk diese Verehrung an, nimm sie an, svāhā.“ Die Anrufungsfolge setzt sich auf der nächsten Seite fort.
Nach Dīpanāthas Verehrung folgt die Verneigung vor Guru und Lehrerfolge. Mit gefalteten Händen wird „Verehrung den Lehrern, beginnend mit Śiva“ rechts, links, oben und unten eingesetzt. Es folgen das Gebet „akhaṇḍamaṇḍalākāram…“, vedische Mantraanfänge wie „caraṇaṃ pavitram…“ und die Śrīpādukā-Vidyā. Mit „Ich verehre die Pādukā des [Name]-Ānandanātha“ wird der eigene Guru verehrt.
35.SVP.32: „Mögen die Wesen weichen, die auf der Erde verweilen. Mögen die Hindernisse schaffenden Wesen auf Śivas Geheiß vergehen.“
Mit dem Pāśupatāstra, dessen Anfang hier unsicher als āślīṃpaśu gedruckt ist und mit huṃ phaṭ endet, sowie der Nārāca-Mudrā werden Hindernisse vertrieben. Senfkörner, ungebrochene Reiskörner und Blumen begleiten das Entfernen der Hindernisse aus Unterwelt, Erde und Himmel: durch Auftreten mit der linken Ferse, Händeklatschen und Erheben des Gesichts. Mit demselben Astra wird die linke Handfläche zweimal –
35.SVP.33: – vom Handgelenk an mit der rechten Hand berührt und abgewischt; die rechte Hand wird einmal auf dieselbe Weise gereinigt.
Nach der sechsgliedrigen Handreinigung wird das Astra vom Nabel zu den Füßen, vom Herzen zum Nabel und vom Kopf zum Herzen geführt. Je dreimal innen und außen wird geklatscht; die zehn Richtungen werden verschlossen. Mit „raṃ, Verehrung der Feuermauer“ und den zuvor genannten Sudarśana- und Aghora-Astras werden außen drei Feuermauern als Selbstschutz betrachtet.
Das Lakṣmīkaulārṇava wird zitiert; Abschnitt 35.LPB, neue Zählung.
35.LPB.1: Nach dreifacher Umgürtung mit Feuer werden Gaṇeśa, Pañcamī, Durgā, Vighna, Śarabha, Aghora und Sudarśana –
35.LPB.2: – sowie die Samaya-Vidyās zur Beruhigung der Hindernisse rezitiert. Nachdem so zuerst Schutz geschaffen wurde, folgt die Reinigung der Elemente.
Die Prosa gibt acht Vidyās beziehungsweise Verweise:
(1) Gaṇapati: oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ gaṇapataye varavarada sarvajanaṃ me vaśyamānaya svāhā – „Dem Herrn der Scharen, dem vorzüglichen Gabenspender; bringe mir alle Menschen unter Einfluss, svāhā.“
(2) Vārtālī/Vārāhī: Nach den Bījas werden Vārtālī, Vārāhī und Varāhamukhī jeweils zweimal angerufen, danach die Kräfte des Blendens, Hemmens, Erstarrens, Verwirrens und Stillstellens. Die Formel fordert, Rede, Geist, Augen, Mund, Bewegung und Zunge aller Übelgesinnten stillzustellen und rasch Unterwerfung zu bewirken. Die Lautenden einschließlich ṭhaḥ mit der Wiederholungsangabe 5, huṃ phaṭ svāhā glauṃ aiṃ bleiben in den Sanskritfassungen erhalten; der Anfang ist örtlich unsicher.
(3) „Erhebe dich, o Puruṣi! Warum schläfst du? Furcht ist an mich herangetreten. Ob es möglich oder unmöglich scheint: Beruhige es für mich, o Göttin, svāhā.“
(4) Vaṭuka: oṃ hrīṃ vāṃ vaṭukāya āpaduddhāraṇāya kuru kuru vaṭukāya hrīṃ – Anrufung Vaṭukas zur Rettung aus Bedrängnis.
(5) oṃ hrīṃ hrīṃ namaḥ śivāya mahāśarabhāya – Verehrung Śivas als Mahāśarabha.
(6) oṃ hrīṃ hrīṃ namaḥ śivāyai mahāśarabhyai – Verehrung Śivās als Mahāśarabhī.
(7–8) Für Aghorāstra und Sudarśanāstra verweist die Quelle auf die bereits gegebenen Formeln. Auch die Samaya-Vidyās seien zuvor erklärt und würden später erneut behandelt.
Nach dieser als Śāmbhava-Pāṭha bezeichneten Rezitation und dem Selbstschutz folgt Bhūtaśuddhi. Die Quelle beschreibt Nāḍī-Reinigung mit Kumbhaka und zwölf Praṇava-Wiederholungen. Das Bewusstsein im Herzen wird mit haṃsa und Saṃghaṭṭa-Mudrā aufwärtsgeführt und mit dem höchsten Licht am Dvādaśānta vereinigt. Nach Astra-Schutz werden die Elemente gereinigt:
Von den Füßen bis zu den Knien: Erde, gelb, viereckig, mit Vajra gekennzeichnet, Brahmā als Gottheit; mit laṃ gereinigt und im Wasser aufgelöst. Von den Knien bis zum Nabel: Wasser, weiß, bogenförmig, mit großem Lotus gekennzeichnet, Viṣṇu als Gottheit; mit vaṃ gereinigt und im Feuer aufgelöst. Eine Variante setzt die obere Grenze beim Genitalbereich und beschreibt einen weißen Halbmond mit Lotus.
Vom Nabel bis zur Brust: Feuer, rot, dreieckig, mit Svastika gekennzeichnet, Rudra als Gottheit; mit raṃ gereinigt und im Wind aufgelöst. Eine Variante nennt den Bereich vom Genitalzentrum bis zum Nabel. Vom Herzen bis zu den Augenbrauen: Wind, schwarz, sechseckig, mit sechs Punkten gekennzeichnet, Īśvara als Gottheit; mit yaṃ gereinigt und im Raum aufgelöst. Die Variante nennt Linien statt Punkten.
Von den Augenbrauen bis zum Brahmarandhra: Raum, blau, rund, mit der Nāda-Linie gekennzeichnet, Sadāśiva als Gottheit; mit haṃ gereinigt und in Paraśiva aufgelöst.
35.LPB.3: Beginnend bei sechzig wird in Zwölferschritten gezählt; die Elemente von Erde an werden der Reihe nach in ihre jeweilige Ursache eingesetzt.
Die Prosa erläutert: Bei der Auflösungsfolge wird das Erd-Bīja sechzigmal rezitiert, bei jedem folgenden Element zwölfmal weniger. Bei der Entstehungsfolge beginnt man entsprechend mit sechzig Wiederholungen des Raum-Bījas und vermindert ebenfalls jeweils um zwölf. Manche verbinden diese Ordnung mit Prāṇāyāma. Nachdem die fünf großen Elemente als im höchsten Tattva geeint betrachtet wurden, setzt die Beschreibung auf der nächsten Seite fort.
Fortsetzung der Prosa: Mit Prāṇāyāma und Yoni-Mudrā wird die Kula-Kuṇḍalinī erhoben, die sechs Lotusse werden durchdrungen, und sie wird als Bewusstseinsgestalt des Jīva zusammen mit den Mātṛkā-Lauten im höchsten Licht vereint. Danach folgen das meditative Austrocknen und weitere Reinigungsschritte. Die Mātṛkā wird rückwärts aufgelöst: kṣa in den hier als retroflexes ḷa erscheinenden Laut, dieser in ha, ha in sa und so fort, zuletzt ā in a. Der anschließende Satz zur buttergleichen Gestalt und zum Führen zum Brahmarandhra ist gedrängt und örtlich unsicher.
Es folgt die Betrachtung des personifizierten Fehlverhaltens, Abschnitt 35.PPU; neue Zählung.
35.PPU.1: In der linken Bauchseite wird der Pāpapuruṣa betrachtet, rußschwarz: Brahmanentötung bildet seinen Kopf, Golddiebstahl seine beiden Arme.
35.PPU.2: Sein Herz ist Trinken berauschenden Alkohols, seine Hüften das Vergehen gegen das Lager des Gurus; seine Füße sind der Umgang mit solchen Tätern, seine Glieder die übrigen schweren Verfehlungen.
35.PPU.3: Kleinere Verfehlungen bilden seine Haare. Mit rotem Bart und roten Augen, zornig, Schwert und Schild tragend, wird diese Gestalt des Fehlverhaltens im Bauch betrachtet. Dies ist eine symbolische Reinigungsvorstellung der Quelle, keine körperliche Person.
Die Prosa beschreibt links das rauchfarbene Wind-Maṇḍala mit seinem Bīja und den Verschlusslauten von ka bis ma. Es wird mit Prāṇa und Apāna verbunden; der daraus entstehende Wind trocknet die vorgestellte Gestalt aus. Genannt werden sechzehn Zeiteinheiten für das Füllen, vierundsechzig für das Anhalten und zweiunddreißig für das Ausatmen.
Rechts wird das rote Feuer-Maṇḍala mit seinem Bīja und den zehn Lauten von ya an betrachtet. Das mit Prāṇa und Apāna verbundene Feuer verbrennt die vorgestellte Gestalt; dieselben Zahlen 16–64–32 werden wiederholt. Links folgt das weiße Wasser-Maṇḍala mit seinem Bīja und den sechzehn Vokalen. Der Wind am Mūlādhāra erhebt die Feuer-Kuṇḍalinī; ihre Flammen lassen aus der Mondscheibe am Brahmarandhra Nektar fließen. Die Atemordnung wird erneut genannt. Diese Angaben werden als historische Vorschrift wiedergegeben, ohne daraus eine selbstständig auszuführende Atemhalteübung zu machen.
Nach Austrocknen, Verbrennen und Nektarfluss wird der eigene Körper im höchsten Śāmbhava-Brahman als blasenförmiges Abbild seiner Gestalt betrachtet. Durch das Erd-Bīja wird er gefestigt, durch das Raum-Bīja gegliedert; dann wird die Entstehung der Elemente meditiert. Ein Einzelvers beginnt neu, Abschnitt 35.BHO.
35.BHO.1: „Aus dem Unvergänglichen entsteht Raum, daraus Wind; aus Wind Feuer, daraus Wasser. Aus Wasser entsteht die Erde; auf der Erde entsteht die Welt.“
Die Zahlen werden dabei von zwölf bis sechzig gesteigert. Man spricht so ’ham und erinnert das Bīja haṃsoṃ als Śiva selbst, als Gestalt der sechsunddreißig Tattvas. Ein unnummeriertes Zitat fordert, anschließend Prāṇapratiṣṭhā nach der nun folgenden Weise zu vollziehen.
Zum Prāṇapratiṣṭhā-Mantra werden am Kopf Brahmā, Viṣṇu und Rudra als Seher verehrt, am Mund Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharva-Veda als Metren, am Herzen Prāṇaśakti als Gottheit, im verborgenen Körperbereich āṃ als Bīja, an den Füßen hrīṃ als Śakti und am Nabel kroṃ als Kīlaka. Mit gefalteten Händen erklärt man die Anwendung zur Einsetzung der eigenen Lebenskräfte.
Der Herz- und Sechsgliedernyāsa ordnet die Lautgruppen zu: aṃ, die fünf ka-Laute und āṃ dem Wesen von Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum am Herzen; iṃ, die fünf ca-Laute und īṃ dem Wesen von Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch am Kopf; uṃ, die fünf ṭa-Laute und ūṃ dem Wesen von Haut, Augen, Gehör, Zunge und Geruchssinn an der Haarlocke; eṃ, die fünf ta-Laute und aiṃ dem Wesen von Rede, Händen, Füßen, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan im Schutz; oṃ, die fünf pa-Laute und auṃ dem Wesen von Sprechen, Nehmen, Gehen, Ausscheiden und Freude an den drei Augen; aṃ, die zehn Laute von ya an und aḥ dem Wesen von Buddhi, Manas, Ahaṃkāra und Citta als Astra. Die Endungen lauten entsprechend namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ, phaṭ. Die Gruppenzahlen im Druck werden nicht als gesprochene Silben behandelt.
Nach dem entsprechenden Handnyāsa folgt der durchdringende Nyāsa: yaṃ – Haut; raṃ – Blut; laṃ – Fleisch; vaṃ – Fett; śaṃ – Knochen; ṣaṃ – Mark; saṃ – Samen; haṃ – Lebensatem; ḷaṃ [Drucklaut örtlich unsicher] – individuelle Seele; kṣaṃ – höchstes Selbst. Jeweils wird „Verehrung dem Wesen von …“ gesprochen. Danach erfolgt die Durchdringung mit den drei Bījas und die folgende Meditation, Abschnitt 35.PRT.
35.PRT.1: „Auf einem roten Lotus leuchtend, der auf einem Boot im roten Ozean steht, trägt die Göttin in ihren Lotushänden Schlinge, Zuckerrohrbogen mit Bienensehne, Haken, fünf Pfeile und eine mit Blut gefüllte Schädelschale. Drei Augen erstrahlen, ihre Brust ist voll, ihre Farbe gleicht der jungen Sonne. Möge diese höchste Prāṇaśakti uns Glück schenken.“
Nach der Meditation legt man die Hand auf das Herz und spricht die Prāṇapratiṣṭhā dreimal. Nach oṃ āṃ hrīṃ kroṃ haṃsaḥ so ’ham und einer Lautreihe von ya an heißt es: „Die Lebenskräfte der Śrīmahātripurasundarī sind hier als Lebenskräfte; ihr Jīva ist hier gegenwärtig; ihre sämtlichen Sinne, Rede, Geist, Augen, Gehör, Zunge, Geruch und Lebenskräfte mögen hierherkommen und lange glücklich verweilen, svāhā.“ Die Kurzzeichen für wiederkehrende Formelstücke werden in den Sanskritfassungen wie gedruckt bewahrt. Damit endet Prāṇapratiṣṭhā; Mātṛkā-Nyāsa beginnt.
35.PRT.2: Oberhalb des Afters, im feinen Kanal der Suṣumṇā, liegt ein goldglänzender Lotus, leuchtend mit den vier Lauten von va an. Die genaue Aṅgula-Abstandsangabe ist im Druck nicht sicher lesbar.
35.PRT.3: Die dort weilende Kula-Kuṇḍalinī, fein, lichtförmig und wie eine Blitzranke, wird durch das Durchdringen der sechs Cakras nach oben geführt.
35.PRT.4: In der Mitte des Dvādaśānta wird der zuvor beschriebene Mātṛkā-Lotus betrachtet, buttergleich und durch Kuṇḍalinīs Glanz geschmolzen –
Ein unnummerierter Halbvers schließt: Das Licht wird in die gefalteten Hände geführt, und der Mātṛkā-Nyāsa wird vollzogen. Danach folgt eine Punktlücke.
Die Prosa ordnet die ersten sechs Vokale mit Bindu – aṃ, āṃ, iṃ, īṃ, uṃ, ūṃ – den rechten und linken Handflächen, Handrücken und weiteren Handbereichen in wechselnder Reihenfolge zu; die anatomische Kurzbezeichnung karabha bleibt ohne eine unbelegte Präzisierung. Die zehn übrigen Vokale kommen auf die zehn Finger, vom Daumen bis zum kleinen Finger. Vom rechten Zeigefinger bis zum linken kleinen Finger werden die Konsonanten von ka bis sa jeweils zu viert an drei Gelenken und der Spitze eingesetzt. Ha und la werden den Daumen zugeordnet; der verbleibende Laut kommt an die Fingerspitzen.
Für die innere Mātṛkā wird am Kopf Dakṣiṇāmūrti als Seher verehrt, am Mund Gāyatrī als Metrum, am Herzen Śrīmātṛkāsarasvatī als Gottheit, im verborgenen Körperbereich die Konsonanten als Bījas, an den Füßen die Vokale als Śaktis und am Nabel Avyakta als Kīlaka. Mit gefalteten Händen wird die Anwendung zur Reinigung des eigenen Körpers erklärt.
Der Hand- und Sechsgliedernyāsa wiederholt die Gruppierung aus aṃ/ka-Gruppe/āṃ, iṃ/ca-Gruppe/īṃ, uṃ/ṭa-Gruppe/ūṃ, eṃ/ta-Gruppe/aiṃ, oṃ/pa-Gruppe/auṃ sowie aṃ/zehn Laute von ya an/aḥ; die Orte sind Herz, Kopf, Haarlocke, Schutz, drei Augen und Astra, mit den entsprechenden Endungen.
Die sechzehn Vokale werden in die sechzehn Blätter des Viśuddha gesetzt; ka bis ṭha in die zwölf Blätter des Herzlotus; ḍa bis pha in die zehn Blätter am Nabel; ba bis la in die sechs Blätter des Svādhiṣṭhāna; va bis sa in die vier Blätter des Mūlādhāra. Danach folgt eine neue Verszählung, Abschnitt 35.MNY.
35.MNY.1: „Ich verneige mich vor der Lautgestalt, die alle Weisen anerkennen, verbunden mit der Bedeutung der Tattvas: an Ādhāra, Genitalzentrum, Nabel, Herzlotus, Gaumenwurzel und Stirn, in den Lotussen mit zwei, sechzehn, zwölf, zehn, sechs und vier Blättern; mit va bis sa, ba bis la, ḍa bis pha und ka bis ṭha, den Vokalen im Halsbereich sowie haṃ und kṣaṃ.“ Die gedrängte Versfolge nennt Orte und Blätter nicht durchgehend in derselben Richtung; eine beschädigte Blätterzahl wird durch den unmittelbar vorausgehenden Prosatext verständlich, aber nicht als sichere Drucklesung ausgegeben.
Nun folgt der äußere Mātṛkā-Nyāsa. Nach der Einsetzung von Seher und weiteren Angaben wie zuvor wird meditiert.
35.MNY.2: „Ich verneige mich vor Bhāratī, deren Gesicht, Arme, Füße, Bauch und Brust aus den fünfzig Lautunterschieden gestaltet sind. Die Mondsichel liegt in ihrem leuchtenden Haarknoten; sie ist weiß wie Mond und Kunda-Blüte, dreiäugig, im Lotus sitzend, mit reinem Schmuck und vollen Brüsten und Hüften.“ Das Kompositum über ihre Handattribute ist im Druck erheblich beschädigt; es lässt sich nicht zuverlässig vollständig übersetzen. Varianten nennen unter anderem ein Schwert und ein sanft lächelndes Antlitz. Die Prosa gibt für die Betrachtung der Attribute die Reihenfolge von der oberen rechten bis zur unteren rechten Hand an.
35.MNY.3: Die Laute werden im Gesichtsbereich, an Augen, Ohren, Nase, Wangen, Lippen, Zähnen, Scheitel und Mund sowie an Gelenken und Enden von Armen und Beinen, an beiden Seiten, Rücken, Nabel und Bauch eingesetzt. Der gedrängte Anfang der anatomischen Liste ist örtlich unsicher.
35.MNY.4: Es folgen Herz, Armansätze, hinterer Hals und Achselbereiche sowie die vom Herzen ausgehenden Wege zu beiden Händen und Füßen, Bauch und Mund. Der Reihe nach werden die als durchdringend bezeichneten Laute eingesetzt.
Die Prosa ergänzt: In die zehn Körperbestandteile werden wie zuvor die mit ya beginnenden Laute gesetzt. Dieser Mātṛkā-Nyāsa ist dreifach: reine Mātṛkā, mit Bindu und mit Visarga.
35.MNY.5: Es werden zehn Mātṛkā-Formen genannt: innere und äußere, mit Kalās verbundene, mit Śrīkaṇṭha und Viṣṇu beginnende, ferner Lajjā, Ramā und Kāma einzeln und gemeinsam sowie Prapañca-Yāga. Der Anfang ist bereits im Druck mit einer Unsicherheitsmarkierung versehen; die Zehnerzählung wird nicht durch erfundene Formen ausgefüllt.
Die Prosa erklärt, diese Entfaltung der Mātṛkā sei bereits beschrieben. Nun werde sie nach der Unterweisung der verehrten Lehrerfüße kurz wiederholt, um Verwirrung zu beseitigen.
Es folgt Kalā-Mātṛkā-Nyāsa; Sechsgliedernyāsa und Meditation seien zuvor gegeben. Jeweils mit dem entsprechenden Vokal samt Bindu und „Verehrung der Kalā …“ werden eingesetzt: aṃ – Nivṛtti, Rückzug, am Kopf; āṃ – Pratiṣṭhā, Festigung, am Gesicht; iṃ – Vidyā, Wissen, am rechten Auge; īṃ – Śānti, Frieden, am linken Auge; uṃ – Indhikā, Entzündende, am rechten Ohr; ūṃ – Dīpikā, Leuchtende, am linken Ohr; ṛṃ – Recikā, Entleerende, an der rechten Nasenöffnung; ṝṃ – Mocikā, Befreiende, an der linken; ḷṃ – Sūkṣmā, Feine, an der rechten Wange; ḹṃ – Sūkṣmātītā, über das Feine Hinausgehende, an der linken; eṃ – Amṛtā, Unsterbliche, an der Oberlippe; aiṃ – Jñānā, Erkenntnis, an der Unterlippe; oṃ – Vyomarūpā, Raumgestaltige, an den oberen Zähnen; auṃ – Āpyāyinī, Nährende, an den unteren; aṃ – Vyāpinī, Durchdringende, an der Stirn; aḥ – Anantarūpā, Unendlichgestaltige, an der Zunge.
Danach wird der Mantraanfang „viṣṇur yoni…“ rezitiert. Mit allen sechzehn Vokalen folgt die das Gesicht durchdringende Verehrung der aus Nāda geborenen Anantakalā, die Erfahrung und Befreiung gewährt.
Mit den Lauten ka bis ña folgen zehn Kalās: Sṛṣṭi, Schöpfung, am rechten Armansatz; Vṛddhi, Wachstum, am rechten Ellbogen; Smṛti, Erinnerung, am rechten Handgelenk; Medhā, Einsicht, an den rechten Fingerwurzeln; Kānti, Schönheit, an den rechten Fingerspitzen. Links folgen Lakṣmī, Glück, am Armansatz; Dhṛti, Standhaftigkeit, am Ellbogen; Sthirā, Beständige, am Handgelenk; Sthiti, Erhaltung, an den Fingerwurzeln; Siddhi, Vollendung, an den Fingerspitzen.
Danach wird „haṃsaḥ śuciṣad…“ rezitiert. Mit den zehn Lauten von ka an werden beide Arme durchdrungen: Verehrung der aus a hervorgehenden Brahma-Kalā, die Schöpfung gewährt.
Mit ṭa bis na folgen: Jarā, Alter, am rechten Beinansatz; Pālinī, Beschützerin, am Knie; Śānti, Frieden, am Knöchel; Īśvarī, Herrin, an den Zehenwurzeln; Rati, Freude, an den Zehenspitzen. Links: Kāmikā, Begehrende, am Beinansatz; Varadā, Gabenspenderin, am Knie; Hlādinī, Erfreuende, am Knöchel; Prīti, Liebe, an den Zehenwurzeln; Dīrghā, Lange, an den Zehenspitzen. Nach „pra tad viṣṇu…“ werden die Beine mit den zehn Lauten durchdrungen: Verehrung der aus u hervorgehenden Viṣṇu-Kalās, die Erhaltung gewähren.
Mit pa bis śa folgen: Tīkṣṇā, Scharfe, rechts seitlich; Raudrī, Wilde, links seitlich; Bhayā, Furcht, am Rücken; Nidrā, Schlaf, am Nabel; Tandrī, Müdigkeit, am Bauch; Kṣudhā, Hunger, am Herzen; Krodhinī, Zornige, an der rechten Schulter; Kriyā, Handlung, an der linken; Utkārī [Namensbedeutung unsicher] am oberen Rücken; Mṛtyu, Tod, vom Herzen bis zur rechten Hand. Nach „tryambakaṃ yajāmahe…“ wird der mittlere Körperbereich vom Herzen an mit diesen zehn Lauten durchdrungen: Verehrung der aus ma hervorgehenden Rudra-Kalās, die Auflösung gewähren.
Mit ṣa, sa, ha, ḷa und kṣa folgen: Pītā, Gelbe, vom Herzen zur linken Hand; Śvetā, Weiße, vom Herzen zum rechten Fuß; Aruṇā, Rote, vom Herzen zum linken Fuß; Asitā, Dunkle, von den Füßen zum Nabel; Sitā, Helle, vom Nabel zum Scheitel. Nach „tat savitur…“ wird der ganze Körper durchdrungen: Verehrung der aus Bindu hervorgehenden Īśvara-Kalās, die Verhüllung gewähren. Damit endet der aus Praṇava hervorgehende Kalā-Mātṛkā-Nyāsa.
Nun beginnt Śrīkaṇṭhādi-Nyāsa, zunächst der Sechsgliedernyāsa seiner zugehörigen Śaktis. Jede Anrufung beginnt mit oṃ hrīṃ namo bhagavati, „Verehrung, o ehrwürdige Göttin“, und fordert zweimal Schutz:
Brāhmī: „Beschütze mich mit der lotustragenden Hand.“ Nach der ka-Gruppe mit ihren Vokalen und hauṃ hrīṃ hasauṃ folgt „o Wiederbelebende, dem Herzen, namaḥ“.
Māheśvarī: „Beschütze mich mit der dreizacktragenden Hand.“ Nach der ca-Gruppe folgt „o Aufhaarige [Ūrdhvakeśinī], dem Kopf, svāhā“.
Kaumārī: „Beschütze mich mit der speertragenden Hand.“ Nach der ṭa-Gruppe folgt „o Verfilzthaarige, der Haarlocke, vaṣaṭ“.
Vaiṣṇavī: „Beschütze mich mit der diskustragenden Hand.“ Nach der ta-Gruppe folgt die Anrufung der Māyā, die sich in tausend Gestalten der drei Welten wandelt, „dem Schutz, hum“.
Vārāhī: „Beschütze mich mit der Fangzahn-Hand“ [so das auffällige Kompositum]. Nach der pa-Gruppe folgt „o Sternenäugige, den drei Augen, vauṣaṭ“.
Aindrī: „Beschütze mich mit der vajratragenden Hand.“ Nach den zehn Lauten von ya an folgt „töte, töte; dem Astra, phaṭ“. Der aggressive Wortlaut bleibt als historischer Teil des Schutzrituals gekennzeichnet.
Cāmuṇḍā: „Beschütze mich mit der schlingentragenden Hand.“ Die anschließende Lautreihe beginnt mit aṃ und āṃ und setzt sich auf der nächsten Seite fort. Die vollständigen Bīja-Gruppen stehen in den getrennten Sanskritfassungen; Wiederholungszahlen sind dort als solche bewahrt.
Fortsetzung der Cāmuṇḍā-Formel: Nach weiteren, örtlich unsicher gedruckten Bījas heißt es: „Beschütze, beschütze meinen ganzen Körper, o den ganzen Körper Durchdringende, svāhā.“ Dies ist der durchdringende Nyāsa.
Für Śrīkaṇṭhādi-Mātṛkā-Nyāsa wird am Kopf Ambarīṣa als Seher, am Mund Anuṣṭubh als Metrum und am Herzen Ardhanārīśvara als Gottheit eingesetzt. Die gemeinsame Einleitung lautet sinngemäß: „Oṃ hauṃ hrīṃ hasauṃ, zum Schutz meines ganzen Körpers … Verehrung.“ Darauf folgen mit den Lauten von a an die Śiva-Śakti-Paare. Die Namen werden als Eigennamen bewahrt; unsichere Lesungen bleiben markiert.
Vokalreihe: Śrīkaṇṭheśa–Pūrṇodarī; Ananteśa–Virajā; Sūkṣmeśa–Śālmalī [Variante Sumukhī]; Trimūrtīśa–Lolākṣī; Amareśa–Vartulākṣī; Ardhīśa–Dīrghaghoṇā; Bhārabhūtīśa–Dīrghamukhī; Atithīśa–Gomukhī; Sthāṇvīśa–Dīrghajihvā; Hareśa–Kuṇḍodarī; Bhirkhīśa [unsicher]–Ūrdhvakeśī; Bhautikeśa–Vikṛtamukhī; Sadyojāteśa–Jvālāmukhī; Anugraheśa–Ulkāmukhī; Akrūreśa–Śrīmukhī; Mahāseneśa–Vidyāmukhī.
Ka-Gruppe: Krodhīśa–Mahākālī; Caṇḍīśa–Sarasvatī; Pañcāntakeśa–Sarvasiddhigaurī; Śivottameśa–Trailokyavidyā; Ekarudreśa–Mantraśakti.
Ca-Gruppe: Kūrmeśa–Ātmaśakti; Ekanetreśa–Bhūtamātṛ [Variante Bhūtadhātrī]; Caturānaneśa–Lambodarī [Variante Trinetrānaneśa]; Ajeśa–Vidrāviṇī; Śarveśa–Nāgarī.
Ṭa-Gruppe: Someśa–Khecarī; Lāṅgalīśa–Mañjarī; Dārukeśa–Rūpiṇī; Ardhanārīśvareśa–Vīriṇī [Varianten Virajā und Mahāvajrā]; Umākānteśa–Kākodarī.
Ta-Gruppe: Āṣāḍhīśa–Pūtanā; Daṇḍīśa–Bhadrakālī; Adrīśa–Yoginī; Mīneśa–Śaṅkhinī; Meṣeśa–Garjinī.
Pa-Gruppe: Lohiteśa–Kālarātrī; Śikhīśa–Kurdinī [unsicher]; Chagalāṇḍeśa–Kapardinī; Dviraṇḍeśa–Vajriṇī; Mahākāleśa–Jayā.
Die weiteren Laute verbinden Gottheitenpaare mit Körperbestandteilen: yaṃ, Haut – Kāpālīśa–Sumukhī; raṃ, Blut – Bhujaṅgīśa–Revatī; laṃ, Fleisch – Pinākīśa–Mādhavī; vaṃ, Fett – Khaḍgīśa–Vāruṇī; śaṃ, Knochen – Bakeśa–Vāyavī; ṣaṃ, Mark – Śveteśa–Raktāpadhāriṇī [unsicher]; saṃ, Samen – Bhṛṅgīśa–Sahajā; haṃ, Lebensatem – Nakulīśa–Mahālakṣmī; ḷaṃ, Śakti – Śiveśa–Vyāpinī; kṣaṃ, Śiva – Saṃvarteśa–Mahāmāyā. Beim letzten Paar steht zusätzlich „oṃ hrīṃ hauṃ namaḥ śivāya“.
Eine unnummerierte Meditation schließt: „Beständig nehme ich Zuflucht zu der Gestalt, die halb Ambikā und halb der Herr ist, bandhūkarot und goldfarben, dreiäugig, mit der Mondsichel geschmückt, in den Armen die schöne Gebetskette, Schlinge, Haken und die Gabe gewährende Geste tragend.“ Die Attribute werden von der unteren rechten bis zur unteren linken Hand betrachtet. Damit endet Śrīkaṇṭhādi-Mātṛkā-Nyāsa.
Nun folgt Keśavādi-Mātṛkā-Nyāsa. Brahmā wird am Kopf als Seher eingesetzt, Gāyatrī am Mund als Metrum, Śrīparamātman Keśava am Herzen als Gottheit. Mit dem Kāmarāja-Bīja und sechs langen Vokalformen wird der Sechsgliedernyāsa vollzogen.
Die unnummerierte Meditation lautet: „Beständig nehme ich Zuflucht zu jener überaus schönen Śrīkeśavī, von der Farbe einer frischen Regenwolke, die Muschel, Diskus, Keule und Lotus in den Händen trägt und mit Kīrti und den übrigen Kräften verbunden ist.“ Die weibliche Form der Quelle bleibt erhalten.
Die gemeinsame Mantraeinleitung lautet oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ oṃ namo nārāyaṇāya, darauf jeweils der entsprechende Laut und die Verehrung des Paares.
Vokalreihe: Keśava–Kīrti, Ruhm; Nārāyaṇa–Kānti, Schönheit; Mādhava–Tuṣṭi, Zufriedenheit; Govinda–Puṣṭi, Gedeihen; Viṣṇu–Dhṛti, Standhaftigkeit; Madhusūdana–Śānti, Frieden [Variante Kānti]; Trivikrama–Kriyā, Handlung; Vāmana–Dayā, Mitgefühl; Śrīdhara–Medhā, Einsicht; Hṛṣīkeśa–Harṣā, Freude; Padmanābha–Śraddhā, Vertrauen; Dāmodara–Lajjā, Schamhaftigkeit; Vāsudeva–Lakṣmī, Glück; Saṃkarṣaṇa–Sarasvatī; Pradyumna–Prīti, Liebe; Aniruddha–Rati, Freude.
Ka-Gruppe: Cakrin–Jayā; Gadin–Durgā; Śārṅgin–Prabhā; Khaḍgin–Satyā; Śaṅkhin–Viriḍakā [unsicher; Variante Vīrā].
Ca-Gruppe: Halin–Vāṇī; Musalin–Vilāsinī; Śūlin–Vijayā; Pāśin–Virajā; Aṅkuśin–Viśvā.
Ṭa-Gruppe: Mukunda–Vinadā [unsicher]; Nandaja–Sunandā; Nandin–Smṛti [Variante Vṛddhi]; Nara–Ṛddhi; Narakajit–Samṛddhi.
Ta-Gruppe: Hari–Śuddhi; Kṛṣṇa–Bhukti [Variante Ṛddhi]; Satya–Buddhi [Variante Śuklasatyā]; Sātvata–Mati; Śauri–Kṣamā.
Pa-Gruppe, auf dieser Seite beginnend: Śūra–Ramā; Janārdana–Umā; Bhūdhara–Kledinī; danach beginnt Viśvamūrti, dessen Partnername auf der nächsten Seite folgt.
Fortsetzung der Keśava-Paare: bhaṃ – Viśvamūrti–Klinnā; maṃ – Vaikuṇṭha–Vasudā. Danach: yaṃ, Haut – Puruṣottama–Vasudhā; raṃ, Blut – Bala–Lipsā; laṃ, Fleisch – Balānuja–Parāyaṇā; vaṃ, Fett – Bāla–Sūkṣmā; śaṃ, Knochen – Vṛṣaghna–Sandhyā; ṣaṃ, Mark – Vṛṣabha–Prajñā; saṃ, Samen – Haṃsa–Prabhā; haṃ, Lebensatem – Varāha–Niśā; ḷaṃ, Śiva-Śakti – Vimala–Amoghā; kṣaṃ, höchstes Wesen – Nṛsiṃha–Vidyutā. Damit endet Keśavādi-Mātṛkā-Nyāsa.
Nun folgt der mit Lajjā-Bīja beginnende Nyāsa. Als Seher wird Śakti genannt [Variante Kapila], als Metrum Devī-Gāyatrī, als Gottheit Śakti in der Grundgestalt der gesamten Erscheinungswelt. Nach dem Hand- und Sechsgliedernyāsa mit dem Māyā-Bīja und sechs langen Vokalformen wird meditiert:
„Ich verneige mich vor jener Mutter Ambikā, deren Glanz der aufgehenden Sonne gleicht und frische Hibiskusblüten übertrifft. Ihr leuchtender Haarknoten ist mit der Mondsichel geschmückt; sie ist dreiäugig, trägt funkelnde Juwelenohrringe und sitzt im Lotus. Ketten, Hals- und Hüftschmuck, Juwelenarmbänder und farbige Gewänder schmücken sie. Ihre Hände tragen Schlinge und Haken und schenken Furchtlosigkeit und Gaben.“ Danach werden die Laute von a an jeweils von hrīṃ umschlossen eingesetzt. Dies ist Śakti-Mātṛkā-Nyāsa.
Für Ramā-Bīja-Mātṛkā-Nyāsa ist Bhārgava der Seher, Gāyatrī das Metrum und Ramā die Gottheit. Nach dem Hand- und Sechsgliedernyāsa mit śrāṃ, śrīṃ und den weiteren Formen folgt die Meditation:
„Vollendete sind jene, die dich, die rötlich leuchtende Bhavānī, betrachten: In der linken und der anderen Hand sowie den oberen Händen trägst du ein Gefäß voll Nektarsaft, eine vorzügliche Zitrusfrucht, Schild und Keule.“ Die Variante nennt Lakṣmī statt Bhavānī. Die gedrängte Handzuordnung wird nicht über den Druck hinaus präzisiert. Danach werden die Laute von a an jeweils von śrīṃ umschlossen eingesetzt. Dies ist Lakṣmī-Mātṛkā-Nyāsa.
Für Kāma-Bīja-Mātṛkā-Nyāsa ist Saṃmohana der Seher, Gāyatrī das Metrum und Kāmeśvarī die Gottheit. Nach dem Nyāsa mit klāṃ, klīṃ und den weiteren Formen wird meditiert:
„Ich verehre Kāmeśvarī, dreiäugig, mit sanft lächelndem Gesicht, in roten Gewändern und rotem Schmuck, Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile tragend.“ Danach werden die Laute von a an jeweils von klīṃ umschlossen eingesetzt. Dies ist Kāma-Mātṛkā-Nyāsa.
Für Triśakti-Mātṛkā-Nyāsa ist Brahmā der Seher, Gāyatrī das Metrum und Triśakti die Gottheit. Mit zweimaliger Wiederholung der drei Bījas Lajjā, Ramā und Kāma wird der Hand- und Sechsgliedernyāsa vollzogen. Nach Meditation wie zuvor werden die Laute mit hrīṃ śrīṃ klīṃ aṃ namaḥ und entsprechend weiter eingesetzt.
Nun beginnt Prapañca-Yāga-Mātṛkā-Nyāsa. Ein unnummerierter Vers kündigt an: „Jetzt wird die Vorschrift des Prapañca-Yāga erklärt, durch die man, von Unreinheit befreit, das Sein als Brahman erlangt.“
Parabrahman wird als Seher, Paramā-Gāyatrī als Metrum und Paramātman als Gottheit genannt. Der Nyāsa ordnet zu: svāhā dem Herzen; so ’ham dem Kopf; haṃsaḥ der Haarlocke; hrīṃ dem Schutz; Oṃ den Augen; Harihara dem Astra. Die Endungen und gekürzten Angaben stehen wie gedruckt in den Sanskritfassungen; bei einzelnen Lauten bietet die Fußnote Varianten. Mit dem Mūla-Mantra wird dreimal der ganze Körper durchdrungen.
Die Meditation lautet: „Verehrt jenes höchste Licht, das durch die fünf mit Tāra beginnenden Mantras erkannt wird, den Erkenntnismitteln unzugänglich, stets die eine Wurzel der Welt: Sein und Bewusstsein, alles durchdringend, unvergänglich und unverlierbar, ein dichter Ozean von Nektar.“ Die Variante liest „Bewusstsein“ anstelle der Verbindung „Sein und Bewusstsein“ und „verneigt euch“ statt „verehrt“.
Danach werden die Laute der Reihe nach mit Oṃ und hrīṃ sowie haṃsaḥ so ’ham svāhā eingesetzt, beginnend bei aṃ und āṃ. Die Segmentierung der zusammengezogenen Bījas ist örtlich unsicher; der Abschluss folgt auf der nächsten Seite.
Hier endet Prapañca-Yāga-Mātṛkā-Nyāsa. Der Text bezeichnet die bisherige zehnfache Mātṛkā-Anordnung als allgemein für alle Mantras anwendbar.
Nun folgen besondere Mātṛkā-Formen, zuerst Bālā-Mātṛkā-Nyāsa: Dakṣiṇāmūrti ist der Seher, Paṅkti das Metrum und Bālāvāgīśvarī die Gottheit. Durch zweimalige Wiederholung der drei Bālā-Bījas wird der Hand- und Sechsgliedernyāsa vollzogen.
Die Meditation lautet: „O Śivā, wer deine drei Stätten betrachtet – im Ādhāra das goldglänzende Vāgbhava, schön wie die junge Sonnenscheibe; im Herzlotus das Manmatha-Bīja, rot wie ein Indragopa-Insekt; im Stirncakra das dritte Bīja, mondgleich –, gelangt zur Stätte des Glücks.“ Die Variante nennt statt der Glücksstätte eine „feine Bahn“. Danach werden die Laute von a an mit aiṃ klīṃ sauḥ … namaḥ eingesetzt. Damit endet Bālā-Mātṛkā-Nyāsa.
Für Śrīvidyā-Mātṛkā-Nyāsa werden Dakṣiṇāmūrti am Kopf, Paṅkti am Mund und Mahātripurasundarī am Herzen eingesetzt. Der Sechsgliedernyāsa verehrt die Kräfte der Allwissenheit am Herzen, ewigen Zufriedenheit am Kopf, anfanglosen Erkenntnis an der Haarlocke, Selbstständigkeit im Schutz, niemals schwindenden Gegenwart an den Augen und Unendlichkeit als Astra. Die gedruckten Bījas und Kurzzeichen für wiederkehrende Präfixe bleiben in den Sanskritfassungen erhalten.
Die Meditation lautet: „Ich vergegenwärtige Bhavānī als mein eigenes Ich: rötlich, mit Augen, in denen Mitgefühl wogt, Schlinge, Haken, Blumenpfeile und Bogen tragend, von Aṇimā und den übrigen Kräften wie von Strahlen umgeben.“ Danach wird die Mātṛkā, von der Mūlavidyā umschlossen, eingesetzt. Damit endet Śrīvidyā-Mātṛkā-Nyāsa.
Für Parā-Mātṛkā-Nyāsa ist Haṃsa der Seher, Avyakta-Gāyatrī das Metrum und Parā die Gottheit. Mit sauḥ erfolgt der Hand- und Sechsgliedernyāsa.
Die Meditation lautet: „Ich verneige mich vor der höchsten Kalā, rein wie der fleckenlose Mond, weiß und mit der Mondsichel geschmückt, deren Hände mit Mudrā und Buch leuchten.“ Danach werden die Laute von a an jeweils von sauḥ umschlossen eingesetzt. Damit endet Parā-Mātṛkā-Nyāsa.
Nun folgt Kāma-Rati-Nyāsa. Brahmā ist der Seher, Gāyatra das Metrum und Paramātman die Gottheit. Nach dem Sechsgliedernyāsa mit Bālā heißt es: „Bei der Betrachtung der fünfzig Laute vergegenwärtigt man alle vorzüglichen Kāma-Gestalten, dunkel von Körperfarbe, mit sämtlichem Schmuck geschmückt und mit ihren Śaktis verbunden.“
Die gemeinsame Anrufung beginnt oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ; danach folgen der jeweilige Laut und die Verehrung des Paares. Vokalreihe: Kāmeśvara–Rati; Kāmada–Prīti; Kānta–Kāminī [Variante Kānti]; Kāntimat–Modinī; Kāmaga–Kamalā [Variante Kamalālayā]; Kāmacāra–Vilāsinī [Variante Rati]; Kāmin–Kalpalatā [Wortgrenze unsicher]; Kāmuka–Śyāmā; Kāmavardhana–Śucismitā; Vāma–Vismitā [Variante Vāmanā]; Rāma–Viśālākṣī [erster Name örtlich unsicher]; Ramaṇa–Lelihānā; Ratinātha–Digambarā [Variante Ratināyaka]; Ratipriya–Vāmāṅgī [Variante Dharā]; Rātrinātha–Kubjikā; Ramākānta–Kāntā [Variante Kalyāṇī].
Ka-Gruppe: Ramaṇa–Nityā [Variante Modinī]; Niśācara–Kubjā; Nandaka–Bhoginī; Nandana–Kāmadā; Nandin–Sulocanā [Variante Surottamā].
Ca-Gruppe: Nandayitṛ–Sulāpinī; Pañcabāṇa–Mardinī [Variante Mattavāhana–Damayantī]; Ratisakha–Kalahapriyā [Variante Sarasa im ersten Namen]; Puṣpadhanvan–Varākṣī; Mahādhanuḥ–Sumukhī.
Die Ṭa-Gruppe beginnt auf dieser Seite mit Bhramaṇa–Nalinī [Variante Nilayā], Bhramaṇa–Jaṭinī [Variante Rañjanī], Bhramamāṇa–Pālinī und Bhrama–Śivā. Die teilweise ähnlichen ersten Namen werden nicht vereinheitlicht; die Fortsetzung steht auf der nächsten Seite.
Fortsetzung der Kāma-Rati-Paare: ṇaṃ – Bhrānta–Mugdhā [Variante Mūrcchā]; taṃ – Bhrānta–Kamā [unsicher; Variante Bhramā]; thaṃ – Bhraṅga–Śramā [unsicher; Variante Ramā]; daṃ – Bhrāntacāra–Lolā; dhaṃ – Bhramāvaha–Cañcalā; naṃ – Mohana–Dīrghajihvā.
Pa-Gruppe: Mohakara–Ratipriyā [Variante Mocaka]; Moha–Lolākṣī [Variante Mugdha]; Mohavardhana–Bhṛṅgiṇī; Madana–Pāṭalā [Variante Kapaṭā]; Manmatha–Madanā.
Weitere Laute: Mātaṅga–Mālā; Bhṛṅganāyaka–Haṃsinī; Gāyaka–Viśvatomukhī; Gīti–Jagadānandinī; Nartaka–Ramaṇī; Khelaka–Kānti; Unmatta–Kalakaṇṭhī [abweichende, örtlich unsichere Variante]; Mattaka–Varakodarī [unsicher]; Vilāsin–Meghaśyāmā [Variante Vimala]; Lobhavardhana–Lobhavardhinī [Variante Kāmavardhana–Madonmattā].
Zwei unnummerierte Verse und ein Halbvers beschreiben diese Gestalten mit Zuckerrohrbogen und fünf Blumenpfeilen, umarmt von ihren goldfarbenen Rati-Gestalten, die Betel und Lotus tragen und mit allem Schmuck geschmückt sind. Die fünf Pfeile heißen Sahakāra [Mango], Aśoka, Ketakī, Navamallikā und Nīlotpala [blauer Lotus]. Danach folgt eine Punktlücke. Damit endet Kāma-Rati-Nyāsa.
Nun folgt der Nyāsa der achtunddreißig Kalās. Für die fünf Brahman-Gestalten von Īśāna an werden die Seher Īśa, Tatpuruṣa, Agni, Vāmadeva und Hara genannt; die Metren sind Anuṣṭubh, Gāyatrī, Anuṣṭubh, Bṛhatī und Anuṣṭubh. Gottheiten sind Īśāna und die übrigen.
Ein gemeinsames fünfgliedriges Bīja-Präfix [örtlich unsicher gedruckt] begleitet die sechs Anrufungen: dem Allwissenden am Herzen; dem Unsterblichen, mit Lichtflammen Bekränzten und ewig Zufriedenen am Kopf; der flammenden Feuerspitze und anfanglosen Erkenntnis an der Haarlocke; dem Vajraträger und Selbstständigen im Schutz; der niemals schwindenden Kraft an den drei Augen; der unendlichen Kraft als Astra. Die letzten beiden Formeln enthalten zusätzliche Bījas und den Pāśupatāstra-Schluss; sie werden in den Sanskritfassungen mit lokalen Lesungshinweisen bewahrt.
Mit hauṃ, heṃ, huṃ, hiṃ, haṃ werden Īśāna, Tatpuruṣa, Aghora, Vāmadeva und Sadyojāta den nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichtern zugeordnet. Danach folgen die achtunddreißig Kalās mit den Abschnitten der fünf Brahman-Mantras.
Īśāna-Gruppe, mit dem Daumen der geschlossenen Hand: „Īśāna aller Wissensformen“ – Śaśinī, Mondhafte, am oberen Gesicht; „Herr aller Wesen“ – Aṅgadā am östlichen Gesicht; „Herr über Brahman, Oberherr des Brahman“ – Brahmeṣṭadā [Name unsicher] am südlichen; „Brahmā, Śiva möge mir sein“ – Marīci, Lichtstrahl, am nördlichen; „Sadāśiva“ – Aṃśumālinī, Strahlenbekränzte, am westlichen Gesicht.
Tatpuruṣa-Gruppe, mit Daumen und Zeigefinger: „tatpuruṣāya vidmahe“ – Śānti, Frieden, unter dem östlichen Gesicht; „mahādevāya dhīmahi“ – Vidyā, Wissen, unter dem südlichen; „tan no rudraḥ“ – Pratiṣṭhā, Festigung, unter dem nördlichen; „pracodayāt“ – Nivṛtti, Rückzug, unter dem westlichen Gesicht.
Aghora-Gruppe, mit Daumen und Mittelfinger: „aghorebhyaḥ“ – Tamā, Dunkelheit, am Herzen; „atha ghorebhyaḥ“ – Mohā, Verblendung, am Hals; „ghora“ – Kṣamā, Geduld, an der rechten Schulter; „ghoratarebhyaḥ“ – Nidrā, Schlaf, an der linken; „sarvataḥ śarvam“ – Vyādhi, Krankheit, am Nabel; „sarvebhyaḥ“ – Mṛtyu, Tod, an der Bauchseite; „namas te astu“ – Kṣudhā, Hunger, am Rücken; „rudrarūpebhyaḥ“ – Tṛṣṇā, Durst, an der Brust.
Vāmadeva-Gruppe, mit Daumen und Ringfinger: „vāmadevāya namaḥ“ – Rajā, im verborgenen Körperbereich; „jyeṣṭhāya namaḥ śreṣṭhāya namaḥ“ – Rakṣā, Schutz, am Geschlechtsorgan; „rudrāya namaḥ“ – Rati, Freude, am rechten Oberschenkel; „kālāya namaḥ“ – Mālinī, Bekränzte, am linken; „kalavikaraṇāya namaḥ“ – Kāmyā, Begehrte, am rechten Knie; „vikaraṇāya namaḥ“ – Śaśinī, Mondhafte, am linken; „balavikaraṇāya namaḥ“ – Kriyā, Handlung, am rechten Unterschenkel; erneut „vikaraṇāya namaḥ“ – Sthiti, Erhaltung, am linken; „balāya namaḥ“ – Sthirā, Beständige, an der rechten Gesäßhälfte; „balapramathanāya namaḥ“ – Rātri, Nacht, an der linken; „sarvabhūtadamanāya namaḥ“ – Bhrāmiṇī, Umherbewegende, an der Hüfte; „manonmanāya namaḥ“ – Mohinī, Bezaubernde, an der rechten Seite; „unmanāya namaḥ“ – Jarā, Alter, an der linken. Die wiederholte Mantraform wird nicht stillschweigend ersetzt.
Die Sadyojāta-Gruppe beginnt: „sadyojātaṃ prapadyāmi“ – Siddhi, Vollendung, an der rechten Fußsohle; „sadyojātāya vai namaḥ“ – Ṛddhi, Gedeihen, an der linken; „bhave“ – Lakṣmī, Glück, an der rechten Handfläche; erneut „bhave“ – Dhṛti, Standhaftigkeit, an der linken; „nātibhave“ – Medhā, Einsicht, an der Nase. Die letzte Ortsangabe läuft auf der nächsten Seite weiter.
Die auf der vorigen Seite begonnene Ortsangabe zu Medhā endet mit „an der Nase“. Es folgen: „bhavasva mām“ – Prajñā, Weisheit, am Kopf; „oṃ bhava“ – Prabhā, Licht, am rechten Arm; „udbhavāya namaḥ“ – Sudhā, Nektar, am linken Arm. Diese Gruppe wird mit Daumen und kleinem Finger eingesetzt.
Ein unnummerierter Vers fasst zusammen: Alle Kalā-Anrufungen beginnen mit Praṇava, stehen im Dativ und enden mit namaḥ. So sind die achtunddreißig Kalās mit den vorausgehenden fünf Brahman-Formeln erklärt. Ein anschließender Halbvers sagt: Wer den Körper so durch Nyāsa gestaltet hat, wird selbst zum Herrn der Glieder [Wortlesung nicht ganz sicher]. Danach folgt eine Punktlücke.
Damit endet der Nyāsa der achtunddreißig Kalās. Nach diesen Nyāsas und dreifachem Prāṇāyāma werden der Reihe nach die Mantras von Gaṇeśa, Pañcamī, Durgā, Vaṭuka, Kṣetrapāla, Annapūrṇā und Aśvārūḍhā rezitiert.
Kolophon des fünfunddreißigsten Śvāsa
Hier endet der fünfunddreißigste Śvāsa im Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst von Śrīvidyāraṇya Yati. Der Kolophon nennt die Lehrerfolge: Śrīgovindācārya, dessen Schüler Śrībhagavacchaṅkarācārya, dessen Schüler Śrīviṣṇuśarmācārya, dessen Schüler Śrīpragalbhācārya und dessen Schüler Śrīvidyāraṇya Yati. Die traditionelle Zuschreibung wird als Aussage des Kolophons wiedergegeben.
