Tilaka

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Tilaka (Sanskrit: तिलक tilaka m. u. n.) Mal, dunkler Fleck unter der Haut; Zierde; Stirnzeichen, Stirnpunkt (aus Sandelholzpaste etc.); die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Tradition der Gottesverehrung (Vaishnava, Shaiva oder Shakta) bestimmt das Zeichen, welches der Gläubige auf die Stirn oder andere Körperteile aufträgt, um den Körper als Tempel Gottes zu schmücken. Auf der Stirn ist es das Symbol für das dritte Auge, welches auf das innere Auge der Weisheit verweist.

Mann mit Tilaka Copyright

Sukadev über Tilaka

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Tilaka

Tilaka ist etwas, was man auf das dritte Auge aufträgt. Tilaka ist die Aktivierung des dritten Auges über das Auftragen von bestimmten Substanzen. Als Tilaka geeignet sind ursprünglich drei Substanzen. Es gibt Vibhuti, das ist Asche, in einem heiligen Ritual, z.B. einer Homa, einer Yajna gewonnen. Dann gibt es Chandana, Chandana ist Sandelholzpaste. Und es gibt Kumkuma und Kumkuma ist ein mit rotem Pulver gemachter Punkt. Tilaka, also Auftragen einer heiligen Substanz, einer energetisch starken Substanz auf das dritte Auge, um das dritte Auge zu aktivieren.

Tilaka ist auch ein Teil der Puja. Wenn du Puja, ein Verehrungsritual, ausführst, kannst du beginnen mit "Om", dann kannst du als nächstes Achmanyam üben, also Reinigungsmantras, Reinigungszeremonie ausführen, und dann Tilaka, Auftragen der drei heiligen Substanzen auf das dritte Auge, um dein drittes Auge zu öffnen. Danach folgt Avahana, die Anrufung Gottes. Mehr dazu findest du auf den Yoga Vidya Seiten unter dem Stichwort "Puja". Du kannst eingeben, www.yoga-vidya.de, dort findest du die einzelnen Stadien der Puja, wozu dann auch Tilaka gehört.

In Indien können sich die einzelnen Anhänger verschiedener spiritueller Richtungen, religiöser Richtungen, erkennen an dem Tilaka. Traditionellerweise sind die Vaishnavas erkennbar an Sandelholz, also insbesondere, wenn dort entweder ein senkrechter Strich ist oder ein V aus Sandelholz, dann kannst du vermuten, das sind Vaishnavas.

Die Shaivas sind erkennbar durch Vibhuti oder Bhasma, das heißt Asche, drei Streifen von links nach rechts. Und die Shaktas, die Anhänger der Göttlichen Mutter, sind erkennbar durch einen roten Punkt, Kumkum, oder auch einem gelben Punkt, was aus Tumeric gemacht wird. Bei Yoga Vidya verwenden wir alle drei, denn Yoga Vidya ist aus der Yoga Vedanta Richtung von Shankaracharya, und somit letztlich vonKrishna, und das ist religionsrichtungsübergreifend. Dort ist also sowohl Shaiva durch die drei Asche-Streifen, als auch Vaishnava, eine Sandelholzpaste, und auch roter Punkt aus Kumkum für die Göttliche Mutter. Und damit ist alles eingeschlossen.

So also Tilaka, die Öffnung des dritten Auges durch das Auftragen einer heiligen Substanz auf die Mitte der Stirn oder den Punkt zwischen den Augenbrauen.

Tilaka - ein Zeichen des Glücks

Tilaka ist ein Zeichen des Glücks Es wird auf die Stirn aufgetragen mit Sandelholzpaste, heiliger Asche oder Kumkuma. Die Anhänger Shivas tragen heilige Asche (Bhasma) auf die Stirn, die Anhänger Vishnus Sandelholz Paste (Chandana), und die Vereherinnen der Devi oder Shakti Kumkuma, einen roten Gelbholz Pulver.

Sandelholzmehl Copyright

Die Schriften sagen: "Eine Stirn ohne Tilaka, eine Frau ohne einen Ehemann, Japa mit einem Mantra dessen Bedeutung nicht bekannt ist, ein Kopf, der sich vor heiligen Persönlichkeiten nicht verneigt, ein Herz ohne Gnade, ein Haus ohne einen Brunnen, ein Dorf ohne einen Tempel, ein Land ohne einen Fluss, eine Gesellschaft ohne einen Führer, Reichtum das nicht zur Wohltätigkeit verwendet wird, ein Lehrmeister ohne einen Schüler, ein Staat ohne Gerechtigkeit, ein König, ohne einen fähigen Minister, eine Frau, die ihrem Ehemann (ein Ehemann der seiner Frau) nicht gehorcht, ein Brunnen ohne Wasser, eine Blume ohne Duft, eine Seele ohne Heiligkeit, ein Feld ohne Regen, ein Intellekt ohne Klarheit, ein Schüler, der seinen Meister nicht als eine Form Gottes verehrt, ein Körper ohne Gesundheit, eine Sitte(Achara) ohne Reinheit, Strenge ohne Freundlichkeit, eine Rede dessen Grundlage nicht die Wahrheit ist, ein Land ohne guten Menschen, eine Arbeit ohne Bezahlung, Sannyasa ohne Entsagung, Füße, die nie auf Pilgerschaft gegangen sind, eine Entscheidung, die sich nicht auf Viveka (richtige Unterscheidung) stützt, ein Messer das stumpf ist, eine Kuh, die keine Milch gibt, ein Speer ohne Spitze— all diese Sachen sind verdammungswürdig, sie existieren nur dem Namen nach."

Daran kannst du die Wichtigkeit vom Tilaka, des heiligen Zeichens ermessen.

Die Tilaka wird auf das Ajna Chakra, auf den Punkt zwischen den Augenbrauen aufgetragen. Es hat eine starke kühlende Wirkung. Jenseits des spirituellen Einflusses wirkt das Auftragen der Sandelholzpaste auch gesundheitsfördernd. Das auftragen des Sandelholzes wird der Hitze entgegenwirken, welche entsteht, wenn du dich auf das Bhrumadhya konzentrierst und meditierst.

Die Tilaka deutet auf den Punkt, wo das spirituelle Auge aufgeht. Hier, am Bhrumadhya hat Shiva ein drittes Auge. Es heißt, dass wenn Er sein drittes Auge öffnet, zerstört er damit die drei Welten. Analog dazu, wenn das dritte Auge des Jiva sich öffnet, verbrennen die drei Arten des Leidens—Adhyatmika, Adhidaivika und Adhibhautika zur Asche. Die drei Arten des Karma —Sanchita, Prarabdha and Agami— und damit all die Sünden, welche während zahllosen früheren Inkarnationen begangen worden sind, werden verbrannt. Beim Auftragen des Tilaka erinnerst du dich mental: "Ich bin das eine nicht-duale Brahman, frei von allen Dualitäten. Möge mein Auge der Intuition bald aufgehen." Du solltest dich jedes Mal daran erinnern, wenn du dir die Tilaka aufträgst.

Es gibt unterschiedliche Methoden, wie man eine Tilaka aufträgt. Die Saivas tragen sich mit den heiligen Aschen drei horizontale Linien auf. Wenn sie die Tilaka auftragen, dann wiederholen sie dabei: "Oh Herr, bewahre mich von den schädlichen Einflüssen der Trigunatmika Maya, welche uns mit den Stricken von Sattva, Rajas und * bindet." Dabei unterscheidet sich nur die Methode des Auftragens, aber die Bedeutung ist die selbe, sowohl bei den Vaishnavas, als auch bei den Saivas.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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