Yoga und Veganismus - Interview mit Yogan-Om

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Yoga und Veganismus - Interview mit Yogan-Om: Im Dezember 2014 erschien ein Interview, das Dominik Grimm mit Sukadev Bretz machte und auf seinem Yoga-Magazin veröffentlichte. Dominik Grimm ist Buchautor, Yogalehrer, Veganismus-Experte und Begründer von Yogan, der Verbindung von Yoga und Vegan.

Text des Interviews Yoga und Veganes Leben

Einleitung: Sukadev ist Gründer und Leiter von Yoga Vidya und einer der Menschen, die mich in meinem Leben am meisten inspirieren. Er hat auch das Vorwort des Yogan-Buchs geschrieben, was mich ein kleines bisschen stolz macht. Vor Kurzem durfte ich dieses Interview mit Sukadev machen.

Schlüsselmomente für die Essgewohnheiten

Dominik: Du bist Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Europas größtem Netz an Yoga-Seminarhäusern und -centern. Du hast vor der Gründung von Yoga Vidya bei Swami Vishnu-Devananda gelernt und gelebt, einem der größten Yogameister unserer Zeit, und verfügst über sehr viel Erfahrung im Bereich des Yoga, der Meditation und des spirituellen Lebens. Seit über 30 Jahren lebst du lacto-vegetarisch. Das heißt du hast innerhalb der letzten 30 Jahre weder Eier noch Fleisch gegessen. Meines Wissens nach lebst du seit circa 3 Jahren vegan. Was war der Auslöser für deinen Wandel? Immerhin warst du über 30 Jahre lang der Meinung, dass eine lacto-vegetarische Ernährung die richtige für dich sei. Gab es Schlüsselmomente oder haben mehrere Gründe zur Veränderung deiner Essgewohnheiten geführt?

Sukadev: Im Alter von 16 Jahren, also vor 35 Jahren, wurde ich Vegetarier aus Mitgefühl mit den Tieren. Ich wollte nicht, dass für mich Tiere sterben müssten. Es fiel mir recht leicht, Vegetarier zu werden. Und obwohl ich aus tierethischen Gründen und nicht wegen der Gesundheit Vegetarier wurde, habe ich sehr schnell auch die gesundheitlichen Wirkungen der vegetarischen Ernährung gespürt: Das Kopfweh, das ich immer wieder hatte als Jugendlicher, verschwand, ebenso der Heuschnupfen und die immer wieder auftretenden Bauchschmerzen. Und die vegetarische Ernährung hat mir auch geholfen, zügig in die Meditation zu gehen. Als ich Vegetarier wurde, wurde gar nicht darüber gesprochen, ob der Verzehr von Milch und Eier auch unethisch/schädlich sein könnte. Da ich jedoch bald mit Yoga begann, und Yogis keine Eier essen, habe ich auch schon sehr bald auf Eier verzichtet. Mit Milch hat es etwas länger gedauert. Ich habe zwar schon Ende der 1980er Jahre verstanden, dass Milchproduktion auch mit der Fleischproduktion einher geht, habe mich aber nicht so wirklich tiefer darüber nachgedacht. Seit 2005 gibt es in unserem Yoga Vidya Seminarhaus in Bad Meinberg immer mehr Veganer, mit denen ich mich unterhalten habe und deren Argumente mir schlüssig erschienen. Seit ca. 2008 ist mir beim Lesen von medizinischen Artikeln und auch in Medizin Hörsendungen aufgefallen, dass immer häufiger Milch auch in Beziehung zu Krankheiten gesetzt wurde und mindestens die führenden Mediziner der Universitäten Milchprodukte nicht mehr so empfahlen wie sie das 10 Jahre vorher gemacht hatten. Als ich dann Anfang 2011 mit meiner jetzigen Frau zusammenkam, die konsequente und überzeugte Veganerin war, habe ich die Gelegenheit ergriffen und bin von einem Tag auf den anderen ganz vegan geworden.

Meditation, Feinfühligkeit und Essgewohnheiten

Dominik: Die regelmäßige Meditation führt uns in immer subtilere Schichten unseres Seins. Gerade, wenn man so lange meditiert wie du, hat man bestimmt schon viele schöne (und bestimmt auch weniger schöne) Erlebnisse während der Meditation gehabt. Hat sich etwas bei dir geändert? Gefühle, Emotionen? Vielleicht auch auf körperlicher Ebene, seitdem du vegan lebst?

