Purashcharanarnava Mantras

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Purashcharanarnava – Mantrasammlung, Teil 1 enthält die Registereinträge M0001–M0475 sowie einführende Beispiele. Sie erschließt die im Werk belegten Formeln in IAST und Devanagari mit deutscher Erklärung. Mantra, Gottheitsverehrung und ritueller Zusammenhang werden gemeinsam betrachtet.

Zur Textgrundlage: Umfang, dokumentierte Auslassungen und Lesungshinweise.

Ein vertrauter Mantra kann die Aufmerksamkeit sammeln und der Hingabe eine hörbare oder innerlich vergegenwärtigte Form geben. Beim Studium dieser Sammlung hilft es, zuerst Bedeutung und Funktion eines Eintrags zu lesen und dann seinen Sanskritwortlaut zu betrachten.

So liest du die Einträge: Ausgeschriebene Rezitationsformeln, Bijas, verschlüsselte Bildungsregeln und erklärende Rahmensätze sind zu unterscheiden. Ein ganzer Quellenabsatz ist nicht automatisch ein zu rezitierender Mantra. Die örtlichen Hinweise benennen unvollständige oder unsichere Lesungen; für überlieferungsgebundene Verfahren gelten die jeweils genannten Voraussetzungen der Diksha.

Japa verbindet Aufmerksamkeit und Hingabe.

Zur Ausgabe: Deutsch · Sanskrit in IAST · Devanagari · 108 Passagen zur Besinnung · Mantrasammlung

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Mantras und Mantrahinweise

Hier werden ausgeschriebene Anrufungen von verschlüsselten Lautangaben und bloßen Bezeichnungen unterschieden. Die in einem Lehrsatz enthaltene Nennung eines Mantras ist nicht automatisch eine vollständige Rezitationsanweisung.

Verehrung der Gurus als Dakshinamurti

Fundstelle: Band I, S. 1, unnummerierte Eingangsanrufung.
IAST: śrīdakṣiṇāmūrtigurubhyo namaḥ |
Devanagari: श्रीदक्षिणामूर्तिगुरुभ्यो नमः |
Bedeutung: Verehrung den Gurus, deren Gestalt Shri Dakshinamurti ist.
Funktion: Eröffnende Verehrung der Lehrer. Der vorliegende Wortlaut beginnt ohne vorangestelltes Om.

Rama, Rama

Fundstelle: Erster Taraṅga, Band I, S. 18, Shaktisangama-Zitat über Rama als Shiva-Shakti.
IAST: rāma rāma
Devanagari: राम राम
Bedeutung und Funktion: Anrufung Ramas. Der Text deutet die wiederholte Namensnennung als Besingen Brahmans, dessen Wesen Shiva und Shakti ist. Im Sanskritsatz erscheint die Formel mit dem anschließenden Zitatwort verbunden: rāmarāmeti. Für diese Stelle wird keine zusätzliche Rezitationszahl angegeben.

Ganeshas Bija in den sechs Amnayas

Fundstelle: Erster Taraṅga, Band I, S. 10, Meru-Tantra-Zitat.
Der Text nennt den Laut Ga und unterschiedliche Verbindungen mit Bindu und Dvibindu. Anschließend folgen ausgeschriebene Silben für weitere Amnayas. Diese Silben sind im vorliegenden Druck nicht ausreichend sicher gelesen; sie werden deshalb nicht zu einer vermeintlich gesicherten Rezitationsformel ergänzt. Für Bija-Silben wird keine wörtliche deutsche Übersetzung angesetzt.

Pranava, Svaha und Namah

Fundstellen: Band I, S. 54–56, Deviyamala, Narada-Pancharatra, Kularnava, Yajnavalkya-Samhita und Bhutashuddhi Tantra.
Der Text unterscheidet Mantras mit Pranava und Svaha von solchen mit der Schlussformel Namah. Er schreibt an diesen Stellen keine vollständige eigenständige Mantraformel aus.
IAST: svāhā; namaḥ.
Devanagari: स्वाहा; नमः|
Funktion: Svaha ist eine rituelle Darbringungsformel; Namah drückt Verehrung aus. Pranava wird hier nur bezeichnet, nicht als eigenständige vollständige Formel abgedruckt. Die sozialen Berechtigungsregeln gehören zur historischen Darstellung.

Vier Bija-Bezeichnungen

Fundstelle: Band I, S. 56, Sautramani Tantra.
IAST: māyābīja; klībīja; kāmabīja; vāgbhava.
Devanagari: मायाबीज; क्लीबीज; कामबीज; वाग्भव|
Dies sind Bezeichnungen im Werktext, keine vier zuverlässig ausgeschriebenen Rezitationsformeln. Die zweite Benennung bleibt hinsichtlich der gemeinten Bija-Silbe unsicher. Es werden keine Lautfolgen aus anderen Überlieferungen ergänzt und keine wörtlichen Bija-Übersetzungen erfunden.

Endungen Hum, Phat und die verschlüsselte Svaha-Endung

Fundstelle: Band I, S. 73, Sharada-Zitat.
Der Text klassifiziert Mantras nach ihren Endungen. Die erste Endung Hum ist zwar genannt, doch die genaue Nasalzeichenform im Druck bleibt unsicher; sie wird hier nicht als sichere Rezitationsformel hergestellt.
Sicher gelesene Endung: phaṭ, फट् – eine rituelle Mantra-Endung; an dieser Stelle wird keine wörtliche Bedeutung erklärt.
Verschlüsselte Benennung: dviṭha, द्विठ, wörtlich „zweimal Tha“. Die Anmerkung der Druckausgabe löst dies ausdrücklich als svāhā, स्वाहा, auf. Es handelt sich um einen Schlüsselbegriff und nicht um die Aufforderung, zwei Tha-Silben zu rezitieren.

Namensmantra und weitere Mantrabezeichnungen

Fundstellen: Band I, S. 57 und 72–74.
Das Brahma-Purana-Zitat auf S. 57 beschreibt ein Bildungsschema: Om, der betreffende Name und eine abschließende Verehrungsformel. Es wird dort kein bestimmter Name eingesetzt; deshalb entsteht hier keine neu zusammengestellte Rezitationsformel. Die Schlussabschnitte nennen Hamsa, Prasada, Pranava, Kulluka, Taraka, Krishna-, Rama-, Shiva- und Vishnu-Mantras verschiedener Silbenlänge. Diese Benennungen werden ohne ausgeschriebene Formel überliefert und hier nicht aus anderen Quellen aufgefüllt.

Formeln der Mantra-Samskaras

Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 93–94. Beim Abhisheka wird folgende Formel ausgeschrieben:
IAST: abhiṣiñcāmyamuṃ mantraṃ namaḥ.
Devanagari: अभिषिञ्चाम्यमुं मन्त्रं नमः|
Bedeutung: „Ich besprenge diesen Mantra; Verehrung.“

Beim Tarpana stehen die Wörter tarpayāmi, तर्पयामि („ich sättige“), und namaḥ, नमः („Verehrung“). Der Bezug auf „diesen Mantra“ steht in der vorausgehenden Verszeile. Die verstreuten Wörter werden hier nicht zu einer vermeintlich zusammenhängend gedruckten Formel vereinigt.

Für Dipana nennt der Text die vorangestellte Silbenfolge:
IAST: oṃ hrīm̐ śrīm̐.
Devanagari: ॐ ह्रीँ श्रीँ|
Funktion: Vorsilben zur rituellen Entfachung des eigenen Mantras. Der eigene Mantra wird nicht ausgeschrieben. Die beiden Bijas tragen im Druck Chandrabindu; ihnen wird keine erfundene wörtliche Übersetzung beigelegt.

Verschlüsselte und unsicher überlieferte Samskara-Mantras

Auf S. 92–93 werden Luft- und Feuer-Bija lediglich bezeichnet. Die Lichtmantra-Stelle auf S. 94 ist in der zweiten Silbe nicht sicher lesbar. Auch mehrere Bija-Reihen der vorausgehenden Mantrafluch-Lehre auf S. 85–90 bleiben örtlich unsicher. Sie werden nicht aus bekannten Mantras ergänzt. Die dort genannten Buchstaben ha, sa, ra (ह, स, र) sind Bestandteile von Bildungsschemata, keine selbständigen vollständigen Formeln. Die doppelte Endung phaṭ phaṭ (फट् फट्) auf S. 88 steht in einer Klassifikation fehlerhafter Mantras.

Bezeichnungen und Vorverweise

Die Eingangsübersicht nennt unter anderem Kulluka, Setu, Nirvana, Gayatri, Tara und Mrityunjaya (1.32, 44–45). An diesen Stellen liegen Ankündigungen späterer Abschnitte vor, keine vollständigen Mantraformeln. Auch die Gottheitennamen in den Amnaya-Listen werden nicht ohne Quellenbeleg durch Zusätze wie „Om“ oder „Namah“ in Mantras umgewandelt.

Weitere Quellenstellen zu Mantras

S. 95–96: Die Erweckung der Shabara-Mantras verlangt die Anrede „Werde wach!“ in der jeweiligen Sprache des Mantras. Das Werk schreibt hier keine bestimmte landessprachliche Formel aus. Die alternative Erweckungsweise auf S. 95 enthält eine nicht sicher verstandene Buchstabenfolge.

S. 103: Die Formel zur Entfernung von Bodenhindernissen beginnt mit den Bezeichnungen Dharani/Dharani und endet mit Namah. Ihre mittlere Lautfolge bleibt ungesichert; sie wird nicht als vollständiges Mantra hergestellt.

S. 106: Der vedische Vastu-Mantra ist nur durch seinen Anfang bezeichnet. Er wird hier nicht aus einer anderen Quelle vervollständigt.

Tantrischer Vastu-Mantra

Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 114.
IAST: oṃ vāstoṣpataye namaḥ.
Devanagari: ओं वास्तोष्पतये नमः|
Bedeutung: „Om, Verehrung dem Herrn der Wohnstätte.“

Formeln und ihre überlieferten Zusammenhänge

Die folgenden Einträge bewahren ausgeschriebene Formeln, Bījas, verschlüsselte Bildungsregeln, Anfangszitate und Verweise. Ein vollständiger Quellenabsatz wird dort mitgegeben, wo Formel und Erklärung ineinander übergehen; er ist ausdrücklich keine als Ganzes zu rezitierende Formel. Die deutsche Wiedergabe erklärt Bedeutung und Funktion und nennt lokale Unsicherheiten. Die Sammlung enthält alle bislang erfassten Formeleinträge sowie ergänzend sämtliche Textblöcke mit ausdrücklichen Formel-, Mantra-, Gebets- oder Lautangaben nach dem dokumentierten Registerabgleich. Die neu bearbeiteten Seiten 748–756 sind ergänzt; die neun ausgewiesenen Inhaltsauslassungen bleiben ausgespart.

M0001. Verabschiedung der Gottheiten
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 121
Ausgeschriebene Verabschiedungsformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yāntu devagaṇāḥ sarve pūjāmādāya pārthivīm |
iṣṭakāmasamṛddhyarthaṃ punarāgamanāya ca ||

Devanagari:
यान्तु देवगणाः सर्वे पूजामादाय पार्थिवीम् |
इष्टकामसमृद्ध्यर्थं पुनरागमनाय च ||

Bedeutung und Funktion: Alle Scharen der Gottheiten mögen gehen, nachdem sie die irdische Verehrung angenommen haben, zur Erfüllung der erwünschten Ziele und um wiederzukehren.

M0002. Verehrung der Grabungshacke
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 121
Ausgeschriebene Verehrungsformel im Grabungsritual.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
svarṇakudālarūpa tvaṃ bhūmeḥ khananakarmaṇi |
viśvakarmāyudho nityaṃ namaste cāstramūrtaye ||

Devanagari:
स्वर्णकुदालरूप त्वं भूमेः खननकर्मणि |
विश्वकर्मायुधो नित्यं नमस्ते चास्त्रमूर्तये ||

Bedeutung und Funktion: Du in Gestalt einer goldenen Hacke, beim Ausheben des Bodens stets Vishvakarmas Werkzeug: Verehrung dir, Verkörperung des Werkzeuges!

M0003. Anrede an Vishvakarma
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 121
Ausgeschriebene rituelle Anrede. Das Kompositum viśvātmakarmaka bleibt hinsichtlich seiner genauen grammatischen Bildung unsicher.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
viśvakarman jagadvyāpin saṃsārasṛṣṭikāraka |
atra kudālahastastvaṃ viśvakarmannamo'stu te ||
ekāśītikoṣṭhabhede vāstau viśvātmakarmaka |
kudālaṃ gṛhyatāmatra khananaṃ kuru sāmpratam ||

Devanagari:
विश्वकर्मन् जगद्व्यापिन् संसारसृष्टिकारक |
अत्र कुदालहस्तस्त्वं विश्वकर्मन्नमोऽस्तु ते ||
एकाशीतिकोष्ठभेदे वास्तौ विश्वात्मकर्मक |
कुदालं गृह्यतामत्र खननं कुरु साम्प्रतम् ||

Bedeutung und Funktion: Vishvakarma, der du die Welt durchdringst und die Schöpfung des Samsara hervorbringst: Hier trägst du die Hacke in der Hand. Vishvakarma, Verehrung sei dir! Im Vastu mit einundachtzig Feldern, o universell Wirkender, nimm hier die Hacke und beginne jetzt zu graben!

M0004. Bitte um Verzeihung beim Graben
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 121
Ausgeschriebene Bitte; die grammatische Verbindung zu den verletzten Lebewesen ist verkürzt und ihre deutsche Wiedergabe daher vorläufig.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kudāladāritairatra kīṭakoṭiśatairapi |
kṣamyatāṃ pṛthivīdevi viṣṇusthāpanahetave ||

Devanagari:
कुदालदारितैरत्र कीटकोटिशतैरपि |
क्षम्यतां पृथिवीदेवि विष्णुस्थापनहेतवे ||

Bedeutung und Funktion: Göttin Erde, möge dies verziehen werden, auch von den zahllosen kleinen Lebewesen, die hier durch die Hacke verletzt werden, denn es geschieht um der Aufstellung Vishnus willen.

M0005. Vedische Anfangszitate für die Toranas
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 125
Vier Anfangszitate, keine vollständigen Formeln. Der letzte Anfang steht in der laufenden Zeile als śanno devīti; die Wiedergabe beendet ihn vor dem Zitierwort iti und ergänzt keine weiteren Silben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
agnimīḻe purohitam |
iṣe tvā |
agna āyāhi |
śanno devī |

Devanagari:
अग्निमीळे पुरोहितम् |
इषे त्वा |
अग्न आयाहि |
शन्नो देवी |

Bedeutung und Funktion: Agni preise ich, den vorangestellten Priester …; Für Nahrung dich …; Agni, komm her …; Zu unserem Heil mögen die göttlichen …

M0006. Bija bei der Samenweihe
Fundstelle: Zweiter Taraṅga, Band I, S. 143
Ausgeschriebene Silbe mit Anusvara. Herz-Mantra, Astra-Mantra, Vamadeva- und Mula-Mantra werden im umgebenden Verfahren nur benannt. Auch Aghorastra auf S. 145 ist eine Bezeichnung ohne ausgeschriebene Formel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaṃ Devanagari:
वं Bedeutung und Funktion: Bija zur rituellen Vorbereitung der Samen vor dem Waschen mit Milch; keine wörtliche Übersetzung des Bija.

M0007. Bausteine des Prayaschitta-Mantras
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.149
Getrennt genannte Bestandteile. Der Text verbindet den jeweiligen Namen mit Astra-Umschließung, dieser Bitte und Svaha; der Astra-Mantra und die vollständige Namensformel sind nicht ausgeschrieben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
doṣān jahi jahi |
svāhā |

Devanagari:
दोषान् जहि जहि |
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Beseitige die Fehler, beseitige sie! Svaha bezeichnet die Darbringungsendung.

M0008. Bitte um Reinigung des Gemüts
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.150
Ausgeschriebene Bitte. Phaṭ wird nicht mit einer erfundenen wörtlichen Bedeutung übersetzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
he deva prākṛtaṃ cittaṃ pāpākrāntamidaṃ mama ||
tanniḥsāraya cittānme pāpaṃ phaṭphaṭca te namaḥ |

Devanagari:
हे देव प्राकृतं चित्तं पापाक्रान्तमिदं मम ||
तन्निःसारय चित्तान्मे पापं फट्फट्च ते नमः |

Bedeutung und Funktion: O Gott, dieses mein gewöhnliches Gemüt ist von Verfehlung ergriffen. Entferne diese Verfehlung aus meinem Gemüt. Zweimal folgt die Phat-Silbe; Verehrung sei dir!

M0009. Die neun Zeugen
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.150
Ausgeschriebene zweite Formel im Reinigungsabschnitt. Die nachfolgende Bija-Form vor Phat bleibt ungesichert und wird nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sūryaḥ somo yamaḥ kālo mahābhūtāni pañca ca ||
ete śubhāśubhasyeha karmaṇo nava sākṣiṇaḥ |

Devanagari:
सूर्यः सोमो यमः कालो महाभूतानि पञ्च च ||
एते शुभाशुभस्येह कर्मणो नव साक्षिणः |

Bedeutung und Funktion: „Surya, Soma, Yama, Kala und die fünf großen Elemente – diese sind hier die neun Zeugen des guten und schlechten Handelns.“

M0010. Anfangszitate zur Panchagavya-Reinigung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.153
Anfangszitate, keine vollständigen Formeln. Dadhikravan steht im Zitatsandhi als dadhikrāvṇoti. Die Gayatri für Kuhurin sowie Pranava als Ersatz werden nur benannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gandhadvārā |
āpyāyasva |
dadhikrāvṇo |
tejo'si |
devasya tvā |

Devanagari:
गन्धद्वारा |
आप्यायस्व |
दधिक्राव्णो |
तेजोऽसि |
देवस्य त्वा |

Bedeutung und Funktion: Anfänge von Formeln für Kuhdung, Milch, Dickmilch, Ghee und Kusha-Wasser: „Duftend an der Pforte …“, „Erfülle dich …“, ein Bezug auf Dadhikravan, „Du bist Glanz …“ und „Des Gottes … dich …“.

M0011. Entfernung der Hinderniswesen
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.154
Ausgeschriebener Spruch. Der jeweils anschließend zu sprechende Astra-Mantra wird nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
apakrāmantu bhūtāni piśācāḥ pretaguhyakāḥ ||
ye cātra nivasantyanye devatā bhuvi saṃsthitāḥ |
apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhuvi saṃsthitāḥ ||
ye bhūtā vighnakartāraste naśyantu śivājñayā |

Devanagari:
अपक्रामन्तु भूतानि पिशाचाः प्रेतगुह्यकाः ||
ये चात्र निवसन्त्यन्ये देवता भुवि संस्थिताः |
अपसर्पन्तु ते भूता ये भूता भुवि संस्थिताः ||
ये भूता विघ्नकर्तारस्ते नश्यन्तु शिवाज्ञया |

Bedeutung und Funktion: Die Bhutas, Pishachas, Pretas und Guhyakas sollen weichen, ebenso die anderen hier wohnenden Gottheiten auf der Erde. Diese Wesen sollen sich entfernen. Diejenigen Wesen, die Hindernisse schaffen, mögen auf Shivas Geheiß verschwinden.

M0012. Bitte an Bhairava
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.158
Ausgeschriebene Bitte. Die anschließend nur bezeichneten Formeln werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atitīkṣṇa mahākāya kalpāntadahanopama |
bhairavāya namastubhyamanujñāṃ dātumarhasi ||

Devanagari:
अतितीक्ष्ण महाकाय कल्पान्तदहनोपम |
भैरवाय नमस्तुभ्यमनुज्ञां दातुमर्हसि ||

Bedeutung und Funktion: Überaus Scharfer, Großleibiger, dem Feuer am Ende eines Kalpa gleich: Bhairava, Verehrung sei dir! Gewähre bitte die Erlaubnis.

M0013. Die tragende Erde und der Sitz
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.158
Ausgeschriebener Sitz-Mantra. Zugeordnet werden Rishi Meruprishtha, Versmaß Sutala und Gottheit Kurma. Die nachfolgende Verehrung nennt das Maya-Bija nur als Bezeichnung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā ||
tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ cāsanaṃ kuru |

Devanagari:
पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ||
त्वं च धारय मां नित्यं पवित्रं चासनं कुरु |

Bedeutung und Funktion: „Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.“

M0014. Arghya an Surya – Bildungsschema
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.159
Die Quelle führt Bestandteile als Wortfolge an. Die Trennzeichen hier gliedern die genannten Bestandteile; keine zu einer Rezitationsformel ergänzte Fassung. Nasalzeichen nach dem Druck.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hā~ hī~ saḥ |
sagraharāśinakṣatra |
yogakaraṇaparivṛtāsana |
saṃsthitaśrīsūryāyaiṣa te'rghaḥ svāhā |

Devanagari:
हाँ हीँ सः |
सग्रहराशिनक्षत्र |
योगकरणपरिवृतासन |
संस्थितश्रीसूर्यायैष तेऽर्घः स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Bijas und anschließend eine Gabe an Surya, mit Bezug auf Planeten, Tierkreiszeichen, Mondhäuser und Kalendergrößen: „Dies ist dein Arghya; Svaha.“

M0015. Weihe von Blumen, Speiseopfern und Duftstoffen
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.159
Ausgeschriebene Formel; phat aus dem Zitatsandhi phaḍiti herausgelöst.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hā~ hū~ phaṭ Devanagari:
हाँ हूँ फट् Bedeutung und Funktion: Rituelle Reinigung beziehungsweise Weihe der Puja-Gaben. Die Bijas werden nicht wörtlich übersetzt.

M0016. Lampenflamme und Wasser
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.160
Zwei getrennte Angaben, keine gemeinsame Formel. Ra ist ohne Nasalzeichen gedruckt. Die Lesung des zweiten Bija bleibt unsicher und ist keine gesicherte Rezitationsangabe. Das Gefäß-Mantra wird anschließend nur als Bildungsschema beschrieben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ra |
cau~ |

Devanagari:
र |
चौँ |

Bedeutung und Funktion: Ra dient der rituellen Berührung der Lampenflamme. Das zweite Bija ist der Berührung des Wassers zugeordnet.

M0017. Verehrung des Gurus
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.160–161, Yamala
Vollständig ausgeschriebener Vers.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||

Devanagari:
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् |
तत्पदं दर्शितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ||

Bedeutung und Funktion: Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der jenen Zustand gezeigt hat: die Gestalt der ungeteilten Ganzheit, von der alles Bewegliche und Unbewegliche durchdrungen ist.

M0018. Handreinigung und Abwehr
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.161
Getrennte Bestandteile. Nasalisierte Anfangssilben bleiben in ihrer Lesung unsicher; keine gesicherte Rezitationsfassung. Astra ist nur benannt. Der aggressive Spruch wird als historische Ritualformel dokumentiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ha~sau~ |
hau~ oṃ |
te sarve vilayaṃ yāntu ye māṃ hiṃsanti hiṃsakāḥ ||
mṛtyurogabhayakleśāḥ patantu ripumastake |

Devanagari:
हँसौँ |
हौँ ॐ |
ते सर्वे विलयं यान्तु ये मां हिंसन्ति हिंसकाः ||
मृत्युरोगभयक्लेशाः पतन्तु रिपुमस्तके |

Bedeutung und Funktion: Die erste Silbenfolge gehört zur Handreinigung, die zweite steht vor dem Abwehrvers: „Alle Gewalttäter, die mir Schaden zufügen, mögen zugrunde gehen. Tod, Krankheit, Furcht und Leiden mögen auf das Haupt des Feindes fallen.“

M0019. Bijas der fünf Elemente
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.164–165
Ausgeschriebene Bijas mit den im Druck erkennbaren Chandrabindu-Zeichen. Keine zusammenhängende Formel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
la~ |
va~ |
ra~ |
ya~ |
ha~ |

Devanagari:
लँ |
वँ |
रँ |
यँ |
हँ |

Bedeutung und Funktion: Fünf getrennte Bijas für Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum, zur beschriebenen inneren Einsetzung der Elemente. Keine wörtliche Übersetzung.

M0020. So’ham und Hamsa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.165 und168
So’ham ist als Mantra ausdrücklich benannt. Hamsa erscheint im Quelltext in grammatisch flektierter Form beziehungsweise als Bezeichnung; daraus wird keine zusätzliche Rezitationsendung ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
so'haṃ |
haṃsa |

Devanagari:
सोऽहं |
हंस |

Bedeutung und Funktion: So’ham: „Ich bin Das“, zur Vereinigung mit dem höchsten Selbst und zur meditativen Vergegenwärtigung der Einheit. Hamsa ist die beim Aufstieg genannte Mantra-Bezeichnung; das Wort bedeutet auch „Schwan“.

M0021. Prana-Pratishtha – verschlüsselte Bildungsanweisung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.168
Verschlüsselte Bildungsanweisung, keine ausgeschriebene Formel. Brahma-Bija, Mula, Pranava, Vagbhava und andere nur bezeichnete Mantras im vorausgehenden Abschnitt werden nicht durch vermutete Silben ersetzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mukhavṛttaṃ samuccārya haṃsastu viparītataḥ ||

Devanagari:
मुखवृत्तं समुच्चार्य हंसस्तु विपरीततः ||

Bedeutung und Funktion: Nach Mukhavritta soll Hamsa in umgekehrter Folge gebildet werden; der Text nennt das Ergebnis eine dreisilbige Vidya zur Wiedereinsetzung des Lebens.

M0022. Ausgeschriebene Buchstaben im inneren Nyasa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.169
Zwei getrennte Buchstabengruppen, keine gemeinsame Mantraformel. Die Quelle nennt als allgemeines Bildungsschema Tara, Buchstabe mit Bindu und Namah; dieses wird nicht für sämtliche Buchstaben ausgeschrieben ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
va~ śa~ ṣa~ sa~ |
ha~ kṣa~ |

Devanagari:
वँ शँ षँ सँ |
हँ क्षँ |

Bedeutung und Funktion: Erste Vierergruppe: Buchstaben des Muladhara; zweite Zweiergruppe: Buchstaben des Ajna. Die übrigen Chakras werden durch Anfangsbuchstaben und Gruppen bezeichnet.

M0023. Beispielformel des Kala-Matrika-Nyasa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.172
Ausgeschriebenes Beispiel. Die folgenden Kala-Namen dienen als Bestandteile weiterer Formeln, die im Text nicht einzeln ausformuliert sind.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ aṃ nivṛttyai namaḥ Devanagari:
ॐ अं निवृत्त्यै नमः Bedeutung und Funktion: Om; nasalisiertes A; Verehrung der Nivritti. Der Eigenname bezeichnet hier die erste Kala.

M0024. Keshava und Kirti
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.175
Ausgeschriebenes Beispiel. Chandrabindu der drei Bijas und Anusvara des A-Buchstabens werden unterschieden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ hrī~ śrī~ klī~ aṃ keśavakīrtibhyāṃ hrī~ śrī~ klī~ namaḥ Devanagari:
ॐ ह्रीँ श्रीँ क्लीँ अं केशवकीर्तिभ्यां ह्रीँ श्रीँ क्लीँ नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Keshava und Kirti, mit Om, den drei Bijas und dem A-Buchstaben. Die Bijas werden nicht wörtlich übersetzt.

M0025. Vasuda und Purushottama im Haut-Nyasa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.175
Ausgeschriebenes Beispiel, als eigene Anwendung vom ersten getrennt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ hrī~ śrī~ klī~ yaṃ tvagātmabhyāṃ vasudāpuruṣottamābhyāṃ hrī~ śrī~ klī~ namaḥ Devanagari:
ॐ ह्रीँ श्रीँ क्लीँ यं त्वगात्मभ्यां वसुदापुरुषोत्तमाभ्यां ह्रीँ श्रीँ क्लीँ नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Vasuda und Purushottama, deren Wesen die Haut ist, mit den angegebenen Bijas und dem Ya-Buchstaben.

M0026. Zwei Beispiele des Shrikantha-Nyasa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.176
Zwei getrennte Formeln. Die Anfangssilbe ist in ihrer genauen graphischen Lesung unsicher; keine gesicherte Rezitationsfassung. Andere Einrahmungen in der Druckfußnote werden nicht eingemischt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hsau~ a~ śrīkaṇṭheśāya pūrṇodaryai namaḥ |
hsau~ ya~ tvagātmane vālīśāya sumukhyai namaḥ |

Devanagari:
ह्सौँ अँ श्रीकण्ठेशाय पूर्णोदर्यै नमः |
ह्सौँ यँ त्वगात्मने वालीशाय सुमुख्यै नमः |

Bedeutung und Funktion: Erstes Beispiel: Verehrung Shrikanthesha und Purnodari. Zweites Beispiel: Verehrung Valisha, dessen Wesen die Haut ist, und Sumukhi.

M0027. Beispiele zur Bildung der sechs Glieder
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.176 und178
Zwei getrennte Beispiele. Die genaue Nasalierung beziehungsweise Bija-Schreibung am Ende ist unsicher. Keine weiteren Gruppen aus Vermutung ergänzt. Lajja, Shri und andere nur benannte Bijas bleiben Bezeichnungen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
a~ ka~ kha~ ga~ gha~ ṅa~ ā~ hsām |
a~ ka~ kha~ ga~ gha~ ṅa~ ā~ hrā~ hṛdayāya namaḥ |

Devanagari:
अँ कँ खँ गँ घँ ङँ आँ ह्साम् |
अँ कँ खँ गँ घँ ङँ आँ ह्राँ हृदयाय नमः |

Bedeutung und Funktion: Erstes Beispiel für die sechs Glieder beim Shiva-Nyasa; zweites beim Bhuvaneshvari-Nyasa, mit dem Abschluss „Dem Herzen Verehrung“.

M0028. Die sechs Jati-Abschlüsse
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.186
Ausgeschriebene Liste. Das Nasalzeichen von Hum wird nach diesem Druck als Chandrabindu wiedergegeben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
namaḥ |
svāhā |
vaṣaṭ |
hū~ |
vauṣaṭ |
phaṭ |

Devanagari:
नमः |
स्वाहा |
वषट् |
हूँ |
वौषट् |
फट् |

Bedeutung und Funktion: Sechs getrennte Abschlüsse für Herz und weitere Glieder. Der Quelltext deutet sie als Verehrung/Erkenntnis, Darbringung, Wesenseinheit, alldurchdringende Kraft, göttliche Herrschaft und Abwehr. Keine wörtlichen Bija-Übersetzungen.

M0029. Glieder-Mantras und ein benannter Abschluss
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.186–187
Sechs getrennte Angaben. Die zweite ist ausdrücklich ein Bildungshinweis mit dem Namen Vahnivallabha, keine ausgeschriebene vollständige Formel. Die übrigen sind aus dem Zitatsandhi gelöste Formeln.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hṛdayāya namaḥ |
śirase vahnivallabhām |
śikhāyai vaṣaṭ |
kavacāya hum |
netratrayāya vauṣaṭ |
astrāya phaṭ |

Devanagari:
हृदयाय नमः |
शिरसे वह्निवल्लभाम् |
शिखायै वषट् |
कवचाय हुम् |
नेत्रत्रयाय वौषट् |
अस्त्राय फट् |

Bedeutung und Funktion: Dem Herzen Verehrung; dem Kopf mit der Feuergefährtin als Abschluss; der Shikha Vashat; dem Schutzpanzer Hum; den drei Augen Vaushat; dem Astra Phat.

M0030. Mudra bilden, zeigen und lösen
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.189
Getrennte Anwendungen. Die genaue Schreibung des letzten Bija bleibt unsicher.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ hrī~ |
hsau~ |

Devanagari:
ॐ ह्रीँ |
ह्सौँ |

Bedeutung und Funktion: Om und Hri zum Bilden einer Mudra; Hsaum zum Lösen. Zum Zeigen wird der Mula-Mantra nur bezeichnet.

M0031. Geistiges Homa – erste Opferformel
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.190, Meru Tantra
Vers und ausdrücklich genannter erster Abschluss. Die Grammatik von akṣavṛttiḥ ist auffällig. Weitere Gaben werden im Werk als Austauschbestandteile benannt; sie werden hier nicht zu ungedruckten Formeln ausgebaut.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dharmādharmahavirdīpte ātmāgnau manasā srucā |
suṣumṇāvartmanā nityamakṣavṛttirjuhomyaham ||
puṇyaṃ juhomi svāhā |

Devanagari:
धर्माधर्महविर्दीप्ते आत्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्णावर्त्मना नित्यमक्षवृत्तिर्जुहोम्यहम् ||
पुण्यं जुहोमि स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: In das durch Dharma und Adharma entflammte Feuer des Selbst werden die Tätigkeiten der Sinne auf dem Sushumna-Weg geopfert, der Geist als Opferlöffel. Abschluss: „Ich opfere Verdienst; Svaha.“

M0032. Gabe im Feuer der Fülle
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.190, Meru Tantra
Ausgeschriebener Vers; Svaha wird anschließend als anzufügender Abschluss vorgeschrieben. Die Lesung prakāśāmarṣa und ihre Bedeutung bleiben unsicher.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
prakāśāmarṣahastābhyāmavalambyonmanīsruvam |
dharmādharmakalāsnehaṃ pūrṇavahnau juhomyaham ||

Devanagari:
प्रकाशामर्षहस्ताभ्यामवलम्ब्योन्मनीस्रुवम् |
धर्माधर्मकलास्नेहं पूर्णवह्नौ जुहोम्यहम् ||

Bedeutung und Funktion: Mit den Händen des Lichtes und inneren Erfassens wird der Unmani-Opferlöffel gehalten und die Essenz von Dharma und Adharma im Feuer der Fülle dargebracht.

M0033. Erste innere Gabe im Bewusstseinsfeuer
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.190, Shyama-Rahasya
Ausgeschriebene erste Gabe. Der Mula-Mantra soll vorangestellt werden, ist aber nur bezeichnet. Lokale grammatische Unsicherheiten sind in der Übersetzung gekennzeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nābhicaitanyarūpāgnau haviṣā manasā srucā |
jñānapradīpite nityamakṣavṛttirjuhomyaham ||
svāhā |

Devanagari:
नाभिचैतन्यरूपाग्नौ हविषा मनसा स्रुचा |
ज्ञानप्रदीपिते नित्यमक्षवृत्तिर्जुहोम्यहम् ||
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Im Nabel-Feuer des Bewusstseins, entzündet durch Erkenntnis, werden die Tätigkeiten der Sinne geopfert; der Geist ist der Opferlöffel.

M0034. Zweite innere Gabe
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.190–191, Shyama-Rahasya
Vollständiger Vers mit dem ausdrücklich anschließenden Svaha. Mula ist nur als vorangestellter Mantra benannt. Grammatische Unsicherheit bei akṣavṛttiḥ bleibt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dharmādharmahavirdīpte svātmāgnau manasā srucā |
suṣumṇāvartmanā nityamakṣavṛttirjuhomyaham ||
svāhā |

Devanagari:
धर्माधर्महविर्दीप्ते स्वात्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्णावर्त्मना नित्यमक्षवृत्तिर्जुहोम्यहम् ||
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Im Feuer des eigenen Selbst, durch Dharma und Adharma entfacht, werden auf dem Sushumna-Weg die Sinnestätigkeiten geopfert; der Geist ist der Opferlöffel.

M0035. Dritte innere Gabe
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.191, Shyama-Rahasya
Ausgeschriebener Vers; lokale grammatische Unsicherheit bei avalambyonmanīsrucā. Nicht mit der anders lautenden Meru-Fassung vermischt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
prakāśākāśahastābhyāmavalambyonmanīsrucā |
dharmādharmakalāsnehaṃ pūrṇamagnau juhomyaham ||
svāhā |

Devanagari:
प्रकाशाकाशहस्ताभ्यामवलम्ब्योन्मनीस्रुचा |
धर्माधर्मकलास्नेहं पूर्णमग्नौ जुहोम्यहम् ||
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Mit den Händen des Lichtes und des Raumes, den Unmani-Opferlöffel haltend, wird die Essenz der Anteile von Dharma und Adharma vollständig im Feuer geopfert.

M0036. Vierte innere Gabe
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.191, Shyama-Rahasya
Ausgeschriebener Vers mit Svaha; der voranzustellende Mula-Mantra wird nur benannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
antarnirantaranirindhanamedhamāne mohāndhakāraparipanthini saṃvidagnau |
kasmiṃścidadbhutamarīcivikāśabhūmau viśvaṃ juhomi vasudhādiśivāvasānam ||
svāhā |

Devanagari:
अन्तर्निरन्तरनिरिन्धनमेधमाने मोहान्धकारपरिपन्थिनि संविदग्नौ |
कस्मिंश्चिदद्भुतमरीचिविकाशभूमौ विश्वं जुहोमि वसुधादिशिवावसानम् ||
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: In das innen ohne Brennstoff leuchtende Bewusstseinsfeuer, das die Finsternis der Verblendung überwindet, wird das Weltganze von der Erde bis zu Shiva geopfert.

M0037. Verehrung der Kalasha-Unterlage
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.193
Aus dem genannten Dativ und dem in der Druckfußnote bestätigten Namah-Abschluss gebildete, ausdrücklich angegebene Verehrung; der voranzustellende Mula und Gottheitsname bleiben unergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kalaśādhāramaṇḍalāya namaḥ Devanagari:
कलशाधारमण्डलाय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Mandala, das den Kalasha trägt.

M0038. Gottheiten und Welt im Kalasha
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.194
Vollständig ausgeschriebener Spruch. Die anschließend vorgeschriebene achtfache Wiederholung betrifft den nur bezeichneten Mula-Mantra.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tasya sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo'tha yajurvedaḥ sāmavedo hyatharvaṇaḥ ||
aṅgaiśca sahitāḥ sarve kalaśaṃ tu samāśritāḥ |

Devanagari:
कलशस्य मुखे विष्णुः कण्ठे रुद्रः समाश्रितः |
मूले तस्य स्थितो ब्रह्मा मध्ये मातृगणाः स्मृताः ||
कुक्षौ तु सागराः सर्वे सप्तद्वीपा वसुन्धरा |
ऋग्वेदोऽथ यजुर्वेदः सामवेदो ह्यथर्वणः ||
अङ्गैश्च सहिताः सर्वे कलशं तु समाश्रिताः |

Bedeutung und Funktion: Vishnu an der Öffnung, Rudra am Hals, Brahma am Grund und die Mütter in der Mitte; Meere, Erde und die vier Veden samt ihren Gliedern haben im Kalasha ihre Stätte.

M0039. Unterlage des Muschel- und Arghya-Gefäßes
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.197
Ausgeschriebene Bestandteile eines Bildungsschemas, keine zu einer Gesamtformel ergänzte Fassung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ma~ ra~ |
arghyapātrādhārāya namaḥ |

Devanagari:
मँ रँ |
अर्घ्यपात्राधाराय नमः |

Bedeutung und Funktion: Zwei genannte Bijas und die Verehrung der Unterlage des Arghya-Gefäßes. Dazwischen verlangt der Text Dativ-Ausdrücke für Dharma-Spender, zehn Kalas, Feuerkreis und Gottheitsname.

M0040. Verehrung des Arghya-Mandalas
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.197
Ausdrücklich genanntes Verehrungswort; aus dem Zitatsandhi gelöst.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
devārghyamaṇḍalāya namaḥ Devanagari:
देवार्घ्यमण्डलाय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Arghya-Mandala der Gottheit.

M0041. Mond-Kalas beim Füllen der Muschel
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.198
Die Quelle nennt die Bestandteile und ihre Reihenfolge ausdrücklich; hier zusammengeführt. Der Verfasser begründet zwei Bijas U und Sa gegen die Ein-Bija-Lesung der Muktavali. Nasalzeichen folgen dem sichtbaren Druck; keine stillschweigende Vermischung der Lesungen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
u~ sa~ kāmapradaṣoḍaśakalātmane namaḥ Devanagari:
उँ सँ कामप्रदषोडशकलात्मने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Wünsche erfüllenden Wesen der sechzehn Kalas, mit den beiden vorangestellten Bijas.

M0042. Verschlüsselter Vers über den Namen der Mutter
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.198
Vollständiger verschlüsselter Vers. Die Silbenfolge wird nicht zusätzlich entschlüsselt. Der Vers dient hier als Beleg, dass ein Mondname Sa bezeichnen kann.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śivaḥ śaktiḥ kāmaḥ kṣitiratha raviḥ śītakiraṇaḥ smaro haṃsaḥ śakrastadanu ca parāmāraharayaḥ |
amī hṛllekhābhistisṛbhiravasāneṣu ghaṭitā bhajante varṇāste tava janani nāmāvayavatām ||

Devanagari:
शिवः शक्तिः कामः क्षितिरथ रविः शीतकिरणः स्मरो हंसः शक्रस्तदनु च परामारहरयः |
अमी हृल्लेखाभिस्तिसृभिरवसानेषु घटिता भजन्ते वर्णास्ते तव जननि नामावयवताम् ||

Bedeutung und Funktion: Die genannten Gottes- und Sinnnamen stehen für Buchstaben, die mit drei Hrillekhas an ihren Abschlüssen Teile des Namens der Mutter bilden.

M0043. Tarpana für namentlich eingesetzte Gurus
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.208
Zwei Formelschemata mit ausdrücklich gedruckten Namensplatzhaltern amuka/amukī; keine konkrete Guru-Person eingesetzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śrīamukānandanāthaśrīpādukāṃ tarpayāmi |
śrīamukyambāśrīpādukāṃ tarpayāmi |

Devanagari:
श्रीअमुकानन्दनाथश्रीपादुकां तर्पयामि |
श्रीअमुक्यम्बाश्रीपादुकां तर्पयामि |

Bedeutung und Funktion: Ich bringe den ehrwürdigen Padukas des genannten Anandanatha beziehungsweise der genannten Amba Tarpana dar.

M0044. Erste Formel der Tattva-Shuddhi
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.208
Erste Formel vollständig ausgeschrieben. Das im Werk eingefügte Wort śrutiḥ ist ein Quellenhinweis, kein Mantrabestandteil.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ prāṇāpānavyānodānasamānā me śudhyantāṃ jyotirahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā |

Devanagari:
ॐ प्राणापानव्यानोदानसमाना मे शुध्यन्तां ज्योतिरहं विरजा विपाप्मा भूयासं स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Om. Mögen meine fünf Lebensatemkräfte Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana gereinigt werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung werden. Svaha.

M0045. Weitere sechs Tattva-Shuddhi-Anfänge
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.208
Sechs bereits im Druck durch ityādi verkürzte Formeln. Ellipsen bezeichnen diese Rückverweise; kein ungedruckter gemeinsamer Schluss ergänzt. Auffällige Wiederholungen und Aufzählungen der Quelle bleiben erhalten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ pṛthivyaptejovāyvākāśāni me śudhyantāṃ jyotiḥ … |
oṃ prakṛtyahaṃkārabuddhimanaḥśrotrāṇi me śudhyantām … |
oṃ vākcakṣuḥśrotrajihvāghrāṇavacāṃsi me śudhyantām … |
oṃ pāṇipādapāyūpasthaśabdā me śudhyantām … |
oṃ sparśarūparasākāśā me śudhyantām … |
oṃ vāyutejaḥsalilabhūmyātmano me śudhyantām … |

Devanagari:
ॐ पृथिव्यप्तेजोवाय्वाकाशानि मे शुध्यन्तां ज्योतिः … |
ॐ प्रकृत्यहंकारबुद्धिमनःश्रोत्राणि मे शुध्यन्ताम् … |
ॐ वाक्चक्षुःश्रोत्रजिह्वाघ्राणवचांसि मे शुध्यन्ताम् … |
ॐ पाणिपादपायूपस्थशब्दा मे शुध्यन्ताम् … |
ॐ स्पर्शरूपरसाकाशा मे शुध्यन्ताम् … |
ॐ वायुतेजःसलिलभूम्यात्मनो मे शुध्यन्ताम् … |

Bedeutung und Funktion: Reinigung von Elementen, Prakriti und inneren Vermögen, Sinnesorganen und Rede, Handlungsorganen und Klang, Sinnesqualitäten sowie Elementen und Selbst. Die einzelnen Gegenstände sind in der zusammenhängenden Übersetzung vollständig aufgeführt.

M0046. Vergegenwärtigung der Gestalt auf dem Sitz
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.211
Ausdrücklich genannter Formelschluss. Vorausgehen sollen der nur bezeichnete Mula-Mantra und ein Sitzname im Genitiv; keine unbekannten Namen ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mūrtiṃ kalpayāmi Devanagari:
मूर्तिं कल्पयामि Bedeutung und Funktion: Ich vergegenwärtige beziehungsweise bilde die Gestalt.

M0047. Vedische Zitat-Anfänge für die Kalas
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.216
Keine vollständigen Formeln. Zitat-Anfänge aus dem Sandhi gelöst; die Lesung und Verbindung des zweiten Anfangs ist im Druck verkürzt. Keine Ergänzung aus anderen Textfassungen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
haṃsaḥ śuciṣat |
pratadviṣṇuḥ |
tryambakam |
viṣṇuryoniḥ |

Devanagari:
हंसः शुचिषत् |
प्रतद्विष्णुः |
त्र्यम्बकम् |
विष्णुर्योनिः |

Bedeutung und Funktion: Anfänge beziehungsweise Kurzbezeichnungen vedischer Mantras bei der Verehrung der Kala-Gruppen. Zusätzlich wird Gayatri nur benannt.

M0048. Ruf zum Kommen und Bleiben
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.218
Zwei getrennte Anrufungsbestandteile nach Mula-Mantra und Gottheitsname; diese werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atrāgacchāgaccha |
iha tiṣṭheha tiṣṭha |

Devanagari:
अत्रागच्छागच्छ |
इह तिष्ठेह तिष्ठ |

Bedeutung und Funktion: „Komm hierher, komm!“ und „Bleibe hier, bleibe hier!“

M0049. Bitte um beständige Gegenwart
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S.218
Ausgeschriebene Bitte im Zusammenhang mit der Festigung der angerufenen Gegenwart.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
deveśa bhaktisulabha sarvāvaraṇasaṃyuta |
yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthiro bhava |

Devanagari:
देवेश भक्तिसुलभ सर्वावरणसंयुत |
यावत् त्वां पूजयिष्यामि तावत् त्वं सुस्थिरो भव |

Bedeutung und Funktion: Herr der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, mit allen deinen Umhüllungen verbunden: Solange ich dich verehre, bleibe ganz beständig gegenwärtig.

M0050. Gegenwart
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
iha tvaṃ saṃnidhehi Devanagari:
इह त्वं संनिधेहि Bedeutung und Funktion: Sei du hier nahe gegenwärtig!

M0051. Festhalten
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
saṃniruddho bhava Devanagari:
संनिरुद्धो भव Bedeutung und Funktion: Bleibe festgehalten!

M0052. Zuwendung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
saṃmukho bhava Devanagari:
संमुखो भव Bedeutung und Funktion: Wende dich mir zu!

M0053. Verhüllung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
avaguṇṭhito bhava Devanagari:
अवगुण्ठितो भव Bedeutung und Funktion: Sei verhüllt!

M0054. Vereinigung der Glieder
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sakalīkṛto bhava Devanagari:
सकलीकृतो भव Bedeutung und Funktion: Sei mit allen Gliedern vereint!

M0055. Nektarerfüllung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
amṛtīkṛto bhava Devanagari:
अमृतीकृतो भव Bedeutung und Funktion: Sei mit Nektar erfüllt!

M0056. Höchster Nektar
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 219–220
Ausgeschriebener Anrufungsbestandteil; Mula-Mantra und Gottheitsname sind im Text vorangestellt, aber nur bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
paramāmṛtīkṛto bhava Devanagari:
परमामृतीकृतो भव Bedeutung und Funktion: Sei mit höchstem Nektar erfüllt!

M0057. Dipini: verschlüsseltes Bildungsschema
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 220
Bildungsanweisung, keine aufgelöste Rezitationsformel. Die Schreibung einzelner Bijas ist unsicher; die Zahl von 37 Silben stammt aus dem Text. Der anschließende Satz gehört bereits zum Amritikarana.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vāgbhavaṃ vadayugmaṃ ca vāgvādini ca vāgbhavam |
krī~ klinne kledini kledaya mahākṣobhamityapi ||
kuru yugmaṃ kāmabījaṃ sau~ mokṣaṃ kuru yugmakam |
prāsādaśca parāprāsādaḥ saptatriṃśadakṣaraḥ ||
dīpinīmanurākhyāto devatejo'bhivṛddhikṛt |
mūlaṃ saṃbodhanāntaṃ ca devanāmā'mṛtīkṛtaḥ ||
bhaveti ca vadeditthamamṛtīkaraṇaṃ smṛtam |

Devanagari:
वाग्भवं वदयुग्मं च वाग्वादिनि च वाग्भवम् |
क्रीँ क्लिन्ने क्लेदिनि क्लेदय महाक्षोभमित्यपि ||
कुरु युग्मं कामबीजं सौँ मोक्षं कुरु युग्मकम् |
प्रासादश्च पराप्रासादः सप्तत्रिंशदक्षरः ||
दीपिनीमनुराख्यातो देवतेजोऽभिवृद्धिकृत् |
मूलं संबोधनान्तं च देवनामाऽमृतीकृतः ||
भवेति च वदेदित्थममृतीकरणं स्मृतम् |

Bedeutung und Funktion: Das Schema benennt Bijas und enthält Bitten um Rede, Befeuchtung, Erschütterung und Befreiung. Es soll den Glanz der angerufenen Gottheit mehren.

M0058. Prana-Pratishtha: ausdrücklich genannte Formelwörter
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 223
Die im Anweisungstext verteilten Formelwörter sind hier zusammengeführt; kein fortlaufendes Originalzitat. Die durch Rückverweise bezeichneten Bijas und Abschlussformeln werden nicht ergänzt. Für die Belebung einer Gottheitsgestalt ersetzt deren Name nach S. 222 das Wort „mein“.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
haṃsaḥ so'haṃ mama prāṇā iha sthitāḥ |
mama jīva iha sthitaḥ |
mama sarvendriyāṇi |
mama vāṅmanaścakṣuḥśrotraghrāṇaprāṇā ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu |

Devanagari:
हंसः सोऽहं मम प्राणा इह स्थिताः |
मम जीव इह स्थितः |
मम सर्वेन्द्रियाणि |
मम वाङ्मनश्चक्षुःश्रोत्रघ्राणप्राणा इहागत्य सुखं चिरं तिष्ठन्तु |

Bedeutung und Funktion: Hamsa, So’ham; meine Lebenskräfte sind hier gegenwärtig. Mein Jiva ist hier gegenwärtig. Alle meine Sinneskräfte. Meine Rede, mein Geist, mein Sehen, mein Hören, mein Riechen und meine Lebenskräfte mögen hierherkommen und lange in Wohlbefinden bleiben.

M0059. Darbringungswort
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 228
Ausgeschriebenes Wort zur Darbringung; die zusätzlichen Mula- und Endformeln sind in diesem Abschnitt nur benannt. Namah, Svaha, Svadha und Vaushat werden hier ausdrücklich als Darbringungswörter diskutiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nivedayāmi Devanagari:
निवेदयामि Bedeutung und Funktion: Ich bringe dar.

M0060. Darbringung an Chinasundari
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 236
Ausgeschriebene Darbringungsformel. Vajra-Pushpa ist die im Werk auf S.234 erläuterte Bezeichnung eines weiblichen Körperstoffs; die Formel wird historisch dokumentiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vajrapuṣpaṃ pratīccha svāhā Devanagari:
वज्रपुष्पं प्रतीच्छ स्वाहा Bedeutung und Funktion: Nimm Vajra-Pushpa entgegen, Svaha.

M0061. Darbringung des ersten Avarana
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 240–241
Ausgeschriebene Gebetsformel; nach dem Text für die weiteren Kreise mit deren jeweiliger Bezeichnung zu verwenden. Die Schreibung abhiṣṭa steht im Druck mit kurzem a.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
abhiṣṭasiddhiṃ me dehi śaraṇāgatavatsala |
bhaktyā samarpaye tubhyaṃ prathamāvaraṇārcanam ||

Devanagari:
अभिष्टसिद्धिं मे देहि शरणागतवत्सल |
भक्त्या समर्पये तुभ्यं प्रथमावरणार्चनम् ||

Bedeutung und Funktion: Schenke mir die Erfüllung des Ersehnten, du, der du die Zufluchtsuchenden liebst. Mit Hingabe bringe ich dir die Verehrung des ersten Avarana dar.

M0062. Glocken-Mantra: Bildungsschema
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 245
Verschlüsselte Bildungsanweisung; das mittlere Formelwort ist unsicher. Keine ausgeschriebene Standardformel ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tāro jayadhvanipadaṃ mantramāto'gnigehinī |
ekādaśākṣaro mantro ghaṇṭāyāḥ sarvasiddhidaḥ ||

Devanagari:
तारो जयध्वनिपदं मन्त्रमातोऽग्निगेहिनी |
एकादशाक्षरो मन्त्रो घण्टायाः सर्वसिद्धिदः ||

Bedeutung und Funktion: Das Schema nennt Tara, Siegesklang, Mantramata und die Gattin des Feuers als Bestandteile; der elfsilbige Mantra dient der Glockenverehrung.

M0063. Bitte bei der Lichtdarbringung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 247
Ausgeschriebener Darbringungsvers.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
suprakāśo mahādīpaḥ sarvatra timirāpahaḥ |
sabāhyābhyantarajyotirdīpo'yaṃ pratigṛhyatām ||

Devanagari:
सुप्रकाशो महादीपः सर्वत्र तिमिरापहः |
सबाह्याभ्यन्तरज्योतिर्दीपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ||

Bedeutung und Funktion: Hell strahlt das große Licht; überall vertreibt es die Dunkelheit. Dieses Licht, das außen und innen leuchtet, möge angenommen werden.

M0064. Bitte um Annahme der Speise
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 248
Ausgeschriebene Bitte. Die Form paramāṃ ist im Druck grammatisch auffällig; nicht still verbessert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hemapātrasthitaṃ divyaṃ paramāṃ susaṃskṛtam ||
pañcadhā ṣaḍrasopetaṃ gṛhāṇa mama siddhaye |

Devanagari:
हेमपात्रस्थितं दिव्यं परमां सुसंस्कृतम् ||
पञ्चधा षड्रसोपेतं गृहाण मम सिद्धये |

Bedeutung und Funktion: Nimm zu meiner Vollendung diese göttliche, vorzüglich bereitete, im Goldgefäß befindliche, fünffache und mit den sechs Geschmacksrichtungen ausgestattete Speise an.

M0065. Nektar als Unterlage
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 249
Ausgeschriebene neunsilbige Formel zur Wassergabe vor den Prana-Opfern.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
amṛtopastaraṇamasi svāhā Devanagari:
अमृतोपस्तरणमसि स्वाहा Bedeutung und Funktion: Du bist die Unterlage aus Nektar, Svaha.

M0066. Fünf Darbringungen an die Lebenskräfte
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 249
Die im Anweisungstext teils ausgeschriebenen, teils grammatisch beschriebenen Formeln sind hier nach dessen ausdrücklichem Dativ-/Svaha-Schema zusammengeführt; kein fortlaufendes Originalzitat.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
prāṇāya svāhā |
apānāya svāhā |
vyānāya svāhā |
udānāya svāhā |
samānāya svāhā |

Devanagari:
प्राणाय स्वाहा |
अपानाय स्वाहा |
व्यानाय स्वाहा |
उदानाय स्वाहा |
समानाय स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Prana, Svaha. Apana, Svaha. Vyana, Svaha. Udana, Svaha. Samana, Svaha.

M0067. Gebet bei der Wassergabe
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 249–250
Ausgeschriebenes Gebet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
namaste devadeveśa sarvatṛptikaraṃ param |
anyāniveditaṃ śuddhaṃ prakṛtisthaṃ suśītalam ||
paramānandasaṃpūrṇaṃ gṛhāṇa jalamuttamam |

Devanagari:
नमस्ते देवदेवेश सर्वतृप्तिकरं परम् |
अन्यानिवेदितं शुद्धं प्रकृतिस्थं सुशीतलम् ||
परमानन्दसंपूर्णं गृहाण जलमुत्तमम् |

Bedeutung und Funktion: Verehrung dir, Herr der Götter. Nimm dieses vorzügliche Wasser an, das allen höchste Erfüllung schenkt, keinem anderen dargebracht wurde, rein, unverändert und angenehm kühl ist, von höchster Glückseligkeit erfüllt.

M0068. Speise aus Nektar
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 250
Ausgeschriebene Formel; die grammatische Fassung folgt dem Text.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
amṛtātmakanaivedyaṃ namaḥ Devanagari:
अमृतात्मकनैवेद्यं नमः Bedeutung und Funktion: Die aus Nektar bestehende Speisegabe – Verehrung!

M0069. Empfänger der Opferreste
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 251
Ausgeschriebene Darbringungsformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nirmālyabhojine namaḥ Devanagari:
निर्माल्यभोजिने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem, der die übrig gebliebenen Opfergaben verzehrt.

M0070. Nektar als Bedeckung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 251
Ausgeschriebene Formel zum abschließenden Mundspülwasser.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
amṛtāpidhānamasi svāhā Devanagari:
अमृतापिधानमसि स्वाहा Bedeutung und Funktion: Du bist die Bedeckung aus Nektar, Svaha.

M0071. Anrede an Ekajata
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 251
Ausgeschriebener Formelbestandteil. Pranava, Mula-Mantra und Schlussformel sind hier nur benannt und werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śrīmadekajaṭe vajrapuṣpaṃ pratīccha Devanagari:
श्रीमदेकजटे वज्रपुष्पं प्रतीच्छ Bedeutung und Funktion: Erhabene Ekajata, nimm Vajra-Pushpa entgegen.

M0072. Drei Taras der Upachara-Mantras
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 252
Ausgeschriebene Reihe. Der anschließend zitierte Jnanarnava nennt eine abweichende Folge durch Bija-Namen, mit unsicherer Worttrennung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śrī~ hrī~ klī~ Devanagari:
श्रीँ ह्रीँ क्लीँ Bedeutung und Funktion: Bija-Reihe für die Mantras der Opferdienste; keine wörtliche Übersetzung der Bijas.

M0073. Yogini-Bali: Kurzformel und Schutzgebet
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 255–256
Ausgeschriebene Kurzformel mit anschließendem Sragdhara-Vers. Druckfußnote: insgesamt91Silben; Variante śubhavidhibalinā statt śubhabalividhinā.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yā~ yoginībhyaḥ svāhā |
ūrdhvaṃ brahmāṇḍato vā divi gaganatale bhūtale niṣkale vā pātāle vā'nale vā salilapavanayoryatra tatra sthitā vā |
kṣetre pīṭhopapīṭhādiṣu ca kṛtapadāḥ puṣpadhūpādikena prītādevyaḥsadānaḥśubhabalividhināpāntu vīrendravandyāḥ ||

Devanagari:
याँ योगिनीभ्यः स्वाहा |
ऊर्ध्वं ब्रह्माण्डतो वा दिवि गगनतले भूतले निष्कले वा पाताले वाऽनले वा सलिलपवनयोर्यत्र तत्र स्थिता वा |
क्षेत्रे पीठोपपीठादिषु च कृतपदाः पुष्पधूपादिकेन प्रीतादेव्यःसदानःशुभबलिविधिनापान्तु वीरेन्द्रवन्द्याः ||

Bedeutung und Funktion: Yām̐, den Yoginis Svaha. Mögen die von den führenden Viras verehrten Göttinnen uns stets durch dieses glückverheißende Bali-Verfahren schützen – wo immer sie weilen: oberhalb des Brahmanda, im Himmel, am Firmament, auf Erden, im Ungeteilten, in der Unterwelt, im Feuer, im Wasser oder im Wind; die in Kshetras, Pithas und Upapithas ihren Platz haben und durch Blumen und Räucherwerk erfreut sind.

M0074. Annahme der Bhuta-Bali
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 257
Ausgeschriebenes Gebet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ye raudrā raudrakarmāṇo raudrasthānanivāsinaḥ |
yoginyo'pyugrarūpāśca gaṇānāmadhipāśca ye ||
bhūcarāḥ khecarāścaiva ye tiṣṭhantyantarikṣagāḥ |
sarve te prītamanaso bhūtā gṛhṇantvimaṃ balim ||

Devanagari:
ये रौद्रा रौद्रकर्माणो रौद्रस्थाननिवासिनः |
योगिन्योऽप्युग्ररूपाश्च गणानामधिपाश्च ये ||
भूचराः खेचराश्चैव ये तिष्ठन्त्यन्तरिक्षगाः |
सर्वे ते प्रीतमनसो भूता गृह्णन्त्विमं बलिम् ||

Bedeutung und Funktion: Alle furchterregenden Wesen, die Furchtbares tun und an furchterregenden Orten wohnen, die Yoginis von gewaltiger Gestalt und die Herren der Scharen, die auf Erden, am Himmel oder im Zwischenraum weilen – sie alle mögen mit erfreutem Geist diese Bali annehmen.

M0075. Verabschiedung der Wesen
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 257
Ausgeschriebenes Gebet; abschließend folgt die Aussage, die Wesen mögen nach ihrem Wohlgefallen umherziehen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhūtāni yānīha vasanti bhūtale baliṃ gṛhītvā vidhivatprayuktām |
santoṣamāsādya vrajantu sarve kṣamantu tānyatra namo'stu tebhyaḥ ||

Devanagari:
भूतानि यानीह वसन्ति भूतले बलिं गृहीत्वा विधिवत्प्रयुक्ताम् |
सन्तोषमासाद्य व्रजन्तु सर्वे क्षमन्तु तान्यत्र नमोऽस्तु तेभ्यः ||

Bedeutung und Funktion: Die Wesen, die hier auf der Erde wohnen, mögen die vorschriftsgemäß dargebrachte Bali annehmen, Zufriedenheit erlangen und alle weiterziehen. Sie mögen hier verzeihen; Verehrung sei ihnen!

M0076. Übergabe des Japa
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 258
Ausgeschriebenes Gebet in der männlichen Anredeform des Druckes.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādājjagatpate ||

Devanagari:
गुह्यातिगुह्यगोप्ता त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् |
सिद्धिर्भवतु मे देव त्वत्प्रसादाज्जगत्पते ||

Bedeutung und Funktion: Du behütest das Geheimste der Geheimnisse. Nimm den von uns vollzogenen Japa an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden, Gott, Herr der Welt.

M0077. Vatuka-Bali: verschlüsselte Bildung
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 255–256
Bildungsanweisung aus dem Werk, keine rekonstruierte ausgeschriebene Rezitationsformel. Lokale Lesungsunsicherheiten sind in der Erklärung angegeben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
balidānamantrāstu (jñānārṇave) ehyehi devīpujānte vaṭukānte ca nātha ca |
kapilānte jaṭābhāra bhāsurānte trinetra ca ||
jvālāmukhaṃ ca sarvānte vighnān nāśaya nāśaya |
sarvopacārasahitaṃ baliṃ gṛhṇa dvidhā padam ||
vahnijāyānvito mantro vaṭukasya samīritaḥ |
anena manunā devi vaṭukasya baliṃ haret ||

Devanagari:
बलिदानमन्त्रास्तु (ज्ञानार्णवे) एह्येहि देवीपुजान्ते वटुकान्ते च नाथ च |
कपिलान्ते जटाभार भासुरान्ते त्रिनेत्र च ||
ज्वालामुखं च सर्वान्ते विघ्नान् नाशय नाशय |
सर्वोपचारसहितं बलिं गृह्ण द्विधा पदम् ||
वह्निजायान्वितो मन्त्रो वटुकस्य समीरितः |
अनेन मनुना देवि वटुकस्य बलिं हरेत् ||

Bedeutung und Funktion: Die Bali-Mantras werden im Jnanarnava gelehrt: „‚Komm, komm‘, nach der Puja der Göttin; nach Vatuka [setze] Natha, nach Kapila Jatabhara, nach Bhasura Trinetra, dann Jvalamukha; nach Sarva [setze] ‚Hindernisse, vernichte, vernichte! Die mit allen Opferdiensten versehene Bali nimm an‘, das letzte Wort zweimal. Mit der ‚Gattin des Feuers‘ verbunden wird dies als Vatukas Mantra gelehrt. Mit diesem Mantra bringe man Vatukas Bali dar, Göttin.“ Dies ist eine Wortfolge-Anweisung; die Form devīpujānte und einzelne Wortverbindungen bleiben unsicher. Sie wird nicht als vermeintlich vollständig ausgeschriebener Mantra ausgegeben.

M0078. Yogini-Bali: zusätzliche Endfolge
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 255–256
Bildungsanweisung aus dem Werk, keine rekonstruierte ausgeschriebene Rezitationsformel. Lokale Lesungsunsicherheiten sind in der Erklärung angegeben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
(jñānārṇave) tūktaślokamuktvā—etadante maheśāni yā~ bījaṃ yoginī tataḥ |
bhyaḥ svāhā sarvavarṇānte yoginīpadamālikhet ||
kavacaṃ cāstramālikhya vahnijāyāṃ punarlikhet |
anena manunā devi yoginībalimāharet—ityuktam ||

Devanagari:
(ज्ञानार्णवे) तूक्तश्लोकमुक्त्वा—एतदन्ते महेशानि याँ बीजं योगिनी ततः |
भ्यः स्वाहा सर्ववर्णान्ते योगिनीपदमालिखेत् ||
कवचं चास्त्रमालिख्य वह्निजायां पुनर्लिखेत् |
अनेन मनुना देवि योगिनीबलिमाहरेत्—इत्युक्तम् ||

Bedeutung und Funktion: Im Jnanarnava wird dagegen nach dem genannten Vers gelehrt: „An dessen Ende, Maheshani, [setze man] das Bija Yām̐, danach Yogini mit der Endung bhyas und Svaha. Nach dem Wort Sarva schreibe man Yogini, danach den Schutzpanzer und die Waffe und nochmals die ‚Gattin des Feuers‘. Mit diesem Mantra bringe man die Yogini-Bali dar, Göttin.“ Das Wort varṇa in sarvavarṇānte und die anschließende Wortbildung sind im Druck knapp und unsicher; die verschlüsselten Endformeln werden nicht ergänzt.

M0079. Kshetrapala- und Ganesha-Bali: Bildungsschemata
Fundstelle: Dritter Taraṅga, Band I, S. 255–256
Bildungsanweisung aus dem Werk, keine rekonstruierte ausgeschriebene Rezitationsformel. Lokale Lesungsunsicherheiten sind in der Erklärung angegeben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā |
ṣaḍdīrghasvarasaṃbhinnaṃ kṣakāraṃ punarālikhet |
punaḥ kṣetrapadaṃ pāladhūpadīpādi cālikhet ||
sahitaṃ balimālikhya gṛhṇa gṛhṇa tato vadet |
vahnijāyānvito mantraḥ kṣetrapālasya sundari ||
anena manunā devi kṣetrapālabaliṃ haret |
gā~ gī~ gu~ trayamālikhya ṅentaṃ gaṇapatiṃ vadet ||
varānte varadānte ca sarvānte janamālikhet |
me vaśaṃ cānayetyuktvā baliṃ gṛhṇa dvidhā padam ||
vahnijāyānvito mantro gaṇapasya baliṃ haret |

Devanagari:
तथा |
षड्दीर्घस्वरसंभिन्नं क्षकारं पुनरालिखेत् |
पुनः क्षेत्रपदं पालधूपदीपादि चालिखेत् ||
सहितं बलिमालिख्य गृह्ण गृह्ण ततो वदेत् |
वह्निजायान्वितो मन्त्रः क्षेत्रपालस्य सुन्दरि ||
अनेन मनुना देवि क्षेत्रपालबलिं हरेत् |
गाँ गीँ गुँ त्रयमालिख्य ङेन्तं गणपतिं वदेत् ||
वरान्ते वरदान्ते च सर्वान्ते जनमालिखेत् |
मे वशं चानयेत्युक्त्वा बलिं गृह्ण द्विधा पदम् ||
वह्निजायान्वितो मन्त्रो गणपस्य बलिं हरेत् |

Bedeutung und Funktion: Ferner: „Man schreibe Ksha, verbunden mit den sechs langen Vokalen. Dann schreibe man Kshetra und Pala, ‚Räucherwerk, Licht und die weiteren [Gaben]‘, ‚versehen mit‘ und ‚Bali‘; danach sage man zweimal ‚Nimm an!‘ Mit der ‚Gattin des Feuers‘ verbunden ist dies der Mantra Kshetrapalas, Sundari. Mit diesem Mantra bringe man die Kshetrapala-Bali dar, Göttin. Man schreibe die drei [Bijas] Gām̐, Gīm̐, Gum̐ und nenne Ganapati im Dativ; nach Vara und Varada [setze man die entsprechenden Endungen], nach Sarva das Wort Jana. Nachdem man ‚Bringe [sie] unter meinen Einfluss‘ gesagt hat, [spreche man] ‚Bali, nimm an‘, das letzte Wort zweimal. Mit diesem durch die ‚Gattin des Feuers‘ abgeschlossenen Mantra bringe man Ganapas Bali dar.“ Lesungshinweis: Die Nasalzeichen und besonders die Vokallänge des dritten Ganesha-Bijas sind unsicher; auch die Wortbildung nach vara/varada ist verkürzt. Keine vollständige Rezitationsformel wird daraus rekonstruiert.

M0080. Lotussitz aller Shaktis
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 263
Ausgeschriebene Pitha-Formel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hrī~ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ Devanagari:
ह्रीँ सर्वशक्तिकमलासनाय नमः Bedeutung und Funktion: Hrīm̐, Verehrung dem Lotussitz aller Shaktis.

M0081. Yogapitha von Vagishvari und Ishvara
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 263
Ausgeschriebener Formelteil. Das voranzustellende Hrim ist unmittelbar danach benannt, hier nicht als fortlaufendes Originalzitat eingefügt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vāgīśvarīśvarayoryogapīṭhātmane namaḥ Devanagari:
वागीश्वरीश्वरयोर्योगपीठात्मने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Wesen des Yogapitha von Vagishvari und Ishvara.

M0082. Verehrung Vagishvaris
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 264
Ausgeschriebenes Verehrungsgebet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vāgīśvarīmṛtusnātāṃ samastābharaṇānvitām |
vāgīśvareṇa saṃyuktāṃ namāmyakhilasiddhaye ||

Devanagari:
वागीश्वरीमृतुस्नातां समस्ताभरणान्विताम् |
वागीश्वरेण संयुक्तां नमाम्यखिलसिद्धये ||

Bedeutung und Funktion: Ich verneige mich zur Erlangung aller Siddhis vor Vagishvari, die nach ihrer Monatsblutung gebadet hat, mit allem Schmuck versehen und mit Vagishvara verbunden ist.

M0083. Yogapitha von Lakshmi und Narayana
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 264
Ausgeschriebener Formelteil; ein voranzustellendes Bija ist nur allgemein erwähnt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śrīlakṣmīnārāyaṇayoryogapīṭhātmane namaḥ Devanagari:
श्रीलक्ष्मीनारायणयोर्योगपीठात्मने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Wesen des Yogapitha von Shri Lakshmi und Narayana.

M0084. Abschluss zur Ausscheidung des Kravyada-Anteils
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 266
Ausgeschriebener Abschluss eines nicht ausgeschriebenen Mula-Mantras.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hū~ phaṭ Devanagari:
हूँ फट् Bedeutung und Funktion: Rituelle Endsilben bei der Abtrennung des fleischverzehrenden Feueranteils; keine wörtliche Übersetzung.

M0085. Anfachen: zwei Bildungsschemata
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 267
Verschlüsselte beziehungsweise durch Wiederholungsanweisungen verkürzte Formeln; unsichere Anfangs-Bijas nicht als gesicherte Rezitation ausgegeben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
jvālayenmanunā tena tamagnimatha deśikaḥ ||
citpiṅgalahanadahapacayugmānyudīrya ca |
sarvajñājñāpaya svāhā mantro'yaṃ prāgudīritaḥ ||
(rudrayāmale) hrau~ hrau~ jvalayugaṃ devi prajvaloditayaṃ tataḥ |
hu~ phaṭsvāheti mantreṇa jvālayet pāvakaṃ sudhīḥ—ityuktam |

Devanagari:
ज्वालयेन्मनुना तेन तमग्निमथ देशिकः ||
चित्पिङ्गलहनदहपचयुग्मान्युदीर्य च |
सर्वज्ञाज्ञापय स्वाहा मन्त्रोऽयं प्रागुदीरितः ||
(रुद्रयामले) ह्रौँ ह्रौँ ज्वलयुगं देवि प्रज्वलोदितयं ततः |
हुँ फट्स्वाहेति मन्त्रेण ज्वालयेत् पावकं सुधीः—इत्युक्तम् |

Bedeutung und Funktion: „Dann entfache der Lehrer das Feuer mit jenem Mantra: Nachdem man Chitpingala und je zweimal ‚Schlage!‘, ‚Brenne!‘ und ‚Koche!‘ gesprochen hat, [folgen] ‚Allwissender, gebiete! Svaha‘. Dieser Mantra wurde bereits zuvor gelehrt.“ Im Rudrayamala wird gesagt: „Hraum̐, Hraum̐; zweimal ‚Lodere!‘, Göttin, danach zweimal ‚Flamme auf!‘; Hum̐, Phat, Svaha: Mit diesem Mantra entfache der Verständige das Feuer.“ Lesungshinweis: Die beiden Anfangs-Bijas des Rudrayamala-Zitats sind im Druck unsicher. Die Wiederholungsanweisungen werden als solche übersetzt; eine gesicherte vollständige Rezitationsformel wird daraus nicht behauptet.

M0086. Verehrung des entflammten Agni
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 268
Ausgeschriebenes Verehrungsgebet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam ||
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ viśvato mukham |

Devanagari:
अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ||
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं विश्वतो मुखम् |

Bedeutung und Funktion: Ich verneige mich vor dem entflammten Agni, Jatavedas, dem Verzehrer der Opfergaben, goldfarben, makellos, hell brennend, mit Gesichtern nach allen Seiten.

M0087. Feuer-Bija und Shakti
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 270
Zwei ausdrücklich zugeordnete Bestandteile, kein im Text als Einheit formulierter Mantra.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
raṃ |
svāhā |

Devanagari:
रं |
स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Raṃ ist das hier genannte Feuer-Bija, Svaha die ihm zugeordnete Shakti; dem Bija wird keine wörtliche Bedeutung zugeschrieben.

M0088. Feuer-Yogapitha
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 271
Ausgeschriebene Pitha-Formel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vahniyogapīṭhāya namaḥ Devanagari:
वह्नियोगपीठाय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Feuer-Yogapitha.

M0089. Vaishvanara: Bildungsanweisung
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 274
Bildungsschema; die Endformel bleibt ihre Benennung. Kein vollständig ausgeschriebener Mantra hinzugefügt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dhyātaṃ vahniṃ yajenmadhye gandhādyairmanunā'munā |
vaiśvānarajātavedapade paścādihāvaha ||
lohitākṣapadasyānte sarvakarmāṇi sādhaya |
vahnijāyāvadhiḥ prokto mantraḥ pāvakavallabhaḥ ||

Devanagari:
ध्यातं वह्निं यजेन्मध्ये गन्धाद्यैर्मनुनाऽमुना |
वैश्वानरजातवेदपदे पश्चादिहावह ||
लोहिताक्षपदस्यान्ते सर्वकर्माणि साधय |
वह्निजायावधिः प्रोक्तो मन्त्रः पावकवल्लभः ||

Bedeutung und Funktion: Die Anweisung verbindet Vaishvanara, Jataveda, „Bringe hierher“, Lohitaksha und „Vollbringe alle Handlungen“ mit der als Gattin des Feuers bezeichneten Endformel. Sie dient der zentralen Feuerverehrung.

M0090. Wahl des Brahman-Priesters
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 279
Ausgeschriebene Wahlformel mit amuka-Platzhaltern.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
amukāmukagotro'hamamukāmukagotriṇam |
dīkṣāṅgabhūtahome'smin brahmāṇaṃ tvāṃ vṛṇe iti ||

Devanagari:
अमुकामुकगोत्रोऽहममुकामुकगोत्रिणम् |
दीक्षाङ्गभूतहोमेऽस्मिन् ब्रह्माणं त्वां वृणे इति ||

Bedeutung und Funktion: Ich, so und so genannt, aus dem und dem Gotra, wähle dich, so und so genannt, aus dem und dem Gotra, als Brahman-Priester für dieses Homa, das ein Glied der Diksha ist.

M0091. Vier Augen- und Mundgaben an das Feuer
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 283
Vier im Anweisungstext ausdrücklich ausgeschriebene Einzelformeln, hier nebeneinandergestellt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
agnaye svāhā |
somāya svāhā |
agnīṣomābhyāṃ svāhā |
agnaye sviṣṭakṛte svāhā |

Devanagari:
अग्नये स्वाहा |
सोमाय स्वाहा |
अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा |
अग्नये स्विष्टकृते स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Agni, Svaha. Soma, Svaha. Agni und Soma, Svaha. Agni Svishtakrit, Svaha.

M0092. Fünf Vyahriti-Opferformeln
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 283
Im Text vollständig ausgeschriebene Reihe; Om und Svaha bleiben rituelle Laute beziehungsweise Darbringungswort.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ svāhā |
bhūḥ svāhā |
bhuvaḥ svāhā |
svaḥ svāhā |
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā |

Devanagari:
ॐ स्वाहा |
भूः स्वाहा |
भुवः स्वाहा |
स्वः स्वाहा |
ॐ भूर्भुवः स्वः स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Om, Svaha. Erde, Svaha. Zwischenraum, Svaha. Himmel, Svaha. Om – Erde, Zwischenraum und Himmel – Svaha.

M0093. Vierfaches Vyahriti-Homa: verkürztes Schema
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 284
Unvollständig aufgelöste Bildungsanweisung des Uddisha; die vier Formeln werden nicht aus Vermutung ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
(uḍḍīśe) devyā vyāhṛtihomaṃ ca tārādyena caturhunet |
bhūragnaye pṛthivyai ca mahate vahnivallabhā ||
bhuvaḥ padādvāyave ca antarikṣāya śabdataḥ |
agnyādityacandramaso ṅentā nakṣatra ityapi ||
bhyasantaścaiva digbhyaśca mahate vahnivallabhā |

Devanagari:
(उड्डीशे) देव्या व्याहृतिहोमं च ताराद्येन चतुर्हुनेत् |
भूरग्नये पृथिव्यै च महते वह्निवल्लभा ||
भुवः पदाद्वायवे च अन्तरिक्षाय शब्दतः |
अग्न्यादित्यचन्द्रमसो ङेन्ता नक्षत्र इत्यपि ||
भ्यसन्तश्चैव दिग्भ्यश्च महते वह्निवल्लभा |

Bedeutung und Funktion: Im Uddisha: „Beim Vyahriti-Homa der Göttin opfere man viermal, jeweils mit Tara am Anfang. [Es folgen] Bhuh, ‚Agni und der Erde, dem Großen‘ und die ‚Geliebte des Feuers‘. Nach Bhuvah die Worte ‚Vayu und dem Zwischenraum‘. Agni, Aditya und Chandramas im Dativ, ferner Nakshatra mit der Endung bhyas, ‚den Richtungen, dem Großen‘ und die ‚Geliebte des Feuers‘.“ Lesungshinweis: Die vier Formeln sind im Druck nur durch ein verkürztes Bildungsschema angegeben; die Trennung der letzten beiden lässt sich nicht zuverlässig bestimmen. Fehlende Formelglieder werden nicht aus anderen Überlieferungen ergänzt.

M0094. Vollzug einer Lebensweihe
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 285
Ausgeschriebener Formelabschluss; Pranava und der jeweilige Handlungsname sind nur vorzugeben, nicht konkret eingesetzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
saṃpādayāmi svāhā Devanagari:
संपादयामि स्वाहा Bedeutung und Funktion: Ich vollziehe [diese Handlung], Svaha.

M0095. Opfer für die Feuer-Eltern
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 285
Ausgeschriebene Formel für Shrividya. Der Text nennt für andere Verfahren stattdessen Vagishvara und Vagishvari.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ kāmeśvarakāmeśvarībhyāṃ svāhā Devanagari:
ॐ कामेश्वरकामेश्वरीभ्यां स्वाहा Bedeutung und Funktion: Om, Kameshvara und Kameshvari, Svaha.

M0096. Bitte um Traumweisung
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 290
Ausgeschriebenes Gebet; die Endung śāśvataḥ ist im Druck gegenüber der Anrede auffällig.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhagavan devadeveśa śūlabhṛdvṛṣavāhana |
iṣṭāniṣṭe samācakṣva mama suptasya śāśvataḥ ||

Devanagari:
भगवन् देवदेवेश शूलभृद्वृषवाहन |
इष्टानिष्टे समाचक्ष्व मम सुप्तस्य शाश्वतः ||

Bedeutung und Funktion: Erhabener Herr der Götter, Dreizackträger, auf dem Stier Reitender, Ewiger: Zeige mir im Schlaf das Erwünschte und das Unerwünschte.

M0097. Herr der Träume
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 290
Ausgeschriebener Verehrungsvers.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
namo jaya trinetrāya piṅgalāya mahātmane |
vāmāya viśvarūpāya svapnādhipataye namaḥ ||

Devanagari:
नमो जय त्रिनेत्राय पिङ्गलाय महात्मने |
वामाय विश्वरूपाय स्वप्नाधिपतये नमः ||

Bedeutung und Funktion: Verehrung, Sieg! Dem Dreiäugigen, dem Gelbbraunen, dem Großseeligen, Vama, dem Allgestaltigen, dem Herrn der Träume sei Verehrung.

M0098. Traum-Mantra: Bildungsschema
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 290
Bildungsanweisung; keine aufgelöste Rezitationsformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tāro hilidvayaṃ śūlapāṇaye dviṭha īritaḥ |
svapnamānavamantro'yaṃ śambhunā parikīrtitaḥ ||

Devanagari:
तारो हिलिद्वयं शूलपाणये द्विठ ईरितः |
स्वप्नमानवमन्त्रोऽयं शम्भुना परिकीर्तितः ||

Bedeutung und Funktion: Tara, zweimal Hili, Shulapanaye und Dvitha werden als Traum-Mantra genannt.

M0099. Bitte um Wahrheit im Traum
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 291
Ausgeschriebene Fortsetzung des Gebets auf S. 290.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
svapne kathaya me tathyaṃ sarvakāryeṣvaśeṣataḥ |
kriyāsiddhiṃ vidhāsyāmi tvatprasādānmaheśvara ||

Devanagari:
स्वप्ने कथय मे तथ्यं सर्वकार्येष्वशेषतः |
क्रियासिद्धिं विधास्यामि त्वत्प्रसादान्महेश्वर ||

Bedeutung und Funktion: „Sage mir im Traum die Wahrheit über sämtliche Vorhaben, ohne etwas auszulassen. Durch deine Gnade, Maheshvara, werde ich die Handlung zur Vollendung bringen.“

M0100. Vishnu als Herr der Träume
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 291
Ausgeschriebene Formel mit unsicherer erster Anrufung hṛtsakalalokāya; nicht als gesicherte Rezitationsfassung zu behandeln.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ hṛtsakalalokāya viṣṇave prabhaviṣṇave |
viśvāya viśvarūpāya svapnādhipataye namaḥ ||

Devanagari:
ॐ हृत्सकललोकाय विष्णवे प्रभविष्णवे |
विश्वाय विश्वरूपाय स्वप्नाधिपतये नमः ||

Bedeutung und Funktion: Im Mantra-Tantra-Prakasha: „Om, dem [hṛtsakalalokāya: Wortverbindung unsicher], Vishnu, dem machtvoll Wirkenden, dem All, dem Allgestaltigen, dem Herrn der Träume sei Verehrung.“ Dieser Traum-Mantra wurde von Narada und anderen gelehrt.

M0101. Traumgebet an das höchste Brahman
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 291
Ausgeschriebenes Gebet mit lokal unklarer Verbindung nach mantra; nicht als gesicherte Rezitationsfassung zu behandeln.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
parabrahmasvarūpastvaṃ mantraścarṣī viśvadhṛk |
śubhāśubhagatiṃ deva svapne me vinivedaya ||

Devanagari:
परब्रह्मस्वरूपस्त्वं मन्त्रश्चर्षी विश्वधृक् |
शुभाशुभगतिं देव स्वप्ने मे विनिवेदय ||

Bedeutung und Funktion: Im Naradiya: „Du bist die Gestalt des höchsten Brahman, Mantra, [carṣī: Lesung beziehungsweise Bedeutung unklar], der Träger des Alls. Gott, teile mir im Traum den glücklichen oder unglücklichen Verlauf mit.“ Nachdem man dies gesprochen hat, knie man auf die Erde und verneige sich. Heiter und schweigend lege man sich auf jenes Lager und denke an die Ishta-Devata. Die Verbindung nach mantra ist im Druck unsicher; eine Ergänzung wird nicht vorgenommen.

M0102. Simha-Mantra zur Traumbesänftigung
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 298
Gemischte Angabe: Tara als Bezeichnung, anschließend Formelbestandteile. Vajranakhaṃ ist grammatisch unsicher. Keine zuverlässig aufgelöste Gesamtformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tārāvajranakhaṃ daṃṣṭrāyudhāya mahāsiṃhāya huṃphaṭ namaḥ Devanagari:
तारावज्रनखं दंष्ट्रायुधाय महासिंहाय हुंफट् नमः Bedeutung und Funktion: Anrufung des großen Löwen mit Reißzähnen als Waffen; Huṃ und Phaṭ sind Bija- beziehungsweise rituelle Lautformeln, Namaḥ bedeutet Verehrung.

M0103. Formel für die Reinigung eines Adhvan
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 302
Bildungsanweisung mit Platzhalter für den jeweiligen Adhvan, keine vollständig ausgeschriebene Rezitationsformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tārādyamamukādhvānamatra ca |
śodhayāmi dviṭhāntena Devanagari:
ताराद्यममुकाध्वानमत्र च |
शोधयामि द्विठान्तेन Bedeutung und Funktion: Tara am Anfang; „Ich reinige hier den so und so genannten Adhvan“; Dvitha am Ende.

M0104. Purna-darvi-Mantra
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 305
Nur Mantra-Anfang beziehungsweise Bezeichnung; kein vollständiger Mantra.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pūrṇā darvī Devanagari:
पूर्णा दर्वी Bedeutung und Funktion: Die Schöpfkelle ist voll.

M0105. Brahmarpana
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 306
Ausgeschriebene Darbringungsformel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
itaḥ pūrvaṃ prāṇabuddhidehadharmādhikārataḥ |
jāgratsvapnasuṣuptyavasthāsu manasā vācā karmaṇā hastābhyāṃ padbhyāmudareṇa śiśnā yat smṛtaṃ yaduktaṃ yat kṛtaṃ tat sarvaṃ brahmārpaṇaṃ bhavatu svāhā |

Devanagari:
इतः पूर्वं प्राणबुद्धिदेहधर्माधिकारतः |
जाग्रत्स्वप्नसुषुप्त्यवस्थासु मनसा वाचा कर्मणा हस्ताभ्यां पद्भ्यामुदरेण शिश्ना यत् स्मृतं यदुक्तं यत् कृतं तत् सर्वं ब्रह्मार्पणं भवतु स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Was zuvor im Bereich von Prana, Buddhi, Körper und dessen Eigenschaften, im Wachen, Träumen und Tiefschlaf, mit Geist, Rede und Handlung, Händen, Füßen, Bauch und Geschlechtsorgan gedacht, gesagt und getan wurde, werde ganz Brahman dargebracht, Svaha.

M0106. Zusammengefasste Mahavyahriti-Gabe
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 307
Ausgeschriebene Formel; keine Angleichung an andere Vyahriti-Fassungen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ bhūrbhuvaḥsvaścandramase nakṣatrabhyo digbhyaśca mahate svāhā |

Devanagari:
ॐ भूर्भुवःस्वश्चन्द्रमसे नक्षत्रभ्यो दिग्भ्यश्च महते स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Om, Bhur Bhuvah Svah, dem Mond, den Mondhäusern, den Himmelsrichtungen und dem Großen, Svaha.

M0107. Erneute Gegenwart des Feuers
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 307
Ausgeschriebenes Abschiedsgebet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bho bho vahne mahāśakte sarvakarmaprasādhaka |
karmāntare'pi saṃprāpte sānnidhyaṃ kuru sādaram ||

Devanagari:
भो भो वह्ने महाशक्ते सर्वकर्मप्रसाधक |
कर्मान्तरेऽपि संप्राप्ते सान्निध्यं कुरु सादरम् ||

Bedeutung und Funktion: O Feuer, du große Shakti, Vollender aller Handlungen! Sei auch bei einer weiteren Handlung wieder wohlwollend gegenwärtig.

M0108. Verehrung des erkenntnisöffnenden Gurus
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 308
Ausgeschriebenes Gebet; lokale sprachliche Hinweise gelten wie in der Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣurunmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||

Devanagari:
अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया |
चक्षुरुन्मीलितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ||

Bedeutung und Funktion: Im Meru Tantra: „Nachdem man so die Augenbinde entfernt hat, lasse man [den Schüler] auf der Kusha-Streuung Platz nehmen. Dann lasse der vortreffliche Guru den Schüler diesen Mantra sprechen: ‚Dem Shri Guru sei Verehrung, der mir, vom Dunkel der Unwissenheit geblendet, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.‘“

M0109. Segen für den Schüler
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 309
Ausgeschriebenes Gebet; lokale sprachliche Hinweise gelten wie in der Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kāruṇyanilaye devi sarvasannidhisaṃśraye |
śaraṇye vatsale mātaḥ kṛpāmasmin śiśau kuru ||
āṇavapramukhaiḥ pāśaiḥ pāhi tasya sureśvari |
dīnasyāsya dayādhāre kuru kāruṇyamīśvari ||
aihikāmuṣmikairbhogairapi saṃvardhyatāmasau |
svabhaktiḥ sakalā cāsmai dīyatāṃ niṣkalāśraye ||

Devanagari:
कारुण्यनिलये देवि सर्वसन्निधिसंश्रये |
शरण्ये वत्सले मातः कृपामस्मिन् शिशौ कुरु ||
आणवप्रमुखैः पाशैः पाहि तस्य सुरेश्वरि |
दीनस्यास्य दयाधारे कुरु कारुण्यमीश्वरि ||
ऐहिकामुष्मिकैर्भोगैरपि संवर्ध्यतामसौ |
स्वभक्तिः सकला चास्मै दीयतां निष्कलाश्रये ||

Bedeutung und Funktion: „Göttin, Wohnstatt des Mitgefühls, Zuflucht aller Gegenwart! Du schenkst Schutz, liebevolle Mutter: Erweise diesem Schüler Gnade. Beschütze ihn vor den Fesseln, angefangen mit Anava, Herrin der Götter. Quelle des Erbarmens, sei diesem Hilflosen gnädig, Ishvari. Möge er auch durch Freuden dieser und der jenseitigen Welt gedeihen. Schenke ihm umfassende Hingabe an dich, du Zuflucht im Ungeteilten.“

M0110. Übergabe aller vollzogenen Verehrung
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 309
Ausgeschriebenes Gebet; lokale sprachliche Hinweise gelten wie in der Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sādhu vāsādhu vā karma yadyadācaritaṃ mayā |
tat sarvaṃ devadeveśa gṛhāṇārādhanaṃ param ||

Devanagari:
साधु वासाधु वा कर्म यद्यदाचरितं मया |
तत् सर्वं देवदेवेश गृहाणाराधनं परम् ||

Bedeutung und Funktion: Im Kriyasangraha und im Meru Tantra: „Dann nehme der Mantrakundige das Arghya-Gefäß, spreche den Mula-Mantra und sage: ‚Welche Handlung ich auch ausgeführt habe, gut oder nicht gut: Nimm all dies, Herr der Götter, als höchste Verehrung an.‘ So gieße der Kundige etwas Arghya-Wasser in die rechte Hand der Gottheit und übergebe ihr die vollzogene Verehrung. Er verneige sich hingebungsvoll vor dem Herrn der Götter und bitte mit diesen Versen um Vergebung.“

M0111. Annahme und Vergebung
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 309
Ausgeschriebenes Gebet; lokale sprachliche Hinweise gelten wie in der Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yaddattaṃ bhaktimātreṇa patraṃ puṣpaṃ phalaṃ jalam |
niveditaṃ ca naivedyaṃ tadgṛhāṇānukampayā ||
āvāhanaṃ na jānāmi na jānāmi visarjanam |
pūjāṃ cāpi na jānāmi tvaṃ gatiḥ parameśvara ||
karmaṇā manasā vācā tvatto nānyā gatirmama |
antaścareṇa bhūtānāṃ draṣṭā tvaṃ parameśvara ||

Devanagari:
यद्दत्तं भक्तिमात्रेण पत्रं पुष्पं फलं जलम् |
निवेदितं च नैवेद्यं तद्गृहाणानुकम्पया ||
आवाहनं न जानामि न जानामि विसर्जनम् |
पूजां चापि न जानामि त्वं गतिः परमेश्वर ||
कर्मणा मनसा वाचा त्वत्तो नान्या गतिर्मम |
अन्तश्चरेण भूतानां द्रष्टा त्वं परमेश्वर ||

Bedeutung und Funktion: „Was allein aus Hingabe gegeben wurde – Blatt, Blume, Frucht, Wasser und dargebrachte Speise –, nimm es aus Mitgefühl an. Ich verstehe das Herbeirufen nicht, ich verstehe die Verabschiedung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. In Handlung, Denken und Rede habe ich keine andere Zuflucht als dich. Du bist der Schauende im Innern der Wesen, höchster Herr.“ Der letzte Halbvers ist grammatisch gedrängt; das Bild des inneren Zeugen bleibt erkennbar.

M0112. Gabe an den Empfänger der Opferreste
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 310
Ausgeschriebenes Gebet; lokale sprachliche Hinweise gelten wie in der Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
lehyacoṣyānnapānādi nirmālyaṃ sragvilepanam |
nirmālyabhojine tubhyaṃ dadāni śrīśivājñayā ||

Devanagari:
लेह्यचोष्यान्नपानादि निर्माल्यं स्रग्विलेपनम् |
निर्माल्यभोजिने तुभ्यं ददानि श्रीशिवाज्ञया ||

Bedeutung und Funktion: „Speisen zum Lecken und Saugen, feste Speise, Getränke und Weiteres, Opferreste, Girlanden und Salbung gebe ich dir, dem Empfänger der Opferreste, auf Shri Shivas Geheiß.“ So gebe man die verbliebene Opferspeise, verneige sich und entlasse [die Gottheit]. Ferner: „Der Mantrakundige trage die Opferreste unter dem Mula-Mantra auf dem Kopf.“

M0113. Segen beim Aufrichten des Schülers
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 313
Ausgeschriebener Segensspruch.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
uttiṣṭha vatsa mukto'si samyagācāravān bhava |
kīrtiśrīkāntimedhāyurbalārogyaṃ sadāstu te ||

Devanagari:
उत्तिष्ठ वत्स मुक्तोऽसि सम्यगाचारवान् भव |
कीर्तिश्रीकान्तिमेधायुर्बलारोग्यं सदास्तु ते ||

Bedeutung und Funktion: Steh auf, mein Kind, du bist befreit. Lebe in rechtem Verhalten. Ruhm, Glück, Ausstrahlung, Einsicht, langes Leben, Kraft und Gesundheit seien dir stets beschieden.

M0114. Vira-Gefäß: Darreichungsformel
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 317
Ausgeschriebene Formel im Zusammenhang der historischen Vira-Diksha; die Darreichungsformel wird beim Empfang mit pibāmi statt pīyatām gesprochen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
idaṃ pavitramamṛtaṃ pīyatāṃ bhavabheṣajam |
paśupāśasamucchedakāraṇaṃ bhairavoditam ||

Devanagari:
इदं पवित्रममृतं पीयतां भवभेषजम् |
पशुपाशसमुच्छेदकारणं भैरवोदितम् ||

Bedeutung und Funktion: Trinke diesen heiligen Nektar, Arznei gegen das Werden, von Bhairava gelehrt als Mittel zur Durchtrennung der Fesseln des gebundenen Wesens.

M0115. Inneres Opfer der Sinnestätigkeiten
Fundstelle: Vierter Taraṅga, Band I, S. 317
Ausgeschriebene Formel im Zusammenhang der historischen Vira-Diksha; die Darreichungsformel wird beim Empfang mit pibāmi statt pīyatām gesprochen.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dharmādharmahavirdīpte svātmāgnau manasā srucā |
suṣumṇā vartmanā nityamakṣavṛttīrjuhomyaham ||

Devanagari:
धर्माधर्महविर्दीप्ते स्वात्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्णा वर्त्मना नित्यमक्षवृत्तीर्जुहोम्यहम् ||

Bedeutung und Funktion: In das Feuer des eigenen Selbst, das durch Dharma und Adharma auflodert, opfere ich fortwährend die Tätigkeiten der Sinne, mit dem Geist als Schöpflöffel, auf dem Weg der Sushumna.

M0116. Bitte an den Guru um Mantra-Diksha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 1; ältere Ausgabe S. 319
Ausgeschriebene Bitte. Die anschließenden Sankalpa- und Wahlformeln enthalten ausdrücklich Platzhalter für Namen, Gotra, Gottheit und Mantra.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhagavan paramātmarūpin paramakaruṇika śrīguro sakalapuruṣārthasādhanamahāmantrapradānena māmanugṛhṇīṣva |

Devanagari:
भगवन् परमात्मरूपिन् परमकरुणिक श्रीगुरो सकलपुरुषार्थसाधनमहामन्त्रप्रदानेन मामनुगृह्णीष्व |

Bedeutung und Funktion: Erhabener Shri Guru, Gestalt des höchsten Selbst, voller Mitgefühl: Erweise mir Gnade durch die Übertragung des großen Mantras, der alle Ziele des menschlichen Lebens verwirklicht.

M0117. Verehrung des Shri Guru
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 1
Ausgeschriebene Formel bei Sitz- und Opfergaben.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śrīgurave namaḥ |

Devanagari:
श्रीगुरवे नमः |

Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Shri Guru.

M0118. Beseitigung eines ungünstigen Omens
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel mit ausdrücklich offenem Platzhalter für den Fehler.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
phaṭ amukadoṣaṃ jahi jahi phaṭ svāhā Devanagari:
फट् अमुकदोषं जहि जहि फट् स्वाहा Bedeutung und Funktion: Phat, beseitige, beseitige den so und so genannten Fehler, Phat Svaha.

M0119. Tragende Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ ādhāraśaktaye namaḥ Devanagari:
ॐ आधारशक्तये नमः Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung der tragenden Shakti.

M0120. Feuerkreis des Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; Raṃ̐ ist Bija, keine wörtliche Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ra~ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ Devanagari:
रँ वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kalas.

M0121. Mondkreis des Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; Saṃ̐ ist Bija.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sa~ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ Devanagari:
सँ सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kalas.

M0122. Heilige Flüsse im Wasser
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebener Mantra, Vers1 des fünften Taraṅga.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhukāveri jale'smin sannidhiṃ kuru ||
1 ||

Devanagari:
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति |
नर्मदे सिन्धुकावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ||
१ ||

Bedeutung und Funktion: Om, Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

M0123. Tor-Puja: Vighnesha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ vighneśāya namaḥ Devanagari:
ॐ विघ्नेशाय नमः Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung Vighnesha.

M0124. Tor-Puja: Mahalakshmi
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ma~ mahālakṣmyai namaḥ Devanagari:
मँ महालक्ष्म्यै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Mahalakshmi.

M0125. Tor-Puja: Sarasvati
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sa~ sarasvatyai namaḥ Devanagari:
सँ सरस्वत्यै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Sarasvati.

M0126. Tor-Puja: Glück des Tores
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dvāraśriyai namaḥ Devanagari:
द्वारश्रियै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung der glückverheißenden Kraft des Tores.

M0127. Tor-Puja: Ganapati
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ga~ gaṇapataye namaḥ Devanagari:
गँ गणपतये नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Ganapati.

M0128. Tor-Puja: Kshetrapala
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kṣa~ kṣetrapālāya namaḥ Devanagari:
क्षँ क्षेत्रपालाय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Kshetrapala.

M0129. Tor-Puja: Shankhanidhi
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śa~ vasundharāyuktāya śaṅkhanidhaye namaḥ Devanagari:
शँ वसुन्धरायुक्ताय शङ्खनिधये नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Shankhanidhi mit Vasundhara.

M0130. Tor-Puja: Padmanidhi
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pa~ vasumatiyuktāya padmanidhaye namaḥ Devanagari:
पँ वसुमतियुक्ताय पद्मनिधये नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Padmanidhi mit Vasumati.

M0131. Tor-Puja: Maya-Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ma~ māyāśaktaye namaḥ Devanagari:
मँ मायाशक्तये नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Maya-Shakti.

M0132. Tor-Puja: Chit-Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 3
Ausgeschriebene Formel; ein vorangestelltes Bija bleibt ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ca~ cicchaktaye namaḥ Devanagari:
चँ चिच्छक्तये नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Chit-Shakti.

M0133. Ganga
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ga~ gaṅgāyai namaḥ Devanagari:
गँ गङ्गायै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Ganga.

M0134. Yamuna
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ya~ yamunāyai namaḥ Devanagari:
यँ यमुनायै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Yamuna.

M0135. Dhatri
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dha~ dhātre namaḥ Devanagari:
धँ धात्रे नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Dhatri, dem Setzer und Träger.

M0136. Vidhatri
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
va~ vidhātre namaḥ Devanagari:
वँ विधात्रे नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Vidhatri, dem Ordner.

M0137. Schwelle
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
da~ dehalyai namaḥ Devanagari:
दँ देहल्यै नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung der Schwelle.

M0138. Waffe an der Schwelle
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
a~ astrāya namaḥ Devanagari:
अँ अस्त्राय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung der Waffe.

M0139. Nandi
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
na~ nandine namaḥ Devanagari:
नँ नन्दिने नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung Nandi; die übrigen Torhüter werden nur durch Namen und entsprechende Anpassung genannt.

M0140. Vastu-Purusha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 4
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ vāstupuruṣāya vāstvadhīśāya brahmaṇe namaḥ Devanagari:
ॐ वास्तुपुरुषाय वास्त्वधीशाय ब्रह्मणे नमः Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung dem Vastu-Purusha, dem Herrn des Bauplatzes, Brahma.

M0141. Weichen der störenden Wesen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ apasarpantu te bhūtāḥ ye bhūtāḥ bhuvi saṃsthitāḥ |
ye bhūtā vighnakartāraste naśyantu śivājñayā ||

Devanagari:
ॐ अपसर्पन्तु ते भूताः ये भूताः भुवि संस्थिताः |
ये भूता विघ्नकर्तारस्ते नश्यन्तु शिवाज्ञया ||

Bedeutung und Funktion: Om, mögen die auf der Erde befindlichen Wesen weichen. Die Hindernisse bereitenden Wesen mögen auf Shivas Geheiß verschwinden.

M0142. Dipanatha-Bhairava
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ dīpanāthabhairavāya namaḥ Devanagari:
ॐ दीपनाथभैरवाय नमः Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung Dipanatha-Bhairava.

M0143. Erlaubnis zur Diksha-Puja
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tasmin kṣetre dīpanātha nirvighnasiddhihetave |
dīkṣāyāgasamṛddhyarthamanujñāṃ dātumarhasi ||
atitīkṣṇa mahākāya kalpāntadahanopama |
bhairavāya namastubhyamanujñāṃ dātumarhasi ||

Devanagari:
तस्मिन् क्षेत्रे दीपनाथ निर्विघ्नसिद्धिहेतवे |
दीक्षायागसमृद्ध्यर्थमनुज्ञां दातुमर्हसि ||
अतितीक्ष्ण महाकाय कल्पान्तदहनोपम |
भैरवाय नमस्तुभ्यमनुज्ञां दातुमर्हसि ||

Bedeutung und Funktion: Dipanatha, erteile in diesem Bereich die Erlaubnis für das hindernislose Gelingen der Diksha-Opferhandlung. Gewaltiger, Großleibiger, dem Weltendfeuer Gleicher: Verehrung dir, Bhairava; erteile die Erlaubnis.

M0144. Atma-Tattva
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ ātmatattvāya svāhā Devanagari:
ॐ आत्मतत्त्वाय स्वाहा Bedeutung und Funktion: Om, dem Atma-Tattva, Svaha.

M0145. Vidya-Tattva
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ vidyātattvāya svāhā Devanagari:
ॐ विद्यातत्त्वाय स्वाहा Bedeutung und Funktion: Om, dem Vidya-Tattva, Svaha.

M0146. Shiva-Tattva
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ śivatattvāya svāhā Devanagari:
ॐ शिवतत्त्वाय स्वाहा Bedeutung und Funktion: Om, dem Shiva-Tattva, Svaha.

M0147. Tragende Erde
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ nitye pavitre kuru cāsanam ||
5 ||

Devanagari:
ॐ पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता |
त्वं च धारय मां नित्ये पवित्रे कुरु चासनम् ||
५ ||

Bedeutung und Funktion: Om, Erde, du trägst die Welten und wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich, Ewige, Reine, und mache den Sitz rein.

M0148. Lotussitz der tragenden Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 5
Ausgeschriebene Formel; Bija-Laute bleiben ohne erfundene Wortübersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hrī~ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ Devanagari:
ह्रीँ आधारशक्तिकमलासनाय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Lotussitz der tragenden Shakti.

M0149. Sonnen-Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ hā~ hī~ saḥ samagrarāśinakṣatrayogakaraṇaparivṛtāsanasthitaśrīsūryāya eṣa te'rghaḥ svāhā Devanagari:
ॐ हाँ हीँ सः समग्रराशिनक्षत्रयोगकरणपरिवृतासनस्थितश्रीसूर्याय एष तेऽर्घः स्वाहा Bedeutung und Funktion: Om Hāṃ̐ Hīṃ̐ Saḥ, dem Shri Surya auf dem von Tierkreiszeichen, Mondhäusern, Yogas und Karanas umgebenen Sitz: Dies ist dein Arghya, Svaha.

M0150. Reinigung der Puja-Gaben
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hā~ hu~ phaṭ Devanagari:
हाँ हुँ फट् Bedeutung und Funktion: Rituelle Reinigung der Gaben; Bija-Laute ohne wörtliche Übersetzung.

M0151. Wassergefäß
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ja~ jalādhārapātrāya namaḥ Devanagari:
जँ जलाधारपात्राय नमः Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Wassergefäß.

M0152. Guru-Ebenen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ gurubhyo namaḥ |
oṃ paramagurubhyo namaḥ |
oṃ parāparagurubhyo namaḥ |

Devanagari:
ॐ गुरुभ्यो नमः |
ॐ परमगुरुभ्यो नमः |
ॐ परापरगुरुभ्यो नमः |

Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung den Gurus, den Parama-Gurus und den Parapara-Gurus.

M0153. Der Guru und die allumfassende Wirklichkeit
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tatpadaṃ darśitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
6 ||

Devanagari:
अखण्डमण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् |
तत्पदं दर्शितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ||
६ ||

Bedeutung und Funktion: Verehrung dem Shri Guru, der die Wirklichkeit zeigt, die alles Bewegliche und Unbewegliche als ungeteiltes Ganzes durchdringt.

M0154. Handreinigungs-Bija
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hasau~ḥ Devanagari:
हसौँः Bedeutung und Funktion: Formel zur Handreinigung; Lautfolge nicht wörtlich übersetzbar.

M0155. Schutzvers mit Feindbezug
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 6
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hau~ oṃ te sarve vilayaṃ yāntu ye māṃ hiṃsanti hiṃsakāḥ |
mṛtyurogabhayakleśāḥ patantu ripumastake ||
7 ||

Devanagari:
हौँ ॐ ते सर्वे विलयं यान्तु ये मां हिंसन्ति हिंसकाः |
मृत्युरोगभयक्लेशाः पतन्तु रिपुमस्तके ||
७ ||

Bedeutung und Funktion: Hauṃ̐ Om, alle, die mich schädigen, mögen sich auflösen; Tod, Krankheit, Furcht und Leiden mögen auf das Haupt des Feindes fallen. Historische Schutzbitte.

M0156. Einsetzen der Lebenskräfte
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, neue Ausgabe S. 7
Ausgeschriebene Formel; Nasalzeichen nach der sichtbaren Ausgabe, Bija-Laute ohne erfundene Wortbedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ā~ so'haṃ mama prāṇā iha prāṇā iha sthitāḥ, ā~ so'haṃ mama jīva iha jīva iha sthitaḥ, ā~ so'haṃ mama sarvendriyāṇi vāṅmanaścakṣuḥśrotrajihvāghrāṇāni ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā |

Devanagari:
आँ सोऽहं मम प्राणा इह प्राणा इह स्थिताः, आँ सोऽहं मम जीव इह जीव इह स्थितः, आँ सोऽहं मम सर्वेन्द्रियाणि वाङ्मनश्चक्षुःश्रोत्रजिह्वाघ्राणानि इहागत्य सुखं चिरं तिष्ठन्तु स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Pranas, Jiva und sämtliche Sinne werden in das eigene Herz eingesetzt; sie mögen lange glücklich darin verweilen, Svaha.

M0157. Kara- und Anga-Nyasa der Matrika
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 7–8
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
a~ ka~ kha~ ga~ gha~ ṅa~ ā~ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
i~ ca~ cha~ ja~ jha~ ña~ ī~ tarjanībhyāṃ svāhā |
u~ ṭa~ ṭha~ ḍa~ ḍha~ ṇa~ ū~ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
e~ ta~ tha~ da~ dha~ na~ ai~ anāmikābhyāṃ hu~ |
o~ pa~ pha~ ba~ bha~ ma~ au~ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
a~ ya~ ra~ la~ va~ śa~ ṣa~ sa~ ha~ la~ kṣa~ a~ḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ astrāya phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu—a~ ka~ kha~ ga~ gha~ ṅa~ ā~ hṛdayāya namaḥ—ityādi nyaset |

Devanagari:
अँ कँ खँ गँ घँ ङँ आँ अङ्गुष्ठाभ्यां नमः |
इँ चँ छँ जँ झँ ञँ ईँ तर्जनीभ्यां स्वाहा |
उँ टँ ठँ डँ ढँ णँ ऊँ मध्यमाभ्यां वषट् |
एँ तँ थँ दँ धँ नँ ऐँ अनामिकाभ्यां हुँ |
ओँ पँ फँ बँ भँ मँ औँ कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् |
अँ यँ रँ लँ वँ शँ षँ सँ हँ लँ क्षँ अँः करतलकरपृष्ठाभ्यां अस्त्राय फट् |
एवं हृदयादिषु—अँ कँ खँ गँ घँ ङँ आँ हृदयाय नमः—इत्यादि न्यसेत् |

Bedeutung und Funktion: „A, Ka, Kha, Ga, Gha, Nga, A lang – jeweils mit Nasal: Verehrung beiden Daumen. I, Cha, Chha, Ja, Jha, Nya, I lang – jeweils mit Nasal: beiden Zeigefingern, Svaha. U, Ta, Tha, Da, Dha, Na der retroflexen Reihe, U lang – jeweils mit Nasal: beiden Mittelfingern, Vashat. E, Ta, Tha, Da, Dha, Na der dentalen Reihe, Ai – jeweils mit Nasal: beiden Ringfingern, Hum. O, Pa, Pha, Ba, Bha, Ma, Au – jeweils mit Nasal: beiden kleinen Fingern, Vaushat. A, Ya, Ra, La, Va, Sha, retroflexes Sha, Sa, Ha, La, Ksha, A mit Nasal und Visarga: für Handflächen und Handrücken, für die Waffe, Phat.“ Entsprechend setze man die Laute am Herzen und den weiteren Stellen ein: „A, Ka, Kha, Ga, Gha, Nga, A lang – jeweils mit Nasal: Verehrung dem Herzen“, und so weiter. Quellenhinweis: Die Ringfinger-Formel fehlt in der neuen Ausgabe und wurde aus der älteren Ausgabe, S.327/PDF16, ergänzt. Die Schlussreihe enthält das zweimalige La wie gedruckt. Die weitere Anga-Nyasa-Reihe ist in der Quelle nur mit ‚und so weiter‘ angegeben und wird nicht vervollständigt.

M0158. Dhyana der Sprachgöttin
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 8
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato dhyānam |
yathā— pañcāśallipibhirvibhaktamukhadoṣpanmadhyavakṣaḥsthalīṃ bhāsvanmaulinibaddhacandraśakalāmāpīnatuṅgastanīm |
mudrāmakṣaguṇaṃ sudhāḍhyakalaśaṃ vidyāṃ ca hastāmbujairbibhrāṇāṃ viśadaprabhāṃ trinayanāṃ vāgdevatāmāśraye ||
8 ||
evaṃ dhyātvā kevalān savisargān vā akārādikṣakārāntān varṇān lalāṭādisthāneṣu nyaset |
tadyathā— Devanagari:
ततो ध्यानम् |
यथा— पञ्चाशल्लिपिभिर्विभक्तमुखदोष्पन्मध्यवक्षःस्थलीं भास्वन्मौलिनिबद्धचन्द्रशकलामापीनतुङ्गस्तनीम् |
मुद्रामक्षगुणं सुधाढ्यकलशं विद्यां च हस्ताम्बुजैर्बिभ्राणां विशदप्रभां त्रिनयनां वाग्देवतामाश्रये ||
८ ||
एवं ध्यात्वा केवलान् सविसर्गान् वा अकारादिक्षकारान्तान् वर्णान् ललाटादिस्थानेषु न्यसेत् |
तद्यथा— Bedeutung und Funktion: Dann die Meditation, und zwar [Vers 8]: „Ich nehme Zuflucht zur Göttin der Sprache: Die fünfzig Schriftlaute gliedern ihr Gesicht, ihre Arme, Füße, Körpermitte und Brust. An ihrer strahlenden Krone trägt sie die Mondsichel; ihre Brüste sind voll und hoch. In ihren Lotushänden hält sie eine Mudra, Gebetskette, nektargefüllten Krug und das Wissen [in Gestalt eines Buches]. Ihr Glanz ist rein, sie hat drei Augen.“ Nach dieser Meditation setze man die Laute von A bis Ksha, entweder für sich oder mit Visarga, an Stirn und weiteren Körperstellen ein, wie folgt:

M0159. Vokale des äußeren Matrika-Nyasa
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 8
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
aḥ namaḥ—lalāṭe |
āḥ namaḥ—mukhavṛtte |
iḥ namaḥ—dakṣanetre |
īḥ namaḥ—vāmanetre |
uḥ namaḥ—dakṣakarṇe |
ūḥ namaḥ—vāmakarṇe |
ṛḥ namaḥ—dakṣanāsāpuṭe |
ṝḥ namaḥ—vāmanāsāpuṭe |
ḷḥ namaḥ—dakṣagaṇḍe |
ḹḥ namaḥ—vāmagaṇḍe |
eḥ namaḥ—oṣṭhe |
aiḥ namaḥ—adhare |
oḥ namaḥ—ūrdhvadante |
auḥ namaḥ—adhodante |
a~ḥ namaḥ—brahmarandhre |
aḥ namaḥ—mukhe |

Devanagari:
अः नमः—ललाटे |
आः नमः—मुखवृत्ते |
इः नमः—दक्षनेत्रे |
ईः नमः—वामनेत्रे |
उः नमः—दक्षकर्णे |
ऊः नमः—वामकर्णे |
ऋः नमः—दक्षनासापुटे |
ॠः नमः—वामनासापुटे |
ऌः नमः—दक्षगण्डे |
ॡः नमः—वामगण्डे |
एः नमः—ओष्ठे |
ऐः नमः—अधरे |
ओः नमः—ऊर्ध्वदन्ते |
औः नमः—अधोदन्ते |
अँः नमः—ब्रह्मरन्ध्रे |
अः नमः—मुखे |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung A mit Visarga“ – an der Stirn. „Verehrung dem langen A mit Visarga“ – am Gesichtsumkreis. „Verehrung I mit Visarga“ – am rechten Auge; „Verehrung dem langen I mit Visarga“ – am linken Auge. „Verehrung U mit Visarga“ – am rechten Ohr; „Verehrung dem langen U mit Visarga“ – am linken Ohr. „Verehrung dem vokalischen R mit Visarga“ – am rechten Nasenloch; „Verehrung dem langen vokalischen R mit Visarga“ – am linken Nasenloch. „Verehrung dem vokalischen L mit Visarga“ – an der rechten Wange; „Verehrung dem langen vokalischen L mit Visarga“ – an der linken Wange. „Verehrung E mit Visarga“ – an der Oberlippe; „Verehrung Ai mit Visarga“ – an der Unterlippe. „Verehrung O mit Visarga“ – an den oberen Zähnen; „Verehrung Au mit Visarga“ – an den unteren Zähnen. „Verehrung A mit Nasal und Visarga“ – am Brahmarandhra. „Verehrung A mit Visarga“ – am Mund. Die Nasal- und Visarga-Kombination am Brahmarandhra wird wie gedruckt erhalten.

M0160. Laut-Nyasa der Arme
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 8
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kaḥ namaḥ—dakṣabāhumūle |
khaḥ namaḥ—dakṣakūrpare |
gaḥ namaḥ—dakṣamaṇibandhe |
ghaḥ namaḥ—dakṣāṅgulimūleṣu |
ṅaḥ namaḥ—dakṣāṅgulyagreṣu |
caḥ namaḥ—vāmabāhumūle |
chaḥ namaḥ—vāmakūrpare |
jaḥ namaḥ—vāmamaṇibandhe |
jhaḥ namaḥ—vāmāṅgulimūleṣu |
ñaḥ namaḥ—vāmāṅgulyagreṣu |

Devanagari:
कः नमः—दक्षबाहुमूले |
खः नमः—दक्षकूर्परे |
गः नमः—दक्षमणिबन्धे |
घः नमः—दक्षाङ्गुलिमूलेषु |
ङः नमः—दक्षाङ्गुल्यग्रेषु |
चः नमः—वामबाहुमूले |
छः नमः—वामकूर्परे |
जः नमः—वाममणिबन्धे |
झः नमः—वामाङ्गुलिमूलेषु |
ञः नमः—वामाङ्गुल्यग्रेषु |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung Ka mit Visarga“ – am rechten Schulteransatz. „Verehrung Kha mit Visarga“ – am rechten Ellbogen. „Verehrung Ga mit Visarga“ – am rechten Handgelenk. „Verehrung Gha mit Visarga“ – an den Wurzeln der rechten Finger. „Verehrung Nga mit Visarga“ – an den rechten Fingerspitzen. „Verehrung Cha mit Visarga“ – am linken Schulteransatz. „Verehrung Chha mit Visarga“ – am linken Ellbogen. „Verehrung Ja mit Visarga“ – am linken Handgelenk. „Verehrung Jha mit Visarga“ – an den Wurzeln der linken Finger. „Verehrung Nya mit Visarga“ – an den linken Fingerspitzen. Der Eintrag für den linken Ellbogen fehlt in der neuen Ausgabe; er wurde aus der älteren Ausgabe S.328/PDF17 ergänzt.

M0161. Laut-Nyasa der Beine
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 8–9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ṭaḥ namaḥ—dakṣapādamūle |
ṭhaḥ namaḥ—dakṣajānuni |
ḍaḥ namaḥ—dakṣagulphe |
ḍhaḥ namaḥ—dakṣapādāṅgulimūleṣu |
ṇaḥ namaḥ—dakṣapadāṅgulyagreṣu |
taḥ namaḥ—vāmapādamūle |
thaḥ namaḥ—vāmajānuni |
daḥ namaḥ—vāmagulphe |
dhaḥ namaḥ—vāmapādāṅgulimūleṣu |
naḥ namaḥ—vāmapādāṅgulyagreṣu |

Devanagari:
टः नमः—दक्षपादमूले |
ठः नमः—दक्षजानुनि |
डः नमः—दक्षगुल्फे |
ढः नमः—दक्षपादाङ्गुलिमूलेषु |
णः नमः—दक्षपदाङ्गुल्यग्रेषु |
तः नमः—वामपादमूले |
थः नमः—वामजानुनि |
दः नमः—वामगुल्फे |
धः नमः—वामपादाङ्गुलिमूलेषु |
नः नमः—वामपादाङ्गुल्यग्रेषु |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung dem retroflexen Ta mit Visarga“ – am Ansatz des rechten Beines. „Verehrung dem retroflexen Tha mit Visarga“ – am rechten Knie. „Verehrung dem retroflexen Da mit Visarga“ – am rechten Knöchel. „Verehrung dem retroflexen Dha mit Visarga“ – an den Wurzeln der rechten Zehen. „Verehrung dem retroflexen Na mit Visarga“ – an den rechten Zehenspitzen. „Verehrung dem dentalen Ta mit Visarga“ – am Ansatz des linken Beines. „Verehrung dem dentalen Tha mit Visarga“ – am linken Knie. „Verehrung dem dentalen Da mit Visarga“ – am linken Knöchel. „Verehrung dem dentalen Dha mit Visarga“ – an den Wurzeln der linken Zehen. „Verehrung dem dentalen Na mit Visarga“ – an den linken Zehenspitzen.

M0162. Laut-Nyasa an Rumpf und Bahnen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
paḥ namaḥ—dakṣapārśve |
phaḥ namaḥ—vāmapārśve |
baḥ namaḥ—pṛṣṭhe |
bhaḥ namaḥ—nābhau |
maḥ namaḥ—udare |
yaḥ namaḥ—hṛdaye |
raḥ namaḥ—dakṣāṃśe |
laḥ namaḥ—kakudi |
vaḥ namaḥ—vāmāṃśe |
śaḥ namaḥ—hṛdayādidakṣiṇakare |
ṣaḥ namaḥ—hṛdayādivāmakare |
saḥ namaḥ—hṛdayādidakṣiṇapāde |
haḥ namaḥ—hṛdayādivāmapāde |
laḥ namaḥ—hṛdayādyudare |
kṣaḥ namaḥ—hṛdayādimukhe vyāpakaḥ |
iti sṛṣṭikramaḥ |

Devanagari:
पः नमः—दक्षपार्श्वे |
फः नमः—वामपार्श्वे |
बः नमः—पृष्ठे |
भः नमः—नाभौ |
मः नमः—उदरे |
यः नमः—हृदये |
रः नमः—दक्षांशे |
लः नमः—ककुदि |
वः नमः—वामांशे |
शः नमः—हृदयादिदक्षिणकरे |
षः नमः—हृदयादिवामकरे |
सः नमः—हृदयादिदक्षिणपादे |
हः नमः—हृदयादिवामपादे |
लः नमः—हृदयाद्युदरे |
क्षः नमः—हृदयादिमुखे व्यापकः |
इति सृष्टिक्रमः |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung Pa mit Visarga“ – an der rechten Flanke. „Verehrung Pha mit Visarga“ – an der linken Flanke. „Verehrung Ba mit Visarga“ – am Rücken. „Verehrung Bha mit Visarga“ – am Nabel. „Verehrung Ma mit Visarga“ – am Bauch. „Verehrung Ya mit Visarga“ – am Herzen. „Verehrung Ra mit Visarga“ – an der rechten Schulter. „Verehrung La mit Visarga“ – am Nacken. „Verehrung Va mit Visarga“ – an der linken Schulter. „Verehrung dem palatalen Sha mit Visarga“ – vom Herzen zur rechten Hand. „Verehrung dem retroflexen Sha mit Visarga“ – vom Herzen zur linken Hand. „Verehrung Sa mit Visarga“ – vom Herzen zum rechten Fuß. „Verehrung Ha mit Visarga“ – vom Herzen zum linken Fuß. „Verehrung La mit Visarga“ – vom Herzen zum Bauch. „Verehrung Ksha mit Visarga“ – vom Herzen zum Gesicht, den ganzen Bereich durchdringend. Dies ist die Schöpfungsreihenfolge. Der Eintrag Bha am Nabel fehlt in der neuen Ausgabe und wurde aus der älteren Ausgabe S.329/PDF18 ergänzt. La wird an zwei Stellen genannt; dies bleibt erhalten.

M0163. Matrika in der Erhaltung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sthitikramaḥ—tatra ṛṣyādikarāṅganyāsāntaṃ pūrvavadvidhāya dhyāyet |
yathā— sindūrakāntimamitābharaṇāṃ trinetrāṃ vidyākṣasūtramṛgapotavarān dadhānām |
pārśve sthitāṃ bhagavatīmapi kāñcanābhāṃ dhyāyet karābjadhṛtapustakavarṇamālām ||
9 ||
evaṃ dhyātvā— Devanagari:
अथ स्थितिक्रमः—तत्र ऋष्यादिकराङ्गन्यासान्तं पूर्ववद्विधाय ध्यायेत् |
यथा— सिन्दूरकान्तिममिताभरणां त्रिनेत्रां विद्याक्षसूत्रमृगपोतवरान् दधानाम् |
पार्श्वे स्थितां भगवतीमपि काञ्चनाभां ध्यायेत् कराब्जधृतपुस्तकवर्णमालाम् ||
९ ||
एवं ध्यात्वा— Bedeutung und Funktion: Nun die Erhaltungsreihenfolge. Nachdem man die Zuordnungen von Rishi an bis einschließlich Kara- und Anga-Nyasa wie zuvor vollzogen hat, meditiere man so [Vers 9]: „Man meditiere über die Göttin, zinnoberfarben strahlend, mit unermesslichem Schmuck und drei Augen, Vidya, Gebetskette, ein junges Reh und die Segensgabe haltend; und über die seitlich befindliche Erhabene mit goldenem Glanz, die in ihren Lotushänden Buch und Lautgirlande trägt.“ Nach dieser Meditation folgt:

M0164. Erhaltungs-Nyasa: unsichere Lautangaben
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ namaḥ—dakṣagulphe ityādi kṣa~ namaḥ—hṛdayādimukhe ityantaṃ vinyasya punaḥ—a~ḥ namaḥ—lalāṭe ityādi ṭha~ namaḥ—dakṣajānuni ityantaṃ visargānusvārayuktān ḍādiṭhāntān varṇān nyaset |
iti sthitikramaḥ |

Devanagari:
ॐ नमः—दक्षगुल्फे इत्यादि क्षँ नमः—हृदयादिमुखे इत्यन्तं विन्यस्य पुनः—अँः नमः—ललाटे इत्यादि ठँ नमः—दक्षजानुनि इत्यन्तं विसर्गानुस्वारयुक्तान् डादिठान्तान् वर्णान् न्यसेत् |
इति स्थितिक्रमः |

Bedeutung und Funktion: Man setze ein: „Om, Verehrung“ – am rechten Knöchel, und entsprechend weiter bis „Verehrung dem nasalierten Ksha“ – vom Herzen zum Gesicht. Danach setze man wieder von „Verehrung A mit Nasal und Visarga“ – an der Stirn – bis „Verehrung dem nasalierten retroflexen Tha“ – am rechten Knie – die mit Visarga und Nasal versehenen Laute vom retroflexen Da bis zum retroflexen Tha ein. Dies ist die Erhaltungsreihenfolge. Lesungshinweis: Am Anfang steht in der neuen Ausgabe das Zeichen Om, während die ältere Ausgabe an der entsprechenden Stelle einen nasalierten Laut liest; die genaue Lautform wird nicht vereinheitlicht. Die abschließende Bezeichnung nennt die umlaufende Lautfolge vom retroflexen Da bis zum retroflexen Tha.

M0165. Matrika in der Auflösung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha saṃhārakramaḥ—atrāpi ṛṣinyāsādikaṃ pūrvavadvidhāya dhyānam |
yathā— akṣasrajaṃ hariṇapotamudagraṭaṅkavidyāṃ karairavirataṃ dadhatīṃ trinetrām |
ardhendumaulimaruṇāmaravindavāsāṃ varṇeśvarīṃ praṇamata stanabhāranamrām ||
10 ||
evaṃ dhyātvā— Devanagari:
अथ संहारक्रमः—अत्रापि ऋषिन्यासादिकं पूर्ववद्विधाय ध्यानम् |
यथा— अक्षस्रजं हरिणपोतमुदग्रटङ्कविद्यां करैरविरतं दधतीं त्रिनेत्राम् |
अर्धेन्दुमौलिमरुणामरविन्दवासां वर्णेश्वरीं प्रणमत स्तनभारनम्राम् ||
१० ||
एवं ध्यात्वा— Bedeutung und Funktion: Nun die Auflösungsreihenfolge. Auch hier vollziehe man Rishi-Nyasa und Weiteres wie zuvor; dann die Meditation [Vers 10]: „Verneigt euch vor der Herrin der Laute: Unablässig hält sie Gebetskette, ein junges Reh, eine mächtige Axt und Vidya in ihren Händen; sie besitzt drei Augen. Eine Mondsichel schmückt ihr Haupt; sie ist rötlich, wohnt im Lotus und ist vom Gewicht ihrer Brüste leicht geneigt.“ Nach dieser Meditation folgt:

M0166. Auflösungs-Nyasa: umgekehrte Reihe
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 9
Formel beziehungsweise Dhyana mit Kontext. Ergänzungen aus älterer Ausgabe und ungesicherte Lautangaben sind in der Bedeutung erläutert. Nur genannte Reihen werden nicht vollständig neu konstruiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kṣa~ namaḥ—hṛdayādimukhe ityādibinduyuktān kṣakārādyakārāntavarṇān tattatsthāneṣu nyaset |
iti saṃhārakramaḥ |

Devanagari:
क्षँ नमः—हृदयादिमुखे इत्यादिबिन्दुयुक्तान् क्षकाराद्यकारान्तवर्णान् तत्तत्स्थानेषु न्यसेत् |
इति संहारक्रमः |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung dem nasalierten Ksha“ – vom Herzen zum Gesicht, und so weiter: Man setze die mit Bindu versehenen Laute von Ksha bis A in ihre jeweiligen Körperstellen ein. Dies ist die Auflösungsreihenfolge.

M0167. Pitha-Nyasa: Grundlagen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 10
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataśca svasvakalpoktanyāsāntarāṇi vidhāya mūlamantrasya ṛṣyādinyāsaṃ ca kṛtvā pīṭhanyāsaṃ kuryāt |
yathā—oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ mūlaprakṛtyai namaḥ |
oṃ kūrmāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ varāhāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ |
oṃ śvetadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ |
oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ |
oṃ maṇivedikāyai namaḥ |
oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
etat sarvaṃ hṛdi |

Devanagari:
ततश्च स्वस्वकल्पोक्तन्यासान्तराणि विधाय मूलमन्त्रस्य ऋष्यादिन्यासं च कृत्वा पीठन्यासं कुर्यात् |
यथा—ॐ आधारशक्तये नमः |
ॐ मूलप्रकृत्यै नमः |
ॐ कूर्माय नमः |
ॐ अनन्ताय नमः |
ॐ वराहाय नमः |
ॐ पृथिव्यै नमः |
ॐ क्षीरसमुद्राय नमः |
ॐ श्वेतद्वीपाय नमः |
ॐ मणिमण्डपाय नमः |
ॐ कल्पवृक्षाय नमः |
ॐ मणिवेदिकायै नमः |
ॐ रत्नसिंहासनाय नमः |
एतत् सर्वं हृदि |

Bedeutung und Funktion: Danach vollziehe man die weiteren Nyasas des jeweils eigenen Kalpa sowie den Rishi-Nyasa und die übrigen Zuordnungen des Mula-Mantra. Dann vollziehe man Pitha-Nyasa: „Om, Verehrung der tragenden Shakti. Om, Verehrung der ursprünglichen Prakriti. Om, Verehrung Kurma. Om, Verehrung Ananta. Om, Verehrung Varaha. Om, Verehrung der Erde. Om, Verehrung dem Milchmeer. Om, Verehrung der weißen Insel. Om, Verehrung dem Edelsteinpavillon. Om, Verehrung dem wunscherfüllenden Baum. Om, Verehrung dem Edelsteinaltar. Om, Verehrung dem edelsteinbesetzten Löwenthron.“ All dies im Herzen.

M0168. Pitha-Nyasa: Eigenschaften
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 10–11
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ dharmāya namaḥ—dakṣiṇaskandhe |
oṃ jñānāya namaḥ—vāmaskandhe |
oṃ vairāgyāya namaḥ—vāmorau |
oṃ aiśvaryāya namaḥ—dakṣiṇorau |
oṃ adharmāya namaḥ—mukhe |
oṃ ajñānāya namaḥ—vāmapārśve |
oṃ avairāgyāya namaḥ—nābhau |
oṃ anaiśvaryāya namaḥ—dakṣiṇapārśve |
oṃ anantāya namaḥ—hṛdi |

Devanagari:
ॐ धर्माय नमः—दक्षिणस्कन्धे |
ॐ ज्ञानाय नमः—वामस्कन्धे |
ॐ वैराग्याय नमः—वामोरौ |
ॐ ऐश्वर्याय नमः—दक्षिणोरौ |
ॐ अधर्माय नमः—मुखे |
ॐ अज्ञानाय नमः—वामपार्श्वे |
ॐ अवैराग्याय नमः—नाभौ |
ॐ अनैश्वर्याय नमः—दक्षिणपार्श्वे |
ॐ अनन्ताय नमः—हृदि |

Bedeutung und Funktion: „Om, Verehrung Dharma“ – an der rechten Schulter. „Om, Verehrung Jnana“ – an der linken Schulter. „Om, Verehrung Vairagya“ – am linken Oberschenkel. „Om, Verehrung Aishvarya“ – am rechten Oberschenkel. „Om, Verehrung Adharma“ – am Mund. „Om, Verehrung Ajnana“ – an der linken Flanke. „Om, Verehrung dem Mangel an Vairagya“ – am Nabel. „Om, Verehrung dem Mangel an Aishvarya“ – an der rechten Flanke. „Om, Verehrung Ananta“ – im Herzen.

M0169. Pitha-Nyasa: Lotus und Selbst
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 10–11
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ padmāya namaḥ |
oṃ ānandakandāya namaḥ |
oṃ saṃvinnālāya namaḥ |
oṃ sarvatattvātmakapadmāya namaḥ |
oṃ prakṛtimayapatrebhyo namaḥ |
oṃ vikāramayakeśarebhyo namaḥ |
oṃ pañcāśadvarṇabījāḍhyakarṇikāyai namaḥ |
oṃ a~ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ u~ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ |
oṃ ma~ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
sa~ sattvāya namaḥ |
ra~ rajase namaḥ |
ta~ tamase namaḥ |
ā~ ātmane namaḥ |
a~ antarātmane namaḥ |
pa~ paramātmane namaḥ |
hrī~ jñānātmane namaḥ |
ityantaṃ vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu svakalpoktapīṭhaśaktīrvinyasya pīṭhamantraṃ paṭhitvā— Devanagari:
ॐ पद्माय नमः |
ॐ आनन्दकन्दाय नमः |
ॐ संविन्नालाय नमः |
ॐ सर्वतत्त्वात्मकपद्माय नमः |
ॐ प्रकृतिमयपत्रेभ्यो नमः |
ॐ विकारमयकेशरेभ्यो नमः |
ॐ पञ्चाशद्वर्णबीजाढ्यकर्णिकायै नमः |
ॐ अँ सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः |
ॐ उँ सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः |
ॐ मँ वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः |
सँ सत्त्वाय नमः |
रँ रजसे नमः |
तँ तमसे नमः |
आँ आत्मने नमः |
अँ अन्तरात्मने नमः |
पँ परमात्मने नमः |
ह्रीँ ज्ञानात्मने नमः |
इत्यन्तं विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु स्वकल्पोक्तपीठशक्तीर्विन्यस्य पीठमन्त्रं पठित्वा— Bedeutung und Funktion: „Om, Verehrung dem Lotus. Om, Verehrung der Wurzel der Wonne. Om, Verehrung dem Stängel des Bewusstseins. Om, Verehrung dem Lotus, dessen Wesen alle Tattvas sind. Om, Verehrung den Blättern aus Prakriti. Om, Verehrung den Staubfäden aus ihren Entfaltungen. Om, Verehrung dem Fruchtboden, reich an den Bijas der fünfzig Laute. Om Aṃ̐, Verehrung dem Sonnenkreis mit seinen zwölf Kalas. Om Uṃ̐, Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kalas. Om Maṃ̐, Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kalas. Saṃ̐, Verehrung Sattva. Raṃ̐, Verehrung Rajas. Taṃ̐, Verehrung Tamas. Āṃ̐, Verehrung Atman. Aṃ̐, Verehrung dem inneren Selbst. Paṃ̐, Verehrung dem höchsten Selbst. Hrīṃ̐, Verehrung dem Erkenntnis-Selbst.“ Nach dem Einsetzen bis zu diesem Abschluss setze man in die Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im eigenen Kalpa genannten Pitha-Shaktis ein und spreche den Pitha-Mantra.

M0170. Geistiges Homa
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 11
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—ahaṅkārāsatyapaiśūnyakāmakrodhalobhamohamadamātsaryādirūpaṃ havirmanorūpaṃ sruvaṃ suṣumṇārūpāṃ srucaṃ parikalpya mūlādhāre ātmāntarātmaparamātmajñānātmarūpacatuḥkoṇamagnikuṇḍaṃ vicintya tatra kuṇḍalinīrūpaṃ prajvaladvahniṃ dhyātvā manasaiva mūlamantramuccārya tadante— dharmādharmahavirdīpte svātmāgnau manasā srucā |
suṣumṇāvartmanā nityamakṣavṛttīrjuhomyaham ||
11 ||
iti ślokaṃ paṭhitvā— Devanagari:
यथा—अहङ्कारासत्यपैशून्यकामक्रोधलोभमोहमदमात्सर्यादिरूपं हविर्मनोरूपं स्रुवं सुषुम्णारूपां स्रुचं परिकल्प्य मूलाधारे आत्मान्तरात्मपरमात्मज्ञानात्मरूपचतुःकोणमग्निकुण्डं विचिन्त्य तत्र कुण्डलिनीरूपं प्रज्वलद्वह्निं ध्यात्वा मनसैव मूलमन्त्रमुच्चार्य तदन्ते— धर्माधर्महविर्दीप्ते स्वात्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्णावर्त्मना नित्यमक्षवृत्तीर्जुहोम्यहम् ||
११ ||
इति श्लोकं पठित्वा— Bedeutung und Funktion: So: Als Opferstoff stelle man sich Egoismus, Unwahrheit, Verleumdung, Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut, Neid und Weiteres vor; als Sruva den Geist und als Sruk die Sushumna. Im Muladhara betrachte man ein viereckiges Feuerbecken, dessen vier Ecken Atman, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst sind. Darin meditiere man über das lodernde Feuer in Gestalt der Kundalini. Man spreche geistig den Mula-Mantra und an dessen Ende diesen Vers [11]: „In das Feuer des eigenen Selbst, das durch die Opferstoffe Dharma und Adharma auflodert, opfere ich fortwährend die Tätigkeiten der Sinne, mit dem Geist als Schöpflöffel, auf dem Weg der Sushumna.“

M0171. Sieben geistige Opfergaben
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 11–12
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
puṇyaṃ juhomi svāhā—iti prathamāhutiḥ |
punarmūlānte tameva ślokaṃ paṭhitvā—pāpaṃ juhomi svāhā—iti dvitīyāhutiḥ |
evaṃ mūlānte tameva ślokaṃ paṭhitvā—kṛtyaṃ juhomi svāhā—iti tṛtīyāhutiḥ |
evam—akṛtyaṃ svāhā—iti caturthāhutiḥ |
saṃkalpaṃ juhomi svāhā—iti pañcamāhutiḥ |
vikalpaṃ juhomi svāhā—iti ṣaṣṭhāhutiḥ |
dharmaṃ juhomi svāhā—iti saptamāhutiḥ |
evamāhutīrhutvā pūrṇāhutiṃ kuryāt |

Devanagari:
पुण्यं जुहोमि स्वाहा—इति प्रथमाहुतिः |
पुनर्मूलान्ते तमेव श्लोकं पठित्वा—पापं जुहोमि स्वाहा—इति द्वितीयाहुतिः |
एवं मूलान्ते तमेव श्लोकं पठित्वा—कृत्यं जुहोमि स्वाहा—इति तृतीयाहुतिः |
एवम्—अकृत्यं स्वाहा—इति चतुर्थाहुतिः |
संकल्पं जुहोमि स्वाहा—इति पञ्चमाहुतिः |
विकल्पं जुहोमि स्वाहा—इति षष्ठाहुतिः |
धर्मं जुहोमि स्वाहा—इति सप्तमाहुतिः |
एवमाहुतीर्हुत्वा पूर्णाहुतिं कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: „Ich opfere Verdienst, Svaha“ – die erste Opfergabe. Man spreche wieder nach dem Mula-Mantra denselben Vers: „Ich opfere Verfehlung, Svaha“ – die zweite Opfergabe. Wieder spreche man nach dem Mula-Mantra denselben Vers: „Ich opfere das zu Tuende, Svaha“ – die dritte Opfergabe. Ebenso: „Das nicht zu Tuende, Svaha“ – die vierte Opfergabe. „Ich opfere Sankalpa, Svaha“ – die fünfte Opfergabe. „Ich opfere Vikalpa, Svaha“ – die sechste Opfergabe. „Ich opfere Dharma, Svaha“ – die siebte Opfergabe. Nach diesen Gaben vollziehe man Purnahuti. Die zweite Opfergabe samt Wiederholungsanweisung fehlt im Druck der neuen Ausgabe. Sie wurde aus der älteren Ausgabe S.332/PDF21 ergänzt. Die vierte Formel steht auch dort ohne das Verb ‚ich opfere‘; es wird nicht ergänzt.

M0172. Innere Purnahuti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 12
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā mūlamantrānte—prakāśāmarṣahastābhyāmavalambyonmanīsruvam |
dharmādharmakalāsnehaṃ pūrṇavahnau juhomyahaṃ svāhā ||
12 ||
iti pūrṇāhutiṃ vidhāya samastopādhivinirmuktaṃ saccidānandātmakamātmānaṃ smṛtvā mūlamantramaṣṭottaraśataṃ prajapya taṃ japaṃ devatāyai nivedayet |
kvacit tu homāt pūrva uktajapaḥ |
ityantaryāgavidhiḥ |

Devanagari:
यथा मूलमन्त्रान्ते—प्रकाशामर्षहस्ताभ्यामवलम्ब्योन्मनीस्रुवम् |
धर्माधर्मकलास्नेहं पूर्णवह्नौ जुहोम्यहं स्वाहा ||
१२ ||
इति पूर्णाहुतिं विधाय समस्तोपाधिविनिर्मुक्तं सच्चिदानन्दात्मकमात्मानं स्मृत्वा मूलमन्त्रमष्टोत्तरशतं प्रजप्य तं जपं देवतायै निवेदयेत् |
क्वचित् तु होमात् पूर्व उक्तजपः |
इत्यन्तर्यागविधिः |

Bedeutung und Funktion: Am Ende des Mula-Mantra spreche man [Vers 12]: „Mit den Händen des Lichtes und Amarsha halte ich den Schöpflöffel Unmani und opfere das Fett der Kalas von Dharma und Adharma ins vollkommene Feuer, Svaha.“ Nach dieser vollständigen Gabe erinnere man sich an Atman, frei von sämtlichen Upadhis und von der Natur des Sat-Chit-Ananda. Man wiederhole den Mula-Mantra einhundertachtmal und bringe diesen Japa der Gottheit dar. In manchen Verfahren erfolgt der genannte Japa vor dem Homa. Dies ist das Verfahren des inneren Opfers. Lesungshinweis: Amarsha ist hier eine unsichere Bezeichnung; eine vermutete Lesung Vimarsha wird nicht eingesetzt. Der Herausgeber der neuen Ausgabe kennzeichnet den ersten Halbvers als möglichen Zusatz; die ältere Ausgabe druckt ihn im Text und verweist auf eine abweichende Fassung an früherer Stelle.

M0173. Kalasha-Unterlage
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 12
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato dvārapūjoktavidhinā svadakṣiṇe sāmānyārghaṃ saṃsthāpya kalaśasthāpanaṃ kuryāt |
tadyathā svavāme—astrāya phaṭ—iti sāmānyārghajalena bhūmiṃ saṃprokṣya tatra binduṣaṭkoṇavṛttacaturasrātmakaṃ maṇḍalaṃ vilikhya mūlānte—amukadevatākalaśādhāramaṇḍalāya namaḥ—iti saṃpūjya—phaṭ—ityādhāraṃ prakṣālya mūlānte—amukadevatākalaśādhāraṃ sthāpayāmi namaḥ—ityādhāraṃ saṃsthāpya ma~ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ iti saṃpūjya— Devanagari:
ततो द्वारपूजोक्तविधिना स्वदक्षिणे सामान्यार्घं संस्थाप्य कलशस्थापनं कुर्यात् |
तद्यथा स्ववामे—अस्त्राय फट्—इति सामान्यार्घजलेन भूमिं संप्रोक्ष्य तत्र बिन्दुषट्कोणवृत्तचतुरस्रात्मकं मण्डलं विलिख्य मूलान्ते—अमुकदेवताकलशाधारमण्डलाय नमः—इति संपूज्य—फट्—इत्याधारं प्रक्षाल्य मूलान्ते—अमुकदेवताकलशाधारं स्थापयामि नमः—इत्याधारं संस्थाप्य मँ वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः इति संपूज्य— Bedeutung und Funktion: Dann stelle man das allgemeine Arghya nach dem bei der Tor-Puja genannten Verfahren rechts von sich auf und vollziehe die Aufstellung des Kalasha. Links von sich besprenge man den Boden mit allgemeinem Arghya-Wasser unter „Astraya Phat“ und zeichne ein Mandala aus Punkt, Sechseck, Kreis und Quadrat. Nach dem Mula-Mantra verehre man es mit „Verehrung dem Mandala der Kalasha-Unterlage der so und so genannten Gottheit“. Unter „Phat“ wasche man die Unterlage. Nach dem Mula-Mantra stelle man sie auf mit „Ich errichte die Kalasha-Unterlage der so und so genannten Gottheit, Verehrung“ und verehre sie mit „Maṃ̐, Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kalas“.

M0174. Kalasha-Aufstellung und Füllung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 12
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Offene Namen sind Platzhalter. Die zweite geistige Opfergabe ist mit Quellenhinweis aus der älteren Ausgabe ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pūrvavat kalaśaṃ prakṣālya vastramālyādibhiralaṅkṛtya mūlānte—amukadevatākalaśaṃ sthāpayāmi namaḥ—iti saṃsthāpya a~ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ iti saṃpūjya mūlamantramuccaran śuddhajalena kalaśaṃ pūrayet |
vāmācāre tu hetudravyeṇa pūrayet |
śyāmārahasyādau tu tathā darśanāt |
tataḥ—oṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ—iti tajjalaṃ saṃpūjya— Devanagari:
पूर्ववत् कलशं प्रक्षाल्य वस्त्रमाल्यादिभिरलङ्कृत्य मूलान्ते—अमुकदेवताकलशं स्थापयामि नमः—इति संस्थाप्य अँ सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः इति संपूज्य मूलमन्त्रमुच्चरन् शुद्धजलेन कलशं पूरयेत् |
वामाचारे तु हेतुद्रव्येण पूरयेत् |
श्यामारहस्यादौ तु तथा दर्शनात् |
ततः—ॐ सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः—इति तज्जलं संपूज्य— Bedeutung und Funktion: Man wasche den Kalasha wie zuvor, schmücke ihn mit Gewand, Girlanden und Weiterem und stelle ihn nach dem Mula-Mantra auf mit „Ich errichte den Kalasha der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Mit „Aṃ̐, Verehrung dem Sonnenkreis mit seinen zwölf Kalas“ verehre man ihn und fülle ihn unter dem Mula-Mantra mit reinem Wasser. Im Vamachara fülle man ihn dagegen mit Hetu-Dravya [dem rituell verwendeten berauschenden Getränk], wie es im Shyama-Rahasya und anderen Schriften beschrieben wird. Dann verehre man das Wasser mit „Om, Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kalas“.

M0175. Vollendung der Kalasha-Weihe
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 13
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gaṅge ca yamune caiva—ityādināṅkuśamudrayā sūryamaṇḍalāt tīrthamāvāhyāstreṇa saṃrakṣya kavacenāvaguṇṭhya mūlamantreṇa saṃvīkṣya tenaivābhyukṣya mūlānte—amukadevatākalaśāmṛtāya namaḥ—iti gandhapuṣpādibhirabhyarcya matsyamudrayācchādya—oṃ kalaśasya mukhe viṣṇuḥ—ityādi paṭhitvā mūlamantramaṣṭadhā japitvā kumbhamudrāṃ pradarśya kalaśaṃ devatātmakaṃ bhāvayet |
iti kalaśasthāpanavidhiḥ |

Devanagari:
गङ्गे च यमुने चैव—इत्यादिनाङ्कुशमुद्रया सूर्यमण्डलात् तीर्थमावाह्यास्त्रेण संरक्ष्य कवचेनावगुण्ठ्य मूलमन्त्रेण संवीक्ष्य तेनैवाभ्युक्ष्य मूलान्ते—अमुकदेवताकलशामृताय नमः—इति गन्धपुष्पादिभिरभ्यर्च्य मत्स्यमुद्रयाच्छाद्य—ॐ कलशस्य मुखे विष्णुः—इत्यादि पठित्वा मूलमन्त्रमष्टधा जपित्वा कुम्भमुद्रां प्रदर्श्य कलशं देवतात्मकं भावयेत् |
इति कलशस्थापनविधिः |

Bedeutung und Funktion: Mit „Ganga und Yamuna …“ rufe man unter der Ankusha-Mudra die heiligen Gewässer aus dem Sonnenkreis herbei, schütze sie mit dem Waffen-Mantra und verhülle sie mit dem Schutzpanzer-Mantra. Man betrachte und besprenge sie unter dem Mula-Mantra. Nach diesem verehre man mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem: „Verehrung dem Nektar im Kalasha der so und so genannten Gottheit.“ Man bedecke ihn mit der Matsya-Mudra, spreche „Om, an der Öffnung des Kalasha ist Vishnu …“, wiederhole den Mula-Mantra achtmal, zeige die Kumbha-Mudra und vergegenwärtige den Kalasha als die Gottheit selbst. Dies ist das Verfahren der Kalasha-Aufstellung. Die Flussanrufung und das Kalasha-Gebet werden hier nur durch ihren Anfang genannt.

M0176. Muschelunterlage
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 13
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ śaṅkhasthāpanaṃ kuryāt—tadyathā kalaśāddakṣiṇe svavāme—astrāya phaṭ—iti sāmānyārghajalena bhūmiṃ saṃprokṣya tatra trikoṇavṛttacaturasramaṇḍalaṃ matsyamudrayā vilikhya—oṃ amukadevatāśaṅkhādhāramaṇḍalāya namaḥ—iti gandhapuṣpābhyāṃ maṇḍalaṃ saṃpūjya caturasrasyāgneyādiṣu caturṣu koṇeṣu purato dikṣu ca ṣaḍaṅgamantraiḥ saṃpūjya—phaṭ—ityādhāraṃ jalena prakṣālya mūlamantrānte—amukadevatāśaṅkhādhāraṃ sthāpayāmi namaḥ—ityādhāraṃ saṃsthāpya ma~ ra~ dharmapradadaśakalātmane vahnimaṇḍalāyāmukadevatāśaṅkhādhārāya namaḥ—ityādhāraṃ saṃpūjya pūrvāditaḥ prādakṣiṇyakrameṇa vahnerdaśakalāḥ pūjayet |
tadyathā— Devanagari:
ततः शङ्खस्थापनं कुर्यात्—तद्यथा कलशाद्दक्षिणे स्ववामे—अस्त्राय फट्—इति सामान्यार्घजलेन भूमिं संप्रोक्ष्य तत्र त्रिकोणवृत्तचतुरस्रमण्डलं मत्स्यमुद्रया विलिख्य—ॐ अमुकदेवताशङ्खाधारमण्डलाय नमः—इति गन्धपुष्पाभ्यां मण्डलं संपूज्य चतुरस्रस्याग्नेयादिषु चतुर्षु कोणेषु पुरतो दिक्षु च षडङ्गमन्त्रैः संपूज्य—फट्—इत्याधारं जलेन प्रक्षाल्य मूलमन्त्रान्ते—अमुकदेवताशङ्खाधारं स्थापयामि नमः—इत्याधारं संस्थाप्य मँ रँ धर्मप्रददशकलात्मने वह्निमण्डलायामुकदेवताशङ्खाधाराय नमः—इत्याधारं संपूज्य पूर्वादितः प्रादक्षिण्यक्रमेण वह्नेर्दशकलाः पूजयेत् |
तद्यथा— Bedeutung und Funktion: Dann stelle man die Muschel auf: Rechts vom Kalasha, links von sich selbst, besprenge man den Boden mit allgemeinem Arghya-Wasser unter „Astraya Phat“. Mit der Matsya-Mudra zeichne man ein Mandala aus Dreieck, Kreis und Quadrat und verehre es mit Duftstoff und Blumen unter „Om, Verehrung dem Mandala der Muschelunterlage der so und so genannten Gottheit“. In den vier Ecken des Quadrats, beginnend im Südosten, sowie vorn und in den Richtungen verehre man mit den sechs Anga-Mantras. Unter „Phat“ wasche man die Unterlage. Nach dem Mula-Mantra stelle man sie auf mit „Ich errichte die Muschelunterlage der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Dann verehre man sie mit „Maṃ̐ Raṃ̐, Verehrung dem Feuerkreis mit den zehn Dharma verleihenden Kalas, der Muschelunterlage der so und so genannten Gottheit“. Von Osten an, rechtsherum, verehre man die zehn Kalas des Feuers:

M0177. Zehn Feuer-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 13
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ya~ dhūmrārciṣe namaḥ |
ra~ ūṣmāyai namaḥ |
la~ jvalinyai namaḥ |
va~ jvālinyai namaḥ |
śa~ visphuliṅginyai namaḥ |
ṣa~ suśriyai namaḥ |
sa~ surūpāyai namaḥ |
ha~ kapilāyai namaḥ |
la~ havyavāhāyai namaḥ |
kṣa~ kavyavāhāyai namaḥ |
iti aśaktaścet—vahnerdhūmrārcirādidaśakalābhyo namaḥ—iti pūjayet |

Devanagari:
यँ धूम्रार्चिषे नमः |
रँ ऊष्मायै नमः |
लँ ज्वलिन्यै नमः |
वँ ज्वालिन्यै नमः |
शँ विस्फुलिङ्गिन्यै नमः |
षँ सुश्रियै नमः |
सँ सुरूपायै नमः |
हँ कपिलायै नमः |
लँ हव्यवाहायै नमः |
क्षँ कव्यवाहायै नमः |
इति अशक्तश्चेत्—वह्नेर्धूम्रार्चिरादिदशकलाभ्यो नमः—इति पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: „Yaṃ̐, Verehrung Dhumrarchis. Raṃ̐, Verehrung Ushma. Laṃ̐, Verehrung Jvalini. Vaṃ̐, Verehrung Jvalini [hier mit langem A]. Śaṃ̐, Verehrung Visphulingini. Ṣaṃ̐, Verehrung Sushri. Saṃ̐, Verehrung Surupa. Haṃ̐, Verehrung Kapila. Laṃ̐, Verehrung Havyavaha. Kṣaṃ̐, Verehrung Kavyavaha.“ Wer dazu nicht imstande ist, verehre zusammenfassend: „Verehrung den zehn Kalas des Feuers von Dhumrarchis an.“

M0178. Muschelgefäß und zwölf Sonnen-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 13–14
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ śaṅkham—phaṭ—iti prakṣālya mūlānte—amukadevatāśaṅkhaṃ sthāpayāmi namaḥ—ityādhāropari śaṅkhaṃ saṃsthāpya—a~ arthapradadvādaśakalātmane sūryamaṇḍalāyāmukadevatāśaṅkhapātrāya namaḥ—iti śaṅkhaṃ saṃpūjya śaṅkhe ṣaṭkoṇaṃ ca saṃbhāvya ṣaṭkoṇeṣu ṣaḍaṅgamantraiḥ saṃpūjya pūrvāditaḥ prādakṣiṇyakrameṇa sūryasya tapinyādidvādaśakalāḥ pūjayet |
tadyathā—ka~ bha~ tapinyai namaḥ |
kha~ ba~ tāpinyai namaḥ |
ga~ pha~ dhūmrāyai namaḥ |
cha~ da~ suṣumṇāyai namaḥ |
ña~ tha~ bhogadāyai namaḥ |
jha~ ta~ viśvāyai namaḥ |
gha~ pa~ marīcyai namaḥ |
ṅa~ na~ jvālinyai namaḥ |
ca~ dha~ rucyai namaḥ |
ja~ ṇa~ bodhinyai namaḥ |
ṭa~ ḍha~ kṣamāyai namaḥ |
ṭha~ ḍa~ dhāriṇyai namaḥ |
aśaktaścet—sūryasya tapinyādidvādaśakalābhyo namaḥ—iti pūjayet |

Devanagari:
ततः शङ्खम्—फट्—इति प्रक्षाल्य मूलान्ते—अमुकदेवताशङ्खं स्थापयामि नमः—इत्याधारोपरि शङ्खं संस्थाप्य—अँ अर्थप्रदद्वादशकलात्मने सूर्यमण्डलायामुकदेवताशङ्खपात्राय नमः—इति शङ्खं संपूज्य शङ्खे षट्कोणं च संभाव्य षट्कोणेषु षडङ्गमन्त्रैः संपूज्य पूर्वादितः प्रादक्षिण्यक्रमेण सूर्यस्य तपिन्यादिद्वादशकलाः पूजयेत् |
तद्यथा—कँ भँ तपिन्यै नमः |
खँ बँ तापिन्यै नमः |
गँ फँ धूम्रायै नमः |
छँ दँ सुषुम्णायै नमः |
ञँ थँ भोगदायै नमः |
झँ तँ विश्वायै नमः |
घँ पँ मरीच्यै नमः |
ङँ नँ ज्वालिन्यै नमः |
चँ धँ रुच्यै नमः |
जँ णँ बोधिन्यै नमः |
टँ ढँ क्षमायै नमः |
ठँ डँ धारिण्यै नमः |
अशक्तश्चेत्—सूर्यस्य तपिन्यादिद्वादशकलाभ्यो नमः—इति पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann wasche man die Muschel unter „Phat“ und stelle sie nach dem Mula-Mantra auf die Unterlage mit „Ich errichte die Muschel der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Man verehre sie mit „Aṃ̐, Verehrung dem Sonnenkreis mit den zwölf Artha verleihenden Kalas, dem Muschelgefäß der so und so genannten Gottheit“. In der Muschel vergegenwärtige man ein Sechseck und verehre an seinen sechs Ecken mit den sechs Anga-Mantras. Von Osten an, rechtsherum, verehre man die zwölf Sonnen-Kalas von Tapini an: „Ka und Bha mit Nasal, Verehrung Tapini. Kha und Ba mit Nasal, Verehrung Tapini [hier mit langem A]. Ga und Pha mit Nasal, Verehrung Dhumra. Chha und Da mit Nasal, Verehrung Sushumna. Nya und Tha mit Nasal, Verehrung Bhogada. Jha und Ta mit Nasal, Verehrung Vishva. Gha und Pa mit Nasal, Verehrung Marichi. Nga und Na mit Nasal, Verehrung Jvalini. Cha und Dha mit Nasal, Verehrung Ruchi. Ja und retroflexes Na mit Nasal, Verehrung Bodhini. Retroflexes Ta und Dha mit Nasal, Verehrung Kshama. Retroflexes Tha und Da mit Nasal, Verehrung Dharini.“ Wer dazu nicht imstande ist, verehre zusammenfassend: „Verehrung den zwölf Kalas der Sonne von Tapini an.“ Die Reihenfolge der aufgezählten Formeln folgt der spaltenweisen Anordnung des Drucks; die Einträge werden nicht nach einer anderen Überlieferung umgeordnet.

