Bhaya

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Bhaya (Sanskrit: भय bhaya n.) Angst, Furcht, Sorge; Schrecken, Gefahr, Not. Bhaya ist ein Sanskritwort für Angst und Furcht. Bhaya heißt auch Schrecken, Gefahr und Not. Das Gegenteil von Bhaya ist Abhaya, Mut, Furchtlosigkeit. Gott ist Abhayankara, derjenige, der uns die Furcht nimmt.

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Ein Aspirant kann Bhaya, die Furcht, überwinden durch Atma Jnana, die Erkenntnis, dass sein Selbst unsterblich ist. Bhaya kann auch überwunden werden, wenn man weiß, dass Karma abläuft und alles Erfahrene seinen Sinn hat. Die wirkungsvollste Methode, Bhaya zu überwinden, ist Hingabe an Gott, Gottvertrauen, Gottesliebe.

Sukadev über Bhaya

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Bhaya

Bhaya heißt Angst und Furcht. Bhaya soll heißen, in dieser Welt gibt es Angst, solange du dich identifizierst mit Körper, mit Psyche, mit deinen Wünschen, mit deiner Persönlichkeit, mit deinem Besitz, mit deinen Mitmenschen, hast du Angst. Logischerweise, denn alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, und du hast nicht alles in der Hand, in der Welt bist du beschränkt.

Jesus hat mal gesagt: "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." In diesem Sinne, in der Welt zu sein, heißt, sich zu identifizieren mit dem physischen Körper. Wenn du dich mit dem physischen Körper identifizierst, hast du natürlich Bhaya, Angst, denn der physische Körper ist immer in Gefahr. Ein falscher Schritt und du fällst um und du kannst dir etwas gebrochen haben. Du kannst irgendwo ein Aneurysma im Gehirn haben, das kann jederzeit platzen und du kannst von einem Tag auf den anderen tot sein. Du kannst auf die Straße gehen, ein Autofahrer fährt zu schnell, du siehst ihn nicht, so schnell kann so vieles passieren. Daher ist es natürlich, dass der Mensch Bhaya, Angst, hat.

Und natürlich hast du nicht nur Bhaya, Angst, um deinen physischen Körper, sondern natürlich auch um deine Mitmenschen. Denn nicht nur du bist in Gefahr, so viele Körper sind in Gefahr. Ebenso dein Besitz, auch das, alles ist in Gefahr. So viel Grund für Bhaya. Auch hast du verschiedenes Mögen, du magst dieses, du magst jenes, und du magst dieses nicht und jenes nicht. Und so kannst du Angst haben, dass du nicht das bekommst, was du willst, und dass das eintritt, was du nicht willst. Solange du dich identifizierst, solange du Wünsche hast, ist Bhaya ganz natürlich. Und natürlich, die Natur hat dir auch eine Grundform von Bhaya gegeben, den Überlebensinstinkt. Dieser Überlebensinstinkt hilft dir überhaupt, dass du sorgst, dass du überlebst.

So viele Gründe also für Bhaya. Aber es gibt auch Abhaya – Mut, und Mut ist dann, wenn du über Bhaya hinauswächst. Und Swami Sivananda erwähnt immer wieder,dass Mut sehr wichtig ist. Krishna erwähnt Abhaya immer wieder als Daivi Sampatti. Göttlicher Reichtum ist Mut. Es gilt, mutig zu sein. Mut bekommst du zum einen, indem du über Bhaya hinauswächst, und die wichtigste Quelle von Mut ist im Jnana Yoga das Bewusstsein, du bist das unsterbliche Selbst, du bist Satchidananda, Sein, Wissen, Glückseligkeit. Wenn du weißt, du bist nicht Körper und Psyche, du bist das unsterbliche Selbst, wo ist dann noch Platz für Bhaya? Und selbst wenn in der Psyche Bhaya ist, weißt du: "Ich bin nicht Bhaya, ich bin nicht die Furcht, ich bin das unsterbliche Selbst." Genauso, wenn du weißt: "Ich brauche auch nichts, denn jetzt, Satchidananda Swarupoham, meine wahre Natur ist unendliches Sein, unendliches Wissen, unendliche Glückseligkeit. Ich brauche nichts. Aus Lila heraus spiele ich meinen Teil in dieser Welt, aber ich brauche nichts in dieser Welt, deshalb kann ich Abhaya, furchtlos, sein, ich brauche kein Bhaya, keine Furcht zu haben." Ein Bhakta ist jenseits von Bhaya. Ein Bhakta, also ein Gottesverehrer, jemand, der Gott verehrt, weiß: "Gott macht alles. Ich bin nichts." Oder: "Ich bin ein Teil Gottes. Letztlich, Gottes Gnade macht alles, es geschieht, was geschehen soll. Ich bin nur ein Instrument Gottes, daher brauche ich keine Angst zu haben. Es kann mir nichts geschehen, was nicht in Gottes Plan ist. Und alles, was ich tue, letztlich ist Teil von Gottes Willen. Ich bemühe mich, das Richtige zu tun, aber ich bringe alles Gott dar." In diesem Sinne, Bhaya – Furcht und Angst, Teil des menschlichen Lebens, aber überwindbar, überwindbar durch Vedanta und Jnana Yoga, durch Nicht-Identifikation.

Bhaya – überwindbar durch Bhakti Yoga, durch Hingabe an Gott. Natürlich, auch im Hatha Yoga, im Raja Yoga, Kundalini Yoga, Karma Yoga gibt es so viele Techniken, um über Angst hinauszuwachsen. Auch auf den Yoga Vidya Internetseiten gibt es eine Video-Reihe über Überwindung von Angst. Swami Sivananda hat ein Buch geschrieben, "Die Überwindung der Furcht" und ich habe auch eine ganze Podcast-Reihe beschrieben, „Umgang mit Angst“. Du braucht bloß auf die Yoga Vidya Seiten zu gehen, www.yoga-vidya.de. Gib dort ein, „Angst“ und dann findest du viele Informationen, wie du Angst und Ängste überwinden kannst. Und natürlich, wir haben auch viele Seminare, in denen du die Yoga-Techniken lernst, die dir helfen, über Bhaya, über Angst, hinauszuwachsen. Also, www.yoga-vidya.de, du kannst dort eingeben, "Bhaya" als Sanskrit-Begriff oder auch "Angst, Ängste, Phobien, Ängstlichkeit, Angststörung oder auch Panikattacke", über all das gibt es wertvolle Tipps, wie du mit Yoga da gut umgehen kannst.

Bhaya भय bhaya Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Bhaya, भय, bhaya ausgesprochen wird:

Sukadev im Video über Angst

Zitat aus dem Yoga Sutra

  • "Tief sitzende Unsicherheit ist ein angeborenes Angstgefühl vor der Zukunft. Sie wohnt jedem Menschen inne, selbst dem Weisen." Yoga-Sutra 2.9

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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