Sukadev: Das was man isst, beeinflusst den Geist sehr stark. So ist eine reine Ernährung ganz besonders wichtig. Die wichtigste Entscheidung ist sicherlich erst mal Fleisch wegzulassen und auch insgesamt mehr Rohkost, natürliche Nahrung zu sich zu nehmen. Ich bin sicher, dass die tiefen Erfahrungen, die ich schon zu Anfang meiner Yoga Praxis machte, auch darauf zurückzuführen sind, dass ich auch eine entsprechende Ernährung hatte. Als ich dann auch noch die Milchprodukte wegnahm, fiel es mir noch leichter, in die Meditation zu fallen. Es wurde leichter, ein subtiles Gefühl von Verbundenheit mit der Natur, mit Bäumen, mit Tieren, mit Menschen zu spüren und mich immer mehr Liebe und Verbundenheit zu fühlen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich also klar sagen: Die Erfahrung von Meditation und Yoga wird durch vegane Ernährung nochmals auf eine höhere Ebene geführt.

Milch im Yoga

Dominik: Die Yogis von damals empfahlen eine lacto-vegetarische Ernährung. Denkst du, dass sie dies in der heutigen Zeit ebenfalls getan hätten? Wir haben heutzutage die Möglichkeit auf eine Fülle an pflanzlichen Lebensmitteln zurückzugreifen. Nimmt Milch im Yoga eine so besondere Stellung in der Ernährung ein?

Sukadev: Das alte Indien hatte eine Wirtschaft, die stark auf Rinderhaltung basierte: Der Pflug wurde von Rindern gezogen, die Bewässerungsanlagen, die Brunnen brauchten die Rinder. Rinder und Menschen lebten relativ eng und nah miteinander zusammen. Kühe galten als heilig, wurden freundlich behandelt, wie Familienmitglieder. Da Kühe genügend Milch geben können, um 2 Kälber zu nähren, konnten Menschen immer auch etwas Milch für sich selbst abzweigen. Aber Milch hat im alten Indien und bei den Yogis nicht die ganz große Rolle gespielt. Der Yogameister, bei dem ich gelernt hatte, Swami Vishnudevananda, hat uns gerne gesagt, dass man vielleicht am Tag ein Glas mit zu 2/3 mit Wasser verdünnter Milch getrunken hätte in früheren Zeiten, und ab und zu mal hätte es einen Esslöffel Joghurt gegeben. Die hohe Wertschätzung für Milch ist eher durch die Europäer nach Indien gekommen: Die englischen Kolonialherren meinten, dass tierisches Eiweiß dem pflanzlichen überlegen sei, und da die Inder größtenteils Vegetarier waren, haben sie eben mehr Milchprodukte gegessen... Im Yoga ist Ahimsa, das Nichtverletzen, die wichtigste ethische Empfehlung. Heutzutage können Milchprodukte nicht mehr erzeugt werden ohne Tieren Gewalt anzutun. Daher halte ich den Verzehr von Milchprodukten nicht vereinbar mit Yoga Grundsätzen. Aus drei Gründen sind ja auch Milchprodukte aus Bio-Tierhaltung mit Grausamkeit verbunden: (1) Damit Kühe Milche geben, muss jedes Jahr ein Kalb geboren werden - was dann irgendwann geschlachtet werden muss, da man nicht so viele Kühe brauchen kann, und die Hälfte der Rinder ja männlich ist (2) Aus hygienischen Gründen müssen die Kälber kurz nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt werden, da man keine Milch für den Menschen nutzen kann, wenn die Kälber vom Euter der Kuh saugen (3) Eine Kuh gibt nur bis zum Alter von 6-10 Jahren ausreichend Milch – hätte aber eine Lebenserwartung von 30 Jahren und wird daher in der Blüte ihres Lebens geschlachtet. Eigentlich kann man daher aus ethischen Gründen nur zum Schluss kommen, dass in der heutigen Zeit insbesondere in modernen Gesellschaften eine rein vegetarische, also vegane Ernährung die allein ethisch Verantwortbare ist. Daher sollten auch Yoga Übende vegan leben. Allerdings darf man auch nicht vergessen: Das Essen von Fleisch ist das schlimmere Übel. Die Veganer sollten auch nicht zu viel Energie damit verbringen, gegen die Lactovegetarier zu schimpfen. Viel wichtiger ist es, Menschen von der Grausamkeit des Tiere Tötens wegen des Fleisches abzuhalten. Wenn Tiere nicht mehr wegen des Fleisches geschlachtet würden, würde sich auch das Trinken von Milch von selbst erübrigen – denn dann könnte niemand das Halten ganzer Rinderherden für die Milchgewinnung durch ein paar einzelne Kühe ökonomisch leisten. Vordringlich ist also das Verbreiten des Wissens dass Fleisch auf dem Teller durch das Quälen und Töten von Tieren erhalten wird.