M0179. Umgekehrte Matrika: lokal unsichere Lautreihe
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 14
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlānte—kṣa~ ha~ sa~ ṣa~ śa~ va~ la~ ra~ ya~ ma~ bha~ ba~ pha~ pa~ na~ dha~ da~ tha~ ta~ ṇa~ ḍha~ ḍa~ ṭha~ ṭa~ ña~ jha~ ja~ cha~ ca~ ṅa~ gha~ ga~ kha~ ka~ a~ḥ a~ au~ o~ e ai lṛ~ la~ ṝ~ ṛ~ ū~ u~ ī~ i~ ā~ a~ |
iti vilomamātṛkāvarṇānuccārya—amukadevatāśaṅkhamamṛtena pūrayāmi namaḥ—iti vimalajalena śaṅkhamāpūrya—u~ sa~ kāmapradaṣoḍaśakalātmane candramaṇḍalāya namaḥ—iti gandhapuṣpādibhiḥ śaṅkhajalaṃ saṃpūjya uktakrameṇa candrasyāmṛtādiṣoḍaśakalāḥ pūjayet |
yathā— Devanagari:
ततो मूलान्ते—क्षँ हँ सँ षँ शँ वँ लँ रँ यँ मँ भँ बँ फँ पँ नँ धँ दँ थँ तँ णँ ढँ डँ ठँ टँ ञँ झँ जँ छँ चँ ङँ घँ गँ खँ कँ अँः अँ औँ ओँ ए ऐ लृँ लँ ॠँ ऋँ ऊँ उँ ईँ इँ आँ अँ |
इति विलोममातृकावर्णानुच्चार्य—अमुकदेवताशङ्खममृतेन पूरयामि नमः—इति विमलजलेन शङ्खमापूर्य—उँ सँ कामप्रदषोडशकलात्मने चन्द्रमण्डलाय नमः—इति गन्धपुष्पादिभिः शङ्खजलं संपूज्य उक्तक्रमेण चन्द्रस्यामृतादिषोडशकलाः पूजयेत् |
यथा— Bedeutung und Funktion: Dann spreche man nach dem Mula-Mantra die umgekehrte Matrika: „Ksha, Ha, Sa, retroflexes Sha, palatales Sha, Va, La, Ra, Ya, Ma, Bha, Ba, Pha, Pa, Na, Dha, Da, Tha, Ta, retroflexes Na, Dha, Da, Tha, Ta; Nya, Jha, Ja, Chha, Cha, Nga, Gha, Ga, Kha, Ka; A mit Nasal und Visarga, A mit Nasal, Au, O, E, Ai, die beiden vokalischen L-Laute, langes und kurzes vokalisches R, langes und kurzes U, langes und kurzes I, langes und kurzes A.“ Die Konsonantensilben sind mit Nasalzeichen gegeben. Mit „Ich fülle die Muschel der so und so genannten Gottheit mit Nektar, Verehrung“ fülle man sie mit reinem Wasser. Man verehre das Muschelwasser mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem unter „Uṃ̐ Saṃ̐, Verehrung dem Mondkreis mit den sechzehn Kama verleihenden Kalas“. Dann verehre man die sechzehn Mond-Kalas von Amrita an in der genannten Weise. Die Reihenfolge E–Ai und die uneinheitliche Schreibung einzelner Vokale stehen im Druck. Insbesondere die vokalischen L-Zeichen und einige Nasalmarkierungen sind nicht zuverlässig zu unterscheiden; die Reihe ist deshalb keine gesicherte Rezitationsvorlage.

M0180. Sechzehn Mond-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 14
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
a~ amṛtāyai namaḥ |
ā~ mānadāyai namaḥ |
i~ pūṣāyai namaḥ |
ī~ puṣṭyai namaḥ |
u~ tuṣṭyai namaḥ |
ū~ ratyai namaḥ |
ṛ~ dhṛtyai namaḥ |
ṝ~ śaśinyai namaḥ |
ḷ~ candrikāyai namaḥ |
ḹ~ kāntyai namaḥ |
e~ jyotsnāyai namaḥ |
ai~ śriyai namaḥ |
o~ prītyai namaḥ |
au~ aṅgadāyai namaḥ |
a~ pūrṇāyai namaḥ |
a~ḥ pūrṇāmṛtāyai namaḥ—iti |
aśaktaścet—candrasyāmṛtādiṣoḍaśakalābhyo namaḥ—śaktaścet pratyekamāvāhya prāṇapratiṣṭhāṃ kṛtvā pādyādibhiḥ pūjayet |
tato gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvāstatra niḥkṣipya— Devanagari:
अँ अमृतायै नमः |
आँ मानदायै नमः |
इँ पूषायै नमः |
ईँ पुष्ट्यै नमः |
उँ तुष्ट्यै नमः |
ऊँ रत्यै नमः |
ऋँ धृत्यै नमः |
ॠँ शशिन्यै नमः |
ऌँ चन्द्रिकायै नमः |
ॡँ कान्त्यै नमः |
एँ ज्योत्स्नायै नमः |
ऐँ श्रियै नमः |
ओँ प्रीत्यै नमः |
औँ अङ्गदायै नमः |
अँ पूर्णायै नमः |
अँः पूर्णामृतायै नमः—इति |
अशक्तश्चेत्—चन्द्रस्यामृतादिषोडशकलाभ्यो नमः—शक्तश्चेत् प्रत्येकमावाह्य प्राणप्रतिष्ठां कृत्वा पाद्यादिभिः पूजयेत् |
ततो गन्धपुष्पाक्षतयवकुशाग्रतिलसर्षपदूर्वास्तत्र निःक्षिप्य— Bedeutung und Funktion: „A mit Nasal, Verehrung Amrita. Langes A mit Nasal, Verehrung Manada. I mit Nasal, Verehrung Pusha. Langes I mit Nasal, Verehrung Pushti. U mit Nasal, Verehrung Tushti. Langes U mit Nasal, Verehrung Rati. Vokalisches R mit Nasal, Verehrung Dhriti. Langes vokalisches R mit Nasal, Verehrung Shashini. Vokalisches L mit Nasal, Verehrung Chandrika. Langes vokalisches L mit Nasal, Verehrung Kanti. E mit Nasal, Verehrung Jyotsna. Ai mit Nasal, Verehrung Shri. O mit Nasal, Verehrung Priti. Au mit Nasal, Verehrung Angada. A mit Nasal, Verehrung Purna. A mit Nasal und Visarga, Verehrung Purnamrita.“ Wer dazu nicht imstande ist, spreche zusammenfassend: „Verehrung den sechzehn Kalas des Mondes von Amrita an.“ Wer es vermag, rufe jede einzeln herbei, vollziehe Prana-Pratishtha und verehre sie mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben. Danach gebe man Duftstoff, Blumen, ungebrochene Reiskörner, Gerste, Kusha-Spitzen, Sesam, Senfkörner und Durva hinein.

M0181. Anrufung in das Muschelwasser
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 15
Belegte Formeln mit Verfahrenskontext. Nur genannte Anfänge und Platzhalter bleiben als solche stehen; unsichere Lautreihe lokal bezeichnet.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ gaṅge ca yamune caiva—ityādināṅkuśamudrayā sūryamaṇḍalāt tīrthamāvāhya mūlamantreṇa tasmiñjale tīrthaṃ saṃyojya—vauṣaṭ—iti puṣpaṃ niḥkṣipya—vaṣaṭ—iti gālinīmudrāṃ pradarśya—va~—iti dhenumudrayāmṛtīkṛtya mūlānte—amukadevate ihāgaccha iha tiṣṭha—iti hṛdayāddevatāṃ tatrāvāhya vāhanādimudrāḥ pradarśya ṣaḍaṅgamantraiḥ sakalīkṛtya dikṣu astreṇa saṃrakṣya kavacenāvaguṇṭhya—vauṣaṭ—iti saṃvīkṣya śaṅkhamudrayāvaṣṭabhya yonimudrayā pradīpya mūlamantreṇa gandhapuṣpādibhiriṣṭadevatāṃ tatra saṃpūjya ṣaḍaṅgāni ca saṃpūjya matsyamudrayācchādya mūlamantramaṣṭadhā japet |
iti śaṅkhasthāpanavidhiḥ |

Devanagari:
ॐ गङ्गे च यमुने चैव—इत्यादिनाङ्कुशमुद्रया सूर्यमण्डलात् तीर्थमावाह्य मूलमन्त्रेण तस्मिञ्जले तीर्थं संयोज्य—वौषट्—इति पुष्पं निःक्षिप्य—वषट्—इति गालिनीमुद्रां प्रदर्श्य—वँ—इति धेनुमुद्रयामृतीकृत्य मूलान्ते—अमुकदेवते इहागच्छ इह तिष्ठ—इति हृदयाद्देवतां तत्रावाह्य वाहनादिमुद्राः प्रदर्श्य षडङ्गमन्त्रैः सकलीकृत्य दिक्षु अस्त्रेण संरक्ष्य कवचेनावगुण्ठ्य—वौषट्—इति संवीक्ष्य शङ्खमुद्रयावष्टभ्य योनिमुद्रया प्रदीप्य मूलमन्त्रेण गन्धपुष्पादिभिरिष्टदेवतां तत्र संपूज्य षडङ्गानि च संपूज्य मत्स्यमुद्रयाच्छाद्य मूलमन्त्रमष्टधा जपेत् |
इति शङ्खस्थापनविधिः |

Bedeutung und Funktion: Mit „Om, Ganga und Yamuna …“ und der Ankusha-Mudra rufe man die heiligen Gewässer aus dem Sonnenkreis herbei und verbinde sie unter dem Mula-Mantra mit diesem Wasser. Unter „Vaushat“ lege man eine Blume hinein; unter „Vashat“ zeige man die Galini-Mudra. Unter „Vaṃ̐“ verwandle man es mit der Dhenu-Mudra in Nektar. Nach dem Mula-Mantra rufe man die Gottheit aus dem Herzen herbei: „So und so genannte Gottheit, komm hierher, verweile hier.“ Man zeige die Mudras von Vahana an [so die gedruckte Lesung], vollziehe Sakalikarana mit den sechs Anga-Mantras, schütze die Richtungen mit dem Waffen-Mantra und verhülle mit dem Schutzpanzer-Mantra. Unter „Vaushat“ betrachte man es, stütze es mit der Shankha-Mudra und entzünde es mit der Yoni-Mudra. Unter dem Mula-Mantra verehre man dort die Ishta-Devata und die sechs Angas mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Man bedecke mit der Matsya-Mudra und wiederhole den Mula-Mantra achtmal. Dies ist das Verfahren der Muschelaufstellung. Die Ausgabe liest vāhanādi; eine vermutete Ergänzung zu āvāhanādi wird nicht stillschweigend eingesetzt.

M0182. Vier Pithas des besonderen Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 15–16
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—sāmānyārghajalena binduyuktamīkāraṃ tadbahistrikoṇaṃ tadbahirvṛttaṃ tadbahiḥṣaṭkoṇaṃ tadbahiścaturasraṃ vilikhya caturasrasya caturṣu koṇeṣu svāgrādiprādakṣiṇyena pīṭhacatuṣṭayaṃ pūjayet |
ha~ uḍḍiyānapīṭhāya namaḥ, ga~ jālandharapīṭhāya namaḥ, ṛ~ pūrṇāgiripīṭhāya namaḥ, a~ kāmarūpapīṭhāya namaḥ—iti |
tatastenaiva krameṇa ṣaṭkoṇasya ṣaṭsu koṇeṣu ṣaḍaṅgamantraiḥ pūjayet |
tatastrikoṇasya triṣu koṇeṣu mūlamantrasya tribhirbhāgaiḥ pūjayet |
yatra ca vibhāgāsambhavastatra samastena mūlamantreṇaiva triṣvapi koṇeṣu pūjayet |

Devanagari:
यथा—सामान्यार्घजलेन बिन्दुयुक्तमीकारं तद्बहिस्त्रिकोणं तद्बहिर्वृत्तं तद्बहिःषट्कोणं तद्बहिश्चतुरस्रं विलिख्य चतुरस्रस्य चतुर्षु कोणेषु स्वाग्रादिप्रादक्षिण्येन पीठचतुष्टयं पूजयेत् |
हँ उड्डियानपीठाय नमः, गँ जालन्धरपीठाय नमः, ऋँ पूर्णागिरिपीठाय नमः, अँ कामरूपपीठाय नमः—इति |
ततस्तेनैव क्रमेण षट्कोणस्य षट्सु कोणेषु षडङ्गमन्त्रैः पूजयेत् |
ततस्त्रिकोणस्य त्रिषु कोणेषु मूलमन्त्रस्य त्रिभिर्भागैः पूजयेत् |
यत्र च विभागासम्भवस्तत्र समस्तेन मूलमन्त्रेणैव त्रिष्वपि कोणेषु पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: So: Mit allgemeinem Arghya-Wasser zeichne man den Laut I mit Bindu, darum ein Dreieck, darum einen Kreis, darum ein Sechseck und darum ein Quadrat. In den vier Ecken des Quadrats verehre man, vor sich beginnend und rechtsherum, die vier Pithas: „Haṃ̐, Verehrung dem Pitha Uddiyana; Gaṃ̐, Verehrung dem Pitha Jalandhara; Ṛṃ̐, Verehrung dem Pitha Purnagiri; Aṃ̐, Verehrung dem Pitha Kamarupa.“ Dann verehre man in derselben Reihenfolge an den sechs Ecken des Sechsecks mit den sechs Anga-Mantras. An den drei Ecken des Dreiecks verehre man mit den drei Teilen des Mula-Mantra. Wo sich dieser nicht aufteilen lässt, verehre man an allen drei Ecken mit dem vollständigen Mula-Mantra. Das Schriftzeichen vor Purnagiri wird nach dem sichtbaren Druck als vokalisches R mit Nasal wiedergegeben; es wird nicht durch ein geläufigeres Pitha-Bija ersetzt.

M0183. Unterlage und Gefäß des besonderen Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 16
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlamantraṃ tadbījamātraṃ vā uccārya—amukadevatāviśeṣārghādhāraśaktaye namaḥ—iti trikoṇamadhyasthamīkāraṃ saṃpūjyāstramantritajalenādhāraṃ prakṣālya mūlānte amukadevatāviśeṣārghādhāraṃ sthāpayāmi namaḥ—ityādhāraṃ saṃsthāpya ma~ ra~ dharmapradadaśakalātmane vahnimaṇḍalāyāmukadevatāviśeṣārghādhārāya namaḥ—ityādhāraṃ saṃpūjya śaṅkhasthāpanoktakrameṇa vahnerdhūmrārcirādidaśakalā api pūjayet |
tataḥ pūrvavat pātraṃ prakṣālya mūlānte—amukadevatāviśeṣārghapātraṃ sthāpayāmi namaḥ—iti saṃsthāpya—a~ sūryamaṇḍalāyārthapradadvādaśakalātmane'mukadevatāviśeṣārghapātrāya namaḥ—iti pātraṃ sampūjya śaṅkhasthāpanoktakrameṇa sūryasya tapinyādidvādaśakalā api pūjayet |

Devanagari:
ततो मूलमन्त्रं तद्बीजमात्रं वा उच्चार्य—अमुकदेवताविशेषार्घाधारशक्तये नमः—इति त्रिकोणमध्यस्थमीकारं संपूज्यास्त्रमन्त्रितजलेनाधारं प्रक्षाल्य मूलान्ते अमुकदेवताविशेषार्घाधारं स्थापयामि नमः—इत्याधारं संस्थाप्य मँ रँ धर्मप्रददशकलात्मने वह्निमण्डलायामुकदेवताविशेषार्घाधाराय नमः—इत्याधारं संपूज्य शङ्खस्थापनोक्तक्रमेण वह्नेर्धूम्रार्चिरादिदशकला अपि पूजयेत् |
ततः पूर्ववत् पात्रं प्रक्षाल्य मूलान्ते—अमुकदेवताविशेषार्घपात्रं स्थापयामि नमः—इति संस्थाप्य—अँ सूर्यमण्डलायार्थप्रदद्वादशकलात्मनेऽमुकदेवताविशेषार्घपात्राय नमः—इति पात्रं सम्पूज्य शङ्खस्थापनोक्तक्रमेण सूर्यस्य तपिन्यादिद्वादशकला अपि पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Man spreche den Mula-Mantra oder nur dessen Bija und verehre das I im Dreieck mit „Verehrung der tragenden Shakti des besonderen Arghya der so und so genannten Gottheit“. Man wasche die Unterlage mit durch den Waffen-Mantra geweihtem Wasser und stelle sie nach dem Mula-Mantra auf mit „Ich errichte die Unterlage des besonderen Arghya der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Man verehre sie mit „Maṃ̐ Raṃ̐, Verehrung dem Feuerkreis mit den zehn Dharma verleihenden Kalas, der Unterlage des besonderen Arghya der so und so genannten Gottheit“. Auch die zehn Feuer-Kalas von Dhumrarchis an verehre man nach dem bei der Muschelaufstellung genannten Ablauf. Dann wasche man das Gefäß wie zuvor und stelle es nach dem Mula-Mantra auf mit „Ich errichte das besondere Arghya-Gefäß der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Man verehre es mit „Aṃ̐, Verehrung dem Sonnenkreis mit den zwölf Artha verleihenden Kalas, dem besonderen Arghya-Gefäß der so und so genannten Gottheit“. Auch die zwölf Sonnen-Kalas von Tapini an verehre man nach dem bei der Muschelaufstellung genannten Ablauf.

M0184. Yantra und Mondkreis des besonderen Arghya
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 16
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlamantrānte vilomamātṛkāvarṇān paṭhitvā kalaśasthajalena viśeṣārghaṃ pūrayet |
vāmamārgibhistu kuṇḍagolodbhavasvayambhūkusumādidravyeṇa tasya svakalpoktakāraṇadravyeṇa vā viśeṣārghaṃ pūraṇīyam |
tataḥ—u~ sa~ kāmapradaṣoḍaśakalātmane candramaṇḍalāyāmukadevatāviśeṣārghāmṛtāya namaḥ—iti sampūjya śaṅkhasthāpanoktakrameṇa candrasyāmṛtādyāḥ ṣoḍaśakalāḥ pratyekamarcayet |
tataḥ pātrāmṛte trikoṇavṛttaṣaṭkoṇātmakaṃ yantraṃ vilikhya trikoṇasya tisṛṣu rekhāsu akārādiṣoḍaśasvarān kakārāditakārāntān thakārādisakārāntān varṇān vilikhya madhye ha~ la~ kṣa~ iti bījatrayaṃ vilikhya mūlakhaṇḍatrayeṇa trikoṇamabhyarcya ṣaṭkoṇe ṣaḍaṅgāni sampūjya— Devanagari:
ततो मूलमन्त्रान्ते विलोममातृकावर्णान् पठित्वा कलशस्थजलेन विशेषार्घं पूरयेत् |
वाममार्गिभिस्तु कुण्डगोलोद्भवस्वयम्भूकुसुमादिद्रव्येण तस्य स्वकल्पोक्तकारणद्रव्येण वा विशेषार्घं पूरणीयम् |
ततः—उँ सँ कामप्रदषोडशकलात्मने चन्द्रमण्डलायामुकदेवताविशेषार्घामृताय नमः—इति सम्पूज्य शङ्खस्थापनोक्तक्रमेण चन्द्रस्यामृताद्याः षोडशकलाः प्रत्येकमर्चयेत् |
ततः पात्रामृते त्रिकोणवृत्तषट्कोणात्मकं यन्त्रं विलिख्य त्रिकोणस्य तिसृषु रेखासु अकारादिषोडशस्वरान् ककारादितकारान्तान् थकारादिसकारान्तान् वर्णान् विलिख्य मध्ये हँ लँ क्षँ इति बीजत्रयं विलिख्य मूलखण्डत्रयेण त्रिकोणमभ्यर्च्य षट्कोणे षडङ्गानि सम्पूज्य— Bedeutung und Funktion: Nach dem Mula-Mantra spreche man die Matrika rückwärts und fülle das besondere Arghya mit Wasser aus dem Kalasha. Anhänger des linken Weges füllen es mit Stoffen wie den aus Kunda und Gola stammenden [sexuellen Flüssigkeiten] und Svayambhu-Kusuma [rituell bezeichnetem Menstrualblut] oder mit dem im eigenen Kalpa genannten Karana-Dravya. Dann verehre man es mit „Uṃ̐ Saṃ̐, Verehrung dem Mondkreis mit den sechzehn Kama verleihenden Kalas, dem Nektar des besonderen Arghya der so und so genannten Gottheit“. Man verehre jede der sechzehn Mond-Kalas von Amrita an nach der bei der Muschelaufstellung beschriebenen Ordnung. In den Nektar des Gefäßes zeichne man ein Yantra aus Dreieck, Kreis und Sechseck. Auf die drei Linien des Dreiecks schreibe man die sechzehn Vokale von A an, die Laute von Ka bis zum dentalen Ta sowie von dentalem Tha bis Sa. In die Mitte schreibe man die drei Bijas „Haṃ̐ Laṃ̐ Kṣaṃ̐“. Mit den drei Teilen des Mula-Mantra verehre man das Dreieck, im Sechseck die sechs Angas. Die stofflichen Angaben bleiben historische Ritualangaben; die Schrift liefert hier keine darüber hinausgehende Beschreibung ihrer Gewinnung.

M0185. Ananda-Bhairava und Sudha-Devi: getrennte Konsonanten
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 16
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ gaṅge ca yamune caiva—ityādināṅkuśamudrayā sūryamaṇḍalāt tīrthānyāvāhya tīrthamayaṃ vibhāvya gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvāstatra niḥkṣipya vāmācāre tu mīnamudrayā māṃsakhaṇḍaṃ niḥkṣipya kāraṇena pūritaṃ cet kumbhamudrayā pūrvoktakuladravyaṃ saṃśodhya niḥkṣipet |
tata ānandabhairavīsahitamānandabhairavaṃ dhyātvā tatrāvāhya—h s kṣ m l v r yū~ ānandabhairavāya vaṣaṭ, s h kṣ m l v r yī~ sudhādevyai vauṣaṭ—iti mantrābhyāṃ gandhapuṣpādibhistau samabhyarcya bālātryakṣarīmuccārya— Devanagari:
ॐ गङ्गे च यमुने चैव—इत्यादिनाङ्कुशमुद्रया सूर्यमण्डलात् तीर्थान्यावाह्य तीर्थमयं विभाव्य गन्धपुष्पाक्षतयवकुशाग्रतिलसर्षपदूर्वास्तत्र निःक्षिप्य वामाचारे तु मीनमुद्रया मांसखण्डं निःक्षिप्य कारणेन पूरितं चेत् कुम्भमुद्रया पूर्वोक्तकुलद्रव्यं संशोध्य निःक्षिपेत् |
तत आनन्दभैरवीसहितमानन्दभैरवं ध्यात्वा तत्रावाह्य—ह् स् क्ष् म् ल् व् र् यूँ आनन्दभैरवाय वषट्, स् ह् क्ष् म् ल् व् र् यीँ सुधादेव्यै वौषट्—इति मन्त्राभ्यां गन्धपुष्पादिभिस्तौ समभ्यर्च्य बालात्र्यक्षरीमुच्चार्य— Bedeutung und Funktion: Mit „Om, Ganga und Yamuna …“ und der Ankusha-Mudra rufe man die heiligen Gewässer aus dem Sonnenkreis herbei und vergegenwärtige [den Gefäßinhalt] als diese Gewässer. Man gebe Duftstoff, Blumen, ungebrochene Reiskörner, Gerste, Kusha-Spitzen, Sesam, Senfkörner und Durva hinein. Im Vamachara lege man mit der Mina-Mudra ein Fleischstück hinein. Ist das Gefäß mit Karana gefüllt, reinige man den zuvor genannten Kula-Stoff mit der Kumbha-Mudra und gebe ihn hinzu. Dann meditiere man über Ananda-Bhairava gemeinsam mit Ananda-Bhairavi und rufe beide herbei. Mit den beiden Mantras, deren ausgeschriebene Endungen „Ananda-Bhairava, Vashat“ und „Sudha-Devi, Vaushat“ lauten, verehre man sie mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Anschließend spreche man den dreisilbigen Bala-Mantra. Die Ausgabe gibt die komplexen Anfangslaute der beiden Formeln als getrennte Konsonantenzeichen wieder und erklärt in einer Fußnote, dass sie eigentlich verbunden auszusprechen seien. Eine vermutete Aussprache wird hier nicht ergänzt; Bala wird nur bezeichnet.

M0186. Verse13–16: Nektar und Aufleuchten des Bewusstseins
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 17
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
brahmāṇḍarasasambhūtamaśeṣarasasambhavam |
āpūritaṃ mahāpātraṃ pīyūṣarasamāvaha ||
13 ||
akhaṇḍaikarasānandakare parasudhātmani |
svacchandasphuraṇaṃ mantra nidhehyakularūpiṇi ||
14 ||
akulasthāmṛtākāre siddhijñānakalevare |
amṛtatvaṃ nidhehyasmin vastuni klinnarūpiṇi ||
15 ||
tadrūpeṇaikarasyaṃ ca kṛtvā taistatsvarūpiṇi |
bhūtvā parāmṛtākārā mayi citsphuraṇaṃ kuru ||
16 ||

Devanagari:
ब्रह्माण्डरससम्भूतमशेषरससम्भवम् |
आपूरितं महापात्रं पीयूषरसमावह ||
१३ ||
अखण्डैकरसानन्दकरे परसुधात्मनि |
स्वच्छन्दस्फुरणं मन्त्र निधेह्यकुलरूपिणि ||
१४ ||
अकुलस्थामृताकारे सिद्धिज्ञानकलेवरे |
अमृतत्वं निधेह्यस्मिन् वस्तुनि क्लिन्नरूपिणि ||
१५ ||
तद्रूपेणैकरस्यं च कृत्वा तैस्तत्स्वरूपिणि |
भूत्वा परामृताकारा मयि चित्स्फुरणं कुरु ||
१६ ||

Bedeutung und Funktion: [Vers 13] „Bringe den Nektarsaft herbei, entstanden aus dem Saft des Welteneies, Ursprung aller Säfte, in das gefüllte große Gefäß.“ [Vers 14] „Du schenkst die ungeteilte Wonne des einen Geschmacks, dein Wesen ist höchster Nektar: Setze das freie Aufleuchten [des] Mantra ein, du Gestalt des Akula.“ [Vers 15] „Du hast die Gestalt des im Akula ruhenden Nektars, dein Leib ist vollendete Erkenntnis: Setze Unsterblichkeit in diesen Stoff ein, du Flüssiggewordene.“ [Vers 16] „Nachdem du mit jener Gestalt und mit ihnen zu einem Geschmack geworden bist, du deren Wesen annimmst, werde zur Gestalt des höchsten Nektars und lasse in mir das Bewusstsein aufleuchten.“ Einzelne Bezüge der Anreden und Fürwörter sind im Druck grammatisch gedrängt; die Nektar- und Bewusstseinsbilder bleiben im Ritualzusammenhang erhalten.

M0187. Fünf Edelsteine
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 17
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ebhirmantrairabhimantrya pañcaratnāni pūjayet |
yathā—glū~ gaganaratnāya namaḥ, slū~ svargaratnāya namaḥ, plū~ pātālaratnāya namaḥ, mlū~ martyaratnāya namaḥ, nlū~ nāgaratnāya namaḥ iti svāgrādicaturdikṣu madhye ca pūjayet |
tato mūlamantreṇa hṛdayādiṣṭadevatāṃ tatrāvāhya āvāhanādimudrāḥ pradarśya ṣaḍaṅgaiḥ sakalīkṛtya astreṇa saṃrakṣya kavacenāvaguṇṭhya—va~—iti dhenumudrayāmṛtīkṛtya yonimudrāṃ pradarśya mūlena gandhapuṣpādibhiḥ sampūjya puṣpāñjalitrayaṃ dattvā dhūpadīpādinaivedyāni dakṣiṇamārgī dakṣiṇahastena vāmamārgī cedvāmahastena matsyamudrayā vārghyamācchādya mūlamantramaṣṭadhā daśadhā vā prajapya devatārūpamarghyaṃ vibhāvya bhūtinīdhenuyonimudrāḥ pradarśayet |
iti viśeṣārghasthāpanavidhiḥ |

Devanagari:
एभिर्मन्त्रैरभिमन्त्र्य पञ्चरत्नानि पूजयेत् |
यथा—ग्लूँ गगनरत्नाय नमः, स्लूँ स्वर्गरत्नाय नमः, प्लूँ पातालरत्नाय नमः, म्लूँ मर्त्यरत्नाय नमः, न्लूँ नागरत्नाय नमः इति स्वाग्रादिचतुर्दिक्षु मध्ये च पूजयेत् |
ततो मूलमन्त्रेण हृदयादिष्टदेवतां तत्रावाह्य आवाहनादिमुद्राः प्रदर्श्य षडङ्गैः सकलीकृत्य अस्त्रेण संरक्ष्य कवचेनावगुण्ठ्य—वँ—इति धेनुमुद्रयामृतीकृत्य योनिमुद्रां प्रदर्श्य मूलेन गन्धपुष्पादिभिः सम्पूज्य पुष्पाञ्जलित्रयं दत्त्वा धूपदीपादिनैवेद्यानि दक्षिणमार्गी दक्षिणहस्तेन वाममार्गी चेद्वामहस्तेन मत्स्यमुद्रया वार्घ्यमाच्छाद्य मूलमन्त्रमष्टधा दशधा वा प्रजप्य देवतारूपमर्घ्यं विभाव्य भूतिनीधेनुयोनिमुद्राः प्रदर्शयेत् |
इति विशेषार्घस्थापनविधिः |

Bedeutung und Funktion: Nach dem Besprechen mit diesen Mantras verehre man die fünf Edelsteine: „Glūṃ̐, Verehrung dem Himmelsedelstein; Slūṃ̐, Verehrung dem Edelstein des Svarga; Plūṃ̐, Verehrung dem Edelstein des Patala; Mlūṃ̐, Verehrung dem Edelstein der Menschenwelt; Nlūṃ̐, Verehrung dem Edelstein der Nagas.“ Man verehre sie, vor sich beginnend, in den vier Richtungen und in der Mitte. Dann rufe man unter dem Mula-Mantra die Ishta-Devata aus dem Herzen dorthin, zeige die Mudras vom Herbeirufen an, vollziehe Sakalikarana mit den sechs Angas, schütze mit dem Waffen-Mantra und verhülle mit dem Schutzpanzer-Mantra. Unter „Vaṃ̐“ verwandle man mit der Dhenu-Mudra in Nektar, zeige die Yoni-Mudra, verehre unter dem Mula-Mantra mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem und bringe drei Handvoll Blumen dar. Nach Räucherwerk, Licht und weiteren Opfergaben bedecke der Anhänger des rechten Weges das Arghya mit der rechten Hand, der Anhänger des linken Weges mit der linken oder mit der Matsya-Mudra. Man wiederhole den Mula-Mantra acht- oder zehnmal, vergegenwärtige das Arghya als Gestalt der Gottheit und zeige Bhutini-, Dhenu- und Yoni-Mudra. Dies ist das Verfahren des besonderen Arghya.

M0188. Tarpana für Guru-Padukas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 17–18
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato dūrvākūrcena puṣpādinā vā śaṅkhāmṛtaṃ viśeṣārghāmṛtaṃ ca kiṃcit samādāya pātrāntareṣu niḥkṣipya viśeṣārghāmṛtenaiva pūrvoktamantrābhyāmānandabhairavamānandabhairavīṃ ca tattvamudrayā śirasi santarpya śaṅkhāmṛtena svasvakalpoktān divyaughasiddhaughamānavaughān gurūn brahmarandhre tattvamudrayaiva santarpya svaguruparamaguruparāparaguruparameṣṭhigurūnapi tarpayet |
tadyathā—śrī-amukānandanāthaśrīgurupādukāṃ tarpayāmi namaḥ |
evam—paramaguruśrīpādukāṃ tarpayāmi namaḥ parāparaguruśrīpādukāṃ tarpayāmi namaḥ parameṣṭhiguruśrīpādukāṃ tarpayāmi namaḥ—iti triḥ sakṛd vā tarpayet |
yatra vāmācārādau gurupātrādikamatiriktameva sthāpitaṃ tatra gurupātrīyadravyeṇaiva gurupaṅktistarpayet |

Devanagari:
ततो दूर्वाकूर्चेन पुष्पादिना वा शङ्खामृतं विशेषार्घामृतं च किंचित् समादाय पात्रान्तरेषु निःक्षिप्य विशेषार्घामृतेनैव पूर्वोक्तमन्त्राभ्यामानन्दभैरवमानन्दभैरवीं च तत्त्वमुद्रया शिरसि सन्तर्प्य शङ्खामृतेन स्वस्वकल्पोक्तान् दिव्यौघसिद्धौघमानवौघान् गुरून् ब्रह्मरन्ध्रे तत्त्वमुद्रयैव सन्तर्प्य स्वगुरुपरमगुरुपरापरगुरुपरमेष्ठिगुरूनपि तर्पयेत् |
तद्यथा—श्री-अमुकानन्दनाथश्रीगुरुपादुकां तर्पयामि नमः |
एवम्—परमगुरुश्रीपादुकां तर्पयामि नमः परापरगुरुश्रीपादुकां तर्पयामि नमः परमेष्ठिगुरुश्रीपादुकां तर्पयामि नमः—इति त्रिः सकृद् वा तर्पयेत् |
यत्र वामाचारादौ गुरुपात्रादिकमतिरिक्तमेव स्थापितं तत्र गुरुपात्रीयद्रव्येणैव गुरुपङ्क्तिस्तर्पयेत् |

Bedeutung und Funktion: Mit einem Durva-Bündel, einer Blume oder Ähnlichem nehme man etwas Nektar aus Muschel und besonderem Arghya und gebe ihn in die anderen Gefäße. Mit dem Nektar des besonderen Arghya vollziehe man unter den beiden zuvor genannten Mantras Tarpana für Ananda-Bhairava und Ananda-Bhairavi am Kopf, unter der Tattva-Mudra. Mit dem Muschelnektar vollziehe man am Brahmarandhra unter derselben Mudra Tarpana für die im eigenen Kalpa genannten Gurus des göttlichen, des Siddha- und des menschlichen Überlieferungsstroms sowie für den eigenen Guru, Parama-Guru, Parapara-Guru und Parameshthi-Guru. So: „Ich erquicke die heiligen Sandalen des Shri Guru, Shri … Anandanatha, Verehrung.“ Ebenso: „Ich erquicke die heiligen Sandalen des Parama-Gurus, Verehrung. Ich erquicke die heiligen Sandalen des Parapara-Gurus, Verehrung. Ich erquicke die heiligen Sandalen des Parameshthi-Gurus, Verehrung.“ Man vollziehe dieses Tarpana dreimal oder einmal. Wo im Vamachara oder einem anderen Verfahren ein zusätzliches Guru-Gefäß aufgestellt ist, verwende man für die Guru-Folge dessen Inhalt.

M0189. Tarpana der Gottheit und Sarvatobhadra-Mandala
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 18
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang. Konsonantenreihen bleiben getrennt wie gedruckt; genannte Bala- und Mula-Mantras werden nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato viśeṣārghajalena hṛdaye mūladevatāṃ tarpayet |
mūlamantramuccārya—sāṅgāṃ saparivārāṃ sāyudhāṃ savāhanāṃ śrī-amukadevīṃ tarpayāmi namaḥ—iti triḥ sakṛdvā santarpya prokṣaṇīpātrasthajalenātmānaṃ pūjāmaṇḍalapūjopakaraṇāni ca mūlamantrāstramantrābhyāṃ saṃprokṣya dhenumudrāṃ pradarśayet |
tataḥ pūrvoktapīṭhanyāsakrameṇa svadehe tattatsthāneṣu gandhapuṣpādibhiḥ pīṭhadevatāḥ sampūjya hṛtpadmakarṇikāmadhye maṇipīṭhaṃ vibhāvya tatra devatāṃ dhyātvā devatārūpamātmānaṃ vibhāvya mūlamantreṇa gandhapuṣpadhūpadīpaiścaturbhirupacārairdevatāmabhyarcya mastake hṛdaye mūlādhāre pādayoḥ sarvāṅgeṣu caikaikaṃ puṣpāñjaliṃ dattvā mūlamantramaṣṭottaraśataṃ yathāśakti vā prajapya tajjapaṃ devatāyai samarpya prokṣaṇīpātrasthajalaṃ bhūmau niḥkṣipya jalāntareṇa pātramāpūrya sarvatobhadramaṇḍalaṃ gandhapuṣpādibhiḥ pūjayet |
oṃ sarvatobhadramaṇḍalāya namaḥ—iti |

Devanagari:
ततो विशेषार्घजलेन हृदये मूलदेवतां तर्पयेत् |
मूलमन्त्रमुच्चार्य—साङ्गां सपरिवारां सायुधां सवाहनां श्री-अमुकदेवीं तर्पयामि नमः—इति त्रिः सकृद्वा सन्तर्प्य प्रोक्षणीपात्रस्थजलेनात्मानं पूजामण्डलपूजोपकरणानि च मूलमन्त्रास्त्रमन्त्राभ्यां संप्रोक्ष्य धेनुमुद्रां प्रदर्शयेत् |
ततः पूर्वोक्तपीठन्यासक्रमेण स्वदेहे तत्तत्स्थानेषु गन्धपुष्पादिभिः पीठदेवताः सम्पूज्य हृत्पद्मकर्णिकामध्ये मणिपीठं विभाव्य तत्र देवतां ध्यात्वा देवतारूपमात्मानं विभाव्य मूलमन्त्रेण गन्धपुष्पधूपदीपैश्चतुर्भिरुपचारैर्देवतामभ्यर्च्य मस्तके हृदये मूलाधारे पादयोः सर्वाङ्गेषु चैकैकं पुष्पाञ्जलिं दत्त्वा मूलमन्त्रमष्टोत्तरशतं यथाशक्ति वा प्रजप्य तज्जपं देवतायै समर्प्य प्रोक्षणीपात्रस्थजलं भूमौ निःक्षिप्य जलान्तरेण पात्रमापूर्य सर्वतोभद्रमण्डलं गन्धपुष्पादिभिः पूजयेत् |
ॐ सर्वतोभद्रमण्डलाय नमः—इति |

Bedeutung und Funktion: Dann vollziehe man mit dem Wasser des besonderen Arghya Tarpana für die Hauptgottheit im Herzen. Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Ich erquicke die erhabene, so und so genannte Göttin samt Angas, Gefolge, Waffen und Reittier, Verehrung.“ Nach dreimaligem oder einmaligem Tarpana besprenge man sich selbst, das Puja-Mandala und die Geräte mit Wasser aus dem Besprengungsgefäß unter Mula- und Waffen-Mantra und zeige die Dhenu-Mudra. Nach der genannten Pitha-Nyasa-Reihenfolge verehre man die Pitha-Gottheiten an ihren Körperstellen mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Im Fruchtboden des Herzlotus vergegenwärtige man einen Edelsteinsitz, meditiere dort über die Gottheit und betrachte sich selbst als deren Gestalt. Unter dem Mula-Mantra verehre man sie mit den vier Upacharas Duftstoff, Blumen, Räucherwerk und Licht. Am Kopf, Herzen, Muladhara, an den Füßen und an sämtlichen Gliedern bringe man je eine Handvoll Blumen dar. Man wiederhole den Mula-Mantra einhundertachtmal oder nach Kräften und bringe diesen Japa der Gottheit dar. Man gieße das Wasser des Besprengungsgefäßes auf die Erde, fülle es mit frischem Wasser und verehre das Sarvatobhadra-Mandala mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem unter „Om, Verehrung dem Sarvatobhadra-Mandala“.

M0190. Äußere Pitha-Puja: Unterbau und Gurus
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 18–19, Äußere Pitha-Puja: Unterbau und Gurus
Belegte Formeln mit ihrem Ritualzusammenhang; Reihenfolge nach den Druckspalten. Mula-Mantra und Pranava werden hier nur genannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ śālibhistatkarṇikāmāpūrya tadupari taṇḍulapuñjaṃ tadupari darbhānāstīrya tadupari sākṣataṃ yathoktaṃ kūrcaṃ nidhāya pīṭhapūjāṃ kuryāt |
yathā maṇḍalasyottaradiśi—śrīgurubhyo namaḥ, śrīparamagurubhyo namaḥ, śrīparāparagurubhyo namaḥ, śrīparameṣṭhigurubhyo namaḥ—iti saṃpūjya dakṣiṇasyāṃ diśi—ga~ mahāgaṇapataye namaḥ—iti pūjayet |
tato bhāvanayā maṇḍalasyādhastāt—oṃ atalādisaptapātālebhyo namaḥ |
oṃ maṇḍūkāya namaḥ |
oṃ kālāgnirudrāya namaḥ |
ūrdhvordhvakrameṇa—oṃ kūrmāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ varāhāya namaḥ |
oṃ ādhāraśaktaye namaḥ |
oṃ mūlaprakṛtaye namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ |
oṃ amṛtārṇavāya namaḥ |
oṃ ratnadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ—iti saṃpūjya Devanagari:
ततः शालिभिस्तत्कर्णिकामापूर्य तदुपरि तण्डुलपुञ्जं तदुपरि दर्भानास्तीर्य तदुपरि साक्षतं यथोक्तं कूर्चं निधाय पीठपूजां कुर्यात् |
यथा मण्डलस्योत्तरदिशि—श्रीगुरुभ्यो नमः, श्रीपरमगुरुभ्यो नमः, श्रीपरापरगुरुभ्यो नमः, श्रीपरमेष्ठिगुरुभ्यो नमः—इति संपूज्य दक्षिणस्यां दिशि—गँ महागणपतये नमः—इति पूजयेत् |
ततो भावनया मण्डलस्याधस्तात्—ॐ अतलादिसप्तपातालेभ्यो नमः |
ॐ मण्डूकाय नमः |
ॐ कालाग्निरुद्राय नमः |
ऊर्ध्वोर्ध्वक्रमेण—ॐ कूर्माय नमः |
ॐ अनन्ताय नमः |
ॐ वराहाय नमः |
ॐ आधारशक्तये नमः |
ॐ मूलप्रकृतये नमः |
ॐ पृथिव्यै नमः |
ॐ अमृतार्णवाय नमः |
ॐ रत्नद्वीपाय नमः |
ॐ मणिमण्डपाय नमः—इति संपूज्य Bedeutung und Funktion: Man fülle den Fruchtboden des Mandalas mit unenthülstem Reis, häufe darauf enthülsten Reis, breite darüber Darbha-Gras aus und lege darauf das vorgeschriebene Grasbündel samt unversehrten Reiskörnern. Dann vollziehe man die Pitha-Puja. Im Norden des Mandalas verehre man mit „Verehrung den erhabenen Gurus, den Parama-Gurus, den Parapara-Gurus und den Parameshthi-Gurus“. Im Süden verehre man mit „Gaṃ̐, Verehrung dem großen Ganapati“. Durch innere Vergegenwärtigung verehre man unterhalb des Mandalas: „Om, Verehrung den sieben Unterwelten von Atala an; Om, Verehrung Manduka, dem Frosch; Om, Verehrung Kalagni-Rudra.“ In aufsteigender Folge: „Om, Verehrung Kurma, der Schildkröte; Om, Verehrung Ananta; Om, Verehrung Varaha, dem Eber; Om, Verehrung der tragenden Shakti; Om, Verehrung der Urnatur; Om, Verehrung der Erde; Om, Verehrung dem Nektarmeer; Om, Verehrung der Edelsteininsel; Om, Verehrung dem Juwelenpavillon.“ Die im Druck zweispaltig angeordneten Formeln werden hier spaltenweise wiedergegeben; die Stellung der Anweisung zur aufsteigenden Folge ist dadurch nicht eindeutig.

M0191. Wunschbäume, Thron und seine Eigenschaften
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 19, Wunschbäume, Thron und seine Eigenschaften
Belegte Formeln mit ihrem Ritualzusammenhang; Reihenfolge nach den Druckspalten. Mula-Mantra und Pranava werden hier nur genannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
maṇḍalasya caturdikṣu madhye ca—oṃ kalpavṛkṣebhyo namaḥ—bhāvanayā teṣāmadhastāt—oṃ maṇivedikāyai namaḥ—tadupari—oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ—āgneyādiṣu caturṣu koṇeṣu—oṃ dharmāya namaḥ |
oṃ jñānāya namaḥ |
oṃ vairāgyāya namaḥ |
oṃ aiśvaryāya namaḥ |
dikṣu pūrvādikrameṇa—oṃ adharmāya namaḥ |
oṃ ajñānāya namaḥ |
oṃ avairāgyāya namaḥ |
oṃ anaiśvaryāya namaḥ |

Devanagari:
मण्डलस्य चतुर्दिक्षु मध्ये च—ॐ कल्पवृक्षेभ्यो नमः—भावनया तेषामधस्तात्—ॐ मणिवेदिकायै नमः—तदुपरि—ॐ रत्नसिंहासनाय नमः—आग्नेयादिषु चतुर्षु कोणेषु—ॐ धर्माय नमः |
ॐ ज्ञानाय नमः |
ॐ वैराग्याय नमः |
ॐ ऐश्वर्याय नमः |
दिक्षु पूर्वादिक्रमेण—ॐ अधर्माय नमः |
ॐ अज्ञानाय नमः |
ॐ अवैराग्याय नमः |
ॐ अनैश्वर्याय नमः |

Bedeutung und Funktion: An den vier Himmelsrichtungen und in der Mitte des Mandalas: „Om, Verehrung den Wunschbäumen.“ In der Vorstellung darunter: „Om, Verehrung dem Juwelenaltar.“ Darüber: „Om, Verehrung dem Edelsteinthron.“ In den vier Ecken, beginnend im Südosten: „Om, Verehrung Dharma; Om, Verehrung Erkenntnis; Om, Verehrung Vairagya, der Leidenschaftslosigkeit; Om, Verehrung herrscherlicher Macht.“ In den Himmelsrichtungen, beginnend im Osten: „Om, Verehrung Adharma; Om, Verehrung Unwissenheit; Om, Verehrung dem Fehlen von Leidenschaftslosigkeit; Om, Verehrung dem Fehlen herrscherlicher Macht.“

M0192. Lotus und Kreise im Zentrum
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 19, Lotus und Kreise im Zentrum
Belegte Formeln mit ihrem Ritualzusammenhang; Reihenfolge nach den Druckspalten. Mula-Mantra und Pranava werden hier nur genannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
madhye ūrdhvordhvakrameṇa—oṃ ānandakandāya namaḥ |
oṃ saṃvinnālāya namaḥ |
oṃ sarvatattvātmakapadmāya namaḥ |
oṃ prakṛtimayapatrebhyo namaḥ |
oṃ vikāramayakeśarebhyo namaḥ |
oṃ pañcāśadvarṇabījāḍhyakarṇikāyai namaḥ—karṇikāyām |
a~ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ |
oṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ |
ma~ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ |
sa~ sattvāya namaḥ |
ra~ rajase namaḥ |
ta~ tamase namaḥ |
ā~ antarātmane namaḥ |
a~ ātmane namaḥ |
pa~ paramātmane namaḥ |
hrīṃ jñānātmane namaḥ |
iti saṃpūjya padmasya keśareṣu madhye ca pūrvādikrameṇa tattatkalpoktapīṭhaśaktiḥ pūjayet |
tataḥ pīṭhamantraṃ paṭhitvā amukadevatāyogapīṭhāya namaḥ—iti madhye pūjayet |

Devanagari:
मध्ये ऊर्ध्वोर्ध्वक्रमेण—ॐ आनन्दकन्दाय नमः |
ॐ संविन्नालाय नमः |
ॐ सर्वतत्त्वात्मकपद्माय नमः |
ॐ प्रकृतिमयपत्रेभ्यो नमः |
ॐ विकारमयकेशरेभ्यो नमः |
ॐ पञ्चाशद्वर्णबीजाढ्यकर्णिकायै नमः—कर्णिकायाम् |
अँ सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः |
ॐ सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः |
मँ वह्निमण्डलाय दशकलात्मने नमः |
सँ सत्त्वाय नमः |
रँ रजसे नमः |
तँ तमसे नमः |
आँ अन्तरात्मने नमः |
अँ आत्मने नमः |
पँ परमात्मने नमः |
ह्रीं ज्ञानात्मने नमः |
इति संपूज्य पद्मस्य केशरेषु मध्ये च पूर्वादिक्रमेण तत्तत्कल्पोक्तपीठशक्तिः पूजयेत् |
ततः पीठमन्त्रं पठित्वा अमुकदेवतायोगपीठाय नमः—इति मध्ये पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: In der Mitte, in aufsteigender Folge: „Om, Verehrung der Wurzel der Glückseligkeit; Om, Verehrung dem Stängel des Bewusstseins; Om, Verehrung dem Lotus, dessen Wesen alle Tattvas sind; Om, Verehrung den aus Prakriti bestehenden Blütenblättern; Om, Verehrung den aus ihren Wandlungen bestehenden Staubfäden; Om, Verehrung dem Fruchtboden, reich an den Samen der fünfzig Laute“ — dies am Fruchtboden. „Aṃ̐, Verehrung dem Sonnenkreis mit seinen zwölf Kalas; Om, Verehrung dem Mondkreis mit seinen sechzehn Kalas; Maṃ̐, Verehrung dem Feuerkreis mit seinen zehn Kalas; Saṃ̐, Verehrung Sattva; Raṃ̐, Verehrung Rajas; Taṃ̐, Verehrung Tamas; Āṃ̐, Verehrung dem inneren Selbst; Aṃ̐, Verehrung dem Selbst; Paṃ̐, Verehrung dem höchsten Selbst; Hrīṃ, Verehrung dem Erkenntnisselbst.“ Nach dieser Verehrung verehre man an den Staubfäden und in der Mitte des Lotus, im Osten beginnend, die Pitha-Shaktis des jeweiligen Kalpa. Dann spreche man den Pitha-Mantra und verehre in der Mitte mit „Verehrung dem Yoga-Pitha der so und so genannten Gottheit“.

M0193. Aufstellung des Kumbha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 19–20, Aufstellung des Kumbha
Belegte Formeln mit ihrem Ritualzusammenhang; Reihenfolge nach den Druckspalten. Mula-Mantra und Pranava werden hier nur genannt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlamantramuccārya—amukadevatāprītyarthaṃ mūrtiṃ kalpayāmi namaḥ—iti pīṭhamadhye gandhapuṣpādikaṃ niḥkṣipet |
tatastasmin maṇḍale pūrvāditaḥ prādakṣiṇyena vahnerdaśakalā gandhapuṣpādibhiḥ pratyekaṃ pūjayet |
tataḥ svarṇādiracitaṃ yathoktaṃ kumbhamādāya—phaṭ—iti śuddhajalena saṃprokṣya candanenopalipya—hu~—iti kavacamantramuccarannabhitastriguṇātmakasūtreṇa saṃveṣṭya candanāgurukarpūraiḥ pradhūpya gandhapuṣpādibhirabhyarcya navaratnānyudare niḥkṣipya dūrvācandanākṣatayuktaṃ kūrcamupari vinyasya—praṇavam—uccaran pīṭhe kumbhaṃ sthāpayet |

Devanagari:
ततो मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवताप्रीत्यर्थं मूर्तिं कल्पयामि नमः—इति पीठमध्ये गन्धपुष्पादिकं निःक्षिपेत् |
ततस्तस्मिन् मण्डले पूर्वादितः प्रादक्षिण्येन वह्नेर्दशकला गन्धपुष्पादिभिः प्रत्येकं पूजयेत् |
ततः स्वर्णादिरचितं यथोक्तं कुम्भमादाय—फट्—इति शुद्धजलेन संप्रोक्ष्य चन्दनेनोपलिप्य—हुँ—इति कवचमन्त्रमुच्चरन्नभितस्त्रिगुणात्मकसूत्रेण संवेष्ट्य चन्दनागुरुकर्पूरैः प्रधूप्य गन्धपुष्पादिभिरभ्यर्च्य नवरत्नान्युदरे निःक्षिप्य दूर्वाचन्दनाक्षतयुक्तं कूर्चमुपरि विन्यस्य—प्रणवम्—उच्चरन् पीठे कुम्भं स्थापयेत् |

Bedeutung und Funktion: Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Zum Wohlgefallen der so und so genannten Gottheit gestalte ich ihre Verkörperung, Verehrung“, und lege Duftstoffe, Blumen und Weiteres in die Mitte des Pitha. Im Mandala verehre man die zehn Feuer-Kalas einzeln mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem, im Osten beginnend und rechtsherum. Dann nehme man den vorschriftsmäßig aus Gold oder anderem Material gefertigten Kumbha, besprenge ihn unter „Phaṭ“ mit reinem Wasser und bestreiche ihn mit Sandelholzpaste. Unter dem Schutz-Mantra „Huṃ̐“ umwickle man ihn rundum mit einer dreifachen Schnur, beräuchere ihn mit Sandelholz, Aguru und Kampfer und verehre ihn mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Man lege die neun Edelsteine hinein, bringe oben das Grasbündel samt Durva, Sandelholz und unversehrten Reiskörnern an und stelle den Kumbha unter dem Pranava auf den Pitha.

M0194. Pranapratistha der Feuer-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 20, Pranapratistha der Feuer-Kalas
Formeln nach sichtbarer Buchseite. Der erste vedische Mantra hat eine ausdrücklich markierte ungesicherte Anfangslesung; nicht als vollständig gesicherte Rezitationsfassung verwenden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ā~ hrī~ kā~ ya~ ra~ la~ va~ śa~ ṣa~ sa~ ha~ la~ kṣa~ haṃsaḥ so'haṃ vahnerdhūmrārcirādidaśakalānāṃ prāṇā iha iha sthitaḥ |
evam—jīva iha iha sthitaḥ, —evam—sarvendriyāṇi—ityādiprāṇapratiṣṭhāṃ kṛtvā—vahnerdhūmrārcirādidaśakalābhyo gandhaṃ namaḥ—ityādipañcopacāraiḥ saṃpūjya śaṅkhasthāpanoktakrameṇa—ya~ dhūmrārciṣi namaḥ—ityādi pratyekaṃ gandhapuṣpādibhiḥ saṃpūjya anenaiva prakāreṇa sūryasya tapinyādidvādaśakalāścandrasyāmṛtādiṣoḍaśakalāścāvāhyābhyarcya pañcāśat kalāḥ pūjayet |
tadyathā— Devanagari:
आँ ह्रीँ काँ यँ रँ लँ वँ शँ षँ सँ हँ लँ क्षँ हंसः सोऽहं वह्नेर्धूम्रार्चिरादिदशकलानां प्राणा इह इह स्थितः |
एवम्—जीव इह इह स्थितः, —एवम्—सर्वेन्द्रियाणि—इत्यादिप्राणप्रतिष्ठां कृत्वा—वह्नेर्धूम्रार्चिरादिदशकलाभ्यो गन्धं नमः—इत्यादिपञ्चोपचारैः संपूज्य शङ्खस्थापनोक्तक्रमेण—यँ धूम्रार्चिषि नमः—इत्यादि प्रत्येकं गन्धपुष्पादिभिः संपूज्य अनेनैव प्रकारेण सूर्यस्य तपिन्यादिद्वादशकलाश्चन्द्रस्यामृतादिषोडशकलाश्चावाह्याभ्यर्च्य पञ्चाशत् कलाः पूजयेत् |
तद्यथा— Bedeutung und Funktion: „Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kāṃ̐ Yaṃ̐ Raṃ̐ Laṃ̐ Vaṃ̐ Śaṃ̐ Ṣaṃ̐ Saṃ̐ Haṃ̐ Laṃ̐ Kṣaṃ̐ Haṃsaḥ So’haṃ: Die Lebenskräfte der zehn Feuer-Kalas von Dhumrarchis an sind hier, hier gegenwärtig.“ Ebenso: „Das Lebensprinzip ist hier, hier gegenwärtig“, ebenso „alle Sinneskräfte“ und so weiter. Nach dieser Pranapratistha verehre man mit den fünf Upacharas, beginnend mit „Duftstoff für die zehn Feuer-Kalas von Dhumrarchis an, Verehrung“. Nach der bei der Muschelaufstellung genannten Reihenfolge verehre man jede einzeln mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem, beginnend mit „Yaṃ̐, Verehrung Dhumrarchis“. Auf dieselbe Weise rufe man die zwölf Sonnen-Kalas von Tapini an und die sechzehn Mond-Kalas von Amrita an herbei und verehre sie. Dann verehre man die fünfzig Kalas wie folgt. Lesungshinweis: Die dritte Bija wird nach der vergrößerten Buchseite als Kā mit Nasal wiedergegeben; ein zusätzliches R ist dort nicht erkennbar. Die verkürzten Fortsetzungen der Formel bleiben verkürzt.

M0195. Vedischer Mantra und zehn Schöpfungs-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 20–21, Vedischer Mantra und zehn Schöpfungs-Kalas
Formeln nach sichtbarer Buchseite. Der erste vedische Mantra hat eine ausdrücklich markierte ungesicherte Anfangslesung; nicht als vollständig gesicherte Rezitationsfassung verwenden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
[ārambhapāṭhaḥ aspaṣṭaḥ] śuciṣadvasurantarikṣasaddhotā vediṣadatithirduroṇasat |
nṛṣadvarasadṛtasadvyomasadabjā gojā ṛtajā adrijā ṛtaṃ bṛhat iti vaidikamantreṇa sṛṣṭyādidaśakalā āvāhya oṃ sṛṣṭyādidaśakalābhyo namaḥ—iti pañcopacāraiḥ saṃpūjya gandhapuṣpādibhiḥ pratyekaṃ pūjayet |
yathā—ka~ sṛṣṭyai namaḥ |
kha~ ṛddhyai namaḥ |
ga~ smṛtyai namaḥ |
gha~ medhāyai namaḥ |
ṅa~ kāntyai namaḥ |
ca~ lakṣmyai namaḥ |
cha~ dhṛtyai namaḥ |
ja~ sthirāyai namaḥ |
jha~ sthityai namaḥ |
ña~ siddhyai namaḥ |
iti saṃpūjya— Devanagari:
[आरम्भपाठः अस्पष्टः] शुचिषद्वसुरन्तरिक्षसद्धोता वेदिषदतिथिर्दुरोणसत् |
नृषद्वरसदृतसद्व्योमसदब्जा गोजा ऋतजा अद्रिजा ऋतं बृहत् इति वैदिकमन्त्रेण सृष्ट्यादिदशकला आवाह्य ॐ सृष्ट्यादिदशकलाभ्यो नमः—इति पञ्चोपचारैः संपूज्य गन्धपुष्पादिभिः प्रत्येकं पूजयेत् |
यथा—कँ सृष्ट्यै नमः |
खँ ऋद्ध्यै नमः |
गँ स्मृत्यै नमः |
घँ मेधायै नमः |
ङँ कान्त्यै नमः |
चँ लक्ष्म्यै नमः |
छँ धृत्यै नमः |
जँ स्थिरायै नमः |
झँ स्थित्यै नमः |
ञँ सिद्ध्यै नमः |
इति संपूज्य— Bedeutung und Funktion: „[Der Anfangsausdruck ist im vorliegenden Druck nicht zuverlässig gelesen.] Im Reinen weilend, als Vasu im Luftraum weilend, als Opferpriester am Altar weilend, als Gast im Haus weilend; unter Menschen, im Vorzüglichen, in der kosmischen Ordnung und im weiten Raum weilend; aus Wasser geboren, aus der Kuh beziehungsweise der Erde geboren, aus der kosmischen Ordnung und aus dem Berg geboren: die große kosmische Wahrheit.“ Mit diesem vedischen Mantra rufe man die zehn Kalas von Srishti an herbei. Mit „Om, Verehrung den zehn Kalas von Srishti an“ verehre man sie durch die fünf Upacharas, dann jede einzeln mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem: „Kaṃ̐, Verehrung Srishti, der Schöpfung; Khaṃ̐, Verehrung Riddhi, dem Gedeihen; Gaṃ̐, Verehrung Smriti, der Erinnerung; Ghaṃ̐, Verehrung Medha, der Einsicht; Ṅaṃ̐, Verehrung Kanti, dem Glanz; Caṃ̐, Verehrung Lakshmi; Chaṃ̐, Verehrung Dhriti, der Standhaftigkeit; Jaṃ̐, Verehrung Sthira, der Beständigen; Jhaṃ̐, Verehrung Sthiti, dem Bestehen; Ñaṃ̐, Verehrung Siddhi, der Vollendung.“ Die Herausgeber nennen als Quelle Vajasaneyi-Samhita 10.24. Lesungshinweis: Die Druckzeichen am Anfang der vedischen Formel lassen sich nicht sicher in gewöhnliche Devanagari übertragen; sie werden nicht zu einer vermeintlich gesicherten Rezitationsfassung ergänzt.

M0196. Vishnu-Mantra und zehn Kalas von Jara an
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 21, Vishnu-Mantra und zehn Kalas von Jara an
Formeln nach sichtbarer Buchseite. Der erste vedische Mantra hat eine ausdrücklich markierte ungesicherte Anfangslesung; nicht als vollständig gesicherte Rezitationsfassung verwenden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ pratadviṣṇuḥ stavate vīryeṇa mṛgo na bhīmaḥ kucaro giriṣṭhāḥ |
yasyoruṣu triṣu vikramaṇeṣvadhikṣiyanti bhuvanāni viśvāḥ—iti mantreṇa jarādidaśakalā āvāhya prāṇapratiṣṭhādikaṃ kṛtvā—oṃ jarādidaśakalābhyo namaḥ—iti pañcopacāraiḥ saṃpūjya pratyekaṃ pūjayet |
yathā—ṭa~ jarāyai namaḥ |
ṭha~ pālinyai namaḥ |
ḍa~ kṣāntyai namaḥ |
ḍha~ īśvaryai namaḥ |
ṇa~ ratyai namaḥ |
ta~ kāmikāyai namaḥ |
tha~ varadāyai namaḥ |
da~ hlādinyai namaḥ |
dha~ prītyai namaḥ |
na~ dīrghāyai namaḥ |
iti saṃpūjya— Devanagari:
ॐ प्रतद्विष्णुः स्तवते वीर्येण मृगो न भीमः कुचरो गिरिष्ठाः |
यस्योरुषु त्रिषु विक्रमणेष्वधिक्षियन्ति भुवनानि विश्वाः—इति मन्त्रेण जरादिदशकला आवाह्य प्राणप्रतिष्ठादिकं कृत्वा—ॐ जरादिदशकलाभ्यो नमः—इति पञ्चोपचारैः संपूज्य प्रत्येकं पूजयेत् |
यथा—टँ जरायै नमः |
ठँ पालिन्यै नमः |
डँ क्षान्त्यै नमः |
ढँ ईश्वर्यै नमः |
णँ रत्यै नमः |
तँ कामिकायै नमः |
थँ वरदायै नमः |
दँ ह्लादिन्यै नमः |
धँ प्रीत्यै नमः |
नँ दीर्घायै नमः |
इति संपूज्य— Bedeutung und Funktion: „Om. So wird Vishnu um seiner Heldenkraft willen gepriesen, wie ein furchtgebietendes Wildtier, umherstreifend, auf Bergen weilend; in dessen drei weiten Schritten alle Welten wohnen.“ Mit diesem Mantra rufe man die zehn Kalas von Jara an herbei und vollziehe Pranapratistha und Weiteres. Unter „Om, Verehrung den zehn Kalas von Jara an“ verehre man sie mit den fünf Upacharas und dann einzeln: „Ṭaṃ̐, Verehrung Jara, dem Altern; Ṭhaṃ̐, Verehrung Palini, der Bewahrenden; Ḍaṃ̐, Verehrung Kshanti, der Geduld; Ḍhaṃ̐, Verehrung Ishvari, der Herrscherin; Ṇaṃ̐, Verehrung Rati, der Lust; Taṃ̐, Verehrung Kamika, der Begehrenden; Thaṃ̐, Verehrung Varada, der Segensspenderin; Daṃ̐, Verehrung Hladini, der Beglückenden; Dhaṃ̐, Verehrung Priti, der Freude; Naṃ̐, Verehrung Dirgha, der Langen.“ Die Herausgeber nennen Vajasaneyi-Samhita 5.20.

M0197. Tryambaka-Mantra und zehn Kalas von Tikshna an
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 21, Tryambaka-Mantra und zehn Kalas von Tikshna an
Formeln nach sichtbarer Buchseite. Der erste vedische Mantra hat eine ausdrücklich markierte ungesicherte Anfangslesung; nicht als vollständig gesicherte Rezitationsfassung verwenden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukamiva bandhanānmṛtyormukṣīya māmṛtāt—iti mantreṇa tīkṣṇādidaśakalā āvāhya—oṃ tīkṣṇādidaśakalābhyo namaḥ iti pañcopacāraiḥ saṃpūjya pratyekaṃ pūjayet |
yathā—pa~ tīkṣṇāyai namaḥ |
pha~ raudryai namaḥ |
ba~ bhavāyai namaḥ |
bha~ nidrāyai namaḥ |
ma~ tandrāyai namaḥ |
ya~ kṣudhāyai namaḥ |
ra~ krodhinyai namaḥ |
la~ kriyāyai namaḥ |
va~ utkariṇyai namaḥ |
śa~ mṛtyave namaḥ |
iti saṃpūjya— Devanagari:
त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टिवर्धनम् |
उर्वारुकमिव बन्धनान्मृत्योर्मुक्षीय मामृतात्—इति मन्त्रेण तीक्ष्णादिदशकला आवाह्य—ॐ तीक्ष्णादिदशकलाभ्यो नमः इति पञ्चोपचारैः संपूज्य प्रत्येकं पूजयेत् |
यथा—पँ तीक्ष्णायै नमः |
फँ रौद्र्यै नमः |
बँ भवायै नमः |
भँ निद्रायै नमः |
मँ तन्द्रायै नमः |
यँ क्षुधायै नमः |
रँ क्रोधिन्यै नमः |
लँ क्रियायै नमः |
वँ उत्करिण्यै नमः |
शँ मृत्यवे नमः |
इति संपूज्य— Bedeutung und Funktion: „Wir verehren den Dreiäugigen, den Wohlriechenden, der das Gedeihen mehrt. Wie eine reife Gurkenfrucht von ihrer Bindung möge ich vom Tod gelöst werden, nicht von der Unsterblichkeit.“ Mit diesem Mantra rufe man die zehn Kalas von Tikshna an herbei. Unter „Om, Verehrung den zehn Kalas von Tikshna an“ verehre man sie mit den fünf Upacharas und dann einzeln: „Paṃ̐, Verehrung Tikshna, der Scharfen; Phaṃ̐, Verehrung Raudri, der Furchtbaren; Baṃ̐, Verehrung Bhava, dem Werden; Bhaṃ̐, Verehrung Nidra, dem Schlaf; Maṃ̐, Verehrung Tandra, der Schläfrigkeit; Yaṃ̐, Verehrung Kshudha, dem Hunger; Raṃ̐, Verehrung Krodhini, der Zornigen; Laṃ̐, Verehrung Kriya, dem Handeln; Vaṃ̐, Verehrung Utkarini; Śaṃ̐, Verehrung dem Tod.“ Die Herausgeber nennen Vajasaneyi-Samhita 3.60 und verzeichnen für die dritte Kala die abweichende Lesung „Maya“. Lesungshinweis: Die Namensform Utkarini wird nach dem sichtbaren Druck bewahrt; ihre genaue Bedeutung bleibt hier offen.

M0198. Vishnus höchster Ort und vier Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 21, Vishnus höchster Ort und vier Kalas
Formeln nach sichtbarer Buchseite. Der erste vedische Mantra hat eine ausdrücklich markierte ungesicherte Anfangslesung; nicht als vollständig gesicherte Rezitationsfassung verwenden.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ tadviṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ divīva cakṣurātatam—iti mantreṇa gāyatryā vā pītādyāścatuṣkalāḥ pūrvavadāvāhya pūjayet |
yathā—ṣa~ pītāyai namaḥ |
sa~ dāruṇāyai namaḥ |
ha~ asitāyai namaḥ |
kṣa~ anantāyai namaḥ |
iti saṃpūjya— Devanagari:
ॐ तद्विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः दिवीव चक्षुराततम्—इति मन्त्रेण गायत्र्या वा पीताद्याश्चतुष्कलाः पूर्ववदावाह्य पूजयेत् |
यथा—षँ पीतायै नमः |
सँ दारुणायै नमः |
हँ असितायै नमः |
क्षँ अनन्तायै नमः |
इति संपूज्य— Bedeutung und Funktion: „Om. Jenen höchsten Ort Vishnus schauen die Weisen allezeit, wie ein am Himmel ausgebreitetes Auge.“ Mit diesem Mantra oder mit der Gayatri rufe man wie zuvor die vier Kalas von Pita an herbei und verehre sie: „Ṣaṃ̐, Verehrung Pita, der Gelben; Saṃ̐, Verehrung Daruna, der Furchtbaren; Haṃ̐, Verehrung Asita, der Dunklen; Kṣaṃ̐, Verehrung Ananta, der Unendlichen.“

M0199. Anrufung der sechzehn Vokal-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 22, Anrufung der sechzehn Vokal-Kalas
Nach dem vorliegenden Werktext; genannte Mula-Mantras bleiben unergänzt. Lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ tadviprāso vipanyavo jāgṛvāṃsaḥ samindhate |
viṣṇoryat paramaṃ padam |
viṣṇuryoniṃ kalpayatu tvaṣṭā rūpāṇi piṃṣatu |
āsiñcatu prajāpatirdhātā garbhaṃ dadhātu te ||
garbhaṃ dhehi sinīvāli garbhaṃ dhehi sarasvati |
garbhaṃ te aśvinau devāvadhattāṃ puṣkarasrajau ||
iti mantreṇa nivṛttyādiṣoḍaśasvarakalā āvāhya prāṇapratiṣṭhādikaṃ kṛtvā pañcopacāraiḥ saṃpūjya pratyekaṃ pūjayet |

Devanagari:
ॐ तद्विप्रासो विपन्यवो जागृवांसः समिन्धते |
विष्णोर्यत् परमं पदम् |
विष्णुर्योनिं कल्पयतु त्वष्टा रूपाणि पिंषतु |
आसिञ्चतु प्रजापतिर्धाता गर्भं दधातु ते ||
गर्भं धेहि सिनीवालि गर्भं धेहि सरस्वति |
गर्भं ते अश्विनौ देवावधत्तां पुष्करस्रजौ ||
इति मन्त्रेण निवृत्त्यादिषोडशस्वरकला आवाह्य प्राणप्रतिष्ठादिकं कृत्वा पञ्चोपचारैः संपूज्य प्रत्येकं पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: „Om. Jenen höchsten Ort Vishnus lassen die begeisterten, einsichtigen, wachen Seher aufleuchten. Vishnu möge den Mutterschoß bereiten, Tvashtar die Gestalten formen. Prajapati möge den Samen eingießen, Dhatar dir einen Embryo einsetzen. Setze einen Embryo ein, Sinivali; setze einen Embryo ein, Sarasvati. Die beiden göttlichen Ashvins mit Lotuskränzen mögen dir einen Embryo einsetzen.“ Mit diesem Mantra rufe man die sechzehn Vokal-Kalas von Nivritti an herbei, vollziehe Pranapratistha und Weiteres, verehre sie mit den fünf Upacharas und anschließend jede einzeln. Die Herausgeber belegen die erste Formel mit Vajasaneyi-Samhita 6.5; die anschließenden Empfängnisformeln werden hier im Ritualzusammenhang der Kala-Anrufung gebraucht.

M0200. Namen der sechzehn Vokal-Kalas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 22, Namen der sechzehn Vokal-Kalas
Nach dem vorliegenden Werktext; genannte Mula-Mantras bleiben unergänzt. Lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—a~ nivṛttyai namaḥ |
ā~ pratiṣṭhāyai namaḥ |
i~ vidyāyai namaḥ |
ī~ śāntyai namaḥ |
u~ indhikāyai namaḥ |
ū~ dīpikāyai namaḥ |
ṛ~ recikāyai namaḥ |
ṝ~ mocikāyai namaḥ |
lṛ~ parāyai namaḥ |
lṝ~ sūkṣmāyai namaḥ |
e~ sūkṣmāmṛtāyai namaḥ |
ai~ jñānāmṛtāyai namaḥ |
o~ āpyāyinyai namaḥ |
au~ vyāpinyai namaḥ |
a~ vyomarūpāyai namaḥ |
a~ anantāyai namaḥ |
iti saṃpūjya kalātmakaṃ tacchaṅkhasthaṃ jalaṃ kumbhe niḥkṣipet |

Devanagari:
यथा—अँ निवृत्त्यै नमः |
आँ प्रतिष्ठायै नमः |
इँ विद्यायै नमः |
ईँ शान्त्यै नमः |
उँ इन्धिकायै नमः |
ऊँ दीपिकायै नमः |
ऋँ रेचिकायै नमः |
ॠँ मोचिकायै नमः |
लृँ परायै नमः |
लॄँ सूक्ष्मायै नमः |
एँ सूक्ष्मामृतायै नमः |
ऐँ ज्ञानामृतायै नमः |
ओँ आप्यायिन्यै नमः |
औँ व्यापिन्यै नमः |
अँ व्योमरूपायै नमः |
अँ अनन्तायै नमः |
इति संपूज्य कलात्मकं तच्छङ्खस्थं जलं कुम्भे निःक्षिपेत् |

Bedeutung und Funktion: So: „Aṃ̐, Verehrung Nivritti, der Rückkehr; Āṃ̐, Verehrung Pratishtha, dem festen Stand; Iṃ̐, Verehrung Vidya, dem Wissen; Īṃ̐, Verehrung Shanti, dem Frieden; Uṃ̐, Verehrung Indhika, der Entfachenden; Ūṃ̐, Verehrung Dipika, der Leuchtenden; Ṛṃ̐, Verehrung Rechika, der Entleerenden; Ṝṃ̐, Verehrung Mochika, der Befreienden; [vokalisches L mit Nasal], Verehrung Para, der Höchsten; [langes vokalisches L mit Nasal], Verehrung Sukshma, der Feinen; Eṃ̐, Verehrung Sukshmamrita, dem feinen Nektar; Aiṃ̐, Verehrung Jnanamrita, dem Nektar der Erkenntnis; Oṃ̐, Verehrung Apyayini, der Erfüllenden; Auṃ̐, Verehrung Vyapini, der Allesdurchdringenden; Aṃ̐, Verehrung Vyomarupa, der Raumgestaltigen; Aṃ̐, Verehrung Ananta, der Unendlichen.“ Nach dieser Verehrung gieße man das Wasser in der Muschel, das die Kalas verkörpert, in den Kumbha. Lesungshinweis: Die beiden vokalischen L-Zeichen werden in der Sanskritfassung mit der im Druck sichtbaren L-Schreibweise wiedergegeben. Bei den beiden letzten Formeln zeigt der Druck jeweils ein nasalisiertes A; es wird nicht nach einem vorausgesetzten Vokalalphabet abgeändert.

M0201. Herbeirufen der Gottheit und Vers 17
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 23, Herbeirufen der Gottheit und Vers 17
Nach dem vorliegenden Werktext; genannte Mula-Mantras bleiben unergänzt. Lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatrādau mūlamantramuccārya—amukadevatāyā mūrtiṃ kalpayāmi namaḥ—iti gandhapuṣpādibhirmūrtiṃ parikalpyāvāhanaṃ kuryāt |
tadyathā—trikhaṇḍāmudrāntaḥ puṣpaṃ nidhāya devatāṃ dhyātvā triḥ sakṛdvā mūlamantramuccārya—bhagavatyamukadevate ihāgacchāgaccha—ityuktvā suṣumṇāmārgeṇa hṛdayāmbhojāt puṣpāñjalau devatāmānīya mūlamantramuccārya āvāhanamudrayā mūrtau sthāpayet |
tataḥ saṃsthāpanamudrayā mūlānte amukadevate iha tiṣṭha tiṣṭha—ityuktvā—deveśa bhaktisulabha sarvāvaraṇasaṃyutam |
yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthiro bhava ||
17 ||
iti saṃprārthya Devanagari:
तत्रादौ मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवताया मूर्तिं कल्पयामि नमः—इति गन्धपुष्पादिभिर्मूर्तिं परिकल्प्यावाहनं कुर्यात् |
तद्यथा—त्रिखण्डामुद्रान्तः पुष्पं निधाय देवतां ध्यात्वा त्रिः सकृद्वा मूलमन्त्रमुच्चार्य—भगवत्यमुकदेवते इहागच्छागच्छ—इत्युक्त्वा सुषुम्णामार्गेण हृदयाम्भोजात् पुष्पाञ्जलौ देवतामानीय मूलमन्त्रमुच्चार्य आवाहनमुद्रया मूर्तौ स्थापयेत् |
ततः संस्थापनमुद्रया मूलान्ते अमुकदेवते इह तिष्ठ तिष्ठ—इत्युक्त्वा—देवेश भक्तिसुलभ सर्वावरणसंयुतम् |
यावत् त्वां पूजयिष्यामि तावत् त्वं सुस्थिरो भव ||
१७ ||
इति संप्रार्थ्य Bedeutung und Funktion: Zunächst spreche man den Mula-Mantra und gestalte mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem die Verkörperung der Gottheit unter „Ich gestalte die Verkörperung der so und so genannten Gottheit, Verehrung“. Dann rufe man sie herbei: Man halte eine Blume in der Trikhanda-Mudra, meditiere über die Gottheit und spreche den Mula-Mantra dreimal oder einmal. Unter „Erhabene, so und so genannte Göttin, komm hierher, komm!“ führe man die Gottheit aus dem Herzlotus durch die Sushumna in die zur Blumengabe zusammengelegten Hände. Nach dem Mula-Mantra lasse man sie mit der Avahana-Mudra in ihrer Verkörperung gegenwärtig sein. Mit der Samsthapana-Mudra spreche man nach dem Mula-Mantra: „So und so genannte Gottheit, bleibe hier, bleibe!“ Dann bete man: „Herr der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, mit allen Umkreisen: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig.“ (17)

M0202. Mudras der Gegenwart und Vollständigkeit
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 23, Mudras der Gegenwart und Vollständigkeit
Nach dem vorliegenden Werktext; genannte Mula-Mantras bleiben unergänzt. Lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
punarmūlamuccārya sannidhāpanamudrayā—amukadevate iha sannidhehīha sannidhehi—iti sannidhāpanaṃ kṛtvā pūrvavanmūlamantramuccārya—amukadevate iha sanniruddhā bhava bhava—iti sannirodhanamudrāṃ pradarśya saṃmukhīkaraṇamudrayā mūlānte—amukadevate saṃmukhīkṛtā bhava bhava—iti saṃmukhīkṛtya punarmūlamuccārya—amukadevate avaguṇṭhitā bhava bhava—ityavaguṇṭhanamudrayā'vaguṇṭhya devatāyā hṛdayādyaṅgeṣu ṣaḍaṅgamantrān vinyasya mūlamuccārya—amukadevate sakalīkṛtā bhava bhava—iti sakalīkṛtyāmṛtīkaraṇaṃ kuryāt |

Devanagari:
पुनर्मूलमुच्चार्य सन्निधापनमुद्रया—अमुकदेवते इह सन्निधेहीह सन्निधेहि—इति सन्निधापनं कृत्वा पूर्ववन्मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवते इह सन्निरुद्धा भव भव—इति सन्निरोधनमुद्रां प्रदर्श्य संमुखीकरणमुद्रया मूलान्ते—अमुकदेवते संमुखीकृता भव भव—इति संमुखीकृत्य पुनर्मूलमुच्चार्य—अमुकदेवते अवगुण्ठिता भव भव—इत्यवगुण्ठनमुद्रयाऽवगुण्ठ्य देवताया हृदयाद्यङ्गेषु षडङ्गमन्त्रान् विन्यस्य मूलमुच्चार्य—अमुकदेवते सकलीकृता भव भव—इति सकलीकृत्यामृतीकरणं कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: Wieder spreche man den Mula-Mantra und stelle mit der Sannidhapana-Mudra die nahe Gegenwart her: „So und so genannte Gottheit, sei hier nahe gegenwärtig, sei hier nahe gegenwärtig!“ Nach dem Mula-Mantra zeige man die Sannirodhana-Mudra: „So und so genannte Gottheit, sei hier festgehalten, sei es!“ Nach dem Mula-Mantra wende man sie mit der Sammukhikarana-Mudra sich zu: „So und so genannte Gottheit, sei mir zugewandt, sei es!“ Wieder spreche man den Mula-Mantra und verhülle sie mit der Avagunthana-Mudra: „So und so genannte Gottheit, sei verhüllt, sei es!“ Man lege die sechs Anga-Mantras auf Herz und weitere Glieder der Gottheit, spreche den Mula-Mantra und stelle ihre Vollständigkeit her: „So und so genannte Gottheit, sei mit allen Teilen versehen, sei es!“ Danach vollziehe man die Erfüllung mit Nektar.

M0203. Nektarbesprengung und Dipini-Mantra
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 23, Nektarbesprengung und Dipini-Mantra
Drucklesung; Dipini-Schluss lokal unsicher. Bijas haben keine erfundene wörtliche Bedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—mūlamantreṇa dīpinīmantreṇa akārādikṣakārāntairmātṛkāvarṇaiśca tridhā tridhā dhenumudrayā'rghyodakenāmṛtavarṣaṇabuddhayā devatāmūrdhni siñcet |
iyataiva devatāśuddhirityucyate |
dīpinīmantraśca—ai~ vada vada vāgvādini ai~ klī~ klinne kledini kledaya mahākṣobhaṃ kuru kuru klī~ sau~ mokṣaṃ kuru kuru hau~ shau~—iti |
tato mūlamuccārya dhenumudrayaiva—amukadevate amṛtīkṛtā bhava bhava—ityamṛtīkṛtya mahāmudrāṃ baddhvā devatāmastake paramāmṛtavarṣaṇadhiyā mūlamantramuccārya—amukadevate paramīkṛtā bhava—iti brūyāt |

Devanagari:
यथा—मूलमन्त्रेण दीपिनीमन्त्रेण अकारादिक्षकारान्तैर्मातृकावर्णैश्च त्रिधा त्रिधा धेनुमुद्रयाऽर्घ्योदकेनामृतवर्षणबुद्धया देवतामूर्ध्नि सिञ्चेत् |
इयतैव देवताशुद्धिरित्युच्यते |
दीपिनीमन्त्रश्च—ऐँ वद वद वाग्वादिनि ऐँ क्लीँ क्लिन्ने क्लेदिनि क्लेदय महाक्षोभं कुरु कुरु क्लीँ सौँ मोक्षं कुरु कुरु हौँ स्हौँ—इति |
ततो मूलमुच्चार्य धेनुमुद्रयैव—अमुकदेवते अमृतीकृता भव भव—इत्यमृतीकृत्य महामुद्रां बद्ध्वा देवतामस्तके परमामृतवर्षणधिया मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवते परमीकृता भव—इति ब्रूयात् |

Bedeutung und Funktion: So: Unter dem Mula-Mantra, dem Dipini-Mantra und den Matrika-Lauten von A bis Ksha besprenge man den Kopf der Gottheit jeweils dreimal mit Arghya-Wasser. Dabei zeige man die Dhenu-Mudra und stelle sich einen Nektarregen vor. Dies wird bereits als Reinigung der Gottheit bezeichnet. Der Dipini-Mantra lautet seinem Sinn nach: „[Bija] Sprich, sprich, Göttin der Rede! [Bijas] Du Durchfeuchtete, du Durchfeuchtende, durchfeuchte! Bewirke die große Erschütterung, bewirke sie! [Bijas] Bewirke Befreiung, bewirke sie! [Bijas]“ Dann spreche man den Mula-Mantra und erfülle die Gottheit unter derselben Dhenu-Mudra mit Nektar: „So und so genannte Gottheit, sei mit Nektar erfüllt, sei es!“ Man bilde die Mahamudra, stelle sich einen Regen höchsten Nektars auf den Kopf der Gottheit vor und spreche nach dem Mula-Mantra: „So und so genannte Gottheit, sei in den höchsten Zustand erhoben!“ Lesungshinweis: Die ungewöhnliche Schlussfolge des Dipini-Mantras wird in den Sanskritfassungen nach dem vergrößerten Druck als Haum mit Nasal und S-Haum mit Nasal bewahrt; ihre Rezitationslesung ist nicht gesichert. Die Bijas werden nicht wörtlich übersetzt.

M0204. Verkürztes Verfahren und Viniyoga der Pranapratistha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 23–24, Verkürztes Verfahren und Viniyoga der Pranapratistha
Drucklesung; Dipini-Schluss lokal unsicher. Bijas haben keine erfundene wörtliche Bedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
aśaktaścet sarvatra mūlamantramuccārya—āvāhitā bhava, sthāpitā bhava, sannihitā bhava, sanniruddhā bhava, saṃmukhīkṛtā bhava, avaguṇṭhitā bhava, sakalīkṛtā bhava, amṛtīkṛtā bhava, paramīkṛtā bhava—ityāvāhanādimudrāḥ pradarśayet |
tataḥ prāṇaśaktinyāsaṃ kuryāt |
asya prāṇapratiṣṭhāmantrasya brahmaviṣṇumaheśvarā ṛṣayaḥ ṛgyajuḥsāmāni chandāṃsi prāṇaśaktirdevatā ā~ bījaṃ hrī~ śaktiḥ kro~ kīlakamamukadevatāprāṇapratiṣṭhāyāṃ viniyogaḥ |

Devanagari:
अशक्तश्चेत् सर्वत्र मूलमन्त्रमुच्चार्य—आवाहिता भव, स्थापिता भव, सन्निहिता भव, सन्निरुद्धा भव, संमुखीकृता भव, अवगुण्ठिता भव, सकलीकृता भव, अमृतीकृता भव, परमीकृता भव—इत्यावाहनादिमुद्राः प्रदर्शयेत् |
ततः प्राणशक्तिन्यासं कुर्यात् |
अस्य प्राणप्रतिष्ठामन्त्रस्य ब्रह्मविष्णुमहेश्वरा ऋषयः ऋग्यजुःसामानि छन्दांसि प्राणशक्तिर्देवता आँ बीजं ह्रीँ शक्तिः क्रोँ कीलकममुकदेवताप्राणप्रतिष्ठायां विनियोगः |

Bedeutung und Funktion: Wenn man zum ausführlichen Verfahren nicht imstande ist, spreche man jeweils den Mula-Mantra und zeige die Mudras der Herbeirufung und so weiter unter: „Sei herbeigerufen; sei eingesetzt; sei nahe gegenwärtig; sei festgehalten; sei mir zugewandt; sei verhüllt; sei mit allen Teilen versehen; sei mit Nektar erfüllt; sei in den höchsten Zustand erhoben.“ Danach vollziehe man den Nyasa der Prana-Shakti. „Die Rishis dieses Pranapratistha-Mantras sind Brahma, Vishnu und Maheshvara; seine Versformen sind Rig, Yajus und Saman; seine Gottheit ist Prana-Shakti; Āṃ̐ ist das Bija, Hrīṃ̐ die Shakti, Kroṃ̐ der Kilaka. Seine Anwendung gilt der Pranapratistha der so und so genannten Gottheit.“

M0205. Rishi-Nyasa der Prana-Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 24, Rishi-Nyasa der Prana-Shakti
Drucklesung; Dipini-Schluss lokal unsicher. Bijas haben keine erfundene wörtliche Bedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
brahmaviṣṇumaheśvarebhya ṛṣibhyo namaḥ—śirasi |
ṛgyajuḥsāmabhyaśchandobhyo namaḥ—mukhe |
prāṇaśaktyai devatāyai namaḥ—hṛdi |
ā~ bījāya namaḥ—guhye |
hrī~ śaktaye namaḥ—pādayoḥ |
kro~ kīlakāya namaḥ—nābhau |
amukadevatāprāṇapratiṣṭhāyāṃ viniyogaḥ—iti sarvāṅge vyāpakam |

Devanagari:
ब्रह्मविष्णुमहेश्वरेभ्य ऋषिभ्यो नमः—शिरसि |
ऋग्यजुःसामभ्यश्छन्दोभ्यो नमः—मुखे |
प्राणशक्त्यै देवतायै नमः—हृदि |
आँ बीजाय नमः—गुह्ये |
ह्रीँ शक्तये नमः—पादयोः |
क्रोँ कीलकाय नमः—नाभौ |
अमुकदेवताप्राणप्रतिष्ठायां विनियोगः—इति सर्वाङ्गे व्यापकम् |

Bedeutung und Funktion: „Verehrung den Rishis Brahma, Vishnu und Maheshvara“ — am Kopf. „Verehrung den Versformen Rig, Yajus und Saman“ — am Mund. „Verehrung der Gottheit Prana-Shakti“ — am Herzen. „Āṃ̐, Verehrung dem Bija“ — am Geschlechtsbereich. „Hrīṃ̐, Verehrung der Shakti“ — an den Füßen. „Kroṃ̐, Verehrung dem Kilaka“ — am Nabel. „Die Anwendung gilt der Pranapratistha der so und so genannten Gottheit“ — damit vollziehe man den den ganzen Körper durchdringenden Nyasa.

M0206. Kara-Nyasa der Prana-Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 24, Kara-Nyasa der Prana-Shakti
Drucklesung; Dipini-Schluss lokal unsicher. Bijas haben keine erfundene wörtliche Bedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ ā~ hrī~ kro~ a~ ka~ kha~ ga~ gha~ ṅa~ ākāśavāyutejojalapṛthivyātmane ā~ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ ā~ hrī~ kro~ i~ ca~ cha~ ja~ jha~ ña~ śabdasparśarūparasagandhātmane ī~ tarjanībhyāṃ svāhā |
oṃ ā~ hrī~ kro~ u~ ṭa~ ṭha~ ḍa~ ḍha~ ṇa~ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇātmane ū~ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
oṃ ā~ hrī~ kro~ e~ ta~ tha~ da~ dha~ na~ vākpāṇipādapāyūpasthātmane ai~ anāmikābhyāṃ hu~ |
oṃ ā~ hrī~ kro~ o~ pa~ pha~ ba~ bha~ ma~ vacanādānagamanavisargānandātmane au~ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ ā~ hrī~ kro~ a~ ya~ ra~ la~ va~ śa~ ṣa~ sa~ ha~ la~ kṣa~ manobuddhyahaṅkārātmane aḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |

Devanagari:
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ अँ कँ खँ गँ घँ ङँ आकाशवायुतेजोजलपृथिव्यात्मने आँ अङ्गुष्ठाभ्यां नमः |
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ इँ चँ छँ जँ झँ ञँ शब्दस्पर्शरूपरसगन्धात्मने ईँ तर्जनीभ्यां स्वाहा |
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ उँ टँ ठँ डँ ढँ णँ श्रोत्रत्वक्चक्षुर्जिह्वाघ्राणात्मने ऊँ मध्यमाभ्यां वषट् |
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ एँ तँ थँ दँ धँ नँ वाक्पाणिपादपायूपस्थात्मने ऐँ अनामिकाभ्यां हुँ |
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ ओँ पँ फँ बँ भँ मँ वचनादानगमनविसर्गानन्दात्मने औँ कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् |
ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ अँ यँ रँ लँ वँ शँ षँ सँ हँ लँ क्षँ मनोबुद्ध्यहङ्कारात्मने अः करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् |

Bedeutung und Funktion: „Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Aṃ̐ Kaṃ̐ Khaṃ̐ Gaṃ̐ Ghaṃ̐ Ṅaṃ̐ — dem Wesen von Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde — Āṃ̐, Verehrung den beiden Daumen. Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Iṃ̐ Caṃ̐ Chaṃ̐ Jaṃ̐ Jhaṃ̐ Ñaṃ̐ — dem Wesen von Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch — Īṃ̐, Svaha den beiden Zeigefingern. Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Uṃ̐ Ṭaṃ̐ Ṭhaṃ̐ Ḍaṃ̐ Ḍhaṃ̐ Ṇaṃ̐ — dem Wesen von Gehör, Haut, Augen, Zunge und Geruchssinn — Ūṃ̐, Vashat den beiden Mittelfingern. Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Eṃ̐ Taṃ̐ Thaṃ̐ Daṃ̐ Dhaṃ̐ Naṃ̐ — dem Wesen von Sprechorgan, Händen, Füßen, Ausscheidungs- und Geschlechtsorgan — Aiṃ̐, Hum den beiden Ringfingern. Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Oṃ̐ Paṃ̐ Phaṃ̐ Baṃ̐ Bhaṃ̐ Maṃ̐ — dem Wesen von Sprechen, Greifen, Gehen, Ausscheiden und Lust — Auṃ̐, Vaushat den beiden kleinen Fingern. Om Āṃ̐ Hrīṃ̐ Kroṃ̐ Aṃ̐ Yaṃ̐ Raṃ̐ Laṃ̐ Vaṃ̐ Śaṃ̐ Ṣaṃ̐ Saṃ̐ Haṃ̐ Laṃ̐ Kṣaṃ̐ — dem Wesen von Manas, Buddhi und Ahamkara — Aḥ, Phat den Handflächen und Handrücken.“ Die Lautreihen werden als rituelle Silben wiedergegeben, nicht als übersetzbare Wörter.

M0207. Durchdringender Nyasa und Herzlotus
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 24–25, Durchdringender Nyasa und Herzlotus
Drucklesung; Dipini-Schluss lokal unsicher. Bijas haben keine erfundene wörtliche Bedeutung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
evaṃ hṛdayādiṣaḍaṅganyāsaṃ vidhāya—ā~ namaḥ—nābheradhaḥ |
hrī~ namaḥ—kaṇṭhādadhaḥ |
kro~ namaḥ—śiraso'dho vyāpakaṃ vidhāya hṛtpadmasya pūrvādidaleṣu karṇikāyāṃ ca—la~ namaḥ, ra~ namaḥ, ha~ namaḥ, ṣa~ namaḥ, va~ namaḥ, ya~ namaḥ, sa~ namaḥ, śa~ namaḥ, kṣa~ namaḥ—iti krameṇa vinyasya dhyāyet |

Devanagari:
एवं हृदयादिषडङ्गन्यासं विधाय—आँ नमः—नाभेरधः |
ह्रीँ नमः—कण्ठादधः |
क्रोँ नमः—शिरसोऽधो व्यापकं विधाय हृत्पद्मस्य पूर्वादिदलेषु कर्णिकायां च—लँ नमः, रँ नमः, हँ नमः, षँ नमः, वँ नमः, यँ नमः, सँ नमः, शँ नमः, क्षँ नमः—इति क्रमेण विन्यस्य ध्यायेत् |

Bedeutung und Funktion: Auf dieselbe Weise vollziehe man den Sechsglieder-Nyasa von Herz und weiteren Stellen. Dann: „Āṃ̐, Verehrung“ — unterhalb des Nabels; „Hrīṃ̐, Verehrung“ — unterhalb der Kehle; „Kroṃ̐, Verehrung“ — vom Kopf abwärts, den Körper durchdringend. Auf den Blütenblättern des Herzlotus, im Osten beginnend, und auf seinem Fruchtboden lege man der Reihe nach nieder: „Laṃ̐, Verehrung; Raṃ̐, Verehrung; Haṃ̐, Verehrung; Ṣaṃ̐, Verehrung; Vaṃ̐, Verehrung; Yaṃ̐, Verehrung; Saṃ̐, Verehrung; Śaṃ̐, Verehrung; Kṣaṃ̐, Verehrung.“ Dann meditiere man.

M0208. Dhyana der Prana-Shakti
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 25, Dhyana der Prana-Shakti
Belegte Ritualformeln und Dhyana; abgekürzte Formeln nicht ergänzt. Dhyana im Druck ohne Versnummer.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dhyānaṃ yathā—raktābdhipotāruṇapadmasaṃsthāṃ pāśāṅkuśāvikṣuśarāsabāṇān |
śūlaṃ kapālaṃ dadhatīṃ karābjai raktāṃ trinetrāṃ praṇamāmi devīm ||
iti dhyātvā mṛgamudrayā puṣpādinā devatāyā hṛdayaṃ spṛṣṭvā prāṇapratiṣṭhāṃ kuryāt |

Devanagari:
ध्यानं यथा—रक्ताब्धिपोतारुणपद्मसंस्थां पाशाङ्कुशाविक्षुशरासबाणान् |
शूलं कपालं दधतीं कराब्जै रक्तां त्रिनेत्रां प्रणमामि देवीम् ||
इति ध्यात्वा मृगमुद्रया पुष्पादिना देवताया हृदयं स्पृष्ट्वा प्राणप्रतिष्ठां कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: Die Meditation lautet: „Ich verneige mich vor der Göttin, rot und dreiäugig, auf einem roten Lotus in einem Boot auf dem roten Meer ruhend. In ihren Lotushänden trägt sie Schlinge und Elefantenhaken, Zuckerrohrbogen und Pfeile, Dreizack und Schädelschale.“ Nachdem man so meditiert hat, berühre man das Herz der Gottheit mit der Mriga-Mudra und einer Blume oder Ähnlichem und vollziehe Pranapratistha. Lesungshinweis: Dieser Dhyana-Vers trägt hier im Druck keine Nummer; die nächste gedruckte Versnummer ist 19. Es wird keine Nummer 18 ergänzt.

M0209. Pranapratistha der Hauptgottheit
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 25, Pranapratistha der Hauptgottheit
Belegte Ritualformeln und Dhyana; abgekürzte Formeln nicht ergänzt. Dhyana im Druck ohne Versnummer.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tanmantro yathā—oṃ ā~ hrī~ kro~ ya~ ra~ la~ va~ śa~ ṣa~ sa~ ha~ saḥ sohaṃ mūlānte amukadevatāyāḥ prāṇā iha iha sthitāḥ |
evam—jīva iha iha |
evam—sarvendriyāṇi vāṅmanaścakṣuḥśrotraghrāṇaprāṇā ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā |
praṇavaṃ mūlamantraṃ vā trivāraṃ japtvā devatāmūrtau mūlamantrasya ṛṣyādikaraṣaḍaṅganyāsān vidhāya svasvakalpoktamudrāḥ pradarśyopacārān samarpayet |

Devanagari:
तन्मन्त्रो यथा—ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ यँ रँ लँ वँ शँ षँ सँ हँ सः सोहं मूलान्ते अमुकदेवतायाः प्राणा इह इह स्थिताः |
एवम्—जीव इह इह |
एवम्—सर्वेन्द्रियाणि वाङ्मनश्चक्षुःश्रोत्रघ्राणप्राणा इहागत्य सुखं चिरं तिष्ठन्तु स्वाहा |
प्रणवं मूलमन्त्रं वा त्रिवारं जप्त्वा देवतामूर्तौ मूलमन्त्रस्य ऋष्यादिकरषडङ्गन्यासान् विधाय स्वस्वकल्पोक्तमुद्राः प्रदर्श्योपचारान् समर्पयेत् |

Bedeutung und Funktion: Der Mantra besteht aus Om, den angegebenen Bijas und So’ham und setzt nach dem Mula-Mantra fort: „Die Lebenskräfte der so und so genannten Gottheit sind hier, hier gegenwärtig.“ Ebenso: „Das Lebensprinzip hier, hier.“ Ebenso: „Alle Sinneskräfte, Rede, Manas, Auge, Gehör, Geruchssinn und Lebenskräfte sollen hierherkommen und lange in Wohlbefinden verweilen, Svaha.“ Man wiederhole den Pranava oder den Mula-Mantra dreimal, vollziehe an der Verkörperung der Gottheit die zum Mula-Mantra gehörenden Rishi-, Hand- und Sechsglieder-Nyasas, zeige die im eigenen Kalpa genannten Mudras und bringe die Upacharas dar. Die abgekürzte zweite Formel bleibt entsprechend dem Druck verkürzt.

M0210. Verse 19–20: Sitz, Begrüßung und Fußwasser
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 25, Verse 19–20: Sitz, Begrüßung und Fußwasser
Belegte Ritualformeln und Dhyana; abgekürzte Formeln nicht ergänzt. Dhyana im Druck ohne Versnummer.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatra prathamataḥ—devedamāsanaṃ ramyaṃ mayā tubhyaṃ prakalpitam |
bhavaitasminniṣaṇṇa tvaṃ yāvat pūjāṃ karomyaham ||
19 ||
ityuktvā mūlamantramuccārya—amukadevatāyai idamāsanaṃ namaḥ—iti devasya vāmabhāge āsanaṃ dadyāt |
tataḥ sāṅgāṃ sāvaraṇāṃ sāyudhāṃ devatāṃ pūjārthamāgatāṃ dhyātvā mūlānte—amukadevate svāgatam—iti tanmudrayā svāgataṃ parikīrtya—idaṃ śyāmākadūrvābjaviṣṇukrāntāsamanvitam |
pādyaṃ gṛhāṇa deveśa tīrthatoyaiḥ prakalpitam ||
20 ||
ityuktvā mūlānte—amukadevatāyai pādyaṃ namaḥ—iti pādyapātrasthajalena pādayoḥ pādyaṃ dadyāt |

Devanagari:
तत्र प्रथमतः—देवेदमासनं रम्यं मया तुभ्यं प्रकल्पितम् |
भवैतस्मिन्निषण्ण त्वं यावत् पूजां करोम्यहम् ||
१९ ||
इत्युक्त्वा मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवतायै इदमासनं नमः—इति देवस्य वामभागे आसनं दद्यात् |
ततः साङ्गां सावरणां सायुधां देवतां पूजार्थमागतां ध्यात्वा मूलान्ते—अमुकदेवते स्वागतम्—इति तन्मुद्रया स्वागतं परिकीर्त्य—इदं श्यामाकदूर्वाब्जविष्णुक्रान्तासमन्वितम् |
पाद्यं गृहाण देवेश तीर्थतोयैः प्रकल्पितम् ||
२० ||
इत्युक्त्वा मूलान्ते—अमुकदेवतायै पाद्यं नमः—इति पाद्यपात्रस्थजलेन पादयोः पाद्यं दद्यात् |

Bedeutung und Funktion: Zuerst: „Gottheit, diesen schönen Sitz habe ich für dich bereitet. Nimm darauf Platz, solange ich die Puja vollziehe.“ (19) Danach spreche man den Mula-Mantra und bringe links von der Gottheit einen Sitz dar: „Dieser Sitz für die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“ Dann meditiere man über die zur Puja erschienene Gottheit mit ihren Angas, umgebenden Gottheiten und Waffen. Nach dem Mula-Mantra heiße man sie mit der entsprechenden Mudra willkommen: „So und so genannte Gottheit, willkommen!“ Dann: „Herr der Götter, nimm dieses Fußwasser an, bereitet aus heiligem Wasser, mit Shyamaka, Durva, Lotus und Vishnukranta.“ (20) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Fußwasser für die so und so genannte Gottheit, Verehrung“, und bringe mit Wasser aus dem Padya-Gefäß das Fußwasser an den Füßen dar.

M0211. Verse 21–23: Arghya, Mundspülung und Madhuparka
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 26, Verse 21–23: Arghya, Mundspülung und Madhuparka
Belegte Ritualformeln und Dhyana; abgekürzte Formeln nicht ergänzt. Dhyana im Druck ohne Versnummer.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapaiḥ |
dūrvābhiśca samāyukta eṣo'rghaḥ pratigṛhyatām ||
21 ||
ityuktvā mūlamuccārya—amukadevatāyai arghyaṃ svāhā—iti hastayoḥ śirasi cārghyaṃ dadyāt |
jātīlavaṅgakaṅkolakarpūrādisuvāsitam |
gṛhāṇa devadeveśa etadācamanīyakam ||
22 ||
ityuktvā mūlānte—amukadevatāyai idamācamanīyaṃ svadhā—iti vā mukhe ācamanīyaṃ tatpātrasthajalena dadyāt—ājyena madhunā dadhnā tvadarthaṃ parikalpitam |
gṛhāṇa kāṃsyapātrasthaṃ madhuparkaṃ sureśvara ||
23 ||
iti paṭhitvā mūlamantramuccārya—amukadevatāyai madhuparkaṃ svadhā—iti mukhe madhuparkaṃ dadyāt |
tataḥ punarācamanīyapātrasthajalenācamanīyavat punarācamanīyaṃ dattvā— Devanagari:
गन्धपुष्पाक्षतयवकुशाग्रतिलसर्षपैः |
दूर्वाभिश्च समायुक्त एषोऽर्घः प्रतिगृह्यताम् ||
२१ ||
इत्युक्त्वा मूलमुच्चार्य—अमुकदेवतायै अर्घ्यं स्वाहा—इति हस्तयोः शिरसि चार्घ्यं दद्यात् |
जातीलवङ्गकङ्कोलकर्पूरादिसुवासितम् |
गृहाण देवदेवेश एतदाचमनीयकम् ||
२२ ||
इत्युक्त्वा मूलान्ते—अमुकदेवतायै इदमाचमनीयं स्वधा—इति वा मुखे आचमनीयं तत्पात्रस्थजलेन दद्यात्—आज्येन मधुना दध्ना त्वदर्थं परिकल्पितम् |
गृहाण कांस्यपात्रस्थं मधुपर्कं सुरेश्वर ||
२३ ||
इति पठित्वा मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवतायै मधुपर्कं स्वधा—इति मुखे मधुपर्कं दद्यात् |
ततः पुनराचमनीयपात्रस्थजलेनाचमनीयवत् पुनराचमनीयं दत्त्वा— Bedeutung und Funktion: „Nimm dieses Arghya an, versehen mit Duftstoffen, Blumen, unversehrten Reiskörnern, Gerste, Kusha-Spitzen, Sesam, Senfkörnern und Durva.“ (21) Danach spreche man den Mula-Mantra und bringe Arghya an Händen und Kopf dar: „Arghya für die so und so genannte Gottheit, Svaha.“ „Herr der Götter und Gottheiten, nimm dieses Mundspülwasser an, duftend durch Jati, Gewürznelken, Kankola, Kampfer und Weiteres.“ (22) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Dieses Mundspülwasser für die so und so genannte Gottheit, Svadha“, und bringe es mit Wasser aus dem entsprechenden Gefäß am Mund dar. „Herr der Götter, nimm den Madhuparka im Bronzegefäß an, aus Ghee, Honig und Dickmilch für dich bereitet.“ (23) Danach spreche man den Mula-Mantra und bringe den Madhuparka am Mund dar: „Madhuparka für die so und so genannte Gottheit, Svadha.“ Anschließend bringe man erneut Mundspülwasser aus dem dafür bestimmten Gefäß auf dieselbe Weise dar.

M0212. Verse 24–26: Einreibung und Bad
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 26, Verse 24–26: Einreibung und Bad
Belegte Ritualformeln und Dhyana; abgekürzte Formeln nicht ergänzt. Dhyana im Druck ohne Versnummer.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tilatailasamāyuktaṃ sugandhidravyanirmitam |
udvartanamidaṃ deva gṛhāṇa tvaṃ prasīda me ||
24 ||
iti ślokānte mūlamantramuccārya—amukadevatāyai tatsugandhitailaḥ saṃyuktamudvartanaṃ namaḥ—gavyaṃ kṣīraṃ dadhi ghṛtaṃ śarkarākṣaudrasaṃyutam |
pañcāmṛtaṃ yadetacca tena tvāṃ snāpayāmyaham ||
25 ||
iti paṭhitvā mūlamuccārya pañcāmṛtena—amukadevatāṃ snāpayāmi namaḥ—iti pṛthagyugapadvā saṃsnāpya—anyāniveditaṃ toyaṃ prakṛtisthaṃ suśītalam |
sugandhidravyasaṃyuktaṃ snānārthaṃ pratigṛhyatām ||
26 ||
ityuktvā mūlānte—amukadevatāyai snānaṃ namaḥ amukadevatāṃ snāpayāmi namaḥ—iti vā śaṅkhodakena snānaṃ kārayet |
śaive tu śaṅkhodakaniṣedhādanyadudakenaiva snāpanam |
tato mūlānte—amukadevatāyai punarācamanīyaṃ svadhā—iti—va~—iti vā punarācamanīyaṃ tatpātrasthajalena dadyāt |
tattatpātrābhāve tu śaṅkhādijalenaiva pādyādi dadyāt |

Devanagari:
तिलतैलसमायुक्तं सुगन्धिद्रव्यनिर्मितम् |
उद्वर्तनमिदं देव गृहाण त्वं प्रसीद मे ||
२४ ||
इति श्लोकान्ते मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवतायै तत्सुगन्धितैलः संयुक्तमुद्वर्तनं नमः—गव्यं क्षीरं दधि घृतं शर्कराक्षौद्रसंयुतम् |
पञ्चामृतं यदेतच्च तेन त्वां स्नापयाम्यहम् ||
२५ ||
इति पठित्वा मूलमुच्चार्य पञ्चामृतेन—अमुकदेवतां स्नापयामि नमः—इति पृथग्युगपद्वा संस्नाप्य—अन्यानिवेदितं तोयं प्रकृतिस्थं सुशीतलम् |
सुगन्धिद्रव्यसंयुक्तं स्नानार्थं प्रतिगृह्यताम् ||
२६ ||
इत्युक्त्वा मूलान्ते—अमुकदेवतायै स्नानं नमः अमुकदेवतां स्नापयामि नमः—इति वा शङ्खोदकेन स्नानं कारयेत् |
शैवे तु शङ्खोदकनिषेधादन्यदुदकेनैव स्नापनम् |
ततो मूलान्ते—अमुकदेवतायै पुनराचमनीयं स्वधा—इति—वँ—इति वा पुनराचमनीयं तत्पात्रस्थजलेन दद्यात् |
तत्तत्पात्राभावे तु शङ्खादिजलेनैव पाद्यादि दद्यात् |

Bedeutung und Funktion: „Gottheit, nimm diese Einreibung an, aus wohlriechenden Stoffen mit Sesamöl bereitet. Sei mir gnädig.“ (24) Nach dem Vers spreche man den Mula-Mantra: „Diese mit duftendem Öl verbundene Einreibung für die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“ „Mit diesem Panchamrita aus Kuhmilch, Dickmilch, Ghee, Zucker und Honig bade ich dich.“ (25) Nach dem Mula-Mantra bade man die Gottheit mit den fünf Bestandteilen einzeln oder gemeinsam: „Ich bade die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“ „Nimm zum Bad dieses Wasser an, das keinem anderen dargebracht wurde, in natürlichem Zustand und angenehm kühl ist, versehen mit duftenden Stoffen.“ (26) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Das Bad für die so und so genannte Gottheit, Verehrung“ oder „Ich bade die so und so genannte Gottheit, Verehrung“, und vollziehe das Bad mit Muschelwasser. Bei der Verehrung Shivas verwende man anderes Wasser, da dort Muschelwasser untersagt ist. Dann bringe man nach dem Mula-Mantra erneut Mundspülwasser aus seinem Gefäß dar: „Erneutes Mundspülwasser für die so und so genannte Gottheit, Svadha“ oder mit dem angegebenen Va-Bija. Fehlen die jeweiligen Gefäße, bringe man Fußwasser und die weiteren Gaben mit Wasser aus der Muschel oder anderen Gefäßen dar.

M0213. Verse 27–28: Gewänder und Schmuck
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 26–27, Verse 27–28: Gewänder und Schmuck
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ime susūkṣme mṛdunī kīṭakośasamudbhave |
kṛpayā devadeveśa paridhatsva suvāsasī ||
27 ||
iti paṭhitvā mūlamuccārya—amukadevatāyai vastraṃ nivedayāmi namaḥ—iti kṣaumādivastrayugmaṃ nivedya mūlānte amukadevatāyai yajñopavītaṃ namaḥ—iti yajñopavītaṃ nivedya sauvarṇābharaṇaṃ divyaṃ muktāratnopaśobhitam |
ramaṇīyamidaṃ deva gṛhāṇa prītimāvaha ||
28 ||
iti paṭhitvā mūlamantrānte—amukadevatāyai svarṇādighaṭitānyābharaṇāni nivedayāmi—ityābharaṇāni nivedya— Devanagari:
इमे सुसूक्ष्मे मृदुनी कीटकोशसमुद्भवे |
कृपया देवदेवेश परिधत्स्व सुवाससी ||
२७ ||
इति पठित्वा मूलमुच्चार्य—अमुकदेवतायै वस्त्रं निवेदयामि नमः—इति क्षौमादिवस्त्रयुग्मं निवेद्य मूलान्ते अमुकदेवतायै यज्ञोपवीतं नमः—इति यज्ञोपवीतं निवेद्य सौवर्णाभरणं दिव्यं मुक्तारत्नोपशोभितम् |
रमणीयमिदं देव गृहाण प्रीतिमावह ||
२८ ||
इति पठित्वा मूलमन्त्रान्ते—अमुकदेवतायै स्वर्णादिघटितान्याभरणानि निवेदयामि—इत्याभरणानि निवेद्य— Bedeutung und Funktion: „Herr der Götter und Gottheiten, lege gnädig diese beiden schönen, überaus feinen und weichen Gewänder an, aus dem Kokon der Seidenraupe hervorgegangen.“ (27) Danach spreche man den Mula-Mantra: „Ich bringe der so und so genannten Gottheit ein Gewand dar, Verehrung“, und bringe zwei Gewänder aus Leinen oder anderem Stoff dar. Nach dem Mula-Mantra bringe man die heilige Schnur dar: „Die heilige Schnur für die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“ „Gottheit, nimm diesen schönen, himmlischen Goldschmuck an, verziert mit Perlen und Edelsteinen, und freue dich daran.“ (28) Danach spreche man nach dem Mula-Mantra: „Ich bringe der so und so genannten Gottheit Schmuck aus Gold und anderen Stoffen dar“, und bringe den Schmuck dar.

M0214. Verse 29–30: Sandelholz und Blumen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 27, Verse 29–30: Sandelholz und Blumen
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kuraṅgamadakarpūrarocanādisamanvitam |
gṛhāṇa malayotpannametat surabhicandanam ||
29 ||
iti paṭhitvā mūlamuccārya—amukadevatāyai gandhaṃ namaḥ—iti gandhaṃ nivedya—nānāvidhāni caitāni jalasthalaruhāṇi ca |
sugandhīni supuṣpāṇi gṛhāṇa jagadīśvara ||
30 ||
ityuktvā mūlamantrānte—amukadevatāyai puṣpāṇi vauṣaṭ—iti |
namaḥ—iti vā puṣpāṇi nivedayet |
strīdaivate tu devetyādau devītyādi paṭhanīyam |
tataḥ pūjāṃ kuryāt |

Devanagari:
कुरङ्गमदकर्पूररोचनादिसमन्वितम् |
गृहाण मलयोत्पन्नमेतत् सुरभिचन्दनम् ||
२९ ||
इति पठित्वा मूलमुच्चार्य—अमुकदेवतायै गन्धं नमः—इति गन्धं निवेद्य—नानाविधानि चैतानि जलस्थलरुहाणि च |
सुगन्धीनि सुपुष्पाणि गृहाण जगदीश्वर ||
३० ||
इत्युक्त्वा मूलमन्त्रान्ते—अमुकदेवतायै पुष्पाणि वौषट्—इति |
नमः—इति वा पुष्पाणि निवेदयेत् |
स्त्रीदैवते तु देवेत्यादौ देवीत्यादि पठनीयम् |
ततः पूजां कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: „Nimm dieses wohlriechende Sandelholz aus dem Malaya-Gebirge an, verbunden mit Moschus, Kampfer, Rochana und Weiterem.“ (29) Danach spreche man den Mula-Mantra und bringe den Duftstoff dar: „Duftstoff für die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“ „Herr der Welt, nimm diese mannigfaltigen, wohlriechenden schönen Blumen an, die im Wasser oder auf dem Land wachsen.“ (30) Nach dem Mula-Mantra bringe man die Blumen dar: „Blumen für die so und so genannte Gottheit, Vaushat“ oder mit „Verehrung“. Bei einer weiblichen Gottheit ersetze man in solchen Anreden „Gott“ entsprechend durch „Göttin“. Danach vollziehe man die Puja.

M0215. Vers 31: Anga-Gottheiten und Guru-Folge
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 27, Vers 31: Anga-Gottheiten und Guru-Folge
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—mūlamantramuccārya—śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ—iti puṣpāñjalinā trivāramabhyarcya mūlamantrapuṭitairmātṛkāvarṇairdevatāyāstattatsthāneṣu saṃpūjya parivārārcanārthamājñāmādāyāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
yathā—tuṣārasphaṭikaśyāmanīlakṛṣṇāruṇārciṣaḥ |
varadābhayadhāriṇyaḥ pradhānatanavaḥ striyaḥ ||
agnīśāsuravāyavyamadhyadikṣu kramāt sthitāḥ ||
31 ||
ityaṅgadevatāṃ dhyātvā agnīśāsuravāyavyakoṇeṣvagre dikṣu ca krameṇāṅgadevatāḥ pūjayet |
tato vāyavye purata īśāne ca gurvoghatrayaṃ ca saṃpūjya vāyavyādīśānaparyantam—oṃ śrīgurubhyo namaḥ |
oṃ śrīparamagurubhyo namaḥ |
oṃ śrīparāparagurubhyo namaḥ |
oṃ śrīparameṣṭhigurubhyo namaḥ |
iti gurupaṅktīḥ pūjayet |

Devanagari:
यथा—मूलमन्त्रमुच्चार्य—श्रीपादुकां पूजयामि नमः—इति पुष्पाञ्जलिना त्रिवारमभ्यर्च्य मूलमन्त्रपुटितैर्मातृकावर्णैर्देवतायास्तत्तत्स्थानेषु संपूज्य परिवारार्चनार्थमाज्ञामादायावरणपूजां कुर्यात् |
यथा—तुषारस्फटिकश्यामनीलकृष्णारुणार्चिषः |
वरदाभयधारिण्यः प्रधानतनवः स्त्रियः ||
अग्नीशासुरवायव्यमध्यदिक्षु क्रमात् स्थिताः ||
३१ ||
इत्यङ्गदेवतां ध्यात्वा अग्नीशासुरवायव्यकोणेष्वग्रे दिक्षु च क्रमेणाङ्गदेवताः पूजयेत् |
ततो वायव्ये पुरत ईशाने च गुर्वोघत्रयं च संपूज्य वायव्यादीशानपर्यन्तम्—ॐ श्रीगुरुभ्यो नमः |
ॐ श्रीपरमगुरुभ्यो नमः |
ॐ श्रीपरापरगुरुभ्यो नमः |
ॐ श्रीपरमेष्ठिगुरुभ्यो नमः |
इति गुरुपङ्क्तीः पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: So: Nach dem Mula-Mantra verehre man dreimal mit einer Blumengabe: „Ich verehre die heiligen Sandalen, Verehrung.“ Mit den Matrika-Lauten, jeweils vom Mula-Mantra umschlossen, verehre man die Gottheit an den entsprechenden Stellen. Man erbitte die Erlaubnis, ihr Gefolge zu verehren, und vollziehe die Avarana-Puja, die Verehrung der umgebenden Kreise. Man meditiere so über die Anga-Gottheiten: „Weibliche Gestalten, Verkörperungen der Hauptgottheit, leuchtend wie Schnee, Kristall, dunkle Farbe, Blau, Schwarz und Rot, Segen und Furchtlosigkeit gewährend; der Reihe nach im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und den Himmelsrichtungen stehend.“ (31) Dann verehre man die Anga-Gottheiten der Reihe nach in den genannten Ecken, vor sich und in den Himmelsrichtungen. Danach verehre man im Nordwesten, vor sich und im Nordosten die drei Guru-Ströme. Vom Nordwesten bis zum Nordosten verehre man die Guru-Folgen: „Om, Verehrung den erhabenen Gurus; Om, Verehrung den Parama-Gurus; Om, Verehrung den Parapara-Gurus; Om, Verehrung den Parameshthi-Gurus.“ Lesungshinweis: Die räumliche Zuordnung der sechs Anga-Gottheiten ist im Vers und der anschließenden Prosa nicht völlig gleich formuliert; beide Angaben bleiben erhalten.

M0216. Tripura-Gurus und zehn Weltenhüter
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 28, Tripura-Gurus und zehn Weltenhüter
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tripurātiviṣaye tu—ai~ hrī~ śrīgurubhyo namaḥ |
gurupādukābhyo namaḥ—ityevaṃ pūjayet |
tataḥ svakalpoktaparivāradevatāḥ sampūjya pūrvādiṣu indrādidaśalokapālān pūjayet |
yathā—la~ indrāya namaḥ |
ra~ agnaye namaḥ |
ma~ yamāya namaḥ |
kṣa~ nairṛtāya namaḥ |
va~ varuṇāya namaḥ |
ya~ vāyave namaḥ |
sa~ kuberāya namaḥ |
ha~ īśānāya namaḥ |
ā~ brahmaṇe namaḥ—ūrdhvam |
a~ anantāya namaḥ—adhaḥ |
iti saṃpūjya vajrādidaśaśastrāṇi pūjayet |

Devanagari:
त्रिपुरातिविषये तु—ऐँ ह्रीँ श्रीगुरुभ्यो नमः |
गुरुपादुकाभ्यो नमः—इत्येवं पूजयेत् |
ततः स्वकल्पोक्तपरिवारदेवताः सम्पूज्य पूर्वादिषु इन्द्रादिदशलोकपालान् पूजयेत् |
यथा—लँ इन्द्राय नमः |
रँ अग्नये नमः |
मँ यमाय नमः |
क्षँ नैर्ऋताय नमः |
वँ वरुणाय नमः |
यँ वायवे नमः |
सँ कुबेराय नमः |
हँ ईशानाय नमः |
आँ ब्रह्मणे नमः—ऊर्ध्वम् |
अँ अनन्ताय नमः—अधः |
इति संपूज्य वज्रादिदशशस्त्राणि पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Bei Tripura verehre man dagegen mit den angegebenen Bijas: „Verehrung den erhabenen Gurus; Verehrung den Sandalen der Gurus.“ Dann verehre man die im eigenen Kalpa genannten Gefolgegottheiten. Im Osten beginnend verehre man die zehn Weltenhüter von Indra an, jeweils unter dem angegebenen Bija und „Verehrung“: Indra, Agni, Yama, Nairrita, Varuna, Vayu, Kubera, Ishana sowie oben Brahma und unten Ananta. Anschließend verehre man die zehn Waffen von Vajra an. Lesungshinweis: Die einleitende gedruckte Form „tripurātiviṣaye“ ist ungewöhnlich; der Bezug auf die Tripura-Verehrung ist erkennbar, die Wortform bleibt in der Sanskritfassung erhalten.

M0217. Zehn Waffen und erneutes Tarpana
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 28, Zehn Waffen und erneutes Tarpana
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tadyathā—va~ vajrāya namaḥ |
śa~ śaktaye namaḥ |
da~ daṇḍāya namaḥ |
kha~ khaḍgāya namaḥ |
pa~ pāśāya namaḥ |
a~ aṅkuśāya namaḥ |
ga~ gadāyai namaḥ |
śa~ śūlāya namaḥ |
pa~ padmāya namaḥ—ūrdhvam |
ca~ cakrāya namaḥ—adhaḥ |
iti gandhapuṣpādibhiḥ saṃpūjya punarmūlamantramuccārya—sāṅgāyai savāhanāyai sālaṅkārāyai sāyudhāyai saparivārāyai śrī-amukadevatāyai śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ—iti triḥ sakṛdvā saṃpūjya mūlamantramuccārya tattvamudrayā—amukadevatāṃ tarpayāmi namaḥ—iti trivāraṃ tarpayet |

Devanagari:
तद्यथा—वँ वज्राय नमः |
शँ शक्तये नमः |
दँ दण्डाय नमः |
खँ खड्गाय नमः |
पँ पाशाय नमः |
अँ अङ्कुशाय नमः |
गँ गदायै नमः |
शँ शूलाय नमः |
पँ पद्माय नमः—ऊर्ध्वम् |
चँ चक्राय नमः—अधः |
इति गन्धपुष्पादिभिः संपूज्य पुनर्मूलमन्त्रमुच्चार्य—साङ्गायै सवाहनायै सालङ्कारायै सायुधायै सपरिवारायै श्री-अमुकदेवतायै श्रीपादुकां पूजयामि नमः—इति त्रिः सकृद्वा संपूज्य मूलमन्त्रमुच्चार्य तत्त्वमुद्रया—अमुकदेवतां तर्पयामि नमः—इति त्रिवारं तर्पयेत् |

Bedeutung und Funktion: So, jeweils unter dem angegebenen Bija und „Verehrung“: Vajra, der Donnerkeil; Shakti, die Lanze; Danda, der Stab; Khadga, das Schwert; Pasha, die Schlinge; Ankusha, der Elefantenhaken; Gada, die Keule; Shula, der Dreizack; oben Padma, der Lotus; unten Chakra, der Diskus. Nach ihrer Verehrung mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem spreche man wiederum den Mula-Mantra: „Ich verehre die heiligen Sandalen der erhabenen, so und so genannten Gottheit samt ihren Angas, ihrem Reittier, Schmuck, Waffen und Gefolge, Verehrung.“ So verehre man dreimal oder einmal. Nach dem Mula-Mantra vollziehe man dreimal Tarpana mit der Tattva-Mudra: „Ich erquicke die so und so genannte Gottheit, Verehrung.“

M0218. Vers 32: Räucherwerk und Glocke
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 28, Vers 32: Räucherwerk und Glocke
Belegte Formeln im Ritualzusammenhang; Mula-Mantra nur genannt, nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato dhūpapātrāgnau dhūpaṃ nidhāyāstramantreṇa saṃprokṣya—namaḥ—iti gandhapuṣpākṣataiḥ saṃpūjya mūlamantreṇābhimantrya dhenumudrayā'mṛtīkṛtya—oṃ jayadhvanimantramātaḥ svāhā—iti mantreṇāstreṇa vādyaghaṇṭāṃ sampūjya vāmahastena tāṃ vādayan—vanaspatirasodbhūto gandhāḍhyaḥ sumanoharaḥ |
āghreyaḥ sarvadevānāṃ dhūpo'yaṃ pratigṛhyatām ||
32 ||
iti paṭhitvā mūlamantrānte—amukadevatāyai dhūpaṃ nivedayāmi—iti nīcairdhūpaṃ nivedya devasya vāmabhāge purato vā sthāpayet |
tato dīpapātre dīpaṃ prajvālya dhūpavat saṃskṛtya ghaṇṭāṃ vādayan— Devanagari:
ततो धूपपात्राग्नौ धूपं निधायास्त्रमन्त्रेण संप्रोक्ष्य—नमः—इति गन्धपुष्पाक्षतैः संपूज्य मूलमन्त्रेणाभिमन्त्र्य धेनुमुद्रयाऽमृतीकृत्य—ॐ जयध्वनिमन्त्रमातः स्वाहा—इति मन्त्रेणास्त्रेण वाद्यघण्टां सम्पूज्य वामहस्तेन तां वादयन्—वनस्पतिरसोद्भूतो गन्धाढ्यः सुमनोहरः |
आघ्रेयः सर्वदेवानां धूपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ||
३२ ||
इति पठित्वा मूलमन्त्रान्ते—अमुकदेवतायै धूपं निवेदयामि—इति नीचैर्धूपं निवेद्य देवस्य वामभागे पुरतो वा स्थापयेत् |
ततो दीपपात्रे दीपं प्रज्वाल्य धूपवत् संस्कृत्य घण्टां वादयन्— Bedeutung und Funktion: Dann lege man Räucherwerk auf das Feuer im Räuchergefäß, besprenge es mit dem Waffen-Mantra, verehre es unter „Verehrung“ mit Duftstoffen, Blumen und unversehrten Reiskörnern, bespreche es mit dem Mula-Mantra und erfülle es durch die Dhenu-Mudra mit Nektar. Man verehre die Glocke mit dem Mantra „Om, Mutter der Mantras im Siegesklang, Svaha“ und mit dem Waffen-Mantra. Während man sie mit der linken Hand läutet, spreche man: „Nimm dieses Räucherwerk an, aus dem Saft der Bäume entstanden, reich an Duft, überaus erfreulich, von allen Gottheiten einzuatmen.“ (32) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Ich bringe der so und so genannten Gottheit Räucherwerk dar“, bringe es in niedriger Haltung dar und stelle es links von der Gottheit oder vor ihr auf. Dann entzünde man das Licht im Lampengefäß, weihe es wie das Räucherwerk und läute die Glocke.

M0219. Vers 33: Darbringung des Lichtes
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 29, Vers 33: Darbringung des Lichtes
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
suprakāśo mahādīpaḥ sarvatra timirāpahaḥ |
sabāhyābhyantaraṃ jyotirdīpo'yaṃ pratigṛhyatām ||
33 ||
iti paṭhitvā mūlānte—amukadevatāyai dīpaṃ nivedayāmi—iti dīpaṃ nivedya devasya dṛṣṭiparyantamuttolya paribhrāmya ghṛtayuktaṃ ceddakṣiṇaṃ tailayuktaṃ cedvāme sitā vartiśceddakṣiṇe raktā vartiścedvāme dīpaṃ sthāpayet |
puratastu na niyamaḥ |

Devanagari:
सुप्रकाशो महादीपः सर्वत्र तिमिरापहः |
सबाह्याभ्यन्तरं ज्योतिर्दीपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ||
३३ ||
इति पठित्वा मूलान्ते—अमुकदेवतायै दीपं निवेदयामि—इति दीपं निवेद्य देवस्य दृष्टिपर्यन्तमुत्तोल्य परिभ्राम्य घृतयुक्तं चेद्दक्षिणं तैलयुक्तं चेद्वामे सिता वर्तिश्चेद्दक्षिणे रक्ता वर्तिश्चेद्वामे दीपं स्थापयेत् |
पुरतस्तु न नियमः |

Bedeutung und Funktion: „Nimm dieses Licht an: eine große, hell strahlende Lampe, die überall die Dunkelheit vertreibt, Licht außen wie innen.“ (33) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Ich bringe der so und so genannten Gottheit Licht dar.“ Man hebe die Lampe bis auf Augenhöhe der Gottheit und führe sie kreisend vor ihr. Eine Ghee-Lampe stelle man rechts, eine Öllampe links auf; bei weißem Docht rechts, bei rotem Docht links. Für eine Aufstellung vor der Gottheit gilt diese Regel nicht.

M0220. Verse 34–35: Speise und fünf Prana-Gaben
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 29, Verse 34–35: Speise und fünf Prana-Gaben
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
naivedyaṃ ṣaḍrasopetaṃ caturvidhamidaṃ tava |
sthāpitaṃ purato bhaktyā gṛhāṇa tuṣṭimāvaha ||
34 ||
hemapātrasthitaṃ divyaṃ paramānnaṃ susaṃskṛtam |
pañcaṣaḍrasasaṃyuktaṃ gṛhāṇa mama siddhaye ||
35 ||
iti paṭhitvā naivedyapātraṃ karābhyāṃ spṛṣṭvā mūlamantramuccārya—amukadevatāyai idaṃ yathāsambhavaṃ nivedayāmi namaḥ svāhā—iti dakṣiṇahastena jalamādāya naivedyaṃ samarpayet |
tato devasya dakṣiṇahaste—oṃ amṛtopastaraṇamasi svāhā—iti jalaṃ dattvā vāmahastena vikacotpalanibhāṃ grāsamudrāṃ pradarśya dakṣiṇahastenoktamudrābhiḥ—oṃ prāṇāya svāhā |
oṃ apānāya svāhā |
oṃ udānāya svāhā |
oṃ vyānāya svāhā |
oṃ samānāya svāhā—iti pañcaprāṇāhutīrhutvā Devanagari:
नैवेद्यं षड्रसोपेतं चतुर्विधमिदं तव |
स्थापितं पुरतो भक्त्या गृहाण तुष्टिमावह ||
३४ ||
हेमपात्रस्थितं दिव्यं परमान्नं सुसंस्कृतम् |
पञ्चषड्रससंयुक्तं गृहाण मम सिद्धये ||
३५ ||
इति पठित्वा नैवेद्यपात्रं कराभ्यां स्पृष्ट्वा मूलमन्त्रमुच्चार्य—अमुकदेवतायै इदं यथासम्भवं निवेदयामि नमः स्वाहा—इति दक्षिणहस्तेन जलमादाय नैवेद्यं समर्पयेत् |
ततो देवस्य दक्षिणहस्ते—ॐ अमृतोपस्तरणमसि स्वाहा—इति जलं दत्त्वा वामहस्तेन विकचोत्पलनिभां ग्रासमुद्रां प्रदर्श्य दक्षिणहस्तेनोक्तमुद्राभिः—ॐ प्राणाय स्वाहा |
ॐ अपानाय स्वाहा |
ॐ उदानाय स्वाहा |
ॐ व्यानाय स्वाहा |
ॐ समानाय स्वाहा—इति पञ्चप्राणाहुतीर्हुत्वा Bedeutung und Funktion: „Diese vierfache Speisegabe mit den sechs Geschmacksrichtungen ist in Hingabe vor dir aufgestellt. Nimm sie an und sei zufrieden.“ (34) „Nimm diese göttliche, sorgfältig bereitete köstliche Reisspeise im Goldgefäß an, versehen mit fünf oder sechs Geschmacksrichtungen, damit ich Vollendung erlange.“ (35) Danach berühre man das Speisegefäß mit beiden Händen und spreche den Mula-Mantra: „Dies bringe ich der so und so genannten Gottheit nach meinen Möglichkeiten dar, Verehrung, Svaha.“ Mit Wasser in der rechten Hand übergebe man die Speisegabe. Dann gebe man Wasser in die rechte Hand der Gottheit: „Om, du bist die Unterlage aus Nektar, Svaha.“ Mit der linken Hand zeige man die Grasa-Mudra, einer geöffneten Wasserlilie gleich; mit der rechten vollziehe man die angegebenen Mudras und die fünf Prana-Gaben: „Om, dem Prana Svaha; Om, dem Apana Svaha; Om, dem Udana Svaha; Om, dem Vyana Svaha; Om, dem Samana Svaha.“

M0221. Vers 36: Wasser und Verweilen bei der Speisung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 29–30, Vers 36: Wasser und Verweilen bei der Speisung
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pātrāntare jalaṃ nidhāya dhenumudrayā'mṛtīkṛtya—namaste devadeveśa sarvatṛptikaraṃ varam |
anyāniveditaṃ śuddhaṃ prakṛtisthaṃ suśītalam ||
paramānandasampūrṇaṃ gṛhāṇa jalamuttamam ||
36 ||
ityuktvā devatāyā vāmabhāge jalapātraṃ niveśya mūlena puṣpāñjaliṃ dattvā'stramantreṇa digbandhanaṃ vidhāya devatāyāḥ parito yavanikāṃ kṛtvā—amṛtātmakanaivedyaṃ namaḥ—ityuccārya dhenumudrāṃ pradarśya bhuñjānāṃ devatāṃ smṛtvā'ṣṭottaraśataṃ daśadhā vā mūlamantraṃ prajapya—oṃ amṛtāpidhānamasi svāhā—iti jalaṃ dadyāt |

Devanagari:
पात्रान्तरे जलं निधाय धेनुमुद्रयाऽमृतीकृत्य—नमस्ते देवदेवेश सर्वतृप्तिकरं वरम् |
अन्यानिवेदितं शुद्धं प्रकृतिस्थं सुशीतलम् ||
परमानन्दसम्पूर्णं गृहाण जलमुत्तमम् ||
३६ ||
इत्युक्त्वा देवताया वामभागे जलपात्रं निवेश्य मूलेन पुष्पाञ्जलिं दत्त्वाऽस्त्रमन्त्रेण दिग्बन्धनं विधाय देवतायाः परितो यवनिकां कृत्वा—अमृतात्मकनैवेद्यं नमः—इत्युच्चार्य धेनुमुद्रां प्रदर्श्य भुञ्जानां देवतां स्मृत्वाऽष्टोत्तरशतं दशधा वा मूलमन्त्रं प्रजप्य—ॐ अमृतापिधानमसि स्वाहा—इति जलं दद्यात् |

Bedeutung und Funktion: Man gebe Wasser in ein anderes Gefäß und erfülle es durch die Dhenu-Mudra mit Nektar. Dann spreche man: „Verehrung dir, Herr der Götter und Gottheiten! Nimm dieses vorzügliche Wasser an, das alle zufriedenstellt, keinem anderen dargebracht, rein, in natürlichem Zustand, angenehm kühl und von höchster Glückseligkeit erfüllt.“ (36) Man stelle das Wassergefäß links von der Gottheit auf, bringe mit dem Mula-Mantra eine Blumengabe dar und schließe mit dem Waffen-Mantra die Richtungen schützend ab. Man ziehe einen Vorhang um die Gottheit, spreche „Die Speisegabe ist Nektar, Verehrung“ und zeige die Dhenu-Mudra. Während man sich die Gottheit als speisend vergegenwärtigt, wiederhole man den Mula-Mantra einhundertachtmal oder zehnmal. Dann gebe man Wasser mit „Om, du bist die Bedeckung aus Nektar, Svaha“.

M0222. Vaishvadeva-Homa und Gabe an das Gefolge
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 30, Vaishvadeva-Homa und Gabe an das Gefolge
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato dakṣiṇe sthaṇḍilaṃ kṛtvā vakṣyamāṇaprakāreṇāgniṃ saṃsthāpya tasminnagnau devatāmāvāhya pādyādibhirgandhapuṣpādibhiśca saṃpūjya ghṛtayuktena pāyasena vaiśvadevākhyaṃ homaṃ kuryāt |
tatra prathamaṃ sapraṇavābhirvyāhṛtibhirhutvā mūlamantreṇa pañcaviṃśatyāhutīrdadyāt |
punarvyāhṛtibhirhutvā pañcopacārairdevatāṃ saṃpūjya pīṭhamūrtau tāṃ saṃyojya vahniṃ visṛjet |
tataḥ śiṣṭena pāyasena—oṃ amukadevatāyāḥ pārṣadebhya eṣa balirnamaḥ—iti pārṣadebhyo gandhapuṣpākṣatasahitaṃ baliṃ visṛjet |

Devanagari:
ततो दक्षिणे स्थण्डिलं कृत्वा वक्ष्यमाणप्रकारेणाग्निं संस्थाप्य तस्मिन्नग्नौ देवतामावाह्य पाद्यादिभिर्गन्धपुष्पादिभिश्च संपूज्य घृतयुक्तेन पायसेन वैश्वदेवाख्यं होमं कुर्यात् |
तत्र प्रथमं सप्रणवाभिर्व्याहृतिभिर्हुत्वा मूलमन्त्रेण पञ्चविंशत्याहुतीर्दद्यात् |
पुनर्व्याहृतिभिर्हुत्वा पञ्चोपचारैर्देवतां संपूज्य पीठमूर्तौ तां संयोज्य वह्निं विसृजेत् |
ततः शिष्टेन पायसेन—ॐ अमुकदेवतायाः पार्षदेभ्य एष बलिर्नमः—इति पार्षदेभ्यो गन्धपुष्पाक्षतसहितं बलिं विसृजेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann bereite man südlich einen Opferplatz und errichte darauf das Feuer nach dem noch zu beschreibenden Verfahren. Man rufe die Gottheit in diesem Feuer herbei und verehre sie mit Fußwasser und den weiteren Gaben sowie mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Mit Milchreis samt Ghee vollziehe man das Vaishvadeva genannte Homa. Zuerst opfere man mit den Vyahritis, denen der Pranava vorausgeht; dann bringe man unter dem Mula-Mantra fünfundzwanzig Opfergaben dar. Wieder opfere man mit den Vyahritis, verehre die Gottheit mit den fünf Upacharas, vereinige sie mit ihrer Verkörperung auf dem Pitha und entlasse das Feuer. Vom übrigen Milchreis bringe man dem Gefolge eine Bali-Gabe zusammen mit Duftstoffen, Blumen und unversehrten Reiskörnern dar: „Om, diese Bali-Gabe für die Begleiter der so und so genannten Gottheit, Verehrung.“

M0223. Vers 37: Speisereste und Tambula
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 30, Vers 37: Speisereste und Tambula
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato yavanikāmudvāsya devena yatheṣṭaṃ bhuktaṃ naivedyaṃ sambhāvya naivedyapātraṃ nairṛtīdiśi saṃsthāpya naivedyasthānamastramantreṇa gomayādbhiḥ saṃśodhya devocchiṣṭaṃ kiṃcit samādāya—oṃ nirmālyabhojine namaḥ—ityaiśānyāṃ diśi kṣipet |
tato hastau prakṣālya tāmbūlamādāya purataḥ saṃsthāpya—elālavaṅgakhadiracūrṇapūgādisaṃyutam |
tāmbūlaṃ devadeveśa gṛhāṇa tvaṃ prasīda me ||
37 ||
iti paṭhitvā mūlānte—amukadevatāyai idaṃ tāmbūlaṃ nivedayāmi svāhā—iti nivedya mūlena gandhapuṣpādibhistrivāraṃ pūjayet |
tato darpaṇaṃ pradarśya chatracāmarādikaṃ nivedya Devanagari:
ततो यवनिकामुद्वास्य देवेन यथेष्टं भुक्तं नैवेद्यं सम्भाव्य नैवेद्यपात्रं नैर्ऋतीदिशि संस्थाप्य नैवेद्यस्थानमस्त्रमन्त्रेण गोमयाद्भिः संशोध्य देवोच्छिष्टं किंचित् समादाय—ॐ निर्माल्यभोजिने नमः—इत्यैशान्यां दिशि क्षिपेत् |
ततो हस्तौ प्रक्षाल्य ताम्बूलमादाय पुरतः संस्थाप्य—एलालवङ्गखदिरचूर्णपूगादिसंयुतम् |
ताम्बूलं देवदेवेश गृहाण त्वं प्रसीद मे ||
३७ ||
इति पठित्वा मूलान्ते—अमुकदेवतायै इदं ताम्बूलं निवेदयामि स्वाहा—इति निवेद्य मूलेन गन्धपुष्पादिभिस्त्रिवारं पूजयेत् |
ततो दर्पणं प्रदर्श्य छत्रचामरादिकं निवेद्य Bedeutung und Funktion: Dann entferne man den Vorhang und betrachte die Speisegabe als von der Gottheit nach Wunsch genossen. Man stelle das Speisegefäß im Südwesten ab und reinige seinen bisherigen Platz mit dem Waffen-Mantra und Wasser mit Kuhdung. Etwas von den Speiseresten der Gottheit bringe man im Nordosten dar: „Om, Verehrung dem Empfänger der übriggebliebenen Opfergaben.“ Dann wasche man die Hände, nehme Tambula und stelle es vor die Gottheit. Man spreche: „Herr der Götter und Gottheiten, nimm diesen Tambula an, versehen mit Kardamom, Gewürznelken, Khadira-Pulver, Arekanuss und Weiterem. Sei mir gnädig.“ (37) Nach dem Mula-Mantra spreche man: „Diesen Tambula bringe ich der so und so genannten Gottheit dar, Svaha.“ Dann verehre man unter dem Mula-Mantra dreimal mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Man zeige einen Spiegel und bringe Sonnenschirm, Fliegenwedel und weitere Gaben dar.

M0224. Bali-Gaben bei der Shakti-Verehrung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 30, Bali-Gaben bei der Shakti-Verehrung
Belegte Ritualformeln; Bija-Zeichen nach Druck, Funktionen getrennt von wörtlicher Übersetzung.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śaktiviṣaye tu svakalpoktamantreṇa devatāyai māṣabhaktādibaliṃ dattvā āgneyādiṣu pūrvadakṣiṇottarapaścimabhāgeṣu vā yathākramaṃ gaṇeśavaṭukakṣetrapālayoginībhyo baliṃ dadyāt |
tatra kramastu maṇḍalāni kṛtvā balipātrāṇi saṃsthāpya—ga~ gaṇeśāya balimūrtaye namaḥ—ityādimantreṇa baliṃ sampūjya—gā~ gaṇeśāya namaḥ |
vā~ vaṭukāya namaḥ |
kṣā~ kṣetrapālāya namaḥ |
yā~ yoginībhyo namaḥ |
iti mantrairgandhapuṣpādibhistānabhyarcya—gā~ gī~ gū~ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me vaśamānaya baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā—eṣa balirgaṇapataye namaḥ—iti gaṇeśāya baliṃ dattvā— Devanagari:
शक्तिविषये तु स्वकल्पोक्तमन्त्रेण देवतायै माषभक्तादिबलिं दत्त्वा आग्नेयादिषु पूर्वदक्षिणोत्तरपश्चिमभागेषु वा यथाक्रमं गणेशवटुकक्षेत्रपालयोगिनीभ्यो बलिं दद्यात् |
तत्र क्रमस्तु मण्डलानि कृत्वा बलिपात्राणि संस्थाप्य—गँ गणेशाय बलिमूर्तये नमः—इत्यादिमन्त्रेण बलिं सम्पूज्य—गाँ गणेशाय नमः |
वाँ वटुकाय नमः |
क्षाँ क्षेत्रपालाय नमः |
याँ योगिनीभ्यो नमः |
इति मन्त्रैर्गन्धपुष्पादिभिस्तानभ्यर्च्य—गाँ गीँ गूँ गणपतये वर वरद सर्वजनं मे वशमानय बलिं गृह्ण गृह्ण स्वाहा—एष बलिर्गणपतये नमः—इति गणेशाय बलिं दत्त्वा— Bedeutung und Funktion: Bei der Shakti-Verehrung bringe man der Gottheit unter dem im eigenen Kalpa genannten Mantra eine Bali-Gabe aus Masha-Bohnen und Reis oder anderem dar. In den Zwischenrichtungen, beginnend im Südosten, oder der Reihe nach im Osten, Süden, Norden und Westen gebe man Bali an Ganesha, Vatuka, Kshetrapala und die Yoginis. Dazu zeichne man Mandalas, stelle die Bali-Gefäße auf und verehre die Gabe mit dem angegebenen Bija und „Verehrung Ganesha in der Gestalt der Bali-Gabe“ sowie den entsprechenden weiteren Formeln. Unter den jeweils angegebenen Bijas verehre man mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem: „Verehrung Ganesha; Verehrung Vatuka; Verehrung Kshetrapala; Verehrung den Yoginis.“ Dann gebe man Ganesha seine Bali-Gabe unter den angegebenen Bijas und „Ganapati, Erhabener, Segensspender, bringe alle Menschen unter meinen Einfluss. Nimm die Bali-Gabe an, nimm sie an, Svaha. Diese Bali-Gabe für Ganapati, Verehrung.“ Diese Bitte um Einfluss ist eine Aussage des überlieferten Ritualtextes.

M0225. Bali an Vatuka und Kshetrapala
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 31, Bali an Vatuka und Kshetrapala
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
aihyehi devīputra vaṭukanātha kapilajaṭābhāra bhāsura trinetra jvālāmukha sarvavighnān nāśaya sarvopacārasahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā—eṣa baliṃ vaṭukāya namaḥ—iti vaṭukāya baliṃ dattvā—kṣā~ kṣī~ kṣe~ kṣai~ kṣau~ kṣaḥ kṣetrapālāya dhūpadīpādisahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā—eṣa baliḥ kṣetrapālāya namaḥ—iti kṣetrapālāya baliṃ dattvā— Devanagari:
ऐह्येहि देवीपुत्र वटुकनाथ कपिलजटाभार भासुर त्रिनेत्र ज्वालामुख सर्वविघ्नान् नाशय सर्वोपचारसहितं बलिं गृह्ण गृह्ण स्वाहा—एष बलिं वटुकाय नमः—इति वटुकाय बलिं दत्त्वा—क्षाँ क्षीँ क्षेँ क्षैँ क्षौँ क्षः क्षेत्रपालाय धूपदीपादिसहितं बलिं गृह्ण गृह्ण स्वाहा—एष बलिः क्षेत्रपालाय नमः—इति क्षेत्रपालाय बलिं दत्त्वा— Bedeutung und Funktion: „Komm, komm, Sohn der Göttin, Herr Vatuka, mit deiner Fülle rotbrauner Haarflechten, Strahlender, Dreiäugiger, mit flammendem Antlitz! Vernichte alle Hindernisse. Nimm die Bali-Gabe mit allen Upacharas an, nimm sie an, Svaha. Diese Bali-Gabe für Vatuka, Verehrung.“ Damit bringe man Vatuka Bali dar. Unter der gedruckten Ksha-Bija-Reihe spreche man dann: „Für Kshetrapala: Nimm die Bali-Gabe mit Räucherwerk, Licht und Weiterem an, nimm sie an, Svaha. Diese Bali-Gabe für Kshetrapala, Verehrung.“ So bringe man Kshetrapala Bali dar. Lesungshinweis: Die gedruckte Bija-Reihe enthält zwischen langem I und E kein U; ein vermeintlich fehlendes Glied wird nicht ergänzt.

M0226. Vers 38: Bali an die Yoginis
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 31, Vers 38: Bali an die Yoginis
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yā~ yoginībhyaḥ svāhā—ūrdhvaṃ brahmāṇḍato vā divi gaganatale bhūtale niṣkale vā pātāle vā'nale vā salilapavanayoryatra tatra sthitā vā |
kṣetre pīṭhopapīṭhādiṣu ca kṛtapadāḥ puṣpadhūpādikena prītā devyaḥ sadā naḥ śubhavidhi balinā pāntu vīrendravandyāḥ ||
38 ||
eṣa baliryoginībhyo namaḥ—iti yoginībhyo baliṃ dadyāt |
vaiṣṇavādau tu bhūtabalimātram |

Devanagari:
याँ योगिनीभ्यः स्वाहा—ऊर्ध्वं ब्रह्माण्डतो वा दिवि गगनतले भूतले निष्कले वा पाताले वाऽनले वा सलिलपवनयोर्यत्र तत्र स्थिता वा |
क्षेत्रे पीठोपपीठादिषु च कृतपदाः पुष्पधूपादिकेन प्रीता देव्यः सदा नः शुभविधि बलिना पान्तु वीरेन्द्रवन्द्याः ||
३८ ||
एष बलिर्योगिनीभ्यो नमः—इति योगिनीभ्यो बलिं दद्यात् |
वैष्णवादौ तु भूतबलिमात्रम् |

Bedeutung und Funktion: Unter dem angegebenen Bija: „Den Yoginis Svaha.“ „Ob oberhalb des Welteis, im Himmel, im Luftraum, auf der Erde oder im Ungeteilten, in der Unterwelt, im Feuer, im Wasser oder Wind, wo auch immer sie weilen; die in heiligen Bezirken, Pithas, Upapithas und weiteren Stätten ihren Platz haben: Mögen diese von den führenden Viras verehrten Göttinnen, erfreut durch Blumen, Räucherwerk und Weiteres, uns stets durch die glückverheißend dargebrachte Bali-Gabe schützen.“ (38) „Diese Bali-Gabe für die Yoginis, Verehrung“ — damit bringe man ihnen Bali dar. Bei Vishnu-Verehrung und entsprechenden anderen Verfahren erfolgt nur die Bhuta-Bali-Gabe. Lesungshinweis: Die Verbindung „śubhav idhi“ beziehungsweise „śubhav idhim“ ist im Druck nicht eindeutig konstruiert; die deutsche Fassung gibt hier den erkennbaren Sinn wieder, ohne eine Sanskrit-Ergänzung einzusetzen.

M0227. Verse 39–40: Speisegabe an die Bhutas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 31, Verse 39–40: Speisegabe an die Bhutas
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato bhūtabaliṃ dadyāt |
tadyathā—īśāne maṇḍalaṃ kṛtvā annavyañjanapuṣpākṣatajalādiyuktaṃ sādhāraṃ balipātraṃ saṃsthāpya tatra—oṃ sarvebhyo bhūtebhyo namaḥ—iti gandhapuṣpādibhiḥ saṃpūjya—ye raudrā raudrakarmāṇo raudrasthānanivāsinaḥ |
yoginyo'pyugrarūpāśca gaṇanāthādhipāśca ye ||
39 ||
bhūcarāḥ khecarāścaiva ye tiṣṭhantyantarikṣagāḥ |
sarve te prītamanaso bhūtvā gṛhṇantvimaṃ balim ||
40 ||
iti paṭhitvā vāmahastena tatpātre jaladhārāṃ samarpya—oṃ sarvebhyo bhūtebhya eṣo'nnabalirnamaḥ—iti dakṣahastenotsṛjet |

Devanagari:
ततो भूतबलिं दद्यात् |
तद्यथा—ईशाने मण्डलं कृत्वा अन्नव्यञ्जनपुष्पाक्षतजलादियुक्तं साधारं बलिपात्रं संस्थाप्य तत्र—ॐ सर्वेभ्यो भूतेभ्यो नमः—इति गन्धपुष्पादिभिः संपूज्य—ये रौद्रा रौद्रकर्माणो रौद्रस्थाननिवासिनः |
योगिन्योऽप्युग्ररूपाश्च गणनाथाधिपाश्च ये ||
३९ ||
भूचराः खेचराश्चैव ये तिष्ठन्त्यन्तरिक्षगाः |
सर्वे ते प्रीतमनसो भूत्वा गृह्णन्त्विमं बलिम् ||
४० ||
इति पठित्वा वामहस्तेन तत्पात्रे जलधारां समर्प्य—ॐ सर्वेभ्यो भूतेभ्य एषोऽन्नबलिर्नमः—इति दक्षहस्तेनोत्सृजेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann bringe man den Bhutas Bali dar. Im Nordosten zeichne man ein Mandala und stelle darauf ein Bali-Gefäß samt Unterlage mit Reis, Beilagen, Blumen, unversehrten Reiskörnern, Wasser und Weiterem. Unter „Om, Verehrung allen Bhutas“ verehre man sie mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. „Die Furchtbaren, deren Taten furchtbar sind und die an furchtbaren Orten wohnen, auch die Yoginis von gewaltiger Gestalt und die Herren über die Anführer der Scharen; (39) die auf der Erde wandeln, die im Raum wandeln und die im Luftraum verweilen: Sie alle mögen freudigen Herzens diese Bali-Gabe annehmen.“ (40) Danach gieße man mit der linken Hand einen Wasserstrahl in das Gefäß und bringe mit der rechten Hand dar: „Om, diese Speisegabe für alle Bhutas, Verehrung.“

M0228. Verse 41–42: Entlassung und Darbringung des Japa
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 31–32, Verse 41–42: Entlassung und Darbringung des Japa
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ puṣpāñjalimādāya prārthayet |
bhūtāni yānīha vasanti bhūtale baliṃ gṛhītvā vidhivat prayuktām |
santoṣamāsādya vrajantu sarve kṣamantu tānyatra namo'stu tebhyaḥ ||
41 ||
iti samprārthya puṣpāñjaliṃ dattvā natvā ca—bhūtāni yathāsukhaṃ viharantu—iti nārācamudrayā visṛjet |
tato mūlamaṣṭottarasahasraṃ prajapya—guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādājjagatpate ||
42 ||
iti japaṃ nivedya yathāśakti stutvā praṇamya āsanādutthāya triḥ parikramya sāṣṭāṅgaṃ praṇamet |

Devanagari:
ततः पुष्पाञ्जलिमादाय प्रार्थयेत् |
भूतानि यानीह वसन्ति भूतले बलिं गृहीत्वा विधिवत् प्रयुक्ताम् |
सन्तोषमासाद्य व्रजन्तु सर्वे क्षमन्तु तान्यत्र नमोऽस्तु तेभ्यः ||
४१ ||
इति सम्प्रार्थ्य पुष्पाञ्जलिं दत्त्वा नत्वा च—भूतानि यथासुखं विहरन्तु—इति नाराचमुद्रया विसृजेत् |
ततो मूलमष्टोत्तरसहस्रं प्रजप्य—गुह्यातिगुह्यगोप्ता त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् |
सिद्धिर्भवतु मे देव त्वत्प्रसादाज्जगत्पते ||
४२ ||
इति जपं निवेद्य यथाशक्ति स्तुत्वा प्रणम्य आसनादुत्थाय त्रिः परिक्रम्य साष्टाङ्गं प्रणमेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann nehme man eine Blumengabe in die Hände und bete: „Alle Bhutas, die hier auf der Erde wohnen, mögen diese vorschriftsmäßig dargebrachte Bali-Gabe annehmen, zufrieden werden und weiterziehen. Mögen sie hier verzeihen; Verehrung sei ihnen.“ (41) Man bringe die Blumen dar, verneige sich und entlasse sie mit der Naracha-Mudra: „Die Bhutas mögen nach ihrem Wohlgefallen umherziehen.“ Dann wiederhole man den Mula-Mantra eintausendachtmal und spreche: „Du Hüter des Geheimsten der Geheimnisse, nimm den von uns vollzogenen Japa an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden, Gottheit, Herr der Welt.“ (42) So bringe man den Japa dar, preise nach Kräften und verneige sich. Man erhebe sich vom Sitz, umschreite dreimal und verneige sich mit acht Körperteilen.

