Stummheit: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
K (Textersetzung - „<rss max=3>“ durch „<rss max=2>“)
 
Zeile 1: Zeile 1:
'''Stummheit''' - Definition und praktische Lebenshilfe. Stummheit bedeutet zunächst, dass jemand nicht sprechen kann. Man spricht aber auch von der Stummheit, der Sprachlosigkeit, in Beziehungen: Wenn Partner nicht mehr miteinander reden oder nur Belangloses miteinander reden, dann kann diese Stummheit dazu führen, dass ihre [[Liebe]] erkaltet. Aber nicht immer trifft das zu: Es gibt Partnerschaften, die aus wortloser verständnisvoller Liebe heraus in Ruhe und [[Gelassenheit]] gut funktionieren. Der Zwang zu reden mag manchen, die eher wortkarg sind, wie ein Stress vorkommen. Hier aber noch ein paar Worte zur medizinischen Bedeutung des Wortes Stummheit: Stummheit, lateinisch mutitas, ist das Unvermögen, artikulierte Laute zu bilden. Stummheit ist die schwerste Form der Sprachstörung. Zur Stummheit zählen infolge Taubheit entstandene Taubstummheit, die Hörstummheit und die Aphasie als Störung des Gehirns. Stummheit kann natürlich auch kommen infolge einer Operation nach Kehlkopfkrebs. In früheren Zeiten gab es als Strafe auch das Abschneiden der Zunge - auch das führte dann zu einer gewissen Stummheit. Stummheit kann aber auch die Folge sein einer [https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst]: Man kann vor Angst verstummen und wie gelähmt sein. Stummheit kann die Folge eines traumatischen Erlebnisses sein: Manche Menschen verstummen nach einem schweren Gewalterlebnis oder auch nach dem Verlust eines Kindes. Man kann auch vor Staunen stumm sein. Und wenn ein Radio oder der Fernseher stumm ist, dann deutet das entweder darauf, dass der Stecker nicht drin ist, oder dass ein technischer Defekt vorliegt. Das Substantiv Stummheit kommt vom Adjektiv stumm, unfähig zu sprechen, sprachlos. Das Adjektiv stumm gibt es in der Schreibweise stum schon im Althochdeutschen seit um 800 n.Chr. Stummheit, der Zustand des Stummseins, ist seit dem 15. Jahrhundert im Deutschen belegt.
+
'''Stummheit''' - Definition und praktische Lebenshilfe. Stummheit bedeutet zunächst, dass jemand nicht sprechen kann. Man spricht aber auch von der Stummheit, der Sprachlosigkeit, in Beziehungen: Wenn Partner nicht mehr miteinander reden oder nur Belangloses miteinander reden, dann kann diese Stummheit dazu führen, dass ihre [[Liebe]] erkaltet. Aber nicht immer trifft das zu: Es gibt Partnerschaften, die aus wortloser verständnisvoller Liebe heraus in Ruhe und [[Gelassenheit]] gut funktionieren. Der Zwang zu reden mag manchen, die eher wortkarg sind, wie ein [[Stress]] vorkommen.  
 +
 
 
[[Datei:Gebet Kind Maedchen Hingabe.JPG|thumb|[[Vertrauen]] und [[Liebe]] sind Hilfen bei Stummheit]]
 