Abdeckungshinweis: Kapitel 35 ist von Druckseite 818 unten bis zum Kolophon auf Seite 868 oben bearbeitet: 914 nummerierte Einträge sowie die unnummerierte Prosa, Mantras, Meditationen und Halbverse. Lokale unsichere Lesungen, originale Zählsprünge und redaktionelle Ausnahmen bleiben an ihren Stellen markiert. Kapitel 36 beginnt auf derselben Druckseite unterhalb des Kolophons.
36. Śvāsa
Der sechsunddreißigste und letzte Śvāsa beginnt auf Druckseite868 unmittelbar nach dem Kolophon von Kapitel35. Er setzt die Praxisordnung mit Mālinī-Nyāsa fort. Der erste Abschnitt ist weitgehend unnummeriert; zur Zuordnung dient 36.MLN mit Druckseite und Reihenfolge.
Mālinī-Nyāsa
Für Śrīmālinī-Nyāsa ist Paraśambhu der Seher, Gāyatrī das Metrum und Mālinī als Mūlaśakti die Gottheit. Mit dem Mālinī-Bīja, dessen gedrängter Anfang naphakṣmalavarayāṃ örtlich unsicher ist, und seinen sechs langen Vokalformen wird der Hand- und Sechsgliedernyāsa vollzogen, beginnend am Herzen und Kopf.
Zwei unnummerierte Verse und ein Halbvers beschreiben die Meditation: Man betrachtet die segensreiche Göttin Mālinī in rotem Gewand, mit fünf Gesichtern, deren jedes drei Augen hat. Sie ist mit den Kalās von Nivṛtti an verbunden, trägt Schlinge und Haken sowie eine mit Nektar benetzte Schädelschale. Wille und die beiden weiteren Kräfte sind mit ihr verbunden; in der rechten Hand trägt sie einen Dreizack. Sie sitzt in der Mitte eines roten Lotus. Danach folgt eine Punktlücke.
Ein weiterer unnummerierter Vers mit Fortsetzung sagt: Mālinī und Mātṛkā werden von Parā umschlossen eingesetzt. Vom Wurzelzentrum bis zum Brahmarandhra und zurück wird das eigene höchste Wesen vergegenwärtigt. Die in Klammern gesetzte Wendung verbindet das Herzens-Bīja mit Madana; ihre genaue syntaktische Zuordnung bleibt in der knappen Druckfassung unsicher. Die Klammer und die anschließende Punktlücke werden bewahrt.
Der Hand- und Sechsgliedernyāsa beginnt mit sauḥ, aṃ, der ka-Gruppe, āṃ und erneut sauḥ am Herzen; entsprechend folgen iṃ, ca-Gruppe und īṃ am Kopf sowie uṃ, ṭa-Gruppe und ūṃ an der Haarlocke. Die nächste Lautgruppe setzt sich auf Seite869 fort. Die Gruppenzahl5 bezeichnet jeweils die fünf Konsonanten, keine zusätzlich gesprochene Mantrasilbe.
Fortsetzung des Sechsgliedernyāsa: Die ta-Gruppe mit eṃ und aiṃ, von sauḥ umschlossen, gehört zum Schutz; die pa-Gruppe mit oṃ und auṃ zu den Augen; die zehn Laute von ya an mit aṃ und aḥ zum Astra.
Es folgt eine lange Mālinī-Anordnung. Jede Anrufung steht zwischen sauḥ, enthält den jeweiligen Laut und endet mit der Verehrung der genannten Kraft. Die Zuordnung lautet:
Nādinī an der Haarlocke; Nivṛtti am westlichen Gesicht; Pratiṣṭhā am nördlichen; Vidyā am südlichen; Śāntā am östlichen; Prasabhyā [unsicher] am oberen Gesicht. Cāmuṇḍā am Stirnauge; Priyadarśanā an beiden Augen; Guhyaśakti an der Nase; Nārāyaṇī [ungewöhnliche Dativform im Druck] an den Ohren; Mohinī an der rechten Ohr-Mudrā; Prajñā an der linken.
Vājrī [Lesung unsicher] am Mund; Kaṅkaṭā [unsicher] an den oberen Zähnen; Kālikā an den unteren; Śivā an der Oberlippe; Ghoraghorā an der Unterlippe; Vivirā [unsicher] an der Zungenspitze, wobei die Ortsangabe im Druck eingeklammert ist; Māyā an der Zunge; Vāgīśvarī in der Rede; Śikhivāhinī am Hals.
Bhīṣaṇā an der rechten Schulter; Vāyuvegā an der linken; Lāmā am rechten Arm; Vināyikī am linken; Pūrṇimā an beiden Händen; Bhakti an den rechten Fingern; Kurdanā an den linken. Jayantī am Dreizack; Dīpinī am Stab; Kapālinī an der Schädelschale; Pāvanī am Herzen.
Lugatī [unsicher] an der rechten Brust; Pūtanā an der linken; Āmoṭanī [unsicher] in der Milch; Paramā im Selbst; Icchāśakti im Prāṇa-Selbst; Ambikā im Lebensatem; Lambikā im Bauch; Saṃhārikā am Nabel; Mahākālī an den Hüften; Kusumāyudhā im verborgenen Körperbereich.
Śukradevī am rechten Oberschenkel; Tārā am linken; Jñānaśakti, Erkenntniskraft, am rechten Knie; Kriyāśakti, Handlungskraft, am linken; Gāyatrī am rechten Unterschenkel; Sāvitrī am linken; Dahanī am rechten Fuß; Pheṭrā [unsicher] am linken. Die Bījas der vollständigen Reihe stehen in den Sanskritfassungen; wiederholte Laute werden nicht nach einem erwarteten Alphabet bereinigt.
Danach wird Śrīmālinī mit ihrem Bīja, von sauḥ umschlossen, im Herzen verehrt, Mātṛkā mit aiṃ hrīṃ śrīṃ, ebenfalls zwischen sauḥ, am Kopf. Mit dem Mālinī-Bīja und sechs langen Vokalformen wird erneut der Hand- und Sechsgliedernyāsa vollzogen und wie zuvor meditiert. Damit endet Mālinī-Nyāsa.
Nach dreifachem Prāṇāyāma folgt Liṅga-Nyāsa: Svayaṃbhū-Liṅga im Ādhāra, Bāṇa-Liṅga im Herzen, Itara-Liṅga zwischen den Augenbrauen und Para-Liṅga im Brahmarandhra. Die zugehörigen Bījas sind aiṃ, klīṃ, sauḥ und die Gruppe aiṃ hrīṃ śrīṃ; das gemeinsame gedruckte Präfixzeichen bleibt in den Sanskritfassungen erhalten.
Ihr zusammengefasstes Licht wird wie eine Goldplatte betrachtet und durch das rechte Nasenloch in die gefalteten Hände geführt. Mit der gedruckten Dreiergruppe aṃ āṃ sauḥ werden Mittelfinger, Ringfinger, kleiner Finger, Daumen, Zeigefinger und Handflächen berührt. Dies heißt Handreinigungs-Nyāsa. Danach wird dieselbe Dreiergruppe, oder Bālā, getrennt und zusammengefasst vom Nabel zu den Füßen, vom Herzen zum Nabel und vom Kopf zum Herzen eingesetzt.
Mit der Anrufung „Tripurasundarī, beschütze, beschütze das eigene Selbst“ und den zugehörigen Bījas wird der Sechsgliedernyāsa vollzogen. An Ādhāra, Herz und Kopf werden vier-, zwölf- und sechzehnblättrige Maṇḍalas betrachtet. In ihnen erscheinen die drei Teile der Mūlavidyā als Feuer, Sonne und Mond, als Lichtgestalten. Sie werden an Wurzel, Mitte und Spitze der Hände sowie an den entsprechenden inneren Zentren eingesetzt.
Ein unnummerierter Vers mit Halbvers fährt fort: Nach der Übung der drei Mūlavidyā-Teile wird mit dem vierten im Brahmarandhra der eigene Körper im Nektar betrachtet, der aus dem Mond am Dvādaśānta fließt. Mit ihm eins geworden, setzt man danach die neun Sitze ein. Die erste Wendung ist im Druck gedrängt; die folgende Punktlücke bleibt sichtbar.
Die Sitzanrufungen beginnen: „Verehrung dem Nektarozean-Sitz Tripurās“; „Verehrung dem roten Fußlotus-Sitz Tripureśvarīs“; „Verehrung dem Selbst-Sitz der Göttin Tripurasundarī“; „Verehrung dem All-Cakra-Sitz Tripuravāsinīs“. Die zugehörigen Bījas und der Beginn der fünften Formel stehen in den Sanskritfassungen; die Reihe setzt sich auf Seite870 fort.
Fortsetzung der neun Sitzanrufungen: „Verehrung dem All-Mantra-Sitz Tripurāśrīs“; „Verehrung dem Sitz der Verwirklichung des Angestrebten, Tripuramālinīs“; „Verehrung dem dunklen Lotus-Sitz Tripurāsiddhās“; „Verehrung dem Ruhebank-Thronsitz Tripurāmbās“; „Verehrung dem Lotus-Sitz Tripurabhairavīs auf Sadāśiva als großem Preta“. Die teilweise schwer lesbaren Bījas bleiben in den Sanskritfassungen markiert.
Ein unnummerierter Vers ordnet diese Sitze der Reihe nach Füßen, Knien, Oberschenkeln, Hüftbereich, Apāna-/Ausscheidungsbereich, Liṅga, Nabel, Herz und Brahmarandhra zu. Die gedruckten Körperbezeichnungen ergeben diese Neunerfolge, ohne moderne Cakra-Namen einzusetzen.
Parā, Paśyantī, Madhyamā und Vaikharī
Der folgende unnummerierte Abschnitt erhält zur Zuordnung das Kürzel36.PNS.
Parā-Nyāsa: In der Samenkapsel des roten, abwärtsgewandten tausendblättrigen Lotus am Brahmarandhra wird die ungeteilte volle Mondscheibe des Bewusstseins betrachtet. Darin liegt eine wie die aufgehende Sonne leuchtende Dreiecksform. In ihr wird der aus sämtlichen Lauten nach der mit a, ka und tha beginnenden Ordnung bestehende Akula-Sitz als Vāgbhava betrachtet. Die weiteren knappen Komposita verbinden die anfängliche Lautgruppe, den höchsten a-Laut und das vokallose Feuer; ihre genaue Gliederung ist örtlich unsicher.
Aus der Mitte erhebt sich Amṛta-Kuṇḍalinī, weiß wie eine Lotusfaser, ununterbrochen bis zur mittleren Wurzeldreiecksform reichend, als große Kāmakalā. Im vierblättrigen Lotus des Mūlādhāra wird entsprechend ein Feuer-Maṇḍala mit Dreieck, darin der Kula-Sitz und Vāgbhava betrachtet. Kāmakalā erscheint dort als flammendes Feuer.
Die aus dieser Mitte aufsteigende Feuer-Kuṇḍalinī wird als Liṅga in den mittleren Weg der als Yoni betrachteten Nektar-Kuṇḍalinī geführt. Sie durchdringt sechs Knoten und steigt bis zum Akula-Bereich auf. Der Text beschreibt die Verbindung beider in Yoni- und Liṅga-Symbolik und den daraus hervorgehenden ununterbrochenen roten Nektarregen, von dem das eigene Selbst benetzt wird. Aus ihrer Gleichheit des Wesens wird Parā-Śakti als ein einziger Nāda vergegenwärtigt. Dies ist eine innere symbolische Meditation; einzelne zusammengesetzte Formbezeichnungen sind im Druck unsicher. Damit endet Parā-Nyāsa.
Paśyantī-Nyāsa: Im Akula-Lotus über dem eigenen Kopf wird das auf das Selbst ausgerichtete Dreieck betrachtet, erfüllt vom Brahman-Saft und der ursprünglichen Lautgruppe. In seiner Wesenseinheit erscheint die Paśyantī-Stufe als elf Kräfte. Von der Spitze aus gegen den Uhrzeigersinn werden auf die drei Linien drei, fünf und drei Kräfte gesetzt: auf die erste Vāmā, Jyeṣṭhā und Raudrī; auf die zweite Ambikā, Wille, Erkenntnis, Handlung und Frieden; auf die dritte die Wesenskräfte der Laute a, ha und kṣa. Jede wird mit namaḥ verehrt.
Madhyamā-Nyāsa: Im Brahmarandhra wird der unveränderte Nāda als vokalloses Wesen verehrt; an der Stirn der leere Nāda als a; zwischen den Augenbrauen der Berührungs-Nāda als Doppelbindu; an der Zäpfchenspitze der Nāda des Nāda als sechseckige Linienform; im Viśuddha der Klang-Nāda als Halbmond; im Anāhata der Bindu-Nāda als Kreis; im Maṇipūra der Śakti-Nāda als e; im Svādhiṣṭhāna der Bīja-Nāda als Mond [Variante Doppelbindu]; im Ādhāra der Laut-Nāda als Haṃsa-Gestalt. Ein Textzeuge fügt am Gesichtsbereich eine weitere Anrufung des Klang-Nāda als Bindu-Dreieck hinzu.
Eine Fußnote nach dem Saubhāgyaratnākara unterscheidet feinen und groben Madhyamā-Nyāsa und gibt für die grobe Form Lautgruppen: am Kopf aṃ, iṃ, uṃ, ṛṃ, ḷṃ; an der Stirn eṃ, aiṃ, oṃ, auṃ; zwischen den Augenbrauen yaṃ, raṃ, laṃ, vaṃ, kṣaṃ; an der Zäpfchenspitze ṅaṃ, ñaṃ, ṇaṃ, naṃ, maṃ; im Viśuddha kaṃ, caṃ, ṭaṃ, taṃ, paṃ; im Herzen khaṃ, chaṃ, ṭhaṃ, thaṃ, phaṃ; am Nabel ghaṃ, jhaṃ, ḍhaṃ, dhaṃ, bhaṃ; im Svādhiṣṭhāna gaṃ, jaṃ, ḍaṃ, daṃ, baṃ; im Mūlādhāra śaṃ, ṣaṃ, saṃ, haṃ. Die Vorlage beendet die Gruppen mit namaḥ.
Vaikharī-Nyāsa: Die sechs Zentren werden entsprechend den drei Guṇas in drei Paare gegliedert und mit den drei Bījas verbunden. In die mit va bis sa und ba bis la bezeichneten Lotusse kommt das blitzgleiche Mūla-Vāgbhava; in die mit ḍa bis pha und ka bis ṭha bezeichneten das lackrote reine Kāmarāja; in die Vokal- und ha-kṣa-Zentren das mondgleiche reine dritte Bīja. Sie werden mit Śiva- und Śakti-Bījas verbunden. Die erste Lautanordnung beginnt im Mūlādhāra auf den vier Blättern, vom Osten beziehungsweise vom eigenen Vorderraum im Uhrzeigersinn. Die Folge setzt sich auf Seite871 fort.
Fortsetzung von Vaikharī-Nyāsa: Im Mūlādhāra stehen va, śa, ṣa und sa mit der Haṃsa-Lautform. Im Svādhiṣṭhāna folgen ba, bha, ma, ya, ra und la mit der gedruckten Form haṃsai [örtlich unsicher]. Im Maṇipūra stehen die zehn Laute ḍa bis pha, im Anāhata die zwölf Laute ka bis ṭha, jeweils mit hasīṃ. Im Viśuddha werden die sechzehn Vokale von a bis aḥ mit hasauḥ eingesetzt, im Ājñā ha und kṣa mit derselben Endung. Eine Klammer ergänzt: Die Lautgruppe wird innerlich mit Nektar benetzt und rubinrot leuchtend betrachtet. Damit endet Vaikharī-Nyāsa.
Kāmakalā und die Einsetzung der Attribute
Unnummerierter Abschnitt36.KKN. Beim Kāmakalā-Nyāsa wird der über ī stehende Bindu als das eigene Gesicht betrachtet. Mit „aiṃ, Verehrung dem höchsten Gesicht“ wird das Gesicht durchdrungen. Darunter werden zwei Bindus als die beiden Brüste betrachtet und mit klīṃ verehrt; darunter folgt mit sauḥ die Yoni als Liniengestalt. Die mit saparārdha bezeichneten Komposita sind örtlich unsicher und werden nicht zu einer weitergehenden Lehre ergänzt.
Nase, Stirn, Augen, Ohren und Mund gehören zum Gesichtsbindu; vier Arme und die beiden Brüste zu den Brustbindus; die beiden Füße zum Yoni-Bindu. Das eigene Selbst wird als zusammengefasste, vollständige Gestalt des Akula-Lautes betrachtet, von höchster Schönheit und auf Kāmeśvaras Schoß sitzend. Dies beschreibt eine innere Identifikation mit der Gottheit.
Es folgt Āyudha-Nyāsa, das Einsetzen der Attribute: In der eigenen unteren rechten Hand werden die Pfeile Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs verehrt, denen Erstarrung zugeschrieben wird; die längere Bīja-Folge ist in den Sanskritfassungen erhalten und örtlich unsicher. In der unteren linken Hand werden ihre bezaubernden Bogen verehrt, mit der gedruckten Lautangabe dhaṃ und der Variante thaṃ. In der oberen rechten Hand stehen ihre unterwerfenden Schlingen mit Oṃ, āṃ und hrīṃ; in der oberen linken ihre stillstellenden Haken mit zweimal kroṃ.
Nach den jeweiligen Mudrās und dreifacher Durchdringung mit der fünfzehnsilbigen Vidyā folgt an den Mātṛkā-Stellen der Kalālikā-Nyāsa [Bezeichnung im Druck knapp]. Ein Textzeuge nennt ihn zugleich Bhūṣaṇa-Nyāsa, Schmuck-Nyāsa. Die gemeinsame Formel lautet: „Ich verehre die Śrīpādukā der … Tripurā, Verehrung.“ Die Laute ordnen folgende Namen zu:
Vokalreihe: Kāminī, Begehrende; Modinī, Erfreuende; Madanā, Berauschende; Unmādinī, Ekstase Bewirkende; Drāviṇī, Schmelzen Lassende; Khecarī, im Raum Wandelnde [Variante Vyāpinī]; Ghaṭikā [Lesung unsicher]; Kalāvatī, an Kalās Reiche; Kledinī, Befeuchtende; Śivadūtī, Śivas Botin; Subhagā, Glückliche; Bhagā; Vidyeśvarī, Herrin des Wissens; Mahālakṣmī; Kaulinī; Sureśvarī, Herrin der Götter.
Ka-Gruppe: Kulamālinī, mit Kula Bekränzte; Vyāpinī, Durchdringende; Bhagāvahā; Vāgīśvarī, Herrin der Rede; Vaṣaṭkāriṇī, die Vaṣaṭ-Formel Bewirkende.
Ca-Gruppe: Piṅgalā, Goldbraune; Bhagasarpiṇī; Sundarī, Schöne; Nīlapatākā, mit blauem Banner; Tripurā.
Ṭa-Gruppe: Siddheśvarī, Herrin der Vollendeten; Amoghā, Unfehlbare; Ratnamālinī, Juwelenbekränzte; Maṅgalā, Segensreiche; Bhagamālinī.
Ta-Gruppe: Nityā, Ewige; Raudrī, Wilde; Vyomeśvarī, Herrin des Raumes; Ambikā, Mutter; Aṭṭahāsā, laut Lachende.
Pa-Gruppe: Āpyāyinī, Nährende; Vajreśvarī, Vajra-Herrin; Kṣobhiṇī, Erschütternde; Śāmbhavī, zu Śambhu Gehörende; Stambhinī, Stillstellende. Danach folgen Anāmā, Namenlose, und Raktā, Rote; die Reihe setzt sich mit la auf der nächsten Seite fort.
Eine ausführliche Fußnote aus dem Saubhāgyaratnākara erklärt den äußeren Kāmakalā-Nyāsa. Der erste Bindu des vierten Vokals [ī] wird als Gesicht der eigenen Göttinnengestalt samt Haaren, Ohren, Augen und Nase betrachtet. Die beiden unteren Bindus sind die beiden Brüste mit den vier Armen; darunter liegt Hārdhakalā als Yoni-Gestalt mit den Beinen. Vāgbhava-, Kāma- und dritter Kūṭa begleiten entsprechend die Verehrung von Gesicht, Brustbereich und unterem Körper der Śrīmahātripurasundarī.
Die drei Bereiche reichen vom Scheitel bis zum Hals, von den Armen bis zum Nabel und vom Nabel bis zu den Fußspitzen. Mit der vollständigen Mūlavidyā werden danach alle Glieder gemeinsam verehrt. Man betrachtet die mit allem Schmuck geschmückte Göttin von höchster Schönheit, auf Kāmeśvaras Schoß, als das eigene Selbst: eine vollständige Gestalt aus dem höchsten Laut und dem Nektar der gesamten Kāmakalā. Die anatomische Symbolik wird als Bestandteil dieser Meditation bewahrt.
Die Kalālikā-Reihe endet mit laṃ – Śuklā, Weiße; vaṃ – Aparājitā, Unbesiegte; śaṃ – Saṃvartikā, Auflösende; ṣaṃ – Vimalā, Reine; saṃ – Aghorā, Nichtfurchtbare; haṃ – Ghorā, Furchtbare; ḷaṃ – Bindubhairavī; kṣaṃ – Sarvākarṣiṇī, alles Heranziehende. Ein Textzeuge vertauscht Aghorā und Ghorā zwischen saṃ und haṃ.
Ein weiterer Kāmakalā-Nyāsa verwendet jeweils klīṃ. Rechts werden von unten nach oben verehrt: Śraddhā, Vertrauen, am Fuß; Prīti, Liebe, am Unterschenkel; Rati, Freude, am Knie; Smṛti, Erinnerung, am Oberschenkel; Kānti, Schönheit, an der Brust; Manoramā, Herzerfreuende, am Arm; Manoharā, Herzensgewinnende, am Gesicht; Manorathā, Herzenswunsch, am Scheitel.
Links erfolgt die umgekehrte Richtung: Manonmanī am Scheitel; Modinī, Erfreuende, am Gesicht; Dīpinī, Leuchtende, am Arm; Śoṣiṇī, Austrocknende, an der Brust; Yaśaskā, Ruhmreiche [Namensform unsicher], am Oberschenkel; Rājasī [Druckform unsicher] am Knie; Subhagā, Glückliche, am Unterschenkel; Priyadarśinī, freundlich Anblickende, am Fuß. Damit endet diese Kāmakalā-Anordnung.
Soma-Kalā-Nyāsa: Mit den sechzehn Vokalformen des sa-Bījas werden rechts aufsteigend eingesetzt: Pūṣā am Rückgrat; Yaśasvinī, Ruhmreiche, an der Rückseite der Schulter; Sumanas, Wohlgesinnte, im Nacken; Rati am Ohr; Prīti am Auge; Dhṛti an der Nasenöffnung; Ṛddhi an der Stirn [Variante Siddhi]; Saumyā am Kopf. Links absteigend folgen Marīci am Kopf; Aṃśumālinī an der Stirn; Ambikā an der Nasenöffnung; Śaśinī am Auge; Chāyā, Schatten, am Ohr; Saṃpūrṇamaṇḍalā, volle Scheibe, im Nacken; Tuṣṭi, Zufriedenheit, an der Schulterrückseite; Amṛtā am Rückgrat. Ein unnummerierter Schlusssatz verbindet diesen Nyāsa mit Freude; sein genauer Wortlaut ist örtlich unsicher.
Yoga-Pīṭha im eigenen Körper
Unnummerierter Abschnitt36.YPN. Im eigenen Körper wird ein Yoga-Pīṭha betrachtet. Beide Schultern und beide Oberschenkel bilden seine vier Füße; Gesicht, Nabel und die beiden Seiten seine vier Körper- beziehungsweise Rahmenteile.
Im Mūlādhāra wird Mahākāla verehrt, rot und Träger des Windes. Darüber bis zum Svādhiṣṭhāna folgt Kālāgnirudra mit fünf Gesichtern und zehn Armen, links und rechts mit roten und schwarzen Gewändern. Darüber bis zum Nabel steht Mūlaprakṛti, schön wie die Bandhūka-Blüte; darüber bis zum Herzen Ādhāraśakti, leuchtend wie der Herbstmond und zwei Lotusse tragend.
Im Herzen werden weiter Kūrma, Ananta, Varāha, die Erde und der Nektarozean verehrt. Nach der gesamten Mātṛkā von a bis kṣa folgt die aus neun Edelsteinen bestehende Insel, in neun Bezirke gegliedert. Von Nordosten im Uhrzeigersinn und zuletzt in der Mitte werden verehrt: Puṣparāga, Nīla, Vaidūrya, Koralle, Perle, Smaragd, Diamant, Gomeda und in der Mitte Padmarāga. Die traditionellen Edelsteinnamen bleiben dort stehen, wo eine moderne mineralogische Gleichsetzung nicht eindeutig ist.
Auf der Insel folgen der goldene Berg, der Nandana-Garten, der Garten der Wunschbäume und die sechs Jahreszeiten von Frühling an. Im Westen werden die Sinne als Pferde verehrt, im Osten die Sinnesgegenstände als Elefanten. Dann folgt der Boden aus vielfältigen Juwelen.
Von Westen gegenläufig bis zur Mitte werden neun Cakras eingesetzt, jeweils mit der Verehrung ihrer Herrin und ihrer Pādukā: Zeit-Cakra, Mudrā-Cakra, Mātṛ-Cakra, Juwelen-Cakra, Orts-Cakra, Guru-Cakra, Tattva-Cakra, Planeten-Cakra und in der Mitte Gestalt-Cakra.
Ein im Druck eingeklammerter Abschnitt ergänzt den umgebenden Ozean des Ursachenwassers und den Juwelenpavillon. In dessen Ecken von Südwesten an stehen die Śaktis in Gestalt von Ort, Zeit, Form und Klang. In der Mitte folgt die Śakti als Saṃgīta-Yoginī, die Musik-Yoginī; in ihrer Mitte die Gesamtheit der verborgenen und offenbaren Yoginī-Kräfte. Darin stehen die Wunschbäume und darunter der Juwelenaltar. Die Beschreibung setzt sich auf der nächsten Seite fort.
Fortsetzung der Pīṭha-Anordnung: Im Herzen werden der weiße Schirm und der Juwelenthron eingesetzt. Der eigene Körper wird als dieser Thron betrachtet. Seine vier Füße sind Dharma, rot und stiergestaltig, an der rechten Schulter; Jñāna, dunkel und löwengestaltig, an der linken; Vairāgya, gelb und in Bhūta-Gestalt, am linken Oberschenkel; Aiśvarya, saphirglänzend und elefantengestaltig, am rechten Oberschenkel.
Die vier Rahmenteile sind Adharma am Gesicht, Unwissenheit an der linken Seite, Nicht-Losgelöstheit am Nabel und Machtlosigkeit an der rechten Seite. Die Quelle setzt somit auch die Gegenbegriffe in den Aufbau ein; sie werden nicht als zu bejahende Verhaltensweisen übersetzt.
In die Mitte kommen Māyā und Vidyā. Darüber liegt die Wurzel der Freude, mit Bewusstsein als Stängel, Prakṛti als Blättern, ihren Entfaltungen als Staubfäden und einer Samenkapsel aus Sattva-Tattva mit den Bījas der fünfzig Laute. Darin werden Sonnen-, Mond- und Feuerkreis sowie Sattva, Rajas und Tamas verehrt. In den Richtungen vom Osten an stehen Erkenntnis-, Māyā-, Kalā- und Vidyā-Tattva, in der Mitte das höchste Tattva. Es folgen Ātman, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst mit den gedruckten Bījas.
In die Staubfäden werden in acht Richtungen und in der Mitte neun Śaktis gesetzt: Hutaryambā [unsicher], Sundaryambā, Sumukhyambā, Virūpāmbā [Variante Viśvarūpāmbā], Vimalāmbā, Antaryambā [Druckverbindung unsicher], Varyambā [unsicher], Purandaryambā und in der Mitte Puṣpamardinyambā [Variante Mardinyambā]. Darüber steht mit klīṃ der Lotussitz aller Śaktis.
Nach dem Pīṭha-Mantra wird darüber das Śrīcakra betrachtet. In einer gemeinsamen Verehrung werden die Pādukās aller seiner Gottheiten und Yoginī-Gruppen angerufen: offenbare, verborgene, noch verborgener wirkende, der Überlieferung zugehörige, Kula-/Kaula-, Nigarbha-, geheime, höchst geheime und Parāpara-geheime Gruppen. Die gedrängte zusammengesetzte Reihe bleibt in den Sanskritfassungen erhalten; sie wird nicht nach einer anderen geläufigen Liste vereinheitlicht.
Im Herzen wird ein Dreieck betrachtet. In seine Mitte kommt nach Bālā und der fünfzehnsilbigen Mūlavidyā das rote dreieckige Oḍyāna-Pīṭha. An die vordere Spitze kommt nach den beiden Vāgbhava-Teilen das gelbe viereckige Kāmarūpa-Pīṭha. Rechts folgt nach den beiden Kāmarāja-Teilen das weiße halbmondförmige Jālandhara-Pīṭha; links nach den beiden Śakti-Bījas das rauchfarbene runde Pūrṇagiri-Pīṭha mit sechs Punkten.
Eine Fußnote bewahrt ausdrücklich eine andere Überlieferung: Uḍḍyāna sei viereckig, Kāmarūpa rund, Jālandhara halbmondförmig und Pūrṇagiri dreieckig. Diese Abweichung wird nicht mit der Hauptfassung verschmolzen.
Danach werden im Mondbereich von Südosten an die fünf Preta-Sitze eingesetzt: Brahmā als Herr der Erde; Viṣṇu als Herr des Wassers; Rudra als Herr des Feuers; Īśvara als Herr des Windes; der fünfgesichtige Sadāśiva als Herr des Raumes auf dem großen Preta-Lotussitz. Die Mantras verbinden die Gottheiten mit ihren Bījas und der Verehrung des jeweiligen Sitzes. „Preta“ gehört hier zur ikonographischen Thronsymbolik.
Darüber werden in der Samenkapsel des roten Lotus, auf einem sechseckigen Pīṭha mit innerem Viereck, sechs Sitze eingesetzt: Tripurās Nektarozean-Sitz; Tripureśvarīs gelber Lotus-Sitz; Tripurasundarīs Selbst-Sitz; Tripuravāsinīs All-Cakra-Sitz; Tripurāśrīs All-Mantra-Sitz; Tripuramālinīs Sitz der Verwirklichung des Angestrebten. Die gelbe Lotusangabe dieser Stelle bleibt neben der früheren roten Angabe stehen.
Nach diesen sechs Sitzen in sechs Blättern folgt im mittleren Viereck eine Vierergruppe mit den vier Pīṭhas. Im Nordosten beginnt nach den beiden Vāgbhava-Teilen die Anrufung Śrīkāmeśvarīs als Rudra-Śakti: im Feuer-Cakra, im Wohnort Kāmagiri, mit Mitreśanātha verbunden, dem Wachzustand vorstehend und als Willenskraft. Die Formel geht auf Seite874 weiter.
Die nordöstliche Formel endet mit der Verehrung des Selbst-Sitzes der Göttin Tripurasundarī.
Im Nordwesten folgt nach den beiden Kāmarāja-Teilen Śrīvajreśvarī als Viṣṇu-Śakti und Erkenntniskraft: im Sonnen-Cakra, im Jālandhara-Pīṭha, mit Ṣaṣṭheśanātha verbunden [Variante Ṣaṣṭīśa], dem Traumzustand vorstehend; verehrt wird Tripuravāsinīs All-Cakra-Sitz.
Im Südwesten folgt nach den beiden Śakti-Bījas Śrībhagamālinī als Brahmā-Śakti und Handlungskraft: im Mond-Cakra, im Pūrṇagiri-Pīṭha, mit Uḍḍīśanātha verbunden, dem Tiefschlaf vorstehend; verehrt wird Tripurāśrīs All-Mantra-Sitz.
Im Südosten folgt nach beiden vollständigen Vidyās Śrītripurasundarī als Kraft des höchsten Brahman: im Brahma-Cakra, im Oḍyāna-Pīṭha, mit Caryānātha verbunden, dem vierten und dem über das Vierte hinausgehenden Zustand vorstehend; verehrt wird Tripuramālinīs Sitz der Verwirklichung des Angestrebten. In der Mitte folgt nach Tritāra, Bālā und Pañcadaśī der All-Mantra-Sitz Śrīmahātripurasundarīs.
Nach der gesamten Mātṛkā wird die Gottheit als Yoga-Pīṭha aus allen sechsunddreißig Tattvas verehrt: Śiva, Śakti, Sadāśiva, Īśvara, Śuddhavidyā; Māyā, Kalā, Vidyā, Rāga, Kāla, Niyati, Puruṣa; Prakṛti, Ahaṃkāra, Buddhi und Manas; Haut, Augen, Gehör, Zunge und Geruchssinn; Rede, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan; Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch; Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde. Die Reihenfolge des Drucks bleibt erhalten.
Nach dieser Durchdringung und dem Mūla-Mantra wird Śrīmahātripurasundarīs Pādukā verehrt. Die eigene erwählte Gottheit wird im Herzen, im großen Yoga-Pīṭha des Körpers aus sechsunddreißig Tattvas, eingesetzt. Ein unnummeriertes Zitat fasst zusammen: „So betrachte man die höchste Gottheit im Pīṭha, das der eigene Körper ist.“ Damit endet Yoga-Pīṭha-Nyāsa.
Der sechsfache Nyāsa: Gaṇeśa
Unnummerierter Abschnitt36.SNY. Für Gaṇeśa-Nyāsa ist Gaṇaka der Seher, Nicṛd-Gāyatrī das Metrum und Śrīgaṇeśa die Gottheit. Der Hand- und Sechsgliedernyāsa verbindet Gaṇeśa-Bījas mit Śaktyānanda am Herzen, Sukhenḍurūpa am Kopf, Rājacandra an der Haarlocke, Madotkaṭa im Schutz, Pramoda an den drei Augen und Āmoda als Wesen aller Mantras am Astra. Einzelne Bīja-Verbindungen und die Bezeichnung beim Kopf sind im Druck unsicher; die Variante liest Madanotkaṭa.
Ein unnummerierter Vers mit Halbvers beschreibt fünfzig Gaṇapati-Gestalten, jeweils mit Śakti: Sie leuchten wie die junge Morgenröte, sind elefantengesichtig und dreiäugig, tragen Schlinge und Haken und zeigen die Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit. Die Attribute werden von der oberen linken bis zur unteren linken Hand betrachtet. Die Śaktis tragen links einen Lotus. Ein eingeklammerter Vers ergänzt: Sie sind zinnoberrot, mit allem Schmuck geschmückt, halten in einer Hand den Lotus und umarmen mit der anderen ihren Geliebten.
Mit den Lauten von a an werden folgende Paare verehrt. Vokalreihe: Vighneśanātha–Śriyambā [Namensverbindung unsicher]; Vighnarāja–Hrī; Vināyaka–Puṣṭi; Śivottama–Śānti; Vighnakṛt–Sarasvatī; Vighnahṛt–Rati [Variante Vighnahartṛ]; Vighnarāṭ–Svāhā [Variante Vighneśa]; Gaṇanāyaka–Medhā; Ekadanta–Bhūti; Dvidanta–Kāminī; Gajavaktra–Mohinī [Variante Modinī]; Nirañjana–Jarā; Kapardin–Tīvrā; Dīrghamukha–Jvālinī; Śaṅkhakarṇa–Nandā; Vṛṣadhvaja–Yaśasvinī.
Ka-Gruppe: Gaṇanātha–Kāmarūpiṇī; Gajendra–Ugrā [Variante Umā]; Śūrpakarṇa–Tejovatī; Trilocana–Satī [Variante Trinetra]; Lambodara–Vighneśī.
Ca-Gruppe: Mahānanda–Svarūpiṇī; Caturmūrti–Kāmadā; Sadāśiva–Madavihvalā; Āmoda–Kānti; Durmukha–Dhūmrā.
Ṭa-Gruppe: Sumukha–Sitā; Pramoda–Ramā; Ekapāda–Mahiṣī; Dvijihvanātha–Dhvajinī [Variante Dvijihvanāda]; Śūra–Vikarṇā.
Ta-Gruppe: Vīra–Śaṅkurī [unsicher]; Ṣaṇmukha–Lajjā; Varada–Dīrghaghoṇā; Mattavāhana–Dhanurdharā; Vakratuṇḍa–Pāśinī.
Pa-Gruppe: Dviraṇḍa–Rāti [unsicher]; Senānī–Kāmāndhā; Grāmaṇī–Śaśiprabhā [Variante Grāma]; Matta–Lolākṣī; Vimatta–Cañcalā.
Die weiteren Laute: Mattavāhana–Diti; Jaṭin–Subhagā; Muṇḍin–Durbhagā; Khaḍgin–Śivā; Vareṇya–Durgā; Vṛṣaketu–Bhaginī; Bhavyapriya–Bhoginī; Gaṇeśa–Gaṇapriyā; Meghanāda–Kālikā; Gaṇeśvara–Kālajihvā. Damit endet Gaṇeśa-Nyāsa.
Planeten und Mondhäuser im sechsfachem Nyāsa
Unnummerierter Abschnitt36.SNY, Fortsetzung. Beim Planeten-Nyāsa werden folgende Gestalten mit ihren Śaktis und Edelstein-Entsprechungen eingesetzt; die Anrufungen enden jeweils mit namaḥ, „Verehrung“:
- Unter dem Herzen: Sūrya, der Sonne, rubingleich, mit Reṇukā; davor die sechzehn mit aṃ beginnenden Laute.
- An der Stirn: Candra, der Mond, perlengleich, mit Amṛtā; davor yaṃ raṃ laṃ vaṃ.
- An den drei Augen: der rote Maṅgala, korallengleich, mit Medhā; davor die fünf mit kaṃ beginnenden Laute.
- Am Herzen: Śukra, diamantgleich, mit Klīnā [Name unsicher; Variante Dhāmā]; davor die fünf Ca-Laute.
- Oberhalb des Herzens: Budha, smaragdgleich, mit Yaśasvinī; davor die fünf Ṭa-Laute.
- Am Hals: Bṛhaspati, puṣparāga-gleich, mit Śāṃkarī [Namensform schwankt]; davor die fünf Ta-Laute.
- Am Nabel: Śanaiśvara, blauem Edelstein gleich, mit Śakti [Variante Jñānarūpā]; davor die fünf Pa-Laute.
- Am Gesicht: Rāhu, gomedaka-gleich, mit Kṛṣṇā [Variante Yaśasvinī]; davor die vier mit śaṃ beginnenden Laute.
- An beiden Füßen: die Ketus, vaidūrya-gleich, mit Dhūmrā; davor ḷaṃ kṣaṃ [Drucklesung].
Ein unnummerierter Vers beschreibt sie in frei angenommener Gestalt, mit allem Schmuck, einer Hand auf dem linken Oberschenkel und rechts Furchtlosigkeit gewährend. Ein eingeklammerter Vers ergänzt die Śaktis: Sie zeigen Geben und Furchtlosigkeit, sitzen jeweils im Schoß ihres Geliebten und tragen allen Schmuck. Eine Variante liest anstelle des Furchtlosigkeitsattributs „Furcht verleihend“. Damit endet der Planeten-Nyāsa.
Es folgt der Mondhaus-Nyāsa. Nach Oṃ und den jeweils angegebenen Lauten lautet die Formel „Verehrung dem/der …“:
- aṃ āṃ – Aśvinī, Stirn; iṃ īṃ – Bharaṇī, rechtes Auge; uṃ ūṃ – Kṛttikā, linkes Auge; ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ – Rohiṇī, rechtes Ohr; eṃ – Mṛgaśiras, linkes Ohr.
- aiṃ – Ārdrā, rechte Nasenöffnung; oṃ auṃ – Punarvasu, linke Nasenöffnung; kaṃ – Puṣya, Hals; khaṃ gaṃ – Aśleṣā, rechte Schulter; ghaṃ ṅaṃ – Maghā, linke Schulter.
- caṃ – Pūrvaphālgunī, rechter Ellenbogen; chaṃ jaṃ – Uttaraphālgunī, linker Ellenbogen; jhaṃ ñaṃ – Hasta, rechtes Handgelenk; ṭaṃ ṭhaṃ – Citrā, linkes Handgelenk; ḍaṃ – Svāti, rechte Hand; ḍhaṃ ṇaṃ – Viśākhā, linke Hand.
- taṃ thaṃ daṃ – Anurādhā, Nabel; dhaṃ – Jyeṣṭhā, rechte Hüfte; naṃ paṃ phaṃ – Mūla, linke Hüfte; baṃ – Pūrvāṣāḍhā, rechter Oberschenkel; bhaṃ – Uttarāṣāḍhā, linker Oberschenkel.
- maṃ – Śravaṇa, rechtes Knie; yaṃ raṃ – Dhaniṣṭhā, linkes Knie; laṃ – Śatabhiṣā, rechter Unterschenkel; vaṃ śaṃ – Pūrvabhādrapadā, linker Unterschenkel; ṣaṃ saṃ – Uttarabhādrapadā, rechter Fuß; aṃ aḥ kṣaṃ – Revatī, linker Fuß [die letzte Bīja-Gruppe ist undeutlich].
Varianten geben für die Ellenbogen die Oberarme und für die Handgelenke die Hände an. Ein unnummerierter Vers beschreibt die mit Aśvinī beginnende Reihe als lodernd wie das Feuer am Zeitenende, mit allem Schmuck, den Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit sowie gefalteten Händen. Die anschließende Erläuterung ordnet Geben und Furchtlosigkeit den unteren Händen, die Verehrungsgeste den oberen zu. Damit endet der Mondhaus-Nyāsa.
Yoginī-Nyāsa
Unnummerierter Abschnitt36.YGN. (1) Im Zentrum des sechzehnblättrigen Lotus am Viśuddha-Ort wird Ḍākinī angerufen. Die Bīja-Folge ist stellenweise beschädigt und wird in den Sanskritfassungen mit Unsicherheitshinweis bewahrt. Die verständliche Anrufung lautet: „Ḍākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Hautgewebe, schütze es! Göttin, die über alle Haut verfügt, komme, komme; nimm diese Verehrung an, nimm sie an! Ehrfurchtgebietende Göttin, höchst Ehrfurchtgebietende, von ehrfurchtgebietender Gestalt, komme herbei! Verehrung, Cāmuṇḍā! Śrīmahātripurasundarī, Spenderin des Erbetenen, Göttin, Verehrung!“ Die Formel enthält aiṃ, hrīḥ, hūṃ sowie weitere im Druck unsichere Mantrasilben; deren vollständige Lautgestalt ist hier nicht aus der Bedeutungsübersetzung zurückzugewinnen. Nach den sechzehn Vokalen folgt: „Im Viśuddha-Pīṭha wohnende ViśuddhaḌākinī, ich verehre die Śrīpādukā des göttlichen Paares mit Viśuddhanātha.“ Der Nyāsa geschieht mit Daumen und Ringfinger. Auf den Blättern werden mit ihren Vokalen Amṛtā, Ākarṣiṇī, Indrāṇī, Īśānī, Umā, Ūrdhvakeśī [Variante Ūrdhvakeśinī], Ṛddhidā [Variante Ṛddhi], Ṝṣā, Lakārā, Ḹṣā und Ekapādā verehrt. Die seltenen Namen und Varianten bei den vokalischen ṛ-/ḷ-Lauten sind teilweise undeutlich; der letzte Name hat ebenfalls eine unsichere Variante. Die Blattreihe setzt sich auf der folgenden Druckseite fort.
Die Blattreihe des Viśuddha-Lotus wird fortgesetzt: aiṃ–Aiśvaryātmikā, oṃ–Oṃkāriṇī, auṃ–Auṣadhātmikā, aṃ–Ambikā und aḥ–Antarātmikā. Sie werden im Rechtsumlauf eingesetzt.
Ein unnummerierter Meditationsvers beschreibt Ḍākinī: „Im Viśuddha, in der Halsgrube, im sechzehnblättrigen Lotus, verehre ich die Rote mit drei Augen. Sie trägt Khaṭvāṅga, Dreizack, Becher und großen Schild, hat ein Gesicht und erweckt Furcht bei den Gebundenen. Sie liebt Milchspeise, wohnt in der Haut und ist von Amṛtā und den anderen umgeben; die Vīras verehren sie.“ Die Erläuterung ordnet rechts oben den Dreizack, rechts unten den Khaṭvāṅga, links oben den Schild und links unten den Becher zu. Eine Variante hat „Dreizack“ in anderer Wortform. Amṛtā und die übrigen Śaktis werden bei Nyāsa, Verehrung und Meditation mit einem Ḍākinī ähnlichen Körper und ebensolchen Attributen vorgestellt.
Die Fußnote aus dem Saubhāgyaratnākara bietet eine zweite Meditation: die rote, einhäuptige Ḍākinī mit drei roten Augen, Dreizack und Khaṭvāṅga, links Schild und mit berauschendem Trank gefülltem Becher; sie erschreckt die Gebundenen, liebt Milchspeise und ist am Hals von Amṛtā und den übrigen umgeben. Ein mittlerer Ausdruck über das Bezwingen einer gefährlichen Gruppe ist beschädigt; dessen genaue Lesung und Bedeutung bleiben offen.
(2) Im Herzen, im Zentrum des zwölfblättrigen Anāhata-Lotus, wird Rākiṇī mit rāṃ rīṃ rūṃ und einer besonderen Bīja-Verbindung angerufen: „Rākiṇī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Blutgewebe, schütze es! Du, die alle Wesen in ihre Macht nimmt …“ Der Rest gilt wie zuvor. Nach den zwölf mit kaṃ beginnenden Lauten folgt die Verehrung der Śrīpādukā des göttlichen Paares Anāhatarākiṇī–Anāhatanātha.
Auf die Blätter kommen: kaṃ–Kālarātrī, khaṃ–Khagitā [unsichere Namenslesung], gaṃ–Gāyatrī, ghaṃ–Ghaṇṭādhāriṇī, ṅaṃ–Ṅārṇātmikā, caṃ–Caṇḍā, chaṃ–Chāyā, jaṃ–Jayā, jhaṃ–Jhaṃkāriṇī, ñaṃ–Ñārṇātmikā [Variante Jñānarūpiṇī], ṭaṃ–Ṭaṃkahastā und ṭhaṃ–Ṭhaṃkāriṇī.
Ein unnummerierter Meditationsvers lautet: „Im zwölfblättrigen Herzlotus betrachte man die dunkle Rākiṇī, zwei Gesichter mit glänzenden Fangzähnen, drei Augen, mit Rosenkranz, Dreizack, Schädelgefäß und Ḍamaru in den Händen. Sie wohnt im Blut, ist von Kālarātrī und den übrigen umgeben, liebt reine gekochte Speise, wird von den erhabenen Vīras verehrt und gewährt die ersehnte Frucht.“ Die Attribute werden von der unteren rechten bis zur oberen rechten Hand betrachtet. Eine Variante ersetzt die Vorliebe für reine Speise durch „vom Rausch des madhu erfreut“.
Die Fußnote bietet wiederum eine Meditation aus dem Saubhāgyaratnākara: Rākiṇī ist dunkel, hält Dreizack und Lotus sowie Ḍamaru und scharfen Diskus; drei rote Augen, Brauen und Fangzähne verleihen ihr einen furchterregenden Ausdruck. Sie hat zwei Gesichter, wohnt im Herzen, herrscht über das Blutgewebe, liebt reine Nahrung und ist vom madhu-Rausch erfreut. Einzelne Verbindungen des Sanskrit sind undeutlich.
Die mit Kālarātrī beginnende Reihe ist rot und vierarmig. Zwei Hände zeigen Verehrung; die beiden anderen tragen nacheinander diese Paare: Schädelgefäß und Schwert; Geben und Furchtlosigkeit; Buch und Rosenkranz; Glocke und Schwert; Haken und Schlinge; Schwert und Schild; Geben und Furchtlosigkeit; Bananenpflanze und Gefäß; Dreizack und Vetāla; Geben und Furchtlosigkeit; Beil und Gazelle; Dreizack und Ḍamaru. Diese Aufzählung umfasst drei unnummerierte Verse.
(3) Im Zentrum des zehnblättrigen Maṇipūraka-Lotus am Nabel wird Lākinī angerufen: lāṃ līṃ lūṃ, besondere Bīja-Verbindung, „Lākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Fleischgewebe, schütze es! Du, die alle Wesen in ihre Macht nimmt …“ Der übrige Text gilt wie zuvor. Nach den zehn mit ḍaṃ beginnenden Lauten wird die Śrīpādukā des göttlichen Paares Maṇipūrakalākinī–Maṇipūrakanātha verehrt. Die Blattreihe beginnt mit ḍaṃ–Ḍāmarī; der nächste Name setzt sich auf der folgenden Seite fort.
Die Blätter des Maṇipūraka-Lotus setzen sich fort: ḍhaṃ–Ḍhāriṇī, ṇaṃ–Ṇakāriṇī, taṃ–Tāmasī, thaṃ–Sthāṇvī, daṃ–Dākṣāyaṇī, dhaṃ–Dhātṛ, naṃ–Nandarī, paṃ–Pārvatī und phaṃ–Phaṭkāriṇī. Varianten nennen Dhāriṇī, Sthāmanī und Nandinī.
Meditation: „Man erinnere sich an Lākinī im zehnblättrigen Nabel-Lotus: dunkel, mit drei Gesichtern und leuchtenden drei Augen, sehr furchterregend. In ihren Armen hält sie Speer, Donnerkeil und Stab und zeigt die gebende Geste. Umgeben von Ḍāmarī und den übrigen, erschreckt sie die Gebundenen. Sie wohnt im Fleischgewebe, liebt mit Rohrzucker bereitete Speise und schenkt jegliches Glück.“ Ihre zehn Strahlen sind dunkel, tragen Schädelgefäß und Dreizack, zeigen die Verehrungsgeste und sind mit Krone, Halskette, Armreifen, Hüftgürtel und Fußringen geschmückt. Danach zeigt der Druck einen fehlenden Halbvers.
Die Fußnote aus dem Saubhāgyaratnākara beschreibt Lākinī ebenfalls dunkel, dreigesichtig, dreiäugig, mit Fangzähnen und schrecklicher Gestalt; sie trägt Donnerkeil, Speer und Stab und zeigt Furchtlosigkeit und Geben. Man setzt sie im Zentrum des zehnblättrigen Nabel-Lotus ein, im Fleischgewebe wohnend und Zuckerreis liebend. Die Attribute werden paarweise den oberen, den darunterliegenden und den unteren Händen zugeordnet. Die gedrängte Beschreibung zählt hier nicht alle Hände eindeutig auf.
(4) Im Zentrum des sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna-Lotus: kāṃ kīṃ kūṃ und die besondere Bīja-Verbindung; „Kākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Fettgewebe, schütze es!“ Der Rest wie zuvor. Die sechs mit baṃ beginnenden Laute und die Verehrung der Śrīpādukā des Paares Svādhiṣṭhānakākinī–Svādhiṣṭhānanātha folgen. Auf den Blättern: baṃ–Bandhinī, bhaṃ–Bhadrakālī, maṃ–Māyā, yaṃ–Yaśasvinī, raṃ–Rati und laṃ–Lamboṣṭhī. Varianten haben Raktā beziehungsweise Ramā sowie Lambodarī; eine Variante bezeichnet den Ort als Svādhiṣṭhāna-Liṅga-Cakra.
Meditation: „Man betrachte Kākinī im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna-Lotus: vier Gesichter, drei Augen, gelben Glanz, Dreizack, Trommel, Schädelgefäß und die Geste der Furchtlosigkeit, voll stolzer Würde. Im Fettgewebe wohnend, vom Rausch des Trankes erfreut, von Bandhinī und den übrigen umgeben, liebt sie Reis mit Sauermilch und schenkt die ersehnte Frucht.“ Die Attribute werden von der oberen rechten bis zur unteren rechten Hand betrachtet. Bandhinī und die übrigen sind gelb und zeigen Geben, Furchtlosigkeit und Verehrung. Die Fußnoten verzeichnen abweichende Lesungen im Ausdruck über das Gewebe.
(5) Im Zentrum des vierblättrigen Mūlādhāra-Lotus: sāṃ sīṃ sūṃ und die besondere Bīja-Verbindung; „Sākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Knochengewebe, schütze es!“ Der Rest wie zuvor. Nach vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ folgt die Verehrung der Śrīpādukā des Paares Mūlādhārasākinī–Mūlādhāranātha. Auf den Blättern: vaṃ–Varadā, śaṃ–Śrī, ṣaṃ–Ṣaṇḍā und saṃ–Sarasvatī.