M0229. Vardhani und schützende Umkreisung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 32, Vardhani und schützende Umkreisung
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tata īśānasthe pūrvasañcitavikirapuñjeṣu suvarṇagarbhāṃ vastraveṣṭitāṃ jalapūritāṃ varddhanīṃ saṃsthāpya—siṃhasthāṃ khaḍgakheṭakadhāriṇīṃ ghorarūpāṃ paścimāsyām—astradevatāṃ dhyātvā tasyāmāvāhya—phaṭ astradevatāyai namaḥ—iti mantreṇa pañcopacāraiścalāsanenaiva sampūjya tāṃ karkarīmādāya—amukadevatājñayā indrāmukadevayajanaṃ rakṣa—ityādisakalalokapālān bhāvayan nālādvāridhārāṃ vimocya maṇḍapābhyantaraṃ pradakṣiṇīkṛtya—phaṭ—ityastramantramuccārya yathāsthānaṃ niveśayet |
tataḥ sthirāsano bhūtvā gandhādyairupacāraiḥ pūrvavat sampūjya praṇamet |

Devanagari:
तत ईशानस्थे पूर्वसञ्चितविकिरपुञ्जेषु सुवर्णगर्भां वस्त्रवेष्टितां जलपूरितां वर्द्धनीं संस्थाप्य—सिंहस्थां खड्गखेटकधारिणीं घोररूपां पश्चिमास्याम्—अस्त्रदेवतां ध्यात्वा तस्यामावाह्य—फट् अस्त्रदेवतायै नमः—इति मन्त्रेण पञ्चोपचारैश्चलासनेनैव सम्पूज्य तां कर्करीमादाय—अमुकदेवताज्ञया इन्द्रामुकदेवयजनं रक्ष—इत्यादिसकललोकपालान् भावयन् नालाद्वारिधारां विमोच्य मण्डपाभ्यन्तरं प्रदक्षिणीकृत्य—फट्—इत्यस्त्रमन्त्रमुच्चार्य यथास्थानं निवेशयेत् |
ततः स्थिरासनो भूत्वा गन्धाद्यैरुपचारैः पूर्ववत् सम्पूज्य प्रणमेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann stelle man im Nordosten auf die zuvor aufgehäuften Streugaben eine mit Wasser gefüllte Vardhani-Kanne, in die Gold gelegt ist und die in Stoff gehüllt ist. Man meditiere über die Waffen-Gottheit: auf einem Löwen, Schwert und Schild tragend, von furchtbarer Gestalt, nach Westen blickend. Man rufe sie in der Kanne herbei und verehre sie mit den fünf Upacharas unter „Phat, Verehrung der Waffen-Gottheit“. Dabei nennt der Text einen beweglichen Sitz. Man nehme die Kanne und vergegenwärtige alle Weltenhüter mit Anreden wie: „Indra, schütze auf Befehl der so und so genannten Gottheit deren Opferstätte!“ Während man aus der Tülle einen Wasserstrahl ausgießt, umschreite man rechtsherum das Innere des Pavillons. Unter dem Waffen-Mantra stelle man die Kanne an ihren Platz zurück. Dann nehme man einen festen Sitz ein, verehre wie zuvor mit Duftstoffen und weiteren Upacharas und verneige sich. Lesungshinweis: Die genaue praktische Bedeutung des hier genannten beweglichen Sitzes bleibt offen.

M0230. Sankalpa für das Diksha-Homa
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 32, Sankalpa für das Diksha-Homa
Belegte Formeln; Eigennamenplatzhalter bleiben als solche erkennbar; lokale Lesungshinweise beachten.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tata ācāryaḥ svīyakuṇḍe pūrveśānamadhyasthe vidhivadagnisaṃskāraṃ kuryāt |
tatrādau kuṇḍasthānamāgatyāsane upaviśya tattvatrayeṇācamya kuśatrayatilajalānyādāya saṅkalpaṃ kuryāt |
tadyathā—oṃ adya—ityādideśakālau saṅkīrtya—amukagotro'mukadevaśarmā'mukagotrāmukaśarmakartṛkāmukadevatāmukamantradīkṣākarmāṅgabhūtahomakarmāhaṃ kariṣye—iti saṅkalpya pūrvoktamantreṇa sūryārghaṃ dattvā sāmānyārghaṃ saṃsthāpya kuṇḍasya vīkṣaṇādyaṣṭādaśasaṃskārān kuryāt |
tadyathā— Devanagari:
तत आचार्यः स्वीयकुण्डे पूर्वेशानमध्यस्थे विधिवदग्निसंस्कारं कुर्यात् |
तत्रादौ कुण्डस्थानमागत्यासने उपविश्य तत्त्वत्रयेणाचम्य कुशत्रयतिलजलान्यादाय सङ्कल्पं कुर्यात् |
तद्यथा—ॐ अद्य—इत्यादिदेशकालौ सङ्कीर्त्य—अमुकगोत्रोऽमुकदेवशर्माऽमुकगोत्रामुकशर्मकर्तृकामुकदेवतामुकमन्त्रदीक्षाकर्माङ्गभूतहोमकर्माहं करिष्ये—इति सङ्कल्प्य पूर्वोक्तमन्त्रेण सूर्यार्घं दत्त्वा सामान्यार्घं संस्थाप्य कुण्डस्य वीक्षणाद्यष्टादशसंस्कारान् कुर्यात् |
तद्यथा— Bedeutung und Funktion: Danach vollziehe der Acharya vorschriftsmäßig die Feuerweihe in seiner eigenen Kunda zwischen Osten und Nordosten. Er begebe sich zunächst an die Feuergrube, nehme seinen Sitz ein und vollziehe Achamana mit den drei Tattvas. Mit drei Kusha-Halmen, Sesam und Wasser fasse er den Sankalpa. So: Nach „Om, heute …“ mit Angabe von Ort und Zeit: „Ich, der so und so genannte Deva-Sharma aus dem so und so genannten Gotra, werde das Homa vollziehen, das zur Mantra-Diksha der so und so genannten Gottheit gehört, die für den so und so genannten Sharma aus dem so und so genannten Gotra vorgenommen wird.“ Nach diesem Entschluss bringe man unter dem zuvor genannten Mantra der Sonne Arghya dar, richte das allgemeine Arghya ein und vollziehe die achtzehn Weihen der Kunda, beginnend mit dem rituellen Betrachten.

M0231. Weihen der Kunda: Kalas bis Ausbreiten des Grases
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 32–33, Weihen der Kunda: Kalas bis Ausbreiten des Grases
Ausgeschriebene Formeln und bloße Rückverweise getrennt; keine Ergänzung benannter Bijas.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatrasthenaiva mantreṇa kuṇḍamadhye somasūryāgnikalāścitkalāścintayediti kalākhyakalpanam |
hu~ iti kavacamantramuccaran sūtratrayeṇa kuṇḍamekhalāstrivāraṃ veṣṭayediti trisūtrīkaraṇam |
oṃ amukakuṇḍāya namaḥ—iti mantreṇa kuṇḍaṃ pūjayedityarcanam |
kuṇḍārcanānantaram—oṃ amukakuṇḍanābhaye namaḥ—oṃ amukakuṇḍamekhalābhyo namaḥ—iti pūjayet |
astramantreṇa kuṇḍaṃ vajravaddṛḍhaṃ cintayediti vajrīkaraṇam |
kuṇḍamadhye pūrvāgraṃ kuśaṃ nidhāya taduparyuttarāgraṃ kuśaṃ nidhāyopari viṣṭaraṃ nyasya tadupari puṣpaṃ dattvā—namaḥ—iti hṛnmantreṇa pūjayediti catuṣpathīkaraṇam |
astramantrābhimantritānacchinnāgrān kuśān mekhalāsu kavacamantramuccarannāstarediti kṣapāṭanam |
ityaṣṭādaśasaṃskārān kuryāt |
aṣṭādaśasaṃskārakaraṇāśaktastu pūrvoktavīkṣaṇādisaṃskāracatuṣṭayameva kuryāt |
vāmamārge tu saṃskāracatuṣṭayameva kuryāt |

Devanagari:
तत्रस्थेनैव मन्त्रेण कुण्डमध्ये सोमसूर्याग्निकलाश्चित्कलाश्चिन्तयेदिति कलाख्यकल्पनम् |
हुँ इति कवचमन्त्रमुच्चरन् सूत्रत्रयेण कुण्डमेखलास्त्रिवारं वेष्टयेदिति त्रिसूत्रीकरणम् |
ॐ अमुककुण्डाय नमः—इति मन्त्रेण कुण्डं पूजयेदित्यर्चनम् |
कुण्डार्चनानन्तरम्—ॐ अमुककुण्डनाभये नमः—ॐ अमुककुण्डमेखलाभ्यो नमः—इति पूजयेत् |
अस्त्रमन्त्रेण कुण्डं वज्रवद्दृढं चिन्तयेदिति वज्रीकरणम् |
कुण्डमध्ये पूर्वाग्रं कुशं निधाय तदुपर्युत्तराग्रं कुशं निधायोपरि विष्टरं न्यस्य तदुपरि पुष्पं दत्त्वा—नमः—इति हृन्मन्त्रेण पूजयेदिति चतुष्पथीकरणम् |
अस्त्रमन्त्राभिमन्त्रितानच्छिन्नाग्रान् कुशान् मेखलासु कवचमन्त्रमुच्चरन्नास्तरेदिति क्षपाटनम् |
इत्यष्टादशसंस्कारान् कुर्यात् |
अष्टादशसंस्कारकरणाशक्तस्तु पूर्वोक्तवीक्षणादिसंस्कारचतुष्टयमेव कुर्यात् |
वाममार्गे तु संस्कारचतुष्टयमेव कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: Unter dem dort genannten Mantra vergegenwärtige man in der Kunda die Kalas von Mond, Sonne und Feuer sowie die Kalas des Bewusstseins: die Gestaltung der Kalas. Unter dem Schutz-Mantra umwinde man die Umfassungsstufen der Kunda dreimal mit drei Schnüren: die dreifache Umschnürung. Unter „Om, Verehrung der so und so genannten Kunda“ verehre man die Feuergrube: die Verehrung. Danach verehre man unter „Om, Verehrung dem Nabel dieser Kunda; Om, Verehrung ihren Umfassungsstufen“. Unter dem Waffen-Mantra stelle man sich die Kunda fest wie einen Vajra vor: die Vajra-Festigung. In ihre Mitte lege man einen Kusha-Halm mit der Spitze nach Osten, darüber einen mit der Spitze nach Norden, darauf eine Grasunterlage und eine Blume. Unter dem Herz-Mantra „Verehrung“ verehre man: die Gestaltung des Vierwegs. Unter dem Schutz-Mantra breite man auf den Umfassungsstufen Kusha-Gras mit unversehrten Spitzen aus, das mit dem Waffen-Mantra besprochen wurde: das im Druck Kshapatana genannte Ausbreiten. So vollziehe man die achtzehn Weihen. Wer hierzu nicht imstande ist, vollziehe nur die ersten vier, beginnend mit dem Betrachten. Auf dem Vama-Weg vollziehe man ebenfalls nur diese vier. Lesungshinweis: Der Name des letzten Schrittes wird nach dem Druck bewahrt; die Handlung selbst ist eindeutig beschrieben.

M0232. Linien und alternative Zeichnungen in der Kunda
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 33, Linien und alternative Zeichnungen in der Kunda
Ausgeschriebene Formeln und bloße Rückverweise getrennt; keine Ergänzung benannter Bijas.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ kuṇḍamadhye darbhamūlena sruvamūlena vā—namaḥ—ityuccaran prāgagrāstisro rekhā udagagrāstisro rekhā likhet |
tatra prāgagrā rekhā dakṣiṇopakramā udagapavargā udagagrāśca paścimopakramāḥ prāgapavargā iti likhanakramaḥ |
atha vā trikoṇagarbhaṃ vṛttaveṣṭitaṃ ṣaṭkoṇaṃ likhediti śāradāyāmuktam |
uktarekhāṣaṭkaṃ tādṛśaṣaṭkoṇaṃ ca likhediti merutantre proktam |
trikoṇamadhye lajjābījaṃ praṇavaṃ ca likhedityapi kvaciduktam |
tataḥ prāgagrarekhāsu—oṃ mukundāya namaḥ |
oṃ īśānāya namaḥ |
oṃ purandarāya namaḥ |
oṃ brahmaṇe namaḥ |
oṃ vaivasvatāya namaḥ |
oṃ indave namaḥ |
iti likhanakrameṇaiva gandhapuṣpādibhiḥ pūjayet |
tato mūlamuccārya—amukadevatākuṇḍāya namaḥ—iti pūjayet |
śrīvidyāviṣaye tu—ai~ hrī~ śrī~ ai~ klī~ sauḥ mukundāya namaḥ—ityādikrameṇaiva pūjayet |

Devanagari:
ततः कुण्डमध्ये दर्भमूलेन स्रुवमूलेन वा—नमः—इत्युच्चरन् प्रागग्रास्तिस्रो रेखा उदगग्रास्तिस्रो रेखा लिखेत् |
तत्र प्रागग्रा रेखा दक्षिणोपक्रमा उदगपवर्गा उदगग्राश्च पश्चिमोपक्रमाः प्रागपवर्गा इति लिखनक्रमः |
अथ वा त्रिकोणगर्भं वृत्तवेष्टितं षट्कोणं लिखेदिति शारदायामुक्तम् |
उक्तरेखाषट्कं तादृशषट्कोणं च लिखेदिति मेरुतन्त्रे प्रोक्तम् |
त्रिकोणमध्ये लज्जाबीजं प्रणवं च लिखेदित्यपि क्वचिदुक्तम् |
ततः प्रागग्ररेखासु—ॐ मुकुन्दाय नमः |
ॐ ईशानाय नमः |
ॐ पुरन्दराय नमः |
ॐ ब्रह्मणे नमः |
ॐ वैवस्वताय नमः |
ॐ इन्दवे नमः |
इति लिखनक्रमेणैव गन्धपुष्पादिभिः पूजयेत् |
ततो मूलमुच्चार्य—अमुकदेवताकुण्डाय नमः—इति पूजयेत् |
श्रीविद्याविषये तु—ऐँ ह्रीँ श्रीँ ऐँ क्लीँ सौः मुकुन्दाय नमः—इत्यादिक्रमेणैव पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann zeichne man mit dem Wurzelende eines Darbha-Halms oder dem unteren Ende des Opferlöffels unter „Verehrung“ drei nach Osten und drei nach Norden gerichtete Linien in die Kunda. Die nach Osten gerichteten Linien zeichne man der Reihe nach von Süden nach Norden, die nach Norden gerichteten von Westen nach Osten. Nach der Sharada zeichne man wahlweise eine sechseckige Figur mit einem Dreieck im Inneren und einem Kreis außen herum. Das Meru Tantra verlangt die sechs genannten Linien und eine solche sechseckige Figur. An anderer Stelle wird auch vorgeschrieben, das Lajja-Bija und den Pranava in die Mitte des Dreiecks zu schreiben. Dann verehre man auf den Linien in derselben Reihenfolge mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem: „Om, Verehrung Mukunda; Om, Verehrung Ishana; Om, Verehrung Purandara; Om, Verehrung Brahma; Om, Verehrung Vaivasvata; Om, Verehrung Indu.“ Nach dem Mula-Mantra verehre man unter „Verehrung der Kunda der so und so genannten Gottheit“. Bei Shrividya verwende man vor „Verehrung Mukunda“ und den weiteren Namen die ausgeschriebene Bija-Folge. Die im Text nur benannten Lajja- und Pranava-Formeln werden hier nicht ergänzt.

M0233. Yoga-Pitha in der Feuergrube
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 33, Yoga-Pitha in der Feuergrube
Ausgeschriebene Formeln und bloße Rückverweise getrennt; keine Ergänzung benannter Bijas.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ praṇavamuccaran sāmānyārghajalenābhyukṣya yogapīṭhadevatāḥ pūjayet |
tadyathā—kuṇḍamadhye ghaṭasthāpanoktakrameṇa—oṃ ādhāraśaktaye namaḥ—ityādi—oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ—ityantaṃ sampūjya agnyādikoṇeṣu dharmādīnabhyarcya pūrvādidikṣu adharmādīn pūjayet |
tato'ṣṭadalakamalaṃ vicintya—oṃ anantāya namaḥ—ityādi—hrī~ jñānātmane namaḥ—ityantaṃ sampūjya pūrvādikeśareṣu—oṃ jayāyai namaḥ |
oṃ vijayāyai namaḥ |
oṃ ajitāyai namaḥ |
oṃ aparājitāyai namaḥ |
oṃ nityāyai namaḥ |
oṃ vilāsinyai namaḥ |
oṃ dogdhryai namaḥ |
oṃ aghorāyai namaḥ |

Devanagari:
ततः प्रणवमुच्चरन् सामान्यार्घजलेनाभ्युक्ष्य योगपीठदेवताः पूजयेत् |
तद्यथा—कुण्डमध्ये घटस्थापनोक्तक्रमेण—ॐ आधारशक्तये नमः—इत्यादि—ॐ रत्नसिंहासनाय नमः—इत्यन्तं सम्पूज्य अग्न्यादिकोणेषु धर्मादीनभ्यर्च्य पूर्वादिदिक्षु अधर्मादीन् पूजयेत् |
ततोऽष्टदलकमलं विचिन्त्य—ॐ अनन्ताय नमः—इत्यादि—ह्रीँ ज्ञानात्मने नमः—इत्यन्तं सम्पूज्य पूर्वादिकेशरेषु—ॐ जयायै नमः |
ॐ विजयायै नमः |
ॐ अजितायै नमः |
ॐ अपराजितायै नमः |
ॐ नित्यायै नमः |
ॐ विलासिन्यै नमः |
ॐ दोग्ध्र्यै नमः |
ॐ अघोरायै नमः |

Bedeutung und Funktion: Unter dem Pranava besprenge man mit allgemeinem Arghya-Wasser und verehre die Gottheiten des Yoga-Pitha. In der Mitte der Kunda vollziehe man die bei der Gefäßaufstellung genannte Folge, von „Om, Verehrung der tragenden Shakti“ bis „Om, Verehrung dem Edelsteinthron“. In den Zwischenrichtungen, im Südosten beginnend, verehre man Dharma und die weiteren genannten Eigenschaften, in den Hauptrichtungen, im Osten beginnend, Adharma und die weiteren Gegenstücke. Dann vergegenwärtige man einen achtblättrigen Lotus und verehre von „Om, Verehrung Ananta“ bis zur Formel für das Erkenntnisselbst. An den Staubfäden verehre man, im Osten beginnend: „Om, Verehrung Jaya, der Siegreichen; Om, Verehrung Vijaya, der Siegbringenden; Om, Verehrung Ajita, der Unbesiegten; Om, Verehrung Aparajita, der Unbezwingbaren; Om, Verehrung Nitya, der Ewigen; Om, Verehrung Vilasini, der Spielenden; Om, Verehrung Dogdhri, der Milchspendenden; Om, Verehrung Aghora, der Nichtfurchtbaren.“ Die verkürzten Folgen sind Rückverweise des Werkes und keine Auslassungen der Übersetzung.

M0234. Pitha-Shaktis und Pitha-Mantras
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 34, Pitha-Shaktis und Pitha-Mantras
Belegte Formeln und Dhyana; Quellenellipsen bleiben erhalten, lokale Unsicherheiten nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
madhye—oṃ maṅgalāyai namaḥ—iti pīṭhaśaktīḥ pūjayet |
vaiṣṇave tu—oṃ vibhūtyai namaḥ |
oṃ unnatyai namaḥ |
oṃ kāntyai namaḥ |
oṃ sṛṣṭyai namaḥ |
oṃ kīrtyai namaḥ |
oṃ sannatyai namaḥ |
oṃ puṣṭyai namaḥ |
oṃ utkṛṣṭyai namaḥ |
oṃ ṛddhyai namaḥ |
iti pīṭhaśaktīḥ pūjayet |
tataḥ—hrī~ vāgīśvarīvāgīśvarayoryogapīṭhātmane namaḥ—iti pīṭhamantreṇa pīṭhaṃ pūjayet |
hrī~ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ—iti mantreṇa vā pūjayet |
vaiṣṇave tu—śrīlakṣmīnārāyaṇayoryogapīṭhātmane namaḥ—iti pūjayet |

Devanagari:
मध्ये—ॐ मङ्गलायै नमः—इति पीठशक्तीः पूजयेत् |
वैष्णवे तु—ॐ विभूत्यै नमः |
ॐ उन्नत्यै नमः |
ॐ कान्त्यै नमः |
ॐ सृष्ट्यै नमः |
ॐ कीर्त्यै नमः |
ॐ सन्नत्यै नमः |
ॐ पुष्ट्यै नमः |
ॐ उत्कृष्ट्यै नमः |
ॐ ऋद्ध्यै नमः |
इति पीठशक्तीः पूजयेत् |
ततः—ह्रीँ वागीश्वरीवागीश्वरयोर्योगपीठात्मने नमः—इति पीठमन्त्रेण पीठं पूजयेत् |
ह्रीँ सर्वशक्तिकमलासनाय नमः—इति मन्त्रेण वा पूजयेत् |
वैष्णवे तु—श्रीलक्ष्मीनारायणयोर्योगपीठात्मने नमः—इति पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: In der Mitte verehre man unter „Om, Verehrung Mangala, der Glückverheißenden“. So verehre man die Pitha-Shaktis. Bei der Vishnu-Verehrung verehre man dagegen jeweils mit „Om, Verehrung“ die Shaktis Vibhuti, die Herrlichkeit; Unnati, den Aufstieg; Kanti, den Glanz; Srishti, die Schöpfung; Kirti, den Ruhm; Sannati, die demütige Zuwendung; Pushti, die Fülle; Utkrishti, die Erhabenheit; und Riddhi, das Gedeihen. Dann verehre man den Pitha mit dem angegebenen Bija und „Verehrung dem Wesen des Yoga-Pitha von Vagishvari und Vagishvara“. Wahlweise verehre man mit dem Mantra „Verehrung dem Lotussitz aller Shaktis“, dem ebenfalls das angegebene Bija vorausgeht. Bei der Vishnu-Verehrung: „Verehrung dem Wesen des Yoga-Pitha von Shri Lakshmi und Narayana.“

M0235. Verse 43–44: Meditation über das göttliche Paar
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 34, Verse 43–44: Meditation über das göttliche Paar
Belegte Formeln und Dhyana; Quellenellipsen bleiben erhalten, lokale Unsicherheiten nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ—vāgīśvarīmṛtusnātāṃ nīlendīvarasannibhām |
vāgīśvareṇa saṃyuktām … ||
43 ||
iti dhyātvā—śrīvidyāyāṃ tu—kāmeśvarīṃ kuṇḍamadhye sakāmāmṛtusaṃyutām—iti dhyātvā—vaiṣṇave tu—lakṣmīmṛtumatīṃ tatra prabhornārāyaṇasya ca |
grāmyadharmeṇa saṃyuktām … ||
44 ||
iti dhyātvā tatrāvāhya āvāhanādimudrāḥ pradarśya—hrī~ vāgīśvarīvāgīśvarābhyāṃ namaḥ |
śrīvidyāpakṣe tu—klī~ kāmeśvarīkāmeśvarābhyāṃ namaḥ |
vaiṣṇave tu—śrī~ lakṣmīnārāyaṇābhyāṃ namaḥ—iti mantreṇa pañcopacāraiḥ pūjayet |
evaṃ saure'pi |
atha vā śaivaśāktādau—kāmonmattāṃ śivamṛtumatīṃ bhuvaneśvarīm—dhyātvā—hrī~ bhuvaneśvarīśivābhyāṃ namaḥ—iti mantreṇa pūjayet |

Devanagari:
ततः—वागीश्वरीमृतुस्नातां नीलेन्दीवरसन्निभाम् |
वागीश्वरेण संयुक्ताम् … ||
४३ ||
इति ध्यात्वा—श्रीविद्यायां तु—कामेश्वरीं कुण्डमध्ये सकामामृतुसंयुताम्—इति ध्यात्वा—वैष्णवे तु—लक्ष्मीमृतुमतीं तत्र प्रभोर्नारायणस्य च |
ग्राम्यधर्मेण संयुक्ताम् … ||
४४ ||
इति ध्यात्वा तत्रावाह्य आवाहनादिमुद्राः प्रदर्श्य—ह्रीँ वागीश्वरीवागीश्वराभ्यां नमः |
श्रीविद्यापक्षे तु—क्लीँ कामेश्वरीकामेश्वराभ्यां नमः |
वैष्णवे तु—श्रीँ लक्ष्मीनारायणाभ्यां नमः—इति मन्त्रेण पञ्चोपचारैः पूजयेत् |
एवं सौरेऽपि |
अथ वा शैवशाक्तादौ—कामोन्मत्तां शिवमृतुमतीं भुवनेश्वरीम्—ध्यात्वा—ह्रीँ भुवनेश्वरीशिवाभ्यां नमः—इति मन्त्रेण पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann meditiere man: „Vagishvari, nach ihrer Monatszeit gebadet, einer blauen Wasserlilie gleich, mit Vagishvara vereinigt …“ (43) Bei Shrividya meditiere man dagegen über „Kameshvari in der Mitte der Kunda, von Verlangen erfüllt und in ihrer fruchtbaren Zeit“. Bei Vishnu-Verehrung meditiere man über „Lakshmi in ihrer fruchtbaren Zeit, dort mit dem Herrn Narayana in geschlechtlicher Vereinigung verbunden …“ (44) Man rufe das Paar herbei, zeige die Mudras der Herbeirufung und die weiteren Mudras und verehre mit den fünf Upacharas unter dem jeweils angegebenen Bija und „Verehrung Vagishvari und Vagishvara“, bei Shrividya „Verehrung Kameshvari und Kameshvara“, bei Vishnu-Verehrung „Verehrung Lakshmi und Narayana“. Entsprechend verfahre man auch bei der Sonnenverehrung. Wahlweise meditiere man bei Shiva- und Shakti-Verehrung über „die von Verlangen berauschte, in ihrer fruchtbaren Zeit befindliche Bhuvaneshvari [die Verbindung mit dem gedruckten Wort Shiva ist unklar]“ und verehre unter dem angegebenen Bija und „Verehrung Bhuvaneshvari und Shiva“. Die Auslassungspunkte in den Versen 43–44 stehen bereits in der Quelle; fehlende Versglieder werden nicht ergänzt.

M0236. Herkunft und Reinigung des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 34–35, Herkunft und Reinigung des Feuers
Belegte Formeln und Dhyana; Quellenellipsen bleiben erhalten, lokale Unsicherheiten nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ sūryakāntādisambhūtamaraṇisambhavaṃ vā śrotriyagehajaṃ vā vahniṃ svarṇapātrādyanyatamapātre nidhāya pātrāntareṇācchādya samānīya—phaṭ—ityastramantreṇāgniṃ svadakṣiṇe samādhāya—hu~—iti kavacamantreṇācchādya tasmāt kravyādaṃśamādāya—hu~ phaṭ—iti nairṛtye kṣipet |
tato'vaśiṣṭamagniṃ devāṃśaṃ vicintya mūlamantreṇa purataḥ saṃsthāpya kuṇḍasaṃskāroktakrameṇa vīkṣaṇādibhiścaturbhiḥ saṃskṛtya audaryabaindavāgnibhyāṃ bhaumasya vahneraikyaṃ bhāvayet |
baindavo bhrūmadhyastho vahniḥ |

Devanagari:
ततः सूर्यकान्तादिसम्भूतमरणिसम्भवं वा श्रोत्रियगेहजं वा वह्निं स्वर्णपात्राद्यन्यतमपात्रे निधाय पात्रान्तरेणाच्छाद्य समानीय—फट्—इत्यस्त्रमन्त्रेणाग्निं स्वदक्षिणे समाधाय—हुँ—इति कवचमन्त्रेणाच्छाद्य तस्मात् क्रव्यादंशमादाय—हुँ फट्—इति नैर्ऋत्ये क्षिपेत् |
ततोऽवशिष्टमग्निं देवांशं विचिन्त्य मूलमन्त्रेण पुरतः संस्थाप्य कुण्डसंस्कारोक्तक्रमेण वीक्षणादिभिश्चतुर्भिः संस्कृत्य औदर्यबैन्दवाग्निभ्यां भौमस्य वह्नेरैक्यं भावयेत् |
बैन्दवो भ्रूमध्यस्थो वह्निः |

Bedeutung und Funktion: Dann bringe man Feuer herbei, das durch einen Sonnenstein oder ein entsprechendes Mittel, durch Reibhölzer oder im Haus eines vedakundigen Brahmanen entstanden ist. Man lege es in ein Gefäß aus Gold oder anderem Material, bedecke es mit einem zweiten Gefäß und bringe es herbei. Unter dem Waffen-Mantra stelle man es rechts von sich ab und bedecke es unter dem Schutz-Mantra. Man nehme seinen als fleischverzehrend betrachteten Anteil ab und gebe ihn unter der angegebenen Schutz- und Waffenformel in den Südwesten. Das übrige Feuer betrachte man als göttlichen Anteil, stelle es mit dem Mula-Mantra vor sich auf und weihe es mit den vier Schritten vom Betrachten an, wie bei der Kunda beschrieben. Man vergegenwärtige die Einheit des irdischen Feuers mit dem Bauchfeuer und dem Bindu-Feuer. Das Bindu-Feuer befindet sich zwischen den Augenbrauen.

M0237. Belebung und Einsetzung des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 35, Belebung und Einsetzung des Feuers
Belegte Formeln und Dhyana; Quellenellipsen bleiben erhalten, lokale Unsicherheiten nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ—ra~ vahnicaitanyaṃ kalpayāmi—iti |
hu~ ra~ caitanyaṃ te namaḥ—iti mantreṇa vā pāvakacaitanyaṃ saṃyojya praṇavenāṣṭottaraśataṃ daśadhā vā'bhimantrya dhenumudrayā'mṛtīkṛtya—phaṭ—iti saṃrakṣya—hu~—ityavaguṇṭhya gandhapuṣpādibhiḥ pūjayet |
ra~ vahnimūrtaye namaḥ—ityabhyarcya kuṇḍasyopari prādakṣiṇyena triḥ paribhrāmya jānuspṛṣṭamahītalaḥ praṇavoccāraṇapūrvakamātmano'bhimukhaṃ śivabījadhiyā devyā yonau niḥkṣipet |
śivabījadhiyā śaivaśāktādau, vaiṣṇavādau tu viṣṇavādibījadhiyeti bodhyam |

Devanagari:
ततः—रँ वह्निचैतन्यं कल्पयामि—इति |
हुँ रँ चैतन्यं ते नमः—इति मन्त्रेण वा पावकचैतन्यं संयोज्य प्रणवेनाष्टोत्तरशतं दशधा वाऽभिमन्त्र्य धेनुमुद्रयाऽमृतीकृत्य—फट्—इति संरक्ष्य—हुँ—इत्यवगुण्ठ्य गन्धपुष्पादिभिः पूजयेत् |
रँ वह्निमूर्तये नमः—इत्यभ्यर्च्य कुण्डस्योपरि प्रादक्षिण्येन त्रिः परिभ्राम्य जानुस्पृष्टमहीतलः प्रणवोच्चारणपूर्वकमात्मनोऽभिमुखं शिवबीजधिया देव्या योनौ निःक्षिपेत् |
शिवबीजधिया शैवशाक्तादौ, वैष्णवादौ तु विष्णवादिबीजधियेति बोध्यम् |

Bedeutung und Funktion: Dann spreche man unter dem Feuer-Bija: „Ich vergegenwärtige das Bewusstsein des Feuers“, oder unter der angegebenen Bija-Verbindung: „Bewusstsein, dir Verehrung.“ So verbinde man das Feuer mit Bewusstsein, bespreche es mit dem Pranava einhundertachtmal oder zehnmal, erfülle es mit der Dhenu-Mudra mit Nektar, schütze und verhülle es mit den angegebenen Waffen- und Schutzformeln und verehre es mit Duftstoffen, Blumen und Weiterem. Unter dem Feuer-Bija und „Verehrung der Gestalt des Feuers“ verehre man es. Man führe es dreimal rechtsherum über der Kunda im Kreis. Mit den Knien auf dem Boden spreche man den Pranava und setze das Feuer, sich selbst zugewandt, in die als Yoni der Göttin vergegenwärtigte Feuergrube ein, wobei man es als Samen Shivas betrachtet. Diese Vorstellung vom Samen Shivas gilt bei Shiva- und Shakti-Verehrung; bei Vishnu-Verehrung ist entsprechend der Same Vishnus gemeint.

M0238. Entfachung und Vers 45
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 35, Entfachung und Vers 45
Belegte Formeln und Dhyana; Quellenellipsen bleiben erhalten, lokale Unsicherheiten nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ—hrī~ vāgīśvarīvāgīśvarābhyāmācamanīyaṃ namaḥ—ityācamanīyaṃ dattvā—vahnirūpāṃ devatām—devyā garbhe dhṛtāṃ dhyātvā garbharakṣārthaṃ darbhakaṅkaṇaṃ dattvā—citpiṅgala hana hana daha daha paca paca sarvajñājñāpaya svāhā—iti mantreṇa jvālinīmudrayā prajvālayet |
rudrayāmale tu—hrī~ hrī~ jvala jvala prajvala prajvala hu~ phaṭ svāhā—iti mantreṇāgniprajvālanamuktam |
tataḥ kṛtāñjaliḥ—oṃ agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ viśvatomukham ||
45 ||
ityanena vahnimupatiṣṭhet |

Devanagari:
ततः—ह्रीँ वागीश्वरीवागीश्वराभ्यामाचमनीयं नमः—इत्याचमनीयं दत्त्वा—वह्निरूपां देवताम्—देव्या गर्भे धृतां ध्यात्वा गर्भरक्षार्थं दर्भकङ्कणं दत्त्वा—चित्पिङ्गल हन हन दह दह पच पच सर्वज्ञाज्ञापय स्वाहा—इति मन्त्रेण ज्वालिनीमुद्रया प्रज्वालयेत् |
रुद्रयामले तु—ह्रीँ ह्रीँ ज्वल ज्वल प्रज्वल प्रज्वल हुँ फट् स्वाहा—इति मन्त्रेणाग्निप्रज्वालनमुक्तम् |
ततः कृताञ्जलिः—ॐ अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् |
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं विश्वतोमुखम् ||
४५ ||
इत्यनेन वह्निमुपतिष्ठेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann bringe man unter dem angegebenen Bija und „Mundspülwasser für Vagishvari und Vagishvara, Verehrung“ Mundspülwasser dar. Man meditiere über die Gottheit in Gestalt des Feuers, im Schoß der Göttin getragen, und gebe zum Schutz der Leibesfrucht einen Darbha-Ring. Mit der Jvalini-Mudra entfache man das Feuer unter: „Chitpingala, schlage, schlage; brenne, brenne; gare, gare; Allwissender, gebiete! Svaha.“ Im Rudrayamala Tantra wird das Entfachen mit den angegebenen Bijas und „Flamme, flamme; flamme hell auf, flamme hell auf“, gefolgt von Schutz-, Waffen- und Opferformel, gelehrt. Dann verehre man das Feuer mit gefalteten Händen: „Om. Ich verneige mich vor dem entflammten Agni, dem Kenner aller Geburten, dem Verzehrer der Opfergaben, goldfarben, makellos, hell entzündet, dessen Antlitz nach allen Seiten gerichtet ist.“ (45)

M0239. Nyasa der sieben sattvigen Feuerzungen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 35, Nyasa der sieben sattvigen Feuerzungen
Bija-Verbindungen der Feuerzungen nicht zuverlässig lesbar: ausdrücklich markierte Lücken, keine sichere Rezitationsfassung. Andere Formeln nach Druck.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ prādeśamātrāṃ mūlāgrayorghṛtasamplutāṃ samidhaṃ vahnau tūṣṇīṃ hutvā pūjāprakaraṇoktakrameṇa gaṇeśādivandanadigbandhanabhūtaśuddhiprāṇāyāmamātṛkānyāsamūlanyāsān vidhāya svadehe vahnijihvānyāsaṃ kuryāt |
tatra sāttvikīnāṃ jihvānāṃ nyāsaḥ |
yathā—[bījam aspaṣṭam] hiraṇyāyai namaḥ—liṅge |
[bījam aspaṣṭam] gaganāyai namaḥ—pāyau |
[bījam aspaṣṭam] raktāyai namaḥ—mūrdhni |
[bījam aspaṣṭam] kṛṣṇāyai namaḥ—vaktre |
[bījam aspaṣṭam] suprabhāyai namaḥ—ghrāṇe |
[bījam aspaṣṭam] bahurūpāyai namaḥ—netre |
[bījam aspaṣṭam] atiriktāyai namaḥ—sarvāṅge |
etāḥ sāttvikyo jihvāḥ sāttvikakarmasu |

Devanagari:
ततः प्रादेशमात्रां मूलाग्रयोर्घृतसम्प्लुतां समिधं वह्नौ तूष्णीं हुत्वा पूजाप्रकरणोक्तक्रमेण गणेशादिवन्दनदिग्बन्धनभूतशुद्धिप्राणायाममातृकान्यासमूलन्यासान् विधाय स्वदेहे वह्निजिह्वान्यासं कुर्यात् |
तत्र सात्त्विकीनां जिह्वानां न्यासः |
यथा—[बीजम् अस्पष्टम्] हिरण्यायै नमः—लिङ्गे |
[बीजम् अस्पष्टम्] गगनायै नमः—पायौ |
[बीजम् अस्पष्टम्] रक्तायै नमः—मूर्ध्नि |
[बीजम् अस्पष्टम्] कृष्णायै नमः—वक्त्रे |
[बीजम् अस्पष्टम्] सुप्रभायै नमः—घ्राणे |
[बीजम् अस्पष्टम्] बहुरूपायै नमः—नेत्रे |
[बीजम् अस्पष्टम्] अतिरिक्तायै नमः—सर्वाङ्गे |
एताः सात्त्विक्यो जिह्वाः सात्त्विककर्मसु |

Bedeutung und Funktion: Dann opfere man schweigend ein Holzstück von einer Spanne Länge, dessen unteres und oberes Ende in Ghee getaucht sind. In der im Puja-Abschnitt genannten Reihenfolge vollziehe man die Verehrung Ganeshas und der weiteren Gottheiten, den Schutz der Richtungen, Bhutashuddhi, Pranayama, Matrika-Nyasa und Mula-Nyasa. Danach lege man die Feuerzungen durch Nyasa auf den eigenen Körper. Für die sattvigen Zungen gilt, jeweils nach dem betreffenden Bija: „Verehrung Hiranya, der Goldenen“ — am Geschlechtsorgan; „Verehrung Gagana“ — am Ausscheidungsorgan; „Verehrung Rakta, der Roten“ — am Kopf; „Verehrung Krishna, der Dunklen“ — am Mund; „Verehrung Suprabha, der Hellstrahlenden“ — an der Nase; „Verehrung Bahurupa, der Vielgestaltigen“ — am Auge; „Verehrung Atirikta“ — am ganzen Körper. Dies sind die sattvigen Zungen für sattvige Rituale. Lesungshinweis: Die sieben vorangestellten Bija-Verbindungen sind auch in der vergrößerten Buchseite nicht zuverlässig auflösbar und deshalb in den Sanskritfassungen einzeln als unklar markiert. Die gedruckten Namen Gagana und Atirikta werden nicht durch geläufigere Namen ersetzt.

M0240. Rajasige und tamasige Feuerzungen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 35–36, Rajasige und tamasige Feuerzungen
Bija-Verbindungen der Feuerzungen nicht zuverlässig lesbar: ausdrücklich markierte Lücken, keine sichere Rezitationsfassung. Andere Formeln nach Druck.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kāmyādau tu—padmarāgā suvarṇā bhadralohitā lohitā śvetā dhūminī karālikā—iti rājasyo jihvā nyasanīyāḥ |
krūrakarmaṇi—viśvamūrtiḥ sphuliṅginī dhūmravarṇā lohitā karālā kālī—iti tāmasyo jihvā nyasanīyāḥ |
bījāni tu pūrvoktānyeva |
tatastānyeva bījānyādau dattvā teṣveva sthāneṣu amartyapitṛgandharvayakṣanāgapiśācarākṣasān—saptajihvādhiṣṭhātṛn devānapi krameṇa nyaset |
[bījam aspaṣṭam] amartyāya namaḥ—ityādi |

Devanagari:
काम्यादौ तु—पद्मरागा सुवर्णा भद्रलोहिता लोहिता श्वेता धूमिनी करालिका—इति राजस्यो जिह्वा न्यसनीयाः |
क्रूरकर्मणि—विश्वमूर्तिः स्फुलिङ्गिनी धूम्रवर्णा लोहिता कराला काली—इति तामस्यो जिह्वा न्यसनीयाः |
बीजानि तु पूर्वोक्तान्येव |
ततस्तान्येव बीजान्यादौ दत्त्वा तेष्वेव स्थानेषु अमर्त्यपितृगन्धर्वयक्षनागपिशाचराक्षसान्—सप्तजिह्वाधिष्ठातृन् देवानपि क्रमेण न्यसेत् |
[बीजम् अस्पष्टम्] अमर्त्याय नमः—इत्यादि |

Bedeutung und Funktion: Für Rituale zur Erfüllung bestimmter Wünsche und ähnliche Handlungen lege man dagegen die rajasigen Zungen auf: Padmaraga, die Rubinfarbene; Suvarna, die Goldene; Bhadralohita, die Glückverheißend-Rote; Lohita, die Rote; Shveta, die Weiße; Dhumini, die Rauchige; und Karalika, die Furchtbare. Bei grausamen Ritualhandlungen lege man die tamasigen Zungen auf: Vishvamurti, die Allgestaltige; Sphulingini, die Funkensprühende; Dhumravarna, die Rauchfarbene; Lohita, die Rote; Karala, die Furchtbare; und Kali, die Schwarze. Die Bijas sind dieselben wie zuvor. Mit denselben Bijas vorangestellt lege man an denselben Stellen der Reihe nach auch die über die sieben Zungen gebietenden Wesen auf: die Unsterblichen, Ahnen, Gandharvas, Yakshas, Nagas, Pishachas und Rakshasas. So etwa nach dem Bija: „Verehrung dem Unsterblichen“, und entsprechend weiter. Lesungshinweis: In der tamasigen Reihe stehen im Druck nur sechs Namen; ein siebter wird nicht erfunden. Die Unsicherheit der zuvor genannten Bijas gilt auch für den Rückverweis und das ausgeschriebene Beispiel.

M0241. Rishi-Nyasa des Agni-Mantras
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 36, Rishi-Nyasa des Agni-Mantras
Bija-Verbindungen der Feuerzungen nicht zuverlässig lesbar: ausdrücklich markierte Lücken, keine sichere Rezitationsfassung. Andere Formeln nach Druck.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
yathā—agnimantrasya bhṛgurṛṣirgāyatrī chando'gnirdevatā ra~ bījaṃ svāhā śaktiragniyajane viniyogaḥ |
bhṛgave ṛṣaye namaḥ—śirasi |
gāyatrīchandase namaḥ—mukhe |
agnaye devatāyai namaḥ—hṛdaye |
ra~ bījāya namaḥ—guhye |
svāhāyai śaktaye namaḥ—pādayoḥ |
agniyajane viniyogaḥ—iti baddhāñjaliḥ |

Devanagari:
ततः ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् |
यथा—अग्निमन्त्रस्य भृगुरृषिर्गायत्री छन्दोऽग्निर्देवता रँ बीजं स्वाहा शक्तिरग्नियजने विनियोगः |
भृगवे ऋषये नमः—शिरसि |
गायत्रीछन्दसे नमः—मुखे |
अग्नये देवतायै नमः—हृदये |
रँ बीजाय नमः—गुह्ये |
स्वाहायै शक्तये नमः—पादयोः |
अग्नियजने विनियोगः—इति बद्धाञ्जलिः |

Bedeutung und Funktion: Dann vollziehe man den Nyasa von Rishi und den weiteren Bestandteilen: „Der Rishi des Agni-Mantras ist Bhrigu, sein Versmaß Gayatri, seine Gottheit Agni, sein Bija der angegebene Feuerlaut, seine Shakti Svaha; seine Anwendung gilt dem Feueropfer.“ „Verehrung dem Rishi Bhrigu“ — am Kopf. „Verehrung dem Gayatri-Versmaß“ — am Mund. „Verehrung der Gottheit Agni“ — am Herzen. Unter dem Feuer-Bija: „Verehrung dem Bija“ — am Geschlechtsbereich. „Verehrung der Shakti Svaha“ — an den Füßen. Mit gefalteten Händen: „Die Anwendung gilt dem Feueropfer.“

M0242. Kara-Nyasa und Murti-Nyasa des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 36, Kara-Nyasa und Murti-Nyasa des Feuers
Bija-Verbindungen der Feuerzungen nicht zuverlässig lesbar: ausdrücklich markierte Lücken, keine sichere Rezitationsfassung. Andere Formeln nach Druck.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ karanyāsaḥ |
oṃ sahasrārciṣi aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ svastipūrṇāya tarjanībhyāṃ namaḥ svāhā |
oṃ uttiṣṭhapuruṣāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
oṃ dhūmavyāpine anāmikābhyāṃ hu~ |
oṃ saptajihvāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ dhanurdharāya karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādyaṅganyāsaḥ |
tato mūrtinyāsaṃ kuryāt |
tadyathā—oṃ agnaye jātavedase namaḥ—mūrdhni |
oṃ agnaye saptajihvāya namaḥ—dakṣāṃśe |
oṃ agnaye havyavāhanāya namaḥ—dakṣapārśve |
oṃ agnaye aśvodarajāya namaḥ—dakṣakaṭau |
oṃ agnaye vaiśvānarāya namaḥ—liṅge |
oṃ agnaye kaumāratejase namaḥ—vāmakaṭyām |
oṃ agnaye viśvamukhāya namaḥ—vāmapārśve |
oṃ agnaye devamukhāya namaḥ—vāmāṃśe |
iti mūrtinyāsaḥ |

Devanagari:
ततः करन्यासः |
ॐ सहस्रार्चिषि अङ्गुष्ठाभ्यां नमः |
ॐ स्वस्तिपूर्णाय तर्जनीभ्यां नमः स्वाहा |
ॐ उत्तिष्ठपुरुषाय मध्यमाभ्यां वषट् |
ॐ धूमव्यापिने अनामिकाभ्यां हुँ |
ॐ सप्तजिह्वाय कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् |
ॐ धनुर्धराय करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् |
एवं हृदयाद्यङ्गन्यासः |
ततो मूर्तिन्यासं कुर्यात् |
तद्यथा—ॐ अग्नये जातवेदसे नमः—मूर्ध्नि |
ॐ अग्नये सप्तजिह्वाय नमः—दक्षांशे |
ॐ अग्नये हव्यवाहनाय नमः—दक्षपार्श्वे |
ॐ अग्नये अश्वोदरजाय नमः—दक्षकटौ |
ॐ अग्नये वैश्वानराय नमः—लिङ्गे |
ॐ अग्नये कौमारतेजसे नमः—वामकट्याम् |
ॐ अग्नये विश्वमुखाय नमः—वामपार्श्वे |
ॐ अग्नये देवमुखाय नमः—वामांशे |
इति मूर्तिन्यासः |

Bedeutung und Funktion: Dann der Hand-Nyasa: „Om, dem Tausendflammigen — Verehrung den beiden Daumen. Om, dem von Wohlergehen Erfüllten — Verehrung, Svaha den beiden Zeigefingern. Om, dem aufgerichteten Purusha — Vashat den beiden Mittelfingern. Om, dem mit Rauch Durchdringenden — Hum den beiden Ringfingern. Om, dem Siebenzüngigen — Vaushat den beiden kleinen Fingern. Om, dem Bogenträger — Phat den Handflächen und Handrücken.“ Ebenso vollziehe man den Anga-Nyasa von Herz und weiteren Stellen. Dann lege man die Gestalten des Feuers auf: „Om, Verehrung Agni Jatavedas, dem Kenner aller Geburten“ — am Kopf; „Om, Verehrung Agni, dem Siebenzüngigen“ — an der rechten Schulter; „Om, Verehrung Agni, dem Träger der Opfergaben“ — an der rechten Flanke; „Om, Verehrung Agni, dem aus dem Pferdeleib Geborenen“ — an der rechten Hüfte; „Om, Verehrung Agni Vaishvanara“ — am Geschlechtsorgan; „Om, Verehrung Agni, dem Glanz Kumaras“ — an der linken Hüfte; „Om, Verehrung Agni, dessen Antlitz überall ist“ — an der linken Flanke; „Om, Verehrung Agni, dem Mund der Götter“ — an der linken Schulter. Dies ist der Murti-Nyasa. Lesungshinweis: Die zweite Handformel enthält im Druck sowohl „Verehrung“ als auch „Svaha“; beide bleiben erhalten.

M0243. Neun Shaktis des Feuer-Pitha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 37, Neun Shaktis des Feuer-Pitha
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ pīṭhanyāsaṃ kuryāt |
tadyathā—ādhāraśaktyādivahnimaṇḍalāntamuktasthāneṣu vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu—oṃ pītāyai namaḥ |
oṃ śvetāyai namaḥ |
oṃ dhūmrāyai namaḥ |
oṃ tīvrāyai namaḥ |
oṃ sphuliṅginyai namaḥ |
oṃ aruṇāyai namaḥ |
oṃ kṛṣṇāyai namaḥ |
oṃ rucirāyai namaḥ |
oṃ jvālinyai namaḥ—madhye |
iti vahnernava śaktīḥ pīṭhe vinyasya tatraiva ra~ vahneryogapīṭhāya namaḥ—iti pīṭhanyāsaṃ vidhāya vahniṃ dhyāyet |

Devanagari:
ततः पीठन्यासं कुर्यात् |
तद्यथा—आधारशक्त्यादिवह्निमण्डलान्तमुक्तस्थानेषु विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु—ॐ पीतायै नमः |
ॐ श्वेतायै नमः |
ॐ धूम्रायै नमः |
ॐ तीव्रायै नमः |
ॐ स्फुलिङ्गिन्यै नमः |
ॐ अरुणायै नमः |
ॐ कृष्णायै नमः |
ॐ रुचिरायै नमः |
ॐ ज्वालिन्यै नमः—मध्ये |
इति वह्नेर्नव शक्तीः पीठे विन्यस्य तत्रैव रँ वह्नेर्योगपीठाय नमः—इति पीठन्यासं विधाय वह्निं ध्यायेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann vollziehe man Pitha-Nyasa. Von der tragenden Shakti bis zum Feuerkreis lege man die genannten Gottheiten an den zuvor beschriebenen Stellen auf. An den Staubfäden des Herzlotus, im Osten beginnend, verehre man: „Om, Verehrung Pita, der Gelben; Om, Verehrung Shveta, der Weißen; Om, Verehrung Dhumra, der Rauchfarbenen; Om, Verehrung Tivra, der Heftigen; Om, Verehrung Sphulingini, der Funkensprühenden; Om, Verehrung Aruna, der Rötlichen; Om, Verehrung Krishna, der Dunklen; Om, Verehrung Ruchira, der Strahlend-Schönen.“ In der Mitte: „Om, Verehrung Jvalini, der Flammenden.“ So lege man die neun Shaktis des Feuers auf den Pitha. Dort vollziehe man den Pitha-Nyasa mit dem Feuer-Bija und „Verehrung dem Yoga-Pitha des Feuers“ und meditiere über das Feuer.

M0244. Vers 46: Agni-Meditation nach der Sharada
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 37, Vers 46: Agni-Meditation nach der Sharada
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dhyānaṃ yathā—iṣṭaṃ śaktiṃ svastikābhītimuccairdīrghairdorbhirdhārayantaṃ yavābham |
hemākalpaṃ padmasaṃsthaṃ trinetraṃ dhyāyedvahniṃ baddhamauliṃ jaṭābhiḥ ||
46 ||
idaṃ śāradoktadhyānam |

Devanagari:
ध्यानं यथा—इष्टं शक्तिं स्वस्तिकाभीतिमुच्चैर्दीर्घैर्दोर्भिर्धारयन्तं यवाभम् |
हेमाकल्पं पद्मसंस्थं त्रिनेत्रं ध्यायेद्वह्निं बद्धमौलिं जटाभिः ||
४६ ||
इदं शारदोक्तध्यानम् |

Bedeutung und Funktion: Die Meditation lautet: „Man meditiere über das Feuer, das mit seinen hoch erhobenen langen Armen Segensgewährung, Lanze, Svastika und Furchtlosigkeit trägt; gerstenfarben, mit goldenem Schmuck, auf einem Lotus, dreiäugig, das Haupthaar zu verfilzten Flechten gebunden.“ (46) Dies ist die in der Sharada gelehrte Meditation. Lesungshinweis: Das gedruckte „yavābham“ wird als gerstenfarben wiedergegeben; eine anderslautende geläufige Dhyana-Fassung wird nicht eingesetzt.

M0245. Verse 47–50: Agni-Meditation nach dem Rudrayamala
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 37, Verse 47–50: Agni-Meditation nach dem Rudrayamala
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
rudrayāmaloktadhyānam |
yathā—bandhūkapuṣpasaṅkāśaṃ sutaptakanakaprabham |
padmasthaṃ yajamānārthaṃ vadanadvayaśobhitam ||
47 ||
saptacchandomayaṃ devaṃ vimānoparisaṃsthitam |
tridhā grīvaṃ tripādābjaṃ havyakavyavināśanam ||
48 ||
brahmādhvaryūdgātṛhotṛcatuḥśṛṅgavirājitam |
pañcarātraṃ pāśupataṃ kāpilaṃ ca mahāmatam ||
49 ||
bauddhaṃ vaidikamityetat ṣaṭpiṅgalavilocanam |
vedārthaṃ ca catuḥśrotraṃ śrautaśāstramayadhvanim ||
50 ||

Devanagari:
रुद्रयामलोक्तध्यानम् |
यथा—बन्धूकपुष्पसङ्काशं सुतप्तकनकप्रभम् |
पद्मस्थं यजमानार्थं वदनद्वयशोभितम् ||
४७ ||
सप्तच्छन्दोमयं देवं विमानोपरिसंस्थितम् |
त्रिधा ग्रीवं त्रिपादाब्जं हव्यकव्यविनाशनम् ||
४८ ||
ब्रह्माध्वर्यूद्गातृहोतृचतुःशृङ्गविराजितम् |
पञ्चरात्रं पाशुपतं कापिलं च महामतम् ||
४९ ||
बौद्धं वैदिकमित्येतत् षट्पिङ्गलविलोचनम् |
वेदार्थं च चतुःश्रोत्रं श्रौतशास्त्रमयध्वनिम् ||
५० ||

Bedeutung und Funktion: Die im Rudrayamala Tantra gelehrte Meditation lautet: „Der Bandhuka-Blüte gleich, wie stark erhitztes Gold strahlend, auf einem Lotus, dem Opfernden zugute, geschmückt mit zwei Gesichtern; (47) der Gott, dessen Wesen die sieben Versmaße sind, auf einem himmlischen Wagen, mit dreifachem Hals und drei Lotusfüßen, der die Opfergaben für Götter und Ahnen verzehrt; (48) mit vier Hörnern glänzend, die Brahman, Adhvaryu, Udgatri und Hotri, die vier Opferpriester, darstellen; Pancharatra, Pashupata und die große Lehre Kapilas, (49) die buddhistische und die vedische Lehre — diese als sechs goldbraune Augen; mit vier Ohren, auf den Veda-Sinn bezogen, und einem Klang, dessen Wesen die Lehre des vedischen Opfers ist.“ (50) Lesungshinweis: Die Quelle nennt hier fünf Lehrbezeichnungen, spricht aber von sechs Augen; die Differenz bleibt erhalten. Die knappe Verbindung zwischen Veda-Sinn und vier Ohren ist sprachlich nicht ganz eindeutig.

M0246. Verse 51–56: Arme und sieben Zungen Agnis
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 37–38, Verse 51–56: Arme und sieben Zungen Agnis
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sapāṭalajaṭābaddhamaulikoṭīrabhāsvaram |
hemālaṅkārasaṃyuktaṃ hemakuṇḍalamaṇḍitam ||
51 ||
raktāmbhoruhamadhyasthaṃ svastikāsanasaṃsthitam |
pṛṣṭhadeśasamālambi tārtīyacaraṇāmbujam ||
52 ||
mahāśabdāyamānaṃ ca rājamānaṃ svatejasā |
śaktiṃ vajraṃ sruksruvaṃ ca caturbhirdakṣabāhubhiḥ ||
53 ||
tomaraṃ tālavṛntaṃ ca sauvarṇaṃ ghṛtapātrakam |
vāmaistribhirbāhubhiśca dadhānaṃ raktavāsasam ||
54 ||
hiraṇyā kanakā raktā kṛṣṇā dakṣānane sthitā |
suprabhā cātiraktā ca bahuraktā ca jihvikā ||
55 ||
imā rasajñāstadvāmavadane nityamāsthitāḥ |
etābhiḥ saptajihvābhirupetaṃ pāṭitānanam ||
56 ||

Devanagari:
सपाटलजटाबद्धमौलिकोटीरभास्वरम् |
हेमालङ्कारसंयुक्तं हेमकुण्डलमण्डितम् ||
५१ ||
रक्ताम्भोरुहमध्यस्थं स्वस्तिकासनसंस्थितम् |
पृष्ठदेशसमालम्बि तार्तीयचरणाम्बुजम् ||
५२ ||
महाशब्दायमानं च राजमानं स्वतेजसा |
शक्तिं वज्रं स्रुक्स्रुवं च चतुर्भिर्दक्षबाहुभिः ||
५३ ||
तोमरं तालवृन्तं च सौवर्णं घृतपात्रकम् |
वामैस्त्रिभिर्बाहुभिश्च दधानं रक्तवाससम् ||
५४ ||
हिरण्या कनका रक्ता कृष्णा दक्षानने स्थिता |
सुप्रभा चातिरक्ता च बहुरक्ता च जिह्विका ||
५५ ||
इमा रसज्ञास्तद्वामवदने नित्यमास्थिताः |
एताभिः सप्तजिह्वाभिरुपेतं पाटिताननम् ||
५६ ||

Bedeutung und Funktion: „Strahlend mit einer Haarkrone aus rötlichen Flechten, mit goldenem Schmuck versehen und mit goldenen Ohrringen geschmückt; (51) in der Mitte eines roten Lotus, im Svastikasana sitzend, der dritte Lotusfuß an der Rückseite herabhängend; (52) einen gewaltigen Klang hervorbringend und aus eigener Leuchtkraft strahlend; in seinen vier rechten Armen Lanze, Donnerkeil, großen und kleinen Opferlöffel tragend; (53) in den drei linken Armen Wurfspeer, Palmblattfächer und ein goldenes Ghee-Gefäß tragend, in rote Gewänder gekleidet. (54) Hiranya, Kanaka, Rakta und Krishna befinden sich im rechten Gesicht; Suprabha, Atirakta und Bahurakta sind die weiteren Zungen. (55) Diese letzten Zungen befinden sich stets im linken Gesicht. Mit diesen sieben Zungen ausgestattet, mit weit geöffnetem Mund.“ (56)

M0247. Selbstverehrung und Darbha-Ausbreitung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 38, Selbstverehrung und Darbha-Ausbreitung
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
iti dhyātvā vahnidevatātmakamātmānaṃ vicintya mānasairupacārairabhyarcya—ra~ ātmamūrtaye vahnaye namaḥ—iti mantreṇa naivedyarahitairgandhādibhirbāhyopacārairapyātmānaṃ sampūjya sāmānyārghajalena mekhalāḥ pariṣiñcya garbhaśūnyairdarbhairagryaiḥ paristaraṇaṃ kuryāt |
paristaraṇaṃ ca ekamekhalakuṇḍe mekhalāyā adhastāt dvimekhale kuṇḍe dvitīyamekhalopari trimekhalākuṇḍe madhyamekhalāyāṃ kuryāt |
tatkramaśca—dakṣiṇottarayoḥ pūrvāgraiḥ pūrvapaścimayoruttarāgrairdarbhairmūlabhāgānagrabhāgairācchādayan paristarediti |
tataḥ prācīṃ vihāya dakṣiṇottarapaścimeṣu palāśādivṛkṣasambhavān hastamātrān saviṣṭārān paridhīn niḥkṣipya teṣu prādakṣiṇyena—oṃ brahmaṇe namaḥ |
oṃ viṣṇave namaḥ |
oṃ rudrāya namaḥ |
iti pūjayet |

Devanagari:
इति ध्यात्वा वह्निदेवतात्मकमात्मानं विचिन्त्य मानसैरुपचारैरभ्यर्च्य—रँ आत्ममूर्तये वह्नये नमः—इति मन्त्रेण नैवेद्यरहितैर्गन्धादिभिर्बाह्योपचारैरप्यात्मानं सम्पूज्य सामान्यार्घजलेन मेखलाः परिषिञ्च्य गर्भशून्यैर्दर्भैरग्र्यैः परिस्तरणं कुर्यात् |
परिस्तरणं च एकमेखलकुण्डे मेखलाया अधस्तात् द्विमेखले कुण्डे द्वितीयमेखलोपरि त्रिमेखलाकुण्डे मध्यमेखलायां कुर्यात् |
तत्क्रमश्च—दक्षिणोत्तरयोः पूर्वाग्रैः पूर्वपश्चिमयोरुत्तराग्रैर्दर्भैर्मूलभागानग्रभागैराच्छादयन् परिस्तरेदिति |
ततः प्राचीं विहाय दक्षिणोत्तरपश्चिमेषु पलाशादिवृक्षसम्भवान् हस्तमात्रान् सविष्टारान् परिधीन् निःक्षिप्य तेषु प्रादक्षिण्येन—ॐ ब्रह्मणे नमः |
ॐ विष्णवे नमः |
ॐ रुद्राय नमः |
इति पूजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Nachdem man so meditiert hat, vergegenwärtige man sich selbst als Verkörperung der Feuergottheit und verehre sich mit innerlich dargebrachten Upacharas. Unter dem Feuer-Bija und „Verehrung Agni, der Gestalt meines Selbst“ verehre man sich auch mit äußeren Gaben wie Duftstoffen, jedoch ohne Speisegabe. Man besprenge die Umfassungsstufen mit allgemeinem Arghya-Wasser und breite geeignetes Darbha-Gras aus, dessen innerer Trieb entfernt ist. Bei einer Kunda mit einer Umfassungsstufe geschehe dies darunter, bei zwei Stufen auf der zweiten, bei drei Stufen auf der mittleren. Im Süden und Norden zeigten die Grasspitzen nach Osten, im Osten und Westen nach Norden; die Spitzen bedecken jeweils die Wurzelenden. Dann lege man, unter Freilassung des Ostens, im Süden, Norden und Westen Umfassungshölzer von einer Hasta Länge und angemessener Stärke aus Palasha oder anderen genannten Bäumen nieder. Man verehre daran rechtsherum: „Om, Verehrung Brahma; Om, Verehrung Vishnu; Om, Verehrung Rudra.“

M0248. Sitz und Verkörperung des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 38, Sitz und Verkörperung des Feuers
Belegte Dhyana- und Ritualformeln; gedruckte Zählungsdifferenz inVers50 bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mekhalāsu—oṃ vāmāyai namaḥ |
oṃ jyeṣṭhāyai namaḥ |
oṃ raudrāyai namaḥ |
oṃ ambikāyai namaḥ |
iti pūrvādipradakṣiṇyena sampūjya—ra~ vahnaye āsanaṃ kalpayāmi namaḥ—iti āsanaṃ dattvā kuṇḍamadhye sacaturdvāraṃ caturasratrayāvṛtamaṣṭadalakamalaṃ vicintya prāglikhitapīṭhapūjākrameṇādhāraśaktyādivahnimaṇḍalāntaṃ maṇḍūkādijñānātmāntaṃ vā sampūjya vahnyāsanapadmasya pūrvādidalamūleṣu madhye ca pūrvoktanavaśaktīrabhyarcya—ra~ vahneryogapīṭhātmane namaḥ—iti |
sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ—iti mantreṇa vā pīṭhaṃ sampūjya mūlamantrānte—ra~ vahnermūrtiṃ kalpayāmi namaḥ—iti mūrtiṃ parikalpya punarvahniṃ dhyātvā— Devanagari:
ततो मेखलासु—ॐ वामायै नमः |
ॐ ज्येष्ठायै नमः |
ॐ रौद्रायै नमः |
ॐ अम्बिकायै नमः |
इति पूर्वादिप्रदक्षिण्येन सम्पूज्य—रँ वह्नये आसनं कल्पयामि नमः—इति आसनं दत्त्वा कुण्डमध्ये सचतुर्द्वारं चतुरस्रत्रयावृतमष्टदलकमलं विचिन्त्य प्राग्लिखितपीठपूजाक्रमेणाधारशक्त्यादिवह्निमण्डलान्तं मण्डूकादिज्ञानात्मान्तं वा सम्पूज्य वह्न्यासनपद्मस्य पूर्वादिदलमूलेषु मध्ये च पूर्वोक्तनवशक्तीरभ्यर्च्य—रँ वह्नेर्योगपीठात्मने नमः—इति |
सर्वशक्तिकमलासनाय नमः—इति मन्त्रेण वा पीठं सम्पूज्य मूलमन्त्रान्ते—रँ वह्नेर्मूर्तिं कल्पयामि नमः—इति मूर्तिं परिकल्प्य पुनर्वह्निं ध्यात्वा— Bedeutung und Funktion: Dann verehre man an den Umfassungsstufen, im Osten beginnend und rechtsherum: „Om, Verehrung Vama; Om, Verehrung Jyeshtha; Om, Verehrung Raudra; Om, Verehrung Ambika.“ Mit dem Feuer-Bija und „Ich bereite Agni einen Sitz, Verehrung“ bringe man einen Sitz dar. In der Mitte der Kunda vergegenwärtige man einen achtblättrigen Lotus, von drei Quadraten mit vier Toren umgeben. Nach der zuvor beschriebenen Pitha-Puja verehre man von der tragenden Shakti bis zum Feuerkreis oder von Manduka bis zum Erkenntnisselbst. An den Ansätzen der Lotusblätter, im Osten beginnend, und in der Mitte verehre man die neun zuvor genannten Shaktis. Mit dem Feuer-Bija und „Verehrung dem Wesen des Yoga-Pitha des Feuers“ oder mit „Verehrung dem Lotussitz aller Shaktis“ verehre man den Pitha. Nach dem Mula-Mantra gestalte man mit dem Feuer-Bija und „Ich gestalte die Verkörperung des Feuers, Verehrung“ dessen Verkörperung und meditiere erneut über das Feuer.

M0249. Anrufung und Pranapratistha Agnis
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 38–39, Anrufung und Pranapratistha Agnis
Formeln nach Druck; Bijas der Feuerzungen bleiben explizit ungesichert, Prana-Doppelung nicht still normalisiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ vaiśvānarajātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā bhagavannagne ihāgacchāgaccha—oṃ vaiśvānarajātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā—ityāvāhayet |
ādyantayormūlamantroccāraṇaṃ ca pūrvoktapramāṇasiddham |
tataḥ—ra~ āvāhito bhava, saṃsthāpito bhava—ityādikrameṇāvāhanādimudrāḥ pradarśya prāṇapratiṣṭhāṃ kuryāt |
yathā—oṃ ā~ hrī~ kro~ ya~ ra~ la~ va~ śa~ ṣa~ sa~ ha~ haṃsaḥ so'haṃ ra~ vahneḥ prāṇā iha iha sthitāḥ |
evam—jīva iha iha sthitaḥ |
evam—sarvendriyāṇi vāṅmanaścakṣuḥśrotraprāṇaprāṇā ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā |

Devanagari:
ॐ वैश्वानरजातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा भगवन्नग्ने इहागच्छागच्छ—ॐ वैश्वानरजातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा—इत्यावाहयेत् |
आद्यन्तयोर्मूलमन्त्रोच्चारणं च पूर्वोक्तप्रमाणसिद्धम् |
ततः—रँ आवाहितो भव, संस्थापितो भव—इत्यादिक्रमेणावाहनादिमुद्राः प्रदर्श्य प्राणप्रतिष्ठां कुर्यात् |
यथा—ॐ आँ ह्रीँ क्रोँ यँ रँ लँ वँ शँ षँ सँ हँ हंसः सोऽहं रँ वह्नेः प्राणा इह इह स्थिताः |
एवम्—जीव इह इह स्थितः |
एवम्—सर्वेन्द्रियाणि वाङ्मनश्चक्षुःश्रोत्रप्राणप्राणा इहागत्य सुखं चिरं तिष्ठन्तु स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: „Om, Vaishvanara Jatavedas, bringe hierher, Rotäugiger, vollende alle Handlungen, Svaha. Erhabener Agni, komm hierher, komm! Om, Vaishvanara Jatavedas, bringe hierher, Rotäugiger, vollende alle Handlungen, Svaha.“ So rufe man ihn herbei. Dass der Mula-Mantra am Anfang und Ende gesprochen wird, ist durch den zuvor angeführten Beleg begründet. Dann zeige man unter dem Feuer-Bija die Mudras von der Herbeirufung an: „Sei herbeigerufen, sei eingesetzt“, und die weiteren Formeln in ihrer Reihenfolge. Man vollziehe Pranapratistha mit der ausgeschriebenen Bija-Folge und „Die Lebenskräfte des Feuers sind hier, hier gegenwärtig“. Ebenso: „Das Lebensprinzip ist hier, hier gegenwärtig.“ Ebenso: „Alle Sinneskräfte, Rede, Manas, Auge, Gehör, Prana und Lebenskräfte sollen hierherkommen und lange in Wohlbefinden verweilen, Svaha.“ Lesungshinweis: In der letzten Aufzählung druckt die Quelle eine doppelte Prana-Verbindung; sie wird nicht stillschweigend zu einer üblichen Organliste berichtigt.

M0250. Upacharas und Avarana der sieben Feuerzungen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 39, Upacharas und Avarana der sieben Feuerzungen
Formeln nach Druck; Bijas der Feuerzungen bleiben explizit ungesichert, Prana-Doppelung nicht still normalisiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
evaṃ prāṇapratiṣṭhāṃ vidhāya—oṃ vaiśvānarajātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā—idaṃ pādyaṃ vahnaye namaḥ—ityādikrameṇa pādyārghyācamanasnānagandhapuṣpadhūpadīpanaivedyatāmbūlāni nivedya—oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā—śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ—iti puṣpāñjalinā vāratrayamabhyarcya āvaraṇārcanaṃ kuryāt |
tadyathā—ṣaṭkoṇeṣu madhye ca īśānādikrameṇa hiraṇyādisaptajihvāḥ pūjayet |
yathā—[bījam aspaṣṭam] hiraṇyāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] gaganāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] raktāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] kṛṣṇāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] suprabhāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] bahurūpāyai namaḥ |
[bījam aspaṣṭam] atiriktāyai namaḥ |
vaiṣṇave tu—prabhā dīptiḥ prakāśā marīcistāpinī karālā lelihānā ceti sapta jihvāḥ pūjyāḥ |

Devanagari:
एवं प्राणप्रतिष्ठां विधाय—ॐ वैश्वानरजातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा—इदं पाद्यं वह्नये नमः—इत्यादिक्रमेण पाद्यार्घ्याचमनस्नानगन्धपुष्पधूपदीपनैवेद्यताम्बूलानि निवेद्य—ॐ वैश्वानर जातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा—श्रीपादुकां पूजयामि नमः—इति पुष्पाञ्जलिना वारत्रयमभ्यर्च्य आवरणार्चनं कुर्यात् |
तद्यथा—षट्कोणेषु मध्ये च ईशानादिक्रमेण हिरण्यादिसप्तजिह्वाः पूजयेत् |
यथा—[बीजम् अस्पष्टम्] हिरण्यायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] गगनायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] रक्तायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] कृष्णायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] सुप्रभायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] बहुरूपायै नमः |
[बीजम् अस्पष्टम्] अतिरिक्तायै नमः |
वैष्णवे तु—प्रभा दीप्तिः प्रकाशा मरीचिस्तापिनी कराला लेलिहाना चेति सप्त जिह्वाः पूज्याः |

Bedeutung und Funktion: Nach dieser Pranapratistha spreche man den vollständigen Vaishvanara-Mantra und „Dieses Fußwasser für Agni, Verehrung“. Entsprechend bringe man der Reihe nach Fußwasser, Arghya, Mundspülwasser, Bad, Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, Speise und Tambula dar. Unter demselben vollständigen Mantra und „Ich verehre die heiligen Sandalen, Verehrung“ verehre man dreimal mit einer Blumengabe. Danach vollziehe man die Verehrung der umgebenden Kreise: An den sechs Ecken und in der Mitte, im Nordosten beginnend, verehre man unter den jeweiligen Bijas die sieben Zungen Hiranya, Gagana, Rakta, Krishna, Suprabha, Bahurupa und Atirikta, jeweils mit „Verehrung“. Bei der Vishnu-Verehrung verehre man stattdessen die sieben Zungen Prabha, Dipti, Prakasha, Marichi, Tapini, Karala und Lelihana. Lesungshinweis: Auch an dieser zweiten Druckstelle sind die Bija-Ligaturen der sieben zuerst genannten Zungen nicht zuverlässig aufgelöst; die lokalen Lücken bleiben sichtbar.

M0251. Anga-Gottheiten des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 39–40, Anga-Gottheiten des Feuers
Formeln nach Druck; Bijas der Feuerzungen bleiben explizit ungesichert, Prana-Doppelung nicht still normalisiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ keśareṣvaṅgadevatāḥ pūjayet |
yathā—oṃ sahasrārciṣe hṛdayāya namaḥ—āgneye |
oṃ svastipūrṇāya śirase svāhā—īśāne |
oṃ uttiṣṭhapuruṣāya śikhāyai vaṣaṭ—nairṛtye |
oṃ dhūmavyāpine kavacāya hu~—vāyavye |
oṃ saptajihvāya netratrayāya vauṣaṭ—madhye |
vaiṣṇavādau tu netrābhyāmiti jñeyam |
caturdikṣu—oṃ dhanurdharāyāstrāya phaṭ—iti sampūjya— Devanagari:
ततः केशरेष्वङ्गदेवताः पूजयेत् |
यथा—ॐ सहस्रार्चिषे हृदयाय नमः—आग्नेये |
ॐ स्वस्तिपूर्णाय शिरसे स्वाहा—ईशाने |
ॐ उत्तिष्ठपुरुषाय शिखायै वषट्—नैर्ऋत्ये |
ॐ धूमव्यापिने कवचाय हुँ—वायव्ये |
ॐ सप्तजिह्वाय नेत्रत्रयाय वौषट्—मध्ये |
वैष्णवादौ तु नेत्राभ्यामिति ज्ञेयम् |
चतुर्दिक्षु—ॐ धनुर्धरायास्त्राय फट्—इति सम्पूज्य— Bedeutung und Funktion: Dann verehre man an den Staubfäden die Anga-Gottheiten: Im Südosten „Om, dem Tausendflammigen, dem Herzen Verehrung“. Im Nordosten „Om, dem von Wohlergehen Erfüllten, dem Kopf Svaha“. Im Südwesten „Om, dem aufgerichteten Purusha, der Haarlocke Vashat“. Im Nordwesten „Om, dem mit Rauch Durchdringenden, dem Schutzpanzer Hum“. In der Mitte „Om, dem Siebenzüngigen, den drei Augen Vaushat“. Bei Vishnu-Verehrung und entsprechenden Verfahren ist stattdessen „den beiden Augen“ zu sprechen. In den vier Himmelsrichtungen: „Om, dem Bogenträger, der Waffe Phat.“

M0252. Acht Gestalten Agnis und Abschluss der Avarana-Puja
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 40, Acht Gestalten Agnis und Abschluss der Avarana-Puja
Formeln nach Druck; Bijas der Feuerzungen bleiben explizit ungesichert, Prana-Doppelung nicht still normalisiert.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pūrvādidaleṣu—oṃ agnaye jātavedase namaḥ |
oṃ agnaye saptajihvāya namaḥ |
oṃ agnaye havyavāhanāya namaḥ |
oṃ agnaye aśvodarajāya namaḥ |
oṃ agnaye vaiśvānarāya namaḥ |
oṃ agnaye kaumāratejase namaḥ |
oṃ agnaye viśvamukhāya namaḥ |
oṃ agnaye devamukhāya namaḥ |
ityaṣṭamūrtīrabhyarcya mekhalāśritadaśasu pūrvādikrameṇendrādīn tadbahirvajrādīn sampūjya—oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya sālaṅkārāya saparivārāya vahnaye śrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ—iti sampūjya pātrāṇyāsādayet |

Devanagari:
पूर्वादिदलेषु—ॐ अग्नये जातवेदसे नमः |
ॐ अग्नये सप्तजिह्वाय नमः |
ॐ अग्नये हव्यवाहनाय नमः |
ॐ अग्नये अश्वोदरजाय नमः |
ॐ अग्नये वैश्वानराय नमः |
ॐ अग्नये कौमारतेजसे नमः |
ॐ अग्नये विश्वमुखाय नमः |
ॐ अग्नये देवमुखाय नमः |
इत्यष्टमूर्तीरभ्यर्च्य मेखलाश्रितदशसु पूर्वादिक्रमेणेन्द्रादीन् तद्बहिर्वज्रादीन् सम्पूज्य—ॐ वैश्वानर जातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा साङ्गाय सायुधाय सवाहनाय सालङ्काराय सपरिवाराय वह्नये श्रीपादुकां पूजयामि नमः—इति सम्पूज्य पात्राण्यासादयेत् |

Bedeutung und Funktion: Auf den Blütenblättern, im Osten beginnend: „Om, Verehrung Agni Jatavedas; Om, Verehrung Agni, dem Siebenzüngigen; Om, Verehrung Agni, dem Träger der Opfergaben; Om, Verehrung Agni, dem aus dem Pferdeleib Geborenen; Om, Verehrung Agni Vaishvanara; Om, Verehrung Agni, dem Glanz Kumaras; Om, Verehrung Agni, dessen Antlitz überall ist; Om, Verehrung Agni, dem Mund der Götter.“ So verehre man die acht Gestalten. An den zehn Stellen der Umfassung verehre man, im Osten beginnend, Indra und die übrigen Weltenhüter; außerhalb davon Vajra und die übrigen Waffen. Dann verehre man mit dem vollständigen Vaishvanara-Mantra und „Ich verehre die heiligen Sandalen Agnis samt seinen Angas, Waffen, Reittier, Schmuck und Gefolge, Verehrung“. Anschließend ordne man die Gefäße an.

M0253. Aufstellung und Reinigung der Opfergefäße
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 40, Aufstellung und Reinigung der Opfergefäße
Ausgeschriebene Formeln samt Kontext; bloße Mantrabezeichnungen nicht ergänzt. Gedruckte Soma-Wiederholung bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tadyathā—svavāmabhāge prāgagrān darbhānāstīrya taduparyastramantritajalena prakṣālitāni yugmarūpāṇi sruksruvaprokṣaṇīpraṇītājyasthālīcarusthālyādipātrāṇyadhomukhīkṛtya vinyaset |
yadyapi pūjopayuktaprokṣaṇīpātrasya svadakṣiṇe sthāpanamuktaṃ tathāpi homopayuktaṃ tatpraṇītādipātravadvāma eva sthāpanīyam |
sruksruvayoreva dakṣiṇe'bhidhānāditi śrīvidyāpaddhatikṛtaḥ |
sruksruvāvapi pūrvaṃ vāma evāsādya saṃskārottaraṃ dakṣiṇe sthāpyau |
tatastāni pātrāṇi pavitreṇottānāni vidhāya punaḥ prakṣālya sāmānyārghajalena krameṇa samprokṣya—namaḥ—iti hṛnmantramuccaran śuddhajalena prokṣaṇīpātramāpūrya ādhārapātrajaleṣu krameṇa bimbatrayamabhyarcya—oṃ gaṅge ca yamune caiva—ityādināṅkuśamudrayā sūryamaṇḍalāt tīrthamāvāhya astreṇa saṃrakṣya kavacenāvaguṇṭhya praṇavena gandhapuṣpākṣatapavitrāṇi niḥkṣipya kūrcaṃ nidhāya praṇavenāṣṭadhābhimantrya dhenumudrāṃ pradarśya praṇītāpātramapi śuddhajalenāpūrya gandhapuṣpākṣatapavitrāṇi niḥkṣipet |
tataḥ praṇītāpātrasthaṃ kiñcijjalaṃ prokṣaṇīpātre niḥkṣipya tajjalena hṛnmantraṃ mūlamantramuccaran yāgadravyāṇi prokṣayet |
iti pātrāsādanam |

Devanagari:
तद्यथा—स्ववामभागे प्रागग्रान् दर्भानास्तीर्य तदुपर्यस्त्रमन्त्रितजलेन प्रक्षालितानि युग्मरूपाणि स्रुक्स्रुवप्रोक्षणीप्रणीताज्यस्थालीचरुस्थाल्यादिपात्राण्यधोमुखीकृत्य विन्यसेत् |
यद्यपि पूजोपयुक्तप्रोक्षणीपात्रस्य स्वदक्षिणे स्थापनमुक्तं तथापि होमोपयुक्तं तत्प्रणीतादिपात्रवद्वाम एव स्थापनीयम् |
स्रुक्स्रुवयोरेव दक्षिणेऽभिधानादिति श्रीविद्यापद्धतिकृतः |
स्रुक्स्रुवावपि पूर्वं वाम एवासाद्य संस्कारोत्तरं दक्षिणे स्थाप्यौ |
ततस्तानि पात्राणि पवित्रेणोत्तानानि विधाय पुनः प्रक्षाल्य सामान्यार्घजलेन क्रमेण सम्प्रोक्ष्य—नमः—इति हृन्मन्त्रमुच्चरन् शुद्धजलेन प्रोक्षणीपात्रमापूर्य आधारपात्रजलेषु क्रमेण बिम्बत्रयमभ्यर्च्य—ॐ गङ्गे च यमुने चैव—इत्यादिनाङ्कुशमुद्रया सूर्यमण्डलात् तीर्थमावाह्य अस्त्रेण संरक्ष्य कवचेनावगुण्ठ्य प्रणवेन गन्धपुष्पाक्षतपवित्राणि निःक्षिप्य कूर्चं निधाय प्रणवेनाष्टधाभिमन्त्र्य धेनुमुद्रां प्रदर्श्य प्रणीतापात्रमपि शुद्धजलेनापूर्य गन्धपुष्पाक्षतपवित्राणि निःक्षिपेत् |
ततः प्रणीतापात्रस्थं किञ्चिज्जलं प्रोक्षणीपात्रे निःक्षिप्य तज्जलेन हृन्मन्त्रं मूलमन्त्रमुच्चरन् यागद्रव्याणि प्रोक्षयेत् |
इति पात्रासादनम् |

Bedeutung und Funktion: So: Links von sich breite man Darbha-Gras mit den Spitzen nach Osten aus. Darauf lege man die paarweise angeordneten Geräte und Gefäße mit der Öffnung nach unten: großen und kleinen Opferlöffel, Besprengungsgefäß, Pranita-Wassergefäß, Ghee-Schale, Charu-Kochtopf und die weiteren Geräte. Zuvor wasche man sie mit Wasser, das mit dem Waffen-Mantra besprochen wurde. Zwar wurde für das Besprengungsgefäß der Puja eine Aufstellung rechts vorgeschrieben; das zum Homa gehörige Gefäß ist jedoch wie das Pranita-Gefäß links aufzustellen. Die Verfasser der Shrividya-Paddhati begründen dies damit, dass nur für die beiden Opferlöffel ausdrücklich die rechte Seite genannt wird. Auch diese lege man zunächst links ab und stelle sie erst nach ihrer Weihe rechts hin. Mit dem Pavitra, dem rituellen Grasring, wende man die Gefäße mit der Öffnung nach oben, wasche sie erneut und besprenge sie nacheinander mit allgemeinem Arghya-Wasser. Unter dem Herz-Mantra „Verehrung“ fülle man das Besprengungsgefäß mit reinem Wasser. Man verehre nacheinander die drei Kreise an Unterlage, Gefäß und Wasser. Mit der nur im Anfang zitierten Flussanrufung „Om, Ganga und Yamuna …“ und der Ankusha-Mudra rufe man heiliges Wasser aus dem Sonnenkreis herbei. Man schütze es mit dem Waffen-Mantra, verhülle es mit dem Schutz-Mantra und lege unter dem Pranava Duftstoffe, Blumen, unversehrte Reiskörner und Pavitra hinein. Man setze ein Grasbündel ein, bespreche achtmal mit dem Pranava und zeige die Dhenu-Mudra. Auch das Pranita-Gefäß fülle man mit reinem Wasser und lege Duftstoffe, Blumen, unversehrte Reiskörner und Pavitra hinein. Etwas Wasser daraus gebe man in das Besprengungsgefäß. Mit diesem Wasser besprenge man unter Herz- und Mula-Mantra die Opfermaterialien. Dies ist die Aufstellung der Gefäße.

M0254. Wahl des Brahman-Priesters
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 40–41, Wahl des Brahman-Priesters
Ausgeschriebene Formeln samt Kontext; bloße Mantrabezeichnungen nicht ergänzt. Gedruckte Soma-Wiederholung bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ dravyaśodhanaṃ ca vidhāya brahmāṇaṃ vṛṇuyāt |
yathā—taddevatāmantradīkṣitaṃ brahmāṇaṃ kuṇḍadakṣiṇabhāge kuśāsane upāveśya—oṃ adyetyādi amukagotro'mukadevaśarmā'mukadevatā'mukamantradīkṣākarmāṅgabhūte'smin homakarmaṇi amukagotramamukadevaśarmāṇaṃ bhavantaṃ brahmāṇamahaṃ vṛṇe |
vṛto'smi—iti prativacanam |
iti vṛtvā oṃ brahmaṇe namaḥ—iti mantreṇa gandhādibhirvāso'laṅkārādibhiśca pūjayet |
tataḥ sruksruvau saṃskuryāt |

Devanagari:
ततः द्रव्यशोधनं च विधाय ब्रह्माणं वृणुयात् |
यथा—तद्देवतामन्त्रदीक्षितं ब्रह्माणं कुण्डदक्षिणभागे कुशासने उपावेश्य—ॐ अद्येत्यादि अमुकगोत्रोऽमुकदेवशर्माऽमुकदेवताऽमुकमन्त्रदीक्षाकर्माङ्गभूतेऽस्मिन् होमकर्मणि अमुकगोत्रममुकदेवशर्माणं भवन्तं ब्रह्माणमहं वृणे |
वृतोऽस्मि—इति प्रतिवचनम् |
इति वृत्वा ॐ ब्रह्मणे नमः—इति मन्त्रेण गन्धादिभिर्वासोऽलङ्कारादिभिश्च पूजयेत् |
ततः स्रुक्स्रुवौ संस्कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: Nach der Reinigung der Materialien wähle man den Brahman-Priester. Einen in den Mantra der betreffenden Gottheit Eingeweihten lasse man südlich der Kunda auf einem Kusha-Sitz Platz nehmen. Nach „Om, heute …“ spreche man: „Ich, der so und so genannte Deva-Sharma aus dem so und so genannten Gotra, wähle dich, den so und so genannten Deva-Sharma aus dem so und so genannten Gotra, zum Brahman-Priester bei diesem Homa, das zur Diksha in den betreffenden Mantra der betreffenden Gottheit gehört.“ Die Antwort lautet: „Ich bin gewählt.“ Nach seiner Wahl verehre man ihn mit „Om, Verehrung dem Brahman-Priester“, mit Duftstoffen und Weiterem sowie mit Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben. Dann weihe man den großen und den kleinen Opferlöffel.

M0255. Ghee-Gaben für die Augen des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 41–42, Ghee-Gaben für die Augen des Feuers
Ausgeschriebene Formeln samt Kontext; bloße Mantrabezeichnungen nicht ergänzt. Gedruckte Soma-Wiederholung bleibt erkennbar.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā—sruveṇa—namaḥ—iti mantramuccaran dakṣiṇabhāgādghṛtamādāya—oṃ agnaye svāhā agnaye idaṃ namaḥ—ityagnerdakṣiṇalocane juhuyāt |
sampātamājyaṃ tatraiva dakṣiṇabhāge niḥkṣipet |
punaḥ—namaḥ—iti vāmabhāgādghṛtamādāya—oṃ somāya svāhā somāyedaṃ namaḥ—iti vāmalocane juhuyāt |
santāpājyaṃ tatraiva vāmabhāge sthāpayet |
punarevaṃ madhyabhāgādghṛtamādāya—oṃ somāya svāhā somāyedaṃ namaḥ—iti vāmalocane juhuyāt |
sampātājyaṃ tatraiva vāmabhāge sthāpayet |
punarevaṃ madhyabhāgādghṛtamādāya—oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā agnīṣomābhyāmidaṃ namaḥ—iti vahnerlalāṭe netre hutvā sampātamājyaṃ pūrvavanmadhyabhāge kṣipet |

Devanagari:
यथा—स्रुवेण—नमः—इति मन्त्रमुच्चरन् दक्षिणभागाद्घृतमादाय—ॐ अग्नये स्वाहा अग्नये इदं नमः—इत्यग्नेर्दक्षिणलोचने जुहुयात् |
सम्पातमाज्यं तत्रैव दक्षिणभागे निःक्षिपेत् |
पुनः—नमः—इति वामभागाद्घृतमादाय—ॐ सोमाय स्वाहा सोमायेदं नमः—इति वामलोचने जुहुयात् |
सन्तापाज्यं तत्रैव वामभागे स्थापयेत् |
पुनरेवं मध्यभागाद्घृतमादाय—ॐ सोमाय स्वाहा सोमायेदं नमः—इति वामलोचने जुहुयात् |
सम्पाताज्यं तत्रैव वामभागे स्थापयेत् |
पुनरेवं मध्यभागाद्घृतमादाय—ॐ अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा अग्नीषोमाभ्यामिदं नमः—इति वह्नेर्ललाटे नेत्रे हुत्वा सम्पातमाज्यं पूर्ववन्मध्यभागे क्षिपेत् |

Bedeutung und Funktion: So: Unter „Verehrung“ nehme man mit dem kleinen Opferlöffel Ghee aus der rechten Hälfte und opfere in das rechte Auge Agnis: „Om, Agni Svaha; dies für Agni, Verehrung.“ Den im Löffel zurückbleibenden Ghee-Rest gebe man wieder in die rechte Hälfte. Unter „Verehrung“ nehme man Ghee aus der linken Hälfte und opfere in das linke Auge: „Om, Soma Svaha; dies für Soma, Verehrung.“ Den Ghee-Rest gebe man wieder links hinein. Dann nehme man ebenso Ghee aus der Mitte und opfere erneut in das linke Auge: „Om, Soma Svaha; dies für Soma, Verehrung.“ Den Rest gebe man wieder in die linke Hälfte. Dann nehme man Ghee aus der Mitte und opfere in das Stirnauge des Feuers: „Om, Agni und Soma Svaha; dies für Agni und Soma, Verehrung.“ Den Rest gebe man wie zuvor in die Mitte zurück. Lesungshinweis: Die Soma-Gabe wird im sichtbaren Druck zweimal beschrieben, beim zweiten Mal mit Entnahme aus der Mitte. Diese auffällige Wiederholung bleibt als Quellenaussage erhalten; sie ist keine versehentliche Verdoppelung der Übersetzung. Beim ersten Ghee-Rest der Soma-Gabe steht abweichend „santāpa“ statt „sampāta“.

M0256. Vers 57 und Sonderregel für Narasimha
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 42, Vers 57 und Sonderregel für Narasimha
Belegte Formeln; verkürzte Samskara-Reihe entsprechend dem Druck, nicht ausgeschrieben ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaiṣṇavādau tu lalāṭanetrāhutiṃ na kuryāt |
tatrāpi śrīnṛsiṃhacaraṇārādhanopayuktahome tu kuryādeva |
netratrayodbhāsamānaṃ paramātmānamacyutam |
śrīnṛsiṃhamahaṃ vande devadevaṃ vṛṣākapim ||
ityuktatvāt tatrāpi prajvaladvahninetrābhyāṃ dahanniva jagattrayam ||
57 ||
ityādidvinetradhyānapakṣe tu netrāhutirna kāryā |
punaḥ—namaḥ—iti dakṣiṇabhāgādājyamādāya—oṃ agnaye sviṣṭakṛte svāhā agnaye sviṣṭakṛte idaṃ namaḥ—iti vahnervaktre juhuyāt |

Devanagari:
वैष्णवादौ तु ललाटनेत्राहुतिं न कुर्यात् |
तत्रापि श्रीनृसिंहचरणाराधनोपयुक्तहोमे तु कुर्यादेव |
नेत्रत्रयोद्भासमानं परमात्मानमच्युतम् |
श्रीनृसिंहमहं वन्दे देवदेवं वृषाकपिम् ||
इत्युक्तत्वात् तत्रापि प्रज्वलद्वह्निनेत्राभ्यां दहन्निव जगत्त्रयम् ||
५७ ||
इत्यादिद्विनेत्रध्यानपक्षे तु नेत्राहुतिर्न कार्या |
पुनः—नमः—इति दक्षिणभागादाज्यमादाय—ॐ अग्नये स्विष्टकृते स्वाहा अग्नये स्विष्टकृते इदं नमः—इति वह्नेर्वक्त्रे जुहुयात् |

Bedeutung und Funktion: Bei Vishnu-Verehrung und entsprechenden Verfahren bringe man keine Gabe für das Stirnauge dar. Bei einem Homa zur Verehrung der Füße Shri Narasimhas soll man sie jedoch vollziehen, denn es heißt: „Ich verneige mich vor Shri Narasimha, dem höchsten Selbst, dem Unwandelbaren, strahlend mit drei Augen, dem Gott der Götter, Vrishakapi.“ Wird dagegen auch hier über seine zweiäugige Gestalt meditiert, etwa mit „Als verbrenne er die drei Welten mit seinen beiden wie Feuer lodernden Augen“ (57), erfolgt die Stirnaugengabe nicht. Wieder nehme man unter „Verehrung“ Ghee aus der rechten Hälfte und opfere in den Mund des Feuers: „Om, Agni Svishtakrit Svaha; dies für Agni, der das Opfer wohl vollzogen sein lässt, Verehrung.“

M0257. Vyahriti-Gaben und Beginn der sechzehn Lebensweihen Agnis
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 42, Vyahriti-Gaben und Beginn der sechzehn Lebensweihen Agnis
Belegte Formeln; verkürzte Samskara-Reihe entsprechend dem Druck, nicht ausgeschrieben ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śāradāyāṃ tu—svāhā—iti hutvā—hā—iti hutaśeṣaṃ kṣipedityuktam—tatrāpi sampādayediti pratibhāti |
tataḥ praṇavayuktābhirvyastasamastābhirvyāhṛtibhiḥ pañcāhutīrdadyāt |
tadyathā—oṃ svāhā, bhūḥ svāhā, bhuvaḥ svāhā, svaḥ svāhā, oṃ bhūrbhuvaḥsvaḥ svāhā—iti hutvā—oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā—ityagnimantreṇāhutitrayaṃ dattvā vahnergarbhādhānādiṣoḍaśasaṃskārān kuryāt |
yathā—oṃ agnergarbhādhānaṃ sampādayāmi svāhā—ityaṣṭāhutīrjuhuyāt |
evamagre'pi |
oṃ agneḥ puṃsavanaṃ sampādayāmi svāhā—iti |
oṃ agneḥ sīmantonnayanaṃ sampādayāmi svāhā, oṃ agnerjātakarma sampādayāmi svāhā—iti jātakarmāhutīrhutvā—oṃ agnernālacchedaṃ sampādayāmi phaṭ svāhā—iti mūlāgrayorghṛtasamplutāḥ pañca samidho juhuyāt |
tataḥ— Devanagari:
शारदायां तु—स्वाहा—इति हुत्वा—हा—इति हुतशेषं क्षिपेदित्युक्तम्—तत्रापि सम्पादयेदिति प्रतिभाति |
ततः प्रणवयुक्ताभिर्व्यस्तसमस्ताभिर्व्याहृतिभिः पञ्चाहुतीर्दद्यात् |
तद्यथा—ॐ स्वाहा, भूः स्वाहा, भुवः स्वाहा, स्वः स्वाहा, ॐ भूर्भुवःस्वः स्वाहा—इति हुत्वा—ॐ वैश्वानर जातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा—इत्यग्निमन्त्रेणाहुतित्रयं दत्त्वा वह्नेर्गर्भाधानादिषोडशसंस्कारान् कुर्यात् |
यथा—ॐ अग्नेर्गर्भाधानं सम्पादयामि स्वाहा—इत्यष्टाहुतीर्जुहुयात् |
एवमग्रेऽपि |
ॐ अग्नेः पुंसवनं सम्पादयामि स्वाहा—इति |
ॐ अग्नेः सीमन्तोन्नयनं सम्पादयामि स्वाहा, ॐ अग्नेर्जातकर्म सम्पादयामि स्वाहा—इति जातकर्माहुतीर्हुत्वा—ॐ अग्नेर्नालच्छेदं सम्पादयामि फट् स्वाहा—इति मूलाग्रयोर्घृतसम्प्लुताः पञ्च समिधो जुहुयात् |
ततः— Bedeutung und Funktion: Die Sharada schreibt dagegen vor, unter „Svaha“ zu opfern und den Opferrest unter „Ha“ abzugeben. Auch dort scheint, so der Text, dies vollzogen werden zu sollen. Dann bringe man fünf Opfergaben mit den einzelnen und zusammengefassten Vyahritis samt Pranava dar: „Om Svaha; Bhuh Svaha; Bhuvah Svaha; Svah Svaha; Om Bhur Bhuvah Svah Svaha.“ Nach drei weiteren Gaben mit dem vollständigen Vaishvanara-Mantra vollziehe man die sechzehn Samskaras des Feuers, beginnend mit der Empfängnisweihe. Mit „Om, ich vollziehe Agnis Empfängnisweihe, Svaha“ bringe man acht Gaben dar; ebenso bei den folgenden Weihen. „Om, ich vollziehe Agnis Pumsavana, die traditionelle Weihe zur Geburt eines Sohnes, Svaha.“ „Om, ich vollziehe Agnis Simantonnayana, die Weihe des Scheitelziehens, Svaha.“ „Om, ich vollziehe Agnis Geburtsritus, Svaha.“ Nach diesen Gaben zum Geburtsritus opfere man fünf Holzstücke, deren beide Enden in Ghee getaucht sind: „Om, ich vollziehe das Durchtrennen der Nabelschnur Agnis, Phat Svaha.“

M0258. Namengebung des Feuers
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 43, Namengebung des Feuers
Belegte Formeln; verkürzte Samskara-Reihe entsprechend dem Druck, nicht ausgeschrieben ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ vahneḥ sūtakaṃ śodhayāmi svāhā—ityekāhutiṃ dattvā sveṣṭadevatānāmnā—vahne tvamamukanāmā'si—iti nāma kṛtvā vahnīṣṭadevatayoraikyaṃ vicintya—oṃ agnernāmakaraṇaṃ sampādayāmi svāhā—iti pūrvavadaṣṭāhutīrjuhuyāt |
oṃ agne tvaṃ śivanāmā'si, agne tvaṃ varadanāmā'si, agne tvaṃ viśvarūpanāmā'si—ityevaṃ vā nāma kuryāt |
śrīvidyāpakṣe tu—agne tvaṃ kāmāgnināmā'si—iti nāma kuryāt |

Devanagari:
ॐ वह्नेः सूतकं शोधयामि स्वाहा—इत्येकाहुतिं दत्त्वा स्वेष्टदेवतानाम्ना—वह्ने त्वममुकनामाऽसि—इति नाम कृत्वा वह्नीष्टदेवतयोरैक्यं विचिन्त्य—ॐ अग्नेर्नामकरणं सम्पादयामि स्वाहा—इति पूर्ववदष्टाहुतीर्जुहुयात् |
ॐ अग्ने त्वं शिवनामाऽसि, अग्ने त्वं वरदनामाऽसि, अग्ने त्वं विश्वरूपनामाऽसि—इत्येवं वा नाम कुर्यात् |
श्रीविद्यापक्षे तु—अग्ने त्वं कामाग्निनामाऽसि—इति नाम कुर्यात् |

Bedeutung und Funktion: Mit „Om, ich reinige die geburtsbedingte rituelle Unreinheit des Feuers, Svaha“ bringe man eine Gabe dar. Dann gebe man dem Feuer den Namen der eigenen Ishta-Devata: „Feuer, du trägst den so und so genannten Namen.“ Man vergegenwärtige die Einheit von Feuer und Ishta-Devata und opfere wie zuvor achtmal: „Om, ich vollziehe Agnis Namengebung, Svaha.“ Wahlweise gebe man den Namen mit „Om, Agni, dein Name ist Shiva“, „Agni, dein Name ist Varada“ oder „Agni, dein Name ist Vishvarupa“. Bei Shrividya gebe man den Namen mit „Agni, dein Name ist Kamagni“.

M0259. Weitere Lebensweihen und Rückführung der Eltern Agnis
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 43, Weitere Lebensweihen und Rückführung der Eltern Agnis
Belegte Formeln; verkürzte Samskara-Reihe entsprechend dem Druck, nicht ausgeschrieben ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ—oṃ agne niṣkramaṇaṃ sampādayāmi svāhā |
evaṃ—oṃ agnerannaprāśanam |
oṃ agneścūḍākaraṇam |
oṃ agnerupanayanam |
oṃ agnermahānāmnyavratam |
oṃ agnermahāvratam |
oṃ agnerupaniṣadvratam |
oṃ agnergodānavratam |
oṃ agneḥ samāvartanam |
oṃ agnervivāhaṃ sampādayāmi svāhā—iti pratyekamaṣṭāhutīrhutvā mūlāgrayorghṛtasamplutāṃ samidhamādāya—oṃ hrī~ vāgīśavāgīśvarībhyāṃ svāhā—iti trivāraṃ juhuyāt |
tato'gneḥ pitarau vāgīśau pūrvavat pañcopacāraiḥ sampūjya praṇamya svahṛdaye udvāsayet |

Devanagari:
ततः—ॐ अग्ने निष्क्रमणं सम्पादयामि स्वाहा |
एवं—ॐ अग्नेरन्नप्राशनम् |
ॐ अग्नेश्चूडाकरणम् |
ॐ अग्नेरुपनयनम् |
ॐ अग्नेर्महानाम्न्यव्रतम् |
ॐ अग्नेर्महाव्रतम् |
ॐ अग्नेरुपनिषद्व्रतम् |
ॐ अग्नेर्गोदानव्रतम् |
ॐ अग्नेः समावर्तनम् |
ॐ अग्नेर्विवाहं सम्पादयामि स्वाहा—इति प्रत्येकमष्टाहुतीर्हुत्वा मूलाग्रयोर्घृतसम्प्लुतां समिधमादाय—ॐ ह्रीँ वागीशवागीश्वरीभ्यां स्वाहा—इति त्रिवारं जुहुयात् |
ततोऽग्नेः पितरौ वागीशौ पूर्ववत् पञ्चोपचारैः सम्पूज्य प्रणम्य स्वहृदये उद्वासयेत् |

Bedeutung und Funktion: Dann: „Om, Agni, ich vollziehe das erste Hinausführen, Svaha.“ Ebenso gelten die Formeln Agnis erster fester Speise, dem ersten Haarschnitt, dem Upanayana, dem Mahanamni-Gelübde, dem großen Gelübde, dem Upanishad-Gelübde, dem Godana-Gelübde, der Rückkehr nach dem Studium und schließlich: „Om, ich vollziehe Agnis Hochzeit, Svaha.“ Bei jedem dieser Riten bringe man acht Opfergaben dar. Dann nehme man ein Holzstück, dessen beide Enden in Ghee getaucht sind, und opfere dreimal unter dem angegebenen Bija und „Om, Vagisha und Vagishvari Svaha“. Anschließend verehre man Agnis Eltern, Vagisha und Vagishvari, wie zuvor mit den fünf Upacharas, verneige sich und führe sie in das eigene Herz zurück. Die mittleren Formeln sind in der Quelle verkürzt aufgeführt; ihr gemeinsamer ritueller Abschluss ist durch die umgebenden Anweisungen angegeben.

M0260. Opfergaben an Feuerzungen und Angas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 43–44, Opfergaben an Feuerzungen und Angas
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato vahneḥ saptasu jihvāsu tanmantrairekaikā māhutiṃ dadyāt |
yathā—[bījam aspaṣṭam] hiraṇyāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] gaganāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] raktāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] kṛṣṇāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] suprabhāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] bahurūpāyai svāhā |
[bījam aspaṣṭam] atiriktāyai svāhā |
iti saptajihvāmantreṇa juhuyāt |
tato'ṅgamantrairjuhuyāt |
tadyathā—oṃ sahasrārciṣe hṛdayāya namaḥ svāhā—evaṃ krameṇa juhuyāt |
oṃ svastipūrṇāya śirase svāhā |
oṃ uttiṣṭhapuruṣāya śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ dhūmavyāpine kavacāya hu~ svāhā |
oṃ saptajihvāya netratrayāya vauṣaṭ svāhā |
vaiṣṇavādau tu netrābhyām—iti jñeyam |
oṃ dhanurdharāyāstrāya phaṭ svāhā |

Devanagari:
ततो वह्नेः सप्तसु जिह्वासु तन्मन्त्रैरेकैका माहुतिं दद्यात् |
यथा—[बीजम् अस्पष्टम्] हिरण्यायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] गगनायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] रक्तायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] कृष्णायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] सुप्रभायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] बहुरूपायै स्वाहा |
[बीजम् अस्पष्टम्] अतिरिक्तायै स्वाहा |
इति सप्तजिह्वामन्त्रेण जुहुयात् |
ततोऽङ्गमन्त्रैर्जुहुयात् |
तद्यथा—ॐ सहस्रार्चिषे हृदयाय नमः स्वाहा—एवं क्रमेण जुहुयात् |
ॐ स्वस्तिपूर्णाय शिरसे स्वाहा |
ॐ उत्तिष्ठपुरुषाय शिखायै वषट् |
ॐ धूमव्यापिने कवचाय हुँ स्वाहा |
ॐ सप्तजिह्वाय नेत्रत्रयाय वौषट् स्वाहा |
वैष्णवादौ तु नेत्राभ्याम्—इति ज्ञेयम् |
ॐ धनुर्धरायास्त्राय फट् स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Dann bringe man jeder der sieben Feuerzungen mit ihrem Mantra eine Gabe dar: jeweils nach dem Bija „Hiranya Svaha; Gagana Svaha; Rakta Svaha; Krishna Svaha; Suprabha Svaha; Bahurupa Svaha; Atirikta Svaha“. Danach opfere man mit den Anga-Mantras: „Om, dem Tausendflammigen, dem Herzen Verehrung, Svaha. Om, dem von Wohlergehen Erfüllten, dem Kopf Svaha. Om, dem aufgerichteten Purusha, der Haarlocke Vashat. Om, dem mit Rauch Durchdringenden, dem Schutzpanzer Hum, Svaha. Om, dem Siebenzüngigen, den drei Augen Vaushat, Svaha.“ Bei Vishnu-Verehrung und entsprechenden Verfahren spreche man „den beiden Augen“. „Om, dem Bogenträger, der Waffe Phat, Svaha.“ Lesungshinweis: Die Bija-Ligaturen der sieben Feuerzungen bleiben wie an den zuvor geprüften Stellen ungesichert und sind in den Sanskritfassungen einzeln markiert. Die unterschiedlichen gedruckten Endungen der Anga-Mantras bleiben erhalten.

M0261. Opfergaben an Gestalten, Weltenhüter und Waffen
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 44, Opfergaben an Gestalten, Weltenhüter und Waffen
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato vahnermūrtimantrairjuhuyāt |
tadyathā—oṃ agnaye jātavedase svāhā |
oṃ agnaye saptajihvāya svāhā |
oṃ agnaye havyavāhanāya svāhā |
oṃ agnaye aśvodarajāya svāhā |
oṃ agnaye vaiśvānarāya svāhā |
oṃ agnaye kaumāratejase svāhā |
oṃ agnaye viśvamukhāya svāhā |
oṃ agnaye devamukhāya svāhā |
iti hutvā—oṃ indrāya svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ yamāya svāhā |
oṃ varuṇāya svāhā |
oṃ nairṛtaye svāhā |
oṃ vāyave svāhā |
oṃ kuberāya svāhā |
oṃ īśānāya svāhā |
oṃ brahmaṇe svāhā |
oṃ anantāya svāhā |
oṃ vajrāya svāhā |
oṃ śaktaye svāhā |
oṃ daṇḍāya svāhā |
oṃ khaḍgāya svāhā |
oṃ pāśāya svāhā |
oṃ aṅkuśāya svāhā |
oṃ gadāyai svāhā |
oṃ triśūlāya svāhā |
oṃ padmāya svāhā |
oṃ cakrāya svāhā |

Devanagari:
ततो वह्नेर्मूर्तिमन्त्रैर्जुहुयात् |
तद्यथा—ॐ अग्नये जातवेदसे स्वाहा |
ॐ अग्नये सप्तजिह्वाय स्वाहा |
ॐ अग्नये हव्यवाहनाय स्वाहा |
ॐ अग्नये अश्वोदरजाय स्वाहा |
ॐ अग्नये वैश्वानराय स्वाहा |
ॐ अग्नये कौमारतेजसे स्वाहा |
ॐ अग्नये विश्वमुखाय स्वाहा |
ॐ अग्नये देवमुखाय स्वाहा |
इति हुत्वा—ॐ इन्द्राय स्वाहा |
ॐ अग्नये स्वाहा |
ॐ यमाय स्वाहा |
ॐ वरुणाय स्वाहा |
ॐ नैर्ऋतये स्वाहा |
ॐ वायवे स्वाहा |
ॐ कुबेराय स्वाहा |
ॐ ईशानाय स्वाहा |
ॐ ब्रह्मणे स्वाहा |
ॐ अनन्ताय स्वाहा |
ॐ वज्राय स्वाहा |
ॐ शक्तये स्वाहा |
ॐ दण्डाय स्वाहा |
ॐ खड्गाय स्वाहा |
ॐ पाशाय स्वाहा |
ॐ अङ्कुशाय स्वाहा |
ॐ गदायै स्वाहा |
ॐ त्रिशूलाय स्वाहा |
ॐ पद्माय स्वाहा |
ॐ चक्राय स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Dann opfere man mit den Mantras der Gestalten Agnis, jeweils mit „Om“ und „Svaha“: Agni Jatavedas; dem Siebenzüngigen; dem Träger der Opfergaben; dem aus dem Pferdeleib Geborenen; Vaishvanara; dem Glanz Kumaras; dem, dessen Antlitz überall ist; und dem Mund der Götter. Anschließend opfere man ebenso an Indra, Agni, Yama, Varuna, Nairrita, Vayu, Kubera, Ishana, Brahma und Ananta; dann an Donnerkeil, Lanze, Stab, Schwert, Schlinge, Elefantenhaken, Keule, Dreizack, Lotus und Diskus. Die Reihenfolge Varuna vor Nairrita folgt dem Druck an dieser Stelle.

M0262. Erhobene Ghee-Gabe
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 44, Erhobene Ghee-Gabe
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
iti hutvā sruveṇa caturvāramājyamādāya sruci nidhāya sruveṇa pidhāya srugagre puṣpādikaṃ dattvottiṣṭhet |
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā vauṣaṭ—iti vauṣaḍantenāgnimantreṇa juhuyāt |

Devanagari:
इति हुत्वा स्रुवेण चतुर्वारमाज्यमादाय स्रुचि निधाय स्रुवेण पिधाय स्रुगग्रे पुष्पादिकं दत्त्वोत्तिष्ठेत् |
ॐ वैश्वानर जातवेद इहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा वौषट्—इति वौषडन्तेनाग्निमन्त्रेण जुहुयात् |

Bedeutung und Funktion: Nach diesen Gaben nehme man mit dem kleinen Opferlöffel viermal Ghee und gebe es in den großen. Man bedecke diesen mit dem kleinen Löffel, lege eine Blume oder Ähnliches auf sein Vorderende und stehe auf. Man opfere mit dem durch Vaushat abgeschlossenen Agni-Mantra: „Om, Vaishvanara Jatavedas, bringe hierher, Rotäugiger, vollende alle Handlungen, Svaha, Vaushat.“

M0263. Zehnteilige Mahaganapati-Gabe
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 44–45, Zehnteilige Mahaganapati-Gabe
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mahāgaṇapatimantreṇa daśadhā vibhaktena daśāhutīrdadyāt |
tadyathā—oṃ svāhā |
oṃ śrī~ svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ glau~ svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ glau~ ga~ svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ gailau~ ga~ gaṇapataye svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ gailau~ ga~ gaṇapataye vara varada svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ gailau~ ga~ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me svāhā |
oṃ śrī~ hrī~ klī~ gailau~ ga~ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me vaśamānaya svāhā |
iti hutvā punastenaiva samastena mantreṇa caturvāraṃ juhuyāt |
iti sarvasādhāraṇo'gnimukhavidhiḥ |

Devanagari:
ततो महागणपतिमन्त्रेण दशधा विभक्तेन दशाहुतीर्दद्यात् |
तद्यथा—ॐ स्वाहा |
ॐ श्रीँ स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ ग्लौँ स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ ग्लौँ गँ स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ गैलौँ गँ गणपतये स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ गैलौँ गँ गणपतये वर वरद स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ गैलौँ गँ गणपतये वर वरद सर्वजनं मे स्वाहा |
ॐ श्रीँ ह्रीँ क्लीँ गैलौँ गँ गणपतये वर वरद सर्वजनं मे वशमानय स्वाहा |
इति हुत्वा पुनस्तेनैव समस्तेन मन्त्रेण चतुर्वारं जुहुयात् |
इति सर्वसाधारणोऽग्निमुखविधिः |

Bedeutung und Funktion: Dann bringe man zehn Gaben mit dem in zehn Stufen erweiterten Mahaganapati-Mantra dar. Die erste enthält Om und Svaha; die zweite fügt das Shri-Bija hinzu, die dritte das Hri-Bija, die vierte das Kli-Bija, die fünfte das weitere gedruckte Ganesha-Bija und die sechste das nasalierte Ga. Die siebte ergänzt „für Ganapati“, die achte „Erhabener, Segensspender“, die neunte „alle Menschen für mich“ und die zehnte „bringe unter meinen Einfluss“. Jede Stufe endet mit Svaha. Nach diesen Gaben opfere man vier weitere Male mit dem vollständigen Mantra. Damit endet das allgemeine Verfahren zur Vorbereitung des Opferfeuers. Lesungshinweis: Der Druck wechselt bei dem Ganesha-Bija von einer Gla-Schreibung zu einer ungewöhnlichen Gaila-Schreibung. Diese Abweichung wird in den Sanskritfassungen sichtbar bewahrt und nicht als gesicherte Rezitationslesung ausgegeben. Die Bitte um Einfluss ist die Aussage des Ritualtextes.

M0264. Vereinigung von Feuer und Ishta-Devata
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 45, Vereinigung von Feuer und Ishta-Devata
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato vahnau devatāyā ādhāraśaktyādipīṭhamantrāntaṃ sampūjya tatreṣṭadevatāmāvāhyopacāraiḥ sampūjyāvaraṇadevatā api pūjayet |
tato devamūlamantreṇa svāhāntena pañcaviṃśatyājyāhutīrvahnimukhe juhuyāt |
idameva vahnīṣṭadevatayorvaktraikīkaraṇamityucyate |
tata ātmāgnidevatānāmaikyaṃ vicintya ekādaśājyāhutīrmūlenaiva dadyāt |
idaṃ ca nāḍīsandhānamityucyate |
tata āvaraṇadevatābhya ekaikāmāhutiṃ dattvā ṛtvigbhiruktaprakāreṇa saṃskṛteṣu pūrvādikuṇḍeṣu krameṇācāryo vahniṃ viharet |

Devanagari:
ततो वह्नौ देवताया आधारशक्त्यादिपीठमन्त्रान्तं सम्पूज्य तत्रेष्टदेवतामावाह्योपचारैः सम्पूज्यावरणदेवता अपि पूजयेत् |
ततो देवमूलमन्त्रेण स्वाहान्तेन पञ्चविंशत्याज्याहुतीर्वह्निमुखे जुहुयात् |
इदमेव वह्नीष्टदेवतयोर्वक्त्रैकीकरणमित्युच्यते |
तत आत्माग्निदेवतानामैक्यं विचिन्त्य एकादशाज्याहुतीर्मूलेनैव दद्यात् |
इदं च नाडीसन्धानमित्युच्यते |
तत आवरणदेवताभ्य एकैकामाहुतिं दत्त्वा ऋत्विग्भिरुक्तप्रकारेण संस्कृतेषु पूर्वादिकुण्डेषु क्रमेणाचार्यो वह्निं विहरेत् |

Bedeutung und Funktion: Im Feuer verehre man die Gottheiten des Pitha von der tragenden Shakti bis zum Pitha-Mantra. Dort rufe man die eigene Ishta Devata herbei und verehre sie mit den Upacharas sowie die Gottheiten ihrer umgebenden Kreise. Mit dem Mula-Mantra der Gottheit, abgeschlossen durch Svaha, bringe man fünfundzwanzig Ghee-Gaben in den Mund des Feuers dar. Dies heißt „Vereinigung der Münder“ von Feuer und Ishta-Devata. Dann vergegenwärtige man die Einheit von eigenem Selbst, Feuer und Gottheit und bringe unter demselben Mula-Mantra elf Ghee-Gaben dar. Dies heißt „Verbindung der Nadis“. Nach einer Gabe für jede Avarana-Gottheit verteile der Acharya das Feuer der Reihe nach auf die im Osten und den weiteren Richtungen liegenden Kundas, die von den Opferpriestern nach dem beschriebenen Verfahren geweiht wurden.

M0265. Gemeinsame Speise und Zahnreinigung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 45–46, Gemeinsame Speise und Zahnreinigung
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tata ācāryaścarostṛtīyabhāgaṃ dvidhā vibhajya palāśapatre pippalapatre vā nidhāya bhāgamekaṃ svayaṃ gṛhītvā paraṃ bhāgaṃ śiṣyāya dadyāt |
tato guruḥ śiṣyaśca namaḥ iti hṛnmantramuccaran grāsatrayaṃ grāsāṣṭakaṃ vā dantasparśaṃ vinā bhuktvā mantrapūtena jalenācamanaṃ kuryāt |
tato guruḥ kṛtācamanaṃ śiṣyaṃ mūlamantreṇa sakalīkṛtya tasmai pūrvoktalakṣaṇaṃ hṛnmantritaṃ dantakāṣṭhaṃ dadyāt |
tataḥ śiṣyastena dantakāṣṭhena dantān viśodhya jalena prakṣālya dantakāṣṭhaṃ visṛjyācamanaṃ kuryāt |
asminneva samaye pūrvoktadantakāṣṭhaparīkṣāṃ kecit kurvanti |

Devanagari:
तत आचार्यश्चरोस्तृतीयभागं द्विधा विभज्य पलाशपत्रे पिप्पलपत्रे वा निधाय भागमेकं स्वयं गृहीत्वा परं भागं शिष्याय दद्यात् |
ततो गुरुः शिष्यश्च नमः इति हृन्मन्त्रमुच्चरन् ग्रासत्रयं ग्रासाष्टकं वा दन्तस्पर्शं विना भुक्त्वा मन्त्रपूतेन जलेनाचमनं कुर्यात् |
ततो गुरुः कृताचमनं शिष्यं मूलमन्त्रेण सकलीकृत्य तस्मै पूर्वोक्तलक्षणं हृन्मन्त्रितं दन्तकाष्ठं दद्यात् |
ततः शिष्यस्तेन दन्तकाष्ठेन दन्तान् विशोध्य जलेन प्रक्षाल्य दन्तकाष्ठं विसृज्याचमनं कुर्यात् |
अस्मिन्नेव समये पूर्वोक्तदन्तकाष्ठपरीक्षां केचित् कुर्वन्ति |

Bedeutung und Funktion: Der Acharya teilt den dritten Teil des Charu in zwei Hälften und legt sie auf Palasha- oder Pippala-Blätter. Eine Hälfte nimmt er selbst, die andere gibt er dem Schüler. Guru und Schüler sprechen das Herzmantra mit der Verneigungsformel und essen drei oder acht Bissen, ohne dass die Speise die Zähne berührt. Danach vollziehen sie Achamana mit durch Mantra gereinigtem Wasser. Nachdem der Schüler Achamana vollzogen hat, heiligt der Guru dessen sämtliche Körperglieder mit dem Wurzelmantra und gibt ihm ein Zahnreinigungshölzchen von der zuvor beschriebenen Beschaffenheit, das mit dem Herzmantra besprochen wurde. Der Schüler reinigt damit die Zähne, spült das Hölzchen mit Wasser ab, wirft es fort und vollzieht Achamana. Manche führen genau zu diesem Zeitpunkt die zuvor beschriebene Prüfung des Zahnreinigungshölzchens aus.

M0266. Vorbereitung des Traums und Vers 58
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 46, Vorbereitung des Traums und Vers 58
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ sāyaṃ sandhyopāsanaṃ kṛtvā gururmūlamantreṇa svakalpoktamantrāntareṇa vā śiṣyasya śikhāṃ baddhvā maṇḍapādbahirdevatāyā dakṣiṇabhāge vedikāntaropari kuśaśayyāyāṃ pūrvaśiraskaḥ śiṣyeṇa sārdhaṃ śayanaṃ kuryāt |
śiṣyaśca śayanasamaye svapnamānavamantreṇa śubhasvapnaṃ prārthayet |
svapnamānavamantro yathā— bhagavan devadeveśa śūlabhṛdvṛṣavāhana |
iṣṭāniṣṭe samācakṣva mama suptasya śāśvatam ||
58 ||

Devanagari:
ततः सायं सन्ध्योपासनं कृत्वा गुरुर्मूलमन्त्रेण स्वकल्पोक्तमन्त्रान्तरेण वा शिष्यस्य शिखां बद्ध्वा मण्डपाद्बहिर्देवताया दक्षिणभागे वेदिकान्तरोपरि कुशशय्यायां पूर्वशिरस्कः शिष्येण सार्धं शयनं कुर्यात् |
शिष्यश्च शयनसमये स्वप्नमानवमन्त्रेण शुभस्वप्नं प्रार्थयेत् |
स्वप्नमानवमन्त्रो यथा— भगवन् देवदेवेश शूलभृद्वृषवाहन |
इष्टानिष्टे समाचक्ष्व मम सुप्तस्य शाश्वतम् ||
५८ ||

Bedeutung und Funktion: Nach der abendlichen Sandhya-Verehrung bindet der Guru die Shikha des Schülers zusammen, wobei er das Wurzelmantra oder ein anderes in seinem Ritualhandbuch genanntes Mantra spricht. Außerhalb des Mandapa, südlich von der Gottheit, soll er auf einem weiteren Altarplatz auf einem Lager aus Kusha-Gras zusammen mit dem Schüler ruhen; der Kopf weist nach Osten. Beim Einschlafen soll der Schüler mit dem sogenannten Svapnamanava-Mantra um einen günstigen Traum bitten. Dieses lautet: (58) „Erhabener, Herr der Götter, Träger des Dreizacks, dessen Reittier der Stier ist! Du Ewiger, zeige mir im Schlaf das Erwünschte und das Unerwünschte an.“

M0267. Alternative Traumformel und Verse 59–60
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 46, Alternative Traumformel und Verse 59–60
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yadvā— oṃ hili hili śūlapāṇaye svāhā |
namo jaya trinetrāya piṅgalāya mahātmane |
vāmāya viśvarūpāya svapnādhipataye namaḥ ||
59 ||
svapne kathaya me tathyaṃ sarvakāryeṣvaśeṣataḥ |
kriyāsiddhiṃ vidhāsyāmi tvatprasādānmaheśvara ||
60 ||

Devanagari:
यद्वा— ॐ हिलि हिलि शूलपाणये स्वाहा |
नमो जय त्रिनेत्राय पिङ्गलाय महात्मने |
वामाय विश्वरूपाय स्वप्नाधिपतये नमः ||
५९ ||
स्वप्ने कथय मे तथ्यं सर्वकार्येष्वशेषतः |
क्रियासिद्धिं विधास्यामि त्वत्प्रसादान्महेश्वर ||
६० ||

Bedeutung und Funktion: Oder man spricht die mit Om beginnende Darbringungsformel mit dem zweimaligen Lautwort hili an den Dreizackträger. (59) „Verehrung! Sieg! Dem Dreiäugigen, dem Goldbraunen, dem Großbeseelten, dem Vama, dem Allgestaltigen, dem Herrn der Träume: Verehrung! (60) Teile mir im Traum die Wahrheit über alle Angelegenheiten vollständig mit. Durch deine Gnade, Maheshvara, werde ich das Ritual zum Gelingen bringen.“

M0268. Vaishnava-Traumgebete Verse 61–62
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 46, Vaishnava-Traumgebete Verse 61–62
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaiṣṇave tu— oṃ namaḥ sakalalokāya viṣṇave prabhaviṣṇave |
viśvāya viśvarūpāya svapnādhipataye namaḥ ||
61 ||
yadvā— parabrahmasvarūpastvamantaścarasi viśvadhṛk |
śubhāśubhagatiṃ deva svapne me vinivedaya ||
62 ||

Devanagari:
वैष्णवे तु— ॐ नमः सकललोकाय विष्णवे प्रभविष्णवे |
विश्वाय विश्वरूपाय स्वप्नाधिपतये नमः ||
६१ ||
यद्वा— परब्रह्मस्वरूपस्त्वमन्तश्चरसि विश्वधृक् |
शुभाशुभगतिं देव स्वप्ने मे विनिवेदय ||
६२ ||

Bedeutung und Funktion: Im Vaishnava-Ritus dagegen: (61) „Om. Verehrung dem, der alle Welten ist, Vishnu, dem machtvoll Wirkenden; dem All, dem Allgestaltigen, dem Herrn der Träume: Verehrung!“ Oder: (62) „Dein Wesen ist das höchste Brahman; du bewegst dich im Inneren, du Träger des Alls. Gott, offenbare mir im Traum den günstigen oder ungünstigen Verlauf.“

M0269. Traumdeutung und Besänftigung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 46–47, Traumdeutung und Besänftigung
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ityuccārya jānubhyāmavanīṃ spṛṣṭvā viṣṇuṃ praṇamya prasanno vāgyato nijeṣṭaṃ vicintya śayanaṃ kuryāt |
tataḥ svapnaṃ dṛṣṭvā samutthāyācamya puṣpaṃ dhṛtvā guruṃ praṇamya gurave svapnaṃ nivedayet |
tato guruḥ śubhamaśubhaṃ vā svapnaṃ nirṇīya svapno yadi śubhastadā devatāṃ prasannāṃ jānīyāt |
svapno yadyaśubhastadā śāntiṃ kuryāt |
duḥsvapnaśāntistu— phaṭ duḥsvapnadoṣān jahi jahi phaṭ svāhā—iti mantreṇa |
oṃ vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya mahāsiṃhāya hu~ phaṭ namaḥ svāhā—iti siṃhamantreṇa vā taddevatāgāyatryā vā palāśasamicchatamājyāhutiśataṃ vā juhuyāt |
tatra saṅkalpastu— oṃ adyetyādi amukagotro'mukadevaśarmā duḥsvapnaśāntikāmo gurudvārā sakṣīraghṛtāktapālāśasamidāhutiśatamahaṃ hoṣyāmi |
ityadhivāsanavidhiḥ |

Devanagari:
इत्युच्चार्य जानुभ्यामवनीं स्पृष्ट्वा विष्णुं प्रणम्य प्रसन्नो वाग्यतो निजेष्टं विचिन्त्य शयनं कुर्यात् |
ततः स्वप्नं दृष्ट्वा समुत्थायाचम्य पुष्पं धृत्वा गुरुं प्रणम्य गुरवे स्वप्नं निवेदयेत् |
ततो गुरुः शुभमशुभं वा स्वप्नं निर्णीय स्वप्नो यदि शुभस्तदा देवतां प्रसन्नां जानीयात् |
स्वप्नो यद्यशुभस्तदा शान्तिं कुर्यात् |
दुःस्वप्नशान्तिस्तु— फट् दुःस्वप्नदोषान् जहि जहि फट् स्वाहा—इति मन्त्रेण |
ॐ वज्रनखदंष्ट्रायुधाय महासिंहाय हुँ फट् नमः स्वाहा—इति सिंहमन्त्रेण वा तद्देवतागायत्र्या वा पलाशसमिच्छतमाज्याहुतिशतं वा जुहुयात् |
तत्र सङ्कल्पस्तु— ॐ अद्येत्यादि अमुकगोत्रोऽमुकदेवशर्मा दुःस्वप्नशान्तिकामो गुरुद्वारा सक्षीरघृताक्तपालाशसमिदाहुतिशतमहं होष्यामि |
इत्यधिवासनविधिः |

Bedeutung und Funktion: Nachdem er dies gesprochen hat, berührt er mit beiden Knien die Erde und verneigt sich vor Vishnu. Heiter und schweigend legt er sich nieder, während er an seine Ishta-Devata denkt. Hat er einen Traum gesehen, steht er auf, vollzieht Achamana, nimmt eine Blume, verneigt sich vor dem Guru und berichtet ihm den Traum. Der Guru entscheidet, ob dieser günstig oder ungünstig ist. Ist er günstig, soll er daraus erkennen, dass die Gottheit wohlgestimmt ist. Ist er ungünstig, führt er eine Besänftigung aus. Zur Besänftigung eines schlechten Traums bringt man hundert Palasha-Holzscheite oder hundert Ghee-Gaben dar: entweder mit dem Mantra „Phat! Vernichte, vernichte die Übel schlechter Träume! Phat, Svaha!“, mit dem Löwenmantra „Om. Dem großen Löwen, dessen Waffen diamantfeste Krallen und Fänge sind; Hum, Phat, Verehrung, Svaha!“ oder mit der Gayatri jener Gottheit. Der Sankalpa dazu lautet: „Om, heute“ und die weiteren Angaben, „ich, mit dem betreffenden Gotra und dem Namen so-und-so Devasharman, will zur Besänftigung eines schlechten Traums durch den Guru hundert mit Milch und Ghee bestrichene Palasha-Holzscheite als Opfer darbringen.“ Damit endet die Vorschrift für die vorbereitende Weihe.

M0270. Kaladhvan und Shaiva-Tattvas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 47, Kaladhvan und Shaiva-Tattvas
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tadyathā—śiṣyasya pādayoḥ— nivṛttipratiṣṭhāvidyāśāntiśāntyatītākhyāḥ—pañcakalāḥ vicintya kūrcena tatpādau saṃspṛśya— oṃ kalādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—iti saghṛtaistilairaṣṭāhutīrjuhuyāt |
tataḥ kalādhvānaṃ tattvādhvani vilīnaṃ vibhāvya śiṣyasya śiśnasyopasthapradeśe— śivaśaktisadāśiveśvaravidyāmāyāvidyākalārāgakālaniyatipuruṣaprakṛtibuddhyahaṅkāramanaścakṣuḥśrotraghrāṇajihvātvagvākpāṇipādapāyūpasthaśabdasparśarūparasagandhākāśavāyutejojalapṛthivyākhyāni—ṣaṭtriṃśadgaṇeśa—śaivatattvāni |

Devanagari:
तद्यथा—शिष्यस्य पादयोः— निवृत्तिप्रतिष्ठाविद्याशान्तिशान्त्यतीताख्याः—पञ्चकलाः विचिन्त्य कूर्चेन तत्पादौ संस्पृश्य— ॐ कलाध्वानं शोधयामि स्वाहा—इति सघृतैस्तिलैरष्टाहुतीर्जुहुयात् |
ततः कलाध्वानं तत्त्वाध्वनि विलीनं विभाव्य शिष्यस्य शिश्नस्योपस्थप्रदेशे— शिवशक्तिसदाशिवेश्वरविद्यामायाविद्याकलारागकालनियतिपुरुषप्रकृतिबुद्ध्यहङ्कारमनश्चक्षुःश्रोत्रघ्राणजिह्वात्वग्वाक्पाणिपादपायूपस्थशब्दस्पर्शरूपरसगन्धाकाशवायुतेजोजलपृथिव्याख्यानि—षट्त्रिंशद्गणेश—शैवतत्त्वानि |

Bedeutung und Funktion: Dies geschieht folgendermaßen: An den Füßen des Schülers vergegenwärtigt er sich die fünf Kalas Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti und Shantyatita. Er berührt dessen Füße mit dem Grasbüschel und bringt acht Gaben Sesam mit Ghee dar, mit der Formel: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Kalas. Svaha.“ Dann stellt er sich vor, dass dieser Weg im Weg der Tattvas aufgeht. In der Genitalregion des Schülers vergegenwärtigt er sich die als sechsunddreißig bezeichneten Shaiva-Tattvas: Shiva, Shakti, Sadashiva, Ishvara, Vidya, Maya, Avidya, Kala, Raga, die Zeit, Niyati, Purusha, Prakriti, Buddhi, Ahamkara, Manas; Auge, Ohr, Nase, Zunge, Haut; Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungsorgan, Zeugungsorgan; Klang, Berührung, Form, Geschmack, Geruch; Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Lesungshinweis: Die Liste nennt 35 unterscheidbare Glieder; die Vorlage bezeichnet sie als 36. Das anschließend gedruckte Wort „Ganesha“ bleibt in seinem syntaktischen Bezug unklar.

M0271. Prakriti- Shakta- und Tripura-Tattvas
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 47–48, Prakriti- Shakta- und Tripura-Tattvas
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nivṛttipratiṣṭhāvidyāśāntiśāntyatītākhyakalāpañcakabindukalānādaśaktisadāśivākhyāni—daśaprakṛtitattvāni |
ātmavidyāśivaśivāvidyātmātmavidyāśivasarvākhyāni—daśaśāktatattvāni |
ātmavidyāśivaśivāvidyātmasarvākhyāni—traipuratattvāni ca vicintya śiṣyasyopasthapradeśaṃ kūrcena saṃspṛśya— oṃ tattvādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—ityaṣṭāhutīrjuhuyāt |

Devanagari:
निवृत्तिप्रतिष्ठाविद्याशान्तिशान्त्यतीताख्यकलापञ्चकबिन्दुकलानादशक्तिसदाशिवाख्यानि—दशप्रकृतितत्त्वानि |
आत्मविद्याशिवशिवाविद्यात्मात्मविद्याशिवसर्वाख्यानि—दशशाक्ततत्त्वानि |
आत्मविद्याशिवशिवाविद्यात्मसर्वाख्यानि—त्रैपुरतत्त्वानि च विचिन्त्य शिष्यस्योपस्थप्रदेशं कूर्चेन संस्पृश्य— ॐ तत्त्वाध्वानं शोधयामि स्वाहा—इत्यष्टाहुतीर्जुहुयात् |

Bedeutung und Funktion: Die zehn Prakriti-Tattvas heißen: die fünf Kalas Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti und Shantyatita sowie Bindu, Kala, Nada, Shakti und Sadashiva. Die zehn Shakta-Tattvas werden mit den Namen Atman, Vidya, Shiva, Shiva, Vidya, Atman, Atman, Vidya, Shiva und Sarva angegeben. Die Tripura-Tattvas werden mit den Namen Atman, Vidya, Shiva, Shiva, Vidya, Atman und Sarva angegeben. Nachdem er diese vergegenwärtigt hat, berührt er die Genitalregion des Schülers mit dem Grasbüschel und bringt acht Gaben dar: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Tattvas. Svaha.“ Lesungshinweis: Die wiederholten Namen der Shakta- und Tripura-Listen stehen so auch in der älteren Ausgabe, S. 378. Ihre Gliederung ist nicht durch Erläuterungen gesichert; sie werden nicht zu einer geläufigeren Liste umgestellt.

M0272. Bhuvanadhvan
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 48, Bhuvanadhvan
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatastattvādhvānaṃ bhuvanādhvani vilīnaṃ vibhāvya śiṣyasya nābhau krameṇa— pātālarasātalamahātalatalātalasutalavitalatalātalabhūrbhuvaḥsvarmaharjanastapaḥsatyākhyāni—caturdaśa bhuvanāni vicintya nābhiṃ spṛṣṭvā— oṃ bhuvanādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—ityaṣṭāhutīrjuhuyāt |

Devanagari:
ततस्तत्त्वाध्वानं भुवनाध्वनि विलीनं विभाव्य शिष्यस्य नाभौ क्रमेण— पातालरसातलमहातलतलातलसुतलवितलतलातलभूर्भुवःस्वर्महर्जनस्तपःसत्याख्यानि—चतुर्दश भुवनानि विचिन्त्य नाभिं स्पृष्ट्वा— ॐ भुवनाध्वानं शोधयामि स्वाहा—इत्यष्टाहुतीर्जुहुयात् |

Bedeutung und Funktion: Dann stellt er sich vor, dass der Weg der Tattvas im Weg der Welten aufgeht. Am Nabel des Schülers vergegenwärtigt er sich der Reihe nach die vierzehn Welten: Patala, Rasatala, Mahatala, Talatala, Sutala, Vitala, Talatala, Bhur, Bhuvar, Svar, Mahar, Janas, Tapas und Satya. Er berührt den Nabel und bringt acht Gaben dar: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Welten. Svaha.“ Lesungshinweis: Talatala ist in beiden verglichenen Drucken zweimal aufgeführt; die Wiederholung bleibt erhalten.

M0273. Varna- Pada- und Mantradhvan
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 48, Varna- Pada- und Mantradhvan
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato bhuvanādhvānaṃ varṇādhvani vilīnaṃ vibhāvya śiṣyasya hṛdaye'kārādikṣakārāntān vicintya hṛdayaṃ spṛṣṭvā— oṃ varṇādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—ityaṣṭāhutīrjuhuyāt |
tato varṇādhvānaṃ padādhvani vilīnaṃ vibhāvya śiṣyasya lalāṭe mantrapadāni vicintya lalāṭaṃ saṃspṛśya— oṃ padādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—ityaṣṭāhutīrjuhuyāt |
tataḥ padādhvānaṃ mantrādhvani vilīnaṃ vibhāvya śiṣyasya mūrdhni saṃpūrṇamantraṃ vicintya mūrdhānaṃ saṃspṛśya— oṃ mantrādhvānaṃ śodhayāmi svāhā—iti pūrvavadaṣṭāhutīrhutvā brahmarandhrasthite paramaśive mantrādhvā vilīna iti cintayet |

Devanagari:
ततो भुवनाध्वानं वर्णाध्वनि विलीनं विभाव्य शिष्यस्य हृदयेऽकारादिक्षकारान्तान् विचिन्त्य हृदयं स्पृष्ट्वा— ॐ वर्णाध्वानं शोधयामि स्वाहा—इत्यष्टाहुतीर्जुहुयात् |
ततो वर्णाध्वानं पदाध्वनि विलीनं विभाव्य शिष्यस्य ललाटे मन्त्रपदानि विचिन्त्य ललाटं संस्पृश्य— ॐ पदाध्वानं शोधयामि स्वाहा—इत्यष्टाहुतीर्जुहुयात् |
ततः पदाध्वानं मन्त्राध्वनि विलीनं विभाव्य शिष्यस्य मूर्ध्नि संपूर्णमन्त्रं विचिन्त्य मूर्धानं संस्पृश्य— ॐ मन्त्राध्वानं शोधयामि स्वाहा—इति पूर्ववदष्टाहुतीर्हुत्वा ब्रह्मरन्ध्रस्थिते परमशिवे मन्त्राध्वा विलीन इति चिन्तयेत् |

Bedeutung und Funktion: Darauf stellt er sich vor, dass der Weg der Welten im Weg der Laute aufgeht. Im Herzen des Schülers vergegenwärtigt er sich die Laute von a bis ksha. Er berührt das Herz und bringt acht Gaben dar: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Laute. Svaha.“ Danach stellt er sich vor, dass der Weg der Laute im Weg der Wörter aufgeht. An der Stirn des Schülers vergegenwärtigt er sich die Wörter des Mantras, berührt die Stirn und bringt acht Gaben dar: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Wörter. Svaha.“ Dann stellt er sich vor, dass der Weg der Wörter im Weg der Mantras aufgeht. Am Scheitel des Schülers vergegenwärtigt er sich das vollständige Mantra, berührt den Kopf und bringt wie zuvor acht Gaben dar: „Om. Ich reinige den Entfaltungsweg der Mantras. Svaha.“ Er meditiert darauf, dass der Weg der Mantras in Paramashiva aufgegangen ist, der im Brahmarandhra weilt.

M0274. Erneute Entfaltung und Rückführung des Bewusstseins
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 48, Erneute Entfaltung und Rückführung des Bewusstseins
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
evaṃ saṃhārakrameṇa śiṣyadehe ṣaḍvidhamadhvaśodhanaṃ vidhāya punaḥ sṛṣṭikrameṇa paramaśivānmantrādhvā mantrādhvanaḥ padādhvā padādhvano varṇādhvā varṇādhvano bhuvanādhvā bhuvanādhvanastattvādhvā tattvādhvanaḥ kalādhvā utpanna iti cintayet |
atra ke cit— oṃ paramaśivānmantrādhvānamutpādayāmi svāhā—ityāhutibhiḥ krameṇādhvano janayediti vadanti |
tataḥ śiṣyaṃ divyadṛṣṭyā vilokayannātmasthitaṃ taccaitanyaṃ svavahannāḍyā tadvahannāḍīmārgeṇa taddhṛdaye yojayet |

Devanagari:
एवं संहारक्रमेण शिष्यदेहे षड्विधमध्वशोधनं विधाय पुनः सृष्टिक्रमेण परमशिवान्मन्त्राध्वा मन्त्राध्वनः पदाध्वा पदाध्वनो वर्णाध्वा वर्णाध्वनो भुवनाध्वा भुवनाध्वनस्तत्त्वाध्वा तत्त्वाध्वनः कलाध्वा उत्पन्न इति चिन्तयेत् |
अत्र के चित्— ॐ परमशिवान्मन्त्राध्वानमुत्पादयामि स्वाहा—इत्याहुतिभिः क्रमेणाध्वनो जनयेदिति वदन्ति |
ततः शिष्यं दिव्यदृष्ट्या विलोकयन्नात्मस्थितं तच्चैतन्यं स्ववहन्नाड्या तद्वहन्नाडीमार्गेण तद्धृदये योजयेत् |

Bedeutung und Funktion: Nachdem er so im Körper des Schülers die Reinigung der sechs Entfaltungswege in der Reihenfolge ihrer Rücknahme vollzogen hat, meditiert er wieder in der Reihenfolge der Schöpfung: Aus Paramashiva entsteht der Weg der Mantras, aus dem Weg der Mantras der Weg der Wörter, daraus der Weg der Laute, daraus der Weg der Welten, daraus der Weg der Tattvas und daraus der Weg der Kalas. Manche sagen hierzu, man solle die Wege nacheinander durch Opfergaben hervorbringen, beginnend mit der Formel: „Om. Aus Paramashiva lasse ich den Weg der Mantras entstehen. Svaha.“ Dann betrachtet er den Schüler mit göttlichem Blick und führt dessen in ihm selbst befindliches Bewusstsein durch seine eigene Nadi und auf dem Nadi-Weg des Schülers wieder in dessen Herz.

M0275. Purnahuti am Ende der Reinigung
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 48, Purnahuti am Ende der Reinigung
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlamantreṇa daśāhutīrhutvāvaraṇadevatābhya ekaikāmāhutiṃ dattvā pūrṇāhutiṃ kuryāt |
tatkramastu—homāvaśiṣṭena ghṛtena srucamāpūrya puṣpatilayavaphalādikaṃ nidhāyādhomukhena sruveṇa srucaṃ pidhāya tadagre puṣpaṃ dattvā mūlāccaturaṅgalaṃ parityajya śaṅkhamudrayā sruksruvau dhṛtvā tanmūle nābhisaṃlagne kṛtvotthitaḥ san dakṣiṇapādapuraḥsaraṃ vauṣaḍantena mūlamantreṇa pūrṇāhutitrayaṃ dadyāt |

Devanagari:
ततो मूलमन्त्रेण दशाहुतीर्हुत्वाऽऽवरणदेवताभ्य एकैकामाहुतिं दत्त्वा पूर्णाहुतिं कुर्यात् |
तत्क्रमस्तु—होमावशिष्टेन घृतेन स्रुचमापूर्य पुष्पतिलयवफलादिकं निधायाधोमुखेन स्रुवेण स्रुचं पिधाय तदग्रे पुष्पं दत्त्वा मूलाच्चतुरङ्गलं परित्यज्य शङ्खमुद्रया स्रुक्स्रुवौ धृत्वा तन्मूले नाभिसंलग्ने कृत्वोत्थितः सन् दक्षिणपादपुरःसरं वौषडन्तेन मूलमन्त्रेण पूर्णाहुतित्रयं दद्यात् |

Bedeutung und Funktion: Danach bringt er mit dem Wurzelmantra zehn Gaben dar, jeder Gottheit des Umkreises eine Gabe und anschließend die volle Opfergabe, Purnahuti. Das Verfahren ist folgendes: Er füllt die Sruc mit dem beim Homa übrig gebliebenen Ghee, legt Blüten, Sesam, Gerste, Früchte und weitere Gaben hinein und bedeckt sie mit der nach unten gerichteten Sruva. An ihre Spitze legt er eine Blume. Er fasst beide Löffel mit der Shankhamudra, wobei er vom Griffende vier Fingerbreiten frei lässt, und hält die Griffenden an den Nabel. Stehend, mit dem rechten Fuß vorangestellt, bringt er drei volle Opfergaben dar und spricht dazu das mit Vaushat endende Wurzelmantra.

M0276. Varianten der vollen Opfergabe und Brahmarpana
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 49, Varianten der vollen Opfergabe und Brahmarpana
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
śākte vāmamārgādau ca vāmapādapuraḥsaraṃ pūrṇāhutiṃ dadyāt |
vāmamārge svāhāntena mūlamantreṇa |
vaidikakramastu— mūrdhānaṃ diva—iti mantreṇa |
pūrṇādarvī—ityādimantreṇa vā pūrṇāhutiṃ dadyāditi viśeṣaḥ |
tato brahmārpaṇamantraiḥ pūrṇāhutiṃ dadyāt |
mantro yathā— itaḥ pūrvaṃ prāṇabuddhidehadharmādhikārato jāgratsvapnasuṣuptyavasthāsu manasā vācā karmaṇā hastābhyāṃ padbhyāmudareṇa śiśnā yat smṛtaṃ yaduktaṃ yat kṛtaṃ tat sarvaṃ brahmārpaṇaṃ bhavatu svāhā |

Devanagari:
शाक्ते वाममार्गादौ च वामपादपुरःसरं पूर्णाहुतिं दद्यात् |
वाममार्गे स्वाहान्तेन मूलमन्त्रेण |
वैदिकक्रमस्तु— मूर्धानं दिव—इति मन्त्रेण |
पूर्णादर्वी—इत्यादिमन्त्रेण वा पूर्णाहुतिं दद्यादिति विशेषः |
ततो ब्रह्मार्पणमन्त्रैः पूर्णाहुतिं दद्यात् |
मन्त्रो यथा— इतः पूर्वं प्राणबुद्धिदेहधर्माधिकारतो जाग्रत्स्वप्नसुषुप्त्यवस्थासु मनसा वाचा कर्मणा हस्ताभ्यां पद्भ्यामुदरेण शिश्ना यत् स्मृतं यदुक्तं यत् कृतं तत् सर्वं ब्रह्मार्पणं भवतु स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Im Shakta-Ritus, auf dem Vamamarga und in entsprechenden Verfahren bringt man die volle Opfergabe mit dem linken Fuß vorangestellt dar; auf dem Vamamarga verwendet man das mit Svaha endende Wurzelmantra. Die Besonderheit des vedischen Verfahrens besteht darin, die volle Opfergabe mit dem Mantra zu geben, das mit „Haupt des Himmels“ beginnt, oder mit dem Mantra über den gefüllten Opferlöffel. Danach bringt man eine volle Gabe mit dem Brahmarpana-Mantra dar. Es lautet: „Alles, was zuvor kraft der mir durch Lebenskraft, Einsicht, Leib und Dharma zukommenden Befähigung im Wachen, Träumen und tiefen Schlaf mit Geist, Sprache und Handlung, mit Händen, Füßen, Bauch und Geschlechtsorgan gedacht, gesagt oder getan wurde: Das alles werde Brahman dargebracht. Svaha.“ Die beiden vedischen Mantras sind im Werk nur durch ihre Anfangswörter bezeichnet.

M0277. Zusammenführung der Gottheiten und Mahavyahriti-Homa
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 49, Zusammenführung der Gottheiten und Mahavyahriti-Homa
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
evaṃ brahmārpaṇamantreṇa pūrṇāhutiṃ dattvā vahnisthāmiṣṭadevatāṃ pañcopacāraiḥ saṃpūjya praṇamya ṣaḍaṅgamantreṇa sakalīkṛtya saṃhāramudrayā kuṇḍādudvāsya kalaśe saṃyojya pūrvādidikṣu sthāpitān dhruvādīnīndrādilokapālān bahiḥsthitā aṅkurārpaṇadevatāśca tattatsthānādudvāsya pradhānakalaśe samānīya tāsāṃ devatānāmiṣṭadaivataikyaṃ vicintya vahnervisarjanārthaṃ mahāvyāhṛtibhirhomaṃ kuryāt |
tadyathā— oṃ bhūragnaye pṛthivyai ca mahate svāhā |
oṃ bhuvo vāyave antarikṣāya ca dive ca mahate svāhā |
oṃ svarādityāya candramase digbhyaśca nakṣatrebhyaśca svāhā |
oṃ bhūrbhuvaḥ svaścandramase nakṣatrebhyo digbhyaśca mahate svāhā |

Devanagari:
एवं ब्रह्मार्पणमन्त्रेण पूर्णाहुतिं दत्त्वा वह्निस्थामिष्टदेवतां पञ्चोपचारैः संपूज्य प्रणम्य षडङ्गमन्त्रेण सकलीकृत्य संहारमुद्रया कुण्डादुद्वास्य कलशे संयोज्य पूर्वादिदिक्षु स्थापितान् ध्रुवादीनीन्द्रादिलोकपालान् बहिःस्थिता अङ्कुरार्पणदेवताश्च तत्तत्स्थानादुद्वास्य प्रधानकलशे समानीय तासां देवतानामिष्टदैवतैक्यं विचिन्त्य वह्नेर्विसर्जनार्थं महाव्याहृतिभिर्होमं कुर्यात् |
तद्यथा— ॐ भूरग्नये पृथिव्यै च महते स्वाहा |
ॐ भुवो वायवे अन्तरिक्षाय च दिवे च महते स्वाहा |
ॐ स्वरादित्याय चन्द्रमसे दिग्भ्यश्च नक्षत्रेभ्यश्च स्वाहा |
ॐ भूर्भुवः स्वश्चन्द्रमसे नक्षत्रेभ्यो दिग्भ्यश्च महते स्वाहा |

Bedeutung und Funktion: Nach dieser vollen Gabe mit dem Brahmarpana-Mantra verehrt er die im Feuer weilende Ishta-Devata mit den fünf Darbringungen und verneigt sich. Mit dem Mantra der sechs Glieder heiligt er ihre Gestalt, entlässt sie mit der Samharamudra aus der Grube und vereinigt sie mit der Gottheit im Kalasha. Dhruva und die übrigen in Osten und den anderen Richtungen aufgestellten Gottheiten, die Weltenhüter von Indra an und die außerhalb befindlichen Gottheiten der Keimlingsdarbringung entlässt er von ihren jeweiligen Plätzen und führt sie im Hauptkalasha zusammen. Er meditiert über ihre Einheit mit der Ishta-Devata. Zur Entlassung des Feuers vollzieht er ein Homa mit den großen heiligen Weltenrufen: „Om, Bhur. Dem Feuer, der Erde und dem Großen: Svaha. Om, Bhuvar. Dem Wind, dem Zwischenraum, dem Himmel und dem Großen: Svaha. Om, Svar. Der Sonne, dem Mond, den Himmelsrichtungen und den Gestirnen: Svaha. Om, Bhur Bhuvar Svar. Dem Mond, den Gestirnen, den Himmelsrichtungen und dem Großen: Svaha.“

M0278. Entlassung des Feuers und Gabe an den Brahman-Priester
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 49–50, Entlassung des Feuers und Gabe an den Brahman-Priester
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
iti hutvā pūrvoktaprakāreṇa vahnerjihvāṅgamūrtimantrairlokapālān tadāyudhamantraiścaikaikāmāhutiṃ hutvā payasā jalena vā mekhalāsu vahniṃ pariṣicya tanmantreṇa pañcopacāraiḥ saṃpūjya— svasti śraddhāṃ yaśaḥ prajñāṃ vidyāṃ buddhiṃ śriyaṃ balam |
āyuṣyaṃ tejaārogyaṃ dehi me havyavāhana ||
63 ||
bho bho vahne mahāśakte sarvakarmaprasādhaka |
karmāntare'pi saṃprāpte sānnidhyaṃ kuru sādaram ||
64 ||
iti saṃprārthya bhagavannagne pūjito'si kṣamasva—ityuktvā vahniṃ praṇamya saṃhāramudrayā visṛjet |
tato brahmāṇamudvāsya dvātriṃśatpalapramāṇena nirmitaṃ tāmrapātraṃ taṇḍulairāpūrya tadupari suvarṇadakṣiṇāṃ nidhāya brahmapratinidhibrāhmaṇāya dadyāt |
dānavākyaṃ yathā— oṃ adyetyādi—kṛtaitaddīkṣākarmāṅgabhūtahomakarmapratiṣṭhārthamidaṃ pūrṇapātraṃ prajāpatidaivataṃ hiraṇyamagnidaivatamamukagotrāyāmukaśarmaṇe viprāya tubhyamahaṃ saṃpradade—iti pūrṇapātraṃ dadyāt |

Devanagari:
इति हुत्वा पूर्वोक्तप्रकारेण वह्नेर्जिह्वाङ्गमूर्तिमन्त्रैर्लोकपालान् तदायुधमन्त्रैश्चैकैकामाहुतिं हुत्वा पयसा जलेन वा मेखलासु वह्निं परिषिच्य तन्मन्त्रेण पञ्चोपचारैः संपूज्य— स्वस्ति श्रद्धां यशः प्रज्ञां विद्यां बुद्धिं श्रियं बलम् |
आयुष्यं तेजआरोग्यं देहि मे हव्यवाहन ||
६३ ||
भो भो वह्ने महाशक्ते सर्वकर्मप्रसाधक |
कर्मान्तरेऽपि संप्राप्ते सान्निध्यं कुरु सादरम् ||
६४ ||
इति संप्रार्थ्य भगवन्नग्ने पूजितोऽसि क्षमस्व—इत्युक्त्वा वह्निं प्रणम्य संहारमुद्रया विसृजेत् |
ततो ब्रह्माणमुद्वास्य द्वात्रिंशत्पलप्रमाणेन निर्मितं ताम्रपात्रं तण्डुलैरापूर्य तदुपरि सुवर्णदक्षिणां निधाय ब्रह्मप्रतिनिधिब्राह्मणाय दद्यात् |
दानवाक्यं यथा— ॐ अद्येत्यादि—कृतैतद्दीक्षाकर्माङ्गभूतहोमकर्मप्रतिष्ठार्थमिदं पूर्णपात्रं प्रजापतिदैवतं हिरण्यमग्निदैवतममुकगोत्रायामुकशर्मणे विप्राय तुभ्यमहं संप्रददे—इति पूर्णपात्रं दद्यात् |

Bedeutung und Funktion: Nach diesen Gaben opfert er auf die zuvor beschriebene Weise je eine Gabe mit den Mantras der Zungen, Glieder und Gestalten des Feuers sowie für die Weltenhüter mit den Mantras ihrer Waffen. Er besprengt das Feuer an den Einfassungen mit Milch oder Wasser und verehrt es mit seinem Mantra und den fünf Darbringungen. Dann bittet er: (63) „Gib mir Wohlergehen, Shraddha, Ruhm, Einsicht, Wissen, Verstand, Glück, Kraft, langes Leben, Ausstrahlung und Gesundheit, du Träger der Opfergaben! (64) O Feuer, du große Macht, die alle Riten zum Gelingen bringt! Wenn ein weiteres Ritual ansteht, sei wiederum wohlwollend zugegen!“ Er sagt: „Erhabener Agni, du bist verehrt worden; verzeihe!“, verneigt sich vor dem Feuer und entlässt es mit der Samharamudra. Danach entlässt er Brahma. Ein aus zweiunddreißig Pala Kupfer gefertigtes Gefäß füllt er mit Reis, legt darauf die goldene Dakshina und gibt es dem Brahmanen, der Brahma vertritt. Die Schenkungsformel lautet: „Om, heute“ und die weiteren Angaben, „zur Bekräftigung des Homa, das Bestandteil des vollzogenen Einweihungsrituals ist, gebe ich dir, dem Brahmanen so-und-so Sharman aus dem betreffenden Gotra, dieses volle Gefäß, dessen Gottheit Prajapati ist, und das Gold, dessen Gottheit Agni ist.“ Mit diesen Worten übergibt er das volle Gefäß.

M0279. Öffnung der Augen und Vers 65
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 50, Öffnung der Augen und Vers 65
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tata ācāryaḥ paristaraṇakuśān paridhīṃśca tūṣṇīmagnau prakṣipet |
nityahome tu tān na dahediti viśeṣaḥ |
tataḥ—vauṣaṭ—iti netramantramuccaran navyena śuklavastreṇa śiṣyasya netre baddhvā puṣpaistadañjaliṃ pūrayitvā tatkaraṃ dhṛtvā tiraskaraṇīṃ vimocya śiṣyaṃ devatāntikamānīya svayaṃ mūlamantramuccaran devatāyai pīṭhopari puṣpāñjaliṃ kṣepayet |
tato guruṇā nirākṛtanetrabandhaḥ śiṣyaḥ— ajñānatimirāndhasya jñānāñjanaśalākayā |
cakṣurunmīlitaṃ yena tasmai śrīgurave namaḥ ||
65 ||
iti paṭhitvā gurucaraṇau praṇamya devatāṃ sāṣṭāṅgaṃ praṇamet |

Devanagari:
तत आचार्यः परिस्तरणकुशान् परिधींश्च तूष्णीमग्नौ प्रक्षिपेत् |
नित्यहोमे तु तान् न दहेदिति विशेषः |
ततः—वौषट्—इति नेत्रमन्त्रमुच्चरन् नव्येन शुक्लवस्त्रेण शिष्यस्य नेत्रे बद्ध्वा पुष्पैस्तदञ्जलिं पूरयित्वा तत्करं धृत्वा तिरस्करणीं विमोच्य शिष्यं देवतान्तिकमानीय स्वयं मूलमन्त्रमुच्चरन् देवतायै पीठोपरि पुष्पाञ्जलिं क्षेपयेत् |
ततो गुरुणा निराकृतनेत्रबन्धः शिष्यः— अज्ञानतिमिरान्धस्य ज्ञानाञ्जनशलाकया |
चक्षुरुन्मीलितं येन तस्मै श्रीगुरवे नमः ||
६५ ||
इति पठित्वा गुरुचरणौ प्रणम्य देवतां साष्टाङ्गं प्रणमेत् |

Bedeutung und Funktion: Der Acharya wirft das rings ausgelegte Kusha-Gras und die Einfassungshölzer schweigend ins Feuer. Beim täglichen Homa gilt die Besonderheit, dass er sie nicht verbrennen soll. Mit dem Augenmantra und seiner Schlussformel Vaushat verbindet er die Augen des Schülers mit einem neuen weißen Tuch, füllt dessen gefaltete Hände mit Blumen, nimmt ihn an der Hand, entfernt den Vorhang und führt ihn zur Gottheit. Während er selbst das Wurzelmantra spricht, lässt er die Blumen aus den gefalteten Händen auf den Sitz der Gottheit darbringen. Nachdem der Guru die Augenbinde entfernt hat, spricht der Schüler: (65) „Verehrung dem ehrwürdigen Guru, der mir, dem durch die Finsternis des Nichtwissens Erblindeten, mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.“ Dann verneigt er sich zu den Füßen des Gurus und wirft sich mit acht Körpergliedern vor der Gottheit nieder.

