Linga Puja am männlichen Partner

Aus Yogawiki

Linga Puja am männlichen Partner ist eine körperbezogene Verehrung, bei der der leibliche Linga eines erwachsenen Mannes als Erscheinungsform Shivas geehrt wird. Die hier beschriebene vegetarische und alkoholfreie Fassung verbindet die im Brihat Tantrasara belegte Verehrung des eigenen Linga mit der im Tantraloka beschriebenen gegenseitigen Partnerverehrung. Ihre Zusammenführung zu diesem selbstständigen Ablauf ist eine heutige Anpassung.

Die göttliche Familie als Bild eines umfassenden Beziehungszusammenhangs.

Im Mittelpunkt stehen Andacht, Würde und die Anerkennung göttlicher Gegenwart im Körper. Die Puja ist weder eine Massageanleitung noch eine Verpflichtung zu Maithuna. Sie kann als eigenständige intime Andacht mit einem klaren Abschluss vollzogen werden.

Quellen und Übertragung

Der Brihat Tantrasara enthält eine ausdrückliche Anweisung zur Verehrung des eigenen Linga:

Quellenstelle zur Verehrung des eigenen Linga
tataḥ svaliṅgaṃ pūjayet |
arcayedgandhapuṣpādyaiḥ svaśivaṃ tadanantaram |
mūlamantraṃ oṃ namaḥ śivāya tataḥ param |
yajettatpuruṣāghorasadyojātakasaṃjñakaiḥ ||

Übersetzung: Danach soll er sein eigenes Linga verehren. Anschließend soll er seinen eigenen Shiva mit Duftstoffen, Blüten und weiteren Gaben verehren. [Genannt wird] der Grundmantra Om Namah Shivaya; danach soll er mit den als Tatpurusha, Aghora und Sadyojata bezeichneten [Mantras] verehren.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, Duti-Yaga, unnummerierte Passage nach der Yoni-Verehrung, zwischen dem lokalen Vers 18 und 18-ka.

Die eckigen Klammern ergänzen den knappen Satzbau. Die Passage steht in einem Paarritual; sie belegt weder eine selbstständige Einzel-Paddhati noch eine Vorschrift zur Selbstbefriedigung.

Die dort handelnde Person verehrt zunächst selbst ihren Linga. Der vorliegende Artikel überträgt diese Verehrung auf die Partnerperson. Das ist eine Änderung der Rollenverteilung, die durch die andere Quellenstelle zur Gegenseitigkeit angeregt wird:

Gegenseitige Verehrung – 29.104–105
dvābhyāṃ tu sṛṣṭisaṃhārau tasmānmelakamuttamam |
tāmāhṛtya mitho'bhyarcya tarpayitvā parasparam || 104 ||
antaraṅgakrameṇaiva mukhyacakrasya pūjanam |
yadevānandasandohi saṃvido hyantaraṅgakam || 105 ||

Übersetzung: Durch die beiden vollziehen sich Entfaltung und Rücknahme; deshalb gilt ihr Zusammentreffen als vorzüglich. Nachdem die Partnerin hinzugekommen ist, verehren sie einander und sättigen einander. Auf dem inneren Weg geschieht die Verehrung des Hauptkreises: desjenigen Innersten des Bewusstseins, das die Freude hervorströmen lässt.

Fundstelle: Tantraloka 29.104–105, GRETIL.

Der Satz setzt sich im folgenden Vers fort. Die Lesung erklärt den Gedankengang dieser beiden Verse; sie ist keine isolierte neue Mantraformel.

Aus diesen beiden Stellen ergibt sich eine nachvollziehbare Grundlage für eine heutige Bearbeitung. Sie belegen jedoch nicht, dass genau diese eigenständige Partner-Puja mit allen folgenden Schritten bereits als geschlossene alte Liturgie überliefert wäre.

Bedeutung der leiblichen Verehrung

Der Begriff Linga bezeichnet hier das männliche Geschlechtsorgan. Eine steinerne Kultdarstellung behandelt der Artikel Shiva Lingam. Im vorliegenden Ritual wird der körperliche Bezug in einen größeren Zusammenhang von Person, Lebenskraft und Bewusstsein gestellt. Die Verehrung richtet sich an Shiva in der Verkörperung des ganzen Menschen.

Eine solche Andacht kann Dankbarkeit und einen respektvollen Umgang mit Körperlichkeit unterstützen. Der Mann wird weder nach Aussehen noch nach sexueller Leistungsfähigkeit beurteilt. Für die hier beschriebene Puja ist kein bestimmter körperlicher Erregungszustand vorgeschrieben.

