Pflug

Aus Yogawiki
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Der Pflug (Sanskrit), auch Halasana, ist eine Asana im Hatha Yoga. Sie ist die 3. Asana der 12 Grundstellungen der Yoga Vidya Reihe. Der Pflug dehnt den Rücken und die Halswirbelsäule, gewährleistet somit mehr Flexibilität und verhilft zu mehr innerer Ruhe.

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Wirkungen des Pfluges

Der Pflug (Halasana) ist die dritte der zwölf Grundstellungen der Yoga Vidya Reihe. Er folgt nach dem Schulterstand (Sarvangasana). Als Gegenstellung zum Pflug wird im Anschluss der Fisch (Matsyasana) praktiziert. Der Pflug wirkt harmonisierend und ausgleichend. Wie ein Bauer, der mit dem Pflug sein Feld bestellt, so steht auch im Yoga der Pflug dafür, Veränderungen einzuleiten und dann geduldig die Wirkungen abzuwarten.

Der Pflug oder Halasana ergänzt die Bewegung des Schulterstands dadurch, dass Füße und Hände auf den Boden gebracht werden, damit der Körper in etwa die Form eines primitiven Pflugs annimmt. Der Pflug wirkt ähnlich wie der Schulterstand: Nacken und Wirbelsäule werden beweglich,die Wirbelsäulennerven belebt, Rücken-, Schulter- und Armmuskeln gestärkt, Spannungen gelöst. Durch das Zusammendrücken des Bauches werden auch die inneren Organe massiert. Beim Pflug muss man auf eine gerade Wirbelsäule und gestreckte Knie achten. Am Anfang erreichen die Füße vielleicht noch nicht den Boden, aber je elastischer die Wirbelsäule wird, umso eher werden die Füße von ihrem eigenen Gewicht hinuntergezogen.

Körperlich

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Energetisch

  • wirkt Harmonisiernd und ausgleichend

Angesprochene Chakras

Vishuddha, Anahata

Geistig

• Hilft, zur inneren Mitte zu kommen • Gibt die Kraft, langfristige Veränderungen einzuleiten ("sein Feld zu bestellen") und geduldig deren Wirkungen abzuwarten

Ausführung des Pflugs

Fortgeschrittene können gleich aus dem Schulterstand diese Stellung üben, Anfänger sollten jedoch dazwischen erst entspannen. Um aus dem Pflug zu kommen, nutzt man wieder das Abrollen vom Schulterstand.

Für den halben Pflug komme zunächst in den Schulterstand, senke dann mit der Ausatmung zunächst das rechte Bein hinter deinem Kopf ab. Bringe es einatmend wieder nach oben. Senke dann ausatmend das linke Bein hinter dem Kopf ab. Einatmend wieder zurück nach oben.

Für Anfänger ist oft ein Stuhl oder Kissen als Hilfs mittel von Vorteil, um die Füße abzustellen. Unterstütze weiterhin mit den Händen deinen Rücken. Die Beine können in einer sanften Variante auch gebeugt sein.

Um in die volle Stellung zu kommen, gib ausatmend beide Beine zum Boden. Im klassischen Pflug sind die Zehen aufgestellt und die Beine durchgestreckt. Du kannst mit den Zehen Richtung Kopf wandern, um so die Dehnung auf der Beinrückseite zu intensivieren. Unterstütze den Rücken so lange, bis deine Zehen den Boden berühren. Löse dann die Hände vom Rücken, lege sie auf dem Boden ab und verschränke sie ineinander

Verweile 5-6 Atemzüge in der Stellung und forciere die Stellung nicht zu sehr. Gesicht und Nacken sind entspannt.

Die 3 Schritte, um in den Pflug zu kommen:

1 Legen dich mit geschlossenen Beinen auf den Rücken, die Hände mit den Handflächen nach unten neben den Körper. Einatmen und die Beine hochheben, Ausatmen. Beim nächsten Einatmen bringe die Hüften vom Boden hoch.

2 Unterstütze den Rücken mit deinen Händen, lasse die Ellbogen möglichst nah beisammen. Dann bringe beim Ausatmen, ohne die Knie zu beugen, die Beine hinter den Kopf. Wenn du mit deinen Füßen noch nicht den Boden erreichen, bleibe tief atmend in der Stellung.

3 Wenn deine Füße ganz bequem den Boden erreichen, schiebe sie so weit du kannst von deinem Kopf weg und ziehe die Zehen ein; bringe deinen Rumpf hoch, drücke die Fersen nach hinten. Nun falte die Hände, strecke die Arme weit hinter deinem Rücken aus und lege die Hände flach auf den Boden. Langsam und tief atmen.