Meditation: „Man betrachte Sākinī im vierblättrigen Wurzel-Lotus: fünf Gesichter, drei Augen, goldenen Glanz, im Knochengewebe wohnend. Ihre Arme tragen Haken, Lotus und Buch und zeigen die Geste der Erkenntnis. Liebreizend, von der anmutigen Varadā und den übrigen umgeben, liebt sie Mungbohnenreis und freut sich am Rausch des madhu.“
Die Fußnote aus dem Saubhāgyaratnākara nennt sie Śākinī, eine leuchtende Göttin mit fünf Gesichtern und drei Augen; Zuckerrohrbogen, Haken, Buch und Erkenntnisgeste sind ihre Attribute. Im Wurzel-Lotus und im Knochengewebe wohnend, versetzt sie alle Gebundenen in Ekstase; sie liebt Mungbohnenreis und freut sich am madhu-Rausch. Die ersten beiden Attribute gehören in die oberen, die übrigen in die unteren Hände, beginnend links. Die abweichende Schreibweise Sākinī/Śākinī und die abweichenden Attribute werden nicht vereinheitlicht.
Varadā und die drei anderen sind der Reihe nach rot, gelb, dunkel und weiß. Ihre vier Arme zeigen Verehrung und Geben und tragen eine Gebetskette.
(6) Im Zentrum des zweiblättrigen Ājñā-Lotus zwischen den Brauen: hāṃ hīṃ hūṃ und die besondere Bīja-Verbindung; „Hākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Markgewebe, schütze es!“ Weiter wie zuvor mit „alle Wesen …“. Nach haṃ kṣaṃ wird die Śrīpādukā des Paares Ājñāhākinī–Ājñānātha verehrt. Auf die beiden Blätter kommen haṃ–Haṃsavatī und kṣaṃ–Kṣamāvatī.
Meditation: „Man betrachte Hākinī im anmutigen zweiblättrigen Bindu-Lotus zwischen den Brauen: weiß, mit sechs Gesichtern und leuchtenden drei Augen, im Mark wohnend, von Haṃsavatī und den übrigen begleitet. Ihre Lotushände zeigen die Erkenntnisgeste und tragen Trommel, Gebetskette und Schädelgefäß. Sie liebt Kurkumareis und schenkt jegliches Glück.“ Die ersten Attribute befinden sich in den oberen, die anderen in den unteren Händen, beginnend rechts. Haṃsavatī wird weiß vorgestellt, mit Dreizack und gebender Geste; Kṣamā ist rot, ihre Hände zeigen Geben, Furchtlosigkeit und Verehrung. Zwei Varianten betreffen die Lotushände und die Lotusblätter.
(7) Im Zentrum des tausendblättrigen Lotus am Brahmarandhra: yāṃ yīṃ yūṃ und die besondere Bīja-Verbindung; „Yākinī, schütze mich, schütze mich; schütze mein Zeugungsgewebe, schütze es!“ Weiter wie zuvor. Nach den fünfzig mit aṃ beginnenden Lauten folgt die Verehrung der Śrīpādukā des Paares Brahmarandhrayākinī–Brahmarandhranātha. Auf den Blättern werden Amṛtā bis Kṣamāvatī eingesetzt.
Meditation: „Man betrachte Yākinī Bhairavī im tausendblättrigen Lotus im Raum des Scheitels: ihre Hände glänzen mit sämtlichen Waffen; sie umfasst alle Farben und die Gesamtheit der mit Ḍākinī beginnenden Göttinnen. Sie hat alle Gesichter, schenkt jegliches Glück, ist die Gestalt aller Gewebe, liebt alle Speisen, genießt Paraśiva und nimmt alle Gestalten an.“ Ein Attribut zu Beginn der zweiten Zeile ist unklar; auch die beiden abweichenden Lesungen der Fußnote lösen es nicht sicher. Hier endet der Yoginī-Nyāsa.
Tierkreis-Nyāsa und Pīṭha-Nyāsa (36.RPN; Druckseiten 878–879)
Beim Tierkreis-Nyāsa werden die Zeichen zusammen mit Lautgruppen verehrt: Widder am rechten Fuß, Stier am rechten Hoden, Zwillinge an der rechten Flanke, Krebs an der rechten Brust, Löwe an der rechten Hand, Jungfrau an der rechten Kopfhälfte; Waage an der linken Kopfhälfte, Skorpion an der linken Hand, Schütze an der linken Brust, Steinbock an der linken Flanke, Wassermann am linken Hoden und Fische am linken Fuß. Die zugehörigen Gruppen sind: aṃ āṃ iṃ īṃ; uṃ ūṃ; ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ; eṃ aiṃ; oṃ auṃ; aṃ aḥ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ; die fünf ka-Laute; die fünf ca-Laute; die fünf ṭa-Laute; die fünf ta-Laute; die fünf pa-Laute; schließlich yaṃ raṃ laṃ vaṃ ḻaṃ kṣaṃ.
Ein unnummerierter Vers erläutert: Die Zeichen haben die Gestalt dessen, was ihr Name bezeichnet; Jungfrau und Wassermann besitzen menschliche Gestalt. Ihre Farben beziehungsweise Lichtqualitäten sind der Reihe nach rot, weiß, grün, rosa, rauchfarben, blass, bunt, schwarz, golden, gelbbraun, kampferweiß und klar. Der letzte Halbvers fehlt im Druck. Hier endet der Tierkreis-Nyāsa.
Nun werden die heiligen Sitze an den Stellen des Mātṛkā-Nyāsa eingesetzt, beginnend am Kopf mit „oṃ aṃ, Verehrung dem Sitz Kāmarūpa“. Es folgen mit den nächsten Vokalen: Vārāṇasī, Nepāla, Pauṇḍravardhana, Purasthira, Kānyakubja, Pūrṇagiri, Arbuda, Āmrātakeśvara, Ekāmra, Trisrotas, Kāmakoṭa, Kailāsa und Bhṛgunagara. Varianten nennen Parasthiti und anstelle von Bhṛgunagara Devīkoṭa. Die Reihe wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.
Die Pīṭha-Reihe setzt sich mit aṃ–Kedāra fort, dann folgen aḥ–Candrapura und mit den Konsonanten ka bis kṣa: Śrīpīṭha, Ekavīra, Jālandhara, Mālava, Kulāntaka, Devīkoṭa, Gokarṇa, Māruteśvara, Aṭṭahāsa, Viraja, Rājagṛha, Mahāpatha, Kolhāpura, Elāpura, Oṃkāra, Jayantikā, Ujjayinī, Vicitraka, Kṣīrapura, Hastināpura, Uḍḍīśa, Prayāga, Viśvapura, Māyāpura, Jaleśvara, Malayagiri, Śrīgiri, Merugiri, Girivara, Mahendragiri, Vāmanapura, Hiraṇyapura, Mahālakṣmīpura, Uḍḍyāna und Chāyāchatra. Die Varianten nennen Aṭṭarāja statt Aṭṭahāsa und Vīrakapura statt Kṣīrapura und vertauschen Merugiri und Girivara. Hier endet der Pīṭha-Nyāsa.
Unnummerierte Verse erklären: „Diese heiligen Sitze sind in der Gestalt der Mātṛkā angegeben. Nachdem man zunächst den sechsfachen Nyāsa vollzogen hat, führe man den Śrīcakra-Nyāsa aus. Wer den sechsfachen Nyāsa an seinem Leib vollzogen hat, ist selbst Parameśvara. O Pārvatī, vor wem er sich verneigt, obwohl jener diesen Nyāsa nicht besitzt, der erlangt bald den Tod und geht in die Hölle. Für ihn gibt es in den Welten keinen zu verehrenden Menschen, auch nicht Vater oder Mutter.“ Erläuterung: Das ist eine hierarchische Überhöhung des Eingeweihten innerhalb dieser Ritualüberlieferung; der Satz über Tod und Hölle ist eine Behauptung des Quellentextes.
Aus dem Matsya-Purāṇa wird zitiert: „In Prayāga ist die Göttin Lalitā, im Vindhya Vindhyanivāsinī, in Vārāṇasī Viśālākṣī und auf dem Kiṣkindha-Berg Tārā.“ Damit endet der sechsfache Nyāsa.
Śrīcakra-Nyāsa (36.CHK; ab Druckseite 879)
„Höre, Geliebte, den Cakra-Nyāsa der erhabenen Tripurasundarī, der niemandem verkündet wurde und den Leib in höchstem Maße reinigt.“
Im Sitz des eigenen Herzens, im aus dem Bindu bestehenden gelben Dreieck, meditiere man gemäß der zuvor beschriebenen Kāmakalā. Dort verehre man die Göttin mit geistigen Gaben. Auf die Bījas von Sprache, Māyā und Kamalā lasse man Bālā folgen: aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ klīṃ sauḥ. Die Anrufung verehrt die Śrīpādukās sämtlicher Yoginīs der offenbaren, verborgenen, noch verborgeneren, überlieferten, kula-kaula-nigarbha, geheimen, überaus geheimen und höchsten/nichthöchsten geheimen Bereiche. Die gedrängten Gruppenbezeichnungen des Druckes bleiben erhalten. Man lässt die Formel dreimal den ganzen Körper durchdringen, betrachtet sich selbst als Kāmakalā und vollzieht den Cakra-Nyāsa.
„Verehrung dem Cakra, das die drei Welten bezaubert; Verehrung der ersten Linie des Quadrats“ wird auf den ganzen Leib bezogen. Die zehn Siddhis werden mit „Ich verehre die Śrīpādukā …, Verehrung“ eingesetzt: Aṇimā hinten an der rechten Schulter; Laghimā an den rechten Fingerspitzen; Mahimā am rechten Knie; Īśitva an den rechten Zehenspitzen; Vaśitva an den linken Zehenspitzen; Prākāmya am linken Knie; Bhukti an den linken Fingerspitzen; Icchā hinten an der linken Schulter; Rasa am Kopf; Mokṣa am Hinterkopf.
Nach der Verehrung der mittleren Quadratlinie im ganzen Körper folgen die acht Mütter: āṃ–Brahmāṇī an beiden großen Zehen; īṃ–Māheśvarī an der rechten Seite; ūṃ–Kaumārī am Kopf; ṝṃ–Vaiṣṇavī an der linken Seite; ḹṃ–Vārāhī am linken Knie; aiṃ–Indrāṇī am rechten Knie; auṃ–Cāmuṇḍā an der rechten Schulter; aḥ–Mahālakṣmī an der linken Schulter.
Nach der Verehrung der inneren Quadratlinie im ganzen Körper werden die Mudrā-Śaktis eingesetzt: drāṃ–Sarvasaṃkṣobhiṇī an beiden großen Zehen; drīṃ–Sarvavidrāviṇī rechts; klīṃ–Sarvākarṣiṇī am Kopf; blūṃ–Sarvavaśaṃkarī links; saḥ–Sarvonmādinī am linken Knie; kroṃ–Sarvamahāṅkuśā am rechten Knie; hasakhphreṃ [Bīja-Verbindung im Druck etwas undeutlich]–Sarvakhecarī an der rechten Schulter; aiṃ klīṃ sauḥ–Sarvatrikhaṇḍā an der linken Schulter; hsauṃ–Sarvabīja am Kopf; aiṃ–Sarvayoni an beiden Füßen. Dann: „oṃ aṃ āṃ sauḥ, ich verehre die Śrīpādukā der ewigen Cakra-Herrscherin Tripurā.“
Die Herrscherin Tripurā wird im Herzen eingesetzt. „Mögen diese offenbaren Yoginīs im die drei Welten bezaubernden Cakra, zusammen mit ihren Mudrās, Siddhis, Waffen, Reittieren und Begleitungen, durch sämtliche Verehrungsgaben zufriedengestellt sein.“ Mit drāṃ zeigt man die Sarvasaṃkṣobhiṇī-Mudrā. Damit endet der Nyāsa der ersten Umhüllung.
Zweite Umhüllung: „Verehrung dem alle Hoffnungen erfüllenden Cakra; Verehrung dem sechzehnblättrigen Lotus-Cakra.“ Die Formel durchdringt den ganzen Leib. Dann werden die ewigen Kalās eingesetzt, die jeweils etwas anziehen: aṃ–Kāmākarṣiṇī hinter dem rechten Ohr; āṃ–Buddhyākarṣiṇī hinter der rechten Schulter; iṃ–Ahaṃkārākarṣiṇī am rechten Ellbogen; īṃ–Śabdākarṣiṇī am rechten Handrücken; uṃ–Sparśākarṣiṇī am rechten Oberschenkel; ūṃ–Rūpākarṣiṇī am rechten Knie; ṛṃ–Rasākarṣiṇī am rechten Knöchel; ṝṃ–Gandhākarṣiṇī am rechten Fuß; ḷṃ–Cittākarṣiṇī am linken Fuß; ḹṃ–Dhairyākarṣiṇī am linken Knöchel; eṃ–Smṛtyākarṣiṇī am linken Knie; aiṃ–Nāmākarṣiṇī am linken Oberschenkel; oṃ–Bījākarṣiṇī am linken Handrücken; auṃ–Ātmākarṣiṇī am linken Ellbogen; aṃ–Amṛtākarṣiṇī an der linken Schulter; aḥ–Śarīrākarṣiṇī hinter dem linken Ohr. Ihre Namen beziehen sich auf Begehren, Einsicht, Ichbildung, Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack, Duft, Gemüt, Standhaftigkeit, Erinnerung, Namen, Samen, Selbst, Nektar und Körper.
Mit aiṃ klīṃ sauḥ folgt die Cakra-Herrscherin Tripureśī. Den verborgenen Yoginīs im alle Hoffnungen erfüllenden Cakra wird mit der bereits genannten Formel samt Mudrās und weiteren Begleitungen alles dargebracht. Mit drīṃ zeigt man die Sarvavidrāviṇī-Mudrā. Eine Textvariante nennt das Cakra „vollständig erfüllend“.
Dritte Umhüllung: „Verehrung dem alles erregenden Cakra; Verehrung dem achtblättrigen Cakra“, auf den ganzen Leib bezogen. Es folgen die Göttinnen mit ihren Lautgruppen: die fünf ka-Laute–Anaṅgakusumā an der rechten Schläfe; die fünf ca-Laute–Anaṅgamekhalā am rechten Knie; die fünf ṭa-Laute–Anaṅgamadanā am rechten Oberschenkel; die fünf ta-Laute–Anaṅgamadanāturā am rechten Knöchel; die fünf pa-Laute–Anaṅgarekhā am linken Knöchel; die vier mit ya beginnenden Laute–Anaṅgaveginī am linken Oberschenkel; die vier mit śa beginnenden Laute–Anaṅgāṅkuśā am linken Knie; ḻaṃ kṣaṃ–Anaṅgamālinī an der linken Schläfe. Mit hrīṃ klīṃ sauḥ wird die ewige Cakra-Herrscherin Tripurasundarī im Herzen eingesetzt. Nach der Darbringung an die noch verborgeneren Yoginīs dieses Cakras zeigt man mit klīṃ die anziehende Mudrā.
Vierte Umhüllung: „Verehrung dem vierzehnfachen Cakra, das jegliches Glück schenkt“, auf den ganzen Leib bezogen. Seine Śaktis sind: aṃ–Sarvasaṃkṣobhiṇī rechts am Hinterkopf; iṃ–Sarvavidrāviṇī rechts an der Stirn; uṃ–Sarvākarṣiṇī auf der rechten Wange; ṝṃ [Längenzeichen etwas undeutlich]–Sarvāhlādinī an der rechten Schulter; ḷṃ–Sarvasaṃmohinī an der rechten Seite; eṃ–Sarvastambhinī am rechten Oberschenkel; aiṃ–Sarvajṛmbhiṇī am rechten Unterschenkel; oṃ–Sarvavaśaṃkarī am linken Unterschenkel; auṃ–Sarvarañjinī am linken Oberschenkel; haṃ–Sarvonmādinī an der linken Seite; yaṃ–Sarvārthasādhanī an der linken Schulter; raṃ–Sarvasaṃpatpūraṇī auf der linken Wange; laṃ–Sarvamantramayī links an der Stirn; vaṃ–Sarvadvandvakṣayaṃkarī links am Hinterkopf.
Ihre Namen bezeichnen das Erregen, Vertreiben, Anziehen, Erfreuen, Bezaubern, Stillstellen, Öffnen, Beherrschen und Beglücken von allem, das Versetzen in Ekstase, das Verwirklichen aller Ziele, das Erfüllen aller Güter, das Bestehen aus allen Mantras und das Auflösen aller Gegensatzpaare. Mit haiṃ hklīṃ hsauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Śrītripuravāsinī. Den Yoginīs der Überlieferung in diesem glückverleihenden Cakra wird alles dargebracht; mit blūṃ zeigt man die Sarvavaśaṃkarī-Mudrā. Hier endet der Nyāsa der vierten Umhüllung.
Fünfte Umhüllung: Zunächst wird „Verehrung dem äußeren zehnfachen Cakra, das alle Ziele verwirklicht“ auf den ganzen Körper bezogen. Die Einzelzuordnung setzt sich auf der folgenden Seite fort.
Die fünfte Umhüllung setzt sich fort: taṃ–Sarvasiddhipradā am rechten Auge; thaṃ–Sarvasaṃpatpradā an der Nasenwurzel; daṃ–Sarvapriyaṃkarī am linken Auge; dhaṃ–Sarvamaṅgalakāriṇī im Osten des Bauches; naṃ–Sarvakāmapradā im Nordwesten des Bauches; ṭaṃ–Sarvaduḥkhavimocinī am linken Knie; ṭhaṃ–Sarvamṛtyuśamanī am rechten Knie; ḍaṃ–Sarvavighnavināśinī am After; ḍhaṃ–Sarvāṅgasundarī im Südwesten des Bauches; ṇaṃ–Sarvasaubhāgyadāyinī im Südosten des Bauches. Diese Namen bezeichnen das Schenken aller Vollkommenheiten, Güter, Freuden, Segnungen und Wünsche, das Befreien von allem Leid, das Stillen aller Todeskräfte, das Beseitigen aller Hindernisse, die Schönheit aller Glieder und das Schenken jeglichen Glücks.
Mit hsaiṃ hsklīṃ hsauḥ wird die Cakra-Herrscherin Tripurāśrī im Herzen eingesetzt. Den Kula-Kaula-Yoginīs wird mit der bekannten Formel alles dargebracht; mit saḥ folgt die Sarvonmādinī-Mudrā.
Sechste Umhüllung: „Verehrung dem inneren zehnfachen Cakra, das alles schützt“, auf den ganzen Leib bezogen. Caṃ–Sarvajñā an der rechten Nasenseite; chaṃ–Sarvaśakti am rechten Mundwinkel; jaṃ–Sarvaiśvaryapradā an der rechten Brust; jhaṃ–Sarvajñānamayī am rechten Hoden; ñaṃ–Sarvavyādhivināśinī an der Dammnaht; kaṃ–Sarvādhārasvarūpā am linken Hoden; khaṃ–Sarvapāpaharā an der linken Brust; gaṃ–Sarvānandamayī am linken Mundwinkel; ghaṃ–Sarvarakṣāsvarūpiṇī an der linken Nasenseite; ṅaṃ–Sarvepsitaphalapradā an der Nasenspitze. Sie heißen: die Allwissende, die ganze Kraft, die alle Herrlichkeit schenkt, die aus aller Erkenntnis besteht, die alle Krankheiten vernichtet, die Gestalt aller Grundlagen, die alles Unrecht fortnimmt, die aus aller Glückseligkeit besteht, die Gestalt allen Schutzes und die alle ersehnten Früchte schenkt.
Mit hrīṃ klīṃ bleṃ wird die ewige Cakra-Herrscherin Tripuramālinī im Herzen eingesetzt. Nach der Darbringung an die Nigarbha-Yoginīs folgt mit kroṃ die Sarvamahāṅkuśā-Mudrā.
Siebte Umhüllung: „Verehrung dem achtfachen Cakra, das alle Krankheiten fortnimmt“, auf den ganzen Leib bezogen. Die Sprachgöttinnen werden mit alphabetischen Gruppen und weiteren Bījas eingesetzt: die sechzehn Vokale–Vaśinī rechts am Kinn; die fünf ka-Laute–Kāmeśvarī rechts am Hals; die fünf ca-Laute–Modinī rechts am Herzen; die fünf ṭa-Laute–Vimalā rechts vom Nabel; die fünf ta-Laute–Aruṇā links vom Nabel; die fünf pa-Laute–Jayinī links am Herzen; die vier mit ya beginnenden Laute–Sarveśvarī links am Hals; die vier mit śa beginnenden Laute–Kaulinī links am Kinn. Die zusätzlichen Bīja-Verbindungen sind im Druck teilweise undeutlich; ihre vorläufigen Lesungen stehen entsprechend markiert in den Sanskritfassungen. Mit hrīṃ śrīṃ sauḥ folgt im Herzen die ewige Cakra-Herrscherin Tripurasiddhā. Nach der Darbringung an die geheimen Yoginīs wird mit hasakhphreṃ die Khecarī-Mudrā gezeigt.
Achte Umhüllung: „Verehrung dem innersten Cakra, das alle Vollkommenheiten schenkt“, auf den ganzen Leib bezogen. Mit drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ, yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ, jaṃ werden die zum Sichöffnen anregenden Pfeile Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs vor dem Herzen verehrt; mit dhāṃ dhāṃ ihre bezaubernden Bogen nordöstlich des Herzens; mit āṃ hrīṃ ihre anziehenden Schlingen südwestlich des Herzens; mit kroṃ kroṃ ihre stillstellenden Haken nordwestlich des Herzens.
An der Spitze des Herzdreiecks wird Kāmeśvarī verehrt: im Feuer-Cakra, im Sitz Kāmagiri, von der Natur Mitreśanāthas, über den Wachzustand herrschend, Willenskraft und Rudra-Śakti. Rechts am Herzen Vajreśvarī: im Sonnen-Cakra, im Sitz Jālandhara, von der Natur Ṣaṣṭheśanāthas, über den Traumzustand herrschend, Erkenntniskraft und Viṣṇu-Śakti. Links im Herzdreieck Bhagamālinī: im Mond-Cakra, in der Höhle Pūrṇagiris, von der Natur Uḍḍīśanāthas, über den Tiefschlaf herrschend, Handlungskraft und Brahmā-Śakti. Mit hsaiṃ hasakalahrīṃ hsauḥ folgt im Herzen die ewige Cakra-Herrscherin Tripurāmbā. Den überaus geheimen Yoginīs wird alles dargebracht; mit hsauṃ folgt die Sarvabīja-Mudrā.
Neunte Umhüllung: „Verehrung dem Bindu-Cakra, das ganz aus Glückseligkeit besteht“, auf den ganzen Leib bezogen. Die Anweisung wird fortgesetzt.
Nach dem Aussprechen der drei Tāras, Bālās und Śrīvidyās wird in der Mitte Mahātripurasundarī verehrt: im Brahma-Cakra, im erhabenen Sitz Uḍyāṇa, von der Natur Caryānandanāthas, über den vierten Bewusstseinszustand herrschend, Brahma-Śakti und die Kraft des höchsten Brahman. Mit einer besonderen dreifachen Bīja-Verbindung, im Druck etwa hasakalaraḍaiṃ hasakalaraḍīṃ hasakalaraḍauḥ [Konsonantenverbindung unsicher], wird die ewige Cakra-Herrscherin Śrīmahātripurabhairavī im Herzen eingesetzt.
„Möge diese Yoginī des höchsten und nichthöchsten Geheimnisses im ganz aus Glückseligkeit bestehenden Bindu-Cakra zufrieden sein: Herrscherin aller Cakras, Mantras, heiligen Sitze, Wissenskräfte, Sprache und Vollkommenheiten, Mutter des Entstehens der ganzen Welt; mit Cakra und Mudrā, Siddhis, Waffen, Reittier, Śaktis, Schmuck und Begleitung, durch sämtliche Gaben verehrt.“ Nach dieser Darbringung zeigt man mit aiṃ die Yoni-Mudrā. Damit enden die neunte Umhüllung und dieser Śrīcakra-Nyāsa.
Wer diesen ganzen Ablauf nicht ausführen kann, rezitiere den zuvor genannten Schutztext des Śrīcakra-Nyāsa. Dies ist die Reihenfolge der Auflösung. Die umgekehrte Einsetzung, vom Bindu-Cakra bis zur inneren Quadratlinie, ist die Reihenfolge der Schöpfung.
Śrīcakra-Nyāsa der Erhaltung (36.STH; ab Druckseite 882)
Nach der Überlieferung besitzt dieser Nyāsa drei Teile: Vidyā, Cakra und Cakra-Herrscherin. Zuerst werden wie zuvor die Hände mit der Formel der Handreinigung gereinigt und der Selbstschutz mit der entsprechenden Vidyā vollzogen. Man betrachtet sich selbst in der Gestalt Śrīmahātripurasundarīs und beginnt den Nyāsa der Erhaltung.
Zum Vidyā-Nyāsa heißt es: „Am Scheitel, im Schambereich, im Herzen, an den drei Augen, an beiden Ohren, o Göttin, am Mund, an den Armen, am Rücken, an beiden Knien und am Nabel setze man der Reihe nach die Wurzel-Vidyā ein.“ Danach fehlt im Druck ein Halbvers.
Die Wurzel-Vidyā wird nach ihren Kūṭas und Einzellauten aufgeteilt und ungeteilt eingesetzt. Die Folge lautet: Vāgbhava-Kūṭa am Scheitel, Kāmarāja im Schambereich, Śakti-Kūṭa im Herzen; Vāgbhava am rechten Auge, Kāmarāja am linken, Śakti am Stirnauge; Vāgbhava am rechten Ohr, Kāmarāja am linken, Śakti am Mund; Vāgbhava am rechten Arm, Kāmarāja am linken, Śakti am Rücken; Vāgbhava am rechten Knie, Kāmarāja am linken, Śakti am Nabel. Danach nennt der Druck nochmals Vāgbhava, in Klammern „die ganze Vidyā“, am Scheitel und Kāmarāja im Schambereich und weist auf dieselbe Reihenfolge zurück. Diese knappe Wiederholung wird nicht durch eine erschlossene zusätzliche Regel ersetzt. Hier endet der Kūṭa-Nyāsa.
Beim Akṣara-Nyāsa werden die fünfzehn Laute der Śrīvidyā, jeder mit abschließendem Bindu, einzeln auf dieselben fünfzehn Stellen verteilt: Scheitel, Schambereich, Herz, rechtes Auge, linkes Auge, Stirnauge, rechtes Ohr, linkes Ohr, Mund, rechter Arm, linker Arm, Rücken, rechtes Knie, linkes Knie, Nabel. Danach setzt man die sechzehn Nityā-Mantras der Reihe nach auf die sechzehn Blätter des Hals-Lotus.
Mit den drei Bījas Bālās wird nun der Neun-Yoni-Nyāsa vollzogen. Die unnummerierten Verse nennen als Gruppen: beide Ohren und Kinn; beide Schläfen und Mund; beide Augen und Nase; beide Schultern und Herz; Hände und Bauch; Knie, Füße und Bauch; Füße beziehungsweise Seiten und Herzlotus; beide Brüste und Hals. Die stark zusammengedrängte Verbindung der mittleren Körperstellen lässt die vollständige Abgrenzung aller neun Dreiergruppen nicht sicher erkennen. Varianten lesen an einer Stelle „Schambereich und Füße“ und an einer anderen „beide Füße“ statt „beide Seiten“. Die Sanskritfassungen bewahren den Wortlaut, ohne eine zusätzliche Zuordnung zu erfinden.
Beim Ketten-Nyāsa mit Bālā nennt der Text nacheinander: Haarbüschel, Kinn, Gesicht; Gesicht, Hals, Kinn; Kinn, Herz, Hals; Hals, Nabel, Herz; Herz, Liṅga, Nabel; Nabel, Mūlādhāra, Svādhiṣṭhāna; Svādhiṣṭhāna, beide Oberschenkel, Wurzelzentrum; Wurzelzentrum, beide Knie, beide Oberschenkel; beide Oberschenkel, Fuß und beide Knie. Ein Teil dieser Folge steht bereits im Druck in Klammern.
Danach meditiere man, wie später beschrieben, die auf dem Śrīcakra thronende Göttin, zeige die neun Mudrās und spreche: aṃ āṃ sauḥ namaḥ an den Füßen; aiṃ klīṃ sauḥ namaḥ an den Unterschenkeln; hrīṃ klīṃ sauḥ namaḥ an den Knien; haiṃ hklīṃ hsauḥ namaḥ an den Oberschenkeln. Die Folge wird fortgesetzt.
Die zuvor begonnene Formel hsaiṃ hsklīṃ hsauḥ namaḥ gehört an beide Gesäßhälften, im Druck erläutert als die beiden Seiten des Afters. Dann hrīṃ klīṃ bleṃ namaḥ am Svādhiṣṭhāna; hrīṃ śrīṃ sauḥ namaḥ am Mūlādhāra; hsaiṃ hasakalahrīṃ hsauḥ namaḥ über der zuvor eingesetzten Vidyā; die besondere dreifache Formel hasakalaraḍaiṃ hasakalaraḍīṃ hasakalaraḍauḥ [Lesung weiterhin unsicher] am ganzen Körper. Damit endet der Vidyā-Nyāsa der neun Cakra-Herrscherinnen.
Beim Nyāsa der neun Cakras wird das die drei Welten bezaubernde Cakra im Akula-Lotus verehrt, erläutert als roter tausendblättriger Lotus zwischen After und Mūlādhāra. Das alle Hoffnungen vollständig erfüllende Cakra kommt an den Mūlādhāra; das alles erregende an den Svādhiṣṭhāna; das jegliches Glück schenkende an den Maṇipūraka; das alle Ziele verwirklichende an den Anāhata; das alles schützende an den Viśuddha; das alle Krankheiten fortnehmende an den Lotus des Gaumenzäpfchens; das alle Vollkommenheiten schenkende zwischen die Brauen; das ganz aus Glückseligkeit bestehende an den Brahmarandhra. An diesen Stellen werden die zuvor genannten neun Herrscherinnen eingesetzt. Hier endet der Śrīcakra-Nyāsa der Erhaltung.
Nyāsa der acht Achtergruppen (36.AAS; ab Druckseite 883)
Die folgenden Formeln verbinden heilige Orte, Göttinnen und Bhairavas mit Körpergeweben und Lotusblättern. Einige seltene Ortsnamen, Göttinnennamen und Bīja-Verbindungen sind im Druck unsicher; sie bleiben als vorläufige Lesungen kenntlich.
Im Gebiet Prayāga, in der Stadt Vasinī, am Sitz Kāmarūpa, beim Banyanbaum, in der Lotus-Mudrā, im Raummandala und in der Meru-Santāna-Reihe: āṃ kṣāṃ, Verehrung Maṅgalāmbās; āṃ kṣaṃ, Maṅgalanāthas; āṃ kṣāṃ, Brahmāṇīs; āṃ kṣaṃ, Asitāṅgabhairavas. Mit den fünf ka-Lauten werden Sarvadvīpanātha und Sarvadvīpanāthāmbā verehrt: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Wurzel-Cakra meines Hautgewebes; Furchterregende, Nichtfurchterregende, Unfehlbare, Segen Schenkende, vicce, Verehrung.“ Auf dessen acht Blättern folgen mit den vokalisch variierten kṣa-Paaren die Paare Akṣobhā, Rūkṣakaraṇī, Rākṣasī, Kṣapaṇā, Kṣapā, Piṅgalākṣī, Akṣayā und Kṣamā. Der Dual bezeichnet jeweils ein Paar. Die Fußnoten bieten einen abweichenden Stadtnamen, eine abweichende Reihenbezeichnung und Maṅgalādevī statt Maṅgalāmbā.
Im Gebiet Vārāṇasī, in der Stadt Śāṇḍinī [unsicher], am Sitz Malayagiri, beim Śleṣmātaka-Baum, in der Liṅga-Mudrā, im Luftmandala und in der Mahendra-Reihe: īṃ lāṃ, Carcikāmbā; īṃ laṃ, Carcikānātha; īṃ lāṃ, Māheśvarī; īṃ laṃ, Rurubhairava. Mit den fünf ca-Lauten folgen Sarvadvīpanātha und seine Ambā: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Gesäß-Cakra meines Blutgewebes.“ Die Einsetzung erfolgt im Lotuszentrum. „Furchterregende, Nichtfurchterregende, Segen Schenkende, vicce, Verehrung“ gilt überall. Auf den Blättern dieses Cakras werden mit den vokalisch variierten la-Paaren verehrt: Līlā, Lolā, Luptā, Lṛtā, Lṝtā [diese drei seltenen Namen unsicher], Laṅkeśvara, Lālasā und Vimalā, jeweils als Paar. Eine Variante verändert die Form der Bezeichnung Mahendra-Reihe.
Im Gebiet Kolāpurī, in der Stadt Kaivartinī, am Sitz Pūrṇagiri, beim Uḍumbara-Baum, in der Surabhi-Mudrā, im Feuermandala und in der Candraśilātala-Reihe: uṃ hāṃ, Yogīśāmbā; uṃ haṃ, Yogīśanātha; uṃ hāṃ, Kaumārī; uṃ haṃ, Caṇḍabhairava. Mit den fünf ṭa-Lauten und der gleichen Sarvadvīpa-Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Fleisch-Cakra am Nabel.“ Im Zentrum des Nabel-Lotus eingesetzt, folgen auf dessen Blättern mit den vokalisch variierten ha-Paaren: Hutāśana, Viśālākṣī, Vāḍavāmukhī, Harṣā, Hārā, Mahākrodhā, Kāpinī [unsicher] und Svarā, jeweils als Paar. Die Fußnote verzeichnet eine Variante der Reihenbezeichnung.
Im Gebiet Aṭṭahāsa, in der Stadt Kulinī, am Sitz Kulāntaka, beim Aśvattha-Baum, in der erregenden Mudrā, im Wassermandala und in der Śāṃbarabheda-Reihe: ṛṃ sāṃ, Harasiddhāmbā; ṛṃ saṃ, Harasiddhanātha; ṛṃ sāṃ, Vaiṣṇavyambā; ṛṃ saṃ, Krodhabhairavanātha. Mit den fünf ta-Lauten und der gleichen Sarvadvīpa-Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Sehnen-Cakra am Herzen.“ Nach der Einsetzung im Zentrum des Herz-Lotus folgen auf dessen Blättern mit den vokalisch variierten sa-Paaren: Saṃkhyāpīṭhasiddhā [unsicher], Taralā, Tārā, Hṛṣṭā, Haṃsalekhā, Daśakandharā, Sārasā und Rasasaṃgrāhiṇī, jeweils als Paar.
Der nächste Abschnitt beginnt: im Gebiet Jayantikā, in der Stadt Gaṇḍakī, am Sitz Cauhāra, beim Vibhītaka-Baum, in der vertreibenden Mudrā, im Erdmandala. Die Formel wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.
Die Formel wird mit der Ambarayoga-Reihe fortgesetzt: ḷṃ ṣāṃ, Bhadrāmbā; ḷṃ ṣaṃ, Bhadranātha; ḷṃ ṣāṃ, Vārāhī; ḷṃ ṣaṃ, Unmattanātha. Mit den fünf pa-Lauten und der gleichen Sarvadvīpa-Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Knochen-Cakra am Hals.“ Nach der Einsetzung im Zentrum des Hals-Lotus folgen auf seinen Blättern mit den vokalisch variierten ṣa-Paaren: Tālajaṅghā, Raktākṣī, Vidyujjihvā, Karaṅkā, Meghanādā, Pracaṇḍoghā [unsicher], Kālakarṇī und Balaṃpradā, jeweils als Paar. Varianten nennen Bhaṭṭinyambā und Balaprabhā.
Im Gebiet Cāritra, in der Stadt Rajanī, am Sitz Jālandhara, beim Nimba-Baum, in der Haken-Mudrā, im Feuermandala und in der Kuliśabheda-Reihe: eṃ śāṃ, Kilikilāmbā; eṃ śaṃ, Kilikilinātha; eṃ śāṃ, Indrāṇī; eṃ śaṃ, Kapālibhairava. Mit den vier mit ya beginnenden Lauten und der gleichen Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Mark-Cakra am Mund.“ Im Mund-Lotus folgen mit den vokalisch variierten śa-Paaren: Śampā, Campāvalī, Bhavāyā [unsicher; Variante Bhavādhā], Śūlasādikā [unsicher; Variante Mūlayāntī], Picuvaktrā, Piśācākṣī, Piśitāśanā und Lolupā, jeweils als Paar.
Im Gebiet Ekāmra, in der Stadt Śilpinī, am Sitz Uḍḍyāna, beim Karañja-Baum, in der leckenden Mudrā, im Vyāpikā-Mandala und in der roten Reihe: auṃ vāṃ, Kālarātryambā; auṃ vaṃ, Kālarātrinātha; auṃ vāṃ, Cāmuṇḍā; auṃ vaṃ, Bhīṣaṇabhairavanātha. Mit śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ und der gleichen Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Zeugungsgewebe-Cakra an den Nasenöffnungen.“ Im entsprechenden Lotuszentrum eingesetzt, folgen auf den Blättern mit den vokalisch variierten va-Paaren: Vāmanāsā, Vānarā, Vāsanā, Vikaṭāsyā, Vāyuvegā, Bṛhatkalā, Vikalā und Viśvarūpiṇī, jeweils als Paar. Varianten nennen Śilpipurī und Bṛhatkānti.
Im Gebiet Devīkoṭa, in der Stadt Saṭṭīnā [unsicher], am Sitz Devīkoṭa, beim Kadamba-Baum, in der Bhauma-Mudrā [Lesung unsicher], im Śiva-Mandala und in der Lampaṭā-Reihe: aḥ yāṃ, Vibhīṣakāmbā; aḥ yaṃ, Vibhīṣakanātha; aḥ yāṃ, Mahālakṣmī; aḥ yaṃ, Saṃhārabhairava. Mit ḻaṃ kṣaṃ und der gleichen Formel: „Ich verehre die im göttlichen Spiel Erfreute im Zorn-Cakra der Stirn.“ Nach der Einsetzung im Zentrum des Stirn-Lotus folgen mit den vokalisch variierten ya-Paaren: Yamajihvā, Jayantī, Durjayā, Yamāntakā, Viḍālā, Revatī, Pūtanā und Vijayā, jeweils als Paar.
„Für Befriedung und Stärkung vollziehe der Kundige die acht Achtergruppen.“ Dieser Nyāsa dient also bestimmten ersehnten Wirkungen.
Weitere Nyāsas: Sprachgöttinnen, Schmuck, sechs Glieder und vier Tattvas (36.BHN; Druckseiten 884–885)
Für die acht mit Vaśinī beginnenden Göttinnen wird auf den Cakra-Nyāsa verwiesen, ausdrücklich auf Druckseite 881. Ein unnummerierter Vers nennt Kopf, Stirn, Brauenmitte, Hals, Herz, Nabel, Schambereich, Wurzel und vyūhaka als Orte ihrer Einsetzung. Die gedrängte Aufzählung ergibt keine zweifelsfreie Eins-zu-eins-Zuordnung der acht Göttinnen; der zusätzliche Ausdruck wird deshalb nicht stillschweigend gestrichen.
Beim Schmuck-Nyāsa stehen die alphabetischen Laute an folgenden Stellen: aṃ am Kopf; āṃ an der Stirn; iṃ īṃ an den Brauen; uṃ ūṃ an den Ohren; ṛṃ ṝṃ an den Augen; ḷṃ an der Nase; ḹṃ eṃ an den Wangen; aiṃ an den Lippen; oṃ auṃ an den Zahnreihen; aḥ am Mund; kaṃ am Kinn; khaṃ an der Kehle; gaṃ am Hals; ghaṃ ṅaṃ an den Seiten; caṃ an den beiden Brüsten; chaṃ jaṃ an den Armansätzen; jhaṃ ñaṃ an den Ellbogen; ṭaṃ ṭhaṃ an den Händen; ḍaṃ am Handrücken; ḍhaṃ am Nabel; ṇaṃ am Schambereich; taṃ thaṃ an den Oberschenkeln; daṃ dhaṃ an den Knien; naṃ paṃ an den Unterschenkeln; phaṃ baṃ an den Gesäßhälften; bhaṃ maṃ an den Fußsohlen; yaṃ raṃ an den großen Zehen; laṃ am Halsschmuck; vaṃ am Hüftgürtel; śaṃ an der Halskette; ṣaṃ an der Krone; saṃ haṃ an den Ohrringen; ḻaṃ am Herzen; kṣaṃ unterhalb des Schambereichs. Die drei Tāras stehen jeweils am Anfang, namaḥ am Ende.
Der Sechsglieder-Nyāsa lautet: „oṃ aiṃ, sprich, sprich, Göttin der Sprache, aiṃ, dem Herzen Verehrung; oṃ klīṃ, Feuchte, Befeuchtende, durchdringe, durchdringe, bewirke große Erregung, klīṃ, dem Haupt svāhā; oṃ sauḥ, bewirke Befreiung, bewirke sie, hsauḥ, dem Haarbüschel vaṣaṭ.“ Dieselben Formeln werden anschließend bei Schutzpanzer, Augen und Waffe eingesetzt.
Beim Nyāsa der vier Tattvas mit den Śrīvidyā-Bījas wird zunächst das Vāgbhava-Paar ausgesprochen: „Verehrung dem Ātma-Tattva“, vom Nabel bis zu den Fußspitzen. Die Folge wird fortgesetzt.
Nach dem Kāmarāja-Paar: „Verehrung dem Vidyā-Tattva“, vom Herzen bis zum Nabel. Nach dem Śakti-Paar: „Verehrung dem Śiva-Tattva“, vom Kopf bis zum Herzen. Nach der ganzen Formel: „Verehrung sämtlichen Tattvas“, den ganzen Leib durchdringend.
Beim Amaṭa-Nyāsa ist Lakṣmīnārāyaṇa der Ṛṣi, Kakup das Versmaß, die alle Menschen in ihre Macht nehmende Śrīmahālakṣmī die Gottheit, āṃ der Keim, hrīṃ die Kraft und kroṃ der Verschluss. Die Anwendung dient nach dem Text dazu, alle Menschen zu beeinflussen. Aiṃ–Vāgīśvarī am Haaransatz; hrīṃ–Pārvatī zwischen den Brauen; aṃ–Sonnenmandala am rechten Auge; maṃ–Feuermandala am linken Auge; ṭaṃ–Mondmandala am Mund und, kreisförmig zusammengeführt, am dritten Auge; śrīṃ–Śrī an der Zungenspitze; svāṃ–Dantinī auf der rechten Wange; hāṃ–Dantinī auf der linken Wange; āṃ–Schlinge am rechten Ohr; kroṃ–Haken am linken Ohr; klīṃ–Kāmadeva am Kinn. Dieser Nyāsa wird elfmal ausgeführt.
Nyāsa der oberen Überlieferung und großer sechsfacher Nyāsa (36.URD; ab Druckseite 885)
Zuerst kommt der große sechsfache Nyāsa, danach der Mantra-Nyāsa. Über die Mantras der oberen Überlieferung heißt es: „Caraṇa, die neun Nāthas, die sechzehn Wurzel-Vidyās und die sechs Grundlagen, o Herrin der Götter, sind als Göttinnen des Bewusstseins erklärt.“ Eine weitere Aufzählung nennt fünf Ambās, neun Nāthas, sechzehn Wurzel-Vidyās, die Vidyās der sechs Grundlagen und die mit Caraṇa beginnende Reihe.
Die Prosa nennt Caraṇa, Viśrānticaraṇa und Śaṃbhucaraṇa. In dieser oberen Überlieferung bilden die fünf Ambās den göttlichen Strom. Die neun Nāthas werden in zwei Gruppen unterschieden: die nach dem Raum benannten neun und die mit Ātmānanda beginnenden neun. Die erste Gruppe gehört zum Strom der Vollendeten, die mit Paramātmānanda beginnende zweite zum menschlichen Strom. Vier Mantra-Nyāsas heißen entsprechend Caraṇa, Guru-Reihe, Wurzel-Vidyā und Vidyā der sechs Grundlagen. Anschließend zählt der Druck eine Vierheit der Caraṇas, dreiundzwanzig Nāthas, sechzehn Wurzel-Vidyās, sechs Grundlagen-Vidyās sowie Parāprāsāda und zehn Praṇavas auf und nennt insgesamt einundfünfzig Mantras. Bereits die gedruckte Edition setzt hier ein Fragezeichen. Die genannten Zahlen und die zuvor erwähnte Dreierreihe der Caraṇas werden nicht rechnerisch oder redaktionell harmonisiert.
Zum großen sechsfachen Nyāsa zitiert das Kulaprakāśa-Tantra: „Entfaltete Welt, Weltenräume, Gestalt, Mantra, Gottheit und Mütter: Der als großer Sechsfacher bezeichnete Nyāsa ist der höchste unter allen Nyāsas.“
Zuerst wird mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā am Kopf die Guru-Pādukā-Formel eingesetzt: oṃ hasakhphreṃ hasakṣamalavarayūṃ haṃsaḥ śivaḥ hsauḥ sohaṃ hasakṣamalavarayūṃ. „Ich verehre die Śrīpādukā meines eigenen Gurus, [Name]-Ānandanātha.“ Der Name des eigenen Gurus ersetzt amuka. Am Brahmarandhra eingesetzt, wird darüber meditiert:
„Im tausendblättrigen Lotus, mit dem Glanz des vollen kühlen Mondes, mit Lotushänden, die Segen und Furchtlosigkeit schenken, mit reinen Düften, Blumen und Gewändern; mit heiterem Gesicht und Blick, alle Gottheiten verkörpernd, auf dem Haṃsa am Scheitel weilend: So gedenke ich des Gurus unter Voranstellung seines Namens.“
Nach geistiger Verehrung mit den entsprechenden Gaben folgt der Sechsglieder-Nyāsa. Das Yāmala sagt: „Īśa, Tatpuruṣa, Aghora, Vāma und Sadyobhava setze man an den fünf Fingern und danach am Scheitel und an den Gesichtern ein. Mit dem Parāprāsāda-Bīja vollziehe man so die sechs Glieder.“ Im Druck fehlt danach ein Halbvers.
Für den Śrīparāprāsāda-Mantra ist Paraśaṃbhu der Ṛṣi, Avyakta-Gāyatrī das Versmaß und die Mantra-Herrscherin Parā die Gottheit. Keim, Kraft und Verschluss werden als drei Formen eines seltenen Bījas angegeben; dessen Konsonantenverbindung ist auch im vergrößerten Bild nicht sicher lesbar. Die Anwendung dient dem Erlangen der Gnade der Göttin Parā. Die Einsetzung erfolgt an Kopf, Mund, Herz, Schambereich, Knien und Füßen; anschließend folgen Hand- und Sechsglieder-Nyāsa, beginnend mit „dem Herzen Verehrung“. Die nächste Formel ruft Īśāna an und wird fortgesetzt.
Die Fußnote aus dem zehnten Abschnitt des Saubhāgyaratnākara grenzt rituelle Zuständigkeiten ab: Wer durch Parāprāsāda in die obere Überlieferung eingeweiht wurde, besitzt die Berechtigung allein zum großen sechsfachen Nyāsa; wer in die mit Caraṇa beginnenden Vidyās eingeweiht wurde, zu deren Nyāsas, nicht zum großen Sechsfachen. Die in den sechsfachen Śāṃbhava-Zusammenhang Eingeweihten sind zum entsprechenden Nyāsa berechtigt; die in die Vidyā Eingeweihten zu allen.
Īśāna wird an beiden Daumen eingesetzt; haiṃ–Tatpuruṣa an den Zeigefingern; huṃ–Aghora an den Mittelfingern; hiṃ–Vāmadeva an den Ringfingern; haṃ–Sadyojāta an den kleinen Fingern. Die vorangestellte Fünfergruppe ist im Druck jeweils durch „5“ abgekürzt. Danach erfolgt der Fünfgesichter-Nyāsa: hauṃ–Īśāna am oberen Gesicht, am Scheitel mit dem Daumen; haiṃ–Tatpuruṣa am östlichen Gesicht, im Gesicht mit dem Zeigefinger; huṃ–Aghora am südlichen Gesicht, bei der rechten Ohrregion mit dem Mittelfinger; hiṃ–Vāmadeva am nördlichen Gesicht, bei der linken Ohrregion mit dem Ringfinger; haṃ–Sadyojāta am westlichen Gesicht, oberhalb des Nackens am unteren Hinterkopf mit dem kleinen Finger.
Beim Sechsglieder-Nyāsa der Gestalt folgen dieselben Anrufungen: Īśāna–Herz–namaḥ; Tatpuruṣa–Haupt–svāhā; Aghora–Haarbüschel–vaṣaṭ; Vāmadeva–Schutzpanzer–huṃ; Sadyojāta–drei Augen–vauṣaṭ; der Fünfgesichtige–Waffe–phaṭ.
Für den großen sechsfachen Nyāsa ist das höchste Brahman der Ṛṣi, Jagatī das Versmaß und Sadāśiva, dessen Selbstgestalt Śiva und Śakti ist, die Gottheit. Mit oṃ namaḥ erfolgt die Einsetzung an Scheitel, Gesicht und Herz. Mit den sechs Langvokalformen des Parāprāsāda folgt der Sechsglieder-Nyāsa. Dann meditiere man:
„Ich verehre den Fünfgesichtigen, Vierarmigen, mit allen Schmuckstücken Geschmückten, glänzend wie tausend Monde und Sonnen, mit Śakti im Schoß.“ Die Variante lautet „von der Natur der Śakti“.
„Den inneren sechsfachen Nyāsa vollziehe man, o Maheśānī, auf dem genannten Weg; dann den höchsten großen Nyāsa, den großen Sechsfachen, in der nun zu beschreibenden Weise, um die Identität mit der Gottheit zu verwirklichen. Was niemandem gesagt wurde, verkünde ich dir aus Liebe.“ Varianten lesen „danach“ statt „innerlich“ und „auf dem jeweils eigenen Weg“.
Nyāsa der entfalteten Welt (36.PRP; Druckseiten 886–887)
Die Formel beginnt mit oṃ hsauḥ aṃ: „Verehrung Śrīs, deren Gestalt die entfaltete Welt ist“, und wird durch die nachgestellte Bīja-Folge umschlossen. Eine Konsonantenverbindung dieser Folge bleibt wie zuvor unsicher. Diese Umrahmung gilt für alle folgenden Anrufungen.
Mit den weiteren Vokalen werden verehrt: āṃ–Māyā als Inseln; iṃ–Kamalā als Ozean; īṃ–Viṣṇuvallabhā als Berge; uṃ–Padmadhāriṇī als Städte; ūṃ–Samudratanayā als heilige Sitze; ṛṃ–Lokamātṛ als heilige Gebiete; ṝṃ–Kamalavāsinī als Wälder; ḷṃ–Indirā als Zufluchtsorte; ḹṃ–Māyā als Höhlen; eṃ–Ramā als Flüsse; aiṃ–Padmā als vierfüßige Lebewesen; oṃ–Nārāyaṇapriyā als aus dem Boden Sprießendes; auṃ–Rājyalakṣmī als aus dem Mutterleib Geborenes; aṃ–Nārāyaṇī als aus Eiern Geborenes; aḥ–Siddhalakṣmī als nach alter Vorstellung aus Feuchtigkeit Geborenes.
Es folgen die Formen der Zeit: kaṃ–Āryā als lava; khaṃ–Umā als truṭi; gaṃ–Caṇḍikā als kalā; ghaṃ–Durgā als kāṣṭhā; ṅaṃ–Śivā als Augenblick; caṃ–Aparṇā als Atemzug; chaṃ–Ambikā als ghaṭikā; jaṃ–Satī als muhūrta; jhaṃ–Īśvarī als prahara; ñaṃ–Śāṃbhavī als Tag; ṭaṃ–Īśānī als Dämmerung; ṭhaṃ–Pārvatī als Nacht; ḍaṃ–Sarvamaṅgalā als Mondtag; ḍhaṃ–Dākṣāyaṇī als Wochentag; ṇaṃ–Haimavatī als Mondhaus; taṃ–Mahāmāyā als astrologischer Yoga; thaṃ–Māheśvarī als Karaṇa; daṃ–Mṛḍānī als Monatshälfte; dhaṃ–Rudrāṇī als Monat; naṃ–Śarvāṇī als Tierkreiszeichen; paṃ–Parameśvarī als Jahreszeit; phaṃ–Kālī als Sonnenhalbjahr; baṃ–Kātyāyanī als Jahr; bhaṃ–Gaurī als Weltalter; maṃ–Bhavānī als Weltauflösung.
Yaṃ–Brāhmī wird als die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum verehrt; raṃ–Vāgīśvarī als die feinen Qualitäten Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Duft; laṃ–Vāṇī als die fünf Handlungsorgane Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungsorgan und Zeugungsorgan; vaṃ–Vākpradā als die fünf Erkenntnisorgane Gehör, Haut, Augen, Zunge und Nase; śaṃ–Gāyatrī als die fünf Lebenshauche Prāṇa, Apāna, Vyāna, Udāna und Samāna; ṣaṃ–Sāvitrī als die drei Eigenschaften Sattva, Rajas und Tamas; saṃ–Sarasvatī als die vier inneren Funktionen Manas, Buddhi, Ahaṃkāra und Citta; haṃ–Śāradā als Wachen, Träumen, Tiefschlaf und der vierte Zustand. Die Reihe wird fortgesetzt.