M0280. Vorbereitung der Begießung und Vers 66
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 50, Vorbereitung der Begießung und Vers 66
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato guruḥ śiṣyaṃ darbhāstare niveśya bhūtaśuddhikrameṇa pañcabhūtātmakaṃ taddehaṃ saṃhṛtya punaḥ sṛṣṭimārgeṇotpādya taddehe svakalpoktanyāsān vidhāyābhiṣekārthamīśānadiśi viracite maṇḍapāntare hastadvayāyāmāyāmaṣṭāṅgulocchritāyāṃ caturasravedikāyāṃ śrīparṇyādikāṣṭhanirmitapīṭhopari śiṣyaṃ niveśya svayaṃ devatāsthānamāgatya pādyādibhirupacārairdevatāṃ saṃpūjya mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvārādhanārpaṇaṃ kuryāt |
tadyathā—mūlamantramuccārya— sādhu vā'sādhu vā karma yadyadācaritaṃ mayā |
tatsarvaṃ devadeveśa gṛhāṇārādhanaṃ param ||
66 ||
ityuktvā devasya dakṣiṇakare śaktiviṣaye vāmakare'rghyodakamutsṛjet |

Devanagari:
ततो गुरुः शिष्यं दर्भास्तरे निवेश्य भूतशुद्धिक्रमेण पञ्चभूतात्मकं तद्देहं संहृत्य पुनः सृष्टिमार्गेणोत्पाद्य तद्देहे स्वकल्पोक्तन्यासान् विधायाभिषेकार्थमीशानदिशि विरचिते मण्डपान्तरे हस्तद्वयायामायामष्टाङ्गुलोच्छ्रितायां चतुरस्रवेदिकायां श्रीपर्ण्यादिकाष्ठनिर्मितपीठोपरि शिष्यं निवेश्य स्वयं देवतास्थानमागत्य पाद्यादिभिरुपचारैर्देवतां संपूज्य मूलेन पुष्पाञ्जलित्रयं दत्त्वाऽऽराधनार्पणं कुर्यात् |
तद्यथा—मूलमन्त्रमुच्चार्य— साधु वाऽसाधु वा कर्म यद्यदाचरितं मया |
तत्सर्वं देवदेवेश गृहाणाराधनं परम् ||
६६ ||
इत्युक्त्वा देवस्य दक्षिणकरे शक्तिविषये वामकरेऽर्घ्योदकमुत्सृजेत् |

Bedeutung und Funktion: Der Guru lässt den Schüler auf einer Darbha-Unterlage sitzen. Nach dem Verfahren der Bhutashuddhi löst er dessen aus fünf Elementen bestehenden Körper auf und lässt ihn in der Reihenfolge der Schöpfung neu entstehen. Am Körper des Schülers führt er die in seinem Ritualhandbuch vorgeschriebenen Nyasas aus. Für die Begießungsweihe setzt er ihn in einen weiteren, im Nordosten errichteten Mandapa: auf einen Sitz aus Shriparni-Holz oder entsprechendem Holz, der auf einem quadratischen, zwei Hasta langen und breiten sowie acht Angula hohen Altar steht. Er selbst kehrt zum Platz der Gottheit zurück, verehrt sie durch Fußwasser und die übrigen Darbringungen, bietet mit dem Wurzelmantra dreimal Blumen aus den gefalteten Händen dar und übereignet ihr die Verehrung. Dazu spricht er zunächst das Wurzelmantra, dann: (66) „Was immer ich gut oder mangelhaft ausgeführt habe, Herr der Götter: Nimm dies alles als höchste Verehrung an.“ Darauf gießt er Arghya-Wasser in die rechte Hand der Gottheit, bei einer Shakti in die linke.

M0281. Vergebungsgebet Verse 67–69
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 50, Vergebungsgebet Verse 67–69
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato devatāṃ praṇamya puṣpāñjalimādāya kṣamāpayet |
yathā— yattu bhaktimātreṇa patraṃ puṣpaṃ phalaṃ jalam |
niveditaṃ ca naivedyaṃ tadgṛhāṇānukampayā ||
67 ||
āvāhanaṃ na jānāmi na jānāmi visarjanam |
pūjāṃ caiva na jānāmi tvaṃ gatiḥ parameśvara ||
68 ||
karmaṇā manasā vācā tvatto nānyā gatirmama |
antaścāreṇa bhūtānāṃ draṣṭā tvaṃ parameśvara ||
69 ||
ityuktvā puṣpāñjaliṃ kṣiptvā praṇamet |
tataḥ śiṣyārthaṃ varaṃ prārthayet |

Devanagari:
ततो देवतां प्रणम्य पुष्पाञ्जलिमादाय क्षमापयेत् |
यथा— यत्तु भक्तिमात्रेण पत्रं पुष्पं फलं जलम् |
निवेदितं च नैवेद्यं तद्गृहाणानुकम्पया ||
६७ ||
आवाहनं न जानामि न जानामि विसर्जनम् |
पूजां चैव न जानामि त्वं गतिः परमेश्वर ||
६८ ||
कर्मणा मनसा वाचा त्वत्तो नान्या गतिर्मम |
अन्तश्चारेण भूतानां द्रष्टा त्वं परमेश्वर ||
६९ ||
इत्युक्त्वा पुष्पाञ्जलिं क्षिप्त्वा प्रणमेत् |
ततः शिष्यार्थं वरं प्रार्थयेत् |

Bedeutung und Funktion: Er verneigt sich vor der Gottheit, nimmt Blumen in die gefalteten Hände und bittet um Vergebung: (67) „Das Blatt, die Blume, die Frucht, das Wasser und die Speisegabe, die allein aus Hingabe dargebracht wurden: Nimm sie voller Mitgefühl an. (68) Ich verstehe die Anrufung nicht, ich verstehe die Entlassung nicht; auch die Puja verstehe ich nicht. Du bist meine Zuflucht, höchster Herr. (69) In Handlung, Geist und Wort habe ich keine andere Zuflucht als dich. Da du im Inneren der Wesen wirkst, bist du ihr Schauender, höchster Herr.“ Mit diesen Worten bringt er die Blumen dar und verneigt sich. Dann bittet er um einen Segen für den Schüler.

M0282. Segen für den Schüler Verse 70–72
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 51, Segen für den Schüler Verse 70–72
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tadyathā— kāruṇyanilaye devi sarvasannidhisaṃśraye |
śaraṇye vatsale mātaḥ kṛpāmasmin śiśau kuru ||
70 ||
āṇavapramukhaiḥ pāśaiḥ pāśitasya sureśvari |
dīnasyāsya dayādhāre kuru kāruṇyamīśvari ||
71 ||
aihikāmuṣmikairbhogairapi saṃbadhyatāmasau |
svabhaktiḥ sakalā cāsmai dīyatāṃ niṣkalāśraye ||
72 ||
iti |
puṃdaivate tu— kāruṇyāśrayadeveśa—ityādipāṭho'nusandheyaḥ |

Devanagari:
तद्यथा— कारुण्यनिलये देवि सर्वसन्निधिसंश्रये |
शरण्ये वत्सले मातः कृपामस्मिन् शिशौ कुरु ||
७० ||
आणवप्रमुखैः पाशैः पाशितस्य सुरेश्वरि |
दीनस्यास्य दयाधारे कुरु कारुण्यमीश्वरि ||
७१ ||
ऐहिकामुष्मिकैर्भोगैरपि संबध्यतामसौ |
स्वभक्तिः सकला चास्मै दीयतां निष्कलाश्रये ||
७२ ||
इति |
पुंदैवते तु— कारुण्याश्रयदेवेश—इत्यादिपाठोऽनुसन्धेयः |

Bedeutung und Funktion: Das Gebet lautet: (70) „Göttin, Wohnstätte des Mitgefühls, in der alle heilige Gegenwart ihre Zuflucht findet! Zuflucht gewährende, liebevolle Mutter, erweise diesem Kind Gnade. (71) Herrin der Götter, Stütze des Erbarmens, Herrscherin! Hab Mitgefühl mit diesem Hilflosen, den die Fesseln des begrenzten Einzelseins und die weiteren Fesseln binden. (72) Möge ihm auch der Genuss in dieser und in der jenseitigen Welt zuteilwerden. Schenke ihm völlige Hingabe an dich, du Grund des Ungeteilten!“ Bei einer männlichen Gottheit ist die Lesart entsprechend anzupassen, beginnend mit „Herr der Götter, Zuflucht des Mitgefühls“.

M0283. Rücknahme der Gottheit und Nirmalya Vers 73
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 51, Rücknahme der Gottheit und Nirmalya Vers 73
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
iti saṃprārthya sarvā āvaraṇadevatāḥ pradhānadevatāṅge līnā iti vicintya tejorūpāṃ devatāṃ dhyātvā— bhagavatyamukadevate pūjitā'si kṣamasva |
ityuktvā saṃhāramudrayā visṛjya vahannāḍīmārgeṇa svahṛdaye tāṃ sthāpayet |
tata aiśānyāṃ diśi maṇḍalaṃ kṛtvā taddevatākalpoktaṃ nirmālyavāsinaṃ saṃpūjya— lehyacoṣyānnapānādi nirmālyaṃ sragvilepanam |
nirmālyabhojine tubhyaṃ dadāmi devatājñayā ||
73 ||
iti nirmālyaṃ dattvā saṃhāramudrayā nirmālyavāsinaṃ visṛjet |

Devanagari:
इति संप्रार्थ्य सर्वा आवरणदेवताः प्रधानदेवताङ्गे लीना इति विचिन्त्य तेजोरूपां देवतां ध्यात्वा— भगवत्यमुकदेवते पूजिताऽसि क्षमस्व |
इत्युक्त्वा संहारमुद्रया विसृज्य वहन्नाडीमार्गेण स्वहृदये तां स्थापयेत् |
तत ऐशान्यां दिशि मण्डलं कृत्वा तद्देवताकल्पोक्तं निर्माल्यवासिनं संपूज्य— लेह्यचोष्यान्नपानादि निर्माल्यं स्रग्विलेपनम् |
निर्माल्यभोजिने तुभ्यं ददामि देवताज्ञया ||
७३ ||
इति निर्माल्यं दत्त्वा संहारमुद्रया निर्माल्यवासिनं विसृजेत् |

Bedeutung und Funktion: Nach diesem Gebet stellt er sich vor, dass sämtliche Gottheiten des Umkreises in die Hauptgottheit eingegangen sind. Er meditiert über die Gottheit als Lichtgestalt und spricht: „Erhabene Gottheit mit dem betreffenden Namen, du bist verehrt worden; verzeihe!“ Mit der Samharamudra entlässt er sie und setzt sie auf dem Weg der Nadi in sein eigenes Herz. Danach errichtet er im Nordosten ein Mandala und verehrt die im Ritualhandbuch dieser Gottheit genannte, in den Opferresten wohnende Gottheit. Er spricht: (73) „Die Opferreste, die zu leckenden und zu saugenden Speisen, Essen, Getränke und anderes, die Blumengirlanden und Salben gebe ich dir, dem Empfänger der Opferreste, auf Geheiß der Gottheit.“ Nach dieser Übergabe entlässt er die in den Opferresten wohnende Gottheit mit der Samharamudra.

M0284. Abhisheka und Übergabe des Mantras
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 51, Abhisheka und Übergabe des Mantras
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato mūlamantreṇa svaśirasi kiṃcinnirmālyaṃ dhṛtvā kumbhamutthāpya śiṣyanikaṭaṃ gatvā kumbhamukhyān pallavān śiṣyasya śirasi vinyasya mātṛkāvarṇān mūlamantraṃ coccaran pañcavādyādinādairviprāśīrbhiśca sārdhaṃ kumbhatoyena śiṣyamabhiṣiñcet |
tato vardhanīmutthāpya tajjalenābhiṣiñcet |
tato'vaśiṣṭajalena śiṣyamācamya ṣaḍaṅgaiḥ sakalīkṛtya taṃ devatātmānaṃ cintayet |
tataḥ śiṣyaḥ samutthāya dhautavāsasī paridhāyācamya guroḥ sannidhau tadājñayā pūrvābhimukha uttarābhimukho vā āsane upaviśet |
tato gururātmanaḥ sakāśāt taddehe saṃkrāntāṃ devatāṃ vicintya tayoraikyaṃ vibhāvya gandhapuṣpādyaiḥ saṃpūjya mantraṃ dadyāt |
tadyathā— amukadevatāmantramahaṃ dadāmi—iti pratijñāṃ śrāvayan guruḥ śiṣyahaste jalaṃ dadyāt |
dadasvānugrahapūrvakam—iti śiṣyo vadet |

Devanagari:
ततो मूलमन्त्रेण स्वशिरसि किंचिन्निर्माल्यं धृत्वा कुम्भमुत्थाप्य शिष्यनिकटं गत्वा कुम्भमुख्यान् पल्लवान् शिष्यस्य शिरसि विन्यस्य मातृकावर्णान् मूलमन्त्रं चोच्चरन् पञ्चवाद्यादिनादैर्विप्राशीर्भिश्च सार्धं कुम्भतोयेन शिष्यमभिषिञ्चेत् |
ततो वर्धनीमुत्थाप्य तज्जलेनाभिषिञ्चेत् |
ततोऽवशिष्टजलेन शिष्यमाचम्य षडङ्गैः सकलीकृत्य तं देवतात्मानं चिन्तयेत् |
ततः शिष्यः समुत्थाय धौतवाससी परिधायाचम्य गुरोः सन्निधौ तदाज्ञया पूर्वाभिमुख उत्तराभिमुखो वा आसने उपविशेत् |
ततो गुरुरात्मनः सकाशात् तद्देहे संक्रान्तां देवतां विचिन्त्य तयोरैक्यं विभाव्य गन्धपुष्पाद्यैः संपूज्य मन्त्रं दद्यात् |
तद्यथा— अमुकदेवतामन्त्रमहं ददामि—इति प्रतिज्ञां श्रावयन् गुरुः शिष्यहस्ते जलं दद्यात् |
ददस्वानुग्रहपूर्वकम्—इति शिष्यो वदेत् |

Bedeutung und Funktion: Mit dem Wurzelmantra legt er etwas von den Opferresten auf seinen eigenen Kopf. Dann hebt er den Kalasha an, geht zum Schüler und legt die Zweige aus der Gefäßöffnung auf dessen Kopf. Während er die Matrika-Laute und das Wurzelmantra spricht, begießt er den Schüler mit dem Kalasha-Wasser, begleitet vom Klang der fünf Arten von Instrumenten und weiteren Klängen sowie den Segensworten der Brahmanen. Dann hebt er das Vardhani-Gefäß an und begießt ihn mit dessen Wasser. Mit dem verbleibenden Wasser lässt er den Schüler Achamana vollziehen, heiligt dessen gesamte Gestalt mit den sechs Gliedern und betrachtet ihn als von göttlichem Wesen. Der Schüler steht auf, legt zwei gewaschene Gewänder an, vollzieht Achamana und setzt sich auf Geheiß des Gurus in dessen Nähe, nach Osten oder Norden gewandt. Der Guru stellt sich vor, dass die Gottheit von ihm in den Körper des Schülers übergegangen ist. Er vergegenwärtigt sich ihre Einheit, verehrt den Schüler mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Darbringungen und gibt ihm das Mantra. Dabei spricht er das Versprechen: „Ich gebe dir das Mantra der betreffenden Gottheit“, und gießt Wasser in die Hand des Schülers. Dieser antwortet: „Gib es mir in deiner Gnade.“

M0285. Einflüstern des Mantras und Dank Verse 74–75
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 51–52, Einflüstern des Mantras und Dank Verse 74–75
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato guruḥ śiṣyasya śirasi hastaṃ dattvā deyamantramaṣṭottaraśataṃ prajapya dakṣiṇakarṇe trivāraṃ mantraṃ śrāvayet |
strīśūdrayostu vāmakarṇe mantraṃ kathayet |
jaladānapūrvakamantradānaṃ brāhmaṇamātraviṣayam |
taditarebhyastu tadvinaiva mantraṃ dadyāt |
tato gururjyotirmayīṃ vidyāṃ svataḥ śiṣyatanuṃ praviśantīṃ vicintya— mantro'yamāvayostulyaphalado'stu—iti brūyāt |
śiṣyo'pi tādṛśīṃ vidyāṃ gurumukhāt svahṛdayaṃ praviśantīṃ vicintya— namaste nātha bhagavan śivāya gururūpiṇe |
sarvadevasvarūpāya sarvamantramayāya ca ||
74 ||
ghorānmṛtyumahāpāśānmocitaḥ kṛpayā tvayā |
tvatprasādādahaṃ nātha kṛtakṛtyo'smi sarvataḥ ||
75 ||
iti stutvā gurucaraṇayordaṇḍavat patita eva tiṣṭhet |

Devanagari:
ततो गुरुः शिष्यस्य शिरसि हस्तं दत्त्वा देयमन्त्रमष्टोत्तरशतं प्रजप्य दक्षिणकर्णे त्रिवारं मन्त्रं श्रावयेत् |
स्त्रीशूद्रयोस्तु वामकर्णे मन्त्रं कथयेत् |
जलदानपूर्वकमन्त्रदानं ब्राह्मणमात्रविषयम् |
तदितरेभ्यस्तु तद्विनैव मन्त्रं दद्यात् |
ततो गुरुर्ज्योतिर्मयीं विद्यां स्वतः शिष्यतनुं प्रविशन्तीं विचिन्त्य— मन्त्रोऽयमावयोस्तुल्यफलदोऽस्तु—इति ब्रूयात् |
शिष्योऽपि तादृशीं विद्यां गुरुमुखात् स्वहृदयं प्रविशन्तीं विचिन्त्य— नमस्ते नाथ भगवन् शिवाय गुरुरूपिणे |
सर्वदेवस्वरूपाय सर्वमन्त्रमयाय च ||
७४ ||
घोरान्मृत्युमहापाशान्मोचितः कृपया त्वया |
त्वत्प्रसादादहं नाथ कृतकृत्योऽस्मि सर्वतः ||
७५ ||
इति स्तुत्वा गुरुचरणयोर्दण्डवत् पतित एव तिष्ठेत् |

Bedeutung und Funktion: Der Guru legt seine Hand auf den Kopf des Schülers, wiederholt das zu gebende Mantra 108-mal und lässt es ihn dreimal im rechten Ohr hören. Bei Frauen und Shudras spricht er das Mantra in das linke Ohr. Die Übergabe des Mantras mit vorausgehender Wassergabe ist ausschließlich für Brahmanen bestimmt; anderen gibt er das Mantra ohne diese Wassergabe. Dann stellt sich der Guru vor, wie die lichtvolle Vidya aus ihm in den Körper des Schülers eintritt, und spricht: „Möge dieses Mantra uns beiden die gleiche Frucht gewähren.“ Auch der Schüler stellt sich vor, wie diese Vidya aus dem Mund des Gurus in sein eigenes Herz eintritt. Er preist ihn: (74) „Verehrung dir, Herr, Erhabener, Shiva in Gestalt des Gurus, dessen Wesen alle Gottheiten und alle Mantras umfasst! (75) Durch deine Gnade wurde ich aus der schrecklichen großen Schlinge des Todes befreit. Durch deine Huld, Herr, bin ich in jeder Hinsicht ans Ziel gelangt.“ Nach diesem Lob bleibt er ausgestreckt wie ein Stab zu den Füßen des Gurus liegen.

M0286. Segenswort Vers 76 und Dakshina
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 52, Segenswort Vers 76 und Dakshina
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tato guruḥ— uttiṣṭha vatsa mukto'si samyagācāravān bhava |
kīrtiśrīkāntimedhāyurbalārogyaṃ sadā'stu te ||
76 ||
ityuktvā śiṣyamutthāpayet |
tataḥ śiṣyo gurudevamantrāṇāmaikyaṃ saṃbhāvya gurorājñayā tatsannidhau mantramaṣṭottaraśataṃ japet |
gururapi mantradānānantaramaṣṭottarasahasramaṣṭottaraśataṃ vā mantraṃ japet |
tataḥ śiṣyo vittaśāṭhyaṃ vihāya sarvasvaṃ tadardhaṃ tadardhaṃ vā gurave dakṣiṇāṃ dadyāt |
kuśatrayatilajalānyādāya— oṃ adyetyādi—amukagotro'mukaśarmā kṛtaitadamukadevatāmukamantragrahaṇapratiṣṭhārthamimāṃ dakṣiṇāmamukagotrāyāmukaśarmaṇe śrīgurave tubhyamahaṃ saṃpradade |

Devanagari:
ततो गुरुः— उत्तिष्ठ वत्स मुक्तोऽसि सम्यगाचारवान् भव |
कीर्तिश्रीकान्तिमेधायुर्बलारोग्यं सदाऽस्तु ते ||
७६ ||
इत्युक्त्वा शिष्यमुत्थापयेत् |
ततः शिष्यो गुरुदेवमन्त्राणामैक्यं संभाव्य गुरोराज्ञया तत्सन्निधौ मन्त्रमष्टोत्तरशतं जपेत् |
गुरुरपि मन्त्रदानानन्तरमष्टोत्तरसहस्रमष्टोत्तरशतं वा मन्त्रं जपेत् |
ततः शिष्यो वित्तशाठ्यं विहाय सर्वस्वं तदर्धं तदर्धं वा गुरवे दक्षिणां दद्यात् |
कुशत्रयतिलजलान्यादाय— ॐ अद्येत्यादि—अमुकगोत्रोऽमुकशर्मा कृतैतदमुकदेवतामुकमन्त्रग्रहणप्रतिष्ठार्थमिमां दक्षिणाममुकगोत्रायामुकशर्मणे श्रीगुरवे तुभ्यमहं संप्रददे |

Bedeutung und Funktion: Darauf spricht der Guru: (76) „Steh auf, mein Kind! Du bist befreit. Führe einen rechten Lebenswandel. Ruhm, Glück, Ausstrahlung, Einsicht, langes Leben, Kraft und Gesundheit mögen dir stets zuteilwerden.“ Mit diesen Worten richtet er den Schüler auf. Dieser vergegenwärtigt sich die Einheit von Guru, Gottheit und Mantra und wiederholt auf Geheiß des Gurus in dessen Nähe das Mantra 108-mal. Auch der Guru wiederholt nach der Übergabe das Mantra 1008- oder 108-mal. Danach gibt der Schüler dem Guru ohne Unaufrichtigkeit in Geldangelegenheiten seinen gesamten Besitz, dessen Hälfte oder wiederum deren Hälfte als Dakshina. Er nimmt drei Kusha-Halme, Sesam und Wasser und spricht: „Om, heute“ und die weiteren Angaben, „ich, so-und-so Sharman aus dem betreffenden Gotra, übergebe dir, dem ehrwürdigen Guru so-und-so Sharman aus dem betreffenden Gotra, diese Dakshina zur Bekräftigung des Empfangs dieses Mantras dieser Gottheit.“

M0287. Abschluss der verkürzten Einweihung Verse 81–83
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 53, Abschluss der verkürzten Einweihung Verse 81–83
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nibandhe— śiṣyaṃ svalaṅkṛtaṃ vedyāmupāsamyupaveśayet ||
81 ||
mantritaiḥ prokṣaṇītoyaiḥ śāntiṃ kumbhajalaistathā |
mūlamantreṇāṣṭaśataṃ mantritairabhiṣecayet ||
82 ||
aṣṭaśatamaṣṭottaraśatam |
atha saṃpādayan mantraṃ hastaṃ śirasi dhārayan |
śamastvityakṣatān dadyāt tataḥ śiṣyo'rcayedgurum ||
83 ||
iti saṃkṣepadīkṣāvidhiḥ |

Devanagari:
निबन्धे— शिष्यं स्वलङ्कृतं वेद्यामुपासम्युपवेशयेत् ||
८१ ||
मन्त्रितैः प्रोक्षणीतोयैः शान्तिं कुम्भजलैस्तथा |
मूलमन्त्रेणाष्टशतं मन्त्रितैरभिषेचयेत् ||
८२ ||
अष्टशतमष्टोत्तरशतम् |
अथ संपादयन् मन्त्रं हस्तं शिरसि धारयन् |
शमस्त्वित्यक्षतान् दद्यात् ततः शिष्योऽर्चयेद्गुरुम् ||
८३ ||
इति संक्षेपदीक्षाविधिः |

Bedeutung und Funktion: Im Nibandha heißt es weiter: (81) Den gut geschmückten Schüler lasse man auf dem Altar Platz nehmen. Ein Wort vor der Sitzanweisung ist im Druck unklar. (82) Mit besprochenem Sprengwasser vollziehe man die Besänftigung. Man begieße ihn auch mit dem Wasser des Kruges, das durch hundertachtmaliges Sprechen des Wurzelmantras geheiligt wurde. Der Ausdruck „acht-hundert“ ist hier als „hundert und acht“ zu verstehen. (83) Dann übermittle man das Mantra, während die Hand auf dem Kopf des Schülers ruht. Mit den Worten „Heil sei dir!“ gebe man ungebrochene Reiskörner. Danach verehre der Schüler den Guru. Damit endet die Vorschrift der verkürzten Einweihung.

M0288. Einweihung durch Berührung Verse 135–138
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 58, Einweihung durch Berührung Verse 135–138
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sparśadīkṣā tatraiva— svayaṃ paraśivo bhūtvā niḥsaṃdigdhamanā guruḥ |
śivahastena śiṣyasya samantraṃ mūrdhni saṃspṛśet |
sparśadīkṣeti sā proktā śivābhivyaktakāriṇī ||
135 ||
śivahasteneti— gandhairmaṇḍalakaṃ svīye vidadhyāddakṣiṇe kare |
vidhinā cārcayeddevamitthaṃ syācchivahastakaḥ ||
136 ||
iti somaśambhuproktarūpeṇetyarthaḥ |
merutantre— guruḥ svasya guruṃ dhyāyet svahaste śivarūpiṇam |
mūlavidyāṃ ṣaḍaṅgaṃ ca mātṛkādimanūn japan ||
137 ||
śiṣyasya mastake dattvā kṛpayā dakṣiṇaṃ karam |
paścādupadiśet proktā sparśadīkṣā'tisiddhidā ||
138 ||
iti sparśadīkṣā |

Devanagari:
अथ स्पर्शदीक्षा तत्रैव— स्वयं परशिवो भूत्वा निःसंदिग्धमना गुरुः |
शिवहस्तेन शिष्यस्य समन्त्रं मूर्ध्नि संस्पृशेत् |
स्पर्शदीक्षेति सा प्रोक्ता शिवाभिव्यक्तकारिणी ||
१३५ ||
शिवहस्तेनेति— गन्धैर्मण्डलकं स्वीये विदध्याद्दक्षिणे करे |
विधिना चार्चयेद्देवमित्थं स्याच्छिवहस्तकः ||
१३६ ||
इति सोमशम्भुप्रोक्तरूपेणेत्यर्थः |
मेरुतन्त्रे— गुरुः स्वस्य गुरुं ध्यायेत् स्वहस्ते शिवरूपिणम् |
मूलविद्यां षडङ्गं च मातृकादिमनून् जपन् ||
१३७ ||
शिष्यस्य मस्तके दत्त्वा कृपया दक्षिणं करम् |
पश्चादुपदिशेत् प्रोक्ता स्पर्शदीक्षाऽतिसिद्धिदा ||
१३८ ||
इति स्पर्शदीक्षा |

Bedeutung und Funktion: Nun die Einweihung durch Berührung aus demselben Werk: (135) Der Guru wird selbst Parashiva und berührt mit zweifelsfreiem Geist den Kopf des Schülers mit der Shiva-Hand, während er das Mantra spricht. Dies heißt Einweihung durch Berührung; sie lässt Shiva offenbar werden. „Mit der Shiva-Hand“ bedeutet: (136) Man zeichne mit Duftstoffen ein kleines Mandala auf die eigene rechte Hand und verehre darin die Gottheit vorschriftsmäßig. So wird die Hand zur Shiva-Hand. Gemeint ist die von Somashambhu beschriebene Form. Im Merutantra: (137) Der Guru meditiert in seiner eigenen Hand über seinen Guru in Gestalt Shivas. Während er die Wurzelvidya, die sechs Glieder und die Mantras der Matrika und weitere Mantras rezitiert, (138) legt er voller Mitgefühl seine rechte Hand auf den Kopf des Schülers. Anschließend unterweist er ihn. Dies wird die Einweihung durch Berührung genannt, die höchste Siddhi gewährt. Damit endet die Einweihung durch Berührung.

M0289. Krama-Diksha Verse 158–164
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 60–61, Krama-Diksha Verse 158–164
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kramadīkṣāvidhiḥ |
tantracintāmaṇidhṛtaśaktisaṅgamakulārṇavādivacanāni |
sundarī tāriṇī kālī kramadīkṣābhigāminī |
kramapūrṇo maheśāni kramācchambhurbhaviṣyati ||
158 ||
candrāgnipakṣaṣoḍhākhyaparānirvāṇatatparā |
ṣaṭśāmbhavaṃ tato devi cakrasaṃbhedameva ca ||
159 ||
svacakradehavijñānaṃ parakāyapraveśanam |
etajjñānādbhavenmedhā dīkṣā proktā mayā tava ||
160 ||
hādāvidaṃ nigaditaṃ śṛṇu kādau maheśvari |
candrāgnirasarājñī ca mahārājñī tataḥ śive ||
161 ||
mahākāmakalā kālī guhyakālī tataḥ śive |
guhyakālī dvidhā proktā sakalā niṣkalā kramāt ||
162 ||
daśavaktrā tu sakalā proktā vā sṛṣṭikārikā |
ugrā saumyā mahākrūrā tridhā sā'pi prakīrtitā ||
163 ||
niṣkalā guhyasaṃjñāto kālī bhedena kīrtitā |
kevaleyaṃ bhavenmedhāhvayī sāmrājyarūpiṇī ||
164 ||

Devanagari:
अथ क्रमदीक्षाविधिः |
तन्त्रचिन्तामणिधृतशक्तिसङ्गमकुलार्णवादिवचनानि |
सुन्दरी तारिणी काली क्रमदीक्षाभिगामिनी |
क्रमपूर्णो महेशानि क्रमाच्छम्भुर्भविष्यति ||
१५८ ||
चन्द्राग्निपक्षषोढाख्यपरानिर्वाणतत्परा |
षट्शाम्भवं ततो देवि चक्रसंभेदमेव च ||
१५९ ||
स्वचक्रदेहविज्ञानं परकायप्रवेशनम् |
एतज्ज्ञानाद्भवेन्मेधा दीक्षा प्रोक्ता मया तव ||
१६० ||
हादाविदं निगदितं शृणु कादौ महेश्वरि |
चन्द्राग्निरसराज्ञी च महाराज्ञी ततः शिवे ||
१६१ ||
महाकामकला काली गुह्यकाली ततः शिवे |
गुह्यकाली द्विधा प्रोक्ता सकला निष्कला क्रमात् ||
१६२ ||
दशवक्त्रा तु सकला प्रोक्ता वा सृष्टिकारिका |
उग्रा सौम्या महाक्रूरा त्रिधा साऽपि प्रकीर्तिता ||
१६३ ||
निष्कला गुह्यसंज्ञातो काली भेदेन कीर्तिता |
केवलेयं भवेन्मेधाह्वयी साम्राज्यरूपिणी ||
१६४ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Vorschrift der gestuften Einweihung, Krama-Diksha. Es folgen im Tantrachintamani angeführte Aussprüche aus dem Shaktisangama, Kularnava und weiteren Werken. (158) Sundari, Tarini und Kali werden durch die gestufte Einweihung erreicht. Wer die Stufenfolge vollendet hat, Maheshani, wird durch diese Folge zu Shambhu. (159) Es werden die mit Mond, Feuer, Flügelpaar und Shodha bezeichneten Stufen genannt, auf Para und Nirvana ausgerichtet; danach, Göttin, das sechsfache Shambhava und die Durchdringung der Chakras. (160) Erkenntnis des eigenen Chakra-Körpers und Eintritt in einen fremden Körper: Durch dieses Wissen entsteht die Medha genannte Einweihung, die ich dir erklärt habe. (161) Dies wurde für die Hadi-Tradition gesagt. Höre nun die Kadi-Tradition, Maheshvari: Mond, Feuer, Rasarajni und danach Maharajni, o Shiva. (162) Mahakamakala, Kali und danach Guhyakali, o Shiva. Guhyakali wird in zwei Formen gelehrt, der gegliederten und der ungegliederten. (163) Die gegliederte Form wird als zehngesichtig oder als Schöpferin bezeichnet. Auch sie wird dreifach beschrieben: heftig, mild und äußerst furchterregend. (164) Die ungegliederte Kali wird als besondere Form mit der Bezeichnung Guhya genannt. Diese allein heißt Medha und hat die Gestalt der umfassenden Herrschaft, Samrajya. Die Stufennamen in Vers 159 sind verdichtet und teilweise mehrdeutig. Mond, Feuer und ähnliche Ausdrücke werden hier nicht in unbelegte Bija-Formeln aufgelöst; der syntaktisch schwierige Wortlaut bleibt im Sanskrit erhalten.

M0290. Vidya-Stufen Verse 165–170
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 61, Vidya-Stufen Verse 165–170
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
candrāgnivedapañcārṇā tathā nīlā krameṇa ca |
haṃsatārā mahānīlā tadante cīnasambhavī ||
165 ||
kevalā tu bhavenmedhā ṛddhisiddhirakriyā dvidhā |
tritayā divyasāmrājye medhā dīkṣā prakīrtitā ||
166 ||
devarūpā divyarūpā mantrarūpā mahāparā |
sarvarūpā sarvapūrvā mahāsāmrājyamedhayā ||
167 ||
ṛddhisiddhikrameṇaiva bhedabāhulyamīritam |
vidyā rājyābhidhā dīkṣā chinnamastāvidhau smṛtā ||
168 ||
candravahnirasāraktaśyāmā ca ṣoḍaśī tathā |
parā ṣoḍhā saptadaśī tadā jātā parā bhavet ||
169 ||
dīpinī mālinī kullā kramādvidyādirājyadā |
bagalā yā maheśāni sāmrājyaparame sthitā ||
170 ||

Devanagari:
चन्द्राग्निवेदपञ्चार्णा तथा नीला क्रमेण च |
हंसतारा महानीला तदन्ते चीनसम्भवी ||
१६५ ||
केवला तु भवेन्मेधा ऋद्धिसिद्धिरक्रिया द्विधा |
त्रितया दिव्यसाम्राज्ये मेधा दीक्षा प्रकीर्तिता ||
१६६ ||
देवरूपा दिव्यरूपा मन्त्ररूपा महापरा |
सर्वरूपा सर्वपूर्वा महासाम्राज्यमेधया ||
१६७ ||
ऋद्धिसिद्धिक्रमेणैव भेदबाहुल्यमीरितम् |
विद्या राज्याभिधा दीक्षा छिन्नमस्ताविधौ स्मृता ||
१६८ ||
चन्द्रवह्निरसारक्तश्यामा च षोडशी तथा |
परा षोढा सप्तदशी तदा जाता परा भवेत् ||
१६९ ||
दीपिनी मालिनी कुल्ला क्रमाद्विद्यादिराज्यदा |
बगला या महेशानि साम्राज्यपरमे स्थिता ||
१७० ||

Bedeutung und Funktion: (165) Der Reihe nach werden die mit Mond, Feuer und Veda bezeichneten Formen, die fünfsilbige Form sowie Nila genannt, dann Hamsatara, Mahanila und zuletzt die aus China stammende Form. (166) Die alleinstehende Form ist Medha; Riddhi und Siddhi, ferner Nicht-Handlung, werden genannt, zweifach gegliedert. Im göttlichen Samrajya wird die Medha-Einweihung dreifach genannt. Die Zuordnung der Zweiteilung in diesem Vers bleibt unklar. (167) Von göttlichem Wesen, von himmlischem Wesen, von Mantra-Wesen, die große Para, allgestaltig und allem vorausgehend: so werden die Formen durch die Mahasamrajya-Medha bezeichnet. (168) Durch die Reihenfolge von Riddhi und Siddhi wird die Vielfalt der Unterarten erklärt. Im Verfahren der Chhinnamasta gilt die Einweihung in die Vidya als die „Herrschaft“ genannte Einweihung. (169) Mond, Feuer, Rasa, Rakta, Shyama und die Sechzehnte; Para, Shodha und die Siebzehnte: Danach entsteht die höchste Para. (170) Dipini, Malini und Kulla verleihen in ihrer Reihenfolge die Herrschaft über die Vidyas und weiteres. Bagala, Maheshani, befindet sich im höchsten Samrajya. Diese Verse nennen verdichtete Vidya- und Stufenbezeichnungen; wo sie keine ausgeschriebenen Mantras bieten, werden keine ergänzt. Die Aufzählung in Vers 169 lässt mehrere Worttrennungen zu.

M0291. Höchste gestufte Einweihung Verse 171–179
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 61–62, Höchste gestufte Einweihung Verse 171–179
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
candravedasūkṣmamerumantrahīnaṃ śivāntaram |
hṛdayaṃ ca śatārṇaṃ ca pañcāṅgaṃ kullukā tathā ||
171 ||
gāyatrī kramayogena sāmrājyaparameṣṭhyadhṛk |
etatpañcakasaṃyuktaḥ sarvasāmrājyabuddhidhṛk ||
172 ||
śrīdivyasarvasāmrājyadīkṣā sarvāttarā bhavet |
tato'pi dīkṣā deveśi nāsti brahmāṇḍagolake ||
173 ||
daśa vidyāprabhedāśca mahāvidyāprabhedajāḥ |
siddhividyāprabhedāśca mahāmantrāstathaiva ca ||
174 ||
tadaṅgamantrā deveśi śāvaraṃ deśaśāvaram |
kālaśāvarakaṃ devi tathaiva siddhiśāvaram ||
175 ||
tridhā darśanamantrāśca tathāmnāyakramodbhavāḥ |
kādihādikramatvena ūrdhvāmnāye kalau śive ||
176 ||
tathāyatanamantrāśca yatkiṃcinmantrajālakam |
sarvādhikāro deveśi etaddīkṣāvidhau bhavet ||
177 ||
etaddīkṣāsamāyuktaḥ sākṣācchrīkālikā svayam |
praharāṣṭakrameṇaiva daśavidyāsvarūpadhṛk ||
178 ||
kāmakalābhidhā vidyā sabhedā vṛttidevatā |
aṅgamantrāstathā'nye'pi tasya cātragatāḥ sadā ||
179 ||

Devanagari:
चन्द्रवेदसूक्ष्ममेरुमन्त्रहीनं शिवान्तरम् |
हृदयं च शतार्णं च पञ्चाङ्गं कुल्लुका तथा ||
१७१ ||
गायत्री क्रमयोगेन साम्राज्यपरमेष्ठ्यधृक् |
एतत्पञ्चकसंयुक्तः सर्वसाम्राज्यबुद्धिधृक् ||
१७२ ||
श्रीदिव्यसर्वसाम्राज्यदीक्षा सर्वात्तरा भवेत् |
ततोऽपि दीक्षा देवेशि नास्ति ब्रह्माण्डगोलके ||
१७३ ||
दश विद्याप्रभेदाश्च महाविद्याप्रभेदजाः |
सिद्धिविद्याप्रभेदाश्च महामन्त्रास्तथैव च ||
१७४ ||
तदङ्गमन्त्रा देवेशि शावरं देशशावरम् |
कालशावरकं देवि तथैव सिद्धिशावरम् ||
१७५ ||
त्रिधा दर्शनमन्त्राश्च तथाऽऽम्नायक्रमोद्भवाः |
कादिहादिक्रमत्वेन ऊर्ध्वाम्नाये कलौ शिवे ||
१७६ ||
तथाऽऽयतनमन्त्राश्च यत्किंचिन्मन्त्रजालकम् |
सर्वाधिकारो देवेशि एतद्दीक्षाविधौ भवेत् ||
१७७ ||
एतद्दीक्षासमायुक्तः साक्षाच्छ्रीकालिका स्वयम् |
प्रहराष्टक्रमेणैव दशविद्यास्वरूपधृक् ||
१७८ ||
कामकलाभिधा विद्या सभेदा वृत्तिदेवता |
अङ्गमन्त्रास्तथाऽन्येऽपि तस्य चात्रगताः सदा ||
१७९ ||

Bedeutung und Funktion: (171) Genannt werden Mond, Veda, der feine Meru, das vom Mantra Freie und das Innere Shivas; ferner das Herz, das Hundertsilbige, die fünf Glieder und Kulluka. Der Zusammenhang der ersten Halbzeile ist unsicher; die dortigen Bezeichnungen bleiben ohne spekulative Entschlüsselung. (172) Dazu kommt Gayatri in der geordneten Folge; so trägt man die höchste Würde des Samrajya. Wer mit dieser Fünfergruppe verbunden ist, besitzt die Einsicht in die umfassende Herrschaft. (173) Die ehrwürdige göttliche All-Samrajya-Einweihung ist die höchste von allen. Eine noch höhere Einweihung, Herrin der Götter, gibt es in der Kugel des Weltalls nicht. (174) Die zehn Unterarten der Vidyas, die aus den Unterarten der Mahavidyas hervorgehen, die Unterarten der Siddhi-Vidyas und ebenso die großen Mantras, (175) ihre Gliedmantras, Herrin der Götter, die Shabara-Mantras, die regionalen Shabara-Mantras, die zeitbezogenen und die Siddhi-Shabara-Mantras, Göttin, (176) die drei Arten der Darshana-Mantras sowie die aus den Überlieferungsfolgen hervorgehenden Mantras, im oberen Amnaya in der Kadi- und Hadi-Folge im Kali-Zeitalter, o Shiva, (177) ferner die Mantras der Heiligtümer und welches Mantra-Geflecht es sonst noch gibt: Die Berechtigung zu alldem, Herrin der Götter, ergibt sich aus diesem Einweihungsverfahren. (178) Wer diese Einweihung besitzt, ist unmittelbar Shri Kalika selbst. Im Verlauf der acht Tages- und Nachtabschnitte trägt er das Wesen der zehn Vidyas. (179) Die Kamakala genannte Vidya samt ihren Unterarten, die waltende Gottheit sowie die Gliedmantras und die übrigen sind für ihn stets darin enthalten.

M0292. Folgen fehlender und vollzogener Krama-Diksha Verse 180–186
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 62, Folgen fehlender und vollzogener Krama-Diksha Verse 180–186
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kramadīkṣā maheśāni pañcavidyāsu bhedataḥ |
tadaṅgamantrā gāyatrīkullukāpañcakaṃ śive ||
180 ||
anyavidyāvidhau proktaṃ rahasyātirahasyakam |
śrīvidyāyāṃ kālikāyāṃ tārāyāṃ parameśvari ||
181 ||
kramadīkṣāṃ vinā devi yo japet sādhakādhamaḥ |
sa daridrī mahāghorī lakṣmīhīnastu ninditaḥ ||
182 ||
atha vā vātulo bhūyānmantrakṣobhamavāpnuyāt |
kramadīkṣāsamāyukto rājā bhavati niścitam ||
183 ||
mahāvibhavasaṃyuktaḥ sarvasiddhisamanvitaḥ |
vijayī vinayī sādhuḥ siddhaśca siddhidaḥ śubhaḥ ||
184 ||
prahṛṣṭātmā sarvavettā trikālajñaḥ kaviḥ sukhī |
koṭisiddhīśvaraḥ śūraḥ sundaraḥ kāmamohanaḥ ||
185 ||
ānandātmā parātmā ca parājitaguṇottaraḥ |
rājarājeśvaraḥ sākṣānmahākālasamaḥ kalau ||
186 ||

Devanagari:
क्रमदीक्षा महेशानि पञ्चविद्यासु भेदतः |
तदङ्गमन्त्रा गायत्रीकुल्लुकापञ्चकं शिवे ||
१८० ||
अन्यविद्याविधौ प्रोक्तं रहस्यातिरहस्यकम् |
श्रीविद्यायां कालिकायां तारायां परमेश्वरि ||
१८१ ||
क्रमदीक्षां विना देवि यो जपेत् साधकाधमः |
स दरिद्री महाघोरी लक्ष्मीहीनस्तु निन्दितः ||
१८२ ||
अथ वा वातुलो भूयान्मन्त्रक्षोभमवाप्नुयात् |
क्रमदीक्षासमायुक्तो राजा भवति निश्चितम् ||
१८३ ||
महाविभवसंयुक्तः सर्वसिद्धिसमन्वितः |
विजयी विनयी साधुः सिद्धश्च सिद्धिदः शुभः ||
१८४ ||
प्रहृष्टात्मा सर्ववेत्ता त्रिकालज्ञः कविः सुखी |
कोटिसिद्धीश्वरः शूरः सुन्दरः काममोहनः ||
१८५ ||
आनन्दात्मा परात्मा च पराजितगुणोत्तरः |
राजराजेश्वरः साक्षान्महाकालसमः कलौ ||
१८६ ||

Bedeutung und Funktion: (180) Die gestufte Einweihung, Maheshani, unterscheidet sich bei den fünf Vidyas. Ihre Gliedmantras, Gayatri und die Kulluka-Fünfergruppe, o Shiva, (181) werden im Verfahren der anderen Vidyas als Geheimnis jenseits aller Geheimnisse beschrieben. Wer bei Shrividya, Kalika oder Tara, höchste Herrin, (182) ohne gestufte Einweihung Japa vollzieht, Göttin, ist ein ganz geringer Sadhaka; er wird arm, schrecklich, ohne Lakshmis Segen und verachtet. (183) Oder er verfällt dem Wahnsinn und erfährt die Erschütterung durch das Mantra. Wer dagegen die gestufte Einweihung besitzt, wird gewiss ein König, (184) mit großem Reichtum und allen Siddhis ausgestattet, siegreich, bescheiden, rechtschaffen, vollendet, Siddhi verleihend und segensreich; (185) freudigen Herzens, allwissend, Kenner der drei Zeiten, Dichter und glücklich; Herr über Millionen Vollendeter, heldenhaft, schön und selbst für Kama bezaubernd; (186) seinem Wesen nach Glückseligkeit, das höchste Selbst, über die überwundenen Eigenschaften hinausgelangt, unmittelbar Herr der Könige, im Kali-Zeitalter Mahakala gleich. Die letzte Eigenschaft vor „Herr der Könige“ ist sprachlich schwierig. Zu „höchstes Selbst“ verzeichnet die Ausgabe die Variante „höchste Glückseligkeit“. Drohungen und Verheißungen werden als traditionelle Aussagen wiedergegeben.

M0293. Niruttaratantra und Aufstellung des Kruges Verse 239–244
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 67, Niruttaratantra und Aufstellung des Kruges Verse 239–244
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
niruttaratantre— vaiṣṇavo gāṇapatyaśca sauraścaiva kuleśvari |
abhiṣekaṃ prakurvīta śāktaśca kulabhūṣaṇaḥ ||
239 ||
tathā— abhiṣekaṃ careddevi adhivāsapuraḥsaram |
vṛddhiśrāntiṃ tataḥ kṛtvā śivaśaktīḥ prapūjayet ||
240 ||
guruṃ saṃpūjya vidhivat svarṇālaṅkārabhūṣaṇaiḥ |
tataḥ saṃkalpavidhinā gurūṇāṃ varaṇaṃ caret ||
241 ||
tathā— śivaśaktī ca saṃpūjya sthāpayedghaṭamuttamam |
nātihrasvaṃ nātidīrghaṃ svarṇarūpyādinirmitam ||
242 ||
viśeṣārghasya yantre vā trikoṇe vā'pi vinyaset |
kāmabījena saṃprokṣya vāgbhavenaiva tāḍayet ||
243 ||
śaktyā ghaṭaṃ samālocya māyayā pūraṇaṃ jalaiḥ |
mantreṇānena tīrthāni deśikastatra vinyaset ||
244 ||

Devanagari:
निरुत्तरतन्त्रे— वैष्णवो गाणपत्यश्च सौरश्चैव कुलेश्वरि |
अभिषेकं प्रकुर्वीत शाक्तश्च कुलभूषणः ||
२३९ ||
तथा— अभिषेकं चरेद्देवि अधिवासपुरःसरम् |
वृद्धिश्रान्तिं ततः कृत्वा शिवशक्तीः प्रपूजयेत् ||
२४० ||
गुरुं संपूज्य विधिवत् स्वर्णालङ्कारभूषणैः |
ततः संकल्पविधिना गुरूणां वरणं चरेत् ||
२४१ ||
तथा— शिवशक्ती च संपूज्य स्थापयेद्घटमुत्तमम् |
नातिह्रस्वं नातिदीर्घं स्वर्णरूप्यादिनिर्मितम् ||
२४२ ||
विशेषार्घस्य यन्त्रे वा त्रिकोणे वाऽपि विन्यसेत् |
कामबीजेन संप्रोक्ष्य वाग्भवेनैव ताडयेत् ||
२४३ ||
शक्त्या घटं समालोच्य मायया पूरणं जलैः |
मन्त्रेणानेन तीर्थानि देशिकस्तत्र विन्यसेत् ||
२४४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Niruttaratantra: (239) Ein Vaishnava, ein Ganapatya, ein Saura und ebenso ein Shakta, der seiner Kula-Tradition zur Zierde gereicht, soll die Begießungsweihe vollziehen, Kuleshvari. Ferner: (240) Man vollziehe die Begießungsweihe mit vorausgehender vorbereitender Weihe, Göttin. Nach dem hier genannten vorbereitenden Wachstums- beziehungsweise Segensritus verehre man Shiva und die Shaktis. Der Ausdruck nach „vorbereitender Weihe“ ist im Druck beschädigt; seine genaue Form bleibt unsicher. (241) Man verehre den Guru vorschriftsmäßig mit Goldschmuck und Zieraten und vollziehe danach mit dem Sankalpa-Verfahren die Bestellung der Gurus. Ferner: (242) Nach der Verehrung von Shiva und Shakti stelle man einen vorzüglichen Krug aus Gold, Silber oder entsprechendem Material auf, weder zu niedrig noch zu hoch. (243) Man setze ihn auf das Yantra des besonderen Arghya oder auf ein Dreieck, besprenge ihn mit dem Kama-Bija und klopfe ihn mit dem Vagbhava-Bija an. (244) Mit dem Shakti-Bija betrachte man den Krug, mit dem Maya-Bija fülle man ihn mit Wasser. Durch das folgende Mantra setzt der Lehrer die heiligen Gewässer darin ein. Die genannten Bijas sind hier nur bezeichnet, nicht ausgeschrieben.

M0294. Anrufung der Gewässer und Krugweihe Verse 245–250
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 67–68, Anrufung der Gewässer und Krugweihe Verse 245–250
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gaṅgādyāḥ saritaḥ sarvāḥ samudrāśca sarāṃsi ca |
sarve samudrāḥ saritaḥ sarāṃsi jaladā nadāḥ ||
245 ||
hradāḥ prasravaṇāḥ puṇyāḥ svaḥpātālamahīgatāḥ |
sarvatīrthāni puṇyāni ghaṭe kurvantu sannidhim ||
246 ||
śrībījena prajaptena pallavaṃ pratipādayet |
kūrcena phaladānaṃ syāt strībījena sthirākṛtiḥ ||
247 ||
sindūraṃ vahnibījena puṣpaṃ pretena vinyaset |
mūlena praṇavenāpi dūrvāṃ dadyādvicakṣaṇaḥ ||
248 ||
hū~ phaṭsvāheti mantreṇa kuryāddarbheṇa tāḍanam |
vicintya devīpīṭhaṃ ca tatrāvāhya prapūjayet ||
249 ||
anenaiva vidhānena sarvakarmasu sundari |
ghaṭaṃ saṃsthāpayeddevībhakteneva viśeṣataḥ ||
250 ||

Devanagari:
गङ्गाद्याः सरितः सर्वाः समुद्राश्च सरांसि च |
सर्वे समुद्राः सरितः सरांसि जलदा नदाः ||
२४५ ||
ह्रदाः प्रस्रवणाः पुण्याः स्वःपातालमहीगताः |
सर्वतीर्थानि पुण्यानि घटे कुर्वन्तु सन्निधिम् ||
२४६ ||
श्रीबीजेन प्रजप्तेन पल्लवं प्रतिपादयेत् |
कूर्चेन फलदानं स्यात् स्त्रीबीजेन स्थिराकृतिः ||
२४७ ||
सिन्दूरं वह्निबीजेन पुष्पं प्रेतेन विन्यसेत् |
मूलेन प्रणवेनापि दूर्वां दद्याद्विचक्षणः ||
२४८ ||
हूँ फट्स्वाहेति मन्त्रेण कुर्याद्दर्भेण ताडनम् |
विचिन्त्य देवीपीठं च तत्रावाह्य प्रपूजयेत् ||
२४९ ||
अनेनैव विधानेन सर्वकर्मसु सुन्दरि |
घटं संस्थापयेद्देवीभक्तेनेव विशेषतः ||
२५० ||

Bedeutung und Funktion: (245–246) „Alle Flüsse von Ganga an, die Meere und Seen, alle Meere, Flüsse, Seen, Wolken und Ströme, die heiligen tiefen Gewässer und Quellen im Himmel, in der Unterwelt und auf der Erde: Sämtliche heiligen Pilgergewässer mögen in diesem Krug gegenwärtig werden!“ Die Wiederholung der Gewässer steht im Quelltext. (247) Unter Rezitation des Shri-Bija setze man die Zweige ein. Mit dem Kurcha-Bija gebe man die Frucht hinzu, mit dem Stri-Bija bewirke man die Festigung. (248) Mit dem Feuer-Bija lege man Sindura hinein, mit dem hier „Preta“ genannten Laut die Blume. Der Kundige füge mit dem Wurzelmantra oder auch mit dem Pranava Durva-Gras hinzu. (249) Mit dem Mantra „Hum, Phat, Svaha“ klopfe man den Krug mit Darbha-Gras an. Man vergegenwärtige sich den Sitz der Göttin, rufe sie darin an und verehre sie. (250) Nach genau diesem Verfahren soll der Krug bei allen Riten aufgestellt werden, Schöne, besonders von einem Verehrer der Göttin. Die Bezeichnung „Preta“ in Vers 248 wird nicht in eine vermutete Silbe aufgelöst.

M0295. Große Puja und Anheben des Kruges Verse 251–256
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 68, Große Puja und Anheben des Kruges Verse 251–256
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mahāpūjāṃ careddhīmān ṣoḍaśopacārasaṃyutām |
gurūṇāṃ ca mahāpūjāṃ śaktīnāṃ ca tataḥ param ||
251 ||
tatpaścāt sādhakānāṃ ca krameṇa paripūjanam |
kumārībhyo baliṃ dattvā kulajābhyo viśeṣataḥ ||
252 ||
abhiṣekaṃ tato devi kuryācca gurumārgataḥ |
svatantroktavidhānena mantrasyoccāraṇaiḥ saha ||
253 ||
cālayecca ghaṭaṃ mantrī mantreṇānena deśikaḥ |
oṃ uttiṣṭha brahmakalaśa sevitāśeṣasiddhida ||
254 ||
sarvatīrthāmbupūrṇastvaṃ pūrayasva manoratham |
īśānendrasmarakṣoṇī tadante bhuvaneśvarī ||
255 ||
mantreṇānena vādyānāṃ nirghoṣaiścālayedghaṭam |
abhiṣiñcedguruḥ śiṣyaṃ yajamānaṃ purohitaḥ ||
256 ||

Devanagari:
महापूजां चरेद्धीमान् षोडशोपचारसंयुताम् |
गुरूणां च महापूजां शक्तीनां च ततः परम् ||
२५१ ||
तत्पश्चात् साधकानां च क्रमेण परिपूजनम् |
कुमारीभ्यो बलिं दत्त्वा कुलजाभ्यो विशेषतः ||
२५२ ||
अभिषेकं ततो देवि कुर्याच्च गुरुमार्गतः |
स्वतन्त्रोक्तविधानेन मन्त्रस्योच्चारणैः सह ||
२५३ ||
चालयेच्च घटं मन्त्री मन्त्रेणानेन देशिकः |
ॐ उत्तिष्ठ ब्रह्मकलश सेविताशेषसिद्धिद ||
२५४ ||
सर्वतीर्थाम्बुपूर्णस्त्वं पूरयस्व मनोरथम् |
ईशानेन्द्रस्मरक्षोणी तदन्ते भुवनेश्वरी ||
२५५ ||
मन्त्रेणानेन वाद्यानां निर्घोषैश्चालयेद्घटम् |
अभिषिञ्चेद्गुरुः शिष्यं यजमानं पुरोहितः ||
२५६ ||

Bedeutung und Funktion: (251) Der Verständige vollziehe die große Puja mit den sechzehn Darbringungen, danach die große Puja für die Gurus und die Shaktis. (252) Anschließend verehre er die Sadhakas der Reihe nach und bringe den Kumaris Opfergaben dar, besonders den aus der Kula-Tradition stammenden Mädchen. (253) Dann vollziehe er die Begießungsweihe nach dem Weg des Gurus, Göttin, gemäß der Vorschrift seines eigenen Tantra und unter Rezitation des Mantras. (254) Der Mantra-kundige Lehrer bewegt den Krug mit diesem Mantra: „Om. Erhebe dich, Brahma-Kalasha, der du bei Verehrung sämtliche Siddhis gewährst! (255) Du bist mit dem Wasser aller heiligen Stätten gefüllt; erfülle den Herzenswunsch!“ Danach folgen die mit Ishana, Indra, Smara und Erde bezeichneten Laute, zuletzt Bhuvaneshvari. (256) Mit diesem Mantra und unter dem Schall der Instrumente bewege man den Krug. Der Guru begießt den Schüler, der Hauspriester den Opferherrn. Die zweite Hälfte von Vers 255 verschlüsselt Laute durch Namen; ausgeschriebene Bijas werden nicht ergänzt.

M0296. Abhisheka-Mantra Einleitung und Verse 257–264
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 68–69, Abhisheka-Mantra Einleitung und Verse 257–264
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā— abhiṣekasya dakṣiṇāmūrtirṛṣiranuṣṭupchandaḥ śaktirdevatā sarvasiddhisaṃkalpasiddhaye viniyogaḥ |
oṃ rājarājeśvarīśaktirbhairavī kālabhairavī |
śmaśānabhairavī devī tripurānandabhairavī ||
257 ||
tripurā tripurādevī tathā tripurasundarī |
tripureśī mahādevī tathā tripuramālikā ||
258 ||
nityā ca nityarūpā ca vajraprastāriṇī tathā |
sarvacakreśvarī devī tathā nīlasarasvatī ||
259 ||
sarvasiddhikarī devī siddhagandharvasevitā |
ugratārā mahādevī tathā dakṣiṇakālikā ||
260 ||
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā |
ugradaṃṣṭrā mahādaṃṣṭrā śubhadaṃṣṭrā kapālinī ||
261 ||
bhīmanetrā viśālākṣī maṅgalā vijayā jayā |
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
262 ||
maṅgalā nandinī bhadrā lakṣmīḥ kīrtiryaśasvinī |
puṣṭirmedhā śivā sādhvī yaśaḥśobhā jayā dhṛtiḥ ||
263 ||
śrīnandā ca sunandā ca nandinyānandapūjitā |
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
264 ||

Devanagari:
तथा— अभिषेकस्य दक्षिणामूर्तिर्ऋषिरनुष्टुप्छन्दः शक्तिर्देवता सर्वसिद्धिसंकल्पसिद्धये विनियोगः |
ॐ राजराजेश्वरीशक्तिर्भैरवी कालभैरवी |
श्मशानभैरवी देवी त्रिपुरानन्दभैरवी ||
२५७ ||
त्रिपुरा त्रिपुरादेवी तथा त्रिपुरसुन्दरी |
त्रिपुरेशी महादेवी तथा त्रिपुरमालिका ||
२५८ ||
नित्या च नित्यरूपा च वज्रप्रस्तारिणी तथा |
सर्वचक्रेश्वरी देवी तथा नीलसरस्वती ||
२५९ ||
सर्वसिद्धिकरी देवी सिद्धगन्धर्वसेविता |
उग्रतारा महादेवी तथा दक्षिणकालिका ||
२६० ||
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा |
उग्रदंष्ट्रा महादंष्ट्रा शुभदंष्ट्रा कपालिनी ||
२६१ ||
भीमनेत्रा विशालाक्षी मङ्गला विजया जया |
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२६२ ||
मङ्गला नन्दिनी भद्रा लक्ष्मीः कीर्तिर्यशस्विनी |
पुष्टिर्मेधा शिवा साध्वी यशःशोभा जया धृतिः ||
२६३ ||
श्रीनन्दा च सुनन्दा च नन्दिन्यानन्दपूजिता |
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२६४ ||

Bedeutung und Funktion: Ferner: Der Rishi des Begießungsmantras ist Dakshinamurti, sein Versmaß Anushtubh und seine Gottheit Shakti. Es wird zur Erlangung aller Siddhis und zur Erfüllung des gefassten Vorsatzes angewandt. (257) „Om. Rajarajeshvari-Shakti, Bhairavi, Kalabhairavi, die Göttin Shmashanabhairavi und Tripuranandabhairavi; (258) Tripura, Tripuradevi, Tripurasundari, Tripureshi, Mahadevi und Tripuramalika; (259) Nitya, Nityarupa, Vajraprastarini, die Göttin Sarvachakreshvari und Nilasarasvati; (260) die Göttin Sarvasiddhikari, die von Siddhas und Gandharvas verehrt wird, Ugratara, Mahadevi und Dakshinakalika: (261) Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! Ugradamshtra, Mahadamshtra, Shubhadamshtra und Kapalini, (262) Bhimanetra, Vishalakshi, Mangala, Vijaya und Jaya: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (263) Mangala, Nandini, Bhadra, Lakshmi, Kirti, Yashasvini, Pushti, Medha, Shiva, Sadhvi, Yashahshobha, Jaya und Dhriti, (264) Shrinanda, Sunanda und Nandini, die freudig verehrt wird: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen!“ Zu Bhairavi in Vers 257 verzeichnet die Ausgabe die Variante Purabhairavi. Die Göttinnennamen bleiben als Eigennamen erhalten.

M0297. Abhisheka-Mantra Göttinnen Verse 265–270
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 69, Abhisheka-Mantra Göttinnen Verse 265–270
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vijayā maṅgalā bhadrā smṛtiḥ śāntiḥ kṣamā dhṛtiḥ |
siddhistu paramā puṣṭiḥ śrīrṛddhiśca ratistathā ||
265 ||
dīptā kāntiryaśolakṣmīrīśvarī buddhireva ca |
śaktirmāyāvatī brāhmī jayantī cāparājitā ||
266 ||
ajitā mānavī śvetā ditistvaditireva ca |
māyā caiva mahāmāyā mohinī kṣobhiṇī tathā ||
267 ||
kamalā vimalā gaurī lāvaṇyāmbudhisundarī |
durgā kriyā'rundhatī ca ghaṇṭākarṇā kapālinī ||
268 ||
carcikā cāparā jñeyā tathaiva surapūjitā |
vaivasvatī ca kaumārī tathā māheśvarī parā ||
269 ||
vaiṣṇavī ca mahālakṣmīḥ kārtikī kauśikī tathā |
śivadūtī ca cāmuṇḍā muṇḍamālāvibhūṣaṇā ||
270 ||

Devanagari:
विजया मङ्गला भद्रा स्मृतिः शान्तिः क्षमा धृतिः |
सिद्धिस्तु परमा पुष्टिः श्रीर्ऋद्धिश्च रतिस्तथा ||
२६५ ||
दीप्ता कान्तिर्यशोलक्ष्मीरीश्वरी बुद्धिरेव च |
शक्तिर्मायावती ब्राह्मी जयन्ती चापराजिता ||
२६६ ||
अजिता मानवी श्वेता दितिस्त्वदितिरेव च |
माया चैव महामाया मोहिनी क्षोभिणी तथा ||
२६७ ||
कमला विमला गौरी लावण्याम्बुधिसुन्दरी |
दुर्गा क्रियाऽरुन्धती च घण्टाकर्णा कपालिनी ||
२६८ ||
चर्चिका चापरा ज्ञेया तथैव सुरपूजिता |
वैवस्वती च कौमारी तथा माहेश्वरी परा ||
२६९ ||
वैष्णवी च महालक्ष्मीः कार्तिकी कौशिकी तथा |
शिवदूती च चामुण्डा मुण्डमालाविभूषणा ||
२७० ||

Bedeutung und Funktion: (265) „Vijaya, Mangala, Bhadra, Smriti, Shanti, Kshama, Dhriti, Siddhi, Parama, Pushti, Shri, Riddhi und Rati; (266) Dipta, Kanti, Yasholakshmi, Ishvari und Buddhi, Shakti, Mayavati, Brahmi, Jayanti und Aparajita; (267) Ajita, Manavi, Shveta, Diti und Aditi, Maya, Mahamaya, Mohini und Kshobhini; (268) Kamala, Vimala, Gauri, Lavanyambudhisundari, Durga, Kriya, Arundhati, Ghantakarna und Kapalini; (269) die weitere, als Charchika bekannte und von den Göttern verehrte Göttin, Vaivasvati, Kaumari und die höchste Maheshvari; (270) Vaishnavi, Mahalakshmi, Kartiki, Kaushiki, Shivaduti und Chamunda, die mit einer Girlande aus Köpfen geschmückt ist:“

M0298. Abhisheka-Mantra Weltenhüter und Zeitmächte Verse 271–277
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 69–70, Abhisheka-Mantra Weltenhüter und Zeitmächte Verse 271–277
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā |
indro vahniryamaścaiva nairṛto varuṇastathā ||
271 ||
pavano dhanadeśānau brahmā'nanto digīśvarāḥ |
etāstvā siñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
272 ||
saṃvatsaraścāyanau ca māsapakṣadināni ca |
tithayaścābhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
273 ||
raviḥ somaḥ kujabudhau guruḥ śukraḥ śanaiścaraḥ |
rāhuḥ ketuśca satatamabhiṣiñcantu te grahāḥ ||
274 ||
nakṣatraṃ karaṇaṃ yogo'mṛtasiddhistataḥ param |
dagdhāḥ pāpāstathā bhadrā yogā vārāḥ kṣaṇāstathā ||
275 ||
vāravelā kālavelā daṇḍā ṛkṣādayastathā |
abhiṣiñcantu satataṃ mantrapūtena vāriṇā ||
276 ||
asitāṅgo ruruścaṇḍaḥ krodha unmatta eva ca |
kapālī bhīṣaṇākhyaśca saṃhāraścāṣṭa bhairavāḥ ||
277 ||

Devanagari:
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा |
इन्द्रो वह्निर्यमश्चैव नैर्ऋतो वरुणस्तथा ||
२७१ ||
पवनो धनदेशानौ ब्रह्माऽनन्तो दिगीश्वराः |
एतास्त्वा सिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२७२ ||
संवत्सरश्चायनौ च मासपक्षदिनानि च |
तिथयश्चाभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२७३ ||
रविः सोमः कुजबुधौ गुरुः शुक्रः शनैश्चरः |
राहुः केतुश्च सततमभिषिञ्चन्तु ते ग्रहाः ||
२७४ ||
नक्षत्रं करणं योगोऽमृतसिद्धिस्ततः परम् |
दग्धाः पापास्तथा भद्रा योगा वाराः क्षणास्तथा ||
२७५ ||
वारवेला कालवेला दण्डा ऋक्षादयस्तथा |
अभिषिञ्चन्तु सततं मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२७६ ||
असिताङ्गो रुरुश्चण्डः क्रोध उन्मत्त एव च |
कपाली भीषणाख्यश्च संहारश्चाष्ट भैरवाः ||
२७७ ||

Bedeutung und Funktion: (271) „Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! Indra, Feuer, Yama, Nirriti und Varuna, (272) Wind, Kubera und Ishana, Brahma und Ananta, die Herren der Himmelsrichtungen: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser besprengen! (273) Das Jahr, die beiden Sonnenhalbjahre, die Monate, Monatshälften und Tage und die Mondtage mögen dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (274) Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu: Diese Himmelsmächte mögen dich stets begießen! (275) Mondstation, Karana, Yoga und darüber hinaus Amritasiddhi; verbrannte, unheilvolle und glückverheißende Zeitverbindungen, Wochentage und Augenblicke, (276) die Tagesabschnitte Varavela und Kalavela, die Danda-Zeiteinheiten, Sternbilder und weitere Zeitmächte: Mögen sie dich stets mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (277) Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta, Kapali, der Bhishana genannte und Samhara, die acht Bhairavas:“

M0299. Abhisheka-Mantra Yogini-Nachkommen und Tattvas Verse 278–284
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 70, Abhisheka-Mantra Yogini-Nachkommen und Tattvas Verse 278–284
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ete tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā |
drāviṇīputrikā caiva ḍākinīputrikāstathā ||
278 ||
śākinīputrikāścānyāḥ kākinīputrikāḥ parāḥ |
śākinīputrikā bhūyo hākinīputrikāstathā ||
279 ||
tataśca rākiṇīputrī devaputrī tataḥ param |
mātṛṇāṃ ca tathā putrī cordhvamukhyāḥ sutāstathā ||
280 ||
adhomukhyāḥ sutāścaiva jvālāmukhyāḥ sutāḥ parāḥ |
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
281 ||
brahmā viṣṇuśca rudraśca īśvaraśca sadāśivaḥ |
ete tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
282 ||
puruṣaḥ prakṛtiścaiva vikārāścaiva ṣoḍaśa |
ātmā parātmā jñānātmā dhyānātmā paramātmanaḥ ||
283 ||
ātmānaścātmanaścaiva sthūlasūkṣmau ca ye parāḥ |
ete tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
284 ||

Devanagari:
एते त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा |
द्राविणीपुत्रिका चैव डाकिनीपुत्रिकास्तथा ||
२७८ ||
शाकिनीपुत्रिकाश्चान्याः काकिनीपुत्रिकाः पराः |
शाकिनीपुत्रिका भूयो हाकिनीपुत्रिकास्तथा ||
२७९ ||
ततश्च राकिणीपुत्री देवपुत्री ततः परम् |
मातृणां च तथा पुत्री चोर्ध्वमुख्याः सुतास्तथा ||
२८० ||
अधोमुख्याः सुताश्चैव ज्वालामुख्याः सुताः पराः |
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२८१ ||
ब्रह्मा विष्णुश्च रुद्रश्च ईश्वरश्च सदाशिवः |
एते त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२८२ ||
पुरुषः प्रकृतिश्चैव विकाराश्चैव षोडश |
आत्मा परात्मा ज्ञानात्मा ध्यानात्मा परमात्मनः ||
२८३ ||
आत्मानश्चात्मनश्चैव स्थूलसूक्ष्मौ च ये पराः |
एते त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२८४ ||

Bedeutung und Funktion: (278) „Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! Die Tochter Dravinis und die Töchter Dakinis, (279) die weiteren Töchter Shakinis, die höheren Töchter Kakinis, wiederum die Töchter Shakinis und die Töchter Hakinis; (280) danach die Tochter Rakinis und die Göttertochter, ebenso die Tochter der Mütter und die Kinder Urdhvamukhis, (281) die Kinder Adhomukhis und die weiteren Kinder Jvalamukhis: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (282) Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (283) Purusha, Prakriti und die sechzehn Entfaltungen, das Selbst, das höhere Selbst, das Erkenntnis-Selbst, das Meditations-Selbst und die höchsten Selbste, (284) die Selbste und die des Selbst, die groben, feinen und noch höheren: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen!“ Shakini wird im Druck zweimal genannt. Die Reihe der Selbst-Bezeichnungen in Vers 283–284 ist grammatisch unstimmig; ihre genaue Abgrenzung bleibt offen.

M0300. Abhisheka-Mantra Bijas Verse 285–287
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 70, Abhisheka-Mantra Bijas Verse 285–287
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vedādibījaṃ hu~ bījaṃ strībījaṃ tanniketanam |
śaktibījaṃ ramābījaṃ māyābījaṃ sudhākaram ||
285 ||
cintāratnaṃ mahābījaṃ nārasiṃhaṃ ca tārakam |
mārtaṇḍabhairavaṃ daurgaṃ bījaṃ śrīpauruṣottamam ||
286 ||
gāṇapatyaṃ ca vārāhaṃ kālībījaṃ bhayāpaham |
etāni tvā'bhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
287 ||

Devanagari:
वेदादिबीजं हुँ बीजं स्त्रीबीजं तन्निकेतनम् |
शक्तिबीजं रमाबीजं मायाबीजं सुधाकरम् ||
२८५ ||
चिन्तारत्नं महाबीजं नारसिंहं च तारकम् |
मार्तण्डभैरवं दौर्गं बीजं श्रीपौरुषोत्तमम् ||
२८६ ||
गाणपत्यं च वाराहं कालीबीजं भयापहम् |
एतानि त्वाऽभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२८७ ||

Bedeutung und Funktion: (285) „Das Bija am Anfang des Veda, das Hum-Bija, das Stri-Bija und sein Sitz, das Shakti-Bija, das Rama-Bija, das Maya-Bija und der Mond; (286) das wunscherfüllende Juwel, das große Bija, das Narasimha-Bija und das rettende Bija, das Martandabhairava-Bija, das Durga-Bija und das ehrwürdige Purushottama-Bija, (287) das Ganesha-Bija, das Varaha-Bija und das furchtvertreibende Kali-Bija: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen!“ Die meisten Bijas werden hier nur benannt. Ihre Silben sind nicht ausgeschrieben und werden deshalb nicht ergänzt.

M0301. Abhisheka-Mantra Flüsse und heilige Orte Verse 288–293
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 70–71, Abhisheka-Mantra Flüsse und heilige Orte Verse 288–293
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gaṅgā godāvarī revā yamunā ca sarasvatī |
ātreyī bhāratī caiva sarayū gaṇḍakī tathā ||
288 ||
karatoyā candrabhāgā śvetagaṅgā ca kauśikī |
bhogavatī ca pātāle svarge mandākinī tathā ||
289 ||
etāstvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā |
bhairavī bhīmarūpā ca śoṇaḥ sumukha eva ca ||
290 ||
sindhuścaiva hradaḥ puṇyāstathā pātālasambhavaḥ |
ete tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā iti ||
291 ||
yāni kāni ca tīrthāni puṇyāpuṇyatarāṇi ca |
tāni tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā ||
292 ||
jambūdvīpādayo dvīpāḥ sāgarā lavaṇādayaḥ |
anantākhyastathā nāgāḥ sarpā ye takṣakādayaḥ ||
293 ||

Devanagari:
गङ्गा गोदावरी रेवा यमुना च सरस्वती |
आत्रेयी भारती चैव सरयू गण्डकी तथा ||
२८८ ||
करतोया चन्द्रभागा श्वेतगङ्गा च कौशिकी |
भोगवती च पाताले स्वर्गे मन्दाकिनी तथा ||
२८९ ||
एतास्त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा |
भैरवी भीमरूपा च शोणः सुमुख एव च ||
२९० ||
सिन्धुश्चैव ह्रदः पुण्यास्तथा पातालसम्भवः |
एते त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा इति ||
२९१ ||
यानि कानि च तीर्थानि पुण्यापुण्यतराणि च |
तानि त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा ||
२९२ ||
जम्बूद्वीपादयो द्वीपाः सागरा लवणादयः |
अनन्ताख्यस्तथा नागाः सर्पा ये तक्षकादयः ||
२९३ ||

Bedeutung und Funktion: (288) „Ganga, Godavari, Reva, Yamuna, Sarasvati, Atreyi, Bharati, Sarayu und Gandaki, (289) Karatoya, Chandrabhaga, Shvetaganga und Kaushiki, Bhogavati in der Unterwelt und Mandakini im Himmel: (290) Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! Bhairavi, Bhimarupa, Shona und Sumukha, (291) Sindhu und die heiligen Seen sowie die aus der Unterwelt hervorgegangenen Gewässer: Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (292) Welche heiligen Stätten es auch gibt, heilige und noch heiligere: Mögen sie dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! (293) Die Kontinente von Jambudvipa an, die Ozeane von dem Salzozean an, der Ananta genannte und die übrigen Nagas, die Schlangen von Takshaka an:“ Der Ausdruck für „heilige und noch heiligere“ in Vers 292 ist im Druck fehlerhaft zusammengezogen.

M0302. Schluss des Abhisheka-Mantras Verse 294–302
Fundstelle: Fünfter Taraṅga, Band II, S. 71, Schluss des Abhisheka-Mantras Verse 294–302
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ete tvāmabhiṣiñcantu mantrapūtena vāriṇā |
tāraśca vahnijāyā ca vaṣaṭ kūrcamataḥ param ||
294 ||
vauṣaṭkārastu phaṭkāro hyabhiṣiñcatu sarvadā |
naśyantu pretakūṣmāṇḍā rākṣasā dānavāśca ye ||
295 ||
piśācā guhyakā bhūtā abhiṣekeṇa tāḍitāḥ |
alakṣmīḥ kālakarṇī ca pāpāni sumahānti ca ||
296 ||
naśyantu cābhiṣekeṇa tārabījena tāḍitāḥ |
rogāḥ śokāśca dāridryaṃ daurbalyaṃ cittavikriyā ||
297 ||
naśyantu cābhiṣekeṇa vāgbījenaiva tāḍitāḥ |
lokānurāgatyāgāśca daurbhāgyamapi duryaśaḥ ||
298 ||
naśyantu cābhiṣekeṇa manmathenaiva tāḍitāḥ |
tejohrāsaḥ śaktihrāso buddhihrāsastathaiva ca ||
299 ||
naśyantu cābhiṣekeṇa śaktibījena tāḍitāḥ |
viṣāṇi ca mahārogā ḍākinyo bhītayastathā ||
300 ||
ghorābhicārāḥ krūrāśca grahā nāgāstathaiva ca |
naśyantu cābhiṣekeṇa kālībījena tāḍitāḥ ||
301 ||
naśyantu vipadaḥ sarvāḥ saṃpadaḥ santu susthirāḥ |
abhiṣekeṇa śāktānāṃ pūrṇāḥ santu manorathāḥ ||
302 ||

Devanagari:
एते त्वामभिषिञ्चन्तु मन्त्रपूतेन वारिणा |
तारश्च वह्निजाया च वषट् कूर्चमतः परम् ||
२९४ ||
वौषट्कारस्तु फट्कारो ह्यभिषिञ्चतु सर्वदा |
नश्यन्तु प्रेतकूष्माण्डा राक्षसा दानवाश्च ये ||
२९५ ||
पिशाचा गुह्यका भूता अभिषेकेण ताडिताः |
अलक्ष्मीः कालकर्णी च पापानि सुमहान्ति च ||
२९६ ||
नश्यन्तु चाभिषेकेण तारबीजेन ताडिताः |
रोगाः शोकाश्च दारिद्र्यं दौर्बल्यं चित्तविक्रिया ||
२९७ ||
नश्यन्तु चाभिषेकेण वाग्बीजेनैव ताडिताः |
लोकानुरागत्यागाश्च दौर्भाग्यमपि दुर्यशः ||
२९८ ||
नश्यन्तु चाभिषेकेण मन्मथेनैव ताडिताः |
तेजोह्रासः शक्तिह्रासो बुद्धिह्रासस्तथैव च ||
२९९ ||
नश्यन्तु चाभिषेकेण शक्तिबीजेन ताडिताः |
विषाणि च महारोगा डाकिन्यो भीतयस्तथा ||
३०० ||
घोराभिचाराः क्रूराश्च ग्रहा नागास्तथैव च |
नश्यन्तु चाभिषेकेण कालीबीजेन ताडिताः ||
३०१ ||
नश्यन्तु विपदः सर्वाः संपदः सन्तु सुस्थिराः |
अभिषेकेण शाक्तानां पूर्णाः सन्तु मनोरथाः ||
३०२ ||

Bedeutung und Funktion: (294) „Mögen diese dich mit durch Mantra geheiligtem Wasser begießen! Tara, die Gemahlin des Feuers, Vashat und danach Kurcha, (295) ferner Vaushat und Phat mögen dich stets begießen! Mögen die Totengeister und Kushmandas, Rakshasas und Danavas, (296) Pishachas, Guhyakas und Bhutas, von der Begießung getroffen, verschwinden! Alakshmi, Kalakarni und die gewaltigen Übel (297) mögen durch die Begießung verschwinden, vom Tara-Bija getroffen! Krankheiten, Kummer, Armut, Schwäche und Verwirrung des Geistes (298) mögen durch die Begießung verschwinden, vom Bija der Sprache getroffen! Der Verlust der Zuneigung der Menschen, Unglück und schlechter Ruf (299) mögen durch die Begießung verschwinden, vom Manmatha-Bija getroffen! Der Verlust von Ausstrahlung, Kraft und Einsicht (300) möge durch die Begießung verschwinden, vom Shakti-Bija getroffen! Gifte, schwere Krankheiten, Dakinis und Ängste, (301) schreckliche Schadenzauber, grausame Besessenheitsmächte und Nagas mögen durch die Begießung verschwinden, vom Kali-Bija getroffen! (302) Mögen alle Gefahren vergehen und günstige Verhältnisse fest bestehen bleiben! Mögen durch die Begießung die Herzenswünsche der Shaktas erfüllt werden!“ Verschlüsselte Namen von Mantraschlüssen und Bijas bleiben als Bezeichnungen erkennbar; die Formel ist eine traditionelle Segensbitte.

M0303. Arten der Mala und Buchstabenmala Verse 148–153
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 89–90, Arten der Mala und Buchstabenmala Verse 148–153
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mālābhedā merutantre— atha mālāṃ pravakṣyāmi dvividhā sā sthirā calā |
sthirā tu sthiracittānāṃ cañcalā calacetasām ||
148 ||
yāmale— mālā tu trividhā proktā prathamā varṇamālikā |
dvitīyā caramāloktā tṛtīyā karamālikā ||
149 ||
merutantre— akārādikṣakārāntairbinduvanmātṛkākṣaraiḥ |
anulomavilomasthaiḥ kalptayā varṇamālayā ||
150 ||
pratyekavarṇayugmantrāḥ japtāḥ syuḥ sarvasiddhidāḥ |
āryādyā api kiṃ cānyat prokteyaṃ sthiramālikā ||
151 ||
triśaktiratne'pi— atha vā mātṛkāmayyā mālayā prajapedbudhaḥ |
ekaikaṃ varṇamuccārya varṇenāntaritaṃ japet ||
152 ||
sudhīrave lakārāntaṃ tata āntaṃ samānayet |
merurūpaṃ kṣakāraṃ hi sādhako naiva laṅghayet ||
153 ||

Devanagari:
अथ मालाभेदा मेरुतन्त्रे— अथ मालां प्रवक्ष्यामि द्विविधा सा स्थिरा चला |
स्थिरा तु स्थिरचित्तानां चञ्चला चलचेतसाम् ||
१४८ ||
यामले— माला तु त्रिविधा प्रोक्ता प्रथमा वर्णमालिका |
द्वितीया चरमालोक्ता तृतीया करमालिका ||
१४९ ||
मेरुतन्त्रे— अकारादिक्षकारान्तैर्बिन्दुवन्मातृकाक्षरैः |
अनुलोमविलोमस्थैः कल्प्तया वर्णमालया ||
१५० ||
प्रत्येकवर्णयुग्मन्त्राः जप्ताः स्युः सर्वसिद्धिदाः |
आर्याद्या अपि किं चान्यत् प्रोक्तेयं स्थिरमालिका ||
१५१ ||
त्रिशक्तिरत्नेऽपि— अथ वा मातृकामय्या मालया प्रजपेद्बुधः |
एकैकं वर्णमुच्चार्य वर्णेनान्तरितं जपेत् ||
१५२ ||
सुधीरवे लकारान्तं तत आन्तं समानयेत् |
मेरुरूपं क्षकारं हि साधको नैव लङ्घयेत् ||
१५३ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Arten der Mala nach dem Merutantra: (148) Jetzt werde ich die Mala erklären. Sie ist zweifach: fest und beweglich. Die feste ist für Menschen mit beständigem Geist, die bewegliche für Menschen mit unruhigem Geist. Im Yamala: (149) Die Mala wird dreifach gelehrt: als erste die Lautmala, als zweite die bewegliche Perlenmala und als dritte die Handmala. Im Merutantra: (150) Mit einer aus den Matrika-Lauten von a bis ksha, jeweils mit Bindu versehen, in vorwärts- und rückwärtslaufender Reihenfolge gebildeten Lautmala (151) rezitiert man die jeweils mit einem Laut verbundenen Mantras; so gewähren sie alle Siddhis. Auch Arya und die weiteren werden genannt – was braucht es noch mehr? Dies wird die feste Mala genannt. Der knappe Bezug auf Arya und die weiteren Formen ist ohne Erläuterung überliefert. Auch im Trishaktiratna: (152) Oder der Verständige rezitiert mit einer aus Matrika bestehenden Mala. Er spricht jeden Laut einzeln und rezitiert das Mantra, jeweils durch einen Laut getrennt. (153) Der Verständige führt die Reihe bis la und dann wieder bis a zurück. Den Laut ksha in der Funktion des Meru soll der Sadhaka nicht überschreiten. Ein Wort vor „bis la“ in Vers 153 bleibt unklar; die Laufrichtung wird durch den folgenden Kommentar erläutert.

M0304. Meru und 108 Lautrezitationen Verse 154–159
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 90, Meru und 108 Lautrezitationen Verse 154–159
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
muṇḍamālāyām— meruhīnā ca yā mālā merulaṅghyā ca yā bhavet |
aśuddhā tu bhavedatra sā mālā niṣphalā bhavet ||
154 ||
vicitrā bisatantvābhā brahmanāḍīgatā tu yā |
tayā saṃgrathitā dhyeyā sarvakāmaphalapradā ||
155 ||
aṣṭottaraśatajape tvādau klībaṃ samuccaret |
ṛṝḷḹvarṇacatuṣṭayaṃ klībaṃ pracakṣate ||
156 ||
vargāṇāmaṣṭakaṃ vā'pi kāmyabhedakrameṇa tu |
a ka ca ṭa ta pa ya śā ityeva cāṣṭavargakam ||
157 ||
aṣṭottaraśatajape kartavye klībacatuṣṭayamādāvuccārya vilomasamāptau cāpi taccatuṣṭayaṃ vilomena japedityekaḥ pakṣaḥ |
anulomavilomābhyāṃ pañcāśadvarṇamuccārya śeṣeṣvaṣṭavargākṣarāṇyuccaredityaparaḥ pakṣa ityarthaḥ |
kṣakāraśca merutvena sakṛdevoccāryastaduttaraṃ mantro noccārya iti tatra vivekaḥ |
prakārāntaramuktaṃ sādhanasamuccaye— śrīmāyākāmavāgyogānmātṛkāvarṇayogataḥ |
anulomavilomābhyāmaṣṭottaraśataṃ japet ||
158 ||
tantrāntare— trayaṃ gurostrayaṃ devi gaṇapāya prakīrtitam |
nyūnātiriktaṃ dvitayaṃ śeṣamiṣṭāya yojayet ||
159 ||

Devanagari:
मुण्डमालायाम्— मेरुहीना च या माला मेरुलङ्घ्या च या भवेत् |
अशुद्धा तु भवेदत्र सा माला निष्फला भवेत् ||
१५४ ||
विचित्रा बिसतन्त्वाभा ब्रह्मनाडीगता तु या |
तया संग्रथिता ध्येया सर्वकामफलप्रदा ||
१५५ ||
अष्टोत्तरशतजपे त्वादौ क्लीबं समुच्चरेत् |
ऋॠऌॡवर्णचतुष्टयं क्लीबं प्रचक्षते ||
१५६ ||
वर्गाणामष्टकं वाऽपि काम्यभेदक्रमेण तु |
अ क च ट त प य शा इत्येव चाष्टवर्गकम् ||
१५७ ||
अष्टोत्तरशतजपे कर्तव्ये क्लीबचतुष्टयमादावुच्चार्य विलोमसमाप्तौ चापि तच्चतुष्टयं विलोमेन जपेदित्येकः पक्षः |
अनुलोमविलोमाभ्यां पञ्चाशद्वर्णमुच्चार्य शेषेष्वष्टवर्गाक्षराण्युच्चरेदित्यपरः पक्ष इत्यर्थः |
क्षकारश्च मेरुत्वेन सकृदेवोच्चार्यस्तदुत्तरं मन्त्रो नोच्चार्य इति तत्र विवेकः |
प्रकारान्तरमुक्तं साधनसमुच्चये— श्रीमायाकामवाग्योगान्मातृकावर्णयोगतः |
अनुलोमविलोमाभ्यामष्टोत्तरशतं जपेत् ||
१५८ ||
तन्त्रान्तरे— त्रयं गुरोस्त्रयं देवि गणपाय प्रकीर्तितम् |
न्यूनातिरिक्तं द्वितयं शेषमिष्टाय योजयेत् ||
१५९ ||

Bedeutung und Funktion: In der Mundamala: (154) Eine Mala ohne Meru oder eine, bei der der Meru überschritten wird, ist unrein und bleibt fruchtlos. (155) Man stelle sie sich aufgereiht auf Vichitra vor, die einem Lotusfaden gleicht und in der Brahma-Nadi verläuft; so gewährt sie die Frucht aller Wünsche. Als Variante zu Vichitra nennt die Ausgabe Chitrini. (156) Bei 108 Rezitationen spricht man zu Beginn die neutralen Laute. Als neutral bezeichnet man die vier Laute vokalisches kurzes und langes r sowie vokalisches kurzes und langes l. (157) Oder man verwendet die acht Lautgruppen entsprechend den verschiedenen Wünschen: a, ka, cha, ta, ta, pa, ya und sha, die acht Gruppen. Die beiden ta-Laute sind im Sanskrit deutlich als retroflex und dental unterschieden. Bei 108 Rezitationen spricht man nach einer Auffassung zuerst die vier neutralen Laute und nach Abschluss der rückläufigen Reihe dieselben vier nochmals rückwärts. Nach einer anderen spricht man die fünfzig Laute vorwärts und rückwärts und für die restlichen acht Rezitationen die Anfangslaute der acht Gruppen. Der Unterschied ist dabei zu beachten: ksha wird als Meru nur einmal ausgesprochen, und ihm folgt kein Mantra. Ein anderes Verfahren nennt der Sadhanasamuchchaya: (158) Mit der Verbindung von Shri, Maya, Kama und Vag sowie den Matrika-Lauten rezitiere man vorwärts und rückwärts 108-mal. In einem anderen Tantra: (159) Drei Rezitationen sind für den Guru und drei für Ganapati vorgesehen, Göttin; zwei zum Ausgleich von Fehlendem und Überzähligem. Den Rest ordne man der Ishta-Devata zu. Die Bija-Namen in Vers 158 werden nicht in unbelegte Silbenfolgen aufgelöst.

M0305. Panchagavya für die Mala-Weihe Verse 250–255
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 98, Panchagavya für die Mala-Weihe Verse 250–255
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pañcagavyeṣu viśeṣa ukto merutantre— dugdhaṃ kāñcanavarṇāyāḥ śvetāyāścaiva gomayam |
gomūtraṃ tāmravarṇāyā nīlāyāśca bhaveddadhi ||
250 ||
ghṛtaṃ tu kṛṣṇavarṇāyā evaṃ pañcāmṛte'pi ca |
gavāṃ varṇāstu sulabhāḥ santi deśeṣu kutracit ||
251 ||
tatra varṇavibhāgena pañcagavyāni cāharet |
varṇālābhe na doṣo'sti mātrāhīnaṃ tu varjayet ||
252 ||
gosakṛddviguṇaṃ mūtraṃ sarpirdadyāccaturguṇam |
kṣīramaṣṭaguṇaṃ proktaṃ pañcagavyaṃ tathā dadhi ||
253 ||
gāyatryādāya gomūtraṃ gandhadvāreti gomayam |
āpyāyasveti ca kṣīraṃ dadhikrāvṇoti vai dadhi ||
254 ||
tejo'si śukramityājyaṃ devasya tvā kuśodakam |
kṣālayetpañcagavyādyaiḥ ... ... ||
255 ||
iti |

Devanagari:
पञ्चगव्येषु विशेष उक्तो मेरुतन्त्रे— दुग्धं काञ्चनवर्णायाः श्वेतायाश्चैव गोमयम् |
गोमूत्रं ताम्रवर्णाया नीलायाश्च भवेद्दधि ||
२५० ||
घृतं तु कृष्णवर्णाया एवं पञ्चामृतेऽपि च |
गवां वर्णास्तु सुलभाः सन्ति देशेषु कुत्रचित् ||
२५१ ||
तत्र वर्णविभागेन पञ्चगव्यानि चाहरेत् |
वर्णालाभे न दोषोऽस्ति मात्राहीनं तु वर्जयेत् ||
२५२ ||
गोसकृद्द्विगुणं मूत्रं सर्पिर्दद्याच्चतुर्गुणम् |
क्षीरमष्टगुणं प्रोक्तं पञ्चगव्यं तथा दधि ||
२५३ ||
गायत्र्याऽऽदाय गोमूत्रं गन्धद्वारेति गोमयम् |
आप्यायस्वेति च क्षीरं दधिक्राव्णोति वै दधि ||
२५४ ||
तेजोऽसि शुक्रमित्याज्यं देवस्य त्वा कुशोदकम् |
क्षालयेत्पञ्चगव्याद्यैः ... ... ||
२५५ ||
इति |

Bedeutung und Funktion: Eine Besonderheit des Panchagavya nennt das Merutantra: (250) Die Milch stammt von einer goldfarbenen Kuh, der Dung von einer weißen, der Urin von einer kupferfarbenen und die Dickmilch von einer dunkelblauen. (251) Das Ghee stammt von einer schwarzen. Entsprechendes gilt auch beim Panchamrita. In manchen Gegenden sind Kühe dieser Farben leicht zu finden. (252) Dort beschafft man die fünf Erzeugnisse nach diesen Farbunterschieden. Sind die Farben nicht verfügbar, liegt kein Fehler vor; unzureichende Mengen sind jedoch zu vermeiden. (253) Im Verhältnis zum Kuhdung nimmt man die doppelte Menge Urin, die vierfache Menge Ghee und die achtfache Menge Milch. So wird Panchagavya beschrieben, dazu Dickmilch. Für die Dickmilch ist hier keine klare Mengenangabe überliefert. (254) Mit der Gayatri nimmt man den Kuhurin, mit dem Mantra-Anfang „Dufttragend“ den Dung, mit „Schwelle an“ die Milch und mit dem auf Dadhikravan bezogenen Mantra die Dickmilch. (255) Mit „Du bist Glanz, du bist rein“ nimmt man das Ghee, mit „Des Gottes … dich“ das Kusha-Wasser. Man wasche mit Panchagavya und weiteren Mitteln … Der Versschluss fehlt im Druck. Die vedischen Mantras sind hier nur durch Anfangswörter bezeichnet und werden nicht vervollständigt.

M0306. Vorbereitung des Auffädelns Verse 256–258
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 98, Vorbereitung des Auffädelns Verse 256–258
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
puraścaraṇacandrikāyām— aśvatthapatrairnavakaiḥ padmākāreṇa kalpite |
sūtre maṇīṃśca sagandhānkṣālitāṃstatra niḥkṣipet ||
256 ||
tāraṃ śaktiṃ mātṛkāśca sūtre caiva maṇiṣvatha |
vinyasya pūjayedājyairjuhuyāccaiva śaktitaḥ ||
257 ||
mālāmekaikamādāya sūtre vai yojayetsudhīḥ |
mukhaṃ mukhe tu saṃyojya pucchaṃ pucche tu yojayet ||
258 ||

Devanagari:
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्— अश्वत्थपत्रैर्नवकैः पद्माकारेण कल्पिते |
सूत्रे मणींश्च सगन्धान्क्षालितांस्तत्र निःक्षिपेत् ||
२५६ ||
तारं शक्तिं मातृकाश्च सूत्रे चैव मणिष्वथ |
विन्यस्य पूजयेदाज्यैर्जुहुयाच्चैव शक्तितः ||
२५७ ||
मालामेकैकमादाय सूत्रे वै योजयेत्सुधीः |
मुखं मुखे तु संयोज्य पुच्छं पुच्छे तु योजयेत् ||
२५८ ||

Bedeutung und Funktion: In der Purashcharanachandrika: (256) Auf einer aus neun Ashvattha-Blättern in Lotusform angelegten Unterlage lege man den Faden und die gewaschenen, mit Duftstoffen versehenen Perlen nieder. (257) Man lege Tara, Shakti und die Matrika-Laute durch Nyasa auf Faden und Perlen, verehre sie und bringe nach Vermögen Ghee-Gaben ins Feuer. (258) Der Verständige nimmt die Perlen einzeln und fügt sie auf dem Faden zur Mala zusammen. Vorderseite soll an Vorderseite und Rückseite an Rückseite anschließen. Tara und Shakti sind hier nur Mantra-Bezeichnungen; ihre Silben werden nicht ergänzt.

M0307. Sadyojata- und Vamadeva-Mantras Verse 265–266
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 99, Sadyojata- und Vamadeva-Mantras Verse 265–266
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kṣālayetpañcagavyena sadyojātena sajjalaiḥ |
oṃ sadyojātaṃ prapadyāmi sadyojātāya vai namaḥ ||
265 ||
bhave bhave nāti bhave bhavasva māṃ bhavodbhavāya namaḥ |
candanāgurugandhādyairvāmadevena gharṣayet ||
266 ||
oṃ vāmadevāya namaḥ |
oṃ jyeṣṭhāya namaḥ |
oṃ śreṣṭhāya namaḥ |
oṃ rudrāya namaḥ |
oṃ kālāya namaḥ |
oṃ kalavikaraṇāya namaḥ |
oṃ balapramathanāya namaḥ |
oṃ sarvabhūtadamanāya namaḥ |
oṃ manonmanāya namaḥ |

Devanagari:
क्षालयेत्पञ्चगव्येन सद्योजातेन सज्जलैः |
ॐ सद्योजातं प्रपद्यामि सद्योजाताय वै नमः ||
२६५ ||
भवे भवे नाति भवे भवस्व मां भवोद्भवाय नमः |
चन्दनागुरुगन्धाद्यैर्वामदेवेन घर्षयेत् ||
२६६ ||
ॐ वामदेवाय नमः |
ॐ ज्येष्ठाय नमः |
ॐ श्रेष्ठाय नमः |
ॐ रुद्राय नमः |
ॐ कालाय नमः |
ॐ कलविकरणाय नमः |
ॐ बलप्रमथनाय नमः |
ॐ सर्वभूतदमनाय नमः |
ॐ मनोन्मनाय नमः |

Bedeutung und Funktion: (265) Man wasche sie mit Panchagavya und reinem Wasser unter Rezitation des Sadyojata-Mantras: „Om. Zu Sadyojata nehme ich Zuflucht. Verehrung Sadyojata! (266) In jedem Werden, nicht im übermäßigen Werden, sei für mich da. Verehrung dem Ursprung des Werdens!“ Die Wendung „nicht im übermäßigen Werden“ folgt dem hier ungewöhnlich getrennten Druckwortlaut; der genaue Bezug bleibt unklar. Mit Sandel, Aloeholz und weiteren Duftstoffen reibe man sie unter dem Vamadeva-Mantra ein: „Om, Verehrung Vamadeva! Om, Verehrung dem Ältesten! Om, Verehrung dem Besten! Om, Verehrung Rudra! Om, Verehrung der Zeit! Om, Verehrung dem Verwandler der Teile! Om, Verehrung dem Zermalmer der Kraft! Om, Verehrung dem Bezwinger aller Wesen! Om, Verehrung dem über den Geist Hinausführenden!“ Die Reihe enthält hier neun Anrufungen; sie wird nicht nach einer anderen Fassung vervollständigt.

M0308. Aghora- Tatpurusha- und Ishana-Mantras bis Vers 267
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 99–100, Aghora- Tatpurusha- und Ishana-Mantras bis Vers 267
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dhūpayettāmaghoreṇa— oṃ aghorebhyo'tha ghorebhyo ghoraghoratarebhyaḥ sarvataḥ sarvasarvebhyo namaste rudrarūpebhyaḥ sarvataḥ sarvasarvebhyaḥ |
lepayettatpuruṣeṇa tu |
oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi tanno rudraḥ pracodayāt |
mantrayetpañcamenaiva pratyekaṃ tu śataṃ śatam |
oṃ īśānaḥ sarvavidyānāmīśvaraḥ sarvabhūtānāṃ brahmādhipatirbrahmaṇo'dhipatirbrahmāśivo me'stu sadā śivom |
meruśca pañcamenaiva tato mantreṇa mantrayet |
saṃskṛtyaivaṃ budho mālāṃ tatprāṇāṃstathāpayet tataḥ ||
267 ||

Devanagari:
धूपयेत्तामघोरेण— ॐ अघोरेभ्योऽथ घोरेभ्यो घोरघोरतरेभ्यः सर्वतः सर्वसर्वेभ्यो नमस्ते रुद्ररूपेभ्यः सर्वतः सर्वसर्वेभ्यः |
लेपयेत्तत्पुरुषेण तु |
ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि तन्नो रुद्रः प्रचोदयात् |
मन्त्रयेत्पञ्चमेनैव प्रत्येकं तु शतं शतम् |
ॐ ईशानः सर्वविद्यानामीश्वरः सर्वभूतानां ब्रह्माधिपतिर्ब्रह्मणोऽधिपतिर्ब्रह्माशिवो मेऽस्तु सदा शिवोम् |
मेरुश्च पञ्चमेनैव ततो मन्त्रेण मन्त्रयेत् |
संस्कृत्यैवं बुधो मालां तत्प्राणांस्तथापयेत् ततः ||
२६७ ||

Bedeutung und Funktion: Mit dem Aghora-Mantra räuchere man die Mala: „Om. Den Nicht-Schrecklichen und den Schrecklichen, den Schrecklichen und noch Schrecklicheren, von allen Seiten, allen und sämtlichen Rudra-Gestalten: Dir Verehrung, von allen Seiten, allen und sämtlichen!“ Die Wiederholung am Ende steht im Druck. Mit dem Tatpurusha-Mantra salbe man sie: „Om. Jenen Purusha wollen wir erkennen; über Mahadeva meditieren wir. Möge Rudra uns anregen.“ Mit dem fünften Mantra bespreche man jede einzelne Perle hundertmal: „Om. Der Herr aller Wissensgebiete, der Gebieter aller Wesen, Herr des heiligen Wissens, Oberherr Brahmans: Brahma-Shiva sei mir stets wohlgesinnt. Shiva, Om.“ (267) Auch den Meru bespreche man mit diesem fünften Mantra. Nachdem der Kundige die Mala so geweiht hat, setzt er ihre Lebenskräfte ein. Im gedruckten Schluss des Mantras stehen die Worte „stets, Shiva, Om“ getrennt; die Übertragung folgt diesem Wortlaut. Das Verb der Lebensweihe in Vers 267 ist im Druck fehlerhaft, seine Funktion durch den Kontext eindeutig.

M0309. Japa Homa und Gebete an die Mala Verse 268–273
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 100, Japa Homa und Gebete an die Mala Verse 268–273
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kriyāsaṃgrahe— mantrayenmūlamantreṇa kramenotkramayogataḥ |
tathaiva mātṛkāvarṇairmantrayenmantratattvavit ||
268 ||
pūjayitvā yathānyāyamiṣṭadevamanukramāt |
nyāsapūrvaṃ japenmantramaṣṭottarasahasrakam |
juhuyācca daśāṃśena yasya devasya yatpriyam ||
269 ||
yoginītantre— homakarma tataḥ kuryāddevatābhāvasiddhaye |
aṣṭottaraśataṃ hutvā saṃpātājyaṃ viniḥkṣipet ||
270 ||
homakarmaṇyaśaktaśceddviguṇaṃ japamācaret |
tvaṃ māle sarvalokānāṃ sarvasiddhipradā matā ||
271 ||
tena satyena me siddhiṃ dehi mātarnamo'stu te |
ityuktvā paripūjyātha gopayedyatnato gṛhī ||
272 ||
yāmale tu— māle māle mahāmāle sarvatattvasvarūpiṇi |
caturvargastvayi nyastastasmānme siddhidā bhava ||
273 ||
māyābījādikaṃ kṛtvā raktapuṣpaiḥ samarcayet |

Devanagari:
क्रियासंग्रहे— मन्त्रयेन्मूलमन्त्रेण क्रमेनोत्क्रमयोगतः |
तथैव मातृकावर्णैर्मन्त्रयेन्मन्त्रतत्त्ववित् ||
२६८ ||
पूजयित्वा यथान्यायमिष्टदेवमनुक्रमात् |
न्यासपूर्वं जपेन्मन्त्रमष्टोत्तरसहस्रकम् |
जुहुयाच्च दशांशेन यस्य देवस्य यत्प्रियम् ||
२६९ ||
योगिनीतन्त्रे— होमकर्म ततः कुर्याद्देवताभावसिद्धये |
अष्टोत्तरशतं हुत्वा संपाताज्यं विनिःक्षिपेत् ||
२७० ||
होमकर्मण्यशक्तश्चेद्द्विगुणं जपमाचरेत् |
त्वं माले सर्वलोकानां सर्वसिद्धिप्रदा मता ||
२७१ ||
तेन सत्येन मे सिद्धिं देहि मातर्नमोऽस्तु ते |
इत्युक्त्वा परिपूज्याथ गोपयेद्यत्नतो गृही ||
२७२ ||
यामले तु— माले माले महामाले सर्वतत्त्वस्वरूपिणि |
चतुर्वर्गस्त्वयि न्यस्तस्तस्मान्मे सिद्धिदा भव ||
२७३ ||
मायाबीजादिकं कृत्वा रक्तपुष्पैः समर्चयेत् |

Bedeutung und Funktion: Im Kriyasangraha: (268) Der Kenner des Mantrawesens bespreche die Mala mit dem Wurzelmantra in vorwärts- und rückwärtslaufender Folge und ebenso mit den Matrika-Lauten. (269) Nachdem er die Ishta-Devata vorschriftsmäßig und in der gehörigen Reihenfolge verehrt hat, vollziehe er Nyasa und rezitiere das Mantra 1008-mal. Mit einem Zehntel der Zahl bringe er Homa-Gaben dar, die der jeweiligen Gottheit lieb sind. Im Yoginitantra: (270) Danach vollziehe man Homa, damit die göttliche Gegenwart verwirklicht wird. Nach 108 Opfergaben gieße man das Sampata-Ghee über die Mala. (271) Wer das Homa nicht ausführen kann, soll die doppelte Zahl Japa vollziehen. „Du, Mala, giltst in allen Welten als Verleiherin sämtlicher Siddhis. (272) Kraft dieser Wahrheit schenke mir Siddhi, Mutter; Verehrung dir!“ Mit diesen Worten verehrt der Hausvater sie und bewahrt sie sorgfältig verborgen auf. Im Yamala dagegen: (273) „Mala, Mala, große Mala, Verkörperung aller Tattvas! Die vier Lebensziele sind in dir niedergelegt; deshalb schenke mir Siddhi.“ Man setzt das Maya-Bija an den Anfang und verehrt sie mit roten Blumen.

M0310. Empfang und Schutz der Mala Verse 274–277
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 100, Empfang und Schutz der Mala Verse 274–277
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
puraścaraṇacandrikāyām— evaṃ kṛtvā'kṣamālāyāṃ japenmātṛkayā sudhīḥ ||
274 ||
mātṛkāvarṇabhedebhyaḥ sarvatantrāḥ prajajñire |
ataḥ sakalamantrāṇāṃ japaḥ kāryo'nayā srajā ||
275 ||
guruṃ saṃpūjya taddhastādgṛhṇīyātsarvasiddhaye |
gāyatrīṃ tu japan kaścinmālāṃ grathnāti tāntrikaḥ ||
276 ||
na hītthaṃ grathanaṃ kvāpi mantraśāstre nirūpitam |
aśucirna spṛśedenāṃ karabhraṣṭāṃ na kārayet ||
277 ||

Devanagari:
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्— एवं कृत्वाऽक्षमालायां जपेन्मातृकया सुधीः ||
२७४ ||
मातृकावर्णभेदेभ्यः सर्वतन्त्राः प्रजज्ञिरे |
अतः सकलमन्त्राणां जपः कार्योऽनया स्रजा ||
२७५ ||
गुरुं संपूज्य तद्धस्ताद्गृह्णीयात्सर्वसिद्धये |
गायत्रीं तु जपन् कश्चिन्मालां ग्रथ्नाति तान्त्रिकः ||
२७६ ||
न हीत्थं ग्रथनं क्वापि मन्त्रशास्त्रे निरूपितम् |
अशुचिर्न स्पृशेदेनां करभ्रष्टां न कारयेत् ||
२७७ ||

Bedeutung und Funktion: In der Purashcharanachandrika: (274) Nachdem der Verständige so gehandelt hat, rezitiert er mit der Matrika an der Perlenmala. (275) Aus den verschiedenen Matrika-Lauten sind sämtliche Tantras entstanden. Deshalb soll mit dieser Mala der Japa aller Mantras vollzogen werden. (276) Man verehre den Guru und empfange sie aus seiner Hand, um alle Siddhis zu erlangen. Mancher Tantriker fädelt eine Mala auf, während er die Gayatri rezitiert. (277) Ein solches Auffädeln ist jedoch nirgends in der Mantra-Lehre beschrieben. In unreinem Zustand berühre man die Mala nicht und lasse sie nicht aus der Hand fallen.

M0311. Besondere Mala-Weihe für Frauen und Shudras Verse 296–303
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 102–103, Besondere Mala-Weihe für Frauen und Shudras Verse 296–303
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gaṇeśasūryaviṣṇvīśadurgāḥ saṃpūjya bhaktitaḥ |
mālāyāmatha tāṃ mālāṃ hsau~ bījenābhimantritām ||
296 ||
aṣṭottaraśataṃ pañcagavye tāṃ sthāpayet tryaham |
caturthe tu samuddhṛtya kṣālayedastramantrataḥ ||
297 ||
hṛnmantreṇa granthayitvā sthaṇḍile tāṃ nidhāpayet |
tasmāduttolya tāṃ mālāṃ sthāpayeddhemapātrake ||
298 ||
pañcāmṛtena saṃsnāpya śītalena jalena ca |
candanena sugandhena kastūrīkuṅkumādibhiḥ ||
299 ||
abhiṣekaṃ tataḥ kuryādhsau~ mantreṇa sādhakaḥ |
navagrahānpūjayitvā dikpālāṃścāpi pūjayet ||
300 ||
atrāpi mātṛkāvarṇairmūlamantreṇa ca mālāmabhimantrya tasyāṃ prāṇapratiṣṭhāpūrvakamiṣṭadevatārcanaṃ pūrvavatkāryamiti sampradāyavidaḥ |
tathā— tilena ghṛtayuktena śaktito homayettataḥ |
svarṇaṃ tu dakṣiṇāṃ dadyādgurave maṇisaṃkhyakām ||
301 ||
tanmantrajāpino viprānbhojayedvā'tha vaidikān |
abhāve svarṇapātrasya grāhyamaśvatthapatrakam ||
302 ||
mālāsaṃskāra ityukto jape syātsiddhidāyakaḥ |
atha vāmamārgiṇāṃ mālāsaṃskārastatraiva— kīkaśādikamālānāṃ kaulikānāṃ ca vāminām ||
303 ||

Devanagari:
गणेशसूर्यविष्ण्वीशदुर्गाः संपूज्य भक्तितः |
मालायामथ तां मालां ह्सौँ बीजेनाभिमन्त्रिताम् ||
२९६ ||
अष्टोत्तरशतं पञ्चगव्ये तां स्थापयेत् त्र्यहम् |
चतुर्थे तु समुद्धृत्य क्षालयेदस्त्रमन्त्रतः ||
२९७ ||
हृन्मन्त्रेण ग्रन्थयित्वा स्थण्डिले तां निधापयेत् |
तस्मादुत्तोल्य तां मालां स्थापयेद्धेमपात्रके ||
२९८ ||
पञ्चामृतेन संस्नाप्य शीतलेन जलेन च |
चन्दनेन सुगन्धेन कस्तूरीकुङ्कुमादिभिः ||
२९९ ||
अभिषेकं ततः कुर्याद्ह्सौँ मन्त्रेण साधकः |
नवग्रहान्पूजयित्वा दिक्पालांश्चापि पूजयेत् ||
३०० ||
अत्रापि मातृकावर्णैर्मूलमन्त्रेण च मालामभिमन्त्र्य तस्यां प्राणप्रतिष्ठापूर्वकमिष्टदेवतार्चनं पूर्ववत्कार्यमिति सम्प्रदायविदः |
तथा— तिलेन घृतयुक्तेन शक्तितो होमयेत्ततः |
स्वर्णं तु दक्षिणां दद्याद्गुरवे मणिसंख्यकाम् ||
३०१ ||
तन्मन्त्रजापिनो विप्रान्भोजयेद्वाऽथ वैदिकान् |
अभावे स्वर्णपात्रस्य ग्राह्यमश्वत्थपत्रकम् ||
३०२ ||
मालासंस्कार इत्युक्तो जपे स्यात्सिद्धिदायकः |
अथ वाममार्गिणां मालासंस्कारस्तत्रैव— कीकशादिकमालानां कौलिकानां च वामिनाम् ||
३०३ ||

Bedeutung und Funktion: (296) Man verehre hingebungsvoll Ganesha, Surya, Vishnu, Isha und Durga in der Mala und bespreche die Mala mit dem hier ausgeschriebenen Bija (297) 108-mal. Dann legt man sie für drei Tage in Panchagavya. Am vierten Tag nimmt man sie heraus und wäscht sie mit dem Waffenmantra. (298) Unter dem Herzmantra fädelt man sie auf und legt sie auf die Opferfläche. Von dort hebt man sie auf und legt sie in ein Goldgefäß. (299) Man badet sie in Panchamrita und kaltem Wasser und verwendet duftenden Sandel, Moschus, Safran und weitere Stoffe. (300) Der Sadhaka vollzieht dann die Begießung mit dem erneut ausgeschriebenen Bija. Nach der Verehrung der neun Planetenkräfte verehrt er auch die Hüter der Himmelsrichtungen. Das Bija ist in beiden Stellen als h und s mit langem au und nasalem Abschluss gelesen; es hat keine wörtliche Übersetzung. Auch hier ist nach Ansicht der Überlieferungskenner die Mala mit den Matrika-Lauten und dem Wurzelmantra zu besprechen; nach der Lebensweihe soll wie zuvor die Ishta-Devata in ihr verehrt werden. Ferner: (301) Danach vollziehe man nach Vermögen Homa mit Sesam und Ghee und gebe dem Guru als Dakshina so viele Goldeinheiten, wie die Mala Perlen hat. (302) Man bewirte Brahmanen, die dieses Mantra rezitieren, oder Veda-Kundige. Fehlt ein Goldgefäß, kann ein Ashvattha-Blatt genommen werden. Diese so beschriebene Mala-Weihe verleiht beim Japa Siddhi. Nun die Mala-Weihe der Anhänger des linken Weges aus demselben Werk: (303) Für die Malas aus Knochen und weiteren Materialien der Kaulas und der Anhänger des linken Weges …

M0312. Girlande Jnana Bilva und Garuda 369–373
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 108, Girlande Jnana Bilva und Garuda 369–373
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
spṛśet kaṇṭhādipādāntaṃ tarjanyaṅguṣṭhayā tathā |
karadvayena mālā cenmudreyaṃ vanamālikā ||
369 ||
tarjanyaṅguṣṭhakau śaktāvagrato hṛdi vinyaset |
vāmahastāmbujaṃ vāmajānuṃ mūrdhni pravinyaset ||
370 ||
jñānamudrā bhavedeṣā rāmacandrasya preyasī |
aṅguṣṭhaṃ vāmamuddaṇḍitamitarakarāṅguṣṭhakenātha baddhvā tasyāgraṃ pīḍayitvā'ṅgulibhirapi ca tā vāmahastāṅgulībhiḥ |
baddhvā gāḍhaṃ hṛdi sthāpayatu vimaladhīrvyāharanmārabījaṃ bilvākhyā mudrikeṣā sphuṭamiha kathitā gopanīyā vidhijñaiḥ ||
371 ||
hastau tu vimukhau kṛtvā granthayitvā kaniṣṭhike |
mithastarjanike śliṣṭāvaṅguṣṭhakau tathā ||
372 ||
madhyame nāmike dve tu dvau pakṣāviva cālayet |
eṣā garuḍamudrākhyā viṣṇoḥ santoṣavardhinī ||
373 ||

Devanagari:
स्पृशेत् कण्ठादिपादान्तं तर्जन्यङ्गुष्ठया तथा |
करद्वयेन माला चेन्मुद्रेयं वनमालिका ||
३६९ ||
तर्जन्यङ्गुष्ठकौ शक्तावग्रतो हृदि विन्यसेत् |
वामहस्ताम्बुजं वामजानुं मूर्ध्नि प्रविन्यसेत् ||
३७० ||
ज्ञानमुद्रा भवेदेषा रामचन्द्रस्य प्रेयसी |
अङ्गुष्ठं वाममुद्दण्डितमितरकराङ्गुष्ठकेनाथ बद्ध्वा तस्याग्रं पीडयित्वाऽङ्गुलिभिरपि च ता वामहस्ताङ्गुलीभिः |
बद्ध्वा गाढं हृदि स्थापयतु विमलधीर्व्याहरन्मारबीजं बिल्वाख्या मुद्रिकेषा स्फुटमिह कथिता गोपनीया विधिज्ञैः ||
३७१ ||
हस्तौ तु विमुखौ कृत्वा ग्रन्थयित्वा कनिष्ठिके |
मिथस्तर्जनिके श्लिष्टावङ्गुष्ठकौ तथा ||
३७२ ||
मध्यमे नामिके द्वे तु द्वौ पक्षाविव चालयेत् |
एषा गरुडमुद्राख्या विष्णोः सन्तोषवर्धिनी ||
३७३ ||

Bedeutung und Funktion: (369) Mit Daumen und Zeigefinger beider Hände zeichne man vom Hals bis zu den Füßen eine Girlande nach. Dies ist die Waldblumengirlanden-Mudra. (370–371) Man bringe Zeigefinger und Daumen vor das Herz; die linke Lotushand lege man auf das linke Knie. Dies ist die von Ramachandra geliebte Jnana-Mudra. [Lesungshinweis: Das Wort „शक्तौ“ bestimmt die Verbindung von Daumen und Zeigefinger nicht eindeutig.] Man richte den linken Daumen auf, umfasse ihn mit dem Daumen der anderen Hand und drücke mit deren Fingern auf seine Spitze. Diese Finger wiederum umschließe man fest mit den Fingern der linken Hand. Reinen Geistes halte man die Geste am Herzen und spreche das Bija des Liebesgottes. Dies ist die hier ausdrücklich erklärte Bilva-Mudra, welche die Ritualkundigen geheim halten sollen. [Das Bija wird hier nur bezeichnet, nicht ausgeschrieben.] (372–373) Man wende die Hände voneinander ab, verschränke die kleinen Finger und lege die Zeigefinger sowie die Daumen aneinander. Die beiden Mittel- und Ringfinger bewege man wie zwei Flügel. Dies ist die Garuda-Mudra, welche Vishnus Zufriedenheit mehrt.

M0313. Ausgleich nach Unterbrechungen 529–535
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 121–122, Ausgleich nach Unterbrechungen 529–535
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha prāyaścittāni |
merutantre— sakṛduccarite śabde praṇavaṃ samudīrayet |
prokte pāmaraśabde'pi prāṇāyāmaṃ sakṛccaret ||
529 ||
bahupralāpe cāvaśyaṃ nyasyāṅgāni tato japet |
kṣute'pyevaṃ tathā'spṛśyasthānānāṃ sparśane tathā ||
530 ||
maunatyāge japenmantraṃ vaiṣṇavaṃ vā smareddharim |
patitāntyajasaṃdarśe tejovantaṃ nirīkṣayet ||
531 ||
tejovantaśca— sūryo'gniścandramāścaiva munayo bhāni tārakāḥ ||
vidvān gaurbrāhmaṇaśceti ... ... ||
532 ||
iti tatraivoktāḥ |
anyatrāpi— patitānāmantyajānāṃ darśane bhāṣaṇe śrute |
kṣute'dhovāyugamane jṛmbhaṇe japamutsṛjet ||
533 ||
tathā tasya ca tatprāptau prāṇāyāmaṃ ṣaḍaṅgakam |
kṛtvā samyagjapeccheṣaṃ yadvā sūryādidarśanam ||
534 ||
mārjāraṃ kukkuṭaṃ krauñcaṃ śvānaṃ śūdraṃ kharaṃ kapim |
dṛṣṭvācamyācaret karma spṛṣṭvā snānaṃ vidhīyate ||
535 ||

Devanagari:
अथ प्रायश्चित्तानि |
मेरुतन्त्रे— सकृदुच्चरिते शब्दे प्रणवं समुदीरयेत् |
प्रोक्ते पामरशब्देऽपि प्राणायामं सकृच्चरेत् ||
५२९ ||
बहुप्रलापे चावश्यं न्यस्याङ्गानि ततो जपेत् |
क्षुतेऽप्येवं तथाऽस्पृश्यस्थानानां स्पर्शने तथा ||
५३० ||
मौनत्यागे जपेन्मन्त्रं वैष्णवं वा स्मरेद्धरिम् |
पतितान्त्यजसंदर्शे तेजोवन्तं निरीक्षयेत् ||
५३१ ||
तेजोवन्तश्च— सूर्योऽग्निश्चन्द्रमाश्चैव मुनयो भानि तारकाः ||
विद्वान् गौर्ब्राह्मणश्चेति ... ... ||
५३२ ||
इति तत्रैवोक्ताः |
अन्यत्रापि— पतितानामन्त्यजानां दर्शने भाषणे श्रुते |
क्षुतेऽधोवायुगमने जृम्भणे जपमुत्सृजेत् ||
५३३ ||
तथा तस्य च तत्प्राप्तौ प्राणायामं षडङ्गकम् |
कृत्वा सम्यग्जपेच्छेषं यद्वा सूर्यादिदर्शनम् ||
५३४ ||
मार्जारं कुक्कुटं क्रौञ्चं श्वानं शूद्रं खरं कपिम् |
दृष्ट्वाऽऽचम्याचरेत् कर्म स्पृष्ट्वा स्नानं विधीयते ||
५३५ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Ausgleichshandlungen. Im Merutantra: (529) Hat man einmal ein Wort gesprochen, so spreche man den Pranava. Hat man ein gemeines Wort gesprochen, so vollziehe man einmal Pranayama. (530) Nach vielem Schwatzen führe man unbedingt den Glieder-Nyasa aus und setze dann das Japa fort. Ebenso nach Niesen oder nach dem Berühren von Stellen, die nicht berührt werden sollen. (531) Beim Brechen des Schweigens wiederhole man einen Vishnu-Mantra oder gedenke Haris. Beim Anblick eines Ausgestoßenen oder Antyaja richte man den Blick auf etwas Leuchtendes. Als leuchtend werden dort genannt: (532) Sonne, Feuer, Mond, Munis, Gestirne und Sterne, ein Gelehrter, eine Kuh und ein Brahmane. [Der Druck enthält am Versende eine Auslassung.] Auch anderswo: (533) Beim Sehen, Ansprechen oder Hören von Ausgestoßenen und Antyajas, beim Niesen, Abgehen von Darmwind oder Gähnen soll man Japa unterbrechen. (534) Bei einem solchen Ereignis vollziehe man Pranayama und den sechsgliedrigen Ritus, dann wiederhole man den Rest ordnungsgemäß; oder man blicke auf die Sonne und die anderen genannten Lichtträger. (535) Hat man eine Katze, einen Hahn, einen Kranich, einen Hund, einen Shudra, einen Esel oder einen Affen gesehen, soll man Achamana vollziehen und dann die Handlung fortsetzen; nach Berührung ist ein Bad vorgeschrieben. [Diese Vorschriften geben die traditionellen Vorstellungen ritueller Reinheit und sozialer Abgrenzung wieder.]

M0314. Ausgleich und Freiheit des geistigen Japa 536–541
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 122, Ausgleich und Freiheit des geistigen Japa 536–541
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sādhanasamuccaye— japakāle yadā'kasmānmlecchānāṃ darśanaṃ bhavet |
tadācamya hariṃ smṛtvā tejovantaṃ vilokya ca ||
536 ||
gāyatrīṃ viṣṇumantraṃ vā śatamaṣṭottaraṃ japet |
svapne'pi yadi jāyeta mlecchādīnāṃ ca darśanam ||
537 ||
kāminyā saha saṅgamya retaso vā cyutirbhavet |
dīpaṃ dattvā viṣṇugehe gāyatrīṃ śatadhā japet ||
538 ||
tathā— śucirbhūtvā japenmantraṃ nāśucirjapamācaret ||
539 ||
mānasajape tu nāyaṃ niyamaḥ |
taduktaṃ tantrāntare— aśucirvā śucirvā'pi gacchaṃstiṣṭhan svapannapi |
mantraikaśaraṇo vidvān manasaivaṃ sadā'bhyaset ||
540 ||
na doṣo mānase jāpye sarvadeśe'pi sarvadā |
japaniṣṭho dvijaśreṣṭho'khilayajñaphalaṃ labhet ||
541 ||
iti |

Devanagari:
साधनसमुच्चये— जपकाले यदाऽकस्मान्म्लेच्छानां दर्शनं भवेत् |
तदाऽऽचम्य हरिं स्मृत्वा तेजोवन्तं विलोक्य च ||
५३६ ||
गायत्रीं विष्णुमन्त्रं वा शतमष्टोत्तरं जपेत् |
स्वप्नेऽपि यदि जायेत म्लेच्छादीनां च दर्शनम् ||
५३७ ||
कामिन्या सह सङ्गम्य रेतसो वा च्युतिर्भवेत् |
दीपं दत्त्वा विष्णुगेहे गायत्रीं शतधा जपेत् ||
५३८ ||
तथा— शुचिर्भूत्वा जपेन्मन्त्रं नाशुचिर्जपमाचरेत् ||
५३९ ||
मानसजपे तु नायं नियमः |
तदुक्तं तन्त्रान्तरे— अशुचिर्वा शुचिर्वाऽपि गच्छंस्तिष्ठन् स्वपन्नपि |
मन्त्रैकशरणो विद्वान् मनसैवं सदाऽभ्यसेत् ||
५४० ||
न दोषो मानसे जाप्ये सर्वदेशेऽपि सर्वदा |
जपनिष्ठो द्विजश्रेष्ठोऽखिलयज्ञफलं लभेत् ||
५४१ ||
इति |

Bedeutung und Funktion: Im Sadhanasamuchchaya: (536–537a) Wenn während des Japa unvermittelt Mlechchhas erblickt werden, soll man Achamana vollziehen, Haris gedenken, einen Lichtträger ansehen und die Gayatri oder einen Vishnu-Mantra 108-mal wiederholen. (537b–538) Wenn man selbst im Traum Mlechchhas und ähnliche Menschen sieht, mit einer Frau zusammenkommt oder einen Samenerguss hat, soll man in Vishnus Heiligtum eine Lampe darbringen und die Gayatri hundertmal wiederholen. Ferner: (539) Rein geworden soll man den Mantra wiederholen; unrein soll man kein Japa verrichten. Für geistiges Japa gilt diese Regel jedoch nicht. Dazu heißt es in einem anderen Tantra: (540) Ob unrein oder rein, ob gehend, stehend oder selbst im Schlaf: Der Wissende, der allein im Mantra Zuflucht nimmt, soll stets auf diese Weise im Geist üben. (541) Geistiges Japa ist an jedem Ort und zu jeder Zeit ohne Fehler. Der vorzügliche Zweimalgeborene, der beständig Japa übt, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer.

M0315. Weitere Störungen und Ausgleich 542–549
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 122–123, Weitere Störungen und Ausgleich 542–549
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— daivādasatyabhāṣī cet sa raudraṃ pauruṣaṃ japet |
bahuvastraikavastro vā muktakeśo'ṅganāvṛtaḥ ||
542 ||
uṣṇīṣī kañcukī nagnaḥ śirasi prāvṛto'pi vā |
cintāvyākulacitto vā kruddho bhrāntaḥ kṣudhānvitaḥ ||
543 ||
upānadrūḍhapādo vā yānaśayyāgatastathā |
śayāno vā'dhautapādaḥ paścādvā dakṣiṇāmukhaḥ ||
544 ||
mlānavastro'rdhavastraśca tathā dviguṇavastrakaḥ |
cyutavastro raktavastraḥ snigdhavastro dvikacchakaḥ ||
545 ||
bahiḥkaccho'nuttarīyo vikaccho'nekakacchakaḥ |
kaupinī prauḍhapādaśca tathāsī pītavastravān ||
546 ||
japāśaktaḥ pramādāccedrakṣasairgṛhyate phalam |
tatkāraṇaṃ parityajya tajjapaṃ punarācaret ||
547 ||
snātvārdravāsā maunena daśakumbhamitaṃ jalam |
śrotriyasya gṛhe dadyāt paranāryāṃ sahasrakam ||
548 ||
siddhāntasaṃgrahe— ajñānāt svastriyaṃ gatvā dhenumekāṃ payasvinīm ||
549 ||
dadyādviprāya dhenūnāṃ parastrīgamane śatam |

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— दैवादसत्यभाषी चेत् स रौद्रं पौरुषं जपेत् |
बहुवस्त्रैकवस्त्रो वा मुक्तकेशोऽङ्गनावृतः ||
५४२ ||
उष्णीषी कञ्चुकी नग्नः शिरसि प्रावृतोऽपि वा |
चिन्ताव्याकुलचित्तो वा क्रुद्धो भ्रान्तः क्षुधान्वितः ||
५४३ ||
उपानद्रूढपादो वा यानशय्यागतस्तथा |
शयानो वाऽधौतपादः पश्चाद्वा दक्षिणामुखः ||
५४४ ||
म्लानवस्त्रोऽर्धवस्त्रश्च तथा द्विगुणवस्त्रकः |
च्युतवस्त्रो रक्तवस्त्रः स्निग्धवस्त्रो द्विकच्छकः ||
५४५ ||
बहिःकच्छोऽनुत्तरीयो विकच्छोऽनेककच्छकः |
कौपिनी प्रौढपादश्च तथाऽऽसी पीतवस्त्रवान् ||
५४६ ||
जपाशक्तः प्रमादाच्चेद्रक्षसैर्गृह्यते फलम् |
तत्कारणं परित्यज्य तज्जपं पुनराचरेत् ||
५४७ ||
स्नात्वाऽऽर्द्रवासा मौनेन दशकुम्भमितं जलम् |
श्रोत्रियस्य गृहे दद्यात् परनार्यां सहस्रकम् ||
५४८ ||
सिद्धान्तसंग्रहे— अज्ञानात् स्वस्त्रियं गत्वा धेनुमेकां पयस्विनीम् ||
५४९ ||
दद्याद्विप्राय धेनूनां परस्त्रीगमने शतम् |

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (542a) Hat man versehentlich unwahr gesprochen, soll man den Rudra- und den Purusha-Text rezitieren. (542b–547) Wer in vielen Kleidern oder nur einem Kleidungsstück, mit offenem Haar, von Frauen umgeben, mit Turban oder engem Obergewand, nackt oder mit verhülltem Kopf Japa verrichtet; wer von Sorgen aufgewühlt, zornig, verwirrt oder hungrig ist; wer Schuhe trägt, sich auf einem Fahrzeug oder einer Liegestatt befindet, liegt, ungewaschene Füße hat, nach Westen oder Süden blickt; wer schmutzige, nur halb angelegte, doppelte, verrutschte, rote oder fettige Kleidung trägt, zwei, außen liegende, keine oder mehrere eingesteckte Stoffenden hat, ohne Obergewand oder nur mit Lendentuch bekleidet ist, in der genannten „fest aufgestellten“ Fußhaltung sitzt oder gelbe Kleidung trägt: Wenn er dadurch aus Unachtsamkeit zum Japa untauglich ist, wird dessen Frucht von Rakshasas genommen. Er soll die Ursache beseitigen und dieses Japa erneut ausführen. [Die genaue Fußhaltung „प्रौढपाद“ und einzelne Kleidungsbezeichnungen bleiben knapp beschrieben.] (548) Nach einem Bad soll man in feuchter Kleidung schweigend zehn Krüge Wasser in das Haus eines vedagelehrten Brahmanen bringen; im Fall einer fremden Frau tausend. [Der erste Anlass dieser Wasserleistung wird hier nicht ausdrücklich genannt; der anschließende Satz betrifft Geschlechtsverkehr.] Im Siddhantasangraha: (549) Wer aus Unwissenheit mit seiner eigenen Frau verkehrt hat, soll einem Brahmanen eine milchgebende Kuh schenken; beim Verkehr mit einer fremden Frau hundert Kühe.

M0316. Festlegung des Purashcharana-Ortes 550–556
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 123, Festlegung des Purashcharana-Ortes 550–556
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha puraścaraṇārthaṃ bhūmiparigrahaḥ |
merutantre pūrvoktasthānānyuktāni— evaṃ vicārya matimān kuryādbhūmiparigraham |
pṛthvīṃ varāhaṃ saṃpūjya bhūsutasya balena ca ||
550 ||
brūyādamukamantrasya puraścaraṇasiddhaye |
mayeyaṃ gṛhyate bhūmirmantro'yaṃ siddhyatāmiti ||
551 ||
nyagrodhodumbarāśvatthaplakṣānyataravṛkṣajān |
vitastipramitān vṛttān gṛhṇīyāt kīlakān daśa ||
552 ||
aṣṭau nikhātayedaṣṭadiśāsvīśānapūrvayoḥ |
madhye nikhanyānnavamamūrdhvabuddhyā tathā'pyadhaḥ ||
553 ||
paścānnairṛtyayormadhye tvastramantreṇa kīlayet |
pūjāṃ tathā'stramantreṇa teṣvastraṃ ca prapūjayet ||
554 ||
kṣetre ca kīlite mantrī na vighnaiḥ paribhūyate |
dikpālebhyo māṣabhaktabaliṃ dikṣu prakalpayet ||
555 ||
kṣetramadhye kṣetrapālaṃ pūjayecca gaṇeśvaram |
tṛtīyaṃ vāstupuruṣaṃ tebhyo dadyādbalitrayam ||
556 ||

Devanagari:
अथ पुरश्चरणार्थं भूमिपरिग्रहः |
मेरुतन्त्रे पूर्वोक्तस्थानान्युक्तानि— एवं विचार्य मतिमान् कुर्याद्भूमिपरिग्रहम् |
पृथ्वीं वराहं संपूज्य भूसुतस्य बलेन च ||
५५० ||
ब्रूयादमुकमन्त्रस्य पुरश्चरणसिद्धये |
मयेयं गृह्यते भूमिर्मन्त्रोऽयं सिद्ध्यतामिति ||
५५१ ||
न्यग्रोधोदुम्बराश्वत्थप्लक्षान्यतरवृक्षजान् |
वितस्तिप्रमितान् वृत्तान् गृह्णीयात् कीलकान् दश ||
५५२ ||
अष्टौ निखातयेदष्टदिशास्वीशानपूर्वयोः |
मध्ये निखन्यान्नवममूर्ध्वबुद्ध्या तथाऽप्यधः ||
५५३ ||
पश्चान्नैर्ऋत्ययोर्मध्ये त्वस्त्रमन्त्रेण कीलयेत् |
पूजां तथाऽस्त्रमन्त्रेण तेष्वस्त्रं च प्रपूजयेत् ||
५५४ ||
क्षेत्रे च कीलिते मन्त्री न विघ्नैः परिभूयते |
दिक्पालेभ्यो माषभक्तबलिं दिक्षु प्रकल्पयेत् ||
५५५ ||
क्षेत्रमध्ये क्षेत्रपालं पूजयेच्च गणेश्वरम् |
तृतीयं वास्तुपुरुषं तेभ्यो दद्याद्बलित्रयम् ||
५५६ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Abgrenzung des Bodens für Purashcharana. Im Merutantra sind die zuvor genannten Orte aufgeführt: (550–551) Nachdem der Verständige so geprüft hat, soll er den Boden für sich festlegen. Er verehre die Erde und Varaha und handle mit der Kraft des Erdsohnes. Dann spreche er: „Für das Gelingen des Purashcharana dieses bestimmten Mantras nehme ich diesen Boden in Gebrauch. Möge dieser Mantra zur Vollendung gelangen.“ (552) Man nehme zehn runde Pflöcke von einer Handspanne Länge aus dem Holz eines Nyagrodha-, Udumbara-, Ashvattha- oder Plaksha-Baumes. (553–554) Acht schlage man in den acht Richtungen ein; den neunten zwischen Nordosten und Osten, wobei man an die obere Richtung denkt. Ebenso schlage man für die untere Richtung einen Pflock zwischen Westen und Südwesten ein, mit dem Astra-Mantra. Man verehre mit diesem Mantra an den Pflöcken die Waffenmacht. (555) Ist das Gelände so befestigt, wird der Mantra-Praktizierende nicht von Hindernissen überwältigt. In den Richtungen richte er Bali-Gaben aus schwarzen Bohnen und gekochtem Reis für die Richtungshüter her. (556) In der Mitte des Geländes verehre er Kshetrapala und Ganesha sowie als Dritten den Vastu-Purusha. Ihnen bringe er drei Bali-Gaben dar.

M0317. Ausdehnung und Schutz des Geländes 557–564
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 123–124, Ausdehnung und Schutz des Geländes 557–564
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yāmale— puṇyakṣetrādikaṃ gatvā kuryādbhūmiparigraham ||
557 ||
tathā— bhūmeḥ parigrahaṃ kṛtvā parimāṇācca sarvataḥ |
grāme krośamitaṃ sthānaṃ nagare taddvayaṃ smṛtam ||
558 ||
nadīparvatatīrthādau parimāṇena varjitam |
āhārādivihārārthaṃ tāvatīṃ bhūmimākramet ||
559 ||
kṣīravṛkṣamayān kīlānastramantrābhimantritān |
nikhaneddaśadigbhāge teṣvastraṃ ca prapūjayet ||
560 ||
māheśvarīye— ye cātra vighnakartāro divi bhuvyantarikṣagāḥ |
vighnabhūtāśca ye cānye mama mantrasya siddhiṣu ||
561 ||
mayaitat kīlitaṃ kṣetraṃ parityajya vidūrataḥ |
apasarpantu te sarve nirvighnaṃ siddhirastu me ||
562 ||
paṭhitvetyevamastreṇa nikhanet kīlakān sudhīḥ |
kīleṣu teṣu vidhivat pūjayedastradevatām ||
563 ||
kṣetrapālādikān madhye pūjayedvidhivittamaḥ |
dikpatibhyo baliṃ dattvā tataḥ kṣetraṃ samāśrayet ||
564 ||

Devanagari:
यामले— पुण्यक्षेत्रादिकं गत्वा कुर्याद्भूमिपरिग्रहम् ||
५५७ ||
तथा— भूमेः परिग्रहं कृत्वा परिमाणाच्च सर्वतः |
ग्रामे क्रोशमितं स्थानं नगरे तद्द्वयं स्मृतम् ||
५५८ ||
नदीपर्वततीर्थादौ परिमाणेन वर्जितम् |
आहारादिविहारार्थं तावतीं भूमिमाक्रमेत् ||
५५९ ||
क्षीरवृक्षमयान् कीलानस्त्रमन्त्राभिमन्त्रितान् |
निखनेद्दशदिग्भागे तेष्वस्त्रं च प्रपूजयेत् ||
५६० ||
माहेश्वरीये— ये चात्र विघ्नकर्तारो दिवि भुव्यन्तरिक्षगाः |
विघ्नभूताश्च ये चान्ये मम मन्त्रस्य सिद्धिषु ||
५६१ ||
मयैतत् कीलितं क्षेत्रं परित्यज्य विदूरतः |
अपसर्पन्तु ते सर्वे निर्विघ्नं सिद्धिरस्तु मे ||
५६२ ||
पठित्वेत्येवमस्त्रेण निखनेत् कीलकान् सुधीः |
कीलेषु तेषु विधिवत् पूजयेदस्त्रदेवताम् ||
५६३ ||
क्षेत्रपालादिकान् मध्ये पूजयेद्विधिवित्तमः |
दिक्पतिभ्यो बलिं दत्त्वा ततः क्षेत्रं समाश्रयेत् ||
५६४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Yamala: (557) Man gehe zu einem heiligen Ort oder einer entsprechenden Stätte und grenze dort den Boden ab. Ferner: (558–559) Nachdem man das Gelände festgelegt hat, gilt im Dorf ein Bereich von einem Krosha nach allen Seiten, in der Stadt das Doppelte. An Flüssen, Bergen, heiligen Badestellen und ähnlichen Orten gibt es keine solche Begrenzung. Für die Beschaffung von Nahrung und die übrigen notwendigen Wege soll man sich innerhalb des entsprechenden Bereichs bewegen. (560) Mit dem Astra-Mantra besprochene Pflöcke aus milchsaftführendem Holz schlage man in den zehn Richtungen ein und verehre dort die Waffenmacht. Im Maheshvariya: (561–562) „Alle Wesen, die hier im Himmel, auf der Erde oder im Zwischenraum Hindernisse schaffen, und alle anderen, die der Vollendung meines Mantras entgegenstehen: Sie sollen dieses von mir mit Pflöcken geschützte Gelände verlassen und weit fortgehen. Möge meine Vollendung ohne Hindernis geschehen.“ (563) Nachdem der Verständige dies gesprochen hat, schlage er mit dem Astra-Mantra die Pflöcke ein und verehre an ihnen vorschriftsgemäß die Waffen-Gottheit. (564) Der Ritualkundige verehre in der Mitte Kshetrapala und die anderen Gottheiten, bringe den Richtungshütern Bali dar und beziehe dann das Gelände.

M0318. Bali-Mantra der Richtungshüter 565
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 124, Bali-Mantra der Richtungshüter 565
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā— svabījaṃ pūrvamuccārya sambuddhyantaṃ suraṃ tataḥ |
imaṃ padaṃ māṣabhaktabaliṃ gṛhṇapadadvayam ||
ṭhadvayānto daśānāṃ ca dikpālānāṃ balermanuḥ ||
565 ||
dikpālabījāni tu— la~ ra~ ma~ kṣa~ va~ ya~ sa~ ha~ ā~ a~—iti |

Devanagari:
तथा— स्वबीजं पूर्वमुच्चार्य सम्बुद्ध्यन्तं सुरं ततः |
इमं पदं माषभक्तबलिं गृह्णपदद्वयम् ||
ठद्वयान्तो दशानां च दिक्पालानां बलेर्मनुः ||
५६५ ||
दिक्पालबीजानि तु— लँ रँ मँ क्षँ वँ यँ सँ हँ आँ अँ—इति |

Bedeutung und Funktion: Ferner: (565) Zuerst spreche man das jeweilige Bija, dann den Namen der Gottheit in der Anredeform. Es folgen die Wörter „diese Bali-Gabe aus schwarzen Bohnen und Reis“, zweimal „nimm an“ und am Ende das durch zweimal ṭha bezeichnete Schlusswort. Dies ist der Bali-Mantra für die zehn Richtungshüter. Anschließend werden ihre zehn Bija-Silben aufgeführt. [Die Silben werden in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt wiedergegeben; sie werden nicht wörtlich übersetzt. Der Text gibt hier eine verschlüsselte Aufbauanweisung, keine durchgehend ausgeschriebene Formel.]

M0319. Kshetrapalas Bali 566–571
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 124–125, Kshetrapalas Bali 566–571
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— japasthāne tataḥ kuryāt trikoṇaṃ vartulaṃ bahiḥ |
tadbahiścaturasraṃ ca tatra kṣetre samarcayet ||
566 ||
ihāgacchetyādivākyaistrikoṇādagrataḥ punaḥ |
annodakādisaṃpūrṇaṃ balipātraṃ nidhāpayet ||
567 ||
vāmibhirmāhiṣo deyaḥ kaulikairvarkarastathā |
aviḥ siddhāntibhistatra nivedyo manunā'munā ||
568 ||
varkaraśchāgaḥ |
avirmeṣaḥ |
kṣetrapālabalidānamantra uktaḥ prathametantre— kṣetrapālaṃ ca saṃpūjya baliṃ dadyādyathāvidhi |
pūrvamehi dvayaṃ paścādviduṣi syānmurudvayam ||
569 ||
bhañjayadvitayaṃ bhūyo nartayadvitayaṃ punaḥ |
tato vighnapadadvandvaṃ mahābhairavatatparam ||
570 ||
kṣetrapālabaliṃ gṛhṇadvayaṃ pāvakasundarī |
balimantro'yamākhyātaḥ sarvasiddhiphalapradaḥ ||
571 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— जपस्थाने ततः कुर्यात् त्रिकोणं वर्तुलं बहिः |
तद्बहिश्चतुरस्रं च तत्र क्षेत्रे समर्चयेत् ||
५६६ ||
इहागच्छेत्यादिवाक्यैस्त्रिकोणादग्रतः पुनः |
अन्नोदकादिसंपूर्णं बलिपात्रं निधापयेत् ||
५६७ ||
वामिभिर्माहिषो देयः कौलिकैर्वर्करस्तथा |
अविः सिद्धान्तिभिस्तत्र निवेद्यो मनुनाऽमुना ||
५६८ ||
वर्करश्छागः |
अविर्मेषः |
क्षेत्रपालबलिदानमन्त्र उक्तः प्रथमेतन्त्रे— क्षेत्रपालं च संपूज्य बलिं दद्याद्यथाविधि |
पूर्वमेहि द्वयं पश्चाद्विदुषि स्यान्मुरुद्वयम् ||
५६९ ||
भञ्जयद्वितयं भूयो नर्तयद्वितयं पुनः |
ततो विघ्नपदद्वन्द्वं महाभैरवतत्परम् ||
५७० ||
क्षेत्रपालबलिं गृह्णद्वयं पावकसुन्दरी |
बलिमन्त्रोऽयमाख्यातः सर्वसिद्धिफलप्रदः ||
५७१ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (566–567) Am Japa-Ort zeichne man ein Dreieck, darum einen Kreis und außen ein Quadrat. Dort verehre man den Hüter des Geländes mit Worten wie „Komm hierher“. Vor dem Dreieck stelle man ein Bali-Gefäß mit Speise, Wasser und den übrigen Gaben auf. (568) Die Anhänger des linken Weges sollen einen Büffel darbringen, die Kaulas einen Ziegenbock und die Siddhantins einen Widder, jeweils mit der folgenden Formel. „Varkara“ bedeutet Ziegenbock, „Avi“ Widder. Der Mantra für Kshetrapalas Bali wird im ersten Tantra genannt: (569–571) Nachdem man Kshetrapala verehrt hat, bringe man Bali vorschriftsgemäß dar. Zuerst zweimal „komm“, danach zweimal die angegebene Lautfolge; dann zweimal „zerbrich“ und zweimal „lass tanzen“, zweimal das Wort für Hindernis, sodann „großer Bhairava“, „Kshetrapala“, „Bali“ und zweimal „nimm an“, gefolgt von der „Schönen des Feuers“. Dies wird als Bali-Mantra gelehrt, der die Frucht aller Siddhis schenkt. [Die Lautfolge „मुरु“ und ihre syntaktische Einleitung in Vers 569 bleiben unsicher; die verschlüsselte Formel wird nicht ergänzt.]

M0320. Vastu und die acht Bhairavas 572–577
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 125, Vastu und die acht Bhairavas 572–577
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gaṇeśabalidānamantrastu dīkṣāprakaraṇokta eva grāhyaḥ |
vāstubalidānamantro yathā— tāro vāstoṣpate cemaṃ māṣabhaktabaliṃ tataḥ |
gṛhṇadvayānte svāhā ca vāstorbalimanuḥ smṛtaḥ ||
572 ||
vīracūḍāmaṇau tu vīrakalpe viśeṣa uktaḥ— ṛṣicchandādi vinyasya digdevebhyo baliṃ haret |
asitāṅgabhairavabrāhmīpadaṃ ṅentaṃ samālikhet ||
573 ||
baliṃ gṛhṇa dvidhā kuryāddviṭhānto digbalermanuḥ |
asitāṅgo rurucaṇḍaḥ krodha unmattabhairavaḥ ||
574 ||
kapālī bhīṣaṇaścaiva saṃhāraścāṣṭa bhairavāḥ |
brāhmī māheśvarī paścāt kaumārī vaiṣṇavī tathā ||
575 ||
vārāhī ca tathendrāṇī cāmuṇḍā tadanantaram |
mahālakṣmīḥ samākhyātā svasvabījādyanukramāt ||
576 ||
dhūpadīpaiḥ samabhyarcya paścāt kīlaṃ niveśayet |

Devanagari:
गणेशबलिदानमन्त्रस्तु दीक्षाप्रकरणोक्त एव ग्राह्यः |
वास्तुबलिदानमन्त्रो यथा— तारो वास्तोष्पते चेमं माषभक्तबलिं ततः |
गृह्णद्वयान्ते स्वाहा च वास्तोर्बलिमनुः स्मृतः ||
५७२ ||
वीरचूडामणौ तु वीरकल्पे विशेष उक्तः— ऋषिच्छन्दादि विन्यस्य दिग्देवेभ्यो बलिं हरेत् |
असिताङ्गभैरवब्राह्मीपदं ङेन्तं समालिखेत् ||
५७३ ||
बलिं गृह्ण द्विधा कुर्याद्द्विठान्तो दिग्बलेर्मनुः |
असिताङ्गो रुरुचण्डः क्रोध उन्मत्तभैरवः ||
५७४ ||
कपाली भीषणश्चैव संहारश्चाष्ट भैरवाः |
ब्राह्मी माहेश्वरी पश्चात् कौमारी वैष्णवी तथा ||
५७५ ||
वाराही च तथेन्द्राणी चामुण्डा तदनन्तरम् |
महालक्ष्मीः समाख्याता स्वस्वबीजाद्यनुक्रमात् ||
५७६ ||
धूपदीपैः समभ्यर्च्य पश्चात् कीलं निवेशयेत् |

Bedeutung und Funktion: Für Ganeshas Bali ist genau der im Diksha-Abschnitt genannte Mantra zu verwenden. Der Mantra für Vastus Bali lautet seiner Bildung nach: (572) Pranava, die Anrede „Herr des Wohnplatzes“, dann „diese Bali-Gabe aus schwarzen Bohnen und Reis“, zweimal „nimm an“ und zuletzt Svaha. Dies gilt als Vastus Bali-Mantra. Im Vira-Ritual des Virachudamani wird eine Besonderheit genannt: (573–574a) Nachdem man Rishi, Versmaß und die übrigen Zuordnungen durch Nyasa eingesetzt hat, bringe man den Richtungs-Gottheiten Bali dar. Man setze „Asitanga-Bhairava“ und „Brahmi“ in den Dativ, füge „Bali“ und zweimal „nimm an“ hinzu und schließe mit dem durch zweimal ṭha bezeichneten Wort. Dies ist der Mantra der Richtungs-Bali-Gabe. (574b–576) Die acht Bhairavas sind Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta-Bhairava, Kapalin, Bhishana und Samhara. Die Göttinnen sind der Reihe nach Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani, Chamunda und Mahalakshmi; jeweils steht ihr eigenes Bija am Anfang. (577a) Nach der Verehrung mit Räucherwerk und Licht setze man den Pflock ein.

M0321. Verschlüsselte Schutzformel der Richtungen 577–582
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 125, Verschlüsselte Schutzformel der Richtungen 577–582
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
praṇavaṃ pūrvamuccārya māyā lakṣmīśca manmathaḥ ||
577 ||
indrāṇyai padamuccārya cāmuṇḍe ca padaṃ tataḥ |
vicce iti padaṃ paścādidaṃ kṣetraṃ ca kīlaya ||
578 ||
rakṣarakṣapadaṃ paścāt kāliketi samālikhet |
vahnijāyāntamantro'yaṃ pūrvādikramaśo nyaset ||
579 ||
mūlamantraṃ samuccārya āgneyyai padamuccaret |
yāmyai iti padaṃ paścānnairṛtyai ca manuṃ punaḥ ||
580 ||
vāruṇyai vāyavī ceti kauberīśānabhairavī |
ādau mantraṃ samuccārya punardevīṃ vadet priye ||
581 ||
baliṃ dadyāt krameṇaiva digvidikṣu baliṃ haret |

Devanagari:
प्रणवं पूर्वमुच्चार्य माया लक्ष्मीश्च मन्मथः ||
५७७ ||
इन्द्राण्यै पदमुच्चार्य चामुण्डे च पदं ततः |
विच्चे इति पदं पश्चादिदं क्षेत्रं च कीलय ||
५७८ ||
रक्षरक्षपदं पश्चात् कालिकेति समालिखेत् |
वह्निजायान्तमन्त्रोऽयं पूर्वादिक्रमशो न्यसेत् ||
५७९ ||
मूलमन्त्रं समुच्चार्य आग्नेय्यै पदमुच्चरेत् |
याम्यै इति पदं पश्चान्नैर्ऋत्यै च मनुं पुनः ||
५८० ||
वारुण्यै वायवी चेति कौबेरीशानभैरवी |
आदौ मन्त्रं समुच्चार्य पुनर्देवीं वदेत् प्रिये ||
५८१ ||
बलिं दद्यात् क्रमेणैव दिग्विदिक्षु बलिं हरेत् |

Bedeutung und Funktion: (577b–579) Zuerst spreche man den Pranava, dann die Bijas von Maya, Lakshmi und dem Liebesgott. Es folgen „für Indrani“, die Anrede „Chamunda“, das angegebene Mantrawort, „befestige dieses Gelände“, zweimal „schütze“ und „Kalika“. Dieser Mantra endet mit der „Gattin des Feuers“; man setze ihn der Reihe nach in den Richtungen, beginnend im Osten, ein. (580–582a) Nachdem man den Grundmantra gesprochen hat, füge man „für Agneyi“ hinzu, dann entsprechend „für Yamya“ und „für Nairriti“, jeweils wiederum mit dem Mantra. Es folgen Varuni, Vayavi, Kauberi und Ishana-Bhairavi. Geliebte, man spreche zuerst den Mantra und danach jeweils die Göttin. So bringe man der Reihe nach Bali in den Haupt- und Zwischenrichtungen dar. [Die Vorlage wechselt bei den Göttinnennamen grammatische Formen; die Sanskrit-Ausgaben bewahren dies. Die Bijas werden hier überwiegend nur durch ihre Decknamen bezeichnet.]

M0322. Vatuka und Ganesha 582–586
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 125–126, Vatuka und Ganesha 582–586
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
praṇavaṃ pūrvamuddhṛtya hṛllekhābījamuddharet ||
582 ||
vaṭukāya padaṃ paścādāpaduddhāraṇāya ca |
kurudvayaṃ samuccārya māyāṃ tāraṃ samuddharet ||
583 ||
vahnijāyānvito mantro vaṭukasya baliṃ haret |
āgneyyāṃ balimutsṛjya māyā lakṣmīśca manmathaḥ ||
584 ||
vārāhī bījamuddhṛtya bījaṃ pañcāntakaṃ punaḥ |
gaṇapataye padaṃ paścādvaravaradaṃ tathā punaḥ ||
585 ||
sarvajanaṃ vadeccaiva vadenme vaśamānaya |
ante vahnivadhūṃ dadyādgaṇanāthamahāmanuḥ ||
586 ||
vārāhībījaṃ glau~ iti |

Devanagari:
प्रणवं पूर्वमुद्धृत्य हृल्लेखाबीजमुद्धरेत् ||
५८२ ||
वटुकाय पदं पश्चादापदुद्धारणाय च |
कुरुद्वयं समुच्चार्य मायां तारं समुद्धरेत् ||
५८३ ||
वह्निजायान्वितो मन्त्रो वटुकस्य बलिं हरेत् |
आग्नेय्यां बलिमुत्सृज्य माया लक्ष्मीश्च मन्मथः ||
५८४ ||
वाराही बीजमुद्धृत्य बीजं पञ्चान्तकं पुनः |
गणपतये पदं पश्चाद्वरवरदं तथा पुनः ||
५८५ ||
सर्वजनं वदेच्चैव वदेन्मे वशमानय |
अन्ते वह्निवधूं दद्याद्गणनाथमहामनुः ||
५८६ ||
वाराहीबीजं ग्लौँ इति |

Bedeutung und Funktion: (582b–584a) Man setze zuerst den Pranava und das Hrillekha-Bija, danach „für Vatuka“ und „für den Retter aus Not“. Nach zweimal „vollbringe“ füge man Maya und Pranava hinzu; der Mantra schließt mit der „Gattin des Feuers“. Damit bringe man Vatuka Bali dar. (584b–586) Nachdem man die Bali-Gabe im Südosten dargebracht hat, setze man die Bijas von Maya, Lakshmi und dem Liebesgottes, dann das Varahi-Bija und das Panchantaka-Bija. Es folgen „für Ganapati“, „bester Segensspender“, „alle Menschen“ und „bringe sie unter meine Gewalt“. Am Ende füge man die „Braut des Feuers“ hinzu. Dies ist der große Mantra des Herrn der Scharen. Das Varahi-Bija wird anschließend ausdrücklich ausgeschrieben. [Seine Lautform steht in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt; eine wörtliche Übersetzung wird ihm nicht beigelegt.]

