Purashcharanarnava 108 inspirierende Verse und Mantras
108 Passagen aus dem Purashcharanarnava laden dich ein, das Studium mit Hingabe, Meditation und einer bewussten Lebensführung zu verbinden. Manchmal genügt eine kurze Stelle, um die eigene Ausrichtung wieder deutlicher zu spüren. Lies langsam und gib dem Verstand ebenso Raum wie dem Herzen.
Zur Textgrundlage: Umfang, dokumentierte Auslassungen und Lesungshinweise.
Die Zahl 108 bezeichnet ausgewählte Stellen: vollständige Verse, Versgruppen und zugehörige Erläuterungen. Die ursprünglichen Nummern und Fundstellen bleiben erhalten. Zu jeder Auswahl findest du einen direkten Link zum deutschen Kapitel; von dort führen die Verbindungen zum Sanskritwortlaut.
Eine Anregung für dein Svadhyaya: Lies eine Passage, fasse ihren Gedanken in eigenen Worten zusammen und frage dich, was daran für deinen heutigen Tag bedeutsam sein könnte. Lass anschließend einen stillen Augenblick folgen. Diese Anregung gehört zur heutigen Leserbegleitung, nicht zum übersetzten Werktext.

Zur Ausgabe: Deutsch · Sanskrit in IAST · Devanagari · 108 Passagen zur Besinnung · Mantrasammlung
108 Stellen zur Besinnung
1. Taraṅga1, 1
Deutsch: Möge euch der Herr der Ganas Segen schenken: Mit gewaltigen Schlägen seines Rüssels zerschmettert er die Häupter der Dämonenheere, die auf die Macht ihrer starken Arme stolz sind; im Kampf lässt sein wilder Tanz die Erde erdröhnen. Er ist die Sonne, welche die Finsternis der Hindernisse vertreibt, der durch seine Siddhi vollendete Herr. Sein Anblick mehrt die Freude der Tochter des Bergkönigs und Shivas, des Vernichters des Liebesgottes.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
2. Taraṅga1, 2
Deutsch: Möge die Sonne euch zum Heil gereichen: Ihre Gestalt umfasst Brahma, Umās Gemahl Shiva und Madhava, Vishnu. Ihre Augen gleichen Bienen am reizvollen Lotus des strahlenden Antlitzes Chhayas. Sie ist Zeugin des Wirkens der Welt und wird nicht müde, alle von Dunkelheit bedrängten Welten zu behüten. Ihre Strahlen sind glühend; sie steht den Göttern voran und wird in den drei Welten gepriesen.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
3. Taraṅga1, 4
Deutsch: Möge Shiva euch in seiner Gnade behüten, der Unvergängliche, schön geschmückt mit der Mondsichel. Seine Shakti ist Prakriti. Aus ihr entstand das große Prinzip Mahat, daraus das Ichbewusstsein; daraus gingen die feinen Sinnesqualitäten hervor, aus diesen die Schar der Elemente, beginnend mit der Erde, und aus den Elementen die Wahrnehmungs- und Handlungsorgane. So entstand aus ihm die Welt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
4. Taraṅga1, 5
Deutsch: Möge euch von Anfang an die vollendete Vidya, die Bezwingerin des Büffeldämons, beschützen. Die Kenner der Agamas erkannten: Der in den Veden verkündete Weg zur Befreiung ist verborgen und schwer zu gehen. Indem sie über ihre beiden Füße meditierten, überwanden sie ihre Unwissenheit und erlangten dort Unsterblichkeit. Brahma und die anderen Götter preisen sie unablässig als die Unvergleichliche, als Beschützerin und als diejenige, die über den Ozean des Werdens hinüberführt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
5. Taraṅga1, S. 11, Meru Tantra über Surya
Deutsch: „Für ihn wird nur ein Amnaya genannt, der südliche. Wie er den Yavana und den Brahmanen mit seinen Strahlen gleichermaßen berührt, so steht seine Verehrung mit der Ausübung der jeweils eigenen religiösen Pflichten in Verbindung. In allen vier Weltaltern ist dieser Gott unmittelbar sichtbar und von allen anerkannt. Als Herr der Welt ist er das Auge sämtlicher Götter.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
6. Taraṅga1, S. 11, Vadavanaliya Tantra
Deutsch: „Eine allein ist die Urgöttin, die Gebärerin der Welt, deren Wesen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist. Durch die Verschiedenheit ihrer jeweiligen Offenbarungen erscheint sie unterschieden und ist zur Vielheit geworden.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
7. Taraṅga1, S. 14–15, weiteres Tantra
Deutsch: In einem weiteren Tantra: „Ohne Shakti besitzt der kraftlose Shiva weder Namen noch Erscheinungsraum. Ohne Shiva kommt den Entfaltungen des Bewusstseins keine Wirksamkeit zu. Nach dem Verhältnis von Same und Spross ist das strahlende Licht zugleich Shiva und Shakti. Es ist stets wach, o Herr der Götter, und offenbart vielfältige Gestalten.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
8. Taraṅga1, S. 16, vier Arten der Befreiung
Deutsch: „Salokya, das Wohnen in derselben Welt, Samipya, die Nähe, als drittes Sarupya, die Gleichgestaltigkeit, und Sayujya, die Vereinigung: Diese vier Arten der Befreiung werden gelehrt, o Herrin der Götter. Den Verehrern anderer Gottheiten wird jeweils eine von ihnen zuteil. Der Verehrer Guhyakalis erlangt dagegen nach und nach alle vier Arten der Befreiung; daran besteht kein Zweifel. [Der anschließende Vergleich mit Tripura ist im Druck nicht sicher verständlich.] In den sechs Amnayas, o Göttin, gibt es sehr viele Gottheiten. Einige sind für das Krita-Zeitalter genannt, andere für das Treta; einige schenken im Dvapara Früchte, andere im Kali. Zehn Vidyas habe ich als fruchtbringend in allen vier Weltaltern erklärt. Unter ihnen ragen drei hervor: Kali, Tara und Sundari. Unter diesen dreien, o Shiva, ragt im Kali-Zeitalter Kali hervor. Unter den neun Formen Kalis wird Guhyakali gepriesen. Im ganzen Weltenei gibt es keine Vidya, die ihr gleicht. Guhyakali, die Königin der Vidyas, wird niemals geteilt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
9. Taraṅga1, S. 17–18, Einheit der drei Shaktis
Deutsch: Dass Krishna das Wesen Kalis und Rama das Wesen Taras besitzt und dass die drei Shaktis eins sind, erklärt das Shaktisangama: „Manchmal nimmt die Urgöttin Lalita männliche Gestalt an und erscheint als Krishna. Um die Welt zu bezaubern, trägt sie diese erhabene Form, die mit dem beginnenden süßen Klang der Flöte alle in ihren Bann zieht. Manchmal ist sie die ursprüngliche Shri Kali; dieselbe ist Tara und Parvati. Manchmal nimmt die ursprüngliche Shri Tara männliche Gestalt an und erscheint als Rama, um Ravana zu töten und die Götter wieder einzusetzen. Zur Vernichtung der Dämonen trägt sie diese erhabene männliche Gestalt. Die ursprüngliche Tara ist die große Shakti; sie selbst ist Kali, die große Herrin. Die große, zu Vishnu gehörende Maya gilt als Mahasundari. Sie ist weder weiblich noch männlich noch geschlechtslos. Welchen Körper sie auch annimmt, mit dessen jeweiliger Gestalt verbindet sie sich.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
10. Taraṅga1, S. 18, Einheit von Hari und Hara
Deutsch: Die Einheit von Hari und Hara wird im selben Werk gelehrt: „Zu einer früheren Zeit waren beide von Vishnus Gestalt. Hara selbst übte Tapas, um das Wesen Vishnus zu verwirklichen; Hari selbst übte Tapas, um das Wesen Shivas zu verwirklichen. Beide widmeten sich der Askese für eine als sechs Gruppen von Weltaltern bezeichnete Zeit, o Göttin. Shiva erlangte Vishnus Wesen und Vishnu Shivas Gestalt. Beide sind ihrem Wesen nach Hari und Hara, beide höchste Ardhanarishvaras. Dies, o Göttin, ist die grundlegende Gestalt, in der die beiden vereint sind. Dieses strahlende Licht, o Göttin, ist das ewige Wesen Brahmans.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
11. Taraṅga1, S. 18, Rama als Shiva-Shakti
Deutsch: Dass Rama das Wesen von Shiva und Shakti besitzt, wird dort so erklärt: „Rama ist als Shakti bekannt; er wird als Shiva gepriesen. Das Brahman, dessen Wesen Shiva und Shakti ist, wird mit dem Ruf ‚Rama, Rama‘ besungen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
12. Taraṅga1, S. 18, Gauri und Sita
Deutsch: Die Einheit Gauris und Sitas sowie Shivas und Ramas wird im selben Werk erklärt: „Die höchste Sita ist von Gauris Gestalt, geschmückt mit einem kostbaren Edelsteinring. Rama ist als der höchste Shiva zu erkennen, weder als bloßer Avatara noch als Mensch. Was als das höchste Brahman bekannt ist, das sind die beiden Silben ‚Rama‘.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
13. Taraṅga1, S. 19, Rama-Upanishad
Deutsch: In der Rama-Upanishad: „Die Yogis erfreuen sich am Unendlichen, an wahrer Glückseligkeit, am Selbst, das Bewusstsein ist. Dieses höchste Brahman wird mit dem Namen Rama bezeichnet.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
14. Taraṅga1, S. 19, Einheit der fünf Gottheiten
Deutsch: Die Einheit der fünf Gottheiten, beginnend mit Ganesha, wird im Rudrayamala erklärt: „Sarasvati in der Gestalt Durgas, die große dunkle Göttin und Mahavidya, ist in der Ordnung der Verehrung Ganeshas, Suryas, Haris und Ishas zu verehren. Ein Kaula und ebenso ein Vaishnava, der die höchste Wirklichkeit kennt, soll zwischen Ganesha, Surya, Hari, Ishana und Durga keine trennende Unterscheidung machen. Auch ein verständiger Verehrer der Göttin soll sie im Bewusstsein ihrer Einheit verehren. Er verehre sie alle im Chakra der Göttin oder im Shiva-Linga, o Göttin; ebenso im Shalagrama-Stein, auf dem Sonnenaltar oder im Chakra Shri Ganeshvaras. Der Weise soll keine Trennung herstellen. Wer dennoch eine solche Trennung macht, der wird als Shaiva zu einem Vernichter Shivas.“ Die Bezeichnung „Shaiva“ steht hier stellvertretend auch für andere Verehrer. [Die Satzverknüpfung der ersten beiden Zeilen ist gedrängt; die anschließende Aussage über die Einheit der fünf Gottheiten ist eindeutig.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
15. Taraṅga1, S. 20, Namen Taras
