Aghora

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Aghori, hinduistischer Bettelmönch, Benares, um 1875

Aghora (Sanskrit: adj. u. m.) nicht grausig (Ghora); eine Form Shivas.


Aghora ist eine Hindu-Gruppe, welche ihre Abstammung dem Kapalika Orden verdankt, der auf das Jahr 1000 n. Chr. zurückgeht. Aghora Asketen sind Verehrer von dem hinduistischen Gott Shiva. Sie sind Monisten, die fest an die Befreiung vom Rad der Wiedergeburt, Samsara, glauben. Die Befreiung der Aghoris ist die Verwirklichung des wahren Selbst mit dem Absoluten.

Die Aghoris sind der Meinung, dass alle Gegensätze letztendlich das Ergebnis von Illusion sind. Sie nehmen durch unterschiedliche Praktiken Verunreinigung in sich auf, um die Nicht-Dualität zu realisieren, indem sie soziale Tabus brechen, und die trügerische Natur aller konventioneller Kategorien in Betracht ziehen. Aghoris haben ihren Glauben auf zwei Prinzipien gegründet. Gott Shiva ist perfekt, und er ist der höchste Gedanke in allem. Jeder Fels, jeder Baum, jedes Tier und sogar jeder Gedanke leitet sich her von der Andacht an Shiva. Folglich meinen die Aghoris, dass alles, was existiert, perfekt sein muss. Sie behaupten auch, dass die Ablehnung der Perfektion einer Sache, Gotteslästerung wäre.

Obwohl sie den Kapalika Asketen des mittelalterlichen Kashmir sehr nahe stehen, mit denen es womöglich eine historische Verbindung gibt, führen die Aghoris ihren tatsächlichen Ursprung auf Kina Ram zurück, ein Asket, der bekannterweise vor 150 Jahren gelebt hat und während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts starb. Von Kina Ram wird gesagt, dass er eine Inkarnation des hinduistischen Gottes Shiva war, genauso wie jeder seiner Nachfolger. Der Aghori Asket an sich ist ein Symbol für Shiva. Die Aghori Heiligen waren gewöhnlicherweise nackt oder trugen das Totentuch eines Leichnams. Sie bedeckten ihren Körper mit Asche von Feuerbestattungen. Der Leichnam, auf den der der Aghori meditiert, ist ein Symbol seines eigenen Körpers. Und das Ritual, den Leichnam zu verspeisen ist ein Symbol für die Transzendenz ihres höheren Selbst und eine Vergegenwärtigung eines goßartigeren, alles durchdringenden Selbst.

Da die Aghoris sehr verschwiegen sind, gibt es keine offizielle Zahl, wieviele Asketen es wirklich gibt. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es ungefähr 200 oder 300 Aghori Asketen, die in Varanasi lebten. Derzeit sind vielleicht höchstens zwanzig, die dort in ihrer Haupteinsiedelei leben. Kina Rams Samadhi ist eine zentrale Pilgerstätte für Aghori Anhänger. An diesem Ort ist Kina Ram in einem Grabmal aufgebart, welches zufällig zur zentralen Pilgerstätte der Aghori Anghänger wurde. Ein weiteres Zentrum dieser Sekte ist Aghor Sodh Sansthan, Ravindrapuri, Varanasi. Unabhängig davon wird jede Erde unter einer Feuerbestattung von den Aghori Asketen als heilige Stätte betrachtet.

Die Aghoris unterscheiden sich ganz klar von anderen hinduistischen Sekten und Priester durch ihre alkoholischen und kannibalistischen Bräuche. Die Leichname, die vom Ganges oder der Yamuna gerettet werden oder nach einer Feuerbestattung erlangt werden, werden von den Aghoris gegessen. Sie glauben, dass verstümmelte Leichname ihr ideales Geschirr sein kann. Die Aghori Sekte ist eine der nach wie vor existierenden Kannibalengruppe, die nur etwas mitessen, was nutzlos für den Rest der Welt ist. Tatsache ist, dass die Aghoris kontinuierlich versuchen zu entdecken, wie Materie von einer Form in die andere Form übergeht. Die Aghoris werden immer noch als eine der reinsten Stämme der Einsiedler in Indien angesehen.

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