Die Fußnoten überliefern örtliche Varianten: eine andere Ozeanformel; „Lotus“ statt „Stadt“; „Āśrama“ statt „Zufluchtsort“; Nārāyaṇī statt Nārāyaṇapriyā; „Fest-/Zeitabschnitt“ statt prahara; Kānti statt Kālī und einen abweichenden Namen für Śarvāṇī. Die Hauptreihe bleibt unverändert; die seltenen Zeitmaße werden hier nicht mit aus anderen Quellen übernommenen Umrechnungen ergänzt.
Ḷaṃ–Bhāratī wird als die sieben Gewebe Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Zeugungsgewebe verehrt; kṣaṃ–Vidyātmikā, die Herrscherin der alle fünf Elemente durchdringenden Kraft, als die drei Doṣas Vāta, Pitta und Schleim. Nach der Einsetzung dieser Weltformen an den Mātṛkā-Stellen wird Parāmbā als Gestalt der gesamten entfalteten Welt im ganzen Körper verehrt. Der vorangestellte Ausdruck ādijñāntamukta ist im Druck nicht sicher verständlich und bleibt offen. Damit endet der Prapañca-Nyāsa.
Nyāsa der Weltenräume (36.BHV; Druckseite 887)
Alle folgenden Formeln besitzen dieselbe Bīja-Umrahmung, beginnend mit oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ hsauḥ. Jeweils wird die genannte Śakti-Ambā-Devī zusammen mit den Wurzelgottheiten von hundert Koṭis der bezeichneten Yoginīs verehrt, die in der entsprechenden Welt wohnen. Hundert Koṭis entsprechen in dieser Zahlensprache einer Milliarde.
- aṃ āṃ iṃ: Ādhāraśakti mit den „geheim“ genannten Yoginīs der Atala-Welt an den Füßen.
- īṃ uṃ ūṃ: Aliptaparāśakti mit den allergeheimsten Yoginīs von Vitala an den Knöcheln.
- ṛṃ ṝṃ ḷṃ: Acintyaparāśakti mit den höchst allergeheimsten Yoginīs von Sutala an den Unterschenkeln.
- ḹṃ eṃ aiṃ: Svārambhaśakti mit den großgeheimen Yoginīs von Mahātala an den Knien.
- oṃ auṃ: Icchāśakti mit den höchst geheimen Yoginīs von Talātala an den Oberschenkeln.
- aṃ aḥ: Jñānaśakti mit den geheimnisvollen Yoginīs von Rasātala am Schambereich.
- Die fünf ka-Laute: Kriyāśakti mit den zutiefst geheimnisvollen Yoginīs von Pātāla am Mūlādhāra.
- Die fünf ca-Laute: Ḍākinīśakti mit den überaus geheimnisvollen Yoginīs von Bhū am Svādhiṣṭhāna.
- Die fünf ṭa-Laute: Rākiṇīśakti mit den höchst geheimnisvollen Yoginīs von Bhuvar am Nabel.
- Die fünf ta-Laute: Lākinīśakti mit den höchst geheimnisvollen Yoginīs von Svar am Herzen.
- Die fünf pa-Laute: Kākinīśakti mit den verborgenen Yoginīs von Mahar am Hals.
- Die vier mit ya beginnenden Laute: Śākinīśakti mit den noch verborgeneren Yoginīs von Jana am Ājñā.
- Die vier mit śa beginnenden Laute: Hākinīśakti mit den überaus verborgenen Yoginīs von Tapas an der Stirn.
- ḻaṃ kṣaṃ: Yākinīśakti mit den großverborgenen Yoginīs von Satya am Brahmarandhra.
Mit den einundfünfzig bei aṃ beginnenden Lauten wird abschließend Śrīparāmbā, Herrscherin der vierzehn Welten, den ganzen Leib durchdringend eingesetzt. Die Fußnoten verzeichnen kleinere Varianten der Geheimheitsbezeichnungen, besonders „großes Geheimnis“ für die Svar-Welt. Hier endet der Welten-Nyāsa.
Nyāsa der göttlichen Gestalten (36.MUR; Druckseiten 887–888)
Wieder gilt die Bīja-Umrahmung der ersten Formel für alle folgenden. Mit aṃ wird das Paar Keśava–Arcis an der Stirn verehrt. Dann: āṃ–Nārāyaṇa mit einer als Oyī lesbaren Śakti [unsicher] an der rechten Gesichtshälfte; iṃ–Mādhava–Iṣṭadā an der rechten Schulter; īṃ–Govinda–Īśāna an der rechten Flanke; uṃ–Viṣṇu–Ugrā am rechten Oberschenkel; ūṃ–Madhusūdana–Ūrdhvanayanā am rechten Knie; ṛṃ–Trivikrama–Kraddhi [unsicher] am rechten Unterschenkel; ṝṃ–Vāmana–Rūpiṇī am rechten Fuß; ḷṃ–Śrīdhara–Lukarā [unsicher] am linken Fuß; ḹṃ–Hṛṣīkeśa–Lūnadoṣā am linken Unterschenkel; eṃ–Padmanābha–Ekanāyikā am linken Knie; aiṃ–Dāmodara–Ekāriṇī am linken Oberschenkel; oṃ–Vāsudeva–Oghavatī an der linken Flanke; auṃ–Saṅkarṣaṇa–Aurvakāmā an der linken Schulter; aṃ–Pradyumna–Añjanaprabhā an der linken Gesichtshälfte; aḥ–Aniruddha–Asthimālādhārā an der linken Kopfseite. Die letzte Formel steht im Druck grammatisch abweichend.
Mit paarigen Konsonanten folgen: kaṃ bhaṃ–Bhava–Karabhadrā am rechten Fuß; khaṃ baṃ–Śarva–Khagavallabhā am linken Fuß; gaṃ phaṃ–Rudra–Garimādiphalapradā an der rechten Seite; ghaṃ paṃ–Paśupati–Gharmapraśamanī an der linken Seite; ṅaṃ naṃ–Ugra–Paṅktināsā am rechten Arm; caṃ dhaṃ–Mahādeva–Candrārdhadhāriṇī am linken Arm; chaṃ daṃ–Bhīma–Chandomayī am Hals; jaṃ thaṃ–Īśāna–Jagatsthānā am oberen Gesicht; jhaṃ taṃ–Tatpuruṣa–Pratārā [unsicher] am östlichen Gesicht; ñaṃ ṇaṃ–Aghora–Jñānadā am rechten Gesicht; ṭaṃ ḍhaṃ–Sadyojāta–Ṭaṅkadharā am westlichen Gesicht; ṭhaṃ ḍaṃ–Vāmadeva–Ṭaṅkāraḍāmarī am linken Gesicht.
Dann yaṃ–Brahmā–Yakṣiṇī am Mūlādhāra; raṃ–Prajāpati–Rañjanī am Svādhiṣṭhāna; laṃ–Vedhas–Lakṣmī am Maṇipūra; vaṃ–Parameṣṭhin–Vajriṇī am Anāhata. Die Reihe wird fortgesetzt.
Die Fußnoten bewahren andere Lesungen einzelner Śakti-Namen, darunter Lukārā, Śāgrā, Añjanapramathā, Krodhinī, Garutsalā und Ṭaṅkaḍhakkādharā. Als Körperstellen erscheinen abweichend der rechte Arm statt des rechten Oberschenkels und die linke Nabelseite statt der linken Flanke. In der letzten Reihe nennt eine Handschrift Maṇipūra statt Mūlādhāra und Svādhiṣṭhāna statt Maṇipūra. Die Hauptfassung wird nicht an diese Varianten angeglichen.
Die Gestaltenreihe wird fortgesetzt: śaṃ–Pitāmaha–Śaktidhāriṇī am Viśuddha; ṣaṃ–Vidhātṛ–Ṣaḍādhāranilayā am Ājñā; saṃ–Viriñca–Sarvanāyikā am Mond; haṃ–Sraṣṭṛ–Haritānanā am Bindu; ḻaṃ–Caturānana–Lalitā am Nāda; kṣaṃ–Hiraṇyagarbha–Kṣamā am Nādānta. Mit den einundfünfzig bei aṃ beginnenden Lauten verehrt man Śrīparāmbā als Wesen der drei Gestalten Hari, Hara und Brahmā, den ganzen Leib durchdringend. Varianten nennen Hasitānanā und Kṣāyā. Hier endet der Gestalten-Nyāsa.
Mantra-Nyāsa (36.MNT; Druckseite 888)
Die zuerst genannte Bīja-Umrahmung gilt überall. Jede Formel verehrt die entsprechende Kūṭeśvarī-Ambā-Devī als Herrscherin aller Mantras der jeweiligen Art und als Spenderin sämtlicher Früchte. Die Zahl der Varianten wird in Lakṣa-Koṭis angegeben; ein Lakṣa-Koṭi bedeutet hunderttausend mal zehn Millionen.
- aṃ āṃ iṃ: Ekakūṭeśvarī am Mūlādhāra; ein Lakṣa-Koṭi einsilbiger Mantras, beginnend mit Praṇava.
- īṃ uṃ ūṃ: Dvikūṭeśvarī am Liṅga; zwei Lakṣa-Koṭis zweigliedriger Mantras, beginnend mit Haṃsa.
- ṛṃ ṝṃ ḷṃ: Trikūṭeśvarī am Nabel; drei Lakṣa-Koṭis dreigliedriger Mantras, beginnend mit Vahni.
- ḹṃ eṃ aiṃ: Catuṣkūṭeśvarī am Herzen; vier Lakṣa-Koṭis viergliedriger Mantras, beginnend mit Candra.
- oṃ auṃ aṃ aḥ: Pañcakūṭeśvarī am Hals; fünf Lakṣa-Koṭis fünfgliedriger Mantras, beginnend mit Sūrya.
- kaṃ khaṃ gaṃ: Ṣaṭkūṭeśvarī am Mund; sechs Lakṣa-Koṭis sechsgliedriger Mantras, beginnend mit Skanda.
- ghaṃ ṅaṃ caṃ: Saptakūṭeśvarī an den Augen; sieben Lakṣa-Koṭis siebengliedriger Mantras, beginnend mit Gaṇeśa.
- chaṃ jaṃ jhaṃ: Aṣṭakūṭeśvarī am Ājñā; acht Lakṣa-Koṭis achtgliedriger Mantras, beginnend mit Vaṭuka.
- ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ: Navakūṭeśvarī am Mond; neun Lakṣa-Koṭis neungliedriger Mantras, beginnend mit Brahmā.
- ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ: Daśakūṭeśvarī am Bindu; zehn Lakṣa-Koṭis zehngliedriger Mantras, beginnend mit Viṣṇu.
- taṃ thaṃ daṃ: Ekādaśakūṭeśvarī an der Kalā; elf Lakṣa-Koṭis elfgliedriger Mantras, beginnend mit Rudra.
- dhaṃ naṃ paṃ: Dvādaśakūṭeśvarī an Unmanī; zwölf Lakṣa-Koṭis zwölfgliedriger Mantras, beginnend mit Vāṇī.
- phaṃ baṃ bhaṃ: Trayodaśakūṭeśvarī am als śirodhṛti lesbaren Kopfbereich [unsicher]; dreizehn Lakṣa-Koṭis dreizehngliedriger Mantras, beginnend mit Lakṣmī.
- maṃ yaṃ raṃ: Caturdaśakūṭeśvarī am Nāda; vierzehn Lakṣa-Koṭis vierzehngliedriger Mantras, beginnend mit Gaurī.
- laṃ vaṃ śaṃ: Pañcadaśakūṭeśvarī am Nādānta; fünfzehn Lakṣa-Koṭis fünfzehngliedriger Mantras, beginnend mit Durgā.
- ṣaṃ saṃ haṃ: Ṣoḍaśakūṭeśvarī am Brahmarandhra; sechzehn Lakṣa-Koṭis sechzehngliedriger Mantras, beginnend mit Tripurā.
Mit den einundfünfzig bei aṃ beginnenden Lauten folgt Parāmbā als Wesen aller Mantras im ganzen Leib. Hier endet der Mantra-Nyāsa.
Gottheiten-Nyāsa (36.DVT; Druckseiten 888–889)
Wieder gilt dieselbe Bīja-Umrahmung. Jede Göttin wird als von tausend Koṭis der jeweils genannten Wesenfamilien verehrt angerufen:
- aṃ āṃ: Nivṛttyambā, von Yoginī-Familien verehrt, an der rechten großen Zehe.
- iṃ īṃ: Pratiṣṭhāmbā, von Yoginī-Familien verehrt, am rechten Knöchel.
- uṃ ūṃ: Vidyāmbā, von Asketinnenfamilien verehrt, am rechten Unterschenkel.
- ṛṃ ṝṃ: Śāntyambā, von Ṛṣi-Familien verehrt, am rechten Knie.
- ḷṃ ḹṃ: Śāntyatītāmbā, von Muni-Familien verehrt, am rechten Oberschenkel.
- eṃ aiṃ: Hṛllekhāmbā, von Götterfamilien verehrt, an der rechten Achselregion [Ortslesung etwas undeutlich].
- oṃ auṃ: Gaganāmbā, von Rākṣasa-Familien verehrt, an der rechten Seite.
- aṃ aḥ: Raktāmbā, von Vidyādhara-Familien verehrt, an der rechten Brust; eine Variante nennt Śivā.
- kaṃ khaṃ: Mahocchuṣmāmbā, von Siddha-Familien verehrt, in der rechten Achsel.
- gaṃ ghaṃ: Karālāmbā, von Sādhya-Familien verehrt, an der rechten Hand.
- ṅaṃ caṃ: Jayāmbā, von Apsaras-Familien verehrt, an der rechten Schulter.
- chaṃ jaṃ: Vijayāmbā, von Gandharva-Familien verehrt, am rechten Ohr.
Die Folge wird fortgesetzt.
Der Gottheiten-Nyāsa setzt sich mit derselben Angabe von jeweils tausend Koṭis verehrender Wesenfamilien fort:
- jhaṃ ñaṃ: Ajitāmbā, von Guhyakas verehrt, rechts am Kopf.
- ṭaṃ ṭhaṃ: Aparājitāmbā, von Yakṣas verehrt, links am Kopf.
- ḍaṃ ḍhaṃ: Vāmāmbā, von Kinnaras verehrt, am linken Ohr.
- ṇaṃ taṃ: Jyeṣṭhāmbā, von Schlangenwesen verehrt, an der linken Schulter.
- thaṃ daṃ: Raudryambā, von Ahnen verehrt, an der linken Hand.
- dhaṃ naṃ: Madhyāmbā, von Gaṇeśa-Familien verehrt, in der linken Achsel; eine Variante nennt Pradyumna-Familien.
- paṃ phaṃ: Kuṇḍalinyambā, von Bhairavas verehrt, an der linken Brust.
- baṃ bhaṃ: Kālyambā, von Vaṭukas verehrt, an der linken Seite.
- maṃ yaṃ: Kālarātryambā, von Gebietshütern verehrt, an der linken Achselregion [Ortslesung undeutlich].
- raṃ laṃ: Bhagavatyambā, von Pramathas verehrt, am linken Oberschenkel.
- vaṃ śaṃ: Sarveśvaryambā, von Brahmā-Familien verehrt, am linken Knie.
- ṣaṃ saṃ: Sarvajñāmbā, von Viṣṇu-Familien verehrt, am linken Unterschenkel.
- haṃ ḻaṃ: Sarvakartryambā, von Rudra-Familien verehrt, am linken Knöchel.
- kṣaṃ: Śaktyambā, von Familien alles Beweglichen und Unbeweglichen verehrt, an der linken großen Zehe.
Mit den einundfünfzig bei aṃ beginnenden Lauten wird Śrīparāmbikā als Wesen sämtlicher Gottheiten im ganzen Körper eingesetzt. Hier endet der Gottheiten-Nyāsa.
Mātṛkā-Nyāsa des großen Sechsfachen (36.MAT; Druckseite 889)
Überall gehen die drei Tāras und der Wurzelmantra voran. Die Göttinnen werden jeweils von unzähligen Koṭis der genannten weiblichen Wesenfamilien verehrt; die männlichen Herren werden von unzähligen Koṭis der jeweils genannten Geistwesen begleitet.
Mit den fünf ka-Lauten am Wurzelzentrum: Maṅgalāmbā und Brahmāṇyambā, von Bhūcarīs, den auf der Erde Wandelnden, verehrt; Maṅgalanātha und Asitāṅgabhairavanātha, von Bhūtas begleitet. Ihre Bījas sind āṃ kṣāṃ beziehungsweise āṃ kṣaṃ.
Mit den fünf ca-Lauten am Svādhiṣṭhāna: Carcikāmbā und Māheśvaryambā, von Khecarīs, den im Raum Wandelnden, verehrt; Carcikanātha und Rurubhairavanātha, von Vetālas begleitet; īṃ lāṃ beziehungsweise īṃ laṃ. In Klammern steht zusätzlich Vetālabhairavanātha; die gedruckte Fußnote bezeichnet diesen Zusatz als Einschub.
Mit den fünf ṭa-Lauten am Maṇipūra: Yogīśvaryambā und Kaumāryambā, von Pātālacarīs, den in der Unterwelt Wandelnden, verehrt; Yogīśvaranātha und Caṇḍabhairavanātha, von Piśācas begleitet; ūṃ hāṃ beziehungsweise ūṃ haṃ.
Mit den fünf ta-Lauten am Anāhata: Harasiddhāmbā und Vaiṣṇavyambā, von Dikcarīs, den in den Himmelsrichtungen Wandelnden, verehrt; Harasiddhanātha und Krodharājabhairavanātha, von Apasmāra-Wesen begleitet; ṛṃ sāṃ beziehungsweise ṛṃ saṃ.
Mit den fünf pa-Lauten am Viśuddha: Bhaṭṭinyambā und Vārāhyambā, von Sahacarīs, den Begleiterinnen, verehrt; Bhaṭṭanātha und Unmatteśabhairavanātha, von Brahmarākṣasas begleitet; ḷṃ ṣāṃ beziehungsweise ḷṃ ṣaṃ.
Mit den vier ya-Lauten am Ājñā: Kilikilāmbā und Indrāṇyambā, von Giricarīs, den auf Bergen Wandelnden, verehrt; Kilikilanātha und Kapālibhairavanātha, von Vaṭukas begleitet; eṃ śāṃ beziehungsweise eṃ śaṃ.
Mit den vier śa-Lauten an der Stirn: Kālarātryambā und Cāmuṇḍāmbā, von Vanacarīs, den im Wald Wandelnden, verehrt; Kālarātrinātha und Bhīṣaṇabhairavanātha, von Pretas begleitet; auṃ vāṃ beziehungsweise auṃ vaṃ.
Mit ḻaṃ kṣaṃ den ganzen Leib durchdringend: Bhīṣaṇāmbā und Mahālakṣmyambā, von Kulacarīs verehrt; Bhīṣaṇanātha und Saṃhārabhairava, von Śākinīs begleitet; aḥ lāṃ beziehungsweise aḥ laṃ. Varianten nennen Liṅga statt Svādhiṣṭhāna, Nabel statt Maṇipūra, Bhadrāmbā statt Bhaṭṭinyambā, Jalacarīs, die im Wasser Wandelnden, statt Vanacarīs, und Rākiṇīs statt Śākinīs. Eine Variante nennt den Schambereich als Ort der letzten Einsetzung. Hier enden der Mātṛkā-Nyāsa und der große sechsfache Nyāsa.
Wurzelmantra-Nyāsa: Ruhe und Licht (36.CAR; ab Druckseite 889)
Zuerst kommt der Viśrānticaraṇa-Nyāsa, die Einsetzung des Ruhe-Caraṇa. Mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā am Kopf spricht man oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃsaḥ śivaḥ hsauḥ sohaṃ und die Turīya-Vidyā; danach: „Ich bin das Licht von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“ Nach derselben Mantrafolge: „Gerade ich bin das Licht von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“ Nach erneuter Wiederholung: „Ich selbst bin wahrhaft das Licht von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“
Man ruht einen Augenblick und setzt an derselben Stelle den Prakāśacaraṇa ein, den Caraṇa des Lichtes: oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃsaḥ śivaḥ hsauḥ sohaṃ; „Der ich bin, bin ich; ich bin Brahman; jener bin ich. Ich verehre die Śrīpādukā des Ānandanātha, erfüllt von klarem Licht, erfüllt vom großen höchsten und nichthöchsten Licht.“ Die lange zusammengesetzte Benennung des Lehrers bleibt in den Sanskritfassungen vollständig erhalten; eine Variante verändert die Formel yo’ham.
Danach betrachte man das eigene Selbst als über die ganze entfaltete Welt hinausreichend, allein von der Natur des Bewusstseins und voller Glückseligkeit. Im Bewusstsein, das Wesentliche vollbracht zu haben, und mit innerster Gewissheit vollziehe man den Nyāsa der fünf Ambās.
Mit Saṃghaṭṭa-Mudrā am Kopf und jeweils oṃ hrīṃ śrīṃ werden die Śrīpādukās dieser Paare verehrt: Ādinātha–Vyomātītāmbā; Anādinātha–Vyomeśvaryambā; Anāmayanātha–Vyomagāmbā; Anantanātha–Vyomacāriṇyambā; Cidābhāsanātha–Vyomasthāmbā. Die Ambā-Namen bezeichnen das Überschreiten des Raumes, das Herrschen über ihn, das Gehen in ihm, das Wandeln in ihm und das Weilen in ihm.
Am Kopf folgen mit der gleichen Mudrā die neun Raum-Nāthas: haṃ–Unmanākāśanātha; saṃ–Samanākāśanātha; naṃ–Vyāpakākāśanātha; maṃ–Śaktyākāśanātha; laṃ–Dhvanyākāśanātha; vaṃ–Dhvanimātrākāśanātha; raṃ–Anāhatākāśanātha; yaṃ–Indvākāśanātha; ūṃ–Bindvākāśanātha. Die Bījas naṃ, vaṃ und ūṃ sind etwas undeutlich und werden vorläufig wiedergegeben.
Die neun verehrungswürdigen Nāthas tragen jeweils Ānanda vor Nātha: Paramātmānandanātha, Śāmbhavānandanātha, Cinmudrānandanātha, Vāgbhavānandanātha, Līlānandanātha, Saṃvidānandanātha, Cidānandānandanātha, Prasannānandanātha und Viśvānandanātha. In dieser oberen Überlieferung bilden die fünf Ambās den göttlichen Strom, die neun Raum-Nāthas den Strom der Vollendeten und die mit Paramātman beginnenden Nāthas den menschlichen Strom.
Der Nyāsa der eigenen Überlieferung nennt: Yajñeśvarānandanātha; Saṃvidānandanātha; Svātmānandanātha; Cidānandanātha; Saṃvidānandanātha; in Klammern nochmals Cidānandanātha und Saṃvidānandanātha; Brahmānandanātha; Saṃvidānandanātha; Pūrṇānandanātha; Saṃvidānandanātha. Die Wiederholungen gehören zum überlieferten Text. Danach setzt man den eigenen Guru und die eigene Lehrerfolge mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā am Kopf ein und den eigenen, vom Guru gegebenen Namen am Mūlādhāra. Hier endet der Nyāsa der Guru-Reihe.
Nyāsa der sechzehn Wurzel-Vidyās (36.MLV; Druckseiten 890–891)
Die folgenden sechzehn Formeln werden am Kopf eingesetzt. Die eingeklammerten Zahlen gliedern die Formeln bereits im Druck; sie sind keine Versnummern. Die jeweils abgekürzte Schlussformel bedeutet die Verehrung der Śrīpādukā der genannten Wurzel-Vidyā.
(1) oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ: „Kula-Yoginī der großen vollendeten Vidyā, erfüllt von klarem Licht des Höchsten und Nichthöchsten, hrīṃ; ich verehre die Śrīpādukā der Kula-Yoginī-Wurzel-Vidyā.“
(2) oṃ hsauḥ: „Erwecke das eigene Selbst, erwecke es, hsauḥ“; Verehrung der Prasādaparāmbā-Wurzel-Vidyā.
(3) oṃ aiṃ klīṃ: „Feuchte, Befeuchtende, im großen Rausch Verflüssigte, klīṃ klīṃ, bezaubere, bezaubere, klīṃ, namaḥ svāhā“; Verehrung der Atirahasya-Yoginī-Wurzel-Vidyā.
(4) oṃ haṃsaḥ: „Dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā, hsauṃ hsauṃ“; Verehrung der Śāmbhavī-Wurzel-Vidyā.
(5) oṃ hrīṃ: „Du bestehst aus ewig aufleuchtendem Bewusstsein und Glückseligkeit; du bist die Gestalt der den großen Bindu durchdringenden Mutter, aiṃ hrīṃ śrīṃ“; Verehrung der Hṛllekhā-Wurzel-Vidyā.
(6) oṃ: „Du, deren Wesen klares Licht ist, hrīṃ; große Mālinī des Kula, aiṃ; Mutter im Innersten des Kula, hrīṃ; Reine des Samaya, śrīṃ“; Verehrung der Samayavimalā-Wurzel-Vidyā.
(7) oṃ haṃsaḥ: „Du, deren Wesen ewiges Licht ist, Kula-Kuṇḍalinī, große Bhairavī mit vollkommener Befehlsgewalt, erwecke das Selbst, erwecke es, Mutter, Erhabene, hrīṃ hūṃ“; Verehrung der Parabodhinī-Wurzel-Vidyā.
(8) oṃ auṃ: „Bewirke Befreiung“; Verehrung der fünfsilbigen Kula-Wurzel-Vidyā.
(9) Nach dem Aussprechen der fünfzehnsilbigen Lopāmudrā-Formel: Verehrung der Caitanyatripurā-Wurzel-Vidyā.
(10) oṃ aiṃ: „Du bist die Gestalt des reinen, feinen, formlosen, anfangslosen höchsten Brahman, klīṃ; Kraft höchster Glückseligkeit, sauḥ“; Verehrung der Anuttarakaulinī-Wurzel-Vidyā Śāmbhavānandanāthas.
(11) oṃ haṃsaḥ so’ham: „Dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā“; Verehrung der Gurūttamavimarśinī-Wurzel-Vidyā.
(12) Verehrung der Anāmākhyā-Wurzel-Vidyā des jenseits des Raumes weilenden, „namenlos“ genannten Nātha und der Ambā Vyomeśvarī, jenseits des höchsten und nichthöchsten Raumes. Die genaue Abgrenzung des langen zusammengesetzten Namens bleibt unsicher.
Die dreizehnte Formel beginnt mit oṃ aiṃ śrīṃ und dem Namen Saṃketasārā und wird auf der folgenden Seite fortgesetzt. Die Fußnoten bewahren mehrere kleinere Bīja-Varianten sowie svapna statt svaccha, eine zusätzliche Aufforderung zum Befeuchten, sahacarī statt nityasphurattā und Cillekhā statt Hṛllekhā. Diese Varianten sind in den Sanskritfassungen mitgeführt.
(13) Die auf der vorigen Seite begonnene Formel verehrt die Saṃketasārā-Wurzel-Vidyā.
(14) oṃ hrīṃ: „Erhabene, vicce, Göttin der Sprache, klīṃ, Mahāhrada-Mahāmātaṅginī [erstes Namensglied unsicher], aiṃ, Feuchte, bleṃ śrīṃ“; Verehrung der Anuttaravāgvādinī-Wurzel-Vidyā.
(15) oṃ hsauḥ hasakhphreṃ hasakalahrīṃ hsauḥ; Verehrung der Anuttaraśāṃkarī-Wurzel-Vidyā.
(16) Nach dem dreizehnsilbigen Turīya-Wurzelmantra: „Im Bindu-Cakra, das ganz aus Glückseligkeit besteht: die Gestalt des höchsten Brahman, die höchste Nektarkraft, Herrscherin aller Mantras und Vidyās, Mutter des Entstehens der ganzen Welt; mit Cakra, Kraft, Mudrā, Vollkommenheiten, Waffen und Begleitung möge sie durch sämtliche Gaben verehrt sein.“ Verehrung der Wurzel-Vidyā Śrīmahātripurasundarīs, der Kraft jenseits von Leerheit und Nichtleerheit. Diese Formeln werden mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā am Kopf eingesetzt. Hier endet der Nyāsa der sechzehn Wurzel-Vidyās.
Vidyās der sechs Grundlagen und Mudrās (36.ADH; Druckseite 891)
Am Mūlādhāra: oṃ haṃsaḥ, „der Entfaltung reiner Glückseligkeit svāhā“, Verehrung der Mūlādhāra-Vidyā. Am Svādhiṣṭhāna: oṃ sohaṃ, „der Entfaltung des höchsten Haṃsa svāhā“, Verehrung der Svādhiṣṭhāna-Vidyā. Am Maṇipūraka: oṃ haṃsaḥ sohaṃ, „dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā“, Verehrung der Maṇipūraka-Vidyā. Am Anāhata: oṃ haṃsaḥ sohaṃ, „erwecke das eigene Selbst, erwecke es, Parātmānandanātha“, Verehrung der Anāhata-Vidyā. Am Viśuddha: oṃ sohaṃ, „erwecke das höchste Selbst, erwecke es, Svātmānandanātha“, Verehrung der Viśuddha-Vidyā. Am Ājñā: oṃ haṃsaḥ sohaṃ, „dem Ursprung des Nektars des Lichtes reiner Glückseligkeit svāhā“, Verehrung der Ājñā-Vidyā. Der letzte zusammengesetzte Ausdruck ist sprachlich gedrängt; eine schwer lesbare Fußnotenvariante bleibt in der Sanskritfassung markiert.
Danach wird mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā allein der Śaṃbhucaraṇa am Brahmarandhra eingesetzt: oṃ haṃsaḥ śivaḥ hsauḥ sohaṃ; „Der ich bin, bin ich; ich bin Brahman; jener bin ich“; Verehrung des Ānandanātha, erfüllt von klarem Licht und vom großen höchsten und nichthöchsten Licht. Hier enden der Nyāsa der sechs Grundlagen-Vidyās und die mit Caraṇa beginnende Reihe.
Es folgen Hand- und Sechsglieder-Nyāsa mit hasāṃ, hasīṃ und den weiteren Formen, drei Prāṇāyāmas mit dem Parāprāsāda-Mantra und zehn Mudrās. Das Zitat nennt der Reihe nach: Yoni, Liṅga, Surabhi, vier Attribut-Mudrās, Vanamālā, Nabho-Mudrā und Mahāmudrā. Nach dem letzten Halbvers zeigt der Druck eine Lücke. Die vier Attribut-Mudrās heißen Schädelgefäß, Erkenntnis, Dreizack und Buch; die Nabho-Mudrā ist die Khecarī-Mudrā.
Die Saṃghaṭṭa-Mudrā wird als Vereinigung von Śiva und Śakti erklärt, hier der rechten und linken Seite. Ob diese als Glieder, als Haṃsas oder als Tattvas aufgefasst werden, richtet sich nach der Überlieferung und der Unterweisung des Gurus. Die Fußnote erklärt die Handform: An beiden Händen werden jeweils die Spitzen der vier Finger ohne Daumen zusammengeführt; beide Hände werden gleichzeitig nach unten gerichtet auf den Kopf gelegt.
Meditation über Ardhanārīśvara (36.DHY; ab Druckseite 891)
36.DHY.1: Nachdem der Nyāsa so am Körper vollzogen ist, o Göttin, meditiere man mit ungeteilter Aufmerksamkeit den Gott auf der lieblichen goldenen Insel, die mitten aus dem Nektarozean aufragt.
36.DHY.2: Im Wald der wunscherfüllenden Bäume, im Pavillon aus neun Rubinen, auf dem Lotus des herrlichen, aus neun Edelsteinen bestehenden Thrones …
36.DHY.3: … sitzt er im Dreieck, glänzend wie Mond und Sonne, mit Ambikā als seiner einen Hälfte verbunden; der Schmuck ist entsprechend aufgeteilt.
36.DHY.4: Seine Schönheit gleicht der von zehn Millionen Liebesgöttern; er ist ewig sechzehnjährig. Sein Lotusgesicht lächelt sanft; er hat drei Augen und trägt den Mond auf dem Haupt.
36.DHY.5: Er trägt himmlische Gewänder, Kränze, Salbungen und himmlischen Schmuck. Seine Hände tragen Trinkgefäß, Dreizack und Buch und zeigen die Geste des Bewusstseins.
36.DHY.6: Er verkörpert die Vollendung der Vidyā; Gesicht und Blick sind stets voller Glückseligkeit. Alle im großen sechsfachen Nyāsa genannten Gottheitenscharen verehren ihn. Eine Variante liest saṃvidi statt saṃsiddhi im ersten Ausdruck.
36.DHY.7: So meditiere man im Lotus des Gemüts Śiva als Ardhanārīśvara, den Herrn, dessen eine Hälfte Frau ist. Oder man erinnere sich an eine männliche Gestalt, o Göttin, oder betrachte eine weibliche Gestalt.
36.DHY.8: Oder man meditiere das Ungeteilte, gekennzeichnet durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Man meditiere das ganz aus Licht Bestehende, dessen Gestalt alles Bewegliche und Unbewegliche ist.
Die Erläuterung unterscheidet die Meditationen: Bei der männlichen Gestalt lautet der Text etwa „im Dreieck sitzend, wie zehn Millionen Monde glänzend“; weiße Farbe und männlicher Schmuck sind entsprechend zu verstehen. Bei der weiblichen Gestalt heißt es „wie zehn Millionen Sonnen glänzend“; rote Farbe und weibliche Wortformen sind einzusetzen. Waffen und übrige Attribute bleiben gleich.
Nach dieser Meditation und geistiger Verehrung rezitiert man den Parāprāsāda-Mantra und nach Kräften die Caraṇa-Formeln, die sechzehn Wurzel-Vidyās und die sechs Grundlagen-Vidyās. Danach meditiert man den Guru am Kopf und rezitiert seine Pādukā-Vidyā. Man bringt die Rezitation dar und betrachtet die eigene erwählte Gottheit als von ihm unverschieden. Mit der bei „glänzend wie die Scheibe der aufgehenden Sonne“ beginnenden Meditation über Śrīmahātripurasundarī rezitiert man nach Kräften die Wurzel-Vidyā, bringt die Rezitation dar und verneigt sich.
Ein unnummerierter Vers sagt: „Nach Kräften rezitiere man den Wurzelmantra und die Śrīpādukā; am Scheitel betrachte man, o Göttin, den erhabenen Guru in Śivas Gestalt.“ Der Nutzen des großen sechsfachen Nyāsa wurde bereits genannt: „Der Eintritt in die obere Überlieferung, die Betrachtung des Parāprāsāda und der große sechsfache Nyāsa sind nicht die Frucht geringer Askese.“
Meditation des Verehrungsortes und seiner Tore (36.MAN; ab Druckseite 892)
Nun meditiere man auf der Edelsteininsel mitten im roten Nektarmeer den Nandana-Garten namens Madanonmādana: dicht mit blühenden Ranken bewachsen, seine Waldwinkel erfüllt vom Rufen der Kuckucke, geschmückt mit Jasmin, Punnāga, Pāṭala und allen aufgeblühten Blumen. Umherschwirrende Bienen summen laut hrīṃ; der Malaya-Wind lässt die Ranken tanzen. Eine Variante nennt ein Edelstein- statt eines roten Nektarmeeres.
Darin betrachte man einen göttlichen Pavillon, leuchtend wie die aufgehende Sonne, umgeben von einer goldenen Mauer, mit Edelsteinstufen, einem geschmückten Tor und Torbogen. Der Rauch schwarzen Agaru-Holzes erfüllt die Richtungen mit Duft; viele Koṭis von Gottheiten sind begierig, hier zu dienen. In seiner Mitte steht ein edelsteinerner Altar, strahlend wie tausend gleichzeitig aufgehende Sonnen. Vier Edelsteinsäulen tragen einen Baldachin aus rotem Tuch; in den Ecken leuchten Lampen, deren Dochte zwischen Kampferstücken brennen.
In der Mitte verehre man mit oṃ und namaḥ den Sitz des Nektarozeans und die Edelsteininsel. Im Rechtsumlauf um den Edelsteinpavillon werden die Bereiche von Puṣparāga, Vaiḍūrya, Koralle, Perle, Smaragd, Diamant, Gomeda und Rubin verehrt, außerdem die sechs Jahreszeiten, die Sinne als Pferde und die Sinnesgegenstände als Elefanten. Ebenfalls im Rechtsumlauf folgen die Herrscherinnen des Zeit-Cakras, Mudrā-Cakras, Mātṛkā-Cakras, Orts-Cakras, Guru-Cakras, Tattva-Cakras und Planeten-Cakras; in der Mitte die Herrscherin des Gestalten-Cakras. Dann werden der mit dem Wasser des Mitgefühls gefüllte Graben und die diamantgeschmückte goldene Mauer verehrt.
Am rechten und linken Pfosten des Osttores: gāṃ–Gaṇapati und kṣāṃ–Kṣetrapāla. An den oberen Teilen des Türrahmens: saṃ–Sarasvatī und duṃ–Durgā; in der Mitte śrīṃ–Śrī; deṃ–die Türschwelle. Man tritt mit dem rechten Fuß zuerst ein und verehrt in den vier Ecken, beginnend im Südosten, Gaṇeśa, Pañcamī beziehungsweise Vārāhī, Durgā und Vaṭuka mit ihren Formeln:
„oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ, Gaṇapati, vorzüglicher Segenspender, bringe alle Menschen in meinen Einfluss, svāhā.“
„aiṃ glauṃ, Verehrung, Erhabene, Vārtālī, Vārtālī, Vārāhī, Vārāhī, Ebergesichtige, Ebergesichtige; Verehrung der Blendenden, der Hemmenden, der Erstarrung Bringenden, der Bezaubernden und der Stillstellenden. Bei allen Übeltätern und feindlich Gesinnten stelle Rede, Denken, Augen, Mund, Bewegung und Zunge still; tue es, tue es; bringe sie rasch in Einfluss, tue es, tue es; ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ ṭhaḥ huṃ phaṭ svāhā glauṃ aiṃ.“ Die wiederholten Beinamen und die zugehörigen Anrufformen stehen vollständig in den Sanskritfassungen. Eine Variante fordert an der letzten Stelle „Stillstellung“ statt „Beeinflussung“.
„Erhebe dich, o Puruṣā, warum schläfst du? Gefahr ist an mich herangetreten. Ob dies möglich oder unmöglich ist: Besänftige sie für mich, Erhabene, svāhā.“
„oṃ hrīṃ vāṃ, Vaṭuka, zur Befreiung aus Bedrängnis: bewirke es, bewirke es; Vaṭuka, hrīṃ.“
Im Inneren werden der Kadamba-Wald und darin der Edelsteinpavillon verehrt. Von Westen beginnend gegen den Uhrzeigersinn: die Göttinnen als Ort, Zeit, Raum und Klang. An den linken und rechten Pfosten des Pavillons beginnt die Anrufung „oṃ hrīṃ śrīṃ, Viriñcigaṇapati [Namensverbindung etwas undeutlich], vorzüglicher Segenspender …“ und setzt sich fort.
Die Gaṇapati-Formel schließt: „Bringe alle Menschen in meinen Einfluss, svāhā.“ Für Mātaṅgī folgt oṃ aiṃ klīṃ sauḥ āṃ: „Verehrung, erhabene Śrīmātaṅgeśvarī, die den Geist aller Menschen gewinnt, alle wilden feindlichen Tiere, alle Wesen und alle Welten beherrscht; bringe alle Menschen in meinen Einfluss, svāhā, sauḥ klīṃ aiṃ āṃ hrīṃ aiṃ.“ Nachdem Śaktigaṇeśa und Mātaṅgī verehrt sind, wird in ihrer Mitte die Tor-Lakṣmī angerufen: hasakhphreṃ laṃ, „Verehrung Lakṣmībhairavī“; dann deṃ, „Verehrung der Schwelle“.
Mit der bei „sie mögen weichen“ beginnenden Formel und der Pāśupata-Waffenformel streut man Blumen auf die Schwelle. Man tritt mit dem linken Fuß zuerst hinein, ohne die Schwelle zu berühren. An den rechten und linken Torpfosten werden śaṃ–Śaṅkhanidhi und paṃ–Padmanidhi verehrt, die beiden Schatzgestalten. Vom Nordwesten bis zum Südwesten, den Torbereich freilassend, sitzen die Sängerinnen in einer Reihe, singend und Vīṇās tragend. Man verehrt: saṃ–Sarasvatī, śrīṃ–Śrī, duṃ–Durgā, bhaṃ–Bhadrakālī, svaṃ–Svasti, svāṃ–Svāhā, śuṃ–Śubhaṃkarī, gau–Gaurī, lauṃ–Lokadhātṛ und vāṃ–Vāgīśvarī.
An der Innenwand werden in den zehn Richtungen, beginnend im Osten, die Richtungshüter verehrt. Jeder wird ausdrücklich mit Gliedern, Waffen, Reittier, Begleitung und Śakti und in weiblicher Gestalt vorgestellt: laṃ–Indra, Herr der Götter, gelb; raṃ–Vahni, Herr des Feuers, gelbbraun; ṭaṃ–Yama, Herr der Verstorbenen, schwarz; kṣaṃ–Nirṛti, Herr der Rākṣasas, rauchfarben; vaṃ–Varuṇa, Herr des Wassers, weiß; yaṃ–Vāyu, Herr des Lebenshauches, rauchfarben; saṃ–Soma, Herr der Mondhäuser, weiß; hauṃ–Īśāna, Herr der Vidyā, kristallfarben; āṃ–Brahmā, Herr der Welten, lotusfarben; hrīṃ–Ananta, Herr der Nāgas, dunkel. Eine Handschrift lässt laṃ bei Indra aus.
An den Toren nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen folgen: hauṃ–Tor der Śāntyatītā-Kalā; haiṃ–Tor der Śāntā-Kalā; hūṃ–Tor der Vidyā-Kalā; hīṃ–Tor der Nivṛtti-Kalā; hāṃ–Tor der Pratiṣṭhā-Kalā.
Tiraskariṇī wird mit oṃ īṃ verehrt: „Verehrung, Bezauberin der drei Welten, große Māyā; verhülle Geist und Augen aller gebundenen Wesen, bewirke es, bewirke es, svāhā.“ Ihr unnummerierter Meditationsvers beschreibt sie mit offenem Haar, unbekleidet und mit vom Rausch kreisenden Augen. Das Zeigen ihrer Yoni blendet beziehungsweise überwältigt die Gruppe der Gebundenen; die genaue Wortverbindung dieses Halbverses ist undeutlich. Erläuterung: Dies ist die symbolische Ikonografie einer verhüllenden Göttin innerhalb der Ritualmeditation.
An den vier Toren, beginnend im Osten, verehrt man je zwei ihrer Botinnen, dunkle Śaktis mit Dreizack und Schädelgefäß: mit klīṃ Sundarī–Sumukhī, Virūpā–Vimalā, Antarī–Vinodinī und Purandarī–Puṣpamardinī. So wird der Pavillon in der Vorstellung verehrt. Zur Besänftigung von Hindernissen werden anschließend die beiden Śarabha-Gestalten angerufen: oṃ oṃ hrīṃ hauṃ, „Verehrung Śiva, dem großen Śarabha“, und „Verehrung Śivā, der großen Śarabhī“. Eine Variante hat hrīṃ śrīṃ.
Aufstellung der Arghya-Gefäße (36.ARG; ab Druckseite 893)
Vor sich zeichnet man auf einem Sitz aus Sandelholz oder entsprechendem Material mit Kuṅkuma den erhabenen König der Yantras oder stellt ein aus Edelsteinen oder anderem Material bestehendes Yantra auf. Nach der Verehrung mit namaḥ bereitet man Arghya und die weiteren Gaben vor.
Zwischen sich und dem Śrīcakra bildet man mit der Hand der Feuer-Nāḍī und der Fisch-Mudrā ein Mandala aus Erdzeichen, Kreis und Dreieck, versehen mit dem Māyā-Bīja. Mit dem rechten Daumen berührt und mit der linken Hand Blumen und ungebrochene Reiskörner darbringend, verehrt man es durch Bālā, ihre Teile getrennt und zusammen. In der Mitte wird ein mit der Waffenformel gereinigter Untersatz durch Vāgbhava aufgestellt: raṃ, „Verehrung dem Feuermandala“. Mit Kāmarāja wird darauf die Muschel gesetzt: haṃ, „Verehrung dem Sonnenmandala“. Man gibt Duftstoffe hinein und füllt sie mit der dritten Bīja-Form mit reinem Wasser: saṃ, „Verehrung dem Mondmandala“. Nach weiteren Duftgaben rezitiert man siebenmal hsauṃ, „Gott Varuṇa, hsauṃ, Verehrung“.
Mit diesem Wasser bildet man rechts ein weiteres Mandala aus Erdzeichen, Kreis, Sechseck und Dreieck. Mit der Muschel-Mudrā und der rechten Hand berührt, werden Sechseck, Dreieck und Mitte mit Bālā, getrennt und zusammen, verehrt. Auf dem Erdzeichen werden die sechs Glieder in den Richtungen Südost, Nordost, Südwest, Nordwest, Mitte und den übrigen Richtungen verehrt, außerdem die sechs Sitze. In den Dreiecksecken und in der Mitte folgt die Vierheit der Pīṭhas. Mit Vāgbhava stellt man den durch die Waffenformel gereinigten Untersatz auf: „Ich stelle den Arghya-Untersatz Śrīmahātripurasundarīs auf, Verehrung.“ Dann: oṃ rāṃ rīṃ rūṃ, „Verehrung dem Feuermandala, das aus zehn Kalās besteht und Dharma schenkt, dem Arghya-Untersatz Śrīmahātripurasundarīs.“ Die Anweisung wird fortgesetzt.
Im Rechtsumlauf werden die zehn Feuer-Kalās verehrt: yaṃ–Dhūmrārcis, raṃ–Ūṣmā, laṃ–Jvalinī, vaṃ–Jvālinī, śaṃ–Visphuliṅginī, ṣaṃ–Suśrī, saṃ–Svarūpā, haṃ–Kapilā, ḻaṃ–Havyavāhā und kṣaṃ–Kavyavāhā. Darauf wird ein Gefäß aus Gold, Silber, Kupfer oder viśvāmitra, im Druck als Schädelgefäß erläutert, nach Reinigung durch die Waffenformel und Räucherung aufgestellt: „Ich stelle das Arghya-Gefäß Śrīmahātripurasundarīs auf, Verehrung.“ Mit der besonderen Bīja-Verbindung wird das Sonnenmandala verehrt, das aus zwölf Kalās besteht und Reichtum schenkt, als ihr Arghya-Gefäß.
Im Rechtsumlauf folgen seine zwölf Kalās: kaṃ bhaṃ–Tapinī, khaṃ baṃ–Tāpinī, gaṃ phaṃ–Dhūmrā, ghaṃ paṃ–Marīci, ṅaṃ naṃ–Jvālinī, caṃ dhaṃ–Ruci, chaṃ daṃ–Suṣumnā, jaṃ thaṃ–Bhogadā, jhaṃ taṃ–Viśvā, ñaṃ ṇaṃ–Bodhinī, ṭaṃ ḍhaṃ–Dhāriṇī und ṭhaṃ ḍaṃ–Kṣamā.
„Ich verehre den Arghya-Nektar Śrīmahātripurasundarīs, Verehrung.“ Mit Wurzel-Vidyā und rückwärts angeordneter Mātṛkā wird das Arghya gefüllt; mit Kāmarāja gibt man das „Zweite“ hinein [im unmittelbaren Satz nicht näher bezeichnet]. Mit der Amṛteśvarī-Vidyā betrachtet man es dreimal. Mögliche Fehler werden in der Vorstellung durch das Luft-Bīja getrocknet, durch das Feuer-Bīja verbrannt und durch das Nektar-Bīja in Nektar verwandelt.
Mit sāṃ sīṃ sūṃ, der besonderen Bīja-Verbindung und saṃ wird das Mondmandala verehrt, das aus sechzehn Kalās besteht und Wünsche erfüllt, als Arghya-Nektar Śrīmahātripurasundarīs. Im Rechtsumlauf folgen mit den sechzehn Vokalen: Amṛtā, Mānadā, Pūṣā, Tuṣṭi, Puṣṭi, Rati, Dhṛti, Śaśinī, Candrikā, Jyotsnā, Kānti, Śrī, Prīti, Aṅgadā, Pūrṇā und Pūrṇāmṛtā. Man vollzieht für alle Kalās die Einsetzung des Lebenshauches und vergegenwärtigt die drei Folgen.
In den vier Richtungen und der Mitte werden die fünf Juwelen verehrt: glūṃ–Raumjuwel, slūṃ–Himmelsjuwel, plūṃ–Unterweltjuwel, mlūṃ–Juwel der sterblichen Welt und nlūṃ–Nāga-Juwel. In der Mitte schreibt man die Buchstabenanordnung mit den drei bei a, ka und tha beginnenden Linien und ha, ḻa, kṣa an den Ecken.
Die Amṛteśvarī-Formel lautet: aiṃ klīṃ sauḥ, „Nektarhafte, aus Nektar Entstandene, Herrin des Nektars, Nektar Regnende, lasse Nektar fließen, lasse ihn fließen; sāṃ jūṃ sāṃ jūṃ saḥ; der Amṛteśvarī svāhā.“ Sie wird dreißigmal rezitiert; eine Variante verlangt siebenmal. Es folgen die bei jātavedase beginnende Formel, Gāyatrī und Tryambaka. Mit śāṃ śīṃ śūṃ śaiṃ śauṃ śaḥ wird die Befreiung vom Fluch Śukras vollzogen; danach erinnert man sich erneut an Amṛteśvarī.
Ein unnummerierter Vers bittet: „aiṃ, du bewirkst die ungeteilte Glückseligkeit eines einzigen Wesens; du bestehst aus vorzüglichem Nektar. Verleihe ihn zum freien Aufleuchten, o Nektargestalt.“ Mit den besonderen Bījas und vauṣaṭ werden Ānandabhairava und Sudhādevī in der Mitte des Arghya mit dessen Tropfen gesättigt. Die genaue Endvokalform der Bīja-Verbindungen ist im Druck etwas undeutlich.
Ein weiterer Vers lautet: „aiṃ klīṃ, du bist der Nektar im Akula, Höchste, die Vollkommenheit und Erkenntnis schenkt; lege Unsterblichkeit in diesen Stoff, du Feuchte.“ Eine Variante liest „du, deren Gestalt Bewusstsein ist“. Wieder wird das Paar Ānandabhairava und seine Göttin gesättigt.
Der dritte Vers bittet: „sauḥ, verleihe die Wesenseinheit mit jener Gestalt; werde selbst von deren Wesen. Als Gestalt des höchsten Nektars lasse in mir das Bewusstsein aufleuchten.“ Nach erneuter Sättigung Ānandabhairavas wird die Wurzelformel siebenmal über dem Arghya gesprochen. Man schützt es mit der Waffenformel, umhüllt es mit dem Schutzpanzer, verwandelt es mit dem Nektar-Bīja in Nektar und zeigt die Kuh-Mudrā.
Nach der Aufstellung des Arghya stellt man die weiteren Gefäße in der erforderlichen Anzahl auf, besprengt sich und die Verehrungsgeräte mit Arghya-Wasser, reinigt mit hrīṃ und vollzieht die Verehrung des Selbst.
Verehrung des Selbst (36.ATM; Druckseiten 894–895)
Am Sitz des Kopfes spricht man sauḥ: „Verehrung dem erhabenen Yoga-Pīṭha, dessen Wesen Śiva, Śakti, Sadāśiva, Īśvara, Śuddhavidyā, Māyā, Kalā, Vidyā, Rāga, Kāla, Niyati, Puruṣa, Prakṛti, Ahaṃkāra, Buddhi, Manas, Haut, Auge, Gehör, Zunge, Nase, Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Zeugungsorgan, Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack, Duft, Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde sind.“ Die Einsetzung an den sechs Grundlagen, beginnend beim eigenen Mūlādhāra, wird fortgesetzt.
Nach der beim Yoginī-Nyāsa beschriebenen Weise werden die Gottheiten der sechs Grundlagen und ihre Umhüllungen verehrt. Ihr Licht wird als dreifache Lichtfülle betrachtet. Aiṃ–Svayambhū-Liṅga, īṃ–Bāṇa-Liṅga, ḍauṃ–Itara-Liṅga und aiṃ īṃ auṃ [letzte Bīja-Folge etwas undeutlich]–Para-Liṅga werden am Wurzelzentrum, Herzen, zwischen den Brauen und am Scheitel verehrt, als Feuer, Sonne, Mond und deren Gesamtheit. Danach wird dieses Licht als ungeteilt betrachtet.