[[Datei:Gebet Kind Maedchen Hingabe.JPG|thumb|[[Vertrauen]] und [[Liebe]] sind Hilfen bei Stummheit]]
 +
 +
Hier aber noch ein paar Worte zur medizinischen Bedeutung des Wortes Stummheit: Stummheit, lateinisch mutitas, ist das Unvermögen, artikulierte Laute zu bilden. Stummheit ist die schwerste Form der Sprachstörung. Zur Stummheit zählen infolge Taubheit entstandene Taubstummheit, die Hörstummheit und die Aphasie als Störung des Gehirns. Stummheit kann natürlich auch kommen infolge einer Operation nach Kehlkopfkrebs. In früheren Zeiten gab es als Strafe auch das Abschneiden der Zunge - auch das führte dann zu einer gewissen Stummheit.
 +
 +
Stummheit kann aber auch die Folge sein einer [https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/angst/ Angst]: Man kann vor Angst verstummen und wie gelähmt sein. Stummheit kann die Folge eines traumatischen Erlebnisses sein: Manche Menschen verstummen nach einem schweren Gewalterlebnis oder auch nach dem Verlust eines Kindes. Man kann auch vor Staunen stumm sein. Und wenn ein Radio oder der Fernseher stumm ist, dann deutet das entweder darauf, dass der Stecker nicht drin ist, oder dass ein technischer Defekt vorliegt. Das Substantiv Stummheit kommt vom Adjektiv stumm, unfähig zu sprechen, sprachlos. Das Adjektiv stumm gibt es in der Schreibweise stum schon im Althochdeutschen seit um 800 n.Chr. Stummheit, der Zustand des Stummseins, ist seit dem 15. Jahrhundert im Deutschen belegt.
 +
 +
==Umgang mit Stummheit anderer==
 +
'''Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz'''
 +
 +
Es gibt hier verschiedene [[Form]]en von Stummheit. Es gibt die Stummheit, dass jemand nicht sprechen kann, vielleicht weil er ein Problem mit den Stimmbändern mal hatte. Es gibt aber auch Stummheit als eine gewisse [[Charakter]]eigenschaften und es gibt Stummheit als Folge eines [[Trauma]]-Erlebnisses. Wenn jemand nicht sprechen kann, vielleicht aufgrund einer körperlichen Behinderung, dann kann man ja lernen, mit dem Menschen über Gestik, Mimik oder Schreiben zu kommunizieren. Stumme Menschen können ja auch von den Lippen ablesen, können Zeichensprache und so weiter. Bei dieser Art von Stummheit gibt es eine ganze Menge, was man da heutzutage machen kann. Stumme Menschen haben durchaus gewisse Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilnahme. Letztlich ist auch die Computerarbeit dort eine große Hilfe, stumme Menschen können jetzt auch über den Computer kommunizieren. Schwieriger ist es für einen Menschen der wegen eines Traumas stumm ist.             
 +
 +
Es gibt auch Menschen, die wenig sprechen und denen wird dann Stummheit vorgeworfen. Aber eigentlich sprechen sie nur weniger. Wenn jemand wegen einer traumatischen [[Erfahrung]] oder einem [[Verlust]], einem [[Vertrauensbruch]] in die Stummheit geraten ist, dann kann man überlegen wie man damit umgeht. Eine Möglichkeit wäre, dem anderen eine gewisse [[Zeit]] zu geben und dann muss man schauen, ob der Mensch wenigstens ab und zu spricht, oder spricht er oder sie gar nichts mehr.
 +
 +
Wenn der andere gar nichts mehr spricht, dann wäre es klug einen Psychologen einen Psychiater einzuschalten. Manchmal kann eine Therapie dort hilfreich sein, mindestens bekommt man dort ein paar Ratschläge. Man kann eine Beratung bekommen wie man umgeht mit einem Menschen der wegen Trauma Erfahrung oder einem schweren Verlust einer schweren Enttäuschung in die Stummheit gekommen ist. Es gibt Menschen, die sind partiell stumm geworden und dort kann man probieren, Liebe zu zeigen, Mitgefühl zu zeigen. Nicken, zulächeln, nicken, zuhören wenn der andere etwas sagt, ihm oder eher kleine [[Kompliment]]e machen. Sie oder ihn bitten, öfters mal mitzuhelfen bei etwas. Eventuell einen Rat erbitten und einfach sagen ich brauche dich, kannst du mir helfen? Also den anderen miteinbeziehen. Durch solche zwischenmenschliche Liebe, kleine Handlungen der [[Verbundenheit]] können Menschen wieder aus ihrer Starre und Stummheit erwachen.
 +
 +
{{#ev:youtube|G_3u5m957_4}}
  
 
== Stummheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen==
 
== Stummheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen==

Aktuelle Version vom 11. August 2016, 14:23 Uhr

Stummheit - Definition und praktische Lebenshilfe. Stummheit bedeutet zunächst, dass jemand nicht sprechen kann. Man spricht aber auch von der Stummheit, der Sprachlosigkeit, in Beziehungen: Wenn Partner nicht mehr miteinander reden oder nur Belangloses miteinander reden, dann kann diese Stummheit dazu führen, dass ihre Liebe erkaltet. Aber nicht immer trifft das zu: Es gibt Partnerschaften, die aus wortloser verständnisvoller Liebe heraus in Ruhe und Gelassenheit gut funktionieren. Der Zwang zu reden mag manchen, die eher wortkarg sind, wie ein Stress vorkommen.

Vertrauen und Liebe sind Hilfen bei Stummheit

Hier aber noch ein paar Worte zur medizinischen Bedeutung des Wortes Stummheit: Stummheit, lateinisch mutitas, ist das Unvermögen, artikulierte Laute zu bilden. Stummheit ist die schwerste Form der Sprachstörung. Zur Stummheit zählen infolge Taubheit entstandene Taubstummheit, die Hörstummheit und die Aphasie als Störung des Gehirns. Stummheit kann natürlich auch kommen infolge einer Operation nach Kehlkopfkrebs. In früheren Zeiten gab es als Strafe auch das Abschneiden der Zunge - auch das führte dann zu einer gewissen Stummheit.