Swami Sivananda über den Pflug

Wenn diese Asana geübt wird, erscheint sie als unmittelbares Abbilds eines Pflugs. Hala bedeutet in Sanskrit Pflug.

Methode

Breite ein Tuch auf dem Boden aus. Liege flach auf Deinem Rücken. Halte beide Hände an den Seiten auf dem Boden, die Handflächen zeigen auf den Boden. Strecke beide Beine aus. Hebe sie ganz langsam an. Winkele sie nicht an. Hebe die Hände nicht hoch. Beuge Deinen Rumpf nicht. Bilde einen stumpfen Winkel. Dann senke ganz langsam die Beine ab. Gebe sie hinter den Kopf bis die Zehen den Boden berühren. Halte die Knie so gestreckt als möglich und sehr eng beieinander. Beine und Oberschenkel müssen in einer geraden Linie sein. Drücke das Kinn gegen die Brust. Atme langsam durch die Nase ein und aus. Nicht durch den Mund.

Es gibt noch eine andere Variation diese Asana auszuführen. Nachdem die oben beschriebene Haltung beendet ist, bringe Deine Hände langsam in die Position, dass Du Deine Zehen greifen kannst. Das ist zudem die bessere Methode. Wenn Du aus der Asana gekommen bist, hebe ganz langsam Deine Beine an und bring sie in die Ausgangsstellung in der Du flach auf dem Boden liegst.

Nutzen

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Diese Asana regt die Nerven in der Wirbelsäule an, die Rückenmuskeln, die Knochen der Wirbelsäule, so wie das sympathische Nervensystem, das entlang der Wirbelsäule verläuft. Diese Asana ergänzt und verstärkt Sarvangasana. Ein große Menge Blut fließt in die Nerven der Wirbelsäule, in die sympathischen Ganglien, die Nerven, die im Sympathischen Nervensystem verortet sind und in die Rückenmuskeln. Auf diese Weise wird so alles bestens versorgt.

Die Wirbelsäule ist sehr empfindsam und nachgiebig. Diese Asana schützt vor frühzeitiger Verhärtung der Wirbelsäulenknochen. Die Verknöcherung ist ein schnell verlaufender degenerativer Prozess der Knochen. Der Alterungsprozess speist sich häufig aus dieser frühen Verhärtung der Knochen (Osteoporose). In diesem degenerativen Prozess werden die Knochen hart und spröde. Derjenige/diejenige der/ die den Pflug übt, ist sehr beweglich, agil und energiegefüllt. Die Rückenmuskeln werden abwechselnd kontrahiert, entspannt, gezogen und gedehnt. Auf diese Weise wird durch die vielseitigen Bewegungen ein guter Blutfluss gewährleistet und alles wird gut versorgt. Verschiedene Arten von Muskelschmerz (muskulär bedingtem Rheuma), Hexenschuss, Verstauchungen und Neuralgien (Nervenschmerzen) werden durch diese Asana geheilt.

Die Wirbelsäule wird weich und elastisch. Sie wird verdreht und zusammengerollt, als wäre sie ein Stück Leinenstoff. Jemand der den Pflug übt wird niemals faul werden. Die Wirbelsäule ist eine sehr wichtige Struktur. Sie unterstützt und hält den ganzen Körper. Sie besteht aus dem Rückenmark, den Spinalnerven und dem sympathischen (Nerven)System. Im Hatha Yoga wird die Wirbelsäule Meru Danda (im Sanskrit ist Meru der Berg des Universums, das Zentrum; Danda (m.)= Stock) Aus diesem Grund ist es Deine Aufgabe die Wirbelsäule durch das Üben des Pfluges, gesund, kräftig und geschmeidig zu erhalten. Die Muskeln des Unterleibs, die rektalen Muskeln und die Muskeln der Oberschenkel werden so gestrafft und versorgt. Der Hang zur Fettleibigkeit oder Leibesfülle oder chronische Verstopfung, Tumorbildung, Blutwallungen und Vergrößerung von Leber und Milz können durch diese Asana geheilt werden.

Variationen

Utthana Padasana: (sanskrit: utthana= aufwärts; pada (m.)= Fuß/Füsse )

Lege Dich hin. Die Beine sind gestreckt, die Hände liegen zu den Seiten, die Handflächen zeigen zum Boden. Hebe beide Beine zusammen vom Boden für ca. 60 cm an ohne Beine und Knie zu beugen. Senke sie langsam wieder ab. Wiederhole dies sechs Mal. Darmträgheit, Schmerze in den Hüften und Oberschenkeln werden sich auflösen. Das ist eine Vorübung zu Sarvangasana.


Dieser Abschnitt stammt aus dem Buch "Yoga Asanas" von Swami Sivananda Divine Life Society, Sivananda Ashram


Videos Pflug

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Siehe auch