Ein unnummerierter Vers sagt: „Man meditiere das stabförmige Licht, im Inneren der Hülle zweier Vokale, auf zwei vokallose Laute gestützt, durch die Verbindung von Kula und Akula.“ Nach schrittweiser Sättigung wird am zuvor genannten Sitz mit sauḥ die höchste Kalā vorgestellt. In gegliederter Gestalt: „Glänzend wie der fleckenlose Mond, dreiäugig, mit der Mondsichel, die Arme mit Mudrā und Buch geschmückt: Möge mich die höchste Kalā schützen.“
Nach geistiger Verehrung bildet man um den Bindu des Kopfes ein Mandala, von innen nach außen aus Dreieck, Fünfeck, Kreis, vier Blättern, vier weiteren Fünfecken und Quadrat. Es wird als Gestalt der sechsunddreißig Tattvas bezeichnet. Mit ihrer Erlaubnis beginnt die Verehrung der Strahlen.
Im äußeren Quadrat, in den acht Richtungen, werden mit den sechzehn Vokalen nacheinander verehrt: Asitāṅgabhairava und Brāhmī; Rurubhairava und Māheśvarī; Caṇḍabhairava und Kaumārī; Krodhabhairava und Vaiṣṇavī; Unmattabhairava und Vārāhī; Kapālibhairava und Indrāṇī; Bhīṣaṇabhairava und Cāmuṇḍā; Saṃhārabhairava und Mahālakṣmī. Eine Variante nennt Brahmāṇī statt Brāhmī.
In den folgenden Anrufungen steht überall das Parā-Bīja sauḥ voran, danach die Verehrung der Śrīpādukā des Tattvas. Im äußeren Fünfeck: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Im nächsten: Duft, Geschmack, Gestalt, Berührung und Klang. Im nächsten: Zeugungsorgan, Ausscheidungsorgan, Füße, Hände und Sprache. Im nächsten: Nase, Zunge, Gehör, Augen und Haut. Auf den vier inneren Blättern: Manas, Buddhi, Ahaṃkāra und Prakṛti. Im inneren Kreis: Puruṣa, Niyati, Rāga, Kāla, Vidyā und Māyā. Im inneren Fünfeck: Śuddhavidyā, Īśvara, Sadāśiva, Śakti und Śiva. Obwohl der Text sechsunddreißig Tattvas ankündigt, fehlt in dieser Kreisreihe Kalā; es wird nicht stillschweigend ergänzt.
Im innersten Dreieck: aiṃ–Sattva, klīṃ–Rajas und sauḥ–Tamas. Auf seinen Linien: aiṃ–Willenskraft, klīṃ–Erkenntniskraft und sauḥ–Handlungskraft. In der Mitte sauḥ–Paraśaktyambā. Sie wird nach Kräften mit geistigen Gaben gesättigt.
„Nachdem man die Opfertiere Anhaftung und Abneigung getötet hat, sättige man mit Nektarsäften.“ So bringt man im Dvādaśānta Tropfen dar, betrachtet alles wieder als ungeteilt und dann als drei Bindus. Das Weiße wird mit dem Dreiäugigen verbunden und in dessen Visarga zur Auflösung gebracht. Diese knappe Bildsprache wird als innere Betrachtung überliefert; eine Variante liest „in der Gestalt“ statt „durch drei Bindus“.
Nach der Verehrung mit Prakāśa- und Vimarśa-Caraṇa gilt: „Dort lasse man immer wieder ruhen.“ Man betrachtet sich als Göttin, verehrt mit der Miśracaraṇa-Vidyā und vergegenwärtigt nach dem zitierten Satz über das bewegliche und unbewegliche Weltall und dessen bezeichnenden Laut die ganze Welt als darin aufgelöst. Die letzte Lautangabe des Zitats ist etwas undeutlich. Durch wiederholte Übung betrachtet man das Selbst als Glückseligkeit.
„aiṃ, möge Śrīparā als Herrscherin des Ātma-Tattvas gesättigt sein; īṃ, möge Śrīparā als Herrscherin des Vidyā-Tattvas gesättigt sein; aḥ, möge Śrīparā als Herrscherin des Śiva-Tattvas gesättigt sein; sauḥ, möge Śrīparā als Herrscherin aller Tattvas gesättigt sein.“ Eine Variante hat īḥ statt īṃ.
Man stellt sich ein dreieckiges Feuerbecken am Mūlādhāra vor:
„Mit den Händen Licht und Raum ergreife ich den Opferlöffel Unmanī, gefüllt mit dem Öl der Anteile von Dharma und Adharma, und opfere ins Feuer, svāhā.“
„Ins Feuer des Selbst, das durch die Opfergabe Dharma und Adharma leuchtet, opfere ich mit dem Geist als Löffel auf dem Weg der Suṣumnā unablässig die Tätigkeiten der Sinne, svāhā.“
„Mögen am Mūlādhāra alle Wesen gesättigt sein; mögen in den Haarporen die vierundsechzig Yoginīs gesättigt sein.“ Nach der Reinigung der vier Tattvas vergegenwärtigt man das Selbst, dessen Daseinsbindung abgefallen ist, als das Selbst des höchsten Śiva:
„In den Tattvas bis Māyā bin ich Sein, ich bin Śiva; in den Tattvas bis Śakti bin ich Bewusstsein, ich bin Śiva. In den Tattvas bis Śiva bin ich Glück schenkend, ich bin Śiva; jenseits davon bin ich die Fülle, das Unübertreffliche.
Durch die Unterweisung aus dem Mund des Lehrers vergehen die Vorstellungen von Körper, Lebenshauch und Leerheit. In der Freude der Selbstbesinnung nichtdualer Erkenntnis bin ich jetzt Śiva, bin ich Śiva, bin ich Śiva.“
So vergegenwärtigt, von allen Bindungen frei und zum erhabenen Paraśiva geworden, ruhe man glücklich als schon im Leben Befreiter. Hier endet die Verehrung des Selbst.
Erinnerung an die Pādukās und weitere Überlieferungsfolge (36.PAD; Druckseite 896)
Dann gedenke man der Pādukās: aiṃ–Parā; klīṃ–Aparā; sauḥ–Parāparā; aiṃ–Anaṅganāthadeva und Anaṅganāthadevī; klīṃ–Avataranātha und Avataranāthadevī; sauḥ–Siddhanāthadeva und Siddhanāthadevī. Der Druck bezeichnet dies als „sieben Samaya-Pādukās“; die Zählung der genannten Einzelgestalten beziehungsweise Paare wird nicht durch Ergänzungen ausgeglichen.
Die sieben Saṃketa-Pādukās: mit oṃ aiṃ klīṃ sauḥ der eigene Gurunātha als Sadāśivanātha; dann Amṛtānandanātha–Sadāśiva, Nakulīśanātha–Sadāśiva, Mṛgaparyaṅkanātha–Sadāśiva [seltene Namenslesung unsicher], Candrārkanātha–Sadāśiva, Śarapālanātha–Sadāśiva [unsicher] und Ādinātha–Sadāśiva. Die wiederkehrende vorangestellte Formel ist im Druck mit „7“ abgekürzt.
Der göttliche Strom umfasst hier sieben: Paraprakāśānandanātha, Paraśivānandanātha, Parāśaktyambā, Kauleśvarānandanātha, Śukradevyambā, Kuleśvarānandanātha und Kāmeśvaryambā. Der Strom der Vollendeten umfasst vier: Bhogānandanātha, Klinnānandanātha, Sahajānandanātha und Samayānandanātha. Zum menschlichen Strom gehören zwölf: Gaganānandanātha, Viśvānandanātha, Vimalānandanātha, Madanānandanātha, Bhuvanānandanātha, Līlānandanātha, Svātmānandanātha, Priyānandanātha, Sahajānandanātha, Svacchandānandanātha, Prakāśānandanātha und Amṛtānandanātha.
Weitere Reihenfolge der oberen Überlieferung (36.URV; ab Druckseite 896)
Nach dem Sechsglieder-Nyāsa mit Bālā reinige man das Gefäß, erfülle sich durch den Nektar mit Freude und erinnere sich an die Gottheiten des Bewusstseins. Erneut wird der Vers über Caraṇa, neun Nāthas, sechzehn Wurzel-Vidyās und sechs Grundlagen zitiert.
Die Caraṇa-Vidyās beginnen: oṃ āṃ, „Der ich bin, der bin ich; ich bin; ich bin Brahman; Brahman bin ich.“ Es folgt die Pādukā-Verehrung des Ānandanātha, erfüllt von klarem Licht und vom großen höchsten und nichthöchsten Raum. In Klammern steht Anādinātha–Vyomeśvaryambā; danach Kulīśanātha–Vyomavyāpinyambā, Anāmayanātha–Vyomagāmbā, Anantanātha–Vyomacāriṇyambā und Cidābhāsānandanātha–Vyomasthāmbā. Sie bilden hier den göttlichen Strom.
Zum Strom der Vollendeten gehören in dieser Aufzählung: haṃ–Unmanākāśānandanātha, saṃ–Samanākāśānandanātha, naṃ–Vyāpakākāśānandanātha, maṃ–Śaktyākāśānandanātha, laṃ–Dhvanyākāśānandanātha, vaṃ–Dhvanimātrākāśānandanātha, raṃ–Nādākāśānandanātha, yaṃ–Bindvākāśānandanātha, ūṃ–Vyastākāśānandanātha und haiṃḥ–Samastākāśānandanātha. Einzelne seltene Bījas und Vyasta bleiben vorläufige Lesungen. Eine Variante nennt Indu statt Nāda und hasaḥ statt haiṃḥ. Die Fußnote aus dem Saubhāgyakalpadruma nennt dagegen ausdrücklich neun: Unmanā, Samanā, Vyāpaka, Śakti, Dhvani, Dhvanimātrā, Anāhata, Indu und Bindu. Diese abweichenden Reihen werden nebeneinander bewahrt.
Der menschliche Strom lautet hier: Ātmānandanātha, Paramānandanātha, Śāmbhavānandanātha, Vāgbhavānandanātha, Nīlakaṇṭhānandanātha, Cidānandānandanātha, Svacchaprakāśānandanātha, Nijaprakāśānandanātha und Amṛtānandanātha.
Nun beginnt eine weitere Folge der Wurzel-Vidyās, deren Abweichungen zur früheren Reihe erhalten bleiben. (1) hrīṃ śrīṃ, „Kula-Yoginī der großen vollendeten Vidyā, erfüllt vom klaren höchsten und nichthöchsten Licht, hrīṃ śrīṃ“; Verehrung der Kula-Yoginī-Wurzel-Vidyā.
(2) hsauṃ, „erwecke das eigene Selbst, erwecke es, hsauṃ“: Prāsādaparā.
(3) oṃ aiṃ blūṃ, „Feuchte, Befeuchtende, im großen Rausch Verflüssigte, klīṃ, befeuchte; klīṃ klīṃ, bezaubere, bezaubere, klīṃ namaḥ svāhā“: Atirahasya-Vidyā.
(4) oṃ haṃsaḥ, „dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā hsauṃ“: Śāmbhavī-Vidyā.
(5) oṃ hrīṃ, „aus ewig aufleuchtendem Bewusstsein und Glückseligkeit bestehend, Gestalt der den großen Bindu durchdringenden Mutter“, mit anschließender Bīja-Folge hrīṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ: Hṛllekhā-Vidyā.
(6) oṃ, „deren Wesen klares Licht ist, hrīṃ, große Mālinī des Kula, Mutter im Innersten des Kula, aiṃ, Reine des Samaya“: Samayavimalā-Wurzel-Vidyā.
(7) oṃ haṃsaḥ, „deren Wesen ewiges Licht ist, Kula-Kuṇḍalinī, große Bhairavī vollkommener Befehlsgewalt, erwecke das Selbst, erwecke es, Mutter, Erhabene, hrīṃ hūṃ“: Parabodhinī-Wurzel-Vidyā.
(8) oṃ auṃ, „bewirke Befreiung“: fünfsilbige Kula-Vidyā.
(9) Als neunte folgt die Lopāmudrā-Śrīvidyā: Verehrung Caitanyatripurasundarīs.
(10) oṃ aiṃ, „Gestalt des reinen, feinen, formlosen, anfangslosen höchsten Brahman, klīṃ, Kraft höchster Glückseligkeit, sauḥ“; Verehrung Śāmbhavānandanāthas: Uttarakaulinī, hier ohne das anfängliche an- der früheren Benennung gedruckt.
(11) oṃ haṃsaḥ sohaṃ, „dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā“: Gurūttamavimarśinī-Wurzel-Vidyā.
(12) Verehrung des namenlos genannten, jenseits des Raumes weilenden Nātha und der Vyomeśvaryambā jenseits des höchsten und nichthöchsten Raumes: Anāmā-Wurzel-Vidyā.
(13) oṃ aiṃ śrīṃ: Saṃketasārā-Vidyā.
(14) oṃ hrīṃ, „Erhabene, vicce, Göttin der Sprache, klīṃ klīṃ, Mahāhrada-Māyāmātaṅginī [erstes Namensglied weiterhin unsicher], aiṃ, Feuchte, blūṃ śrīṃ“: Anuttaravāgvādinī.
(15) oṃ hrīṃ śrīṃ hasakhphreṃ hasakalahrīṃ sauḥ: Anuttaraśāṅkarī.
(16) oṃ hrīṃ śrīṃ, dann die gedruckte Folge hasakala–hasakahala–sakalahrīṃ: „Śrīmahātripurasundarī, im ganz aus Glückseligkeit bestehenden Bindu-Cakra, Gestalt des höchsten Brahman, Kraft des höchsten Selbst, Herrscherin aller Mantras, Vidyās, Pīṭhas, Vīras, Yogis, Sprache und Vollkommenheiten, Mutter des Entstehens der ganzen Welt; mit Cakra, Gottheiten, Mudrā, Vollkommenheiten, Waffen, Reittier, Begleitung, Kräften und Schmuck möge sie durch sämtliche Gaben verehrt sein.“ Dies ist hier die Wurzel-Vidyā Śrīmahātripurasundarīs. Die Fußnoten überliefern kleinere Wiederholungs- und Bīja-Varianten.
Nachdem man diese Vidyās am eigenen Kopf vergegenwärtigt hat, sättigt man die Vidyās der sechs Grundlagen: Am Mūlādhāra oṃ saṃ, „der Entfaltung aller Glückseligkeit svāhā“; am Svādhiṣṭhāna oṃ raṃ sohaṃ, „der höchsten Entfaltung svāhā“; am Nabel oṃ haṃsaḥ sohaṃ, „dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit, svāhā“; am Anāhata oṃ haṃsaḥ, „erwecke das eigene Selbst, erwecke es, Paramānandanātha“; am Viśuddha oṃ sohaṃ, „erwecke das höchste Selbst, erwecke es, Svātmānandanātha“; am Ājñā oṃ hrīṃ śrīṃ haṃsaḥ sohaṃ, „dem Ursprung des Nektars aus dem Licht des Bewusstseins reiner Glückseligkeit svāhā“. Danach wird die Caraṇa-Vidyā im Dvādaśānta gesättigt.
Weiße und rote Caraṇa-Vidyā (36.CAV; ab Druckseite 897)
Die lange Formel des weißen Caraṇa beginnt mit den im Druck abgekürzten Gruppen ka°, ha°, sa°, hrīṃ, haṃsaḥ śivaḥ, den drei Tāras und besonderen Pādukā-Bīja-Verbindungen. Diese Kürzel werden in den Sanskritfassungen nicht eigenmächtig aufgelöst. Der sinntragende Teil lautet: „Ich verehre die Śrīpādukā des höchsten Śiva, dessen Wesen das große weiße Licht ist: weißer großer Sitz der Vidyā, weiße Blumen, weißes Mandala und großer Sitz, weißer Becher und großer Sitz, weißer Mantra und großer Sitz, weiße Lampe, weiße Mudrā und großer Sitz, weiße Verneigung.“
Nach weiteren Bījas und haṃsaḥ sohaṃ folgt: „Dem höchsten Selbst, dem höchsten Haṃsa reiner Bewusstseinsglückseligkeit, svāhā.“ Dann werden, im Zusammenhang mit Tripurasundarīs Brahmavidyā, die Śrīpādukās des Parameṣṭhiguru, Paramaguru und eigenen Śrīguru verehrt, jeweils als [Name]-Ānandanātha mit seiner namentlich einzusetzenden Śakti. Der Druck verwendet hierfür amuka, „der beziehungsweise die betreffende“. Eine Variante verändert den Ausdruck vor dieser Lehrerreihe. Hier endet der weiße Caraṇa.
Der rote Caraṇa beginnt ähnlich mit ka°, ha°, sa°, hrīṃ, sohaṃ śivaḥ und den besonderen Bīja-Verbindungen. Verehrt wird Paraśaktyambā, deren Wesen die große rote Selbstbesinnung ist: roter großer Sitz der Vidyā, rote Blumen, rotes Mandala und großer Sitz, roter Becher, roter Mantra und großer Sitz, rote Lampe, rote Mudrā und großer Sitz, rote Verneigung. Nach den weiteren Bījas und haṃsaḥ sohaṃ folgt die Darbringung an das höchste Selbst, den höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit. Wieder wird die Lehrerfolge Parameṣṭhiguru, Paramaguru und Śrīguru mit den jeweils einzusetzenden Namen und Śaktis angerufen. Damit endet der rote Caraṇa. Einzelne Verbindungen der langen Bīja-Folgen sind im Druck unsicher; die vorläufigen Lesungen sind in den Sanskritfassungen markiert. Eine weitere Caraṇa-Formel beginnt am Seitenende und wird fortgesetzt.
Die dritte Formel führt nach den besonderen Bīja-Verbindungen zur Verehrung von Paramaśiva und Paraśaktyambā als Wesen des vereinten großen Lichtes und seiner Selbstbesinnung. In ihr sind Vidyā und großer Sitz, Blumen, Mandala und großer Sitz, Becher, Mantra und großer Sitz, Lampe, Mudrā und großer Sitz sowie Verneigung jeweils „gemischt“ beziehungsweise vereint. Nach weiteren Bījas und haṃsaḥ sohaṃ folgt die Darbringung an das höchste Selbst, den höchsten Haṃsa reiner Glückseligkeit. Mit hrīṃ śrīṃ wird wiederum die Lehrerfolge im Zusammenhang mit Mahātripurasundarīs Brahmavidyā verehrt: Parameṣṭhiguru, Paramaguru und Śrīguru, jeweils mit dem einzusetzenden Namen und der eigenen Śakti. „Ich verehre ihre Śrīpādukā, Verehrung.“ Hier endet der gemischte Caraṇa. Auch hier bleiben einzelne dichte Bīja-Verbindungen unsicher.
Verehrung des Sitzes und Anrufung der Göttin (36.AVH; ab Druckseite 898)
Nachdem alles mit der Saṃghaṭṭa-Mudrā am eigenen Kopf eingesetzt wurde, beginnt die Pīṭha-Verehrung: „Verehrung Maruka [Lesung unsicher]“, dann Kālāgnirudra, Mūlaprakṛti, Ādhāraśakti, Kūrma, Ananta, Varāha, Erde und die weitere Reihe bis zum höchsten Tattva, wie beim Nyāsa angegeben. Danach: „Verehrung dem erhabenen König Śrīcakra“ und den Śrīcakra-Gottheiten mit sämtlichen Yoginī-Gruppen, von den offenbaren bis zu denen des höchsten und nichthöchsten Geheimnisses. Man bringt eine Handvoll Blumen dar.
Zwischen Erdzeichen und Kreis werden von Nordwesten bis Nordosten die Herren der Weltalter verehrt: Mitreśanātha, Uḍḍīśanātha, Ṣaṣṭhīśanātha und Caryānātha. In den vier Ecken des Cakras, beginnend im Nordosten: gāṃ–Gaṇapatinātha, vāṃ–Vaṭukanātha, kṣāṃ–Kṣetrapālanātha und in der vierten Ecke die Yoginī.
Die sechs Sitze werden der Reihe nach verehrt: aṃ āṃ sauḥ–Tripurās Nektarozeansitz im Quadrat; aiṃ klīṃ sauḥ–Tripureśvarīs gelber Lotussitz in den beiden Lotusreihen; hrīṃ klīṃ sauḥ–Tripurasundarīs Selbstsitz im Vierzehnfachen; haiṃ hklīṃ hsauḥ–Tripuravāsinīs Sitz aller Cakras in den beiden Zehnfachen; hsaiṃ hsklīṃ hsauḥ–Tripurāśrīs Sitz aller Mantras im Achtfachen; hrīṃ klīṃ bleṃ–Tripuramālinīs Sitz des zu Verwirklichenden und Vollendeten im Dreieck.
An Spitze, rechter Ecke, linker Ecke und Mitte des Dreiecks: aiṃ–Kāmarūpa-Pīṭha, klīṃ–Pūrṇagiri-Pīṭha, sauḥ–Jālandhara-Pīṭha, aiṃ klīṃ sauḥ–Uḍḍyāṇa-Pīṭha. An den vier Füßen des mittleren Sitzes, beginnend im Südosten, und in der Mitte werden die fünf Preta-Sitze verehrt: hrāṃ–Brahmā als Herr der Erde; hrīṃ–Viṣṇu als Herr des Wassers; huṃ–Rudra als Herr des Feuers; hsrīṃ–Īśāna als Herr der Luft; klīṃ–Sadāśiva als Herr des Raumes. Eine Variante hat rūṃ bei Rudra. Dann folgen das Blumenpolster, der große Lotuswald und mit hrīṃ śrīṃ sauḥ das Paar Kāmeśvara–Kāmeśvarī.
Die Göttin wird auf Kāmeśvaras Schoß meditiert: „Man betrachte sie auf dem Schoß Paraśivas, ihre vier Arme mit Schlinge, Haken, Bogen und Pfeilen glänzend; sie ist rot und trägt ein rotes Gewand.“
Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ: „Die mit den offenbaren beginnenden Yoginīs und die großen Vīras, höchste und nichthöchste, mögen heute auf Śivas Geheiß bei diesem Kula-Opfer gegenwärtig sein.“ Nach einer Blumengabe an die Göttinnengestalt bildet man die Trikhaṇḍā-Mudrā. Mit der fünfgliedrigen Vidyā, hier hsaiṃ hklīṃ hsauḥ, wird die aus Bewusstsein bestehende höchste Göttin vom Dvādaśānta durch die Feuer-Nasenöffnung in die Blumen der gefalteten Hände geführt. Eine Variante hat hsaiṃ hasakalahrīṃ hsauḥ.
„Komm, komm, Herrin des Gottes der Götter, Tripurā, von den Göttern Verehrte, ganz aus höchstem Nektar bestehend; sei rasch gegenwärtig, Spenderin der Vollkommenheit.“ Eine Variante nennt sie „Spenderin von allem“.
„Die du im großen Lotuswald weilst, Gestalt ursprünglicher Glückseligkeit, zum Wohl aller Wesen da bist: Mutter, komm, komm, höchste Herrin!“
„Sei in diesem Mandala gegenwärtig, sei gegenwärtig, Verehrung.“ So wird das Bewusstsein in die zuvor vorgestellte Göttinnengestalt eingeladen. Man zeigt die Mudrās für Einladung, Aufstellung, Gegenwärtigwerden und Festhalten der Gegenwart, umhüllt mit der Umhüllungs-Mudrā, verwandelt am Kopf mit der Kuh-Mudrā in Nektar, gestaltet mit den sechs Gliedermantras die Glieder der Göttin vollständig und erhebt sie mit der Paramīkaraṇa-Mudrā in den höchsten Zustand. Die Anweisung wird fortgesetzt.
Ein unnummerierter Vers beschreibt die Reinigung der Gottheit: „Mit dem Wurzelmantra, Dīpinī und Mālinī besprenge man dreimal mit Arghya-Wasser; dies heißt Reinigung der Gottheit.“ Danach wird meditiert.
Meditation über Tripurasundarī auf dem Śrīcakra (36.TSD; Druckseite 899)
36.TSD.1: Dann meditiere man Tripurasundarī, die auf dem Śrīcakra thront: einem Lotus gleich, rot wie die Strahlen der jungen Sonne.
36.TSD.2: Sie leuchtet wie Hibiskus- und Granatapfelblüten, wie Rubin und wie das Innere des Kuṅkuma.
36.TSD.3: Eine glänzende Krone, Rubine und ein Netz kleiner Glöckchen schmücken sie; ihre lockigen Haarsträhnen gleichen einem Schwarm schwarzer Bienen.
36.TSD.4: Ihr Lotusgesicht glänzt wie frische Morgenröte; ihre sanfte Stirn ist leicht wie ein Halbmond gebogen.
36.TSD.5: Die Brauenranken der höchsten Herrin gleichen dem Bogen Śivas. Ihre Augen bewegen sich spielerisch, vor Glückseligkeit freudig und lebendig.
36.TSD.6: Ihre goldenen Ohrringe blitzen mit Bündeln von Strahlen. Die Rundung ihrer Wangen übertrifft die Nektarscheibe des Mondes.
36.TSD.7: Ihre Nase ist ebenmäßig wie nach Viśvakarmans Konstruktionsmaß geschaffen. Ihre roten Lippen gleichen Kupfer, Koralle und Bimba-Frucht; sie ist wie Nektar.
36.TSD.8: Ihre Zahnreihen glänzen wie Granatapfelkerne und Diamanten; ihre Zunge leuchtet wie eine Edelsteinlampe, und sie spricht süß. Der Druck bewahrt hier dvīpa/dīpa, „Insel/Lampe“, als Lesungsunterschied.
36.TSD.9: Die Süße ihres Lächelns übertrifft einen Ozean süßen Geschmacks; ihr Kinn ist von unvergleichlicher Anmut.
36.TSD.10: Die große Göttin hat einen muschelgleichen Hals und Arme, anmutig wie Lotusstängel, geschmückt mit Edelsteinarmreifen und Oberarmringen.
36.TSD.11: Ihre zarten Lotushände gleichen roten Lotusblättern; der Mondglanz ihrer Fingernägel erhellt den Himmelsraum.
36.TSD.12: Perlenketten liegen über ihrer vollen, runden Brust; ihre schmale Mitte schmückt sie.
36.TSD.13: Drei Falten zieren ihre Taille; ihr Nabel gleicht einem Wirbel im Strom der Schönheit.
36.TSD.14: Ihre Hüften tragen einen Gürtel mit kostbaren Edelsteinen. Die Hüftrundung wird mit einem Elefanten verglichen, die feine Haarlinie mit dessen vorzüglichem Führhaken.
36.TSD.15: Die Oberschenkel der Herrin sind zart wie anmutige Bananenstämme; auch ihre beiden Unterschenkel werden mit der Schönheit der Bananenpflanze verglichen.
36.TSD.16: Ihre Fußknöchel sind verborgen, die Wölbung ihrer Füße übertrifft den Schildkrötenpanzer. Die mit Fußringen glänzenden Lotusfüße sind überaus lieblich.
36.TSD.17: Die Edelsteine auf den Häuptern Brahmās und Viṣṇus berühren bei ihrer Verneigung ihre Lotusfüße. Lange, schmale Zehen und mondgleiche Nägel glänzen daran.
36.TSD.18: Ihr Lächeln verbreitet den Glanz von hundert Monden; ihr Rot übertrifft Zinnober, Hibiskus und Granatapfelblüte.
36.TSD.19: Sie trägt rote Gewänder, hält Schlinge und Haken, ist von roten Blumen umgeben und trägt roten Schmuck. Eine Variante sagt „mit roten Blumen geschmückt“.
36.TSD.20: Vierarmig und dreiäugig, trägt sie Bogen und fünf Pfeile; ihr Mund ist mit Betel gefüllt, der mit Kampferstücken vermischt ist.
36.TSD.21: Ihre Gestalt ist rot von Kuṅkuma, mit kräftigem Moschusduft; sie trägt die ganze Fülle anmutigen Schmucks und sämtliche Schmuckstücke.
36.TSD.22: Sie bringt die Freude der Welt hervor, beglückt die Welt, zieht die Welt an und verkörpert deren Erhaltung.
36.TSD.23: Die Göttin besteht aus allen Mantras, ist schön mit allem Glück, umfasst alle Fülle, ist ewig und erfreut sich höchster Glückseligkeit.
36.TSD.24: Unter Vergegenwärtigung der Mahātripurā-Mudrā lade man sie mit der als Einladung dienenden Vidyā ein, o Glückliche, verbunden mit namas-tāriṇī. Die genaue Deutung dieser letzten zusammengesetzten Angabe bleibt offen.
36.TSD.25: Nachdem der vortreffliche Übende Mahātripurasundarī mit der zuvor genannten Formel eingeladen und in der Mitte des Cakras betrachtet hat, beginne er die Verehrung.
Weitere Fußnotenvarianten betreffen die einleitende Wendung, den Vergleich mit dem Lotus, einzelne Schmuckbezeichnungen und die Ausbreitung des Glanzes. Sie sind bei der Sanskritfassung erhalten.
Innere Verehrung und Meditation nach dem Jñānārṇava (36.JNA; ab Druckseite 900)
36.JNA.1: Höre, Göttin; ich werde die große innere Verehrung erklären. Man meditiere sie vom Wurzelzentrum bis zur Brahman-Stätte, feiner als eine Faser im Lotusstängel …
36.JNA.2: … glänzend wie tausend aufgehende Sonnen, leuchtend wie zehn Millionen Blitze, strahlend wie zehn Millionen Monde, als das eine Licht der drei Welten.
36.JNA.3: Sie bewirkt Entstehung, Erhaltung und Auflösung der gesamten Welt. Wenn bei dieser Meditation der Geist still wird, o Göttin …
36.JNA.4: … wird er augenblicklich zum Tempel der Fülle natürlicher Glückseligkeit. Durch die Kraft Śivas und Śaktis gelangt der Geist zur Stille.
36.JNA.5: Dann entsteht Samādhi, der sich unter zwei Bezeichnungen entfaltet: svayaṃ prajñāta und asaṃprajñāta. Die erste Bezeichnung wird so gedruckt; sie wird nicht stillschweigend durch das geläufigere saṃprajñāta ersetzt.
36.JNA.6: Die als svayaṃ prajñāta bezeichnete Form entsteht durch das Überwiegen Śivas; die asaṃprajñāta genannte durch das Überwiegen Śaktis.
36.JNA.7: Die erste Form kann heftig oder noch heftiger sein, die zweite sanft oder noch sanfter.
36.JNA.8: Lachen, Weinen, aufgerichtete Körperhaare, Zittern, Schweiß und ähnliche Zeichen kennzeichnen, o Göttin, den heftigen beziehungsweise noch heftigeren Samādhi.
36.JNA.9: Durch die Śāmbhava-Durchdringung werde man ununterbrochen glücklich. Nach dem Vollzug des inneren Yoga beginne man die äußere Verehrung.
36.JNA.10: Der vortreffliche Übende, dessen Körper so durch Nyāsa gestaltet ist und der das Selbst aller ist, meditiere die unversehrte Wirklichkeit, die Bezauberin der drei Welten …
36.JNA.11: … das höchste Bewusstsein, das alle Tätigkeiten ermöglicht, glänzend wie tausend aufgehende Sonnen und wie Granatapfelblüten. Eine Variante nennt sie „Herrscherin“ aller Tätigkeiten.
36.JNA.12: Die höchste Herrin leuchtet wie Hibiskus, Rubin, ein strahlender Lotus und glühendes Gold.
36.JNA.13: Ihre zarten Füße gleichen roten Lotusblättern; beide tragen Fußringe mit kostbaren Edelsteinen.
36.JNA.14: Die goldenen Zehenringe verbreiten Lichtfülle; ihre Oberschenkel sind zart wie anmutige Bananenstämme.
36.JNA.15: Ein rotes Gewand schmückt ihre Hüften; Diamanten, Rubine und klingende Glöckchen des Gürtels verleihen ihr Anmut.
36.JNA.16: Die Höchste hat eine kaum wahrnehmbare schmale Mitte und einen tiefen Nabel. Die feine Haarlinie wird als Ranke beschrieben, deren große Früchte die Brüste sind. Eine Variante verändert die Formulierung dieses Vergleichs.
36.JNA.17: Ihre Brust ist wohlgerundet, fest und voll; vorzüglicher Halsschmuck strahlt im Glanz von neun Edelsteinen.
36.JNA.18: Ohrschmuck ziert ihre Wangen; die Ohrscheiben leuchten wie die aufgehende Sonne und erhellen ihr schönes Gesicht.
36.JNA.19: Ihr Gesicht gleicht Vollmond und Lotus, ihre Augen Fischen und Lotusblüten; ihre schönen Brauen gleichen dem glänzenden Bogen des Liebesgottes.
36.JNA.20: Ein rotes Stirnzeichen strahlt auf ihrer Stirn; Glöckchenschmuck ist aus Perlen und Rubinen gefertigt. Die genaue Ortsbezeichnung dieses Schmuckes im zweiten Halbvers ist undeutlich.
36.JNA.21: Eine leuchtende Mondsichel schmückt ihre Krone; sie hat drei Augen. Ihre vier Arme glänzen wie Korallenranken.
36.JNA.22: Die vier Hände der Mutter tragen Zuckerrohrbogen, Blumenpfeile, Schlinge und Haken. Sie besteht aus allen Veden und ist schön mit allem Glück.
36.JNA.23: Die Göttin umfasst alle heiligen Badeorte, erfüllt alle Wünsche, besteht aus allen heiligen Gebieten, ist göttlich und verkörpert sämtliche Gottheiten.
36.JNA.24: Sie umfasst alle Lehrwerke, wird von allen Āgamas verehrt, besteht aus aller Erkenntnis und wird von sämtlichen Dānavas verehrt. Die Passage von „erfüllt alle Wünsche“ in Vers 23 bis „besteht aus aller Erkenntnis“ in Vers 24 fehlt in einer der von den Herausgebern verglichenen Handschriften und steht im Druck in Klammern.
36.JNA.25: Sie besteht aus aller Glückseligkeit, ist die Tiefe der Erkenntnis und das höchste Bewusstsein. Nachdem man die höchste Mutter so meditiert hat, führe man sie auf dem Weg der Feuer-Nāḍī …
36.JNA.26: … mit der Trikhaṇḍā-Mudrā in die Mitte des Cakras. Dort verehre man sie, die im Innersten des erhabenen Sitzes wohnt. Eine Variante nennt sie im vorigen Vers „höchste Māyā“ statt „höchste Mutter“.
36.JNA.27: Man zeige ihr die Mudrās und verehre sie durch dreifache Sättigung. Am Körper der Göttin gestalte man die Glieder der Auflösung, o höchste Herrin; eine Variante verwendet dafür ein anderes Tätigkeitswort.
36.JNA.28: Man bringe der Göttin Duftstoffe, Blumen, ungebrochene Reiskörner und die übrigen Gaben sorgfältig dar und verehre die höchste Gottheit mit den sechzehn Diensten.
Ein anschließender unnummerierter Halbvers verlangt, mit der Wurzel-Vidyā nochmals dreimal Sättigung darzubringen; der zweite Halbvers fehlt im Druck.
Die Verehrungsdienste (36.UPA; Druckseite 901)
Nach der Wurzel-Vidyā spricht man: „Ich verehre die Śrīpādukā der ewigen Śrīmahātripurasundarī“, bringt dreimal eine Handvoll Blumen dar und sättigt sie mit der entsprechend auf „ich sättige“ endenden Formel. Nach Bālā: „Śrīmahātripurasundarī, dies ist dein Sitz, Verehrung; sei willkommen, Verehrung; dies ist dein Fußwasser, Verehrung; dies ist dein Arghya, svāhā; dies ist dein Mundspülwasser, Nektar; dies ist dein Madhuparka, Nektar; dies ist erneut dein Mundspülwasser, Nektar.“
Mit den neun Bījas drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ hasakhphreṃ kroṃ sauḥ aiṃ zeigt man die Mudrās. Man reicht goldene Sandalen und führt die Göttin nach Norden in den Badepavillon. Auf einem Edelsteinthron sitzend empfängt sie die Gaben vom Arghya bis zur Sandelpaste. Es folgen Haarpflege, Ölsalbung, Einreiben mit duftender Āmalaka-Zubereitung, warmes Wasserbad, Pañcagavya-Bad und Pañcāmṛta-Bad; danach Abtrocknen, Ordnen und Reinigen der Haare. „Erhabene, dies ist dein Bad, Verehrung.“ Dann: „Dies sind deine beiden Gewänder, Verehrung.“
Nach dem Ankleiden vollzieht man glückverheißende Dienste wie das Schwenken des Lichtes. Im Schmuckpavillon wird sie wieder auf einen Edelsteinthron gesetzt und mit vielfältigem Schmuck verschiedener Arten und Länder geschmückt: Krone, Edelsteinohrringe, Nasenperle, Halsschmuck, Ketten, Oberarmringe, Armreifen, Fingerringe, Edelsteinbänder, Taillenbänder, Hüftgürtel, Fußreifen, klingende Fußringe und Zehenringe. Ihr ganzer Körper wird mit Moschuspaste gesalbt; eine Kalhāra-Blumenkette wird um ihren Hals gelegt. Sie erhält Augenschminke und rote Stirnschminke, einen Spiegel, Schirm und Wedel.
Man führt sie in den Verehrungspavillon zurück, setzt sie erneut auf Kāmeśvaras Schoß und verehrt sie mit allen Diensten. Die zugehörigen Sättigungen werden mit den jeweils ersten und weiteren Gaben vollzogen; nach der Blumengabe bringt man Speisen und zuletzt Betel dar. Dann bittet man:
„Höchste Göttin, ganz aus Bewusstsein bestehend, die den Geschmack höchsten Nektars liebt: Gib mir, Herrin der Götter, die Erlaubnis, deine Begleitung zu verehren.“
Verehrung der Nityās, Lehrer und neun Umhüllungen (36.NAV; ab Druckseite 901)
Nach Erhalt der Erlaubnis durch Gebet und Blumen zeichnet man zwischen sich und dem Śrīcakra ein Mandala aus Dreieck, Kreis und Quadrat. Dort werden die Nityās als Mondtage verehrt. In der hellen Monatshälfte, vom ersten Tag bis zum Vollmond, beginnt die Folge mit Kāmeśī. Die Nityā des jeweiligen Tages wird als Hauptgottheit in der Dreiecksmitte verehrt, die übrigen auf den Linien. In der dunklen Hälfte, vom ersten Tag bis zum Neumond, verläuft die Folge von Citrā bis Kāmeśī. Die Nityās wurden bereits zuvor angeführt.
In der Mitte spricht man Śrīvidyā und verehrt die Śrīpādukā Śrīmahātripurasundarīs. Um den mittleren Bindu folgen die sechs Glieder in den angegebenen Richtungen. Zwischen dem mittleren und dem östlichen Dreieck, hinter der Göttin, werden in drei Reihen göttlicher Strom, Strom der Vollendeten und menschlicher Strom verehrt. Am Ende des menschlichen Stromes folgt die eigene Lehrerreihe mit den drei Caraṇa-Vidyās. Auf den drei Linien des mittleren Dreiecks werden je fünf Vokale und mit den zuvor angegebenen Mantras die fünfzehn Nityās eingesetzt. In der Mitte wird die Wurzelgöttin mit der Wurzel-Vidyā samt Visarga verehrt. Dann beginnt die Verehrung der neun Umhüllungen.
Erste Umhüllung: Auf der ersten Linie des Erdquadrats, in den Hauptrichtungen beginnend im Westen und in den Zwischenrichtungen beginnend im Nordwesten, werden die zehn Siddhi-Göttinnen verehrt. Zuerst: „Verehrung dem die drei Welten bezaubernden Cakra; Verehrung der Quadratlinie“, mit einer Blumengabe. Dann Aṇimā, Laghimā, Mahimā, Īśitva, Vaśitva, Prākāmya, Bhukti, Icchā, Rasa und Mokṣa.
„Verehrung der mittleren Quadratlinie“, mit einer Handvoll Blumen. Es folgen āṃ–Brahmāṇī, īṃ–Māheśvarī, ūṃ–Kaumārī, ṝṃ–Vaiṣṇavī, ḹṃ–Vārāhī, aiṃ–Indrāṇī, auṃ–Cāmuṇḍā und aḥ–Mahālakṣmī, an den Toren beginnend im Westen und den Ecken beginnend im Nordwesten. Nach Verehrung der letzten Quadratlinie mit Blumen beginnt die Reihe der Mudrā-Śaktis: drāṃ–Sarvasaṃkṣobhiṇī, drīṃ–Sarvavidrāviṇī. Die Folge wird fortgesetzt.
Die Fußnoten aus dem Saubhāgyaratnākara beschreiben die drei ebenen Quadratlinien aus verschiedenartigen Edelsteinen als weiß, rot und gelb. Die zehn Siddhis sind rot, mondgeschmückt, tragen Schlinge, Haken und zwei Lotusse und sitzen auf Schatz-Reittieren. Die Mütter tragen roten Lotus und Schädelgefäß sowie dunkelblaue Gewänder und Schmuck. Die zehn Mudrā-Göttinnen sind rot, geschmückt und vierarmig, mit Schlinge, Haken und ihren jeweiligen Mudrās.
Die Mudrā-Reihe setzt sich fort: klīṃ–Sarvākarṣiṇī, blūṃ–Sarvavaśaṃkarī, saḥ–Sarvonmādinī, kroṃ–Sarvamahāṅkuśā, hasakhphreṃ–Sarvakhecarī, hsauṃ–Sarvabīja, aiṃ–Sarvayoni, aiṃ klīṃ sauḥ–Sarvatrikhaṇḍā. Danach aṃ āṃ sauḥ–die ewige Cakra-Herrscherin Tripurā. Die Fußnote meditiert Tripurā vor Aṇimā: kristallhell, mit Perlenschmuck, Buch, Gebetskette und zwei Lotussen in den Händen.
„Mögen diese offenbaren Yoginīs im die drei Welten bezaubernden Cakra, mit Mudrās, Siddhis, Waffen, Reittieren und Begleitung, durch alle Gaben verehrt, zufrieden und Segen spendend sein.“ Nach Blumen zeigt man mit drāṃ die Sarvasaṃkṣobhiṇī-Mudrā. Mit einem Tropfen aus dem Śrī-Gefäß sättigt man die Hauptgottheit im Bindu dreimal, zeigt die Yoni-Mudrā und bringt Blumen dar:
„Schenke mir die ersehnte Vollendung, du Liebreiche zu denen, die Zuflucht nehmen. Voll Hingabe bringe ich dir die Verehrung der ersten Umhüllung dar.“
Für die ersten drei Cakras, beginnend mit Trailokyamohana, verwendet man Wasser aus der Muschel; für die sechs folgenden, beginnend mit Sarvasaubhāgyadāyaka, Wasser aus dem Śrī-Gefäß. Eine überlieferte Alternative verwendet überall Muschelwasser.
Zweite Umhüllung: „Verehrung dem sechzehnblättrigen Cakra, das alle Hoffnungen erfüllt.“ Nach Blumen wird von Westen beginnend gegen den Uhrzeigersinn verehrt. Mit den sechzehn Vokalen folgen die ewigen Kalās: Kāmākarṣiṇī, Buddhyākarṣiṇī, Ahaṃkārākarṣiṇī, Śabdākarṣiṇī, Sparśākarṣiṇī, Rūpākarṣiṇī, Rasākarṣiṇī, Gandhākarṣiṇī, Cittākarṣiṇī, Dhairyākarṣiṇī, Smṛtyākarṣiṇī, Nāmākarṣiṇī, Bījākarṣiṇī, Ātmākarṣiṇī, Amṛtākarṣiṇī und Śarīrākarṣiṇī. Ihre anziehenden Kräfte wurden beim Nyāsa erläutert. Mit aiṃ klīṃ sauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripureśvarī.
Den verborgenen Yoginīs dieses Cakras wird mit derselben Formel samt Mudrās und Begleitung alles dargebracht. Mit drīṃ zeigt man Sarvavidrāviṇī und spricht die Bitte um ersehnte Vollendung, nun mit „die Verehrung der zweiten Umhüllung“, begleitet von Blumen.
Die Fußnoten beschreiben den sechzehnblättrigen Lotus vollmondhell und Nektar verströmend. Seine weißen, Nektar regnenden Göttinnen tragen Schlinge, Haken und ein mit Nektar gefülltes Kristallgefäß und zeigen Geben. Tripureśvarī trägt weiße Gewänder und Schmuck, eine Edelsteinkrone, Schlinge und Haken und zeigt Geben und Furchtlosigkeit.
Dritte Umhüllung: „Verehrung dem achtblättrigen Cakra, das alles erregt.“ Die mit Anaṅgakusumā beginnende Reihe wird in den Hauptrichtungen von Osten und in den Zwischenrichtungen von Südosten an verehrt: die fünf ka-Laute–Anaṅgakusumā; die fünf ca-Laute–Anaṅgamekhalā; die fünf ṭa-Laute–Anaṅgamadanā; die fünf ta-Laute–Anaṅgamadanāturā; die fünf pa-Laute–Anaṅgarekhā; die vier ya-Laute–Anaṅgaveginī; die vier śa-Laute–Anaṅgāṅkuśā; ḻaṃ kṣaṃ–Anaṅgamālinī. Mit hrīṃ klīṃ sauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripurasundarī.
Nach Darbringung an die noch verborgeneren Yoginīs zeigt man mit klīṃ die anziehende Mudrā und bringt die Bitte samt Blumen als Verehrung der dritten Umhüllung dar. Die Fußnoten meditieren den achtblättrigen Lotus hibiskusrot, die Göttinnen rot mit Schlinge, Haken und blauem Lotus. Tripurasundarī ist rot und reich geschmückt; sie trägt Buch und Gebetskette und zeigt Geben und Furchtlosigkeit.
Vierte Umhüllung: Von Westen beginnend gegen den Uhrzeigersinn: „Verehrung dem vierzehnfachen Cakra, das jegliches Glück schenkt.“ Nach Blumen beginnt die Reihe: aṃ–Sarvasaṃkṣobhiṇī, iṃ–Sarvavidrāviṇī, uṃ–Sarvākarṣiṇī, ṝṃ–Sarvāhlādinī, ḷṃ–Sarvasaṃmohinī, eṃ–Sarvastambhinī, aiṃ–Sarvajṛmbhiṇī. Sie wird fortgesetzt. Die Fußnote beschreibt das Cakra granatapfelblütenrot; seine vierzehn Śaktis sind rot, vollständig geschmückt und tragen Schlinge, Haken, Spiegel und Trinkgefäß.
Die vierte Umhüllung wird fortgesetzt: oṃ–Sarvavaśaṃkarī, auṃ–Sarvarañjinī, haṃ–Sarvonmādinī, yaṃ–Sarvārthasādhanī, raṃ–Sarvasaṃpatpūraṇī, laṃ–Sarvamantramayī und vaṃ–Sarvadvandvakṣayaṃkarī. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ haiṃ hklīṃ hsauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripuravāsinī. Den Yoginīs der Überlieferung wird alles dargebracht; mit blūṃ zeigt man die Sarvavaśaṃkarī-Mudrā. Die Bitte um ersehnte Vollendung und die Blumengabe schließen die vierte Umhüllung. Die Fußnote beschreibt Tripuravāsinī rot, mit Buch, Gebetskette, Geben und Furchtlosigkeit.
Fünfte Umhüllung: Im äußeren zehnfachen Cakra wird von Westen beginnend gegen den Uhrzeigersinn verehrt: „Verehrung dem äußeren zehnfachen Cakra, das alle Ziele verwirklicht.“ Nach Blumen: taṃ–Sarvasiddhipradā, thaṃ–Sarvasaṃpatpradā, daṃ–Sarvapriyaṃkarī, dhaṃ–Sarvamaṅgalakāriṇī, naṃ–Sarvakāmapradā, ṭaṃ–Sarvaduḥkhavimocinī, ṭhaṃ–Sarvamṛtyupraśamanī, ḍaṃ–Sarvavighnavināśinī, ḍhaṃ–Sarvāṅgasundarī und ṇaṃ–Sarvasaubhāgyadāyinī. Die Bedeutungen dieser Namen entsprechen den beim Nyāsa beschriebenen Kräften. Mit hsaiṃ hsklīṃ hsauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripurāśrī.
Nach der Darbringung an die Kula-Kaula-Yoginīs zeigt man mit saḥ die Sarvonmādinī-Mudrā; Bitte und Blumen schließen die fünfte Umhüllung. Die Fußnoten beschreiben das äußere zehnfache Cakra zinnoberrot, die zehn Śaktis hibiskusrot, reich geschmückt, mit Schlinge, Haken und Schmuckkästchen. Ihre Herrscherin glänzt wie die aufgehende Sonne, trägt allen Schmuck, hat drei vom Rausch bewegte Augen, Buch und Gebetskette und zeigt Geben und Furchtlosigkeit.
Sechste Umhüllung: Im inneren zehnfachen Cakra wird von Westen beginnend in umgekehrter Richtung verehrt: „Verehrung dem inneren zehnfachen Cakra, das alles schützt.“ Nach Blumen: caṃ–Sarvajñā, chaṃ–Sarvaśakti, jaṃ–Sarvaiśvaryapradā, jhaṃ–Sarvajñānamayī, ñaṃ–Sarvavyādhivināśinī, kaṃ–Sarvādhārasvarūpā, khaṃ–Sarvapāpaharā, gaṃ–Sarvānandamayī, ghaṃ–Sarvarakṣāsvarūpiṇī und ṅaṃ–Sarvepsitaphalapradā. Mit hrīṃ klīṃ bleṃ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripuramālinī.
Nach der Darbringung an die Nigarbha-Yoginīs zeigt man mit kroṃ die Haken-Mudrā; Bitte und Blumen schließen die sechste Umhüllung. Das Cakra wird hibiskusrot meditiert, seine Göttinnen wie die junge Sonne, mit Perlenschmuck, Schlinge und Haken, Erkenntnisgeste und Geben. Tripuramālinī ist rot, mit Schlinge, Haken, Schädelgefäß und Furchtlosigkeit.
Siebte Umhüllung: Im achtfachen Cakra wird von Osten beginnend gegen den Uhrzeigersinn verehrt: „Verehrung dem achtfachen Cakra, das alle Krankheiten fortnimmt.“ Nach Blumen folgen mit den bereits beim Nyāsa genannten alphabetischen Gruppen und besonderen Bīja-Verbindungen die acht Sprachgöttinnen: Vaśinī, Kāmeśvarī, Modinī, Vimalā, Aruṇā, Jayinī, Sarveśvarī und Kaulinī. Die seltenen Bījas bleiben teilweise unsicher und stehen in den Sanskritfassungen markiert. Mit hrīṃ śrīṃ sauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripurāsiddhā.
Nach der Darbringung an die geheimen Yoginīs zeigt man mit hasakhphreṃ die Sarvakhecarī-Mudrā; Bitte und Blumen schließen die siebte Umhüllung. Das Cakra glänzt rubinrot. Seine Göttinnen sind rot, tragen rote Gewänder, Schmuck und Salbungen, fünf Pfeile, Bogen und Buch und zeigen Geben. Tripurāsiddhā wird dagegen ausdrücklich weiß meditiert, mit Schlinge, Haken, Schädelgefäß und Furchtlosigkeit.
Achte Umhüllung: Verehrt wird an Spitze, rechter und linker Ecke des Dreiecks sowie im Zwischenraum außerhalb davon: „Verehrung dem inneren Cakra, das alle Vollkommenheiten schenkt.“ Nach Blumen werden mit den beiden fünfteiligen Bīja-Gruppen drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ und yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ sowie jaṃ die öffnenden Pfeile Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs verehrt. Mit denselben beiden Gruppen und dhaṃ dhaṃ ihre bezaubernden Bogen; mit āṃ hrīṃ ihre anziehenden Schlingen; mit kroṃ hrīṃ ihre stillstellenden Haken.
Mit aiṃ folgt Kāmeśvarī im Feuer-Cakra und Sitz Kāmagiri, von Mitreśanāthas Natur, über den Wachzustand herrschend, Willenskraft und Rudra-Śakti. Mit klīṃ folgt Vajreśvarī im Sonnen-Cakra und Sitz Jālandhara, von Ṣaṣṭhīśanāthas Natur, über den Traumzustand herrschend, Erkenntniskraft und Viṣṇu-Śakti. Mit sauḥ folgt Bhagamālinī im Mond-Cakra und Sitz Pūrṇagiri, von Uḍḍīśanāthas Natur, über den Tiefschlaf herrschend, Handlungskraft und Brahmā-Śakti. Mit hsaiṃ hasakalahrīṃ hsauḥ folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripurāmbā. Nach Darbringung an die überaus geheimen Yoginīs zeigt man mit hsauṃ die Sarvabīja-Mudrā; Bitte und Darbringung schließen die achte Umhüllung.