Deutsch: Die Bedeutung des Namens Tara wird im Matsya-Sukta erklärt: „Spielerisch schenkt sie die Kraft der Rede; darum ist sie Nilasarasvati. Tara schenkt das Hinübergelangen, Freude und Befreiung. Weil sie aus schrecklicher Bedrängnis rettet, wird sie Ugratara genannt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
16. Taraṅga1, S. 27, Meru Tantra über bloßen Genuss
Deutsch: Im Meru Tantra: „Wein soll man trinken, Fleisch soll man essen und das Gesicht der Geliebten soll man anschauen: Nur dies sei die höchste Lebensweise, behaupten die Unverständigen. Wenn ein Mensch durch Weintrinken zur Vollendung gelangte, warum sind dann, o Uma, nicht alle dem Weintrinken Ergebenen Vollendete? Wenn allein Fleischessen zu einem glückseligen Ziel führte, dann müssten die Fleischfresser Befreiung erlangen; anderes als Fleisch käme dafür nicht infrage. Wenn durch den Geschlechtsverkehr mit einer Frau Befreiung entstünde, o Göttin, dann wären alle befreit – wer würde noch wiedergeboren werden? Auf dem Kula-Weg zu handeln ist wahrlich schwerer, als auf einer Schwertschneide zu gehen, einen Tiger am Hals zu umfassen oder sich von einer Schlange umschlingen zu lassen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
17. Taraṅga1, S. 28, Vira-Vaishnava
Deutsch: In der Gopala-Paddhati: „Wer mit Körper, Geist und Rede allein Vishnu verehrt und andere Gottheiten herabsetzt, wird Vira-Vaishnava genannt. Wer aber weiß, dass dieses ganze bewegliche und unbewegliche Weltall Narayanas Wesen hat, und niemanden hasst, der ist der höchste Vira-Vaishnava.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
18. Taraṅga1, S. 28, Ramanandi
Deutsch: Ebendort: „Wer seine Freude in Shri Rama findet, dem höchsten Selbst, das in der Mitte des Herzlotus wohnt, wird Ramanandi genannt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
19. Taraṅga1, S. 29, Harivyasi
Deutsch: Im Shaktisangama: „Der Harivyasi, o große Herrin, bemüht sich um die Tilgung von Schuld, ist Vishnu ergeben und hat seine Sinne gemeistert. Er hält Yama und die weiteren Regeln ein und widmet sich einer angemessenen Lebensführung. Er nimmt nur an, was er selbst benötigt, setzt sich für die Anliegen anderer ein und trägt das Wesen von Shiva und Shakti.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
20. Taraṅga1, S. 29, der höchste Bhagavata
Deutsch: Das Kennzeichen des höchsten Bhagavata wird hingegen im elften Skandha beschrieben: „Wer in allen Wesen die Gegenwart des Herrn, seines Selbst, erkennt und die Wesen im Herrn, dem Selbst, sieht, der ist der höchste Bhagavata.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
21. Taraṅga1, S. 29, die Welt als Vishnus Maya
Deutsch: Ferner ebendort: „Wer, auch wenn er mit den Sinnen die Gegenstände wahrnimmt, weder Abneigung noch überschwängliche Freude empfindet und diese Welt als Vishnus Maya erkennt, der ist wahrlich der höchste Bhagavata.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
22. Taraṅga1, S. 29–30, unerschütterliche Erinnerung
Deutsch: Ebenso: „Wessen Erinnerung ungetrübt bleibt und wer selbst um der Herrlichkeit der drei Welten willen nicht für den Bruchteil eines Augenblicks von den Lotusfüßen des Herrn weicht, nach denen die Götter und andere mit unbezähmtem Geist suchen, der ist der vorzüglichste Vaishnava.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
23. Taraṅga1, S. 30, der mittlere Bhagavata
Deutsch: Das Kennzeichen des mittleren wird ebendort genannt: „Wer dem Herrn Liebe, seinen Anhängern Freundschaft, den Unwissenden Mitgefühl und den Feindseligen gegenüber Zurückhaltung entgegenbringt, der steht auf der mittleren Stufe.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
24. Taraṅga1, S. 30, der noch unentwickelte Verehrer
Deutsch: Das Kennzeichen des noch unentwickelten Bhagavata wird ebendort genannt: „Wer allein dem Bild Haris vertrauensvoll Puja darbringt, seinen Verehrern und anderen Menschen jedoch keine entsprechende Achtung erweist, gilt als ein noch unentwickelter Verehrer.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
25. Taraṅga1, S. 36, fehlende Ritualmittel
Deutsch: Nun wird erklärt, was beim Eintritt großer Gefahr oder beim Fehlen der Puja-Materialien zu tun ist: „Wenn ein Bedrängter keine Arghya-Schale und keine anderen Hilfsmittel beschaffen kann, soll er die Puja mit Wasser ausführen. Ist nicht einmal Wasser vorhanden, verehre er die Gottheit mit Blumen und anderen Gaben, die er innerlich vergegenwärtigt. Hingabe, Vertrauen und innere Vergegenwärtigung werden das Leben aller Pujas genannt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
26. Taraṅga1, S. 37, geistige Puja und die beiden Wege
Deutsch: Ferner: „Dreifach wird die Verehrung gelehrt; die sattvische ist darunter die höchste. Bei ihr gelten geistige Puja und geistiger Japa als die vorzüglichsten Formen. Rajasisch ist der rechte Weg, die Verehrung eines Bildes mit äußeren Darbringungen wie Blumen; er eignet sich besonders für die Angehörigen des ersten Standes. Tamasische Verehrung wird durch Bali-Darbringungen an heiligen Sitzen und entsprechenden Orten beschrieben. Sie wird nach dem linken Weg für alle außer dem ersten Stand empfohlen. Dies ist die übergeordnete Einteilung von linkem und rechtem Weg. Zweifach wird die Verehrung auch als wunscherfüllt und wunschfrei bezeichnet: Die wunschfreie ist der Same der Befreiung, die von Wünschen getragene der Same weiteren Werdens.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
27. Taraṅga1, S. 40, Bedeutung von Diksha im Rudrayamala
Deutsch: Die Bedeutung des Wortes Diksha wird im Rudrayamala erklärt: „Weil sie göttliche Erkenntnis schenkt und die Schuld schwinden lässt, wird sie in dieser Welt von den Mantrakundigen Diksha genannt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
28. Taraṅga1, S. 40, wahrer Guru und Diksha
Deutsch: Im Meru Tantra: „Wissen und unmittelbare Erkenntnis werden gegeben, die Anhäufungen von Schuld schwinden: Daher heißt sie Diksha, sofern man sie aus dem Mund eines wahren Gurus empfangen hat. Ein falscher Guru ist selbst verloren – wie könnte er einen anderen hinüberführen?“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
29. Taraṅga1, S. 41, Bedeutung des Wortes Mantra
Deutsch: Die Bedeutung des Wortes Mantra wird im Pingalamata erklärt: „Weil er durch Betrachtung Erkenntnis des Alls, Rettung aus der Bindung an Samsara und vollkommene Verwirklichung bewirkt, wird er Mantra genannt.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
30. Taraṅga1, S. 41, Größe des Mantras
Deutsch: Die Größe des Mantras wird im Meru Tantra erklärt: „Der Mantra ist unmittelbar der Herr; der Mantra ist das große Heilmittel. Nichts übertrifft den Mantra; er schenkt alle Vollendungen.“ Ebendort: „Um den Sadhakas Frucht zu gewähren, haben die Gottheiten ihre jeweiligen Gestalten angenommen. Ihr eigentliches Wesen sind jedoch die Mantras selbst und nichts anderes.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
31. Taraṅga1, S. 42, Folge der Hingabe
Deutsch: Im Sara-Sangraha: „Wie zur Gottheit, so sei die Hingabe zum Mantra; wie zum Mantra, so zum Guru; wie zum Guru, so zum eigenen Selbst. So wird die Folge der Hingabe überliefert.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
32. Taraṅga1, S. 43, Guru und acht Fesseln
Deutsch: Im Meru Tantra: „Abscheu, Zweifel, Furcht, Scham und als fünfte Widerwille, dann Herkunft, gewohnte Lebensführung und Kraft: Diese werden als die acht Fesseln bezeichnet. Wer durch Fesseln gebunden ist, heißt Pashu; wer von den Fesseln frei ist, heißt Sadashiva. Daher wird hier derjenige Guru genannt, der die Fesseln löst, und kein anderer.“ Ferner: „Die ganze Dreiwelt mit allem Beweglichen und Unbeweglichen wird vom Zweifel verschlungen. Ein Guru, der diesen Zweifel selbst verschlungen hat, ist selten auf Erden.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
33. Taraṅga1, S. 50, eigennützige Lehrer und Schüler
Deutsch: Im Meru Tantra: „Im Kali-Zeitalter verlangen Gurus nach Geld und Schüler nach Siddhis. Deshalb erlangen beide keine Vollendung; es ist ein Zerrbild der Gottheitenverehrung.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
34. Taraṅga1, S. 50–51, kundiger und unkundiger Guru
Deutsch: Im Kularnava: „Hat man einen verehrten Guru gefunden, der die erforderlichen Merkmale besitzt, Zweifel durchschneidet und Erkenntnis vermittelt, o Göttin, soll man nicht bei einem anderen Guru Zuflucht suchen. Hat ein Schüler jedoch einen unkundigen Guru gefunden, der Zweifel nicht durchschneidet, wird er nicht von jener Schuld befleckt, wenn er zu einem anderen Guru geht.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
35. Taraṅga1, S. 51, Erkenntnis suchen
Deutsch: Im Shaiva-Agama: „Viele Gurus kennen minderwertige Zauberformeln und Mittel; selten auf Erden ist einer, der die in Nigama, Agama und den Lehrschriften verkündeten Mantras kennt. Ein Kundiger kann einen Unwissenden emporführen, ein Unwissender aber keinen anderen Unwissenden. Ein Boot kann einen Stein hinübertragen – kann ein Stein einen anderen Stein hinübertragen? Wie eine Biene im Verlangen nach Honig von einer Blüte zur anderen fliegt, so darf ein Schüler im Verlangen nach Erkenntnis von einem Guru zu einem anderen gehen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
36. Taraṅga1, S. 54, drei Formen der Verehrung
Deutsch: Im elften Skandha des Bhagavata: „Vedisch, tantrisch und gemischt: So ist mein Opfer dreifach. Man verehre mich nach derjenigen dieser drei Ordnungen, die man wünscht.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.

