Vidhi

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Vidhi (Sanskrit: विधि vidhi m.) Anordnung, Anweisung, Aufforderung, ausdrücklicher Befehl, Vorschrift; Regel, Methode; Gesetz, Ordnung, Gebot, Statut; Gebrauch, Anwendung; Verfahren, Art, Weise; Mittel, Weg; Handlung, Ausführung, Verrichtung, Geschäft, Werk; feierlicher Akt, Zeremonie; Schöpfung; Schicksal; Schöpfer. Vidhi heißt ethisch korrekte Handlung. Vidhis sind Handlungen, die in den Schriften geboten werden. Nach der Purva Mimamsa Lehre bringen Vidhi Karmas gute Karmas bzw. Freude in diesem oder einem nächsten Leben.

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Swami Sivananda über Vidhis

Aus: Swami Sivananda: Practice of Karma Yoga

Gebotene Handlungen sind die Anordnungen der Shastras. Sie kommen dem Handelnden zugute. „Satyam vada, Dharmam chara – sprich die Wahrheit, handle tugendhaft“. Dieses sind gesetzliche Handlungen. Sie sind am besten dazu geeignet, das Herz des Handlenden zu reinigen und seinen Geist auf den Empfang von Brahma Jnana vorzubereiten.

Vier Arten von gesetzliche Handlugen

Es gibt vier verschiedene gesetzliche Handlungen:

  1. Nitya Karma (tägliche Rituale)
  2. Naimittika Karma (gelegentliche Rituale)
  3. Kamya Karma (freiwillige Rituale)
  4. Prayaschitta Karma (Bußakte)

Das Morgenbad und Sandhya während der drei Zeitperioden machen Nitya Karma aus. Wenn du sie nicht täglich ausführt, begehst du eine Sünde. Du unterliegst Tratyavaya Dosha (Sünde der Unterlassung). Die jedes Jahr während der Mondfinsternis begangenen Rituale und Feier heißen Naimittika Karma. Die Nicht-Ausführung dieser Ritual ist Sünde. Der Mensch, der darum kämpft Moksha zu erlangen, wird nicht von den schädlichen Auswirkungen betroffen sein, wenn er Nitya und Naimittika Karma auslässt. Kamya Karma werden vor dem Hintergrund, bestimmte Ergebnisse zu erzielen, ausgeführt. Opfergaben, die um Regen bitten und an das Feuer, um Svarga zu erlangen, sind Beispiele für Kamya Karma.

Prayaschitta

Durch Prayaschitta vernichtet man seine Sünden. Im Kodex von Manu stehen verschiedene Arten von Prayaschitta zur Vernichtung diverser Sünden, wie den Mord an einem Brahmanen, das Töten einer Kuh, Alkoholgenuss oder den Genuss verbotener Speisen, Ehebruch etc. Prayaschitta besteht aus zwei Teilen, nämlich 1. Außergewöhnliches (Asaadharana) und 2. Gewöhnliches (Saadharana) Außergewöhnliche Bußakte sind jene, die im Kodex von Manu zur Beseitigung besonderer Sünden beschrieben sind. Chandrayana Brata, Krichhra Brata und verschiedene andere Arten, wie etwa einen Schädel in der Hand tragen und von Almosen leben, nachdem man all seinen Besitz aufgegeben hat, unter einem Baum leben, lange Pilgerreisen bis ans Lebensende und das öffentliche Bekenntnis seines Verbrechens, werden vorgeschrieben. Bereut jemand und gibt kleinere Vergehen öffentlich zu, so ist die Sünde vergeben. Durch Prayaschitta leidet der Sünder tatsächlich, er straft sich selbst durch langes Fasten und andere Qualen wie oben beschrieben. Handlung und Reaktion sind gleichwertig und gegensätzlich. Vollständiges Fasten an Tagen von Ekadasi und Pradosha (13. Tag der 14-tägigen Mondphase) zerstört viele Sünden. Jeder sollte dies ausführen. Im Ganges baden, Japa und einfache Walfahrten begründen gewöhnliches Prayaschitta, das kleine Sünden zerstört.

Ein Weiser steht über Vidhi und Nishedha

Ein voller Jnani steht über Vidhi und Nishedha. Die Gita sagt: „Wer frei ist von Ich-Gedanken, und wessen Verstehen nicht (von Gut oder Böse) gefärbt ist, ist nicht (durch Handlung) gebunden." Kap. XVII-17.

Dies verherrlicht nur den erhobenen Zustand eines Jnani. Er kann keine falsche Handlung ausführen. Er hat sich anfangs selbst diszipliniert. Er hat lange Zeit Sama (Gelassenheit und Ruhe des Geistes) und Dama (Kontrolle der Sinne) praktiziert. Egal, was er tut, es ist immer im Einklang mit den Bestimmungen der Schriften. Ein Jnani hat keine Vorstellung davon, ein Handelnder zu sein. Er hat kein Kartru Bhava. Er identifiziert sich mit Brahman. Er hat sich selbst in seinem eigenen Svarupa begründet. Karma mag in vielen Vorleben erworben worden sein, Handlungen rufen gute und schlechte Ergebnisse hervor. Einige Handlungen mögen eventuell begonnen haben, Früchte zu tragen, andere dagegen nicht. Deshalb ist es praktisch unmöglich, innerhalb eines einzigen Lebens mit Freuden jenen Teil des Karma abzuarbeiten, das noch nicht begonnen hat, Früchte zu tragen. Durch nicht abgearbeitetes Karma folgt mit Sicherheit die Wiedergeburt.

Karma und seine Konsequenzen

Die Befolgung des verpflichtenden Karma hat nicht die Kraft, noch nicht wirksame gute und schlechte Taten, die noch nicht begonnen haben, Früchte zu tragen, abzuändern. Wenn man verpflichtendes Karma nicht einhält, folgt eine Strafe, Pratyavaya Dosha (unangenehme Konsequenzen). Daraus folgt, dass das Einhalten des verpflichtenden Karma lediglich Unheil abwendet, was die sichere Folge bei Nichteinhaltung wäre, es hat aber nicht den Effekt vorhergehendes Karma, das noch Früchte tragen muss, abzuarbeiten. Verpflichtendes Karma verringert also die Sünden vorhergehender Geburten.

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Video zum Thema Vidhi

Vidhi ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga. Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität


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