Vorbereitung

Plane ungefähr 40 bis 60 Minuten in einem privaten Raum. Bereite zwei bequeme Sitzplätze, ein Tuch, ein Shiva-Bild, klares Wasser, eine Blüte, einen Gabenteller, ein Licht, Obst und Wasser oder Traubensaft vor. Die Gaben werden auf einem gesonderten Tisch angeordnet.

Beide erwachsenen Personen vereinbaren vorher, dass die Aufmerksamkeit ausdrücklich dem leiblichen Linga gilt. Sie klären, ob er bedeckt bleibt oder sichtbar sein soll. Die nachfolgende Fassung ist berührungsfrei ausführbar; sie schreibt keine Genitalberührung vor. Eine vereinbarte Form kann jederzeit geändert werden. Die Entscheidung über Sichtbarkeit und Nähe liegt beim verehrten Mann.

Die Duft- und Speisegaben werden nicht auf den Körper aufgetragen. Diese mittelbare Darbringung ist eine Anpassung gegenüber unmittelbaren körperbezogenen Gaben, wie sie in historischen Ritualzusammenhängen vorkommen können.

Shiva-Lingam als Kultsymbol. Die körperbezogene Partner-Puja ist davon als eigene heutige Ritualfassung zu unterscheiden.

Durchführung

Die leitende Person übernimmt die Darbringung der Gaben und die einzeln gesprochenen Rezitationen. Gemeinsam ausgeführte Schritte werden im Plural beschrieben.

1. Persönliche Begegnung und Sankalpa
Begrüßt einander beim Namen. Die leitende Person sagt: „Ich ehre dich als ganzen Menschen und verehre Shiva in deiner Verkörperung. Diese Puja geschieht in Freiheit und Achtung.“ Der Mann bestätigt die gewählte Form in eigenen Worten. Beide sitzen einige Atemzüge ruhig.

2. Sitz verehren
Berührt die jeweilige Unterlage und rezitiert:

Gebet an die tragende Erde
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvañca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam ||

Übersetzung: Om. Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, allgemeine Puja, Asana-Vorbereitung, Vers 6 und Prosa.

Die Sitzhandlung eröffnet den geordneten Ritualraum. Sie führt vom alltäglichen Gespräch in eine gemeinsame Andacht.

3. Guru-Gruß
Rezitiert gemeinsam:

Gruß an die Lehrer und Ganesha
oṃ gurubhyo namaḥ |
oṃ paramagurubhyo namaḥ |
oṃ parāparagurubhyo namaḥ |
oṃ gaṇeśāya namaḥ ||

Übersetzung: Om. Verehrung den Lehrern. Verehrung den übergeordneten Lehrern. Verehrung den Lehrern der höheren und weiteren Überlieferung. Verehrung Ganesha.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, allgemeine Puja, Prosa beim Guru-Gruß vor Vers 11.

Die vier in der Quelle nacheinander genannten Grüße werden hier als zusammenhängende Eingangsrezitation gesetzt.

Ein Guru-Gruß begründet hier keine Verpflichtung gegenüber einer anwesenden Leitungsperson. Er erinnert an die Überlieferung, aus der die ausgewählten Texte stammen.

4. Zuerst den ganzen Mann verehren
Überreiche eine Blüte und verneige dich vor dem Mann. Sprich einmal:

Shiva-Mantra
oṃ namaḥ śivāya |

Übersetzung: Om. Verehrung Shiva, dem Glückverheißenden.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, Duti-Yaga, Passage zur Verehrung des eigenen Linga vor dem lokal nummerierten Vers 18-ka.

In diesem Abschnitt wird die Formel ausdrücklich genannt. Ihre Zählung und Zuordnung zu den einzelnen Gaben der heutigen Fassungen werden jeweils im Ablauf bestimmt.

Lass einen Augenblick Stille. Die persönliche Gegenwart des Mannes bildet den Zusammenhang für die nun folgende besondere Verehrung.

5. Den Bezug zum Linga herstellen
Der Mann nimmt die vereinbarte bequeme Haltung ein und entscheidet über die Bedeckung. Die leitende Person richtet ihre Aufmerksamkeit auf den leiblichen Linga als Gegenstand der Shiva-Verehrung. Blickkontakt mit dem Körper ist nur Teil der Handlung, wenn dies vorher vereinbart und weiterhin gewünscht ist. Auch bei bedecktem Linga bleibt der bewusst benannte leibliche Bezug erhalten.