37. Taraṅga1, S. 74, Abschlussvers des ersten Taranga
Deutsch: „Im vom verehrten König geschaffenen Ozean des Purashcharana, reich an bunten Nektarströmen der wunderbaren Vielfalt erhabener Worte und geehrt durch das Zusammenströmen der Flüsse guter Lehrwerke, ist die erste Welle vorübergezogen: strahlend und hoch aufragend im Glanz einer Fülle klarer Perlen trefflicher Darlegung.“ Lesungshinweis: Die langen Komposita des ersten Halbverses bleiben teilweise unsicher; das Bild von Nektarströmen, zusammenfließenden Lehrwerken und der perlenhellen ersten Welle ist erkennbar.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 1 – deutsche Übersetzung.
38. Taraṅga2, S. 83, Einweihung für Befreiungssuchende
Deutsch: Im Kriyakanda-Shekhara: „Für diejenigen, die Befreiung erstreben, gilt dagegen keine Regel über Zeit und ähnliche Bedingungen. Alle als ungünstig bezeichneten Zeiten sind für die Befreiung empfehlenswert. Sämtliche Sterne, Planeten, Nakshatras und Tierkreiszeichen sind an dem Tag heilbringend, an dem der Guru zufrieden ist. Ist der Guru zufrieden, sind auch sämtliche Gottheiten zufrieden. Sobald der Wunsch besteht, geschehe Diksha entsprechend der Weisung des Gurus. Dabei gibt es weder eine Zeit- noch eine Ortsbeschränkung. Man erfreue den Guru durch Hingabe; dann wird es von selbst so sein.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 2 – deutsche Übersetzung.
39. Taraṅga2, S. 84, geeignete Einweihungsorte
Deutsch: Nun die Bestimmung des Einweihungsortes. Dazu heißt es in der Purna-Paddhati: „Im Kuhstall, im Haus des Gurus, im Tempel, im Wald, an einem heiligen Ort, im Garten, am Flussufer, im eigenen Ashrama, in der Nähe von Amalaki und Bilva, auf einem Berggipfel und in Höhlen; an der Ganga wird alles dort Vollzogene um Abermillionen vervielfacht.“ Im Yamala: „An einem heiligen Pilgerort, in Kurukshetra, an den vier Sitzen der Göttin, in Prayaga, auf Shrigiri und in Kashi soll man günstige und ungünstige Zeiten nicht prüfen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 2 – deutsche Übersetzung.
40. Taraṅga3, S. 150, neun Zeugen des Handelns
Deutsch: „Surya, Soma, Yama, Kala und die fünf großen Elemente – diese sind hier die neun Zeugen des guten und schlechten Handelns.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
41. Taraṅga3, S. 158, Bitte an die tragende Erde
Deutsch: „Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
42. Taraṅga3, S. 160–161, Verehrung des Gurus
Deutsch: „Dann verneige er sich mit zusammengelegten Händen vor Guru und Ganapati zu seiner linken und rechten Seite und vor seiner erwählten Gottheit vor sich.“ Im Yamala: „Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der jenen Zustand gezeigt hat: die Gestalt der ungeteilten Ganzheit, von der alles Bewegliche und Unbewegliche durchdrungen ist.“ Nachdem der Mantrakundige den Guru so verehrt hat, vollziehe er die Reinigung der Hände und die weiteren Handlungen.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
43. Taraṅga3, S. 165, Vereinigung des Jiva mit dem höchsten Selbst
Deutsch: „Man vergegenwärtige sich den Lotus, der aus der Wurzel des Dharma hervorgegangen und mit dem Stängel der Erkenntnis geschmückt ist. In seiner Mitte befindet sich der Jiva, einer kleinen Lampenflamme gleich. Der Übende verbinde ihn auf dem Weg der Sushumna nach der Yoga-Methode mit dem höchsten Selbst, unter Verwendung des Mantras ‚So’ham‘ – ‚Ich bin Das‘. Alle Elemente stelle er sich dort als aufgelöst vor.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
44. Taraṅga3, S. 166, Auflösung sämtlicher Tattvas
Deutsch: Im Siddhantasangraha: „Dann löse man sämtliche Tattvas dort auf: die Erde im Wasser, dieses im Feuer, das Feuer in der Luft und die Luft im Raum. Den Raum löse man in Prakriti auf und diese Maya-Shakti, deren Wesen das höchste Brahman ist, im höchsten Selbst. Nachdem man so die gesamte Entfaltung von Körper und allem Übrigen im höchsten Selbst aufgelöst hat, verweile man für eine kurze Zeit in der Gestalt des höchsten Brahman.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
45. Taraṅga3, S. 167–168, Der aus Licht erneuerte Körper
Deutsch: Im Siddhantasangraha: „Man lasse aus dem höchsten Selbst den reinen Körper erneut entstehen. Vidya, deren Wesen das höchste Brahman ist, ist Prakriti, die höchste Mutterkraft. Aus der Mutter der Welt entstand der Raum, aus dem Raum die Luft, aus der Luft das Feuer, aus dem Feuer das Wasser und daraus die Erde. Man vergegenwärtige sich: Aus diesen Elementen ist mein eigener Körper als Lichtgestalt entstanden, geeignet zur Verehrung der Gottheit. Dies wird Bhutashuddhi genannt, die große Ansammlungen von Verfehlungen vernichtet.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
46. Taraṅga3, S. 168, Verkürzte Bhutashuddhi
Deutsch: Eine kurze Ausführung beschreibt das Uddisha: „Oder man vereinige die Göttin Kundali zusammen mit den fünf Elementen und allem Übrigen mit dem höchsten Selbst. Man vergegenwärtige sich ihre Einheit und meditiere im Geist durch Dhyana-Yoga: ‚So’ham, So’ham – Ich bin Das, ich bin Das.‘“ Bei einer besonderen Shakti-Praxis heißt es dagegen, man solle das Bija Hamsa und die weiteren Bestandteile mit dem höchsten Shiva verbinden und mit dem Mantra So’ham an den eigenen Ort zurückführen.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
47. Taraṅga3, S. 176, Meditation über die Einheit von Shiva und Ambika
Deutsch: Die Meditation lautet: „Beständig nehmen wir Zuflucht zu der Gestalt des Herrn, deren eine Hälfte Ambika ist: leuchtend wie Bandhuka-Blüte und Gold, mit schöner Gebetskette, Schlinge, Elefantenstachel und Segensgeste in den Armen, geschmückt mit der Mondsichel und mit drei Augen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
48. Taraṅga3, S. 178, Meditation über die Herrin der Welt
Deutsch: Die Meditation lautet: „Möge die dreiaugige Herrin der Welt uns Glück schenken: auf einem Lotus sitzend, leuchtend wie Millionen aufgehender Sonnen, mit hohen, vollen Brüsten, geschmückt mit einer Krone samt Halbmond, Halskette, Hüftgürtel und Fußreifen. In ihren Lotushänden trägt sie Gebetskette, Schlinge, Elefantenstachel und Buch.“ Indem man das Lajja-Bija voranstellt, vollzieht man den Matrika-Nyasa; dies gilt auch bei der Ausführung des Bhuvaneshi-Matrika-Nyasa. Lesungshinweis: Die abschließende Verfahrensangabe ist im Druck syntaktisch verkürzt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
49. Taraṅga3, S. 188–189, Saguna- und Nirguna-Dhyana
Deutsch: Die zwei Arten der Meditation über die Gottheit erklärt das Meru Tantra: „Dann meditiere man nach dem Weg, der im jeweiligen Kalpa gelehrt wird. Diese Meditation wird zweifach genannt: Saguna, mit Eigenschaften, und Nirguna, ohne Eigenschaften. Im eigenen erblühten Herzlotus, dessen Mitte und Staubfäden leuchten und der von den Kreisen von Mond, Sonne und Feuer erstrahlt, vergegenwärtige man sich die eigene erwählte Gottheit so, wie sie im Agama gelehrt wird. Eine solche Bewusstheit heißt Saguna-Dhyana. Das Erkennen der Einheit von Jiva und Brahman, die Bewusstheit ‚Möge ich Das sein‘, erkennen die Brahman-Kundigen als Nirguna-Dhyana.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
50. Taraṅga3, S. 189, Vorrang des inneren Opfers
Deutsch: In der Sanatkumara-Samhita: „Ohne zuvor das geistige Opfer vollzogen zu haben, soll man keine äußere Verehrung ausführen.“ Die Ausführung des inneren Opfers beschreibt das Brihaduttara-Tantra: „Man meditiere über sie, die in der Mitte des Herzlotus auf dem Yoga-Sitz weilt. Nachdem man sie vorschriftsgemäß mit geistig dargebrachten Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben verehrt hat, vollziehe man ein geistiges Homa.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
51. Taraṅga3, S. 189–190, Fünfzehn innere Blumen
Deutsch: Im Shyama-Rahasya werden folgende Worte angeführt: „Freiheit von Täuschung, Freiheit von Ichüberheblichkeit, Nichtanhaften, Freiheit von Hochmut, Freiheit von Verblendung, Freiheit von Heuchelei, Freiheit von Hass und Unerschütterlichkeit, Freiheit von Neid und Freiheit von Gier: Diese kennen die Weisen als zehn Blumen. Gewaltlosigkeit ist die höchste Blume; eine weitere Blume ist die Beherrschung der Sinne. Hinzu kommen die Blume des Mitgefühls, die Blume der Geduld und Vergebung und als fünfte die Blume der Erkenntnis. Mit diesen genannten vortrefflichen Blumen verehre man die höchste Gottheit.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
52. Taraṅga3, S. 191, Vierte innere Gabe
Deutsch: Nach dem Mula-Mantra: „In das Feuer des Bewusstseins, das im Inneren unaufhörlich ohne Brennstoff auflodert und der Finsternis der Verblendung entgegenwirkt – in diese wunderbare Stätte sich entfaltender Strahlen –, opfere ich das Weltganze, von der Erde bis hin zu Shiva. Svaha.“ Dies ist die vierte Gabe. So werden mit vier Versen vier Opfergaben gelehrt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
53. Taraṅga3, S. 191, Japa nach der inneren Verehrung
Deutsch: Ebendort: „Am Ende werde man ganz von ihr erfüllt und wiederhole den Mula-Mantra einhundertachtmal. Dies bringe man der Gottheit dar, zur Erlangung aller Vollendung.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
54. Taraṅga3, S. 192, Abschluss der inneren Verehrung