M0323. Kshetrapala und Yoginis 587–589
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 126, Kshetrapala und Yoginis 587–589
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
raudraṃ triguṇamuddhṛtya nārāyaṇaṃ tathoddharet |
bījaṃ sūkṣmeśamuddhṛtyāmareśaṃ bījamuddharet ||
587 ||
ṅentaṃ tu kṣetrapālaṃ tu baliṃ gṛhṇadvayaṃ tataḥ |
vahnijāyānvito mantraḥ kṣetrapālasya kīrtitaḥ ||
588 ||
vāyubījaṃ tridhālikhya ananto mādhavastathā |
vartulākṣīmathoddhṛtya yoginībhyastathaiva ca ||
vahnijāyānvito mantro vāyavyāṃ yoginībaliḥ ||
589 ||
raudraḥ śakāraḥ |
triguṇam trivāram |
nārāyaṇam ā~ |
sūkṣmeśaḥ ī~ |
amareśa u~ |
vāyubījaṃ yakāraḥ |
ananta ākāraḥ |
mādhava ikāraḥ |
vartulākṣī ukāraḥ |

Devanagari:
रौद्रं त्रिगुणमुद्धृत्य नारायणं तथोद्धरेत् |
बीजं सूक्ष्मेशमुद्धृत्यामरेशं बीजमुद्धरेत् ||
५८७ ||
ङेन्तं तु क्षेत्रपालं तु बलिं गृह्णद्वयं ततः |
वह्निजायान्वितो मन्त्रः क्षेत्रपालस्य कीर्तितः ||
५८८ ||
वायुबीजं त्रिधाऽऽलिख्य अनन्तो माधवस्तथा |
वर्तुलाक्षीमथोद्धृत्य योगिनीभ्यस्तथैव च ||
वह्निजायान्वितो मन्त्रो वायव्यां योगिनीबलिः ||
५८९ ||
रौद्रः शकारः |
त्रिगुणम् त्रिवारम् |
नारायणम् आँ |
सूक्ष्मेशः ईँ |
अमरेश उँ |
वायुबीजं यकारः |
अनन्त आकारः |
माधव इकारः |
वर्तुलाक्षी उकारः |

Bedeutung und Funktion: (587–588) Man setze dreimal das Raudra-Bija, dann Narayana, Sukshmesha und Amaresha. Es folgen „für Kshetrapala“, „Bali“ und zweimal „nimm an“. Der mit der „Gattin des Feuers“ verbundene Mantra wird Kshetrapala zugeordnet. (589) Man schreibe dreimal das Wind-Bija, dann Ananta, Madhava und Vartulakshi und anschließend „für die Yoginis“. Der Mantra schließt mit der „Gattin des Feuers“; die Bali-Gabe für die Yoginis erfolgt im Nordwesten. Die Erläuterung entschlüsselt die Lautnamen: Raudra bezeichnet den entsprechenden Zischlaut; „dreifach“ bedeutet dreimal. Narayana, Sukshmesha und Amaresha werden als nasalierte Vokale angegeben. Das Wind-Bija bezeichnet den Laut des Buchstabens Ya, Ananta den langen A-Vokal, Madhava den I-Vokal und Vartulakshi den U-Vokal. [Die genauen Zeichen stehen in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt. Für Raudra verzeichnet die Ausgabe neben śa eine abweichende Lesung sa; beide dürfen nicht stillschweigend gleichgesetzt werden.]

M0324. Bali für alle Wesen und Speisegaben 590–593
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 126, Bali für alle Wesen und Speisegaben 590–593
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kṣakāraṃ kālamārūḍhaṃ tadante mā'nalākṣaram |
sarvavighnapadaṃ kṛdbhyaḥ sarvebhyo bhūta uddharet ||
590 ||
bhyo varma phaṭ samuddhṛtya baliṃ gṛhṇadvayaṃ tataḥ |
dviṭhāntaḥ siddhidaḥ proktaḥ sarvabhūtabaliṃ haret ||
591 ||
kālo makāraḥ |
mā īkāraḥ |
analākṣaraṃ rephaḥ |
tena kṣmrī~ iti |
odanaṃ pāyasaṃ kṣīraṃ matsyamāṃsaistathaiva ca |
modakaṃ pūlikāpūpaṃ vaṭakaṃ trividhā surā ||
591 ||
hṛdyaudanādi pakkānnamājyaṃ madhu saśarkaram |
sarvatra vidhivat kuryādguhyenotsargamācaret ||
592 ||
iti |
yāmale— kṣetraṃ samāśrayedyastu kṣetrapālārcanaṃ vinā |
bādhyate sa mahāvighnaistasmāt kṣetreśamarcayet ||
593 ||

Devanagari:
क्षकारं कालमारूढं तदन्ते माऽनलाक्षरम् |
सर्वविघ्नपदं कृद्भ्यः सर्वेभ्यो भूत उद्धरेत् ||
५९० ||
भ्यो वर्म फट् समुद्धृत्य बलिं गृह्णद्वयं ततः |
द्विठान्तः सिद्धिदः प्रोक्तः सर्वभूतबलिं हरेत् ||
५९१ ||
कालो मकारः |
मा ईकारः |
अनलाक्षरं रेफः |
तेन क्ष्म्रीँ इति |
ओदनं पायसं क्षीरं मत्स्यमांसैस्तथैव च |
मोदकं पूलिकापूपं वटकं त्रिविधा सुरा ||
५९१ ||
हृद्यौदनादि पक्कान्नमाज्यं मधु सशर्करम् |
सर्वत्र विधिवत् कुर्याद्गुह्येनोत्सर्गमाचरेत् ||
५९२ ||
इति |
यामले— क्षेत्रं समाश्रयेद्यस्तु क्षेत्रपालार्चनं विना |
बाध्यते स महाविघ्नैस्तस्मात् क्षेत्रेशमर्चयेत् ||
५९३ ||

Bedeutung und Funktion: (590–591) Man setze den Laut Ksha auf Kala und füge danach Ma und den Feuerbuchstaben hinzu. Dann folgen die Wortbestandteile für „allen Hindernisbereitern, allen Wesen“, das Panzer-Bija, die trennende Endsilbe, „Bali“ und zweimal „nimm an“. Der mit dem durch zweimal ṭha bezeichneten Schluss endende Mantra gilt als Siddhi verleihend. Damit bringe man allen Wesen Bali dar. Die Erläuterung sagt: Kala bezeichnet den M-Laut, Ma den langen I-Vokal, der Feuerbuchstabe den R-Laut; daraus ergibt sich die ausgeschriebene Bija-Verbindung. [Die genaue Lautform steht in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt.] (591, im Druck erneut so gezählt) Gekochter Reis, Milchreis, Milch, ferner Fisch und Fleisch, Modaka-Süßigkeiten, Pulika- und Apupa-Gebäck, Vatakas sowie drei Arten alkoholischer Getränke. (592) Schmackhafte Reisgerichte und andere gekochte Speisen, Ghee und Honig mit Zucker soll man überall vorschriftsgemäß darbringen; mit der geheimen Formel vollziehe man die Übergabe. Im Yamala: (593) Wer ein Gelände bezieht, ohne Kshetrapala zu verehren, wird von großen Hindernissen bedrängt. Deshalb soll man den Herrn des Geländes verehren.

M0325. Die Ausrichtung der vier Kurma-Chakras 613–618
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 129, Die Ausrichtung der vier Kurma-Chakras 613–618
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— paradeśagrāmagṛhabhedāt kūrmaścaturvidhaḥ |
vṛttadvayaṃ prakurvīta navakoṣṭhakabheditam ||
613 ||
kavargādyāḥ sapta lekhyāḥ pūrvāśādiṣu lakṣakau |
aiśānyāṃ vilikhenmadhye vṛttakoṣṭhe dvayaṃ dvayam ||
614 ||
svarāṇāṃ pūrvato lekhyaṃ śrībījaṃ madhyakoṣṭhake |
prāṅmukhaḥ parakūrmastu sarvadaiva prajāyate ||
615 ||
deśanāmādimo varṇo yasyāṃ diśi vyavasthitaḥ |
deśakūrmamukhaṃ tasyāṃ diśi syād grāmakūrmake ||
616 ||
mukhadvayaṃ tu vijñeyaṃ svarād vyañjanatastathā |
gṛhakūrmasya vadanamudagdvāramukhaṃ bhavet ||
617 ||
mukhasya pārśvayoḥ pāṇī kukṣī pādau tatastataḥ |
pucchamekamatho madhye pṛṣṭhamevaṃ ṣaḍaṅgavān ||
618 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— परदेशग्रामगृहभेदात् कूर्मश्चतुर्विधः |
वृत्तद्वयं प्रकुर्वीत नवकोष्ठकभेदितम् ||
६१३ ||
कवर्गाद्याः सप्त लेख्याः पूर्वाशादिषु लक्षकौ |
ऐशान्यां विलिखेन्मध्ये वृत्तकोष्ठे द्वयं द्वयम् ||
६१४ ||
स्वराणां पूर्वतो लेख्यं श्रीबीजं मध्यकोष्ठके |
प्राङ्मुखः परकूर्मस्तु सर्वदैव प्रजायते ||
६१५ ||
देशनामादिमो वर्णो यस्यां दिशि व्यवस्थितः |
देशकूर्ममुखं तस्यां दिशि स्याद् ग्रामकूर्मके ||
६१६ ||
मुखद्वयं तु विज्ञेयं स्वराद् व्यञ्जनतस्तथा |
गृहकूर्मस्य वदनमुदग्द्वारमुखं भवेत् ||
६१७ ||
मुखस्य पार्श्वयोः पाणी कुक्षी पादौ ततस्ततः |
पुच्छमेकमथो मध्ये पृष्ठमेवं षडङ्गवान् ||
६१८ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (613–615) Das Kurma-Chakra wird als übergeordnetes, regionales, Dorf- und Haus-Chakra vierfach unterschieden. Man zeichne zwei Kreise mit einer Einteilung in neun Felder. Die sieben mit der Ka-Gruppe beginnenden Lautgruppen schreibe man vom Osten an in die Richtungen, La und Ksha in den Nordosten. Im inneren Kreis schreibe man die Vokale paarweise vom Osten an; in das Mittelfeld komme das Shri-Bija. Das übergeordnete Kurma-Chakra ist stets nach Osten gerichtet. (616–617) In welcher Richtung der Anfangslaut des Namens der Gegend steht, dorthin weist das Gesicht ihres Kurma-Chakra. Beim Dorf-Chakra sind zwei Gesichter zu bestimmen, eines nach dem Vokal und eines nach dem Konsonanten. Das Gesicht des Haus-Chakra richtet sich nach dem nördlichen Tor. [Die Lesung zum Tor in Vers 617 ist knapp und wird nicht durch eine andere Ausrichtung ersetzt.] (618) Zu beiden Seiten des Gesichts liegen die Hände, danach die Flanken und Füße, dann der einzelne Schwanz; in der Mitte liegt der Rücken. So hat die Schildkröte sechs Arten von Körperteilen.

M0326. Ausnahmen von der Kurma-Prüfung und Übungshütte 675–681
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 134, Ausnahmen von der Kurma-Prüfung und Übungshütte 675–681
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— kurukṣetre prayāge ca gaṅgāsāgarasaṅgame |
mahākāle ca kāśyāṃ ca kūrmasthānaṃ na cintayet ||
675 ||
gautamīye— parvate sindhutīre vā puṇyāraṇye nadītaṭe |
yadi kuryāt puraścaryāṃ tatra kūrmaṃ na cintayet ||
676 ||
yāmale— aṭṭahāse śaktipīṭhe tīrthe kṣetreṣu vā punaḥ |
araṇye parvate puṇye kūrmacakraṃ na cintayet ||
677 ||
puraścaraṇacandrikāyām— kūrmacakramiti proktaṃ mantrāṇāṃ siddhisādhanam |
mukhaṃ tasya samāśritya vātālayasahāṃ kuṭīm ||
678 ||
caturasrāṃ caturhastāṃ hastonnatasuvedikām |
candrātapapatākādyaistoraṇairapyalaṅkṛtām ||
679 ||
viviktāmabhiliptāṃ ca prākāreṇābhiveṣṭitām |
nirmamecca tataḥ kuryādekabhaktaṃ śubhe dine ||
680 ||
prātaḥ snātvā ca gāyatryā ayutaṃ prayato japet |
jñātājñātasya pāpasya kṣayārthaṃ prathamaṃ tataḥ ||
681 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— कुरुक्षेत्रे प्रयागे च गङ्गासागरसङ्गमे |
महाकाले च काश्यां च कूर्मस्थानं न चिन्तयेत् ||
६७५ ||
गौतमीये— पर्वते सिन्धुतीरे वा पुण्यारण्ये नदीतटे |
यदि कुर्यात् पुरश्चर्यां तत्र कूर्मं न चिन्तयेत् ||
६७६ ||
यामले— अट्टहासे शक्तिपीठे तीर्थे क्षेत्रेषु वा पुनः |
अरण्ये पर्वते पुण्ये कूर्मचक्रं न चिन्तयेत् ||
६७७ ||
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्— कूर्मचक्रमिति प्रोक्तं मन्त्राणां सिद्धिसाधनम् |
मुखं तस्य समाश्रित्य वातालयसहां कुटीम् ||
६७८ ||
चतुरस्रां चतुर्हस्तां हस्तोन्नतसुवेदिकाम् |
चन्द्रातपपताकाद्यैस्तोरणैरप्यलङ्कृताम् ||
६७९ ||
विविक्तामभिलिप्तां च प्राकारेणाभिवेष्टिताम् |
निर्ममेच्च ततः कुर्यादेकभक्तं शुभे दिने ||
६८० ||
प्रातः स्नात्वा च गायत्र्या अयुतं प्रयतो जपेत् |
ज्ञाताज्ञातस्य पापस्य क्षयार्थं प्रथमं ततः ||
६८१ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (675) In Kurukshetra, Prayaga, am Zusammenfluss von Ganga und Meer, bei Mahakala und in Kashi braucht man den Platz im Kurma-Chakra nicht zu prüfen. Im Gautamiya: (676) Wer Purashcharana auf einem Berg, am Meeresufer, in einem heiligen Wald oder an einem Flussufer vollzieht, braucht dort das Kurma-Chakra nicht zu berücksichtigen. Im Yamala: (677) In Attahasa, an einem Shakti-Pitha, an einer heiligen Badestelle oder einem heiligen Bezirk, in einem Wald oder auf einem heiligen Berg braucht man das Kurma-Chakra nicht zu prüfen. In der Purashcharanachandrika: (678–680) Das Kurma-Chakra gilt als Mittel zur Mantra-Siddhi. An seinem Gesicht errichte man eine abgeschiedene, verputzte und eingefriedete Hütte, die dem Wind standhält [die nähere Bestimmung ist sprachlich auffällig]. Sie sei quadratisch, vier Ellen breit, mit einer schönen, eine Elle hohen Plattform, geschmückt mit Baldachin, Fahnen und Torbögen. Dann nehme man an einem günstigen Tag nur eine Mahlzeit zu sich. (681) Nachdem man morgens gebadet hat, wiederhole man gesammelt zehntausendmal die Gayatri, zunächst zur Tilgung bekannter und unbekannter Verfehlungen.

M0327. Erlaubnis des Gurus und Morgenpflichten 682–688
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 135, Erlaubnis des Gurus und Morgenpflichten 682–688
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gāyatrī sveṣṭadevasya |
taduktaṃ merutantre— śubhe muhūrte nakṣatre tithau snātvā yathāvidhi |
viprān santarpya yatnena bhojanācchādanādibhiḥ ||
682 ||
bhūvittavastrabhūṣādyaiḥ saṃtoṣya gurumātmanaḥ |
ārabheta puraścaryāṃ tadanujñāpuraḥsaram ||
683 ||
siddhāntasāre— prātaḥkṛtyādipūjāntaṃ kṛtvā tu japamārabhet ||
684 ||
yāmale— prātaḥkṛtyamakṛtvā tu yo devīṃ bhaktito'rcayate |
viphalā tasya pūjā tu śaucahīnā yathā kriyā ||
685 ||
tatrādau prātaḥkṛtyaṃ kuryāt |
taduktaṃ siddhāntasāre— muhūrte brāhmaṇo vidvān muktasvāpo nirākulaḥ |
talpādutthāya śukle'bje śiraḥsthe śrīguruṃ smaret ||
686 ||
merutantre— niśāyāḥ paścime yāme smarediṣṭāṃ ca devatām |
utthāya dakṣiṇāṅgena vāmapādaṃ nyasedbhuvi ||
687 ||
tato gṛhādbahirgatvā kṛtvāvaśyakamādarāt |
rātrivāsaḥ parityajya vāsasī paridhāya ca ||
ācamya śuddhadehaḥ san ... ... ||
688 ||
iti |

Devanagari:
गायत्री स्वेष्टदेवस्य |
तदुक्तं मेरुतन्त्रे— शुभे मुहूर्ते नक्षत्रे तिथौ स्नात्वा यथाविधि |
विप्रान् सन्तर्प्य यत्नेन भोजनाच्छादनादिभिः ||
६८२ ||
भूवित्तवस्त्रभूषाद्यैः संतोष्य गुरुमात्मनः |
आरभेत पुरश्चर्यां तदनुज्ञापुरःसरम् ||
६८३ ||
सिद्धान्तसारे— प्रातःकृत्यादिपूजान्तं कृत्वा तु जपमारभेत् ||
६८४ ||
यामले— प्रातःकृत्यमकृत्वा तु यो देवीं भक्तितोऽर्चयते |
विफला तस्य पूजा तु शौचहीना यथा क्रिया ||
६८५ ||
तत्रादौ प्रातःकृत्यं कुर्यात् |
तदुक्तं सिद्धान्तसारे— मुहूर्ते ब्राह्मणो विद्वान् मुक्तस्वापो निराकुलः |
तल्पादुत्थाय शुक्लेऽब्जे शिरःस्थे श्रीगुरुं स्मरेत् ||
६८६ ||
मेरुतन्त्रे— निशायाः पश्चिमे यामे स्मरेदिष्टां च देवताम् |
उत्थाय दक्षिणाङ्गेन वामपादं न्यसेद्भुवि ||
६८७ ||
ततो गृहाद्बहिर्गत्वा कृत्वाऽऽवश्यकमादरात् |
रात्रिवासः परित्यज्य वाससी परिधाय च ||
आचम्य शुद्धदेहः सन् ... ... ||
६८८ ||
इति |

Bedeutung und Funktion: Gemeint ist die Gayatri der eigenen erwählten Gottheit. Dazu heißt es im Merutantra: (682–683) Zu einer günstigen Stunde, unter einem günstigen Mondhaus und an einem günstigen Mondtag bade man vorschriftsgemäß. Man stelle Brahmanen sorgfältig mit Speise, Kleidung und anderem zufrieden und erfreue den eigenen Guru mit Land, Geld, Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben. Mit seiner Erlaubnis beginne man Purashcharana. Im Siddhantasara: (684) Nachdem man die Handlungen vom Morgenritual bis zur Puja vollzogen hat, beginne man Japa. Im Yamala: (685) Wer die Göttin zwar hingebungsvoll verehrt, aber die Morgenpflichten nicht verrichtet hat, dessen Puja bleibt fruchtlos wie eine Handlung ohne Reinheit. Daher soll man zuerst die Morgenpflichten verrichten. Dazu heißt es im Siddhantasara: (686) Der wissende Brahmane erwache zur vorgesehenen Stunde, erhebe sich ruhig vom Bett und gedenke des ehrwürdigen Gurus im weißen Lotus auf seinem Haupt. Im Merutantra: (687) In der letzten Nachtwache gedenke man seiner erwählten Gottheit. Man erhebe sich über die rechte Körperseite und setze den linken Fuß auf den Boden. (688) Dann gehe man aus dem Haus, verrichte sorgfältig die notwendigen Verrichtungen, lege die Nachtkleidung ab, ziehe die beiden Gewänder an und vollziehe Achamana, sodass der Körper gereinigt ist. [Der Druck endet hier mit einer Auslassung.]

M0328. Dhyana des Gurus 689–697
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 135–136, Dhyana des Gurus 689–697
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
puraścaraṇacandrikāyām— kṛtvā'vaśyakriyāṃ dhīra upaviśyāsane śubhe |
yāmale— baddhapadmāsano mantrī samakāyaśirodharaḥ ||
689 ||
merutantre— tataḥ svamastake cintyaṃ sahasradalapadmakam |
karpūrābhaṃ smaret tatra śrīguruṃ nijarūpiṇam ||
690 ||
suprasannaṃ lasadbhūṣāmaṇḍitaśvetacandanam |
varābhayajñānamudrāpustakavyāvṛtaiḥ karaiḥ ||
691 ||
yuktaṃ śvetāmbaraṃ śāntaṃ śvetapuṣpavibhūṣitam |
vāmāṅkagatayā śaktyāliṅgitaṃ raktavarṇayā ||
692 ||
raktavastrābharaṇayā raktacandanamālayā |
vāme līlākamalayāliṅgantyā dakṣiṇena ca ||
693 ||
dhyāyedantarmukhaṃ śāntaṃ yoginaṃ śivarūpiṇam |
kālānalatantre— śuddhasphaṭikasaṃkāśamajñānatimirāpaham ||
694 ||
śubhāṃśuśuddhasaṃkāśaṃ kṣaumadvayavirājitam |
gandhānulepanaṃ śāntaṃ varābhayakaradvayam ||
695 ||
vāmoruśaktisaṃyuktaṃ raktāmbaravibhūṣayā |
svaśaktyā dakṣahastena dhṛtacārukalevaram ||
696 ||
vāme dhṛtotpalayā ca raktayā ca suśobhitam |
parānandarasollāsalocanadvayapaṅkajam ||
697 ||

Devanagari:
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्— कृत्वाऽवश्यक्रियां धीर उपविश्यासने शुभे |
यामले— बद्धपद्मासनो मन्त्री समकायशिरोधरः ||
६८९ ||
मेरुतन्त्रे— ततः स्वमस्तके चिन्त्यं सहस्रदलपद्मकम् |
कर्पूराभं स्मरेत् तत्र श्रीगुरुं निजरूपिणम् ||
६९० ||
सुप्रसन्नं लसद्भूषामण्डितश्वेतचन्दनम् |
वराभयज्ञानमुद्रापुस्तकव्यावृतैः करैः ||
६९१ ||
युक्तं श्वेताम्बरं शान्तं श्वेतपुष्पविभूषितम् |
वामाङ्कगतया शक्त्याऽऽलिङ्गितं रक्तवर्णया ||
६९२ ||
रक्तवस्त्राभरणया रक्तचन्दनमालया |
वामे लीलाकमलयाऽऽलिङ्गन्त्या दक्षिणेन च ||
६९३ ||
ध्यायेदन्तर्मुखं शान्तं योगिनं शिवरूपिणम् |
कालानलतन्त्रे— शुद्धस्फटिकसंकाशमज्ञानतिमिरापहम् ||
६९४ ||
शुभांशुशुद्धसंकाशं क्षौमद्वयविराजितम् |
गन्धानुलेपनं शान्तं वराभयकरद्वयम् ||
६९५ ||
वामोरुशक्तिसंयुक्तं रक्ताम्बरविभूषया |
स्वशक्त्या दक्षहस्तेन धृतचारुकलेवरम् ||
६९६ ||
वामे धृतोत्पलया च रक्तया च सुशोभितम् |
परानन्दरसोल्लासलोचनद्वयपङ्कजम् ||
६९७ ||

Bedeutung und Funktion: In der Purashcharanachandrika: Nachdem der Standhafte die notwendigen Verrichtungen beendet hat, setze er sich auf einen geeigneten Sitz. Im Yamala: (689) Der Mantra-Praktizierende nehme den gebundenen Lotussitz ein und halte Körper, Kopf und Hals gerade. Im Merutantra: (690–693) Dann stelle er sich auf seinem Haupt den tausendblättrigen Lotus vor. Darin gedenke er des ehrwürdigen Gurus in dessen eigener Gestalt, hell wie Kampfer, freundlich lächelnd, mit glänzendem Schmuck und weißem Sandelholz geschmückt. Seine Hände zeigen Wunschgewährung, Furchtlosigkeit und Erkenntnis und halten ein Buch. Er ist friedvoll, weiß gekleidet und mit weißen Blumen geschmückt. Auf seinem linken Schoß sitzt seine rote Shakti und umarmt ihn. Sie trägt rote Gewänder, roten Schmuck, rotes Sandelholz und eine Girlande; in der Linken hält sie spielerisch einen Lotus und mit der Rechten umarmt sie ihn. Man meditiere über diesen nach innen gewandten, friedvollen Yogi in Shivas Gestalt. Im Kalanalatantra: (694–697) Er gleicht reinem Kristall und vertreibt die Finsternis der Unwissenheit. Er ist rein wie der Mond und strahlt in zwei Leinengewändern, mit duftender Salbe versehen, friedvoll, mit zwei Händen, die Wunschgewährung und Furchtlosigkeit zeigen. Auf seinem linken Oberschenkel sitzt seine Shakti, in rote Gewänder und Schmuck gehüllt. Ihre rechte Hand umfasst seinen schönen Körper; in ihrer Linken hält die rote Göttin einen blauen Lotus. So ist er herrlich geschmückt; seine beiden Lotusaugen leuchten von der Essenz höchster Wonne.

M0329. Verehrung des Gurus und Kundalini 698–703
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 136, Verehrung des Gurus und Kundalini 698–703
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— tatpādapadmayugalasrutapīyūṣadhārayā |
abhiṣiktaḥ svasya dehaṃ evaṃ śiṣyo vicintayet ||
698 ||
arcayedgandhapuṣpādyairbāhyasthairmānasaiśca vā |
nāmabhistasya saṃketasaṃsiddhairgurukīrtikaiḥ ||
praṇamyetthaṃ hṛnmanunā bhāvayet tallayaṃ hṛdi ||
699 ||
tantrāntare— tadājñāṃ ca samādāya saṃsmarediṣṭadevatām |
mūlādibrahmarandhrāntaṃ kuṇḍalīrūpataḥ sthitām ||
700 ||
taḍitkoṭiprabhādīptāṃ bisatantutanīyasīm |
sārdhatrivalayākārāṃ prasuptabhujagākṛtim ||
701 ||
śyāmāpaddhatau— prasuptabhujagākārāṃ mūlādhāranivāsinīm |
suṣumṇāvartmanotthāpya paradevīsvarūpiṇīm ||
702 ||
ānīya brahmarandhrāntaṃ yojayecchambhunā saha |
sāmarasyaṃ tatastasyā vibhāvya ca vicakṣaṇaḥ ||
sudhāvṛṣṭiṃ tataḥ kṛtvā pūrvasthāne niyojayet ||
703 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— तत्पादपद्मयुगलस्रुतपीयूषधारया |
अभिषिक्तः स्वस्य देहं एवं शिष्यो विचिन्तयेत् ||
६९८ ||
अर्चयेद्गन्धपुष्पाद्यैर्बाह्यस्थैर्मानसैश्च वा |
नामभिस्तस्य संकेतसंसिद्धैर्गुरुकीर्तिकैः ||
प्रणम्येत्थं हृन्मनुना भावयेत् तल्लयं हृदि ||
६९९ ||
तन्त्रान्तरे— तदाज्ञां च समादाय संस्मरेदिष्टदेवताम् |
मूलादिब्रह्मरन्ध्रान्तं कुण्डलीरूपतः स्थिताम् ||
७०० ||
तडित्कोटिप्रभादीप्तां बिसतन्तुतनीयसीम् |
सार्धत्रिवलयाकारां प्रसुप्तभुजगाकृतिम् ||
७०१ ||
श्यामापद्धतौ— प्रसुप्तभुजगाकारां मूलाधारनिवासिनीम् |
सुषुम्णावर्त्मनोत्थाप्य परदेवीस्वरूपिणीम् ||
७०२ ||
आनीय ब्रह्मरन्ध्रान्तं योजयेच्छम्भुना सह |
सामरस्यं ततस्तस्या विभाव्य च विचक्षणः ||
सुधावृष्टिं ततः कृत्वा पूर्वस्थाने नियोजयेत् ||
७०३ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (698) Der Schüler stelle sich seinen eigenen Körper als übergossen von dem Nektarstrom vor, der aus den beiden Lotusfüßen des Gurus fließt. (699) Er verehre ihn mit Düften, Blumen und weiteren äußeren oder geistigen Gaben und mit den überlieferten Namen, welche den Guru preisen. Nachdem er sich mit dem Herz-Mantra verneigt hat, stelle er sich vor, wie der Guru im eigenen Herzen aufgeht. In einem anderen Tantra: (700–701) Mit seiner Erlaubnis vergegenwärtige man sich die erwählte Gottheit als Kundalini, die sich von der Wurzel bis zum Brahmarandhra erstreckt, leuchtend wie unzählige Blitze, feiner als eine Lotusfaser, dreieinhalbfach gewunden wie eine schlafende Schlange. In der Shyamapaddhati: (702–703) Man lasse sie, die im Muladhara wohnt, einer schlafenden Schlange gleicht und die Gestalt der höchsten Göttin besitzt, auf dem Weg der Sushumna aufsteigen. Man führe sie zum Brahmarandhra und verbinde sie mit Shambhu. Der Verständige vergegenwärtige ihre völlige Einheit, lasse dann Nektar herabregnen und bringe sie an ihren ursprünglichen Ort zurück.

M0330. Lichtbetrachtung Japa und Morgengebet 704–710
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 137, Lichtbetrachtung Japa und Morgengebet 704–710
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— tatastu mūlādhārādi brahmarandhrāntamudyatam |
tejodaṇḍaṃ suṣumṇāntaḥ sahasraravisannibham ||
704 ||
tadātmakaṃ mūlamantraṃ dhyātvā taṃ tejasā vṛtam |
svaśarīraṃ vicintyeti prāṇāyāmatrayaṃ caret ||
705 ||
mūlamantreṇa mantrasya ṛṣyādinyāsamācaret |
aṅganyāsān vidhāyātha hṛdi devaṃ vicintayet ||
706 ||
mānasairupacāraistu pūjayitvā manuṃ japet |
yathāśaktyā'tha devāya taṃ japaṃ ca samarpayet ||
707 ||
stutvā praṇamya devājñāṃ ślokairebhiśca yācayet ||
708 ||
trailokyacaitanyamayādideva śrīśaṅkara tvaccaraṇājñayaiva |
prātaḥ samutthāya tava priyārthaṃ saṃsārayātrāmanuvartayiṣye ||
709 ||
saṃsārayātrāmanuvartamānaṃ tvadājñayā śaṅkara devadeva |
spardhātiraskārakalipramādabhayāni māṃ mā'bhibhavantu nātha ||
iti saṃprārthya deveśam ... ... ... ||
710 ||
iti |

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— ततस्तु मूलाधारादि ब्रह्मरन्ध्रान्तमुद्यतम् |
तेजोदण्डं सुषुम्णान्तः सहस्ररविसन्निभम् ||
७०४ ||
तदात्मकं मूलमन्त्रं ध्यात्वा तं तेजसा वृतम् |
स्वशरीरं विचिन्त्येति प्राणायामत्रयं चरेत् ||
७०५ ||
मूलमन्त्रेण मन्त्रस्य ऋष्यादिन्यासमाचरेत् |
अङ्गन्यासान् विधायाथ हृदि देवं विचिन्तयेत् ||
७०६ ||
मानसैरुपचारैस्तु पूजयित्वा मनुं जपेत् |
यथाशक्त्याऽथ देवाय तं जपं च समर्पयेत् ||
७०७ ||
स्तुत्वा प्रणम्य देवाज्ञां श्लोकैरेभिश्च याचयेत् ||
७०८ ||
त्रैलोक्यचैतन्यमयादिदेव श्रीशङ्कर त्वच्चरणाज्ञयैव |
प्रातः समुत्थाय तव प्रियार्थं संसारयात्रामनुवर्तयिष्ये ||
७०९ ||
संसारयात्रामनुवर्तमानं त्वदाज्ञया शङ्कर देवदेव |
स्पर्धातिरस्कारकलिप्रमादभयानि मां माऽभिभवन्तु नाथ ||
इति संप्रार्थ्य देवेशम् ... ... ... ||
७१० ||
इति |

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (704–705) Dann betrachte man in der Sushumna eine Lichtsäule, die sich vom Muladhara bis zum Brahmarandhra erhebt und tausend Sonnen gleicht. Man meditiere den Grundmantra als mit diesem Licht identisch und stelle sich den eigenen Körper von diesem Glanz umgeben vor. So vollziehe man dreimal Pranayama. (706) Mit dem Grundmantra führe man den Nyasa von Rishi und den übrigen Mantra-Zuordnungen aus, danach die Glieder-Nyasas, und vergegenwärtige die Gottheit im Herzen. (707–708) Nach ihrer Verehrung mit geistigen Gaben wiederhole man den Mantra nach Vermögen und bringe dieses Japa der Gottheit dar. Man preise sie, verneige sich und bitte mit diesen Versen um ihre Erlaubnis: (709) „O ursprünglicher Gott, Bewusstsein der drei Welten, ehrwürdiger Shankara! Allein auf Geheiß deiner Füße erhebe ich mich am Morgen und werde zu deiner Freude meinen Weg durch das weltliche Leben gehen. (710) Wenn ich auf dein Geheiß diesen Lebensweg gehe, o Shankara, Gott der Götter, mögen Wettstreit, Missachtung, Streit, Unachtsamkeit und Ängste mich nicht überwältigen, o Herr!“ Nachdem man so zum Herrn der Götter gebetet hat … [Der Druck lässt die Fortsetzung aus.]

M0331. Beginn der Ajapa-Lehre 711–714
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 137, Beginn der Ajapa-Lehre 711–714
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
athājapāvidhiḥ |
taduktaṃ vīracūḍāmaṇau— haṃsākhyārādhanaṃ vakṣye mantriṇāṃ hitakāmyayā |
yasya vijñānamātreṇa sarvajño bhuvi jāyate ||
711 ||
haṃsātmikāṃ bhagavatīṃ jīvo japati sarvadā |
asyāḥ smaraṇamātreṇa jīvanmukto bhavennaraḥ ||
712 ||
ṛṣirhaṃsaḥ samākhyātaḥ parahaṃsaśca devatā |
avyaktā chando gāyatrī viniyogaśca siddhidaḥ ||
713 ||
surendrasaṃhitāyām— ṛṣirhaṃso'vyaktapūrvā gāyatrī chanda ucyate |
devatā paramādistu haṃso ha~ bīja ucyate ||
714 ||

Devanagari:
अथाजपाविधिः |
तदुक्तं वीरचूडामणौ— हंसाख्याराधनं वक्ष्ये मन्त्रिणां हितकाम्यया |
यस्य विज्ञानमात्रेण सर्वज्ञो भुवि जायते ||
७११ ||
हंसात्मिकां भगवतीं जीवो जपति सर्वदा |
अस्याः स्मरणमात्रेण जीवन्मुक्तो भवेन्नरः ||
७१२ ||
ऋषिर्हंसः समाख्यातः परहंसश्च देवता |
अव्यक्ता छन्दो गायत्री विनियोगश्च सिद्धिदः ||
७१३ ||
सुरेन्द्रसंहितायाम्— ऋषिर्हंसोऽव्यक्तपूर्वा गायत्री छन्द उच्यते |
देवता परमादिस्तु हंसो हँ बीज उच्यते ||
७१४ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Verfahren des Ajapa, der von selbst fortdauernden Mantra-Wiederholung. Dazu heißt es im Virachudamani: (711) Zum Wohl der Mantra-Praktizierenden werde ich die Hamsa genannte Verehrung erklären. Allein durch ihre Erkenntnis wird man auf Erden allwissend. (712) Das individuelle Lebewesen wiederholt stets die göttliche Hamsa-Gestalt. Allein durch ihr Erinnern kann ein Mensch zu einem schon im Leben Befreiten werden. (713) Als Rishi wird Hamsa genannt, als Gottheit Parahamsa, als Versmaß die unmanifestierte Gayatri; die Anwendung schenkt Siddhi. In der Surendrasamhita: (714) Der Rishi ist Hamsa; das Versmaß wird Gayatri mit dem Zusatz „unmanifestiert“ genannt. Die Gottheit ist Hamsa mit dem vorangestellten Wort „höchster“, also Paramahamsa. Das Bija wird als nasaliertes Ha angegeben. [Die genaue Silbe steht in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt.]

M0332. Ajapa-Zuordnungen und Nyasa 715–717
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 138, Ajapa-Zuordnungen und Nyasa 715–717
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
aḥ śaktiḥ kīlakaḥ so'haṃ praṇavastattvameva hi |
udāttaḥ svara ityevaṃ manorasya prakīrtitaḥ ||
mokṣārthe viniyogaḥ syādevaṃ kuryāt sadā naraḥ ||
715 ||
vīracūḍāmaṇau— sūryātmane ca hṛddevi somātmane śirastathā |
nirañjane śikhā jyotirnirābhāsā tathā pare ||
716 ||
avyaktaṃ netrayornyasya ananto'stre phaḍaṃ yajet |
evaṃ nyāsavidhiṃ kṛtvā gaṇeśādau samarpayet ||
717 ||

Devanagari:
अः शक्तिः कीलकः सोऽहं प्रणवस्तत्त्वमेव हि |
उदात्तः स्वर इत्येवं मनोरस्य प्रकीर्तितः ||
मोक्षार्थे विनियोगः स्यादेवं कुर्यात् सदा नरः ||
७१५ ||
वीरचूडामणौ— सूर्यात्मने च हृद्देवि सोमात्मने शिरस्तथा |
निरञ्जने शिखा ज्योतिर्निराभासा तथा परे ||
७१६ ||
अव्यक्तं नेत्रयोर्न्यस्य अनन्तोऽस्त्रे फडं यजेत् |
एवं न्यासविधिं कृत्वा गणेशादौ समर्पयेत् ||
७१७ ||

Bedeutung und Funktion: (715) Der mit Visarga versehene A-Laut ist die Shakti; „Ich bin Er“ ist der Schlüssel, der Pranava das zugrunde liegende Prinzip. Als Tonhöhe dieses Mantras wird Udatta, der gehobene Ton, genannt. Seine Anwendung dient Moksha; so soll der Mensch stets verfahren. Im Virachudamani: (716–717) O Göttin, am Herzen wird das Sonnen-Selbst eingesetzt, am Kopf das Mond-Selbst, an der Haarlocke das Unbefleckte; es folgt das Licht, frei von Erscheinung [die genaue Nyasa-Zuordnung dieser Wendung ist unsicher]. Das Unmanifestierte setze man an den Augen ein, das Unendliche bei der Waffe mit der trennenden Endsilbe. Nachdem man diesen Nyasa vollzogen hat, bringe man die Wiederholungen Ganesha und den weiteren Gottheiten dar. [Die Silben und Nyasa-Bezeichnungen stehen in den Sanskrit-Ausgaben und im Mantra-Abschnitt; die verschlüsselte Zuordnung wird nicht ergänzt.]

M0333. Der natürliche Atemmantra 718–726
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 138, Der natürliche Atemmantra 718–726
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
surendrasaṃhitāyām— haṃsātmikāṃ bhagavatīṃ jīvo japati sarvadā |
hakāreṇa bahiryāti sakāreṇa viśet punaḥ ||
718 ||
asyāḥ saṃbodhamātreṇa jīvanmukto bhavennaraḥ |
prāṇāyāmaprabhāveṇa jīvanmuktastu jāyate ||
719 ||
ekaviṃśatisāhasraṃ ṣaṭśatādhikameva ca |
prajapet pratyahaṃ jīvo brahmānandamayīṃ parām ||
720 ||
utpattirjapa ārambho mṛtirasya nivedanam |
vinā japena satataṃ japo bhavati sarvadā ||
evaṃ japastu vijñāto gaṇeśādau nivedayet ||
721 ||
yogaśāstre— kuṇḍalinyāḥ samudbhūtā gāyatrī prāṇadhāriṇī |
prāṇavidyā mahāvidyā yastāṃ vetti sa yogavit ||
722 ||
hakāreṇa bahiryāti śakāreṇa viśet punaḥ |
haṃso haṃsa imaṃ mantraṃ jīvo japati sarvadā ||
723 ||
ṣaṭśatāni divā rātrau sahasrāṇyekaviṃśatiḥ |
etatsaṃkhyānvitaṃ mantraṃ jīvo japati sarvadā ||
724 ||
ajapānāmagāyatrī yogināṃ mokṣadāyinī |
asyāḥ saṃkalpamātreṇa sarvapāpaiḥ pramucyate ||
725 ||
anayā sadṛśī vidyā anayā sadṛśo japaḥ |
anayā sadṛśaṃ jñānaṃ na bhūtaṃ na bhaviṣyati ||
726 ||

Devanagari:
सुरेन्द्रसंहितायाम्— हंसात्मिकां भगवतीं जीवो जपति सर्वदा |
हकारेण बहिर्याति सकारेण विशेत् पुनः ||
७१८ ||
अस्याः संबोधमात्रेण जीवन्मुक्तो भवेन्नरः |
प्राणायामप्रभावेण जीवन्मुक्तस्तु जायते ||
७१९ ||
एकविंशतिसाहस्रं षट्शताधिकमेव च |
प्रजपेत् प्रत्यहं जीवो ब्रह्मानन्दमयीं पराम् ||
७२० ||
उत्पत्तिर्जप आरम्भो मृतिरस्य निवेदनम् |
विना जपेन सततं जपो भवति सर्वदा ||
एवं जपस्तु विज्ञातो गणेशादौ निवेदयेत् ||
७२१ ||
योगशास्त्रे— कुण्डलिन्याः समुद्भूता गायत्री प्राणधारिणी |
प्राणविद्या महाविद्या यस्तां वेत्ति स योगवित् ||
७२२ ||
हकारेण बहिर्याति शकारेण विशेत् पुनः |
हंसो हंस इमं मन्त्रं जीवो जपति सर्वदा ||
७२३ ||
षट्शतानि दिवा रात्रौ सहस्राण्येकविंशतिः |
एतत्संख्यान्वितं मन्त्रं जीवो जपति सर्वदा ||
७२४ ||
अजपानामगायत्री योगिनां मोक्षदायिनी |
अस्याः संकल्पमात्रेण सर्वपापैः प्रमुच्यते ||
७२५ ||
अनया सदृशी विद्या अनया सदृशो जपः |
अनया सदृशं ज्ञानं न भूतं न भविष्यति ||
७२६ ||

Bedeutung und Funktion: In der Surendrasamhita: (718) Das Lebewesen wiederholt stets die Göttin in Hamsa-Gestalt. Mit dem Ha-Laut geht der Atem hinaus, mit dem Sa-Laut tritt er wieder ein. (719) Schon durch das Erwachen zu ihrer Erkenntnis kann ein Mensch im Leben befreit werden; durch die Kraft des Pranayama wird er zu einem im Leben Befreiten. (720) Täglich wiederholt das Lebewesen diese höchste, von Brahman-Wonne erfüllte Göttin 21.600-mal. (721) Die Geburt ist der Anfang dieses Japa, der Tod seine Darbringung. Ohne eigens ausgeführtes Japa findet diese Wiederholung unablässig statt. Hat man sie so erkannt, bringe man sie Ganesha und den übrigen Gottheiten dar. In der Yoga-Lehre: (722) Die aus Kundalini hervorgegangene Gayatri trägt den Lebensatem. Sie ist die Lehre des Prana, die große Vidya; wer sie kennt, kennt Yoga. (723) Mit dem Ha-Laut geht der Atem hinaus, mit dem Sha-Laut tritt er wieder ein. Diesen Hamsa-Mantra wiederholt das Lebewesen stets. [Hier steht im Druck Sha, während Vers 718 Sa nennt; die Abweichung bleibt erhalten.] (724) Bei Tag und Nacht sind es 21.600 Wiederholungen. In dieser Zahl wiederholt das Lebewesen den Mantra fortwährend. (725) Die Ajapa genannte Gayatri schenkt den Yogis Moksha. Schon durch den auf sie gerichteten Entschluss wird man von allen Verfehlungen frei. (726) Eine Vidya wie diese, ein Japa wie dieses und eine Erkenntnis wie diese hat es nicht gegeben und wird es nicht geben.

M0334. Hamsa-Dhyana und Einheit 727–729
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 139, Hamsa-Dhyana und Einheit 727–729
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
haṃsadhyānamuktaṃ bālāpaddhatau— agnīṣomagaruddvayaṃ praṇavakaṃ bindutrinetrojjvalaṃ bhāsvadrudramukhaṃ śivāṅghriyugalaṃ pārśvasthakālānalam |
udyadbhāskarakoṭikāntisadṛśaṃ haṃsaṃ jagadvyāpinaṃ nityānandamayaṃ hṛdambujakuṭīnīḍe sadā bhāvayet ||
727 ||
tatraiva— gaṇeśvaro vidhirviṣṇuḥ śivo jīvo gurustathā |
ṣaḍete haṃsatāmetya mūlādhārādiṣu sthitāḥ ||
728 ||
haṃsatāmetyeti |
sahasradalakamalakarṇikāvasthitahaṃsarūpaparamātmābhedarūpaṃ prāpyetyarthaḥ |
eṣā haṃsaikyabhāvanā tatraivoktā— haṃso gaṇeśo vidhireva haṃso haṃso harirhaṃsamayaśca śambhuḥ |
haṃso hi jīvo gurureva haṃso haṃso'hamātmā paramārtharūpaḥ ||
729 ||

Devanagari:
हंसध्यानमुक्तं बालापद्धतौ— अग्नीषोमगरुद्द्वयं प्रणवकं बिन्दुत्रिनेत्रोज्ज्वलं भास्वद्रुद्रमुखं शिवाङ्घ्रियुगलं पार्श्वस्थकालानलम् |
उद्यद्भास्करकोटिकान्तिसदृशं हंसं जगद्व्यापिनं नित्यानन्दमयं हृदम्बुजकुटीनीडे सदा भावयेत् ||
७२७ ||
तत्रैव— गणेश्वरो विधिर्विष्णुः शिवो जीवो गुरुस्तथा |
षडेते हंसतामेत्य मूलाधारादिषु स्थिताः ||
७२८ ||
हंसतामेत्येति |
सहस्रदलकमलकर्णिकावस्थितहंसरूपपरमात्माभेदरूपं प्राप्येत्यर्थः |
एषा हंसैक्यभावना तत्रैवोक्ता— हंसो गणेशो विधिरेव हंसो हंसो हरिर्हंसमयश्च शम्भुः |
हंसो हि जीवो गुरुरेव हंसो हंसोऽहमात्मा परमार्थरूपः ||
७२९ ||

Bedeutung und Funktion: Das Hamsa-Dhyana wird in der Balapaddhati erklärt: (727) Man vergegenwärtige stets im schützenden Nest des Herzlotus den Hamsa: Seine beiden Flügel sind Feuer und Soma; er ist Pranava, leuchtet durch Bindu und drei Augen, besitzt Rudras strahlendes Gesicht und Shivas beide Füße; an seiner Seite steht Kalanala, das Feuer der Zeit. Er gleicht dem Glanz unzähliger aufgehender Sonnen, durchdringt die Welt und ist von ewiger Wonne erfüllt. Dort heißt es auch: (728) Ganesha, Brahma, Vishnu, Shiva, das individuelle Selbst und der Guru – diese sechs nehmen die Hamsa-Gestalt an und befinden sich im Muladhara und den weiteren Zentren. „Die Hamsa-Gestalt annehmen“ bedeutet: die Nichtverschiedenheit vom höchsten Selbst erlangen, das als Hamsa im Inneren des tausendblättrigen Lotus gegenwärtig ist. Diese Betrachtung der Einheit mit Hamsa wird dort so ausgedrückt: (729) „Hamsa ist Ganesha, Hamsa ist Brahma, Hamsa ist Hari, und Shambhu ist ganz Hamsa. Hamsa ist das individuelle Selbst, der Guru ist Hamsa; ich bin Hamsa, das Selbst in Gestalt der höchsten Wirklichkeit.“

M0335. Die unteren vier Chakras 730–735
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 139, Die unteren vier Chakras 730–735
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
haṃsāvasthāyāmeṣāṃ sthānabhūtāni ṣaṭcakrāṇyuktāni yogasāre— gudācca dvyaṅgulādūrdhvaṃ meḍhrācca dvyaṅgulādadhaḥ |
mūlādhāramidaṃ proktaṃ pītavarṇaṃ caturdalam ||
730 ||
toyavarṇādibhirvarṇaiścaturbhiḥ samalaṅkṛtam |
gudameḍhrāntarālasthaṃ mūlādhāraṃ trikoṇakam ||
731 ||
tathā— tadeva kāmarūpākhyaṃ pīṭhaṃ kāmaphalapradam |
svādhiṣṭhānāhvayaṃ cakraṃ liṅgamūle ṣaḍārakam ||
732 ||
bālārkavarṇapṛṣṭhādiṣaḍakṣarasamanvitam |
nābhideśe sthitaṃ cakraṃ daśāramaṇipūrakam ||
733 ||
nīlaprabhāṇḍādivarṇairdaśabhiḥ samalaṅkṛtam |
dvādaśāraṃ mahācakraṃ hṛdaye'nāhatāhvayam ||
734 ||
krodhīśādyakṣaropetamindragopasamaprabham |
tadetat pūrṇagiryākhyaṃ pīṭhaṃ tava varānane ||
735 ||

Devanagari:
हंसावस्थायामेषां स्थानभूतानि षट्चक्राण्युक्तानि योगसारे— गुदाच्च द्व्यङ्गुलादूर्ध्वं मेढ्राच्च द्व्यङ्गुलादधः |
मूलाधारमिदं प्रोक्तं पीतवर्णं चतुर्दलम् ||
७३० ||
तोयवर्णादिभिर्वर्णैश्चतुर्भिः समलङ्कृतम् |
गुदमेढ्रान्तरालस्थं मूलाधारं त्रिकोणकम् ||
७३१ ||
तथा— तदेव कामरूपाख्यं पीठं कामफलप्रदम् |
स्वाधिष्ठानाह्वयं चक्रं लिङ्गमूले षडारकम् ||
७३२ ||
बालार्कवर्णपृष्ठादिषडक्षरसमन्वितम् |
नाभिदेशे स्थितं चक्रं दशारमणिपूरकम् ||
७३३ ||
नीलप्रभाण्डादिवर्णैर्दशभिः समलङ्कृतम् |
द्वादशारं महाचक्रं हृदयेऽनाहताह्वयम् ||
७३४ ||
क्रोधीशाद्यक्षरोपेतमिन्द्रगोपसमप्रभम् |
तदेतत् पूर्णगिर्याख्यं पीठं तव वरानने ||
७३५ ||

Bedeutung und Funktion: Die sechs Chakras, in denen diese Gottheiten im Hamsa-Zustand wohnen, werden im Yogasara erklärt: (730–731) Zwei Fingerbreit über dem After und zwei Fingerbreit unter dem männlichen Glied liegt das Muladhara, gelb und vierblättrig. Es ist mit vier Lauten, beginnend mit dem Wasserlaut, geschmückt. Zwischen After und Glied liegt dieses dreieckige Muladhara. Ferner: (732–733) Dies ist der Kamarupa genannte Pitha, der die Frucht der Wünsche schenkt. Das Svadhishthana genannte Chakra an der Wurzel des Gliedes besitzt sechs Speichen, hat die Farbe der jungen Sonne und ist mit sechs Lauten, beginnend mit dem als „Rücken“ bezeichneten Laut, versehen. In der Nabelgegend liegt das zehnstrahlige Manipura. (734–735) Es leuchtet blau und ist mit zehn Lauten geschmückt, deren erster durch den angegebenen Lautnamen bezeichnet wird. Im Herzen liegt das große zwölfstrahlige Anahata-Chakra, versehen mit den Lauten von Krodhisha an und leuchtend wie der rote Indragopa-Käfer. Dies ist dein Purnagiri genannter Pitha, o Schönangesichtige. [Die Lautnamen sind hier teilweise verschlüsselt; die spätere Dhyana-Passage nennt die Buchstabenfolgen genauer.]

M0336. Vishuddha Ajna und Sahasrara 736–741
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 139–140, Vishuddha Ajna und Sahasrara 736–741
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kaṇṭhadeśe viśuddhākhyaṃ yaccakraṃ ṣoḍaśārakam |
dhūmraprabhaṃ ṣoḍaśabhiḥ śrīkaṇṭhādisvarairyutam ||
736 ||
pīṭhaṃ jālandharaṃ nāma tiṣṭhatyatrāmareśvari |
ājñā nāma bhruvormadhye dvidalaṃ cakrakeśaram ||
737 ||
antyavarṇadvayopetaṃ śaraccandrasamadyutim |
uḍḍyānākhyaṃ mahāpīṭhamupariṣṭhāt pratiṣṭhitam ||
738 ||
sahasrāraṃ mahāpadmaṃ visargādhaḥ pratiṣṭhitam |
adhomukhaṃ sarvavarṇayuktamāraktakeśaram ||
739 ||
etadeva hi kailāsasaṃjñakaṃ cakramucyate |
yatra nityoditaścandro niśśṛṅgo'mṛtavarṣaṇaḥ ||
740 ||
tathā— sahasrāraṃ tu deveśi haṃsarūpī paraḥ śivaḥ |
sthānānyetāni deveśi śaktiryeṣu prakāśyate ||
741 ||

Devanagari:
कण्ठदेशे विशुद्धाख्यं यच्चक्रं षोडशारकम् |
धूम्रप्रभं षोडशभिः श्रीकण्ठादिस्वरैर्युतम् ||
७३६ ||
पीठं जालन्धरं नाम तिष्ठत्यत्रामरेश्वरि |
आज्ञा नाम भ्रुवोर्मध्ये द्विदलं चक्रकेशरम् ||
७३७ ||
अन्त्यवर्णद्वयोपेतं शरच्चन्द्रसमद्युतिम् |
उड्ड्यानाख्यं महापीठमुपरिष्ठात् प्रतिष्ठितम् ||
७३८ ||
सहस्रारं महापद्मं विसर्गाधः प्रतिष्ठितम् |
अधोमुखं सर्ववर्णयुक्तमारक्तकेशरम् ||
७३९ ||
एतदेव हि कैलाससंज्ञकं चक्रमुच्यते |
यत्र नित्योदितश्चन्द्रो निश्शृङ्गोऽमृतवर्षणः ||
७४० ||
तथा— सहस्रारं तु देवेशि हंसरूपी परः शिवः |
स्थानान्येतानि देवेशि शक्तिर्येषु प्रकाश्यते ||
७४१ ||

Bedeutung und Funktion: (736–738) In der Halsgegend liegt das Vishuddha genannte Chakra mit sechzehn Speichen. Es schimmert rauchfarben und trägt die sechzehn Vokale von Shrikantha an. Hier befindet sich der Jalandhara genannte Pitha, o Herrin der Unsterblichen. Zwischen den Augenbrauen liegt das zweiblättrige Ajna-Chakra, mit den beiden letzten Lauten versehen und so hell wie der Herbstmond. Oberhalb befindet sich der Uddyana genannte große Pitha. (739–740) Der große tausendblättrige Lotus ist unterhalb des Visarga angesiedelt, nach unten gewandt, mit allen Lauten und rötlichen Staubfäden versehen. Dieses Chakra heißt Kailasa. Dort ist der ewig aufgegangene, hornlose Mond, der Nektar regnen lässt. Ferner: (741) Im Sahasrara, o Herrin der Götter, ist der höchste Shiva in Hamsa-Gestalt. Dies sind die Orte, o Göttin, an denen Shakti sich offenbart. [Zu Vers 737 verzeichnet die Ausgabe statt des auffälligen Ausdrucks „चक्रकेशरम्“ auch „vorzügliches Chakra“.]

M0337. Dhyana von Ganesha Brahma und Vishnu 742–744
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 140, Dhyana von Ganesha Brahma und Vishnu 742–744
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mūlādhārādau gaṇeśādidhyānamuktaṃ bālārcanapaddhatau— vaśaṣasadalayukte samyagādhārapadme taruṇamaruṇagātraṃ vāraṇāsyaṃ trinetram |
abhayavaradahastaṃ cārupāśāṅkuśodyatkararucirasamanvaṃ cintayedādimūrtim ||
742 ||
svādhiṣṭhāne brahmadhyānaṃ yathā— babhamayaralaiḥ saṃjñairakṣaraiḥ klṛptapadme suruciramupadiṣṭe paṅkajaiḥ sannidhānam |
abhayavaradahastaṃ kuṇḍikāṃ cākṣamālāṃ dadhatamamalamūrtiṃ cintayedviśvayonim ||
743 ||
maṇipūracakre viṣṇudhyānaṃ yathā— ḍādyaiḥ phāntagataiḥ prakalpitadale padme niviṣṭaṃ hariṃ mārtaṇḍadyutimādipūruṣamajaṃ nārāyaṇaṃ cinmayam |
hastanyastagadāriśaṅkhakamalaṃ pītāmbaraṃ kaustubhaṃ śrīvatsāṅkitamindranīlasadṛśaṃ dhyāyejjaganmohanam ||
744 ||

Devanagari:
मूलाधारादौ गणेशादिध्यानमुक्तं बालार्चनपद्धतौ— वशषसदलयुक्ते सम्यगाधारपद्मे तरुणमरुणगात्रं वारणास्यं त्रिनेत्रम् |
अभयवरदहस्तं चारुपाशाङ्कुशोद्यत्कररुचिरसमन्वं चिन्तयेदादिमूर्तिम् ||
७४२ ||
स्वाधिष्ठाने ब्रह्मध्यानं यथा— बभमयरलैः संज्ञैरक्षरैः क्लृप्तपद्मे सुरुचिरमुपदिष्टे पङ्कजैः सन्निधानम् |
अभयवरदहस्तं कुण्डिकां चाक्षमालां दधतममलमूर्तिं चिन्तयेद्विश्वयोनिम् ||
७४३ ||
मणिपूरचक्रे विष्णुध्यानं यथा— डाद्यैः फान्तगतैः प्रकल्पितदले पद्मे निविष्टं हरिं मार्तण्डद्युतिमादिपूरुषमजं नारायणं चिन्मयम् |
हस्तन्यस्तगदारिशङ्खकमलं पीताम्बरं कौस्तुभं श्रीवत्साङ्कितमिन्द्रनीलसदृशं ध्यायेज्जगन्मोहनम् ||
७४४ ||

Bedeutung und Funktion: Die Betrachtung Ganeshas und der weiteren Gottheiten im Muladhara und den folgenden Zentren wird in der Balarchanapaddhati erklärt: (742) Im wohlgeordneten Wurzellotus, dessen Blätter die vier angegebenen Laute tragen, stelle man sich die ursprüngliche Gestalt vor: jung, mit rötlichem Körper, Elefantengesicht und drei Augen. Seine Hände zeigen Furchtlosigkeit und Wunschgewährung; weitere, schön strahlende Hände halten Schlinge und Elefantenhaken empor. [Die Ausgabe verzeichnet als abweichenden Versschluss die Verbindung mit Siddhi und Lakshmi sowie die segenspendende Gestalt Shri Ganeshas.] Das Dhyana Brahmas im Svadhishthana lautet: (743) Im Lotus, dessen Blätter mit den sechs angegebenen Lauten gebildet sind, vergegenwärtige man den makellosen Ursprung der Welt. Schön ist seine Gegenwart im Lotus; seine Hände zeigen Furchtlosigkeit und Wunschgewährung und halten Wasserkrug und Gebetskette. [Die gedruckte Wendung zum Lotus ist grammatisch auffällig; eine verzeichnete Lesart nennt ausdrücklich den Lotus an der Wurzel des Gliedes.] Das Dhyana Vishnus im Manipura-Chakra lautet: (744) Man meditiere über Hari, der im Lotus sitzt, dessen Blätter die Lautfolge vom retroflexen Da bis Pha trägt: strahlend wie die Sonne, ursprünglicher Purusha, ungeborener Narayana, reines Bewusstsein. Seine Hände halten Keule, Diskus, Muschelhorn und Lotus. Er trägt ein gelbes Gewand und den Kaustubha, ist mit dem Shrivatsa gezeichnet, gleicht einem blauen Saphir und bezaubert die Welt.

M0338. Dhyana von Shiva und individuellem Selbst 745–746
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 141, Dhyana von Shiva und individuellem Selbst 745–746
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
anāhatacakre śivadhyānaṃ yathā— kādyaiṣṭhāntagataiḥ prakalpitadale paṅkeruhe pārvatīkāntaṃ pūrṇaśaśāṅkakoṭisadṛśaṃ prakhyaṃ kapardojjvalam |
śāntaṃ ṭaṅkamṛgābhayāspadakaraṃ nāgādibhūṣojjvalaṃ graiveyāṅgadahārakuṇḍaladharaṃ carmāmbaraṃ cintayet ||
745 ||
viśuddhacakre jīvātmadhyānaṃ yathā— mūrdhnyaṅgeṣu niviṣṭamaṅgarahitaṃ śāntaṃ rucā bhāsuraṃ vyāptāśeṣacarācaraṃ guṇamayaṃ bhāvena saccinmayam |
mūrtāmūrtamamūrtamekamamalaṃ jyotiḥpradīpopamaṃ sākṣātṣoḍaśapatravarṇakamale jīvaṃ paraṃ cintayet ||
746 ||

Devanagari:
अनाहतचक्रे शिवध्यानं यथा— काद्यैष्ठान्तगतैः प्रकल्पितदले पङ्केरुहे पार्वतीकान्तं पूर्णशशाङ्ककोटिसदृशं प्रख्यं कपर्दोज्ज्वलम् |
शान्तं टङ्कमृगाभयास्पदकरं नागादिभूषोज्ज्वलं ग्रैवेयाङ्गदहारकुण्डलधरं चर्माम्बरं चिन्तयेत् ||
७४५ ||
विशुद्धचक्रे जीवात्मध्यानं यथा— मूर्ध्न्यङ्गेषु निविष्टमङ्गरहितं शान्तं रुचा भासुरं व्याप्ताशेषचराचरं गुणमयं भावेन सच्चिन्मयम् |
मूर्तामूर्तममूर्तमेकममलं ज्योतिःप्रदीपोपमं साक्षात्षोडशपत्रवर्णकमले जीवं परं चिन्तयेत् ||
७४६ ||

Bedeutung und Funktion: Das Dhyana Shivas im Anahata-Chakra lautet: (745) Im Lotus, dessen Blätter mit der Lautfolge von Ka bis zum retroflexen Tha gebildet sind, stelle man sich Parvatis Geliebten vor, strahlend wie unzählige volle Monde, mit leuchtendem Haarknoten. Er ist friedvoll; seine Hände tragen Axt und Gazelle und gewähren Furchtlosigkeit. Schlangen und anderer Schmuck lassen ihn erstrahlen; er trägt Halsschmuck, Armreifen, Ketten und Ohrringe und ist in ein Fell gekleidet. Das Dhyana des individuellen Selbst im Vishuddha-Chakra lautet: (746) Im sechzehnblättrigen, mit Lauten versehenen Lotus betrachte man unmittelbar das hohe individuelle Selbst: in Kopf und Gliedern gegenwärtig und doch ohne Glieder, friedvoll und lichtstrahlend, alles Bewegliche und Unbewegliche durchdringend. Es erscheint mit Eigenschaften und ist seinem Wesen nach Sein und Bewusstsein, gestaltet und ungestaltet, gestaltlos, eines und makellos, ein Licht wie eine leuchtende Lampe.

M0339. Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 141, Dhyana von Guru und höchstem Selbst 747–748
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ājñācakre gurudhyānaṃ yathā— hakṣārṇadvayacārupatrakamale divye jagatkāraṇe viśvottīrṇamanekadehanilayaṃ svacchandamātmecchayā |
tattadyogyatayā svadeśikatanuṃ bhāvaikasaccinmayaṃ pratyakṣākṣaravigrahaṃ guruvaraṃ dhyāyet paraṃ daivatam ||
747 ||
sahasradalakamale paramātmadhyānaṃ yathā— viśvavyāpinamādidevamamale nityaṃ paraṃ niṣkalaṃ nityodbuddhasahasrapatrakamale lipyakṣarairmaṇḍite |
nityānandamanantapūrṇaparacitsattāsphurattātmakaṃ smṛtvātmānamanupraviśya kuhare svacchandataḥ sarvataḥ ||
748 ||

Devanagari:
आज्ञाचक्रे गुरुध्यानं यथा— हक्षार्णद्वयचारुपत्रकमले दिव्ये जगत्कारणे विश्वोत्तीर्णमनेकदेहनिलयं स्वच्छन्दमात्मेच्छया |
तत्तद्योग्यतया स्वदेशिकतनुं भावैकसच्चिन्मयं प्रत्यक्षाक्षरविग्रहं गुरुवरं ध्यायेत् परं दैवतम् ||
७४७ ||
सहस्रदलकमले परमात्मध्यानं यथा— विश्वव्यापिनमादिदेवममले नित्यं परं निष्कलं नित्योद्बुद्धसहस्रपत्रकमले लिप्यक्षरैर्मण्डिते |
नित्यानन्दमनन्तपूर्णपरचित्सत्तास्फुरत्तात्मकं स्मृत्वाऽऽत्मानमनुप्रविश्य कुहरे स्वच्छन्दतः सर्वतः ||
७४८ ||

Bedeutung und Funktion: Das Dhyana des Gurus im Ajna-Chakra lautet: (747) Im göttlichen Lotus mit den beiden schönen, Ha und Ksha tragenden Blättern, dem Grund der Welt, meditiere man den höchsten Guru als höchste Gottheit. Er übersteigt die Welt und wohnt in vielen Körpern; frei nach eigenem Willen nimmt er entsprechend der jeweiligen Eignung die Gestalt des eigenen Lehrers an. Sein Wesen ist einzig Sein und Bewusstsein; er ist die unmittelbar wahrnehmbare Verkörperung des Unvergänglichen. Das Dhyana des höchsten Selbst im tausendblättrigen Lotus lautet: (748) Im makellosen, stets erwachten tausendblättrigen Lotus, geschmückt mit den Schriftzeichen, gedenke man des weltdurchdringenden ursprünglichen Gottes, des ewigen, höchsten, ungeteilten Selbst. Es ist ewige Wonne, unendliches, vollkommenes Aufleuchten des höchsten Bewusstseins und Seins. Man gehe frei und ganz in das Selbst, in die innere Höhle, ein.

M0340. Shaktis und Verteilung des Ajapa 749–753
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 141–142, Shaktis und Verteilung des Ajapa 749–753
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
eṣāṃ śaktayo'pi tatraivoktāḥ— śaktiḥ siddhirgaṇeśasya brahmaṇaśca sarasvatī |
lakṣmīrnārāyaṇasyāpi pārvatī ca pinākinaḥ ||
749 ||
avidyā caiva jīvasya gurorjñānaṃ parāparam |
mokṣabījātmikā vidyā śaktiśca paramātmanaḥ ||
750 ||
evaṃ dhyātvā parātmānamiṣṭadevīsvarūpiṇam |
nivedayedyathāsaṃkhyaṃ krameṇaivājapājapam ||
751 ||
ṣaṭśatāni gaṇeśāya brahmaṇe ṣaṭsahasrakam |
viṣṇave ṣaṭsahasraṃ ca ṣaṭsahasraṃ pinākine ||
752 ||
sahasramātmane caiva gurave ca sahasrakam |
parātmane sahasraṃ ca yathāvidhi nivedayet ||
753 ||

Devanagari:
एषां शक्तयोऽपि तत्रैवोक्ताः— शक्तिः सिद्धिर्गणेशस्य ब्रह्मणश्च सरस्वती |
लक्ष्मीर्नारायणस्यापि पार्वती च पिनाकिनः ||
७४९ ||
अविद्या चैव जीवस्य गुरोर्ज्ञानं परापरम् |
मोक्षबीजात्मिका विद्या शक्तिश्च परमात्मनः ||
७५० ||
एवं ध्यात्वा परात्मानमिष्टदेवीस्वरूपिणम् |
निवेदयेद्यथासंख्यं क्रमेणैवाजपाजपम् ||
७५१ ||
षट्शतानि गणेशाय ब्रह्मणे षट्सहस्रकम् |
विष्णवे षट्सहस्रं च षट्सहस्रं पिनाकिने ||
७५२ ||
सहस्रमात्मने चैव गुरवे च सहस्रकम् |
परात्मने सहस्रं च यथाविधि निवेदयेत् ||
७५३ ||

Bedeutung und Funktion: Auch ihre Shaktis werden dort genannt: (749–750) Ganeshas Shakti ist Siddhi, Brahmas Sarasvati, Narayanas Lakshmi und Shivas Parvati. Die Shakti des individuellen Selbst ist Avidya, die des Gurus das höhere und niedere Wissen. Die Shakti des höchsten Selbst ist Vidya, deren Wesen der Same der Befreiung ist. (751) Nachdem man so das höchste Selbst in Gestalt der erwählten Göttin meditiert hat, bringe man das Ajapa-Japa der Reihe nach in den entsprechenden Zahlen dar. (752–753) Ganesha sechshundert, Brahma sechstausend, Vishnu sechstausend und Shiva sechstausend; dem individuellen Selbst tausend, dem Guru tausend und dem höchsten Selbst tausend. So soll man sie vorschriftsgemäß darbringen.

M0341. Ausgeschriebene Ajapa-Darbringungen
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 142, Ausgeschriebene Ajapa-Darbringungen
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathāvidhi iti mānasairupacārairabhyarcya— siddhiśaktisahitāya gaṇeśāya ṣaṭśahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— sarasvatīśaktisahitāya brahmaṇe ṣaṭsahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— lakṣmīśaktisahitāya viṣṇave ṣaṭsahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— pārvatīśaktisahitāya maheśvarāya ṣaṭsahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— avidyāśaktisahitāya jīvātmane sahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— parāparajñānaśaktisahitāya gurave sahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
evam— sūryakoṭiprakāśāya candrakoṭisuśītalāya vidyāśaktisahitāya paramātmane sahasrasaṃkhyākamajapājapamahaṃ nivedayāmi namaḥ |
ityevaṃ nivedayedityarthaḥ |

Devanagari:
यथाविधि इति मानसैरुपचारैरभ्यर्च्य— सिद्धिशक्तिसहिताय गणेशाय षट्शहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— सरस्वतीशक्तिसहिताय ब्रह्मणे षट्सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— लक्ष्मीशक्तिसहिताय विष्णवे षट्सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— पार्वतीशक्तिसहिताय महेश्वराय षट्सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— अविद्याशक्तिसहिताय जीवात्मने सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— परापरज्ञानशक्तिसहिताय गुरवे सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
एवम्— सूर्यकोटिप्रकाशाय चन्द्रकोटिसुशीतलाय विद्याशक्तिसहिताय परमात्मने सहस्रसंख्याकमजपाजपमहं निवेदयामि नमः |
इत्येवं निवेदयेदित्यर्थः |

Bedeutung und Funktion: „Vorschriftsgemäß“ bedeutet: nach Verehrung mit geistigen Gaben. „Ganesha, vereint mit der Shakti Siddhi, bringe ich sechstausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Brahma, vereint mit der Shakti Sarasvati, bringe ich sechstausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Vishnu, vereint mit der Shakti Lakshmi, bringe ich sechstausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Maheshvara, vereint mit der Shakti Parvati, bringe ich sechstausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Dem individuellen Selbst, vereint mit der Shakti Avidya, bringe ich tausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Dem Guru, vereint mit der Shakti des höheren und niederen Wissens, bringe ich tausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ Ebenso: „Dem höchsten Selbst, leuchtend wie unzählige Sonnen, kühl wie unzählige Monde und vereint mit der Shakti Vidya, bringe ich tausend Wiederholungen des Ajapa-Japa dar. Verehrung!“ So soll man die Darbringung vollziehen. [In der ersten Formel steht im Druck sechstausend; Vers 752 nennt für Ganesha sechshundert. Diese Abweichung bleibt sichtbar. Für Vishnu verzeichnet die Ausgabe auch den Namen Narayana.]

M0342. Tara-Sonderregel und täglicher Sankalpa 754–758
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 142–143, Tara-Sonderregel und täglicher Sankalpa 754–758
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tārāviṣaye tu vīracūḍāmaṇau— ājñāyāṃ vidyudābhāyāṃ śubhraṃ dakṣau niyojayet |
paramātmani parāśaktau sahasraṃ ca samarpayet ||
754 ||
karpūradyutisaṃrājatsahasradalapaṅkaje |
nīlātmakaṃ guruṃ dhyāyet sahasraṃ ca samarpayet ||
755 ||
iti viśeṣa uktaḥ |
tathā— tataḥ stutvā ca natvā ca saṃkalpya ca vidhānataḥ |
tadājñāṃ ca samādāya kuryādāvaśyakīḥ kriyāḥ ||
756 ||
saṃkalpyeti— adyatanasūryodayādārabhya śvastanasūryodayaparyantaṃ śvāsocchvāsarūpeṇa ṣaṭśatādhikaikaviṃśatisahasrasaṃkhyākamajapāgāyatrījapamahaṃ kariṣye |
iti saṃkalpyetyarthaḥ |
merutantre— prārthayitvā varān śvāsayuktaṃ pādaṃ nidhāpayet ||
757 ||
samudramekhale devi parvatastanamaṇḍale |
viṣṇupatni namastubhyaṃ pādasparśaṃ kṣamasva me ||
758 ||

Devanagari:
ताराविषये तु वीरचूडामणौ— आज्ञायां विद्युदाभायां शुभ्रं दक्षौ नियोजयेत् |
परमात्मनि पराशक्तौ सहस्रं च समर्पयेत् ||
७५४ ||
कर्पूरद्युतिसंराजत्सहस्रदलपङ्कजे |
नीलात्मकं गुरुं ध्यायेत् सहस्रं च समर्पयेत् ||
७५५ ||
इति विशेष उक्तः |
तथा— ततः स्तुत्वा च नत्वा च संकल्प्य च विधानतः |
तदाज्ञां च समादाय कुर्यादावश्यकीः क्रियाः ||
७५६ ||
संकल्प्येति— अद्यतनसूर्योदयादारभ्य श्वस्तनसूर्योदयपर्यन्तं श्वासोच्छ्वासरूपेण षट्शताधिकैकविंशतिसहस्रसंख्याकमजपागायत्रीजपमहं करिष्ये |
इति संकल्प्येत्यर्थः |
मेरुतन्त्रे— प्रार्थयित्वा वरान् श्वासयुक्तं पादं निधापयेत् ||
७५७ ||
समुद्रमेखले देवि पर्वतस्तनमण्डले |
विष्णुपत्नि नमस्तुभ्यं पादस्पर्शं क्षमस्व मे ||
७५८ ||

Bedeutung und Funktion: Für Tara wird im Virachudamani eine Besonderheit genannt: (754) Im blitzhellen Ajna setze man das Weiße ein [die anschließende Richtungs- oder Ortsangabe „दक्षौ“ ist unsicher]. Dem höchsten Selbst und der höchsten Shakti bringe man tausend Wiederholungen dar. (755) Im tausendblättrigen Lotus, der wie Kampfer strahlt, meditiere man den blauen Guru und bringe tausend Wiederholungen dar. So lautet die besondere Vorschrift. Ferner: (756) Nach Lobpreis und Verneigung fasse man den Entschluss nach Vorschrift, empfange die Erlaubnis und vollziehe die notwendigen Handlungen. „Den Entschluss fassen“ bedeutet: „Vom heutigen Sonnenaufgang bis zum morgigen Sonnenaufgang werde ich in Gestalt des Ein- und Ausatmens 21.600 Wiederholungen der Ajapa-Gayatri vollziehen.“ Dies ist der Sankalpa. Im Merutantra: (757) Nachdem man um Segen gebeten hat, setze man den Fuß auf der Seite auf, auf der der Atem strömt. (758) „O Göttin, deren Gürtel der Ozean und deren Brüste die Berge sind, Gemahlin Vishnus! Dir gilt meine Verehrung. Verzeihe mir die Berührung durch meinen Fuß.“

M0343. Körperreinigung 759–766
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 143, Körperreinigung 759–766
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha śaucavidhistatraiva— tato gṛhādbahiryāmyāṃ nairṛtīṃ vā diśaṃ vrajet |
pade pade smaredastraṃ dūre yāyānnijālayāt ||
759 ||
atītya bāṇamātrāṃ tu bhuvaṃ grāmādvilokya ca |
kīṭatoyādirahitaṃ śaucasthānamidaṃ paṭhet ||
760 ||
uttiṣṭhantvṛṣayo devā gandharvā yakṣarākṣasāḥ |
paritastyajyatāṃ sthānaṃ viṇmūtrotsarjanāya me ||
761 ||
anena manunā loṣṭatṛṇairudvāsya devatāḥ |
kuryānmalacyutiṃ tatra vāsasā kaṃ praveṣṭya ca ||
762 ||
khaṃ diśaśca na paśyeta śaucamuddhṛtya vāribhiḥ |
ekā liṅge gude sapta daśa vāmakare tathā ||
763 ||
ubhayoḥ sapta dātavyāstisro'ṅghryorapi mṛttikāḥ |
mūtrotsarge vāmahaste liṅge pañca ca mṛttikāḥ ||
764 ||
triḥ karadvitaye caikā pādayoratha vācaret |
gandhalepakṣayakaraṃ manoglāniharaṃ param ||
765 ||
kuryāddvādaśagaṇḍūṣān purīṣotsarjanottaram |
mūtratyāge tu catura ācamet tristataḥ param ||
766 ||

Devanagari:
अथ शौचविधिस्तत्रैव— ततो गृहाद्बहिर्याम्यां नैर्ऋतीं वा दिशं व्रजेत् |
पदे पदे स्मरेदस्त्रं दूरे यायान्निजालयात् ||
७५९ ||
अतीत्य बाणमात्रां तु भुवं ग्रामाद्विलोक्य च |
कीटतोयादिरहितं शौचस्थानमिदं पठेत् ||
७६० ||
उत्तिष्ठन्त्वृषयो देवा गन्धर्वा यक्षराक्षसाः |
परितस्त्यज्यतां स्थानं विण्मूत्रोत्सर्जनाय मे ||
७६१ ||
अनेन मनुना लोष्टतृणैरुद्वास्य देवताः |
कुर्यान्मलच्युतिं तत्र वाससा कं प्रवेष्ट्य च ||
७६२ ||
खं दिशश्च न पश्येत शौचमुद्धृत्य वारिभिः |
एका लिङ्गे गुदे सप्त दश वामकरे तथा ||
७६३ ||
उभयोः सप्त दातव्यास्तिस्रोऽङ्घ्र्योरपि मृत्तिकाः |
मूत्रोत्सर्गे वामहस्ते लिङ्गे पञ्च च मृत्तिकाः ||
७६४ ||
त्रिः करद्वितये चैका पादयोरथ वाऽऽचरेत् |
गन्धलेपक्षयकरं मनोग्लानिहरं परम् ||
७६५ ||
कुर्याद्द्वादशगण्डूषान् पुरीषोत्सर्जनोत्तरम् |
मूत्रत्यागे तु चतुर आचमेत् त्रिस्ततः परम् ||
७६६ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Reinigungsverfahren, ebenfalls dort: (759–760) Man verlasse das Haus nach Süden oder Südwesten, gedenke bei jedem Schritt der Waffenformel und gehe weit vom eigenen Haus fort. Jenseits einer Pfeilschussweite vom Dorf suche man einen Platz ohne Insekten, Wasser und Ähnliches und spreche: (761) „Rishis, Götter, Gandharvas, Yakshas und Rakshasas, erhebt euch! Verlasst ringsum diesen Ort, damit ich Stuhl und Harn ausscheiden kann.“ (762–763) Mit dieser Formel und mit Erdklumpen und Gräsern entlasse man die Gottheiten, verhülle den Kopf mit einem Tuch und verrichte dort die Ausscheidung. Man blicke dabei weder zum Himmel noch in die Richtungen. Danach reinige man sich mit herbeigeholtem Wasser. Erde verwende man einmal am Glied, siebenmal am After und zehnmal an der linken Hand. (764–765) An beiden Händen siebenmal, an den Füßen dreimal. Nach dem Wasserlassen verwende man Erde fünfmal an der linken Hand und am Glied, dreimal an beiden Händen und einmal an den Füßen; oder man reinige sich so, dass Geruch und anhaftender Schmutz verschwinden und das Gefühl der Unreinheit im Geist aufgehoben wird. (766) Nach dem Stuhlgang spüle man den Mund zwölfmal, nach dem Wasserlassen viermal; danach vollziehe man dreimal Achamana.

M0344. Zahnreinigung und Vorbereitung des Bades 767–774
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 144, Zahnreinigung und Vorbereitung des Bades 767–774
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha dantadhāvanavidhistatraiva— arkanyagrodhakhadirakarambhakakubhādijam |
kaniṣṭhāgrasamasthaulyaṃ praguṇaṃ dvādaśāṅgulam ||
767 ||
klīmuktvā kāmadevāya sarvajanapriyāya ca |
namo'ntasthitivarṇo'yaṃ mantro dantaviśodhane ||
768 ||
prakṣālya dantakāṣṭhaṃ ca śuddhadeśe purastyajet |
vaktraṃ mūlāṇunā nityaṃ kṣālayet siddhihetave ||
769 ||
tantrāntare— mantrārthaṃ saṃsmaraṃstīrthaṃ gatvā snānaṃ samācaret |
atha snānavidhiḥ—taduktaṃ merutantre— atha pūjāhomakarmasiddhaye snānamucyate ||
770 ||
śaṅkhanāstrābhijaptena śucisthānāttu mṛttikām |
gṛhītvā'streṇa saṃsicya yāyājjalaniketanam ||
771 ||
tantrāntare— darbhāṃstilān gomayaṃ ca samādāya vrajet tataḥ |
tarjanyā rajataṃ dhāryaṃ svarṇaṃ dhāryamanāmayā ||
eṣa evaṃ kuśaḥ prokto na darbhā vanasaṃbhavāḥ ||
772 ||
rudrayāmale— trayo darbhāḥ samuddiṣṭāḥ suvarṇai rajataiḥ kuśaiḥ |
tatra śākte dvayaṃ cādyamanyeṣāṃ tu trayo matāḥ ||
773 ||
suvarṇaṃ rajataṃ caiva japapūjādikarmasu |
kuśakāryakaraṃ proktaṃ na tu vanyakuśāḥ kuśāḥ ||
774 ||

Devanagari:
अथ दन्तधावनविधिस्तत्रैव— अर्कन्यग्रोधखदिरकरम्भककुभादिजम् |
कनिष्ठाग्रसमस्थौल्यं प्रगुणं द्वादशाङ्गुलम् ||
७६७ ||
क्लीमुक्त्वा कामदेवाय सर्वजनप्रियाय च |
नमोऽन्तस्थितिवर्णोऽयं मन्त्रो दन्तविशोधने ||
७६८ ||
प्रक्षाल्य दन्तकाष्ठं च शुद्धदेशे पुरस्त्यजेत् |
वक्त्रं मूलाणुना नित्यं क्षालयेत् सिद्धिहेतवे ||
७६९ ||
तन्त्रान्तरे— मन्त्रार्थं संस्मरंस्तीर्थं गत्वा स्नानं समाचरेत् |
अथ स्नानविधिः—तदुक्तं मेरुतन्त्रे— अथ पूजाहोमकर्मसिद्धये स्नानमुच्यते ||
७७० ||
शङ्खनास्त्राभिजप्तेन शुचिस्थानात्तु मृत्तिकाम् |
गृहीत्वाऽस्त्रेण संसिच्य यायाज्जलनिकेतनम् ||
७७१ ||
तन्त्रान्तरे— दर्भांस्तिलान् गोमयं च समादाय व्रजेत् ततः |
तर्जन्या रजतं धार्यं स्वर्णं धार्यमनामया ||
एष एवं कुशः प्रोक्तो न दर्भा वनसंभवाः ||
७७२ ||
रुद्रयामले— त्रयो दर्भाः समुद्दिष्टाः सुवर्णै रजतैः कुशैः |
तत्र शाक्ते द्वयं चाद्यमन्येषां तु त्रयो मताः ||
७७३ ||
सुवर्णं रजतं चैव जपपूजादिकर्मसु |
कुशकार्यकरं प्रोक्तं न तु वन्यकुशाः कुशाः ||
७७४ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Verfahren der Zahnreinigung, ebenfalls dort: (767) Man nehme ein gerades, zwölf Fingerbreit langes Zahnholz, so dick wie die Spitze des kleinen Fingers, von Arka, Nyagrodha, Khadira, Karambha, Kakubha oder einem anderen genannten Baum. (768) Man spreche das Kama-Bija, dann „für Kamadeva, den allen Menschen Lieben“ und am Ende „Verehrung“. Dies ist der Mantra zur Zahnreinigung. (769) Man spüle das Zahnholz ab und lege es danach an einem reinen Ort ab. Um Siddhi zu erlangen, wasche man den Mund stets mit dem Grundmantra. In einem anderen Tantra: Während man sich den Sinn des Mantras vergegenwärtigt, gehe man zur Badestelle und bade. Nun das Badeverfahren; dazu heißt es im Merutantra: (770) Das Bad wird nun erklärt, damit Puja, Homa und die übrigen Handlungen gelingen. (771) Man nehme von einem reinen Ort Erde, die mit der genannten Waffenformel besprochen ist, besprenge sie mit dem Astra-Mantra und gehe zum Wasser. [Die erste Mantrabezeichnung „शङ्खनास्त्र“ ist im Druck nicht eindeutig.] In einem anderen Tantra: (772) Man nehme Darbha-Gras, Sesam und Kuhdung mit. Am Zeigefinger ist Silber zu tragen, am Ringfinger Gold. Dies wird hier als Kusha bezeichnet, nicht das im Wald gewachsene Darbha-Gras. Im Rudrayamala: (773) Drei Arten Darbha werden genannt: Gold, Silber und Kusha-Gras. Bei den Shaktas gelten die ersten beiden, bei den übrigen alle drei. (774) Gold und Silber erfüllen bei Japa, Puja und ähnlichen Handlungen die Aufgabe von Kusha; wild wachsendes Kusha gilt hier nicht als das maßgebliche Kusha.

M0345. Äußeres und tantrisches Bad 778–783
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 144–145, Äußeres und tantrisches Bad 778–783
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merau— tatrādau jalakūlaṃ tu kṣālayedastravāriṇā |
mṛdaṃ kṛtvā tridhā tatra ekabhāgopagāṃ tataḥ ||
778 ||
nidhāya gomayaṃ darbhāstilāścāpyabhimantritān |
mṛttikāgomayābhyāṃ ca kaṭyantaṃ snānamācaret ||
779 ||
bahiruddhṛtatoyena malasnānaṃ tataḥ param |
vidhāya vaidikaṃ snānaṃ tadaṅgatarpaṇaṃ tathā ||
780 ||
tatastāntrikasnānasya vidhirastreṇa mṛttikām |
samādāyāstramantreṇa mantrayitvā tṛṇādikam ||
781 ||
śikhāmantreṇāpahatya trirmūlenābhimantrayet |
mūrdhādipādaparyantaṃ vilipya praṇamejjalam ||
782 ||
ādhāraḥ sarvabhūtasya viṣṇoratulatejasaḥ |
tadrūpāśca tato jātāstā āpaḥ praṇamāmyaham ||
783 ||

Devanagari:
मेरौ— तत्रादौ जलकूलं तु क्षालयेदस्त्रवारिणा |
मृदं कृत्वा त्रिधा तत्र एकभागोपगां ततः ||
७७८ ||
निधाय गोमयं दर्भास्तिलाश्चाप्यभिमन्त्रितान् |
मृत्तिकागोमयाभ्यां च कट्यन्तं स्नानमाचरेत् ||
७७९ ||
बहिरुद्धृततोयेन मलस्नानं ततः परम् |
विधाय वैदिकं स्नानं तदङ्गतर्पणं तथा ||
७८० ||
ततस्तान्त्रिकस्नानस्य विधिरस्त्रेण मृत्तिकाम् |
समादायास्त्रमन्त्रेण मन्त्रयित्वा तृणादिकम् ||
७८१ ||
शिखामन्त्रेणापहत्य त्रिर्मूलेनाभिमन्त्रयेत् |
मूर्धादिपादपर्यन्तं विलिप्य प्रणमेज्जलम् ||
७८२ ||
आधारः सर्वभूतस्य विष्णोरतुलतेजसः |
तद्रूपाश्च ततो जातास्ता आपः प्रणमाम्यहम् ||
७८३ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (778–780) Zuerst reinige man das Ufer mit Wasser, das mit dem Astra-Mantra besprochen ist. Man teile die Erde in drei Teile, lege einen Teil beiseite und stelle auch den besprochenen Kuhdung, das Darbha-Gras und den Sesam bereit. Mit Erde und Kuhdung wasche man den Körper bis zur Hüfte. Danach führe man mit aus dem Gewässer geschöpftem Wasser das Bad zur Entfernung des Schmutzes aus, anschließend das vedische Bad und das dazugehörige Tarpana. [Die Druckzählung springt von Vers 774 auf 778; Verse 775–777 sind hier nicht vorhanden.] (781–782) Dann folgt das tantrische Bad. Mit dem Astra-Mantra nehme man Erde und bespreche sie mit derselben Formel. Mit dem Shikha-Mantra entferne man Gras und andere Fremdstoffe und bespreche die Erde dreimal mit dem Grundmantra. Man bestreiche sich vom Kopf bis zu den Füßen damit und verneige sich vor dem Wasser: (783) „Die Wasser tragen Vishnu von unvergleichlichem Glanz, den Träger aller Wesen; sie sind seine Gestalt und aus ihm entstanden. Vor diesen Wassern verneige ich mich.“ [Die grammatische Verknüpfung des ersten Halbverses ist auffällig; die Bezugnahme auf Vishnu und die Wasser ist eindeutig.]

M0346. Anrufung der heiligen Flüsse 784–790
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 145, Anrufung der heiligen Flüsse 784–790
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
saṃmukhīkaraṇī mudrāṃ baddhvā prāṇaṃ nirudhya ca |
nimajjya tūṣṇīmutthāya nābhimātre jale sthitaḥ ||
784 ||
tāntrikasnānasaṃkalpaṃ māsollekhādipūrvakam |
kṛtvā tu mūlamantreṇa prāṇāyāmatrayaṃ caret ||
785 ||
vinyasya ca ṣaḍaṅgāni kalpayet tīrthamagrataḥ |
caturasre hastamātre tajjale parikalpite ||
786 ||
brahmāṇḍodaratīrthāni karaiḥ spṛṣṭāni te rave |
tena satyena deveśa tīrthaṃ dehi divākara ||
787 ||
iti sūryaṃ prārthayitvā kromityaṅkuśamudrayā |
bhittvā'rkamaṇḍalaṃ tasmāt tīrthānyāvāhayediha ||
788 ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhukāveri jale'smin sannidhiṃ kuru ||
789 ||
evamuktvā tu tīrthāni tasmiṃstoye niyojayet |
mūlamantreṇātha tīrthaśaktiṃ tatra samāhvayet ||
arkasya maṇḍalaṃ dhyātvā tanmantreṇa ca pūjayet ||
790 ||

Devanagari:
संमुखीकरणी मुद्रां बद्ध्वा प्राणं निरुध्य च |
निमज्ज्य तूष्णीमुत्थाय नाभिमात्रे जले स्थितः ||
७८४ ||
तान्त्रिकस्नानसंकल्पं मासोल्लेखादिपूर्वकम् |
कृत्वा तु मूलमन्त्रेण प्राणायामत्रयं चरेत् ||
७८५ ||
विन्यस्य च षडङ्गानि कल्पयेत् तीर्थमग्रतः |
चतुरस्रे हस्तमात्रे तज्जले परिकल्पिते ||
७८६ ||
ब्रह्माण्डोदरतीर्थानि करैः स्पृष्टानि ते रवे |
तेन सत्येन देवेश तीर्थं देहि दिवाकर ||
७८७ ||
इति सूर्यं प्रार्थयित्वा क्रोमित्यङ्कुशमुद्रया |
भित्त्वाऽर्कमण्डलं तस्मात् तीर्थान्यावाहयेदिह ||
७८८ ||
गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति |
नर्मदे सिन्धुकावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ||
७८९ ||
एवमुक्त्वा तु तीर्थानि तस्मिंस्तोये नियोजयेत् |
मूलमन्त्रेणाथ तीर्थशक्तिं तत्र समाह्वयेत् ||
अर्कस्य मण्डलं ध्यात्वा तन्मन्त्रेण च पूजयेत् ||
७९० ||

Bedeutung und Funktion: (784–786) Man bilde die zuwendende Mudra, halte den Atem an, tauche unter und erhebe sich schweigend. Bis zum Nabel im Wasser stehend fasse man den Entschluss zum tantrischen Bad, beginnend mit der Nennung des Monats und der übrigen Zeitangaben. Mit dem Grundmantra vollziehe man dreimal Pranayama und den Nyasa der sechs Glieder. Vor sich stelle man im Wasser eine quadratische heilige Badestelle von einer Elle Seitenlänge her. (787) „O Sonne, deine Strahlen berühren die heiligen Badestellen im Inneren des Weltalls. Bei dieser Wahrheit, o Herr der Götter, o Tagesspender, schenke mir das heilige Wasser!“ (788) Nachdem man so zur Sonne gebetet hat, öffne man mit dem angegebenen Bija und der Elefantenhaken-Mudra die Sonnenscheibe und rufe daraus die heiligen Wasser hierher. (789) „Ganga und Yamuna, Godavari und Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig!“ (790) Mit diesen Worten setze man die heiligen Wasser in das vorliegende Wasser ein. Mit dem Grundmantra rufe man die Kraft der heiligen Badestellen herbei, meditiere die Sonnenscheibe und verehre sie mit ihrem Mantra.

M0347. Tirtha-Shakti und Ganga-Formel 791–796
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 145–146, Tirtha-Shakti und Ganga-Formel 791–796
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sarvānandamayīmaśeṣaduritadhvaṃsāṃ mṛgāṅkaprabhāṃ tryakṣāmūrdhvakaradvayena dadhatīṃ pāśaṃ sṛṇiṃ vāmataḥ |
antaścāmṛtapūrṇahemakalaśau muktākṣamālāṃ varāṃ gaṅgāṃ sindhusaridvarādisahitāṃ śrītīrthaśaktiṃ bhaje ||
791 ||
tīrthaśaktimantrastantrāntare— ākāśā vahnimārūḍhā bindunādavibhūṣitāḥ |
ṣaḍdīrghasvarasaṃbhinnā sarvānandamaye padam ||
792 ||
saṃbuddhyantāṃ tīrthaśaktimehyehi vahnigehinī |
ekaviṃśākṣaraḥ proktastīrthaśaktermahāmanuḥ ||
793 ||
merutantre— tajjalaṃ gāṅgamantreṇa mantrayedaṣṭavārakam |
tato namo bhagavati brūyādambe tato'mbike ||
794 ||
ambālike mahāmālinyehyehi bhagavatyatha |
aśeṣatīrthālavāle māyāśrībījamuccaret ||
795 ||
śivajaṭādhirūḍhe ca gaṅge gaṅgāmbike dviṭhaḥ |
gaṅgāvidyeyamākhyātā tripañcāśadbhirakṣaraiḥ ||
796 ||

Devanagari:
सर्वानन्दमयीमशेषदुरितध्वंसां मृगाङ्कप्रभां त्र्यक्षामूर्ध्वकरद्वयेन दधतीं पाशं सृणिं वामतः |
अन्तश्चामृतपूर्णहेमकलशौ मुक्ताक्षमालां वरां गङ्गां सिन्धुसरिद्वरादिसहितां श्रीतीर्थशक्तिं भजे ||
७९१ ||
तीर्थशक्तिमन्त्रस्तन्त्रान्तरे— आकाशा वह्निमारूढा बिन्दुनादविभूषिताः |
षड्दीर्घस्वरसंभिन्ना सर्वानन्दमये पदम् ||
७९२ ||
संबुद्ध्यन्तां तीर्थशक्तिमेह्येहि वह्निगेहिनी |
एकविंशाक्षरः प्रोक्तस्तीर्थशक्तेर्महामनुः ||
७९३ ||
मेरुतन्त्रे— तज्जलं गाङ्गमन्त्रेण मन्त्रयेदष्टवारकम् |
ततो नमो भगवति ब्रूयादम्बे ततोऽम्बिके ||
७९४ ||
अम्बालिके महामालिन्येह्येहि भगवत्यथ |
अशेषतीर्थालवाले मायाश्रीबीजमुच्चरेत् ||
७९५ ||
शिवजटाधिरूढे च गङ्गे गङ्गाम्बिके द्विठः |
गङ्गाविद्येयमाख्याता त्रिपञ्चाशद्भिरक्षरैः ||
७९६ ||

Bedeutung und Funktion: (791) „Ich verehre die ehrwürdige Tirtha-Shakti, Ganga, begleitet von Sindhu und den übrigen vorzüglichen Flüssen: voller aller Wonne, Vernichterin sämtlicher Verfehlungen, mondhell und dreiäugig. Mit den beiden oberen Händen hält sie Schlinge und Elefantenhaken; weiter nennt der Vers goldene, mit Nektar gefüllte Krüge und eine Perlen-Gebetskette. Sie ist die Vorzügliche.“ [Die genaue Verteilung von Krügen und Gebetskette auf die Hände ist in der Druckfassung nicht eindeutig.] Der Mantra der Tirtha-Shakti steht in einem anderen Tantra: (792–793) Man verbinde den Ätherlaut mit dem Feuerlaut, schmücke ihn mit Bindu und Nada und variiere ihn mit den sechs langen Vokalen. Dann folgen die Anreden „du aus aller Wonne Bestehende“ und „Kraft der heiligen Badestellen“, zweimal „komm“ und die „Hausfrau des Feuers“. Als einundzwanzigsilbig wird dieser große Mantra der Tirtha-Shakti gelehrt. Im Merutantra: (794–796) Man bespreche das Wasser achtmal mit dem Ganga-Mantra. Seine Bildung wird so beschrieben: „Verehrung, o Göttin, Mutter, Ambika, Ambalika, du mit der großen Girlande, komm, komm, o Göttin, Sammelbecken aller heiligen Wasser“; dann spreche man das Maya- und Shri-Bija, gefolgt von „du in Shivas Haarflechten Ruhende, Ganga, Mutter Ganga“ und dem durch zweimal ṭha bezeichneten Schluss. Diese Ganga-Vidya wird als dreiundfünfzigsilbig bezeichnet. [Die Vorlage gibt eine Aufbauanweisung mit verschlüsselten Bijas.]

M0348. Reinigung durch die Wasser 797–803
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 146, Reinigung durch die Wasser 797–803
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhuvaneśyā samāloḍyāmṛtīkṛtya sudhāṇunā |
kavacenāvaguṇṭhyātha saṃrakṣyāstreṇa mantravit ||
797 ||
mūlena devatāṃ tatra sāṅgāṃ sāvaraṇāṃ tathā |
samāvāhya jale dhyātvā tatpādadvayanirgatam ||
798 ||
dhyātvā tīrthaṃ smaranmūlamantraṃ snāyājjale triśaḥ |
hṛdi devaṃ smaran paścāt siñcet kaṃ kumbhamudrayā ||
799 ||
tribhiḥ ślokairmūlamantraṃ tārakaṃ bījapūrvakaiḥ |
sisṛkṣornikhilaṃ viśvaṃ muhuḥ śukraṃ prajāpate ||
800 ||
mātaraḥ sarvabhūtānāmāpo devyaḥ punantu mām |
alakṣmīrmalarūpā yāḥ sarvabhūteṣu saṃsthitāḥ ||
801 ||
kṣālayanti nijaṃ sparśādāpo devyaḥ punantu mām |
yanme keśeṣu daurbhāgyaṃ sīmante yacca mūrdhani ||
802 ||
lalāṭe karṇayorakṣṇostamāpo ghnantu vo namaḥ |
tataḥ svāhātmamūlena trirācamanamāracaret ||
803 ||

Devanagari:
भुवनेश्या समालोड्यामृतीकृत्य सुधाणुना |
कवचेनावगुण्ठ्याथ संरक्ष्यास्त्रेण मन्त्रवित् ||
७९७ ||
मूलेन देवतां तत्र साङ्गां सावरणां तथा |
समावाह्य जले ध्यात्वा तत्पादद्वयनिर्गतम् ||
७९८ ||
ध्यात्वा तीर्थं स्मरन्मूलमन्त्रं स्नायाज्जले त्रिशः |
हृदि देवं स्मरन् पश्चात् सिञ्चेत् कं कुम्भमुद्रया ||
७९९ ||
त्रिभिः श्लोकैर्मूलमन्त्रं तारकं बीजपूर्वकैः |
सिसृक्षोर्निखिलं विश्वं मुहुः शुक्रं प्रजापते ||
८०० ||
मातरः सर्वभूतानामापो देव्यः पुनन्तु माम् |
अलक्ष्मीर्मलरूपा याः सर्वभूतेषु संस्थिताः ||
८०१ ||
क्षालयन्ति निजं स्पर्शादापो देव्यः पुनन्तु माम् |
यन्मे केशेषु दौर्भाग्यं सीमन्ते यच्च मूर्धनि ||
८०२ ||
ललाटे कर्णयोरक्ष्णोस्तमापो घ्नन्तु वो नमः |
ततः स्वाहात्ममूलेन त्रिराचमनमारचरेत् ||
८०३ ||

Bedeutung und Funktion: (797–799) Der Mantra-Kenner rühre das Wasser mit der Bhuvaneshvari-Formel um, mache es mit dem Nektar-Bija zu Nektar, verhülle es mit dem Schutzpanzer und schütze es mit der Waffenformel. Mit dem Grundmantra rufe er die Gottheit samt ihren Gliedern und ihrem Gefolge ins Wasser. Er betrachte das heilige Wasser als aus ihren beiden Füßen hervorgegangen und bade dreimal darin, während er den Grundmantra vergegenwärtigt. Danach erinnere er die Gottheit im Herzen und begieße mit der Krug-Mudra seinen Kopf. (800–803) Dazu dienen die drei folgenden Verse, denen der Grundmantra, Pranava und Bija vorausgehen: „Die Wasser sind die Schöpferkraft Prajapatis, der immer wieder das ganze Weltall hervorbringen will, und die Mütter aller Wesen: Mögen die göttlichen Wasser mich reinigen! Die Wasser waschen durch ihre Berührung die Unheilskraft in Gestalt des Schmutzes ab, die in allen Wesen wohnt: Mögen die göttlichen Wasser mich reinigen! Welches Unglück in meinen Haaren, im Scheitel, auf meinem Kopf, auf der Stirn, an Ohren und Augen haftet, das mögen die Wasser vernichten. Euch gilt meine Verehrung!“ Danach vollziehe man dreimal Achamana mit dem Grundmantra, verbunden mit Svaha. [Der erste Gebetsanfang in Vers 800 ist grammatisch verkürzt; die Vorlage nennt ausdrücklich die Schöpferkraft Prajapatis.]

M0349. Abschluss des Bades 804–805
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 146, Abschluss des Bades 804–805
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gandharvatantre— mūlaṃ paṭhanmūrdhni toyaṃ mudrayā kumbhasaṃjñayā |
kṣiptvā vāratrayaṃ paścādācāmet sādhakāgraṇīḥ ||
804 ||
ātmavidyāśivaistattvaiḥ ... ... iti |
kumbhamudrā vakṣyate merutantre— tridhā devaṃ ca saṃtarpya toyamadhyāt taṭe vrajet ||
805 ||

Devanagari:
गन्धर्वतन्त्रे— मूलं पठन्मूर्ध्नि तोयं मुद्रया कुम्भसंज्ञया |
क्षिप्त्वा वारत्रयं पश्चादाचामेत् साधकाग्रणीः ||
८०४ ||
आत्मविद्याशिवैस्तत्त्वैः ... ... इति |
कुम्भमुद्रा वक्ष्यते मेरुतन्त्रे— त्रिधा देवं च संतर्प्य तोयमध्यात् तटे व्रजेत् ||
८०५ ||

Bedeutung und Funktion: Im Gandharvatantra: (804) Während er den Grundmantra spricht, gieße der vorzügliche Sadhaka mit der Krug-Mudra dreimal Wasser über seinen Kopf und vollziehe danach Achamana mit den Tattvas des Selbst, der Vidya und Shivas … [Die Vorlage enthält hier eine Auslassung.] Die Krug-Mudra wird noch erläutert. Im Merutantra: (805) Nachdem man der Gottheit dreimal Tarpana dargebracht hat, gehe man aus dem Wasser ans Ufer.

M0350. Abschluss und Mantra-Bad 806–811
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 147, Abschluss und Mantra-Bad 806–811
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
dhautaṃ vastrayugaṃ dhṛtvā prakṣālyorū karau tathā |
mṛdadbhistata ācāmedevaṃ snānavidhiḥ smṛtaḥ ||
806 ||
atha mantrasnānavidhistatraiva— mantrasnānaṃ prakartavyaṃ śītayordeśakālayoḥ |
toyābhāve'game durge kārye'svāsthye ca vārdhake ||
807 ||
prakṣālya pādāvācamya proddhṛtena tu vāriṇā |
sthānaṃ daśa diśaḥ prāgvat saṃśodhyopaviśet tataḥ ||
808 ||
astraṃ hastatale nyasya kramāt nyāsāṃstataścaret |
mātṛkādīṃstathā mūlamantranyāsānaśeṣataḥ ||
809 ||
nyāsānte saṃspṛśet toyaṃ mantrasnānamidaṃ varam |
kevalādudakasnānāt saṃskāraparivarjitāt ||
810 ||
prabhāsādiṣu tīrtheṣu yat phalaṃ snātakasya tu |
jñeyaṃ daśaguṇaṃ tasmānmantrasnānasya niścayāt ||
811 ||

Devanagari:
धौतं वस्त्रयुगं धृत्वा प्रक्षाल्योरू करौ तथा |
मृदद्भिस्तत आचामेदेवं स्नानविधिः स्मृतः ||
८०६ ||
अथ मन्त्रस्नानविधिस्तत्रैव— मन्त्रस्नानं प्रकर्तव्यं शीतयोर्देशकालयोः |
तोयाभावेऽगमे दुर्गे कार्येऽस्वास्थ्ये च वार्धके ||
८०७ ||
प्रक्षाल्य पादावाचम्य प्रोद्धृतेन तु वारिणा |
स्थानं दश दिशः प्राग्वत् संशोध्योपविशेत् ततः ||
८०८ ||
अस्त्रं हस्ततले न्यस्य क्रमात् न्यासांस्ततश्चरेत् |
मातृकादींस्तथा मूलमन्त्रन्यासानशेषतः ||
८०९ ||
न्यासान्ते संस्पृशेत् तोयं मन्त्रस्नानमिदं वरम् |
केवलादुदकस्नानात् संस्कारपरिवर्जितात् ||
८१० ||
प्रभासादिषु तीर्थेषु यत् फलं स्नातकस्य तु |
ज्ञेयं दशगुणं तस्मान्मन्त्रस्नानस्य निश्चयात् ||
८११ ||

Bedeutung und Funktion: (806) Man lege zwei gewaschene Gewänder an, reinige Schenkel und Hände mit Erde und Wasser und vollziehe danach Achamana. So ist das Badeverfahren überliefert. Nun das Mantra-Bad, ebenfalls dort: (807) Das Mantra-Bad ist an kalten Orten und zu kalter Jahreszeit vorzunehmen, bei Wassermangel, in schwer zugänglichem Gelände, bei dringenden Aufgaben, Krankheit und im Alter. (808) Man wasche die Füße, vollziehe mit geschöpftem Wasser Achamana, reinige wie zuvor den Platz und die zehn Richtungen und setze sich dann. (809) Man setze die Waffenmacht in die Handfläche ein und vollziehe der Reihe nach sämtliche Nyasas, beginnend mit Matrika, sowie die Nyasas des Grundmantras. (810–811) Nach Abschluss des Nyasa berühre man Wasser. Dieses Mantra-Bad ist besser als ein bloßes Wasserbad ohne rituelle Heiligung. Seine Frucht gilt gewiss als zehnmal so groß wie die eines Bades an heiligen Stätten wie Prabhasa.

M0351. Dhyana-Bad geistiges Bad und Shiva-Bad 812–819
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 147–148, Dhyana-Bad geistiges Bad und Shiva-Bad 812–819
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha dhyānasnānaṃ tatraiva— dhyānasnānamatho vakṣye dvābhyāmapi paraṃ ca yat |
khasthitaṃ puṇḍarīkākṣaṃ mantramūrtiṃ prabhuṃ smaret ||
812 ||
tatpādodakajāṃ dhārāṃ nipatantīṃ svamūrdhani |
cintayet sūkṣmarandhreṇa praviśantīṃ svakāṃ tanum ||
813 ||
tayā saṃkṣālayet sarvametaddehagataṃ malam |
tatkṣaṇādvirajā mantrī jāyate sphaṭikopamaḥ ||
814 ||
idaṃ snānavaraṃ mantrasnānācchataguṇaṃ matam |
manasā yastu saṃśuddhaḥ sa śuddhaḥ sarvakarmasu ||
815 ||
puṇḍarīkākṣamityupalakṣaṇam |
yasya yā devatā sa tāṃ smarediti vadanti |
atha mānasasnānaṃ tatraiva— atha mānasikaṃ snānaṃ manasā mūlamantrataḥ |
prāṇāyāmaṃ prakurvīta dṛṣṭatīrtheṣu bhāvataḥ ||
816 ||
śaivāgame'pi— manasā mūlamantreṇa prāṇāyāmapurassaram |
kurvīta mānasaṃ snānaṃ sarvatra vihitaṃ ca yat ||
817 ||
merutantre— yadvā śivātmakairmantraiḥ kṛtvā tīrthaṃ śivātmakam |
mārjanaṃ saṃhitāmantraiḥ śivasnānamitīritam ||
818 ||
snānapūrvāḥ kriyāḥ sarvāḥ śuddhāḥ siddhiṃ prayānti ca |
tasmāt snānaṃ purā kuryādeṣvekaṃ dehaśaktitaḥ ||
819 ||

Devanagari:
अथ ध्यानस्नानं तत्रैव— ध्यानस्नानमथो वक्ष्ये द्वाभ्यामपि परं च यत् |
खस्थितं पुण्डरीकाक्षं मन्त्रमूर्तिं प्रभुं स्मरेत् ||
८१२ ||
तत्पादोदकजां धारां निपतन्तीं स्वमूर्धनि |
चिन्तयेत् सूक्ष्मरन्ध्रेण प्रविशन्तीं स्वकां तनुम् ||
८१३ ||
तया संक्षालयेत् सर्वमेतद्देहगतं मलम् |
तत्क्षणाद्विरजा मन्त्री जायते स्फटिकोपमः ||
८१४ ||
इदं स्नानवरं मन्त्रस्नानाच्छतगुणं मतम् |
मनसा यस्तु संशुद्धः स शुद्धः सर्वकर्मसु ||
८१५ ||
पुण्डरीकाक्षमित्युपलक्षणम् |
यस्य या देवता स तां स्मरेदिति वदन्ति |
अथ मानसस्नानं तत्रैव— अथ मानसिकं स्नानं मनसा मूलमन्त्रतः |
प्राणायामं प्रकुर्वीत दृष्टतीर्थेषु भावतः ||
८१६ ||
शैवागमेऽपि— मनसा मूलमन्त्रेण प्राणायामपुरस्सरम् |
कुर्वीत मानसं स्नानं सर्वत्र विहितं च यत् ||
८१७ ||
मेरुतन्त्रे— यद्वा शिवात्मकैर्मन्त्रैः कृत्वा तीर्थं शिवात्मकम् |
मार्जनं संहितामन्त्रैः शिवस्नानमितीरितम् ||
८१८ ||
स्नानपूर्वाः क्रियाः सर्वाः शुद्धाः सिद्धिं प्रयान्ति च |
तस्मात् स्नानं पुरा कुर्यादेष्वेकं देहशक्तितः ||
८१९ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Dhyana-Bad, ebenfalls dort: (812) Ich werde das Bad durch Meditation erklären, das die beiden vorherigen übertrifft. Man gedenke des lotusäugigen Herrn im Himmelsraum, dessen Gestalt Mantra ist. (813–814) Man stelle sich vor, wie der Wasserstrom von seinen Füßen auf das eigene Haupt fällt und durch eine feine Öffnung in den Körper eintritt. Damit wasche man jede Unreinheit im Körper fort. Sogleich wird der Mantra-Praktizierende makellos wie Kristall. (815) Dieses vorzügliche Bad gilt als hundertmal wirksamer als das Mantra-Bad. Wer im Geist gereinigt ist, ist bei allen Handlungen rein. „Der Lotusäugige“ ist hier nur ein Beispiel. Man sagt: Jeder soll seiner eigenen Gottheit gedenken. Nun das geistige Bad, ebenfalls dort: (816) Das geistige Bad vollziehe man im Geist mit dem Grundmantra und Pranayama, indem man sich innerlich in die vergegenwärtigten heiligen Wasser begibt. Auch im Shaiva-Agama: (817) Man vollziehe das geistige Bad mit dem Grundmantra und vorausgehendem Pranayama; es ist überall zulässig. Im Merutantra: (818) Oder man mache mit Shiva-Mantras das heilige Wasser zu Shivas Wesen und besprenge sich mit den Samhita-Mantras. Dies heißt Shiva-Bad. (819) Alle Handlungen, denen ein Bad vorausgeht, sind rein und gelangen zur Vollendung. Deshalb soll man vorher eines dieser Bäder entsprechend der Kraft des Körpers vornehmen.

M0352. Weihe und Auftragen der Asche 831–840
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 149, Weihe und Auftragen der Asche 831–840
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yadvā dvijā bhasma kuryuḥ savyenānīya gomayam |
vāmena pātre saṃyojyāghoramantreṇa nirdahet ||
831 ||
puruṣeṇa samuddhṛtya īśānena viśodhayet |
itthaṃ tu saṃskṛtaṃ bhasma agnirityādimantritaḥ ||
832 ||
tadrudrāyeti yajuṣā mantrayedrudrasaṃkhyayā |
praṇavādyaiścaturthīhṛdantairnāmabhiraṃśakaiḥ ||
833 ||
pañcavarṇādyakṣarādyaiḥ bhālāṃsodrahṛtsu ca |
tripuṇḍradhāraṇaṃ kuryānmūrdhni pañcākṣareṇa ca ||
834 ||
ebhiśca nāmabhirdhāryaṃ punarbhasma dvijādibhiḥ |
brahmā lalāṭe vijñeyo hṛdaye havyavāhanaḥ ||
835 ||
nābhau skando gale pūṣā rudro dakṣiṇabāhuke |
ādityo bāhumadhye ca śaśī ca maṇibandhake ||
836 ||
vāmadevo vāmabāhau bāhumadhye prabhañjanaḥ |
maṇibandhe ca vasavaḥ pṛṣṭhadeśe hariḥ smṛtaḥ ||
837 ||
śambhuḥ kakudi saṃproktaḥ paramātmā śiraḥ smṛtaḥ |
kastūryādikasaṃyuktaṃ bhasma śāktastu dhārayet ||
838 ||
advijairmūlamantreṇa śivapañcākṣareṇa ca |
tripuṇḍraṃ kārayedbhāle brahmaviṣṇuśivātmakam ||
839 ||
madhyāṅgulibhirādāya tisṛbhirmūlamantritam |
anāmāmadhyamāṅguṣṭhairatha vā syāt tripuṇḍrakam ||
840 ||

Devanagari:
यद्वा द्विजा भस्म कुर्युः सव्येनानीय गोमयम् |
वामेन पात्रे संयोज्याघोरमन्त्रेण निर्दहेत् ||
८३१ ||
पुरुषेण समुद्धृत्य ईशानेन विशोधयेत् |
इत्थं तु संस्कृतं भस्म अग्निरित्यादिमन्त्रितः ||
८३२ ||
तद्रुद्रायेति यजुषा मन्त्रयेद्रुद्रसंख्यया |
प्रणवाद्यैश्चतुर्थीहृदन्तैर्नामभिरंशकैः ||
८३३ ||
पञ्चवर्णाद्यक्षराद्यैः भालांसोद्रहृत्सु च |
त्रिपुण्ड्रधारणं कुर्यान्मूर्ध्नि पञ्चाक्षरेण च ||
८३४ ||
एभिश्च नामभिर्धार्यं पुनर्भस्म द्विजादिभिः |
ब्रह्मा ललाटे विज्ञेयो हृदये हव्यवाहनः ||
८३५ ||
नाभौ स्कन्दो गले पूषा रुद्रो दक्षिणबाहुके |
आदित्यो बाहुमध्ये च शशी च मणिबन्धके ||
८३६ ||
वामदेवो वामबाहौ बाहुमध्ये प्रभञ्जनः |
मणिबन्धे च वसवः पृष्ठदेशे हरिः स्मृतः ||
८३७ ||
शम्भुः ककुदि संप्रोक्तः परमात्मा शिरः स्मृतः |
कस्तूर्यादिकसंयुक्तं भस्म शाक्तस्तु धारयेत् ||
८३८ ||
अद्विजैर्मूलमन्त्रेण शिवपञ्चाक्षरेण च |
त्रिपुण्ड्रं कारयेद्भाले ब्रह्मविष्णुशिवात्मकम् ||
८३९ ||
मध्याङ्गुलिभिरादाय तिसृभिर्मूलमन्त्रितम् |
अनामामध्यमाङ्गुष्ठैरथ वा स्यात् त्रिपुण्ड्रकम् ||
८४० ||

Bedeutung und Funktion: (831–832) Oder Zweimalgeborene bereiten die Asche so: Man hole mit der linken Hand Kuhdung, lege ihn mit der linken Hand in ein Gefäß und verbrenne ihn mit dem Aghora-Mantra. Mit dem Purusha-Mantra nehme man die Asche heraus, mit dem Ishana-Mantra reinige man sie. Die so bereitete Asche bespreche man mit dem Mantra, der mit „Feuer“ beginnt. (833–834) Mit der Yajus-Formel, die mit „jenem Rudra“ beginnt, bespreche man sie elfmal. Mit den entsprechenden Namen im Dativ, denen Pranava und jeweils eine Silbe des fünfsilbigen Mantras vorausgehen und die mit der Herzformel enden, trage man das dreifache Querzeichen auf Stirn, Schultern, Bauch und Herz auf; auf dem Scheitel mit dem ganzen fünfsilbigen Mantra. [Die gedruckte Körperstellenfolge ist verkürzt.] (835–838) Ferner sollen Zweimalgeborene die Asche mit diesen Namen tragen: Brahma auf der Stirn, der Feuerträger am Herzen, Skanda am Nabel, Pushan am Hals, Rudra am rechten Arm, Aditya in dessen Mitte und der Mond am Handgelenk; Vamadeva am linken Arm, der Windgott in dessen Mitte, die Vasus am Handgelenk, Hari am Rücken, Shambhu am Nacken und das höchste Selbst am Kopf. Ein Shakta soll mit Moschus und Ähnlichem vermischte Asche tragen. (839) Nicht-Zweimalgeborene sollen mit dem Grundmantra und Shivas fünfsilbigem Mantra die drei Querstreifen auf der Stirn anbringen, welche Brahma, Vishnu und Shiva verkörpern. (840) Man nehme die mit dem Grundmantra besprochene Asche mit den drei mittleren Fingern auf; oder man forme die drei Streifen mit Ringfinger, Mittelfinger und Daumen.

M0353. Beginn der Sandhya 841–843
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 149, Beginn der Sandhya 841–843
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sandhyāvidhiḥ |
bhairavītantre— ācamya prāṅmukho bhūtvā upaviśya ca mantravit |
vaidikīṃ tāntrikīṃ kuryāt tataḥ sandhyāṃ samāhitaḥ ||
841 ||
merutantre— vakṣye'tha tāntrikīṃ sandhyāṃ mūlenācamanatrayam |
śikhāṃ baddhvā ca mūlena prāṇāyāmatrayaṃ caret ||
842 ||
aṅgāni vinyaseddehe karanyāsapuraḥsaram |
amṛtīkṛtya purato jalaṃ ca dhenumudrayā ||
843 ||

Devanagari:
अथ सन्ध्याविधिः |
भैरवीतन्त्रे— आचम्य प्राङ्मुखो भूत्वा उपविश्य च मन्त्रवित् |
वैदिकीं तान्त्रिकीं कुर्यात् ततः सन्ध्यां समाहितः ||
८४१ ||
मेरुतन्त्रे— वक्ष्येऽथ तान्त्रिकीं सन्ध्यां मूलेनाचमनत्रयम् |
शिखां बद्ध्वा च मूलेन प्राणायामत्रयं चरेत् ||
८४२ ||
अङ्गानि विन्यसेद्देहे करन्यासपुरःसरम् |
अमृतीकृत्य पुरतो जलं च धेनुमुद्रया ||
८४३ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Sandhya-Verfahren. Im Bhairavitantra: (841) Nach Achamana setze sich der Mantra-Kenner nach Osten gewandt und vollziehe gesammelt die vedische und die tantrische Sandhya. Im Merutantra: (842) Nun werde ich die tantrische Sandhya erklären. Man vollziehe mit dem Grundmantra dreimal Achamana, binde die Haarlocke und führe mit dem Grundmantra dreimal Pranayama aus. (843) Nach vorausgehendem Hand-Nyasa setze man die Glieder in den Körper ein und mache das vor sich stehende Wasser mit der Kuh-Mudra zu Nektar. [Die Anweisung setzt sich im folgenden Vers fort.]

M0354. Wasserreinigung in der Sandhya 844–850
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150, Wasserreinigung in der Sandhya 844–850
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
abhimantrya ca mūlena saptavāraṃ tataḥ param |
akārādikṣakārāntairmātṛkārṇaiḥ sabindubhiḥ ||
844 ||
pratyarṇaṃ prokṣayenmūrdhni kuśairmūlena ca tridhā |
devaṃ dhyātvā'tha manuvidbhānumaṇḍalasaṃsthitam ||
845 ||
ādāya toyamāmantrya bījairbhūtātmakaistathā |
la~ va~ ra~ ha~ iti ca tānyetaiḥ saptadhā jalam ||
846 ||
mantrayitvā punaḥ saptavāraṃ mūlena mantrayet |
tajjalaṃ vāmahastena dhāryaṃ tatsrutabindubhiḥ ||
847 ||
dakṣahastena saṃprokṣya kaṃ paṭhanmūlamantrakam |
hastavyatyāsato vāmācārī secanamācaret ||
848 ||
nāsāmāśliṣya śiṣṭena tejorūpeṇa tena tu |
praviśyāntargataṃ sarvaṃ malaṃ saṃśodhya nirgatam ||
849 ||
dakṣanāsāpuṭenaitat smṛtvā dakṣiṇahastakam |
vāmabhāge vajraśilāṃ dhyātvā'streṇa ca tat kṣipet ||
850 ||

Devanagari:
अभिमन्त्र्य च मूलेन सप्तवारं ततः परम् |
अकारादिक्षकारान्तैर्मातृकार्णैः सबिन्दुभिः ||
८४४ ||
प्रत्यर्णं प्रोक्षयेन्मूर्ध्नि कुशैर्मूलेन च त्रिधा |
देवं ध्यात्वाऽथ मनुविद्भानुमण्डलसंस्थितम् ||
८४५ ||
आदाय तोयमामन्त्र्य बीजैर्भूतात्मकैस्तथा |
लँ वँ रँ हँ इति च तान्येतैः सप्तधा जलम् ||
८४६ ||
मन्त्रयित्वा पुनः सप्तवारं मूलेन मन्त्रयेत् |
तज्जलं वामहस्तेन धार्यं तत्स्रुतबिन्दुभिः ||
८४७ ||
दक्षहस्तेन संप्रोक्ष्य कं पठन्मूलमन्त्रकम् |
हस्तव्यत्यासतो वामाचारी सेचनमाचरेत् ||
८४८ ||
नासामाश्लिष्य शिष्टेन तेजोरूपेण तेन तु |
प्रविश्यान्तर्गतं सर्वं मलं संशोध्य निर्गतम् ||
८४९ ||
दक्षनासापुटेनैतत् स्मृत्वा दक्षिणहस्तकम् |
वामभागे वज्रशिलां ध्यात्वाऽस्त्रेण च तत् क्षिपेत् ||
८५० ||

Bedeutung und Funktion: (844–845) Man bespreche das Wasser siebenmal mit dem Grundmantra. Mit den Matrika-Lauten vom A bis zum Ksha, jeweils mit Bindu, besprenge man bei jedem Laut den Kopf mithilfe von Kusha-Gras und danach dreimal mit dem Grundmantra. Der Mantra-Kenner meditiere die Gottheit in der Sonnenscheibe. (846–848) Er nehme Wasser und bespreche es mit den aufgeführten Element-Bijas siebenmal, danach nochmals siebenmal mit dem Grundmantra. Er halte das Wasser in der linken Hand und besprenge mit der rechten den Kopf mit den herabtropfenden Tropfen, während er den Grundmantra spricht. Ein Anhänger des linken Weges führt die Besprengung mit vertauschten Händen aus. [Die Bija-Liste enthält im Druck vier Silben; eine fünfte wird nicht ergänzt.] (849–850) Mit dem übrigen Wasser berühre man die Nase und stelle sich vor, wie es als Licht eintritt, alle innere Unreinheit reinigt und durch das rechte Nasenloch wieder austritt. Man nehme es in die rechte Hand, stelle sich links einen diamantfesten Stein vor und schleudere es mit der Waffenformel darauf.

M0355. Arghya Tarpana und Gayatri 851–854
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150, Arghya Tarpana und Gayatri 851–854
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
prakṣālya hastāvācamya mūlamantreṇa mantravit |
gāyatryā vā'tha mūlena dadyādarghyatrayaṃ tataḥ ||
851 ||
ravimaṇḍalasaṃsthāya sveṣṭadevāya tarpayet |
jalena mūlamantrānte hyamukaṃ tarpayāmi ca ||
852 ||
uktvā tridhā tarpaṇīyaṃ vāmakaiḥ kāraṇena tu |
iṣṭadevasya gāyatrīmaṣṭāviṃśatisaṃkhyakām ||
853 ||
japedabhāve brāhmīṃ tu vaidikaṃ matamāśritaḥ |
tāntrikaḥ śivagāyatrīṃ japet sā'tha nirūpyate ||
854 ||

Devanagari:
प्रक्षाल्य हस्तावाचम्य मूलमन्त्रेण मन्त्रवित् |
गायत्र्या वाऽथ मूलेन दद्यादर्घ्यत्रयं ततः ||
८५१ ||
रविमण्डलसंस्थाय स्वेष्टदेवाय तर्पयेत् |
जलेन मूलमन्त्रान्ते ह्यमुकं तर्पयामि च ||
८५२ ||
उक्त्वा त्रिधा तर्पणीयं वामकैः कारणेन तु |
इष्टदेवस्य गायत्रीमष्टाविंशतिसंख्यकाम् ||
८५३ ||
जपेदभावे ब्राह्मीं तु वैदिकं मतमाश्रितः |
तान्त्रिकः शिवगायत्रीं जपेत् साऽथ निरूप्यते ||
८५४ ||

Bedeutung und Funktion: (851–854) Der Mantra-Kenner wasche die Hände und vollziehe Achamana mit dem Grundmantra. Dann bringe er drei Arghya-Gaben mit der Gayatri oder dem Grundmantra dar. Seiner in der Sonnenscheibe gegenwärtigen erwählten Gottheit bringe er Tarpana mit Wasser dar, indem er an den Grundmantra „Ich sättige diese Gottheit“ anfügt. Dreimal ist dies zu vollziehen; die Anhänger des linken Weges verwenden dazu das als „Ursache“ bezeichnete rituelle Getränk. Man wiederhole die Gayatri der erwählten Gottheit 28-mal. Gibt es keine solche Gayatri, so verwende ein Anhänger des vedischen Weges die Brahma-Gayatri; ein Tantriker wiederhole die Shiva-Gayatri. Diese wird nun erklärt.

M0356. Erste Shiva-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150, Erste Shiva-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha śivagāyatrī— oṃ tanmaheśāya vidmahe vāgviśuddhāya dhīmahi tannaḥ śivaḥ pracodayāt |
iti |

Devanagari:
अथ शिवगायत्री— ॐ तन्महेशाय विद्महे वाग्विशुद्धाय धीमहि तन्नः शिवः प्रचोदयात् |
इति |

Bedeutung und Funktion: Nun die Shiva-Gayatri: „Om. Wir wollen jenen großen Herrn erkennen; über den in seiner Rede vollkommen Reinen meditieren wir. Möge Shiva uns anregen und erleuchten.“

M0357. Zweite Shiva-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150, Zweite Shiva-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tantrāntare— oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi tanno rudraḥ pracodayāt—iti śivagāyatrī uktā |

Devanagari:
तन्त्रान्तरे— ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि तन्नो रुद्रः प्रचोदयात्—इति शिवगायत्री उक्ता |

Bedeutung und Funktion: In einem anderen Tantra wird diese Shiva-Gayatri genannt: „Om. Wir wollen jenen Purusha erkennen; über Mahadeva meditieren wir. Möge Rudra uns anregen und erleuchten.“

M0358. Ganesha-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150, Ganesha-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha gaṇeśagāyatrī yāmale— oṃ tatpuruṣāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahi tanno dantī pracodayāt |

Devanagari:
अथ गणेशगायत्री यामले— ॐ तत्पुरुषाय विद्महे वक्रतुण्डाय धीमहि तन्नो दन्ती प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Ganesha-Gayatri aus dem Yamala: „Om. Wir wollen jenen Purusha erkennen; über den mit dem gebogenen Rüssel meditieren wir. Möge der Stoßzahnträger uns anregen und erleuchten.“

M0359. Surya-Gayatri 855
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 150–151, Surya-Gayatri 855
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sūryagāyatrī merutantre— oṃ saptaturagāya vidmahe sahasrakiraṇāya dhīmahi tanno raviḥ pracodayāt |
iyaṃ tu sūryagāyatrī japatāmiṣṭadāyinī |
bhagnānāṃ rājaputrāṇāṃ kṣatratejovidhāyinī ||
855 ||

Devanagari:
अथ सूर्यगायत्री मेरुतन्त्रे— ॐ सप्ततुरगाय विद्महे सहस्रकिरणाय धीमहि तन्नो रविः प्रचोदयात् |
इयं तु सूर्यगायत्री जपतामिष्टदायिनी |
भग्नानां राजपुत्राणां क्षत्रतेजोविधायिनी ||
८५५ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Surya-Gayatri aus dem Merutantra: „Om. Wir wollen den mit den sieben Pferden erkennen; über den Tausendstrahligen meditieren wir. Möge die Sonne uns anregen und erleuchten.“ (855) Diese Surya-Gayatri schenkt den Wiederholenden das Gewünschte; besiegten Königssöhnen verleiht sie wieder die Kraft des Kriegerstandes.

M0360. Vishnu-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Vishnu-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha viṣṇugāyatrī tatraiva— oṃ nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi tanno viṣṇuḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ विष्णुगायत्री तत्रैव— ॐ नारायणाय विद्महे वासुदेवाय धीमहि तन्नो विष्णुः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Vishnu-Gayatri, ebenfalls dort: „Om. Wir wollen Narayana erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Möge Vishnu uns anregen und erleuchten.“

M0361. Narasimha-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Narasimha-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha nṛsiṃhagāyatrī taccaraṇārcanapaddhatau— oṃ nṛsiṃhāya vidmahe tīkṣṇadaṃṣṭrāya dhīmahi tannaḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ नृसिंहगायत्री तच्चरणार्चनपद्धतौ— ॐ नृसिंहाय विद्महे तीक्ष्णदंष्ट्राय धीमहि तन्नः कृष्णः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Narasimha-Gayatri aus der Anleitung zur Verehrung seiner Füße: „Om. Wir wollen Narasimha erkennen; über den mit den scharfen Fangzähnen meditieren wir. Möge Krishna uns anregen und erleuchten.“ [Der Schluss nennt im Druck Krishna; er wird nicht durch Narasimha ersetzt.]

M0362. Sudarshana-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Sudarshana-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sudarśanagāyatrī tatraiva— oṃ sudarśanāya vidmahe mahājvālāya dhīmahi tannaścakraḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ सुदर्शनगायत्री तत्रैव— ॐ सुदर्शनाय विद्महे महाज्वालाय धीमहि तन्नश्चक्रः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Sudarshana-Gayatri, ebenfalls dort: „Om. Wir wollen Sudarshana erkennen; über die große Flamme meditieren wir. Möge der Diskus uns anregen und erleuchten.“

M0363. Hayagriva-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Hayagriva-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha hayagrīvagāyatrī tatraiva— oṃ vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi tanno haṃsaḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ हयग्रीवगायत्री तत्रैव— ॐ वागीश्वराय विद्महे हयग्रीवाय धीमहि तन्नो हंसः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Hayagriva-Gayatri, ebenfalls dort: „Om. Wir wollen den Herrn der Rede erkennen; über Hayagriva meditieren wir. Möge Hamsa uns anregen und erleuchten.“

M0364. Shyama- und Kali-Gayatri 856–860
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Shyama- und Kali-Gayatri 856–860
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha śyāmāgāyatrī kumārītantre— kālikāyai padaṃ coktvā vidmahe tadanantaram |
śmaśānavāsinī ṅentā dhīmahīti tato vadet ||
856 ||
tanno ghore padaṃ procya pravadecca pracodayāt |
asyāḥ prasādamātreṇa mahāpātakakoṭayaḥ ||
sadyaḥ pralayamāyānti sādhakasya ca nānyathā ||
857 ||
tathā— mahāpātakayukto'pi prajapeddaśadhā yadi |
satyaṃ satyaṃ mahādevi mukto bhavati tatkṣaṇāt ||
858 ||
bhairavatantre tu— kāmoparākṣiṇādānto dakṣiṇā ṅeyutā punaḥ |
vidmahe kūrcabījaṃ ca cāmuṇḍā ṅeyutā tataḥ ||
859 ||
dhīmahīti vadet tannaḥ kālī pracodayāt tataḥ |
gāyatryeṣā mayā proktā sarvatantreṣu gopitā ||
yāṃ vinā sakalā vidyā na siddhyanti kadācana ||
860 ||
ityuktam |

Devanagari:
अथ श्यामागायत्री कुमारीतन्त्रे— कालिकायै पदं चोक्त्वा विद्महे तदनन्तरम् |
श्मशानवासिनी ङेन्ता धीमहीति ततो वदेत् ||
८५६ ||
तन्नो घोरे पदं प्रोच्य प्रवदेच्च प्रचोदयात् |
अस्याः प्रसादमात्रेण महापातककोटयः ||
सद्यः प्रलयमायान्ति साधकस्य च नान्यथा ||
८५७ ||
तथा— महापातकयुक्तोऽपि प्रजपेद्दशधा यदि |
सत्यं सत्यं महादेवि मुक्तो भवति तत्क्षणात् ||
८५८ ||
भैरवतन्त्रे तु— कामोपराक्षिणादान्तो दक्षिणा ङेयुता पुनः |
विद्महे कूर्चबीजं च चामुण्डा ङेयुता ततः ||
८५९ ||
धीमहीति वदेत् तन्नः काली प्रचोदयात् ततः |
गायत्र्येषा मया प्रोक्ता सर्वतन्त्रेषु गोपिता ||
यां विना सकला विद्या न सिद्ध्यन्ति कदाचन ||
८६० ||
इत्युक्तम् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Shyama-Gayatri im Kumaritantra: (856–857) Man spreche „für Kalika“, danach „wir wollen erkennen“; dann „für die am Verbrennungsplatz Wohnende“ im Dativ und „wir meditieren“. Es folgen „jene für uns, o Schreckliche“ und „möge anregen“. Allein durch ihre Gnade vergehen beim Sadhaka sogleich unzählige schwere Verfehlungen; anders nicht. Ferner: (858) Selbst wer mit schweren Verfehlungen belastet ist, wird augenblicklich frei, wenn er sie zehnmal wiederholt. Wahrlich, wahrlich, o Mahadevi! Im Bhairavatantra: (859–860) Zuerst wird eine verschlüsselte Bija-Verbindung genannt [ihre Bildung ist im Druck nicht sicher auflösbar], dann Dakshina im Dativ, „wir wollen erkennen“, das Kurcha-Bija, Chamunda im Dativ, „wir meditieren“ und schließlich „Möge Kali uns anregen“. Diese von mir gelehrte Gayatri ist in allen Tantras verborgen. Ohne sie gelangen sämtliche Vidyas niemals zur Vollendung. So wird gesagt.

M0365. Gayatri der Nakshatra-Vidya 861
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 151, Gayatri der Nakshatra-Vidya 861
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha nakṣatravidyāyāḥ kālikārṇave— ai~ bhagavatyekajaṭe vidmahe ca padaṃ tataḥ |
vikaṭadaṃṣṭre dhīmahi tannastāre pracodayāt ||
861 ||

Devanagari:
अथ नक्षत्रविद्यायाः कालिकार्णवे— ऐँ भगवत्येकजटे विद्महे च पदं ततः |
विकटदंष्ट्रे धीमहि तन्नस्तारे प्रचोदयात् ||
८६१ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Gayatri der Nakshatra-Vidya im Kalikarnava: (861) Nach dem ausgeschriebenen Bija folgt: „O erhabene Einflechtige, wir wollen dich erkennen; o du mit den gewaltigen Fangzähnen, wir meditieren. Mögest du uns anregen, o Tara!“ [Das vorangestellte Bija wird als Lautform bewahrt und nicht wörtlich übersetzt.]

M0366. Weitere Tara-Gayatris 862–863
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 152, Weitere Tara-Gayatris 862–863
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mālinītantre— mahogrāyai ca vidmahe tārāyai dhīmahi priye |
tanno devī ca śabdānte dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
862 ||
vīracūḍāmaṇau— vāgbhavaṃ ca samuccārya ekajaṭāyai vidmahe |
devīṃ strī~ ca samuccārya nīlasarasvatyai dhīmahi ||
hṛllekhāṃ ca samuccārya tatastāre pracodayāt ||
863 ||

Devanagari:
मालिनीतन्त्रे— महोग्रायै च विद्महे तारायै धीमहि प्रिये |
तन्नो देवी च शब्दान्ते धियो यो नः प्रचोदयात् ||
८६२ ||
वीरचूडामणौ— वाग्भवं च समुच्चार्य एकजटायै विद्महे |
देवीं स्त्रीँ च समुच्चार्य नीलसरस्वत्यै धीमहि ||
हृल्लेखां च समुच्चार्य ततस्तारे प्रचोदयात् ||
८६३ ||

Bedeutung und Funktion: Im Malinitantra: (862) „Wir wollen die überaus Furchtbare erkennen; über Tara meditieren wir“, o Geliebte. Nach „jene Göttin für uns“ folgt „die unsere Einsicht anregen möge“. [Der überlieferte Schluss fügt die beiden Wendungen in grammatisch auffälliger Weise zusammen.] Im Virachudamani: (863) Nach dem Vagbhava-Bija spreche man: „Wir wollen Ekajata erkennen.“ Dann spreche man die Göttin und das ausgeschriebene Bija an, gefolgt von: „Über Nila-Sarasvati meditieren wir.“ Nach dem Hrillekha-Bija folgt: „Mögest du anregen, o Tara!“ [Die Bijas werden nicht wörtlich übersetzt; die Vorlage beschreibt die Bildung der Formel.]

M0367. Tripurasundari Bhairavi und Bhuvaneshvari 864–867
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 152, Tripurasundari Bhairavi und Bhuvaneshvari 864–867
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tripurasundaryā jñānārṇave— vāgbhavaṃ tripurādevyai vidmahe tadanantaram |
kāmabījaṃ samuccārya kāmeśvaryai ca dhīmahi ||
tannaḥ klinne padaṃ coktvā vadet paścāt pracodayāt ||
864 ||
bhairavyāstatraiva— tripurāṃ ca tathā ṅentāṃ vidmahe padamuddharet |
bhairavyai ca tataścoktvā dhīmahīti tato vadet ||
865 ||
tato devīpadaṃ coktvā pracodayādudīrayet |
gāyatrī traipurā khyātā vāgbhavādyaṃ samuddharet ||
866 ||
bhuvaneśvaryāstantrāntare— māyābījaṃ samuccārya bhuvaneśvaryai ca vidmahe |
ādyāyai padamuccārya dhīmahi tadanantaram ||
tanno devī padaṃ procya tato deyaṃ pracodayāt ||
867 ||

Devanagari:
त्रिपुरसुन्दर्या ज्ञानार्णवे— वाग्भवं त्रिपुरादेव्यै विद्महे तदनन्तरम् |
कामबीजं समुच्चार्य कामेश्वर्यै च धीमहि ||
तन्नः क्लिन्ने पदं चोक्त्वा वदेत् पश्चात् प्रचोदयात् ||
८६४ ||
भैरव्यास्तत्रैव— त्रिपुरां च तथा ङेन्तां विद्महे पदमुद्धरेत् |
भैरव्यै च ततश्चोक्त्वा धीमहीति ततो वदेत् ||
८६५ ||
ततो देवीपदं चोक्त्वा प्रचोदयादुदीरयेत् |
गायत्री त्रैपुरा ख्याता वाग्भवाद्यं समुद्धरेत् ||
८६६ ||
भुवनेश्वर्यास्तन्त्रान्तरे— मायाबीजं समुच्चार्य भुवनेश्वर्यै च विद्महे |
आद्यायै पदमुच्चार्य धीमहि तदनन्तरम् ||
तन्नो देवी पदं प्रोच्य ततो देयं प्रचोदयात् ||
८६७ ||

Bedeutung und Funktion: Für Tripurasundari im Jnanarnava: (864) Nach dem Vagbhava-Bija folgt: „Wir wollen die Göttin Tripura erkennen.“ Nach dem Kama-Bija: „Über Kameshvari meditieren wir.“ Dann: „Jene für uns, o von Wonne Durchfeuchtete“, und zuletzt „möge anregen“. Für Bhairavi, ebenfalls dort: (865–866) Man setze Tripura in den Dativ und füge „wir wollen erkennen“ hinzu; danach Bhairavi im Dativ und „wir meditieren“. Es folgen das Wort „Göttin“ und „möge anregen“. Diese als Tripura-Gayatri bekannte Formel beginnt mit dem Vagbhava-Bija. Für Bhuvaneshvari in einem anderen Tantra: (867) Man spreche das Maya-Bija, dann „Wir wollen Bhuvaneshvari erkennen; über die Ursprüngliche meditieren wir. Möge die Göttin uns anregen.“

M0368. Chhinnamasta Dhumavati und Matangi 868–869
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 152–153, Chhinnamasta Dhumavati und Matangi 868–869
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha chinnamastāyāstantrāntare— vairocanyai vidmahe ca chinnamastāyai ca dhīmahi |
tanno devīpadaṃ coktvā yojanīyaṃ pracodayāt ||
868 ||
atha dhūmāvatyāḥ— dhūmiti bījamuccārya dhūmāvatī vidmahe |
vivarṇāṃ devīpadato dhīmahi padamuddharet ||
atha mātaṅgyāḥ— dhūmādevyāstu gāyatrī tanno dhīre pracodayāt ||
869 ||
atha śyāmāgāyatrī— oṃ śukapriyāyai vidmahe śrīkāmeśvaryai dhīmahi tannaḥ śyāmā pracodayāt |

Devanagari:
अथ छिन्नमस्तायास्तन्त्रान्तरे— वैरोचन्यै विद्महे च छिन्नमस्तायै च धीमहि |
तन्नो देवीपदं चोक्त्वा योजनीयं प्रचोदयात् ||
८६८ ||
अथ धूमावत्याः— धूमिति बीजमुच्चार्य धूमावती विद्महे |
विवर्णां देवीपदतो धीमहि पदमुद्धरेत् ||
अथ मातङ्ग्याः— धूमादेव्यास्तु गायत्री तन्नो धीरे प्रचोदयात् ||
८६९ ||
अथ श्यामागायत्री— ॐ शुकप्रियायै विद्महे श्रीकामेश्वर्यै धीमहि तन्नः श्यामा प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun für Chhinnamasta, aus einem anderen Tantra: (868) „Wir wollen Vairochani erkennen; über Chhinnamasta meditieren wir.“ Nach „jene Göttin für uns“ ist „möge anregen“ anzufügen. Nun für Dhumavati: Man spreche das angegebene Dhu-Bija, dann „Wir wollen Dhumavati erkennen“, danach die blassfarbene Göttin und „wir meditieren“. [Hier steht im Druck bereits die Überschrift „Nun für Matangi“, obwohl die folgende Zeile noch Dhumavati nennt.] (869) Die Gayatri der Dhumadevi endet mit: „Mögest du uns anregen, o Standhafte!“ Nun die Shyama-Gayatri: „Om. Wir wollen die Papageienfreundin erkennen; über Shri Kameshvari meditieren wir. Möge Shyama uns anregen und erleuchten.“

M0369. Bagalamukhi Lakshmi und Gauri 870–871
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 153, Bagalamukhi Lakshmi und Gauri 870–871
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha bagalāmukhyāḥ— sthiramāyāṃ samuccārya bagalāpadato mukhī |
vidmahe duṣṭapadataḥ stambhanīpadamuccaret ||
dhīmahīti padasyānte tanno devī pracodayāt ||
870 ||
atha lakṣmīgāyatrī— mahālakṣmīpadaṃ procya vidmahe tadanantaram |
mahāśriyai padaṃ coktvā dhīmahīti padaṃ vadet ||
tannaḥ śabdācchrīpadaṃ ca tato dadyāt pracodayāt ||
871 ||
gaurīgāyatrī merutantre— oṃ subhagāyai vidmahe kāmamālinyai dhīmahi tanno gaurī pracodayāt |

Devanagari:
अथ बगलामुख्याः— स्थिरमायां समुच्चार्य बगलापदतो मुखी |
विद्महे दुष्टपदतः स्तम्भनीपदमुच्चरेत् ||
धीमहीति पदस्यान्ते तन्नो देवी प्रचोदयात् ||
८७० ||
अथ लक्ष्मीगायत्री— महालक्ष्मीपदं प्रोच्य विद्महे तदनन्तरम् |
महाश्रियै पदं चोक्त्वा धीमहीति पदं वदेत् ||
तन्नः शब्दाच्छ्रीपदं च ततो दद्यात् प्रचोदयात् ||
८७१ ||
गौरीगायत्री मेरुतन्त्रे— ॐ सुभगायै विद्महे काममालिन्यै धीमहि तन्नो गौरी प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun für Bagalamukhi: (870) Man spreche das Sthira-Maya-Bija, dann den aus Bagala und Mukhi gebildeten Namen und „wir wollen erkennen“, danach „die Bösen lähmende“ und „wir meditieren“. Am Ende: „Möge die Göttin uns anregen.“ Nun die Lakshmi-Gayatri: (871) Man spreche Mahalakshmis Namen, danach „wir wollen erkennen“, dann Mahashri im Dativ und „wir meditieren“. Auf „jene für uns“ folgen Shri und „möge anregen“. Die Gauri-Gayatri im Merutantra: „Om. Wir wollen die Glückliche erkennen; über die mit der Girlande des Verlangens meditieren wir. Möge Gauri uns anregen und erleuchten.“

M0370. Bildung der Guhyakali-Gayatris 872–878
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 153, Bildung der Guhyakali-Gayatris 872–878
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha guhyakālīgāyatrī mahākālasaṃhitāyām— krameṇa vakṣye gāyatrīṃ tattanmantrajapāya hi |
tripadā sā ca vijñeyā trikā tripadikā'pi ca ||
872 ||
padadvayaṃ ṅentamādau śeṣe caiva subantakam |
trikatripadikasyāpi viśeṣaṃ vacmi kiṃcana ||
873 ||
sarvādau vidmahe hyevaṃ madhye dhīmahi cetyapi |
subantīyapadasyānte padamekaṃ pracodayāt ||
tatpūrvaṃ tata ityevamityuddhāro mayoditaḥ ||
874 ||
tathā— rāvāt kāpālinī siddhiḥ karālī tadanantaram |
śeṣe guhyā bhāratīyaṣoḍaśārṇasya vai manoḥ ||
875 ||
karālinī vadhūbījānmuṇḍamālinyataḥ param |
devī bhavet sarvaśeṣe gāyatrī cyāvanī tviyam ||
876 ||
phetkāriṇyugracaṇḍā ca vikaṭadaṃṣṭrā tataḥ param |
śeṣe caṇḍī ca hārītopāsitā tripadā tviyam ||
877 ||
tathā— aṭṭāṭṭahāsinī hyādau ghoradaṃṣṭrā tataḥ param |
śeṣe ghorā rāmacandropāsitā tripadā smṛtā ||
878 ||

Devanagari:
अथ गुह्यकालीगायत्री महाकालसंहितायाम्— क्रमेण वक्ष्ये गायत्रीं तत्तन्मन्त्रजपाय हि |
त्रिपदा सा च विज्ञेया त्रिका त्रिपदिकाऽपि च ||
८७२ ||
पदद्वयं ङेन्तमादौ शेषे चैव सुबन्तकम् |
त्रिकत्रिपदिकस्यापि विशेषं वच्मि किंचन ||
८७३ ||
सर्वादौ विद्महे ह्येवं मध्ये धीमहि चेत्यपि |
सुबन्तीयपदस्यान्ते पदमेकं प्रचोदयात् ||
तत्पूर्वं तत इत्येवमित्युद्धारो मयोदितः ||
८७४ ||
तथा— रावात् कापालिनी सिद्धिः कराली तदनन्तरम् |
शेषे गुह्या भारतीयषोडशार्णस्य वै मनोः ||
८७५ ||
करालिनी वधूबीजान्मुण्डमालिन्यतः परम् |
देवी भवेत् सर्वशेषे गायत्री च्यावनी त्वियम् ||
८७६ ||
फेत्कारिण्युग्रचण्डा च विकटदंष्ट्रा ततः परम् |
शेषे चण्डी च हारीतोपासिता त्रिपदा त्वियम् ||
८७७ ||
तथा— अट्टाट्टहासिनी ह्यादौ घोरदंष्ट्रा ततः परम् |
शेषे घोरा रामचन्द्रोपासिता त्रिपदा स्मृता ||
८७८ ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Guhyakali-Gayatri aus der Mahakalasamhita: (872) Der Reihe nach werde ich die Gayatri für das Japa der jeweiligen Mantras erklären. Sie ist als dreigliedrig, als Dreiheit und als dreiteilig zu verstehen. (873–874) Die ersten beiden Namen stehen im Dativ, der letzte in einer gebeugten Nominalform. Eine Besonderheit dieser dreifachen Bildung erkläre ich: Im ersten Teil steht „wir wollen erkennen“, in der Mitte „wir meditieren“, nach dem letzten Namen das Wort „möge anregen“; davor die angegebene hinweisende Wendung. So habe ich die Bildung erläutert. (875) Zunächst wird ein unklarer Lautansatz genannt, dann Kapalini, Siddhi und Karali, am Ende Guhya: Dies gehört zum Bharati zugeordneten sechzehnsilbigen Mantra. [Die Lesung „रावात्“ und die Verteilung der Namen sind nicht eindeutig.] (876) Nach dem Vadhu-Bija folgen Karalini und Mundamalini, zuletzt Devi. Dies ist die Chyavana zugeordnete Gayatri. (877) Phetkarini, Ugrachanda und danach Vikatadamshtra; am Ende Chandi: Dies ist die von Harita verehrte dreigliedrige Formel. Ferner: (878) Zuerst Attattahasini, danach Ghoradamshtra, zuletzt Ghora: Dies gilt als die von Ramachandra verehrte dreigliedrige Formel.

M0371. Kamakala-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Kamakala-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kāmakalāgāyatrī tatraiva— oṃ anaṅgākulāyai vidmahe madanāturāyai dhīmahi tannaḥ kāmakalākālī pracodayāt |

Devanagari:
अथ कामकलागायत्री तत्रैव— ॐ अनङ्गाकुलायै विद्महे मदनातुरायै धीमहि तन्नः कामकलाकाली प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Kamakala-Gayatri, ebenfalls dort: „Om. Wir wollen die vom körperlosen Liebesgott Bewegte erkennen; über die von Liebe Ergriffene meditieren wir. Möge Kamakalakali uns anregen und erleuchten.“

M0372. Durga-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Durga-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
durgāgāyatrī tantrāntare— oṃ kātyāyanyai vidmahe kanyākumārī dhīmahi tanno durgā pracodayāt |

Devanagari:
दुर्गागायत्री तन्त्रान्तरे— ॐ कात्यायन्यै विद्महे कन्याकुमारी धीमहि तन्नो दुर्गा प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Die Durga-Gayatri in einem anderen Tantra: „Om. Wir wollen Katyayani erkennen; über die jungfräuliche Kumari meditieren wir. Möge Durga uns anregen und erleuchten.“ [Die Vorlage hat bei Kanyakumari eine vom üblichen Dativ abweichende Form; sie bleibt im Sanskrit erhalten.]

M0373. Kama-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Kama-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kāmagāyatrī merutantre— oṃ kāmadevāya vidmahe puṣpabāṇāya dhīmahi tanno'naṅgaḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ कामगायत्री मेरुतन्त्रे— ॐ कामदेवाय विद्महे पुष्पबाणाय धीमहि तन्नोऽनङ्गः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Kama-Gayatri im Merutantra: „Om. Wir wollen Kamadeva erkennen; über den mit den Blumenpfeilen meditieren wir. Möge der Körperlose uns anregen und erleuchten.“

M0374. Garuda-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Garuda-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha garuḍagāyatrī tatraiva— sarpabhītiharīṃ vakṣye gāyatrīṃ sarvakāmadām |
oṃ suparṇāya vidmahe pakṣirājāya dhīmahi tanno garuḍaḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ गरुडगायत्री तत्रैव— सर्पभीतिहरीं वक्ष्ये गायत्रीं सर्वकामदाम् |
ॐ सुपर्णाय विद्महे पक्षिराजाय धीमहि तन्नो गरुडः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Garuda-Gayatri, ebenfalls dort: Ich werde die Gayatri erklären, welche die Furcht vor Schlangen nimmt und alle Wünsche erfüllt. „Om. Wir wollen den Schöngeflügelten erkennen; über den König der Vögel meditieren wir. Möge Garuda uns anregen und erleuchten.“

M0375. Hanuman-Gayatri
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Hanuman-Gayatri
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha hanumadgāyatrī tantrāntare— hū~ hanumate vidmahe āñjaneyāya dhīmahi tanno vīraḥ pracodayāt |

Devanagari:
अथ हनुमद्गायत्री तन्त्रान्तरे— हूँ हनुमते विद्महे आञ्जनेयाय धीमहि तन्नो वीरः प्रचोदयात् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Hanuman-Gayatri in einem anderen Tantra: Nach dem vorangestellten Bija: „Wir wollen Hanuman erkennen; über den Sohn der Anjana meditieren wir. Möge der Held uns anregen und erleuchten.“ [Das Bija besitzt hier keine wörtliche Übersetzung.]

M0376. Abschluss und verkürzte Sandhya 879–884
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 154, Abschluss und verkürzte Sandhya 879–884
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— ... ... ... mūlamaṣṭottaraṃ śatam |
japitvā cārpayeddeve stutvā natveṣṭadevatām ||
879 ||
sūryamaṇḍalato devaṃ vinyaseddhṛdaye svake |
tato guruṃ ca praṇamediti sandhyā tu tāntrikī ||
880 ||
trikālamevaṃ kartavyā sandhyālopāt phalaṃ na hi |
daivato yadi lopaścet tadā mūlaṃ śataṃ japet ||
prāyaścittāya tāṃ kṛtvā kurvīta samayāgatām ||
881 ||
śaivāgame'pi— sandhyālopo na kartavyaḥ śambhorājñaivameva hi |
dīkṣitaḥ sandhyayā hīno na dīkṣāphalamāpnuyāt ||
882 ||
gautamīye— saṃkṣepasandhyāmatha vā kuryānmantrī hyaśaktitaḥ |
sāyaṃ prātaśca madhyāhne kṛṣṇaṃ dhyātvā japenmanum ||
883 ||
kṛṣṇamityupalakṣaṇaṃ sveṣṭadevatāṃ dhyātvetyarthaḥ |
sandhyāyāṃ patitāyāṃ vā gāyatrīṃ daśadhā japet ||
884 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— ... ... ... मूलमष्टोत्तरं शतम् |
जपित्वा चार्पयेद्देवे स्तुत्वा नत्वेष्टदेवताम् ||
८७९ ||
सूर्यमण्डलतो देवं विन्यसेद्धृदये स्वके |
ततो गुरुं च प्रणमेदिति सन्ध्या तु तान्त्रिकी ||
८८० ||
त्रिकालमेवं कर्तव्या सन्ध्यालोपात् फलं न हि |
दैवतो यदि लोपश्चेत् तदा मूलं शतं जपेत् ||
प्रायश्चित्ताय तां कृत्वा कुर्वीत समयागताम् ||
८८१ ||
शैवागमेऽपि— सन्ध्यालोपो न कर्तव्यः शम्भोराज्ञैवमेव हि |
दीक्षितः सन्ध्यया हीनो न दीक्षाफलमाप्नुयात् ||
८८२ ||
गौतमीये— संक्षेपसन्ध्यामथ वा कुर्यान्मन्त्री ह्यशक्तितः |
सायं प्रातश्च मध्याह्ने कृष्णं ध्यात्वा जपेन्मनुम् ||
८८३ ||
कृष्णमित्युपलक्षणं स्वेष्टदेवतां ध्यात्वेत्यर्थः |
सन्ध्यायां पतितायां वा गायत्रीं दशधा जपेत् ||
८८४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: (879) [Der Versbeginn fehlt im Druck.] Nachdem man den Grundmantra 108-mal wiederholt hat, bringe man das Japa der Gottheit dar, preise seine erwählte Gottheit und verneige sich. (880) Man setze die Gottheit aus der Sonnenscheibe in das eigene Herz ein und verneige sich dann vor dem Guru. Dies ist die tantrische Sandhya. (881) So ist sie dreimal täglich zu vollziehen; bei ihrem Auslassen bleibt die Frucht aus. Ist sie durch widrige Umstände ausgefallen, wiederhole man zum Ausgleich den Grundmantra hundertmal, hole die versäumte Sandhya nach und vollziehe dann die jetzt fällige. Auch im Shaiva-Agama: (882) Die Sandhya soll nicht ausgelassen werden; dies ist Shambhus Gebot. Ein Eingeweihter ohne Sandhya erlangt die Frucht seiner Diksha nicht. Im Gautamiya: (883) Wenn seine Kräfte nicht ausreichen, darf der Mantra-Praktizierende eine verkürzte Sandhya vollziehen: morgens, mittags und abends Krishna meditieren und den Mantra wiederholen. Krishna ist hier nur als Beispiel genannt; gemeint ist die Meditation über die eigene erwählte Gottheit. (884) Ist eine Sandhya ausgefallen, wiederhole man die Gayatri zehnmal.