Veganismus bei Yoga Vidya

Dominik: Du lebst mit vielen anderen Menschen zusammen in einem Ashram. Ein Ort an dem viel spirituell praktiziert wird. Yoga gelebt und Yoga gelehrt wird. Yoga Vidya Bad Meinberg ist der größte Ashram von Yoga Vidya. Hat sich nach deiner Umstellung auf eine vegane Lebensweise auch im Ashram etwas verändert? Gibt es einige Menschen, die ebenfalls vegan wurden?

Sukadev: Es ist ein schrittweiser Prozess. Yoga Vidya war immer schon vegetarisch, hatte auch Milchprodukte, wobei immer auch darauf geachtet wurde, dass auch die Veganer gut sich ernähren können. In den letzten Jahren hat die Zahl der Veganer auch unter unseren Gästen erheblich zugenommen. Ich spreche ja auch öfter über Ernährung, und kann dann immer wieder den einen oder anderen überzeugen. Und es ist glücklicherweise insgesamt ja ein Trend in der Yogaszene und in der Bioszene dass immer mehr Yoga Übende und bewusst lebende Menschen Veganer werden. Ich hoffe, dass ich da auch dazu beitragen kann. Und glücklicherweise gibt es ja auch Menschen wie dich, die mit ihren Büchern, Zeitschriftenartikeln, Facebook, Internet etc. viele Menschen zum Umdenken veranlassen.

Dominik: Das Buffet bei Yoga Vidya war schon immer lacto-vegetarisch und bio-zertifiziert. Soweit ich weiß, habt ihr die größte bio-zertifizierte Küche in Deutschland (oder gar Europa?). Hat sich auch an eurem Buffet etwas geändert? Kocht ihr im Ashram vegan? Und wie wird in den anderen Ashrams – Allgäu, Nordsee und Westerwald – gekocht?

Sukadev: Ja, Yoga Vidya Bad Meinberg hat die größte bio-zertifizierte vegetarische Küche Europas und hat da Vorreiter-Funktion. In den letzten Jahren wird unser Buffet immer veganer, und zwar in allen 4 Ashrams. Im Grunde genommen wird jetzt in allen 4 Ashrams rein vegan gekocht. Für diejenigen, die meinen Milchprodukte zu brauchen, werden beim Frühstück Milch und Joghurt aus Öko-Bio-Tierhaltung hingestellt, und wenn es abends mal Pasta gibt, wird oft auch Streukäse hingestellt. Aber im Grunde genommen, sind die Buffets in unseren 4 Ashrams weitestgehend vegan.

Verbreitung von Yoga und Veganismus

Dominik: Yoga Vidya ist bei der Verbreitung des Yoga hochengagiert. Ich kenne keinen anderen Yoga Verein, der so viel tut, um den Yoga-Gedanken zu verbreiten. Dir liegt auch sehr viel daran den veganen Gedanken in die Welt zu tragen. Vermutlich seid ihr schon mehr als ausgelastet, was euer primäres Ziel – die Verbreitung des Yoga in der Welt – betrifft. Aber ihr tut auch einiges im Bezug auf die Verbreitung des Veganismus. Was genau?