Deutsch: In der Chandrika: „Wer so die innere Verehrung vollzogen hat, wird unmittelbar von Brahman erfüllt. Für ihn bestehen weder Verfehlung noch Verdienst; er wird noch im Leben befreit.“ Damit endet die Darstellung des inneren Opfers. Lesungshinweis: Die Schlussform dhruvi ist im Druck auffällig; der Satz über Jivanmukti ist eindeutig.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
55. Taraṅga3, S. 194, Die Gottheiten im Kalasha
Deutsch: „An der Öffnung des Kalasha weilt Vishnu, an seinem Hals Rudra. An seinem Grund steht Brahma, in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Bauch sind alle Meere und die Erde mit ihren sieben Inselkontinenten. Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda, alle mitsamt ihren Gliedern, haben im Kalasha ihre Stätte.“ Nachdem man dies gesprochen hat, bespreche man den Krug achtmal mit dem Mula-Mantra, zeige die Kumbha-Mudra und vergegenwärtige ihn als die Gottheit selbst.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
56. Taraṅga3, S. 206, Aufenthaltsorte und Gurunamen
Deutsch: „Die göttlichen Gurus weilen stets im Himmelsraum, die Siddhas auf der Erde und auch hier; die Gurus des menschlichen Stromes tragen unter den Menschen stets meine Gestalt. Die Gurus, deren Namen auf Anandanatha enden, gewähren alle Siddhis. Auch Frauen sind Gurus; ihre Namen werden mit Amba am Ende genannt. Am Ende des menschlichen Stromes füge man, Göttin, die eigenen Gurus hinzu.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
57. Taraṅga3, S. 211, Der Lotus als Entfaltung des Bewusstseins
Deutsch: Weiter: „An den Ecken von Südosten an und in den Himmelsrichtungen verehre man nun den Lotus.“ Die Art wird so erklärt: „Zuerst verehre man seine Wurzel als Glückseligkeit, danach seinen Stängel als Bewusstsein und anschließend den Lotus als Wesen aller Tattvas. Der Mantrakundige verehre seine Blätter als Prakriti, seine Staubfäden als deren Entfaltungen und seine Mitte als erfüllt von den Samen der fünfzig Buchstaben.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
58. Taraṅga3, S. 225, Geistige Darbringung fehlender Gaben
Deutsch: Im Kuloddisha: „Was immer unter all den Opfergaben schwer zu beschaffen ist, vergegenwärtige man vollständig im Geist und bringe es durch das Darstreuen einer Blume dar. Zwischen den einzelnen Opferdiensten gebe man jeweils Wasser.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
59. Taraṅga3, S. 238–239, Göttliche Gegenwart in der Blume
Deutsch: Im Yamala: „Durch Blumen werden die Götter erfreut, und in der Blume sind die Götter gegenwärtig. Wozu noch viele Worte? Dies ist der vortreffliche Lobpreis der Blume: Das höchste Licht weilt in der Blume und wird gerade durch die Blume erfreut. Die Blume dient der Verwirklichung der drei Lebensziele; sie schenkt Gedeihen, Glück, Himmel und Moksha. Am Grund der Blume wohnt Brahma, in ihrer Mitte Keshava, an ihrer Spitze Mahadeva; alle Götter weilen in ihren Blättern. Deshalb verehre der Mensch den Gott täglich mit Blumen und mit Hingabe.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
60. Taraṅga3, S. 239, Hingabe als entscheidender Grund
Deutsch: Im Kriyasara: „Mit allen Blumen ist sie stets zu verehren, mit zugelassenen und [nicht zugelassenen]. Die Verehrung aller Götter soll vollzogen werden; der entscheidende Grund ist hier Bhakti-Yoga. Die Puja der Göttin ist stets empfehlenswert, mit Wasser- oder Landblumen, seien sie zugelassen oder verboten, wenn der Geist von Hingabe erfüllt ist.“ Lesungshinweis: Im ersten Satz wiederholt der Druck vihita; der Gegensatz wird durch den folgenden Vers ausdrücklich bestätigt. Die zweite Bedeutung ist daher in eckigen Klammern kenntlich gemacht.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
61. Taraṅga3, S. 239, Bis zur rein geistigen Puja
Deutsch: Im Malini-Tantra: „Höchste Herrin, fehlen Blumen, so verehre man mit Blättern. Sind auch Blätter nicht erhältlich, mit dem, was an Bäumen und Sträuchern entsteht; fehlt auch dieses, verehre man mit ihren Früchten, mit ungebrochenen Reiskörnern oder mit Wasser. Fehlt dies, dann mit Ghee oder weißem [Zucker]. Ist auch davon nichts erhältlich, vollziehe man die Puja im Geist.“ Lesungshinweis: Das alleinstehende sitaiḥ bezeichnet vermutlich weißen Zucker; das Bezugswort fehlt im gedruckten Satz.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
62. Taraṅga3, S. 247–248, Bedeutung der Lampe
Deutsch: Die Bedeutung des Wortes Dipa wird im Kularnava erklärt: „Weil es die große Dunkelheit lange währender Unwissenheit und den Ichdünkel vertreibt und die höchste Wirklichkeit erhellt, heißt es Dipa, Licht.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 3 – deutsche Übersetzung.
63. Taraṅga4, S. 301, Bedeutung der Reinigung der Adhvans
Deutsch: Im Shadanvaya-Maharatna: „Reinigung bedeutet, die Einheit der Tattvas mit ihrer Ursache zu betrachten; bei den Lauten und den weiteren [Adhvans] sowie den Kalas bedeutet sie, ihre Einheit mit dem Bewusstsein in dieser [Ursache] zu betrachten.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung.
64. Taraṅga4, S. 308, Der Guru öffnet das Auge der Erkenntnis
Deutsch: Im Meru Tantra: „Nachdem man so die Augenbinde entfernt hat, lasse man [den Schüler] auf der Kusha-Streuung Platz nehmen. Dann lasse der vortreffliche Guru den Schüler diesen Mantra sprechen: ‚Dem Shri Guru sei Verehrung, der mir, vom Dunkel der Unwissenheit geblendet, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.‘“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung.
65. Taraṅga4, S. 309, Bitte um Gnade für den Schüler
Deutsch: „Göttin, Wohnstatt des Mitgefühls, Zuflucht aller Gegenwart! Du schenkst Schutz, liebevolle Mutter: Erweise diesem Schüler Gnade. Beschütze ihn vor den Fesseln, angefangen mit Anava, Herrin der Götter. Quelle des Erbarmens, sei diesem Hilflosen gnädig, Ishvari. Möge er auch durch Freuden dieser und der jenseitigen Welt gedeihen. Schenke ihm umfassende Hingabe an dich, du Zuflucht im Ungeteilten.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung.
66. Taraṅga4, S. 309, Hingebungsvolle Bitte um Annahme und Vergebung
Deutsch: „Was allein aus Hingabe gegeben wurde – Blatt, Blume, Frucht, Wasser und dargebrachte Speise –, nimm es aus Mitgefühl an. Ich verstehe das Herbeirufen nicht, ich verstehe die Verabschiedung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. In Handlung, Denken und Rede habe ich keine andere Zuflucht als dich. Du bist der Schauende im Innern der Wesen, höchster Herr.“ Der letzte Halbvers ist grammatisch gedrängt; das Bild des inneren Zeugen bleibt erkennbar.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 4 – deutsche Übersetzung.
67. Taraṅga6, Band II, S. 119, Haltung beim Japa und zu Meidendes 506–511; Auswahl: Vers 506 – heiterer Geist
Deutsch: Im Siddhantasara: (506) Mit beherrschten Sinnen, voller Hingabe und heiterem Geist soll man den Mantra wiederholen, auf dem Boden schlafen, Brahmacharya wahren und nachts essen.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
68. Taraṅga5, Band II, S. 11, Innere Puja und Einheit mit der Gottheit
Deutsch: Mit „Verehrung dem Yoga-Pitha der so und so genannten Gottheit“ vollende man den Pitha-Nyasa. Man meditiere über die Gottheit auf dem Pitha, das der eigene Körper ist, und verehre sie mit geistigen Upacharas. Der Ablauf ist: Nach der genannten Pitha-Nyasa-Reihenfolge verehre man im eigenen Körper rein geistig alles von der tragenden Shakti bis zum Yoga-Pitha. Man meditiere dort über die Gottheit in der beschriebenen Gestalt, vergegenwärtige mit „So’ham“ die Einheit und bringe Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, Opferspeise und weitere geistige Gaben dar. Dann vollziehe man geistiges Homa.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung.
69. Taraṅga5, Band II, S. 11, Vers 11: Geistiges Homa
Deutsch: So: Als Opferstoff stelle man sich Egoismus, Unwahrheit, Verleumdung, Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut, Neid und Weiteres vor; als Sruva den Geist und als Sruk die Sushumna. Im Muladhara betrachte man ein viereckiges Feuerbecken, dessen vier Ecken Atman, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst sind. Darin meditiere man über das lodernde Feuer in Gestalt der Kundalini. Man spreche geistig den Mula-Mantra und an dessen Ende diesen Vers [11]: „In das Feuer des eigenen Selbst, das durch die Opferstoffe Dharma und Adharma auflodert, opfere ich fortwährend die Tätigkeiten der Sinne, mit dem Geist als Schöpflöffel, auf dem Weg der Sushumna.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung.
70. Taraṅga5, Band II, S. 50, Vergebungsgebet Verse 67–69
Deutsch: Er verneigt sich vor der Gottheit, nimmt Blumen in die gefalteten Hände und bittet um Vergebung: (67) „Das Blatt, die Blume, die Frucht, das Wasser und die Speisegabe, die allein aus Hingabe dargebracht wurden: Nimm sie voller Mitgefühl an. (68) Ich verstehe die Anrufung nicht, ich verstehe die Entlassung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. (69) In Handlung, Geist und Wort habe ich keine andere Zuflucht als dich. Da du im Inneren der Wesen wirkst, bist du ihr Schauender, höchster Herr.“ Mit diesen Worten bringt er die Blumen dar und verneigt sich. Dann bittet er um einen Segen für den Schüler.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 5 – deutsche Übersetzung.