M0377. Tarpana 885–889
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 155, Tarpana 885–889
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha tarpaṇaṃ merau— vaidikaṃ tarpaṇaṃ kṛtvā tatastāntrikamācaret |
prāṇāyāmatrayaṃ kṛtvā mūlena nyāsamācaret ||
885 ||
ṛṣyāditritayasyātha purato dhenumudrayā |
va~ japannamṛtīkṛtya jalaṃ tatra sacakrakam ||
886 ||
sāṅgaṃ sāvaraṇaṃ devaṃ dhyātvā mūlaṃ samuccaret |
amukaṃ tarpayāmīti procya cāṣṭottaraṃ śatam ||
887 ||
tadardhamathavā viṃśadaṣṭayuktaṃ mukhābjake |
devasyāmṛtabuddhyā tattīrthatoyaiḥ pratarpayet ||
888 ||
tadāvaraṇadevāṃśca tadvadekaikavārakam |
santarpya devaṃ svahṛdi tīrthaṃ sūrye visarjayet ||
889 ||

Devanagari:
अथ तर्पणं मेरौ— वैदिकं तर्पणं कृत्वा ततस्तान्त्रिकमाचरेत् |
प्राणायामत्रयं कृत्वा मूलेन न्यासमाचरेत् ||
८८५ ||
ऋष्यादित्रितयस्याथ पुरतो धेनुमुद्रया |
वँ जपन्नमृतीकृत्य जलं तत्र सचक्रकम् ||
८८६ ||
साङ्गं सावरणं देवं ध्यात्वा मूलं समुच्चरेत् |
अमुकं तर्पयामीति प्रोच्य चाष्टोत्तरं शतम् ||
८८७ ||
तदर्धमथवा विंशदष्टयुक्तं मुखाब्जके |
देवस्यामृतबुद्ध्या तत्तीर्थतोयैः प्रतर्पयेत् ||
८८८ ||
तदावरणदेवांश्च तद्वदेकैकवारकम् |
सन्तर्प्य देवं स्वहृदि तीर्थं सूर्ये विसर्जयेत् ||
८८९ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Tarpana, im Merutantra: (885–886) Nach dem vedischen Tarpana vollziehe man das tantrische. Man führe dreimal Pranayama aus und mit dem Grundmantra den Nyasa der drei Zuordnungen, beginnend mit dem Rishi. Mit der Kuh-Mudra und dem aufgeführten Wasser-Bija mache man das vor sich stehende Wasser zu Nektar. (887–889) Man meditiere darin die Gottheit samt Chakra, Gliedern und umgebenden Gottheiten und spreche den Grundmantra, gefolgt von „Ich sättige diese Gottheit“. Mit dem heiligen Wasser bringe man ihrer Lotusmündung 108-mal, halb so oft oder 28-mal Tarpana dar und betrachte das Wasser dabei als Nektar. Den Gottheiten ihres Gefolges bringe man ebenso jeweils einmal Tarpana dar. Dann entlasse man die Gottheit ins eigene Herz und die heiligen Wasser in die Sonne.

M0378. Sonnen-Arghya 890–892
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 155, Sonnen-Arghya 890–892
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
nandikeśvarasaṃhitāyām— yāvanna dīyate cārghyaṃ bhāskarāya nivedanam |
tāvanna pūjayedviṣṇuṃ śaṅkaraṃ vā sureśvari ||
890 ||
māheśvarīye— saṃsmṛtya bhairavaṃ devaṃ mārtaṇḍākhyamumāpatim |
mūlena manunā devi sūryasya manunā'tha vā ||
891 ||
māyābījaṃ samuddhṛtya so'haṃ tu viparītakam |
mārtaṇḍabhairavaṃ ṅentaṃ prakāśaśaktisaṃyutam ||
eṣa te'rgho'gnijāyeti dadyādarghyatrayaṃ sudhīḥ ||
892 ||

Devanagari:
नन्दिकेश्वरसंहितायाम्— यावन्न दीयते चार्घ्यं भास्कराय निवेदनम् |
तावन्न पूजयेद्विष्णुं शङ्करं वा सुरेश्वरि ||
८९० ||
माहेश्वरीये— संस्मृत्य भैरवं देवं मार्तण्डाख्यमुमापतिम् |
मूलेन मनुना देवि सूर्यस्य मनुनाऽथ वा ||
८९१ ||
मायाबीजं समुद्धृत्य सोऽहं तु विपरीतकम् |
मार्तण्डभैरवं ङेन्तं प्रकाशशक्तिसंयुतम् ||
एष तेऽर्घोऽग्निजायेति दद्यादर्घ्यत्रयं सुधीः ||
८९२ ||

Bedeutung und Funktion: In der Nandikeshvarasamhita: (890) Solange Bhaskara, der Sonne, noch keine Arghya-Gabe dargebracht wurde, soll man weder Vishnu noch Shankara verehren, o Herrin der Götter. Im Maheshvariya: (891–892) Man gedenke des göttlichen Bhairava namens Martanda, des Gemahls Umas. Mit dem Grundmantra oder dem Sonnen-Mantra bringe der Verständige drei Arghya-Gaben dar, o Göttin. Die Formel wird so gebildet: Maya-Bija, die umgekehrte Soham-Formel, dann Martanda-Bhairava im Dativ, verbunden mit der Licht-Shakti; danach „Dies ist deine Arghya-Gabe“ und die „Gattin des Feuers“. [Die Vorlage beschreibt den Aufbau der Formel; die Umkehrung und Bijas werden nicht stillschweigend ausgeschrieben.]

M0379. Gang zum Puja-Raum und Reinigung des Geistes 893–902
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 155–156, Gang zum Puja-Raum und Reinigung des Geistes 893–902
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merau tu pūjāgṛhaṃ gatvā sūryārghadānamuktaṃ yathā— guruṃ digīśāṃśca khagān natvā bhāṇḍaṃ kare dadhat |
jalapūrṇaṃ vrajenmaunī sveṣṭadevaṃ hṛdi smaran ||
893 ||
ekāntaṃ nirjanaṃ yāyānmanojñaṃ doṣavarjitam |
digantaraṃ na vīkṣeta yāvat prāpnoti vai gṛham ||
894 ||
pradakṣiṇaṃ yajñavāṭaṃ kṛtvā pādau ca hastakau |
prakṣālyācamya pūjāyā gṛhāddaṇḍāntare sthitaḥ ||
895 ||
gṛhe ca dvāradeśasthaḥ praṇamya manasā gurum |
praṇamediṣṭadevaṃ svaṃ dikpālānapi cetasā ||
896 ||
yat pūrvamarjitaṃ pāpaṃ taddine'nyadine'pi vā |
tatpāpasyāpanodārthaṃ mantradvayamudīrayet ||
897 ||
he deva prākṛtaṃ cittaṃ pāpākrāntamidaṃ mama |
tanniḥsāraya cittānme pāpaṃ phaṭ phaṭ ca te namaḥ ||
898 ||
sūryaḥ somo yamaḥ kālo mahābhūtāni pañca ca |
ete śubhāśubhasyeha karmaṇo nava sākṣiṇaḥ ||
899 ||
hū~ phaḍiti bruvan krodhadṛṣṭyā paśyecca pārśvayoḥ |
evaṃ kṛte prathamataḥ pāpotsādanakarmaṇi ||
900 ||
yat syāddṛḍhataraṃ pāpaṃ taddūre vā'vatiṣṭhate |
atīte pūjanasthāne svaṃ prayāti punaśca tat ||
901 ||
yat syādalpataraṃ pāpaṃ tannāśamupagacchati |
pūjane tyaktapāpasya kāmamiṣṭaṃ kṣaṇādbhavet ||
902 ||

Devanagari:
मेरौ तु पूजागृहं गत्वा सूर्यार्घदानमुक्तं यथा— गुरुं दिगीशांश्च खगान् नत्वा भाण्डं करे दधत् |
जलपूर्णं व्रजेन्मौनी स्वेष्टदेवं हृदि स्मरन् ||
८९३ ||
एकान्तं निर्जनं यायान्मनोज्ञं दोषवर्जितम् |
दिगन्तरं न वीक्षेत यावत् प्राप्नोति वै गृहम् ||
८९४ ||
प्रदक्षिणं यज्ञवाटं कृत्वा पादौ च हस्तकौ |
प्रक्षाल्याचम्य पूजाया गृहाद्दण्डान्तरे स्थितः ||
८९५ ||
गृहे च द्वारदेशस्थः प्रणम्य मनसा गुरुम् |
प्रणमेदिष्टदेवं स्वं दिक्पालानपि चेतसा ||
८९६ ||
यत् पूर्वमर्जितं पापं तद्दिनेऽन्यदिनेऽपि वा |
तत्पापस्यापनोदार्थं मन्त्रद्वयमुदीरयेत् ||
८९७ ||
हे देव प्राकृतं चित्तं पापाक्रान्तमिदं मम |
तन्निःसारय चित्तान्मे पापं फट् फट् च ते नमः ||
८९८ ||
सूर्यः सोमो यमः कालो महाभूतानि पञ्च च |
एते शुभाशुभस्येह कर्मणो नव साक्षिणः ||
८९९ ||
हूँ फडिति ब्रुवन् क्रोधदृष्ट्या पश्येच्च पार्श्वयोः |
एवं कृते प्रथमतः पापोत्सादनकर्मणि ||
९०० ||
यत् स्याद्दृढतरं पापं तद्दूरे वाऽवतिष्ठते |
अतीते पूजनस्थाने स्वं प्रयाति पुनश्च तत् ||
९०१ ||
यत् स्यादल्पतरं पापं तन्नाशमुपगच्छति |
पूजने त्यक्तपापस्य काममिष्टं क्षणाद्भवेत् ||
९०२ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra wird gelehrt, die Sonnen-Arghya nach dem Gang zum Puja-Raum darzubringen: (893–894) Man verneige sich vor Guru, Richtungshütern und Himmelsmächten und gehe schweigend, ein wassergefülltes Gefäß in der Hand und die erwählte Gottheit im Herzen vergegenwärtigend, zu einem abgeschiedenen, menschenleeren, angenehmen und fehlerfreien Ort. Bis man den Raum erreicht, blicke man nicht in andere Richtungen. (895–896) Nach ehrerbietiger Umrundung des Opferplatzes wasche man Füße und Hände und vollziehe Achamana, eine Stablänge vom Puja-Haus entfernt. An seiner Tür stehend verneige man sich im Geist vor dem Guru, der eigenen erwählten Gottheit und den Richtungshütern. (897) Zur Beseitigung der Verfehlungen, die man früher, an diesem oder an einem anderen Tag begangen hat, spreche man zwei Formeln: (898) „O Gott, mein gewöhnlicher Geist ist von Verfehlungen bedrängt. Treibe diese Verfehlung aus meinem Geist! Zweimal die trennende Endsilbe; dir gilt Verehrung.“ (899) „Sonne, Mond, Yama, Zeit und die fünf großen Elemente: Dies sind hier die neun Zeugen guter und schlechter Handlungen.“ (900–902) Während man die angegebenen Schutzsilben spricht, blicke man zornig nach beiden Seiten. Wird zuerst diese Handlung zum Vertreiben der Verfehlungen vollzogen, so bleibt die fest haftende Verfehlung in der Ferne; verlässt man den Puja-Ort, kehrt sie wieder zu einem zurück. Die geringere Verfehlung hingegen geht zugrunde. Wer bei der Puja von Verfehlungen frei ist, erlangt augenblicklich das Gewünschte.

M0380. Sonnenmantra und Dhyana 903–907
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 156, Sonnenmantra und Dhyana 903–907
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tataḥ prakṣālya pādau ca hastāvācamya yatnataḥ |
dadyādarghyaṃ dineśāya tatprakāra ihocyate ||
903 ||
gomayenopaliptāyāṃ bhūmau kṛtvā tu maṇḍalam |
sindūreṇa tataḥ paścādupaviśya nijāsane ||
904 ||
prāṅmukhaḥ praṇamediṣṭadevatāṃ bhaktitatparaḥ |
prāṇāyāmatrayaṃ kṛtvā sūryamantreṇa mantravit ||
905 ||
hā~ hī~ sa iti sūryasya tryakṣaro mantra ucyate |
vinyasya ca tathendrādīn dhyātvā sūryamananyadhīḥ ||
906 ||
padmadvayābhayavarān dadhataṃ karābjairmāṇikyamaulimaruṇāṅgaruciṃ trinetram |
raktāmbujāsanamaśeṣaguṇaikasindhuṃ bhānuṃ samastajagatāmadhipaṃ bhajāmi ||
907 ||

Devanagari:
ततः प्रक्षाल्य पादौ च हस्तावाचम्य यत्नतः |
दद्यादर्घ्यं दिनेशाय तत्प्रकार इहोच्यते ||
९०३ ||
गोमयेनोपलिप्तायां भूमौ कृत्वा तु मण्डलम् |
सिन्दूरेण ततः पश्चादुपविश्य निजासने ||
९०४ ||
प्राङ्मुखः प्रणमेदिष्टदेवतां भक्तितत्परः |
प्राणायामत्रयं कृत्वा सूर्यमन्त्रेण मन्त्रवित् ||
९०५ ||
हाँ हीँ स इति सूर्यस्य त्र्यक्षरो मन्त्र उच्यते |
विन्यस्य च तथेन्द्रादीन् ध्यात्वा सूर्यमनन्यधीः ||
९०६ ||
पद्मद्वयाभयवरान् दधतं कराब्जैर्माणिक्यमौलिमरुणाङ्गरुचिं त्रिनेत्रम् |
रक्ताम्बुजासनमशेषगुणैकसिन्धुं भानुं समस्तजगतामधिपं भजामि ||
९०७ ||

Bedeutung und Funktion: (903–905) Danach wasche man sorgfältig Füße und Hände, vollziehe Achamana und bringe dem Herrn des Tages Arghya dar. Das Verfahren wird nun erklärt: Auf einem mit Kuhdung bestrichenen Boden zeichne man ein Mandala mit Sindura, setze sich auf den eigenen Sitz und verneige sich nach Osten gewandt voller Hingabe vor der erwählten Gottheit. Der Mantra-Kenner vollziehe mit dem Sonnen-Mantra dreimal Pranayama. (906) Der dreisilbige Sonnen-Mantra wird hier ausgeschrieben. Nach dem Nyasa von Indra und den übrigen Gottheiten meditiere man mit ungeteiltem Geist die Sonne. [Die letzte Silbe steht hier ohne Visarga; in der Arghya-Formel bei Vers 912 steht sie mit Visarga.] (907) „Ich verehre Bhanu, den Herrn sämtlicher Welten: Seine Lotushände halten zwei Lotusse und zeigen Furchtlosigkeit und Wunschgewährung. Seine Krone trägt Rubine, sein Körper glänzt rötlich, er ist dreiäugig und sitzt auf einem roten Lotus. Er ist der eine Ozean aller vortrefflichen Eigenschaften.“

M0381. Arghya-Gefäß und Sonnenformel 908–915
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 156–157, Arghya-Gefäß und Sonnenformel 908–915
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tattatkalpoktavidhānena pūjayedupacārakaiḥ |
purato maṇḍalaṃ kṛtvā jalena caturasrakam ||
908 ||
nidhāya tatra sādhāraṃ sajalaṃ tāmrapātrakam |
gandhapuṣpākṣatān darbhān dūrvāsarṣapasaṃyutān ||
909 ||
satilānraktapuṣpāṇi yavāṃścāpi pravinyaset |
sūryamantreṇa tatpātraṃ spṛśannaṣṭottaraṃ śatam ||
910 ||
abhimantrya ca tatpātraṃ samutthāya karadvayāt |
mūrdhāntaṃ sūryamantreṇa dadyādarghyaṃ vicakṣaṇaḥ ||
911 ||
hā~ hī~ saḥ sagraharāśinakṣatrapadamuccaret |
tataśca yogakaraṇaparivṛttāsaneti ca ||
912 ||
saṃsthita śrīsūryāyaiṣa te'rghyaṃ svāhā manuḥ smṛtaḥ |
catustriṃśadakṣaro'yaṃ sūryasyārghyanivedane ||
913 ||
japet tato yathāśaktyā sarvamantramananyadhīḥ |
tadarghyāmbuplutaṃ sūryaṃ dhyāyeddeśikasattamaḥ ||
914 ||
stutvā praṇamya visṛjenmaṇḍalāntaṃ divākaram |
tata utthāya vidhivaddvārapūjāṃ samārabhet ||
915 ||
dvārapūjāvidhistu dīkṣātaraṅge uktaḥ |

Devanagari:
तत्तत्कल्पोक्तविधानेन पूजयेदुपचारकैः |
पुरतो मण्डलं कृत्वा जलेन चतुरस्रकम् ||
९०८ ||
निधाय तत्र साधारं सजलं ताम्रपात्रकम् |
गन्धपुष्पाक्षतान् दर्भान् दूर्वासर्षपसंयुतान् ||
९०९ ||
सतिलान्रक्तपुष्पाणि यवांश्चापि प्रविन्यसेत् |
सूर्यमन्त्रेण तत्पात्रं स्पृशन्नष्टोत्तरं शतम् ||
९१० ||
अभिमन्त्र्य च तत्पात्रं समुत्थाय करद्वयात् |
मूर्धान्तं सूर्यमन्त्रेण दद्यादर्घ्यं विचक्षणः ||
९११ ||
हाँ हीँ सः सग्रहराशिनक्षत्रपदमुच्चरेत् |
ततश्च योगकरणपरिवृत्तासनेति च ||
९१२ ||
संस्थित श्रीसूर्यायैष तेऽर्घ्यं स्वाहा मनुः स्मृतः |
चतुस्त्रिंशदक्षरोऽयं सूर्यस्यार्घ्यनिवेदने ||
९१३ ||
जपेत् ततो यथाशक्त्या सर्वमन्त्रमनन्यधीः |
तदर्घ्याम्बुप्लुतं सूर्यं ध्यायेद्देशिकसत्तमः ||
९१४ ||
स्तुत्वा प्रणम्य विसृजेन्मण्डलान्तं दिवाकरम् |
तत उत्थाय विधिवद्द्वारपूजां समारभेत् ||
९१५ ||
द्वारपूजाविधिस्तु दीक्षातरङ्गे उक्तः |

Bedeutung und Funktion: (908–911) Man verehre die Sonne mit den Gaben nach der Vorschrift des jeweiligen Ritualtextes. Vor sich zeichne man mit Wasser ein quadratisches Mandala und stelle darauf ein wassergefülltes Kupfergefäß auf einem Untersatz. Man gebe Duftstoffe, Blumen, unversehrte Reiskörner, Darbha- und Durva-Gras, Senfkörner, Sesam, rote Blumen und Gerste hinein. Das Gefäß berührend bespreche man es 108-mal mit dem Sonnen-Mantra. Dann hebe der Verständige es mit beiden Händen bis zum Kopf und bringe mit dem Sonnen-Mantra Arghya dar. (912–913) Zuerst stehen die drei ausgeschriebenen Silben; dann folgen die Wörter für „mit Planeten, Tierkreiszeichen und Mondhäusern“ sowie „auf dem von Yoga und Karana umgebenen Sitz befindlich“, und schließlich: „Für Shri Surya: Dies ist deine Arghya-Gabe. Svaha.“ Dieser Mantra für die Darbringung der Sonnen-Arghya wird als vierunddreißigsilbig bezeichnet. (914–915) Danach wiederhole man nach Vermögen mit ungeteilter Aufmerksamkeit den vollständigen Mantra. Der vorzügliche Lehrer meditiere die Sonne, übergossen von diesem Arghya-Wasser. Nach Lobpreis und Verneigung entlasse man den Tagesspender in seine Scheibe. Dann stehe man auf und beginne vorschriftsgemäß die Tür-Puja. Das Verfahren dieser Türverehrung wurde im Taraṅga über Diksha erklärt.

M0382. Beginn der täglichen Puja 916–921
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 157, Beginn der täglichen Puja 916–921
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha nityapūjāvidhiḥ |
kriyāsaṃgrahe— nityapūjāmatho vakṣye saṃkṣepeṇa yathoditām |
pūjāsthānaṃ samāgamya kuryādācamanatrayam ||
upaviśyāsane mantrī kuryāt saṃkalpamādarāt ||
916 ||
saṃkalpastu— amukadevatāprītaye tannityārcanamahaṃ kariṣye—ityevaṃrūpaḥ |
tathā— dadyādarghyaṃ dineśāya sākṣiṇe sarvakarmaṇaḥ |
guruṃ gaṇapatiṃ natvā praṇamediṣṭadevatām ||
918 ||
tālatrayaṃ puraskṛtya badhnīyācca diśo daśa |
bhūtaśuddhyādikaṃ kṛtvā prāṇāyāmaṃ samācaret ||
919 ||
kuryācca mātṛkānyāsaṃ mūlanyāsaṃ tathaiva ca |
hṛdaye devatāṃ dhyātvā mānasairupacārakaiḥ ||
920 ||
pūjayeddevatārūpamātmānaṃ mantravittamaḥ |
bāhyasthairupacāraiśca yajennaivedyavarjitaḥ ||
921 ||

Devanagari:
अथ नित्यपूजाविधिः |
क्रियासंग्रहे— नित्यपूजामथो वक्ष्ये संक्षेपेण यथोदिताम् |
पूजास्थानं समागम्य कुर्यादाचमनत्रयम् ||
उपविश्यासने मन्त्री कुर्यात् संकल्पमादरात् ||
९१६ ||
संकल्पस्तु— अमुकदेवताप्रीतये तन्नित्यार्चनमहं करिष्ये—इत्येवंरूपः |
तथा— दद्यादर्घ्यं दिनेशाय साक्षिणे सर्वकर्मणः |
गुरुं गणपतिं नत्वा प्रणमेदिष्टदेवताम् ||
९१८ ||
तालत्रयं पुरस्कृत्य बध्नीयाच्च दिशो दश |
भूतशुद्ध्यादिकं कृत्वा प्राणायामं समाचरेत् ||
९१९ ||
कुर्याच्च मातृकान्यासं मूलन्यासं तथैव च |
हृदये देवतां ध्यात्वा मानसैरुपचारकैः ||
९२० ||
पूजयेद्देवतारूपमात्मानं मन्त्रवित्तमः |
बाह्यस्थैरुपचारैश्च यजेन्नैवेद्यवर्जितः ||
९२१ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Verfahren der täglichen Puja. Im Kriyasangraha: (916) Ich werde nun kurz die tägliche Puja in ihrer überlieferten Form erklären. Am Verehrungsort vollziehe man dreimal Achamana. Der Mantra-Praktizierende setze sich auf seinen Sitz und fasse aufmerksam den Sankalpa. Dieser lautet: „Zur Freude dieser bestimmten Gottheit werde ich ihre tägliche Verehrung vollziehen.“ Ferner: (918) Man bringe dem Herrn des Tages, dem Zeugen aller Handlungen, Arghya dar, verneige sich vor Guru und Ganapati und dann vor der erwählten Gottheit. [Die Druckzählung geht nach Vers 916 und der Prosaformel unmittelbar zu 918 über; ein Vers 917 ist nicht ausgewiesen.] (919–921) Nach dreimaligem Klatschen schütze man die zehn Richtungen. Nach Bhuta-Shuddhi und den weiteren Reinigungen vollziehe man Pranayama, Matrika-Nyasa und den Nyasa des Grundmantras. Man meditiere die Gottheit im Herzen und verehre mit geistigen Gaben das eigene Selbst in Gestalt der Gottheit. Der kundige Praktizierende verehre es auch mit äußeren Gaben, jedoch ohne Speisegabe.

M0383. Tägliches Homa 931–938
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 158–159, Tägliches Homa 931–938
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha nityahomavidhiḥ |
taduktaṃ somabhujagāvalyām— nājaptaḥ siddhyate mantro nāhutaśca phalapradaḥ |
nāniṣṭo yacchate kāmān tasmāt tritayamācaret ||
931 ||
pūjayā labhate pūjāṃ japāt siddhirna saṃśayaḥ |
vibhūtiṃ cāgnikāryeṇa sarvasiddhiṃ ca vindati ||
932 ||
jñānārṇave— saṃkalpya parameśāni nityahomavidhiṃ caret ||
933 ||
saṃkalpastu— amukadevatāprītaye etāvadāhutīrhoṣyāmi |
ityevaṃrūpaḥ |
nīlatantre— nityahomaṃ pravakṣyāmi sarvārthaṃ yena vindati |
saparyāṃ samyagāpādya baliṃ pūrvavadācaret ||
934 ||
tato japaṃ tarpaṇaṃ ca smaret sādhakasattamaḥ |
baliṃ vaiśvādikaṃ caiva brāhmaṇaḥ samupācaret ||
935 ||
vidhivadagnimādāya kravyādebhyo namastathā |
mūlamantraṃ samuccārya kuṇḍe vā sthaṇḍile'pi vā ||
936 ||
bhūmau vā saṃstaredvahniṃ vyāhṛtitritayena tu |
svāhāntena tridhā hutvā ṣaḍaṅgahavanaṃ tataḥ ||
937 ||
tato devīṃ samāvāhya mūlena ṣoḍaśāhutim |
hutvā stutvā namaskṛtya visṛjedindumaṇḍale ||
938 ||

Devanagari:
अथ नित्यहोमविधिः |
तदुक्तं सोमभुजगावल्याम्— नाजप्तः सिद्ध्यते मन्त्रो नाहुतश्च फलप्रदः |
नानिष्टो यच्छते कामान् तस्मात् त्रितयमाचरेत् ||
९३१ ||
पूजया लभते पूजां जपात् सिद्धिर्न संशयः |
विभूतिं चाग्निकार्येण सर्वसिद्धिं च विन्दति ||
९३२ ||
ज्ञानार्णवे— संकल्प्य परमेशानि नित्यहोमविधिं चरेत् ||
९३३ ||
संकल्पस्तु— अमुकदेवताप्रीतये एतावदाहुतीर्होष्यामि |
इत्येवंरूपः |
नीलतन्त्रे— नित्यहोमं प्रवक्ष्यामि सर्वार्थं येन विन्दति |
सपर्यां सम्यगापाद्य बलिं पूर्ववदाचरेत् ||
९३४ ||
ततो जपं तर्पणं च स्मरेत् साधकसत्तमः |
बलिं वैश्वादिकं चैव ब्राह्मणः समुपाचरेत् ||
९३५ ||
विधिवदग्निमादाय क्रव्यादेभ्यो नमस्तथा |
मूलमन्त्रं समुच्चार्य कुण्डे वा स्थण्डिलेऽपि वा ||
९३६ ||
भूमौ वा संस्तरेद्वह्निं व्याहृतित्रितयेन तु |
स्वाहान्तेन त्रिधा हुत्वा षडङ्गहवनं ततः ||
९३७ ||
ततो देवीं समावाह्य मूलेन षोडशाहुतिम् |
हुत्वा स्तुत्वा नमस्कृत्य विसृजेदिन्दुमण्डले ||
९३८ ||

Bedeutung und Funktion: Nun das Verfahren des täglichen Homa. In der Somabhujagavali heißt es: (931) Ein nicht wiederholter Mantra gelangt nicht zur Siddhi; ohne Feueropfer bringt er keine Frucht, ohne Verehrung erfüllt er keine Wünsche. Deshalb vollziehe man alle drei. (932) Durch Puja erlangt man Verehrung, durch Japa zweifellos Siddhi; durch die Feuerhandlung gewinnt man Entfaltung der Kräfte und sämtliche Siddhis. Im Jnanarnava: (933) O höchste Herrin, nach dem Sankalpa vollziehe man das tägliche Homa. Der Sankalpa lautet: „Zur Freude dieser bestimmten Gottheit werde ich diese bestimmte Zahl von Opfergaben ins Feuer geben.“ Im Nilatantra: (934–935) Ich werde das tägliche Homa erklären, durch das man jedes Ziel erreicht. Nach ordnungsgemäßer Verehrung bringe man Bali wie zuvor dar. Der vorzügliche Sadhaka beachte danach Japa und Tarpana. Der Brahmane vollziehe auch die Bali-Gaben für die Gesamtheit der Gottheiten und die übrigen entsprechenden Handlungen. (936–938) Man nehme das Feuer vorschriftsgemäß auf, spreche „Verehrung den Fleischverzehrern“ und den Grundmantra und setze das Feuer in einer Grube, auf einer erhöhten Opferfläche oder auf dem Boden ein. Mit den drei Vyahritis, jeweils mit Svaha, opfere man dreimal und vollziehe danach das Opfer für die sechs Glieder. Dann rufe man die Göttin herbei, bringe mit dem Grundmantra sechzehn Gaben dar, preise sie, verneige sich und entlasse sie in die Mondscheibe.

M0384. Beginn des Purashcharana und Zeugenanrufung 944–947
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 160, Beginn des Purashcharana und Zeugenanrufung 944–947
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kumbhasambhavaḥ— tataḥ saṅkalpya kurvīta puraścaraṇamādarāt ||
944 ||
merutantre— prārabheta puraścaryāṃ dīkṣoktadivase śubhe |
praṇamyādau gurūn viprān gaṇeśaṃ paripūjya ca ||
945 ||
puṇyāhavācanaṃ kṛtvā kuśahasto vadediti |
sūryaḥ somo yamaḥ kālaḥ sandhye bhūtānyahaḥ kṣapā ||
946 ||
pavano dikpatirbhūmirākāśaṃ khecarāmarāḥ |
brāhmaśāsanamādhāya kalpantāmiha sannidhim ||
947 ||

Devanagari:
कुम्भसम्भवः— ततः सङ्कल्प्य कुर्वीत पुरश्चरणमादरात् ||
९४४ ||
मेरुतन्त्रे— प्रारभेत पुरश्चर्यां दीक्षोक्तदिवसे शुभे |
प्रणम्यादौ गुरून् विप्रान् गणेशं परिपूज्य च ||
९४५ ||
पुण्याहवाचनं कृत्वा कुशहस्तो वदेदिति |
सूर्यः सोमो यमः कालः सन्ध्ये भूतान्यहः क्षपा ||
९४६ ||
पवनो दिक्पतिर्भूमिराकाशं खेचरामराः |
ब्राह्मशासनमाधाय कल्पन्तामिह सन्निधिम् ||
९४७ ||

Bedeutung und Funktion: Kumbhasambhava sagt: (944) Dann fasse man den Sankalpa und vollziehe Purashcharana mit Sorgfalt. Im Merutantra: (945–947) Man beginne Purashcharana an einem günstigen Tag, wie er für Diksha genannt wurde. Zuerst verneige man sich vor den Gurus und Brahmanen und verehre Ganesha. Nach der Verkündigung des günstigen Tages spreche man mit Kusha-Gras in der Hand: „Sonne, Mond, Yama, Zeit, die beiden Tagesübergänge, die Elemente, Tag und Nacht, Wind, die Herren der Richtungen, Erde, Raum und die im Himmel wandelnden Unsterblichen: Folgt Brahmas Gebot und werdet hier gegenwärtig!“

M0385. Angaben im Sankalpa 948–954
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 160, Angaben im Sankalpa 948–954
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaditvetthaṃ tāmrapātre kṛtvā kuśatilākṣatān |
udaṅmukhastu saṃkalpaṃ kuryāt saṃvatsarādikān ||
948 ||
kāmanāntānuccaret tu trayoviṃśatisaṃkhyakān |
saṃvatsarāyane māsapakṣapañcāṅgameva ca ||
949 ||
navagrahasthitiṃ ghatrabhāraṃ mauhūrtikaṃ tviti |
svadeśabhedāṃstattulyān kāmanāsahitān vadet ||
950 ||
dvīpe'muke'muke khaṇḍe'muke varṣe ca nīvṛti |
amuke cāmuke kṣetre gotrapravaramuccaret ||
951 ||
svanāmajātināmāntaṃ dvijāccharma ca varma ca |
guptā dāso'thāmukasya mantrasya siddhikāmukaḥ ||
952 ||
kariṣye'haṃ puraścaryāmetatsaṃkhyajapātmikām |
adyārabhya dinairetairasati pratibandhake ||
953 ||
kariṣye iti saṃkalpaṃ manasaiva prakalpayet |
vadedvācā'bhilāṣaṃ ca karmaṇā copapādayet ||
954 ||

Devanagari:
वदित्वेत्थं ताम्रपात्रे कृत्वा कुशतिलाक्षतान् |
उदङ्मुखस्तु संकल्पं कुर्यात् संवत्सरादिकान् ||
९४८ ||
कामनान्तानुच्चरेत् तु त्रयोविंशतिसंख्यकान् |
संवत्सरायने मासपक्षपञ्चाङ्गमेव च ||
९४९ ||
नवग्रहस्थितिं घत्रभारं मौहूर्तिकं त्विति |
स्वदेशभेदांस्तत्तुल्यान् कामनासहितान् वदेत् ||
९५० ||
द्वीपेऽमुकेऽमुके खण्डेऽमुके वर्षे च नीवृति |
अमुके चामुके क्षेत्रे गोत्रप्रवरमुच्चरेत् ||
९५१ ||
स्वनामजातिनामान्तं द्विजाच्छर्म च वर्म च |
गुप्ता दासोऽथामुकस्य मन्त्रस्य सिद्धिकामुकः ||
९५२ ||
करिष्येऽहं पुरश्चर्यामेतत्संख्यजपात्मिकाम् |
अद्यारभ्य दिनैरेतैरसति प्रतिबन्धके ||
९५३ ||
करिष्ये इति संकल्पं मनसैव प्रकल्पयेत् |
वदेद्वाचाऽभिलाषं च कर्मणा चोपपादयेत् ||
९५४ ||

Bedeutung und Funktion: (948–950) Nach diesen Worten lege man Kusha-Gras, Sesam und unversehrte Reiskörner in ein Kupfergefäß und fasse nach Norden gewandt den Sankalpa. Man spreche die dreiundzwanzig Angaben aus, beginnend mit dem Jahr und endend mit dem eigenen Ziel: Jahr, Sonnenhalbjahr, Monat, Monatshälfte, die fünf Kalenderglieder, die Stellung der neun Planeten, die weiteren Tages- und Stundenangaben sowie die entsprechenden Unterteilungen des eigenen Landes und den Wunsch. [Eine Zeitangabe in Vers 950 ist im Druck beschädigt.] (951–953) „Auf diesem Kontinent, in diesem Teilgebiet, in diesem Landesteil, dieser Landschaft und diesem heiligen Bezirk“ – dann nenne man Gotra und Pravara, den eigenen Namen mit dem zur sozialen Gruppe gehörenden Namenszusatz, der Reihe nach Sharma, Varma, Gupta oder Dasa: „Ich wünsche die Siddhi dieses bestimmten Mantras und werde Purashcharana mit dieser Zahl von Japa-Wiederholungen vollziehen, von heute an innerhalb dieser Anzahl von Tagen, sofern kein Hindernis eintritt.“ (954) Den Entschluss „Ich werde es tun“ fasse man im Geist, spreche den Wunsch mit Worten aus und verwirkliche ihn durch die Tat.

M0386. Fünfgliedriger Sankalpa und Kalasha 955–961
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 161, Fünfgliedriger Sankalpa und Kalasha 955–961
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sanatkumārasaṃhitāyām— praṇavaṃ tatsadadyeti māsapakṣatithīrapi |
amukagotro'muko'haṃ mūlamuccārya tatparam ||
955 ||
siddhikāmo'sya mantrasya iyatsaṃkhyājapaṃ tataḥ |
daśāṃśaṃ havanaṃ homāddaśāṃśaṃ tarpaṇaṃ tataḥ |
daśāṃśaṃ mārjanaṃ tasmāddaśāṃśaṃ viprabhojanam |
puraścaraṇamevaṃ hi kariṣye prāgudaṅmukhaḥ ||
956 ||
nāradapañcarātre— saṃpūjyātha japaṃ kuryādyāvadvai praharadvayam ||
957 ||
tantradīpe— vidhāya vidhivadvidvān maṇḍapaṃ sumanoharam |
tasmin kalaśamāropya tīrthatoyaiḥ prapūjayet ||
958 ||
niḥkṣipya navaratnāni tatra gandhāṣṭakaṃ punaḥ |
āvāhya pūjayet tatra devamāvaraṇaiḥ saha ||
959 ||
kalaśāgre japenmantrī yāvat saṃkhyā na pūryate |
tataḥ pūrṇe samāgatya gurudevo vidhānataḥ ||
960 ||
abhiṣiñcecchiṣyamūrdhni kalaśodakavāribhiḥ |
tataḥ śiṣyaḥ prayatnena dhanādyaistoṣayedgurum ||
961 ||
dīkṣoktakrameṇa kalaśaṃ saṃsthāpya tatra devatāmāvāhya yathāśaktisaṃpūjya japaṃ kuryādityarthaḥ |

Devanagari:
सनत्कुमारसंहितायाम्— प्रणवं तत्सदद्येति मासपक्षतिथीरपि |
अमुकगोत्रोऽमुकोऽहं मूलमुच्चार्य तत्परम् ||
९५५ ||
सिद्धिकामोऽस्य मन्त्रस्य इयत्संख्याजपं ततः |
दशांशं हवनं होमाद्दशांशं तर्पणं ततः |
दशांशं मार्जनं तस्माद्दशांशं विप्रभोजनम् |
पुरश्चरणमेवं हि करिष्ये प्रागुदङ्मुखः ||
९५६ ||
नारदपञ्चरात्रे— संपूज्याथ जपं कुर्याद्यावद्वै प्रहरद्वयम् ||
९५७ ||
तन्त्रदीपे— विधाय विधिवद्विद्वान् मण्डपं सुमनोहरम् |
तस्मिन् कलशमारोप्य तीर्थतोयैः प्रपूजयेत् ||
९५८ ||
निःक्षिप्य नवरत्नानि तत्र गन्धाष्टकं पुनः |
आवाह्य पूजयेत् तत्र देवमावरणैः सह ||
९५९ ||
कलशाग्रे जपेन्मन्त्री यावत् संख्या न पूर्यते |
ततः पूर्णे समागत्य गुरुदेवो विधानतः ||
९६० ||
अभिषिञ्चेच्छिष्यमूर्ध्नि कलशोदकवारिभिः |
ततः शिष्यः प्रयत्नेन धनाद्यैस्तोषयेद्गुरुम् ||
९६१ ||
दीक्षोक्तक्रमेण कलशं संस्थाप्य तत्र देवतामावाह्य यथाशक्तिसंपूज्य जपं कुर्यादित्यर्थः |

Bedeutung und Funktion: In der Sanatkumarasamhita: (955–956) Man spreche Pranava, „Das ist die Wirklichkeit, heute“, Monat, Monatshälfte und Mondtag, dann „Ich, mit diesem Namen, aus diesem Gotra“, und den Grundmantra. Danach, nach Osten oder Norden gewandt: „Im Wunsch nach der Siddhi dieses Mantras werde ich Purashcharana vollziehen: Japa in dieser Zahl, Feueropfer in einem Zehntel dieser Zahl, Tarpana in einem Zehntel der Homa-Zahl, Besprengung in einem Zehntel davon und Brahmanenspeisung in einem Zehntel davon.“ Im Naradapancharatra: (957) Nach der Verehrung verrichte man Japa bis zu zwei Praharas lang. Im Tantradipa: (958–959) Der Wissende errichte vorschriftsgemäß einen schönen Pavillon, stelle darin einen Kalasha auf und verehre mit heiligem Wasser. In den Krug lege er neun Edelsteine und die acht Duftstoffe, rufe darin die Gottheit samt ihrem Kreis herbei und verehre sie. (960–961) Vor dem Kalasha übe der Mantra-Praktizierende Japa, bis die Zahl erfüllt ist. Nach ihrer Vollendung komme der göttliche Guru herbei und übergieße den Kopf des Schülers vorschriftsgemäß mit dem Wasser des Kalasha. Danach erfreue der Schüler den Guru sorgfältig mit Geld und anderen Gaben. Gemeint ist: Man stelle den Kalasha nach der für Diksha beschriebenen Ordnung auf, rufe die Gottheit darin herbei, verehre sie nach Vermögen und übe Japa.

M0387. Feuerreinigung und mehrtägige Weihe 988–992
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 164, Feuerreinigung und mehrtägige Weihe 988–992
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
agniḥ saptiṃ vājamiti saptarcā saptirucyate |
munistriṣṭup chanda uktaṃ devatā'gniḥ prakīrtitaḥ ||
988 ||
agniśabdena rahitaṃ sūktametacchataṃ paṭhet |
abhiṣiñcecchuddhatoyaistataḥ saṃpūrṇasūktakaiḥ ||
989 ||
abhiṣiñcecchatāvṛttyā'gnyuttāraṇamidaṃ smṛtam |
tathā— kṣaudrājyadugdhaiḥ prathamaṃ nārikelāmbhasā tataḥ ||
990 ||
abhiṣiñcyātha toyena kvathitenākṣarauṣadhaiḥ |
āvāhyābhyarcya tallagne cakraṃ saṃsthāpya pūjayet ||
991 ||
gandhapuṣpairnavairdhūpairdīpairnaivedyatarpaṇaiḥ |
trirātraṃ pūjayeddevīṃ trisandhyaṃ ca yathāvidhi ||
992 ||

Devanagari:
अग्निः सप्तिं वाजमिति सप्तर्चा सप्तिरुच्यते |
मुनिस्त्रिष्टुप् छन्द उक्तं देवताऽग्निः प्रकीर्तितः ||
९८८ ||
अग्निशब्देन रहितं सूक्तमेतच्छतं पठेत् |
अभिषिञ्चेच्छुद्धतोयैस्ततः संपूर्णसूक्तकैः ||
९८९ ||
अभिषिञ्चेच्छतावृत्त्याऽग्न्युत्तारणमिदं स्मृतम् |
तथा— क्षौद्राज्यदुग्धैः प्रथमं नारिकेलाम्भसा ततः ||
९९० ||
अभिषिञ्च्याथ तोयेन क्वथितेनाक्षरौषधैः |
आवाह्याभ्यर्च्य तल्लग्ने चक्रं संस्थाप्य पूजयेत् ||
९९१ ||
गन्धपुष्पैर्नवैर्धूपैर्दीपैर्नैवेद्यतर्पणैः |
त्रिरात्रं पूजयेद्देवीं त्रिसन्ध्यं च यथाविधि ||
९९२ ||

Bedeutung und Funktion: (988) Die siebenstrophige Hymne beginnt mit den Worten über Agni, das Ross und die Kraft. Als Rishi wird Sapti genannt, als Versmaß Trishtubh und als Gottheit Agni. (989–990) Man rezitiere diese Hymne hundertmal ohne das Wort Agni und übergieße mit reinem Wasser; danach übergieße man unter hundert Wiederholungen der vollständigen Hymne. Dies gilt als Entfernung der Feuereinwirkung. Ferner: Zuerst übergieße man mit Honig, Ghee und Milch, danach mit Kokoswasser, (991–992) dann mit Wasser, das mit den den Lauten zugeordneten Heilpflanzen abgekocht wurde. Man rufe die Gottheit herbei, verehre sie und setze das Chakra zum bestimmten Aszendenten ein. Drei Nächte hindurch verehre man die Göttin zu den drei Tagesübergängen vorschriftsgemäß mit Düften, frischen Blumen, Räucherwerk, Lichtern, Speisegaben und Tarpana. [Die Hymne wird nur durch ihren Anfang bezeichnet, nicht vollständig zitiert.]

M0388. Einsetzung nach dem Vamakeshvaratantra 993–1004
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 164–165, Einsetzung nach dem Vamakeshvaratantra 993–1004
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vāmakeśvaratantre— bhairavyuvāca— cakrabhedaṃ mahādeva tvatprasādānmayā śrutam |
idānīṃ śrotumicchāmi pratiṣṭhākarmanirṇayam ||
993 ||
śrīśaṅkara uvāca— śṛṇu devi mahābhāge jagatkāriṇi kaulini |
yantrapratiṣṭhākarmāṅgasarvavarṇavinirṇayam ||
994 ||
snātvā saṃkalpayenmantrī gurorarcanamācaret |
pañcagavyaṃ tataḥ kuryācchivamantreṇa mantritam ||
995 ||
tatra cakraṃ kṣipenmantrī praṇavena samākulam |
taduddhṛtya tataścakraṃ sthāpayet svarṇapīṭhake ||
996 ||
spṛṣṭvā yantraṃ kuśāgreṇa gāyatryā cābhimantrayet |
aṣṭottaraśataṃ devi devatābhāvasiddhaye ||
997 ||
ātmaśuddhiṃ tataḥ kṛtvā ṣaḍaṅgairdevatāṃ yajet |
tatrāvāhya mahādevīṃ jīvanyāsaṃ ca kārayet ||
998 ||
upacāraiḥ ṣoḍaśabhirmahāmudrādibhistathā |
phalairnaivedyatāmbūlairdevīṃ tatra samarcayet ||
999 ||
paṭṭasūtrādikaṃ dadyādvastrālaṅkaraṇādibhiḥ |
mukuraṃ cāmaraṃ ghaṇṭāṃ yathāyogyaṃ maheśvari ||
1000 ||
sarvametat prayatnena dadyādātmahite rataḥ |
tato japet sahasraṃ ca sakalepsitasiddhaye ||
1001 ||
ballyādikaṃ pradattvā ca praṇameccakrarājakam |
aṣṭottaraśataṃ hutvā saṃpātājyaṃ viniḥkṣipet ||
1002 ||
mūlamantraṃ samuccārya mantrī yantrāṅgamācaret ||
1003 ||
homakarmaṇyaśaktaśceddviguṇaṃ japamācaret |
dhenumekāṃ samānīya svarṇaśṛṅgādyalaṅkṛtām ||
gurave dakṣiṇāṃ dadyāt tato devyāḥ visarjanam ||
1004 ||

Devanagari:
वामकेश्वरतन्त्रे— भैरव्युवाच— चक्रभेदं महादेव त्वत्प्रसादान्मया श्रुतम् |
इदानीं श्रोतुमिच्छामि प्रतिष्ठाकर्मनिर्णयम् ||
९९३ ||
श्रीशङ्कर उवाच— शृणु देवि महाभागे जगत्कारिणि कौलिनि |
यन्त्रप्रतिष्ठाकर्माङ्गसर्ववर्णविनिर्णयम् ||
९९४ ||
स्नात्वा संकल्पयेन्मन्त्री गुरोरर्चनमाचरेत् |
पञ्चगव्यं ततः कुर्याच्छिवमन्त्रेण मन्त्रितम् ||
९९५ ||
तत्र चक्रं क्षिपेन्मन्त्री प्रणवेन समाकुलम् |
तदुद्धृत्य ततश्चक्रं स्थापयेत् स्वर्णपीठके ||
९९६ ||
स्पृष्ट्वा यन्त्रं कुशाग्रेण गायत्र्या चाभिमन्त्रयेत् |
अष्टोत्तरशतं देवि देवताभावसिद्धये ||
९९७ ||
आत्मशुद्धिं ततः कृत्वा षडङ्गैर्देवतां यजेत् |
तत्रावाह्य महादेवीं जीवन्यासं च कारयेत् ||
९९८ ||
उपचारैः षोडशभिर्महामुद्रादिभिस्तथा |
फलैर्नैवेद्यताम्बूलैर्देवीं तत्र समर्चयेत् ||
९९९ ||
पट्टसूत्रादिकं दद्याद्वस्त्रालङ्करणादिभिः |
मुकुरं चामरं घण्टां यथायोग्यं महेश्वरि ||
१००० ||
सर्वमेतत् प्रयत्नेन दद्यादात्महिते रतः |
ततो जपेत् सहस्रं च सकलेप्सितसिद्धये ||
१००१ ||
बल्ल्यादिकं प्रदत्त्वा च प्रणमेच्चक्रराजकम् |
अष्टोत्तरशतं हुत्वा संपाताज्यं विनिःक्षिपेत् ||
१००२ ||
मूलमन्त्रं समुच्चार्य मन्त्री यन्त्राङ्गमाचरेत् ||
१००३ ||
होमकर्मण्यशक्तश्चेद्द्विगुणं जपमाचरेत् |
धेनुमेकां समानीय स्वर्णशृङ्गाद्यलङ्कृताम् ||
गुरवे दक्षिणां दद्यात् ततो देव्याः विसर्जनम् ||
१००४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Vamakeshvaratantra sprach Bhairavi: (993) „O Mahadeva, durch deine Gnade habe ich von den verschiedenen Chakras gehört. Nun möchte ich die genaue Bestimmung der Einsetzungszeremonie hören.“ Shri Shankara sprach: (994) „Höre, o glückliche Göttin, Weltschöpferin, Kaulini, die vollständige Erklärung der Bestandteile der Yantra-Einsetzung. (995–997) Nach dem Bad fasse der Mantra-Praktizierende den Sankalpa und verehre den Guru. Dann bereite er Panchagavya und bespreche es mit dem Shiva-Mantra. Unter dem Pranava lege er das Chakra vollständig hinein, nehme es wieder heraus und setze es auf eine goldene Unterlage. Mit einer Kusha-Spitze berühre er das Yantra und bespreche es 108-mal mit der Gayatri, o Göttin, damit sein göttliches Wesen wirksam gegenwärtig wird. (998–999) Nach der eigenen Reinigung verehre er die Gottheit mit den sechs Gliedern, rufe Mahadevi herbei und vollziehe Jiva-Nyasa. Er verehre sie mit den sechzehn Gaben, den großen Mudras und weiteren Gesten sowie Früchten, Speisegaben und Betel. (1000–1001) Er schenke Seidenfäden und Ähnliches, Gewänder und Schmuck, Spiegel, Yakschweifwedel und Glocke nach Angemessenheit, o Maheshvari. Um das eigene Heil bemüht, bringe er all dies sorgfältig dar. Danach wiederhole er den Mantra tausendmal zur Erfüllung aller Wünsche. (1002–1003) Nach Darbringung der genannten weiteren Gabe [die Lesung „बल्ल्यादिकं“ ist unsicher] verneige er sich vor dem König der Chakras. Er bringe 108 Feueropfer dar und gebe das vom Opfer verbliebene Ghee auf das Yantra. Mit dem Grundmantra vollziehe er den Ritus an den Gliedern des Yantra. (1004) Ist er zum Homa nicht fähig, übe er doppelt so viel Japa. Er bringe eine Kuh, geschmückt mit goldenen Hornzierden und Weiterem, und gebe sie dem Guru als Dakshina. Danach folgt die Entlassung der Göttin.“

M0389. Yantra-Gayatri und weitere Einsetzungsordnung 1005–1009
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 165, Yantra-Gayatri und weitere Einsetzungsordnung 1005–1009
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
taduktaṃ śivamantraprasādaḥ siddhāntasaṃgrahe— pañcagavyena saṃśodhya snāpya pañcāmṛtaiḥ pṛthak |
aṣṭābhistīrthakalaśaiḥ snāpayenmūlamantrataḥ ||
1005 ||
tato'bhimantrayedyantraṃ gāyatryā vakṣyamāṇayā |
aṣṭottaraśataṃ mantrī mūlenāpi tathaiva ca ||
1006 ||
yantrarājāya vidmahe mahāyantrāya dhīmahi tanno yantraṃ pracodayāt |
tato devaṃ samāvāhya prāṇān saṃsthāpya mantravit |
upacāraiḥ ṣoḍaśabhiḥ pūjayediṣṭadevatām ||
1007 ||
aṣṭottarasahasraṃ ca saṃskṛte havyavāhane |
ghṛtena juhuyāt tatra saṃpātājyaṃ viniḥkṣipet ||
1008 ||
brāhmaṇān bhojayet paścāt sādhako devatādhiyā |
evaṃ saṃsādhite yantre devaḥ sannihito bhavet ||
1009 ||

Devanagari:
तदुक्तं शिवमन्त्रप्रसादः सिद्धान्तसंग्रहे— पञ्चगव्येन संशोध्य स्नाप्य पञ्चामृतैः पृथक् |
अष्टाभिस्तीर्थकलशैः स्नापयेन्मूलमन्त्रतः ||
१००५ ||
ततोऽभिमन्त्रयेद्यन्त्रं गायत्र्या वक्ष्यमाणया |
अष्टोत्तरशतं मन्त्री मूलेनापि तथैव च ||
१००६ ||
यन्त्रराजाय विद्महे महायन्त्राय धीमहि तन्नो यन्त्रं प्रचोदयात् |
ततो देवं समावाह्य प्राणान् संस्थाप्य मन्त्रवित् |
उपचारैः षोडशभिः पूजयेदिष्टदेवताम् ||
१००७ ||
अष्टोत्तरसहस्रं च संस्कृते हव्यवाहने |
घृतेन जुहुयात् तत्र संपाताज्यं विनिःक्षिपेत् ||
१००८ ||
ब्राह्मणान् भोजयेत् पश्चात् साधको देवताधिया |
एवं संसाधिते यन्त्रे देवः सन्निहितो भवेत् ||
१००९ ||

Bedeutung und Funktion: Dazu heißt es unter der im Druck sprachlich auffälligen Verknüpfung „Shivamantraprasada“ im Siddhantasangraha: (1005–1006) Man reinige das Yantra mit Panchagavya, bade es gesondert mit den fünf Nektarsubstanzen und übergieße es unter dem Grundmantra aus acht Krügen mit heiligem Wasser. Dann bespreche der Mantra-Praktizierende es 108-mal mit der folgenden Gayatri und ebenso oft mit dem Grundmantra: „Wir wollen den König der Yantras erkennen; über das große Yantra meditieren wir. Möge das Yantra uns anregen und erleuchten.“ (1007–1009) Danach rufe er die Gottheit herbei, setze die Lebenskräfte ein und verehre die erwählte Gottheit mit den sechzehn Gaben. Im geweihten Opferfeuer bringe er 1.008 Ghee-Gaben dar und gebe das verbleibende Opfer-Ghee auf das Yantra. Danach speise der Sadhaka Brahmanen, die er als Gottheiten betrachtet. In einem so vollendeten Yantra wird die Gottheit gegenwärtig.

M0390. Geburt und Tod des rituellen Mantras 1054–1061
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 169–170, Geburt und Tod des rituellen Mantras 1054–1061
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
gurukuṇḍalinīdhyānaṃ vivāhaḥ parikīrtitaḥ |
dvirāgamo bhavet snānaṃ saṃyogaḥ sandhyayā bhavet ||
1054 ||
arghyadānaṃ bhavedgarbho gāyatrī tvaṣṭamāsikam |
bhūtaśuddhyādiprāṇānte tatrāvayavakalpanam ||
1055 ||
dehī bhavenmātṛkāyāḥ prāṇāyāmastu saṃskriyā |
dhyānoccāre maheśāni bālakotpattirīritā ||
1056 ||
mantroccāraṇato devi jātasūtakamīritam |
jātasūtakadoṣasya śamanārthaṃ maheśvari ||
1057 ||
daśaviṃśati pañcāśadyathāśaktyā japecchive |
idamādau samādiṣṭaṃ mṛtiṃ saṃśṛṇu sādaram ||
1058 ||
aṅgajñānaṃ ca tādātmyaṃ tadanantaramīritam |
visarjanaṃ maheśāni mṛtasūtakamīritam ||
1059 ||
mṛtasūtakaśāntyarthaṃ daśaviṃśati vā japet |
tena tasya nivṛttirhi bhavatyeva na saṃśayaḥ ||
1060 ||
yadvā— brahmabījaṃ manordattvā ādyante parameśvari |
saptavāraṃ japenmantraṃ sūtakadvayamuktaye ||
1061 ||
brahmabījaṃ praṇavaḥ |

Devanagari:
गुरुकुण्डलिनीध्यानं विवाहः परिकीर्तितः |
द्विरागमो भवेत् स्नानं संयोगः सन्ध्यया भवेत् ||
१०५४ ||
अर्घ्यदानं भवेद्गर्भो गायत्री त्वष्टमासिकम् |
भूतशुद्ध्यादिप्राणान्ते तत्रावयवकल्पनम् ||
१०५५ ||
देही भवेन्मातृकायाः प्राणायामस्तु संस्क्रिया |
ध्यानोच्चारे महेशानि बालकोत्पत्तिरीरिता ||
१०५६ ||
मन्त्रोच्चारणतो देवि जातसूतकमीरितम् |
जातसूतकदोषस्य शमनार्थं महेश्वरि ||
१०५७ ||
दशविंशति पञ्चाशद्यथाशक्त्या जपेच्छिवे |
इदमादौ समादिष्टं मृतिं संशृणु सादरम् ||
१०५८ ||
अङ्गज्ञानं च तादात्म्यं तदनन्तरमीरितम् |
विसर्जनं महेशानि मृतसूतकमीरितम् ||
१०५९ ||
मृतसूतकशान्त्यर्थं दशविंशति वा जपेत् |
तेन तस्य निवृत्तिर्हि भवत्येव न संशयः ||
१०६० ||
यद्वा— ब्रह्मबीजं मनोर्दत्त्वा आद्यन्ते परमेश्वरि |
सप्तवारं जपेन्मन्त्रं सूतकद्वयमुक्तये ||
१०६१ ||
ब्रह्मबीजं प्रणवः |

Bedeutung und Funktion: (1054) Die Meditation über Guru und Kundalini wird Hochzeit genannt. Das Bad gilt als die zweite Heimkehr der Braut, die Sandhya als Vereinigung. (1055) Die Arghya-Darbringung entspricht der Empfängnis, die Gayatri dem achten Schwangerschaftsmonat. Von Bhuta-Shuddhi bis zum Einsetzen des Prana werden die Glieder gebildet. (1056) Durch Matrika entsteht der verkörperte Träger; Pranayama ist seine Heiligung. Dhyana und Aussprechen gelten als Geburt des Kindes, o Maheshani. (1057–1058) Beim Aussprechen des Mantras entsteht daher das sogenannte Geburts-Sutaka. Um diesen Fehler zu beruhigen, wiederhole man nach Vermögen zehn-, zwanzig- oder fünfzigmal, o Shive. Dies ist für den Anfang angeordnet. Höre nun aufmerksam vom Tod. (1059–1060) Danach werden das Erkennen der Glieder und das Einswerden mit ihnen genannt. Die Entlassung gilt als Todes-Sutaka, o Maheshani. Zu seiner Beruhigung wiederhole man zehn- oder zwanzigmal. Dadurch wird es zweifellos aufgehoben. Oder: (1061) Man setze das Brahma-Bija an Anfang und Ende des Mantras und wiederhole ihn siebenmal, um beide Sutakas zu lösen, o höchste Herrin. Das Brahma-Bija ist der Pranava.

M0391. Kulluka Setu Mahasetu und Nirvana 1072–1082
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 171, Kulluka Setu Mahasetu und Nirvana 1072–1082
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kullukā yāmale— śrīdevyuvāca— atha vai kullukotpattiṃ kathayasva mamādhunā |
kullukā kīdṛśī nātha seturvā deva kīdṛśaḥ ||
1072 ||
kīdṛśo vā mahāseturnirvāṇaṃ tvatha kīdṛśam |
anyadvā kathitaṃ yanme kīdṛśaṃ tadvada prabho ||
1072 ||
śrīśiva uvāca— rahasyamapi te devi kathyate śṛṇu sāmpratam |
vinā yena maheśāni niṣphalaṃ tu japādikam ||
1073 ||
kullukā ca tathā seturmahāsetustathaiva ca |
nirvāṇaṃ kuṇḍalīṣaṣṭhīsarvotpattiṃ śṛṇu priye ||
1074 ||
vidyānāṃ kulapūjyatvāt kullukā tena kīrtitā |
vidyāsambandhidoṣāṇāṃ bhakṣayantī yataḥ śive ||
1075 ||
teneyaṃ kullukānāmnī sarvatantreṣu gopitā |
vidyāsiddhyarṇave devi yena pāraṃ pragacchati ||
1076 ||
tena seturmaheśāni vidyāmārgaḥ prakīrtitaḥ |
mahāvidyāptisaṃdarśo mahāseturmaheśvari ||
1077 ||
mahāvidyārṇavasyātha caitanyasya pradarśakaḥ |
mahāseturmahādevi mahāvidyāsvarūpadhṛk ||
1078 ||
devatāyāstu nirvāṇaṃ caitanyaṃ yacca kīrtitam |
nirvāṇaṃ kathitaṃ bhadre vidyāvāṅmātṛkārṇakaiḥ ||
1079 ||
nirvāṇaṃ parameśāni catuścaraṇarūpadhṛk |
nirvāṇaṃ ca maheśāni parabrahmātmikā matā ||
1080 ||
caturthaṃ kathitaṃ bhadre vidyācaraṇamīritam |
pañcamī kuṇḍalī devī yathāvadavadhāraya ||
1081 ||
mūlādhārādābilāntaṃ bisatantutanīyasīm |
sarvadevasvarūpāṃ ca sarvavarṇapradīpinīm ||
1082 ||

Devanagari:
अथ कुल्लुका यामले— श्रीदेव्युवाच— अथ वै कुल्लुकोत्पत्तिं कथयस्व ममाधुना |
कुल्लुका कीदृशी नाथ सेतुर्वा देव कीदृशः ||
१०७२ ||
कीदृशो वा महासेतुर्निर्वाणं त्वथ कीदृशम् |
अन्यद्वा कथितं यन्मे कीदृशं तद्वद प्रभो ||
१०७२ ||
श्रीशिव उवाच— रहस्यमपि ते देवि कथ्यते शृणु साम्प्रतम् |
विना येन महेशानि निष्फलं तु जपादिकम् ||
१०७३ ||
कुल्लुका च तथा सेतुर्महासेतुस्तथैव च |
निर्वाणं कुण्डलीषष्ठीसर्वोत्पत्तिं शृणु प्रिये ||
१०७४ ||
विद्यानां कुलपूज्यत्वात् कुल्लुका तेन कीर्तिता |
विद्यासम्बन्धिदोषाणां भक्षयन्ती यतः शिवे ||
१०७५ ||
तेनेयं कुल्लुकानाम्नी सर्वतन्त्रेषु गोपिता |
विद्यासिद्ध्यर्णवे देवि येन पारं प्रगच्छति ||
१०७६ ||
तेन सेतुर्महेशानि विद्यामार्गः प्रकीर्तितः |
महाविद्याप्तिसंदर्शो महासेतुर्महेश्वरि ||
१०७७ ||
महाविद्यार्णवस्याथ चैतन्यस्य प्रदर्शकः |
महासेतुर्महादेवि महाविद्यास्वरूपधृक् ||
१०७८ ||
देवतायास्तु निर्वाणं चैतन्यं यच्च कीर्तितम् |
निर्वाणं कथितं भद्रे विद्यावाङ्मातृकार्णकैः ||
१०७९ ||
निर्वाणं परमेशानि चतुश्चरणरूपधृक् |
निर्वाणं च महेशानि परब्रह्मात्मिका मता ||
१०८० ||
चतुर्थं कथितं भद्रे विद्याचरणमीरितम् |
पञ्चमी कुण्डली देवी यथावदवधारय ||
१०८१ ||
मूलाधारादाबिलान्तं बिसतन्तुतनीयसीम् |
सर्वदेवस्वरूपां च सर्ववर्णप्रदीपिनीम् ||
१०८२ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Kulluka, im Yamala. Shri Devi sprach: (1072) „Erkläre mir jetzt die Entstehung der Kulluka. Wie ist Kulluka beschaffen, o Herr, und wie Setu, o Gott? (1072, im Druck erneut so gezählt) Wie ist Mahasetu, und wie Nirvana? Und was immer du mir sonst genannt hast: Sage mir, wie es beschaffen ist, o Herr.“ Shri Shiva sprach: (1073–1074) „Auch dieses Geheimnis werde ich dir erklären, o Göttin. Höre nun, ohne welches Japa und die übrigen Handlungen fruchtlos bleiben. Höre von Kulluka, Setu, Mahasetu, Nirvana und Kundali sowie ihrer Entstehung, o Geliebte. [Die zusammengezogene Aufzählung in Vers 1074 enthält eine unklare Sechserangabe, während später Kundali ausdrücklich als fünfte genannt wird.] (1075–1076) Weil sie im Kula der Vidyas verehrungswürdig ist und die mit den Vidyas verbundenen Fehler verzehrt, o Shive, heißt sie Kulluka und wird in allen Tantras geheim gehalten. (1076–1078) Wodurch man den Ozean der Vidya-Siddhi überquert, das wird Setu, Brücke auf dem Weg der Vidya, genannt. Mahasetu, die große Brücke, zeigt das Erlangen der Mahavidya und offenbart das Bewusstsein des Ozeans der Mahavidyas; sie trägt deren eigene Gestalt. (1079–1081) Was als das Nirvana und Bewusstsein der Gottheit bezeichnet wird, wird mit den Lauten der Vidya, der Rede und der Matrika ausgedrückt. Nirvana besitzt eine viergliedrige Gestalt und gilt als Wesen des höchsten Brahman, o höchste Herrin. Es wird als vierter Schritt der Vidya genannt. Als Fünfte kommt die Göttin Kundali; vernimm sie genau: (1082) Vom Muladhara bis zum genannten oberen Ende [die Ortsbezeichnung ist beschädigt] erstreckt sie sich, feiner als eine Lotusfaser, in Gestalt aller Gottheiten und alle Laute erhellend.“ [Die Beschreibung setzt sich im nächsten Vers fort.]

M0392. Kulluka von Kali und Tara 1083–1089
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 172, Kulluka von Kali und Tara 1083–1089
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mahākuṇḍalinīṃ devīṃ samalīṃ kuṇḍalīṃ parām |
śrīdevyuvāca— krameṇa daśavidyāyāḥ kullukāyā vidhiṃ vada ||
1083 ||
śrīśiva uvāca— pañcākṣarī kālikāyāḥ kullukā parikathyate |
kālīkūrcaṃ ca dhūmāyāḥ phaḍantāḥ parameśvari ||
1084 ||
aghorākhya ṛṣiḥ prokto virāṭchandaḥ prakīrtitam |
devatā kullukā kālī bījaṃ māyābhidhaṃ matam ||
1085 ||
kāmaśaktistathā kūrcaṃ kīlakaṃ parikīrtitam |
ṣaḍdīrghāḍhyena kāmena ṣaḍaṅganyāsa īritaḥ ||
1086 ||
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ kālikāvat samācaret |
māyāvadhūstathā kūrcaṃ tāriṇīkullukā matā ||
1087 ||
tāriṇīkullukāyāśca virūpākṣa ṛṣiḥ smṛtaḥ |
uṣṇikchandaḥ samākhyātaṃ devatā nīlatāriṇī ||
1088 ||
kūrcabījaṃ tathā māyā śaktirvadhūśca kīlakam |
māyayā tu ṣaḍaṅgāni sarvaṃ nīlasarasvatī ||
1089 ||

Devanagari:
महाकुण्डलिनीं देवीं समलीं कुण्डलीं पराम् |
श्रीदेव्युवाच— क्रमेण दशविद्यायाः कुल्लुकाया विधिं वद ||
१०८३ ||
श्रीशिव उवाच— पञ्चाक्षरी कालिकायाः कुल्लुका परिकथ्यते |
कालीकूर्चं च धूमायाः फडन्ताः परमेश्वरि ||
१०८४ ||
अघोराख्य ऋषिः प्रोक्तो विराट्छन्दः प्रकीर्तितम् |
देवता कुल्लुका काली बीजं मायाभिधं मतम् ||
१०८५ ||
कामशक्तिस्तथा कूर्चं कीलकं परिकीर्तितम् |
षड्दीर्घाढ्येन कामेन षडङ्गन्यास ईरितः ||
१०८६ ||
ध्यानपूजादिकं सर्वं कालिकावत् समाचरेत् |
मायावधूस्तथा कूर्चं तारिणीकुल्लुका मता ||
१०८७ ||
तारिणीकुल्लुकायाश्च विरूपाक्ष ऋषिः स्मृतः |
उष्णिक्छन्दः समाख्यातं देवता नीलतारिणी ||
१०८८ ||
कूर्चबीजं तथा माया शक्तिर्वधूश्च कीलकम् |
मायया तु षडङ्गानि सर्वं नीलसरस्वती ||
१०८९ ||

Bedeutung und Funktion: „Die Göttin Mahakundalini, die höchste gewundene Kraft, wird so vergegenwärtigt.“ [Das gedruckte Beiwort „समलीं“ bleibt unklar.] Shri Devi sprach: (1083) „Erkläre der Reihe nach das Verfahren der Kulluka für die zehn Vidyas.“ Shri Shiva sprach: (1084) „Kalis Kulluka wird als fünfsilbig beschrieben; genannt werden Kali, Kurcha und Dhuma, mit der trennenden Endsilbe als Schluss, o höchste Herrin. [Die verdichtete Formelbildung wird nicht durch vermutete Silben vervollständigt.] (1085–1086) Der Rishi heißt Aghora, das Versmaß Virat; die Gottheit ist Kulluka-Kali. Maya gilt als Bija, Kama als Shakti und Kurcha als Schlüssel. Der Nyasa der sechs Glieder erfolgt mit Kama, verbunden mit den sechs langen Vokalen. (1087) Dhyana, Puja und alle weiteren Handlungen vollziehe man wie bei Kalika. Maya, Vadhu und Kurcha gelten als Tarinis Kulluka. (1088–1089) Deren Rishi ist Virupaksha, ihr Versmaß Ushnih und ihre Gottheit Nila-Tarini. Kurcha ist das Bija, Maya die Shakti und Vadhu der Schlüssel. Mit Maya werden die sechs Glieder eingesetzt; alles Weitere entspricht Nila-Sarasvati.“

M0393. Tara und der Name Haris 1090–1093
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 172, Tara und der Name Haris 1090–1093
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
triśaktiratne— ajaptvā kullukāmantramasmṛtvā śrīpatiṃ harim |
yo japet tāriṇīmantraṃ narake sa vilīyate ||
1090 ||
japitvā kullukāmantramaṣṭottaraśataṃ sudhīḥ |
prajapet tāriṇīṃ paścānnānyathā siddhimāpnuyāt ||
1091 ||
kulasarvasvanāmasahasranāmastotrakathanānantaram— harernāma na gṛhṇīyānna spṛśet tulasīdalam ||
1092 ||
iti vacanaṃ tu vīraparamiti jñeyam |
uktastotropāttaharernāmagrahaṇaṃ tu vīrakalpe'pi na niṣiddham |
yāni nāmāni santyatra prasaṅgānmuravairiṇaḥ |
grāhyāṇi tāni kalyāṇi nānyāni tu kadā cana ||
1093 ||
iti tatraivoktatvāt |

Devanagari:
त्रिशक्तिरत्ने— अजप्त्वा कुल्लुकामन्त्रमस्मृत्वा श्रीपतिं हरिम् |
यो जपेत् तारिणीमन्त्रं नरके स विलीयते ||
१०९० ||
जपित्वा कुल्लुकामन्त्रमष्टोत्तरशतं सुधीः |
प्रजपेत् तारिणीं पश्चान्नान्यथा सिद्धिमाप्नुयात् ||
१०९१ ||
कुलसर्वस्वनामसहस्रनामस्तोत्रकथनानन्तरम्— हरेर्नाम न गृह्णीयान्न स्पृशेत् तुलसीदलम् ||
१०९२ ||
इति वचनं तु वीरपरमिति ज्ञेयम् |
उक्तस्तोत्रोपात्तहरेर्नामग्रहणं तु वीरकल्पेऽपि न निषिद्धम् |
यानि नामानि सन्त्यत्र प्रसङ्गान्मुरवैरिणः |
ग्राह्याणि तानि कल्याणि नान्यानि तु कदा चन ||
१०९३ ||
इति तत्रैवोक्तत्वात् |

Bedeutung und Funktion: Im Trishaktiratna: (1090) Wer den Tarini-Mantra wiederholt, ohne vorher den Kulluka-Mantra wiederholt und Haris, des Gemahls der Shri, gedacht zu haben, versinkt in der Hölle. (1091) Der Verständige wiederhole zuerst den Kulluka-Mantra 108-mal, danach den Tarini-Mantra; anders erlangt er keine Siddhi. Nach der Darlegung des tausendnamigen Lobgesangs mit dem Titel Kulasarvasva heißt es: (1092) „Man soll Haris Namen nicht aussprechen und kein Tulasi-Blatt berühren.“ Diese Aussage ist auf den Vira-Weg zu beziehen. Die im genannten Lobgesang enthaltenen Namen Haris auszusprechen ist jedoch auch im Vira-Ritual nicht verboten. Denn dort heißt es ausdrücklich: (1093) „Die Namen des Feindes von Mura, die hier im Zusammenhang vorkommen, dürfen ausgesprochen werden, o Glückliche; andere jedoch niemals.“

M0394. Kulluka von Chhinnamasta und Sundari 1094–1100
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 172–173, Kulluka von Chhinnamasta und Sundari 1094–1100
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yāmale— chinnāyāśca maheśāni kullukā'ṣṭākṣarī bhavet |
vajravairocanīye ca ante varma prakīrtayet ||
1094 ||
atikāla ṛṣiḥ prokto gāyatrīchanda īritam |
ha~ bījaṃ hū~ tathā śaktiḥ kīlakaṃ rocanī matā ||
1095 ||
śivaṣaḍdīrghayuktena ṣaḍaṅganyāsamācaret |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ chinnāvat samupācaret ||
1096 ||
sundaryāḥ kullukā devi saṃproktā dvādaśākṣarī |
vāgbhavaṃ kāmarājaṃ ca lajjā ca tripurepadam ||
1097 ||
bhagavatīti padaṃ procya tadante ṭhadvayaṃ vadet |
sundarīkullukāyāstu ṛṣirānandabhairavaḥ ||
1098 ||
gāyatrīchanda ādiṣṭaṃ vāgbhavaṃ bījamīritam |
lajjā śaktirmaheśāni kāmabījaṃ ca kīlakam ||
1099 ||
devatā tripureśī ca ṣaḍaṅgaṃ tridvayena ca |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ sundarīvat samācaret ||
1100 ||

Devanagari:
यामले— छिन्नायाश्च महेशानि कुल्लुकाऽष्टाक्षरी भवेत् |
वज्रवैरोचनीये च अन्ते वर्म प्रकीर्तयेत् ||
१०९४ ||
अतिकाल ऋषिः प्रोक्तो गायत्रीछन्द ईरितम् |
हँ बीजं हूँ तथा शक्तिः कीलकं रोचनी मता ||
१०९५ ||
शिवषड्दीर्घयुक्तेन षडङ्गन्यासमाचरेत् |
ध्यानपूजादिकं सर्वं छिन्नावत् समुपाचरेत् ||
१०९६ ||
सुन्दर्याः कुल्लुका देवि संप्रोक्ता द्वादशाक्षरी |
वाग्भवं कामराजं च लज्जा च त्रिपुरेपदम् ||
१०९७ ||
भगवतीति पदं प्रोच्य तदन्ते ठद्वयं वदेत् |
सुन्दरीकुल्लुकायास्तु ऋषिरानन्दभैरवः ||
१०९८ ||
गायत्रीछन्द आदिष्टं वाग्भवं बीजमीरितम् |
लज्जा शक्तिर्महेशानि कामबीजं च कीलकम् ||
१०९९ ||
देवता त्रिपुरेशी च षडङ्गं त्रिद्वयेन च |
ध्यानपूजादिकं सर्वं सुन्दरीवत् समाचरेत् ||
११०० ||

Bedeutung und Funktion: Im Yamala: (1094–1096) Chhinnamastas Kulluka ist achtsilbig, o Maheshani. Man spreche die Anrede Vajravairochani und am Ende das Panzer-Bija. Der Rishi heißt Atikala, das Versmaß Gayatri. Die ausdrücklich aufgeführten nasalierten Ha- beziehungsweise Hu-Silben sind Bija und Shakti; Rochani gilt als Schlüssel. Mit Shiva, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man den Nyasa der sechs Glieder. Dhyana, Puja und alles Weitere entsprechen Chhinnamasta. (1097–1100) Sundaris Kulluka wird als zwölfsilbig bezeichnet, o Göttin. Man spreche Vagbhava, Kamaraja und Lajja, dann die Anreden Tripura und Bhagavati und am Ende das durch zweimal ṭha bezeichnete Schlusswort. Ihr Rishi ist Anandabhairava, ihr Versmaß Gayatri, ihr Bija Vagbhava, ihre Shakti Lajja und ihr Schlüssel das Kama-Bija. Die Gottheit ist Tripureshi; die sechs Glieder werden mit drei Paaren eingesetzt. Dhyana, Puja und alles Weitere vollziehe man wie bei Sundari.

M0395. Weitere Kullukas und ihre Orte 1101–1109
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 173–174, Weitere Kullukas und ihre Orte 1101–1109
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
saṃpatpradāyāḥ prathamaṃ bījaṃ śrībhairavīmanau |
vikarāla ṛṣiḥ proktaḥ paṅkticchandaḥ prakīrtitam ||
1101 ||
devatā bhairavīnāmnā kullukā parikīrtitam |
ha~ bījaṃ sa~ mahāśaktirmantraṃ kīlakaṃ matam ||
1102 ||
ṣaḍdīrghāḍhyena bījena ṣaḍaṅganyāsamācaret |
mātaṅgībagalālakṣmīdhūmocchiṣṭākrame śṛṇu ||
1103 ||
tārakūrcanārasiṃhaiḥ pañcānāṃ kullukā matā |
ṛṣirbhairavanāmā ca yāvacchandāṃsi pārvati ||
1104 ||
devatāsarvabījādisvasvadevakrameṇa ca |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ svadaivatavadācaret ||
1105 ||
iyaṃ te kathitā devi saṃkṣepāt kullukā mayā |
ajñātvā kullukāmetāṃ japate yo'dhamaḥ kudhīḥ ||
1106 ||
pañcatvamāśu labhate siddhihāniḥ prajāyate |
mantrāḥ parāṅmukhā yānti mantrahāniśca jāyate ||
1107 ||
tathā japādikaṃ sarvaṃ niṣphalaṃ nātra saṃśayaḥ |
tasmāt sarvaprayatnena yo japenmūrdhni kullukām ||
1108 ||
rudrayāmale— kullukāṃ mūrdhni saṃcintya hṛdi setuṃ vicintayet |
mahāsetuṃ viśuddhau ca sahasrāre samuddharet ||
1109 ||
maṇipūre tu nirvāṇaṃ mahākuṇḍalinīmadhaḥ |

Devanagari:
संपत्प्रदायाः प्रथमं बीजं श्रीभैरवीमनौ |
विकराल ऋषिः प्रोक्तः पङ्क्तिच्छन्दः प्रकीर्तितम् ||
११०१ ||
देवता भैरवीनाम्ना कुल्लुका परिकीर्तितम् |
हँ बीजं सँ महाशक्तिर्मन्त्रं कीलकं मतम् ||
११०२ ||
षड्दीर्घाढ्येन बीजेन षडङ्गन्यासमाचरेत् |
मातङ्गीबगलालक्ष्मीधूमोच्छिष्टाक्रमे शृणु ||
११०३ ||
तारकूर्चनारसिंहैः पञ्चानां कुल्लुका मता |
ऋषिर्भैरवनामा च यावच्छन्दांसि पार्वति ||
११०४ ||
देवतासर्वबीजादिस्वस्वदेवक्रमेण च |
ध्यानपूजादिकं सर्वं स्वदैवतवदाचरेत् ||
११०५ ||
इयं ते कथिता देवि संक्षेपात् कुल्लुका मया |
अज्ञात्वा कुल्लुकामेतां जपते योऽधमः कुधीः ||
११०६ ||
पञ्चत्वमाशु लभते सिद्धिहानिः प्रजायते |
मन्त्राः पराङ्मुखा यान्ति मन्त्रहानिश्च जायते ||
११०७ ||
तथा जपादिकं सर्वं निष्फलं नात्र संशयः |
तस्मात् सर्वप्रयत्नेन यो जपेन्मूर्ध्नि कुल्लुकाम् ||
११०८ ||
रुद्रयामले— कुल्लुकां मूर्ध्नि संचिन्त्य हृदि सेतुं विचिन्तयेत् |
महासेतुं विशुद्धौ च सहस्रारे समुद्धरेत् ||
११०९ ||
मणिपूरे तु निर्वाणं महाकुण्डलिनीमधः |

Bedeutung und Funktion: (1101–1103) Beim Shri-Bhairavi-Mantra dient das erste Bija der wohlstandschenkenden Form. Der Rishi heißt Vikarala, das Versmaß Pankti; die Gottheit dieser Kulluka ist Bhairavi. Das nasalierte Ha ist Bija, das nasalierte Sa die große Shakti, der Mantra selbst gilt als Schlüssel. Mit dem Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man den Nyasa der sechs Glieder. Höre nun der Reihe nach von Matangi, Bagala, Lakshmi, Dhuma und Uchchhishta. (1104–1105) Pranava, Kurcha und Narasimha bilden die Kulluka dieser fünf. Ihr Rishi heißt Bhairava; die Versmaße und die Zuordnungen von Gottheit, Bija und Weiterem folgen jeweils der eigenen Gottheit, o Parvati. Dhyana, Puja und alle übrigen Handlungen vollziehe man entsprechend ihr. (1106–1108) So habe ich dir Kulluka kurz erklärt, o Göttin. Wer sie nicht kennt und unverständig Japa übt, stirbt rasch; seine Siddhi geht verloren, die Mantras wenden sich ab und ihre Kraft geht verloren. Japa und alles Weitere bleiben zweifellos fruchtlos. Deshalb wiederhole man Kulluka mit aller Sorgfalt am Scheitel. Im Rudrayamala: (1109) Man vergegenwärtige Kulluka am Scheitel, Setu im Herzen, Mahasetu im Vishuddha und erhebe es zum Sahasrara; Nirvana vergegenwärtige man im Manipura, Mahakundalini unten. [Die Verbindung der beiden Ortsangaben zu Mahasetu bleibt im Druck knapp.]

M0396. Setu und Mahasetu 1110–1117
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 174, Setu und Mahasetu 1110–1117
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha setuḥ |
merutantre— mantrāṇāṃ praṇavaḥ seturdvijānāṃ parikīrtitaḥ |
caturdaśasvaro'nyeṣāṃ candrānusvārasaṃyutaḥ ||
1110 ||
yadvā rudrayāmale— viprāṇāṃ praṇavaḥ setuḥ kṣatriyāṇāṃ tathaiva ca |
vaiśyānāṃ tu phaḍarṇaḥ syānmāyā śūdrasya kathyate ||
1111 ||
ajaptvā hṛdi deveśi yo vai mantraṃ samuccaret |
sarveṣāmeva mantrāṇāmadhikāro na tasya hi ||
1112 ||
mahāsetuṃ ca deveśi sundaryā bhuvaneśvari |
kālikāyāḥ svabījaṃ tu tārāyāḥ kūrcabījakam ||
1113 ||
anyāsāṃ tu vadhūbījaṃ mahāseturvarānane |
ādau japtvā mahāsetuṃ japenmantramananyadhīḥ ||
1114 ||
dhanairdhaneśatulyo'sau vāṇyā vāgīśvaropamaḥ |
buddhau kṛtāntasadṛśo nārīṇāṃ madanopamaḥ ||
japakālo bhavet tasya sarvakālo na saṃśayaḥ ||
1115 ||
merutantre— niḥsetukaṃ yathā toyaṃ kṣaṇānnimne prasarpati |
mantrastathaiva niḥsetuḥ kṣaṇāt kṣarati yajvanām ||
1116 ||
tasmāt sarvatra mantreṣu caturvarṇā dvijādayaḥ |
pārśvayoḥ setumādāya japakarma samācaret ||
1117 ||

Devanagari:
अथ सेतुः |
मेरुतन्त्रे— मन्त्राणां प्रणवः सेतुर्द्विजानां परिकीर्तितः |
चतुर्दशस्वरोऽन्येषां चन्द्रानुस्वारसंयुतः ||
१११० ||
यद्वा रुद्रयामले— विप्राणां प्रणवः सेतुः क्षत्रियाणां तथैव च |
वैश्यानां तु फडर्णः स्यान्माया शूद्रस्य कथ्यते ||
११११ ||
अजप्त्वा हृदि देवेशि यो वै मन्त्रं समुच्चरेत् |
सर्वेषामेव मन्त्राणामधिकारो न तस्य हि ||
१११२ ||
महासेतुं च देवेशि सुन्दर्या भुवनेश्वरि |
कालिकायाः स्वबीजं तु तारायाः कूर्चबीजकम् ||
१११३ ||
अन्यासां तु वधूबीजं महासेतुर्वरानने |
आदौ जप्त्वा महासेतुं जपेन्मन्त्रमनन्यधीः ||
१११४ ||
धनैर्धनेशतुल्योऽसौ वाण्या वागीश्वरोपमः |
बुद्धौ कृतान्तसदृशो नारीणां मदनोपमः ||
जपकालो भवेत् तस्य सर्वकालो न संशयः ||
१११५ ||
मेरुतन्त्रे— निःसेतुकं यथा तोयं क्षणान्निम्ने प्रसर्पति |
मन्त्रस्तथैव निःसेतुः क्षणात् क्षरति यज्वनाम् ||
१११६ ||
तस्मात् सर्वत्र मन्त्रेषु चतुर्वर्णा द्विजादयः |
पार्श्वयोः सेतुमादाय जपकर्म समाचरेत् ||
१११७ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Setu. Im Merutantra: (1110) Für Zweimalgeborene gilt Pranava als Setu der Mantras; für die übrigen der vierzehnte Vokal, verbunden mit Mondzeichen und Nasalierung. Oder nach dem Rudrayamala: (1111) Für Brahmanen und ebenso Kshatriyas ist Pranava die Brücke, für Vaishyas die trennende Silbe, für Shudras Maya. (1112) Wer den Mantra spricht, ohne zuvor Setu im Herzen wiederholt zu haben, besitzt keine Berechtigung zu den Mantras, o Herrin der Götter. (1113–1114) Sundaris Mahasetu ist Bhuvaneshvari, Kalikas ihr eigenes Bija, Taras das Kurcha-Bija. Für die übrigen ist das Vadhu-Bija Mahasetu, o Schönangesichtige. Zuerst wiederhole man Mahasetu, dann den Mantra mit ungeteiltem Geist. (1115) Ein solcher Praktizierender gleicht an Vermögen Kubera, an Rede dem Herrn der Sprache, an Einsicht Kritanta und für Frauen dem Liebesgott. Jede Zeit wird für ihn zweifellos zur Japa-Zeit. Im Merutantra: (1116) Wie Wasser ohne Damm augenblicklich in die Tiefe abfließt, so entweicht auch der Mantra der Opfernden ohne Setu sogleich. (1117) Deshalb sollen die Angehörigen der vier sozialen Gruppen, beginnend mit den Zweimalgeborenen, bei allen Mantras Setu an beide Seiten setzen und so Japa vollziehen.

M0397. Beginn des Nirvana-Verfahrens 1118–1119
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 174, Beginn des Nirvana-Verfahrens 1118–1119
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha nirvāṇaṃ rudrayāmale— atha vakṣyāmi nirvāṇaṃ śṛṇu sāvahitā'naghe |
praṇavaṃ pūrvamuccārya mātṛkādyaṃ samuccaret ||
1118 ||
atha mūlaṃ maheśāni tato vāgbhavamuccaret |
mātṛkāṃ ca samastāṃ ca punaḥ praṇavamuccaret ||
1119 ||

Devanagari:
अथ निर्वाणं रुद्रयामले— अथ वक्ष्यामि निर्वाणं शृणु सावहिताऽनघे |
प्रणवं पूर्वमुच्चार्य मातृकाद्यं समुच्चरेत् ||
१११८ ||
अथ मूलं महेशानि ततो वाग्भवमुच्चरेत् |
मातृकां च समस्तां च पुनः प्रणवमुच्चरेत् ||
१११९ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Nirvana, im Rudrayamala: (1118–1119) Nun werde ich Nirvana erklären. Höre aufmerksam, o Makellose. Zuerst spreche man Pranava, dann den Anfang der Matrika. Danach den Grundmantra, o Maheshani, dann Vagbhava, die ganze Matrika und nochmals Pranava. [Die Anwendung dieser Einrahmung folgt im nächsten Vers.]

M0398. Zungenreinigung 1127–1130
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 175, Zungenreinigung 1127–1130
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha jihvāśodhanamantraḥ |
yāmale— aparaikaṃ pravakṣyāmi jihvāśodhanamuttamam |
yanna kṛtvā mahādevi japapūjā vṛthā bhavet ||
1127 ||
aśuddhajihvayā devi yo japet sa tu pāpakṛt |
tasmāt sarvaprayatnena jihvāśodhanamācaret ||
1128 ||
śrīdevyuvāca |
devadeva mahādeva śūlapāṇe pinākadhṛk |
pṛthakpṛthaṅmahādeva kathayasva dayānidhe |
śodhanaṃ sarvavidyānāṃ mukhasya śodhanaṃ śubham ||
1129 ||
śrīśiva uvāca |
śrībījaṃ praṇavaṃ lakṣmītāraṃ śrīpraṇavaṃ tathā |
idaṃ ṣaḍakṣarī vidyā sundaryā daśadhā japet ||
1130 ||

Devanagari:
अथ जिह्वाशोधनमन्त्रः |
यामले— अपरैकं प्रवक्ष्यामि जिह्वाशोधनमुत्तमम् |
यन्न कृत्वा महादेवि जपपूजा वृथा भवेत् ||
११२७ ||
अशुद्धजिह्वया देवि यो जपेत् स तु पापकृत् |
तस्मात् सर्वप्रयत्नेन जिह्वाशोधनमाचरेत् ||
११२८ ||
श्रीदेव्युवाच |
देवदेव महादेव शूलपाणे पिनाकधृक् |
पृथक्पृथङ्महादेव कथयस्व दयानिधे |
शोधनं सर्वविद्यानां मुखस्य शोधनं शुभम् ||
११२९ ||
श्रीशिव उवाच |
श्रीबीजं प्रणवं लक्ष्मीतारं श्रीप्रणवं तथा |
इदं षडक्षरी विद्या सुन्दर्या दशधा जपेत् ||
११३० ||

Bedeutung und Funktion: Nun die Mantras zur Reinigung der Zunge. Im Yamala: 1127–1128: „Ich werde noch ein anderes, vorzügliches Verfahren der Zungenreinigung erklären. Wird es nicht vollzogen, o große Göttin, bleiben Japa und Puja vergeblich. Wer mit ungereinigter Zunge rezitiert, begeht Unrecht. Deshalb soll man die Zungenreinigung mit aller Sorgfalt ausführen.“ 1129: Die ehrwürdige Göttin sprach: „Gott der Götter, großer Gott, Dreizackträger, Träger des Pinaka-Bogens, Schatz des Mitgefühls! Erkläre mir für jede Vidya gesondert die glückverheißende Reinigung des Mundes.“ 1130: Der ehrwürdige Shiva sprach: „Shri-Bija, Pranava, Lakshmi, Tara, Shri und Pranava: Diese sechssilbige Vidya der Sundari soll man zehnmal rezitieren.“ [Die Bijas werden hier durch ihre überlieferten Bezeichnungen angegeben.]

M0399. Gottheitsspezifische Mundreinigung 1131–1138
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 176, Gottheitsspezifische Mundreinigung 1131–1138
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhairavākhyāṃ śṛṇu cārvaṅgi mukhaśodhanamuttamam |
praṇavaṃ ca hasau bījaṃ praṇavaṃ suravandite ||
1131 ||
imaṃ hi tryakṣaraṃ mantraṃ daśadhā prathamaṃ japet |
śṛṇu sundari śyāmāyā mukhaśodhanamuttamam ||
1132 ||
nijabījatrayaṃ devi praṇavatritayaṃ punaḥ |
kāmatrayaṃ vahnibinduratibījayutaṃ trikam ||
1133 ||
eṣā navākṣarī vidyā jihvāśodhanakāriṇī |
tārāyāḥ śṛṇu cārvaṅgi apūrvaṃ mukhaśodhanam ||
1134 ||
jīvinī bhuvanā lajjā bhuvaneśī tataḥ priye |
tryakṣarīyaṃ mahāvidyā vijñeyā'mṛtavarṣiṇī ||
1135 ||
durgāyāḥ śṛṇu cārvaṅgi mukhaśodhanamuttamam |
dvādaśasvaramuddhṛtya binduyuktaṃ trikaṃ tathā ||
1136 ||
aparaikaṃ pravakṣyāmi bagalāmukhaśodhanam |
vāgbhavaṃ bhuvaneśāni vāgbījaṃ suravandite ||
1137 ||
mātaṅgyāḥ śodhanaṃ devi aṅkuśaṃ vāgbhavaṃ tathā |
bījaṃ cāṅkuśametaddhi vijñeyaṃ tryakṣarīyakam ||
1138 ||

Devanagari:
भैरवाख्यां शृणु चार्वङ्गि मुखशोधनमुत्तमम् |
प्रणवं च हसौ बीजं प्रणवं सुरवन्दिते ||
११३१ ||
इमं हि त्र्यक्षरं मन्त्रं दशधा प्रथमं जपेत् |
शृणु सुन्दरि श्यामाया मुखशोधनमुत्तमम् ||
११३२ ||
निजबीजत्रयं देवि प्रणवत्रितयं पुनः |
कामत्रयं वह्निबिन्दुरतिबीजयुतं त्रिकम् ||
११३३ ||
एषा नवाक्षरी विद्या जिह्वाशोधनकारिणी |
तारायाः शृणु चार्वङ्गि अपूर्वं मुखशोधनम् ||
११३४ ||
जीविनी भुवना लज्जा भुवनेशी ततः प्रिये |
त्र्यक्षरीयं महाविद्या विज्ञेयाऽमृतवर्षिणी ||
११३५ ||
दुर्गायाः शृणु चार्वङ्गि मुखशोधनमुत्तमम् |
द्वादशस्वरमुद्धृत्य बिन्दुयुक्तं त्रिकं तथा ||
११३६ ||
अपरैकं प्रवक्ष्यामि बगलामुखशोधनम् |
वाग्भवं भुवनेशानि वाग्बीजं सुरवन्दिते ||
११३७ ||
मातङ्ग्याः शोधनं देवि अङ्कुशं वाग्भवं तथा |
बीजं चाङ्कुशमेतद्धि विज्ञेयं त्र्यक्षरीयकम् ||
११३८ ||

Bedeutung und Funktion: 1131–1132: „Höre, Schöngestaltige, die vorzügliche, Bhairava genannte Mundreinigung: Pranava, das Bija hasau und Pranava, o von den Göttern Verehrte. Diesen dreisilbigen Mantra rezitiere man zu Beginn zehnmal. Höre nun, Schöne, die vorzügliche Mundreinigung der Shyama. 1133–1134: Dreimal ihr eigenes Bija, sodann dreimal Pranava; dreimal Kama, verbunden mit Feuer, Bindu und dem Rati-Bija. Diese neunsilbige Vidya reinigt die Zunge. [Die gedruckte Aufzählung lässt sich nicht eindeutig mit der angegebenen Silbenzahl vereinbaren; eine ausgefaltete Formel wird deshalb nicht ergänzt. Eine Lesart ersetzt „dreimal Kama“ durch „Kama-Buchstabe“.] 1134–1135: Höre, Schöngestaltige, Taras einzigartige Mundreinigung: Jivini, Bhuvana, Lajja und danach Bhuvaneshi, Geliebte. Diese dreisilbige Mahavidya ist als eine zu erkennen, die Unsterblichkeitsnektar regnen lässt. [Auch hier stehen im Druck vier Bezeichnungen neben der Angabe „dreisilbig“.] 1136: Höre die vorzügliche Mundreinigung Durgas: Man nehme den zwölften Vokal, verbinde ihn mit Bindu und verwende ihn dreimal. 1137: Noch eine weitere werde ich erklären: Bagalas Mundreinigung. Vagbhava und Vag-Bija, o Herrin der Welten, von den Göttern Verehrte. [Ob „Herrin der Welten“ zugleich eine Bija-Bezeichnung ist, bleibt an dieser Stelle offen.] 1138: Matangis Reinigung besteht aus Ankusha, Vagbhava und nochmals Ankusha-Bija. Dies ist als dreisilbige Formel zu erkennen.“

M0400. Mundreinigung und ihre Notwendigkeit 1139–1144
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 176, Mundreinigung und ihre Notwendigkeit 1139–1144
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
lakṣmyāśca śodhanaṃ devi śrībījaṃ kamalānane |
praṇavaṃ dāntamuddhṛtya vāmakarṇavibhūṣitam ||
1139 ||
punaḥ praṇavamuddhṛtya vijñeyaṃ tryakṣarī matā |
bālādīnāṃ ca anyāsāṃ praṇavaṃ mukhaśodhanam ||
1140 ||
strīśūdrāṇāṃ maheśāni aukāreṇa tu śodhanam |
mukhaśodhanamātreṇa jihvā'mṛtamayī bhavet ||
1141 ||
anyathā malaviṅyuktā jihvā bhavati sarvadā |
bhakṣaṇe dūṣitā jihvā mithyāvākyena dūṣitā ||
1142 ||
kalahairdūṣitā jihvā tatkathaṃ prajapenmanum |
tacchodhanamanācārya na japet pāmaraḥ kvacit ||
1143 ||
śaivaśāktavaiṣṇavānāṃ sarveṣāmapyavaśyakam |
anyathā prajapenmantraṃ mohena yadi bhāmini ||
1144 ||

Devanagari:
लक्ष्म्याश्च शोधनं देवि श्रीबीजं कमलानने |
प्रणवं दान्तमुद्धृत्य वामकर्णविभूषितम् ||
११३९ ||
पुनः प्रणवमुद्धृत्य विज्ञेयं त्र्यक्षरी मता |
बालादीनां च अन्यासां प्रणवं मुखशोधनम् ||
११४० ||
स्त्रीशूद्राणां महेशानि औकारेण तु शोधनम् |
मुखशोधनमात्रेण जिह्वाऽमृतमयी भवेत् ||
११४१ ||
अन्यथा मलविङ्युक्ता जिह्वा भवति सर्वदा |
भक्षणे दूषिता जिह्वा मिथ्यावाक्येन दूषिता ||
११४२ ||
कलहैर्दूषिता जिह्वा तत्कथं प्रजपेन्मनुम् |
तच्छोधनमनाचार्य न जपेत् पामरः क्वचित् ||
११४३ ||
शैवशाक्तवैष्णवानां सर्वेषामप्यवश्यकम् |
अन्यथा प्रजपेन्मन्त्रं मोहेन यदि भामिनि ||
११४४ ||

Bedeutung und Funktion: 1139–1140: „Lakshmis Reinigung, o Göttin mit dem Lotusantlitz, ist das Shri-Bija. Man nehme Pranava und das mit dem linken Ohr geschmückte Danta, dann nochmals Pranava; dies gilt als dreisilbige Formel. [Die Folge der beiden Angaben und die genaue Auflösung der Lautbezeichnung Danta bleiben unklar.] Bei Bala und den anderen Göttinnen dient Pranava als Mundreinigung. 1141: Für Frauen und Shudras geschieht die Reinigung mit dem Laut au, o große Herrin. Allein durch die Mundreinigung wird die Zunge von Amrita erfüllt. 1142–1143: Andernfalls bleibt sie mit Unreinheit und Kot behaftet. Durch Essen, durch unwahre Rede und durch Streit wird die Zunge verunreinigt; wie sollte man damit einen Mantra rezitieren? Ohne ihre Reinigung ausgeführt zu haben, soll der Unwissende niemals rezitieren. 1144: Sie ist für alle Shaivas, Shaktas und Vaishnavas notwendig. Wer aber aus Verblendung ohne sie den Mantra rezitiert, o Strahlende …“ [Der Satz wird in Vers 1145 fortgesetzt.]

M0401. Lautglieder und ihre Zuordnung 1156–1167
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 178, Lautglieder und ihre Zuordnung 1156–1167
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
svenātibhaktyā śrotrādīnāṃ jñānaṃ gurorbhavati tadā |
kṛtakṛtyo lokatrayapūjito'navadyo mantrī ||
1156 ||
tathā— layaśrotrāsṛgāsyā hṛcchūnyāḥ senadṛśasvarāḥ |
garjinīdhūmrabhairavyorabhāve tu dṛśaḥ smṛtāḥ ||
1157 ||
mūlārṇaṃ mukhamādiṣṭaṃ hṛdayaṃ svaraśaktayaḥ |
ādimadhyāvasāneṣu pūrvābhāve yathottaram ||
1158 ||
tathā— saure tathā gāṇapatye daurge śaive'tha vaiṣṇave |
bhautike ca manāvāsyahṛnnetraṃ dyotate yathā ||
1159 ||
mūlākṣare vicāro'yaṃ mūlārṇaṃ bījamucyate |
viṣe vicāraḥ karttavyo bīje sati viṣānvite ||
1160 ||
tathā— ebhiraśeṣamantrāṇāṃ hṛnnetravadanāni ca |
asavo'sya parijñeyāḥ sarvatantreṣu gopitāḥ ||
1161 ||
bīje raktamukhāḥ sarve mūlārṇaṃ hṛdayaṃ svarāḥ |
dakṣavāmadṛśau caṇḍī vikalā madhyamānataḥ ||
1162 ||
bījābhāve manovidyunnetramāsyaṃ manoharā |
mūlārṇaṃ hṛdayaṃ daṇḍī prāṇo'pi svaraśaktayaḥ ||
1163 ||
cintāmaṇinṛsiṃhākhye netrāsyaprāṇahṛcchrutī |
yatra bījākṣaraṃ mantrastatra sarvaṃ sa eva hi ||
1164 ||
pradhānapūrvavargā vikalā yatra dṛśyate |
tatra netraṃ vijānīyānmukhaṃ ca kṣatajokṣitam ||
1165 ||
raktavarjamanormūlavarṇamāsyaṃ prakalpitam |
vidyunnetraṃ vinirdiṣṭaṃ vikalā caṇḍivarjitā ||
1166 ||
vidyudevāsyahṛnnetraṃ hṛdvaktraprāṇavarjite |
śrotrahīno manuḥ kāyakleśado vighnakārakaḥ ||
1167 ||

Devanagari:
स्वेनातिभक्त्या श्रोत्रादीनां ज्ञानं गुरोर्भवति तदा |
कृतकृत्यो लोकत्रयपूजितोऽनवद्यो मन्त्री ||
११५६ ||
तथा— लयश्रोत्रासृगास्या हृच्छून्याः सेनदृशस्वराः |
गर्जिनीधूम्रभैरव्योरभावे तु दृशः स्मृताः ||
११५७ ||
मूलार्णं मुखमादिष्टं हृदयं स्वरशक्तयः |
आदिमध्यावसानेषु पूर्वाभावे यथोत्तरम् ||
११५८ ||
तथा— सौरे तथा गाणपत्ये दौर्गे शैवेऽथ वैष्णवे |
भौतिके च मनावास्यहृन्नेत्रं द्योतते यथा ||
११५९ ||
मूलाक्षरे विचारोऽयं मूलार्णं बीजमुच्यते |
विषे विचारः कर्त्तव्यो बीजे सति विषान्विते ||
११६० ||
तथा— एभिरशेषमन्त्राणां हृन्नेत्रवदनानि च |
असवोऽस्य परिज्ञेयाः सर्वतन्त्रेषु गोपिताः ||
११६१ ||
बीजे रक्तमुखाः सर्वे मूलार्णं हृदयं स्वराः |
दक्षवामदृशौ चण्डी विकला मध्यमानतः ||
११६२ ||
बीजाभावे मनोविद्युन्नेत्रमास्यं मनोहरा |
मूलार्णं हृदयं दण्डी प्राणोऽपि स्वरशक्तयः ||
११६३ ||
चिन्तामणिनृसिंहाख्ये नेत्रास्यप्राणहृच्छ्रुती |
यत्र बीजाक्षरं मन्त्रस्तत्र सर्वं स एव हि ||
११६४ ||
प्रधानपूर्ववर्गा विकला यत्र दृश्यते |
तत्र नेत्रं विजानीयान्मुखं च क्षतजोक्षितम् ||
११६५ ||
रक्तवर्जमनोर्मूलवर्णमास्यं प्रकल्पितम् |
विद्युन्नेत्रं विनिर्दिष्टं विकला चण्डिवर्जिता ||
११६६ ||
विद्युदेवास्यहृन्नेत्रं हृद्वक्त्रप्राणवर्जिते |
श्रोत्रहीनो मनुः कायक्लेशदो विघ्नकारकः ||
११६७ ||

Bedeutung und Funktion: 1156: „Wer durch seine tiefe Hingabe vom Guru Kenntnis des Ohrs und der übrigen Glieder empfängt, hat sein Ziel erreicht: ein untadeliger Mantraübender, in den drei Welten verehrt.“ Ferner: 1157–1158: „Laya ist ihr Ohr, Asrij ihr Mund, Shunya ihr Herz, Sena ihre Augen; fehlen Garjini und Dhumrabhairavi, gelten die Vokale als Augen. Die Grundsilbe wird als Mund bezeichnet, die Vokalkräfte als Herz. Bei Anfang, Mitte und Ende gilt beim Fehlen des jeweils Früheren das folgende.“ [Diese gedrängte Zuordnung bleibt teilweise syntaktisch unsicher; die Lautnamen werden anschließend im Quelltext erklärt.] Ferner: 1159–1160: „So werden Mund, Herz und Augen in den Mantras der Sonne, Ganeshas, Durgas, Shivas, Vishnus und der Bhutas kenntlich. Die Untersuchung betrifft die Grundsilbe; Grundsilbe wird das Bija genannt. Enthält ein Bija Visha, ist die Untersuchung an Visha vorzunehmen.“ Ferner: 1161: „Hierdurch sind Herz, Augen, Mund und Lebensatem sämtlicher Mantras zu erkennen, die in allen Tantras geheim gehalten werden. 1162: Im Bija haben alle Rakta als Mund, die Grundsilbe als Herz, die Vokale als rechtes und linkes Auge; Chandi und Vikala werden als mittlere genannt. [Die Zuordnung der letzten beiden ist unklar.] 1163: Fehlt ein Bija, hat der Mantra Vidyut als Auge, Manohara als Mund, die Grundsilbe als Herz, Dandin als Lebensatem und die Vokalkräfte. [Deren genaue Funktion bleibt in der gedrängten Satzfolge offen.] 1164: Bei den Chintamani und Narasimha genannten Mantras sind Augen, Mund, Atem, Herz und Ohren zu bestimmen; besteht ein Mantra aus einer Bija-Silbe, ist diese selbst all das. 1165: Wo Vikala vor dem Hauptglied beziehungsweise seiner Gruppe erscheint, erkenne man sie als Auge, und das mit Blut Besprengte als Mund. [Die Wortverbindung zur Stellung von Vikala ist unsicher.] 1166: Bei einem Mantra ohne Rakta wird die Grundsilbe als Mund bestimmt. Vidyut wird als Auge bezeichnet; Vikala steht ohne Chandi. 1167: Fehlen Herz, Mund und Atem, ist Vidyut selbst Mund, Herz und Auge. Ein Mantra ohne Ohr verursacht körperliche Mühsal und Hindernisse.“

M0402. Erläuterung der Mantraglieder 1168–1170
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 178–179, Erläuterung der Mantraglieder 1168–1170
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā— hṛdaye mūrtimāsthāya dṛḍhacittaḥ samāhitaḥ |
saṃprekṣya nāsikāgraṃ svaṃ diśaścānavalokayan ||
1168 ||
mano hṛtvendriyārthācca sarvabhāvena sādhakaḥ |
paśyatīti layaśrotraṃ nānyathā śṛṇuyāt tataḥ ||
1169 ||
asṛk rephaḥ |
śūnyaṃ hakāraḥ |
seno visargaḥ |
garjinī ikāraḥ |
dhūmrabhairavī īkāraḥ |
viṣaṃ praṇavaḥ |
raktaṃ rephaḥ |
caṇḍī visargaḥ |
vikalā'nusvāraḥ |
vidyut akāraḥ |
manoharā svāhā |
daṇḍī yakāraḥ |
cintāmaṇibījaṃ nṛsiṃhabījaṃ cāgre vakṣyate |
kṣatajokṣitaṃ rephaḥ |
devatāmantrayorvācyavācakabhāva uktastantrāntare— vācyavācakabhāvena sarve mantrāḥ pratiṣṭhitāḥ |
yaddevatāyā yo mantraḥ sā vācyā sa ca vācakaḥ ||
1170 ||

Devanagari:
तथा— हृदये मूर्तिमास्थाय दृढचित्तः समाहितः |
संप्रेक्ष्य नासिकाग्रं स्वं दिशश्चानवलोकयन् ||
११६८ ||
मनो हृत्वेन्द्रियार्थाच्च सर्वभावेन साधकः |
पश्यतीति लयश्रोत्रं नान्यथा शृणुयात् ततः ||
११६९ ||
असृक् रेफः |
शून्यं हकारः |
सेनो विसर्गः |
गर्जिनी इकारः |
धूम्रभैरवी ईकारः |
विषं प्रणवः |
रक्तं रेफः |
चण्डी विसर्गः |
विकलाऽनुस्वारः |
विद्युत् अकारः |
मनोहरा स्वाहा |
दण्डी यकारः |
चिन्तामणिबीजं नृसिंहबीजं चाग्रे वक्ष्यते |
क्षतजोक्षितं रेफः |
देवतामन्त्रयोर्वाच्यवाचकभाव उक्तस्तन्त्रान्तरे— वाच्यवाचकभावेन सर्वे मन्त्राः प्रतिष्ठिताः |
यद्देवताया यो मन्त्रः सा वाच्या स च वाचकः ||
११७० ||

Bedeutung und Funktion: Ferner: 1168–1169: „Nachdem er die Gestalt im Herzen eingesetzt hat, fest im Geist und gesammelt, schaut der Sadhaka auf die eigene Nasenspitze, ohne nach den Himmelsrichtungen zu blicken. Er zieht den Geist von den Sinnesgegenständen zurück und schaut mit seinem ganzen Wesen. Daher heißt es Laya-Ohr; anders soll er nicht hören.“ [Die abschließende Formulierung ist im Druck schwer verständlich.] Erläuterung der Lautnamen: Asrij bezeichnet ra; Shunya ha; Sena den Visarga; Garjini i; Dhumrabhairavi ī; Visha den Pranava; Rakta ra; Chandi den Visarga; Vikala den Anusvara; Vidyut a; Manohara svāhā; Dandin ya. Das Chintamani-Bija und das Narasimha-Bija werden später erklärt. „Mit Blut besprengt“ bezeichnet ra. Über das Verhältnis zwischen Gottheit und Mantra als Bezeichnetem und Bezeichnendem heißt es in einem anderen Tantra: 1170: „Alle Mantras beruhen auf dem Verhältnis von Bezeichnetem und Bezeichnendem. Die Gottheit, zu der ein Mantra gehört, ist das Bezeichnete; der Mantra ist das Bezeichnende.“

M0403. Beginn des Japa 1171–1178
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 179, Beginn des Japa 1171–1178
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha japaprārambhaḥ |
merutantre— guruṃ gaṇapatiṃ durgāṃ mātṝrnatvā ca pūjanam |
kṛtvā svamūlamantreṇa prāṇāyāmatrayaṃ caret ||
1171 ||
kṛtvā ṛṣyādivinyāsaṃ mantranyāsaṃ tathaiva ca |
dhyāyecca hṛdaye devaṃ pātre saṃsthāpya mālikām ||
1172 ||
uttaratantre— japādau pūjayenmālāṃ toyairabhyukṣya yatnataḥ |
vidhāya maṇḍalasthāṃ tāṃ savyahastagatāṃ ca vā |
iṣṭamantreṇa mālāyāḥ prokṣaṇaṃ parikīrtitam ||
1173 ||
merutantre— arghyodakena saṃprokṣya tatastāṃ prārthayediti |
oṃ māṃ māle mahāmāye sarvaśaktisvarūpiṇi ||
1174 ||
caturvargastvayi nyastastasmānme siddhidā bhava |
pūjayitvā tato mālāṃ gṛhṇīyāddakṣiṇe kare ||
1175 ||
bījaṃ gaṇapateḥ pūrvamuccārya tadanantaram |
avighnaṃ kuru māle tvāṃ gṛhṇīyāt tadanantaram ||
1176 ||
haste ca dakṣiṇe paścāccintayenmanasā śivam |
cintayecca guruṃ mūrdhni yathā varṇādikaṃ bhavet ||
1177 ||
mantraṃ dhyāyet kaṇṭhamadhye pītavarṇaṃ hiraṇmayam |
mahāmāyāṃ ca hṛdaye svātmānaṃ gurupādayoḥ ||
1178 ||

Devanagari:
अथ जपप्रारम्भः |
मेरुतन्त्रे— गुरुं गणपतिं दुर्गां मातॄर्नत्वा च पूजनम् |
कृत्वा स्वमूलमन्त्रेण प्राणायामत्रयं चरेत् ||
११७१ ||
कृत्वा ऋष्यादिविन्यासं मन्त्रन्यासं तथैव च |
ध्यायेच्च हृदये देवं पात्रे संस्थाप्य मालिकाम् ||
११७२ ||
उत्तरतन्त्रे— जपादौ पूजयेन्मालां तोयैरभ्युक्ष्य यत्नतः |
विधाय मण्डलस्थां तां सव्यहस्तगतां च वा |
इष्टमन्त्रेण मालायाः प्रोक्षणं परिकीर्तितम् ||
११७३ ||
मेरुतन्त्रे— अर्घ्योदकेन संप्रोक्ष्य ततस्तां प्रार्थयेदिति |
ॐ मां माले महामाये सर्वशक्तिस्वरूपिणि ||
११७४ ||
चतुर्वर्गस्त्वयि न्यस्तस्तस्मान्मे सिद्धिदा भव |
पूजयित्वा ततो मालां गृह्णीयाद्दक्षिणे करे ||
११७५ ||
बीजं गणपतेः पूर्वमुच्चार्य तदनन्तरम् |
अविघ्नं कुरु माले त्वां गृह्णीयात् तदनन्तरम् ||
११७६ ||
हस्ते च दक्षिणे पश्चाच्चिन्तयेन्मनसा शिवम् |
चिन्तयेच्च गुरुं मूर्ध्नि यथा वर्णादिकं भवेत् ||
११७७ ||
मन्त्रं ध्यायेत् कण्ठमध्ये पीतवर्णं हिरण्मयम् |
महामायां च हृदये स्वात्मानं गुरुपादयोः ||
११७८ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Beginn des Japa. Im Merutantra: 1171–1172: „Nachdem man Guru, Ganapati, Durga und die Muttergöttinnen verehrt und Puja ausgeführt hat, vollziehe man mit dem eigenen Grundmantra dreimal Pranayama. Man führe den Nyasa des Rishi und der übrigen Glieder sowie den Mantra-Nyasa aus, lege die Mala in ein Gefäß und meditiere im Herzen über die Gottheit.“ Im Uttaratantra: 1173: „Zu Beginn des Japa verehre man die Mala, nachdem man sie sorgfältig mit Wasser besprengt und in das Mandala oder in die linke Hand gelegt hat. Die Besprengung der Mala soll mit dem Mantra der erwählten Gottheit geschehen.“ Im Merutantra: 1174–1175: „Nach der Besprengung mit Arghya-Wasser bete man zu ihr: ‚Om, mam! O Mala, Mahamaya, Verkörperung aller Shaktis! Die vier Lebensziele ruhen in dir; schenke mir deshalb Siddhi.‘ Nach ihrer Verehrung nehme man die Mala in die rechte Hand. 1176–1177: Zuerst spreche man das Bija Ganapatis und danach: ‚Mache es frei von Hindernissen, o Mala!‘ Dann nehme man sie in die rechte Hand und denke an Shiva. Den Guru vergegenwärtige man am Scheitel mit seiner Farbe und den übrigen Merkmalen. 1178: Den Mantra meditiere man in der Kehle, gelb und golden leuchtend; Mahamaya im Herzen und sich selbst zu Füßen des Gurus.“

M0404. Darbringung des Japa 1212–1219
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 182–183, Darbringung des Japa 1212–1219
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
sanatkumāraḥ— kṛtvā japaṃ purā caivaṃ tejorūpaṃ samarpayet |
devasya dakṣiṇe haste kuśapuṣpārghyavāribhiḥ ||
1212 ||
śaktiviṣaye tu— evaṃ japaṃ purā kṛtvā gandhākṣatakuśodakaiḥ |
japaṃ samarpayeddevyā vāmahaste vicakṣaṇaḥ ||
1213 ||
iti yāmalādau proktam |
tathā— na nyūnaṃ nādhikaṃ cāpi japaṃ kuryāddine dine |
yadi kuryāt pramādāt tu neṣṭaṃ phalamavāpnuyāt ||
1214 ||
merutantre— japānte'ṣṭottaraśataṃ japtvā śirasi dhārayet |
mālāmantrastu hrīṃ siddhyai namaḥ samprārthayediti ||
1215 ||
tvaṃ māle sarvadevānāṃ prītidā śubhadā mama |
śivaṃ kuruṣva me bhadre yaśovīryaṃ ca varddhaya ||
1216 ||
grahaṇe sthāpane pūjāyāṃ prokto mālikāmanuḥ |
pañcākṣarastato devaṃ sveṣṭaṃ samprārthayediti ||
1217 ||
guhyātiguhyaguptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādājjagatpate ||
1218 ||
mūlamantraṃ samuccārya devahaste nivedayet |
taṃ japaṃ cārghyatoyena madhyāhne samaye tvidam ||
1219 ||

Devanagari:
सनत्कुमारः— कृत्वा जपं पुरा चैवं तेजोरूपं समर्पयेत् |
देवस्य दक्षिणे हस्ते कुशपुष्पार्घ्यवारिभिः ||
१२१२ ||
शक्तिविषये तु— एवं जपं पुरा कृत्वा गन्धाक्षतकुशोदकैः |
जपं समर्पयेद्देव्या वामहस्ते विचक्षणः ||
१२१३ ||
इति यामलादौ प्रोक्तम् |
तथा— न न्यूनं नाधिकं चापि जपं कुर्याद्दिने दिने |
यदि कुर्यात् प्रमादात् तु नेष्टं फलमवाप्नुयात् ||
१२१४ ||
मेरुतन्त्रे— जपान्तेऽष्टोत्तरशतं जप्त्वा शिरसि धारयेत् |
मालामन्त्रस्तु ह्रीं सिद्ध्यै नमः सम्प्रार्थयेदिति ||
१२१५ ||
त्वं माले सर्वदेवानां प्रीतिदा शुभदा मम |
शिवं कुरुष्व मे भद्रे यशोवीर्यं च वर्द्धय ||
१२१६ ||
ग्रहणे स्थापने पूजायां प्रोक्तो मालिकामनुः |
पञ्चाक्षरस्ततो देवं स्वेष्टं सम्प्रार्थयेदिति ||
१२१७ ||
गुह्यातिगुह्यगुप्ता त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् |
सिद्धिर्भवतु मे देव त्वत्प्रसादाज्जगत्पते ||
१२१८ ||
मूलमन्त्रं समुच्चार्य देवहस्ते निवेदयेत् |
तं जपं चार्घ्यतोयेन मध्याह्ने समये त्विदम् ||
१२१९ ||

Bedeutung und Funktion: Sanatkumara: 1212: „Nach diesem Japa bringe man ihn in Gestalt von Lichtglanz, zusammen mit Kusha-Gras, Blumen und Arghya-Wasser, in der rechten Hand der Gottheit dar.“ Für Shakti hingegen: 1213: „Nach dem Japa bringe der Kundige ihn mit Duftstoff, ungebrochenen Reiskörnern, Kusha und Wasser in der linken Hand der Göttin dar.“ So lehren das Yamala und andere Werke. Ferner: 1214: „Täglich soll man weder weniger noch mehr Japa ausführen. Weicht man aus Unachtsamkeit davon ab, erlangt man die erwünschte Frucht nicht.“ Im Merutantra: 1215: „Am Ende des Japa rezitiere man 108-mal und halte die Mala an den Kopf. Ihr Mantra lautet: ‚Hrim, Verehrung der Siddhi!‘ Dann bete man: 1216: ‚Du, o Mala, erfreust alle Götter und bringst mir Glück. Schenke mir Wohlergehen, du Segensreiche, und mehre meinen Ruhm und meine Kraft.‘ 1217: Der fünfsilbige Mala-Mantra ist für ihr Aufnehmen, Niederlegen und Verehren bestimmt. Danach bete man zur eigenen erwählten Gottheit: 1218: ‚Du Hüterin des Geheimsten unter den Geheimnissen, nimm den von uns vollzogenen Japa an! Durch deine Gnade möge mir Siddhi zuteilwerden, o Gott, Herr der Welt!‘ [Die weibliche Anfangsanrede und die männliche Schlussanrede stehen so nebeneinander im Druck.] 1219: Nach dem Grundmantra bringe man diesen Japa mit Arghya-Wasser in der Hand der Gottheit dar. Dies geschieht zur Mittagszeit.“

M0405. Tarpana 1240–1246
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 185, Tarpana 1240–1246
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha tarpaṇam |
kulārṇave— tarpaṇaṃ tu tataḥ kuryāt tīrthodaiścandramiśritaiḥ |
jale devaṃ samāvāhya pādādyairudakātmakaiḥ ||
1240 ||
sampūjya vidhivadbhaktyā parivārasamanvitam |
ekaikamañjaliṃ toyaṃ parivārān pratarpayet |
tato homadaśāṃśena tarpayet paradaivatam ||
1241 ||
puraścaraṇacandrikāyām— mūlamantraṃ samuccārya tadante devatābhidhām |
dvitīyāntāmahaṃ paścāt tarpayāmi namo'ntakaḥ |
tarpaṇasya manuḥ proktastvaṅgādīnāṃ ca kalpayet ||
1242 ||
śaktiviṣaye tu yāmalādau— mantrānte nāma coccārya tarpayāmi tataḥ param |
vahnijāyāntamantreṇa tarpayet paradevatām ||
1243 ||
tathā— mūlamantraṃ samuccārya mantrānte devatābhidhām |
tarpayāmi namaḥ procya tarpayet kulanāyikām ||
1244 ||
iti vahnijāyāntanamo'ntayorvikalpaḥ |
vaiṣṇave'pi namo'nta eva tarpaṇamantraḥ, taduktaṃ gautamīye— ādau mantraṃ samuccārya śrīpūrvaṃ kṛṣṇamityapi |
tarpayāmi padaṃ coktvā namo'ntaṃ tarpayennaraḥ ||
1245 ||
tathā— tarpayāmi padaṃ yojyaṃ mantrānteṣveṣu nāmasu |
dvitīyānteṣu cetyevaṃ tarpaṇasya manurmataḥ ||
1246 ||

Devanagari:
अथ तर्पणम् |
कुलार्णवे— तर्पणं तु ततः कुर्यात् तीर्थोदैश्चन्द्रमिश्रितैः |
जले देवं समावाह्य पादाद्यैरुदकात्मकैः ||
१२४० ||
सम्पूज्य विधिवद्भक्त्या परिवारसमन्वितम् |
एकैकमञ्जलिं तोयं परिवारान् प्रतर्पयेत् |
ततो होमदशांशेन तर्पयेत् परदैवतम् ||
१२४१ ||
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्— मूलमन्त्रं समुच्चार्य तदन्ते देवताभिधाम् |
द्वितीयान्तामहं पश्चात् तर्पयामि नमोऽन्तकः |
तर्पणस्य मनुः प्रोक्तस्त्वङ्गादीनां च कल्पयेत् ||
१२४२ ||
शक्तिविषये तु यामलादौ— मन्त्रान्ते नाम चोच्चार्य तर्पयामि ततः परम् |
वह्निजायान्तमन्त्रेण तर्पयेत् परदेवताम् ||
१२४३ ||
तथा— मूलमन्त्रं समुच्चार्य मन्त्रान्ते देवताभिधाम् |
तर्पयामि नमः प्रोच्य तर्पयेत् कुलनायिकाम् ||
१२४४ ||
इति वह्निजायान्तनमोऽन्तयोर्विकल्पः |
वैष्णवेऽपि नमोऽन्त एव तर्पणमन्त्रः, तदुक्तं गौतमीये— आदौ मन्त्रं समुच्चार्य श्रीपूर्वं कृष्णमित्यपि |
तर्पयामि पदं चोक्त्वा नमोऽन्तं तर्पयेन्नरः ||
१२४५ ||
तथा— तर्पयामि पदं योज्यं मन्त्रान्तेष्वेषु नामसु |
द्वितीयान्तेषु चेत्येवं तर्पणस्य मनुर्मतः ||
१२४६ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Tarpana, die sättigende Wasserdarbringung. Im Kularnava: 1240–1241: „Danach vollziehe man Tarpana mit Wasser heiliger Stätten, das mit Chandra vermischt ist. [Chandra, wörtlich ‚Mond‘, bezeichnet hier einen Zusatz; dessen stoffliche Identität wird nicht ausdrücklich erklärt.] Man rufe die Gottheit samt ihrem Gefolge ins Wasser und verehre sie hingebungsvoll nach Vorschrift mit Fußwasser und den übrigen aus Wasser bestehenden Gaben. Jedem Mitglied des Gefolges bringe man eine Handvoll Wasser dar. Der höchsten Gottheit bringe man anschließend Wasser in einer Anzahl dar, die einem Zehntel der Homa-Zahl entspricht.“ In der Purashcharanachandrika: 1242: „Man spreche den Grundmantra, danach den Namen der Gottheit im Akkusativ, sodann ‚ich sättige‘, mit namah als Abschluss. So lautet der Tarpana-Mantra; entsprechend bilde man die Formeln für die Glieder und übrigen Gottheiten.“ Für Shakti heißt es im Yamala und anderen Werken: 1243: „Nach dem Mantra spreche man den Namen und dann ‚ich sättige‘; mit dem auf ‚Gattin des Feuers‘, svaha, endenden Mantra bringe man der höchsten Gottheit Tarpana dar.“ Ferner: 1244: „Nach Grundmantra und Gottesnamen spreche man ‚ich sättige, namah‘ und sättige die Herrin des Kula.“ Somit besteht eine Wahl zwischen dem Abschluss svaha und namah. Auch im Vaishnava-Verfahren endet der Tarpana-Mantra auf namah. Das Gautamiya sagt: 1245: „Zuerst spreche man den Mantra, danach ‚Shri Krishna‘ im Akkusativ, dann ‚ich sättige‘ und zum Abschluss namah; so bringe man Tarpana dar.“ Ferner: 1246: „Den nach dem Mantra stehenden Namen im Akkusativ füge man ‚ich sättige‘ hinzu: So gilt die Tarpana-Formel.“

M0406. Marjana 1247–1250
Fundstelle: Sechster Taraṅga, Band II, S. 185–186, Marjana 1247–1250
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mārjanam |
nīlatantre— namo'ntaṃ mantramuccārya tadante devatābhidhām |
dvitīyāntāmahaṃ paścādabhiṣiñcāmyanena tu |
abhiṣiñcet svamūrdhānaṃ toyaiḥ kumbhākhyamudrayā ||
1247 ||
vaiśampāyanaḥ— tarpaṇasya daśāṃśena namo'ntaṃ mantramuccaran |
abhiṣiñcet svamūrdhānaṃ jalaiḥ kumbhākhyamudrayā ||
1249 ||
anyatrāpi— mantrānte nāma coccārya siñcāmīti namaḥ padam |
atra mūlamantramuccārya— amukadevatāmabhiṣiñcāmi namaḥ ||
1250 ||
iti yojayanti |

Devanagari:
अथ मार्जनम् |
नीलतन्त्रे— नमोऽन्तं मन्त्रमुच्चार्य तदन्ते देवताभिधाम् |
द्वितीयान्तामहं पश्चादभिषिञ्चाम्यनेन तु |
अभिषिञ्चेत् स्वमूर्धानं तोयैः कुम्भाख्यमुद्रया ||
१२४७ ||
वैशम्पायनः— तर्पणस्य दशांशेन नमोऽन्तं मन्त्रमुच्चरन् |
अभिषिञ्चेत् स्वमूर्धानं जलैः कुम्भाख्यमुद्रया ||
१२४९ ||
अन्यत्रापि— मन्त्रान्ते नाम चोच्चार्य सिञ्चामीति नमः पदम् |
अत्र मूलमन्त्रमुच्चार्य— अमुकदेवतामभिषिञ्चामि नमः ||
१२५० ||
इति योजयन्ति |

Bedeutung und Funktion: Nun Marjana, die reinigende Besprengung. Im Nilatantra: 1247: „Man spreche den auf namah endenden Mantra, danach den Namen der Gottheit im Akkusativ und ‚ich begieße‘. Hiermit begieße man den eigenen Scheitel mit Wasser unter Verwendung der Kumbha-Mudra.“ Vaishampayana: 1249: „Während man den auf namah endenden Mantra ausspricht, begieße man den eigenen Scheitel mit Wasser in der Kumbha-Mudra, und zwar ein Zehntel so oft wie beim Tarpana.“ [Die Vorlage springt von Vers 1247 unmittelbar zu 1249; eine Nummer 1248 ist hier nicht gedruckt.] Auch anderswo: 1250: „Nach dem Mantra spreche man den Namen, dann ‚ich besprenge‘ und das Wort namah.“ Hier setzt man nach dem Grundmantra ein: „Ich begieße die betreffende Gottheit; Verehrung!“ [„Die betreffende Gottheit“ ist im Quelltext ein einzusetzender Platzhalter.]

M0407. Besonderheiten vedischer Mantras 65–74
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 196, Besonderheiten vedischer Mantras 65–74
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaidikamantre tu viśeṣa uktastatraiva— evaṃ vaidikamantrasya siddhaye'drirasārṇakāḥ |
varṇā deyā binduyuktāḥ kramataścotkrameṇa ca ||
65 ||
hrasvadīrghaplutairbhedaira-a-i-u-ṛ tridhā matāḥ |
hrasvaḥ pluto lṛdvividha eco'pi dvividhā matāḥ ||
66 ||
dīrghaplutavibhedena hyanusvāro visargakaḥ |
caturviṃśatirākhyātāḥ svarā evaṃ yamaiḥ saha ||
67 ||
catvāraḥ kādikā varṇā jihvāmūlīyayuk ca kaḥ |
evaṃ kavargo daśadhā cādyāḥ pañcadaśa smṛtāḥ ||
68 ||
upadhmānīyasaṃyuktaḥ pakārastena tatra ṣaṭ |
yādyaṣṭāviti samproktā yajurvede tu mātṛkāḥ ||
69 ||
lakṣau dvāvadhikau ṛkṣu jño'dhiko'tharvaṇi smṛtaḥ |
japaścāṣṭottaraśataṃ pratyahaṃ māsamātrakam ||
70 ||
anadhyāyaṃ varjayitvā catvāriṃśaddinaṃ tathā |
homādisakalaṃ prāgvannityamevaṃ prakalpayet ||
71 ||
upāyantaramāha tatraiva— kuladaivatamantraṃ tu bhūtalipyā puṭīkuru |
kramotkramācchatāvṛttiṃ kuryāt siddhistu māsataḥ ||
72 ||
tathā— atyugradevatājapyastvaṣṭottarasahasrakam |
trikālaṃ gandhapuṣpādyairniśīthe pañcamaiḥ punaḥ ||
73 ||
ṣaṇmāsaṃ kaulikādyaiścedarcitā suprasīdati ||
74 ||

Devanagari:
वैदिकमन्त्रे तु विशेष उक्तस्तत्रैव— एवं वैदिकमन्त्रस्य सिद्धयेऽद्रिरसार्णकाः |
वर्णा देया बिन्दुयुक्ताः क्रमतश्चोत्क्रमेण च ||
६५ ||
ह्रस्वदीर्घप्लुतैर्भेदैर-अ-इ-उ-ऋ त्रिधा मताः |
ह्रस्वः प्लुतो लृद्विविध एचोऽपि द्विविधा मताः ||
६६ ||
दीर्घप्लुतविभेदेन ह्यनुस्वारो विसर्गकः |
चतुर्विंशतिराख्याताः स्वरा एवं यमैः सह ||
६७ ||
चत्वारः कादिका वर्णा जिह्वामूलीययुक् च कः |
एवं कवर्गो दशधा चाद्याः पञ्चदश स्मृताः ||
६८ ||
उपध्मानीयसंयुक्तः पकारस्तेन तत्र षट् |
याद्यष्टाविति सम्प्रोक्ता यजुर्वेदे तु मातृकाः ||
६९ ||
लक्षौ द्वावधिकौ ऋक्षु ज्ञोऽधिकोऽथर्वणि स्मृतः |
जपश्चाष्टोत्तरशतं प्रत्यहं मासमात्रकम् ||
७० ||
अनध्यायं वर्जयित्वा चत्वारिंशद्दिनं तथा |
होमादिसकलं प्राग्वन्नित्यमेवं प्रकल्पयेत् ||
७१ ||
उपायन्तरमाह तत्रैव— कुलदैवतमन्त्रं तु भूतलिप्या पुटीकुरु |
क्रमोत्क्रमाच्छतावृत्तिं कुर्यात् सिद्धिस्तु मासतः ||
७२ ||
तथा— अत्युग्रदेवताजप्यस्त्वष्टोत्तरसहस्रकम् |
त्रिकालं गन्धपुष्पाद्यैर्निशीथे पञ्चमैः पुनः ||
७३ ||
षण्मासं कौलिकाद्यैश्चेदर्चिता सुप्रसीदति ||
७४ ||

Bedeutung und Funktion: Für vedische Mantras wird ebenda eine Besonderheit gelehrt: 65: „Zur Vollendung eines vedischen Mantras füge man die durch das Zahlwort ‚Berg–Geschmack‘ bezeichneten Buchstaben, jeweils mit Bindu, in vorwärts und rückwärts laufender Reihenfolge hinzu. [Die Zahlbezeichnung bleibt hier unausgelegt, da sich die anschließende Buchstabenaufzählung nicht eindeutig dazu fügt.] 66–67: a, i, u und ri gelten durch die Unterscheidung von kurz, lang und überlang als dreifach. Der vokalische l-Laut ist kurz oder überlang; e, ai, o und au sind durch lang und überlang jeweils zweifach. Zusammen mit Anusvara, Visarga und den Yama-Lauten werden so vierundzwanzig Vokale genannt. 68–69: Die vier mit ka beginnenden Buchstaben und ka mit Jihvamuliya: So ist die ka-Gruppe zehnfach. Die mit ca beginnenden sind fünfzehn. Mit pa samt Upadhmaniya sind es in seiner Gruppe sechs. Acht beginnen mit ya. Dies sind die Matrikas im Yajurveda. [Die Zählung der ka-Gruppe ist im gedruckten Wortlaut nicht vollständig nachvollziehbar.] 70–71: Im Rigveda kommen la und ksha hinzu, im Atharvaveda jna. Man rezitiere täglich 108-mal einen Monat lang; unter Auslassung der Tage, an denen das Studium verboten ist, auch vierzig Tage lang. Homa und alle übrigen Handlungen vollziehe man täglich wie zuvor.“ Ein weiteres Mittel wird ebenda genannt: 72: „Umschließe den Mantra der Familiengottheit mit der Bhutalipi. Man führe hundert Wiederholungen in vorwärts und rückwärts laufender Reihenfolge aus; nach einem Monat entsteht Siddhi.“ Ferner: 73–74: „Für eine äußerst furchtbare Gottheit beträgt der Japa 1008 Wiederholungen. Wird sie sechs Monate lang dreimal täglich mit Duftstoffen, Blumen und anderem, um Mitternacht wiederum mit den fünften Gaben und den Kaula-Verfahren verehrt, wird sie vollkommen gnädig.“ [Die ‚fünften Gaben‘ sind im vorliegenden Satz nicht näher bestimmt.]

M0408. Weitere Verfahren und Sampata-Apyayana 75–87
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 197, Weitere Verfahren und Sampata-Apyayana 75–87
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhūtalipiragre vakṣyate |
athopāyāntarāṇi gandharvatantre— anuṣṭhito yathānyāyaṃ yadi mantro na siddhyati |
punastāvat prajaptavyastataḥ siddho bhavet punaḥ ||
75 ||
punaścānuṣṭhito mantro yadi siddho na jāyate |
upāyāstatra karttavyāḥ sapta śaṅkarabhāṣitāḥ ||
76 ||
merutantre— brahmadveṣādgurordoṣāt strīdveṣāccenna jāyate |
śapato vā'kīlitatvāt tatropāyāṣṭakaṃ bhavet ||
77 ||
sampātāpyāyanaṃ drāvo bodhanaṃ ca vaśīkṛtiḥ |
pīḍanaṃ poṣaśoṣau ca dahanaṃ tatkriyocyate ||
78 ||
bhūrjapatraṃ samānīya padmamaṣṭadalaṃ likhet |
aṣṭagandhena devasya rocanācandanena vā ||
79 ||
sādhakasya tu nāmārṇairmantrasandarbhitaṃ likhet |
yāvaddvayoḥ samāptiḥ syāt tasya cādyantayorlikhet ||
80 ||
tārādikaṃ sādhakasya nāmāthāṣṭadaleṣu tu |
dvau dvau lekhyau svarau tacca samyagdhyāyan sudhātmakam ||
81 ||
tat saṃveṣṭya mṛdā samyagveṣṭayedbrāhmaṇādikam |
śuklādivarṇayā paścāt sikthakena ca veṣṭayet ||
82 ||
kṣipet trimadhure tat tu mṛṇmaye laghubhājane |
kṣīrapūrṇe nave kumbhe tat kṣipellaghubhājane ||
83 ||
agniṃ saṃsthāpitaṃ kṛtvā sannidhau tasya taṃ ghaṭam |
saṃsthāpayet trimadhurairmūlamantreṇa homayet ||
84 ||
aṣṭādikasahasraṃ tu sampātaṃ kalaśe kṣipet |
homaṃ samāpya taṃ kumbhaṃ niḥkṣipecca jalāśaye ||
85 ||
svaguruṃ brāhmaṇā~ścānyā~stoṣayeddakṣiṇādibhiḥ |
sampātāpyāyanaṃ caitaduktaṃ siddhirna cedbhavet ||
86 ||
drāvaṇaṃ tu tadā kuryāt tatprakāra ihocyate |
vaiṃ bījena granthayitvā bhūrjapatre likhenmanum ||
87 ||

Devanagari:
भूतलिपिरग्रे वक्ष्यते |
अथोपायान्तराणि गन्धर्वतन्त्रे— अनुष्ठितो यथान्यायं यदि मन्त्रो न सिद्ध्यति |
पुनस्तावत् प्रजप्तव्यस्ततः सिद्धो भवेत् पुनः ||
७५ ||
पुनश्चानुष्ठितो मन्त्रो यदि सिद्धो न जायते |
उपायास्तत्र कर्त्तव्याः सप्त शङ्करभाषिताः ||
७६ ||
मेरुतन्त्रे— ब्रह्मद्वेषाद्गुरोर्दोषात् स्त्रीद्वेषाच्चेन्न जायते |
शपतो वाऽकीलितत्वात् तत्रोपायाष्टकं भवेत् ||
७७ ||
सम्पाताप्यायनं द्रावो बोधनं च वशीकृतिः |
पीडनं पोषशोषौ च दहनं तत्क्रियोच्यते ||
७८ ||
भूर्जपत्रं समानीय पद्ममष्टदलं लिखेत् |
अष्टगन्धेन देवस्य रोचनाचन्दनेन वा ||
७९ ||
साधकस्य तु नामार्णैर्मन्त्रसन्दर्भितं लिखेत् |
यावद्द्वयोः समाप्तिः स्यात् तस्य चाद्यन्तयोर्लिखेत् ||
८० ||
तारादिकं साधकस्य नामाथाष्टदलेषु तु |
द्वौ द्वौ लेख्यौ स्वरौ तच्च सम्यग्ध्यायन् सुधात्मकम् ||
८१ ||
तत् संवेष्ट्य मृदा सम्यग्वेष्टयेद्ब्राह्मणादिकम् |
शुक्लादिवर्णया पश्चात् सिक्थकेन च वेष्टयेत् ||
८२ ||
क्षिपेत् त्रिमधुरे तत् तु मृण्मये लघुभाजने |
क्षीरपूर्णे नवे कुम्भे तत् क्षिपेल्लघुभाजने ||
८३ ||
अग्निं संस्थापितं कृत्वा सन्निधौ तस्य तं घटम् |
संस्थापयेत् त्रिमधुरैर्मूलमन्त्रेण होमयेत् ||
८४ ||
अष्टादिकसहस्रं तु सम्पातं कलशे क्षिपेत् |
होमं समाप्य तं कुम्भं निःक्षिपेच्च जलाशये ||
८५ ||
स्वगुरुं ब्राह्मणाँश्चान्याँस्तोषयेद्दक्षिणादिभिः |
सम्पाताप्यायनं चैतदुक्तं सिद्धिर्न चेद्भवेत् ||
८६ ||
द्रावणं तु तदा कुर्यात् तत्प्रकार इहोच्यते |
वैं बीजेन ग्रन्थयित्वा भूर्जपत्रे लिखेन्मनुम् ||
८७ ||

Bedeutung und Funktion: Die Bhutalipi wird später erklärt. Nun weitere Mittel im Gandharvatantra: 75–76: „Wird ein ordnungsgemäß praktizierter Mantra nicht wirksam, rezitiere man ihn nochmals ebenso oft; dann wird er wirksam. Bleibt er auch nach erneuter Ausführung ohne Siddhi, vollziehe man die sieben von Shankara gelehrten Hilfsverfahren.“ Im Merutantra: 77–78: „Bleibt die Siddhi wegen Feindschaft gegen Brahman beziehungsweise die Brahmanen, eines Fehlers des Gurus, Frauenhasses, einer Verfluchung oder mangelnder Lösung der Verriegelung aus, gibt es acht Hilfsverfahren: Sampata-Apyayana, Dravana, Bodhana, Vashikriti, Pidana, Poshana, Shoshana und Dahana. Ihre Ausführung wird nun erklärt.“ [Die Quellen nennen zunächst sieben, danach acht Verfahren. Die Verbindung zur Verriegelung ist im gedruckten Wortlaut unklar.] 79–81: „Man beschaffe Birkenrinde und zeichne darauf einen achtblättrigen Lotus mit den acht Duftstoffen der Gottheit oder mit Rochana und Sandelholz. Man schreibe den Mantra mit den Buchstaben des Namens des Sadhaka verschränkt, bis beide vollständig sind. An seinen Anfang und sein Ende schreibe man den mit Tara beginnenden Namen des Sadhaka. Auf jedes der acht Blätter schreibe man zwei Vokale und meditiere über das Ganze als nektarerfüllt. 82–83: Man rolle es zusammen, umhülle es sorgfältig mit Erde, für Brahmanen und die übrigen in Weiß und den entsprechenden weiteren Farben, danach mit Wachs. Man lege es mit den drei süßen Stoffen in ein kleines irdenes Gefäß und dieses in einen neuen, mit Milch gefüllten Krug. [Die gedruckte Satzendung zur Einsetzung des kleinen Gefäßes ist unregelmäßig.] 84–86: Nach der Einsetzung des Feuers stelle man den Krug in dessen Nähe und opfere mit dem Grundmantra die drei süßen Stoffe tausendundachtmal; den Sampata, den zugehörigen Opferrest, gebe man in den Kalasha. Nach Vollendung des Homa versenke man den Krug in einem Gewässer und erfreue den eigenen Guru sowie weitere Brahmanen mit Dakshina und anderen Gaben. Dies heißt Sampata-Apyayana. 86–87: Entsteht keine Siddhi, vollziehe man Dravana. Das Verfahren wird hier erklärt: Man schreibe den mit dem Bija vaim verflochtenen Mantra auf Birkenrinde.“ [Fortsetzung in Vers 88.]

M0409. Erwecken und Beeinflussen des Mantras 88–96
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 198, Erwecken und Beeinflussen des Mantras 88–96
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
uśīrarocanābhyāṃ ca śilākarpūrakuṅkumaiḥ |
kṣīrājyamadhutoyānāṃ madhye taṃ likhitaṃ kṣipet ||
88 ||
pūjanācca japāddhomāddrāvitaḥ phalado bhavet |
drāvito'pi na siddhaścedbodhanaṃ tasya kārayet ||
89 ||
vāgbhavena ca bījena sampuṭīkṛtya taṃ japet |
evaṃ buddho bhavet siddho no cet kuryāt vaśīkṛtim ||
90 ||
kucandanamahādāruharidrāmanaḥśilāḥ |
etaistu likhito mantro bhūrjapatre suśobhane ||
91 ||
kaṇṭhe dhṛto bhavedvaśyo no cet kuryāt prapīḍanam |
anudāttasvareṇādyamudāttena dvitīyakam ||
92 ||
tṛtīyamanudāttena paṭhet turyamudāttataḥ |
evaṃ padāni sarvāṇi paṭhenmantrasya sādhakaḥ ||
93 ||
anudāttapadoccāre devaṃ dhyāyedadhaḥsthitam |
ūrdhvasthitamudāttasyoccāre'ṣṭādhisahasrakam ||
94 ||
japenmantraṃ tato bhūrje bhānudugdhena lekhayet |
mantraṃ tamākramedvāmapādenātha ca homayet ||
95 ||
aṣṭottaraśataṃ mantraṃ pīḍitaḥ san prasīdati |
na siddhaścet tadā poṣyaḥ procyate tatkriyā'dhunā ||
96 ||

Devanagari:
उशीररोचनाभ्यां च शिलाकर्पूरकुङ्कुमैः |
क्षीराज्यमधुतोयानां मध्ये तं लिखितं क्षिपेत् ||
८८ ||
पूजनाच्च जपाद्धोमाद्द्रावितः फलदो भवेत् |
द्रावितोऽपि न सिद्धश्चेद्बोधनं तस्य कारयेत् ||
८९ ||
वाग्भवेन च बीजेन सम्पुटीकृत्य तं जपेत् |
एवं बुद्धो भवेत् सिद्धो नो चेत् कुर्यात् वशीकृतिम् ||
९० ||
कुचन्दनमहादारुहरिद्रामनःशिलाः |
एतैस्तु लिखितो मन्त्रो भूर्जपत्रे सुशोभने ||
९१ ||
कण्ठे धृतो भवेद्वश्यो नो चेत् कुर्यात् प्रपीडनम् |
अनुदात्तस्वरेणाद्यमुदात्तेन द्वितीयकम् ||
९२ ||
तृतीयमनुदात्तेन पठेत् तुर्यमुदात्ततः |
एवं पदानि सर्वाणि पठेन्मन्त्रस्य साधकः ||
९३ ||
अनुदात्तपदोच्चारे देवं ध्यायेदधःस्थितम् |
ऊर्ध्वस्थितमुदात्तस्योच्चारेऽष्टाधिसहस्रकम् ||
९४ ||
जपेन्मन्त्रं ततो भूर्जे भानुदुग्धेन लेखयेत् |
मन्त्रं तमाक्रमेद्वामपादेनाथ च होमयेत् ||
९५ ||
अष्टोत्तरशतं मन्त्रं पीडितः सन् प्रसीदति |
न सिद्धश्चेत् तदा पोष्यः प्रोच्यते तत्क्रियाऽधुना ||
९६ ||

Bedeutung und Funktion: 88–89, Fortsetzung: „Mit Ushira, Rochana, Shila, Kampfer und Kumkuma schreibe man ihn; den geschriebenen Mantra lege man in Milch, Ghee, Honig und Wasser. Durch Puja, Japa und Homa wird der so verflüssigte Mantra fruchtbringend. Ist er trotz Dravana nicht wirksam, vollziehe man seine Erweckung. 90: Man umschließe ihn mit dem Vagbhava-Bija und rezitiere ihn. So erweckt wird er wirksam. Andernfalls vollziehe man Vashikriti. 91–92: Mit Kuchandana, Mahadaru, Kurkuma und Manahshila schreibe man den Mantra auf schöne Birkenrinde und trage ihn am Hals; so wird er gefügig. Andernfalls vollziehe man das Bedrängen. 92–94: Den ersten Wortabschnitt spreche man im tiefen, den zweiten im hohen Ton, den dritten wieder tief und den vierten hoch. So rezitiere der Sadhaka alle Wortabschnitte des Mantras. Beim tief gesprochenen Abschnitt meditiere man die Gottheit unten, beim hoch gesprochenen oben. 94–96: Man rezitiere den Mantra 1008-mal, schreibe ihn danach mit dem Milchsaft der Arka-Pflanze auf Birkenrinde, trete mit dem linken Fuß darauf und vollziehe 108 Homa-Darbringungen mit dem Mantra. Bedrängt wird er gnädig. Bleibt er unwirksam, ist er zu nähren; diese Handlung wird jetzt erklärt.“

M0410. Nähren und Reinigen des Mantras 97–105
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 198–199, Nähren und Reinigen des Mantras 97–105
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
hsau~ bījapuṭitaṃ mantraṃ vilikhedbhūrjapatrake |
rocanākuṅkumābhyāṃ ca dhārayeddadhidugdhayoḥ ||
97 ||
idaṃ poṣaṇamityuktaṃ doṣaśoṣaṇamucyate |
yajñasya bhasmanā lekhyaṃ vāyubījavidarbhitam ||
98 ||
bhūrjapatre sveṣṭamantraṃ tat kaṇṭhe dhārayediti |
etacchoṣaṇamityuktaṃ dahanaṃ procyate'dhunā ||
99 ||
pṛthak pṛthak ca mantrāṇāṃ caturdikṣu samāvṛtān |
ra~ bījena palāśasya bījatailena saṃllikhet |
bhūrjapatre'tha taddhāryaṃ kaṇṭhe dāhakriyā tviyam ||
100 ||
upāyāntarāṇyuktāni yāmaleśvaragandharvādau— praṇavo mātṛkā devī hṛllekhetyamṛtatrayam |
amṛtatrayasaṃyogādduṣṭamantro'pi siddhyati ||
101 ||
suvarṇamarkatailaṃ ca piṣṭaṃ mantrāmbha eva ca |
etalliptāṅgasañjapto mantraḥ kuṇṭho'pi siddhyati ||
102 ||
gautamīye— suvarṇasūryatailena piṣṭena nijavāriṇā |
talliptāṅgahutaḥ kuṇṭho manuḥ sadyaḥ prasīdati ||
103 ||
iti mantrasiddhyupāyāḥ |
ādāvante ca mantrasya hṛllekhā kāmabījakam |
śrībījaṃ ca viniḥkṣipya japenmantraṃ tu siddhaye ||
104 ||
tārasampuṭitaṃ vā'tha kṛtvā mantraṃ tu sādhakaḥ |
lakṣamātraṃ prajaptavyaṃ duṣṭamantro'pi siddhyati ||
105 ||
ityupāyāḥ |

Devanagari:
ह्सौँ बीजपुटितं मन्त्रं विलिखेद्भूर्जपत्रके |
रोचनाकुङ्कुमाभ्यां च धारयेद्दधिदुग्धयोः ||
९७ ||
इदं पोषणमित्युक्तं दोषशोषणमुच्यते |
यज्ञस्य भस्मना लेख्यं वायुबीजविदर्भितम् ||
९८ ||
भूर्जपत्रे स्वेष्टमन्त्रं तत् कण्ठे धारयेदिति |
एतच्छोषणमित्युक्तं दहनं प्रोच्यतेऽधुना ||
९९ ||
पृथक् पृथक् च मन्त्राणां चतुर्दिक्षु समावृतान् |
रँ बीजेन पलाशस्य बीजतैलेन संल्लिखेत् |
भूर्जपत्रेऽथ तद्धार्यं कण्ठे दाहक्रिया त्वियम् ||
१०० ||
उपायान्तराण्युक्तानि यामलेश्वरगन्धर्वादौ— प्रणवो मातृका देवी हृल्लेखेत्यमृतत्रयम् |
अमृतत्रयसंयोगाद्दुष्टमन्त्रोऽपि सिद्ध्यति ||
१०१ ||
सुवर्णमर्कतैलं च पिष्टं मन्त्राम्भ एव च |
एतल्लिप्ताङ्गसञ्जप्तो मन्त्रः कुण्ठोऽपि सिद्ध्यति ||
१०२ ||
गौतमीये— सुवर्णसूर्यतैलेन पिष्टेन निजवारिणा |
तल्लिप्ताङ्गहुतः कुण्ठो मनुः सद्यः प्रसीदति ||
१०३ ||
इति मन्त्रसिद्ध्युपायाः |
आदावन्ते च मन्त्रस्य हृल्लेखा कामबीजकम् |
श्रीबीजं च विनिःक्षिप्य जपेन्मन्त्रं तु सिद्धये ||
१०४ ||
तारसम्पुटितं वाऽथ कृत्वा मन्त्रं तु साधकः |
लक्षमात्रं प्रजप्तव्यं दुष्टमन्त्रोऽपि सिद्ध्यति ||
१०५ ||
इत्युपायाः |

Bedeutung und Funktion: 97: „Man schreibe den mit dem Bija hsaum umschlossenen Mantra mit Rochana und Kumkuma auf Birkenrinde und bewahre ihn in Sauermilch und Milch auf. Dies heißt Nähren. 98–99: Nun wird das Austrocknen der Fehler erklärt. Man schreibe den mit dem Luft-Bija verflochtenen Mantra der erwählten Gottheit mit Opferasche auf Birkenrinde und trage ihn am Hals. Dies heißt Austrocknen. 100: Nun wird das Verbrennen erklärt. Die einzelnen Mantras schreibe man, in den vier Richtungen mit dem Bija ram umgeben, mit Öl aus Palasha-Samen auf Birkenrinde und trage das am Hals. Dies ist das Verbrennungsverfahren.“ [Die Verteilung der Umschließung in Vers 100 ist grammatisch nicht ganz eindeutig. Die Bijas in Vers 97 und 100 tragen im Druck Chandrabindu; der erste Lautverbund lautet h-s-au.] Weitere Mittel werden im Yamaleshvara, Gandharva und anderen Werken genannt: 101: „Pranava, die Göttin Matrika und Hrillekha sind die drei Nektare. Durch ihre Verbindung wird selbst ein fehlerhafter Mantra wirksam. 102: Gold, Arka-Öl und Mantra-Wasser werden verrieben. Wer damit den Körper bestreicht und rezitiert, macht selbst einen stumpfen Mantra wirksam.“ Im Gautamiya: 103: „Mit Gold, Sonnenpflanzenöl und dem eigenen Wasser verrieben und auf den Körper aufgetragen, wird durch Homa selbst ein stumpfer Mantra unmittelbar gnädig.“ [Die Bezeichnung ‚eigenes Wasser‘ bleibt stofflich unbestimmt. Die Druckanmerkung bezeichnet den Abschnitt von Vers 102 bis zu diesem Abschluss als Zusatz eines Textzeugen.] Damit enden die Mittel zur Mantrasiddhi. 104: „An Anfang und Ende des Mantras setze man Hrillekha, Kama-Bija und Shri-Bija und rezitiere zur Erlangung der Siddhi. 105: Oder der Sadhaka umschließe den Mantra mit Tara und rezitiere ihn hunderttausendmal; auch ein fehlerhafter Mantra wird dann wirksam.“ Damit enden die Hilfsverfahren. [Laut Druckanmerkung fehlen die Verse 104–105 mit ihrem Abschluss in einem Textzeugen.]

M0411. Weitere tägliche und nächtliche Verfahren 150–162
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 203–204, Weitere tägliche und nächtliche Verfahren 150–162
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tantrāntare— atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
divā japet ṣaṭsahasraṃ rātrāvapi tathaiva ca ||
150 ||
evaṃ krameṇa deveśi sarvasiddhīśvaro bhavet |
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate ||
151 ||
divā japet ṣaṭsahasraṃ tāvaddhomaṃ carenniśi |
sarvasiddhīśvaro bhūyādato'nyaṃ śṛṇu pārvati ||
152 ||
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
nityakṛtyaṃ divā kṛtvā kevalaṃ timirālaye ||
153 ||
rātrau japeddhyānaparaḥ sarvasiddhīśvaro bhavet |
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate ||
154 ||
gānamaṇḍalago japtvā trailokyādhipatirbhavet |
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate ||
155 ||
divā japeddiksahasraṃ rātrau pūjāṃ caran japet |
sahasramātraṃ prajapedāmiṣānnaparāyaṇaḥ ||
156 ||
sarvasiddhīśvaro bhūyādvetālasiddhimāpnuyāt |
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate ||
157 ||
pratipaddinamārabhya navamyantaṃ maheśvari |
ekānte parvate śūnye kevalaṃ timirālaye ||
158 ||
udayāstamayaṃ japtvā sarvasiddhīśvaro bhavet |
atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate ||
159 ||
parvate vipine śūnye navarātraṃ jitendriyaḥ |
muṇḍopari bhavenmuṇḍakapālaṃ ca tato'pari ||
160 ||
tatra dīpaṃ ca prajvālya dīpālokanatatparaḥ |
navarātraṃ japeddevi dīpālokanatatparaḥ ||
161 ||
mūlamantraṃ kapāleṣu kaumāryā bījamuttamam |
sindūreṇa kṛtaṃ yantraṃ sarvasiddhīśvaro bhavet ||
162 ||

Devanagari:
तन्त्रान्तरे— अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते |
दिवा जपेत् षट्सहस्रं रात्रावपि तथैव च ||
१५० ||
एवं क्रमेण देवेशि सर्वसिद्धीश्वरो भवेत् |
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ||
१५१ ||
दिवा जपेत् षट्सहस्रं तावद्धोमं चरेन्निशि |
सर्वसिद्धीश्वरो भूयादतोऽन्यं शृणु पार्वति ||
१५२ ||
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते |
नित्यकृत्यं दिवा कृत्वा केवलं तिमिरालये ||
१५३ ||
रात्रौ जपेद्ध्यानपरः सर्वसिद्धीश्वरो भवेत् |
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ||
१५४ ||
गानमण्डलगो जप्त्वा त्रैलोक्याधिपतिर्भवेत् |
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ||
१५५ ||
दिवा जपेद्दिक्सहस्रं रात्रौ पूजां चरन् जपेत् |
सहस्रमात्रं प्रजपेदामिषान्नपरायणः ||
१५६ ||
सर्वसिद्धीश्वरो भूयाद्वेतालसिद्धिमाप्नुयात् |
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ||
१५७ ||
प्रतिपद्दिनमारभ्य नवम्यन्तं महेश्वरि |
एकान्ते पर्वते शून्ये केवलं तिमिरालये ||
१५८ ||
उदयास्तमयं जप्त्वा सर्वसिद्धीश्वरो भवेत् |
अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ||
१५९ ||
पर्वते विपिने शून्ये नवरात्रं जितेन्द्रियः |
मुण्डोपरि भवेन्मुण्डकपालं च ततोऽपरि ||
१६० ||
तत्र दीपं च प्रज्वाल्य दीपालोकनतत्परः |
नवरात्रं जपेद्देवि दीपालोकनतत्परः ||
१६१ ||
मूलमन्त्रं कपालेषु कौमार्या बीजमुत्तमम् |
सिन्दूरेण कृतं यन्त्रं सर्वसिद्धीश्वरो भवेत् ||
१६२ ||

Bedeutung und Funktion: In einem anderen Tantra: 150–151: „Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Man rezitiere tagsüber sechstausendmal und ebenso nachts. Auf diese Weise wird man Herr aller Siddhis, o Herrin der Götter. 151–152: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Tagsüber rezitiere man sechstausendmal, nachts führe man ebenso viele Homa-Darbringungen aus. So wird man Herr aller Siddhis. Höre nun ein weiteres Verfahren, Parvati. 153–154: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Nach den täglichen Pflichten am Tag rezitiere man nachts in einem völlig dunklen Raum, ganz der Meditation zugewandt. So wird man Herr aller Siddhis. 154–155: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Wer in einem Kreis des Gesangs Japa übt, wird Herr der drei Welten. 155–157: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Tagsüber rezitiere man zehntausendmal; nachts rezitiere man während der Puja tausendmal, wobei man sich von Fleischspeisen ernährt. So wird man Herr aller Siddhis und erlangt Vetala-Siddhi. 157–159: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Vom ersten bis zum neunten Mondtag rezitiere man, große Herrin, an einem einsamen, menschenleeren Bergort in einem völlig dunklen Raum vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang; so wird man Herr aller Siddhis. 159–162: Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Mit beherrschten Sinnen verbringe man neun Nächte an einem verlassenen Berg- oder Waldort. Auf einem Schädel befinde sich eine Schädelkalotte und darüber eine entzündete Lampe. Neun Nächte lang rezitiere man, o Göttin, ganz auf das Licht der Lampe blickend. Auf den Schädeln befinden sich der Grundmantra und das vorzügliche Bija Kaumaris; das Yantra ist mit Sindura gezeichnet. So wird man Herr aller Siddhis.“ [Die räumliche Zuordnung der letzten Mantra- und Yantra-Angaben ist im Text nur verkürzt überliefert.]