Rezitiere dreimal Om Namah Shivaya. Die Hände können vor dem Herzen zusammenbleiben. Der Mann kann innerlich mitsprechen.

6. Blüte und Duft darbringen
Lege eine weitere Blüte oder ein Blütenblatt auf den Gabenteller. Stelle einen Duftgegenstand daneben, etwa duftendes Holz oder eine Blüte. Rezitiere bei jeder Gabe einmal den Shiva-Mantra. Widme die Gaben ausdrücklich Shiva in der verkörperten Gegenwart des Partners. Sie werden über den Teller und nicht durch körperliches Auftragen dargebracht.

7. Tatpurusha anrufen
Rezitiere langsam:

Tatpurusha-Mantra
oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi |
tanno rudraḥ pracodayāt ||

Übersetzung: Om. Mögen wir Tatpurusha erkennen; auf Mahadeva meditieren wir. Möge Rudra uns anregen und führen.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, Abschnitt „atha śivamantrāḥ“, Prosa nach dem lokalen Vers 8, Aufzählung der fünf Brahma-Formeln.

Tatpurusha bedeutet „jener Purusha“ und bezeichnet hier einen Aspekt Shivas. Die Formeln werden aus der ausdrücklichen Aufzählung genommen, auf die der spätere Duti-Yaga-Abschnitt zurückverweist.

Verweilt eine Minute still. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf klare Gegenwart und die Fähigkeit, einander wahrzunehmen.

8. Aghora und Sadyojata verehren
Sprich nacheinander die beiden weiteren in der Quelle genannten Formeln:

Aghora-Mantra
oṃ aghorebhyo'tha ghorebhyo ghoraghoratarebhyaḥ sarvataḥ sarvasarvebhyo |
namaste'stu rudrarūpebhyaḥ ||

Übersetzung: Om. Den nicht furchterregenden, den furchterregenden und den überaus furchterregenden Gestalten, von allen Seiten, allen insgesamt: Verehrung sei dir in den Gestalten Rudras.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, „atha śivamantrāḥ“, Prosa nach dem lokalen Vers 8.

Die Formel würdigt unterschiedliche Erscheinungsweisen Rudras. Sie enthält keine Aufforderung, einen Menschen zu erschrecken oder zu verletzen.

Sadyojata-Mantra
oṃ sadyojātaṃ prapadyāmi sadyojātāya vai namaḥ |
bhave'bhave'nādibhave bhajasva māṃ bhavodbhavāya namaḥ ||

Übersetzung: Om. Ich nehme Zuflucht zu Sadyojata, dem eben Geborenen; Verehrung sei Sadyojata. Im Werden, im Nichtwerden, im anfanglosen Werden: Nimm dich meiner an. Verehrung dem Ursprung des Werdens.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, „atha śivamantrāḥ“, Prosa nach dem lokalen Vers 8.

Die Übersetzung folgt der hier überlieferten Wortfolge bhave, abhave, anādibhave. Die abweichende Fassung im Abschnitt zur Mala-Reinigung wird nicht stillschweigend damit vermischt.

Lass nach jeder Formel mehrere Atemzüge Stille. Der Mann kann seine Aufmerksamkeit auf den ganzen Körper ausweiten. Die Rezitation verbindet die besondere körperliche Verehrung mit dem umfassenden Gottesbezug.

9. Licht, Wasser und Nahrung
Zeige das Licht vor dem Shiva-Bild auf dem Gabentisch. Biete Wasser und Obst an. Traubensaft kann als alkoholfreies Festgetränk hinzukommen. Bei jeder Gabe wird der Shiva-Mantra einmal gesprochen. Das Licht wird nicht dicht am Körper geführt.

10. Gemeinsames Japa
Rezitiert Om Namah Shivaya 27- oder 108-mal; die Wahl wird vor Beginn getroffen. Der Mann kann mitsingen, leise sprechen oder zuhören. Es ist keine Atemsynchronisation vorgeschrieben. Die Wiederholungszahl gehört zur heutigen Fassung.

11. Die besondere Körperverehrung beenden
Die leitende Person verneigt sich und richtet ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Mann als ganzen Menschen. Der Mann ordnet sein Tuch beziehungsweise seine Kleidung. Beide verwenden wieder die persönlichen Namen. Diese Handlung beendet den besonderen Fokus auf den Linga ausdrücklich.

12. Gegenseitiger Dank und Abschluss
Der Mann erwidert die Blütengabe oder die Verneigung. Beide sprechen:

Bitte um Nachsicht
kṣamasva |

Übersetzung: Verzeihe; sieh mir Unvollkommenheiten nach.