Die Fußnote meditiert das innere Dreieck bandhūka-blütenrot; die Waffengottheiten sind rot, jugendlich und ekstatisch, mit neun Edelsteinen geschmückt, tragen ihre jeweiligen Waffen und Nektargefäße und zeigen Geben und Furchtlosigkeit. Kāmeśvarī an der Spitze ist weiß, weiß gekleidet und geschmückt, dreiäugig und mondbekrönt, mit Zuckerrohrbogen, Blumenpfeilen, Buch und Gebetskette. Vajreśvarī in der linken Ecke ist dunkelblau, rot gekleidet und geschmückt, dreiäugig und mondbekrönt, mit Bogen und Blumenpfeilen sowie Geben und Furchtlosigkeit. Bhagamālinī rechts ist golden, dreiäugig und mondbekrönt, mit Schlinge, Haken, Gebetskette und Buch. Diese ausdrücklich genannten Eckpositionen werden nicht an andere vorausgehende Reihen angepasst.
Tripurāmbā glänzt wie tausend aufgehende Sonnen, hat drei Augen, eine Mondkrone, rote Gewänder und roten Schmuck, eine volle Brust und eine blutbenetzte Girlande; ihre Hände tragen Buch und Gebetskette und zeigen Furchtlosigkeit und Geben.
Neunte Umhüllung: Nach aiṃ klīṃ sauḥ und der Wurzelformel: „Verehrung dem Bindu-Cakra, das ganz aus Glückseligkeit besteht.“ Nach Blumen wird Śrīmahātripurasundarī als Kraft des höchsten Brahman verehrt: im Brahma-Cakra, im erhabenen Sitz Uḍyāṇa, von Caryānandanāthas Natur und über den vierten Zustand herrschend. Mit der besonderen dreifachen Bīja-Verbindung hasakalaraḍaiṃ hasakalaraḍīṃ hasakalaraḍauḥ [Konsonantenverbindung weiterhin unsicher] folgt die ewige Cakra-Herrscherin Tripurabhairavī.
„Möge diese Yoginī des höchsten und nichthöchsten Geheimnisses im glückseligen Bindu-Cakra zufrieden und Segen spendend sein: Herrscherin aller Cakras, Mantras, Pīṭhas, Vidyās, Sprache und Vollkommenheiten, Mutter des Entstehens der ganzen Welt; mit Cakra, Siddhis, Waffen, Reittier, Kräften, Schmuck und Begleitung, durch alle Gaben verehrt.“ Mit aiṃ zeigt man die Sarvayoni-Mudrā und bringt die bekannte Bitte dar: „Schenke mir die ersehnte Vollendung, du Liebreiche zu denen, die Zuflucht nehmen; voll Hingabe bringe ich dir die Verehrung der neunten Umhüllung dar.“
Die Fußnote betrachtet das Bindu-Cakra als höchstes Brahman. Śrīlalitā sitzt freudig in Svastikāsana auf dem Schoß des ihr entsprechenden Kāmeśvara, auf dem Sādhyasiddha-Sitz, in der zuvor beschriebenen Gestalt. Alle Gottheiten der Umhüllungen sind der Wurzelgöttin zugewandt.
Danach werden besondere Samaya-Gottheiten mit Blumen verehrt. Am Mūlādhāra der Göttin Kāmeśvarī: „Du schenkst die Frucht von Wollen und Begehren, beherrschst alle Wesen und erregst die Welt“, mit der gedruckten längeren Bīja-Folge; deren Anfang ist stellenweise unsicher. Im Herzen Vajreśvarī: „Du verwirklichst alle Werke, weilst im diamantnen Käfig, hrīṃ, Feuchte, aiṃ kroṃ, im ewigen Rausch Verflüssigte, hrīṃ.“ Am Bindu folgt nach ihrer Vidyā Bhagamālā als Samaya-Gottheit. Am Kopf: klīṃ, „Erhabene, blūṃ, ewige Kāmeśvarī, hrīṃ, die alle Wesen beherrscht, saḥ, Tripurabhairavī, aiṃ vicce“, und Verehrung Tripurasundarīs als Samaya-Gottheit.
Mit der Wurzel-Vidyā wird am Kopf siebenmal gesättigt. Nach aiṃ klīṃ sauḥ und der sechzehnsilbigen Śrīvidyā verehrt man die siebzehnte Kalā und vergegenwärtigt die zuvor erläuterte Kāmakalā: „Diese Gestalt der Kalā, o Göttin, ist als höher als das Höchste erklärt.“ Die Anweisung wird fortgesetzt.
Speisegabe, Licht und Vorbereitung der Rezitation (36.NAI; ab Druckseite 905)
Den Vaṭukas, Yoginīs, Gaṇapati und Gebietshütern werden Bali-Gaben dargebracht; danach mit der zugehörigen Formel eine Gabe an alle Wesen. Man stellt das Speisegefäß mit Untersatz und Nahrung auf und zeigt Räucherwerk und Licht. Nach Besprengen mit der Waffenformel, Verehrung durch Duftgaben und Zeigen der Kuh-Mudrā wird die Glocke verehrt: „aiṃ, Mutter der Mantras im Klang der Welt, svāhā.“ Man hält und läutet sie mit der linken Hand und reicht das Räucherwerk tief:
„Aus Pflanzensaft entstanden, reich an Duft, vorzüglicher Wohlgeruch, von allen Göttern einzuatmen: Möge dieses Räucherwerk angenommen werden.“
Das Licht wird hoch dargebracht:
„Hell leuchtend ist dieses große Licht, das überall Dunkelheit vertreibt, Licht im Äußeren und Inneren. Möge diese Lampe angenommen werden.“
Die Speisegabe wird mit der Waffenformel besprengt, durch die Dreizack-Mudrā geschützt, mit Luft- und weiteren Bījas innerlich getrocknet und gereinigt, mit der Surabhi-Mudrā in Nektar verwandelt und mit Duftgaben geschmückt. Man bringt die große Speisegabe mit dem auf svāhā endenden Wurzelmantra dar:
„Diese Speisegabe besitzt die sechs Geschmäcker und umfasst die fünf Arten von Nahrung; reich an Nektargeschmack möge sie zusammen mit Śiva angenommen werden.“
Kleiner Finger und Ringfinger werden an die Daumenspitze gelegt. Die linke Hand zeigt die einem geöffneten Lotus ähnliche Grāsa-Mudrā, die rechte die Mudrās für Prāṇa und die übrigen Lebenshauche. Mit „dem Prāṇa svāhā“ und den weiteren Formeln wird dargebracht. Nach der Anweisung des eigenen Gurus folgen die Tattva-Mantras: „Möge Śrīkāmeśvara als Herr des Ātma-Tattvas gesättigt sein“, entsprechend als Herr des Vidyā-, Śiva- und aller Tattvas. Die zunächst als Dreierreihe bezeichnete Folge umfasst hier ausdrücklich vier Anrufungen.
Mit aiṃ, klīṃ und sauḥ wird jeweils „der höchsten Śrīmahātripurasundarī die Speisegabe, svāhā“ dargebracht. „Du bist die Unterlage aus Nektar, svāhā.“ Nach den Lebenshauch-Mudrās folgen fünf Opfergaben, beginnend mit Prāṇa. Man lässt den Vorhang herab, erinnert sich an den Wurzelmantra und verweilt einen Augenblick wartend, während die Göttin ihre Mahlzeit annimmt.
Der Verfasser erläutert: In seiner Überlieferung werden die Bali-Gaben an Vaṭuka und die übrigen vor der Speisegabe dargebracht; andere setzen sie danach an. Man soll der eigenen Überlieferung folgen. Während der Mahlzeit reicht man Trinkwasser; danach Wasser zum abschließenden Spülen, Handreinigung und schließlich Mundduft. Nach der Speisegabe wird das tägliche Feueropfer vollzogen, gefolgt von Bali, Sättigung und den weiteren Handlungen.
Nun wird das Kula-Licht dargebracht. Aus Reis- oder Weizenmehl, Rohzucker, Kreuzkümmel und einem als śālidvitīya bezeichneten Zusatz [hier nicht sicher bestimmbar] werden neun, fünf oder drei dreieckige, Ḍamaru-ähnliche Formen gefertigt und in Ghee gegart. Auf einem Kupfergefäß oder anderem geeigneten Gefäß zeichnet man ein Mandala mit der entsprechenden Anzahl von Blättern. Bei acht Blättern verehrt man die acht mit Vaśinī beginnenden Göttinnen und die Göttin in der Mitte; bei fünf die mit Kāmeśvarī beginnende Reihe [der folgende knappe Ausdruck ist unsicher]; beim Dreieck die höchste Herrin als die drei Guṇas.
Mit der Guhyamālinī-Vidyā legt man Früchte, Blumen, Betel, Gold und weitere Gaben hinein: „aiṃ, du besitzt den Glanz des großen Lichtes, du trägst die Lichtgirlande unfehlbaren Gebotes, bhagā.“ Danach wird mit Ratneśvarī besprochen und verehrt. Man hebt das Lichtgefäß und schwenkt es neun-, fünf- oder dreimal vor der Göttin, während man zwei überlieferte Verse spricht:
„Inneres und äußeres Licht ununterbrochen vereinend, bringe man das Kula-Licht in aufsteigender Folge dar.“
„Göttin, mit allen Cakras und ihren Herrscherinnen vereint, von neunfacher Natur: Nimm dieses Ārātrika an, Glückverheißende, zu meiner Vollendung.“
Mit diesen Versen werden durch Salz, Nimba-Blätter und entsprechende Gaben sowie Klöße der vier Tattvas schädliche Blicke rituell abgenommen. Nach drei Prāṇāyāmas mit dem Wurzelmantra folgt die Einsetzung: am Kopf „Verehrung dem Ṛṣi Ānandabhairava“; am Mund „dem Versmaß Paṅkti“; am Herzen „der Gottheit Śrītripurasundarī“; am Schambereich „dem Vāgbhava-Kūṭa als Keim“; an den Füßen „dem Śakti-Kūṭa als Kraft“; am Nabel „dem Kāmarāja-Kūṭa als Verschluss“. Mit gefalteten Händen erklärt man die Anwendung zur Verwirklichung aller ersehnten Ziele. Die Anweisung wird fortgesetzt.
Durch je zweimalige Wiederholung der drei Bālā-Bījas, der drei Kūṭas der Pañcadaśī und der drei Abschnitte der Mahāṣoḍaśī vollzieht man drei Sechsglieder-Nyāsas. Danach folgt ein weiterer mit „der Allwissenden, dem Herzen Verehrung“ und den anschließenden Formeln; dann die Nyāsas der Wurzel-Vidyā. Der Text verweist im Jñānārṇava zunächst auf eine Passage von „Danach vollziehe man Nyāsa und die Panzerung des Körpers“ bis „die sechs Glieder Kumārīs, der Herrin Tripuras, wie zuvor“, und zitiert anschließend:
Śrīvidyā-Nyāsa nach dem Jñānārṇava (36.SVN; Druckseite 906)
36.SVN.1: Nun werde ich, Maheśānī, den vorzüglichen Śrīvidyā-Nyāsa erklären. Man betrachte die vollständige Vidyā am Brahmarandhra, rot leuchtend.
36.SVN.2: Man setze die sechzehnsilbige, Nektar verströmende und großes Glück schenkende Vidyā ein; danach bewege man die Saubhāgyadaṇḍinī an der linken Schulter.
36.SVN.3: Die Feinde bezwingende Mudrā setze man an den Fußwurzeln ein. Mit der Vorstellung „Ich bin der Schöpfer der drei Welten“ setze man das Stirnzeichen ein.
36.SVN.4: Die vollständige Vidyā setze man umhüllend im Gesicht ein; danach wiederum vollständig am Gesicht oberhalb des Halses. Die Wiederholung entspricht dem gedruckten Wortlaut.
36.SVN.5: Wieder setze man sie vollständig umhüllend am Körper ein. Am Ende der den ganzen Leib durchdringenden Einsetzung bilde man die Yoni-Mudrā dreimal vor dem Gesicht. Eine Variante sagt „vergegenwärtige“.
36.SVN.6: Dieser Nyāsa ist die vollständige Gestalt der Śrīvidyā und mehrt Glück. Man setze ihn am Brahmarandhra und danach am Handgelenk ein, o Göttin.
36.SVN.7: Der Kundige lege den Ringfinger an die Stirn, sich an die sechzehnsilbige Vidyā erinnernd, und vergegenwärtige klar: „Ich bin der Schöpfer der drei Welten.“
36.SVN.8: Dieser Nyāsa heißt Saṃmohana, Bezauberung, o Herrin der Götter, und bewirkt Erregung. Man betrachtet die drei Welten als rot und erinnert sich im Geist an Śrīvidyā.
36.SVN.9: An Füßen, Unterschenkeln, Knien, den beiden Hüftseiten, der Vertiefung, dem Kopf, dem Nabel, beiden Seiten, Brüsten und Schultern …
36.SVN.10: … an Ohren, Brahmarandhra, Gesicht und Vertiefung, o Pārvatī, dann in der Ohrregion, am Hals und an den Brüsten, der Reihe nach …
36.SVN.11: … geschieht dieser große Nyāsa der Auflösung mit den sechzehn Bījas. Durch die Nyāsas der sechzehnsilbigen Śrīvidyā wird man zum Herrn des Alls. Redaktioneller Hinweis: Die beiden Ortsverse wiederholen mehrere Körperstellen; andhu, „Vertiefung“, wird hier nicht näher bestimmt. Eine künstlich vereinheitlichte Liste von sechzehn Orten wird nicht ergänzt.
Nach diesen Mantra-Nyāsas und der zuvor genannten Meditation erinnert man sich an Kullukā und die übrigen bereits erklärten Bestandteile und rezitiert die Wurzel-Vidyā hundertmal oder in entsprechender Anzahl. Mit der bei „Geheimstes des Geheimen“ beginnenden Formel wird die Rezitation dargebracht. Erneut zeigt man die neun Mudrās, bringt mit der tausendsilbigen Formel Blumen dar, lobt mit Hymnen und betet unter wiederholtem Prāṇāyāma und weiteren Handlungen.
Das Śrīcakra als Überlieferungsrichtungen und Lehrsysteme (36.DRS; ab Druckseite 906)
Man betrachtet das Śrīcakra als die vier Überlieferungsrichtungen und verehrt es mit deren Vidyās oder mit Bālā, getrennt und zusammen. Quadrat sowie sechzehn- und achtblättriger Lotus sind die schöpferische östliche Überlieferung; ihre Herrscherin Kubjaśakti [Namenslesung etwas unsicher] wird verehrt. Das vierzehnfache Cakra und die beiden zehnfachen sind die erhaltende südliche Überlieferung, mit Rudrāṇī als Herrscherin. Achtfaches Cakra und Dreieck sind die auflösende westliche Überlieferung mit Kubjikā. Das Bindu-Cakra wird als unaussprechliche nördliche Überlieferung mit Kālasaṃkarṣiṇī vergegenwärtigt.
Danach betrachtet man es als sechs Darśanas und verehrt mit den entsprechenden Mantras. Die drei äußeren Erdquadrate stehen gemeinsam für buddhistische, jainistische und Cārvāka-Lehre; ihre Herrscherin Vajratārā wird mit „oṃ tāre tuttāre ture svāhā“ verehrt. Die beiden Lotusreihen stehen für die vedische Sicht: Gāyatrī wird mit viertem Versfuß und Śikhā verehrt. Das vierzehnfache Cakra steht für die Sonnenverehrung, Sūrya wird mit seinem achtgliedrigen Mantra verehrt. Die beiden zehnfachen stehen für die vaiṣṇavische Sicht, Viṣṇu wird mit dem achtsilbigen Nārāyaṇa-Mantra verehrt. Das achtfache steht für die śāktische Sicht, verehrt durch Bālā. Das Dreieck mit seinem Zwischenraum steht für die śivaitische Sicht: „hauṃ namaḥ śivāya hsauṃ namaḥ“.
Nun wird das Śrīcakra als die verschiedenen Siddhāntas betrachtet und mit ihren Vidyās verehrt. Das die drei Welten bezaubernde Cakra gilt als Schöpfung innerhalb der Schöpfung und entspricht der Cārvāka-Lehre: „cāṃ cīṃ cūṃ camalavarayūṃ, Verehrung Pracaṇḍikā, der vorstehenden Gottheit der Cārvāka-Sicht.“ Das alle Hoffnungen erfüllende Cakra gilt als Erhaltung innerhalb der Schöpfung; darin wird die buddhistische Lehre verehrt. Deren Formel beginnt mit einer seltenen Bīja-Verbindung und setzt sich auf der folgenden Seite fort. Erläuterung: Diese Zuordnungen geben die eigene rituelle Einordnung fremder Lehren durch den Quellentext wieder.
Die begonnene Formel endet: „Verehrung Tārā, der vorstehenden Gottheit der buddhistischen Sicht.“ Das alles erregende Cakra gilt als Auflösung innerhalb der Schöpfung und entspricht der jainistischen Lehre. Mit einer teilweise undeutlichen Bīja-Folge wird Arhant als deren vorstehende Gottheit verehrt; der Sanskritdruck verwendet dabei weibliche Dativformen.
Das jegliches Glück schenkende Cakra gilt als Schöpfung innerhalb der Erhaltung und entspricht Sāṃkhya: „oṃ a i u ṛ ḷ, Verehrung Śrīmūlaprakṛti, der vorstehenden Gottheit der Sāṃkhya-Sicht.“ Das alle Ziele verwirklichende Cakra gilt als Erhaltung; darin wird die vedische Lehre mit Gāyatrī verehrt. Ihr vierter Versfuß wird als paro rajase sāvad om angegeben. Das alles schützende Cakra gilt als Auflösung innerhalb der Erhaltung; darin wird die Sonnenlehre mit der gedruckten, stellenweise unsicheren Bīja-Folge verehrt.
Das alle Krankheiten fortnehmende Cakra gilt als Schöpfung innerhalb der Auflösung; mit „oṃ namo nārāyaṇāya“ wird die vaiṣṇavische Lehre verehrt. Das alle Vollkommenheiten schenkende Cakra gilt als Erhaltung innerhalb der Auflösung; mit Bālā wird die śāktische Lehre verehrt: „Verehrung Śrītripurā, der vorstehenden Gottheit der Śakti-Sicht.“ Das ganz aus Glückseligkeit bestehende Cakra wird als saṃhāra-saṃsthiti, Bestand beziehungsweise Zustand der Auflösung, bezeichnet. Darin wird die śivaitische Sicht mit dem vom Prāsāda-Bīja umschlossenen Sechssilbigen verehrt: „Verehrung Śrībrahmavidyā, ihrer vorstehenden Gottheit.“ Der gedruckte Ausdruck wird nicht zu einer erwarteten anderen Formel geändert.
Am Bindu, im Raum, im Mahārtha-Anākhyābhāsa-Cakra, das das Selbst aller ist, vergegenwärtigt man Śivas Nichtdualität und verehrt die Erkenntnissicht: „oṃ hasakhphreṃ, dem großen Caṇḍayogeśvara; Verehrung Kālasaṃkarṣiṇī, der vorstehenden Gottheit der Überlieferung nichtdualen Bewusstseins.“
Abschluss der Śrīvidyā-Paddhati (36.VIS; Druckseite 907)
Durch Umrunden und Verneigungen erfreut man die Göttin, kniet auf den Boden und bittet um das Gewünschte. Fünf Mudrās dienen zur Verneigung vor Guru und Gottheit: Quadrat, Fisch, Keule, Kuhgesicht und Yoni.
„Die hier verehrten Gottheiten sind Strahlen der großen Göttin. Mögen sie, in Śrīsundarīs Glieder eingegangen, jegliches Glück bringen.“ Nach Blumen wird mit der Auflösungs-Mudrā gesprochen:
„Geh, geh zum höchsten Ort, zu deiner eigenen Stätte, höchste Herrin, zu jener höchsten Stufe, die Brahmā und die übrigen Götter nicht kennen.“
Man nimmt eine Blume, riecht daran und führt sie zum Brahmarandhra. Dann:
„Verweile, verweile am höchsten Ort, an deiner eigenen Stätte, höchste Herrin, dort, wo Brahmā und die übrigen Götter in meinem Herzen wohnen.“
Man führt die Blume bis zum Herzen und legt sie ab. So wird die Gottheit ins eigene Herz zurückgenommen. Nach entsprechender Entlassung der Gefäßgottheiten verneigt man sich vor dem Guru. Mit dem Brahmārpaṇa-Mantra wird Wasser auf die Erde gegeben; im Nordosten legt man Speisereste und die verwendeten Blumen nieder. Mit „klīṃ namaḥ, Ucchiṣṭacaṇḍālī, Mātaṅgī, die alles in ihre Macht nimmt, svāhā“ wird dort Wasser dargebracht.
„Die du auf dem Raum-Cakra thronst und zwischen den Welten wandelst: Gib mir den Opferbrei, Göttin; schenke Gnade, Spenderin der Vollkommenheit.“ Man nimmt das Licht samt Speise und spricht:
„Alle Gottheiten im Körper, die Elefantengesichtigen, Gebietsherren, Bhairavas, Yoginīs und Vaṭukas, Yakṣas und Ahnen, Vetālas und Dienergeister, die übrigen in den Richtungen und im Raum Wandelnden, Bhūtas, Piśācas und Grahas mögen gesättigt sein, wenn der Kula-Sohn den Trank trinkt und den mit dem Licht dargebrachten Opferbrei zu sich nimmt.“
Unter Rezitation des Wurzelmantras nimmt man die Gabe zu sich. Danach verbringt man einige Zeit mit Yoginīs und Yogis, vergegenwärtigt durch die Miśracaraṇa-Vidyā das eigene Selbst als Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit und sei glücklich. Hier endet die Śrīvidyā-Paddhati.
Tausendsilbige Anrufungen: Upasthāna-Sahasrākṣarī (36.SAH; ab Druckseite 907)
Nun werden die als tausendsilbig bezeichneten Formeln aufgezeichnet. Der Text erklärt ausdrücklich, dass es nach den verschiedenen Fassungen von Yāmala und Mahārṇava mehrere Arten gibt. Zuerst die Anrufung zum Herantreten an die Gottheit:
„aiṃ, Verehrung, erhabene Tripurasundarī, die aus unheilvollem Geschick hinüberführt; stelle still [Wortlesung undeutlich], śrīṃ, bewirke, bewirke; breite dich aus, breite dich aus; tanze, tanze; sprich, sprich, Göttin der Sprache, svāhā. Hrīṃ, Verehrung; klīṃ, Verehrung; śrīṃ hrīṃ klīṃ, Verehrung. Von Göttern und Asuras Verehrte, die alle Menschen erregt, śrīṃ śrīṃ …“ Die Formel setzt sich fort; örtliche Varianten ändern die Bezeichnung des Hinüberführens, Bījas und „Menschen“ zu „Welt“.
Die Upasthāna-Sahasrākṣarī wird fortgesetzt. Lesungshinweis: Diese Seite enthält besonders dicht gedruckte Bījas und mehrere undeutliche Einzelwörter. Erkennbare sinntragende Teile werden vollständig übersetzt; unklare Lautfolgen sind in den Sanskritfassungen als vorläufig markiert. Ihnen wird keine erfundene Bedeutung gegeben.
„… Bewirkende; drāṃ drāṃ, Vertreibende; māṃ māṃ, Bezaubernde; staṃ staṃ, Stillstellende; āṃ āṃ, Anziehende; höchst Glückverheißende, Verehrung. Keśavālinī, koste, koste; Varavartinī; hāṃ hāṃ, hrīṃ hrīṃ … Wirkende; kāṃ kāṃ, Kākinī; rāṃ rāṃ, Rākiṇī; ḍāṃ ḍāṃ, Ḍākinī; hāṃ hāṃ, Hākinī; aiṃ, Śāṃkarī. [Zwei undeutliche kurze Aufforderungen.] Kreise, kreise; sprich, sprich; Wahrheit, Wahrheit; [undeutlicher Ruf], Mālinī, große Māyā, Gestalt der Tattvas, Formlose, Fleckenlose, Reine, Unbesiegte, Unüberwindliche. Berausche, berausche; nimm fort, nimm fort; löse auf, löse auf; oṃ hauṃ aiṃ, bewirke, bewirke; bestreiche, bestreiche; kiṭi, oṃ jūṃ saḥ sauḥ klīṃ aiṃ śrīṃ; töne, töne, Keim des Klanges.“
Es folgen vokalisch variierte Bīja-Reihen, im Druck teilweise undeutlich. Dann:
„Gaurī, Geliebte Rudras, Donnerkeilträgerin, Herrin des Donnerkeils, Schädelgirlandenträgerin, auf dem Preta-Sitz Wohnende, Erscheinung aller Tattvas: Tritt hervor, tritt hervor; brülle, brülle; trockne alle Mantras aus; verschlinge alle Übeltäter; zermalme alle Yantras; zerbrich alles Leid; erhitze, erhitze. Hinüberführende, zerschneide fremde Vidyās; tritt in einen anderen Körper ein; Donnerkeilträgerin, gāṃ gīṃ, in den Sinnesbereichen Wandelnde; kheṃ kheṃ, im Raum Wandelnde; bhūṃ bhūṃ, auf der Erde Wandelnde. Haṃsa-Reiterin, lache, lache; verweile, verweile; binde, binde; halte, halte. [Undeutlicher Beiname.] Löse, löse; befreie, befreie, Befreierin; sieh, sieh. [Undeutlicher Beiname.] Wie der große Liebesgott Erscheinende, Herrin der großen Vidyā, lenke die Sprache; Verhüllende, Sarasvatī, große Weiße; [Lautformel], mit einer Girlande von tausend mal zehn Millionen Sonnen. Pura pura, duṃ duṃ, die endlose Erregung bewirkt, im Kampf mit dem Donnerkeilhaken; Hinüberführende, die an der Vidyā Freude hat: Eile, eile, Schnelle; trage, trage; [kandaya, in diesem Zusammenhang nicht sicher deutbar]; übertrage, übertrage.“
„Vom Glück des berauschenden Trankes bewegt, Kāmeśvarī; gāṃ gīṃ gūṃ gaiṃ gauṃ gaḥ; von Liebesrausch ergriffen, mit aufleuchtendem Yoni-Cakra, Erhabene, Bhagamālinī. Trägerin von Herrscher-Diskus, Schädelgefäß und Trommel, große Bhairavī, Reichtumströmende, Besitzreiche, Trägerin der Erde: Beeinflusse, beeinflusse, Hüterin des Wohls, Kāmeśī; sprich mit der Zunge, sprich; mit dem Geist [mehrere undeutliche Rufe]. Geliebte des Bindu; [Bīja und undeutlicher Ruf]; wie der Herbstmond Leuchtende, Śāradā, kundig im Schenken von Wissen, klīṃ, Führerin der Scharen, Gestalt der Glückseligkeit, mit gefülltem Schädelgefäß: Flamme auf; Erfreuende, ewig Feuchte, im Rausch Verflüssigte, svāhā. Sāṃ sīṃ sūṃ, Verehrung Sarasvatī.“
„Berauschende, Madhu-Erfüllte, Hochbeglückte, Bhagā, Bhagamālā: Leuchte auf, leuchte auf; curu curu; schüttle, schüttle; leuchte auf, breite dich aus. Mit grollendem Klang unablässig fremde Macht Durchbrechende; phaṃ, Kubjikā; hrīṃ hrīṃ, Donnerkeil in der Hand, mit Aghora-Gesicht; kiṇi kiṇi vicce; aiṃ klīṃ śrīṃ klīṃ hrīṃ hūṃ phaṭ. Allwissende: Lähme, lähme; Vernichterin von Geburt, Alter, Tod und Armut, Schatz aller Vollkommenheiten, die große Furcht fortnimmt; uṃ haṃsaḥ huṃ phaṭ, Herrin des Alls.“
Nach weiteren Bīja-Reihen: „Rudra-Vertreibende, glänzend wie Blitz und Koralle, die alles beeinflusst; [undeutlicher Beiname]; Trägerin einer Girlande von Welteiern, mit bandhūka-roten Lippen, Wahrheit der drei Welten, Verehrung. Sei gnädig, sei gnädig; aiṃ śrīṃ klīṃ sauḥ, aiṃ hrīṃ śrīṃ, Mahātripurasundarī, svāhā.“
Hier endet die Upasthāna-Sahasrākṣarī Tripurasundarīs. Eine eingeklammerte Bemerkung nennt sie durch die Rezitation der Tripurā-Vidyā bewährt und glückbringend für Übende. Die zahlreichen lokalen Fußnotenvarianten ändern einzelne Aufforderungen, Namen und Bīja-Folgen; sie sind, soweit lesbar, in den Sanskritfassungen mitgeführt. Der Schlussname lautet in einer Variante „Herrin der drei Welten“.
Prastāra-Sahasrākṣarī (36.PRA; ab Druckseite 908)
Die einleitenden unnummerierten Verse nennen zwölf Verehrer der Göttin: Manu, Candra, Kubera, Lopāmudrā, Manmatha, Agastya, Nandin, Sūrya, Indra, Skanda, Śiva und Krodhabhaṭṭāraka. „Nun wird die tausendsilbige Formel mit allen Entfaltungen erklärt, zur Vollendung der Śrīvidyā-Rezitation, die alle ersehnten Früchte schenkt.“ Danach fehlt ein Halbvers im Druck.
Die Anrufung beginnt: „Deine Lotusfüße werden von Göttern und Asuras verehrt; du gleichst der Hibiskusblüte, wirst von Yoginī-Scharen bedient, dein Geist freut sich am Madhu-Trank, du trägst ein feines Gewand in der Farbe der Dämmerung …“
Die Prastāra-Sahasrākṣarī setzt sich fort:
„… stets im großen Rausch erfreut, rot wie Rubinstrahlen, deine Gestalt durch Mantras geheiligt, von der Form von Bindu und Nāda, allein Sein und Bewusstsein. [Bīja-Folge.] Verehrung, Göttin, komm, sei gegenwärtig, sei gegenwärtig. Schütze mich überall, schütze mich; lass mich wachsen, lass mich wachsen; erfreue, erfreue; festige, festige; lass erlangen, lass erlangen; verwirkliche alle meine Werke, nähre sie.“
Nach weiteren Bījas: „Verehrung, Erhabene, Gestalt der Bhagā, die Unrecht fortnimmt. Bringe den König in meinen Einfluss; zerschlage Not; [örtlich undeutliche Anziehungssilbe], ziehe an, ziehe an; durchdringe die Gemüter, errege sie, berausche sie, lasse sie aufblühen. Verschaffe mir Glück, verschaffe es; erzeuge Schönheit für mich, phaṭ.“
„Verehrung, die Heil bewirkt, deren Körper vom Glanz lackroten Schmucks gefärbt ist; auf dem roten Lotus sitzend, Schlinge, Haken, Zuckerrohrbogen und Blumenpfeile tragend, vierarmig, mondbekrönt, von vierfacher Gestalt, die Früchte der vier Lebensziele schenkend; dein göttlicher Körper ist mit göttlichen Girlanden geschmückt. Verwirkliche alle meine Wünsche, verwirkliche sie; breite sie aus, festige sie.“ Eine Variante nennt Edelsteinschmuck statt lackroten Schmucks.
„Verehrung, Segenspenderin, Zeugungskraft, edle Zeugungskraft, Wahrhaftige, Ewige, Unbefleckte, die die Welt erregt; Lotusgöttin, mit liebreizenden Gliedern, mit Kalās ausgestattet: Erfülle mir die Freuden; gib Herrschaft, gib sie; verbreite Ruhm, verbreite ihn. Stelle die gegnerische Streitmacht still, spalte sie, zermalme sie, zerschneide sie, entwurzle sie.“ Die Wiederholungen dieser Aufforderungen und die dazwischenliegenden Bījas sind in den Sanskritfassungen vollständig, soweit lesbar, bewahrt.
„Verehrung, höchste Herrin, Gestalt des höchsten Selbst, die den Nektar des Mitgefühls regnen lässt; drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ. Liebliche, [undeutlicher Beiname], mit Edelsteinarmreifen und kunstvollem Ohrschmuck, Zartgliedrige: Ziehe mit dem Haken an, binde mit der Schlinge; bezaubere und durchdringe mit dem Bogen; spalte und schneide mit dem Pfeil.“
„Verehrung, Tripurā; lass erklingen, lass erklingen; Tripureśvarī, Herrin der Hindernisse, von Vīras Verehrte, der Vidyādharas die Wedel fächeln, kundig im Schenken von Wissen, vom aufsteigenden Rausch bewegt, Dreiäugige, Śrītripurasundarī.“
„Verehrung, Tripuravāsinī, Tripurāśrī, Göttin: Ich nehme Zuflucht, ganz nehme ich Zuflucht, immer nehme ich Zuflucht; du bist Zuflucht, zu dir nehme ich Zuflucht, Zufluchtgebende, liebreich zu den Schutzsuchenden. Madanā, Gestalt der Liebe, die aller Menschen Herzen gewinnt, die zum Herzen aller Tattvas gelangt, die alle Wesen beeinflusst: Bringe mir alle Wesen in Einfluss; erfülle Wünsche; verleihe Ruhm; zerschlage Unheil; vernichte Leid; zerreiße Feinde; zerschneide Bindung; bewirke Befreiung, bewirke sie.“
„Verehrung, Tripuramālinī, die Erkenntnis der erdachten Ziele verwirklicht, Reichtum Schenkende, von Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Śaṅkara und Sadāśiva Verehrte, wahrhaft Verehrungswürdige: Erfülle meine Herzenswünsche; führe mich aus dem Ozean; versenke Unheil; begründe rechte Staatsführung; schneide schlechte Taten ab; zerstöre schädigenden Zauber.“
„Tripurasiddhā, Herrin des Yoga der Tripurā-Glückseligkeit, große Gestalt von Kula und Akula, große Gestalt roten Nektars, die alle Könige beeinflusst, sämtlichen Wohlstand bewirkt, alle Herrlichkeit schenkt und alles Leid aufreißt, Allwissende.“
Nach weiteren langen Bīja-Folgen: „Du bestehst aus aller Glückseligkeit, weilst im Bindu-Cakra, bist die Gestalt des höchsten Brahman, Kraft des höchsten Selbst, Herrscherin aller Cakras, Mantras und Yogis, Mutter des Entstehens der ganzen Welt, aus aller Vidyā bestehend, große Bhairavī; du hast alle Tattvas in dich aufgenommen, bist das ganze Wesen des Bindu, große Śrītripurasundarī, Verehrung. [Schluss-Bījas.] Verehrung Śiva, Verehrung Śiva.“ Hier endet die Prastāra-Sahasrākṣarī.
Lesungshinweis: Viele der ungewöhnlichen Konsonantenverbindungen dieser Seite, besonders die Reihen mit raḍa/raḍara, lassen sich aus dem Druck nicht völlig sicher bestimmen. Die Sanskritfassungen geben die sichtbaren Formen als vorläufige Lesungen wieder; die gedruckten lokalen Varianten sind mitgeführt. Die Bezeichnung „tausendsilbig“ wird deshalb nicht als redaktionell nachgezählte Silbenzahl ausgegeben.
Āvaraṇa-Sahasrākṣarī (36.AVS; ab Druckseite 909)
Die tausendsilbige Formel der Umhüllungen beginnt: „oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃsaḥ oṃ, Verehrung, Erhabene, Akṣobhyā, Rūkṣakeśī, Rākṣasī, Kṣapayantī, Kṣapā …“ Einzelne Namensverbindungen sind undeutlich; die Reihe wird fortgesetzt.
36.AVS – Āvaraṇa-Sahasrākṣarī: Fortsetzung und Abschluss (Druckseite 910)
Die Formel ruft die Göttin mit einer langen Reihe von Namen an: „Gelbäugige, Rötliche, [Name unsicher], Spielende, Bewegliche, Liebliche, Ranke, Sichbewegende, Herabhängende, Herrin von Laṅkā, Tänzerische, Makellose, Feuerverzehrende, Weitäugige, Huṃ-Laut, mit dem Mund des untermeerischen Feuers, Lauttönende, im großen Zorn Zürnende, Eselsgesichtige, Allwissende, Flinke, Retterin, Vernichterin des Bösen, [Vogelhalsige: Lesung unsicher], Kranichartige, Sammlerin der Säfte, mit hohen Schenkeln, Skelettgestaltige, Donnertönende, gewaltig Schreckliche, Zeitbewirkende, [Cetala: unsicher], Campā, Campāvatī, Erschütternde, Ende der Weltauflösung, Ahnengesichtige, Gespensteräugige, Kundgebende, Bewegliche, Vānati, Äffische, mit links verzerrtem Gesicht, windschnell, mit gewaltigem verzerrtem Bauch, Allgestaltige, mit Yamas Zunge, Siegreiche, Unbesiegbare, Menschenbeendende, mit Katzenruf, Pūtanā, Siegreiche, Unendliche, Klagende, Heftige, Schreckliche!“ Bei den seltenen Namen bleibt die Wiedergabe vorläufig.
Es folgen: „Alles Erschütternde, alles Vertreibende, alles Anziehende, alles Beherrschende; alles Berauschende, großer Stachelstock, im Raum Wandelnde, Trägerin des Raumrades, Gestalt aller Keime, große Ursprungsmatrix, Dreigeteilte! Körperlose Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Aindrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī! Herrin der offenbaren Yoginīs, deren Glied die Cārvāka-Lehre ist, Herrin des die drei Welten bezaubernden Cakra!“
„Anziehende des Begehrens, der Urteilskraft, des Ichbewusstseins, des Klanges, der Berührung, der Gestalt, des Geschmacks, des Duftes, des Gemüts, der Standhaftigkeit, der Erinnerung, des Namens, des Keimes und des Selbst; Anziehende des Unsterblichkeitstrankes und des Körpers! Herrin der verborgenen Yoginīs, deren Glied die buddhistische Lehre ist, Herrin des alle Hoffnungen erfüllenden Cakra!“
„Körperlose Blüte, körperloser Gürtel, körperlose Liebeskraft, von körperloser Liebe Bewegte, körperlose Linie, körperloser Schwung, körperloser Stachelstock und körperlose Girlande! Herrin der ganz verborgenen Yoginīs, deren Glied die Rudra-Lehre ist, Herrin des alles erschütternden Cakra, Herrin der östlichen Überlieferung, Schöpfung Verleihende!“
„Alles Erschütternde, Vertreibende, Anziehende, Erfreuende, Bezaubernde, Stillstellende, sich Öffnen Lassende, Beherrschende, Beglückende, Berauschende; alle Ziele Verwirklichende, allen Reichtum Erfüllende, aus allen Mantras Bestehende, alle Gegensatzpaare Aufhebende! Herrin der Yoginīs der Überlieferung, mit allen Lehren als Gliedern, Herrin des alles Glück gewährenden Cakra!“
„Alle Vollendung, allen Reichtum, alle Zuneigung, alles Heil und alle Wünsche Gewährende; von allem Leid Befreiende, jeden Tod Beruhigende, alle Hindernisse Beseitigende, an allen Gliedern Schöne, alles Glück Verleihende! Herrin der Kula-Kaula-Yoginīs, Herrin des alle Ziele verwirklichenden Cakra!“
„Allwissende, Allmächtige, alle Herrschaft Verleihende, aus aller Erkenntnis Bestehende, alle Krankheit Vernichtende, Urgrund von allem, alles Unheil Nehmende, voller Glückseligkeit, Inbegriff allen Schutzes, alle ersehnten Früchte Gewährende! Herrin der Nigarbha-Yoginīs, Herrin des allen Schutz bewirkenden Cakra, Herrin der südlichen Überlieferung, Erhaltung Verleihende!“
Mit besonderen Lautkeimen werden Vaśinī, Kāmeśī, Modinī, Vimalā, Aruṇā, Jayinī, Sarveśvarī und Kaulinī angerufen: „Herrin der geheimen Yoginīs, deren Glied die Śākta-Lehre ist, Herrin des alle Krankheiten nehmenden Cakra!“ Die klein gedruckten, ungewöhnlichen Bījas lassen sich an dieser Stelle nicht durchgehend sicher auflösen; die Sanskritfassung kennzeichnet diese Grenze, statt sie durch geläufigere Formeln zu ersetzen.
Danach werden die Liebespfeile des Bezauberns, Austrocknens, beständigen Entfachens, berauschenden Erhitzens und Aufwühlens angerufen. „Jambhinī, hemme, hemme! Mohinī, bezaubere, bezaubere! Anziehende, ziehe an, ziehe an! Stillstellende, stelle still, stelle still! Aiṃ, Kāmeśī! Klīṃ, Vajreśī! Sauḥ, Bhagamālā! Herrin der sehr geheimen Yoginīs, Herrin des aus aller Vollendung bestehenden Cakra!“
„Mutter Mahātripurasundarī der Kāmarāja-Vidyā, Herrin der höchsten und der weiteren geheimen Yoginīs, deren Glied die Lehre des Sugata ist, Herrin des ganz aus Glückseligkeit bestehenden Cakra, Herrin der westlichen Überlieferung!“ Es folgen, jeweils mit ihren Lautformeln: Tripurā, Tripureśvarī, Tripurasundarī, Tripuravāsinī, Tripuraśrī, Tripuramālinī, Tripurasiddhi, Tripurāmbā und Mahātripurabhairavī. Einige der zugehörigen langen Konsonantenverbindungen bleiben in der Lesung unsicher.
Mit den sechzehn Vokalen werden Kāmeśī, Bhagamālā, Nityaklinnā, Bhīruṇḍā, Vahnivāsinī, Mahāvajreśvarī, Śivadūtī, Tvaritā, Kulasundarī, Nityā, Nīlapatākā, Vijayā, Sarvamaṅgalā, Jvālāmālinī, Vicitrā und Kāmeśvarī genannt. „Mit einer Girlande von Vidyās Geschmückte, Aṅkulā, großes Kula von Kula und Akula, Geberin der höchsten Erkenntnis der fünf Bedeutungen, mit allen Lehren als Gliedern, deren eigene Gestalt über sämtliche Lehren hinausgeht, alle Wege Läuternde!“ Die anschließend eng gesetzte Wendung mit Kāla und den neun inneren Bereichen ist unsicher. Auch die Aufzählung „Bālā-Vidyā, die um sechzehn vermehrte, das Paar der neun Kūṭas …“ lässt sich grammatisch nicht sicher schließen. „Herrin der Glückseligkeit, schreckliche Kālinī! Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Mutter. Haṃsaḥ, śrīṃ/hrīṃ/aiṃ [Schlusskeime im Druck unsicher].“
Damit endet die „Vidyā der tausend Laute der Umkreisungen“, die nach Aussage des Textes in den drei Welten verehrt wird. Die Druckfußnoten bieten unter anderem die Varianten „Schwert“ und „Mālā“ sowie eine abweichende lange Bīja-Verbindung. Die Bezeichnungen fremder Lehrtraditionen sind Teil der umfassenden Verehrungssprache dieses Textes; sie stellen keine neutrale Beschreibung dieser Traditionen dar.
36.ANT – Letztes Opfer und Bestattungsriten: Zitat aus dem Kulārṇava (Druckseite 910)
36.ANT.1: Nun werde ich kurz die Ordnung des letzten Opfers für Übende und Vollendete erklären, die in Śivas Überlieferung eingeweiht sind.
36.ANT.2: Die Eingeweihten werden als dreifach bezeichnet: als höchste, geringere und mittlere. Für den höchsten gibt es kein abschließendes Totenopfer, weil seine Schau alles überschritten hat. Der letzte Sanskrit-Halbvers ist im Druck unsicher; die Wiedergabe gibt den erkennbaren Sinnzusammenhang wieder.
36.ANT – Abschied, Hingabe und Brahmavidyā (Druckseite 911)
36.ANT.3: Auch beim Geringsten wirkt das letzte Opfer nicht befreiend; [die folgende Wendung über die Welt ist unklar]. Somit verbleibt nach unserer Auffassung das letzte Opfer für den Mittleren.
36.ANT.4: Oder der hervorragende Lehrer möge es im Glauben für alle vollziehen, zur Läuterung seines eigenen Selbst. Der zweite Halbvers ist schon im Druck durch Lücken und ein Fragezeichen unterbrochen; eine vollständige Übersetzung ist nicht möglich.
36.ANT.5: Der Höchste tritt unmittelbar durch die Öffnung am Scheitel, die Brahmanöffnung, aus; der Mittlere durch Mund, Ohr, Nase und ähnliche Wege.
36.ANT.6: Der Geringste tritt durch After oder Geschlechtsorgan aus; ihm wird die Hölle zugeschrieben. Wer durch den After austritt, gelangt nach dieser Vorstellung in die Welt der Piśācas.
36.ANT.7: Durch den Mund gelangt man in eine göttliche Welt, durch die Nase in die Menschenwelt, durch das Ohr in die Ahnenwelt, durch die Augen in die Götterwelt.
36.ANT.8: Durch die Scheitelöffnung gelangt man zu Śivas Stätte: So lautet diese Einteilung der Welten. Der Lehrer soll aus Mitgefühl das letzte Opfer für die Verstorbenen vollziehen.
36.ANT.9: Der Lehrer soll die Zeit gemäß der Ordnung prüfen und sieben, fünf oder drei Tage vor dem Tod Kuśa-Gras darbringen.
36.ANT.10: Nach dieser Handlung und nachdem der Körper herbeigebracht worden ist, soll er die Bhairavas und Yoginīs verehren, danach den Lehrer als Īśāna auf dem Yogasitz.
36.ANT.11: Mit einer rechten Verneigung und vorangehendem Blumenopfer soll der demütige [Schüler], auf beiden Knien am Boden, Folgendes vortragen.
36.ANT.12: „Gott der Götter, großer Gott, Wohnstatt des Mitgefühls, Śaṅkara! Ewige Glückseligkeit, ohne äußere Stütze, frei von Unruhe, makellos!
36.ANT.13: Durch deinen Auftrag, göttliche Herrin, gelingt das von mir Erstrebte. Dennoch, allwissender Śiva: Was immer meine Verfehlungen sind,
36.ANT.14: aus Unachtsamkeit oder wissentlich begangen – vergib sie alle, immer, höchster Herr! Ich bin dein Diener, Unvergänglicher.“ Der Wechsel der Anrede von der Göttin zu Śiva steht im Quellentext.
36.ANT.15: Nachdem er dies gemäß der göttlichen Überlieferung dem Lehrer vorgetragen hat, soll er seinen gesamten selbst erworbenen Besitz darbringen.
36.ANT.16: „Auf deinen Auftrag hin wurde dies erworben; für dich wird es verwendet.“ Mit diesen Worten verneige er sich nochmals, ganz der Hingabe zum Lehrer zugewandt.
36.ANT.17: [Wenn der Lehrer fern ist beziehungsweise in der Meditation gegenwärtig gemacht wird: die Lesung ist unsicher], soll er dessen Fußsandalen auf dem Sitz aufstellen, sie ordnungsgemäß verehren und dort alle Handlungen vollziehen.
36.ANT.18: Kann er es selbst nicht tun, soll der Verständige die nötigen Handlungen durch Söhne, Schüler und andere ausführen lassen, insbesondere an jenem Tag.
36.ANT.19: Die Verständigen sollen diese Gnadengabe mit großer Sorgfalt annehmen. Den verbleibenden Besitz soll man in vier Teile teilen.
36.ANT.20: Zwei Teile soll er seinem leiblichen Sohn geben, einen den Angehörigen seiner Sippe und einen für sein eigenes letztes Opfer bestimmen.
36.ANT.21: Bis zum Tod soll er das Śrīcakra verehren. Zur Zeit des Austritts soll man ihm die Formel der Fußsandalen seines Lehrers ins Ohr sprechen.
36.ANT.22: Auch den Mantra der drei Caraṇas soll der Lehrer sprechen. Für jene, die in einer bestimmten Überlieferung fest stehen, rezitiere er deren jeweiligen Mantra.
36.ANT.23: Worin dessen höchste Hinwendung ruht, das soll man ihm ins Ohr sprechen. Durch die oft wiederholte innere Verbindung möge sein Bewusstsein darin zur Ruhe kommen.
36.ANT.24: [Nun folgen] die Sätze der Brahmavidyā, die Śrī Bhūtirāja aus dem Lotusmund Śrī Śambhus empfing, jeweils vom heiligen Oṃ eingerahmt.
36.ANT.25: Nun wird jene Erkenntnis des Brahman gelehrt, die unmittelbar Gewissheit hervorruft: die gute Vidyā, welche Śiva dem ehrwürdigen Bhūtirāja mitteilte. Die Kasusformen des Druckes sind an dieser Stelle nicht glatt.
36.ANT.26: Wird sie beim nahenden Tod eines Lebewesens gelesen, so tritt nach ihrer Verheißung das individuelle Leben aus und gelangt zum Makellosen.
36.ANT.27: Wird sie gehört, beseitigt sie nach Aussage des Textes unmittelbar die durch das Abreißen des Lebensatems entstehende Todesnot, die selbst einen Wissenden berühren kann. Eine weitere Bezeichnung im ersten Halbvers ist unsicher.
36.ANT.28: Selbst wer von großer Verwirrung überwältigt ist, kommt beim Hören schrittweise zum Erwachen und wendet sich von selbst rasch dem Sprechenden zu.
36.ANT.29: Tārā, Māyā, die „Veda-Kalās“ und der neunfache „Mutter-Tāra“ werden zu Beginn und Ende jedes Satzes hinzugefügt und mitgelesen. Die Bezeichnungen und einzelne Buchstaben sind hier unsicher; der Text enthält eine kodierte Mantraangabe.
Es folgt die Lautformel der Niṣkala-Brahmavidyā, der Erkenntnis des ungeteilten Brahman. Ihre lange Konsonantenfolge ist im Haupttext und in der als Lesart der Handschriften ka, kha und ga gedruckten Fußnote unterschiedlich und nur teilweise sicher lesbar. Beide werden in den Sanskritartikeln als unsichere Überlieferung dokumentiert; eine zuverlässig rekonstruierte Rezitationsformel lässt sich daraus nicht behaupten.
Moderne Einordnung: Die Weltzuweisungen und Todesverheißungen dieses Abschnitts geben die religiöse Vorstellung der Quelle wieder. Sein unmittelbar verständlicher menschlicher Kern ist die mitfühlende Begleitung und die Orientierung an der vertrauten geistigen Zuflucht eines Sterbenden.
36.BRV – Brahmavidyā für den Abschied (Druckseite 912)
Die zuvor genannte Formel soll den folgenden Aussprüchen jeweils voran- und nachgestellt werden. Der nächste Halbvers fehlt bereits im Druck. Die anschließende Eingangsformel sowie ihre Umkehrung am Ende des ersten Spruches sind in einzelnen Lautverbindungen unsicher. Die kurzen Rahmungszeichen bei den weiteren Sprüchen werden hier als Oṃ wiedergegeben; sie beziehen sich auf diese Mantrarahmung.
36.BRV.1: Aus der höchsten Stätte bist du hierhergekommen; du bist ewig. Verlasse die Begrenzung des Körpers! Allgegenwärtiger, löse die erste Fessel, die Bindung an den großen Zeh und die übrigen Teile des Fußes.
36.BRV.2: Oṃ. Verlasse die Bindung an Knöchel, Knie und Unterschenkel, ebenso am Geschlechtsorgan. Verlasse die Mitte der drei Städte; erhebe dich aus dem Lotus des Herzens. Oṃ.
36.BRV.3: Oṃ. Haṃsa, Hayagrīva, Allgegenwärtiger! Du bist Sadāśiva, der Höchste, der hier „individuelles Leben“ heißt. Erhebe dich – ha, ha, ha – zu dem göttlichen Bindu in der Umhüllung von Sonne, Mond und Feuer. Oṃ.
36.BRV.4: Oṃ. Du bestehst aus dem großen Haṃsa-Mantra, bist ewig und blickst über Glück und Unglück hinweg. In der Mitte des Maṇḍala wohnend, [bist du] der große Sinn und Grund der mächtigen Brücke der Śakti. In beiden Lotussen wohnend, komme zum Erwachen, Gott der Gottheiten! Oṃ. Die verdichtete Wortverbindung über Śakti und die Brücke lässt auch andere syntaktische Bezüge zu.
36.BRV.5: Oṃ. Durch Unwissenheit bist du gebunden. Erwacht, erhebe dich, Ursprung der Götter! Oṃ.
36.BRV.6: Oṃ. Gehe bis zu dem Bereich, der Gaumen genannt wird, zum großen Tor, das mit Udumbara[-Holz] gefügt ist. [Öffne beziehungsweise durchbrich es: das Verb ist unsicher] und gehe – haṃ ho, haṃ ho – zur Stätte Vāmadevas! Oṃ.
36.BRV.7: Oṃ. Herr der Knoten, höchstes Selbst, Friedvoller! Erreiche die Öffnung des großen Gaumens und tritt aus, Herr des Körpers! Gehe rasch zu Śivas makelloser Stätte! Oṃ.