M0412. Lata-Verehrung 163–166
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 204, Lata-Verehrung 163–166
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
kālītantre— atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
aṣṭamīsandhivelāyāmaṣṭottaralatāgṛham ||
163 ||
praviśya mantrī vidhivat tāḥ samabhyarcya yatnataḥ |
pūrvoktakalpamāsādya pūjādikaṃ samācaret ||
164 ||
kevalaṃ kāmadevo'sau japedaṣṭottaraṃ śatam |
tāsāṃ ca patramūle ca japtvā saṅgṛhya mastake |
mahāsiddhirbhavet sadyo latāpūjanadarśanāt ||
165 ||
aṣṭamīsandhivelāyāmaṣṭamīnavamyoḥ sandhivelāyām |
aṣṭottaralatāgṛhaṃ yathāsambhavamaṣṭaparyantānāṃ śaktīnāṃ gṛhaṃ madanamandiram |
pūrvoktakalpaṃ dūtīyāgākhyam |
patramūle varāṅge japtvā bījaṃ nirasya tadeva bījaṃ mastake saṅgṛhya tilakaṃ kṛtvetyarthaḥ |
idaṃ vīraparam |
evamanyeṣāmapi tattanmārgaparatvaṃ sakalasādhāraṇatvaṃ ca kriyāviśeṣādboddhavyam |
tathā— atha vā'nyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
ākṛṣṭāyāḥ kulāgāre likhitvā mantrameva ca ||
166 ||

Devanagari:
कालीतन्त्रे— अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते |
अष्टमीसन्धिवेलायामष्टोत्तरलतागृहम् ||
१६३ ||
प्रविश्य मन्त्री विधिवत् ताः समभ्यर्च्य यत्नतः |
पूर्वोक्तकल्पमासाद्य पूजादिकं समाचरेत् ||
१६४ ||
केवलं कामदेवोऽसौ जपेदष्टोत्तरं शतम् |
तासां च पत्रमूले च जप्त्वा सङ्गृह्य मस्तके |
महासिद्धिर्भवेत् सद्यो लतापूजनदर्शनात् ||
१६५ ||
अष्टमीसन्धिवेलायामष्टमीनवम्योः सन्धिवेलायाम् |
अष्टोत्तरलतागृहं यथासम्भवमष्टपर्यन्तानां शक्तीनां गृहं मदनमन्दिरम् |
पूर्वोक्तकल्पं दूतीयागाख्यम् |
पत्रमूले वराङ्गे जप्त्वा बीजं निरस्य तदेव बीजं मस्तके सङ्गृह्य तिलकं कृत्वेत्यर्थः |
इदं वीरपरम् |
एवमन्येषामपि तत्तन्मार्गपरत्वं सकलसाधारणत्वं च क्रियाविशेषाद्बोद्धव्यम् |
तथा— अथ वाऽन्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते |
आकृष्टायाः कुलागारे लिखित्वा मन्त्रमेव च ||
१६६ ||

Bedeutung und Funktion: Im Kalitantra: 163–165: „Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Zur Übergangszeit des achten Mondtages betrete der Mantraübende das Haus der acht und weiteren Latas. Er verehre sie sorgfältig nach Vorschrift und vollziehe Puja und die übrigen Handlungen nach dem zuvor genannten Verfahren. Als Kamadeva selbst rezitiere er 108-mal. Nachdem er an der Wurzel ihrer Blätter rezitiert und das Gewonnene am Kopf gesammelt hat, entsteht unmittelbar große Siddhi durch die Schau der Lata-Verehrung.“ [Die Zahlformulierung wird in der anschließenden Erläuterung des Werkes abweichend als „bis zu acht“ ausgelegt. Die Latas, wörtlich „Ranken“, bezeichnen hier Frauen im Ritual.] „Zur Übergangszeit des achten Tages“ bedeutet am Übergang zwischen dem achten und neunten Mondtag. „Haus der acht und weiteren Latas“ bedeutet das Haus von nach Möglichkeit bis zu acht Shaktis, den Tempel des Liebesgottes. Das „zuvor genannte Verfahren“ heißt Duti-Yaga. „An der Wurzel ihrer Blätter“ bedeutet am Geschlechtsteil: Nach dem Japa den Samen ausstoßen, denselben Samen am Kopf aufnehmen und daraus ein Tilaka-Zeichen bilden — dies ist der Sinn. Dieses Verfahren ist für Viras bestimmt. Ebenso ist bei den übrigen Verfahren anhand der besonderen Handlungen zu erkennen, ob sie sich auf den jeweiligen Weg beschränken oder allgemein gelten. [Die Druckanmerkung bezeichnet dies als tantrische Anwendung.] Ferner: 166: „Ein anderes Purashcharana wird gelehrt: Man schreibe den Mantra im Kula-Haus der herbeigezogenen Frau …“ [Der verschlüsselte Ausdruck wird hier beibehalten; Fortsetzung in Vers 167.]

M0413. Sankalpa und Begriff des Purashcharana 288–289
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 215, Sankalpa und Begriff des Purashcharana 288–289
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
oṃ adyetyādi rāhugraste divākare niśākare vā'mukagotro'mukaśarmā'mukadevatāyā amukamantrasiddhikāmo grāsādvimuktiparyantaṃ japarūpapuraścaraṇamahaṃ kariṣye— iti |
atra kecit |
japo homastarpaṇaṃ ca mārjanaṃ viprabhojanam |
pañcāṅgopāsanaṃ loke puraścaraṇamiṣyate ||
288 ||
tathā— siddhikāmo'sya mantrasya yāvatsaṅkhyaṃ japaṃ tataḥ |
daśāṃśaṃ havanaṃ kuryāt taddaśāṃśaṃ tu tarpaṇam |
daśāṃśaṃ mārjanaṃ kuryāddaśāṃśaṃ viprabhojanam ||
289 ||
ityādivacanādekasaṅkalpāntare tu pañcāṅgopāsanameva puraścaraṇam |
grahaṇapuraścaraṇādau tu puraścaraṇapadaṃ bhāktam |
tasya japamātrarūpatvādekasaṅkalpāntaritapañcāṅgopāsanatvābhāvāt |
tatra homādividhānaṃ tu pradhānībhūtapuraścaraṇatulyatābodhanāyetyāhustaccintyam |
merutantrādau mukhyapuraścaraṇe'pi prathamataḥ japamātrasaṅkalpoktatvāt |
mantramārgādibhedena nyūnātiriktāṅgasya puraścaraṇasya ca tatraivoktatvādeva saṅkalpāntaritapañcāṅgopāsanasyaiva puraścaraṇapadavācyatve pramāṇābhāvāt |
pañcāṅgopāsanaṃ loke puraścaraṇamiṣyata ityādivacanaṃ ca yeṣāṃ mantrāṇāṃ pañcāṅgameva puraścaraṇaṃ tanmantrapuraścaraṇaparaṃ na tu mantrasāmānyapuraścaraṇaparam |
ekenaiva vākyena sāṅgajapasaṅkalpastu lāghavārthaḥ |

Devanagari:
ॐ अद्येत्यादि राहुग्रस्ते दिवाकरे निशाकरे वाऽमुकगोत्रोऽमुकशर्माऽमुकदेवताया अमुकमन्त्रसिद्धिकामो ग्रासाद्विमुक्तिपर्यन्तं जपरूपपुरश्चरणमहं करिष्ये— इति |
अत्र केचित् |
जपो होमस्तर्पणं च मार्जनं विप्रभोजनम् |
पञ्चाङ्गोपासनं लोके पुरश्चरणमिष्यते ||
२८८ ||
तथा— सिद्धिकामोऽस्य मन्त्रस्य यावत्सङ्ख्यं जपं ततः |
दशांशं हवनं कुर्यात् तद्दशांशं तु तर्पणम् |
दशांशं मार्जनं कुर्याद्दशांशं विप्रभोजनम् ||
२८९ ||
इत्यादिवचनादेकसङ्कल्पान्तरे तु पञ्चाङ्गोपासनमेव पुरश्चरणम् |
ग्रहणपुरश्चरणादौ तु पुरश्चरणपदं भाक्तम् |
तस्य जपमात्ररूपत्वादेकसङ्कल्पान्तरितपञ्चाङ्गोपासनत्वाभावात् |
तत्र होमादिविधानं तु प्रधानीभूतपुरश्चरणतुल्यताबोधनायेत्याहुस्तच्चिन्त्यम् |
मेरुतन्त्रादौ मुख्यपुरश्चरणेऽपि प्रथमतः जपमात्रसङ्कल्पोक्तत्वात् |
मन्त्रमार्गादिभेदेन न्यूनातिरिक्ताङ्गस्य पुरश्चरणस्य च तत्रैवोक्तत्वादेव सङ्कल्पान्तरितपञ्चाङ्गोपासनस्यैव पुरश्चरणपदवाच्यत्वे प्रमाणाभावात् |
पञ्चाङ्गोपासनं लोके पुरश्चरणमिष्यत इत्यादिवचनं च येषां मन्त्राणां पञ्चाङ्गमेव पुरश्चरणं तन्मन्त्रपुरश्चरणपरं न तु मन्त्रसामान्यपुरश्चरणपरम् |
एकेनैव वाक्येन साङ्गजपसङ्कल्पस्तु लाघवार्थः |

Bedeutung und Funktion: „Om. Heute … während die Sonne oder der Mond von Rahu ergriffen ist, werde ich, mit dem Namen … Sharma und aus dem Gotra …, im Wunsch nach der Siddhi des Mantras … der Gottheit …, vom Verschlungenwerden bis zur Freigabe ein Purashcharana in Form von Japa ausführen.“ [Die Auslassungen sind Einsetzstellen für die im Quelltext durch amuka bezeichneten persönlichen Angaben; die Zeitformel wird dort mit „heute und so weiter“ abgekürzt.] Hier vertreten manche folgende Auffassung. Aufgrund der Aussagen 288: „Japa, Homa, Tarpana, Marjana und Brahmanenspeisung: Diese fünfgliedrige Verehrung gilt in der Welt als Purashcharana“, und 289: „Wer Siddhi dieses Mantras wünscht, vollziehe die betreffende Japa-Zahl, danach Homa mit einem Zehntel, Tarpana mit einem Zehntel davon, Marjana mit einem Zehntel und Brahmanenspeisung mit einem Zehntel“, sei nur die unter einem gemeinsamen Sankalpa stehende fünfgliedrige Verehrung Purashcharana. Beim Finsternis-Purashcharana und ähnlichen Formen werde das Wort lediglich in übertragenem Sinn gebraucht, da diese nur aus Japa bestünden und nicht aus fünfgliedriger Verehrung unter einem Sankalpa. Die dortige Vorschrift von Homa und den übrigen Handlungen solle nur ihre Gleichwertigkeit mit dem eigentlichen Purashcharana anzeigen. Diese Auffassung ist jedoch zu prüfen: Denn im Merutantra und anderen Werken wird auch beim eigentlichen Purashcharana zuerst lediglich der Sankalpa für Japa gelehrt. Ebenso werden dort je nach Mantra und Weg Purashcharanas mit weniger oder mehr Gliedern beschrieben. Es fehlt daher ein Beleg dafür, dass das Wort ausschließlich die fünfgliedrige Verehrung unter einem gemeinsamen Sankalpa bezeichnet. Aussagen wie „Die fünfgliedrige Verehrung gilt in der Welt als Purashcharana“ beziehen sich auf diejenigen Mantras, für die eben diese fünf Glieder das Purashcharana bilden, nicht auf das Purashcharana sämtlicher Mantras. Den Sankalpa für Japa mitsamt seinen Gliedern in einem einzigen Satz auszudrücken dient nur der Kürze.

M0414. Stotra an die Shaktis 317–325
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 218–219, Stotra an die Shaktis 317–325
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatrāsāṃ savyakarṇeṣu tataḥ stotraṃ samācaret |
mātardevi namaste'stu brahmarūpadhare'naghe ||
317 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
māheśi varade devi paramānandarūpiṇi ||
318 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
kaumāri sarvavighneśi kumārakrīḍane'vare ||
319 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
viṣṇurūpadhare devi mahāgaruḍavāhini ||
320 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
vārāhi varade devi daṃṣṭroddhṛtavasundhare ||
321 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
cāmuṇḍe muṇḍamālāsṛkcarcite vighnanāśini ||
322 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
mahālakṣmi mahāmohakṣobhasantāpanāśini ||
323 ||
kṛpayā hara vighnaṃ me mantrasiddhiṃ prayaccha me |
pitṛmātṛmaye devi pitṛmātṛbahiṣkṛte ||
324 ||
eke bahutare devi viśvarūpe namo'stu te |
etat stotraṃ paṭhedyastu karmārambhe susaṃyataḥ ||
325 ||

Devanagari:
तत्रासां सव्यकर्णेषु ततः स्तोत्रं समाचरेत् |
मातर्देवि नमस्तेऽस्तु ब्रह्मरूपधरेऽनघे ||
३१७ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
माहेशि वरदे देवि परमानन्दरूपिणि ||
३१८ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
कौमारि सर्वविघ्नेशि कुमारक्रीडनेऽवरे ||
३१९ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
विष्णुरूपधरे देवि महागरुडवाहिनि ||
३२० ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
वाराहि वरदे देवि दंष्ट्रोद्धृतवसुन्धरे ||
३२१ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
चामुण्डे मुण्डमालासृक्चर्चिते विघ्ननाशिनि ||
३२२ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
महालक्ष्मि महामोहक्षोभसन्तापनाशिनि ||
३२३ ||
कृपया हर विघ्नं मे मन्त्रसिद्धिं प्रयच्छ मे |
पितृमातृमये देवि पितृमातृबहिष्कृते ||
३२४ ||
एके बहुतरे देवि विश्वरूपे नमोऽस्तु ते |
एतत् स्तोत्रं पठेद्यस्तु कर्मारम्भे सुसंयतः ||
३२५ ||

Bedeutung und Funktion: 317: „Danach spreche man das Stotra in ihr linkes Ohr: ‚Mutter, Göttin, Verehrung sei dir, du Makellose, die du Brahmas Gestalt trägst! 318: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Maheshi, segenspendende Göttin, Verkörperung höchster Glückseligkeit! 319: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Kaumari, Herrin aller Hindernisse, die du beim Spiel Kumaras … [Das letzte Beiwort bleibt unklar.] 320: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Göttin, die du Vishnus Gestalt trägst und auf dem großen Garuda reitest! [Diese Anrufung wird laut Druckanmerkung nur in einem Textzeugen überliefert.] 321: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Varahi, segenspendende Göttin, die du die Erde mit dem Hauer emporgehoben hast! 322: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Chamunda, mit dem Blut der Schädelgirlande bestrichen, Vernichterin der Hindernisse! 323: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Mahalakshmi, die du große Verblendung, Erschütterung und Qual vernichtest! 324: Aus Mitgefühl beseitige mein Hindernis und schenke mir Mantrasiddhi. Göttin, die du Vater und Mutter bist und Vater und Mutter entbehrst! 325: Eine und Vielfältige, Göttin in Gestalt des Alls, Verehrung sei dir!‘ Wer dieses Stotra zu Beginn einer Handlung in guter Selbstbeherrschung rezitiert …“ [Die Fruchtaussage folgt in Vers 326.]

M0415. Ritualplatz im Virachudamani 333–337
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 219, Ritualplatz im Virachudamani 333–337
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vīracūḍāmaṇau— kṣetramādau tu saṃśodhya samasūtraṃ manoharam |
vedikāṃ kārayeta tatra madhye muṇḍaṃ viniḥkṣipet ||
333 ||
alinā lepanaṃ kuryānmadhye cāṣṭadalaṃ likhet |
pūrvādikramato jñeyaṃ svarayugmaṃ likhet kramāt ||
334 ||
vargāṣṭakaṃ likhet tatra madhye prāsādamālikhet |
gaganaṃ bindusaṃyuktaṃ lāṅgalīśaṃ tathaiva ca ||
335 ||
savisargaṃ varārohe keśareṣu likhet tataḥ |
tatrādhārādi sampūjya āsanaṃ sthāpayedbudhaḥ ||
336 ||
upaviśyāsane vīro yatra kutrāpyacūḍake |
pārṣṇighātatrayaṃ kuryācchoṭikātritayaṃ tataḥ ||
337 ||

Devanagari:
वीरचूडामणौ— क्षेत्रमादौ तु संशोध्य समसूत्रं मनोहरम् |
वेदिकां कारयेत तत्र मध्ये मुण्डं विनिःक्षिपेत् ||
३३३ ||
अलिना लेपनं कुर्यान्मध्ये चाष्टदलं लिखेत् |
पूर्वादिक्रमतो ज्ञेयं स्वरयुग्मं लिखेत् क्रमात् ||
३३४ ||
वर्गाष्टकं लिखेत् तत्र मध्ये प्रासादमालिखेत् |
गगनं बिन्दुसंयुक्तं लाङ्गलीशं तथैव च ||
३३५ ||
सविसर्गं वरारोहे केशरेषु लिखेत् ततः |
तत्राधारादि सम्पूज्य आसनं स्थापयेद्बुधः ||
३३६ ||
उपविश्यासने वीरो यत्र कुत्राप्यचूडके |
पार्ष्णिघातत्रयं कुर्याच्छोटिकात्रितयं ततः ||
३३७ ||

Bedeutung und Funktion: Im Virachudamani: 333–334: „Zuerst reinige man den Platz und richte ihn mit gleichmäßigen Messschnüren schön her. Dort lasse man eine Plattform errichten und lege einen Schädel in ihre Mitte. Man bestreiche sie mit Ali und zeichne in der Mitte einen achtblättrigen Lotus. Beginnend im Osten schreibe man der Reihe nach je zwei Vokale. 335–336: Man schreibe dort die acht Buchstabengruppen und in der Mitte Prasada. Gagana mit Bindu sowie Langalisha mit Visarga, o Schöngestaltige, schreibe man in die Staubfäden. Nach Verehrung der Unterlage und der übrigen Gottheiten stelle der Kundige einen Sitz auf. 337: Der Vira setze sich auf den Sitz, wo immer der Ort ohne Chudaka ist, führe drei Fersenstöße aus und schnippe danach dreimal mit den Fingern.“ [Ali und die Lautnamen werden hier nur bezeichnet; die Ortsbestimmung achudaka bleibt unklar.]

M0416. Schutz und Mandala 338–343
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 220, Schutz und Mandala 338–343
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
digbandhamastramantreṇa pūrvādikramato budhaḥ |
vakeśānte pinākīśaṃ nādabinduvibhūṣitam ||
338 ||
paśupadaṃ samuccārya ramānte'stramanūttamam |
pāśupatāstravidyeyaṃ sarvavighnavināśinī ||
339 ||
vakeśaḥ śakāraḥ |
pinākīśo lakāraḥ |
bhūtaśuddhiṃ vidhāyādau nyāsapūrvaṃ vidhānataḥ ||
340 ||
tathā— gomayena viliptāyāṃ bhūmau maṇḍalamālikhet |
alinā lepanaṃ kuryādyakṣakardamakena vā ||
341 ||
sūtreṇa sūtritaṃ padmaṃ samasūtraṃ manoharam |
raktaṃ śvetaṃ haridvarṇaṃ kṛṣṇapatraṃ sukeśaram ||
342 ||
caturasraṃ suśobhāḍhyaṃ tanmadhye yoniyugmakam |
trikoṇaṃ caiva tanmadhye śūnye śūnyaṃ vicintayet ||
343 ||

Devanagari:
दिग्बन्धमस्त्रमन्त्रेण पूर्वादिक्रमतो बुधः |
वकेशान्ते पिनाकीशं नादबिन्दुविभूषितम् ||
३३८ ||
पशुपदं समुच्चार्य रमान्तेऽस्त्रमनूत्तमम् |
पाशुपतास्त्रविद्येयं सर्वविघ्नविनाशिनी ||
३३९ ||
वकेशः शकारः |
पिनाकीशो लकारः |
भूतशुद्धिं विधायादौ न्यासपूर्वं विधानतः ||
३४० ||
तथा— गोमयेन विलिप्तायां भूमौ मण्डलमालिखेत् |
अलिना लेपनं कुर्याद्यक्षकर्दमकेन वा ||
३४१ ||
सूत्रेण सूत्रितं पद्मं समसूत्रं मनोहरम् |
रक्तं श्वेतं हरिद्वर्णं कृष्णपत्रं सुकेशरम् ||
३४२ ||
चतुरस्रं सुशोभाढ्यं तन्मध्ये योनियुग्मकम् |
त्रिकोणं चैव तन्मध्ये शून्ये शून्यं विचिन्तयेत् ||
३४३ ||

Bedeutung und Funktion: 338–339: „Der Kundige vollziehe mit dem Waffenmantra, beginnend im Osten, den Schutzverschluss der Himmelsrichtungen. Nach Vakesha setze man Pinakisha, mit Nada und Bindu geschmückt; dann spreche man das Wort Pashu, am Ende Rama und den vorzüglichen Waffenmantra. Dies ist die Pashupata-Waffenvidya, die alle Hindernisse vernichtet.“ [Die Verbindung mit Rama ist im Druck nicht eindeutig; eine vollständige Lautformel wird nicht ergänzt.] Vakesha bezeichnet sha, Pinakisha la. 340: „Zuerst vollziehe man vorschriftsmäßig Bhutashuddhi und Nyasa.“ Ferner: 341–343: „Auf dem mit Kuhdung bestrichenen Boden zeichne man ein Mandala und bestreiche es mit Ali oder Yakshakardama. Mit der Schnur messe man einen schönen, gleichmäßig angelegten Lotus aus, mit roten, weißen, grünen und schwarzen Blättern und schönen Staubfäden. Er sei von einem prächtigen Quadrat umgeben; in seiner Mitte befinden sich zwei Yoni-Zeichen und darin ein Dreieck. Im leeren Raum vergegenwärtige man die Leere.“

M0417. Lautangaben und Rataneshvari 350–352
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 220–221, Lautangaben und Rataneshvari 350–352
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tattvapañcakamantreṇa ekaikaṃ śodhayedbudhaḥ |
vahnisūryakalācandrakalānte hṛdayaṃ manum ||
350 ||
trikoṇaṃ vilikhenmadhye trikoṇamakathādikam |
khāntaṃ ṣāntaṃ tathā nāntaṃ yāntaṃ dhāntaṃ saśatrukam ||
351 ||
vāmakarṇasamāyuktaṃ bindunādairalaṅkṛtam |
ratneśvarīti vidyākhyaṃ pañcaratnātmakaṃ manum ||
352 ||
ṣaḍaṅgenaiva sampūjya mūlamantreṇa mantrayet |

Devanagari:
तत्त्वपञ्चकमन्त्रेण एकैकं शोधयेद्बुधः |
वह्निसूर्यकलाचन्द्रकलान्ते हृदयं मनुम् ||
३५० ||
त्रिकोणं विलिखेन्मध्ये त्रिकोणमकथादिकम् |
खान्तं षान्तं तथा नान्तं यान्तं धान्तं सशत्रुकम् ||
३५१ ||
वामकर्णसमायुक्तं बिन्दुनादैरलङ्कृतम् |
रत्नेश्वरीति विद्याख्यं पञ्चरत्नात्मकं मनुम् ||
३५२ ||
षडङ्गेनैव सम्पूज्य मूलमन्त्रेण मन्त्रयेत् |

Bedeutung und Funktion: 350–352: „Mit dem Mantra der fünf Tattvas reinige der Kundige jedes einzelne. Nach den Kalas des Feuers, der Sonne und des Mondes folgt der Herzmantra. Man zeichne ein Dreieck und in seiner Mitte das mit a, ka und tha beginnende Dreieck. Die Endlaute von kha, sha, na, ya und dha, zusammen mit Shatru, verbunden mit dem linken Ohr und geschmückt mit Bindu und Nada: Dies ist der aus fünf Edelsteinen bestehende Mantra der Ratneshvari genannten Vidya. Man verehre mit den sechs Gliedern und weihe mit dem Grundmantra.“ [Die Lautbildungsanweisung in Vers 351 ist unvollständig beziehungsweise mehrdeutig; die verschlüsselten Bezeichnungen werden nicht zu einer geratenen Formel ergänzt.]

M0418. Pitha-Shaktis und Anrufung 400–404
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 225, Pitha-Shaktis und Anrufung 400–404
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vīracūḍāmaṇau— vāmabhāge samālikhya trikoṇaṃ pañcavartulam |
śvetaraktasamāyuktaṃ nīlaṃ sindūracarcitam ||
400 ||
sādhakaḥ prāṅmukho bhūtvā devīṃ pratyaṅmukhāṃ japet |
pīṭhaśaktiṃ vidhānena nava śaktiḥ prapūjayet ||
401 ||
ratiḥ prītiḥ priyā kāntiḥ kāminī kāmamālinī |
kandarpadalinī durgā bhāvinī nava śaktayaḥ ||
402 ||
viyad bhṛguṃ samuccārya manubindukalānvitam |
mahāpretapadaṃ paścāddhṛdayāntamimaṃ manum ||
403 ||
mūlaṃ mantraṃ samuccārya sambuddhā tāriṇīpadam |
ehyehi ca padaṃ paścāt pādukābhyāṃ punaḥ punaḥ |
gṛhītvā vāmahastena āsane copaveśayet ||
404 ||
tāriṇīpadamityupalakṣaṇaṃ sveṣṭadevatānāmityarthaḥ |

Devanagari:
वीरचूडामणौ— वामभागे समालिख्य त्रिकोणं पञ्चवर्तुलम् |
श्वेतरक्तसमायुक्तं नीलं सिन्दूरचर्चितम् ||
४०० ||
साधकः प्राङ्मुखो भूत्वा देवीं प्रत्यङ्मुखां जपेत् |
पीठशक्तिं विधानेन नव शक्तिः प्रपूजयेत् ||
४०१ ||
रतिः प्रीतिः प्रिया कान्तिः कामिनी काममालिनी |
कन्दर्पदलिनी दुर्गा भाविनी नव शक्तयः ||
४०२ ||
वियद् भृगुं समुच्चार्य मनुबिन्दुकलान्वितम् |
महाप्रेतपदं पश्चाद्धृदयान्तमिमं मनुम् ||
४०३ ||
मूलं मन्त्रं समुच्चार्य सम्बुद्धा तारिणीपदम् |
एह्येहि च पदं पश्चात् पादुकाभ्यां पुनः पुनः |
गृहीत्वा वामहस्तेन आसने चोपवेशयेत् ||
४०४ ||
तारिणीपदमित्युपलक्षणं स्वेष्टदेवतानामित्यर्थः |

Bedeutung und Funktion: Im Virachudamani: 400–402: „Links zeichne man ein Dreieck mit fünf Kreisen, weiß und rot, dazu blau und mit Sindura bestrichen. Der Sadhaka sei nach Osten, die Göttin nach Westen gewandt; so rezitiere er. Nach Vorschrift verehre er die Pitha-Shakti und die neun Shaktis: Rati, Priti, Priya, Kanti, Kamini, Kamamalini, Kandarpadalini, Durga und Bhavini. 403: Man spreche Viyat und Bhrigu, verbunden mit Manu, Bindu und Kala, danach das Wort Mahapreta und den mit dem Herzabschluss versehenen Mantra. [Diese Lautbildungsangabe bleibt verschlüsselt.] 404: Nach dem Grundmantra spreche man Tarini im Anredefall, dann ‚Komm, komm!‘ und wiederholt die Paduka-Anrufung; mit der linken Hand fasse man sie und lasse sie auf dem Sitz Platz nehmen.“ [Die Verbindung mit der Paduka-Anrufung ist im Wortlaut verkürzt.] „Tarini“ ist hier nur ein Beispiel: Gemeint ist der Name der eigenen erwählten Gottheit.

M0419. Gottheitsnyasa und Lautanweisungen 427–436
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 227, Gottheitsnyasa und Lautanweisungen 427–436
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaṭukādīṃścaturdikṣu pūjayet siddhihetave |
mātṛkāṃ vinyaset tasmāddehe kāmaśarānvitām ||
427 ||
trikoṇaṃ vinyasenmūrdhni tatra pūjāṃ yajet kramāt |
trikoṇamadhye bālākhyāṃ kāmeśīṃ paripūjayet ||
428 ||
gaṇeśaṃ ca kulādhyakṣaṃ tathā lakṣmīṃ sarasvatīm |
trikoṇeṣu ca sampūjya vasantaṃ madanaṃ priye ||
429 ||
stanayoḥ pūjayet paścānmukhe tasyāḥ kalādharam |
vāgbhavaṃ kāmarājaṃ ca strībījaṃ kāmarājakam ||
430 ||
hasaklemātmakaṃ dattvā ādhāraśaktimuccaret |
śrīpādukāṃ tato dattvā pūjayāmi vadet tataḥ ||
431 ||
anena manunā tasya lalāṭe sumanoharam |
trikoṇaṃ tatra saṃlikhya sindūrādyairviśeṣataḥ ||
432 ||
vaṭukaṃ yoginīṃ caiva kṣetrapālaṃ gaṇeśvaram |
lakṣmīṃ sarasvatīṃ caiva pūjayet tatra sundari ||
433 ||
kāmabījaṃ samuccārya kāmarājaṃ tataḥ param |
śrīpādukāṃ tato dattvā pūjayāmi vadet tataḥ ||
434 ||
dakṣapādatale devi pūjayenmanunā'munā |
vaiṃ vasantaṃ samuccārya nādahīnāramātataḥ ||
435 ||
pādukāṃ pūjayāmīti tasyā vāmakare nyaset |
śaktibījaṃ samuccārya somapādapadaṃ tataḥ ||
436 ||

Devanagari:
वटुकादींश्चतुर्दिक्षु पूजयेत् सिद्धिहेतवे |
मातृकां विन्यसेत् तस्माद्देहे कामशरान्विताम् ||
४२७ ||
त्रिकोणं विन्यसेन्मूर्ध्नि तत्र पूजां यजेत् क्रमात् |
त्रिकोणमध्ये बालाख्यां कामेशीं परिपूजयेत् ||
४२८ ||
गणेशं च कुलाध्यक्षं तथा लक्ष्मीं सरस्वतीम् |
त्रिकोणेषु च सम्पूज्य वसन्तं मदनं प्रिये ||
४२९ ||
स्तनयोः पूजयेत् पश्चान्मुखे तस्याः कलाधरम् |
वाग्भवं कामराजं च स्त्रीबीजं कामराजकम् ||
४३० ||
हसक्लेमात्मकं दत्त्वा आधारशक्तिमुच्चरेत् |
श्रीपादुकां ततो दत्त्वा पूजयामि वदेत् ततः ||
४३१ ||
अनेन मनुना तस्य ललाटे सुमनोहरम् |
त्रिकोणं तत्र संलिख्य सिन्दूराद्यैर्विशेषतः ||
४३२ ||
वटुकं योगिनीं चैव क्षेत्रपालं गणेश्वरम् |
लक्ष्मीं सरस्वतीं चैव पूजयेत् तत्र सुन्दरि ||
४३३ ||
कामबीजं समुच्चार्य कामराजं ततः परम् |
श्रीपादुकां ततो दत्त्वा पूजयामि वदेत् ततः ||
४३४ ||
दक्षपादतले देवि पूजयेन्मनुनाऽमुना |
वैं वसन्तं समुच्चार्य नादहीनारमाततः ||
४३५ ||
पादुकां पूजयामीति तस्या वामकरे न्यसेत् |
शक्तिबीजं समुच्चार्य सोमपादपदं ततः ||
४३६ ||

Bedeutung und Funktion: 427–429: „Zur Erlangung der Siddhi verehre man Vatuka und die übrigen Gottheiten in den vier Richtungen. Danach setze man die mit den Liebespfeilen verbundene Matrika in den Körper ein. Am Scheitel setze man ein Dreieck ein und vollziehe dort die Verehrung der Reihe nach. In seiner Mitte verehre man Kameshi, die Bala genannt wird. An den Ecken verehre man Ganesha als Vorsteher des Kula sowie Lakshmi und Sarasvati. 429–431: Vasanta und Madana verehre man an den Brüsten, danach den Mond an ihrem Gesicht. Man spreche Vagbhava, Kamaraja, das Stri-Bija, Kamaraja und die als hasaklema bezeichnete Lautverbindung; darauf Adharashakti, dann Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. [Die Lautverbindung hasaklema ist im Druck nicht eindeutig als Bija-Folge bestimmbar; sie wird nicht vervollständigt.] 432–433: Mit diesem Mantra zeichne man auf der Stirn ein sehr schönes Dreieck, besonders mit Sindura und weiteren Stoffen. Dort verehre man Vatuka, Yogini, Kshetrapala, Ganesha, Lakshmi und Sarasvati, Schöne. 434–435: Man spreche Kama-Bija, danach Kamaraja, Shri-Paduka und ‚ich verehre‘; mit diesem Mantra verehre man an der rechten Fußsohle. 435–436: Man spreche vaim, Vasanta und danach Rama ohne Nada; mit ‚Paduka, ich verehre‘ vollziehe man den Nyasa an ihrer linken Hand. Danach spreche man Shakti-Bija und das Wort Soma-Pada …“ [Fortsetzung in Vers 437. Die Körperzuordnungen werden entsprechend dieser eigenständigen Jnanarnava-Passage wiedergegeben; ein Alter ist hier nicht genannt.]

M0420. Verehrung der fünf Pfeile 445–453
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 228–229, Verehrung der fünf Pfeile 445–453
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tantrāntare— pṛṣṭhavaṃśāt samārabhya śiro'ntaṃ kāmavācakam |
vinyasya vidhivanmantrī pūjayet tat tu mūrdhani ||
445 ||
dharmātmakaṃ samuccārya kāmacāpapadaṃ tataḥ |
pādaśrīpādukāṃ dattvā pūjayāmīti pūjayet ||
446 ||
mūrdhni pāde mukhe guhye hṛdaye ca yathākramāt |
pañcabāṇaiḥ pañcabāṇān yathāsthāneṣu pūjayet ||
447 ||
drāṃ drāvaṇapadaṃ dattvā bāṇapādapadaṃ tataḥ |
śrīpādukāṃ vadet paścāt pūjayāmīti pūjayet ||
448 ||
drīmātmakaṃ samuccārya unmādabāṇamuccaret |
pādaśrīpādukāṃ dattvā pūjayāmīti pūjayet ||
449 ||
kāmabījaṃ tato dattvā mohabāṇapadaṃ tataḥ |
pādaśrīpādukāṃ dattvā pūjayāmīti pūjayet ||
450 ||
brahmātmakaṃ samuccārya sandīpanapadaṃ tataḥ |
bāṇapādapadaṃ dattvā śrīpādukāṃ tato vadet ||
451 ||
pūjayāmīti sampūjya śeṣe bāṇaṃ samuccaret |
śoṣaṇaṃ ca samālikhya bāṇapādapadaṃ tataḥ ||
452 ||
śrīpādukāṃ tato dattvā pūjayāmīti pūjayet |
lalāṭamaṇḍale paścāt trikoṇaṃ pūjayet tataḥ ||
453 ||

Devanagari:
तन्त्रान्तरे— पृष्ठवंशात् समारभ्य शिरोऽन्तं कामवाचकम् |
विन्यस्य विधिवन्मन्त्री पूजयेत् तत् तु मूर्धनि ||
४४५ ||
धर्मात्मकं समुच्चार्य कामचापपदं ततः |
पादश्रीपादुकां दत्त्वा पूजयामीति पूजयेत् ||
४४६ ||
मूर्ध्नि पादे मुखे गुह्ये हृदये च यथाक्रमात् |
पञ्चबाणैः पञ्चबाणान् यथास्थानेषु पूजयेत् ||
४४७ ||
द्रां द्रावणपदं दत्त्वा बाणपादपदं ततः |
श्रीपादुकां वदेत् पश्चात् पूजयामीति पूजयेत् ||
४४८ ||
द्रीमात्मकं समुच्चार्य उन्मादबाणमुच्चरेत् |
पादश्रीपादुकां दत्त्वा पूजयामीति पूजयेत् ||
४४९ ||
कामबीजं ततो दत्त्वा मोहबाणपदं ततः |
पादश्रीपादुकां दत्त्वा पूजयामीति पूजयेत् ||
४५० ||
ब्रह्मात्मकं समुच्चार्य सन्दीपनपदं ततः |
बाणपादपदं दत्त्वा श्रीपादुकां ततो वदेत् ||
४५१ ||
पूजयामीति सम्पूज्य शेषे बाणं समुच्चरेत् |
शोषणं च समालिख्य बाणपादपदं ततः ||
४५२ ||
श्रीपादुकां ततो दत्त्वा पूजयामीति पूजयेत् |
ललाटमण्डले पश्चात् त्रिकोणं पूजयेत् ततः ||
४५३ ||

Bedeutung und Funktion: In einem anderen Tantra: 445–447: „Von der Wirbelsäule bis zum Kopf setze der Mantraübende die Kama bezeichnende Lautform vorschriftsmäßig ein und verehre sie am Scheitel. Man spreche die Dharma entsprechende Lautform, dann Kama-Chapa, ‚Bogen Kamas‘, danach Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. Am Scheitel, Fuß, Mund, Geschlechtsteil und Herzen verehre man der Reihe nach die fünf Pfeile mit ihren fünf Lautformen an den entsprechenden Orten. 448: Man spreche dram, dann Dravana, ‚Verflüssigung‘, Bana-Pada, Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. 449: Nach der Lautform drim spreche man Unmada-Bana, ‚Pfeil der Ekstase‘, dann Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. 450: Danach spreche man Kama-Bija, Moha-Bana, ‚Pfeil der Verblendung‘, Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. 451–452: Nach der Brahman entsprechenden Lautform spreche man Sandipana, ‚Entfachung‘, Bana-Pada, Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. Für den verbleibenden Pfeil spreche man den Pfeilnamen und setze Shoshana, ‚Austrocknung‘, Bana-Pada, 453: Shri-Paduka und ‚ich verehre‘ hinzu. Danach verehre man das Dreieck auf der Stirn.“ [Die Vorlage gibt überwiegend Bausteine und Benennungen statt vollständiger Formeln. Dharma und Brahman werden hier nicht zu ungesicherten Bijas aufgelöst.]

M0421. Stirndreieck und heilige Stätten 454–462
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 229, Stirndreieck und heilige Stätten 454–462
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vāgbhavaṃ śubhapādaṃ ca śrīpādukāṃ tato vadet |
pūjayāmi tato dattvā dakṣarekhāsu pūjayet ||
454 ||
drīmātmakaṃ samuccārya bhagasarpiḥ padaṃ tataḥ |
śrīpādukāṃ tato dattvā pūjayāmīti paścime ||
455 ||
kāmabījaṃ samuccārya bhagasarpiḥpadaṃ tataḥ |
śrīpādaśrīpadaṃ dattvā pādukāṃ ca tato vadet ||
456 ||
pūjayāmīti coccārya pūjayedvāmapārśvake |
hasau~rātmakamālikhya bhagāvahapadaṃ tataḥ ||
457 ||
pādaśrīpādukāṃ dattvā pūjayenmadhyadeśataḥ |
śrīuḍḍīśapadaṃ dattvā devīmuḍḍīśvarīṃ tataḥ ||
458 ||
nāthadevapadaṃ dattvā śrīraktāmbāṃ tato vadet |
śrīcaryānāthamālikhya pādaśrīpādukāṃ tataḥ ||
459 ||
pūjayāmītyuḍḍiyāne pūjayed hṛdi suvrate |
śrīpādaṃ ca samālikhya jālandharapadaṃ tataḥ ||
460 ||
mahāpīṭhaṃ samālikhya nādahīnā ramā tataḥ |
jāleśvarīpadaṃ dattvā devījālīśamālikhet ||
461 ||
nāthadevapadaṃ dattvā śrījālāmbāpadaṃ tataḥ |
śrīṣaṣṭhīśapadaṃ dattvā nāthadevapadaṃ tataḥ ||
462 ||

Devanagari:
वाग्भवं शुभपादं च श्रीपादुकां ततो वदेत् |
पूजयामि ततो दत्त्वा दक्षरेखासु पूजयेत् ||
४५४ ||
द्रीमात्मकं समुच्चार्य भगसर्पिः पदं ततः |
श्रीपादुकां ततो दत्त्वा पूजयामीति पश्चिमे ||
४५५ ||
कामबीजं समुच्चार्य भगसर्पिःपदं ततः |
श्रीपादश्रीपदं दत्त्वा पादुकां च ततो वदेत् ||
४५६ ||
पूजयामीति चोच्चार्य पूजयेद्वामपार्श्वके |
हसौँरात्मकमालिख्य भगावहपदं ततः ||
४५७ ||
पादश्रीपादुकां दत्त्वा पूजयेन्मध्यदेशतः |
श्रीउड्डीशपदं दत्त्वा देवीमुड्डीश्वरीं ततः ||
४५८ ||
नाथदेवपदं दत्त्वा श्रीरक्ताम्बां ततो वदेत् |
श्रीचर्यानाथमालिख्य पादश्रीपादुकां ततः ||
४५९ ||
पूजयामीत्युड्डियाने पूजयेद् हृदि सुव्रते |
श्रीपादं च समालिख्य जालन्धरपदं ततः ||
४६० ||
महापीठं समालिख्य नादहीना रमा ततः |
जालेश्वरीपदं दत्त्वा देवीजालीशमालिखेत् ||
४६१ ||
नाथदेवपदं दत्त्वा श्रीजालाम्बापदं ततः |
श्रीषष्ठीशपदं दत्त्वा नाथदेवपदं ततः ||
४६२ ||

Bedeutung und Funktion: 454: „Man spreche Vagbhava, Shubha-Pada, Shri-Paduka und ‚ich verehre‘ und verehre an den rechten Linien. 455: Nach drim spreche man Bhaga-Sarpis, Shri-Paduka und ‚ich verehre‘ und verehre im Westen. 456–457: Nach Kama-Bija spreche man Bhaga-Sarpis, Shri-Pada-Shri, Paduka und ‚ich verehre‘ und verehre auf der linken Seite. Danach setze man die im Druck als hasaumra bezeichnete Lautverbindung, Bhaga-Avaha, 458: Pada-Shri-Paduka hinzu und verehre in der Mitte. [Die erste Lautverbindung in Vers 457 bleibt unsicher; sie ist keine gesicherte Rezitationsformel.] 458–460: Man spreche Shri-Uddisha, dann die Göttin Uddishvari, Natha-Deva und Shri-Raktamba, danach Shri-Charyanatha, Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. So verehre man Uddiyana im Herzen, du Gelübdetreue. 460–462: Danach setze man Shri-Pada, Jalandhara, Mahapitha, Rama ohne Nada, Jaleshvari, Devi-Jalisha, Natha-Deva, Shri-Jalamba, Shri-Shashthisha und Natha-Deva …“ [Fortsetzung in Vers 463. Die ausdrücklich wiederholten Namens- und Ehrentitelbestandteile bleiben erhalten; unklare Bezeichnungen wie Bhaga-Sarpis werden nicht umgedeutet.]

M0422. Pitha-Anrufungen und Körperzuordnung 463–468
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 230, Pitha-Anrufungen und Körperzuordnung 463–468
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pādaśrīpādukāṃ dattvā pūjayāmīti pūjayet |
anena manunā devi pūjayennābhimaṇḍale ||
463 ||
śrīpadaṃ ca tato dattvā pūrṇeśvarīṃ vadet tataḥ |
devīśrīpādaśrīpūrṇanāthadevapadaṃ tathā ||
464 ||
śrīcāmuṇḍāpadamābhāṣya devīśrīpadamālikhet |
uḍḍīśanāthamālikhya devapādapadaṃ tataḥ ||
465 ||
śrīpādukāṃ tato dattvā kāmeśvarīpadaṃ tataḥ |
devīśrīpadamābhāṣya kāmeśvarānandanātha ca ||
466 ||
śrīmahāpadamābhāṣya tuṣṭāmbāśrīpadaṃ tataḥ |
mitrīśanāthamābhāṣya pādaśrīpādukāṃ tataḥ |
pūjayāmi tato dattvā pūjayet kāmanāśane ||
467 ||
tantrāntare— śakteḥ sarvaśarīraṃ yat pīṭhaṃ pūrṇagirirmataḥ |
tasyāḥ śiraścandrabhāgo udyānaṃ parikīrtitam |
stanau jālandharaṃ proktaṃ kāmarūpaṃ bhagaṃ smṛtam ||
468 ||

Devanagari:
पादश्रीपादुकां दत्त्वा पूजयामीति पूजयेत् |
अनेन मनुना देवि पूजयेन्नाभिमण्डले ||
४६३ ||
श्रीपदं च ततो दत्त्वा पूर्णेश्वरीं वदेत् ततः |
देवीश्रीपादश्रीपूर्णनाथदेवपदं तथा ||
४६४ ||
श्रीचामुण्डापदमाभाष्य देवीश्रीपदमालिखेत् |
उड्डीशनाथमालिख्य देवपादपदं ततः ||
४६५ ||
श्रीपादुकां ततो दत्त्वा कामेश्वरीपदं ततः |
देवीश्रीपदमाभाष्य कामेश्वरानन्दनाथ च ||
४६६ ||
श्रीमहापदमाभाष्य तुष्टाम्बाश्रीपदं ततः |
मित्रीशनाथमाभाष्य पादश्रीपादुकां ततः |
पूजयामि ततो दत्त्वा पूजयेत् कामनाशने ||
४६७ ||
तन्त्रान्तरे— शक्तेः सर्वशरीरं यत् पीठं पूर्णगिरिर्मतः |
तस्याः शिरश्चन्द्रभागो उद्यानं परिकीर्तितम् |
स्तनौ जालन्धरं प्रोक्तं कामरूपं भगं स्मृतम् ||
४६८ ||

Bedeutung und Funktion: 463, Fortsetzung: „… Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. Mit diesem Mantra verehre man im Nabelbereich, o Göttin. 464–465: Danach spreche man Shri, Purneshvari, Devi-Shri-Pada-Shri-Purnanatha-Deva, Shri-Chamunda, Devi-Shri, Uddishanatha und Deva-Pada. 466–467: Danach Shri-Paduka, Kameshvari, Devi-Shri, Kameshvaranandanatha, Shri-Maha, Tushtamba-Shri, Mitrishanatha, Pada-Shri-Paduka und ‚ich verehre‘. So verehre man an der Stätte der Auflösung des Begehrens.“ [Die letztere Körper- beziehungsweise Ortsbezeichnung wird hier nicht näher erklärt.] In einem anderen Tantra: 468: „Der ganze Körper der Shakti gilt als die heilige Stätte Purnagiri. Ihr Kopf mit seinem Mondbereich heißt Udyana; ihre beiden Brüste heißen Jalandhara, die Yoni gilt als Kamarupa.“

M0423. Kshobhini und Dravini 469–476
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 230–231, Kshobhini und Dravini 469–476
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tantrāntare— guhyapīṭhasya vāme tu gurupaṅktiṃ japet sudhīḥ |
anaṅgakusumādyena hṛtsaroje yajet punaḥ ||
469 ||
vāgbhavaṃ blau~ samuccārya blīmātmakaṃ vadet tataḥ |
blā~ blī~ blū~ḥ samuccārya mantreṇānena sādhakaḥ ||
470 ||
yonimudrāṃ pradarśyātha yonau kṣobhaṃ vicintayet |
vāgbhavaṃ kāmarājaṃ ca strībījaṃ tadanantaram ||
471 ||
kṣobhiṇī nāma vidyeyaṃ stanayoḥ kṣobhamācaret |
yonimudrāṃ pradarśyātha śanaireva hi sādhakaḥ ||
472 ||
vāgbhavaṃ [aspaṣṭabījāni] ca tato vadet |
klaumātmakaṃ samuccārya hrīmātmakaṃ samuccaret ||
473 ||
kṣamātmakaṃ tato dattvā tasyāḥ kṣobhaṃ vicintayet |
drāviṇī nāma vidyeyaṃ cintayedyonimadhyataḥ ||
474 ||
tataḥ parānandamayo bhūtvā nirbharamānasaḥ |
cintayennijavidyāyā bījaṃ mūrdhni sarojake ||
475 ||
tatastasyā yonimadhye mūlamantraiśca sādhakaḥ |
puṣpāñjalitrayaṃ dattvā tataḥ kṣobhaṃ vicintayet ||
476 ||

Devanagari:
तन्त्रान्तरे— गुह्यपीठस्य वामे तु गुरुपङ्क्तिं जपेत् सुधीः |
अनङ्गकुसुमाद्येन हृत्सरोजे यजेत् पुनः ||
४६९ ||
वाग्भवं ब्लौँ समुच्चार्य ब्लीमात्मकं वदेत् ततः |
ब्लाँ ब्लीँ ब्लूँः समुच्चार्य मन्त्रेणानेन साधकः ||
४७० ||
योनिमुद्रां प्रदर्श्याथ योनौ क्षोभं विचिन्तयेत् |
वाग्भवं कामराजं च स्त्रीबीजं तदनन्तरम् ||
४७१ ||
क्षोभिणी नाम विद्येयं स्तनयोः क्षोभमाचरेत् |
योनिमुद्रां प्रदर्श्याथ शनैरेव हि साधकः ||
४७२ ||
वाग्भवं [अस्पष्टबीजानि] च ततो वदेत् |
क्लौमात्मकं समुच्चार्य ह्रीमात्मकं समुच्चरेत् ||
४७३ ||
क्षमात्मकं ततो दत्त्वा तस्याः क्षोभं विचिन्तयेत् |
द्राविणी नाम विद्येयं चिन्तयेद्योनिमध्यतः ||
४७४ ||
ततः परानन्दमयो भूत्वा निर्भरमानसः |
चिन्तयेन्निजविद्याया बीजं मूर्ध्नि सरोजके ||
४७५ ||
ततस्तस्या योनिमध्ये मूलमन्त्रैश्च साधकः |
पुष्पाञ्जलित्रयं दत्त्वा ततः क्षोभं विचिन्तयेत् ||
४७६ ||

Bedeutung und Funktion: In einem anderen Tantra: 469–471: „Links von der geheimen Stätte rezitiere der Verständige die Guru-Reihe; im Herzlotus verehre er Anangakusuma und die übrigen. Nach Vagbhava spreche man blaum, dann die Lautform blim, danach blam, blim und blum mit Visarga. Mit diesem Mantra zeige der Sadhaka die Yoni-Mudra und vergegenwärtige die Erregung in der Yoni. 471–472: Vagbhava, Kamaraja und danach Stri-Bija: Diese Vidya heißt Kshobhini. Mit ihr bewirke man Erregung an den Brüsten. Nach der Yoni-Mudra verfahre der Sadhaka langsam weiter. 473–474: Man spreche Vagbhava, anschließend mehrere Bijas [die gedruckte Silbenfolge bleibt unsicher und wird nicht als Rezitationsformel ergänzt], dann die Lautformen klaum, hrim und ksha und vergegenwärtige ihre Erregung. Diese Vidya heißt Dravini; man meditiere sie in der Mitte der Yoni. 475–476: Von höchster Glückseligkeit erfüllt und mit ganz gesammeltem Geist vergegenwärtige man das Bija der eigenen Vidya im Scheitellotus. Dann bringe der Sadhaka mit den Grundmantras dreimal eine Blumenhandvoll in ihrer Yoni-Mitte dar und vergegenwärtige die Erregung.“ [Die ausgeschriebenen Bijas in Vers 470 wurden am Druck geprüft; ihre Nasalzeichen bleiben in den Sanskritausgaben erhalten. Die unsichere Reihe in Vers 473 ist auch in der weiteren elektronischen Fassung nicht zuverlässig lesbar.]

M0424. Eigener Körper als Shiva und Kala-Nyasa 477–486
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 231, Eigener Körper als Shiva und Kala-Nyasa 477–486
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
jñānārṇave— dūtīdehakṛtān nyāsān svadehe'pi vicintayet |
vīracūḍāmaṇau— atha nyāsaṃ pravakṣyāmi śivātmānaṃ vibhāvayet ||
477 ||
śivātmānamiti śivamātmānamityarthaḥ |
tathā— pañcavaktraṃ mahādevaṃ kalāyuktaṃ nyaset kramāt |
īśānaḥ sarvavidyānāṃ śaśinī prathamā kalā ||
478 ||
īśvaraḥ sarvabhūtānāmaṅgadā tadanantaram |
brahmādhipatiśabdānte brahmaṇo'dhipatiḥ punaḥ ||
479 ||
brahmā sadāśivo me'stu marīcisampuṭaṃ nyaset |
sadāśivā~ samuccārya aṃśumālinyathāparā ||
480 ||
tatpuruṣāya vidmahe kalā śānteritīritā |
mahādevāya dhīmahi kalāvidyā tathaiva ca ||
481 ||
tanno rudrapadaṃ paścāt pratiṣṭhā kathitā kalā |
pracodayāt samuccārya nivṛttiḥ syāt tataḥ param ||
482 ||
pūrvapaścimayāmyeṣu uttareṣvapyanukramāt |
hṛdaye vinyaseddevi aghorebhyastamaḥkalām ||
483 ||
aghorebhyo mohanāṃ ca grīvāyāṃ vinyaset tataḥ |
ghorānte syāt kriyāṃ paścāddakṣiṇāṃse pravinyaset ||
484 ||
nidrāṃ ghoratarebhyo vai vāmāṃse vinyaset tataḥ |
sarvataḥ sarvamuccārya vyādhiṃ nābhau pravinyaset ||
485 ||
sarvebhyastatkalāṃ mṛtyuṃ kukṣau deśe pravinyaset |
namaste'stu kṣudhā paścāt kalāṃ pṛṣṭhe nyaset kramāt ||
486 ||

Devanagari:
ज्ञानार्णवे— दूतीदेहकृतान् न्यासान् स्वदेहेऽपि विचिन्तयेत् |
वीरचूडामणौ— अथ न्यासं प्रवक्ष्यामि शिवात्मानं विभावयेत् ||
४७७ ||
शिवात्मानमिति शिवमात्मानमित्यर्थः |
तथा— पञ्चवक्त्रं महादेवं कलायुक्तं न्यसेत् क्रमात् |
ईशानः सर्वविद्यानां शशिनी प्रथमा कला ||
४७८ ||
ईश्वरः सर्वभूतानामङ्गदा तदनन्तरम् |
ब्रह्माधिपतिशब्दान्ते ब्रह्मणोऽधिपतिः पुनः ||
४७९ ||
ब्रह्मा सदाशिवो मेऽस्तु मरीचिसम्पुटं न्यसेत् |
सदाशिवाँ समुच्चार्य अंशुमालिन्यथापरा ||
४८० ||
तत्पुरुषाय विद्महे कला शान्तेरितीरिता |
महादेवाय धीमहि कलाविद्या तथैव च ||
४८१ ||
तन्नो रुद्रपदं पश्चात् प्रतिष्ठा कथिता कला |
प्रचोदयात् समुच्चार्य निवृत्तिः स्यात् ततः परम् ||
४८२ ||
पूर्वपश्चिमयाम्येषु उत्तरेष्वप्यनुक्रमात् |
हृदये विन्यसेद्देवि अघोरेभ्यस्तमःकलाम् ||
४८३ ||
अघोरेभ्यो मोहनां च ग्रीवायां विन्यसेत् ततः |
घोरान्ते स्यात् क्रियां पश्चाद्दक्षिणांसे प्रविन्यसेत् ||
४८४ ||
निद्रां घोरतरेभ्यो वै वामांसे विन्यसेत् ततः |
सर्वतः सर्वमुच्चार्य व्याधिं नाभौ प्रविन्यसेत् ||
४८५ ||
सर्वेभ्यस्तत्कलां मृत्युं कुक्षौ देशे प्रविन्यसेत् |
नमस्तेऽस्तु क्षुधा पश्चात् कलां पृष्ठे न्यसेत् क्रमात् ||
४८६ ||

Bedeutung und Funktion: Im Jnanarnava: „Die am Körper der Duti vollzogenen Nyasas vergegenwärtige man auch im eigenen Körper.“ Im Virachudamani: 477: „Nun werde ich den Nyasa erklären; man vergegenwärtige sich selbst als Shiva.“ „Shiva-Selbst“ bedeutet: das eigene Selbst als Shiva. Ferner: 478–480: „Der Reihe nach setze man den fünfgesichtigen Mahadeva samt den Kalas ein. Zu ‚Herr aller Wissensformen‘ gehört als erste Kala Shashini; zu ‚Herr aller Wesen‘ danach Angada. Nach ‚Herrscher über Brahma‘ folgt ‚Herr über Brahman‘. Bei ‚Brahma, Sadashiva möge mir sein‘ setze man die Umschließung mit Marichi ein. Nach dem Aussprechen von Sadashiva folgt als weitere Kala Anshumalini. [Die Abgrenzung der Mantraglieder und Kalas ist in diesen Versen stellenweise verkürzt.] 481–483: Zu ‚Wir erkennen jenen Purusha‘ gehört Shanti; zu ‚wir meditieren über Mahadeva‘ Vidya; zu ‚jener Rudra möge uns‘ Pratishtha; nach ‚antreiben‘ Nivritti. Diese setze man der Reihe nach im Osten, Westen, Süden und Norden ein. 483–486: Im Herzen setze man mit aghorebhyah die Kala Tamas ein; mit aghorebhyah danach Mohana in der Kehle. [Die Wiederholung derselben Lautform steht so im Druck.] Nach ghora setze man Kriya in der rechten Schulter ein, mit ghoratarebhyah Nidra in der linken. Mit sarvatah sarvam setze man Vyadhi in den Nabel, mit sarvebhyah Mrityu in die Bauchseite und mit namaste astu anschließend Kshudha auf den Rücken.“ [Die Mantrateilstücke sind hier als überlieferte Zuordnungsangaben wiedergegeben, nicht stillschweigend nach einer anderen Fassung ergänzt.]

M0425. Fortsetzung des Shiva-Kala-Nyasa 487–498
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 232, Fortsetzung des Shiva-Kala-Nyasa 487–498
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
rudrarūpebhya ityante tṛṣāstāranamo'ntakāḥ |
vāmadevāya namo'nte virajā syād guhyadeśake ||
487 ||
muṣke savye pravinyasya rakṣāṃ jyeṣṭhāya vai namaḥ |
rudrāya namo ratiṃ paścādvāmamuṣke kalāmimām ||
488 ||
kālāya nama ityante pālinī ūrudakṣiṇe |
kalākāmāṃ ca deveśi vāme vikaraṇāya ca ||
489 ||
namaḥpadaṃ samuccārya saṃyamanī dakṣajānuni |
balakriyā samādiṣṭā vāme vikaraṇāya ca ||
490 ||
namo'nte vṛddhimuccārya dakṣiṇe sphici vinyaset |
balapramathanāya namo rātriṃ vāme pravinyaset ||
491 ||
sarvabhūtadamanāya namo'nte brāhmaṇīṃ kalām |
kaṭideśe pravinyasya namo'nte mohinīṃ kalām ||
492 ||
dakṣiṇe pārśvake nyasya unmanāya manojvarām |
pādayoḥ stananāsāsu mūrdhni bāhuyuge nyaset ||
493 ||
sadyojātodbhavāḥ samyagaṣṭau mantrī kalāḥ kramāt |
sadyojātaṃ prapadyāmi siddhiḥ syāt prathamā kalā ||
494 ||
sadyojātāya vai bhūyo namaḥ syād vṛddhirīritā |
bhave dyutistṛtīyā syādabhave tadanantaram ||
495 ||
lakṣmīścaturthī kathitā tato nābhibhavepadam |
medhākhyā pañcamī proktā kalā bhūyo bhavasva mām ||
496 ||
prajā samīritā ṣaṣṭhī bhavānte syāt prabhā kalā |
udbhavāya namaḥ paścāt svadhā syādaṣṭamī kalā ||
497 ||
praṇavādyāścaturthyantā namo'ntāśca pravinyaset |
evaṃ nyāsavidhiṃ kṛtvā svayaṃ śaivaṃ vibhāvayet ||
498 ||

Devanagari:
रुद्ररूपेभ्य इत्यन्ते तृषास्तारनमोऽन्तकाः |
वामदेवाय नमोऽन्ते विरजा स्याद् गुह्यदेशके ||
४८७ ||
मुष्के सव्ये प्रविन्यस्य रक्षां ज्येष्ठाय वै नमः |
रुद्राय नमो रतिं पश्चाद्वाममुष्के कलामिमाम् ||
४८८ ||
कालाय नम इत्यन्ते पालिनी ऊरुदक्षिणे |
कलाकामां च देवेशि वामे विकरणाय च ||
४८९ ||
नमःपदं समुच्चार्य संयमनी दक्षजानुनि |
बलक्रिया समादिष्टा वामे विकरणाय च ||
४९० ||
नमोऽन्ते वृद्धिमुच्चार्य दक्षिणे स्फिचि विन्यसेत् |
बलप्रमथनाय नमो रात्रिं वामे प्रविन्यसेत् ||
४९१ ||
सर्वभूतदमनाय नमोऽन्ते ब्राह्मणीं कलाम् |
कटिदेशे प्रविन्यस्य नमोऽन्ते मोहिनीं कलाम् ||
४९२ ||
दक्षिणे पार्श्वके न्यस्य उन्मनाय मनोज्वराम् |
पादयोः स्तननासासु मूर्ध्नि बाहुयुगे न्यसेत् ||
४९३ ||
सद्योजातोद्भवाः सम्यगष्टौ मन्त्री कलाः क्रमात् |
सद्योजातं प्रपद्यामि सिद्धिः स्यात् प्रथमा कला ||
४९४ ||
सद्योजाताय वै भूयो नमः स्याद् वृद्धिरीरिता |
भवे द्युतिस्तृतीया स्यादभवे तदनन्तरम् ||
४९५ ||
लक्ष्मीश्चतुर्थी कथिता ततो नाभिभवेपदम् |
मेधाख्या पञ्चमी प्रोक्ता कला भूयो भवस्व माम् ||
४९६ ||
प्रजा समीरिता षष्ठी भवान्ते स्यात् प्रभा कला |
उद्भवाय नमः पश्चात् स्वधा स्यादष्टमी कला ||
४९७ ||
प्रणवाद्याश्चतुर्थ्यन्ता नमोऽन्ताश्च प्रविन्यसेत् |
एवं न्यासविधिं कृत्वा स्वयं शैवं विभावयेत् ||
४९८ ||

Bedeutung und Funktion: 487: „Nach rudrarupebhya folgt Trisha; die Formeln beginnen mit Tara und enden auf namah. Nach ‚Verehrung Vamadeva‘ setze man Viraja im Genitalbereich ein. 488: Mit ‚Verehrung dem Ältesten‘ setze man Raksha im linken Hoden ein; danach mit ‚Verehrung Rudra‘ die Kala Rati ebenfalls im linken Hoden. [Der Druck nennt hier zweimal dieselbe Seite.] 489–491: Mit ‚Verehrung Kala‘ setze man Palini im rechten Oberschenkel ein, mit vikaranaya die Kala Kama im linken, o Herrin der Götter; nach namah Samyamani im rechten Knie. Bala-Kriya wird links zugeordnet, dazu vikaranaya. Nach namah spreche man Vriddhi und setze sie in der rechten Gesäßhälfte ein, mit ‚Verehrung dem Zermalmer der Kraft‘ Ratri links. [Die Abfolge einzelner Formelglieder ist im Druck verkürzt.] 492–493: Mit ‚Verehrung dem Bezwinger aller Wesen‘ setze man Brahmani in die Hüftgegend ein, mit namah Mohini in die rechte Flanke, mit unmanaya Manojvara. [Für die letzte Kala ist der Ort nicht eindeutig angegeben.] 493–497: An den beiden Füßen, den Brüsten, der Nase, dem Scheitel und beiden Armen setze der Mantraübende der Reihe nach die acht aus Sadyojata entstandenen Kalas ein: Zu ‚Ich nehme Zuflucht zu Sadyojata‘ gehört als erste Siddhi; zu ‚Verehrung Sadyojata‘ Vriddhi; zu bhave als dritte Dyuti; zu abhave als vierte Lakshmi; zum Wort nabhibhave als fünfte Medha; zu bhavasva mam als sechste Praja; zu bhava Prabha; zu ‚Verehrung dem Entstehenden‘ als achte Svadha. 498: Man setze sie mit vorangestelltem Pranava, im Dativ und mit abschließendem namah ein. Nach diesem Nyasa vergegenwärtige man sich selbst als Shiva.“

M0426. Ritualdeutung und Verehrung des eigenen Körpers 499–507
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 232–233, Ritualdeutung und Verehrung des eigenen Körpers 499–507
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pañcākṣaraṃ puraskṛtya rudradhyānaparāyaṇaḥ |
sāmarasyamayaṃ kṛtvā rakṣārthaṃ kavacaṃ paṭhet ||
499 ||
baddhvā tu kṣobhiṇīṃ mudrāṃ yantramadhye viniḥkṣipet |
bhagaṃ kuṇḍaṃ sruvo liṅgamājyaṃ caiva tu vīryakam |
sarvatattvaṃ samutsārya sahasraṃ japamācaret ||
500 ||
jñānārṇave— dhūpādikaṃ samarpyātha svaliṅge tadanantaram |
tāraṃ ca bhuvaneśāni mahātripurasundarī ||
501 ||
namaḥ śivāya vidyeyaṃ daśārṇā parikīrtitā |
anayā vidyayā devi svaliṅge pūjayecchive ||
502 ||
mahātripurasundarī trikūṭātmikā vidyā |
yajet tatpuruṣāghorasadyovāmeśasañjñakān |
nivṛttiṃ ca pratiṣṭhāṃ ca vidyāṃ śāntiṃ tathaiva ca ||
503 ||
śāntyatītāṃ ca sampūjya ṣaḍaṅgāvaraṇaṃ yajet |
samagravidyāmuccārya nandikeśaṃ prapūjayet ||
504 ||
madhye vṛṣaṇayordevi gandhapuṣpākṣatādibhiḥ |
nivedya dhūpapuṣpādi vijitendriyamānasaḥ ||
505 ||
sarvasaṃkṣobhaṇā mudrāḥ baddhvā yoniṃ pracālayet |
kṣobhiṇyā vā'tha vā devi gajatuṇḍākhyayā'tha vā ||
506 ||
uccaran bhagamālākhyāṃ drāviṇībījamuccaran |
akṣubdhaḥ san varārohe yāvadretaḥ pravartate ||
507 ||

Devanagari:
पञ्चाक्षरं पुरस्कृत्य रुद्रध्यानपरायणः |
सामरस्यमयं कृत्वा रक्षार्थं कवचं पठेत् ||
४९९ ||
बद्ध्वा तु क्षोभिणीं मुद्रां यन्त्रमध्ये विनिःक्षिपेत् |
भगं कुण्डं स्रुवो लिङ्गमाज्यं चैव तु वीर्यकम् |
सर्वतत्त्वं समुत्सार्य सहस्रं जपमाचरेत् ||
५०० ||
ज्ञानार्णवे— धूपादिकं समर्प्याथ स्वलिङ्गे तदनन्तरम् |
तारं च भुवनेशानि महात्रिपुरसुन्दरी ||
५०१ ||
नमः शिवाय विद्येयं दशार्णा परिकीर्तिता |
अनया विद्यया देवि स्वलिङ्गे पूजयेच्छिवे ||
५०२ ||
महात्रिपुरसुन्दरी त्रिकूटात्मिका विद्या |
यजेत् तत्पुरुषाघोरसद्योवामेशसञ्ज्ञकान् |
निवृत्तिं च प्रतिष्ठां च विद्यां शान्तिं तथैव च ||
५०३ ||
शान्त्यतीतां च सम्पूज्य षडङ्गावरणं यजेत् |
समग्रविद्यामुच्चार्य नन्दिकेशं प्रपूजयेत् ||
५०४ ||
मध्ये वृषणयोर्देवि गन्धपुष्पाक्षतादिभिः |
निवेद्य धूपपुष्पादि विजितेन्द्रियमानसः ||
५०५ ||
सर्वसंक्षोभणा मुद्राः बद्ध्वा योनिं प्रचालयेत् |
क्षोभिण्या वाऽथ वा देवि गजतुण्डाख्ययाऽथ वा ||
५०६ ||
उच्चरन् भगमालाख्यां द्राविणीबीजमुच्चरन् |
अक्षुब्धः सन् वरारोहे यावद्रेतः प्रवर्तते ||
५०७ ||

Bedeutung und Funktion: 499–500: „Nach Voranstellung des fünfsilbigen Mantras, ganz auf Rudra meditierend, stelle man den Zustand gleicher Wesenheit her und rezitiere zum Schutz das Kavacha. Man bilde die Kshobhini-Mudra und setze sie in die Mitte des Yantras. Die Yoni ist die Feuergrube, das männliche Glied der Opferlöffel und der Samen das Ghee. Nachdem alle Tattvas hervorgebracht beziehungsweise abgegeben sind, vollziehe man tausend Japa-Wiederholungen.“ [Das Verb zu den Tattvas bleibt hier mehrdeutig.] Im Jnanarnava: 501–502: „Nach Darbringung von Räucherwerk und weiteren Gaben am eigenen männlichen Glied spreche man Tara, o Herrin der Welten, Mahatripurasundari und ‚Verehrung Shiva‘. Diese Vidya heißt zehnsilbig. Mit ihr verehre man am eigenen Glied, o Göttin Shiva.“ Mahatripurasundari bezeichnet die dreiteilige Vidya. [Die angegebene Silbenzahl lässt sich aus den bloßen Bezeichnungen nicht sicher rekonstruieren; keine ausgefaltete Formel wird ergänzt.] 503–505: „Man verehre die als Tatpurusha, Aghora, Sadyojata, Vama und Isha bezeichneten Formen, sodann Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti und Shantyatita, danach die Umhüllung der sechs Glieder. Mit der gesamten Vidya verehre man Nandikesha zwischen den Hoden mit Duftstoffen, Blumen, ungebrochenem Reis und weiteren Gaben. Nach Räucherwerk, Blumen und anderem, mit beherrschten Sinnen und Geist, 506–507: bilde man die alles erregenden Mudras und bewege die Yoni, mit Kshobhini oder mit der Gajatunda genannten Mudra, o Göttin. Man rezitiere die Bhagamalā genannte Formel und das Dravini-Bija und bleibe selbst unerschüttert, o Schöngewachsene, bis der Samen fließt.“

M0427. Überlieferte Bhagamalini-Bildungsanweisung 508–514
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 233–234, Überlieferte Bhagamalini-Bildungsanweisung 508–514
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhagamālāmantrastu tatraiva— vāgbhagaṃ bhagaśabdānte bhage bhagini cālayet |
bhagodari bhagānte tu bhagamāle bhagāvahe ||
508 ||
bhagaguhye bhagaprānte yoniprānte bhagāntake |
nipātini ca sarvānti tato bhagavaśaṅkari ||
509 ||
bhagarūpe tato lekhyaṃ nīrajāyatalocane |
nityaklinne bhagaprānte svarūpe sarvamālikhet ||
510 ||
bhagānimehyānayānte varade'tha samālikhet |
rete surete bhaga ca klinne klinnadrave tataḥ ||
511 ||
kledaya drāvaya cātha sarvasattvān bhageśvari |
amoghe bhagavicce ca kṣubha kṣobhaya sarva ca ||
512 ||
sattvān bhageśvari brūyād vāgbhavaṃ blū~ jamādikam |
me~ blū~ mau~ blū~ ca he~ blū~ ca he~ klinne ca tataḥ param ||
513 ||
sarvāṇi ca bhagānyante me vaśaṃ cānayeti ca |
strībījaṃ ca haraprānte blai~ māyātmakamakṣaram |
bhuvaneśīṃ samālikhya vidyeyaṃ bhagamālinī ||
514 ||

Devanagari:
भगमालामन्त्रस्तु तत्रैव— वाग्भगं भगशब्दान्ते भगे भगिनि चालयेत् |
भगोदरि भगान्ते तु भगमाले भगावहे ||
५०८ ||
भगगुह्ये भगप्रान्ते योनिप्रान्ते भगान्तके |
निपातिनि च सर्वान्ति ततो भगवशङ्करि ||
५०९ ||
भगरूपे ततो लेख्यं नीरजायतलोचने |
नित्यक्लिन्ने भगप्रान्ते स्वरूपे सर्वमालिखेत् ||
५१० ||
भगानिमेह्यानयान्ते वरदेऽथ समालिखेत् |
रेते सुरेते भग च क्लिन्ने क्लिन्नद्रवे ततः ||
५११ ||
क्लेदय द्रावय चाथ सर्वसत्त्वान् भगेश्वरि |
अमोघे भगविच्चे च क्षुभ क्षोभय सर्व च ||
५१२ ||
सत्त्वान् भगेश्वरि ब्रूयाद् वाग्भवं ब्लूँ जमादिकम् |
मेँ ब्लूँ मौँ ब्लूँ च हेँ ब्लूँ च हेँ क्लिन्ने च ततः परम् ||
५१३ ||
सर्वाणि च भगान्यन्ते मे वशं चानयेति च |
स्त्रीबीजं च हरप्रान्ते ब्लैँ मायात्मकमक्षरम् |
भुवनेशीं समालिख्य विद्येयं भगमालिनी ||
५१४ ||

Bedeutung und Funktion: Der Bhagamalā-Mantra wird ebenda folgendermaßen angegeben: 508–511: „Man setze den mit vagbhaga beginnenden Ausdruck und das Wort bhaga, dann bhage, bhagini, ‚bewege‘; bhagodari, weiter bhaga, bhagamale, bhagavahe; bhagaguhye, bhaga, yoni, bhaga und nipatini, dann sarvanti und bhagavashankari; bhagarupe, ‚du mit lotusweiten Augen‘, nityaklinne, bhaga und svarupe mit sarva. Weiter die im Druck verbundene Folge bhaganimehyanaya, dann varade, rete, surete, bhaga, klinne und klinnadrave. [Mehrere Wortverbindungen dieser Bildungsanweisung sind sprachlich beschädigt; sie bleiben als Lesungsangaben kenntlich und werden nicht zu einem vermeintlich vollständigen Mantra umgebaut.] 512: ‚Befeuchte, verflüssige alle Wesen, o Herrin der Bhaga! Du Unfehlbare, Bhagavicche, errege, bringe alle in Erregung …‘ 513: Man füge ‚Wesen, o Bhagishvari‘ hinzu, dann Vagbhava, blum und die mit ja beginnende Folge, sodann mem, blum, maum, blum, hem, blum, hem und klinne. [Die Verbindung zur mit ja beginnenden Folge bleibt unklar; die gedruckten Nasalzeichen sind im Sanskrit erhalten.] 514: Am Ende: ‚Bringe alle Bhagas unter meinen Einfluss.‘ Danach Stri-Bija, nach hara blaim, die Maya-Lautform und Bhuvaneshi. Diese Vidya heißt Bhagamalini.“ Die verständlichen Anreden bezeichnen die Göttin unter anderem als Trägerin der Yoni-Girlande, als Herrin schöpferischer und sexueller Kraft und als Spenderin von Gaben. Für Bijas wird keine wörtliche Bedeutung angesetzt; die unsicher überlieferte Gesamtfolge ist keine gesicherte Rezitationsfassung.

M0428. Inneres Opfer und Abschluss der Vereinigung 515–522
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 234, Inneres Opfer und Abschluss der Vereinigung 515–522
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vīratantre— dharmādharmahavirdīpte ātmāgnau manasā srucā |
suṣumṇāvartmanā nityamakṣavṛttirjuhomyaham ||
515 ||
svāhānto'yaṃ mahāmantra ārambhe parikīrtitaḥ |
tato japet priyāṃ gacchan striyaṃ tribhuvaneśvarīm ||
516 ||
bhūtaḍāmarayakṣaḍāmarayoḥ— kṣiptvā śephaśca prajapeddhyātvā devīṃ yathoditām |
diksahasraṃ sahasraṃ vā vinā retovimokṣaṇam ||
517 ||
japtvā tu vidhivaddadyādbalimabhyarcya tāṃ striyam |
bhojayitvā namaskṛtya visṛjya prāpayed gṛham ||
518 ||
evaṃ kṛtvā ca tatsiddhistriṣu lokeṣu durlabhā |
jāyate nātra sandeho brahmaṇā bhāṣitaṃ purā |
nātaḥ parataropāyo mantrāṇāṃ sādhane triṣu ||
519 ||
kulāmṛte— svāhānto homamantro'yaṃ pratijñātā hutiḥ priye |
pūrṇāhutiṃ ratānte ca juhuyānmanunā'munā ||
520 ||
prakāśākāśahastābhyāmavalambyonmanīsrucā |
dharmādharmau kalāsnehaṃ pūrṇavahnau juhomyaham |
svāhānto'yaṃ bhavenmantro ghorapātakamuktidaḥ ||
521 ||
vīratantre— svāhānto'yaṃ mahāmantraḥ śukratyāge prakīrtitaḥ ||
522 ||

Devanagari:
वीरतन्त्रे— धर्माधर्महविर्दीप्ते आत्माग्नौ मनसा स्रुचा |
सुषुम्णावर्त्मना नित्यमक्षवृत्तिर्जुहोम्यहम् ||
५१५ ||
स्वाहान्तोऽयं महामन्त्र आरम्भे परिकीर्तितः |
ततो जपेत् प्रियां गच्छन् स्त्रियं त्रिभुवनेश्वरीम् ||
५१६ ||
भूतडामरयक्षडामरयोः— क्षिप्त्वा शेफश्च प्रजपेद्ध्यात्वा देवीं यथोदिताम् |
दिक्सहस्रं सहस्रं वा विना रेतोविमोक्षणम् ||
५१७ ||
जप्त्वा तु विधिवद्दद्याद्बलिमभ्यर्च्य तां स्त्रियम् |
भोजयित्वा नमस्कृत्य विसृज्य प्रापयेद् गृहम् ||
५१८ ||
एवं कृत्वा च तत्सिद्धिस्त्रिषु लोकेषु दुर्लभा |
जायते नात्र सन्देहो ब्रह्मणा भाषितं पुरा |
नातः परतरोपायो मन्त्राणां साधने त्रिषु ||
५१९ ||
कुलामृते— स्वाहान्तो होममन्त्रोऽयं प्रतिज्ञाता हुतिः प्रिये |
पूर्णाहुतिं रतान्ते च जुहुयान्मनुनाऽमुना ||
५२० ||
प्रकाशाकाशहस्ताभ्यामवलम्ब्योन्मनीस्रुचा |
धर्माधर्मौ कलास्नेहं पूर्णवह्नौ जुहोम्यहम् |
स्वाहान्तोऽयं भवेन्मन्त्रो घोरपातकमुक्तिदः ||
५२१ ||
वीरतन्त्रे— स्वाहान्तोऽयं महामन्त्रः शुक्रत्यागे प्रकीर्तितः ||
५२२ ||

Bedeutung und Funktion: Im Viratantra: 515: „In das Feuer des Selbst, das durch die Opfergaben von Dharma und Adharma lodert, opfere ich beständig auf dem Weg der Sushumna die Sinnestätigkeit; mein Geist ist der Opferlöffel.“ 516: „Dieser große Mantra, mit svaha als Abschluss, ist für den Beginn gelehrt. Danach rezitiere man in der Vereinigung mit der geliebten Frau als Herrin der drei Welten.“ Im Bhutadamara und Yakshadamara: 517–518: „Nach dem Einführen des männlichen Gliedes rezitiere man, über die beschriebene Göttin meditierend, zehntausend- oder tausendmal ohne Samenerguss. Nach dem Japa bringe man vorschriftsmäßig Bali dar, verehre die Frau, speise sie, verneige sich vor ihr, entlasse sie und geleite sie nach Hause. 519: So entsteht die in den drei Welten schwer erreichbare Siddhi; daran ist kein Zweifel. Brahma hat dies einst ausgesprochen. Es gibt in den drei Welten kein höheres Mittel zur Verwirklichung der Mantras.“ Im Kulamrita: 520: „Dieser auf svaha endende Homa-Mantra bezeichnet die gelobte Darbringung, Geliebte. Am Ende der Vereinigung bringe man mit folgendem Mantra die vollständige Opfergabe dar: 521: ‚Mit den Händen von Licht und Raum den Opferlöffel Unmani haltend, opfere ich Dharma und Adharma sowie das Ghee der Kalas ins vollkommene Feuer.‘ Dieser mit svaha endende Mantra befreit von schweren Verfehlungen.“ Im Viratantra: 522: „Dieser große, auf svaha endende Mantra ist für den Samenerguss gelehrt.“

M0429. Einweihung der Shakti 523–527
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 234–235, Einweihung der Shakti 523–527
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yadi ca śaktiradīkṣitā bhavati tadā prathamatastacchodhanaṃ kuryāt |
taduktaṃ kulatantre— abhiṣekāt bhavecchuddhirmantrasyoccāraṇācchrutau |
ratikāle maheśāni dīkṣākāle ca kanyakāḥ ||
523 ||
śuddhyantīti śeṣaḥ |
surayā retasā cāpi jalena manunā'munā ||
524 ||
yāmale— sudīkṣitā tu yā śaktiḥ saiva śuddhā bhavet sadā |
adīkṣitā tu yā śaktirmāyāṃ tasyai nivedayet ||
525 ||
mātaṅgītantre'pyuktam— dīkṣāmātreṇa śuddhyanti striyaḥ sarvatra karmaṇi |
kulāmṛtadīpikāyām— adīkṣitakulāsaṅgāt siddhihāniḥ prajāyate ||
526 ||
tathā— ādau bālāṃ samuccārya tripurāyai samuccaret |
namaḥśabdaṃ samuccārya imāṃ śaktiṃ tato vadet |
nādaikṣedevi loke bhavati ninditaḥ ||
527 ||

Devanagari:
यदि च शक्तिरदीक्षिता भवति तदा प्रथमतस्तच्छोधनं कुर्यात् |
तदुक्तं कुलतन्त्रे— अभिषेकात् भवेच्छुद्धिर्मन्त्रस्योच्चारणाच्छ्रुतौ |
रतिकाले महेशानि दीक्षाकाले च कन्यकाः ||
५२३ ||
शुद्ध्यन्तीति शेषः |
सुरया रेतसा चापि जलेन मनुनाऽमुना ||
५२४ ||
यामले— सुदीक्षिता तु या शक्तिः सैव शुद्धा भवेत् सदा |
अदीक्षिता तु या शक्तिर्मायां तस्यै निवेदयेत् ||
५२५ ||
मातङ्गीतन्त्रेऽप्युक्तम्— दीक्षामात्रेण शुद्ध्यन्ति स्त्रियः सर्वत्र कर्मणि |
कुलामृतदीपिकायाम्— अदीक्षितकुलासङ्गात् सिद्धिहानिः प्रजायते ||
५२६ ||
तथा— आदौ बालां समुच्चार्य त्रिपुरायै समुच्चरेत् |
नमःशब्दं समुच्चार्य इमां शक्तिं ततो वदेत् |
नादैक्षेदेवि लोके भवति निन्दितः ||
५२७ ||

Bedeutung und Funktion: Ist die Shakti nicht eingeweiht, führe man zuerst ihre Reinigung aus. Im Kulatantra heißt es: 523: „Durch Abhisheka und durch das Aussprechen des Mantras ins Ohr entsteht Reinheit; die Frauen werden zur Zeit der Vereinigung und zur Zeit der Diksha, große Herrin …“ — „gereinigt“ ist zu ergänzen — 524: „… mit berauschendem Getränk, Samen und Wasser unter diesem Mantra.“ Im Yamala: 525: „Eine gut eingeweihte Shakti ist stets rein. Ist sie nicht eingeweiht, vermittle man ihr Maya.“ Auch im Matangitantra heißt es: „Allein durch Diksha werden Frauen für sämtliche Ritualhandlungen rein.“ In der Kulamritadipika: 526: „Die Verbindung mit einem nicht eingeweihten Kula führt zum Verlust der Siddhi.“ Ferner: 527: „Zuerst spreche man Bala, dann ‚der Tripura‘ im Dativ, das Wort namah und danach ‚diese Shakti‘.“ [Der anschließende Satz ist in allen vom Herausgeber benutzten Textzeugen beschädigt. Der Druck bietet sinngemäß eine Aussage über Tadel in der Welt; die Fußnote schlägt die Lesung „der Nicht-Eingeweihte, o Göttin“ vor. Eine vollständige Einweihungsformel lässt sich daraus nicht zuverlässig herstellen.]

M0430. Mantra-Heilmittel und Darbringung des Kula-Nektars 534–540
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 236, Mantra-Heilmittel und Darbringung des Kula-Nektars 534–540
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
mantrauṣadhaṃ yathā kuloḍḍīśe— māyāgacchapadaṃ śukrastambhanakāriṇi ṭhadvayam |
anenārkoparāge ca jātīmūlaṃ samānayet ||
534 ||
etat kṛtvā sādhakendraḥ śukrastambhanamācaret ||
535 ||
brahmayāmale— tenāmṛtena divyena tripurāṃ tarpayet sadā |
sānnidhyāt tatkṣaṇādvā'pi prītā siddhiṃ prayacchati ||
536 ||
samastadevatānāṃ ca tarpaṇaṃ ca sadā'mṛtaiḥ |
gurūṇāṃ sādhakānāṃ ca sarveṣāṃ tarpaṇaṃ caret ||
537 ||
tenāmṛtena dravyeṇa sarve tuṣṭā bhavanti ca |
yatkāmaṃ kurute mantrī tatkṣaṇādeva siddhyati ||
538 ||
kulāmṛtaṃ samādāya tatrārghye niḥkṣipedbudhaḥ |
tataḥ somakalāḥ pūjyāḥ sādhakairnirmalāśayaiḥ ||
539 ||
kaule— madhubhāṇḍasahasraistu māṃsabhāraśatairapi |
naiva tuṣṭā bhaveddevī bhagaliṅgāmṛtādṛte ||
540 ||

Devanagari:
मन्त्रौषधं यथा कुलोड्डीशे— मायाऽऽगच्छपदं शुक्रस्तम्भनकारिणि ठद्वयम् |
अनेनार्कोपरागे च जातीमूलं समानयेत् ||
५३४ ||
एतत् कृत्वा साधकेन्द्रः शुक्रस्तम्भनमाचरेत् ||
५३५ ||
ब्रह्मयामले— तेनामृतेन दिव्येन त्रिपुरां तर्पयेत् सदा |
सान्निध्यात् तत्क्षणाद्वाऽपि प्रीता सिद्धिं प्रयच्छति ||
५३६ ||
समस्तदेवतानां च तर्पणं च सदाऽमृतैः |
गुरूणां साधकानां च सर्वेषां तर्पणं चरेत् ||
५३७ ||
तेनामृतेन द्रव्येण सर्वे तुष्टा भवन्ति च |
यत्कामं कुरुते मन्त्री तत्क्षणादेव सिद्ध्यति ||
५३८ ||
कुलामृतं समादाय तत्रार्घ्ये निःक्षिपेद्बुधः |
ततः सोमकलाः पूज्याः साधकैर्निर्मलाशयैः ||
५३९ ||
कौले— मधुभाण्डसहस्रैस्तु मांसभारशतैरपि |
नैव तुष्टा भवेद्देवी भगलिङ्गामृतादृते ||
५४० ||

Bedeutung und Funktion: Das Mantra-Heilmittel wird im Kuloddisha erklärt: 534–535: „Maya, das Wort ‚Komm!‘, ‚du, die den Samen zurückhält‘ und zweimal Tha: Mit dieser Formel beschaffe man während einer Sonnenfinsternis die Wurzel der Jati-Pflanze. Danach vollziehe der vorzügliche Sadhaka das Zurückhalten des Samens.“ [Die Lautbezeichnungen bleiben als solche stehen; eine vollständige Formel oder zusätzliche Anwendung der Wurzel wird nicht ergänzt.] Im Brahmayamala: 536–539: „Mit diesem göttlichen Amrita bringe man Tripura stets Tarpana dar. Durch ihre Gegenwart, auch unmittelbar in diesem Augenblick, gewährt sie erfreut Siddhi. Allen Gottheiten, Gurus und Sadhakas bringe man Tarpana mit diesem Amrita dar. Durch diesen Nektarstoff werden alle zufriedengestellt; welchen Wunsch der Mantraübende verfolgt, er erfüllt sich augenblicklich. Der Verständige nehme den Kula-Nektar auf und gebe ihn in das Arghya. Danach verehren die Sadhakas mit reinem Herzen die Kalas des Mondes.“ Im Kaula: 540: „Selbst tausend Gefäße berauschenden Getränks und hundert Lasten Fleisch stellen die Göttin ohne den Nektar von Yoni und Lingam nicht zufrieden.“

M0431. Matangi-Mantra und innere Verehrung 563–571
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 238, Matangi-Mantra und innere Verehrung 563–571
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tadāprabhṛti sañjāto dūtīyāgo manoharaḥ |
praṇayena tadā śambhustayā sārdhaṃ rato'bhavat ||
563 ||
praṇavāntargataṃ mantraṃ mātaṅgyākhyaṃ vinirgatam |
sarvasaubhāgyajananaṃ mālāmantramabhūttadā ||
564 ||
ramā cāpi padaṃ divyamanindyaṃ lokapūjanam |
mātaṅgī mantrapadarthaṃ mantrapratyādhipālakam ||
565 ||
ādyāntyajyā sā devī tasmāt khyātā tadanvajā |
mātaṅgī antyajavariṣṭhā tataḥ sā antyajā bhavat ||
566 ||
antyajānāṃ dvijānāṃ ca cakre aikyaṃ parāśraye |
sā devī sarvavarṇānāṃ varaṃ dattvā cikāyuṣā ||
567 ||
kṛtvā saṅketasamayaṃ cakre mātaṅgapūjanam |
na doṣaḥ sarvavarṇānāmiti dattvā varaṃ tadā ||
568 ||
na doṣaṃ tatra tritayaṃ sarvaṃ te pratinoditam |
devīmuddiśya mokṣārthaṃ kṛtaṃ yaddoṣavarjitam ||
569 ||
etacchāstramidaṃ divyaṃ vācyaṃ śruticoditam |
antaryāgamidaṃ jñeyaṃ bahiryāgaṃ ca vaidikam ||
570 ||
mantratantrasamāyuktaṃ tadrahasyaṃ brahmabodhakam |
cakrasaṅketasamayaṃ sarvaṃ tubhyaṃ prakāśitam ||
571 ||

Devanagari:
तदाप्रभृति सञ्जातो दूतीयागो मनोहरः |
प्रणयेन तदा शम्भुस्तया सार्धं रतोऽभवत् ||
५६३ ||
प्रणवान्तर्गतं मन्त्रं मातङ्ग्याख्यं विनिर्गतम् |
सर्वसौभाग्यजननं मालामन्त्रमभूत्तदा ||
५६४ ||
रमा चापि पदं दिव्यमनिन्द्यं लोकपूजनम् |
मातङ्गी मन्त्रपदर्थं मन्त्रप्रत्याधिपालकम् ||
५६५ ||
आद्यान्त्यज्या सा देवी तस्मात् ख्याता तदन्वजा |
मातङ्गी अन्त्यजवरिष्ठा ततः सा अन्त्यजा भवत् ||
५६६ ||
अन्त्यजानां द्विजानां च चक्रे ऐक्यं पराश्रये |
सा देवी सर्ववर्णानां वरं दत्त्वा चिकायुषा ||
५६७ ||
कृत्वा सङ्केतसमयं चक्रे मातङ्गपूजनम् |
न दोषः सर्ववर्णानामिति दत्त्वा वरं तदा ||
५६८ ||
न दोषं तत्र त्रितयं सर्वं ते प्रतिनोदितम् |
देवीमुद्दिश्य मोक्षार्थं कृतं यद्दोषवर्जितम् ||
५६९ ||
एतच्छास्त्रमिदं दिव्यं वाच्यं श्रुतिचोदितम् |
अन्तर्यागमिदं ज्ञेयं बहिर्यागं च वैदिकम् ||
५७० ||
मन्त्रतन्त्रसमायुक्तं तद्रहस्यं ब्रह्मबोधकम् |
चक्रसङ्केतसमयं सर्वं तुभ्यं प्रकाशितम् ||
५७१ ||

Bedeutung und Funktion: 563–565: „Seit damals entstand das schöne Duti-Yaga. Shambhu vereinigte sich liebevoll mit ihr. Der im Pranava enthaltene, Matangi genannte Mantra trat hervor und wurde zu einem Mala-Mantra, der alles Glück hervorbringt. Dazu gehören der göttliche, untadelige, von der Welt verehrte Rama-Ausdruck und Matangi als Mantrabegriff und Hüterin des Mantras. [Die genaue Verbindung dieser Laut- und Mantrabezeichnungen in Vers 565 ist beschädigt und nicht vollständig verständlich.] 566: Die Göttin ist die ursprüngliche Antyaja und wurde deshalb unter dem entsprechenden Namen bekannt; Matangi steht unter den Antyajas an höchster Stelle und ist daher selbst Antyaja. [Ein Teil der Namensableitung ist im Druck gestört.] 567–568: Bei der höchsten Zuflucht stiftete sie Einheit zwischen Antyajas und Zweimalgeborenen. Nachdem sie allen Ständen einen Segen erteilt hatte — [ein Wort der folgenden Verbindung bleibt unklar] —, setzte sie die vereinbarte Ritualordnung ein und begründete die Matanga-Verehrung. Damals gewährte sie den Segen: ‚Für alle Stände liegt darin kein Makel.‘ 569: Die drei Einwände sind hier ohne Geltung; all dies wurde dir erklärt. Was zur Göttin hin und um der Moksha willen vollzogen wird, ist frei von diesem Makel. 570–571: Diese göttliche Lehre gilt als von der Shruti geboten. Sie ist als inneres Opfer zu verstehen; das äußere Opfer ist vedisch. Mit Mantra und Tantra verbunden, erschließt dieses Geheimnis Brahman. Die gesamte vereinbarte Ordnung des Ritualkreises wurde dir offenbart.“ [Die Begründungen geben die Sicht des zitierten Brahmayamala wieder.]

M0432. Sankalpa und Anrufung des Ritualplatzes 605–610
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 242, Sankalpa und Anrufung des Ritualplatzes 605–610
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā— saṅkalpaṃ prathamaṃ kuryāt svastivācanapūrvakam |
sāmānyārghyaṃ vidhāyaitat tataḥ pūjāṃ samārabhet |
vastrālaṅkārabhūṣādyairbhūṣitaḥ pūrvadiṅmukhaḥ ||
605 ||
saṅkalpastu— oṃ adyetyādi amukagotraḥ śrīmadamukaśarmā'mukamantrasiddhikāmaḥ śmaśānasādhanamahaṃ kariṣye— ityevaṃrūpaḥ |
vīratantre— astrāntamūlamantreṇa prokṣaṇaṃ yāgabhūmiṣu |
gurupādayugaṃ dhyātvā gaṇeśaṃ vaṭukaṃ tathā ||
606 ||
yoginīṃ mātṛkāṃ caiva vāmapādapuraḥsaram |
ye cātra saṃsthitā devā rākṣasāśca bhayānakāḥ ||
607 ||
piśācāḥ siddhayakṣāśca gandharvāpsarasāṃ gaṇāḥ |
yoginyo mātaro bhūtāḥ sarvāśca khecarastriyaḥ ||
608 ||
siddhidāstā bhavantvatra tathā ca mama rakṣakāḥ |
praṇamya manunā'nena puṣpāñjalitrayaṃ kṣipet ||
609 ||
śmaśānādhipatiṃ paścādbhairavaṃ kālabhairavam |
mahākālaṃ yajedyatnāt pūrvādidikcatuṣṭaye ||
610 ||

Devanagari:
तथा— सङ्कल्पं प्रथमं कुर्यात् स्वस्तिवाचनपूर्वकम् |
सामान्यार्घ्यं विधायैतत् ततः पूजां समारभेत् |
वस्त्रालङ्कारभूषाद्यैर्भूषितः पूर्वदिङ्मुखः ||
६०५ ||
सङ्कल्पस्तु— ॐ अद्येत्यादि अमुकगोत्रः श्रीमदमुकशर्माऽमुकमन्त्रसिद्धिकामः श्मशानसाधनमहं करिष्ये— इत्येवंरूपः |
वीरतन्त्रे— अस्त्रान्तमूलमन्त्रेण प्रोक्षणं यागभूमिषु |
गुरुपादयुगं ध्यात्वा गणेशं वटुकं तथा ||
६०६ ||
योगिनीं मातृकां चैव वामपादपुरःसरम् |
ये चात्र संस्थिता देवा राक्षसाश्च भयानकाः ||
६०७ ||
पिशाचाः सिद्धयक्षाश्च गन्धर्वाप्सरसां गणाः |
योगिन्यो मातरो भूताः सर्वाश्च खेचरस्त्रियः ||
६०८ ||
सिद्धिदास्ता भवन्त्वत्र तथा च मम रक्षकाः |
प्रणम्य मनुनाऽनेन पुष्पाञ्जलित्रयं क्षिपेत् ||
६०९ ||
श्मशानाधिपतिं पश्चाद्भैरवं कालभैरवम् |
महाकालं यजेद्यत्नात् पूर्वादिदिक्चतुष्टये ||
६१० ||

Bedeutung und Funktion: Ferner: 605: „Zuerst fasse man den Sankalpa, dem ein Segensspruch vorausgeht. Man bereite das allgemeine Arghya und beginne die Puja, nach Osten gewandt und mit Gewand, Schmuck und Zierden versehen.“ Der Sankalpa hat etwa folgende Form: „Om, heute [es folgen die üblichen Zeitangaben], ich, der ehrwürdige [Name] Sharma aus dem Gotra [Name], werde mit dem Wunsch nach Siddhi des Mantras [Name] die Sadhana auf der Verbrennungsstätte ausführen.“ Im Viratantra: 606–607: „Man besprenge den Opferplatz mit dem Wurzelmantra, an dessen Ende der Astra-Laut steht. Man meditiere über die beiden Füße des Gurus, Ganesha, Vatuka, Yogini und Matrika, und trete mit dem linken Fuß voran. 607–609: ‚Die hier weilenden Götter, die furchterregenden Rakshasas, Pishachas, Siddhas und Yakshas, die Scharen der Gandharvas und Apsaras, Yoginis, Mütter, Geister und alle im Luftraum wandelnden Frauen mögen hier Siddhi verleihen und mich beschützen.‘ Mit diesem Mantra verneige man sich und streue dreimal eine Handvoll Blumen aus. 610: Danach verehre man sorgfältig den Herrn der Verbrennungsstätte, Bhairava, Kalabhairava und Mahakala in den vier Himmelsrichtungen, beginnend im Osten.“

M0433. Bali-Formeln der Scheiterhaufen-Sadhana 611–621
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 242–243, Bali-Formeln der Scheiterhaufen-Sadhana 611–621
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pādyādibhiśca mantrajño baliṃ paścānnivedayet |
śabdabījaṃ tataḥ paścāt śmaśānādhipatatparam ||
611 ||
imamante sāmiṣānnaṃ baliṃ gṛhṇapadaṃ tataḥ |
gṛhaṇa gṛhṇāpaya yugaṃ vighnanivāraṇaṃ tataḥ ||
612 ||
kuru siddhiṃ me samuktvā prayaccha svāhayā'nvitam |
tārādyamanunā devi prathamo balirīritaḥ ||
613 ||
māyānte bhairavāt paścādbhayānakapadaṃ tataḥ |
pūrve baliṃ samuddhṛtya dakṣiṇe balimāharet ||
614 ||
hūmante tu mahākālāt paścāt pūrvavaduddharet |
paścime kāladevāya praṇavādyena kalpayet ||
615 ||
śabdānte kālaśabdānte bhairaveti padaṃ tataḥ |
śmaśānādhipa ityevaṃ pūrvavaccāntare haret ||
616 ||
citāmadhye tato dadyādbalitrayamanuttamam |
kālarātrimahākāli kālike ghoraniḥsvane ||
617 ||
gṛhāṇemaṃ baliṃ mātardehi me siddhimuttamām |
hū~ kālikāyai svāheti baliṃ dattvā bhūtanāthāya dāpayet ||
618 ||
śabdānte bhūtanāthānte śmaśānādhipa ityapi |
praṇavādyena mantreṇa dāpayedbalimuttamam ||
619 ||
hū~ sarvagaṇanāthānte adhipatipadaṃ tathā |
śmaśāne mastake dattvā pūrvavacca samuddharet ||
620 ||
tārādyena baliṃ dattvā pañcagavyena sundari |
asthisamprokṣaṇaṃ kṛtvā pīṭhamantraṃ nyaset punaḥ |
bhūrje vā vaṭapatre vā tatra pīṭhamanuṃ nyaset ||
621 ||

Devanagari:
पाद्यादिभिश्च मन्त्रज्ञो बलिं पश्चान्निवेदयेत् |
शब्दबीजं ततः पश्चात् श्मशानाधिपतत्परम् ||
६११ ||
इममन्ते सामिषान्नं बलिं गृह्णपदं ततः |
गृहण गृह्णापय युगं विघ्ननिवारणं ततः ||
६१२ ||
कुरु सिद्धिं मे समुक्त्वा प्रयच्छ स्वाहयाऽन्वितम् |
ताराद्यमनुना देवि प्रथमो बलिरीरितः ||
६१३ ||
मायान्ते भैरवात् पश्चाद्भयानकपदं ततः |
पूर्वे बलिं समुद्धृत्य दक्षिणे बलिमाहरेत् ||
६१४ ||
हूमन्ते तु महाकालात् पश्चात् पूर्ववदुद्धरेत् |
पश्चिमे कालदेवाय प्रणवाद्येन कल्पयेत् ||
६१५ ||
शब्दान्ते कालशब्दान्ते भैरवेति पदं ततः |
श्मशानाधिप इत्येवं पूर्ववच्चान्तरे हरेत् ||
६१६ ||
चितामध्ये ततो दद्याद्बलित्रयमनुत्तमम् |
कालरात्रिमहाकालि कालिके घोरनिःस्वने ||
६१७ ||
गृहाणेमं बलिं मातर्देहि मे सिद्धिमुत्तमाम् |
हूँ कालिकायै स्वाहेति बलिं दत्त्वा भूतनाथाय दापयेत् ||
६१८ ||
शब्दान्ते भूतनाथान्ते श्मशानाधिप इत्यपि |
प्रणवाद्येन मन्त्रेण दापयेद्बलिमुत्तमम् ||
६१९ ||
हूँ सर्वगणनाथान्ते अधिपतिपदं तथा |
श्मशाने मस्तके दत्त्वा पूर्ववच्च समुद्धरेत् ||
६२० ||
ताराद्येन बलिं दत्त्वा पञ्चगव्येन सुन्दरि |
अस्थिसम्प्रोक्षणं कृत्वा पीठमन्त्रं न्यसेत् पुनः |
भूर्जे वा वटपत्रे वा तत्र पीठमनुं न्यसेत् ||
६२१ ||

Bedeutung und Funktion: 611–613: „Mit Fußwasser und den weiteren Gaben verehre der Mantrakenner sie und bringe dann Bali dar. Auf das Shabda-Bija folgt ‚Herr der Verbrennungsstätte‘, danach ‚dieses fleischhaltige Speiseopfer‘ und das Wort ‚Nimm an‘. Es folgen ‚nimm an‘ und ‚lass annehmen‘, jeweils zweimal, dann ‚Beseitige die Hindernisse; gewähre mir Siddhi‘, verbunden mit Svaha. Der Mantra beginnt mit Tara. Damit ist die erste Bali-Gabe erklärt, Göttin.“ [Die Schreibungen und Wiederholungsangaben der Annahmeverben sind nicht ganz eindeutig; es wird keine geschlossene Formel ergänzt.] 614–616: „Nach Maya stehen ‚Bhairava‘ und ‚Furchterregender‘. Nachdem die Bali-Formel für Osten gebildet ist, bringe man Bali im Süden dar. Nach Hum folgt ‚Mahakala‘, dann bilde man den Rest wie zuvor. Im Westen bereite man die Gabe für den Gott Kala mit einem durch Pranava eingeleiteten Mantra. Nach dem Shabda-Laut folgen ‚Kala‘, ‚Bhairava‘ und ‚Herr der Verbrennungsstätte‘; wie zuvor bringe man sie in der [weiteren] Richtung dar. [Die Reihenfolge der Gottheiten und Richtungen ist in dieser Passage nicht durchgehend eindeutig.] 617–618: In der Mitte des Scheiterhaufens bringe man dann drei vorzügliche Bali-Gaben dar: ‚Kalaratri, Mahakali, Kalika mit schrecklichem Klang! Nimm dieses Opfer an, Mutter; gib mir die höchste Siddhi. Hum, der Kalika, Svaha.‘ Nach dieser Gabe lasse man dem Herrn der Geister eine Gabe darbringen. 619–620: Nach Shabda folgen ‚Herr der Geister‘ und ‚Herr der Verbrennungsstätte‘. Mit einem durch Pranava eingeleiteten Mantra bringe man die vorzügliche Gabe dar. Hum, ‚Herr aller Scharen‘, dann das Wort ‚Gebieter‘: Man stelle [die Gabe] am Kopfende der Verbrennungsstätte auf und bilde [den übrigen Mantra] wie zuvor. 621: Nach der Bali-Gabe mit einem durch Tara eingeleiteten Mantra besprenge man die Knochen mit Panchagavya, Schöne, und lege den Pitha-Mantra auf. Man schreibe diesen Mantra dort auf Birkenrinde oder ein Blatt des Banyanbaumes.“

M0434. Sitzbereitung und Virardana-Mantra 622–632
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 243–244, Sitzbereitung und Virardana-Mantra 622–632
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tantrāntare— tataścitāpaścimata ekīkṛtyāsthisañcayam |
oṃ hrīṃ ādhāraśaktaye nama ityaṇunā punaḥ ||
622 ||
pañcagavyena samprokṣya bhūrje vā vaṭapatrake |
hasauriti likhenmantraṃ sthāpayet tatra tat punaḥ ||
623 ||
kambalādyāsanaṃ tatra vinyasyādhāraśaktaye |
nama ityaṇunā tatra hrīmādyāṃ ca prapūjayet ||
624 ||
vīratantre— pīṭhamāstīrya tasmin vai baddhavīrāsanastataḥ |
vīrārdane deveśi loṣṭān dikṣu viniḥkṣipet ||
625 ||
kūrcabījadvayaṃ devi māyāyugmaṃ tataḥ param |
kālike ghoradaṃṣṭre ca pracaṇḍe caṇḍanāyike ||
626 ||
dānavān dārayetyuktvā haneti dvitayaṃ tataḥ |
paravīraṃ mahāvighnaṃ chedayeti dvayaṃ tataḥ ||
627 ||
sarvāstrānto dviṭhānto'yaṃ vīrārdanamanuḥ smṛtaḥ |
anena mantritaṃ loṣṭaṃ daśadikṣu viniḥkṣipet ||
628 ||
tanmadhye bhairavo devo vighnairna paribhūyate |
yadi pramādāddeveśi sādhako bhayavihvalaḥ ||
629 ||
taistaiḥ sarvaiḥ suhṛdbhiśca rakṣito nābhibhūyate |
arkendusitavārtālatūlairnirmitavartikām ||
630 ||
pradīpaṃ tatra saṃsthāpya astraṃ tatra prapūjayet |
gate tasmin mahādīpe vighnaiśca paribhūyate ||
631 ||
tadadhaścāstramantreṇa nikhanet kuladīpikām |
tattatkalpavidhānena bhūtaśuddhyādikaṃ caret |
ṣoḍhāṃ vā tārakāṃ vā'pi vinyasya pūjayet tataḥ ||
632 ||
devatāmiti śeṣaḥ |

Devanagari:
तन्त्रान्तरे— ततश्चितापश्चिमत एकीकृत्यास्थिसञ्चयम् |
ॐ ह्रीं आधारशक्तये नम इत्यणुना पुनः ||
६२२ ||
पञ्चगव्येन सम्प्रोक्ष्य भूर्जे वा वटपत्रके |
हसौरिति लिखेन्मन्त्रं स्थापयेत् तत्र तत् पुनः ||
६२३ ||
कम्बलाद्यासनं तत्र विन्यस्याधारशक्तये |
नम इत्यणुना तत्र ह्रीमाद्यां च प्रपूजयेत् ||
६२४ ||
वीरतन्त्रे— पीठमास्तीर्य तस्मिन् वै बद्धवीरासनस्ततः |
वीरार्दने देवेशि लोष्टान् दिक्षु विनिःक्षिपेत् ||
६२५ ||
कूर्चबीजद्वयं देवि मायायुग्मं ततः परम् |
कालिके घोरदंष्ट्रे च प्रचण्डे चण्डनायिके ||
६२६ ||
दानवान् दारयेत्युक्त्वा हनेति द्वितयं ततः |
परवीरं महाविघ्नं छेदयेति द्वयं ततः ||
६२७ ||
सर्वास्त्रान्तो द्विठान्तोऽयं वीरार्दनमनुः स्मृतः |
अनेन मन्त्रितं लोष्टं दशदिक्षु विनिःक्षिपेत् ||
६२८ ||
तन्मध्ये भैरवो देवो विघ्नैर्न परिभूयते |
यदि प्रमादाद्देवेशि साधको भयविह्वलः ||
६२९ ||
तैस्तैः सर्वैः सुहृद्भिश्च रक्षितो नाभिभूयते |
अर्केन्दुसितवार्तालतूलैर्निर्मितवर्तिकाम् ||
६३० ||
प्रदीपं तत्र संस्थाप्य अस्त्रं तत्र प्रपूजयेत् |
गते तस्मिन् महादीपे विघ्नैश्च परिभूयते ||
६३१ ||
तदधश्चास्त्रमन्त्रेण निखनेत् कुलदीपिकाम् |
तत्तत्कल्पविधानेन भूतशुद्ध्यादिकं चरेत् |
षोढां वा तारकां वाऽपि विन्यस्य पूजयेत् ततः ||
६३२ ||
देवतामिति शेषः |

Bedeutung und Funktion: In einem anderen Tantra: 622–624: „Westlich vom Scheiterhaufen sammle man die Knochen an einem Ort und besprenge sie mit Panchagavya unter dem Mantra ‚Om hrim, Verehrung der tragenden Shakti‘. Auf Birkenrinde oder ein Banyanblatt schreibe man den Mantra ‚hasauḥ‘ und lege es dorthin. [Im Druck steht die Verbindung hasaur iti; kein zusätzliches Bindu wird ergänzt.] Darüber breite man einen Sitz aus einer Wolldecke oder dergleichen und verehre die tragende Shakti mit dem durch Hrim eingeleiteten Mantra ‚Verehrung der tragenden Shakti‘.“ Im Viratantra: 625–628: „Nachdem der Sitz bereitet ist, nehme man darauf die gebundene Vira-Haltung ein und werfe mit dem Virardana-Mantra Erdklumpen in die Himmelsrichtungen, Herrin der Götter. Zweimal das Kurcha-Bija, dann zweimal Maya; danach ‚Kalika, du mit schrecklichen Fangzähnen, Gewaltige, Herrin der Zornvollen! Zerreiße die Danavas!‘ Dann zweimal ‚Töte!‘ und zweimal ‚Zerschneide den feindlichen Helden, das große Hindernis!‘ Dieser Virardana-Mantra endet mit dem [so bezeichneten] Sarvastra und zweimal Tha. Mit ihm besprochene Erdklumpen werfe man in die zehn Richtungen. 629–631: In ihrer Mitte ist man der Gott Bhairava und wird von Hindernissen nicht überwältigt. Wird der Sadhaka durch Unachtsamkeit von Furcht erschüttert, Herrin der Götter, schützen ihn alle jene Freunde, sodass er nicht überwältigt wird. Man stelle dort eine Lampe auf, deren Docht aus den Faserstoffen von Arka, Indu und weißem Vartala gefertigt ist [Pflanzenbezeichnungen der Quelle], und verehre dort Astra. Erlischt diese große Lampe, wird man von Hindernissen überwältigt. 632: Darunter grabe man mit dem Astra-Mantra die Kula-Lampe ein. Entsprechend der jeweiligen Ritualvorschrift vollziehe man Bhutashuddhi und die weiteren Handlungen. Nach dem sechsfachen oder dem Taraka-Nyasa verehre man dann …“ Zu ergänzen ist: „die Gottheit“.

M0435. Japa und Überwindung der Furcht 633–640
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 244, Japa und Überwindung der Furcht 633–640
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ata eva yāmalādau— tataḥ pañcopacāreṇa purato devatāṃ yajet |
nimīlya cakṣuṣī paścāddevaṃ dhyātvā manuṃ japet ||
633 ||
ekākṣarī yadi bhaveddvikasahasraṃ tato japet |
dvyakṣare cāṣṭasāhasraṃ tryakṣare hyayutārdhakam ||
634 ||
tataḥ paraṃ tu mantrajño gajāntakasahasrakam |
niśārdhāt tu samārabhya udayāntaṃ samācaret ||
635 ||
yadyasahyaṃ bhayaṃ karṇanetre vastreṇa bandhayet |
tato'rdharātraparyantaṃ yadi kiñcinna dṛśyate ||
636 ||
jayadurgāmanunā'rghyaṃ tenaiva sarṣapān kṣipet |
oṃ tilo'si somadevatyo gosavastṛptikārakaḥ ||
637 ||
pitṝṇāṃ svargadātāstvaṃ martyānāṃ mama rakṣakaḥ |
bhūtapretapiśācānāṃ vighneṣu śāntikārakaḥ ||
638 ||
iti kṣiptvā tilāṃstatra caturbhāgaiḥ śivāditaḥ |
tataḥ saptapadaṃ gatvā punastatraiva saṃviśet ||
639 ||
evaṃ tatrāpi sampūjya prajapenmanumuttamam |
nirbhayaḥ san japet tāvadyāvat siddhiḥ prajāyate |
bhayaṃ tu svapnavajjñeyaṃ pare'hni śeṣamācaret ||
640 ||

Devanagari:
अत एव यामलादौ— ततः पञ्चोपचारेण पुरतो देवतां यजेत् |
निमील्य चक्षुषी पश्चाद्देवं ध्यात्वा मनुं जपेत् ||
६३३ ||
एकाक्षरी यदि भवेद्द्विकसहस्रं ततो जपेत् |
द्व्यक्षरे चाष्टसाहस्रं त्र्यक्षरे ह्ययुतार्धकम् ||
६३४ ||
ततः परं तु मन्त्रज्ञो गजान्तकसहस्रकम् |
निशार्धात् तु समारभ्य उदयान्तं समाचरेत् ||
६३५ ||
यद्यसह्यं भयं कर्णनेत्रे वस्त्रेण बन्धयेत् |
ततोऽर्धरात्रपर्यन्तं यदि किञ्चिन्न दृश्यते ||
६३६ ||
जयदुर्गामनुनाऽर्घ्यं तेनैव सर्षपान् क्षिपेत् |
ॐ तिलोऽसि सोमदेवत्यो गोसवस्तृप्तिकारकः ||
६३७ ||
पितॄणां स्वर्गदातास्त्वं मर्त्यानां मम रक्षकः |
भूतप्रेतपिशाचानां विघ्नेषु शान्तिकारकः ||
६३८ ||
इति क्षिप्त्वा तिलांस्तत्र चतुर्भागैः शिवादितः |
ततः सप्तपदं गत्वा पुनस्तत्रैव संविशेत् ||
६३९ ||
एवं तत्रापि सम्पूज्य प्रजपेन्मनुमुत्तमम् |
निर्भयः सन् जपेत् तावद्यावत् सिद्धिः प्रजायते |
भयं तु स्वप्नवज्ज्ञेयं परेऽह्नि शेषमाचरेत् ||
६४० ||

Bedeutung und Funktion: Daher heißt es im Yamala und anderen Texten: 633: „Dann verehre man die Gottheit vor sich mit fünf Gaben, schließe die Augen und übe Japa, während man über den Gott meditiert. 634–635: Ist der Mantra einsilbig, wiederhole man ihn zweitausendmal; bei zwei Silben achttausendmal, bei drei Silben fünftausendmal. Bei längeren Mantras wiederhole der Mantrakenner ihn gajantaka-tausendmal [die Zahlbezeichnung ist unklar]. Man beginne um Mitternacht und fahre bis zum Sonnenaufgang fort. 636–639: Wird die Furcht unerträglich, bedecke man Ohren und Augen mit einem Tuch. Wenn bis Mitternacht nichts zu sehen ist, bringe man mit dem Jayadurga-Mantra Arghya dar und streue mit demselben Mantra Senfkörner. ‚Om, du bist Sesam, Soma ist deine Gottheit; du bist gosava und spendest Sättigung. Du gibst den Ahnen den Himmel; unter den Sterblichen beschützt du mich. Bei Hindernissen durch Bhutas, Pretas und Pishachas bewirkst du Befriedung.‘ [Gosava bleibt als nicht eindeutig deutbare Bezeichnung stehen.] Mit diesen Worten streue man Sesam nach den vier Seiten, beginnend mit Shivas Richtung. Dann gehe man sieben Schritte und setze sich wieder an derselben Stelle nieder. 640: Nach erneuter vollständiger Verehrung übe man Japa des vorzüglichen Mantras. Furchtlos wiederhole man ihn, bis Siddhi entsteht. Die Furcht ist wie ein Traum zu verstehen; am folgenden Tag vollende man das Verbleibende.“ [Die Zeitangaben „ab Mitternacht“ und „bis Mitternacht“ stehen so nebeneinander in der Quelle.]

M0436. Schutzriten der Shava-Sadhana 646–655a
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 245–246, Schutzriten der Shava-Sadhana 646–655a
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vīratantre— pūrvoktamupahārādi samādāya tu sādhakaḥ |
sādhayet svahitāṃ siddhiṃ sādhanasthānamāśrayet ||
646 ||
gurudhyānādikaṃ sarvaṃ pūrvoktamāśrayet sudhīḥ |
vīrārdanāntike bhūmau māyāmoho na vidyate ||
647 ||
ye cātretyādimantreṇa bhūmau puṣpāñjalitrayam |
śmaśānādhipatīnāṃ tu pūrvavadbalimāharet ||
648 ||
aghorākhyeṇa mantreṇa balisādhanamācaret |
sudarśanena vā rakṣāmubhābhyāṃ vā prakalpayet ||
649 ||
māyāsphuradvayaṃ bhūyaḥ prasphuradvitayaṃ punaḥ |
ghoraghorataratyante tanno rūpapadaṃ tataḥ ||
650 ||
caṭayugmāntarānte ca pracaṭadvitayaṃ punaḥ |
heyugmaṃ ramayugmaṃ ca tato bandhuyugaṃ tataḥ ||
651 ||
pātaya dvitayaṃ varma phaḍantaḥ samudāhṛtaḥ |
ekapañcāśadarṇo'yamaghorāstramayo manuḥ ||
652 ||
hālāhalaṃ samuddhṛtya sahasrārasvarūpakam |
varmāstrāntaṃ mahāmantraṃ sudarśanasya kīrtitam ||
653 ||
bhūtaśuddhiṃ tataḥ kṛtvā nyāsajāṃ pravinyaset |
jayadurgākhyamantreṇa sarṣapān dikṣu niḥkṣipet ||
654 ||
oṃ durge durge rakṣāṇi svāhā— iti jayadurgākhyamantraḥ |
tilo'sīti ca mantreṇa tilānapi viniḥkṣipet |

Devanagari:
वीरतन्त्रे— पूर्वोक्तमुपहारादि समादाय तु साधकः |
साधयेत् स्वहितां सिद्धिं साधनस्थानमाश्रयेत् ||
६४६ ||
गुरुध्यानादिकं सर्वं पूर्वोक्तमाश्रयेत् सुधीः |
वीरार्दनान्तिके भूमौ मायामोहो न विद्यते ||
६४७ ||
ये चात्रेत्यादिमन्त्रेण भूमौ पुष्पाञ्जलित्रयम् |
श्मशानाधिपतीनां तु पूर्ववद्बलिमाहरेत् ||
६४८ ||
अघोराख्येण मन्त्रेण बलिसाधनमाचरेत् |
सुदर्शनेन वा रक्षामुभाभ्यां वा प्रकल्पयेत् ||
६४९ ||
मायास्फुरद्वयं भूयः प्रस्फुरद्वितयं पुनः |
घोरघोरतरत्यन्ते तन्नो रूपपदं ततः ||
६५० ||
चटयुग्मान्तरान्ते च प्रचटद्वितयं पुनः |
हेयुग्मं रमयुग्मं च ततो बन्धुयुगं ततः ||
६५१ ||
पातय द्वितयं वर्म फडन्तः समुदाहृतः |
एकपञ्चाशदर्णोऽयमघोरास्त्रमयो मनुः ||
६५२ ||
हालाहलं समुद्धृत्य सहस्रारस्वरूपकम् |
वर्मास्त्रान्तं महामन्त्रं सुदर्शनस्य कीर्तितम् ||
६५३ ||
भूतशुद्धिं ततः कृत्वा न्यासजां प्रविन्यसेत् |
जयदुर्गाख्यमन्त्रेण सर्षपान् दिक्षु निःक्षिपेत् ||
६५४ ||
ॐ दुर्गे दुर्गे रक्षाणि स्वाहा— इति जयदुर्गाख्यमन्त्रः |
तिलोऽसीति च मन्त्रेण तिलानपि विनिःक्षिपेत् |

Bedeutung und Funktion: Im Viratantra: 646–648: „Der Sadhaka nehme die zuvor genannten Opfergaben und übrigen Dinge, begebe sich an den Übungsort und verwirkliche die ihm dienliche Siddhi. Der Verständige vollziehe alles zuvor Genannte, beginnend mit der Meditation über den Guru. Im Bereich des Virardana-Ritus gibt es keine Verwirrung durch Maya. Mit dem Mantra, der mit ‚Die hier …‘ beginnt, streue er dreimal eine Handvoll Blumen auf den Boden und bringe den Herren der Verbrennungsstätte wie zuvor Bali dar. 649: Mit dem Aghora-Mantra vollziehe er die Bali-Handlung; mit dem Sudarshana-Mantra oder mit beiden richte er den Schutz ein.“ [Die Ausgabe nennt hier als abweichende Lesung: „vollziehe das Binden der Haarlocke“ anstelle der Bali-Handlung.] 650–652: „Maya, zweimal ‚sphura‘, danach zweimal ‚prasphura‘; auf ‚ghora‘ und ‚ghoratara‘ folgt die Verbindung ‚tanno rupa‘. Danach zweimal ‚chata‘ und zweimal ‚prachata‘, zweimal ‚he‘, zweimal ‚rama‘, zweimal ‚bandhu‘, zweimal ‚pataya‘, Varman und am Ende Phat. Dies ist der einundfünfzigsilbige Aghorastra-Mantra.“ [Mehrere Lautfolgen dieser Bauanweisung sind im Druck gestört; die Bezeichnungen werden nicht zu einer vermeintlich sicheren Formel vervollständigt.] 653: „Nach Herausnahme von Halahala folgt die Gestalt von Sahasrara, am Ende Varman und Astra: So wird der große Sudarshana-Mantra gelehrt. 654–655a: Danach vollziehe man Bhutashuddhi und den entsprechenden Nyasa. Mit dem Jayadurga-Mantra streue man Senfkörner in die Richtungen.“ Der Jayadurga-Mantra lautet: „Om, Durga, Durga, beschütze …, Svaha.“ [Die überlieferte Form des Schutzwortes lautet rakshani und ist grammatisch auffällig.] „Mit dem Mantra ‚Du bist Sesam‘ streue man auch Sesam aus.“

M0437. Leichnam und erste Verehrung 655b–665
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 246, Leichnam und erste Verehrung 655b–665
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yaṣṭividdhaṃ śūlaviddhaṃ khaḍgaviddhaṃ payomṛtam ||
655 ||
rajjuviddhaṃ sarpadaṣṭaṃ cāṇḍālairvā'bhibhūtakam |
taruṇaṃ sundaraṃ śūraṃ raṇe naṣṭaṃ samujjvalam ||
656 ||
palāyanaviśūnyaṃ ca sammukhe raṇavittamam |
svecchāmṛtaṃ dvivarṣaṃ ca vṛddhaṃ strīṃ ca dvijaṃ tathā ||
657 ||
annābhāvamṛtaṃ kuṣṭhaṃ saptarātrordhvagaṃ tathā |
evaṃ cāṣṭavidhaṃ tyaktvā pūrvoktānyatamaṃ śavam ||
658 ||
gṛhītvā mūlamantreṇa pūjāsthāne samānayet |
cāṇḍālādyabhibhūtaṃ vā śīghraṃ siddhiphalapradam ||
659 ||
praṇavāstramantreṇa śavasya prokṣaṇaṃ caret |
praṇavaṃ kūrcabījaṃ ca mṛtakāya namo'stu phaṭ ||
660 ||
puṣpāñjalitrayaṃ dattvā praṇamet sparśapūrvakam |
re vīraparamānanda śivānanda kuleśvara ||
661 ||
ānandabhairavākāra devīparyaṅkaśaṅkara |
vīro'haṃ tvāṃ prayacchāmi uttiṣṭha caṇḍikārcane ||
662 ||
praṇamyānena mantreṇa svāpayet tadanantaram |
tāraṃ śabdaṃ mṛtakāya namo'ntaṃ mantramucyate ||
663 ||
śavasvāpanamantro'yaṃ sarvatantreṣu deśitaḥ |
dhūpena dhūpitaṃ kṛtvā gandhādi vā pralipya ca ||
664 ||
raktākto yadi deveśa bhakṣayet kulasādhakam |
gatvā śavasya sānnidhyaṃ dhārayet kaṭideśataḥ ||
665 ||

Devanagari:
यष्टिविद्धं शूलविद्धं खड्गविद्धं पयोमृतम् ||
६५५ ||
रज्जुविद्धं सर्पदष्टं चाण्डालैर्वाऽभिभूतकम् |
तरुणं सुन्दरं शूरं रणे नष्टं समुज्ज्वलम् ||
६५६ ||
पलायनविशून्यं च सम्मुखे रणवित्तमम् |
स्वेच्छामृतं द्विवर्षं च वृद्धं स्त्रीं च द्विजं तथा ||
६५७ ||
अन्नाभावमृतं कुष्ठं सप्तरात्रोर्ध्वगं तथा |
एवं चाष्टविधं त्यक्त्वा पूर्वोक्तान्यतमं शवम् ||
६५८ ||
गृहीत्वा मूलमन्त्रेण पूजास्थाने समानयेत् |
चाण्डालाद्यभिभूतं वा शीघ्रं सिद्धिफलप्रदम् ||
६५९ ||
प्रणवास्त्रमन्त्रेण शवस्य प्रोक्षणं चरेत् |
प्रणवं कूर्चबीजं च मृतकाय नमोऽस्तु फट् ||
६६० ||
पुष्पाञ्जलित्रयं दत्त्वा प्रणमेत् स्पर्शपूर्वकम् |
रे वीरपरमानन्द शिवानन्द कुलेश्वर ||
६६१ ||
आनन्दभैरवाकार देवीपर्यङ्कशङ्कर |
वीरोऽहं त्वां प्रयच्छामि उत्तिष्ठ चण्डिकार्चने ||
६६२ ||
प्रणम्यानेन मन्त्रेण स्वापयेत् तदनन्तरम् |
तारं शब्दं मृतकाय नमोऽन्तं मन्त्रमुच्यते ||
६६३ ||
शवस्वापनमन्त्रोऽयं सर्वतन्त्रेषु देशितः |
धूपेन धूपितं कृत्वा गन्धादि वा प्रलिप्य च ||
६६४ ||
रक्ताक्तो यदि देवेश भक्षयेत् कुलसाधकम् |
गत्वा शवस्य सान्निध्यं धारयेत् कटिदेशतः ||
६६५ ||

Bedeutung und Funktion: 655b–659: „[Man wähle einen Leichnam von einem Menschen,] der durch Stock, Speer oder Schwert getötet, ertrunken, durch einen Strick umgekommen, von einer Schlange gebissen oder von Chandalas überwältigt wurde: jung, schön, tapfer, strahlend, im Kampf gefallen, ohne zu fliehen und dem Gegner zugewandt, im Kampf erfahren. Auszuschließen sind diese acht Arten: jemand, der freiwillig starb, ein zweijähriges Kind, ein alter Mensch, eine Frau, ein Zweimalgeborener, jemand, der an Nahrungsmangel starb, ein Aussätziger und jemand, dessen Tod mehr als sieben Nächte zurückliegt. Man nehme einen der zuvor genannten geeigneten Leichname und bringe ihn mit dem Wurzelmantra an den Verehrungsort. Einer, der durch Chandalas oder dergleichen überwältigt wurde, gewährt rasch die Frucht der Siddhi. 660–662: Man besprenge den Leichnam mit dem Pranava-Astra-Mantra: Pranava, Kurcha-Bija, ‚Dem Toten sei Verehrung! Phat.‘ Man bringe dreimal eine Handvoll Blumen dar, berühre ihn und verneige sich: ‚O Vira, höchste Wonne, Wonne Shivas, Herr des Kula! Du in der Gestalt Anandabhairavas, Shankara, Lager der Göttin! Ich bin ein Vira und wende mich an dich; erhebe dich zur Verehrung Chandikas!‘ [Das Verb prayacchami ist in dieser Anrede auffällig; die genaue Beziehung bleibt unsicher.] 663–665: Nach der Verneigung mit diesem Mantra lege man ihn nieder. Tara, Shabda und ‚Verehrung dem Toten‘ bilden den Mantra zum Niederlegen des Leichnams, der in allen Tantras gelehrt wird. Man beräuchere ihn und bestreiche ihn mit Duftstoffen. Ist er blutbefleckt, Herr der Götter, könnte er den Kula-Sadhaka verschlingen. Man trete an ihn heran und fasse ihn an der Hüfte.“

M0438. Bereitung des Leichnams und des Sitzes 666–679
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 247, Bereitung des Leichnams und des Sitzes 666–679
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yadyupadravayet tasya dadyānniṣṭhīvanaṃ mukhe |
punaḥ prakṣālitaṃ kṛtvā japasthānaṃ samānayet ||
666 ||
kuśaśayyāṃ paristīrya tatra saṃsthāpayecchavam |
elālavaṅgakarpūrajātīkhadirasārdrakaiḥ ||
667 ||
tāmbūlaṃ tanmukhe dattvā śavaṃ kuryādadhomukham |
sthāpayitvā tasya pṛṣṭhaṃ candanena vilepayet ||
668 ||
bāhumūlādikaṭyantaṃ caturasraṃ vibhāvayet |
madhye padmaṃ caturdvāraṃ dalāṣṭakasamanvitam ||
669 ||
tataścaiṇeyamajinaṃ kambalāntaritaṃ nyaset |
dvādaśāṅgulamānena yajñakāṣṭhāni dikṣu ca ||
670 ||
imaṃ baliṃ gṛhṇa yugmaṃ gṛhṇāpaya yugmaṃ tataḥ |
vighnanivāraṇaṃ kṛtvā siddhiṃ prayaccheti dvayam ||
671 ||
anena manunā pūrvaṃ baliṃ dadyācca sāmiṣam |
svasvanāmādikaṃ dattvā pūrvavadbalimāharet ||
672 ||
sarveṣāṃ lokapālānāṃ tataḥ sādhakasattamaḥ |
śavādhiṣṭhānadevebhyo baliṃ dadyāt surayā saha ||
673 ||
catuḥṣaṣṭiyoginībhyo ḍākinībhyo baliṃ diśet |
pūjādravyaṃ sannidhau ca dūre cottarasādhakam ||
674 ||
saṃsthāpyāsanamabhyarcya svamantrānte trapāṃ tataḥ |
phaḍityanena mantreṇa tatrāśvārohaṇaṃ viśet ||
675 ||
kuśān pādatale dattvā śavakeśān pramārjya ca |
dṛḍhaṃ nibadhya juṭikāṃ kṛtasaṅkalpasādhakaḥ ||
676 ||
śavopari samāruhya prāṇāyāmaṃ vidhāya ca |
vīrārdanena mantreṇa dikṣu loṣṭān samākṣipet ||
677 ||
tato devaṃ samabhyarcya upacāraistu vistaraiḥ |
śavāsye vidhivaddevi devatāpyāyanaṃ caret ||
678 ||
utthāya saṃmukhe sthitvā paṭhedbhaktiparāyaṇaḥ |
vaśo me bhava deveśa mamāmukapadaṃ tataḥ ||
679 ||

Devanagari:
यद्युपद्रवयेत् तस्य दद्यान्निष्ठीवनं मुखे |
पुनः प्रक्षालितं कृत्वा जपस्थानं समानयेत् ||
६६६ ||
कुशशय्यां परिस्तीर्य तत्र संस्थापयेच्छवम् |
एलालवङ्गकर्पूरजातीखदिरसार्द्रकैः ||
६६७ ||
ताम्बूलं तन्मुखे दत्त्वा शवं कुर्यादधोमुखम् |
स्थापयित्वा तस्य पृष्ठं चन्दनेन विलेपयेत् ||
६६८ ||
बाहुमूलादिकट्यन्तं चतुरस्रं विभावयेत् |
मध्ये पद्मं चतुर्द्वारं दलाष्टकसमन्वितम् ||
६६९ ||
ततश्चैणेयमजिनं कम्बलान्तरितं न्यसेत् |
द्वादशाङ्गुलमानेन यज्ञकाष्ठानि दिक्षु च ||
६७० ||
इमं बलिं गृह्ण युग्मं गृह्णापय युग्मं ततः |
विघ्ननिवारणं कृत्वा सिद्धिं प्रयच्छेति द्वयम् ||
६७१ ||
अनेन मनुना पूर्वं बलिं दद्याच्च सामिषम् |
स्वस्वनामादिकं दत्त्वा पूर्ववद्बलिमाहरेत् ||
६७२ ||
सर्वेषां लोकपालानां ततः साधकसत्तमः |
शवाधिष्ठानदेवेभ्यो बलिं दद्यात् सुरया सह ||
६७३ ||
चतुःषष्टियोगिनीभ्यो डाकिनीभ्यो बलिं दिशेत् |
पूजाद्रव्यं सन्निधौ च दूरे चोत्तरसाधकम् ||
६७४ ||
संस्थाप्यासनमभ्यर्च्य स्वमन्त्रान्ते त्रपां ततः |
फडित्यनेन मन्त्रेण तत्राश्वारोहणं विशेत् ||
६७५ ||
कुशान् पादतले दत्त्वा शवकेशान् प्रमार्ज्य च |
दृढं निबध्य जुटिकां कृतसङ्कल्पसाधकः ||
६७६ ||
शवोपरि समारुह्य प्राणायामं विधाय च |
वीरार्दनेन मन्त्रेण दिक्षु लोष्टान् समाक्षिपेत् ||
६७७ ||
ततो देवं समभ्यर्च्य उपचारैस्तु विस्तरैः |
शवास्ये विधिवद्देवि देवताप्यायनं चरेत् ||
६७८ ||
उत्थाय संमुखे स्थित्वा पठेद्भक्तिपरायणः |
वशो मे भव देवेश ममामुकपदं ततः ||
६७९ ||

Bedeutung und Funktion: 666–668: „Bereitet er Schwierigkeiten, spucke man ihm in den Mund, wasche ihn erneut und bringe ihn an den Japa-Platz. Man breite ein Lager aus Kusha-Gras aus und lege den Leichnam darauf. Man gebe ihm Betel mit Kardamom, Nelken, Kampfer, Jati, Khadira und frischem Ingwer in den Mund. Dann lege man ihn mit dem Gesicht nach unten und bestreiche seinen Rücken mit Sandelholz. 669–670: Von den Achseln bis zur Hüfte stelle man sich ein Quadrat vor, in dessen Mitte einen achtblättrigen Lotus mit vier Toren. Darüber lege man ein Antilopenfell mit einer dazwischenliegenden Wolldecke. In den Richtungen [stelle man] Opferhölzer von zwölf Fingerbreiten [auf]. 671–674: ‚Nimm dieses Opfer an, nimm es an; lass es annehmen, lass es annehmen; beseitige die Hindernisse und gewähre Siddhi, gewähre sie.‘ Mit diesem Mantra bringe man zuerst die fleischhaltige Bali-Gabe dar. Unter Einfügung der jeweiligen Namen bringe der vorzügliche Sadhaka wie zuvor allen Weltenhütern Bali dar, ferner den Gottheiten, die den Leichnam bewohnen, zusammen mit berauschendem Getränk, sowie den vierundsechzig Yoginis und den Dakinis. 674–677: Die Puja-Stoffe stelle man in die Nähe, den unterstützenden Sadhaka lasse man weiter entfernt Platz nehmen. Nach Verehrung des Sitzes füge man dem eigenen Mantra Trapa und Phat an und nehme damit wie beim Besteigen eines Pferdes Platz. Man lege Kusha unter die Füße, streiche die Haare des Leichnams zusammen und binde die Haarlocke fest. Der Sadhaka, der seinen Sankalpa gefasst hat, besteige den Leichnam, übe Pranayama und werfe mit dem Virardana-Mantra Erdklumpen in die Richtungen. 678–679: Dann verehre man die Gottheit mit reichlichen Gaben und vollziehe am Mund des Leichnams die vorgeschriebene Sättigung der Gottheit, Göttin. Man stehe auf, trete vor ihn und spreche voller Hingabe: ‚Sei mir gefügig, Herr der Götter; gewähre mir [die gewünschte …]‘“ [Die Anrufung geht im nächsten Vers weiter.]

M0439. Anrufung und Japa auf dem Leichnam 680–692
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 248, Anrufung und Japa auf dem Leichnam 680–692
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
siddhiṃ dehi mahābhāga bhūtāśrayapadāmbaraḥ |
mūlaṃ samuccaranmantrī śavapādadvayaṃ tataḥ ||
680 ||
paṭṭasūtreṇa bandhīyāt tadotthātuṃ na śakyate |
oṃ bhīrubhīma bhayābhāva bhavyalocanabhāvuka ||
681 ||
trāhi māṃ devadeveśa śavānāmadhipādhipa |
iti pādatale tasya trikoṇaṃ cakramālikhet ||
682 ||
tadotthātuṃ na śaknoti śavo'pi niścalo bhavet |
upaviśya punastasya bāhū niḥsārya pārśvayoḥ ||
683 ||
hastayoḥ kuśamāstīrya pādau tatra nidhāpayet |
oṣṭhau tu sampuṭau kṛtvā sthiracittaḥ sthirendriyaḥ ||
684 ||
sadā devīṃ hṛdi dhyātvā maunī tu japamācaret |
śmaśāne proktasaṅkhyābhirjapaṃ kuryāt kuleśvari ||
685 ||
atha vārambhakālāt tu yāvaccodayate raviḥ |
yadyardharātriparyantaṃ japte kiñcinna lakṣyate ||
686 ||
tadā pūrvavadarghyādisamayādāgatāni ca |
kṛtvopaviśya tatraiva japaṃ kuryādananyadhīḥ ||
687 ||
calāsanādbhayaṃ nāsti bhaye jāte vadet tataḥ |
yat prārthayasi deveśi dātavyaṃ kuñjarādikam ||
688 ||
dināntare pradāsyāmi svanāma kathayasva me |
ityuktvā saṃskṛtenaiva nirbhayastu punarjapet ||
689 ||
tataścenmadhuraṃ vakti vaktavyaṃ madhuraṃ tataḥ |
tadā satyaṃ ca saṃskāryaṃ naraṃ ca prārthayet tataḥ ||
690 ||
yadi satyaṃ na kuryācca varaṃ vā na prayacchati |
tadā punarjapeddhīmānekāgraṃ mānasaṃ bhajan ||
691 ||
yakṣaḍāmare— na paśyedadbhute jāte na bhāṣeta ca na spṛśet |
ekacitto japaṃ kuryādyāvat pratyakṣatāṃ vrajet ||
692 ||

Devanagari:
सिद्धिं देहि महाभाग भूताश्रयपदाम्बरः |
मूलं समुच्चरन्मन्त्री शवपादद्वयं ततः ||
६८० ||
पट्टसूत्रेण बन्धीयात् तदोत्थातुं न शक्यते |
ॐ भीरुभीम भयाभाव भव्यलोचनभावुक ||
६८१ ||
त्राहि मां देवदेवेश शवानामधिपाधिप |
इति पादतले तस्य त्रिकोणं चक्रमालिखेत् ||
६८२ ||
तदोत्थातुं न शक्नोति शवोऽपि निश्चलो भवेत् |
उपविश्य पुनस्तस्य बाहू निःसार्य पार्श्वयोः ||
६८३ ||
हस्तयोः कुशमास्तीर्य पादौ तत्र निधापयेत् |
ओष्ठौ तु सम्पुटौ कृत्वा स्थिरचित्तः स्थिरेन्द्रियः ||
६८४ ||
सदा देवीं हृदि ध्यात्वा मौनी तु जपमाचरेत् |
श्मशाने प्रोक्तसङ्ख्याभिर्जपं कुर्यात् कुलेश्वरि ||
६८५ ||
अथ वाऽऽरम्भकालात् तु यावच्चोदयते रविः |
यद्यर्धरात्रिपर्यन्तं जप्ते किञ्चिन्न लक्ष्यते ||
६८६ ||
तदा पूर्ववदर्घ्यादिसमयादागतानि च |
कृत्वोपविश्य तत्रैव जपं कुर्यादनन्यधीः ||
६८७ ||
चलासनाद्भयं नास्ति भये जाते वदेत् ततः |
यत् प्रार्थयसि देवेशि दातव्यं कुञ्जरादिकम् ||
६८८ ||
दिनान्तरे प्रदास्यामि स्वनाम कथयस्व मे |
इत्युक्त्वा संस्कृतेनैव निर्भयस्तु पुनर्जपेत् ||
६८९ ||
ततश्चेन्मधुरं वक्ति वक्तव्यं मधुरं ततः |
तदा सत्यं च संस्कार्यं नरं च प्रार्थयेत् ततः ||
६९० ||
यदि सत्यं न कुर्याच्च वरं वा न प्रयच्छति |
तदा पुनर्जपेद्धीमानेकाग्रं मानसं भजन् ||
६९१ ||
यक्षडामरे— न पश्येदद्भुते जाते न भाषेत च न स्पृशेत् |
एकचित्तो जपं कुर्याद्यावत् प्रत्यक्षतां व्रजेत् ||
६९२ ||

Bedeutung und Funktion: 680: „… Siddhi, Glücklicher, du, dessen Füße Zuflucht der Wesen sind …“ [Der abschließende Ausdruck dieser Anrufung ist gestört.] „Während er den Wurzelmantra spricht, binde der Mantraübende die beiden Füße des Leichnams mit einem Seidenband zusammen, sodass dieser nicht aufstehen kann. 681–683: ‚Om, du Furchtbarer für die Furchtsamen, Abwesenheit der Furcht, du mit glückverheißenden Augen, Wohlgesinnter! Rette mich, Herr der Götter, oberster Herr über die Toten!‘ Mit diesen Worten zeichne man unter seine Fußsohlen ein dreieckiges Chakra. Dann kann der Leichnam nicht aufstehen und bleibt unbeweglich. Man setze sich wieder und strecke seine Arme nach beiden Seiten aus. 684–687: Man lege Kusha auf seine Hände und stelle die eigenen Füße darauf. Mit geschlossenen Lippen, gefestigtem Geist und beherrschten Sinnen übe man schweigend Japa und meditiere stets im Herzen über die Göttin. Die Wiederholungszahlen seien die für die Verbrennungsstätte genannten, Herrin des Kula; oder man fahre vom Beginn bis zum Sonnenaufgang fort. Wenn man bis Mitternacht Japa geübt hat, ohne etwas wahrzunehmen, vollziehe man Arghya und die übrigen überlieferten Handlungen wie zuvor, setze sich wieder und übe Japa mit ungeteilter Aufmerksamkeit. 688–689: Wenn sich der Sitz bewegt, besteht kein Grund zur Furcht. Entsteht dennoch Furcht, spreche man: ‚Was du verlangst, Göttin — einen Elefanten oder eine andere Gabe —, werde ich an einem anderen Tag geben. Sage mir deinen Namen.‘ Nach diesen Worten auf Sanskrit übe man furchtlos weiter Japa. 690–691: Spricht [die Erscheinung] freundlich, antworte man freundlich, lasse eine verbindliche Zusage geben und bitte dann um … [Im Druck steht nara, „Mensch“; im Zusammenhang wäre ein Segen zu erwarten. Die Stelle wird nicht stillschweigend geändert.] Gibt sie keine verbindliche Zusage oder keinen Segen, übe der Verständige mit gesammeltem Geist erneut Japa.“ Im Yakshadamara: 692: „Tritt etwas Wunderbares auf, schaue man nicht hin, spreche nicht und berühre nichts. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit übe man Japa, bis [die Gottheit] unmittelbar erscheint.“

M0440. Abschlussriten und Ersatzgaben 711–719
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 250, Abschlussriten und Ersatzgaben 711–719
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
bhūtaḍāmare— vadatyāgatya ceṣṭaṃ vā dehasphūrtiṃ karoti hi |
etena jāyate vīrasiddhirdadyāt tato balim ||
711 ||
devatāṃ ca guruṃ natvā visṛjya hṛdayaṃ punaḥ |
sthāpayet toṣayedvidvān śavaṃ toye viniḥkṣipet ||
712 ||
vīratantre— satye kṛte varaṃ labdhvā santyajecca japādikam |
jātaṃ phalamiti jñātvā jūṭikāṃ mocayet tataḥ ||
713 ||
samprakṣālya ca saṃsthāpya jūṭikāṃ mocayet pade |
padacakraṃ mārjayitvā pūjādravyaṃ jale kṣipet ||
714 ||
śavaṃ jale'tha garte vā niḥkṣipya snānamācaret |
tatastu svagṛhaṃ gatvā baliṃ dattvā dināntare ||
715 ||
agrimarātrau tu yeṣāṃ devānāṃ yajamāno'ham |
te gṛhṇantu mayā dattaṃ balimimaṃ ca sāmiṣam ||
716 ||
atha yairyācitaścāśvanarakuñjaraśūkarān |
dattvā piṣṭamayāneva kartavyaṃ samupoṣaṇam ||
717 ||
tantrāntare— yavakṣodamayaṃ vā'pi śālikṣodamayaṃ ca vā |
candrahāsena vidhivat tattanmantreṇa pātayet ||
718 ||
pare'hni nityamācarya pañcagavyaṃ pibet tataḥ |
brāhmaṇān bhojayet tatra pañcaviṃśatisaṅkhyakān ||
719 ||

Devanagari:
भूतडामरे— वदत्यागत्य चेष्टं वा देहस्फूर्तिं करोति हि |
एतेन जायते वीरसिद्धिर्दद्यात् ततो बलिम् ||
७११ ||
देवतां च गुरुं नत्वा विसृज्य हृदयं पुनः |
स्थापयेत् तोषयेद्विद्वान् शवं तोये विनिःक्षिपेत् ||
७१२ ||
वीरतन्त्रे— सत्ये कृते वरं लब्ध्वा सन्त्यजेच्च जपादिकम् |
जातं फलमिति ज्ञात्वा जूटिकां मोचयेत् ततः ||
७१३ ||
सम्प्रक्षाल्य च संस्थाप्य जूटिकां मोचयेत् पदे |
पदचक्रं मार्जयित्वा पूजाद्रव्यं जले क्षिपेत् ||
७१४ ||
शवं जलेऽथ गर्ते वा निःक्षिप्य स्नानमाचरेत् |
ततस्तु स्वगृहं गत्वा बलिं दत्त्वा दिनान्तरे ||
७१५ ||
अग्रिमरात्रौ तु येषां देवानां यजमानोऽहम् |
ते गृह्णन्तु मया दत्तं बलिमिमं च सामिषम् ||
७१६ ||
अथ यैर्याचितश्चाश्वनरकुञ्जरशूकरान् |
दत्त्वा पिष्टमयानेव कर्तव्यं समुपोषणम् ||
७१७ ||
तन्त्रान्तरे— यवक्षोदमयं वाऽपि शालिक्षोदमयं च वा |
चन्द्रहासेन विधिवत् तत्तन्मन्त्रेण पातयेत् ||
७१८ ||
परेऽह्नि नित्यमाचर्य पञ्चगव्यं पिबेत् ततः |
ब्राह्मणान् भोजयेत् तत्र पञ्चविंशतिसङ्ख्यकान् ||
७१९ ||

Bedeutung und Funktion: Im Bhutadamara: 711–712: „[Die Gottheit] kommt, spricht das Erwünschte aus oder bewirkt eine Regung im Körper. Dadurch entsteht Vira-Siddhi. Dann bringe man Bali dar. Man verneige sich vor Gottheit und Guru, entlasse [die Gottheit] und stelle sie wieder im Herzen auf. Der Wissende stelle sie zufrieden und übergebe den Leichnam dem Wasser.“ Im Viratantra: 713–715: „Ist die verbindliche Zusage gegeben und der Segen empfangen, beende man Japa und die übrigen Handlungen. Im Wissen, dass die Frucht erreicht ist, löse man die Haarlocke, wasche [den Leichnam] und lege ihn hin. Man löse die Bindung an den Füßen [der Druck wiederholt hier das Wort für Haarlocke], wische das Chakra an den Fußsohlen ab und gebe die Puja-Stoffe ins Wasser. Man lege den Leichnam ins Wasser oder in eine Grube und bade. Danach kehre man nach Hause zurück und bringe an einem anderen Tag Bali dar: 716: ‚Die Götter, deren Opfernder ich in der vorangegangenen Nacht war, mögen diese von mir dargebrachte fleischhaltige Bali-Gabe annehmen.‘ 717: Wurden Pferde, Menschen, Elefanten oder Schweine verlangt, gebe man ausschließlich aus Teig gefertigte Nachbildungen und halte ein Fasten ein.“ In einem anderen Tantra: 718–719: „Eine aus Gerstenmehl oder Reismehl gefertigte Gestalt bringe man mit dem Schwert Chandrahāsa unter dem jeweiligen Mantra ordnungsgemäß zu Fall. Am folgenden Tag vollziehe man die täglichen Handlungen und trinke Panchagavya. Dann speise man fünfundzwanzig Brahmanen.“

M0441. Nachriten und Bedingungen 720–731
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 251, Nachriten und Bedingungen 720–731
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
pañca pañca gṛhītān vā kramāccaiva daśāvadhi |
tataḥ snātvā ca bhuktvā ca nivaseduttamasthale ||
720 ||
yadi na syādviprabhojyaṃ tadā nirdhanatāṃ vrajet |
tena cennirdhanatvaṃ syāt tadā devaḥ prakupyati ||
721 ||
trirātraṃ vā'tha ṣaḍrātraṃ gopayet kulasādhanam |
śayyāyāṃ yadi gacchedvā tadā vyādhī prajāyate ||
722 ||
gītaṃ śrutvā ca badhiro niścakṣurnṛtyadarśanāt |
yadi vakti dine vākyaṃ tadā sa mūkatāṃ vrajet ||
723 ||
pañcadaśadināntā hi dehe devasya saṃsthitiḥ |
gobrāhmaṇānāṃ devānāṃ nindāṃ kuryānna kutracit ||
724 ||
devagobrāhmaṇādīṃśca pratyahaṃ tu spṛśecchuciḥ |
prātarnityakriyānte tu bilvapatrodakaṃ pibet ||
725 ||
tataḥ snāyāt tu tīrthādau prāpte ṣoḍaśavāsare |
svāhāntaṃ mūlamuccārya tarpayāmi namaḥpadam ||
726 ||
evaṃ padatrayādūrdhvaṃ devānāṃ tarpaṇaṃ jalaiḥ |
munitarpaṇaśūnyasya na syāddevasya tarpaṇam ||
727 ||
ityanena vidhānena siddhimāpnoti niścitam |
iha bhuktvā varān divyānante yāti hareḥ padam ||
728 ||
anaṅgaṃ sāṅgamapi vā niṣphalaṃ saphalaṃ ca vā |
kṛtvā sādhanamevaitacchakteḥ priyatamo bhavet ||
729 ||
śavābhāve śmaśāne vā kartavyā vīrasādhanā |
ye bhāvā yasya vai proktāstairbhāvairyadi nārcayet ||
730 ||
īdṛśakramayogena bhraṣṭo bhavati sādhakaḥ |
nopadiśet tatra bhāvaṃ na pūjāṃ tatra sandiśet |
śmaśānāntaṃ gṛhītvā tu tāvacchuddhiḥ prajāyate ||
731 ||

Devanagari:
पञ्च पञ्च गृहीतान् वा क्रमाच्चैव दशावधि |
ततः स्नात्वा च भुक्त्वा च निवसेदुत्तमस्थले ||
७२० ||
यदि न स्याद्विप्रभोज्यं तदा निर्धनतां व्रजेत् |
तेन चेन्निर्धनत्वं स्यात् तदा देवः प्रकुप्यति ||
७२१ ||
त्रिरात्रं वाऽथ षड्रात्रं गोपयेत् कुलसाधनम् |
शय्यायां यदि गच्छेद्वा तदा व्याधी प्रजायते ||
७२२ ||
गीतं श्रुत्वा च बधिरो निश्चक्षुर्नृत्यदर्शनात् |
यदि वक्ति दिने वाक्यं तदा स मूकतां व्रजेत् ||
७२३ ||
पञ्चदशदिनान्ता हि देहे देवस्य संस्थितिः |
गोब्राह्मणानां देवानां निन्दां कुर्यान्न कुत्रचित् ||
७२४ ||
देवगोब्राह्मणादींश्च प्रत्यहं तु स्पृशेच्छुचिः |
प्रातर्नित्यक्रियान्ते तु बिल्वपत्रोदकं पिबेत् ||
७२५ ||
ततः स्नायात् तु तीर्थादौ प्राप्ते षोडशवासरे |
स्वाहान्तं मूलमुच्चार्य तर्पयामि नमःपदम् ||
७२६ ||
एवं पदत्रयादूर्ध्वं देवानां तर्पणं जलैः |
मुनितर्पणशून्यस्य न स्याद्देवस्य तर्पणम् ||
७२७ ||
इत्यनेन विधानेन सिद्धिमाप्नोति निश्चितम् |
इह भुक्त्वा वरान् दिव्यानन्ते याति हरेः पदम् ||
७२८ ||
अनङ्गं साङ्गमपि वा निष्फलं सफलं च वा |
कृत्वा साधनमेवैतच्छक्तेः प्रियतमो भवेत् ||
७२९ ||
शवाभावे श्मशाने वा कर्तव्या वीरसाधना |
ये भावा यस्य वै प्रोक्तास्तैर्भावैर्यदि नार्चयेत् ||
७३० ||
ईदृशक्रमयोगेन भ्रष्टो भवति साधकः |
नोपदिशेत् तत्र भावं न पूजां तत्र सन्दिशेत् |
श्मशानान्तं गृहीत्वा तु तावच्छुद्धिः प्रजायते ||
७३१ ||

Bedeutung und Funktion: 720: „Oder man lade sie in Gruppen zu je fünf ein, nacheinander bis zu zehn [die Zählweise dieser Alternative bleibt unklar]. Danach bade und esse man und halte sich an einem guten Ort auf. 721–723: Unterbleibt die Brahmanenspeisung, fällt man in Armut; sollte dies nicht geschehen, erzürnt die Gottheit. Drei oder sechs Nächte halte man die Kula-Sadhana geheim. Sucht man das Lager auf, entsteht Krankheit. Vom Hören von Gesang wird man taub, vom Ansehen eines Tanzes blind; spricht man am Tag, wird man stumm. 724–725: Die Gottheit verweilt bis zum Ende von fünfzehn Tagen im Körper. Niemals schmähe man Kühe, Brahmanen und Götter. In Reinheit berühre man täglich Götter[bilder], Kühe, Brahmanen und die übrigen Genannten. Morgens trinke man nach den täglichen Verrichtungen Wasser mit Bilva-Blättern. 726–728: Am sechzehnten Tag bade man an einem Tirtha oder einem entsprechenden Ort. Man spreche den mit Svaha endenden Wurzelmantra sowie ‚Ich sättige‘ und ‚Verehrung‘; nach diesen drei Wortgruppen bringe man den Gottheiten Tarpana mit Wasser dar. Ohne Tarpana für die Weisen gibt es kein gültiges Tarpana für die Gottheit. Durch dieses Verfahren erreicht man gewiss Siddhi. Nachdem man hier göttliche Gaben genossen hat, gelangt man am Ende zu Haris Stätte. 729: Ob ohne oder mit sämtlichen Gliedern ausgeführt, ob ohne Erfolg oder erfolgreich — allein durch diese Sadhana wird man Shakti besonders lieb. 730–731: Fehlt ein Leichnam, vollziehe man Vira-Sadhana auf der Verbrennungsstätte. Verehrt man nicht mit den jeweils vorgeschriebenen inneren Einstellungen, fällt der Sadhaka durch ein solches Vorgehen vom Weg ab. Man soll dann weder die betreffende Haltung noch die Puja unterweisen. Indem man [das Verfahren] bis zur Verbrennungsstätte aufnimmt, entsteht entsprechende Reinigung.“ [Die Schlussverbindung von Vers 731 ist nicht sicher verständlich.]

