Franz von Assisi

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Franz von Assisi ist ein Heiliger aus Assisi (Italien). Er lebte von 1182 bis 1228 und gründete den Franziskaner Orden.

Franziskus predigt zu den Vögeln - Giotto di Bondone

Swami Sivananda über Franz von Assisi

Artikel aus dem Buch "Lives of Saints" von Swami Sivananda

Die letzte Kommunion des heiligen Franziskus von Assisi - Peter Paul Rubens

Der Heilige Franz (auch Franziskus) von Assisi wird auch der kleine arme Mann von Assisi genannt. Er wurde im Jahr 1182 in Assisi (in der Provinz Umbrien, Italien) geboren. Sein Familienname war Bernadone, die Bernadones waren eine reiche Händlerfamilie aus Assisi. Franz war ein hübscher, heiterer und weichherziger Junge. Er hatte viele Freunde, darunter alle Söhne der Edelmänner der Stadt.

Franz wuchs in Luxus und ohne Sorgen auf. Er gab einen erheblichen Teil seines Vermögens für extravagante Vergnügen aus und pflegte mit den jungen Prinzen des Landes zu trinken.

Eines Tages scherzte und lachte Franz mit seinen Freunden. Ein Bettler kam vorbei und bat um Almosen. Der weichherzige Franz gab ihm alles, was er in seinen Taschen hatte. Darauf hin verspotteten ihn seine Gefährten. Dies weckte tiefe Ernüchterung in seinem Herzen. Durch Anblick des Bettlers begann er über Armut und Elend des alltäglichen Lebens nachzudenken und gab darauf hin viel Geld an die Armen. Sein Vater dachte, dass Franz sein Geld verschwende und tadelte ihn.

Einige Zeit später war Franz durch eine schwere Krankheit für viele Monate an das Bett gefesselt. Er war dem Tode geweiht, doch der Herr rettete ihn, da er seine Mission im Leben noch auszuführen hatte. Hierdurch wurde der Charakter von Franz völlig verändert und er betete zu Gott um Licht und Führung für seine Zukunft. Er hatte eine Vision von Jesus und entschied sich, sein altes Leben hinter sich zu lassen und ein Leben in Reinheit und im Dienst für die Mitmenschen zu führen.

Sobald Franz sich erholt hatte, informierte er seine Eltern über diese Entscheidung. Sie waren enttäuscht und wütend. Franz lies sich davon nicht abbringen und gab seinen alten Lebenswandel und die alten Gewohnheiten auf. Er gab Kleidung, Geld und andere Güter an die Armen. Sein Vater war hierüber ungehalten und sprach: "Ich habe hart gearbeitet und damit ein Vermögen angesammelt. Du aber verschwendest es für diese erbärmlichen Schufte."

Sein Vater verstieß ihn schließlich. Franz lebte darauf hin wie ein Bettler, aß einfachstes Essen und war ärmlich gekleidet. Seine Freunde spotteten über ihn und versuchten, ihn zu reizen. Sie bewarfen ihn mit Dreck und Steinen, doch er ertrug alles mit Gleichmut.

Franz lebte in einer Höhle in den Bergen von Assisi und verbrachte zwei Jahre in Gebet und Meditation. Einige Menschen schenkten ihm Essen, doch oft musste er hungern.

Franz nannte den Körper "Bruder Arsch" und hielt ihn stets unter strenger Zucht und Kontrolle. Manchmal verweigerte er seinem Bruder Arsch Wasser und Nahrung oder verweigerte ihm Essen, dass dieser besonders schätzte.

Franz war bescheiden und liebte alle Wesen. Er liebte die Traurigen und Ausgestoßenen. Er behandelte Vögel, wilde Tiere und alle anderen Wesen als Brüder und Schwestern. Er ging von Dorf zu Dorf, predigte Gottes Liebe und lud die Menschen ein, ihm zu folgen und ein Leben im Dienst des Nächsten zu beginnen. Auf Bernard, einen reichen Mann aus Assisi, übte die Heiligkeit von Franz eine unwiderstehliche Anziehung aus. Er wurde sein erster Jünger und spendete sein gesamtes Vermögen. Elf Andere folgten Bernard nach und gaben ebenfalls ihr gesamtes Vermögen den Armen. Franz und seine Jünger wanderten durch ganz Italien, predigten, lehrten, heilten und segneten die Menschen wo auch immer sie hinkamen.

Die Lehre von Güte und Liebe, die Franz predigte, verbreitete sich über ganz Europa und brachte ihm den Namen Heilger Franz ein. Die Menschen nannten ihn den kleinen armen Mann von Assisi. Er lebt für immer im Herz der Menschen.

Um Franz sammelten sich viele Jünger und gründeten den Orden der Franziskaner. Die Ordensmitglieder müssen Armut, Keuschheit, Liebe und Gehorsam geloben.

Im Jahr 1228 gab der Heilige Franz seine sterbliche Hülle auf. Seine Jünger bauten eine wunderschöne Grabeskirche für ihn auf dem Hügel von Assisi - dem Ort, den er so innig liebte. Der Einfluss des heiligen Franz und das süße Aroma seines Lebens werden für immer da sein.

Rühmen wir den heiligen Franz, der kleine arme Mann von Assisi und ein erhabener Heiliger!

Das Gebet des Heiligen Franz von Assisi

Franziskus verzichtet auf die irdischen Güter - Giotto di Bondone

Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens!

Wo man sich hasst, lass mich Liebe bringen,

wo man sich kränkt, lass mich Versöhnung bringen,

wo Zwietracht ist, lass mich Einigkeit bringen

wo Zweifel ist, lass mich Glauben bringen,

wo Verzweiflung ist, lass mich Hoffnung bringen,

wo Finsternis ist, lass mich Licht bringen

und wo Traurigkeit ist, lass mich Freude bringen.

O himmlischer Meister, sorge dafür, dass ich nicht

vor allem nach Trost suche, sondern Trost spende;

zu verstehen suche, sondern verstehe;

nach Liebe suche, sondern liebe.

Denn im Geben wird empfangen,

im Verzeihen verziehen,

und im Sterben zum ewigen Leben geboren.

Dieses einfache Gebet des Heiligen Franz von Assisi liefert uns eine Form, in die wir unser eigenes Leben gießen können. Es ist eine Blaupause für unser Leben, unsere Gedanken, unsere Rede und unsere Handlungen gegenüber allen Wesen. Dies macht das Gebet des Heiligen Franz zu einem so wertvollen Dokument für uns. Es ist ein unverzichtbarer und unschätzbar wertvoller Bezugsrahmen, mit dem wir unser eigenes Leben beurteilen können und der uns zeigt, was wir zur Reinigung und Erhebung unsers täglichen Lebens tun können.

Gedicht des Heiligen Franz von Assisi: Sei mutig!

Franz von Assisi ermutigt uns, auch dort mutig zu sein, wo andere es nicht sind. Franz von Assisi fordert uns in folgendem Gedicht auf, nicht auf andere zu warten, die den ersten Schritt gehen sollen - sondern selbst aktiv zu werden.

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sollt ihr sagen,
Was keiner denkt, das wagt zu denken,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein.
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht.


Siehe auch

Literatur

  • Paul Zahner Franz von Assisi begegnen; Sankt Ulrich Verlag 2004 ISBN-13: 9783936484274
  • Reblin, Klaus Franz von Assisi - Der rebellische Bruder; Vandenhoeck & Ruprecht 2006 ISBN-13: 9783525604298
  • Swami Sivananda: Lives of Saints