71. Taraṅga6, Band II, S. 135–136, Dhyana des Gurus 689–697
Deutsch: In der Purashcharanachandrika: Nachdem der Standhafte die notwendigen Verrichtungen beendet hat, setze er sich auf einen geeigneten Sitz. Im Yamala: (689) Der Mantra-Praktizierende nehme den gebundenen Lotussitz ein und halte Körper, Kopf und Hals gerade. Im Merutantra: (690–693) Dann stelle er sich auf seinem Haupt den tausendblättrigen Lotus vor. Darin gedenke er des ehrwürdigen Gurus in dessen eigener Gestalt, hell wie Kampfer, freundlich lächelnd, mit glänzendem Schmuck und weißem Sandelholz geschmückt. Seine Hände zeigen Wunschgewährung, Furchtlosigkeit und Erkenntnis und halten ein Buch. Er ist friedvoll, weiß gekleidet und mit weißen Blumen geschmückt. Auf seinem linken Schoß sitzt seine rote Shakti und umarmt ihn. Sie trägt rote Gewänder, roten Schmuck, rotes Sandelholz und eine Girlande; in der Linken hält sie spielerisch einen Lotus und mit der Rechten umarmt sie ihn. Man meditiere über diesen nach innen gewandten, friedvollen Yogi in Shivas Gestalt. Im Kalanalatantra: (694–697) Er gleicht reinem Kristall und vertreibt die Finsternis der Unwissenheit. Er ist rein wie der Mond und strahlt in zwei Leinengewändern, mit duftender Salbe versehen, friedvoll, mit zwei Händen, die Wunschgewährung und Furchtlosigkeit zeigen. Auf seinem linken Oberschenkel sitzt seine Shakti, in rote Gewänder und Schmuck gehüllt. Ihre rechte Hand umfasst seinen schönen Körper; in ihrer Linken hält die rote Göttin einen blauen Lotus. So ist er herrlich geschmückt; seine beiden Lotusaugen leuchten von der Essenz höchster Wonne.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
72. Taraṅga6, Band II, S. 136, Verehrung des Gurus und Kundalini 698–703
Deutsch: Im Merutantra: (698) Der Schüler stelle sich seinen eigenen Körper als übergossen von dem Nektarstrom vor, der aus den beiden Lotusfüßen des Gurus fließt. (699) Er verehre ihn mit Düften, Blumen und weiteren äußeren oder geistigen Gaben und mit den überlieferten Namen, welche den Guru preisen. Nachdem er sich mit dem Herz-Mantra verneigt hat, stelle er sich vor, wie der Guru im eigenen Herzen aufgeht. In einem anderen Tantra: (700–701) Mit seiner Erlaubnis vergegenwärtige man sich die erwählte Gottheit als Kundalini, die sich von der Wurzel bis zum Brahmarandhra erstreckt, leuchtend wie unzählige Blitze, feiner als eine Lotusfaser, dreieinhalbfach gewunden wie eine schlafende Schlange. In der Shyamapaddhati: (702–703) Man lasse sie, die im Muladhara wohnt, einer schlafenden Schlange gleicht und die Gestalt der höchsten Göttin besitzt, auf dem Weg der Sushumna aufsteigen. Man führe sie zum Brahmarandhra und verbinde sie mit Shambhu. Der Verständige vergegenwärtige ihre völlige Einheit, lasse dann Nektar herabregnen und bringe sie an ihren ursprünglichen Ort zurück.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
73. Taraṅga6, Band II, S. 139, Hamsa-Dhyana und Einheit 727–729
Deutsch: Das Hamsa-Dhyana wird in der Balapaddhati erklärt: (727) Man vergegenwärtige stets im schützenden Nest des Herzlotus den Hamsa: Seine beiden Flügel sind Feuer und Soma; er ist Pranava, leuchtet durch Bindu und drei Augen, besitzt Rudras strahlendes Gesicht und Shivas beide Füße; an seiner Seite steht Kalanala, das Feuer der Zeit. Er gleicht dem Glanz unzähliger aufgehender Sonnen, durchdringt die Welt und ist von ewiger Wonne erfüllt. Dort heißt es auch: (728) Ganesha, Brahma, Vishnu, Shiva, das individuelle Selbst und der Guru – diese sechs nehmen die Hamsa-Gestalt an und befinden sich im Muladhara und den weiteren Zentren. „Die Hamsa-Gestalt annehmen“ bedeutet: die Nichtverschiedenheit vom höchsten Selbst erlangen, das als Hamsa im Inneren des tausendblättrigen Lotus gegenwärtig ist. Diese Betrachtung der Einheit mit Hamsa wird dort so ausgedrückt: (729) „Hamsa ist Ganesha, Hamsa ist Brahma, Hamsa ist Hari, und Shambhu ist ganz Hamsa. Hamsa ist das individuelle Selbst, der Guru ist Hamsa; ich bin Hamsa, das Selbst in Gestalt der höchsten Wirklichkeit.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
74. Taraṅga6, Band II, S. 141, Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748; Auswahl: Vers 747
Deutsch: Das Dhyana des Gurus im Ajna-Chakra lautet: (747) Im göttlichen Lotus mit den beiden schönen, Ha und Ksha tragenden Blättern, dem Grund der Welt, meditiere man den höchsten Guru als höchste Gottheit. Er übersteigt die Welt und wohnt in vielen Körpern; frei nach eigenem Willen nimmt er entsprechend der jeweiligen Eignung die Gestalt des eigenen Lehrers an. Sein Wesen ist einzig Sein und Bewusstsein; er ist die unmittelbar wahrnehmbare Verkörperung des Unvergänglichen.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
75. Taraṅga6, Band II, S. 141, Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748; Auswahl: Vers 748
Deutsch: Das Dhyana des höchsten Selbst im tausendblättrigen Lotus lautet: (748) Im makellosen, stets erwachten tausendblättrigen Lotus, geschmückt mit den Schriftzeichen, gedenke man des weltdurchdringenden ursprünglichen Gottes, des ewigen, höchsten, ungeteilten Selbst. Es ist ewige Wonne, unendliches, vollkommenes Aufleuchten des höchsten Bewusstseins und Seins. Man gehe frei und ganz in das Selbst, in die innere Höhle, ein.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
76. Taraṅga6, Band II, S. 169, Sammlung und lebendiger Mantra 1049–1053
Deutsch: „Die Göttin“ ist hier ein Beispiel; gemeint ist die eigene erwählte Gottheit. Das Verfahren der Puja wurde bereits im Taraṅga über Diksha erklärt. Im Kularnava: (1049) Wenn der Geist anderswo ist, Shiva anderswo und Shakti und Lebenswind wiederum anderswo, kommt keine Vollendung zustande, o Schönhüftige, selbst in unzähligen Weltaltern. (1050) Wer den Sinn des Mantras, sein lebendiges Bewusstsein und die Yoni-Mudra nicht kennt, erlangt selbst durch eine Milliarde Wiederholungen keine Siddhi. (1051) Mantras, deren Bija verloren ist, werden keine Frucht schenken, o Geliebte. Mit Bewusstsein erfüllte Mantras gelten dagegen als Spender aller Siddhis. (1052) Mantras ohne Bewusstsein werden als fruchtlos bezeichnet; ebenso Mantras, die mit den beiden Sutakas, den rituellen Verunreinigungen bei Geburt und Tod, verbunden sind. Den Sinn des Mantras soll man aus dem Mund des Gurus erfahren. Das Mantra-Bewusstsein wird noch erklärt. Die Yoni-Mudra wurde im zweiten Taraṅga erläutert. Das Verfahren zum Erkennen der Sutakas und der übrigen Zustände steht ebendort: (1053) Am Anfang besteht das Geburts-Sutaka, am Ende das Todes-Sutaka. Ein Mantra, der mit diesen beiden verbunden ist, gelangt nicht zur Siddhi.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
77. Taraṅga6, Band II, S. 190, Guruvertrauen und Abschluss 1292–1296; Auswahl: Verse 1294–1295
Deutsch: Im Kriyasangraha: 1294: „Unerschütterliche Hingabe an Guru und Gottheit sowie Vertrauen in Mantra und Schrift: Dies erkennen die Weisen als den Samen der Siddhi.“ Im Pratyangirakalpa: 1295: „Wenn der Brennstoffhaufen der Schuld im Feuer des Purashcharana verbrannt ist, angefacht vom Wind der Hingabe, gelangen die Mantras der Übenden zur Vollendung.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
78. Taraṅga7, Band II, S. 194, Weitere Zeichen und Grenze der Siddhis 39–49; Auswahl: Verse 46–49
Deutsch: Im Merutantra: 46–47: „Wenn der Mantra auf diese Weise verwirklicht ist, erscheinen Götter und vielerlei Siddhis, die den Weg zur Moksha versperren und die Kraft des Tapas mindern. Wer sich in geringeren Siddhis verliert, erlangt Anima und die anderen nicht; wer sich in Anima und den übrigen verliert, für den ist selbst die Kunde von Moksha äußerst schwer erreichbar.“ Auch im Narasimha: 48: „Wie jemand, der in kleinem Glück versinkt, das große Glück nicht erlangt, so bleibt dem in Siddhi Versunkenen die Befreiung fern. 49: Deshalb festige man die Siddhis und verehre die Sandalen Naraharis. Dann erlangt man ungeteilte, ganz einheitliche Glückseligkeit, anders nicht.“ [Die gedruckte Lesung „festige“ steht in Spannung zur vorausgehenden Warnung vor dem Versinken in Siddhis; sie wird nicht stillschweigend durch „verachte“ oder „gib auf“ ersetzt.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung.
79. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 50
Deutsch: Auch wenn ein Sadhaka durch die Kraft des Purashcharana alle Siddhis besitzt, darf er, sofern er Befreiung sucht, die Hingabe an Gott nicht aufgeben.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung.
80. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 51
Deutsch: Viele wünschen Genuss, einige wünschen Befreiung; selten aber ist derjenige, der Hari ohne Verlangen nach Genuss oder Befreiung verehrt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung.
81. Taraṅga7, Band II, S. 195, Hingabe und Verschwiegenheit 50–58; Auswahl: Vers 52
Deutsch: Eben dieser ist schon zu Lebzeiten befreit: Ohne Begierde nach Yoga-Erfolgen verehrt er den leidfreien Narayana, ob Siddhi eintritt oder nicht.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 7 – deutsche Übersetzung.