M0442. Weitere Bali-Mantras 740–751
Fundstelle: Siebter Taraṅga, Band II, S. 252–253, Weitere Bali-Mantras 740–751
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
krodhīśavahnimārūḍhaṃ tūryasvarasamanvitam |
varmabījaṃ samuccārya śmaśānakāliketi ca ||
740 ||
pūrvabījaṃ samālikhya astrānto mantra ucyate |
māyābījaṃ samuccārya śmaśānabhairavāya ca ||
741 ||
mahākālāya devāya sarvavighnaharo bhava |
baliṃ gṛhṇa dvidhā kuryāt trayodaśaṃ sabindukam ||
742 ||
śmaśānavāsino rudrā asthimāṃsabalipriyāḥ |
vighnaṃ nivāraya samyag baliṃ gṛhṇa dvidhā punaḥ ||
743 ||
vighnaṃ nivāraya yugmaṃ varaṃ caiva prayaccha me |
dviṭhānto mantra ityukto baliruktavidhānataḥ ||
744 ||
māyā lajjā tathā lakṣmīrnandinīśatrayaṃ likhet |
nārāyaṇastathā sūkṣmaparaṃ tu madhusūdanaḥ ||
745 ||
yoginībhyaḥ paraṃ paścāt śmaśānavāsinīti ca |
pracaṇḍā caṇḍarūpāyai kartṛkharparadhāriṇī ||
746 ||
baliṃ gṛhṇāpaya yugmaṃ sarvavighnaṃ nivāraya |
varaṃ dehi padaṃ brūyāddviṭhānto yoginībaliḥ ||
747 ||
raudraṃ vahnisamārūḍhaṃ caturdaśasvarānvitam |
bindunādakalākrāntaṃ kṣetrapālaṃ ca ṅe'ntam ||
748 ||
śmaśānavāsine brūyācchoṇitāsthipriyāya ca |
dviṭhāntaṃ mantramuccārya kṣetrapālabaliṃ haret ||
749 ||
vārāhībījamuddhṛtya bījaṃ pañcāntakaṃ punaḥ |
vakratuṇḍāyeti padaṃ varma caiva samuddharet ||
750 ||
baliṃ gṛhṇapadaṃ brūyādvighnaṃ nivārayeti ca |
siddhiṃ prayaccha me caiva astrānto manuruttamaḥ ||
751 ||

Devanagari:
क्रोधीशवह्निमारूढं तूर्यस्वरसमन्वितम् |
वर्मबीजं समुच्चार्य श्मशानकालिकेति च ||
७४० ||
पूर्वबीजं समालिख्य अस्त्रान्तो मन्त्र उच्यते |
मायाबीजं समुच्चार्य श्मशानभैरवाय च ||
७४१ ||
महाकालाय देवाय सर्वविघ्नहरो भव |
बलिं गृह्ण द्विधा कुर्यात् त्रयोदशं सबिन्दुकम् ||
७४२ ||
श्मशानवासिनो रुद्रा अस्थिमांसबलिप्रियाः |
विघ्नं निवारय सम्यग् बलिं गृह्ण द्विधा पुनः ||
७४३ ||
विघ्नं निवारय युग्मं वरं चैव प्रयच्छ मे |
द्विठान्तो मन्त्र इत्युक्तो बलिरुक्तविधानतः ||
७४४ ||
माया लज्जा तथा लक्ष्मीर्नन्दिनीशत्रयं लिखेत् |
नारायणस्तथा सूक्ष्मपरं तु मधुसूदनः ||
७४५ ||
योगिनीभ्यः परं पश्चात् श्मशानवासिनीति च |
प्रचण्डा चण्डरूपायै कर्तृखर्परधारिणी ||
७४६ ||
बलिं गृह्णापय युग्मं सर्वविघ्नं निवारय |
वरं देहि पदं ब्रूयाद्द्विठान्तो योगिनीबलिः ||
७४७ ||
रौद्रं वह्निसमारूढं चतुर्दशस्वरान्वितम् |
बिन्दुनादकलाक्रान्तं क्षेत्रपालं च ङेऽन्तम् ||
७४८ ||
श्मशानवासिने ब्रूयाच्छोणितास्थिप्रियाय च |
द्विठान्तं मन्त्रमुच्चार्य क्षेत्रपालबलिं हरेत् ||
७४९ ||
वाराहीबीजमुद्धृत्य बीजं पञ्चान्तकं पुनः |
वक्रतुण्डायेति पदं वर्म चैव समुद्धरेत् ||
७५० ||
बलिं गृह्णपदं ब्रूयाद्विघ्नं निवारयेति च |
सिद्धिं प्रयच्छ मे चैव अस्त्रान्तो मनुरुत्तमः ||
७५१ ||

Bedeutung und Funktion: 740–741: „Krodhisha, auf Vahni gesetzt und mit dem vierten Vokal verbunden; dann das Varman-Bija und ‚Shmashanakalika‘. Man füge das vorherige Bija hinzu; der Mantra endet mit Astra. 741–744: Man spreche das Maya-Bija und ‚Dem Shmashanabhairava, dem Gott Mahakala: Sei der Beseitiger aller Hindernisse! Nimm das Opfer an!‘, den Annahmeausdruck zweimal. Dann der dreizehnte [Laut] mit Bindu: ‚Ihr auf der Verbrennungsstätte wohnenden Rudras, denen Knochen- und Fleischopfer lieb sind! Beseitige das Hindernis vollständig; nimm das Opfer an!‘ Wieder zweimal der Annahmeausdruck, zweimal ‚Beseitige das Hindernis‘ und ‚Gewähre mir einen Segen‘. Der Mantra endet mit zweimal Tha; die Bali-Gabe erfolgt nach dem erklärten Verfahren. 745–747: Man schreibe Maya, Lajja, Lakshmi und dreimal Nandininatha, ferner Narayana, Sukshma und danach Madhusudana. Es folgen ‚Den Yoginis‘, ‚Bewohnerin der Verbrennungsstätte‘, ‚Gewaltige, von zornvoller Gestalt, Messer und Schädelschale tragende‘, zweimal ‚Lass das Opfer annehmen‘, ‚Beseitige alle Hindernisse‘ und ‚Gib einen Segen‘. Der Mantra für die Yogini-Bali-Gabe endet mit zweimal Tha. 748–749: Raudra, auf Vahni gesetzt, mit dem vierzehnten Vokal verbunden, von Bindu, Nada und Kala überlagert; dann ‚Kshetrapala‘ im Dativ, ‚dem Bewohner der Verbrennungsstätte, dem Blut und Knochen lieb sind‘. Man spreche den mit zweimal Tha endenden Mantra und bringe Kshetrapala Bali dar. 750–751: Man bilde das Varahi-Bija, danach das Panchantaka-Bija, füge ‚Dem Vakratunda‘ und Varman hinzu, dann ‚Nimm das Opfer an; beseitige das Hindernis; gewähre mir Siddhi‘. Dieser vorzügliche Mantra endet mit Astra.“ [Die Lautbezeichnungen werden in der vorliegenden Bauanweisung nicht ausgeschrieben. Kasus- und Numeruswechsel der Anrufungen bleiben erhalten.]

M0443. Beginn des achten Taranga und Vighnaraja-Mantra 1–7
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 255, Beginn des achten Taranga und Vighnaraja-Mantra 1–7
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
athāṣṭamataraṅgaḥ |
atha gaṇeśādimantrāstatpuraścaraṇaviśeṣāśca |
tatrādau vighnarājamantra ukto merutantre— asiddho guruṇā datto mantraḥ syādbahuvighnadaḥ |
tatrādau sādhayedvighnarājamantraṃ tataḥ punaḥ ||
1 ||
niṣpāpasya puraścaryābalāt siddhyenmanūttamaḥ |
tatrāmnāyavibhedena sarvatantreṣu gopitam ||
2 ||
ekabījātmakaṃ vakṣye vighnamantraṃ susiddhidam |
tatrādau vaidikānāṃ tu gakāraḥ kevalo mataḥ ||
3 ||
dakṣiṇānāṃ binduyukto dvibinduḥ pūrvamārgiṇām |
etaddvayayutaḥ paścādūrdhvāmnāye ca gaumiti ||
4 ||
glaumuttare gomiti ca pātālāmnāyamīritam |
gaṇapo'sya muniśchando nivṛdvighno'sya devatā ||
5 ||
gaṇaṃ japāyaṃ svāhā hṛtkamekadaṃṣṭrāya hu~phaṭ |
acalakarṇini namaḥ śikhā proktā'tha varma tu ||
6 ||
gajavaktrāya ca namo netramastramudīryate |
mahādaśamacaṇḍāya hu~ phaḍetacca vaidikaiḥ |
ṣaḍdīrghayuktabījena tāntriko nyāsamācaret ||
7 ||

Devanagari:
अथाष्टमतरङ्गः |
अथ गणेशादिमन्त्रास्तत्पुरश्चरणविशेषाश्च |
तत्रादौ विघ्नराजमन्त्र उक्तो मेरुतन्त्रे— असिद्धो गुरुणा दत्तो मन्त्रः स्याद्बहुविघ्नदः |
तत्रादौ साधयेद्विघ्नराजमन्त्रं ततः पुनः ||
१ ||
निष्पापस्य पुरश्चर्याबलात् सिद्ध्येन्मनूत्तमः |
तत्राम्नायविभेदेन सर्वतन्त्रेषु गोपितम् ||
२ ||
एकबीजात्मकं वक्ष्ये विघ्नमन्त्रं सुसिद्धिदम् |
तत्रादौ वैदिकानां तु गकारः केवलो मतः ||
३ ||
दक्षिणानां बिन्दुयुक्तो द्विबिन्दुः पूर्वमार्गिणाम् |
एतद्द्वययुतः पश्चादूर्ध्वाम्नाये च गौमिति ||
४ ||
ग्लौमुत्तरे गोमिति च पातालाम्नायमीरितम् |
गणपोऽस्य मुनिश्छन्दो निवृद्विघ्नोऽस्य देवता ||
५ ||
गणं जपायं स्वाहा हृत्कमेकदंष्ट्राय हुँफट् |
अचलकर्णिनि नमः शिखा प्रोक्ताऽथ वर्म तु ||
६ ||
गजवक्त्राय च नमो नेत्रमस्त्रमुदीर्यते |
महादशमचण्डाय हुँ फडेतच्च वैदिकैः |
षड्दीर्घयुक्तबीजेन तान्त्रिको न्यासमाचरेत् ||
७ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der achte Taranga. Jetzt werden die Mantras Ganeshas und anderer Gottheiten sowie ihre besonderen Purashcharanas behandelt. Zuerst steht im Merutantra der Vighnaraja-Mantra: 1–3: „Ein vom Guru gegebener, noch nicht verwirklichter Mantra kann viele Hindernisse bereiten. Zuerst bringe man deshalb den Mantra Vighnarajas zur Wirksamkeit. Danach wird der vorzügliche Mantra durch die Kraft des Purashcharana beim von Schuld Befreiten wirksam. Ich erkläre den aus einem einzigen Bija bestehenden Vighna-Mantra, der gute Siddhi gewährt und je nach Amnaya unterschieden in allen Tantras geheim gehalten wird. Für die Anhänger des Veda gilt zunächst der bloße Laut Ga. 4–5: Für den südlichen Weg ist er mit Bindu verbunden, für den östlichen mit Dvibindu; danach mit beiden [die Richtungszuordnung dieser Verbindung bleibt verkürzt]. Im oberen Amnaya steht gau, im nördlichen glau, im unterirdischen go. [Die Druckformen sind gaum iti, glaum uttare und gom iti. Die m-Verbindung wird nicht ungeprüft als Nasalzeichen des Bija behandelt.] Sein Seher ist Ganapa, sein Versmaß Nivrit, seine Gottheit Vighna. 6–7: ‚ganam japayam svaha‘ gehört zum Herzen; ‚Dem Einzähnigen, hum phat‘ [folgt als nächstes Glied]; ‚Der Unbeweglich-Ohrigen Verehrung‘ heißt die Shikha-Formel. Dann die Rüstung; ‚Dem Elefantengesichtigen Verehrung‘, das Auge und Astra werden genannt; ‚Dem Mahadashamachanda, hum phat‘. So [verfahren] die vedischen Anhänger. Der tantrische Übende vollziehe Nyasa mit dem Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen.“ [Die Gliederzuordnung sowie mehrere Formeln in Vers 6–7 sind im Druck gestört; sie bilden hier keine gesicherte vollständige Rezitationsfolge.]

M0444. Lakshmi-Ganesha-Mantra und Purashcharana 15–22
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 256–257, Lakshmi-Ganesha-Mantra und Purashcharana 15–22
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha lakṣmīgaṇeśamantrastatraiva— vakṣye'tha dakṣiṇāmnāye lakṣmīgaṇapatiṃ surāḥ |
gajalakṣmīsamāyuktamayaṃ yogo'tidurlabhaḥ ||
15 ||
śrīga~ saumyāya voccārya mahāgaṇapatiṃ tathā |
ṅe'ntamuktvā varavaradoktvā sarvajanaṃ vadet ||
16 ||
me vaśamānaya svāhetyekonatriṃśadakṣaraḥ |
antaryāmī muniśchando gāyatrī nivṛdanvitā ||
17 ||
devo lakṣmīgaṇeśo'trāthādyabījadvayena tu |
ṣaḍdīrghayuktenāṅgāni jātiyuktāni kārayet ||
18 ||
atha dhyānam— hemābhaṃ pītavasanaṃ cakraśaṅkhagadābhayān |
dakṣordhvakaramārabhya dakṣiṇādhaḥkarāvadhi ||
19 ||
dadhataṃ śuṇḍayā svarṇaghaṭaṃ padmopari sthitam |
vāmāṅkāviṣṭalakṣmyā cāśliṣṭaṃ dakṣabhujena ca ||
20 ||
asya puraścaraṇaṃ tatraivoktam— lakṣaṃ japo hunedbilvasamidho madhuraplutāḥ |
tarpaṇādi tataḥ kṛtvā kāmyakarmādi sādhayet ||
21 ||
huneccatuḥsahasrāṇi śrīphalairmadhurāplutaiḥ |
mahālakṣmīkaro homaḥ putramitrakalatradaḥ ||
22 ||

Devanagari:
अथ लक्ष्मीगणेशमन्त्रस्तत्रैव— वक्ष्येऽथ दक्षिणाम्नाये लक्ष्मीगणपतिं सुराः |
गजलक्ष्मीसमायुक्तमयं योगोऽतिदुर्लभः ||
१५ ||
श्रीगँ सौम्याय वोच्चार्य महागणपतिं तथा |
ङेऽन्तमुक्त्वा वरवरदोक्त्वा सर्वजनं वदेत् ||
१६ ||
मे वशमानय स्वाहेत्येकोनत्रिंशदक्षरः |
अन्तर्यामी मुनिश्छन्दो गायत्री निवृदन्विता ||
१७ ||
देवो लक्ष्मीगणेशोऽत्राथाद्यबीजद्वयेन तु |
षड्दीर्घयुक्तेनाङ्गानि जातियुक्तानि कारयेत् ||
१८ ||
अथ ध्यानम्— हेमाभं पीतवसनं चक्रशङ्खगदाभयान् |
दक्षोर्ध्वकरमारभ्य दक्षिणाधःकरावधि ||
१९ ||
दधतं शुण्डया स्वर्णघटं पद्मोपरि स्थितम् |
वामाङ्काविष्टलक्ष्म्या चाश्लिष्टं दक्षभुजेन च ||
२० ||
अस्य पुरश्चरणं तत्रैवोक्तम्— लक्षं जपो हुनेद्बिल्वसमिधो मधुरप्लुताः |
तर्पणादि ततः कृत्वा काम्यकर्मादि साधयेत् ||
२१ ||
हुनेच्चतुःसहस्राणि श्रीफलैर्मधुराप्लुतैः |
महालक्ष्मीकरो होमः पुत्रमित्रकलत्रदः ||
२२ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Lakshmi-Ganesha-Mantra, ebendort: 15–18: „Ihr Götter, nun erkläre ich Lakshmiganapati im südlichen Amnaya. Diese Verbindung mit Gajalakshmi ist sehr selten. Man spreche ‚shri gam‘, ‚dem Sanften‘, dann ‚Mahaganapati‘ im Dativ, ‚vara varada‘, ‚alle Menschen‘ und ‚bringe unter meine Gewalt, Svaha‘. Der Mantra hat neunundzwanzig Silben. [Am Anfang ist Shri ohne ausdrückliches Nasalzeichen gedruckt, Gam mit Chandrabindu; eine geschlossene Formel wird nicht normalisierend hergestellt.] Der Seher ist Antaryamin, das Versmaß Gayatri, verbunden mit Nivrit; die Gottheit ist Lakshmiganesha. Mit den beiden Anfangsbijas, verbunden mit den sechs langen Vokalen und den jeweiligen Gliederendungen, vollziehe man die Anga-Handlungen.“ Nun Dhyana: 19–20: „Goldglänzend und gelb gekleidet hält er, von der oberen rechten Hand bis zur unteren rechten gerechnet, Rad, Muschelhorn, Keule und die Geste der Furchtlosigkeit. Im Rüssel trägt er einen goldenen Krug und sitzt auf einem Lotus. Lakshmi sitzt auf seinem linken Schoß und umarmt ihn mit ihrem rechten Arm.“ Sein Purashcharana wird ebendort erklärt: 21–22: „Hunderttausend Japa-Wiederholungen; als Homa opfere man Bilva-Hölzer, mit Süßem getränkt. Nach Tarpana und den übrigen Handlungen führe man die Riten für besondere Wünsche aus. Viertausend Gaben aus mit Süßem getränkten Shriphala-Früchten opfere man. Dieser Homa schafft großen Wohlstand und schenkt Söhne, Freunde und eine Ehefrau.“

M0445. Shakti-Ganesha-Mantra 23–27
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 257, Shakti-Ganesha-Mantra 23–27
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha śaktigaṇeśamantrastantrāntare— pañcāntako vahnisaṃstho vāmanetrārdhacandravān |
māyāsampuṭitāstryarṇo mantraḥ śaktigaṇeśituḥ ||
23 ||
merutantre— akṣaro'yaṃ virāṭ chando munirbhārgava īritaḥ |
devatā śaktigaṇapaḥ ṣaḍaṅgāni samācaret ||
24 ||
ṣaḍdīrghayuggakāreṇa tato dhyāyedgajānanam |
dhyānaṃ yathā— dakṣordhve cāṅkuśaṃ vāme pāśaṃ vāme tvadhaḥkare ||
25 ||
bījapūraṃ svadantaṃ tu dakṣiṇe svarṇavarṇakam |
puṣkare modakaṃ bibhrat karṇayordīrghacāmare ||
26 ||
asya mantrasya puraścaraṇaṃ tatraivoktam— lakṣamekaṃ japenmantraṃ haviṣyāśī jitendriyaḥ |
taddaśāṃśaṃ prajuhuyādapūpairghṛtasamplutaiḥ |
evaṃ siddhamanurmantrī kāmyakarmāṇi sādhayet ||
27 ||

Devanagari:
अथ शक्तिगणेशमन्त्रस्तन्त्रान्तरे— पञ्चान्तको वह्निसंस्थो वामनेत्रार्धचन्द्रवान् |
मायासम्पुटितास्त्र्यर्णो मन्त्रः शक्तिगणेशितुः ||
२३ ||
मेरुतन्त्रे— अक्षरोऽयं विराट् छन्दो मुनिर्भार्गव ईरितः |
देवता शक्तिगणपः षडङ्गानि समाचरेत् ||
२४ ||
षड्दीर्घयुग्गकारेण ततो ध्यायेद्गजाननम् |
ध्यानं यथा— दक्षोर्ध्वे चाङ्कुशं वामे पाशं वामे त्वधःकरे ||
२५ ||
बीजपूरं स्वदन्तं तु दक्षिणे स्वर्णवर्णकम् |
पुष्करे मोदकं बिभ्रत् कर्णयोर्दीर्घचामरे ||
२६ ||
अस्य मन्त्रस्य पुरश्चरणं तत्रैवोक्तम्— लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं हविष्याशी जितेन्द्रियः |
तद्दशांशं प्रजुहुयादपूपैर्घृतसम्प्लुतैः |
एवं सिद्धमनुर्मन्त्री काम्यकर्माणि साधयेत् ||
२७ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Shakti-Ganesha-Mantra in einem anderen Tantra: 23: „Panchantaka, auf Vahni gesetzt, mit dem linken Auge und Halbmond versehen und von Maya umschlossen: Dies ist der dreisilbige Mantra des Herrn Shaktiganesha.“ Im Merutantra: 24–25a: „Dies ist der Laut. Sein Versmaß heißt Virat, der Seher Bhargava, die Gottheit Shaktiganapa. Mit Ga, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man die sechs Anga-Handlungen und meditiere dann über den Elefantengesichtigen.“ Dhyana lautet: 25b–26: „In der oberen rechten Hand trägt er den Elefantenhaken, links die Schlinge, in der unteren linken eine Zitronatzitrone, rechts seinen eigenen Stoßzahn. Seine Farbe ist golden. Im Rüssel trägt er einen Modaka; an den Ohren sind lange Chamara-Wedel.“ Das Purashcharana dieses Mantras wird ebendort erklärt: 27: „Hunderttausendmal wiederhole man den Mantra, während man Havisya-Speise isst und die Sinne beherrscht. Ein Zehntel davon bringe man als Homa mit in Ghee getränkten Kuchen dar. Hat der Mantraübende so seinen Mantra verwirklicht, vollziehe er die Riten zur Erfüllung besonderer Wünsche.“

M0446. Kshipraprasadana-Ganesha-Mantra 28–29
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 257, Kshipraprasadana-Ganesha-Mantra 28–29
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kṣipraprasādanagaṇeśamantro nibandhe— saṃvartako netrayutaḥ pārśvo vahnyāsane sthitaḥ |
prasādanāya hunmantraḥ svabījāḍhyo daśākṣaraḥ ||
28 ||
merutantre— ṛṣirgaṇaka ākhyātaśchandaḥ proktaṃ virāḍiti |
devatā kathitaḥ kṣipraprasādanavināyakaḥ |
ṣaḍdīrghabhājā bījena kuryādaṅgakriyāṃ manoḥ ||
29 ||
atha dhyānaṃ śāradāyām— Devanagari:
अथ क्षिप्रप्रसादनगणेशमन्त्रो निबन्धे— संवर्तको नेत्रयुतः पार्श्वो वह्न्यासने स्थितः |
प्रसादनाय हुन्मन्त्रः स्वबीजाढ्यो दशाक्षरः ||
२८ ||
मेरुतन्त्रे— ऋषिर्गणक आख्यातश्छन्दः प्रोक्तं विराडिति |
देवता कथितः क्षिप्रप्रसादनविनायकः |
षड्दीर्घभाजा बीजेन कुर्यादङ्गक्रियां मनोः ||
२९ ||
अथ ध्यानं शारदायाम्— Bedeutung und Funktion: Nun der Mantra des rasch gnädigen Ganesha im Nibandha: 28: „Samvartaka, mit Netra verbunden, Parshva auf dem Sitz des Feuers, ‚prasadānāya‘ und die Herz-Endung: Mit seinem eigenen Bija versehen, hat der Mantra zehn Silben.“ [Es handelt sich um eine verschlüsselte Lautanweisung, nicht um eine ausgeschriebene Formel.] Im Merutantra: 29: „Der Rishi heißt Ganaka, das Versmaß Virat, die Gottheit Kshipraprasadana-Vinayaka. Mit dem Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man die Anga-Handlung des Mantras.“ Nun Dhyana in der Sharada: [Fortsetzung im folgenden Vers.]

M0447. Vakratunda-Mantra 32–35
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 258, Vakratunda-Mantra 32–35
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha vakratuṇḍamantrastatraiva— vakratuṇḍāya hu~ ceti prokto mantraḥ ṣaḍakṣaraḥ |
hrasvaṃ tu kavacaṃ strībhirjaptavyaṃ sarvasiddhidam ||
32 ||
bhārgavo munirākhyāto'nuṣṭup chanda udāhṛtam |
devatā vakratuṇḍo'sya surāsuranamaskṛtaḥ |
ṣaḍbhirmantragatairvarṇaiḥ ṣaḍaṅgāni prakalpayet ||
33 ||
atha dhyānam— udyaddineśvararuciṃ pāśāṅkuśavarābhayān |
hastairdadhānaṃ smerāsyamaruṇaṃ cintayeddhṛdi ||
34 ||
puraścaraṇamāha— varṇalakṣaṃ japenmantraṃ juhuyāt taddaśāṃśataḥ |
aṣṭadravyaiḥ purā proktairmadhurāktairyathāvidhi ||
35 ||

Devanagari:
अथ वक्रतुण्डमन्त्रस्तत्रैव— वक्रतुण्डाय हुँ चेति प्रोक्तो मन्त्रः षडक्षरः |
ह्रस्वं तु कवचं स्त्रीभिर्जप्तव्यं सर्वसिद्धिदम् ||
३२ ||
भार्गवो मुनिराख्यातोऽनुष्टुप् छन्द उदाहृतम् |
देवता वक्रतुण्डोऽस्य सुरासुरनमस्कृतः |
षड्भिर्मन्त्रगतैर्वर्णैः षडङ्गानि प्रकल्पयेत् ||
३३ ||
अथ ध्यानम्— उद्यद्दिनेश्वररुचिं पाशाङ्कुशवराभयान् |
हस्तैर्दधानं स्मेरास्यमरुणं चिन्तयेद्धृदि ||
३४ ||
पुरश्चरणमाह— वर्णलक्षं जपेन्मन्त्रं जुहुयात् तद्दशांशतः |
अष्टद्रव्यैः पुरा प्रोक्तैर्मधुराक्तैर्यथाविधि ||
३५ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Vakratunda-Mantra, ebendort: 32–33: „‚Dem Vakratunda, hum‘ ist der sechssilbige Mantra. Frauen sollen die kurze Form des Kavacha-Lautes wiederholen; sie verleiht alle Siddhis. Der Seher heißt Bhargava, das Versmaß Anushtubh, die Gottheit Vakratunda, den Götter und Asuras verehren. Mit den sechs im Mantra enthaltenen Lauten bilde man die sechs Angas.“ Nun Dhyana: 34: „Im Herzen betrachte man ihn: rot wie die aufgehende Sonne, lächelnden Gesichts; seine Hände tragen Schlinge und Haken und zeigen Segensgabe und Furchtlosigkeit.“ Das Purashcharana wird erklärt: 35: „Man wiederhole den Mantra hunderttausendmal für jede seiner Silben und opfere ein Zehntel davon ordnungsgemäß mit den zuvor genannten acht, mit Süßem bestrichenen Stoffen.“

M0448. Heramba-Mantra 36–40
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 258–259, Heramba-Mantra 36–40
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha herambamantraḥ śāradāyām— pañcāntako binduyuto vāmakarṇavibhūṣitaḥ |
tārādihṛdayānto'yaṃ herambamanurīritaḥ ||
36 ||
caturvarṇātmako nṛṇāṃ caturvargaphalapradaḥ |
merutantre— munirgaṇaka ākhyāto gāyatrī chanda īritam ||
37 ||
pañcavaktro'sya herambo devatā siṃhavāhanaḥ |
ṣaḍdīrghabījayuktena ṣaḍaṅgavidhirīritaḥ ||
38 ||
dhyānaṃ tu śāradāyām— muktākāñcananīlakundaghusṛṇacchāyaistrinetrānvitairnāgāsyairharivāhanaṃ śaśadharaṃ herambamarkaprabham |
dṛptaṃ dānamabhītimodakaradān ṭaṅkaṃ śiro'kṣātmikāṃ mālāṃ mudgaramaṅkuśaṃ triśikhakaṃ dorbhirdadhānaṃ bhaje ||
39 ||
asya puraścaraṇamuktaṃ merutantre— lakṣatrayaṃ japitvā taṃ tilairhutvā daśāṃśataḥ |
madhuratrayasaṃyuktaistarpaṇādi samācaret |
evaṃ siddhamanurmantrī prayogānācaret tataḥ ||
40 ||

Devanagari:
अथ हेरम्बमन्त्रः शारदायाम्— पञ्चान्तको बिन्दुयुतो वामकर्णविभूषितः |
तारादिहृदयान्तोऽयं हेरम्बमनुरीरितः ||
३६ ||
चतुर्वर्णात्मको नृणां चतुर्वर्गफलप्रदः |
मेरुतन्त्रे— मुनिर्गणक आख्यातो गायत्री छन्द ईरितम् ||
३७ ||
पञ्चवक्त्रोऽस्य हेरम्बो देवता सिंहवाहनः |
षड्दीर्घबीजयुक्तेन षडङ्गविधिरीरितः ||
३८ ||
ध्यानं तु शारदायाम्— मुक्ताकाञ्चननीलकुन्दघुसृणच्छायैस्त्रिनेत्रान्वितैर्नागास्यैर्हरिवाहनं शशधरं हेरम्बमर्कप्रभम् |
दृप्तं दानमभीतिमोदकरदान् टङ्कं शिरोऽक्षात्मिकां मालां मुद्गरमङ्कुशं त्रिशिखकं दोर्भिर्दधानं भजे ||
३९ ||
अस्य पुरश्चरणमुक्तं मेरुतन्त्रे— लक्षत्रयं जपित्वा तं तिलैर्हुत्वा दशांशतः |
मधुरत्रयसंयुक्तैस्तर्पणादि समाचरेत् |
एवं सिद्धमनुर्मन्त्री प्रयोगानाचरेत् ततः ||
४० ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Heramba-Mantra in der Sharada: 36–37a: „Panchantaka, mit Bindu verbunden und mit dem linken Ohr geschmückt, eingeleitet durch Tara und endend mit der Herz-Endung: So wird der Heramba-Mantra erklärt. Er besteht aus vier Silben und gewährt den Menschen die Frucht der vier Lebensziele.“ Im Merutantra: 37b–38: „Der Seher heißt Ganaka, das Versmaß Gayatri. Seine Gottheit ist der fünfgesichtige Heramba, dessen Reittier ein Löwe ist. Die sechs Angas werden mit dem Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollzogen.“ Dhyana in der Sharada: 39: „Ich verehre Heramba, sonnengleich leuchtend, stolz und kraftvoll, auf dem Löwen reitend und den Mond tragend. Seine Elefantengesichter mit jeweils drei Augen schimmern wie Perlen, Gold, Blau, Kunda-Blüten und Safran. In den Armen trägt er Segensgabe, Furchtlosigkeit, Modaka und Stoßzahn, Beil, Kopf, eine Mala aus Perlen, Keule, Elefantenhaken und Dreizack.“ Sein Purashcharana wird im Merutantra erklärt: 40: „Nach dreihunderttausend Wiederholungen opfere man ein Zehntel davon mit Sesam, verbunden mit den drei süßen Stoffen, und vollziehe Tarpana und die übrigen Handlungen. Ist der Mantra so verwirklicht, führe der Mantraübende die Anwendungen aus.“

M0449. Haridra-Ganesha-Mantra 41–45
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 259, Haridra-Ganesha-Mantra 41–45
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha haridrāgaṇeśamantrastantrāntare— pañcāntako dharāsaṃstho bindubhūṣitamastakaḥ |
ekākṣaro mahāmantraḥ sarvakāmaphalapradaḥ ||
41 ||
yadvā mantrāntaram— mantroddhāraṃ pravakṣyāmi śṛṇuṣva kamalānane |
indrabījaṃ samuddhṛtya nijabījaṃ samuddharet ||
42 ||
caturdaśasvareṇāḍhyaṃ bindubhūṣitamastakam |
ekākṣarī mahāvidyā kathitā padmayoninā |
bījena dīrghayuktena karāṅganyāsakalpanā ||
43 ||
mantrāntarāṇi vistarabhayādupekṣitāni |
atha dhyānam— haridrābhaṃ caturbāhuṃ hārītavasanaṃ vibhum |
pāśāṅkuśadharaṃ devaṃ modakaṃ dantameva ca ||
44 ||
asya puraścaraṇamuktaṃ merutantre— vedalakṣaṃ japitvā'nte haridrācūrṇamiśritaiḥ |
daśāṃśaistaṇḍulairhutvā brāhmaṇānapi bhojayet ||
45 ||

Devanagari:
अथ हरिद्रागणेशमन्त्रस्तन्त्रान्तरे— पञ्चान्तको धरासंस्थो बिन्दुभूषितमस्तकः |
एकाक्षरो महामन्त्रः सर्वकामफलप्रदः ||
४१ ||
यद्वा मन्त्रान्तरम्— मन्त्रोद्धारं प्रवक्ष्यामि शृणुष्व कमलानने |
इन्द्रबीजं समुद्धृत्य निजबीजं समुद्धरेत् ||
४२ ||
चतुर्दशस्वरेणाढ्यं बिन्दुभूषितमस्तकम् |
एकाक्षरी महाविद्या कथिता पद्मयोनिना |
बीजेन दीर्घयुक्तेन कराङ्गन्यासकल्पना ||
४३ ||
मन्त्रान्तराणि विस्तरभयादुपेक्षितानि |
अथ ध्यानम्— हरिद्राभं चतुर्बाहुं हारीतवसनं विभुम् |
पाशाङ्कुशधरं देवं मोदकं दन्तमेव च ||
४४ ||
अस्य पुरश्चरणमुक्तं मेरुतन्त्रे— वेदलक्षं जपित्वाऽन्ते हरिद्राचूर्णमिश्रितैः |
दशांशैस्तण्डुलैर्हुत्वा ब्राह्मणानपि भोजयेत् ||
४५ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Haridra-Ganesha-Mantra in einem anderen Tantra: 41: „Panchantaka, auf Dhara gesetzt und mit Bindu auf dem Haupt geschmückt: Dieser einsilbige große Mantra gewährt die Frucht aller Wünsche.“ Oder ein anderer Mantra: 42–43: „Ich erkläre die Herauslösung des Mantras; höre, Lotusgesichtige! Man bilde das Indra-Bija und dann das eigene Bija, mit dem vierzehnten Vokal versehen und Bindu auf dem Haupt. Diese einsilbige Mahavidya wurde vom Lotusgeborenen gelehrt. Mit dem Bija, verbunden mit langen Vokalen, werden Hand- und Gliedernyasa gebildet.“ Andere Mantras werden hier aus Sorge vor zu großer Ausführlichkeit übergangen. Nun Dhyana: 44: „[Man meditiere über] den allgegenwärtigen Gott, kurkumafarben, vierarmig, mit grünlichem Gewand, Schlinge, Haken, Modaka und Stoßzahn tragend.“ Sein Purashcharana wird im Merutantra erklärt: 45: „Nach vierhunderttausend Wiederholungen opfere man am Ende ein Zehntel davon mit Reis, der mit Kurkumapulver vermischt ist, und speise auch Brahmanen.“

M0450. Mahaganapati-Mantra und Nyasa 46–51
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 259–260, Mahaganapati-Mantra und Nyasa 46–51
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
asya mahāgaṇapatimantro merutantre— ūrdhvāmnāye pravakṣyāmi gaṇeśān siddhidāyakān |
bhuktimuktipradaṃ tatra mahāgaṇapatiṃ śṛṇu ||
46 ||
tāraḥ śrībījahṛllekhā kāmo bhūbījameva ca |
gaṇeśabījaṃ gaṇapataye varavareti ca ||
47 ||
dasarvajanaṃ me vaśamānayāgnivadhūriti |
aṣṭāviṃśativarṇo'yaṃ gaṇako'sya munirmataḥ ||
48 ||
nivṛdgāyatrikā chando mahāgaṇapatiḥ suraḥ |
ga~ bījaṃ hrīṃ ca śaktiḥ syāddīrghaṣaṭkayutastu gaḥ ||
49 ||
tārādibījaṣaṭkena pṛthag yuktena kārayet |
ṣaḍaṅgāni manorasya jātiyuktānyathācaret ||
50 ||
atha vā tārapūrveṇa dīrghaṣaṭkayutena ca |
svabījenāṅgulinyāsaṃ ṣaḍaṅgāni samācaret ||
51 ||

Devanagari:
अस्य महागणपतिमन्त्रो मेरुतन्त्रे— ऊर्ध्वाम्नाये प्रवक्ष्यामि गणेशान् सिद्धिदायकान् |
भुक्तिमुक्तिप्रदं तत्र महागणपतिं शृणु ||
४६ ||
तारः श्रीबीजहृल्लेखा कामो भूबीजमेव च |
गणेशबीजं गणपतये वरवरेति च ||
४७ ||
दसर्वजनं मे वशमानयाग्निवधूरिति |
अष्टाविंशतिवर्णोऽयं गणकोऽस्य मुनिर्मतः ||
४८ ||
निवृद्गायत्रिका छन्दो महागणपतिः सुरः |
गँ बीजं ह्रीं च शक्तिः स्याद्दीर्घषट्कयुतस्तु गः ||
४९ ||
तारादिबीजषट्केन पृथग् युक्तेन कारयेत् |
षडङ्गानि मनोरस्य जातियुक्तान्यथाचरेत् ||
५० ||
अथ वा तारपूर्वेण दीर्घषट्कयुतेन च |
स्वबीजेनाङ्गुलिन्यासं षडङ्गानि समाचरेत् ||
५१ ||

Bedeutung und Funktion: Der Mahaganapati-Mantra im Merutantra: 46–48: „Ich erkläre die Siddhi verleihenden Ganesha-Formen des oberen Amnaya. Höre darin von Mahaganapati, der Genuss und Befreiung gewährt. Tara, Shri-Bija, Hrillekha, Kama, Erd-Bija, Ganesha-Bija, ‚Ganapataye‘, ‚vara vara-da‘, ‚alle Menschen bringe unter meine Gewalt‘ und die Braut des Feuers: Dieser Mantra hat achtundzwanzig Silben.“ [Der Druck trennt vara-vara-da über die Versgrenze; die einzelnen verschlüsselten Bijas werden hier nicht ergänzt.] 48–51: „Sein Seher ist Ganaka, das Versmaß Nivrit-Gayatri, seine Gottheit Mahaganapati. Gam ist sein Bija, Hrim seine Shakti. Mit Ga, verbunden mit den sechs langen Vokalen und jeweils mit einem der sechs mit Tara beginnenden Bijas, vollziehe man die sechs Angas des Mantras samt ihren Endungen. Oder man vollziehe Finger-Nyasa und die sechs Angas mit seinem eigenen Bija, dem Tara vorangeht und das mit den sechs langen Vokalen verbunden ist.“ [Gam trägt im Druck Chandrabindu.]

M0451. Virinchi-Gananayaka-Mantra 67–73
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 261–262, Virinchi-Gananayaka-Mantra 67–73
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha viriñcigaṇanāyakamantro merutantre— athātaḥ sampravakṣyāmi pūrvāmnāyagaṇeśvarān |
viriñcivighneśamuktam— athānyat sampravakṣyāmi brahmaṇā samupāsitam ||
67 ||
kāśyāṃ brahmeśasaumyasthaṃ viriñcigaṇanāyakam |
hrīṃ viriñcipadaṃ proktvā ṅe'ntaṃ gaṇapatiṃ tataḥ ||
68 ||
prāgvadvaravaretyādi ṣaḍviṃśatyakṣaro manuḥ |
vedapañceṣupañceṣudvayairuktaṃ ṣaḍaṅgakam ||
69 ||
tathā— asya dhyānaṃ pravakṣyāmi hyūrdhvamūrdhvakareṣu ca |
bījapūraṃ gadāṃ cāpaṃ cakraṃ mālāṃ ca dakṣiṇe ||
70 ||
vāme padmaṃ pāśabāṇān dantaṃ ratnābjakumbhakam |
padmadvayakarāṃ puṣṭimaṅkasthāmaruṇaprabhām ||
71 ||
āliṅgantamaruṇaṃ sravanmadakapolakam |
trinetraṃ pītavasanaṃ dṛḍhamutthāpitadhvajam |
kirīṭinaṃ kuṇḍalinaṃ dhyāyeddevaṃ gajānanam ||
72 ||
asya puraścaraṇam— vedalakṣamitā proktā sarveṣāṃ tu puraskriyā |
madhuratrayasaṃyuktaiḥ pūrvoktairaṣṭabhirhunet ||
73 ||
sarveṣāmiti |
atra vistarabhayādupekṣitānāṃ viriñcavighneśādimantrāṇām |

Devanagari:
अथ विरिञ्चिगणनायकमन्त्रो मेरुतन्त्रे— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि पूर्वाम्नायगणेश्वरान् |
विरिञ्चिविघ्नेशमुक्तम्— अथान्यत् सम्प्रवक्ष्यामि ब्रह्मणा समुपासितम् ||
६७ ||
काश्यां ब्रह्मेशसौम्यस्थं विरिञ्चिगणनायकम् |
ह्रीं विरिञ्चिपदं प्रोक्त्वा ङेऽन्तं गणपतिं ततः ||
६८ ||
प्राग्वद्वरवरेत्यादि षड्विंशत्यक्षरो मनुः |
वेदपञ्चेषुपञ्चेषुद्वयैरुक्तं षडङ्गकम् ||
६९ ||
तथा— अस्य ध्यानं प्रवक्ष्यामि ह्यूर्ध्वमूर्ध्वकरेषु च |
बीजपूरं गदां चापं चक्रं मालां च दक्षिणे ||
७० ||
वामे पद्मं पाशबाणान् दन्तं रत्नाब्जकुम्भकम् |
पद्मद्वयकरां पुष्टिमङ्कस्थामरुणप्रभाम् ||
७१ ||
आलिङ्गन्तमरुणं स्रवन्मदकपोलकम् |
त्रिनेत्रं पीतवसनं दृढमुत्थापितध्वजम् |
किरीटिनं कुण्डलिनं ध्यायेद्देवं गजाननम् ||
७२ ||
अस्य पुरश्चरणम्— वेदलक्षमिता प्रोक्ता सर्वेषां तु पुरस्क्रिया |
मधुरत्रयसंयुक्तैः पूर्वोक्तैरष्टभिर्हुनेत् ||
७३ ||
सर्वेषामिति |
अत्र विस्तरभयादुपेक्षितानां विरिञ्चविघ्नेशादिमन्त्राणाम् |

Bedeutung und Funktion: Nun der Virinchi-Gananayaka-Mantra im Merutantra: „Jetzt erkläre ich die Ganesha-Formen des östlichen Amnaya.“ Virinchi-Vighnesha wurde [bereits] genannt. 67–69: „Nun erkläre ich eine weitere, von Brahma verehrte Form: Virinchi-Gananayaka, der in Kashi nördlich von Brahmesha weilt. Nach Hrim spreche man ‚Virinchi‘ und dann ‚Ganapati‘ im Dativ; wie zuvor folgen ‚vara vara‘ und der Rest. Der Mantra hat sechsundzwanzig Silben. Die sechs Angas werden mit den Zahlen Veda, fünf, Pfeile, fünf, Pfeile und zwei gebildet.“ [Diese Verteilungsangabe wird als 4, 5, 5, 5, 5, 2 verstanden; der Wortlaut bleibt im Sanskrit erhalten.] Ferner: 70–72: „Ich erkläre sein Dhyana: Von den oberen Händen aus trägt er rechts Zitronatzitrone, Keule, Bogen, Rad und Mala; links Lotus, Schlinge, Pfeile, Stoßzahn und einen Edelstein-Lotuskrug. Er umarmt die rot leuchtende Pushti auf seinem Schoß, deren Hände zwei Lotusse halten. Über diesen elefantengesichtigen Gott meditiere man: rot, mit vom Brunstsaft feuchten Wangen, dreiäugig, gelb gekleidet, mit fest aufgerichtetem Glied, Krone und Ohrringen.“ Sein Purashcharana: 73: „Für sie alle wird Purashcharana von vierhunderttausend Wiederholungen gelehrt. Mit den zuvor genannten acht Stoffen, verbunden mit den drei süßen Stoffen, vollziehe man Homa.“ „Für alle“ bezieht sich auf die hier aus Sorge vor zu großer Ausführlichkeit übergangenen Mantras des Virinchi-Vighnesha und der weiteren Formen.

M0452. Vighna-Ganesha-Mantra 74–79
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 262, Vighna-Ganesha-Mantra 74–79
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha vighnagaṇeśamantrastatraiva— athātaḥ sampravakṣyāmi paścimāmnāyasiddhidān |
nānāścaryakarān kāśīsaṃsthitān gaṇanāyakān ||
74 ||
mahāgaṇapateraṃśāścatuḥṣaṣṭivināyakāḥ |
ekaikānte gṛhītvā tu yoginīṃ ceṭikāmapi ||
75 ||
svarṇabhūmiṃ samāsādya yāvadantargṛhaṃ mama |
aṣṭāvaraṇakairaṣṭau saṃsthitāḥ siddhidāyakāḥ ||
76 ||
tatrāṣṭau kāśikābāhye svargabhūmau samāsthitāḥ |
yojanaikaṃ bahiḥ kāśyāṃ kīrtitaḥ paridhistu saḥ ||
77 ||
ga~ vighnāya namaḥ prokto mantra eva ṣaḍakṣaraḥ |
kṣipraprasādanasamamaṣṭānāṃ sādhanaṃ smṛtam ||
78 ||
puraścaraṇe viśeṣamāha tatraiva— vedāyutaṃ japenmantraṃ homaśca ghṛtapāyasaiḥ |
prayogāḥ kṣipramevātra kṣiprameva ca siddhayaḥ ||
79 ||

Devanagari:
अथ विघ्नगणेशमन्त्रस्तत्रैव— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि पश्चिमाम्नायसिद्धिदान् |
नानाश्चर्यकरान् काशीसंस्थितान् गणनायकान् ||
७४ ||
महागणपतेरंशाश्चतुःषष्टिविनायकाः |
एकैकान्ते गृहीत्वा तु योगिनीं चेटिकामपि ||
७५ ||
स्वर्णभूमिं समासाद्य यावदन्तर्गृहं मम |
अष्टावरणकैरष्टौ संस्थिताः सिद्धिदायकाः ||
७६ ||
तत्राष्टौ काशिकाबाह्ये स्वर्गभूमौ समास्थिताः |
योजनैकं बहिः काश्यां कीर्तितः परिधिस्तु सः ||
७७ ||
गँ विघ्नाय नमः प्रोक्तो मन्त्र एव षडक्षरः |
क्षिप्रप्रसादनसममष्टानां साधनं स्मृतम् ||
७८ ||
पुरश्चरणे विशेषमाह तत्रैव— वेदायुतं जपेन्मन्त्रं होमश्च घृतपायसैः |
प्रयोगाः क्षिप्रमेवात्र क्षिप्रमेव च सिद्धयः ||
७९ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Vighna-Ganesha-Mantra, ebendort: 74–77: „Jetzt erkläre ich die in Kashi weilenden Gananayakas des westlichen Amnaya, die Siddhi verleihen und vielerlei Wunder wirken. Die vierundsechzig Vinayakas sind Teilgestalten Mahaganapatis. Jeder hat eine Yogini als Dienerin bei sich. Auf dem goldenen Land bis zu meinem inneren Heiligtum stehen sie, je acht in acht Umfriedungen, und verleihen Siddhi. Acht von ihnen befinden sich außerhalb Kashis auf himmlischem Land; als Umkreis wird eine Yojana außerhalb Kashis angegeben. 78: ‚Gam, Verehrung Vighna‘ ist der sechssilbige Mantra. Die Sadhana der acht entspricht derjenigen Kshipraprasadanas.“ Die Besonderheit des Purashcharana wird ebendort erklärt: 79: „Vierzigtausendmal wiederhole man den Mantra; Homa geschieht mit Ghee und Milchreis. Hier wirken die Anwendungen rasch, rasch stellen sich auch die Siddhis ein.“

M0453. Ucchishta-Ganesha-Mantras 80–87
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 262–263, Ucchishta-Ganesha-Mantras 80–87
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
athocchiṣṭagaṇeśamantrastatraiva— athātaḥ sampravakṣyāmi uttarāmnāyasiddhidān |
vadeddhastipiśācīti likhet svāhā navākṣaraḥ ||
80 ||
kaṅkālo'sya muniśchando virāḍucchiṣṭanāmakaḥ |
gaṇeśo devatā proktaḥ sarvasampatpradāyakaḥ |
dvitridvidvibhiścāsya pañcāṅgavidhirīritaḥ ||
81 ||
asya dhyānaṃ tantrāntare— raktamūrtiṃ gaṇeśānaṃ sarvābharaṇabhūṣitam |
raktavastraṃ trinetraṃ ca raktapadmāsanasthitam ||
82 ||
caturbhujaṃ mahākāyaṃ dvidantaṃ sasmitānanam |
iṣṭaṃ ca dakṣiṇe vāme dadhantamabhayaṃ kare ||
83 ||
pāśāṅkuśau ca hastābhyāṃ jaṭāmaṇḍalamaṇḍitam |
lalāṭaṃ candrarekhāḍhyaṃ sarvālaṅkārabhūṣitam ||
84 ||
sarvābhīṣṭapradaṃ dhyāyeducchiṣṭagaṇanāyakam |
atha puraścaraṇaṃ merau— athānyamasya vakṣyāmi dvādaśārṇaṃ mahāmanum ||
85 ||
oṃ hrīṃ ga~ hastipiśāci likhet svāheti mantrakaḥ |
navārṇamantravat sarvaṃ dhyānapūjājapādikam ||
86 ||
puraścaraṇamāha— puraścaryā'rkalakṣaṃ syāt prayogādi ca pūrvavat ||
87 ||
iti gaṇeśaprakaraṇam |

Devanagari:
अथोच्छिष्टगणेशमन्त्रस्तत्रैव— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि उत्तराम्नायसिद्धिदान् |
वदेद्धस्तिपिशाचीति लिखेत् स्वाहा नवाक्षरः ||
८० ||
कङ्कालोऽस्य मुनिश्छन्दो विराडुच्छिष्टनामकः |
गणेशो देवता प्रोक्तः सर्वसम्पत्प्रदायकः |
द्वित्रिद्विद्विभिश्चास्य पञ्चाङ्गविधिरीरितः ||
८१ ||
अस्य ध्यानं तन्त्रान्तरे— रक्तमूर्तिं गणेशानं सर्वाभरणभूषितम् |
रक्तवस्त्रं त्रिनेत्रं च रक्तपद्मासनस्थितम् ||
८२ ||
चतुर्भुजं महाकायं द्विदन्तं सस्मिताननम् |
इष्टं च दक्षिणे वामे दधन्तमभयं करे ||
८३ ||
पाशाङ्कुशौ च हस्ताभ्यां जटामण्डलमण्डितम् |
ललाटं चन्द्ररेखाढ्यं सर्वालङ्कारभूषितम् ||
८४ ||
सर्वाभीष्टप्रदं ध्यायेदुच्छिष्टगणनायकम् |
अथ पुरश्चरणं मेरौ— अथान्यमस्य वक्ष्यामि द्वादशार्णं महामनुम् ||
८५ ||
ॐ ह्रीं गँ हस्तिपिशाचि लिखेत् स्वाहेति मन्त्रकः |
नवार्णमन्त्रवत् सर्वं ध्यानपूजाजपादिकम् ||
८६ ||
पुरश्चरणमाह— पुरश्चर्याऽर्कलक्षं स्यात् प्रयोगादि च पूर्ववत् ||
८७ ||
इति गणेशप्रकरणम् |

Bedeutung und Funktion: Nun der Ucchishta-Ganesha-Mantra, ebendort: 80–81: „Jetzt erkläre ich die Siddhi verleihenden Formen des nördlichen Amnaya. Man spreche ‚hastipishachi‘ und schreibe ‚Svaha‘; der Mantra hat neun Silben. Sein Seher ist Kankala, das Versmaß Virat, seine Gottheit der Ucchishta genannte Ganesha, der alle Güter verleiht. Mit zwei, drei, zwei und zwei [Silben] wird sein fünfgliedriges Verfahren erklärt.“ [Die neun Silben lassen sich nur unter Mitrechnung von likhet, „man schreibe“, zählen; die Formelgrenze bleibt deshalb unsicher. Auch stehen vier Zahlen neben der Angabe „fünfgliedrig“.] Sein Dhyana in einem anderen Tantra: 82–85a: „Man meditiere über Ucchishta-Gananayaka, der alles Erwünschte gewährt: mit rotem Körper, allem Schmuck, roten Kleidern und drei Augen, auf einem roten Lotus sitzend, vierarmig, von mächtigem Körper, mit zwei Stoßzähnen und lächelndem Gesicht. Rechts zeigt er die Geste der gewünschten Gabe, links die Furchtlosigkeit; die weiteren Hände tragen Schlinge und Haken. Eine Fülle verfilzter Haare schmückt ihn, die Mondsichel ziert seine Stirn, und er trägt alle Ornamente.“ Nun sein Purashcharana im Meru: 85b–86: „Ich erkläre einen weiteren großen Mantra von zwölf Silben: ‚Om hrim gam hastipishachi likhet svaha‘. Dhyana, Puja, Japa und alles Weitere entsprechen dem neunsilbigen Mantra.“ [Auch hier bleibt die Stellung von likhet unsicher; Gam ist mit Chandrabindu gedruckt.] Zum Purashcharana heißt es: 87: „Es umfasst zwölfmal hunderttausend Wiederholungen; Anwendungen und alles Weitere sind wie zuvor.“ Damit endet der Abschnitt über Ganesha.

M0454. Surya-Mantra und Dhyana 88–92
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 263, Surya-Mantra und Dhyana 88–92
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha sūryamantraḥ |
śāradāyām— tāro ghṛṇirbhṛguḥ paścādvāmakarṇavibhūṣitaḥ |
vahnyāsano maruccheṣaḥ sanetro'dristya paścimaḥ ||
88 ||
aṣṭākṣaro manuḥ prokto bhānorabhimatapradaḥ |
devabhāgo muniḥ prokto gāyatrī chanda īritam ||
89 ||
ādityo devatā prokto dṛṣṭādṛṣṭaphalapradaḥ |
satyāya hṛdayaṃ proktaṃ brahmaṇe śira īritam ||
90 ||
viṣṇave syācchikhā varma rudrāya parikīrtitam |
agnaye netramākhyātaṃ sarvāyāstramudāhṛtam |
tejo jvālā maṇiṃ hu~ phaṭ dviṭhāntāḥ pṛthagīritāḥ ||
91 ||
nyāsāntarāṇi tatraiva draṣṭavyāni |
atha dhyānam— raktābjayugmābhayadānahastaṃ keyūrahārāṅgadakuṇḍalāḍhyam |
māṇikyamauliṃ dinanāthamīḍe bandhūkakāntiṃ vilasattrinetram ||
92 ||

Devanagari:
अथ सूर्यमन्त्रः |
शारदायाम्— तारो घृणिर्भृगुः पश्चाद्वामकर्णविभूषितः |
वह्न्यासनो मरुच्छेषः सनेत्रोऽद्रिस्त्य पश्चिमः ||
८८ ||
अष्टाक्षरो मनुः प्रोक्तो भानोरभिमतप्रदः |
देवभागो मुनिः प्रोक्तो गायत्री छन्द ईरितम् ||
८९ ||
आदित्यो देवता प्रोक्तो दृष्टादृष्टफलप्रदः |
सत्याय हृदयं प्रोक्तं ब्रह्मणे शिर ईरितम् ||
९० ||
विष्णवे स्याच्छिखा वर्म रुद्राय परिकीर्तितम् |
अग्नये नेत्रमाख्यातं सर्वायास्त्रमुदाहृतम् |
तेजो ज्वाला मणिं हुँ फट् द्विठान्ताः पृथगीरिताः ||
९१ ||
न्यासान्तराणि तत्रैव द्रष्टव्यानि |
अथ ध्यानम्— रक्ताब्जयुग्माभयदानहस्तं केयूरहाराङ्गदकुण्डलाढ्यम् |
माणिक्यमौलिं दिननाथमीडे बन्धूककान्तिं विलसत्त्रिनेत्रम् ||
९२ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Surya-Mantra. In der Sharada: 88–90: „Tara, Ghrini, dann Bhrigu mit dem linken Ohr geschmückt, auf Vahni sitzend, Marut am Ende, Adri mit Netra und zuletzt … [die Schlussverbindung ist gestört]. Dies ist der achtsilbige Mantra Bhanus, der das Erwünschte gewährt. Sein Seher heißt Devabhaga, das Versmaß Gayatri, die Gottheit Aditya, der sichtbare und unsichtbare Früchte schenkt. 90–91: ‚Dem Satya‘ gehört zum Herzen, ‚Dem Brahma‘ zum Kopf, ‚Dem Vishnu‘ zur Shikha, ‚Dem Rudra‘ zur Rüstung, ‚Dem Agni‘ zum Auge und ‚Dem Sarva‘ zu Astra. Tejas, Jvala, Mani, hum, phat und zweimal Tha werden jeweils als Endungen genannt.“ Andere Nyasas sind ebendort nachzusehen. Nun Dhyana: 92: „Ich preise den Herrn des Tages: Seine Hände halten zwei rote Lotusse und zeigen Furchtlosigkeit und Segensgabe. Schulterspangen, Halsketten, Armreifen und Ohrringe schmücken ihn. Eine Rubinkrone ziert sein Haupt; er leuchtet wie die Bandhuka-Blüte und besitzt drei strahlende Augen.“

M0455. Surya-Purashcharana und dreisilbiger Mantra 93–97
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 264, Surya-Purashcharana und dreisilbiger Mantra 93–97
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
asya puraścaraṇaṃ tatraivoktam— vasulakṣaṃ japenmantraṃ samidbhiḥ kṣīraśākhinām |
tatsahasraṃ prajuhuyāt kṣīrāktābhirjitendriyaḥ ||
93 ||
atha mantrāntaraṃ tatraiva— ākāśamagnidīrghendusaṃyutaṃ bhuvaneśvarī |
sargānvito bhṛgurbhānostryakṣaro manurīritaḥ ||
94 ||
ādhārādipadāgrāntaṃ kaṇṭhādādhārakāvadhi |
mūrdhādikaṇṭhaparyantaṃ kramādbījatrayaṃ nyaset |
ṣaḍdīrghasvarayuktena madhyenāṅgāni kalpayet ||
95 ||
atha dhyānam— raktāmbujāsanamaśeṣaguṇaikasindhuṃ bhānuṃ samastajagatāmadhipaṃ bhajāmi |
padmadvayābhayavarān dadhataṃ karābjairmāṇikyamaulimaruṇāṅgaruciṃ trinetram ||
96 ||
athāsya puraścaraṇam— bhānulakṣaṃ japenmantramannājyena daśāṃśataḥ |
tilairvā madhurāsiktairjuhuyādvijitendriyaḥ ||
97 ||

Devanagari:
अस्य पुरश्चरणं तत्रैवोक्तम्— वसुलक्षं जपेन्मन्त्रं समिद्भिः क्षीरशाखिनाम् |
तत्सहस्रं प्रजुहुयात् क्षीराक्ताभिर्जितेन्द्रियः ||
९३ ||
अथ मन्त्रान्तरं तत्रैव— आकाशमग्निदीर्घेन्दुसंयुतं भुवनेश्वरी |
सर्गान्वितो भृगुर्भानोस्त्र्यक्षरो मनुरीरितः ||
९४ ||
आधारादिपदाग्रान्तं कण्ठादाधारकावधि |
मूर्धादिकण्ठपर्यन्तं क्रमाद्बीजत्रयं न्यसेत् |
षड्दीर्घस्वरयुक्तेन मध्येनाङ्गानि कल्पयेत् ||
९५ ||
अथ ध्यानम्— रक्ताम्बुजासनमशेषगुणैकसिन्धुं भानुं समस्तजगतामधिपं भजामि |
पद्मद्वयाभयवरान् दधतं कराब्जैर्माणिक्यमौलिमरुणाङ्गरुचिं त्रिनेत्रम् ||
९६ ||
अथास्य पुरश्चरणम्— भानुलक्षं जपेन्मन्त्रमन्नाज्येन दशांशतः |
तिलैर्वा मधुरासिक्तैर्जुहुयाद्विजितेन्द्रियः ||
९७ ||

Bedeutung und Funktion: Sein Purashcharana wird ebendort erklärt: 93: „Achthunderttausendmal wiederhole man den Mantra. Mit beherrschten Sinnen opfere man tausend [Gaben entsprechend der genannten Zahl] mit milchbestrichenen Hölzern milchsaftführender Bäume.“ [Tatsahasra ist als Zahlbeziehung verkürzt; der Text sagt hier nicht „ein Zehntel“.] Nun ein anderer Mantra, ebendort: 94–95: „Akasha, mit Agni, langem [Vokal] und Indu verbunden; Bhuvaneshvari; Bhrigu mit Sarga: So wird Bhanus dreisilbiger Mantra erklärt. Die drei Bijas lege man nacheinander vom Adhara bis zu den Zehenspitzen, von der Kehle bis zum Adhara und vom Kopf bis zur Kehle auf. Mit dem mittleren Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen, bilde man die Angas.“ Nun Dhyana: 96: „Ich verehre Bhanu, den Herrn aller Welten, auf einem roten Lotus sitzend, den einzigen Ozean aller guten Eigenschaften. In seinen Lotushänden hält er zwei Lotusse und zeigt Furchtlosigkeit und Segensgabe. Er trägt eine Rubinkrone, sein Körper leuchtet rot, und er besitzt drei Augen.“ Nun sein Purashcharana: 97: „Zwölfmal hunderttausendmal wiederhole man den Mantra. Ein Zehntel bringe man mit beherrschten Sinnen als Homa mit Reis und Ghee oder mit süß getränktem Sesam dar.“

M0456. Sechssilbiger Sonnenmantra 98–104
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 264–265, Sechssilbiger Sonnenmantra 98–104
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— atha mantrāntaraṃ vakṣye dineśasya ṣaḍakṣaram |
ha~ kheṃ khakholkāya vā'tha khakholkāyāgnigehinī ||
98 ||
munirbrahmā ca gāyatrī chandaḥ savitṛdaivatam |
sūkṣmarūpāyāgnivadhūmantreṇa hṛdayaṃ matam ||
99 ||
sūkṣmākārāyāgnivadhūriti mantreṇa śīrṣakam |
sūkṣmabālāya svāheti kavacaṃ ca sanetrakam ||
100 ||
sūkṣmakāya hu~ phaḍiti śastaṃ pañcāṅgamīritam |
mantravarṇaiḥ ṣaḍaṅgaṃ syāddhyānamasyocyate'dhunā ||
101 ||
raktapadmadvayaṃ hastairbibhrāṇaṃ varadābhaye |
bandhūkābhaṃ trinetraṃ ca raviṃ dhyāyet subhūṣitam ||
102 ||
athāsya puraścaraṇaṃ tatraiva— lakṣamekaṃ japenmantraṃ niyatātmā jitendriyaḥ |
juhuyāt taddaśāṃśena bilvāśvatthapalāśajaiḥ ||
103 ||
udumbarasamudbhūtaistrimadhvaktaiḥ samidvaraiḥ |
tarpaṇādi tataḥ kuryāt prākproktavidhinā sudhīḥ ||
104 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— अथ मन्त्रान्तरं वक्ष्ये दिनेशस्य षडक्षरम् |
हँ खें खखोल्काय वाऽथ खखोल्कायाग्निगेहिनी ||
९८ ||
मुनिर्ब्रह्मा च गायत्री छन्दः सवितृदैवतम् |
सूक्ष्मरूपायाग्निवधूमन्त्रेण हृदयं मतम् ||
९९ ||
सूक्ष्माकारायाग्निवधूरिति मन्त्रेण शीर्षकम् |
सूक्ष्मबालाय स्वाहेति कवचं च सनेत्रकम् ||
१०० ||
सूक्ष्मकाय हुँ फडिति शस्तं पञ्चाङ्गमीरितम् |
मन्त्रवर्णैः षडङ्गं स्याद्ध्यानमस्योच्यतेऽधुना ||
१०१ ||
रक्तपद्मद्वयं हस्तैर्बिभ्राणं वरदाभये |
बन्धूकाभं त्रिनेत्रं च रविं ध्यायेत् सुभूषितम् ||
१०२ ||
अथास्य पुरश्चरणं तत्रैव— लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं नियतात्मा जितेन्द्रियः |
जुहुयात् तद्दशांशेन बिल्वाश्वत्थपलाशजैः ||
१०३ ||
उदुम्बरसमुद्भूतैस्त्रिमध्वक्तैः समिद्वरैः |
तर्पणादि ततः कुर्यात् प्राक्प्रोक्तविधिना सुधीः ||
१०४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: 98–99: „Nun erkläre ich einen weiteren sechssilbigen Mantra des Herrn des Tages: ‚ham khem khakholkaya‘ oder ‚khakholkaya‘ mit der Gattin des Feuers. Der Seher ist Brahma, das Versmaß Gayatri, die Gottheit Savitri. 99–101: ‚Dem Feingestaltigen‘ mit der Braut des Feuers bildet den Herzmantra; ‚Dem von feiner Form‘ mit der Braut des Feuers den Kopfmantra. ‚Dem feinen Knaben, Svaha‘ gilt für Rüstung und Auge; ‚Dem feinen Körper, hum phat‘ wird als Astra gepriesen. So ist das fünfgliedrige Verfahren erklärt. [Die Gliederzuordnung ist verkürzt.] Mit den Mantralautelementen kann ein sechsfaches Anga-Verfahren gebildet werden. Nun sein Dhyana: 102: Man meditiere über Ravi, der zwei rote Lotusse in den Händen hält und Segensgabe und Furchtlosigkeit zeigt, wie die Bandhuka-Blüte leuchtet, drei Augen besitzt und schön geschmückt ist.“ Nun sein Purashcharana, ebendort: 103–104: „Hunderttausendmal wiederhole man den Mantra, gesammelt und mit beherrschten Sinnen. Ein Zehntel bringe man als Homa mit vorzüglichen Hölzern von Bilva, Ashvattha, Palasha und Udumbara dar, bestrichen mit den drei süßen Stoffen. Danach vollziehe der Verständige Tarpana und die übrigen Handlungen nach der zuvor erklärten Vorschrift.“

M0457. Ajapa-Mantra 105–108
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 265, Ajapa-Mantra 105–108
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mantrāntaraṃ śāradāyām— viyadardhendulasitaṃ tadādiḥ sargasaṃyutaḥ |
ajapākhyo manuḥ prokto dvyakṣaraḥ surapādapaḥ ||
105 ||
ṛṣirbrahmā smṛto devī gāyatrī chanda īritam |
devatā jagatāmādiḥ samprokto girijāpatiḥ |
hasā ṣaḍdīrghayuktena kuryādaṅgakriyāṃ manoḥ ||
106 ||
dhyānam— udyadbhānusphuritataḍidākāramūrdhāmbikeśaṃ pāśābhītīvaradaparaśuṃ sandadhānaṃ karābjaiḥ |
divyākalpairnavamaṇimayaiḥ śobhitaṃ viśvamūlaṃ saumyāgneyaṃ vapuravatu vaścandracūḍaṃ trinetram ||
107 ||
atha puraścaraṇam— bhānulakṣaṃ japenmantraṃ pāyasena sasarpiṣā |
daśāṃśaṃ juhuyāt samyak tataḥ siddho bhavenmanuḥ ||
108 ||

Devanagari:
अथ मन्त्रान्तरं शारदायाम्— वियदर्धेन्दुलसितं तदादिः सर्गसंयुतः |
अजपाख्यो मनुः प्रोक्तो द्व्यक्षरः सुरपादपः ||
१०५ ||
ऋषिर्ब्रह्मा स्मृतो देवी गायत्री छन्द ईरितम् |
देवता जगतामादिः सम्प्रोक्तो गिरिजापतिः |
हसा षड्दीर्घयुक्तेन कुर्यादङ्गक्रियां मनोः ||
१०६ ||
ध्यानम्— उद्यद्भानुस्फुरिततडिदाकारमूर्धाम्बिकेशं पाशाभीतीवरदपरशुं सन्दधानं कराब्जैः |
दिव्याकल्पैर्नवमणिमयैः शोभितं विश्वमूलं सौम्याग्नेयं वपुरवतु वश्चन्द्रचूडं त्रिनेत्रम् ||
१०७ ||
अथ पुरश्चरणम्— भानुलक्षं जपेन्मन्त्रं पायसेन ससर्पिषा |
दशांशं जुहुयात् सम्यक् ततः सिद्धो भवेन्मनुः ||
१०८ ||

Bedeutung und Funktion: Nun ein weiterer Mantra in der Sharada: 105–106: „Viyat, vom Halbmond erhellt; dessen Anfangslaut mit Sarga: Dies ist der zweisilbige Mantra namens Ajapa, ein göttlicher Wunschbaum. Sein Rishi ist Brahma, sein Versmaß die göttliche Gayatri, seine Gottheit Girijapati, der Ursprung der Welten. Mit Hasa, verbunden mit den sechs langen Vokalen, vollziehe man die Anga-Handlung des Mantras.“ Dhyana: 107: „Die Gestalt des Herrn Ambikas beschütze euch: wie die aufgehende Sonne und aufflammender Blitz [der Bezug zur Kopfform ist sprachlich schwierig], mit Schlinge, Furchtlosigkeit, Segensgabe und Axt in den Lotushänden; geschmückt mit göttlichen Ornamenten aus neuen Edelsteinen, Wurzel des Alls, mondhaft und feurig zugleich, mit Mond im Haar und drei Augen.“ Nun Purashcharana: 108: „Zwölfmal hunderttausendmal wiederhole man den Mantra und opfere ein Zehntel ordnungsgemäß mit Milchreis und Ghee. Dann wird der Mantra wirksam.“

M0458. Martanda-Bhairava-Mantra 109–115
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 265–266, Martanda-Bhairava-Mantra 109–115
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mārtaṇḍabhairavamantrastatraiva— ākāśamagnipavanasādyāntārdhīśabindumat |
mārtaṇḍabhairavaṃ nāma bījametadudāhṛtam ||
109 ||
puṭitaṃ bimbabījena sarvakāmaphalapradam |
ṭhāntaṃ dahananetrendusahitaṃ tadudāhṛtam ||
110 ||
pañcahrasvādyabījena pañcamūrtīḥ pravinyaset |
madhyamādikaniṣṭhāntamaṅgulīṣu kramādimāḥ ||
111 ||
sūryākhyo bhāskaro bhānustato ravidivākarau |
śirovadanahṛdguhyapādadeśeṣu tāḥ punaḥ ||
112 ||
dīrghayuktena bījena netrāṅgāni pravinyaset |
vyāpakaṃ mūlabījena kurvīta tadanantaram ||
113 ||
dhyānam— hemāmbhojapravālapratimanijaruciṃ cārukhaṭvāṅgapadmau cakraṃ śaktiṃ sapāśasṛṇimatirucirāmakṣamālāṃ kapālam |
hastāmbhojairdadhānaṃ trinayanavilasadvedavaktrābhirāmaṃ mārtaṇḍaṃ vallabhārdhaṃ maṇimayamukuṭaṃ hāradīptaṃ bhajāmaḥ ||
114 ||
atha puraścaraṇam— lakṣatrayaṃ japenmantrī bījaṃ bimbapuṭīkṛtam |
daśāṃśaṃ kamalaiḥ phullairjuhuyānmadhurokṣitaiḥ ||
115 ||
iti sūryaprakaraṇam |

Devanagari:
अथ मार्तण्डभैरवमन्त्रस्तत्रैव— आकाशमग्निपवनसाद्यान्तार्धीशबिन्दुमत् |
मार्तण्डभैरवं नाम बीजमेतदुदाहृतम् ||
१०९ ||
पुटितं बिम्बबीजेन सर्वकामफलप्रदम् |
ठान्तं दहननेत्रेन्दुसहितं तदुदाहृतम् ||
११० ||
पञ्चह्रस्वाद्यबीजेन पञ्चमूर्तीः प्रविन्यसेत् |
मध्यमादिकनिष्ठान्तमङ्गुलीषु क्रमादिमाः ||
१११ ||
सूर्याख्यो भास्करो भानुस्ततो रविदिवाकरौ |
शिरोवदनहृद्गुह्यपाददेशेषु ताः पुनः ||
११२ ||
दीर्घयुक्तेन बीजेन नेत्राङ्गानि प्रविन्यसेत् |
व्यापकं मूलबीजेन कुर्वीत तदनन्तरम् ||
११३ ||
ध्यानम्— हेमाम्भोजप्रवालप्रतिमनिजरुचिं चारुखट्वाङ्गपद्मौ चक्रं शक्तिं सपाशसृणिमतिरुचिरामक्षमालां कपालम् |
हस्ताम्भोजैर्दधानं त्रिनयनविलसद्वेदवक्त्राभिरामं मार्तण्डं वल्लभार्धं मणिमयमुकुटं हारदीप्तं भजामः ||
११४ ||
अथ पुरश्चरणम्— लक्षत्रयं जपेन्मन्त्री बीजं बिम्बपुटीकृतम् |
दशांशं कमलैः फुल्लैर्जुहुयान्मधुरोक्षितैः ||
११५ ||
इति सूर्यप्रकरणम् |

Bedeutung und Funktion: Nun der Martanda-Bhairava-Mantra, ebendort: 109–110: „Akasha, Agni, Pavana, mit Sa am Anfang beziehungsweise Ende, Ardhisha und Bindu [die genaue Anordnung ist im Kompositum nicht sicher]: Dieses Bija heißt Martandabhairava. Vom Bimba-Bija umschlossen, gewährt es die Frucht aller Wünsche. Jenes wird als mit Tha endend und mit Dahana, Netra und Indu versehen erklärt.“ 111–113: „Mit dem Bija und den fünf kurzen Vokalen lege man die fünf Gestalten nacheinander auf die Finger, beginnend beim Mittelfinger bis zum kleinen Finger: Surya, Bhaskara, Bhanu, Ravi und Divakara. Dann lege man diese auf Kopf, Gesicht, Herz, Genitalbereich und Füße auf. Mit dem Bija, verbunden mit langen Vokalen, lege man die Augen- und übrigen Angas auf; anschließend vollziehe man mit dem Wurzelbija den umfassenden Nyasa.“ Dhyana: 114: „Wir verehren Martanda, dessen Glanz Gold, Lotus und Koralle gleicht. Seine Lotushände tragen schönen Khatvanga und Lotus, Rad, Speer, Schlinge und Haken, eine überaus schöne Mala und eine Schädelschale. Lieblich sind seine vier Gesichter mit strahlenden drei Augen. Seine Geliebte bildet seine eine Hälfte; eine Edelsteinkrone und leuchtende Halsketten schmücken ihn.“ Nun Purashcharana: 115: „Dreihunderttausendmal wiederhole der Mantraübende das von Bimba umschlossene Bija. Ein Zehntel bringe er als Homa mit aufgeblühten, mit Süßem besprengten Lotussen dar.“ Damit endet der Abschnitt über Surya.

M0459. Narayana-Mantra 116–122
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 266–267, Narayana-Mantra 116–122
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha viṣṇumantraḥ |
śāradāyām— atha vakṣye mahāmantrān viṣṇoḥ sarvārthasādhakān |
yeṣāṃ saṃsmaraṇāt santo bhavābdheḥ pāramāśritāḥ ||
116 ||
tāraṃ namaḥpadaṃ paścānnarau dīrghasamanvitau |
pavano ṇāyamantro'yaṃ prokto vasvakṣarātmakaḥ ||
117 ||
sādhyo nārāyaṇaḥ prokto muniśchanda udāhṛtam |
mantrasya devī gāyatrī devatā viṣṇuravyayaḥ ||
118 ||
kruddholkāya hṛdākhyātaṃ maholkāya śiraḥ smṛtam |
vīrolkāya śikhā proktā vyulkāya kavacaṃ matam ||
119 ||
sahasrolkāyāstramuktamaṅgakalpādiriyaṃ matā |
bhūyovarṇairmanoḥ ṣaḍbhiḥ ṣaḍaṅgāni samācaret |
avaśiṣṭau punarvarṇau vinyaset kukṣipṛṣṭhayoḥ ||
120 ||
atha dhyānam— udyatkoṭidivākarābhamaniśaṃ śaṅkhaṃ gadāṃ paṅkajaṃ cakraṃ bibhratamindirāvasumatīsaṃśobhipārśvadvayam |
koṭīrāṅgadahārakuṇḍaladharaṃ pītāmbaraṃ kaustubhoddīptaṃ viśvadharaṃ svavakṣasi lasacchrīvatsacihnaṃ bhaje ||
121 ||
atha puraścaraṇam— vikāralakṣaṃ prajapenmanumenaṃ samāhitaḥ |
taddaśāṃśaṃ sarasijairjuhuyānmadhurāplutaiḥ ||
122 ||
vikāralakṣaṃ ṣoḍaśalakṣam |

Devanagari:
अथ विष्णुमन्त्रः |
शारदायाम्— अथ वक्ष्ये महामन्त्रान् विष्णोः सर्वार्थसाधकान् |
येषां संस्मरणात् सन्तो भवाब्धेः पारमाश्रिताः ||
११६ ||
तारं नमःपदं पश्चान्नरौ दीर्घसमन्वितौ |
पवनो णायमन्त्रोऽयं प्रोक्तो वस्वक्षरात्मकः ||
११७ ||
साध्यो नारायणः प्रोक्तो मुनिश्छन्द उदाहृतम् |
मन्त्रस्य देवी गायत्री देवता विष्णुरव्ययः ||
११८ ||
क्रुद्धोल्काय हृदाख्यातं महोल्काय शिरः स्मृतम् |
वीरोल्काय शिखा प्रोक्ता व्युल्काय कवचं मतम् ||
११९ ||
सहस्रोल्कायास्त्रमुक्तमङ्गकल्पादिरियं मता |
भूयोवर्णैर्मनोः षड्भिः षडङ्गानि समाचरेत् |
अवशिष्टौ पुनर्वर्णौ विन्यसेत् कुक्षिपृष्ठयोः ||
१२० ||
अथ ध्यानम्— उद्यत्कोटिदिवाकराभमनिशं शङ्खं गदां पङ्कजं चक्रं बिभ्रतमिन्दिरावसुमतीसंशोभिपार्श्वद्वयम् |
कोटीराङ्गदहारकुण्डलधरं पीताम्बरं कौस्तुभोद्दीप्तं विश्वधरं स्ववक्षसि लसच्छ्रीवत्सचिह्नं भजे ||
१२१ ||
अथ पुरश्चरणम्— विकारलक्षं प्रजपेन्मनुमेनं समाहितः |
तद्दशांशं सरसिजैर्जुहुयान्मधुराप्लुतैः ||
१२२ ||
विकारलक्षं षोडशलक्षम् |

Bedeutung und Funktion: Nun die Vishnu-Mantras. In der Sharada: 116–118: „Ich erkläre jetzt die großen Mantras Vishnus, die alle Ziele verwirklichen. Durch ihre Erinnerung haben die Guten das jenseitige Ufer des Daseinsmeeres erreicht. Tara, das Wort Namah, dann Na und Ra mit langen Vokalen, Pavana und ‚naya‘: Dieser Mantra besteht aus acht Silben. Als Seher wird Sadhya Narayana genannt; sein Versmaß ist die göttliche Gayatri, seine Gottheit der unvergängliche Vishnu. 119–120: ‚Dem Kruddholka‘ gilt für das Herz, ‚Dem Maholka‘ für den Kopf, ‚Dem Virolka‘ für die Shikha, ‚Dem Vyulka‘ für die Rüstung und ‚Dem Sahasrolka‘ für Astra. Dies gilt als das erste Anga-Verfahren. Sodann vollziehe man die sechs Angas mit sechs Lauten des Mantras und lege die beiden übrigen Laute auf Bauch und Rücken auf.“ Nun Dhyana: 121: „Ich verehre beständig den Träger des Alls, der wie zehn Millionen aufgehende Sonnen leuchtet, Muschelhorn, Keule, Lotus und Rad trägt und dessen beide Seiten von Indira und Vasumati geschmückt werden. Er trägt Krone, Armspangen, Halsketten und Ohrringe, ist gelb gekleidet und strahlt durch den Kaustubha-Edelstein. Auf seiner Brust glänzt das Shrivatsa-Zeichen.“ Nun Purashcharana: 122: „Gesammelt wiederhole man diesen Mantra vikara-mal hunderttausend und opfere ein Zehntel mit süß getränkten Lotussen.“ Vikara-mal hunderttausend bedeutet sechzehnmal hunderttausend, also 1.600.000.

M0460. Vasudeva-Mantra 123–127
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 267, Vasudeva-Mantra 123–127
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mantrāntaraṃ tatraiva— praṇavo hṛdbhagavate vāsudevāya kīrtitaḥ |
pradhānaṃ vaiṣṇave tantre mantro'yaṃ dvādaśākṣaraḥ ||
123 ||
ṛṣiḥ prajāpatiśchando gāyatrī parikīrtitā |
devatā'sya manoḥ prokto vāsudevo manīṣibhiḥ ||
124 ||
tāreṇa hṛdayaṃ proktaṃ namasā śira īritam |
caturvarṇaiḥ śikhā proktā pañcārṇaiḥ kavacaṃ matam |
samastena bhavedastramaṅgakalpanamīritam ||
125 ||
atha dhyānam— viṣṇuṃ śāradacandrakoṭisadṛśaṃ śaṅkhaṃ rathāṅgaṃ gadāmambhojaṃ dadhataṃ sitābjanilayaṃ kāntyā jaganmohanam |
ābaddhāṅgadahārakuṇḍalamahāmauliṃ sphuratkaṅkaṇaṃ śrīvatsāṅkamudārakaustubhadharaṃ vande munīndraiḥ stutam ||
126 ||
atha puraścaraṇam— varṇalakṣaṃ japenmantraṃ dīkṣito vijitendriyaḥ |
tatsahasraṃ prajuhuyāt tilairājyapariplutaiḥ ||
127 ||

Devanagari:
अथ मन्त्रान्तरं तत्रैव— प्रणवो हृद्भगवते वासुदेवाय कीर्तितः |
प्रधानं वैष्णवे तन्त्रे मन्त्रोऽयं द्वादशाक्षरः ||
१२३ ||
ऋषिः प्रजापतिश्छन्दो गायत्री परिकीर्तिता |
देवताऽस्य मनोः प्रोक्तो वासुदेवो मनीषिभिः ||
१२४ ||
तारेण हृदयं प्रोक्तं नमसा शिर ईरितम् |
चतुर्वर्णैः शिखा प्रोक्ता पञ्चार्णैः कवचं मतम् |
समस्तेन भवेदस्त्रमङ्गकल्पनमीरितम् ||
१२५ ||
अथ ध्यानम्— विष्णुं शारदचन्द्रकोटिसदृशं शङ्खं रथाङ्गं गदामम्भोजं दधतं सिताब्जनिलयं कान्त्या जगन्मोहनम् |
आबद्धाङ्गदहारकुण्डलमहामौलिं स्फुरत्कङ्कणं श्रीवत्साङ्कमुदारकौस्तुभधरं वन्दे मुनीन्द्रैः स्तुतम् ||
१२६ ||
अथ पुरश्चरणम्— वर्णलक्षं जपेन्मन्त्रं दीक्षितो विजितेन्द्रियः |
तत्सहस्रं प्रजुहुयात् तिलैराज्यपरिप्लुतैः ||
१२७ ||

Bedeutung und Funktion: Nun ein anderer Mantra, ebendort: 123–124: „Pranava, die Herz-Endung, ‚Bhagavate Vasudevaya‘: Dieser zwölfsilbige Mantra ist der wichtigste im Vaishnava-Tantra. Sein Rishi ist Prajapati, sein Versmaß Gayatri; als Gottheit nennen die Weisen Vasudeva. 125: Tara gehört zum Herzen, Namah zum Kopf, die vier [folgenden] Silben zur Shikha und die fünf [darauffolgenden] zur Rüstung. Der ganze Mantra bildet Astra. So wird das Anga-Verfahren erklärt.“ Nun Dhyana: 126: „Ich verneige mich vor Vishnu, gleich zehn Millionen Herbstmonden, mit Muschelhorn, Rad, Keule und Lotus, auf weißem Lotus ruhend und durch seine Schönheit die Welt bezaubernd. Armspangen, Halsketten, Ohrringe, eine große Krone und glänzende Armreifen schmücken ihn. Er trägt das Shrivatsa-Zeichen und den herrlichen Kaustubha und wird von den vorzüglichsten Weisen gepriesen.“ Nun Purashcharana: 127: „Eingeweiht und mit beherrschten Sinnen wiederhole man den Mantra hunderttausendmal für jede Silbe; entsprechend tausend [Gaben je Silbe] bringe man mit in Ghee getränktem Sesam als Homa dar.“ [Die Zahlenrelation tatsahasra ist knapp; sie wird nicht in die anderswo genannte Zehntelregel geändert.]

M0461. Lakshmi-Vasudeva-Mantra 128–130
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 267, Lakshmi-Vasudeva-Mantra 128–130
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha lakṣmīvāsudevamantrastatraiva— hṛllekhābījayugalaṃ ramābījayugaṃ tataḥ |
lakṣmyante vāsudevāya hṛdantaḥ praṇavādikaḥ ||
128 ||
caturdaśākṣaraiḥ prokto mantro'yaṃ surapādapaḥ |
hṛdayaṃ śaktibījābhyāṃ ramābhyāṃ śira īritam ||
129 ||
lakṣmyā proktā śikhā varma vāsudevāya īritam |
namaḥ sāstraṃ samādiṣṭaṃ sarvaṃ tārādi kalpayet ||
130 ||

Devanagari:
अथ लक्ष्मीवासुदेवमन्त्रस्तत्रैव— हृल्लेखाबीजयुगलं रमाबीजयुगं ततः |
लक्ष्म्यन्ते वासुदेवाय हृदन्तः प्रणवादिकः ||
१२८ ||
चतुर्दशाक्षरैः प्रोक्तो मन्त्रोऽयं सुरपादपः |
हृदयं शक्तिबीजाभ्यां रमाभ्यां शिर ईरितम् ||
१२९ ||
लक्ष्म्या प्रोक्ता शिखा वर्म वासुदेवाय ईरितम् |
नमः सास्त्रं समादिष्टं सर्वं तारादि कल्पयेत् ||
१३० ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Lakshmi-Vasudeva-Mantra, ebendort: 128–130: „Zweimal das Hrillekha-Bija, dann zweimal das Rama-Bija; auf Lakshmi folgt ‚Vasudevaya‘. Der Mantra beginnt mit Pranava und endet mit der Herz-Endung. Dieser vierzehnsilbige Mantra wird als göttlicher Wunschbaum gepriesen. Die beiden Shakti-Bijas bilden das Herz, die beiden Rama-Bijas den Kopf; Lakshmi gehört zur Shikha, ‚Vasudevaya‘ zur Rüstung, Namah zu Astra. Alles bilde man mit Tara am Anfang.“ [Die Bijas sind durch Namen bezeichnet; eine vollständige Lautformel wird hier nicht ergänzt.]

M0462. Sechssilbiger Vishnu-Mantra 135–138
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 268, Sechssilbiger Vishnu-Mantra 135–138
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
vaiṣvaksenyām— atha mantrāntaraṃ vakṣye viṣṇoḥ sarvārthasādhakam |
ṅe'ntaṃ viṣṇuṃ samuddhṛtya hṛdayaṃ bāṇavarṇakaḥ |
bhavābdheḥ setubhūto'yamavyaktādyaḥ ṣaḍakṣaraḥ ||
135 ||
avyaktaṃ praṇavaḥ |
nārado'sya muniśchando gāyatrīviṣṇuravyayaḥ |
devatā mantravarṇaistu ṣaḍaṅgāni prakalpayet ||
136 ||
śaṅkhacakragadāpadmadharaṃ lakṣmīsamāvṛtam |
pītāmbaraṃ ghanaśyāmaṃ dhyāyedviṣṇuṃ sanātanam ||
137 ||
atha puraścaraṇam— varṇalakṣaṃ japenmantraṃ trimadhvaktaistilairhunet |
tarpaṇādi tataḥ kuryādevaṃ siddho bhavenmanuḥ ||
138 ||

Devanagari:
वैष्वक्सेन्याम्— अथ मन्त्रान्तरं वक्ष्ये विष्णोः सर्वार्थसाधकम् |
ङेऽन्तं विष्णुं समुद्धृत्य हृदयं बाणवर्णकः |
भवाब्धेः सेतुभूतोऽयमव्यक्ताद्यः षडक्षरः ||
१३५ ||
अव्यक्तं प्रणवः |
नारदोऽस्य मुनिश्छन्दो गायत्रीविष्णुरव्ययः |
देवता मन्त्रवर्णैस्तु षडङ्गानि प्रकल्पयेत् ||
१३६ ||
शङ्खचक्रगदापद्मधरं लक्ष्मीसमावृतम् |
पीताम्बरं घनश्यामं ध्यायेद्विष्णुं सनातनम् ||
१३७ ||
अथ पुरश्चरणम्— वर्णलक्षं जपेन्मन्त्रं त्रिमध्वक्तैस्तिलैर्हुनेत् |
तर्पणादि ततः कुर्यादेवं सिद्धो भवेन्मनुः ||
१३८ ||

Bedeutung und Funktion: In der Vaishvaksenya: 135: „Nun erkläre ich einen weiteren Mantra Vishnus, der alle Ziele verwirklicht. Man bilde ‚Vishnu‘ im Dativ und die Herz-Endung; dies ergibt fünf Silben. Mit Avyakta am Anfang hat er sechs Silben und wird zur Brücke über das Meer des Daseins.“ Avyakta bedeutet Pranava. 136–137: „Sein Seher ist Narada, sein Versmaß Gayatri, seine Gottheit der unvergängliche Vishnu. Mit den Lauten des Mantras bilde man die sechs Angas. Man meditiere über den ewigen Vishnu, Muschelhorn, Rad, Keule und Lotus tragend, von Lakshmi begleitet, gelb gekleidet und dunkel wie eine Regenwolke.“ Nun Purashcharana: 138: „Hunderttausendmal je Silbe wiederhole man den Mantra und vollziehe Homa mit Sesam, bestrichen mit den drei süßen Stoffen. Danach vollziehe man Tarpana und die übrigen Handlungen; so wird der Mantra wirksam.“

M0463. Matsya-Mantra und Purashcharana 139–149
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 268–269, Matsya-Mantra und Purashcharana 139–149
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha matsyamantro merutantre— eka evābhavanmatsyāvatāraḥ kalpa ādime |
tasya mantraṃ pravakṣyāmi bhuktimuktipradāyakam ||
139 ||
tāro namo bhagavate mai~ matsyāya ramāṃ vadet |
dvādaśākṣaramantro'yaṃ munirbrahmā samīritaḥ ||
140 ||
gāyatrī chanda uddiṣṭaṃ devatā mīnavigrahaḥ |
bhagavān sa ramānātho bījaṃ śrīma~ ca kīlakam ||
141 ||
mantrapadaiḥ karāṅganyāsau kāryau |
atha dhyānam— nābhyādho rohitasamaṃ ākaṇṭhaṃ ca narākṛtiḥ |
ghanaśyāmaścaturbāhuḥ śaṅkhacakragadādharaḥ ||
142 ||
śṛṅgīmatsyanibho mūrdhā lakṣmīvakṣovirājitaḥ |
padmacihnitasarvāṅgaḥ sundaraścārulocanaḥ ||
143 ||
puraścaraṇamāha— japed dvādaśasāhasraṃ trimadhvaktaistilairhunet |
pratyahaṃ taddaśāṃśena vaiśākhe kārtike tathā ||
144 ||
māghe ca mārgaśīrṣe ca haviṣyāśī jitendriyaḥ |
ārabhya bhādrabahulamaṣṭamīṣoḍaśāhakam ||
145 ||
lakṣmīmanuṃ japennityamidaṃ cāpi kalāśatam |
tathaiva homaḥ kartavyo'nyadivaseṣu tu ||
146 ||
tarpayed dvādaśaśataṃ tilataṇḍulacandanaiḥ |
ādyantayoḥ śataṃ cāṣṭau tarpayecca tathā śriyam ||
147 ||
raktotpalairvā padmairvā mālatyādyaiḥ sugandhibhiḥ |
evaṃ kṛte varṣamekaṃ mantrasiddhiḥ prajāyate ||
148 ||
nityaṃ dvādaśaviprāṃśca śrīrūpāṃ ca suvāsinīm |
bhojayet pūjanaṃ cāsya caret toyāśaye sadā ||
149 ||

Devanagari:
अथ मत्स्यमन्त्रो मेरुतन्त्रे— एक एवाभवन्मत्स्यावतारः कल्प आदिमे |
तस्य मन्त्रं प्रवक्ष्यामि भुक्तिमुक्तिप्रदायकम् ||
१३९ ||
तारो नमो भगवते मैँ मत्स्याय रमां वदेत् |
द्वादशाक्षरमन्त्रोऽयं मुनिर्ब्रह्मा समीरितः ||
१४० ||
गायत्री छन्द उद्दिष्टं देवता मीनविग्रहः |
भगवान् स रमानाथो बीजं श्रीमँ च कीलकम् ||
१४१ ||
मन्त्रपदैः कराङ्गन्यासौ कार्यौ |
अथ ध्यानम्— नाभ्याधो रोहितसमं आकण्ठं च नराकृतिः |
घनश्यामश्चतुर्बाहुः शङ्खचक्रगदाधरः ||
१४२ ||
शृङ्गीमत्स्यनिभो मूर्धा लक्ष्मीवक्षोविराजितः |
पद्मचिह्नितसर्वाङ्गः सुन्दरश्चारुलोचनः ||
१४३ ||
पुरश्चरणमाह— जपेद् द्वादशसाहस्रं त्रिमध्वक्तैस्तिलैर्हुनेत् |
प्रत्यहं तद्दशांशेन वैशाखे कार्तिके तथा ||
१४४ ||
माघे च मार्गशीर्षे च हविष्याशी जितेन्द्रियः |
आरभ्य भाद्रबहुलमष्टमीषोडशाहकम् ||
१४५ ||
लक्ष्मीमनुं जपेन्नित्यमिदं चापि कलाशतम् |
तथैव होमः कर्तव्योऽन्यदिवसेषु तु ||
१४६ ||
तर्पयेद् द्वादशशतं तिलतण्डुलचन्दनैः |
आद्यन्तयोः शतं चाष्टौ तर्पयेच्च तथा श्रियम् ||
१४७ ||
रक्तोत्पलैर्वा पद्मैर्वा मालत्याद्यैः सुगन्धिभिः |
एवं कृते वर्षमेकं मन्त्रसिद्धिः प्रजायते ||
१४८ ||
नित्यं द्वादशविप्रांश्च श्रीरूपां च सुवासिनीम् |
भोजयेत् पूजनं चास्य चरेत् तोयाशये सदा ||
१४९ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Matsya-Mantra im Merutantra: 139–141: „Im ersten Kalpa gab es eine einzige Matsya-Inkarnation. Ich erkläre ihren Mantra, der Genuss und Befreiung gewährt: Tara, ‚namo bhagavate‘, maim, ‚matsyaya‘ und Rama. Dieser Mantra hat zwölf Silben; sein Seher ist Brahma, sein Versmaß Gayatri, seine Gottheit der Herr in Fischgestalt, der Gemahl Ramas. Das Bija ist … und shrimam der Keil.“ [Die Zuordnung von Bija und Kilaka ist im Druck unvollständig beziehungsweise gestört; das sichtbare maim trägt Chandrabindu.] Mit den Wörtern des Mantras sind Hand- und Gliedernyasa auszuführen. Nun Dhyana: 142–143: „Unterhalb des Nabels gleicht er einem Rohita-Fisch, bis zur Kehle hat er Menschengestalt. Dunkel wie eine Regenwolke, vierarmig, trägt er Muschelhorn, Rad und Keule. Sein Kopf gleicht einem gehörnten Fisch; Lakshmi ziert seine Brust. Alle Glieder tragen Lotuszeichen; er ist schön und hat liebliche Augen.“ Das Purashcharana wird erklärt: 144–149: „Zwölftausendmal wiederhole man den Mantra täglich in Vaishakha, Karttika, Magha und Margashirsha; mit Sesam, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, opfere man ein Zehntel, während man Havisya-Speise isst und die Sinne beherrscht. Beginnend am achten Tag der dunklen Hälfte von Bhadra übe man sechzehn Tage lang täglich Japa des Lakshmi-Mantras und dieses Mantras sechzehnhundertmal; entsprechend vollziehe man Homa. An den anderen Tagen bringe man zwölfhundert Tarpana-Gaben mit Sesam, Reis und Sandelholz dar. Am Anfang und Ende sättige man Shri je hundertachtmal mit roten Wasserlilien, Lotussen oder duftenden Malati-Blüten und dergleichen. Wird dies ein Jahr lang getan, entsteht Mantra-Siddhi. Täglich speise man zwölf Brahmanen und eine verheiratete Frau als Verkörperung Shris. Die Verehrung dieser Gottheit vollziehe man stets an einem Gewässer.“

M0464. Wirkung des Matsya-Mantras auf andere Mantras 150–154
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 269, Wirkung des Matsya-Mantras auf andere Mantras 150–154
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tathā— evaṃ siddhamanurmantrī jāyate siddhibhājanam |
etadyuktaṃ śataṃ mantraṃ japedaṣṭottaraṃ śatam ||
150 ||
taddevatādine siddhaḥ pustakādeva jāyate |
akuṇṭhitaprayogeṣu na punastasya saṃskṛtiḥ ||
151 ||
etatpallavitā mantrā mama siddhyanti pārvati |
etatsampuṭitāḥ sarve vaidikāḥ siddhidāḥ kalau ||
152 ||
anena grathitā japtāḥ kaule syurdrutasiddhidāḥ |
gāṇeśā vaiṣṇavāḥ saurāḥ siddhiṃ dadyurvidarbhitāḥ ||
153 ||
yadbalāt sarvamantrāṇāṃ svayaṃ siddhiḥ prajāyate |
tasmānnokto nānyatantre merutantre prakāśitaḥ ||
154 ||

Devanagari:
तथा— एवं सिद्धमनुर्मन्त्री जायते सिद्धिभाजनम् |
एतद्युक्तं शतं मन्त्रं जपेदष्टोत्तरं शतम् ||
१५० ||
तद्देवतादिने सिद्धः पुस्तकादेव जायते |
अकुण्ठितप्रयोगेषु न पुनस्तस्य संस्कृतिः ||
१५१ ||
एतत्पल्लविता मन्त्रा मम सिद्ध्यन्ति पार्वति |
एतत्सम्पुटिताः सर्वे वैदिकाः सिद्धिदाः कलौ ||
१५२ ||
अनेन ग्रथिता जप्ताः कौले स्युर्द्रुतसिद्धिदाः |
गाणेशा वैष्णवाः सौराः सिद्धिं दद्युर्विदर्भिताः ||
१५३ ||
यद्बलात् सर्वमन्त्राणां स्वयं सिद्धिः प्रजायते |
तस्मान्नोक्तो नान्यतन्त्रे मेरुतन्त्रे प्रकाशितः ||
१५४ ||

Bedeutung und Funktion: Ferner: 150–151: „Hat der Mantraübende seinen Mantra so verwirklicht, wird er zum Empfänger von Siddhi. Einen mit diesem verbundenen Mantra wiederhole man hundertachtmal [das zusätzliche Wort „hundert“ ist in der Satzfügung nicht eindeutig]. Am Tag seiner Gottheit wird er wirksam, selbst wenn er nur einem Buch entnommen wurde. Bei ungehinderten Anwendungen bedarf er keiner erneuten Weihe. 152–154: Meine Mantras werden wirksam, Parvati, wenn dieser als Pallava angefügt wird. Alle vedischen Mantras verleihen im Kali-Zeitalter Siddhi, wenn sie von ihm umschlossen werden. Mit ihm verflochten und im Kaula-Verfahren wiederholt, verleihen sie rasch Siddhi. Ganesha-, Vishnu- und Surya-Mantras gewähren Siddhi, wenn er in sie eingefügt wird. Durch seine Kraft entsteht die Wirksamkeit aller Mantras von selbst. Darum wurde er nicht in anderen Tantras, sondern im Merutantra offenbart.“

M0465. Kurma-Mantra 155–160
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 270, Kurma-Mantra 155–160
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha kūrmamantrastatraiva— athātaḥ sampravakṣyāmi kūrmamantraṃ mahādbhutam |
ekaḥ kūrmāvatāro'bhūnmathyamāne mahādadhau ||
155 ||
tāro namo bhagavate ku~ kūrmāya dharādhara |
dhurandharāya ṇasyānte siddhavarṇo mato manuḥ ||
156 ||
prakṛtiśchanda uditaṃ kaśyapo'sya munirmataḥ |
devatā bhagavān viṣṇurmataḥ kacchaparūpadhṛk ||
157 ||
dharādharetyādiśaktiḥ ku~ bījaṃ sveṣṭasiddhaye |
niyogo devatā dhyānaṃ śaṅkhacakragadādharam ||
158 ||
pītāmbaraṃ kūrmapṛṣṭhaṃ nyastalāṅgalaśobhitam |
dīrghagrīvaṃ mahāgrāhaṃ gilantaṃ raktalocanam ||
159 ||
mantravarṇaiḥ ṣaḍaṅgāni japo lakṣacatuṣṭayam |
ājyahomastarpaṇaṃ tu candanotpalavāribhiḥ ||
160 ||

Devanagari:
अथ कूर्ममन्त्रस्तत्रैव— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि कूर्ममन्त्रं महाद्भुतम् |
एकः कूर्मावतारोऽभून्मथ्यमाने महादधौ ||
१५५ ||
तारो नमो भगवते कुँ कूर्माय धराधर |
धुरन्धराय णस्यान्ते सिद्धवर्णो मतो मनुः ||
१५६ ||
प्रकृतिश्छन्द उदितं कश्यपोऽस्य मुनिर्मतः |
देवता भगवान् विष्णुर्मतः कच्छपरूपधृक् ||
१५७ ||
धराधरेत्यादिशक्तिः कुँ बीजं स्वेष्टसिद्धये |
नियोगो देवता ध्यानं शङ्खचक्रगदाधरम् ||
१५८ ||
पीताम्बरं कूर्मपृष्ठं न्यस्तलाङ्गलशोभितम् |
दीर्घग्रीवं महाग्राहं गिलन्तं रक्तलोचनम् ||
१५९ ||
मन्त्रवर्णैः षडङ्गानि जपो लक्षचतुष्टयम् |
आज्यहोमस्तर्पणं तु चन्दनोत्पलवारिभिः ||
१६० ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Kurma-Mantra, ebendort: 155–158: „Jetzt erkläre ich den höchst wunderbaren Kurma-Mantra. Beim Quirlen des großen Ozeans erschien eine Kurma-Inkarnation. Tara, ‚namo bhagavate‘, kum, ‚kurmaya‘, ‚dharadhara dhurandharaya‘ und am Ende … [die Schlussangabe nasya ist gestört]. Dies gilt als Mantra aus Siddha-Lauten [die genaue Silbenzahl bleibt unsicher]. Sein Versmaß heißt Prakriti, sein Seher Kashyapa, seine Gottheit der Herr Vishnu in Schildkrötengestalt. Der mit ‚dharadhara‘ beginnende Teil ist seine Shakti, kum sein Bija; seine Anwendung dient der Verwirklichung des eigenen Wunsches. 158–159: Das Dhyana der Gottheit: Sie trägt Muschelhorn, Rad und Keule, ist gelb gekleidet, hat einen Schildkrötenrücken und ist mit einem darauf gelegten Pflug geschmückt; langhalsig und rotäugig verschlingt sie einen großen Graha, ein Wassertier. 160: Mit den Mantralautelementen vollziehe man die sechs Angas; der Japa umfasst vierhunderttausend Wiederholungen. Homa geschieht mit Ghee, Tarpana mit Sandelholz- und Wasserlilienwasser.“

M0466. Varaha-Mantra und Dhyana 161–166
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 270, Varaha-Mantra und Dhyana 161–166
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha varāhamantrastatraiva— athātaḥ sampravakṣyāmi varāhasya manūn śubhān |
kalpe jātāścaturvarṇā avatārā ramāpateḥ ||
161 ||
tāro namo bhagavate varāheti ca saṃvadet |
rūpāya bhūrbhuvaḥ suvaḥ pataye bhūpatīti ca ||
162 ||
tvaṃ me dehi dāpayeti svāhāntaḥ suravarṇakaḥ |
śāradāyām— bhārgavo munirākhyātaśchando'nuṣṭubudāhṛtam ||
163 ||
devatādivarāho'sya mantrasya kathito budhaiḥ |
ekadaṃṣṭrāya hṛdayaṃ vyomolkāya śiraḥ smṛtam ||
164 ||
śikhā tejo'dhipataye viśvarūpāya varma ca |
mahādaṃṣṭrāya astraṃ syāt pañcāṅgamiti kalpayet ||
165 ||
atha dhyānam— āpādaṃ jānudeśādvarakanakanibhaṃ nābhideśādadhastānmuktābhaṃ kaṇṭhadeśāt taruṇaravinibhaṃ mastakānnīlabhāsam |
īḍe hastairdadhānaṃ rathacaraṇadarau khaḍgakheṭau gadākhyāṃ śaktiṃ dānābhaye ca kṣitidharaṇalasaddaṃṣṭramādyaṃ varāham ||
166 ||

Devanagari:
अथ वराहमन्त्रस्तत्रैव— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि वराहस्य मनून् शुभान् |
कल्पे जाताश्चतुर्वर्णा अवतारा रमापतेः ||
१६१ ||
तारो नमो भगवते वराहेति च संवदेत् |
रूपाय भूर्भुवः सुवः पतये भूपतीति च ||
१६२ ||
त्वं मे देहि दापयेति स्वाहान्तः सुरवर्णकः |
शारदायाम्— भार्गवो मुनिराख्यातश्छन्दोऽनुष्टुबुदाहृतम् ||
१६३ ||
देवताऽऽदिवराहोऽस्य मन्त्रस्य कथितो बुधैः |
एकदंष्ट्राय हृदयं व्योमोल्काय शिरः स्मृतम् ||
१६४ ||
शिखा तेजोऽधिपतये विश्वरूपाय वर्म च |
महादंष्ट्राय अस्त्रं स्यात् पञ्चाङ्गमिति कल्पयेत् ||
१६५ ||
अथ ध्यानम्— आपादं जानुदेशाद्वरकनकनिभं नाभिदेशादधस्तान्मुक्ताभं कण्ठदेशात् तरुणरविनिभं मस्तकान्नीलभासम् |
ईडे हस्तैर्दधानं रथचरणदरौ खड्गखेटौ गदाख्यां शक्तिं दानाभये च क्षितिधरणलसद्दंष्ट्रमाद्यं वराहम् ||
१६६ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Varaha-Mantra, ebendort: 161–163a: „Jetzt erkläre ich die glückverheißenden Mantras Varahas. In einem Kalpa erschienen Inkarnationen des Gemahls Ramas in vier Farben. Tara, ‚namo bhagavate‘, ‚varaha-rupaya‘, ‚bhur bhuvah suvah pataye‘, ‚bhupati‘ und ‚tvam me dehi dapaya‘; der Mantra endet mit Svaha und hat die Zahl der Götter als Silbenzahl.“ [Die Verbindung bhupati/tvam ist nicht eindeutig; im Sinn wird um Herrschaft über Land gebeten.] In der Sharada: 163b–165: „Sein Seher ist Bhargava, das Versmaß Anushtubh; die Weisen nennen Adivaraha als Gottheit dieses Mantras. ‚Dem Einzähnigen‘ gilt für das Herz, ‚Dem Vyomolka‘ für den Kopf, ‚Dem Herrn des Glanzes‘ für die Shikha, ‚Dem Weltgestaltigen‘ für die Rüstung und ‚Dem Großzähnigen‘ für Astra. So bilde man die fünf Angas.“ Nun Dhyana: 166: „Ich preise den ursprünglichen Varaha: von den Knien bis zu den Füßen wie herrliches Gold, unterhalb des Nabels perlenfarben, bis zur Kehle wie die junge Sonne, am Kopf blau leuchtend. In den Händen trägt er Rad und Muschelhorn, Schwert und Schild, Keule und Speer und zeigt Gabe und Furchtlosigkeit. Sein Stoßzahn glänzt, während er die Erde trägt.“

M0467. Weitere Varaha-Mantras 167–175
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 271, Weitere Varaha-Mantras 167–175
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
asya puraścaraṇaṃ tatraiva— lakṣamekaṃ japenmantraṃ madhurāktaiḥ saroruhaiḥ |
juhuyāt taddaśāṃśena pīṭhe viṣṇoḥ prapūjayet ||
167 ||
atha mantrāntarāṇi— athānyaṃ sampravakṣyāmi varāhāṣṭākṣaraṃ param |
oṃ bhūrvarāhāya namo munirbrahmā samīritaḥ ||
168 ||
jagatī chanda uddiṣṭaṃ varāho devatā smṛtaḥ |
padaiḥ samastamantreṇa pañcāṅgāni prakalpayet ||
169 ||
dhyānam— kṛṣṇāṅgaṃ nīlavaktraṃ ca malinaṃ padmasaṃsthitam |
pṛthvīśaktiyutaṃ dhyāyecchaṅkhaṃ cakrāmbujaṃ gadām ||
170 ||
bhūlakṣmīkāntiratibhiḥ samantāt parivāritam |
varmāsivādbhiśca kalau drutasiddhipradāyakam ||
171 ||
japapūjādikaṃ sarvamasya pūrvavadācaret |
etaṃ manuṃ yaḥ prabhajet sa bhavecca dharāpatiḥ ||
172 ||
imityekākṣaro mantro varāhasya prakīrtitaḥ |
hayagrīvo muniḥ proktaśchando'nuṣṭup ca devatā ||
173 ||
varāho dīrghayuktena bījenaivāṅgakalpanam |
prāgvaddhyāyedraktavarṇaṃ pūjādyaṃ pūrvavadbhavet ||
174 ||
bhūrityekākṣaraṃ bījaṃ sarvaṃ prāgvat samīritam |
pītavarṇaṃ sadā dhyāyed dvāpare drutasiddhidam ||
175 ||

Devanagari:
अस्य पुरश्चरणं तत्रैव— लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं मधुराक्तैः सरोरुहैः |
जुहुयात् तद्दशांशेन पीठे विष्णोः प्रपूजयेत् ||
१६७ ||
अथ मन्त्रान्तराणि— अथान्यं सम्प्रवक्ष्यामि वराहाष्टाक्षरं परम् |
ॐ भूर्वराहाय नमो मुनिर्ब्रह्मा समीरितः ||
१६८ ||
जगती छन्द उद्दिष्टं वराहो देवता स्मृतः |
पदैः समस्तमन्त्रेण पञ्चाङ्गानि प्रकल्पयेत् ||
१६९ ||
ध्यानम्— कृष्णाङ्गं नीलवक्त्रं च मलिनं पद्मसंस्थितम् |
पृथ्वीशक्तियुतं ध्यायेच्छङ्खं चक्राम्बुजं गदाम् ||
१७० ||
भूलक्ष्मीकान्तिरतिभिः समन्तात् परिवारितम् |
वर्मासिवाद्भिश्च कलौ द्रुतसिद्धिप्रदायकम् ||
१७१ ||
जपपूजादिकं सर्वमस्य पूर्ववदाचरेत् |
एतं मनुं यः प्रभजेत् स भवेच्च धरापतिः ||
१७२ ||
इमित्येकाक्षरो मन्त्रो वराहस्य प्रकीर्तितः |
हयग्रीवो मुनिः प्रोक्तश्छन्दोऽनुष्टुप् च देवता ||
१७३ ||
वराहो दीर्घयुक्तेन बीजेनैवाङ्गकल्पनम् |
प्राग्वद्ध्यायेद्रक्तवर्णं पूजाद्यं पूर्ववद्भवेत् ||
१७४ ||
भूरित्येकाक्षरं बीजं सर्वं प्राग्वत् समीरितम् |
पीतवर्णं सदा ध्यायेद् द्वापरे द्रुतसिद्धिदम् ||
१७५ ||

Bedeutung und Funktion: Sein Purashcharana, ebendort: 167: „Hunderttausendmal wiederhole man den Mantra. Ein Zehntel opfere man mit süß bestrichenen Lotussen und verehre ihn auf dem Vishnu-Pitha.“ Nun weitere Mantras: 168–169: „Ich erkläre einen anderen höchsten achtsilbigen Varaha-Mantra: ‚Om bhur varahaya namah‘. Sein Seher ist Brahma, das Versmaß Jagati, die Gottheit Varaha. Mit den einzelnen Wörtern und dem ganzen Mantra bilde man die fünf Angas.“ Dhyana: 170–172: „Man meditiere über ihn mit schwarzem Körper, blauem Gesicht und dunkler Erscheinung, auf einem Lotus sitzend, mit der Erd-Shakti vereint, Muschelhorn, Rad, Lotus und Keule [tragend], rings von Bhu, Lakshmi, Kanti und Rati begleitet, ferner von [einer beschädigten Angabe zu Rüstung und Schwert]. Er verleiht im Kali-Zeitalter rasche Siddhi. Japa, Puja und alles Weitere vollziehe man wie zuvor. Wer diesen Mantra verehrt, wird Herr des Landes. 173–174: Als einsilbiger Mantra Varahas wird ‚i‘ genannt. [Im Druck steht im iti; die Länge und Nasalierung einer eigenständigen Bija-Form sind daraus nicht sicher abzulesen.] Sein Seher ist Hayagriva, das Versmaß Anushtubh, die Gottheit Varaha. Mit dem durch lange Vokale erweiterten Bija werden die Angas gebildet. Wie zuvor meditiere man über ihn, nun in roter Farbe; Puja und die übrigen Handlungen geschehen wie zuvor. 175: Bhu ist ein einsilbiges Bija; alles Weitere wird wie zuvor erklärt. Man meditiere stets über ihn in gelber Farbe; im Dvapara-Zeitalter verleiht er rasch Siddhi.“

M0468. Dharani-Mantra 176–182
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 271–272, Dharani-Mantra 176–182
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha dharaṇīmantraḥ śāradāyām— hṛdayaṃ bhagavatyai syāddharaṇyai tadanantaram |
dharaṇyante dhareddvandvaṃ dviṭhānto'yaṃ dhruvādikaḥ ||
176 ||
ekonaviṃśatyarṇākhyaṃ dharāhṛdayamīritam |
varāho'sya muniḥ proktaśchando nivṛdudāhṛtam ||
177 ||
devatā sarvabhūtānāṃ prakṛtirvasudhā matā |
hṛdayaṃ tribhirākhyātaṃ caturbhiḥ śira īritam ||
178 ||
tribhiḥ śikhā samuddiṣṭā pañcabhiḥ kavacaṃ matam |
dvābhyāṃ netraṃ samākhyātaṃ dvābhyāmastraṃ punarbhavet |
mantravarṇaiḥ ṣaḍaṅgāni kuryādevaṃ vidhānavit ||
179 ||
dhyānam— śyāmāṃ vicitrāṃśukaratnabhūṣaṇāṃ padmāsanāṃ tuṅgapayodharānanām |
indīvaraṃ dve navaśālimañjarīṃ śukaṃ dadhānāṃ vasudhāṃ bhajāmaḥ ||
180 ||
puraścaraṇamāha— lakṣamenaṃ japenmantrī dharāhṛdayamādarāt |
sasarpiṣā pāyasena juhuyāt taddaśāṃśataḥ ||
181 ||
tāṃ viṣṇoḥ pūjayet pīṭhe vakṣyamāṇavidhānataḥ ||
182 ||

Devanagari:
अथ धरणीमन्त्रः शारदायाम्— हृदयं भगवत्यै स्याद्धरण्यै तदनन्तरम् |
धरण्यन्ते धरेद्द्वन्द्वं द्विठान्तोऽयं ध्रुवादिकः ||
१७६ ||
एकोनविंशत्यर्णाख्यं धराहृदयमीरितम् |
वराहोऽस्य मुनिः प्रोक्तश्छन्दो निवृदुदाहृतम् ||
१७७ ||
देवता सर्वभूतानां प्रकृतिर्वसुधा मता |
हृदयं त्रिभिराख्यातं चतुर्भिः शिर ईरितम् ||
१७८ ||
त्रिभिः शिखा समुद्दिष्टा पञ्चभिः कवचं मतम् |
द्वाभ्यां नेत्रं समाख्यातं द्वाभ्यामस्त्रं पुनर्भवेत् |
मन्त्रवर्णैः षडङ्गानि कुर्यादेवं विधानवित् ||
१७९ ||
ध्यानम्— श्यामां विचित्रांशुकरत्नभूषणां पद्मासनां तुङ्गपयोधराननाम् |
इन्दीवरं द्वे नवशालिमञ्जरीं शुकं दधानां वसुधां भजामः ||
१८० ||
पुरश्चरणमाह— लक्षमेनं जपेन्मन्त्री धराहृदयमादरात् |
ससर्पिषा पायसेन जुहुयात् तद्दशांशतः ||
१८१ ||
तां विष्णोः पूजयेत् पीठे वक्ष्यमाणविधानतः ||
१८२ ||

Bedeutung und Funktion: Nun der Dharani-Mantra in der Sharada: 176–177: „Die Herz-Endung, ‚Bhagavatyai‘, danach ‚Dharanyai‘; auf Dharani folgt zweimal ‚dhara‘. Er beginnt mit Dhruva und endet mit zweimal Tha. Dieser neunzehnsilbige Mantra heißt Dharahridaya, Herz der Erde. Sein Seher ist Varaha, sein Versmaß Nivrit, seine Gottheit Vasudha, die Urnatur aller Wesen. 178–179: Drei Silben bilden das Herz, vier den Kopf, drei die Shikha, fünf die Rüstung, zwei die Augen und zwei Astra. So vollziehe der Kenner des Verfahrens die sechs Angas mit den Lauten des Mantras.“ Dhyana: 180: „Wir verehren Vasudha: dunkel, mit buntem Seidengewand und Edelsteinschmuck, auf einem Lotus sitzend, mit hohen Brüsten und [einer sprachlich gestörten Gesichtsangabe]. Sie trägt eine blaue Wasserlilie, zwei frische Reisähren und einen Papagei.“ Das Purashcharana wird erklärt: 181–182: „Hunderttausendmal wiederhole der Mantraübende sorgfältig dieses Herz der Erde. Ein Zehntel opfere er mit Milchreis und Ghee. Man verehre sie auf dem Vishnu-Pitha nach dem noch zu erklärenden Verfahren.“

M0469. Verschlüsselte Bildung des Narasimha-Mantraraja 190–200
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 272–273, Verschlüsselte Bildung des Narasimha-Mantraraja 190–200
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
ādau viṣṇuṃ samuddhṛtya śārṅgiṇaṃ balisaṃsthitam |
pradyumnasahitaṃ paścāduddhared bhūmibālakam ||
190 ||
sagovindaṃ tataḥ prītiyuktaṃ balinamuddharet |
vaikuṇṭhānte varāhaṃ ca nārāyaṇasamanvitam ||
191 ||
samāghavavṛṣaghnākhyaṃ vṛṣaṃ narakajidgatam |
śaṅkarṣaṇāntamadhusūdanādibhyāṃ samanvitam ||
193 ||
bālasthaṃ ca musalyantamuddharecca balānujam |
vīrabhāganiruddhādyasaṃyutaṃ harimuddharet ||
194 ||
haṃsānte balinākrāntaṃ bhūdharaṃ ca tato harim |
vāsudevānvitaṃ viśvamūrtyantaṃ viṣṇusaṃyutam ||
195 ||
sāniruddhaṃ ca gadinaṃ śūlāḍhyaṃ satrivikramam |
bindumādhavasaṃyuktaṃ haṃsahaṃsāntamindukam ||
196 ||
govindayugviśvamūrtiṃ vṛṣaharyādyamindukam |
bhūdharāntaṃ tataḥ satyaṃ baliṃ pradyumnasaṃyutam ||
197 ||
savāmenādyaṃ vaikuṇṭhaṃ hariṃ sapuruṣottamam |
saviṣṇumetadubhayaṃ dviruddhṛtyāntime śiraḥ ||
198 ||
dadyāt tataḥ sātvatāntaṃ puruṣottamapūrvajam |
sakeśavāntyamuddhṛtya vaikuṇṭhapuruṣottamau ||
199 ||
yoginau viśvamūrteśca daśamaṃ sendumuddharet |
dvātriṃśadakṣarātmā'yaṃ mantrarājaḥ suradrumaḥ ||
200 ||

Devanagari:
आदौ विष्णुं समुद्धृत्य शार्ङ्गिणं बलिसंस्थितम् |
प्रद्युम्नसहितं पश्चादुद्धरेद् भूमिबालकम् ||
१९० ||
सगोविन्दं ततः प्रीतियुक्तं बलिनमुद्धरेत् |
वैकुण्ठान्ते वराहं च नारायणसमन्वितम् ||
१९१ ||
समाघववृषघ्नाख्यं वृषं नरकजिद्गतम् |
शङ्कर्षणान्तमधुसूदनादिभ्यां समन्वितम् ||
१९३ ||
बालस्थं च मुसल्यन्तमुद्धरेच्च बलानुजम् |
वीरभागनिरुद्धाद्यसंयुतं हरिमुद्धरेत् ||
१९४ ||
हंसान्ते बलिनाऽऽक्रान्तं भूधरं च ततो हरिम् |
वासुदेवान्वितं विश्वमूर्त्यन्तं विष्णुसंयुतम् ||
१९५ ||
सानिरुद्धं च गदिनं शूलाढ्यं सत्रिविक्रमम् |
बिन्दुमाधवसंयुक्तं हंसहंसान्तमिन्दुकम् ||
१९६ ||
गोविन्दयुग्विश्वमूर्तिं वृषहर्याद्यमिन्दुकम् |
भूधरान्तं ततः सत्यं बलिं प्रद्युम्नसंयुतम् ||
१९७ ||
सवामेनाद्यं वैकुण्ठं हरिं सपुरुषोत्तमम् |
सविष्णुमेतदुभयं द्विरुद्धृत्यान्तिमे शिरः ||
१९८ ||
दद्यात् ततः सात्वतान्तं पुरुषोत्तमपूर्वजम् |
सकेशवान्त्यमुद्धृत्य वैकुण्ठपुरुषोत्तमौ ||
१९९ ||
योगिनौ विश्वमूर्तेश्च दशमं सेन्दुमुद्धरेत् |
द्वात्रिंशदक्षरात्माऽयं मन्त्रराजः सुरद्रुमः ||
२०० ||

Bedeutung und Funktion: 190–191: „Zuerst bilde man Vishnu, dann Sharngin auf Bali, mit Pradyumna verbunden; danach Bhumibalaka mit Govinda. Dann bilde man Balin, mit Priti verbunden; nach Vaikuntha Varaha, mit Narayana verbunden. [Für Bhumibalaka nennt die Ausgabe die Variante ‚Bhudhara, dann …‘.] 193–194: Es folgen Vrishaghna mit Madhava, Vrisha auf Narakajit, nach Sankarshana verbunden mit Madhusudana und den weiteren [Lautbezeichnungen]. Man bilde Balanuja auf Bala mit Musalin am Ende, dann Hari, verbunden mit Virabhaga, Aniruddha und den weiteren. [Die Wortverbindung am Anfang von Vers 193 ist im Druck gestört.] 195–197: Nach Hamsa Bhudhara, von Balin überlagert; dann Hari mit Vasudeva, nach Vishvamurti, mit Vishnu verbunden; Gadin mit Aniruddha, mit Shula und Trivikrama versehen, verbunden mit Bindumadhava; nach Hamsa und Hamsa Induka. Vishvamurti mit Govinda, Induka mit Vrisha und Hari am Anfang; nach Bhudhara Satya, Bali mit Pradyumna. 198–200: Vaikuntha mit Vama am Anfang, Hari mit Purushottama; beide mit Vishnu, zweimal herausgelöst, und zuletzt die Kopf-Endung. Danach das mit Satvata endende, dem Purushottama vorangehende [Element]; das letzte mit Keshava, dann Vaikuntha und Purushottama miteinander verbunden. Das zehnte [Element] Vishvamurtis bilde man mit Indu. Dieser aus zweiunddreißig Silben bestehende König der Mantras ist ein göttlicher Wunschbaum.“ [Diese Passage ist eine verschlüsselte Lautanweisung mit lokalen syntaktischen Unsicherheiten. Sie wird nicht aus einem bekannten Narasimha-Mantra ersetzt. Die gedruckte Nummerierung springt von 191 auf 193; eine als 192 nummerierte Strophe fehlt.]

M0470. Narasimhas Name und Mantrazuordnung 206–213
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 274, Narasimhas Name und Mantrazuordnung 206–213
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
yathā nṛsiṃho bhagavān devatānāṃ śiromaṇiḥ |
yannāmasmaraṇādeva na punarjāyate bhavaḥ ||
206 ||
kiṃ punaḥ śraddhayā bhaktyā bhajatāṃ tatpadāmbujam |
sakṛduccaritaṃ yena nṛsiṃhetyakṣaratrayam ||
207 ||
dharmarājabhaṭaistasya kimarthaṃ dṛśyate mukham |
caturṇāmapi vedānāṃ sārāṃśastveka eva hi |
nṛsiṃheti nṛsiṃheti nṛsiṃheti ca kīrtanam ||
208 ||
merutantre— lobhādhikyāt kaliyuge na gururna ca devatā |
ekaṃ śreyaskaraṃ proktaṃ nṛharernāmagarjanam ||
209 ||
saṃhitāyām— athoktamantrarājasya ṛṣyādīn śṛṇu nārada |
ṛṣirbrahmā'hamuddiṣṭaśchando'nuṣṭubudāhṛtam ||
210 ||
devatā śrīnṛsiṃho'sya devadevo jagadguruḥ |
dhruvamāye bījaśaktī nārasiṃhastu kīlakam ||
211 ||
udāttastu svaraḥ prokto varṇaḥ śukla udāhṛtaḥ |
dharmārthakāmamokṣārthe viniyogaḥ prakīrtitaḥ ||
212 ||
merutantre— vedavedāṣṭaṣaṭṣaṭkaṃ vedārṇaiḥ syāt ṣaḍaṅgakam ||
213 ||

Devanagari:
यथा नृसिंहो भगवान् देवतानां शिरोमणिः |
यन्नामस्मरणादेव न पुनर्जायते भवः ||
२०६ ||
किं पुनः श्रद्धया भक्त्या भजतां तत्पदाम्बुजम् |
सकृदुच्चरितं येन नृसिंहेत्यक्षरत्रयम् ||
२०७ ||
धर्मराजभटैस्तस्य किमर्थं दृश्यते मुखम् |
चतुर्णामपि वेदानां सारांशस्त्वेक एव हि |
नृसिंहेति नृसिंहेति नृसिंहेति च कीर्तनम् ||
२०८ ||
मेरुतन्त्रे— लोभाधिक्यात् कलियुगे न गुरुर्न च देवता |
एकं श्रेयस्करं प्रोक्तं नृहरेर्नामगर्जनम् ||
२०९ ||
संहितायाम्— अथोक्तमन्त्रराजस्य ऋष्यादीन् शृणु नारद |
ऋषिर्ब्रह्माऽहमुद्दिष्टश्छन्दोऽनुष्टुबुदाहृतम् ||
२१० ||
देवता श्रीनृसिंहोऽस्य देवदेवो जगद्गुरुः |
ध्रुवमाये बीजशक्ती नारसिंहस्तु कीलकम् ||
२११ ||
उदात्तस्तु स्वरः प्रोक्तो वर्णः शुक्ल उदाहृतः |
धर्मार्थकाममोक्षार्थे विनियोगः प्रकीर्तितः ||
२१२ ||
मेरुतन्त्रे— वेदवेदाष्टषट्षट्कं वेदार्णैः स्यात् षडङ्गकम् ||
२१३ ||

Bedeutung und Funktion: 206–208: „Wie der Herr Narasimha das Kronjuwel der Götter ist — allein durch die Erinnerung an seinen Namen entsteht keine erneute Daseinsgeburt —, um wie viel mehr gilt dies für jene, die seine Lotusfüße mit Vertrauen und Hingabe verehren! Wer die drei Silben ‚Narasimha‘ auch nur einmal ausgesprochen hat: Warum sollten die Diener des Todesgottes sein Gesicht zu sehen bekommen? Die eine Essenz aller vier Veden ist das Singen: ‚Narasimha, Narasimha, Narasimha!‘“ Im Merutantra: 209: „Durch das Übermaß an Gier [gelten] im Kali-Zeitalter weder Guru noch Gottheit. Als das eine heilbringende Mittel wird das machtvolle Rufen von Nriharis Namen gelehrt.“ [Die knappe Verneinung ist quellengetreu erhalten; ihr genauer Bezug bleibt unausgesprochen.] In der Samhita: 210–212: „Höre nun, Narada, Rishi und weitere Zuordnungen des erklärten Königs der Mantras. Ich, Brahma, werde als sein Rishi genannt; das Versmaß ist Anushtubh. Seine Gottheit ist der erhabene Narasimha, Gott der Götter und Guru der Welt. Dhruva und Maya sind Bija und Shakti; Narasimha ist der Kilaka. Sein Ton ist Udatta, seine Farbe weiß. Seine Anwendung dient Dharma, Artha, Kama und Moksha.“ Im Merutantra: 213: „Mit vier, vier, acht, sechs, sechs und vier Silben werden die sechs Angas gebildet.“

M0471. Zweiter Narasimha-Mantra 270–275
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 278–279, Zweiter Narasimha-Mantra 270–275
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
atha mantrabhedā merutantre— athātaḥ sampravakṣyāmi dvitīyaṃ nṛhariṃ vibhum ||
270 ||
saṃhitāyām— atha vakṣye nṛsiṃhasya bījarūpaṃ manūttamam |
saṃvarto vahnimārūḍho manusvaravibhūṣitaḥ ||
271 ||
bindunādakalākānto bhuktimuktiprado manuḥ |
atrirasya muniḥ prokto gāyatrī chanda īritam ||
272 ||
devatā nṛhariḥ proktaḥ surāsuranamaskṛtaḥ |
ṣaḍdīrghabhājā bījena ṣaḍaṅgāni prakalpayet |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ mantrarājoditaṃ caret ||
273 ||
asya puraścaraṇamuktaṃ merutantre— ekalakṣaṃ japenmantraṃ haviṣyāśī jitendriyaḥ |
taddaśāṃśaṃ hunet samyagghṛtāktaiḥ pāyasaiḥ śubhaiḥ ||
274 ||
tarpayecchuddhasalilaiḥ kṛtvā cātmābhiṣecanam |
brāhmaṇān samyagārādhya siddhamantraḥ samācaret |
mantrarājoditān sarvān prayogānatra sādhakaḥ ||
275 ||

Devanagari:
अथ मन्त्रभेदा मेरुतन्त्रे— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि द्वितीयं नृहरिं विभुम् ||
२७० ||
संहितायाम्— अथ वक्ष्ये नृसिंहस्य बीजरूपं मनूत्तमम् |
संवर्तो वह्निमारूढो मनुस्वरविभूषितः ||
२७१ ||
बिन्दुनादकलाकान्तो भुक्तिमुक्तिप्रदो मनुः |
अत्रिरस्य मुनिः प्रोक्तो गायत्री छन्द ईरितम् ||
२७२ ||
देवता नृहरिः प्रोक्तः सुरासुरनमस्कृतः |
षड्दीर्घभाजा बीजेन षडङ्गानि प्रकल्पयेत् |
ध्यानपूजादिकं सर्वं मन्त्रराजोदितं चरेत् ||
२७३ ||
अस्य पुरश्चरणमुक्तं मेरुतन्त्रे— एकलक्षं जपेन्मन्त्रं हविष्याशी जितेन्द्रियः |
तद्दशांशं हुनेत् सम्यग्घृताक्तैः पायसैः शुभैः ||
२७४ ||
तर्पयेच्छुद्धसलिलैः कृत्वा चात्माभिषेचनम् |
ब्राह्मणान् सम्यगाराध्य सिद्धमन्त्रः समाचरेत् |
मन्त्रराजोदितान् सर्वान् प्रयोगानत्र साधकः ||
२७५ ||

Bedeutung und Funktion: Nun Mantra-Varianten im Merutantra: 270: „Jetzt erkläre ich den zweiten allgegenwärtigen Nrihari.“ In der Samhita: 271–273: „Ich erkläre Narasimhas vorzüglichen Mantra in Bija-Gestalt: Samvarta auf Vahni, mit dem Manu-Vokal geschmückt, von Bindu, Nada und Kala erhellt. Dieser Mantra schenkt Genuss und Befreiung. Sein Seher ist Atri, sein Versmaß Gayatri, seine Gottheit Nrihari, den Götter und Asuras verehren. Mit dem Bija, verbunden mit den sechs langen Vokalen, bilde man die sechs Angas. Dhyana, Puja und alles Weitere vollziehe man, wie es für den König der Mantras gelehrt wurde.“ Sein Purashcharana wird im Merutantra erklärt: 274–275: „Hunderttausendmal wiederhole man den Mantra, während man Havisya-Speise isst und die Sinne beherrscht. Ein Zehntel opfere man ordnungsgemäß mit gutem, gheegetränktem Milchreis. Man vollziehe Tarpana mit reinem Wasser, besprenge sich selbst und ehre die Brahmanen angemessen. Der Sadhaka, dessen Mantra wirksam geworden ist, führe hier alle Anwendungen aus, die beim Mantraraja genannt wurden.“

M0472. Dritter Narasimha-Mantra 276–280
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 279, Dritter Narasimha-Mantra 276–280
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
tatraiva— athātaḥ sampravakṣyāmi tṛtīyaṃ nṛharermanum ||
276 ||
śāradāyām— pāśaḥ śaktirnarahariraṅkuśo varma phaḍmanuḥ |
ṣaḍakṣaro narahareḥ kathitaḥ sarvakāmadaḥ ||
277 ||
ṛṣirbrahmā samuddiṣṭaḥ paṅktiśchanda udāhṛtam |
devatā narasiṃho'sya ṣaḍbījairaṅgakalpanā ||
278 ||
atha dhyānam— kopādālolajihvaṃ vivṛtanijamukhaṃ somasūryāgninetraṃ pādādānābhiraktaprabhamuparisitaṃ bhinnadaityendragātram |
śaṅkhaṃ cakraṃ sapāśāṅkuśakuliśagadādāraṇānyudvahantaṃ bhīmaṃ tīkṣṇāgradaṃṣṭraṃ maṇimayavividhākalpamīḍe nṛsiṃham ||
279 ||
puraścaraṇamāha— ṛtulakṣaṃ japedenaṃ ghṛtena juhuyāt tataḥ |
tatsahasraṃ samiddhe'gnau toṣayeddraviṇairgurum ||
280 ||

Devanagari:
तत्रैव— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि तृतीयं नृहरेर्मनुम् ||
२७६ ||
शारदायाम्— पाशः शक्तिर्नरहरिरङ्कुशो वर्म फड्मनुः |
षडक्षरो नरहरेः कथितः सर्वकामदः ||
२७७ ||
ऋषिर्ब्रह्मा समुद्दिष्टः पङ्क्तिश्छन्द उदाहृतम् |
देवता नरसिंहोऽस्य षड्बीजैरङ्गकल्पना ||
२७८ ||
अथ ध्यानम्— कोपादालोलजिह्वं विवृतनिजमुखं सोमसूर्याग्निनेत्रं पादादानाभिरक्तप्रभमुपरिसितं भिन्नदैत्येन्द्रगात्रम् |
शङ्खं चक्रं सपाशाङ्कुशकुलिशगदादारणान्युद्वहन्तं भीमं तीक्ष्णाग्रदंष्ट्रं मणिमयविविधाकल्पमीडे नृसिंहम् ||
२७९ ||
पुरश्चरणमाह— ऋतुलक्षं जपेदेनं घृतेन जुहुयात् ततः |
तत्सहस्रं समिद्धेऽग्नौ तोषयेद्द्रविणैर्गुरुम् ||
२८० ||

Bedeutung und Funktion: Ebendort: 276: „Jetzt erkläre ich den dritten Mantra Nriharis.“ In der Sharada: 277–278: „Pasha, Shakti, Narahari, Ankusha, Varman und Phat: Dies ist Naraharis sechssilbiger Mantra, der alle Wünsche erfüllt. Sein Rishi ist Brahma, sein Versmaß Pankti, seine Gottheit Narasimha. Mit den sechs Bijas werden die Angas gebildet.“ Nun Dhyana: 279: „Ich preise Narasimha: Vor Zorn bewegt sich seine Zunge, sein Mund steht offen, Mond, Sonne und Feuer sind seine Augen. Von den Füßen bis zum Nabel leuchtet er rot, darüber weiß; den Körper des Dämonenherrschers hat er zerrissen. Er trägt Muschelhorn, Rad, Schlinge, Haken, Vajra und Keule, und [weitere Hände vollziehen] das Zerreißen. Furchtbar ist er, mit spitzen Fangzähnen und vielerlei Edelsteinschmuck.“ Das Purashcharana wird erklärt: 280: „Sechshunderttausendmal wiederhole man ihn und opfere dann entsprechend tausend [Gaben] mit Ghee in das entfachte Feuer. Mit Gaben stelle man den Guru zufrieden.“

M0473. Jvalamali-Narasimha-Mantra 281–289
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 279–280, Jvalamali-Narasimha-Mantra 281–289
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— athātaḥ sampravakṣyāmi turyamanvantarodbhavam |
jvālāmālinṛsiṃhasya manuṃ bhūtādināśakam ||
281 ||
śāradāyām— bījaṃ namo bhagavate narasiṃhāya tatparam |
syājjvālāmāline paścāddīptadaṃṣṭrāya tatparam ||
282 ||
agninetrāya sarvādirakṣoghnāya padaṃ vadet |
sarvabhūtavināśānte nakāro dīrghavānmarut ||
283 ||
evaṃ jvaravināśānte nāyārṇo dahayugmakam |
pacadvayaṃ rakṣayugmaṃ hu~ phaṭsvāhā dhruvādikaḥ ||
284 ||
saptaṣaṣṭyakṣaraiḥ prokto jvālāmālimahāmanuḥ |
hṛt trayodaśabhiḥ proktaṃ śiro daśabhirīritam ||
285 ||
śikhaikādaśabhiḥ proktā varmāṣṭādaśabhirmatam |
varṇairdvidaśabhirnetramastraṃ syāt karaṇākṣaraiḥ |
evamaṅgāni vinyasya cintayenmantradevatām ||
286 ||
dhyānam— prajvalan pralayānalābhamayugmanetramanāratam |
bhāsuraṃ śikhinaḥ śikhābhirugradaṃṣṭramukhāmbujam ||
287 ||
rakṣasāṃ bhayadaṃ vikīrṇasaṭākalāpavibhīṣaṇam |
śaṅkhacakrakṛpāṇakheṭakadhāriṇaṃ nṛhariṃ bhaje ||
288 ||
atha puraścaraṇam— lakṣamekaṃ japenmantraṃ taddaśāṃśaṃ samāhitaḥ |
kapilājyena juhuyāt samiddhe havyavāhane ||
289 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि तुर्यमन्वन्तरोद्भवम् |
ज्वालामालिनृसिंहस्य मनुं भूतादिनाशकम् ||
२८१ ||
शारदायाम्— बीजं नमो भगवते नरसिंहाय तत्परम् |
स्याज्ज्वालामालिने पश्चाद्दीप्तदंष्ट्राय तत्परम् ||
२८२ ||
अग्निनेत्राय सर्वादिरक्षोघ्नाय पदं वदेत् |
सर्वभूतविनाशान्ते नकारो दीर्घवान्मरुत् ||
२८३ ||
एवं ज्वरविनाशान्ते नायार्णो दहयुग्मकम् |
पचद्वयं रक्षयुग्मं हुँ फट्स्वाहा ध्रुवादिकः ||
२८४ ||
सप्तषष्ट्यक्षरैः प्रोक्तो ज्वालामालिमहामनुः |
हृत् त्रयोदशभिः प्रोक्तं शिरो दशभिरीरितम् ||
२८५ ||
शिखैकादशभिः प्रोक्ता वर्माष्टादशभिर्मतम् |
वर्णैर्द्विदशभिर्नेत्रमस्त्रं स्यात् करणाक्षरैः |
एवमङ्गानि विन्यस्य चिन्तयेन्मन्त्रदेवताम् ||
२८६ ||
ध्यानम्— प्रज्वलन् प्रलयानलाभमयुग्मनेत्रमनारतम् |
भासुरं शिखिनः शिखाभिरुग्रदंष्ट्रमुखाम्बुजम् ||
२८७ ||
रक्षसां भयदं विकीर्णसटाकलापविभीषणम् |
शङ्खचक्रकृपाणखेटकधारिणं नृहरिं भजे ||
२८८ ||
अथ पुरश्चरणम्— लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं तद्दशांशं समाहितः |
कपिलाज्येन जुहुयात् समिद्धे हव्यवाहने ||
२८९ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: 281: „Jetzt erkläre ich den Mantra des im vierten Manvantara erschienenen Jvalamali-Narasimha, der Geister und andere [Störungen] vernichtet.“ In der Sharada: 282–285: „Das Bija, ‚namo bhagavate narasimhaya‘, dann ‚jvalamaline‘, ‚diptadamshtraya‘, ‚agninetraya‘, ‚sarvarakshoghnaya‘; auf ‚sarvabhutavinasha‘ folgen Na mit langem Vokal und Marut, ebenso auf ‚jvaravinasha‘ die Silben ‚naya‘. Zweimal ‚daha‘, zweimal ‚pacha‘, zweimal ‚raksha‘, ‚hum phat svaha‘; am Anfang steht Dhruva. Der große Jvalamali-Mantra hat siebenundsechzig Silben.“ [Die Formel bittet den flammenbekränzten, feueräugigen Narasimha mit leuchtenden Fangzähnen, störende Wesen und Fieber zu vernichten: „Verbrenne, verbrenne; verzehre, verzehre; beschütze, beschütze.“ Die Bauanweisung wird nicht zu einer vermeintlich sicheren Gesamtformel vereinigt.] 285–286: „Dreizehn Silben bilden das Herz, zehn den Kopf, elf die Shikha, achtzehn die Rüstung, dvidasha [wörtlich zweimal zehn] die Augen und die Karana-Silben Astra. Nach diesem Anga-Nyasa betrachte man die Mantragottheit.“ [Die überlieferten Teilzahlen passen nicht eindeutig zur Gesamtsilbenzahl; keine stillschweigende Korrektur.] Dhyana: 287–288: „Ich verehre Nrihari, lodernd wie das Feuer der Weltauflösung, mit ungerader Augenzahl [drei], beständig leuchtend von Feuerflammen, mit schrecklichen Fangzähnen im Lotusgesicht. Er erschreckt Rakshasas und ist furchtbar durch seine zerstreute Mähne. Er trägt Muschelhorn, Rad, Schwert und Schild.“ Nun Purashcharana: 289: „Hunderttausendmal wiederhole man den Mantra. Ein Zehntel bringe man gesammelt als Homa mit dem Ghee einer braunen Kuh in das entfachte Opferfeuer dar.“

M0474. Lakshmi-Narasimha-Mantra 290–294
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 280–281, Lakshmi-Narasimha-Mantra 290–294
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
merutantre— athātaḥ sampravakṣyāmi yo jātaḥ pañcame vibhuḥ |
manvantare sa lakṣmīkaḥ sevyate yo gṛhasthitaiḥ ||
290 ||
saṃhitāyām— atha lakṣmīnṛsiṃhasya mantraṃ vakṣye sudurlabham |
tārendirāśaktiramāḥ śūlinaṃ puruṣottamam ||
291 ||
lakṣmīpriyapadaṃ ṅe'ntaṃ nityamāmuditottaram |
cetasaṃ tādṛśaṃ proktvā lakṣmīśritapadottaram ||
292 ||
ardhadehapadaṃ ṅe'ntaṃ ramā māyā ramā ca hṛt |
suravarṇo manuḥ proktaścaturvargaphalapradaḥ ||
293 ||
muniḥ prajāpatiḥ proktaśchando'nuṣṭubudāhṛtam |
lakṣmīnṛsiṃho bhagavān devatā'sya prakīrtitaḥ |
svabījena ṣaḍaṅgāni kṛtvā nyāsāntaraṃ caret ||
294 ||

Devanagari:
मेरुतन्त्रे— अथातः सम्प्रवक्ष्यामि यो जातः पञ्चमे विभुः |
मन्वन्तरे स लक्ष्मीकः सेव्यते यो गृहस्थितैः ||
२९० ||
संहितायाम्— अथ लक्ष्मीनृसिंहस्य मन्त्रं वक्ष्ये सुदुर्लभम् |
तारेन्दिराशक्तिरमाः शूलिनं पुरुषोत्तमम् ||
२९१ ||
लक्ष्मीप्रियपदं ङेऽन्तं नित्यमामुदितोत्तरम् |
चेतसं तादृशं प्रोक्त्वा लक्ष्मीश्रितपदोत्तरम् ||
२९२ ||
अर्धदेहपदं ङेऽन्तं रमा माया रमा च हृत् |
सुरवर्णो मनुः प्रोक्तश्चतुर्वर्गफलप्रदः ||
२९३ ||
मुनिः प्रजापतिः प्रोक्तश्छन्दोऽनुष्टुबुदाहृतम् |
लक्ष्मीनृसिंहो भगवान् देवताऽस्य प्रकीर्तितः |
स्वबीजेन षडङ्गानि कृत्वा न्यासान्तरं चरेत् ||
२९४ ||

Bedeutung und Funktion: Im Merutantra: 290: „Jetzt erkläre ich den allgegenwärtigen Herrn, der im fünften Manvantara mit Lakshmi erschien und von Haushaltern verehrt wird.“ In der Samhita: 291–294: „Ich erkläre den sehr schwer zu erlangenden Lakshmi-Narasimha-Mantra: Tara, Indira, Shakti, Rama, Shulin, Purushottama; dann ‚Lakshmipriya‘ im Dativ, ‚nityam amudita‘, ‚chetas‘ in entsprechender Form, ‚lakshmi-shrita‘ und ‚ardhadeha‘ im Dativ; Rama, Maya, Rama und die Herz-Endung. Der Mantra hat die Zahl der Götter als Silbenzahl und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. [Die Anrede beschreibt den Lakshmi lieben Herrn mit stets erfreutem Herzen, dessen eine Körperhälfte von Lakshmi eingenommen wird; die verschlüsselten Bijas werden nicht ergänzt.] Sein Seher ist Prajapati, sein Versmaß Anushtubh, seine Gottheit der Herr Lakshmi-Narasimha. Nach den sechs Angas mit seinem eigenen Bija vollziehe man einen weiteren Nyasa.“

M0475. Schutz durch zwölf Namen Vishnus 295–302
Fundstelle: Achter Taraṅga, Band II, S. 281, Schutz durch zwölf Namen Vishnus 295–302
Quellenformeln im Ritualzusammenhang; lokale Lesungshinweise beachten. Bloß benannte oder verkürzte Mantras nicht ergänzt.
IAST – Formel beziehungsweise Quellenzusammenhang:
taduktaṃ merutantre— purastāt keśavaḥ pātu cakrī jāmbūnadaprabhaḥ |
paścānnārāyaṇaḥ śaṅkhī nīlajīmūtasannibhaḥ ||
295 ||
indīvaradalaśyāmo mādhavordhvagadādharaḥ |
govindo dakṣiṇe pārśve dhanvī candraprabho mahān ||
296 ||
uttare haladhṛgviṣṇuḥ padmakiñjalkasannibhaḥ |
āgneyyāmaravindākṣo musalī madhusūdanaḥ ||
297 ||
trivikramaḥ khaḍgapāṇirnairṛtyāṃ jvalanaprabhaḥ |
vāyavyaṃ vāmano vajrī taruṇādityadīptimān ||
298 ||
aiśānyāṃ puṇḍarīkākṣaḥ śrīdharaḥ paṭṭiśāyudhaḥ |
vidyutprabho hṛṣīkeśo vāyavyāṃ diśi mudgarī ||
299 ||
hṛtpadmaṃ padmanābho me sahasrārkasamaprabhaḥ |
sarvāyudhaḥ sarvaśaktiḥ sarvajñaḥ sarvatomukhaḥ ||
300 ||
indragopakasaṅkāśaḥ pāśahasto'parājitaḥ |
sabāhyābhyantaraṃ dehaṃ vyāpya dāmodaraḥ sthitaḥ ||
301 ||
evaṃ sarvatra niśchidraṃ nāmadvādaśapañjaram |
praviṣṭo'haṃ na me kiñcidbhayamasti kadācana |
iti nyāsaṃ vidhāyādau lakṣmīnarahariṃ smaret ||
302 ||

Devanagari:
तदुक्तं मेरुतन्त्रे— पुरस्तात् केशवः पातु चक्री जाम्बूनदप्रभः |
पश्चान्नारायणः शङ्खी नीलजीमूतसन्निभः ||
२९५ ||
इन्दीवरदलश्यामो माधवोर्ध्वगदाधरः |
गोविन्दो दक्षिणे पार्श्वे धन्वी चन्द्रप्रभो महान् ||
२९६ ||
उत्तरे हलधृग्विष्णुः पद्मकिञ्जल्कसन्निभः |
आग्नेय्यामरविन्दाक्षो मुसली मधुसूदनः ||
२९७ ||
त्रिविक्रमः खड्गपाणिर्नैर्ऋत्यां ज्वलनप्रभः |
वायव्यं वामनो वज्री तरुणादित्यदीप्तिमान् ||
२९८ ||
ऐशान्यां पुण्डरीकाक्षः श्रीधरः पट्टिशायुधः |
विद्युत्प्रभो हृषीकेशो वायव्यां दिशि मुद्गरी ||
२९९ ||
हृत्पद्मं पद्मनाभो मे सहस्रार्कसमप्रभः |
सर्वायुधः सर्वशक्तिः सर्वज्ञः सर्वतोमुखः ||
३०० ||
इन्द्रगोपकसङ्काशः पाशहस्तोऽपराजितः |
सबाह्याभ्यन्तरं देहं व्याप्य दामोदरः स्थितः ||
३०१ ||
एवं सर्वत्र निश्छिद्रं नामद्वादशपञ्जरम् |
प्रविष्टोऽहं न मे किञ्चिद्भयमस्ति कदाचन |
इति न्यासं विधायादौ लक्ष्मीनरहरिं स्मरेत् ||
३०२ ||

Bedeutung und Funktion: Dieser wird im Merutantra erklärt: 295–296: „Vor mir beschütze mich Keshava, der Radträger von Goldglanz; hinter mir Narayana mit dem Muschelhorn, einer dunklen Regenwolke gleich. Über mir sei Madhava mit der Keule, dunkel wie das Blatt einer blauen Wasserlilie; zur rechten Seite der große, mondglänzende Govinda mit dem Bogen. 297–299: Im Norden Vishnu mit dem Pflug, gleich den Staubfäden eines Lotus; im Südosten der lotusäugige Madhusudana mit der Stampfkeule; im Südwesten Trivikrama mit dem Schwert, feuergleich leuchtend; im Nordwesten Vamana mit dem Vajra, strahlend wie die junge Sonne. Im Nordosten der lotusäugige Shridhara mit der Pattisha-Lanze; im Nordwesten der blitzglänzende Hrishikesha mit dem Hammer. [Nordwesten wird zweimal genannt; die Quelle wird nicht angeglichen.] 300–302: Meinen Herzlotus [beschütze] Padmanabha, wie tausend Sonnen strahlend, mit allen Waffen und Kräften, allwissend, nach allen Seiten gewandt. Unbesiegbar, mit Schlinge in der Hand und rot wie der Indragopaka-Käfer, durchdringt Damodara meinen Körper innen und außen. So bin ich in das überall lückenlose Schutzgehege der zwölf Namen eingetreten; keinerlei Furcht besteht für mich jemals. Nach diesem einleitenden Nyasa vergegenwärtige man Lakshmi-Narahari.“

Shiva und Parvati stehen für die Verbundenheit von Bewusstsein und Kraft.

Eine Formel im Zusammenhang verstehen

Wähle einen Eintrag, dessen Bedeutung und Funktion dir verständlich sind, und lies seine Fundstelle im Kapitel nach. Dieser kleine Weg vom Register zurück zur Quelle kann das Verständnis eines Mantras vertiefen. Für deine eigene Praxis bleibe bei einer dir vertrauten, angemessen vermittelten Form.

Als heutige Anregung: Lass nach dem Lesen einen Augenblick der Stille folgen. Die Sammlung setzt sich in Teil 2 fort; die 108-Auswahl bietet Raum für Besinnung.

Wegweiser durch die zwölf Wellen

Die Seiten sind unterschiedlich aufgeteilt. Über diese Übersicht erreichst du jede Welle direkt in allen drei Fassungen.

Taraṅga Schwerpunkt Deutsch IAST Devanagari
1 Mit Vertrauen und Unterscheidungsvermögen beginnen Lesen Lesen Lesen
2 Der Praxis einen guten Rahmen geben Lesen Lesen Lesen
3 Verehrung mit Aufmerksamkeit erfüllen Lesen Lesen Lesen
4 Die Einweihung zum Abschluss führen Lesen Lesen Lesen
5 Verschiedene Wege der Einweihung verstehen Lesen Lesen Lesen
6 Beständigkeit in der Mantrapraxis entdecken Lesen Lesen Lesen
7 Über die Reifung der Praxis nachdenken Lesen Lesen Lesen
8 Die Vielfalt der Gottheitsverehrung kennenlernen Lesen Lesen Lesen
9 Die Überlieferungen der Göttin aufmerksam lesen Lesen Lesen Lesen
10 Mantra, Hymne und Verehrung zusammen betrachten Lesen Lesen Lesen
11 Der Verehrung der Göttin Zeit und Raum geben Lesen Lesen Lesen
12 Die letzte Welle mit Sammlung lesen Lesen Lesen Lesen

Siehe auch

Textumfang und Quellenhinweise

Umfang und dokumentierte Auslassungen: Alle zwölf Taraṅgas sind bis zum Werk-Kolophon auf Band III, S. 1231 bearbeitet. Die frühere Überlieferungslücke dieser Arbeitsausgabe auf S. 748–756 wurde anhand des vorliegenden PDF neu bearbeitet und geschlossen. Gesondert verbleiben neun ausdrücklich markierte Inhaltsauslassungen: Taraṅga 7, Verse 344–349, 394–399, 405–418; Taraṅga 9, S. 815, 816–817, 818, 829–830, 831 und 854–855. Sie betreffen sexualisierte Darstellungen minderjährig oder nicht eindeutig erwachsen bezeichneter Personen. Daher wird keine ausnahmslos lückenlose Vollübersetzung beansprucht. Lokale beschädigte oder unsichere Quellenlesungen bleiben gekennzeichnet.

Literatur und Quellen

  • Pratapasimha Shah: Puraścaryārṇava. Herausgegeben von Muralidhara Sharma, ältere Ausgabe in drei Bänden, Varanasi. Verwendeter Textumfang: Band I, S. 1–318. Die beiden Digitalisate von Band I ergänzen sich; die Seiten 8–9 wurden nach dem vollständigeren Exemplar wiedergegeben. Für Band II dient die von Rajanatha Tripathi herausgegebene Ausgabe von 2013 als Grundlage; deren S. 1 entspricht S. 319 der älteren Ausgabe. Die abweichende Seitenzählung wird in den Fundstellen mit der Bandangabe kenntlich gemacht.
  • Puraścaryārṇava, Band II, herausgegeben von Rajanatha Tripathi, Sampurnanand Sanskrit University; Hauptgrundlage der Taraṅgas 5–8, S. 1–330; gezielt mit der älteren Ausgabe, S. 319–412, verglichen.
  • Purashcharana im Yoga-Vidya-Wiki – ergänzende heutige Erläuterung, nicht Ersatz für den Sanskrittext.
  • Band III der älteren Ausgabe: gedruckte S.723–1231, Digitalisat 2015.487364.Purascharyarnava-Part-III_text.pdf, PDF48–556; einschließlich der neu bearbeiteten S.748–756.
  • IAST wurde aus dem bearbeiteten Devanagari transliteriert und ist kein unabhängiger Textzeuge. Unnummerierte Prosa und Verse werden durch die gedruckte Seite nachgewiesen. Die deutschen Lesungshinweise kennzeichnen örtliche Unsicherheiten. Eine kollationierte kritische Edition wird nicht beansprucht.

Ausgewählte Lesarten

  • Vers 1.49: Zur Lesung „Verrichtungen zu Navaratri“ verzeichnet der Druck die Variante „Verrichtungen“ im Plural; die sachliche Aussage bleibt gleich.
  • Vers 1.51: Die Hauptlesung bhūtalipi („Elementeschrift“) steht neben der verzeichneten Variante bhūtabali („Darbringung an die Wesen“). Hier wird der Hauptlesung gefolgt.
  • Band I, S. 12: Zur Hauptlesung Svarṇakoṭīśvarī ist Koṭeśvarī als Variante genannt.
  • Band I, S. 14: Zu śuṣke („kraftlos/trocken“) bei Shiva ohne Shakti verzeichnet der Druck sūkṣme („fein/subtil“). Die Übersetzung folgt der Hauptlesung.
  • Band I, S. 19: Statt „ein verständiger Verehrer der Göttin“ steht als Variante „ein Verehrer der Göttin, voller Hingabe“.
  • Band I, S. 21: Der Druck nennt neben „beides vermischt“ die Lesung „beides aufsuchend/auf beidem beruhend“; bei der Mittagsrezitation steht neben „Japa, o Herrin“ auch „Japa, o Göttin“.
  • Band I, S. 79–82: Mehrere Zitate werden innerhalb des gedruckten Werkes erneut angeführt. Diese Wiederholungen bleiben erhalten; das auf S. 80 abgebrochene Vishnuyamala-Zitat wird auf S. 82 vollständig gegeben.
  • Band I, S. 26: Neben padaṃ śivam (Shivas Stätte) steht die Variante pathaṃ śivam (Shivas Weg).
  • Band I, S. 33: Neben tadveṣeṇa (unter diesem Vorwand/in dieser Verkleidung) steht taddveṣeṇa (aus Hass darauf).
  • Band I, S. 34: Zur Reihe Guru, Gottheit, Selbst und Kala wird eine abweichende Lesung ohne Guru genannt; die Hauptlesung wird beibehalten.
  • Band I, S. 24: Neben vāmapathe („auf dem linken Weg“) ist vāmapade („im linken Bereich/Weg“) verzeichnet.

Zur Wiedergabe: Die Nummern 1–54 sind die Nummern des gedruckten Eingangsteils. Danach stehen genaue Seiten- und Abschnittsangaben für unnummerierte Zitate und Prosa. Unsichere Lesungen sind unmittelbar an der betreffenden Stelle bezeichnet. Zuordnungen, Wirkungsaussagen und Wertungen innerhalb der Übersetzung geben die jeweilige traditionelle Quelle wieder.

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