Sukadev: Gesunde und ethische Ernährung gehört ja zum Yoga, insbesondere zum Hatha Yoga, dazu. So gehört zum Konzept von Yoga Vidya, im Rahmen der 10wöchigen Anfängerkurse, im Rahmen der Yoga und Meditation Einführungsseminare auch über vegetarische Ernährung zu sprechen. Von werdenden Yogalehrern fordern wir sogar, eine Weile vegetarisch zu leben – was meistens dann zur dauerhaften Gewohnheit wird. Dann gilt auch: Der Yoga Vidya Stil verbessert auch die somatische Intelligenz, d.h. das Spürbewusstsein im Menschen. Das führt dazu, dass die meisten Menschen, die Yoga im Yoga Vidya Stil üben, bald anfangen, sich gesünder zu ernähren, was meistens auf eine Reduktion von Fleisch, industriell verarbeiteten Speisen und Milchprodukten führt. Oft sagen Yoga Übende dann, dass sie einfach nicht anders konnten als Vegetarier zu werden. Und wer heutzutage Vegetarier wird, wird oft gleich auch zum Veganer. So sind durch Yoga Vidya vermutlich viele Zigtausend Menschen zu Vegetariern geworden, und sicherlich einige Tausend Menschen zu Veganern.

Wie kann man veganes Bewusstsein weiter ausbreiten?

Dominik: Die vegane Lebensweise rückt heute immer mehr in die Mitte unserer Gesellschaft. Dennoch bedarf es noch einer großen Aufklärungsarbeit, was beispielsweise die Verfügbarkeit des Proteins in pflanzlichen Lebensmitteln angeht. Welche Tipps kannst du uns geben, die dabei helfen können, das vegane Bewusstsein weiter auszubreiten?

Sukadev: Man muss immer weiter am Ball bleiben. Man kann da auf verschiedenen Ebenen wirken. Man kann mit Menschen in seinem Umfeld sprechen. Man kann auf seiner Facebookseite darüber sprechen. Man kann sich an die Medien wenden. Man kann in Restaurant, Mensa, Café, Kantine etc. nach veganen Speisen fragen. Man sollte auch insbesondere darauf achten, dass es einem selbst gut geht. Wenn man Lebensfreude und Gesundheit ausstrahlt, wird das auch andere überzeugen. Da sollte man übrigens auch als Veganer darauf achten, dass man nicht nur auf tierische Produkte verzichtet, sondern gesund lebt, also genügend Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte etc. zu sich nimmt, genügend an die frische Luft geht (Vitamin D), seinen Vitamin B12 Level prüfen lässt. Es schadet nicht nur einem selbst, sondern der ganzen veganen Bewegung, wenn Veganer durch nicht ausgewogene Ernährung sich nicht optimaler Gesundheit erfreuen.

Ethik und Fleischindustrie

Dominik: Aufgrund von Profit-Gier und Fleisches-Lust bzw. generell die Lust auf tierische Produkte, und das immer undurchsichtigere Handeln der Tierindustrie, erleiden unsere Tiere heute grausame Qualen. Und nicht nur das. Auch die Umwelt, und dadurch letztlich auch der Mensch, leiden zwangsläufig unter diesen Gegebenheiten. Was denkst du, warum konnte es soweit kommen? Warum schaffen es viele Menschen, trotz ihres Herzens und dem eigentlich vorhandenen ethischen Wert immer das Richtige tun zu wollen, über die Machenschaften der Tierindustrie hinwegzuschauen?