82. Taraṅga8, Band II, S. 276, Formlose Meditation und weitere Narasimha-Gestalten 237–245; Auswahl: Verse 237–239
Deutsch: 237–239: „Oder man meditiere über den aus Licht bestehenden Narahari im ursprünglichen sechzehnfachen Chakra beziehungsweise ohne Bindu: anfangslos, unbegrenzt, den Yogis zugänglich, jenseits der Sinne, höher als das Höchste, ewig, ohne begrenzende Bedingungen und ungetrübt, aus sich selbst leuchtend, Zeuge der Welt und makellos. So wird man von Brahman erfüllt. Oder man betrachte das gesamte All als Naraharis Leib. Dann wird man sogleich ein im Leben Befreiter, ohne inneres Leid und ohne Furcht vor irgendetwas.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung.
83. Taraṅga8, Band II, S. 290, Die innere Bedeutung des Rama-Mantras 407–409
Deutsch: In der Rama-Upanishad: 407–409: „Selbstleuchtend, selbst das Licht, ganz aus dem einen Bewusstsein unmittelbarer Selbsterfahrung bestehend: Als dieses wird der zweisilbige König der Mantras erkannt. Ungeteilte, in sich eine Wonne, hinüberführend, Brahman bezeichnend — so ist ‚Ramaya‘ zu verstehen, von der Natur Wahrheit, Wonne und Bewusstsein. Das Wort Namah ist als reine Gestalt vollkommener Wonne zu erkennen. Im Herzen verneigen sich stets alle Götter, die Befreiung ersehnen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung.
84. Taraṅga8, Band II, S. 291, Innere Meditation über Shakti, Einheit und Rama 423–432
Deutsch: In der Vasishtha-Samhita: 423–426: „Im Adhara vergegenwärtige man Shakti als Bewusstsein und Wonne; den Adhara selbst als lichtvoll, der aufgehenden Sonne gleich. Nach dieser Vergegenwärtigung der Grundlage, bester Weiser, betrachte man das daraus aufsteigende Licht in Flammengestalt, gleich zehn Millionen Blitzen und kühl wie zehn Millionen Monde. Gemäß der Unterweisung öffne man die Mündung der Sushumna und lasse es eintreten. Auf dem Brahman-Weg führe man es aufwärts zum Mondkreis am Dvadashanta. Nachdem man es nach Vorschrift im Geist dorthin geführt hat, lasse man den Nektar fließen. 427–429: Von den herabströmenden reinen Nektarströmen umhüllt, betrachte man den eigenen Körper und die ganze Welt als eins geworden. Den Atman vergegenwärtige man als ungeteilte Wonne, frei von Vielheitsentfaltung, formlos, makellos und unbefleckt, jenseits von Nichtleere und Leere, frei von den Vorstellungen des Seins und Nichtseins, bester Weiser. Gottheit, Guru und Mantra betrachte man im Selbst als eins. 430: So meditiere der Mantraübende und übe täglich Japa. Nachdem er alle irdischen Freuden erfahren hat, gelangt er am Ende zur höchsten Stätte. 431–432: Oder man sammle dieses Licht im Herzlotus und meditiere über den lichtvollen Rama, den einen Zeugen aller Welten, über Hari, der Entstehung, Bestehen und Auflösung der Welt bewirkt und von Göttern, Asuras, Menschen und Scharen von Yogis verehrt wird.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 8 – deutsche Übersetzung.
85. Taraṅga9, Band III, S. 723–724, Kalis Vorrang im Kumari-Tantra
Deutsch: Zuerst wird die erste Vidya im Kumari-Tantra erklärt. Bhairava sprach: „Es gibt diese eine ewige Erkenntnis, das tiefste Geheimnis. Sie ist streng verborgen und kaum auszusprechen. Weil du mir so überaus lieb bist, sage ich sie dir, Geliebte. Diese ganze grobe und feine Welt besteht aus Brahman. Doch ohne Prakriti kommt die Welt nicht zustande; ein Urgrund der Prakriti selbst ist nicht zu erkennen. Zahlreich sind ihre Gestalten, Strahlende. Unter ihnen ist, Maheshani, Kalis Gestalt bezaubernd; besonders im Kali-Zeitalter schenkt sie den Menschen Genuss und Befreiung. Ihre Verehrer sind Brahma, Vishnu, Shiva und die anderen: Indra, Surya, Varuna, Kubera, Agni und weitere; Durvasas, Vasishtha, Dattatreya und Brihaspati. Wozu viele Worte? Alle Götter sind ihre Verehrer; durch Kalikas Gnade haben sie Anteil an Genuss, Befreiung und den weiteren Gaben.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung.
86. Taraṅga9, Band III, S. 799, Shrividya: kurzes Meditationsbild
Deutsch: Nun die Meditation: Ich nehme Zuflucht zur glückverheißenden Göttin, die wie die Scheibe der jungen Sonne leuchtet, vier Arme und drei Augen hat und Schlinge, Stachelhaken, Bogen und Pfeile trägt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung.
87. Taraṅga9, Band III, S. 855, Saubhagyakrama: Schlussmahnung
Deutsch: Ohne diese Überlieferungsfolge gelinge nach der Quelle die rituelle Anwendung nicht. Deshalb soll, wer auf Erden Siddhi erstrebt, mit aller Sorgfalt die acht Arten des Hochmuts, die drei Fehler und die Anhänglichkeit an die fünf Sinne aufgeben und den Saubhāgyakrama vollziehen. Damit endet der Saubhāgyakrama. [Die acht Arten des Hochmuts und die drei Fehler werden an dieser Stelle nicht einzeln aufgezählt.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 9 – deutsche Übersetzung.
88. Taraṅga10, Band III, S. 898, Agni: Meditation
Deutsch: Meditation: Ich verehre den dreiäugigen Agni inmitten eines roten Lotus. Eine goldene Girlande ruht auf seinen Schultern; rote Blütenketten und Sandel schmücken ihn. Sein Haupt erstrahlt mit einer Flechtenkrone wie einem Bündel von Flammen, sein Gewand ist schön angelegt – die genaue Gewandlesung ist unsicher. In seinen Armen trägt er Lanze, Svastika, ein Büschel Darbha-Gras, Gebetskette und die beiden Opferlöffel Sruk und Sruva; die weiteren Hände gewähren Furchtlosigkeit und Gaben. [Die Schreibweise der beiden Opferlöffel ist im Druck leicht beschädigt, ihre Bezeichnung im Ritualzusammenhang jedoch erkennbar.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
89. Taraṅga10, Band III, S. 911, Vyahritis: Einheit mit Pranava
Deutsch: Dieselbe Quelle erklärt die Einheit der Vyāhṛtis mit Praṇava: Zwischen Oṃ und den kosmischen Rufen besteht ein innerer Zusammenhang. A entspricht Bhūḥ, U Bhuvaḥ, M Svar. Bindu entspricht Mahas, Nāda Janaḥ, Śakti Tapas und Śānti Satyam. Dieses Sein ist die höchste Wirklichkeit.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
90. Taraṅga10, Band III, S. 913, Pranava: Vishnu-Meditation
Deutsch: Meditation: Ich verneige mich vor Viṣṇu auf dem Lotus. Eine leuchtende Krone, Armreife, Armbänder, Halsschmuck, Ketten sowie Schmuck an Leibmitte, Füßen und Hüften zieren ihn; große, edelsteinbesetzte Makara-Ohrringe lassen seine Gestalt erstrahlen. Seine erhobenen Hände tragen Diskus, Muschelhorn, Lotus und Keule. Makellos leuchtet er in gelber Seide wie die aufgehende Sonne. [Die Druckfußnote nennt in Textzeuge 4 für die Verbindung mit der leuchtenden Krone eine Variante mit „bhāsvatkalāpa“.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
91. Taraṅga10, Band III, S. 914, Vedischer Mrityunjaya: Meditation
Deutsch: Die Meditation: Ich verehre den dreiäugigen Śiva auf dem Kailāsa, auf einem reinen Lotus sitzend und mit der jungen Mondsichel gekrönt. Mit zwei Händen übergießt er sein Haupt aus zwei Krügen mit Nektar; zwei weitere Hände halten die Krüge. Zwei tragen Antilope und Gebetskette. Das auf dem Schoß ruhende weitere Händepaar hält einen Nektarkrug. [Die Quelle beschreibt die achtarmige Gestalt über vier Handpaare; die doppelte Bezugnahme auf die oberen Krüge bleibt erhalten.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
92. Taraṅga10, Band III, S. 938, Purusha-Sukta: Bitte um bleibende Hingabe
Deutsch: „Ich fürchte mich, Herr der Götter, in diesem Saṃsāra voller großer Gefahr. Rette mich, Lotusäugiger; ich kenne die höchste Stätte nicht. Zu allen Zeiten und in allen Richtungen, o Acyuta, sowie im Körper bist du gegenwärtig; dennoch besteht meine große Furcht. Auch in anderen Geburten [suche ich nichts] außerhalb deiner Lotusfüße. Möge die gewonnene Erkenntnis und die erlangte Stätte mir, o Gott, auch in einer anderen Geburt nicht verloren gehen. Selbst in einer elenden Daseinsform richtet sich mein Sehnen auf dich. Solange es nicht vergeht, bin ich stets erfüllt. In allen Geburten wünsche ich allein Viṣṇus Füße.“ [Die Verbindung der mittleren Verse ist im Druck stellenweise unvollständig; die Ergänzung in eckigen Klammern macht die sinngemäße Verbindung kenntlich.] Das Sūkta Haris, des Puruṣa, wird als zum Himmel führend, segensreich und Ruhm verleihend gepriesen: heilige Selbsterkenntnis und höchste Yoga-Erkenntnis. Nach diesem Lobpreis wird der Opferträger Agni verabschiedet.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
93. Taraṅga10, Band III, S. 941, Shri-Sukta: Meditation der Weltenmutter
Deutsch: Meditation: „Auf einem roten Lotus ruhend, von der Farbe seiner gesammelten Blütenstäubchen, hält sie in ihren Lotushänden die Geste der Wunscherfüllung, die Geste der Furchtlosigkeit und zwei Lotusblumen. Mit juwelenbesetzter Krone und vielfältigem Schmuck geschmückt – möge Śrī, die Mutter der Welt, uns immer zum Segen sein.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 10 – deutsche Übersetzung.