36.BRV.8: Oṃ. Betritt den mittleren Weg und sammle Prāṇa und Apāna. Lass Verdienst und Verfehlung zurück, Nārāyaṇa, und gehe zum Ende aller Unruhe! Oṃ.
36.BRV.9: Oṃ. Brahman! Viṣṇu! Rudra! Du bist Śiva, du bist Vāsudeva. Ewiger Agni-und-Soma, verlasse diesen Lehmklumpen, du großer Raum! Oṃ.
36.BRV.10: Oṃ. Verlasse die daumengroße Hülle der Befleckung, du überaus Feiner! Oṃ. Die Verbindung zwischen „daumengroß“, „Befleckung“ und „Hülle“ ist im Druck nicht eindeutig.
36.BRV.11: Oṃ. Du bist Puruṣa; [durch Prakṛti und] durch den Faden des Ichbewusstseins bist du in Fesseln gebunden. Sein und Nichtsein, immer aufgehendes höchstes Selbst: Verlasse den von Anhaftung erfüllten Weg! Oṃ. Die Wortfolge nach Prakṛti ist beschädigt; der erkennbare Sinn wird wiedergegeben, ohne die Sanskritlesung zu ergänzen.
36.BRV.12: Oṃ. Hrīṃ hrīṃ – [zum] Mantrakörper! Ohne Verzögerung erreiche rasch das Ende des Körpers. Oṃ. Der Satz ist grammatisch verkürzt und lokal unsicher; „zum Mantrakörper“ ist eine mögliche Verbindung, keine gesicherte Ergänzung des Originals.
36.BRV.13: Oṃ. Verlasse diesen aus Eigenschaften und Elementen bestehenden Körperklumpen mit seinen fünf Hüllen! Oṃ.
36.BRV.14: Oṃ. [Halte] nicht am Körper aus Elementen [fest]; ergreife den ewigen großen Körper! Oṃ.
36.BRV.15: Oṃ. Durchbrich dies und gehe in das makellose, unendliche Maṇḍala, das in dreifacher Weise besteht! Oṃ.
Damit endet die ehrwürdige Brahmavidyā. Moderne Erläuterung: Dies ist eine überlieferte Ansprache an einen Sterbenden mit Bildern des Loslassens und des unvergänglichen Selbst. Die körperbezogenen Aufforderungen beschreiben in diesem Zusammenhang den vorgestellten Übergang; sie sind keine Anweisung, den Tod herbeizuführen.
36.ANS – Fortsetzung der Sterbe- und Bestattungsordnung mit neuer Zählung (Druckseite 912)
36.ANS.1: Kennt er dies, soll er es selbst beständig rezitieren. Andernfalls soll er es hören und seinen Geist ganz darauf richten.
36.ANS – Verehrung und letzte Opferhandlung (Druckseite 913)
36.ANS.2: Wer sich ganz der befreienden Vidyā widmet, soll die Stätte der Befreiung erlangen. Wenn sie gehört worden ist, ist auch der Vollzieher des letzten Opfers mit Śiva verbunden.
36.ANS.3: Nachdem er gebadet, sich angemessen geschmückt und die täglichen Pflichten ordnungsgemäß erfüllt hat, vollziehe er voller Freude Nyāsa und die weiteren Handlungen an seinem Körper.
36.ANS.4: Danach bespreche er Wasser mit den fünf Praṇavas und reinige den Körper damit; anschließend [mit den] fünf „Tagen“. Vāsara-pañcaka ist hier ohne weitere Auflösung überliefert.
36.ANS.5: Oder er spreche Dīpinī und danach Jvālāmālinī. Es folgt ein in Lautsymbolen beschriebener Mantra mit Raum, [„Rücken/Sechstem“: unklare Lesung], dem vorzüglichsten Halbmond, Haṃsa und Phaṭ am Ende.
36.ANS.6: Mit dem Māyā-Bīja abgeschlossen, wird er als Läuterer aller Verkörperten bezeichnet. Nach dem Wort des Lehrers soll man [das Lebensprinzip] heranziehen und im verstorbenen Körper aufstellen.
Die unnummerierte Formel verbindet die auf der Vorseite genannten Brahmavidyā-Laute mit Dīpinī und Jvālāmālinī sowie haṃ haṃsaḥ phaṭ hrīṃ. Die langen Konsonantenverbindungen vor und nach diesen Namen sind teilweise unsicher. Damit endet die Vorschrift zu Dīpinī und den weiteren Formeln.
36.ANS.7: Nachdem der Körper auf diese Weise gereinigt ist, [wird das Lebensprinzip] durch den Yoga des Bewegens der Śakti und durch den Weg der Augenöffnungen und anderer Öffnungen [geführt]. Die Aussage über sein überweltliches Austreten ist im Druck selbst mit einer Buchstabenalternative versehen und nicht sicher zu schließen.
36.ANS.8: Man spreche den Bindu, der mit den durch „Raum“, „Feuer“ und „Bhṛgu“ bezeichneten Lauten verbunden ist, dazu „Befreiung Gewährende“, die Worte „Auge“ und so weiter, dann den Namen des Verstorbenen.
Unnummerierte Fortsetzung: Man füge „Ich rufe herbei“ und die sieben Praṇavas hinzu. Der zweite Halbvers fehlt im Druck. Die Beispielformel lautet sinngemäß: „Oṃ, [Bīja unsicher], Befreiung Gewährende! Ich rufe [den Verstorbenen] mit Augen und den übrigen Gliedern herbei. Oṃ.“
36.ANS.9: Mit dem Mantra rufe man den Verstorbenen ungestört aus den Bereichen der Schöpfung und den weiteren [Zuständen] herbei und befestige den Lebenshauch durch den mit „dieses …“ beginnenden Mantra.
36.ANS.10: Danach richte man die Muschel mit den sechs gedehnten Vokalformen des Māyā-Bīja her und stelle einen mit einem Faden umwundenen Krug auf.
36.ANS.11: Nachdem man auf dem beschriebenen Weg verehrt hat, lege man den Körper hin und nehme die verehrte [Formel] auf. Die Bezeichnung „pañcā/cāśā-kāśāni…“ ist im Druck beschädigt und mit einer Alternative versehen; ihre genaue Zuordnung wird nicht ergänzt.
36.ANS.12: Man erinnere sich des Mantras aller heiligen Badeplätze und übergieße [den Körper] mit deren Wasser. Danach vollziehe man die Aschenwaschung und erinnere sich des Parameṣṭhin-Mantras.
36.ANS.13: Der Körper liegt mit dem Kopf nach Süden auf einer Unterlage von Darbha-Gras. Man schmücke ihn mit neuen Gewändern, Girlanden, Salben und Schmuck.
36.ANS.14: Dann lege man den ganzen König der Mantras auf diesen Körper, verehre [die] Krama-Mudrā und die Fußsandalen des Lehrers. Die verbindenden Attribute dieser beiden letzten Angaben sind lokal unsicher.
36.ANS.15: Der Kundige richte eine bequeme Bahre her, lege ihn darauf und umrunde das Dorf unter dem Klang von Muscheln, Trommeln und anderen Instrumenten.
36.ANS.16: Dann betrete er den Bestattungsplatz und bestreiche einen ebenen, von Süden nach Norden ausgerichteten Boden. Geröstetes Korn, ungebrochene Reiskörner und Sesam
36.ANS.17: sowie Senfkörner verstreue er, besprenge den Platz und stelle dort die Bahre ab. Er errichte das Feuer des Scheiterhaufens und lege die Umstreuung in umgekehrter Richtung an.
36.ANS.18: Er stelle die Gefäße ordnungsgemäß bereit, südlich [das Gefäß] für Viṣṇu; das Praṇītā-Wassergefäß verehre er mit Blumen und weiteren Gaben.
36.ANS.19: Mit Darbha-Gras bedeckt, stelle er es in die Feuerecke. Auf der rechten Seite verehre er im Maṇḍala der Reihe nach den Gott Bhairava.
36.ANS.20: Nach der zuvor beschriebenen Vorschrift stelle er die Feuerzungen und die weiteren [Glieder] vor. Dann [bereite er] Milchreis als Opferspeise, mit Sesam und Reiskörnern vermischt.
36.ANS.21: Er bespreche ihn mit Mṛtyuñjaya, besonders mit den fünf Versen. Danach [opfere er] die mit Ghee versehene Speise, insbesondere mit den fünf „Juwelen“.
36.ANS.22: Ganz gesammelt, [verwende er] die bei Brahmāṇīs Nyāsa genannten, mit Svāhā endenden [Mantras]. Er rezitiere die beiden Wurzel-Vidyās je sieben mal sieben Mal.
36.ANS.23: Er opfere der Reihe nach einschließlich der Umkreise, nach der Vorschrift in umgekehrter Folge. Durch dieses rückläufige Opfer löse er die in den Körper des Lehrers gelegten Mantras
36.ANS.24: schrittweise in dem auf, was aus den sechs Wegen und der achtfachen subtilen „Stadt“ besteht. Der Kundige opfere mit dem Vāgbhava-Mantra, der auf Svāhā endet.
36.ANS.25: Er opfere wiederum mit der Vidyā und vollziehe für die Entsagenden das Opfer, dessen Wesen das Auflösen jedes Tattva ist, der Reihe nach als [Aufnahme in die] Durchdringung. Die letzte Verbindung bleibt grammatisch unsicher.
36.ANS.26: Danach [löse er] die sechs Wege in umgekehrter Ordnung [auf]. Er verbinde darin die Hälfte und den Rest und vereinige alles mit dem Selbst. Die genaue Aufteilung dieser verkürzten Vorschrift ist nicht eindeutig.
36.ANS.27: Mit der Wurzel-Vidyā soll er beides, das im Selbst liegende Verdienst und die Verfehlung, auflösen und durch das Opfer das Karma des Schülers beseitigen. Mehrere Wörter der Druckzeile sind beschädigt; die Aussage über die beiden Karmaarten ist klar erkennbar.
Die abschließende Formel lautet dem Sinn nach: „Oṃ, [lange Bīja-Verbindung], huṃ phaṭ! Ich löse Verdienst und Verfehlung des Schülers auf. Svāhā. Oṃ.“ Das „Vernichten“ richtet sich hier auf die karmische Bindung, nicht auf eine Person.
36.ANS – Auflösung, Bestattung und Gedenken (Druckseite 914)
Zählhinweis: Auf Vers 27 folgt im Druck Vers 29. Ein Vers 28 ist hier nicht vorhanden; er wird nicht ergänzt.
36.ANS.29: Nachdem man so die grobstoffliche Folge geopfert hat, stelle man sich vor, dass sie in der Asche aufgegangen ist. Ebenso verfahre man in umgekehrter Ordnung mit der subtilen und der höchsten [Ebene].
36.ANS.30: Nachdem man den Schüler, dessen drei Befleckungen geschwunden sind, mit dem Allgegenwärtigen vereint hat, verbinde man ihn durch das abschließende volle Opfer mit der höchsten Stätte:
36.ANS.31: mit seiner eigenen, reinen Stätte, die Śiva und Śakti zum Wesen hat, von Wiederkehr frei ist, unmittelbar aus Bewusstsein und Glück besteht und über die Tattvas hinausgeht.
36.ANS.32: Wenn der Lehrer ihn auf diese Weise unmittelbar mit der höchsten Stätte verbunden hat, [hat er] die Trübung der Befleckung aufgegeben. Die Fortsetzung ist unklar und im Druck selbst mit einem Fragezeichen versehen; eine vollständige Übersetzung des zweiten Halbverses ist nicht möglich.
36.ANS.33: Der Glaubende soll mit Ghee und den fünf Versen beziehungsweise den genannten Mantras ein Sühneopfer in der gewöhnlichen, vorwärts verlaufenden Reihenfolge darbringen. Die Wortverbindung nach „fünf Verse“ ist unsicher.
36.ANS.34: Südlich vom Feuer soll er für den Schüler ein Lager von dessen Körperlänge aus Holz der Kula-Bäume herrichten.
36.ANS.35: Mit rechtswendigen Pflöcken, Brennhölzern oder Pflanzenbüscheln sowie Darbha-Gras bereite er das Lager und nehme einen dreifach gelegten Faden.
36.ANS.36: Er umwinde es neunmal, errichte den Scheiterhaufen aus Sandelholz, Aguru und weiteren Hölzern und hülle ihn mit neuem Stoff ein.
36.ANS.37: Er zeichne dort einen achtblättrigen Lotus mit Dreieck und Sechseck in der Mitte sowie zwei Umfassungslinien und streue Blumen aus.
36.ANS.38: Mit gesammeltem Blick lege er den Verstorbenen mit dem Kopf nach Süden darauf und errichte mit dem Mantra der Jvālāmālinī-Vidyā den Schutz.
36.ANS.39: Mit dem Aghora- oder dem Pāśupata-Mantra entzünde er [den Scheiterhaufen]. Das Opfer wird fortgesetzt, bis dieser zu Asche geworden ist.
36.ANS.40: Die anwesenden Angehörigen der Sippe und die von überall Versammelten sollen Lobgesänge und Mantrarezitation in den angegebenen großen Zahlen, Prayuta und Ayuta, ausführen.
36.ANS.41: Man stelle sich den Verstorbenen in Beziehung zu den Scharen der Yoginīs vor und rezitiere die beiden Vidyās mit unbewegtem innerem Sinn. Das Wort bhaktaṃ ist nicht eindeutig: „zugehörig/hingegeben“ oder „als Speise“ sind möglich; die Fußnote liest stattdessen eine Verbindung mit Yoginscharen. Keine dieser Möglichkeiten wird stillschweigend bevorzugt.
36.ANS.42: Nach dem Lobpreis verehre man die eigene Überlieferungsordnung gemäß der Lehre und bewache das Feuer des Scheiterhaufens sieben Tage lang.
36.ANS.43: Am siebten Tag lösche man das Feuer mit Ghee oder Milch und sammle die Knochen, von den Füßen bis zum Kopf in neun Abschnitten,
36.ANS.44: der Reihe nach auf. Man lege sie in ein Gefäß und umwickle dieses mit neuem Stoff. Die Asche gebe man in einen Fluss oder ein anderes Gewässer.
36.ANS.45: Im Haus der göttlichen Mutter oder im eigenen Haus grabe man eine Stelle aus und bestatte das Knochengefäß. Darüber [errichte man] einen erhöhten, mit drei Einfassungen versehenen
36.ANS.46: Sitz. Der Schüler oder ein jüngerer Angehöriger, der die Einzelheiten der Vorschrift kennt, soll dort zu den drei Tagesübergängen ordnungsgemäß das Guru-Maṇḍala verehren.
36.ANS.47: Am elften Tag veranstalte der Glaubende am Abend eine Feier, stelle ein geeignetes Gefäß auf und fülle es ehrfürchtig mit „Hetu“. Die rituelle Bezeichnung wird hier nicht näher erklärt.
36.ANS.48: Er lege je nach seinen Mitteln Gold, Silber und andere Gaben hinein. Einen geeigneten Mantrakenner, der die Regeln der Überlieferung erfüllt und sich der täglichen Verehrung widmet,
36.ANS.49: lade er ein, verehre ihn und übergebe ihm [die Gabe]. Die Festverehrung soll man auch an jedem monatlichen Wiederkehrtag des Todes ausführen.
36.ANS.50: Nach Ablauf eines vollen Jahres veranstalte man gewissenhaft eine große Feier. Dann hebe der hervorragende Lehrer das Knochengefäß wieder aus.
36.ANS.51: Er übergebe es einem ins Meer fließenden Fluss oder begrabe es an einem Flussufer oder anderswo und pflanze dort Bäume.
36.ANS.52: Oder man lasse mit Hilfe von Handwerkern ein Bild oder ein Paar Fußsandalen anfertigen und [stelle es] an einem geeigneten, reinen Ort [auf]. Das Ende des zweiten Halbverses ist beschädigt; die Art einer dauerhaften Aufstellung bleibt unsicher.
36.ANS.53: Nachdem man ihn nach der beschriebenen Vorschrift mit der höchsten Stätte verbunden hat, vergegenwärtige man ihn danach beständig im Geist bei diesem [Gedenkort].
36.ANS.54: Für jene, die äußerlich dem Paśu-Weg folgen, ihre Praxis des Kula-Āgama aber verborgen halten, soll der Lehrer nach dem Tod mit fünfzig Darbha-Halmen
36.ANS.55: ein Bündel herstellen und den Verstorbenen darin nach Vorschrift herbeirufen. Dort vollziehe er alle zuvor beschriebenen Handlungen.
36.ANS.56: Der Lehrer teile es aus Mitgefühl den anderen Schülern mit; oder er fertige damit ein Abbild und vollziehe das letzte Opfer auf einem Krugsitz. Die Verknüpfung dieser Alternativen ist im Sanskrit knapp und nicht ganz eindeutig.
36.ANS – Stellvertretendes Opfer und innere Vollendung (Druckseite 915; PDF-Index 950)
Scan-Hinweis: Die PDF-Indizes 945–949 enthalten erneut die Druckseiten 910–914. Sie werden nicht als weitere Textseiten oder Einträge gezählt. Die Druckseite 915 folgt deshalb erst bei PDF-Index 950.
36.ANS.57: Man fertige einen wohlgestalteten, mit allen Merkmalen versehenen Körper aus Reismehlteig und rufe darin nach Vorschrift das Selbst des Schülers herbei.
36.ANS.58: Auf diesen Körper lege man zunächst wie zuvor den Mantra. Danach opfere der Kundige die grobstoffliche Ordnung in umgekehrter Folge.
36.ANS.59: Er lasse sie in die höhere Ordnung eingehen. Dann lege der Lehrer den Körper aus Teig in den Opferlöffel, bedecke ihn mit dem kleineren Löffel und opfere ihn.
36.ANS.60: Mit der Darbringung des vollständigen Schlussopfers und den fünf [mit Prāṇa beginnenden Größen: Wortlaut unsicher] soll [die Handlung] auf den Lehrer gerichtet vollzogen werden, beziehungsweise von den ihm wohlgesinnten Schülern. Die genaue Rollenverteilung ist wegen des beschädigten Wortlauts nicht sicher.
36.ANS.61: Das letzte Opfer soll für Verstorbene stets vollzogen werden; [die nähere Bestimmung des Ausführenden ist unklar]. Für unmittelbar in Śambhu Vollendete wird eine andere Verbindung vorgeschrieben.
36.ANS.62: Dennoch soll der Glaubende zur eigenen Vollendung alles vollziehen. Oder er führe es selbst in der Abgeschiedenheit im Geist aus.
36.ANS.63: Die geistige Handlung ist die höchste. Selbst bei Yogins [besteht] keine Festigkeit [beziehungsweise keine feste äußere Regel: der Bezug ist unklar]. Daher soll man mit allem Bemühen die Ordnung im Geist vollziehen.
Damit endet die Vorschrift zum letzten Opfer.
Schlussstrophe und Kolophon des sechsunddreißigsten Śvāsa
In einem Bild vom Lotusfuß Śrī Nāthas als wunscherfüllendem Baum und der Fülle seiner Tantra-Zweige heißt es: Der Asket Vidyāraṇya schuf dieses überaus große, höchste Tantra mit dem Namen „Ozean der Vidyā“ zur Freude der Guten, während König Ambadeva in Śrīvidyānagara nach guter Staatsordnung regierte. Die langen Wortverbindungen der ersten beiden Verszeilen sind teilweise unsicher; das Baum- und Tantra-Bild wird nur in seinem erkennbaren Zusammenhang wiedergegeben. Die Namens- und Herrschaftsangaben werden als Selbstaussage des Werkes übersetzt, nicht als hier neu verifizierte Datierung.
Damit endet der sechsunddreißigste Śvāsa des Tantra namens Śrīvidyārṇava, verfasst vom Asketen Śrī Vidyāraṇya, Schüler des Śrī Pragalbhācārya, dieser Schüler des Śrī Viṣṇuśarmācārya, dieser Schüler des ehrwürdigen Śrī Śaṅkarācārya, dieser Schüler des ehrwürdigen, an seinen Füßen verehrten großen Lehrers Śrī Govindācārya. 36.
„Dieser Śrīvidyārṇava ist beendet. Möge den Lesenden und Verehrenden Heil zuteilwerden!“
Schreibervermerk der Handschrift
Die Druckausgabe zitiert vom letzten Blatt der zugrunde gelegten Handschrift: „Was ich hier wegen mangelnder Sichtbarkeit oder einer Verwirrung des Verstandes ohne [klaren] Sinn geschrieben habe, das alles mögen die kundigen Leser berichtigen. Sie mögen dem Schreiber nicht zürnen.“ Es folgt die Datumsangabe „Saṃvat 1782, Śrāvaṇa“. Die Jahresangabe wird unverändert überliefert; eine Kalenderumrechnung wird hier nicht vorausgesetzt. Die erste Wortverbindung des Verses ist lokal unsicher.
36.EDT – Fünf nachgestellte Verse der Druckausgabe (Druckseite 916; PDF-Index 951)
Diese Verse stehen nach dem ausdrücklich abgeschlossenen Tantra. Sie betreffen die Überlieferung und die Herausgabe; sie sind deshalb als Anhang mit eigener Abschnittskennung wiedergegeben.
36.EDT.1: Die Nektarströme der guten Tantras fließen vom Gipfel des Himalaya, der Śrīkaṇṭhanātha heißt. Auf dem stufenweisen Pfad der Herabkunft gelangen ihre Ströme bis zur Erde. Das Attribut vaidhātra zu diesem Pfad bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.
36.EDT.2: Als Zusammenfluss der unter den Namen der östlichen und der übrigen Überlieferungen bekannten Ströme gilt Gauḍapāda. In der Reihenfolge der Lehrerlinie gelangte diese Lehre von ihm zu Śrī Śaṅkarasvāmin.
36.EDT.3: Dessen Schüler verbreiteten die Überlieferungen an heiligen Orten, in Klöstern und anderswo; sie sind noch heute sichtbar. Ein Schüler seiner Schülerschüler zeichnete die Überlieferung der Lehrer auf:
36.EDT.4: der hervorragende Asket namens Vidyāraṇya, [der] dieses gute Tantra mit dem Namen Vidyārṇava [verfasste]. Im Vikrama-Jahr 1993, auf Anordnung des Königs Śrī Hari Singh,
36.EDT.5: gab der aus Kashmir stammende Harabhaṭṭa Śāstrī, unter der Leitung beziehungsweise mit der Förderung Śrī Rāmacandras und mit Hilfe des Gelehrten Śivanātha, dieses Werk nach seiner Bearbeitung vollständig heraus. Die Amts- oder Leitungsbezeichnung bei Rāmacandra ist im Druck nicht eindeutig. Vers 4 beginnt mit dem Abschluss der Aussage über Vidyāraṇya und leitet dann die Herausgeberangabe von Vers 5 ein.
Zusammenfassung des dreiunddreißigsten Śvāsa
Der dreiunddreißigste Śvāsa führt durch ein weites Feld von Yantras, vedischen Gebeten, Planetengottheiten, Śiva-Verehrung und Hanumān-Mantras. Er beginnt auf Druckseite 727 unterhalb des Kolophons des vorausgehenden Kapitels und endet auf Seite 776 oberhalb des Beginns von Kapitel 34. Die Ausgabe erfasst 926 nummerierte Einträge, daneben umfangreiche Ritualprosa, unnummerierte Verse, ausgeschriebene Formeln und das Kolophon. Neue Zitatreihen beginnen häufig wieder mit 1. Ihre Abschnittskürzel erleichtern das Nachschlagen, ohne die ursprüngliche Nummerierung zu ersetzen.
Das Kapitel ist keine fortlaufende philosophische Abhandlung. Es sammelt unterschiedliche Überlieferungen und lässt ihre Verschiedenheit sichtbar. Ein Yantra-Abschnitt kann in ein vedisches Feuergebet übergehen; danach stehen astronomisch-rituelle Zuordnungen, Lobpreis, eine Erzählung oder ein langer Schutzmantra. Gemeinsam ist vielen Abschnitten die Vorstellung, dass Laut, Bild, Körper und Handlung aufeinander abgestimmt werden. Nicht alle Anwendungen haben dasselbe Ziel: Erkenntnis, Hingabe, Schutz und Frieden stehen neben Wohlstandswünschen, Herrschaft, erzwungener Gefügigkeit und Schadenshandlungen. Diese Unterschiede gehören zur Bedeutung der Quelle.
Vom hundertlautigen Mantra zum gezeichneten Schutzraum
Am Anfang wird der hundertlautige Mantra des vorigen Kapitels in ein Yantra übertragen. Die Quelle verbindet Oṃ, Vyāhṛtis und Abschnitte von Gāyatrī, Jātavedas und Tryambaka mit Mitte, Ecken und Blättern. Der Schriftzug erscheint dadurch als räumliche Ordnung: Was zuvor nacheinander gesprochen wurde, steht nun zugleich in einem Bild. Schutzformeln umgeben den Namen der Zielperson. Die gedruckte Nummer 7 tritt zweimal auf; danach folgt 9. Die Ausgabe kennzeichnet die zweite 7 gesondert und ergänzt keine nicht gedruckte 8.
An die Varuṇa-Verehrung schließen sich Formeln zur Lösung von Bindung und Schuld an. Dabei darf „Schuld“ nicht überall ausschließlich moralisch verstanden werden: Die Kapitelteile behandeln sowohl Bedrängnis und Verfehlung als auch tatsächliche Schulden. Varuṇas mit Bindung, Wasser und Lösung verbundene Bildwelt trägt mehrere solcher Bedeutungen. Die Sanskrittexte zitieren vedische Verse, teilweise ausführlich und teilweise nur durch ihren Anfang. Die Übersetzung hält beide Darstellungsweisen auseinander.
Es folgen Schutz-Yantras und Agni-Gebete. Der Text ruft Feuer als leuchtende und abwehrende Macht an. Manche Bitten richten sich auf Sicherheit, andere auf die Zerstörung eines Gegners. Eine heutige Betrachtung kann in der Lichtgestalt Agnis Mut und Wachheit sehen; dies ist jedoch eine eigene Deutung und darf nicht die ausdrücklich feindgerichteten Aussagen der Übersetzung ersetzen. Auch Indras Yantras stehen im Spannungsfeld von Stärkung, Sieg und Abwehr.
Die allgemeinen Anweisungen zum Schreiben und Weihen eines Yantras zeigen, wie wichtig dem Kompilator die stoffliche Seite des Rituals ist. Unterlage, Schreibmittel, Zeichnung, Mantra und Einsetzung werden miteinander verbunden. Die Form wird nicht als beliebiges Ornament behandelt. Ein Teil der Stoffangaben für schädigende Zwecke ist in dieser Ausgabe ausdrücklich ausgelassen. Die Grenze der Wiedergabe wird unmittelbar an den betroffenen Nummern dokumentiert; harmlose Nachbarverse bleiben stehen.
Die neun Grahas als eigenständige Formen der Verehrung
Einen großen Mittelteil bildet die Verehrung der neun Grahas: Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rāhu und Ketu. „Graha“ wird hier nicht einfach mit einem heutigen astronomischen Planeten gleichgesetzt. Sonne und Mond gehören ebenso zu dieser rituellen Neunergruppe wie die beiden Mondknoten Rāhu und Ketu. Die Ausgabe erklärt die Namen, ohne die überlieferten Wirkungszuschreibungen als moderne Astronomie oder nachgewiesene Ursache menschlicher Lebensereignisse darzustellen.
Für jede Gestalt werden Mantra, Seher, Versmaß, Meditation und Körperzuordnungen beschrieben. Beim Nyāsa werden Laute und Worte an Körperstellen eingesetzt. Die Gottheit wird angerufen, im Yantra vergegenwärtigt und mit Ehrengaben verehrt. Farbe, Schmuck, Reittier, Waffen und Blickrichtung unterscheiden die einzelnen Gestalten. Die wiederkehrende Struktur hilft beim Lesen: Man erkennt gemeinsame Bausteine und kann zugleich die Besonderheiten jedes Graha wahrnehmen.
Die längere Ritualprosa wiederholt nicht immer genau die Angaben der vorausgehenden Verse. Seher, Versmaß oder Herkunftszuordnung können wechseln. Diese Unterschiede werden nicht nachträglich zu einem einheitlichen System zusammengefügt. Besonders bei den Ketu-Formen verwendet die Anrufung einen Plural, während die Grundzuordnung zunächst eine einzelne Gottheit nennt. Die Übersetzung wahrt diese Eigenheit. Wo Bījas oder seltene Namen im Druck unsicher sind, entsteht keine neue, vermeintlich vollständige Mantraform.
An die Verehrung schließen sich Hymnen und Namensreihen an. Sie preisen Licht, Kraft, Einsicht, Schutz und Gnade der jeweiligen Gestalt und verbinden die Rezitation mit konkreten Wünschen. Manche Reihen nennen eine feste Zahl von Namen, deren Abgrenzung im zusammengedruckten Sanskrit jedoch nicht eindeutig ist. Anstatt die versprochene Zahl durch willkürliches Teilen oder Zusammenziehen herzustellen, bewahrt die Ausgabe die lesbare Reihe und macht die Unsicherheit sichtbar.
Der gemeinsame Navagraha-Hymnus bündelt die Neunergruppe in anschaulichen Bildern. Die Sonne gleicht der Hibiskusblüte, Soma Dickmilch, Muschelhorn und Schnee; Mars leuchtet wie ein Blitz, Jupiter wie Gold. Merkur ist sanft und schön, Saturn dunkel wie Augenschminke. Rāhu und Ketu behalten ihre furchtbaren, mit Verdunkelung und Vorzeichen verbundenen Züge. Die abschließenden Verheißungen von Frieden, Gesundheit und Schutz werden als Aussagen des Hymnus kenntlich gemacht. Für heutiges Studium können die Naturbilder einen Zugang zu aufmerksamem Lesen eröffnen, ohne dass man jede historische Erfolgsbehauptung übernehmen muss.
Maṅgala, Schuldenlösung und die Erzählung vom Gelübde
Maṅgala erhält nach dem allgemeinen Graha-Teil einen zusätzlichen ausführlichen Abschnitt. Der dem Rudrayāmala zugeschriebene Maṅgala-Kalpa erklärt einen Mantra, seine Körperzuordnungen, eine rote Meditationsgestalt und ein geometrisch gegliedertes Yantra. Die Zahl der Felder, die Reihenfolge der Namen und die Umhüllungen ordnen die Verehrung. Hanuman ist hier noch nicht das Thema: Maṅgala wird als Bhāuma und Erdsohn eigenständig angesprochen.
Besonders eindrücklich ist das symbolische Auswischen von Schuldenlinien. Vor der Gottheit werden Linien mit Kohle gezogen und mit dem linken Fuß gelöscht. Die Quelle verbindet diese Handlung mit der Erwartung, von Schulden frei zu werden. Eine heutige Erläuterung kann darin die bildhafte Bekräftigung eines Neuanfangs erkennen; dies ersetzt weder die ursprüngliche Ritualbedeutung noch die tatsächliche Klärung finanzieller Verpflichtungen. Der Text selbst beschreibt keine wirtschaftliche Methode, sondern ein religiöses Gelübde.
Die 21 Namen Maṅgalas rufen den Erdsohn als Roten, Fest-Sitzenden, Wohlstandgeber, Schuldennehmer und Geber gewünschter Früchte an. Mehrere Fassungen der Reihe stehen nebeneinander. So wechselt an einer Stelle „Landgeber“ zu „Wohlergehengeber“ und „Beseitiger aller Krankheiten“ zu „Beseitiger allen Kummers“. Die deutsche Fassung weist auf solche Unterschiede hin, anstatt eine einzige bevorzugte Namensliste über alle Stellen zu legen.
Das Bhaviṣyottarapurāṇa liefert eine weitere Ritualordnung und eine zugehörige Erzählung. Ein kinderloses Brahmanenpaar nimmt ein Mädchen auf, dessen Körper nach der Erzählung Gold hervorbringt. Sie wird früh verheiratet; Jahre später wird ihr Ehemann auf einer Reise von Räubern getötet. In ihrer Trauer will sie ihm in den Tod folgen. Maṅgala erscheint und gewährt auf ihre Bitte die Wiederbelebung des Mannes. Die Frau erbittet anschließend Schutz für Menschen, die den Gott verehren.
Diese Erzählung lässt sich als Geschichte von Not, Bitte und göttlicher Hilfe lesen. Die frühe Heirat und der Vorsatz des gemeinsamen Todes gehören jedoch zur historischen Erzählwelt und sind keine Vorbilder, die diese Ausgabe empfiehlt. Gerade die klare Unterscheidung ermöglicht es, die Bitte um Leben und Befreiung von Angst wahrzunehmen, ohne problematische soziale Normen zu verklären. Die anschließende Gelübdeordnung nennt 21 Dienstage und eine Abschlussfeier am 22.; Opfergaben, Speisungen und Geschenke schließen die Handlung ab.
Die vier Veden als Reservoir ritueller Anwendungen
Auf die Maṅgala-Texte folgen Anwendungen aus Ṛg-, Yajur-, Sāma- und Atharvaveda. Der Aufbau verändert sich: Häufig wird nur der Anfang eines Verses genannt und unmittelbar mit einer gewünschten Wirkung verbunden. Die Vorlage bietet dazu teilweise Fußnoten mit Stellenangaben. Manche Nachweise oder Kurzformen sind auffällig beziehungsweise beschädigt. Sie werden als Angaben dieser Ausgabe von 1937 wiedergegeben und nicht ohne neue Begründung in eine moderne Konkordanz umgewandelt.
Das Ṛgvidhāna verbindet Gāyatrī, Oṃ und zahlreiche Hymnen mit Reinigung, Lebensdauer, Einsicht, Reise, Feldbau, Schutz und Sieg. Es nennt Morgengebete, Wasserhandlungen und Feueropfer. Landwirtschaftliche Verse begleiten Aussaat, Pflügen und Ernte; andere Texte wenden sich an Sonne, Feuer, Wind, Rudra oder alle Götter. Die Abfolge ist eher ein Nachschlageverzeichnis ritueller Möglichkeiten als eine einzige zusammenhängende Zeremonie.
Besonders verständlich ist die Vorstellung eines Segens auf dem Weg: Ein Reisender bittet, heil nach Hause zu gelangen. Ebenso steht das Gebet um gedeihende Nahrung neben solchen um Klarheit der Rede. Dieselbe Sammlung enthält jedoch Feindvernichtung, magische Unverletzlichkeit und Heilversprechen. Diese dürfen nicht durch eine ausschließlich friedliche moderne Zusammenfassung unsichtbar werden. Wo die Quelle einen nur verkürzt genannten Vers voraussetzt, ergänzt die Ausgabe keinen frei rekonstruierten Volltext.
Im Yajurvidhāna erscheinen die großen Vyāhṛtis, Rudra-Texte und weitere Formeln. Die Anwendungen reichen von häuslichem Frieden bis zu Waffen, Heeren und königlicher Macht. Rudra wird zugleich als Gottheit umfassender Befriedung angerufen: Menschen, Kinder, Frauen, Tiere, Dörfer, Städte und ganze Länder werden in die Schutzbitte einbezogen. Der Śivasaṃkalpa wird ausdrücklich mit Sammlung des Geistes verbunden. Solche Stellen sind für eine spirituelle Betrachtung ergiebig, bleiben aber Teil einer vielstimmigen Ritualsammlung.
Das Sāmavidhāna betont benannte Gesänge und Sammlungen wie Rathantara und Vāmadevya. Wiederholung, Opfer und Amulette werden mit Schutz, Erinnerungskraft, Wohlstand und Sieg verbunden. Das Atharvavidhāna ordnet die Texte in Gruppen für Frieden, Heilung, Furchtlosigkeit, Lebensdauer und Schutz der Wohnstätte. Eine Reihe von achtzehn Friedenshandlungen wird verschiedenen Gottheiten zugewiesen. Der Anspruch des Textes ist weit: Laut und Handlung sollen nahezu jede Lage des Lebens berühren können.
Für heutige Leser ist dabei die Grenze zwischen historischer Aussage und nachgewiesener Wirkung entscheidend. Die Übersetzung gibt Heil-, Schutz- und Erfolgsversprechen wieder, behauptet aber nicht, Mantras machten Waffen unschädlich, heilten Vergiftungen oder gewährleisteten den Ausgang einer Krankheit. Giftige Stoffkombinationen für konkrete Schadenshandlungen sind örtlich ausgewiesen ausgelassen. Diese redaktionelle Grenze wird auch in den beiden Sanskritfassungen sichtbar gemacht.
Tryambaka und die irdene Śiva-Verehrung
Zwei Mṛtyuñjaya-Anwendungen verbinden Śiva als Tryambaka mit einem gegliederten Maṇḍala, 64 Gottheiten, Wiederholung, Feueropfer und ritueller Begießung. Die Gottheiten werden in Mitte, Blätter, Tore und Richtungen eingesetzt. Die Quelle verheißt Schutz vor Unheil, Wiedergewinnung von Herrschaft und Überwindung von Feinden. Auch hier stehen Lebensschutz und Machtwünsche nebeneinander.
Die Verehrung eines irdenen Liṅgas führt vom Bereiten der Erde über Körperzuordnungen zur Meditation über Śiva und Umā. Śiva erscheint jugendlich, schön und glückverheißend am Fuß des Wunscherfüllungsbaums. Die Ehrengaben werden mit bestimmten vedischen Textanfängen verbunden. Eine kürzere Form nennt acht Gaben und die Mantras „Namaḥ śivāya“ beziehungsweise „Oṃ namo bhagavate rudrāya“. Die acht Gestalten Śivas verbinden Gottheit, Elemente, Opferherr, Mond und Sonne.
Der anschließende Liṅga-Hymnus preist den Allwissenden als Geber von Wissen und verwirklichter Erkenntnis und als dem Wohl aller Wesen zugewandt (33.PAR.27). Die höchste Gestalt ist zugleich vielgestaltig, rein und jenseits der begrenzten Ordnung von Entstehen und Bestehen. Für Yoga-Aspiranten kann diese Verbindung von Erkenntnis und Wohlwollen besonders ansprechend sein: Spirituelle Einsicht wird in der Anrede nicht vom Wohlergehen der Lebewesen getrennt.
Ebenso bedeutsam ist das Gebet um Verzeihung. Der Betende bekennt fehlende Handlungen, unpassende Gaben, ausgelassene Mantralaute, Zerstreuung und unreine Gedanken, Worte oder Taten. Die eigene Unvollkommenheit wird nicht geleugnet. Das Gebet bittet, die Verehrung dennoch zur Vollständigkeit gelangen zu lassen. Eine heutige Betrachtung kann darin eine Ermutigung zu ehrlicher, sorgfältiger und zugleich nicht selbstquälerischer Praxis sehen. Dies ist eine moderne Erläuterung zu den ausdrücklich übersetzten Bitten, kein zusätzlicher Sanskritinhalt.
Kurze Gebete gegen Furcht und Not rufen Śiva als Geliebten Gaurīs, Überwinder des Todes und Mondgekrönten an. Danach folgen Kinder- und Kubera-Yantras sowie Formeln zur Befreiung aus Gefangenschaft und zum Erlangen von Wohlstand. Beschädigte Zeichenanordnungen werden nicht in nachzeichnungsfähige neue Yantras verwandelt. Eine offene Lesungsfrage bleibt auch dort offen, wo eine vollständige Formel bequemer wäre.
Hanumān: Hingabe, Kraft und widersprüchliche Ritualziele
Der letzte große Teil gehört Hanumān. Zunächst erscheint er fünffach: mit Affen-, Narasiṃha-, Garuḍa-, Eber- und Pferdegesicht. Seine Gestalt trägt viele Augen, Arme und Waffen. Die Anrufungen verbinden Richtungen, Formen und Wirkungen. An einer Stelle benennt die Formel das obere Gesicht anders als die vorausgehende Meditation; die Ausgabe bewahrt den Unterschied.
Mehrere lange Mantras werden zunächst durch verschlüsselte Lautnamen entfaltet und anschließend ausgeschrieben. Das erfordert besondere Sorgfalt: Der Druck enthält unsichere Bījas, unterschiedliche Formulierungen und sogar Fragezeichen bei Lautzahlen. Die Ausgabe macht solche Unsicherheiten sichtbar und erfindet keine einheitliche, angeblich sichere Mantrafassung. Die lesbaren Krankheits-, Gefahren- und Anredenreihen werden vollständig übertragen. Wiederholungszeichen werden in ihrer Funktion erklärt.
Einige Formeln richten sich gegen Krankheit, Fieber, bedrängende Wesen, Gift und große Gefahren. Andere fordern ausdrücklich, Gegner zu schlagen, zu verbrennen, zu fesseln, stumm oder dienstbar zu machen. Wieder andere zählen Hanumāns Taten aus der Rāma-Überlieferung auf: den Sprung über den Ozean, Trost für Sītā, den brennenden Aśoka-Hain beziehungsweise Laṅkā, den Heilpflanzenberg und die Hilfe für Rāma und Lakṣmaṇa. Das Kapitel vereinigt somit Hingabe und heroische Erinnerung mit Ritualen von Abwehr, Zwang und Feindschaft.
Die zwölfsilbige Vidyā führt zu einer lichtvollen Meditation über den Windsohn. Besonders klar ist 33.HDT.13: Hanumān ist schnell wie der Geist, dem Wind an Geschwindigkeit gleich, Herr seiner Sinne, hervorragend unter den Einsichtigen und Bote Śrīrāmas. Kraft steht hier zusammen mit Selbstbeherrschung und Dienst. Diese Verbindung kann eine heutige, friedliche Betrachtung tragen, ohne die anderen, dunkleren Textteile zu leugnen.
Die folgenden Anwendungen sprechen von Hausschutz, Befreiung aus Fesseln, belebten Bildnissen, Totenerhebung, Heilung, Unverletzlichkeit und verschiedenen Opferstoffen. Solche Aussagen gehören zur historischen Vorstellungswelt. Die Ausgabe trennt ihre Übersetzung von praktischer Empfehlung. Konkrete giftige Schadensmischungen sind gekennzeichnet ausgelassen; symbolische Beschwörungen und ihre oft befremdlichen Zielsetzungen bleiben als Quelle erkennbar. Das Kapitel endet mit der Aufforderung, Hanumān durch vorbereitende Mantrawiederholung zu dienen. Kapitel 34 setzt unmittelbar mit seinem Verehrungs-Yantra fort.
Was sich aus dem Kapitel für das Studium mitnehmen lässt
Die Stärke einer sorgfältigen Lektüre liegt nicht darin, alle Verheißungen zu vereinheitlichen. Sie liegt im genauen Unterscheiden: Was ist Gebet, was Meditation, was historische Behauptung, was eine beschädigte Lesung und was eine heutige Erläuterung? So können die Bitte um Frieden, Śivas Zuwendung zum Wohl aller Wesen, das Verzeihungsgebet und Hanumāns Verbindung von Kraft und Dienst klar hervortreten.
Eine einfache heutige Betrachtung kann bei einem sicher lesbaren Vers verweilen: Welcher Gedanke wird angesprochen? Welche Haltung fördert er? Wie lässt sich Wohlwollen oder zuverlässiger Dienst im eigenen Alltag ausdrücken? Diese Fragen sind moderne Anregungen zum Selbststudium. Sie beanspruchen weder die überlieferten komplexen Rituale zu ersetzen noch eine nicht vorhandene Anweisung des Tantra zu sein.
Zusammenfassung des vierunddreißigsten Śvāsa
Der vierunddreißigste Śvāsa beginnt auf Druckseite 776 mit weiteren Formen der Hanumān-Verehrung und endet auf Seite 818 nach einer ausführlichen Behandlung der Caṇḍī-Rezitation. Dazwischen stehen Feuerkreise, Fragen zur Mantra-Praxis, eine große Sammlung von Mudrās und eine vielschichtige Verehrung der Śāmbhava-Strahlen. Die Ausgabe erfasst 657 nummerierte Einträge sowie die umfangreichen unnummerierten Anweisungen, Mantras, Namenslisten und das Kolophon. Der folgende Überblick erläutert die Zusammenhänge; er ersetzt weder die Übersetzung noch die gekennzeichneten offenen Lesungen.
Hanumān: Kraft, Schutz und überlieferte Anwendungen
Der Anfang schließt an die Hanumān-Texte des vorigen Kapitels an. Er beschreibt gezeichnete Verehrungsformen, zwölf- und achtzehnsilbige Mantras, lange Mālā-Mantras und verschiedene praktische Anwendungen. Hanumān erscheint als machtvolle Schutzgestalt, als Āñjaneya und als Träger außerordentlicher Kraft. Zu einer Meditation gehören nicht nur Worte, sondern auch körperliche Zuordnungen, Handgesten, Zeichnungen und Darbringungen. Der Text setzt voraus, dass diese Bestandteile als eine zusammengehörige Form gelernt werden.
Die Schutzsprache ist oft kämpferisch. Neben Hingabe und Abwehr von Bedrängnis stehen Versprechen von Unterwerfung, Erstarrung und Schädigung anderer. Die Übersetzung bewahrt diesen Unterschied. Einzelne konkrete giftige Schadenszubereitungen in 34.HPY.53–55 werden ausdrücklich nur in ihrem Ziel und Umfang beschrieben; ihre Sanskritwiedergabe ist sichtbar ausgelassen. Diese redaktionelle Ausnahme darf nicht mit einer Lücke des Drucks verwechselt werden. Andere Schwierigkeiten betreffen beschädigte Bījas oder eine Druckzählung: Nach 34.HMU.38 steht im Druck 49, während die Zuordnung der deutschen Fassung die fortlaufende Stelle als 34.HMU.39 kenntlich macht.
Für heutige Aspiranten kann die Verbindung von Kraft, Mut und Hingabe eine Anregung sein. Dies ist eine moderne Betrachtung: Die Fähigkeiten, die Hanumān zugeschrieben werden, können zur Frage führen, wie die eigene Energie in hilfreiches Handeln übergeht. Daraus folgt keine Bestätigung der im Text beanspruchten Zwangs- oder Heilwirkungen. Die historische Darstellung enthält auch belastende Praktiken und ältere Heilvorstellungen, die nicht zu einer heutigen Übungsanleitung umformuliert werden.
Mantra, Feuer und die Möglichkeit einer Neuorientierung
Im Anschluss folgen Beschreibungen des Agni-Cakra und Berechnungen über den rituellen Ort des Feuers. Die Quelle stellt dabei Laut, Kalender und räumliche Ordnung in Beziehung. Solche Zuordnungen erklären, weshalb ein Ritual innerhalb seiner Überlieferung nicht nur als einzelne Handlung verstanden wird: Zeitpunkt, Richtung, Körper und Mantra sollen miteinander übereinstimmen. Die Übersetzung gibt die Rechenregeln wieder, ohne ihre Voraussetzungen als naturwissenschaftliche Aussagen zu behandeln.
Ein eigener Abschnitt befasst sich mit einem Mantra, dessen Anwendung ungünstig beurteilt wird, und mit dessen ritueller Aufgabe. Er enthält Formeln der Bitte um Verzeihung und der Wiederherstellung einer geordneten Beziehung zur Gottheit. In 34.AMP.21–23 liegt das Gewicht auf Reue, Beruhigung und Hingabe. Das ist ein anderer Ton als die vorausgehenden Machtansprüche. Der Text kennt also auch den Fall, dass eine begonnene Praxis überprüft, beendet und in eine andere Beziehung zur göttlichen Gegenwart überführt wird.
Daneben wird eine Initiation behandelt, wenn ein menschlicher Guru nicht verfügbar ist. Die betreffende Darstellung gehört zu einer konkreten Texttradition; sie ist nicht ohne Weiteres eine allgemeine Aufhebung der Bedeutung des Gurus. An anderer Stelle desselben Kapitels werden Unterweisung und Überlieferungsfolge ausdrücklich vorausgesetzt. Zusammengelesen zeigen diese Passagen, dass das Werk unterschiedliche Überlieferungsfälle sammelt. Eine verständliche Einführung sollte diese Unterschiede benennen, statt aus einem einzelnen Vers eine ausnahmslose Regel abzuleiten.
Mudrās: Hände als Ausdruck der Verehrung
Ein großer Mittelteil beschreibt Handgesten. Er behandelt allgemeine Einladungs- und Verehrungsgesten, Formen der Khecarī-Mudrā sowie Gesten für Gaṇeśa, die Göttin, Gāyatrī, Viṣṇu, die Sonne und Śiva. Hinzu kommen Mudrās für Darbringungen, die fünf Lebenshauche, die Feuerzungen und die Rücknahme einer Verehrung. Viele Reihen beginnen erneut mit Vers 1. Die Abschnittsbezeichnungen wie 34.GYM, 34.VSM und 34.SHM helfen, gleichlautende Nummern auseinanderzuhalten.
Die Beschreibungen ordnen einzelnen Fingern und ihren Verbindungen bestimmte Bilder zu. Hände können Muschel, Rad, Lotus, Schlinge oder andere Attribute darstellen; sie können auch eine Einladung, Bewahrung oder Auflösung ausdrücken. Die Gesten sind innerhalb des Textes keine bloße Verzierung. Sie gehören zu der Art, wie eine Verehrung körperlich vollzogen wird. Zugleich bleiben manche Fingerstellungen sprachlich oder im Druck unsicher. Wo sich eine Bewegung nicht zuverlässig rekonstruieren lässt, wird keine scheinbar eindeutige Anleitung erfunden.
Auf die Gesten folgen Sitzformen aus einer Gorakṣa zugeschriebenen Sammlung. Damit weitet sich der Blick vom einzelnen Finger zum ganzen Körper. Sitz, Geste, Atem und Aufmerksamkeit sind verschiedene Ebenen desselben rituellen Geschehens. Als heutige, vom Quellenwortlaut unterschiedene Betrachtung kann dies dazu anregen, eine schlichte Handlung bewusst auszuführen: aufrecht sitzen, die Hände ruhig zusammenlegen und die Aufmerksamkeit sammeln. Eine solche einfache Besinnung ist nicht mit der vollständigen historischen Mudrā-Folge gleichzusetzen.
Inneres Bad und die Verehrung im Alltag
Die Śāmbhava-Abhandlung eröffnet einen besonders innerlichen Zugang. Die sechs Überlieferungszweige werden mit Strahlen göttlicher Gegenwart verbunden. Körperorte, Gottheiten, Lehrer und Kräfte erscheinen in einem umfassenden Beziehungsgefüge. Ein früher Vers dieses Abschnitts, 34.SBR.5 auf Seite 793, bezieht die Handlungen des Lebens auf Verehrung. Im Zusammenhang bedeutet dies, dass die rituelle Aufmerksamkeit nicht am Ende einer einzelnen Zeremonie aufhört.
Das innere Bad wird mit heiligen Flüssen verbunden. Iḍā, Piṅgalā und die Mitte werden mit Gaṅgā, Yamunā und Sarasvatī zusammengebracht. Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit bilden den geistigen Bezugspunkt. Der Körper wird so als Ort einer inneren Pilgerschaft betrachtet. Die Reinheit, um die es hier geht, erschöpft sich nicht im äußeren Wasser: Die Wahrnehmung soll sich auf das göttliche Wesen richten, das im eigenen Inneren vergegenwärtigt wird.
Die Sandhyā-Zeiten erhalten unterschiedliche göttliche Gestalten. Morgen, Mittag und Abend werden nicht als austauschbare Zeitpunkte behandelt. Jede Tagesphase trägt innerhalb der Darstellung eine eigene Qualität. Moderne Leser können daraus die Anregung gewinnen, den Tag durch kurze Zeiten bewusster Sammlung zu gliedern. Die Namen, Mantras und Körperzuordnungen der Quelle bleiben davon getrennt: Eine heutige Anregung zu regelmäßiger Besinnung ist nicht selbst eine Übersetzung ihrer detaillierten Praxis.
Die Zählung dieses Abschnitts weist einen sichtbaren Bruch auf. Nach den ersten Einträgen fehlt die gedruckte Nummer 4; sie wird nicht durch einen erfundenen Vers ersetzt. Auch andere Textschäden bleiben örtlich dokumentiert. Gerade bei einem inspirierenden Thema ist diese Genauigkeit wichtig: Die erhebende Bedeutung soll aus belegten Stellen hervorgehen und nicht aus Ergänzungen, die nur gut zum erwarteten Inhalt passen würden.
Sonnenverehrung, Nyāsa und Guru-Reihen
Die folgenden Abschnitte entfalten Sonnenverehrung und vorbereitende Handlungen. Cidāditya verbindet die Sonne mit Bewusstsein; Mārtaṇḍa-Bhairava wird in einer vielgliedrigen Gestalt meditiert. Darauf folgen innere Reinigungen, Kuṇḍalinī-Bezüge und zahlreiche Nyāsas. Beim Nyasa werden Laute, Gottheiten und Kräfte bestimmten Körperstellen zugeordnet. Die Darstellung versteht den Körper damit als einen gegliederten Raum der Verehrung.