Fundstelle: Brihat Tantrasara, Ucchishta-Ganesha-Puja, Ende der Prosa zu Vers 20.

Die Übertragung als kurzer Abschluss auch anderer angepasster Rituale ist redaktionell.

Teilt die Speise und das Getränk. Wenn eine weitere private Begegnung gewünscht wird, wird sie neu und eigenständig vereinbart. Sie ist keine durch die Puja entstandene Verpflichtung.

Varianten und Zusammenhang

Die Fassung mit bedecktem Körper ermöglicht einen leiblichen Bezug ohne Entblößung. Eine Puja an einer steinernen Darstellung ist dagegen eine Symbolverehrung an einem anderen Gegenstand. Beides kann sinnvoll sein, sollte aber benannt werden.

Shiva Puja am männlichen Ritualpartner bietet eine allgemeinere Verehrung des Mannes. Verehrung des eigenen Linga nach dem Brihat Tantrasara bleibt näher an der Rollenverteilung des direkten Quellenbelegs. Der Wert dieser unterschiedlichen Formen liegt in der bewussten und verständlichen Gestaltung, nicht im Anspruch, möglichst viele Grenzen überschreiten zu müssen.

Begleitvideo

Aufbau, Logik und Bestandteile einer Puja. Das Video ist im Yoga-Vidya-Wiki beim zugehörigen Thema eingebunden und ergänzt die religiöse Einordnung. Es zeigt nicht die Durchführung der hier ausgearbeiteten Ritualfassung.

Sanskrittexte und vollständige Übersetzungen

Die folgenden Abschnitte enthalten sämtliche in dieser Artikelfassung ausgeschriebenen Rezitationen und Quellstellen. Handlungsverse und historische Belege sind keine zusätzlichen Pflichtmantras. Die Vollständigkeit bezieht sich auf diese Auswahl; eine vollständige Ausgabe der zugrunde liegenden Tantras ist damit nicht gemeint.

Sanskrit in IAST

Quellenstelle zur Verehrung des eigenen Linga
tataḥ svaliṅgaṃ pūjayet |
arcayedgandhapuṣpādyaiḥ svaśivaṃ tadanantaram |
mūlamantraṃ oṃ namaḥ śivāya tataḥ param |
yajettatpuruṣāghorasadyojātakasaṃjñakaiḥ ||

Gegenseitige Verehrung – 29.104–105
dvābhyāṃ tu sṛṣṭisaṃhārau tasmānmelakamuttamam |
tāmāhṛtya mitho'bhyarcya tarpayitvā parasparam || 104 ||
antaraṅgakrameṇaiva mukhyacakrasya pūjanam |
yadevānandasandohi saṃvido hyantaraṅgakam || 105 ||

Gebet an die tragende Erde
oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvañca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam ||

Gruß an die Lehrer und Ganesha
oṃ gurubhyo namaḥ |
oṃ paramagurubhyo namaḥ |
oṃ parāparagurubhyo namaḥ |
oṃ gaṇeśāya namaḥ ||

Shiva-Mantra
oṃ namaḥ śivāya |

Tatpurusha-Mantra
oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi |
tanno rudraḥ pracodayāt ||

Aghora-Mantra
oṃ aghorebhyo'tha ghorebhyo ghoraghoratarebhyaḥ sarvataḥ sarvasarvebhyo |
namaste'stu rudrarūpebhyaḥ ||

Sadyojata-Mantra
oṃ sadyojātaṃ prapadyāmi sadyojātāya vai namaḥ |
bhave'bhave'nādibhave bhajasva māṃ bhavodbhavāya namaḥ ||

Bitte um Nachsicht
kṣamasva |

Sanskrit in Devanagari

Die Devanagari-Fassung ist aus den dokumentierten IAST-Lesungen transliteriert; sie stellt keine unabhängig kollationierte Edition dar.