94. Taraṅga11, Band III, S. 952, Durga: Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: „Möge Durgā euch schützen, die auf dem Löwen sitzt und den Mond trägt, smaragdgleich strahlt und in ihren vier Händen Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeile hält. Drei Augen schmücken sie; Armreifen, Halsketten, Armbänder, klingender Hüftgürtel und Fußschellen trägt sie, und ihre Ohrringe leuchten von Edelsteinen. Sie nimmt das Elend hinweg.“ Purashcharana: achthunderttausend Wiederholungen des Mantras. Der seine Sinne beherrschende Übende opfert mit süßen Stoffen getränkten Sesam oder Milchreis in entsprechender Tausenderzahl, hier achttausend. Damit endet der Durgā-Mantra.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
95. Taraṅga11, Band III, S. 953, Mahishamardini: Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: „Ich verneige mich vor ihr, die wie Smaragd leuchtet, mit Juwelenkrone und Ohrringen geschmückt ist, ein Auge auf der Stirn trägt und auf dem Kopf des Büffeldämons sitzt. In ihren Armen hält sie Diskus, Muschelhorn, Schwert, Schild, Pfeile, Bogen und Dreizack und zeigt die drohende Fingergeste; den Mond trägt sie auf dem Haupt.“ Purashcharana: achthunderttausend Wiederholungen. Der ergänzende Herausgeberhinweis versteht den verkürzten Schluss als Feueropfer mit achttausend guten Sesamgaben. Damit endet der Mahīṣamardinī-Mantra.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
96. Taraṅga11, Band III, S. 954, Shulini: Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: „Ich vergegenwärtige Śūlinī auf dem Löwen, dunkel wie eine wasserreiche Regenwolke. In ihren Lotushänden hält sie Dreizack, Pfeil, Schwert, Diskus, Muschelhorn, Keule, Bogen und Schlinge. Sie trägt den Mond und hat drei Augen. Vier Mädchen mit Schwertern und Schilden dienen ihr; ihren Gegnern flößt sie Furcht ein.“ Purashcharana: Ein kundiger Mantraübender rezitiert hunderttausendmal je Silbe. Der Homa mit Ghee beträgt ein Zehntel davon. Damit endet der Śūlinī-Mantra.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
97. Taraṅga11, Band III, S. 955, Vanadurga: Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: Man betrachtet die dreiäugige, blitzgleich leuchtende Göttin inmitten eines goldenen Lotus. Sie hält Muschelhorn und Diskus und zeigt Wunschgewährung und Furchtlosigkeit; sie trägt die Mondsichel, Halsschmuck, Armreifen, Ketten und Ohrringe. Indra und andere Götter preisen sie. Sie wohnt im Vindhya-Gebirge, ihr Gesicht gleicht dem Mond, und an ihrer Seite steht ein Löwe. Nach dieser Meditation folgen vierhunderttausend Wiederholungen. Homa beträgt ein Zehntel davon, mit Havis, Śāli-Reis, Ghee und Sesam. Damit endet der Vanadurgā-Mantra.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
98. Taraṅga11, Band III, S. 957, Chamunda: Sarasvati-Meditationen
Deutsch: Nun Sarasvatīs Meditation aus dem Merutantra: Sie strahlt wie der Herbstmond. Rechts hält sie Muschelhorn, Stößel, Diskus und Pfeile, links Glocke, Dreizack, Pflug und Bogen. Aus Gaurīs Körper hervorgegangen, schenkt sie den Menschen Freude, trägt die Welt und bezwingt Śumbha und die anderen Dämonen. Als Herrin des dritten Carita soll sie stets vergegenwärtigt werden. Ein anderes Tantra sagt: „Ich verehre hier Mahāsarasvatī, die in ihren Lotushänden Glocke, Dreizack, Pflug, Muschelhorn, Stößel, Diskus, Bogen und Pfeil trägt. Sie leuchtet wie der Mond, der aus den Wolken hervortritt. Aus Gaurīs Körper entstanden, bildet sie die Grundlage der drei Welten und bedrängt Śumbha und die anderen Daityas.“ Der Quellentext erklärt den Namen durch die Vorsilbe mahā.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
99. Taraṅga11, Band III, S. 958, Jayadurga: Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: Man betrachtet Durgā namens Jayā, dunkel wie eine Regenwolke. Ihr Seitenblick erfüllt die Feindschar mit Furcht, die Mondsichel ist in ihr Haar gebunden. Dreiäugig trägt sie Muschelhorn, Diskus, Schwert und Dreizack. Auf dem Rücken des Löwen sitzend erfüllt sie die drei Welten mit ihrem Licht, umgeben von Göttern und verehrt von denen, die Siddhi suchen. Purashcharana: fünfhunderttausend Wiederholungen; danach ein Zehntel als Gheeopfer im geweihten Feuer und Brahmanenspeisung. Die Fußnote verzeichnet als abweichende Lesung „hunderttausend je Silbe“ statt „fünfhunderttausend“. Damit endet der Durgā-Mantra-Abschnitt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
100. Taraṅga11, Band III, S. 1105–1106, Daṇḍa-Praṇāma und Durgā-Gebet
Deutsch: Wenn Stirn, Nase, Arme, Brust, Bauch und Füße die Erde berühren, heißt dies Daṇḍa-Praṇāma. Es folgt das Gebet: „Gib mir Lebensdauer, Ansehen und Glück, Erhabene; gib mir Söhne, Wohlstand und alle ersehnten Güter. Pracaṇḍā, Geberin von Nachkommen, stets Erfreute, Führerin der Götter, die das Geschlecht zum Leuchten bringt, Gewaltige: Schenke Sieg, dir Verneigung! Ugracaṇḍā, überaus Gewaltige, Vernichterin mächtiger Heere: Dir stets Verneigung, Göttin, Herrin des Alls. Durgā, Retterin aus schwerer Bedrängnis, Vernichterin alles Unheils, Geberin von Dharma, Wohlstand und Befreiung: Sei mir stets gnädig. Hochbegnadete Durgā, beschütze mich, der Zuflucht sucht. Vom Blut Mahīṣas berauscht, dir neige ich mich: Sei mir gnädig! Nimm Schuld, Bedrängnis, Trauer und Unheil hinweg; nimm Krankheit, Aufruhr und Verderben hinweg, Geliebte. Kālī, Kālī, Mahākālī, Kālikā, die Schuld hinwegnimmt, Geberin von Dharma und Wunscherfüllung, Nārāyaṇī: Dir Verneigung! Schenke Sieg im Kampf, beständigen Wohlstand im Haus und Erfüllung von Dharma, Kāma und Artha. Mahīṣa-Bezwingerin, Mahāmāyā, Cāmuṇḍā mit Schädelgirlande, schenke Lebensdauer, Gesundheit und Sieg; dir Verneigung!“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 11 – deutsche Übersetzung.
101. Taraṅga12, Band III, S. 1138, Gorakṣas Meditation und Purashcharana
Deutsch: Meditation: „Er gleicht reinem Bergkristall, trägt aufgetürmte Flechten und hat drei Augen. Er ist makellos, gestaltlos, frei von Unterscheidung und ohne Krankheit.“ Purashcharana: Nach 100.100 Wiederholungen vermag der Übende mit reinem Geist nach der Verheißung der Quelle alle Vorhaben zu vollenden; daran solle er nicht zweifeln. Er soll diesen Mantra stets besonders bewahren. Durch Gorakṣas Gnade erlangt er Yoga-Verwirklichung.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung.
102. Taraṅga12, Band III, S. 1199, Prāṇāyāma-Puraścaraṇa – Sammlung und Meditation
Deutsch: Nun das Puraścaraṇa durch Prāṇāyāma, wie es der Siddhāntasaṃgraha erklärt: Jetzt werde ich die vorbereitende Vollendung durch Atemlenkung darlegen. Der Mantrakundige sitzt im gebundenen Lotussitz, mit aufgerichtetem Körper, Kopf und Nacken, beherrschten Sinnen, unaufgeregt und ohne Zittern. Im Mūlādhāra, im Anāhata, zwischen den Brauen oder im eigenen Lotus meditiert er den Mantra als Lichtgestalt. Der letzte Ausdruck des Verses ist beschädigt; der Kommentar erläutert ausdrücklich, gemeint sei derjenige Mantra, mit dem die Atemlenkung ausgeführt werden soll. Ferner meditiere er Śiva als dessen Gestalt und vollziehe auf dem zuvor beschriebenen Weg den Prāṇāyāma mit Einatmung und den weiteren Phasen. Der Kommentar stellt klar: „Śiva“ bezeichnet hier die jeweils behandelte Gottheit, ist also nicht auf eine einzige Gottheitsform beschränkt.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung.
103. Taraṅga12, Band III, S. 1227, Vasundharā – Meditation und Erscheinung
Deutsch: Meditation: „Ich verehre Vasumatī, die Ernährerin der ganzen Welt. Sie sitzt im Innern eines geöffneten Lotus und strahlt wie das Blatt eines blauen Lotus. Gelbe Seide und vielfältiger Schmuck kleiden sie. In ihren Händen hält sie zwei blaue Lotusse, eine Reisähre und Zuckerrohr.“ So meditierend, rezitiert man gesammelt vierhunderttausendmal, wobei veda für vier steht. Am Ende spricht die Erdgöttin aus dem Innern des Kruges: „Nenne einen Wunsch; ich werde dir geben, was in deinem Herzen ist.“ Der Übende verehrt sie mit drei Händen voll Blüten und wirft sich ausgestreckt zur Erde nieder.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung.
104. Taraṅga12, Band III, S. 1227–1228, Gebet an Vasundharā
Deutsch: Der Text bezeichnet dies als Mantra aus fünf halben Ślokas: „Verehrung dir, erhabene Vasundharā, Trägerin der Welt! Gattin Viṣṇus, die du auf der Spitze von Varāhas Hauer Wohnung genommen hast! Verehrung dir, Welternährerin, Erde, Zuflucht aller Wesen! Durch deine Gunst, Heilvolle, Medinī, möchte ich die Edelsteine und Schätze erlangen, die in deinem Innern wohnen.“
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung.