Die Bīja-Pīṭha- und Ratna-Nyāsas verbinden diesen Raum mit Weltbereichen und großen Yoginī-Gruppen. Lange Reihen von Namen sind dabei ebenso Teil des Textes wie die gereimten Verse. Die Ausgabe kürzt diese Prosa nicht zu einem bloßen Hinweis „weitere Namen folgen“. Sie hält die Reihen und ihre Richtungen fest, kennzeichnet aber unentscheidbare Bīja-Verbindungen. Das ist besonders bei zusammengesetzten Schriftzeichen nötig, deren undeutlicher Druck verschiedene Lesungen zulässt.
Die Guru-Abhandlung unterscheidet göttliche, vollendete und menschliche Überlieferungsströme. Sie nennt Parā, Icchā, Jñāna, Kriyā, Kuṇḍalinī und Mātṛkā sowie zahlreiche Lehrer-Göttinnen-Paare. Die vielen Namen drücken eine Vorstellung von Wissen aus, das über Beziehungen weitergegeben wird. Wissen ist hier nicht bloß ein Besitz einzelner Personen, sondern eingebunden in Erinnerung, Verehrung und Weitergabe.
Im Umfeld der zweiunddreißig Strahlen steht eine knappe Anweisung für Befreiungssuchende: 34.RDH.3 auf Seite 801 richtet ihre Betrachtung auf Licht. Die anschließenden Verse 34.IVR.5–9 führen zu einem Hymnus innerer Vereinigung und Befreiung. Diese Stellen geben dem langen Ritualgefüge einen erkennbaren inneren Bezug. Wer die vielen Namen zunächst schwer zugänglich findet, kann an ihnen verstehen, worauf die Sammlung an diesen Stellen zielt: auf Sammlung, Erkenntnis und die Überschreitung begrenzter Selbstvorstellungen.
Die Strahlenfolgen und ihre unterschiedlichen Gestalten
Nach allgemeinem und besonderem Arghya folgen Maṇḍala, Guru-Paare, Bhairavas, Nāgas und verschiedene Gottheitsmeditationen. Nābhasa-Vicceśvara, Haṃseśvara, Saṃvartakeśvara, Dvīpeśvara und Navātmeśvara gehören zu den ausführlich beschriebenen Folgen. Die Strahlen werden in Richtungsgruppen geordnet. Manche Reihen umfassen sechsunddreißig, siebenundzwanzig, einunddreißig, sechsundzwanzig oder achtundzwanzig Gestalten. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Reihen und werden nicht zu einer einzigen Gesamtliste vermischt.
Die Paare verbinden Lehrerbezeichnungen mit Namen der göttlichen Kräfte. Einige Göttinnennamen bezeichnen Sinnesqualitäten, andere Weltbereiche oder bekannte Śakti-Gestalten. Richtungen, Elemente und Farben machen aus der Namensfolge ein räumlich gegliedertes Bild. So ist nachvollziehbar, weshalb die Prosa wiederholt „in der Nordostecke“, „im Westen“ oder ähnliche Ortsangaben nennt. Diese Angaben gehören zur Zuordnung und werden auch dann bewahrt, wenn ein Name selbst unsicher bleibt.
Die Gottheitsbilder reichen von hell und friedvoll bis zu dunkel, vielarmig und furchterregend. Schädelgirlanden, Schlangen, Tierfelle und Feuerbilder sind Bestandteile dieser Ikonographie. In 34.SVD.9–10 wird das große Bewusstsein mit unterschiedlichen Gestalten verbunden. Die Quelle stellt damit die Vielheit der Erscheinungen in einen größeren Zusammenhang. Eine moderne Deutung kann darin eine Einladung sehen, nicht nur angenehme Erfahrungen in die spirituelle Betrachtung einzubeziehen; sie darf jedoch nicht jeden furchterregenden Textbestandteil ohne Weiteres zu einer psychologischen Metapher erklären.
Einzelne Beschreibungen ergeben keine widerspruchsfreie anatomische Zeichnung. So nennt eine Meditation eine bestimmte Armzahl und anschließend zusätzliche Arme oder Attribute. Solche Abweichungen bleiben erhalten. Ebenso wird eine undeutliche Gruppenzahl nicht allein deshalb sicher gesetzt, weil eine rechnerisch passende Zahl naheliegt. Die Ausgabe führt sichtbaren Wortlaut, vorsichtige Lesungsvermutung und redaktionelle Erläuterung auseinander.
Von der äußeren Darbringung zur inneren Rücknahme
Die äußere Verehrung umfasst Duft, Blumen, Licht und Speisen. Die Annapūrṇeśvarī-Zuordnungen führen zur Vorstellung eines Lotus in der Speisegabe. Gott und Göttin werden samt ihrem Gefolge verehrt; danach folgen Bali-Gabe und weitere Ehrendienste. Die Quelle verbindet die alltägliche Handlung des Essens mit einem umfassenden Vorgang der Darbringung. Dies kann heutige Leser zu Dankbarkeit anregen, ohne dass sie den ganzen historischen Ablauf übernehmen müssen.
Die Rücknahme führt die zuvor entfalteten Gestalten wieder an ihre inneren Orte. Kräfte werden Körperbereichen zugewiesen; schließlich werden Ichheit und Diesheit als Einheit betrachtet. 34.TAR.2 auf Seite 814 beschreibt die Darbringung aus dieser Einsicht. Der Unterschied zwischen dem Verehrenden und dem Gegenstand seiner Verehrung wird an dieser Stelle selbst zum Gegenstand der Meditation.
Der Schluss des Śāmbhava-Abschnitts ist besonders klar auf Befreiung ausgerichtet. 34.SCA.1 nennt Śambhus Fuß als Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Die folgenden Verse sprechen vom Überschreiten des Ozeans des Daseins und vom Aufgehen des Geistes in Paraśambhu. In 34.SCA.3 steht die Erinnerung: „Ich bin von seinem Wesen.“ Die Lehre wird zugleich als etwas bezeichnet, das aus dem Mund des Gurus erkannt wird. Innere Einheit und überlieferte Unterweisung stehen hier nebeneinander.
Mehrere unnummerierte Halbverse dieses Abschnitts brechen im Druck ab und werden durch Punktreihen fortgesetzt. Diese Punkte sind keine versehentliche Auslassung der Ausgabe. Sie zeigen, dass die benutzte Druckgrundlage selbst einen unvollständigen Wortlaut bietet. Die Übersetzung gibt den erkennbaren Teil wieder und markiert die Grenze des Erkennbaren.
Der letzte große Abschnitt behandelt die neun Durgās und die Rezitation des Devīmāhātmya, auch Caṇḍī oder Saptaśatī genannt. Die Quelle verbindet den Navārṇa-Mantra mit Śrīvidyā und beschreibt Umrahmungen der Lesung. Sie unterscheidet eine auf bestimmte Wünsche gerichtete Rezitation von einer auf Befreiung bezogenen Lesung ohne Umrahmung. Dabei stehen verschiedene Zahlen nebeneinander: Ein Abschnitt nennt hundert Wiederholungen am Anfang und Ende, die spätere Durchführung hundertacht. Beide Angaben werden in ihrem jeweiligen Zusammenhang erhalten.
Die drei Erzählungen des Devīmāhātmya werden mit Mahākālī, Mahālakṣmī und Mahāsarasvatī verbunden. Ihnen werden Seher, Versmaße, Bījas und Wirkbereiche zugeordnet. Zugleich erscheinen sie als Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Die Texte über Madhu und Kaiṭabha, Mahiṣāsura sowie Śumbha und Niśumbha bilden dadurch nicht nur eine Folge von Erzählungen, sondern eine symbolische Ordnung des kosmischen Geschehens.
Der praktische Schwerpunkt liegt wiederholt auf gesammelter und deutlicher Rezitation. 34.NDG.17 fordert klar ausgesprochene Wörter und Laute. Die abschließende Prosa spricht von Schweigsamkeit, gleichbleibender täglicher Zahl und dem Verzicht auf ablenkende Gespräche während der Lesung. Diese Hinweise machen verständlich, dass Aufmerksamkeit selbst einen wesentlichen Anteil an der beschriebenen Praxis hat.
Daneben enthält der Abschnitt aufwendige Fasten-, Wach- und Opferregeln sowie Anwendungen zur Unterwerfung und Schädigung. Er erläutert Vorwärts- und Rückwärtslesungen und verschiedene Einfügungsverfahren. Diese Inhalte werden als historische Quellenpositionen benannt. Die Verheißung einer Wirkung wird nicht in eine heutige Erfolgsgarantie umgeschrieben. Ebenso sind die Aussagen über Krankheit, Lebensdauer und Wunden religiöse Wirkungsversprechen und keine geprüften medizinischen Aussagen.
Das Vārāhī-Tantra wird mit einer abgestuften Liste von Rezitationszahlen zitiert. Sie reicht von einzelnen Durchgängen bis zu hundert, hundertacht und tausend. Genannt werden Frieden, Wohlergehen, Befreiung von Bedrängnis und schließlich Mokṣa. Die abschließende Prosa ordnet die getrennte Lesung der drei Erzählungen Dharma, Artha und Kāma zu, die gemeinsame Lesung allen vier Lebenszielen. Für das alleinige Streben nach Befreiung bleibt die wunschlose Ausrichtung hervorgehoben.
Anregungen für Studium und Besinnung
Wer dieses Kapitel studiert, begegnet einer großen Vielfalt. Ein hilfreicher Zugang ist, zunächst den jeweiligen Abschnitt und sein Ziel festzuhalten: Geht es um eine Handgeste, eine Gottheitsmeditation, eine Lehrerreihe, eine äußere Darbringung oder eine innere Erkenntnis? Diese Unterscheidung verhindert, dass sehr verschiedene Aussagen vorschnell zu einer einzigen Praxis zusammengezogen werden.
Als moderne, ausdrücklich von der Übersetzung getrennte Anregung kann man einen belegten innerlichen Vers langsam lesen und danach still werden. Geeignet sind etwa die Einheit von Ichheit und Diesheit in 34.TAR.2 oder Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit in 34.SCA.1–3. Ebenso kann die Sorgfalt der Rezitationsanweisung dazu anregen, wenige Worte aufmerksam zu sprechen. Der Umfang einer Praxis ist dann nicht ihr einziges Maß; entscheidend ist auch, ob der Geist bei dem bleibt, was gerade getan wird.
Die Zusammenfassung soll zur Lektüre der Quellen ermutigen. Sie glättet weder die Unterschiede der Überlieferungen noch die beschädigten Stellen. Gerade die Verbindung aus Hingabe und genauer Aufmerksamkeit kann dem Studium dienen: Man lässt sich von einer belegten Aussage berühren und bleibt zugleich ehrlich darüber, was der Text tatsächlich sagt und was offenbleibt.
35. Śvāsa in einfachen Worten: Atem, Erkenntnis und tägliche Verehrung
Der fünfunddreißigste Śvāsa verbindet mehrere große Themen: den Atem als Spiegel der Zeit, die Vielheit der göttlichen Kräfte, Yoga und Selbsterkenntnis, innere Opferung, Yantras und eine ausführliche tägliche Śrīvidyā-Praxisordnung. Er beginnt auf Druckseite 818 und endet auf Seite 868. Seine 914 nummerierten Einträge stehen neben langen Prosakommentaren, Lautreihen und unnummerierten Gebeten. Gerade diese Prosa ist wichtig: Sie erklärt häufig, wie ein knapper Vers verstanden wird, und nennt gelegentlich andere Lesarten oder Anordnungen. Die folgenden Erläuterungen fassen zusammen; sie ersetzen weder die Übersetzung noch die örtlichen Quellenhinweise.
Der Atem verbindet den Menschen mit Zeit und Welt
Am Anfang steht eine aus dem Tantrarāja zitierte Betrachtung des Atems. Die sechzehn Nityās, Elemente, Laute, Planeten und andere Kräfte werden mit dem Wechsel des Atems verbunden. Die häufig genannte Zahl von 21.600 Atemzügen am Tag bildet das Zentrum einer großen Entsprechungsordnung. Zeit ist hier nicht nur das, was eine Uhr misst: Sie wird im lebendigen Körper erfahren. Der Text gliedert Atemabschnitte, Tageszeiten und längere Zyklen und bezieht sie auf die Kräfte der Göttin.
Diese Ordnung ist zugleich kosmologisch und rituell. Sie enthält traditionelle Aussagen über günstige Zeiten, Atemseiten und das Vorhersagen von Ereignissen. Solche Aussagen bleiben als historische Lehre erkennbar. Aus ihnen folgt keine verlässliche Vorhersage einer Schwangerschaft, eines Todeszeitpunkts oder eines weltlichen Erfolgs. Wer heute einen einfachen Zugang sucht, kann daraus die Aufmerksamkeit für den eigenen Atem mitnehmen, ohne die divinatorischen Behauptungen übernehmen zu müssen. Das ist eine moderne Anregung, nicht die wörtliche Vorschrift des Tantras.
Die Zahlen sind nicht überall widerspruchsfrei. Besonders deutlich ist dies auf Seite 820: Eine Aufzählung ergibt mit den ausdrücklich genannten 61 Übergängen mehr als die zugleich angegebene Gesamtsumme von 21.600. Ohne diese 61 stimmt die Summe. Die Ausgabe lässt beide Angaben stehen und nennt das Problem. So bleibt sichtbar, wo der überlieferte Text selbst nicht glatt aufgeht.
Viele Namen, eine verehrte Wirklichkeit
Es folgen ausgedehnte Listen der Mātṛkā- und Śaktikräfte. Vokale und Konsonanten werden miteinander verbunden; daraus entstehen zahlreiche Namen und Gruppen. Für Leserinnen und Leser können diese Reihen zunächst fremd wirken. Im Zusammenhang des Kapitels zeigen sie, dass Sprache nicht bloß Mitteilung ist: Jeder Laut gilt als Erscheinungsweise göttlicher Kraft. Die Namen verteilen Eigenschaften, Tätigkeiten und kosmische Funktionen auf ein geordnetes Ganzes.
Die Übersetzung überspringt diese Listen nicht. Auch dort, wo ein Name nicht sicher als deutscher Ausdruck aufgelöst werden kann, bleibt er als Eigenname erhalten. Die vielen Gestalten sollen nicht zu einer einzigen modernen Definition vereinfacht werden. Manche Namen stehen für Mitgefühl, Wissen, Schutz oder Freude; andere für Zorn, Verwirrung, Auflösung oder Tod. Der Text umfasst damit auch die schwierigen Seiten des Daseins. Eine erhebende Lektüre kann darin die Einladung erkennen, das Leben nicht nur in seinen angenehmen Erscheinungen wahrzunehmen. Diese Deutung wird von den eigentlichen Namen und Ritualzuordnungen unterschieden.
Yoga braucht auch Haltung und Charakter
Der Abschnitt über Nāḍīs, Lebenshauche und Yoga nennt zahlreiche innere Wege und Körperstellen. Einzelne Namen wiederholen sich, und manche Sitzbeschreibungen sind schwer zuzuordnen. Die Ausgabe setzt deshalb nicht einfach die Namen heute bekannter Yogaübungen ein. Ebenso wird die Reihenfolge der Glieder so bewahrt, wie sie im Druck steht. Historische Atemzahlen und Aussagen über das Verlassen oder Wechseln eines Körpers werden nicht zu einer Anleitung für eigenständige Experimente umgeschrieben.
Neben diesen besonderen Lehren nennt das Kapitel schlichte menschliche Qualitäten: Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit, Geduld, Mitgefühl, Reinheit, Zufriedenheit und Dienst am Lehrer. Solche Stellen machen deutlich, dass die Praxis nicht nur in Lauten, Gesten und inneren Bildern besteht. Eine ausgeglichene Haltung und der Umgang mit anderen Menschen gehören dazu. Die Aufzählung der Regeln ist nicht immer deckungsgleich mit geläufigen Zehnerlisten; auch diese Abweichung bleibt sichtbar.
In den Versen 35.NVK.48–49 werden Freiheit von Gegensätzen, Wohlbefinden, Selbstbeherrschung, Beherrschung der Sinne, Zornlosigkeit und mitfühlender Dienst miteinander verbunden. Darin liegt ein leicht verständlicher Schwerpunkt: Geistige Übung soll sich im Verhalten zeigen. Die später folgenden Todeszeichen gehören dagegen zu einem historischen Vorstellungsrahmen. Sie werden nicht als sichere Diagnose oder Prognose dargestellt.
Der Navarātri-Abschnitt verbindet die Verehrung des Śrīcakra mit den Kräften des Devīmāhātmya. Die zahlreichen Göttinnennamen werden auf die neun Umfassungen verteilt. Unter ihnen erscheinen Gestalten, die Notleidende schützen, Zuflucht geben und die Welt durchdringen. Die Namen können als verdichtete Gebete gelesen werden, ohne dass jede in ihnen enthaltene Aussage zu einer gegenständlichen Beschreibung werden muss.
Danach zeichnet ein Tantrarāja-Zitat eine große Weltordnung der Nityās. Meru, Inseln, Meere, Planetenbahnen und Zeitkreise erscheinen als Räume der göttlichen Verehrung. Lalitā steht im Zentrum; die übrigen Nityās entfalten ihren Zusammenhang in zyklischen Bewegungen. Dies ist eine traditionelle sakrale Kosmologie. Die Ausgabe macht daraus weder eine moderne astronomische Darstellung noch verwirft sie die symbolische Bedeutung der Bilder.
Im weiteren Verlauf werden die fünf Ṣoḍaśī-Formen mit ihren Kräften beschrieben. Die langen Namenreihen führen bis zu Aussagen über Erkennenden, Erkenntnis und Erkanntes, über Leere und Nichtleere, Formlosigkeit sowie Wachen, Traum, Tiefschlaf und das darüber Hinausgehende. So steht mitten in der Vielfalt der Namen die Frage nach dem Bewusstsein, das alle Erfahrungen ermöglicht. Die Gottheit wird nicht auf eine einzelne Erfahrungsform begrenzt.
Das innere Feueropfer
Ein besonders zugänglicher Schwerpunkt ist das Prāṇāgnihotra. Das äußere Opfer wird in den inneren Menschen verlegt. Feuer, Sonne, Mond, Atem und Bewusstsein bilden einen Raum, in dem die Welt der Wörter und Bedeutungen dargebracht wird. Das Ziel wird nicht nur als Gewinn einer besonderen Kraft beschrieben, sondern als Ruhe und Einheit jenseits trennender Vorstellungen.
Die Verse 35.PAH.27–30 sprechen von Eigenschaften eines schon im Leben Befreiten. Reinheit und Nichtanhaften verbinden sich mit Gleichmut gegenüber Lob und Tadel sowie mit einer Haltung, die Freund und Gegner nicht bloß aus persönlicher Vorliebe beurteilt. Später werden Dankbarkeit, Zufriedenheit, freundliches Verhalten und Freiheit von Neid hervorgehoben. Die innere Opferung zeigt sich damit auch in einem menschlicheren Alltag.
Vers 35.PAH.46 beschreibt die höchste Darbringung als Aufgehen des Geistes im Ununterschiedenen. Für heutiges Studium ist dabei hilfreich, zwei Ebenen auseinanderzuhalten: Der Text spricht innerhalb einer bestimmten tantrischen Lehre; eine moderne stille Meditation kann sich davon anregen lassen, ohne zu behaupten, dieselbe rituelle Vollmacht oder Verwirklichung zu besitzen. Ein einfacher Gedanke wie „Ich lasse für einen Augenblick festgehaltene Urteile los“ ist eine heutige Erläuterung, keine Übersetzung dieses Verses.
Lakṣmī und die Verteilung der Kräfte
Die Lakṣmī-Verehrung wird mit der Überwindung von Armut und Bedrängnis verbunden. Wieder entfaltet sich eine umfangreiche Namenliste. Die Göttin erscheint als Wohlstand, Schönheit, Schutz und fördernde Kraft. Die Quelle ordnet außerdem Wochentage, Cakras und Elemente einander zu. Dabei stimmen einzelne Zuordnungen nicht mit verbreiteten modernen Cakra-Schemata überein: Maṇipūra wird in der betreffenden Reihe mit Wasser und Svādhiṣṭhāna mit Feuer verbunden. Diese Druckzuordnung bleibt erhalten.
Für Aspiranten lässt sich aus diesem Abschnitt vor allem die Dankbarkeit für das Tragende und Nährende des Lebens aufnehmen. Dazu gehört, materielle Not nicht zu verharmlosen. Wenn die Quelle Hilfe für Bedürftige oder Schutz in Bedrängnis nennt, ist dies ein konkreter ethischer Anknüpfungspunkt. Die historischen Wohlstandsversprechen werden dadurch nicht in garantierte Ergebnisse einer Mantrarezitation verwandelt.
Fragen nach Bewusstsein, Bindung und Befreiung
Ein langer Abschnitt aus dem sechsunddreißigsten Kapitel des Tantrarāja stellt grundlegende Fragen: Was sind Welt und Gottheit? Wie entstehen Bindung und Befreiung? Was bedeuten Geburt, Tod, Zeit, Sinne und Lebensatem? Die Antworten bewegen sich um das Verhältnis von Bewusstsein, Erkenntnis und den Vorstellungen von „Ich“ und „Dies“.
Der Text beschreibt Unterschiede und Gegensätze als in der Erkenntniskraft erscheinend. Bilder helfen dabei: Wie Wasser je nach Verbindung verschieden schmeckt, kann Erkenntnis durch ihre Verkörperung unterschiedlich erscheinen. Wie Feuer im Holz vorhanden ist und doch hervorgebracht werden muss, wird auch die Rolle der Unterweisung verständlich gemacht. Der Lehrer ist in diesem Rahmen wichtig, weil die bloße Kenntnis von Wörtern nicht mit Verwirklichung gleichgesetzt wird.
Die Lehre wird durch Verhaltensregeln begleitet. Dankbarkeit, Demut, Wahrhaftigkeit, Geradheit und das Vermeiden übler Nachrede werden betont. Mäßigung beim Essen und Sprechen gehört ebenso dazu. Besonders Vers 35.TEQ.87 bietet einen alltagsnahen Gedanken: Die Fehler anderer sollen nicht zum Gegenstand unnötigen Redens werden. Das bedeutet nicht, tatsächliches Unrecht zu verschweigen; eine solche moderne Unterscheidung muss jedoch als Erläuterung erkennbar bleiben.
Der Abschluss dieses Tantrarāja-Zitats erklärt, dass die betrachtende Erkenntnis des Tantras zur Einheit führen soll. Er enthält zugleich traditionelle Beschränkungen der Weitergabe. Die Verse 97–101 sind im Druck gemeinsam eingeklammert; eine Fußnote meldet ihr Fehlen in einem Textzeugen. Die Ausgabe bewahrt den Abschnitt samt Überlieferungshinweis.
Yantras als Laut-, Namens- und Zahlenordnungen
Die anschließenden Yantra-Kapitel sind umfangreich. Sie beschreiben Materialien, geometrische Formen, Namen, Bījas und die Einordnung der Laute in Blätter, Winkel und Kreise. Ein Yantra ist hier nicht bloß ein dekoratives Bild: Es verbindet eine Gottheit, ein Anliegen, eine bestimmte Lautordnung und die rituelle Verehrung. Die Quelle nennt unter anderem Schutz, Heilung, Wohlstand, Unterwerfung und Vertreibung als Zwecke.
Die Ausgabe unterscheidet die historische Beschreibung von einer heutigen Anwendung. Insbesondere die Behauptungen über Heilung, Feuersicherheit oder das Beherrschen anderer Menschen werden nicht als verlässliche Tatsachen formuliert. Konkrete giftige Verfahren zur schweren Schädigung sind an genau bezeichneten Stellen durch redaktionelle Inhaltsangaben ersetzt. Die übrigen symbolischen Anordnungen werden nicht pauschal ausgelassen. So bleibt sowohl der überlieferte Inhalt als auch die Grenze dieser Ausgabe transparent.
Die Originalzählung weist Besonderheiten auf: In der allgemeinen Yantra-Reihe fehlt nach Vers 7 eine nummerierte 8; später beginnt der Druck nach 64 erneut bei 63. Die zweite Reihe trägt deshalb ein eigenes Abschnittskürzel. Damit kann jede Stelle in Übersetzung, IAST und Devanagari eindeutig gefunden werden, ohne die ursprünglichen Ziffern umzuschreiben.
Ein weiterer Abschnitt behandelt Zahlenyantras und die 120 Anordnungen der fünf Lautpositionen. Die Zahlen werden häufig durch Wörter ausgedrückt: Mond steht etwa für eins, Feuer für drei, Ozean für vier und Pfeil für fünf. Die deutsche Fassung zeigt die erkennbaren Folgen als einzelne Positionen. Wo der Druck unklar oder widersprüchlich ist, wird keine rechnerisch passende Reihe erfunden. Gerade bei einem mathematisch wirkenden Text ist diese Zurückhaltung wichtig.
Die tägliche Praxis beginnt mit Widmung
Auf Seite 856 beginnt eine Praxisordnung, die der Verfasser ausdrücklich auf seinen verehrten Lehrer zurückführt. Sie setzt beim Erwachen ein: Der Guru wird im Licht des Bewusstseins betrachtet, mit seiner Śakti und den roten und weißen Füßen. Darauf folgt ein schlichtes Gebet, das den ganzen Tag umfasst:
„Vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen: Was immer ich tue, o Ursprung der Welt, möge deine Verehrung sein“ (35.SVP.5).
Diese Stelle kann für heutige Yoga-Aspiranten besonders tragfähig sein. Sie verbindet Arbeit, Begegnung, Ruhe und Übung mit einer inneren Ausrichtung. Die moderne Übertragung auf den Alltag sollte den Wortlaut nicht verdrängen: Der Vers ist ein Gebet an die göttliche Mutter und nicht lediglich eine allgemeine Aufforderung zur Leistungssteigerung oder Achtsamkeit.
Ajapā deutet Ein- und Ausatmen als unaufhörliche Mantrabewegung. Die Atemzüge des vergangenen Tages werden dem Guru dargebracht. Erde und Lehrer werden verehrt; äußeres Bad und inneres Nektarbad folgen. In 35.SVP.10 reicht die betrachtete Śakti vom Wurzelzentrum bis zum Brahmarandhra, und ihr Nektarregen wird zum inneren Bad. Das Bild spricht von Reinigung im Bewusstsein, nicht nur am Körper.
Der Körper als Ort der Verehrung
Sandhyā, Tarpaṇa, Schutzformeln, Reinigung der Elemente, Einsetzung der Lebenskräfte und viele Nyāsas bilden den weiteren Verlauf. Nyāsa bedeutet hier das rituelle Einsetzen von Lauten und Gottheiten in den Körper. Die Glieder werden dadurch als Teil einer größeren heiligen Ordnung betrachtet. Hände, Augen, Herz, Atem und Sprache erhalten einen bewussten Platz in der Verehrung.
Der Text nennt vier Sandhyā-Zeiten und unterschiedliche Gestalten der Göttin. Er enthält auch die Vorstellung einer alten, weißen Bhairavī am Abend. Diese Altersgestalt wird nicht durch ein einheitlich jugendliches Göttinnenbild ersetzt. Die Vielfalt der Formen gehört zum Text: Jugend, Alter, Licht, Dunkelheit, Schöpfung und Auflösung werden in die Betrachtung einbezogen.
Die Reinigung der Elemente führt Erde in Wasser, Wasser in Feuer, Feuer in Wind und Wind in Raum zurück, schließlich alles in Paraśiva. Die umgekehrte Entstehung wird ebenfalls beschrieben. Der sogenannte Pāpapuruṣa ist eine vorgestellte Gestalt des Fehlverhaltens, die in der Meditation ausgetrocknet und verbrannt wird. Er ist keine reale Person und kein Aufruf, Menschen zu bekämpfen. Die historischen Atemhalteverhältnisse bleiben als Quellenangabe bestehen, werden aber nicht zu einer Übungsanleitung für Unvorbereitete erweitert.
Die Mātṛkā-Nyāsas verbinden die Laute mit Sarasvatī, Śiva-Śakti-Paaren, Viṣṇu-Śakti-Paaren und verschiedenen Bīja-Formen. Namen wie Mitgefühl, Geduld, Vertrauen, Einsicht und Freude erscheinen neben weiteren kosmischen Kräften. Eine Meditation auf Seite 866 vergegenwärtigt Bhavānī ausdrücklich als das eigene Ich, mit von Mitgefühl bewegten Augen. Eine andere betrachtet das höchste Licht als unvergängliche Wurzel der Welt. Diese Stellen verbinden die genaue Ritualsprache mit der Lehre von Bewusstsein und Einheit.
Was dieses Kapitel für das Studium eröffnet
Kapitel 35 lässt sich als Bewegung von der Vielheit zur Sammlung lesen: vom Zählen der Atemzüge und Kräfte über die Fragen nach Erkenntnis bis zur Widmung aller Handlungen. Die ausführlichen Listen gehören ebenso dazu wie die kurzen Gebete. Wer langsam liest, kann sich zunächst an einer klar belegten Stelle orientieren, ihren Zusammenhang verstehen und erst danach die größere Ordnung erkunden.
Für eine heutige, einfache Praxis bieten sich als moderne Anregungen an: den Atem ohne Zwang wahrnehmen; den Tag mit einer Widmung beginnen; dankbar an Lehrer und Unterstützende denken; unnötige üble Nachrede vermeiden; eine kurze Gebetsstelle aufmerksam lesen. Diese Anregungen werden ausdrücklich von den historischen Einweihungs-, Atem- und Ritualvorschriften unterschieden. Der Quellentext bleibt die Grundlage, während die Erläuterung einen verständlichen Zugang schafft.
Der Kolophon auf Seite 868 schließt den fünfunddreißigsten Śvāsa ab. Er nennt dieselbe traditionelle Lehrerfolge und Zuschreibung wie die vorausgehenden Kapitel. Die verbleibenden Unsicherheiten betreffen einzelne Lesungen, Bījas, Zahlenfolgen und die ausdrücklich dokumentierten Ausnahmen. Sie sind kein Anlass, fehlende Sanskritwörter oder Übersetzungen zu erfinden. Kapitel 36 setzt die Praxisordnung unmittelbar mit Mālinī-Nyāsa fort.
36. Śvāsa: Den Körper als heiligen Raum verstehen und alles in Bewusstsein zurückführen
Der sechsunddreißigste und letzte Śvāsa setzt auf Druckseite 868 die ausführliche Praxisordnung des vorausgehenden Kapitels fort. Er führt durch viele Formen des Nyāsa, durch die innere und äußere Verehrung des Śrīcakra, durch große Mantraformeln und schließlich durch die Begleitung Sterbender und das Totengedenken. Der Kapitelkolophon steht auf Druckseite 915; die fünf nachgestellten Herausgeberverse auf Seite 916 sind ein eigener Anhang. Das Kapitel enthält vor allem Prosa und unnummerierte Formeln. Die Zahl von 178 nummerierten Einträgen im Kapitel und fünf weiteren im Herausgeberanhang bildet deshalb seinen Umfang nur unvollständig ab.
Für das Verständnis ist der Zusammenhang wichtiger als das Auswendiglernen aller Namen. Die vielfältigen Körperstellen, Buchstaben und Göttinnengruppen wollen das Erleben durchdringen: Körper, Welt und heilige Gegenwart sollen nicht als voneinander abgeschlossene Bereiche erscheinen. Zugleich bleibt dieses Kapitel ein historischer Ritualtext mit traditionsgebundenen Voraussetzungen. Die folgende Zusammenfassung erklärt seine Gedanken; sie ersetzt weder die Übersetzung noch die genaue Unterscheidung seiner unterschiedlichen Überlieferungen.
Nyāsa: Sprache und Bewusstsein im Körper
Zu Beginn werden im Mālinī-Nyāsa fünfzig Kräfte mit Körperorten verbunden. Das Sanskritalphabet erscheint dabei als lebendige Ordnung von Śaktis. Die anschließenden Nyāsas entfalten Stufen der Sprache: die höchste, noch unentfaltete Sprache, die innere Schau, die vermittelnde Ebene und die hörbare Rede. Wer diese Abschnitte liest, begegnet einem Verständnis von Sprache, in dem ein gesprochenes Wort einen langen inneren Ursprung hat. Laut, Absicht, Vorstellung und Bewusstsein gehören zusammen. Einzelne Listen zählen oder ordnen ihre Glieder unterschiedlich; diese Unterschiede werden in der Ausgabe nicht eingeebnet.
Die Betrachtung der Kāmakalā verbindet Punkte, Linien und Körperbilder. Gesicht, Brüste und Ursprungsmatrix werden zu Zeichen einer kosmischen Gestalt. Es handelt sich um die Bildsprache dieses Textes, nicht um eine anatomische Darstellung. In den anschließenden Reihen werden Attribute, Schmuck, sechzehn Kāmakalās und sechzehn Mondkräfte auf den Körper gelegt. Der Körper erscheint dadurch als Ort einer vielgestaltigen Verehrung. Für ein heutiges Verständnis kann dies die Achtung vor der Verkörperung stärken, ohne dass alle historischen Einzelzuweisungen übernommen werden müssen.
Der innere Tempel und die sechs großen Nyāsas
Der Yoga-Pīṭha-Nyāsa auf den Seiten 872–874 gestaltet einen inneren Tempel. Gärten, Edelsteine, Tiere, Sinneskräfte, Throne und Lotusse schaffen einen vollständigen Raum der Verehrung. Tugenden und ihre Gegensätze werden ebenso eingeordnet wie die sechsunddreißig Tattvas. Das Ziel ist keine Flucht aus dem Körper: Seine Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten werden in ein größeres Ganzes gestellt. Verschiedene überlieferte Anordnungen der vier Pīṭhas stehen nebeneinander. Wo Haupttext und Fußnote andere Geometrien nennen, bleiben beide Angaben als Varianten sichtbar.
Die sechs großen Nyāsas ordnen Gaṇeśa-Gestalten, Planeten, Mondhäuser, Yoginīs, Tierkreiszeichen und heilige Sitze zu. Die sieben Yoginīs erscheinen in einer Folge vom Kehlbereich über weitere Körperzentren bis zum Scheitel: Ḍākinī, Rākiṇī, Lākiṇī, Kākiṇī, Sākiṇī, Hākiṇī und Yākinī. Ihre Attribute, Farben und Gefolgschaften entfalten eine reichhaltige innere Landschaft. Die beigefügten Meditationen verschiedener Quellen stimmen dabei nicht in allen Einzelheiten überein. Gerade diese Vielfalt zeigt, dass der Sammeltext Überlieferungen bewahrt, statt sie zu einer einzigen glatten Darstellung zu vereinheitlichen.
Die Aussagen über die außerordentliche Stellung eines vollständig Eingeweihten und über Folgen mangelnder Verehrung gehören zur historischen Autoritätssprache. Sie werden nicht als heutige Aufforderung verstanden, familiäre oder menschliche Achtung aufzugeben. Die moderne Erläuterung bleibt von der Übersetzung getrennt. Das gilt auch dort, wo der Text religiöse Wirksamkeit, Überlegenheit oder Schutz verspricht: Solche Aussagen werden als Aussagen der Quelle erkennbar gehalten.
Die neun Umkreise des Śrīcakra
Auf den Seiten 879–882 wird das Śrīcakra im Körper angeordnet. Seine neun Schichten reichen von der äußeren Begrenzung bis zum innersten Punkt. Jede Schicht erhält Göttinnengruppen, Funktionen und eine Herrscherin. Begehren, Erinnerung, Standhaftigkeit, Erkenntnis, Schutz und Glück erscheinen als göttliche Kräfte. Der Weg nach innen schließt diese Kräfte ein. Zugleich kennt der Text eine umgekehrte Bewegung: Die Kräfte können in ihre Ursache zurückgenommen oder aus ihr wieder entfaltet werden. Schöpfung, Erhaltung und Auflösung werden als zusammengehörige Bewegungen betrachtet.
Das wiederholte Auftreten derselben Namen ist hier nicht bloß eine versehentliche Doppelung. Ein Nyāsa am Körper und eine spätere äußere Verehrung des Maṇḍala sind unterschiedliche rituelle Vorgänge. Die Ausgabe bewahrt deshalb auch umfangreiche wiederkehrende Reihen, wenn sie an einer anderen Stelle tatsächlich erneut stehen. Dagegen werden doppelt eingebundene Scanblätter nicht als weiterer Quellentext gezählt. Diese Unterscheidung schützt sowohl den Umfang der Quelle als auch die Orientierung der Lesenden.
Weitere Nyāsas behandeln die Erhaltung, die fünfzehn Hauptorte, die Nityās, neun Ursprungsmatrizes, Ketten und achtfache Gruppen. Schmuckstücke und Buchstaben werden auf Körperorte verteilt. Einige dieser knappen Listen sind mehrdeutig: Eine behauptete Zahl lässt sich nicht immer eindeutig mit den genannten Gliedern verbinden. Die Ausgabe ergänzt keine fehlenden Gruppen nach einem geläufigen Schema. Wenn der Text sich nicht sicher auflösen lässt, bleibt diese Grenze ausdrücklich sichtbar.
Obere Überlieferung und das Licht des Selbst
Die Abschnitte über den Ūrdhvāmnāya, die obere Überlieferung, verbinden Guru-Betrachtung, Śivas Gesichter und einen weiteren großen sechsfachen Nyāsa. Dabei werden Weltglieder, vierzehn Welten, Gottheitsgestalten, Mantragruppen, Wesenklassen und Buchstabengruppen in Beziehung zum Körper gesetzt. Die sehr großen Zahlen ihrer Begleitungen gehören zur kosmischen Ausdrucksweise. Sie bezeichnen eine umfassende heilige Welt, nicht eine überprüfte Zählung äußerer Lebewesen.
Besonders zugänglich sind die unnummerierten Sätze auf Seite 889: Das eigene Wesen wird als Licht von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit betrachtet. Zwischen den rituellen Zuordnungen steht eine kurze Ruhe. Die Formeln „Ich bin das“ und „Ich bin Brahman“ lenken vom Zählen der einzelnen Kräfte zur Frage nach dem Bewusstsein, in dem alle diese Bilder erscheinen. Diese Wendung ist im Kapitel kein Fremdkörper. Sie macht deutlich, worauf die Fülle der Zuordnungen zielt: auf eine Erkenntnis, die nicht an einer einzelnen Gestalt endet.
Die sechzehn Wurzel-Vidyās und die Gruppen der Lehrerlinie werden in mehreren Fassungen aufgeführt. Die Zahlen, Namen und Reihenfolgen stimmen nicht überall überein. Auch Bezeichnungen wie „jenseits von Leere und Nichtleere“ verweisen auf eine Wirklichkeit, die nicht durch eine einzelne Vorstellung begrenzt wird. Für das Studium ist es hilfreich, solche Aussagen langsam zu lesen und nicht vorschnell mit einem einzigen philosophischen System gleichzusetzen. Der Text verbindet unterschiedliche Quellen und bewahrt dabei deren jeweilige Sprache.
Śiva und Śakti als ungeteilte Gegenwart
Die acht Verse der Ardhanārīśvara-Meditation auf den Seiten 891–892 beschreiben die Einheit männlicher und weiblicher Gottheitsgestalt. Farbe, Schmuck und Attribute unterscheiden sich; die höchste Betrachtung führt jedoch zu ungeteiltem Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Die Gottheit kann in männlicher oder weiblicher Form erscheinen. Der achte Vers stellt das umfassende Licht in den Mittelpunkt. Darin liegt ein wichtiger Zugang zur Vielgestaltigkeit des Werkes: Unterschiedliche Formen müssen nicht verschiedene letzte Wirklichkeiten bedeuten.
Anschließend wird die Umgebung der Verehrung ausführlich gestaltet: eine Insel im Nektarozean, ein Garten, ein kostbarer Pavillon, die Jahreszeiten, Tiere, Richtungen und Torhüterinnen. Solche Bilder schaffen einen inneren Raum der Sammlung. Die reichen Einzelheiten sind zugleich Zeugnisse der rituellen Kultur. Wo eine Bildbeschreibung beschädigt oder ein Name unklar ist, wird kein vollständiges Idealbild nachträglich eingesetzt. Auch der moderne Wunsch nach einem harmonischen Gesamtbild darf die Überlieferungsgrenzen nicht verdecken.
Nektar, Selbstverehrung und inneres Opfer
Die Bereitung des Arghya verbindet Feuer-, Sonnen- und Mondkräfte mit den Buchstaben und dem Dreieck. Der Text nennt Gefäße und Stoffe und führt zugleich zu inneren Deutungen. Unnummerierte Verse auf Seite 894 sprechen vom Nektar des Bewusstseins. Bei einzelnen rituellen Stoffnamen bleibt die Bedeutung offen; aus einer bloßen Bezeichnung wie „das Zweite“ wird keine ungesicherte Rezeptangabe gemacht. Übersetzung und erklärende Einordnung haben hier unterschiedliche Aufgaben.
Die Selbstverehrung nimmt den inneren Yoga-Pīṭha wieder auf. Ein Diagramm beansprucht die sechsunddreißig Tattvas, nennt im sichtbaren Bestand jedoch nur fünfunddreißig, weil Kalā fehlt. Diese Differenz bleibt dokumentiert. Die Bildsprache vom Töten innerer „Tiere“ bezeichnet in diesem Zusammenhang das Überwinden von Anhaftung und Abneigung. Sie wird entsprechend dem ausdrücklichen inneren Bezug erklärt. Nicht jede starke Metapher darf als äußere Handlung gelesen werden.
Das innere Homa opfert die Sinnesbewegungen in das Licht des Bewusstseins. In den Versen am Ende von Seite 895 fallen die begrenzenden Gleichsetzungen mit Körper, Atem oder Leere weg. „Ich bin Śiva“ bezeichnet hier die Erkenntnis des eigenen höchsten Wesens. Auf Seite 896 folgt das Bild eines schon zu Lebzeiten Befreiten, der glücklich ruht. Diese Ruhe steht nicht außerhalb der vorhergehenden Praxis, sondern bildet deren inneres Ziel. Moderne Betrachtung kann daran anknüpfen, indem sie zwischen vorbeiziehenden Erfahrungen und dem wahrnehmenden Bewusstsein unterscheidet.
Die Verehrung der göttlichen Mutter
Weitere Reihen von Fußsandalen, Lehrern und Wurzel-Vidyās führen zur Einladung der Göttin. Auf Seite 898 wird die Mutter angerufen, die auf das Wohlergehen aller Wesen gerichtet ist. Die folgende Meditation auf Tripurasundarī umfasst fünfundzwanzig Verse. Sie beschreibt eine leuchtende, reich geschmückte Gestalt und nennt sie Freude der Welt, Wesen aller Mantras und Fülle der Glückseligkeit. Die körperlichen Einzelheiten werden als religiöse Bildbeschreibung wiedergegeben; die Erläuterung hebt ihre Verbindung zu Schönheit und verehrender Aufmerksamkeit hervor.
Das anschließende Jñānārṇava-Zitat beginnt mit innerem Licht, ruhigem Geist und natürlicher Glückseligkeit. Erst nach dieser inneren Betrachtung folgt die äußere Verehrung. Die Göttin umfasst in den späteren Versen die Veden, heiligen Orte, Lehren und Glückseligkeit. Die Aussage ist umfassend: Das Heilige soll nicht auf einen einzigen Gegenstand verengt werden. Wo ein Manuskript einen Halbversabschnitt nicht enthält, bleibt die überlieferte Variantenangabe erhalten. Eine auffällige Bezeichnung für den Erkenntniszustand wird nicht durch das ähnlich klingende, geläufigere Yoga-Wort ersetzt.
Die äußere Pūjā durchläuft sechzehn Dienste: vom Bad über Kleidung und Schmuck bis zu Speise und Bitte um Erlaubnis, das Gefolge zu verehren. Es folgt die vollständige Anbetung der neun Umkreise mit ihren Gruppen. Die wiederkehrenden Namen erhalten jetzt ihren Platz im äußeren Ablauf. Abweichungen zwischen Haupttext und Fußnoten, etwa bei Farben und Positionen der drei Göttinnen im inneren Dreieck, werden nebeneinander bewahrt. Die Genauigkeit der Ausgabe besteht gerade darin, solche Unterschiede nicht zu verbergen.
Licht, Lehrwege und Rücknahme der Verehrung
Die Darbringung von Speisen, Bali und Lampen führt zu zwei kurzen Lichtversen auf Seite 905. Inneres und äußeres Licht werden miteinander verbunden. Nach einem weiteren Nyāsa-Zitat ordnet der Text den Überlieferungsrichtungen des Śrīcakra verschiedene philosophische und religiöse Lehrwege zu. Buddhistische, jainische, vedische, vaiṣṇavische und śivaitische Bezeichnungen erscheinen im eigenen śāktischen Deutungsrahmen. Dies ist eine religiöse Einbeziehung durch den Verfasser; daraus folgt keine sachliche Gleichsetzung aller genannten Traditionen.
Am Ende der Praxisordnung werden die Gottheiten als Strahlen in die Göttin zurückgenommen. Die Einladung wird durch einen Abschied ergänzt, der zugleich ein Bleiben im Herzen erbittet. Die äußere Form endet, die innere Erinnerung bleibt. Danach stehen die Gabe an Ucchiṣṭa-Mātaṅgī und das gemeinsame Genießen der geweihten Speise. Der Zusammenhang führt erneut zur Betrachtung des Selbst als Bewusstsein und Glückseligkeit. Die wiederholte Rückkehr zu diesem Gedanken verbindet die vielen Handlungen zu einem geistigen Weg.
Die langen Sahasrākṣarī-Formeln
Die drei großen Formeln am Ende der rituellen Praxis sammeln zahlreiche Anrufungen, Namen, Bījas und Śrīcakra-Gruppen. Ihr Titel verweist auf „tausend Laute“; eine ausnahmslos gesicherte Zählung wird hier nicht behauptet. Gerade die seltenen Konsonantenverbindungen sind im Druck teilweise schwer zu lesen. Die Ausgabe gibt den lesbaren Bestand und seine Varianten wieder und markiert unsichere Stellen. Sie stellt daraus keine vermeintlich zweifelsfreie neue Rezitationsfassung her.
Die deutsche Fassung übersetzt den erkennbaren Sinn der Anrufungen und unterscheidet davon Lautkeime und unauflösbare Namen. Manche Aufforderungen sprechen die traditionelle Sprache der Beherrschung, Abwehr oder Vernichtung. Diese gehören zum historischen Text und werden nicht in moderne Lebensratschläge umformuliert. Für eine inspirierende Auswahl eignen sich besonders jene Aussagen, die Schutz, Erkenntnis, Freude und die Überwindung der Gegensatzpaare ausdrücken. Die Auswahl bleibt dabei auf ihre nachgewiesenen Stellen bezogen.
Sterbebegleitung, Loslassen und Mitgefühl
Mit einem Kulārṇava-Zitat beginnt auf Seite 910 die Ordnung des letzten Opfers. Der Text unterscheidet verschiedene Grade von Eingeweihten und unterschiedliche Wege des Austritts. Diese Jenseitsvorstellungen werden als religiöse Aussagen der Quelle übersetzt. Zugleich tritt ein menschlich gut verständlicher Gedanke hervor: Der Lehrer soll aus Mitgefühl handeln. In das Ohr des Sterbenden soll gerade das gesprochen werden, worin dessen höchste Hingabe ruht. Die vertraute innere Verbindung ist entscheidend, nicht eine beliebig gewählte Formel.
Die Brahmavidyā auf Seite 912 spricht das scheidende Leben als ewig, lichtvoll und letztlich mit Śiva identisch an. Bilder von Knoten, Öffnungen, einem mittleren Weg und einem unendlichen Maṇḍala beschreiben das Loslassen. Körper, Rollen, Verdienst und Verfehlung werden zurückgelassen. Diese Worte gehören zur Begleitung eines bereits nahenden Todes; sie werden nicht als Aufforderung verstanden, ihn herbeizuführen. Ihre erhebende Perspektive liegt in der Zusage einer Würde, die nicht auf den vergänglichen Körper beschränkt bleibt.
Die folgenden Bestattungsriten verbinden Waschung, Blumen, Mantras, Bahre, Feuer und spätere Gedächtnisfeiern. Der Text nennt auch Besitzverteilung, Fürsorge für Angehörige und Schüler sowie einen Ort des Gedenkens. Nach einem Jahr sollen die Überreste einem Fluss übergeben oder bestattet werden; bei einer Bestattung können Bäume gepflanzt werden. Ein Bild oder ein Paar Fußsandalen kann als Erinnerungszeichen dienen. Wo äußere Praxis verborgen bleiben muss, sieht der Text stellvertretende Darstellungen vor.
Der Schluss: Die geistige Handlung
Die letzten Verse kehren ausdrücklich zur inneren Praxis zurück. Die Verbindung mit dem höchsten Selbst wird als frei von Wiederkehr, als Śiva und Śakti und als Bewusstsein und Glück beschrieben. Der Glaubende kann die Handlung auch allein und im Geist vollziehen. Der letzte nummerierte Vers nennt die geistige Handlung die höchste und fordert zu ihrer sorgfältigen Ausführung auf. Damit endet das Werk nicht nur bei äußeren Formen, sondern bei ihrer Verinnerlichung.
Der Kolophon nennt Vidyāraṇya und die Lehrerfolge; eine Schlussstrophe verbindet das Werk mit der Herrschaft Ambadevas in Śrīvidyānagara. Diese Angaben werden als Aussagen der Überlieferung bewahrt. Der danach zitierte Schreiber bittet um Berichtigung seiner Fehler und darum, ihm nicht zu zürnen. Dieser bescheidene Wunsch passt auch zum heutigen Studium: Sorgfalt, Geduld und die Bereitschaft, eine unklare Stelle offen zu lassen, unterstützen eine aufrichtige Begegnung mit dem Text. Die fünf Herausgeberverse auf Seite 916 schließen die Druckausgabe mit Angaben zur Weitergabe und Veröffentlichung ab.
Anregung für heutige Yoga-Aspiranten
Als moderne, ausdrücklich von der Übersetzung unterschiedene Anregung lässt sich aus diesem Kapitel eine ruhige Betrachtung gewinnen: Nimm den Körper als gegenwärtigen Raum wahr. Erinnere dich an eine klare, belegte Aussage über Mitgefühl oder Bewusstsein. Lass ihre Bedeutung einen Augenblick wirken und kehre dann zu einer einfachen, freundlichen Handlung im Alltag zurück. Dafür sind weder die Rekonstruktion unsicherer Bījas noch das Nachvollziehen der historischen Ritualkomplexe nötig. Die leitenden Gedanken des Kapitels – Sammlung, Hingabe, Mitgefühl und das Zurückführen der Vielfalt in Bewusstsein – bleiben auch im verständigen Lesen zugänglich.
Bedeutung für heutige Yoga-Aspiranten
Mantra und Meditation verbinden Wort, Aufmerksamkeit und innere Haltung. Für die heutige Betrachtung kann es hilfreich sein, eine kurze Gebetsstelle sorgfältig zu lesen und zu prüfen, welche Haltung sie im eigenen Alltag anregt. Die historischen Spezialrituale werden damit nicht zu allgemeinen heutigen Empfehlungen erklärt.

Moderne Begleitung zum Studium
Die folgenden zeitgenössischen Videos begleiten Themen des Yoga. Sie sind keine Rezitation des hier übersetzten Sanskrittextes.

Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung
Grundlage ist der elektronische Devanagari-Text des Uttarārdha, geprüft am Druckscan von 1937, herausgegeben von Ram Chandra Kak und Harabhatta Shastri. Das Druckbild entscheidet über Erkennungsfehler; nicht sicher lesbare Stellen werden örtlich gekennzeichnet. Prosa, Formeln, wiederholte Versnummern und Kolophone bleiben berücksichtigt. Die zugehörigen Sanskrittexte stehen in den verlinkten Devanagari- und IAST-Teilen dieser Ausgabe. Die Wiedergabe ist keine neue kritische Edition.
Siehe auch
- Shiva
- Hanuman
- Navagraha
- Kubera
- Lakshmi
- Sri Vidya
- Mantra
- Nyasa
- Puja
- Guru
- Diksha
- Bhakti
- Moksha
- Kularnava Tantra
- Shaktisangama Tantra
- Sharada Tilaka Tantra
- Prapanchasara Tantra
- Jnanarnava Tantra
- Mantramahodadhi
- Tripura Rahasya
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Am Ende des Werkes stehen sowohl die Fülle ritueller Formen als auch die Sammlung auf das Wesentliche. Gleichmut und Mitgefühl in Kapitel 35, ungeteilte Aufmerksamkeit und die Begleitung eines Sterbenden in Kapitel 36 geben dem Abschluss menschliche Tiefe. Du musst nicht jedes Detail zu deiner eigenen Praxis machen, um diese Fragen weiterzutragen: Was klärt mein Verständnis, was vertieft meine Hingabe, und wie zeigt sich beides im Umgang mit anderen?
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