Triveni

Aus Yogawiki

Triveni (Sanskrit: triveṇī त्रिवेणी f.) Zusammenfluß der drei heiligen Flüsse Indiens: Ganga, Yamuna und Saraswati bei Allahabad, einem Pilgerort Indiens. Triveni symbolisiert auch die Vereinigung der drei Hauptnadis: Ida, Pingala und Sushumna.

Lore Tomalla über die Heilige Triveni

Die Yogalehrerin Lore Tomalla schreibt über Triveni:

In der Shiva Samhita, 3. Kapitel, Vers 22 und 23 wird folgende Atemtechnik erwähnt:

"Laß den klugen Praktiker mit dem rechten Daumen die Pingala (das rechte Nasenloch) schließen, die Luft einatmen durch die Ida (das linke Nasenloch). Danach laß ihn langsam und nicht heftig ausatmen durch das rechte Nasenloch, (indem er das linke mit Ring-und kleinem Finger verschließt). Nun laß ihn den Atem durch das rechte Nasenloch einatmen, dann die Finger wechseln, das rechte Nasenloch mit dem Daumen verschließen und durch das linke ausatmen, nicht heftig, sondern langsam und sanft. Vers 23 ermahnt den Praktiker dies täglich mindestens zwanzig Mal zu üben, ohne Nachlässigkeit oder Trägheit und frei von allen Zweifeln."

Triveni anatomisch

Was dabei alles geschieht, ist unvorstellbar. Man muß zunächst eine Menge lernen, zum Beispiel über Anatomie: Mitten im Kopf befindet sich die so genannte Pyramiden Kreuzung.

Das bedeutet, die rechte Hirnhälfte ist für die linke Körperhälfte zuständig und umgekehrt die linke Hirnhälfte für die rechte Körperhälfte. Die Nervenenergien werden im Körper verteilt durch die Plexen.

Im Yoga arbeiten wir mit den Bildekräften. Die befinden sich in unserem Energie Körper. Das bedeutet, etwa auf Höhe der Nervenplexen befinden sich Energie Schaltstellen, Chakras genannt.

Die oben beschriebene Atemtechnik wird Nadi Shodhana Pranayama genannt. Sodhana bedeutet Reinigung. Von den Chakras gehen Nadis aus. Mit Atemtechniken können wir die Lebenskraft Prana lenken (Yama). Wie der Name sagt, können wir mit Nadi Shodhana Pranayama die Nadis reinigen. Saubere Nadis bedeuten, daß die Lebenskraft ungestört fließen kann, dadurch wird der ganze Körper ausreichend mit Lebenskraft versorgt und das hält uns gesund. Das ist die körperliche Wirkung dieser Atemtechnik.

Triveni spirituell

Nun die spirituelle Bedeutung dieser Atemübung, welche auf die Triveni wirkt:

Die mittlere Nadi, Sushumna ist umgeben von Ida und Pingala. Laut Goraksha Shatakam überkreuzen sich Ida und Pingala in jedem Chakra, auch in dem Chakra im Stirnbereich, wo unsere Nervenbahnen die Pyramidenkreuzung haben.

Das ist noch im feinstofflichen Bereich, die Energie, die in den Nadis fließt, kann der Übende spüren, wenn er darauf achtet. Was jetzt kommt, geht in den Bereich über, für den wir kein Wahrnehmungsvermögen haben. Dieser Bereich in der Mitte des Kopfes wird Ajna Chakra bzw. Anja Chakra genannt. Laut Yogi Kumbari Pava gibt es dieses aus drei Nadis ( Ida, Susumna und Pingala) bestehende Chakra doppelt: Die Nadis kommen aus dem Körper, treffen sich im Ajna Chakra und gehen dann wieder auseinander als Heilige Triveni, die nach oben weist, ins Sahasrara Chakra hinein.

Wenn wir den umgekehrten Weg gehen, haben wir an dieser Stelle eine Spiegelungsebene, vom Sahasrara Chakra in den Körper hinein: Genauso wie im grobstofflichen Bereich an dieser Stelle die Pyramiden Kreuzung der Nervenbahnen sich befindet so strömen Ida Sushuma und Pingala vom Adnja Chakra in den Körper hinunter.

Ajna (ich habe es absichtlich dreimal verschieden geschrieben) bedeutet a-jna. Jna für Wissen und a für nicht. Das A-Jna Chakra ist das Chakra der Unwissenheit. Wir wissen nichts über die Bildekräfte, die über die Spiegelungsebene in unseren Körper fließen und machen Fehler, Fehler und nochmal Fehler, die uns krank machen. Die Hindus tragen ein heiliges Zeichen auf der Stirn: einen roten Strich in der Mitte, rechts und links davon je einen schrägen weißen. Das ist die Heilige Triveni im Bereich der Bildekräfte. Die heiligen drei Könige sahen einen Stern, der drei Schweife hatte. Sie sattelten ihre Kamele und ritten tagelang. Sie fanden einen Stall mit einem neugeborenen Kind, dessen Mutter eine Verheißung mitgeteilt worden war.

Bei den Christen wird bei der Taufe Wasser auf die Stirnmitte gegossen. Dadurch werden sie von der Erbsünde gereinigt. Die eingangs erwähnte Atemtechnik reinigt nicht nur die Nadis, sie reinigt auch unser Denken. Reines Denken haben – das ist die Quelle des Lebens, so wie wir es uns alle wünschen.

Das ist das anzustrebende Ideal. Nur: Wie das im Einzelnen zu tun ist, darüber gibt es Meinungsverschiedenheiten, die überall in der Welt der Menschheit das Leben schwer machen, Menschlichkeit zu erlangen.

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005