Stummheit kann aber auch die Folge sein einer Angst: Man kann vor Angst verstummen und wie gelähmt sein. Stummheit kann die Folge eines traumatischen Erlebnisses sein: Manche Menschen verstummen nach einem schweren Gewalterlebnis oder auch nach dem Verlust eines Kindes. Man kann auch vor Staunen stumm sein. Und wenn ein Radio oder der Fernseher stumm ist, dann deutet das entweder darauf, dass der Stecker nicht drin ist, oder dass ein technischer Defekt vorliegt. Das Substantiv Stummheit kommt vom Adjektiv stumm, unfähig zu sprechen, sprachlos. Das Adjektiv stumm gibt es in der Schreibweise stum schon im Althochdeutschen seit um 800 n.Chr. Stummheit, der Zustand des Stummseins, ist seit dem 15. Jahrhundert im Deutschen belegt.

Umgang mit Stummheit anderer

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Es gibt hier verschiedene Formen von Stummheit. Es gibt die Stummheit, dass jemand nicht sprechen kann, vielleicht weil er ein Problem mit den Stimmbändern mal hatte. Es gibt aber auch Stummheit als eine gewisse Charaktereigenschaften und es gibt Stummheit als Folge eines Trauma-Erlebnisses. Wenn jemand nicht sprechen kann, vielleicht aufgrund einer körperlichen Behinderung, dann kann man ja lernen, mit dem Menschen über Gestik, Mimik oder Schreiben zu kommunizieren. Stumme Menschen können ja auch von den Lippen ablesen, können Zeichensprache und so weiter. Bei dieser Art von Stummheit gibt es eine ganze Menge, was man da heutzutage machen kann. Stumme Menschen haben durchaus gewisse Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilnahme. Letztlich ist auch die Computerarbeit dort eine große Hilfe, stumme Menschen können jetzt auch über den Computer kommunizieren. Schwieriger ist es für einen Menschen der wegen eines Traumas stumm ist.

Es gibt auch Menschen, die wenig sprechen und denen wird dann Stummheit vorgeworfen. Aber eigentlich sprechen sie nur weniger. Wenn jemand wegen einer traumatischen Erfahrung oder einem Verlust, einem Vertrauensbruch in die Stummheit geraten ist, dann kann man überlegen wie man damit umgeht. Eine Möglichkeit wäre, dem anderen eine gewisse Zeit zu geben und dann muss man schauen, ob der Mensch wenigstens ab und zu spricht, oder spricht er oder sie gar nichts mehr.

Wenn der andere gar nichts mehr spricht, dann wäre es klug einen Psychologen einen Psychiater einzuschalten. Manchmal kann eine Therapie dort hilfreich sein, mindestens bekommt man dort ein paar Ratschläge. Man kann eine Beratung bekommen wie man umgeht mit einem Menschen der wegen Trauma Erfahrung oder einem schweren Verlust einer schweren Enttäuschung in die Stummheit gekommen ist. Es gibt Menschen, die sind partiell stumm geworden und dort kann man probieren, Liebe zu zeigen, Mitgefühl zu zeigen. Nicken, zulächeln, nicken, zuhören wenn der andere etwas sagt, ihm oder eher kleine Komplimente machen. Sie oder ihn bitten, öfters mal mitzuhelfen bei etwas. Eventuell einen Rat erbitten und einfach sagen ich brauche dich, kannst du mir helfen? Also den anderen miteinbeziehen. Durch solche zwischenmenschliche Liebe, kleine Handlungen der Verbundenheit können Menschen wieder aus ihrer Starre und Stummheit erwachen.

Stummheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Stummheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Stummheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Stummheit sind zum Beispiel Grabesstille, Stummsein, Geräuschlosigkeit, Sprachlosigkeit, Schweigen, Stille, Ruhe .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Stummheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Stummheit sind zum Beispiel Kontaktfreude, Aufgeschlossenheit, Geselligkeit, Gesprächigkeit, Taktlosigkeit, Indiskretion, Vertrauensbruch, Mitteilungsbedürfnis, Redseligkeit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Stummheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Stummheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Stummheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Stummheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Stummheit sind zum Beispiel das Adjektiv stumm, das Verb verstummen, sowie das Substantiv Stummer.

Wer Stummheit hat, der ist stumm beziehungsweise ein Stummer.

Siehe auch

Achtsamkeit kultivieren Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Liebe entwickeln:

26.12.2019 - 31.12.2019 - Vipassana-Meditations-Schweigekurs
Vipassana ist die dem Buddha zugeschriebene Meditationsform. Intuitiv gewinnst du Einsicht in das Leben wie es wirklich ist. Du betrachtest einfach nur alle Vorgänge während des stillen Sitzens,…
Jochen Kowalski,
27.12.2019 - 29.12.2019 - Meditation und Qi Gong
Du erhältst eine Einführung in die zahlreichen Aspekte der yogischen Meditation verbunden mit den acht edlen Übungen aus dem Qi Gong. Diese Kombination ist ideal zum Entspannen und Aufladen mit…
Michael Büchel,


Weitere Informationen zu Yoga und Meditation