105. Taraṅga12, Band III, S. 1231, Einheit der Gottesverehrung und Schlussbild der zwölften Welle; Auswahl: Einheitsvers
Deutsch: Was die Vaiṣṇavas Viṣṇu nennen, die Śaivas als Śiva verstehen, die Gāṇeśas den Elefantengesichtigen nennen und die Verehrer der Sonne als den Herrn des Tages kennen; was die Śāktas als Bewusstseinskraft, die Sāṃkhyas als höchsten Puruṣa und die Kenner Brahmans als Brahman bezeichnen: Diese göttliche Gestalt möge euch schützen. Das Kompositum tadaivyasiṃhaṃ im Druck ist unsicher und wird nicht stillschweigend zu einem bestimmten Gottesnamen umgebildet.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 12 – deutsche Übersetzung.
106. Taraṅga6, Band II, S. 118, Lebensführung und Beständigkeit 496–499; Auswahl: Vers 499
Deutsch: In einem anderen Tantra: (499) Sammlung des Geistes, Reinheit, Schweigen, Nachsinnen über den Sinn des Mantras, Beständigkeit und Nichtverzagen bringen Japa zur Erfüllung. [Für „Beständigkeit“ verzeichnet die Ausgabe auch die Lesart „Ungestörtheit“.]
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
107. Taraṅga6, Band II, S. 118–119, Weitere Niyamas und regelmäßige Japa-Zahl 500–505; Auswahl: Verse 503–505 samt Erläuterung
Deutsch: Im Yamala: (503) In der erklärten Weise verrichte man ohne Verzögerung und ohne Hast die vorgeschriebene Zahl von Japa-Wiederholungen, damit Purashcharana gelingt. (504) Indem man im Geist die Einheit von Gottheit, Guru und Mantra vergegenwärtigt, soll man einspitzig vom Morgen bis zum Mittag Japa üben. (505) Mit welcher Zahl man begonnen hat, diese soll man Tag für Tag einhalten. Wer weniger oder mehr verrichtet, fällt aus seinem Gelübde heraus. Der Verfasser des Tantrasara erklärt: „Bis zum Mittag“ bezeichnet lediglich einen zeitlichen Endpunkt, keine zwingende Regel. Andernfalls würde die Regel verletzt, wenn die Japa-Zahl einmal bis Mittag noch nicht erreicht wäre.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.
108. Taraṅga6, Band II, S. 122, Ausgleich und Freiheit des geistigen Japa 536–541; Auswahl: Verse 540–541 samt Einführung
Deutsch: Für geistiges Japa gilt diese Regel jedoch nicht. Dazu heißt es in einem anderen Tantra: (540) Ob unrein oder rein, ob gehend, stehend oder selbst im Schlaf: Der Wissende, der allein im Mantra Zuflucht nimmt, soll stets auf diese Weise im Geist üben. (541) Geistiges Japa ist an jedem Ort und zu jeder Zeit ohne Fehler. Der vorzügliche Zweimalgeborene, der beständig Japa übt, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer.
Im Zusammenhang lesen: Taraṅga 6 – deutsche Übersetzung.

Eine Passage mit in den Tag nehmen
Heutige Anregung: Wähle aus den 108 Stellen einen Gedanken, den du gut verstanden hast. Lass ihn eine Weile in dir nachklingen. Vielleicht erinnert er dich an Hingabe, an die Beständigkeit des Japa oder an einen achtsamen Umgang mit anderen Menschen.
Beobachte im Laufe des Tages, ob sich daraus eine kleine, konkrete Handlung ergibt: ein Moment bewusster Sammlung, ein freundliches Wort oder Zeit für deine vertraute Meditation. Morgen kannst du dieselbe Stelle erneut lesen. Mit wachsender Erfahrung darf auch dein Verständnis reifen. Für den größeren Zusammenhang führt der Weg zurück zur deutschen Gesamtausgabe; zum gezielten Nachschlagen steht die Mantrasammlung bereit.
Wegweiser durch die zwölf Wellen
Die Seiten sind unterschiedlich aufgeteilt. Über diese Übersicht erreichst du jede Welle direkt in allen drei Fassungen.
| Taraṅga | Schwerpunkt | Deutsch | IAST | Devanagari |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mit Vertrauen und Unterscheidungsvermögen beginnen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 2 | Der Praxis einen guten Rahmen geben | Lesen | Lesen | Lesen |
| 3 | Verehrung mit Aufmerksamkeit erfüllen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 4 | Die Einweihung zum Abschluss führen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 5 | Verschiedene Wege der Einweihung verstehen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 6 | Beständigkeit in der Mantrapraxis entdecken | Lesen | Lesen | Lesen |
| 7 | Über die Reifung der Praxis nachdenken | Lesen | Lesen | Lesen |
| 8 | Die Vielfalt der Gottheitsverehrung kennenlernen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 9 | Die Überlieferungen der Göttin aufmerksam lesen | Lesen | Lesen | Lesen |
| 10 | Mantra, Hymne und Verehrung zusammen betrachten | Lesen | Lesen | Lesen |
| 11 | Der Verehrung der Göttin Zeit und Raum geben | Lesen | Lesen | Lesen |
| 12 | Die letzte Welle mit Sammlung lesen | Lesen | Lesen | Lesen |
Siehe auch
- Purashcharana
- Mantra
- Japa
- Diksha
- Guru
- Meru Tantra – im vorliegenden Werk mehrfach zitiert
- Kularnava Tantra
- Rudrayamala Tantra – im Abschnitt über Göttin und Bhairava zitiert
- Mantramahodadhi – ebenfalls eine umfangreiche Schrift zur Mantrapraxis
- Dakshinamurti Samhita
- Mahanirvana Tantra
- Vijnana Bhairava Tantra
- Shiva Samhita
Textumfang und Quellenhinweise
Umfang und dokumentierte Auslassungen: Alle zwölf Taraṅgas sind bis zum Werk-Kolophon auf Band III, S. 1231 bearbeitet. Die frühere Überlieferungslücke dieser Arbeitsausgabe auf S. 748–756 wurde anhand des vorliegenden PDF neu bearbeitet und geschlossen. Gesondert verbleiben neun ausdrücklich markierte Inhaltsauslassungen: Taraṅga 7, Verse 344–349, 394–399, 405–418; Taraṅga 9, S. 815, 816–817, 818, 829–830, 831 und 854–855. Sie betreffen sexualisierte Darstellungen minderjährig oder nicht eindeutig erwachsen bezeichneter Personen. Daher wird keine ausnahmslos lückenlose Vollübersetzung beansprucht. Lokale beschädigte oder unsichere Quellenlesungen bleiben gekennzeichnet.
Literatur und Quellen
- Pratapasimha Shah: Puraścaryārṇava. Herausgegeben von Muralidhara Sharma, ältere Ausgabe in drei Bänden, Varanasi. Verwendeter Textumfang: Band I, S. 1–318. Die beiden Digitalisate von Band I ergänzen sich; die Seiten 8–9 wurden nach dem vollständigeren Exemplar wiedergegeben. Für Band II dient die von Rajanatha Tripathi herausgegebene Ausgabe von 2013 als Grundlage; deren S. 1 entspricht S. 319 der älteren Ausgabe. Die abweichende Seitenzählung wird in den Fundstellen mit der Bandangabe kenntlich gemacht.
- Puraścaryārṇava, Band II, herausgegeben von Rajanatha Tripathi, Sampurnanand Sanskrit University; Hauptgrundlage der Taraṅgas 5–8, S. 1–330; gezielt mit der älteren Ausgabe, S. 319–412, verglichen.
- Purashcharana im Yoga-Vidya-Wiki – ergänzende heutige Erläuterung, nicht Ersatz für den Sanskrittext.
- Band III der älteren Ausgabe: gedruckte S.723–1231, Digitalisat 2015.487364.Purascharyarnava-Part-III_text.pdf, PDF48–556; einschließlich der neu bearbeiteten S.748–756.
- IAST wurde aus dem bearbeiteten Devanagari transliteriert und ist kein unabhängiger Textzeuge. Unnummerierte Prosa und Verse werden durch die gedruckte Seite nachgewiesen. Die deutschen Lesungshinweise kennzeichnen örtliche Unsicherheiten. Eine kollationierte kritische Edition wird nicht beansprucht.
Ausgewählte Lesarten
- Vers 1.49: Zur Lesung „Verrichtungen zu Navaratri“ verzeichnet der Druck die Variante „Verrichtungen“ im Plural; die sachliche Aussage bleibt gleich.
- Vers 1.51: Die Hauptlesung bhūtalipi („Elementeschrift“) steht neben der verzeichneten Variante bhūtabali („Darbringung an die Wesen“). Hier wird der Hauptlesung gefolgt.
- Band I, S. 12: Zur Hauptlesung Svarṇakoṭīśvarī ist Koṭeśvarī als Variante genannt.
- Band I, S. 14: Zu śuṣke („kraftlos/trocken“) bei Shiva ohne Shakti verzeichnet der Druck sūkṣme („fein/subtil“). Die Übersetzung folgt der Hauptlesung.
- Band I, S. 19: Statt „ein verständiger Verehrer der Göttin“ steht als Variante „ein Verehrer der Göttin, voller Hingabe“.
- Band I, S. 21: Der Druck nennt neben „beides vermischt“ die Lesung „beides aufsuchend/auf beidem beruhend“; bei der Mittagsrezitation steht neben „Japa, o Herrin“ auch „Japa, o Göttin“.
- Band I, S. 79–82: Mehrere Zitate werden innerhalb des gedruckten Werkes erneut angeführt. Diese Wiederholungen bleiben erhalten; das auf S. 80 abgebrochene Vishnuyamala-Zitat wird auf S. 82 vollständig gegeben.
- Band I, S. 26: Neben padaṃ śivam (Shivas Stätte) steht die Variante pathaṃ śivam (Shivas Weg).
- Band I, S. 33: Neben tadveṣeṇa (unter diesem Vorwand/in dieser Verkleidung) steht taddveṣeṇa (aus Hass darauf).
- Band I, S. 34: Zur Reihe Guru, Gottheit, Selbst und Kala wird eine abweichende Lesung ohne Guru genannt; die Hauptlesung wird beibehalten.
- Band I, S. 24: Neben vāmapathe („auf dem linken Weg“) ist vāmapade („im linken Bereich/Weg“) verzeichnet.
Zur Wiedergabe: Die Nummern 1–54 sind die Nummern des gedruckten Eingangsteils. Danach stehen genaue Seiten- und Abschnittsangaben für unnummerierte Zitate und Prosa. Unsichere Lesungen sind unmittelbar an der betreffenden Stelle bezeichnet. Zuordnungen, Wirkungsaussagen und Wertungen innerhalb der Übersetzung geben die jeweilige traditionelle Quelle wieder.
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