Sukadev: Das ist eine interessante Frage: Wie ist es dazu gekommen, dass Menschen so etwas Unsinniges wie Fleischverzehr nicht sein lassen können? Der Fleischverzehr in dieser Menge in unseren Breiten ist ja etwas Neues, was erst nach dem zweiten Weltkrieg aufgekommen ist. Irgendwie war es vermutlich so, dass sich im Mittelalter nur die Reichen Fleisch leisten konnten. Also dachte man: Fleisch muss etwas Besonderes sein. Dann kam der Irrglaube auf, dass Fleisch und Milch besonders gesund seien. So haben die Menschen mit steigendem Wohlstand mehr Fleisch gegessen – und die Haute Cuisine, die gehobene Gastronomie, die Rezepte der Vornehmen war ja größtenteils auf Fleisch aufgebaut. Dann haben sich die Menschen an den Geschmack von Fleisch und Milch gewöhnt. Und Essensgewohnheiten sind für viele oft schwer zu ändern. Es gibt ja auch die Carnismus-Theorie: Dass irgendwie der Irrglaube entstanden ist, dass Fleisch etwas Gutes sei, sicherlich auch durch Werbung und kollektive Hirnwäsche aufrechterhalten. Vermutlich ist das einer der stärksten Aberglauben der Moderne. Hier kann man nur hoffen, dass schrittweise immer mehr Menschen von diesem zerstörerischen Aberglauben wegkommen. Du hast ja recht – die meisten Probleme der Moderne könnten gelöst werden, wenn die Menschen auf Fleisch und Fisch verzichten würden (Verzicht auf Milch und Eier würde dann automatisch mitkommen). Energiekrise, Abhängigkeit von Fracking und Atomindustrie, Globale Erwärmung, Abholzung von Tropenwäldern und so vieles mehr würde es ohne die Fixierung der Menschen auf Fleisch nicht geben. Und ich bin überzeugt, dass es auch leichter wäre, eine Welt ohne Krieg und ohne Gewalt zu schaffen, wenn die Menschen aufhören würden, mit jeder Mahlzeit Grausamkeit zu begehen. Aber ich habe Hoffnung: Irgendwann haben ja auch die Menschen erkannt, dass Zigaretten nicht der Geschmack von Freiheit und Abenteuer sind, sondern Ausdruck von Sklaverei an einen Glimmstengel. So werden Menschen auch erkennen, dass Fleisch nicht ein Stück Lebenskraft sondern ein Stück Grausamkeit, ein Leichenteil einer gequälten Kreatur, ist.

Veganismus als zukünftig normale Lebensweise

Dominik: Glaubst du daran, dass es langfristig ein Erwachen in allen Menschen geben wird? Dass wir langfristig zu einer vegetarischen oder gar veganen Lebensweise kommen werden? Zumindest in den Gebieten der Erde, in denen wir auf tierische Produkte nicht angewiesen sind.

Sukadev: Ich bin überzeugt davon, dass in naher Zukunft die Menschen vegan leben werden und auf unsere heutige Zeit mit Unverständnis zurückblicken werden, wie man so etwas Eigenartiges machen konnte, Tiere zu töten, um diese dann zu essen und davon krank zu werden. Insgesamt wächst die Gesellschaft mehr in Richtung Mitgefühl. Kinder werden weniger verprügelt von den Lehrern und Eltern wie früher, Tierschutz wird wichtiger, Mitgefühl ist ein hoher Wert in unserer Gesellschaft. Das Quälen von Tieren für Fleisch, Eier, Käse, Fischgerichte, Milchprodukte ist ein absoluter Anachronismus und widerspricht all dem was Menschen ansonsten gut heißen. Ich bin davon überzeugt, dass das irgendwann aufhören wird, und eine vegane Lebensweise ganz selbstverständlich wird.

Alles Leben ist Heilig

Dominik: Gibt es noch etwas – eine Inspiration -, das du den Lesern von Yogan mitteilen und mit auf den Weg geben möchtest? Egal, ob sie Veganer, Vegetarier oder Mischköstler sind.

Sukadev: Alles Leben ist heilig. Hinter allem kann man die göttliche Gegenwart spüren. Indem man täglich Yoga und Meditation übt, wird man sich dessen immer bewusster sein. Und aus der Erfahrung einer göttlichen Gegenwart kann es dann ganz leicht fallen, eine ökologische und mitfühlende Lebensweise zu entwickeln. Wir Menschen haben eine besondere Verantwortung für diesen Planeten. Lasst uns diese bewusst annehmen und ein ethisches Leben führen – so werden wir Verbundenheit und Einheit spüren und die Erfahrung einer göttlichen Gegenwart, eine Erfahrung der Freude wird ganz natürlich werden.


Ich danke dir von ganzem Herzen für das Interview, lieber Sukadev!

Dominik Grimm

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Dominik Grimm ist Gründer von Yogan und kam durch seine Leidenschaft für das Apnoetauchen zum Yoga. Durch seine Ausbildung zum biologisch technischen Assistenten und seiner Liebe zur Natur, eignete er sich profunde Sachkenntnisse im Bereich der Biologie, insbesondere der Ernährung an. Heute arbeitet er als Yogalehrer und Autor. Er gibt Yogastunden, Seminare, Retreats und Workshops zum Thema Yogan. Sein erstes Buch erschien 2014 bei Droemer-Knaur. In Köln führt er mit seiner Partnerin, Tammy Assanoff, Deutschlands erstes Yogan-Studio.

Siehe auch

Interviews mit Sukadev Volker Bretz