Quellenstelle zur Verehrung des eigenen Linga
ततः स्वलिङ्गं पूजयेत् ।
अर्चयेद्गन्धपुष्पाद्यैः स्वशिवं तदनन्तरम् ।
मूलमन्त्रं ॐ नमः शिवाय ततः परम् ।
यजेत्तत्पुरुषाघोरसद्योजातकसंज्ञकैः ॥

Gegenseitige Verehrung – 29.104–105
द्वाभ्यां तु सृष्टिसंहारौ तस्मान्मेलकमुत्तमम् ।
तामाहृत्य मिथोऽभ्यर्च्य तर्पयित्वा परस्परम् ॥ १०४ ॥
अन्तरङ्गक्रमेणैव मुख्यचक्रस्य पूजनम् ।
यदेवानन्दसन्दोहि संविदो ह्यन्तरङ्गकम् ॥ १०५ ॥

Gebet an die tragende Erde
ॐ पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ।
त्वञ्च धारय मां नित्यं पवित्रं कुरु चासनम् ॥

Gruß an die Lehrer und Ganesha
ॐ गुरुभ्यो नमः ।
ॐ परमगुरुभ्यो नमः ।
ॐ परापरगुरुभ्यो नमः ।
ॐ गणेशाय नमः ॥

Shiva-Mantra
ॐ नमः शिवाय ।

Tatpurusha-Mantra
ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि ।
तन्नो रुद्रः प्रचोदयात् ॥

Aghora-Mantra
ॐ अघोरेभ्योऽथ घोरेभ्यो घोरघोरतरेभ्यः सर्वतः सर्वसर्वेभ्यो ।
नमस्तेऽस्तु रुद्ररूपेभ्यः ॥

Sadyojata-Mantra
ॐ सद्योजातं प्रपद्यामि सद्योजाताय वै नमः ।
भवेऽभवेऽनादिभवे भजस्व मां भवोद्भवाय नमः ॥

Bitte um Nachsicht
क्षमस्व ।

Vollständige deutsche Übersetzung der Auswahl

Quellenstelle zur Verehrung des eigenen Linga
Danach soll er sein eigenes Linga verehren. Anschließend soll er seinen eigenen Shiva mit Duftstoffen, Blüten und weiteren Gaben verehren. [Genannt wird] der Grundmantra Om Namah Shivaya; danach soll er mit den als Tatpurusha, Aghora und Sadyojata bezeichneten [Mantras] verehren.

Gegenseitige Verehrung – 29.104–105
Durch die beiden vollziehen sich Entfaltung und Rücknahme; deshalb gilt ihr Zusammentreffen als vorzüglich. Nachdem die Partnerin hinzugekommen ist, verehren sie einander und sättigen einander. Auf dem inneren Weg geschieht die Verehrung des Hauptkreises: desjenigen Innersten des Bewusstseins, das die Freude hervorströmen lässt.

Gebet an die tragende Erde
Om. Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.

Gruß an die Lehrer und Ganesha
Om. Verehrung den Lehrern. Verehrung den übergeordneten Lehrern. Verehrung den Lehrern der höheren und weiteren Überlieferung. Verehrung Ganesha.

Shiva-Mantra
Om. Verehrung Shiva, dem Glückverheißenden.

Tatpurusha-Mantra
Om. Mögen wir Tatpurusha erkennen; auf Mahadeva meditieren wir. Möge Rudra uns anregen und führen.

Aghora-Mantra
Om. Den nicht furchterregenden, den furchterregenden und den überaus furchterregenden Gestalten, von allen Seiten, allen insgesamt: Verehrung sei dir in den Gestalten Rudras.

Sadyojata-Mantra
Om. Ich nehme Zuflucht zu Sadyojata, dem eben Geborenen; Verehrung sei Sadyojata. Im Werden, im Nichtwerden, im anfanglosen Werden: Nimm dich meiner an. Verehrung dem Ursprung des Werdens.

Bitte um Nachsicht
Verzeihe; sieh mir Unvollkommenheiten nach.

Quellen und Bearbeitung

  • Brihat Tantrasara, Muktabodha Digital Library, M00013: Duti-Yaga, Passage zur Verehrung des eigenen Linga vor lokalem Vers 18-ka; früherer Abschnitt atha śivamantrāḥ, Prosa nach Vers 8, für die ausgeschriebenen drei Shiva-Formeln.
  • Tantraloka, Sanskrit bei GRETIL, 29.104–110: gegenseitige Verehrung.
  • Allgemeine Sitzvorbereitung, Guru-Gruß und kurze Bitte um Nachsicht aus dem Brihat Tantrasara.
  • Übertragung der eigenen Linga-Verehrung auf die Partnerperson, berührungsfreier Vollzug und mittelbare Gaben sind heutige Anpassungen.

Sanskrit nach den genannten elektronischen Texten, deutsche Arbeitsübersetzungen dieser Artikelfassung. Zeitangaben, heutige Absichtserklärungen und nicht ausdrücklich belegte Zählumfänge gehören zur gekennzeichneten Anpassung. Ungeklärte Lesungen werden beim jeweiligen Text benannt.

Siehe auch

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