Aharavidhi

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Aharavidhi (Sanskrit: आहारविधि āhāravidhi m.) wörtl.: (richtiger) Gebrauch (Vidhi) der Nahrung (Ahara); Vorschriften bzw. Empfehlungen für gesundheitsförderliche Essgewohnheiten.

Ayurveda: Charaka Samhita

Im dritten Buch (Vimana Sthana 1.24) der Charaka Samhita werden die folgenden allgemeinen Regeln (Vidhi) gegeben, wie und unter welchen Bedingungen man seine Nahrung (Ahara) aufnehmen sollte, um seine Gesundheit (Arogya) zu stärken und essbedingte Störungen von Vata, Pitta und Kapha zu vermeiden. Man esse seine Nahrung:

  • warm (Ushna), da der Geschmack (Svada) besser wahrnehmbar ist und eine gute Verdauung (Jara) begünstigt wird
  • mit etwas Fett oder Öl (Snigdha), da eine gute Verdauung (Jara) begünstigt wird, die Darmluft (Vata) besser entweicht, Körper (Sharira) und die Sinnesorgane (Indriya) gestärkt werden
  • in angemessener Menge (Matra), damit die Doshas und die Verdauung (Paripaka) nicht gestört werden
  • erst wenn die vorherige Mahlzeit verdaut ist (Jirna), da sich sonst die neue Nahrung mit dem Rasa der noch unverdauten Nahrung vermischt und die Doshas sowie der Verdauungsprozess gestört werden
  • ohne widersprüchliche Potenz (Virya), da sich der gleichzeitige Verzehr von wärmenden (Ushna) und kühlenden (Shita) Nahrungsmitteln ungünstig auf den Verdauungsprozess auswirkt und zu Krankheiten (Vikara) führen kann
  • an einem angenehmen Ort (Desha), damit unangenehme Umstände wie schlechte Gerüche, laute Geräusche oder widerwärtige Anblicke nicht zu psychischen Ablenkungen führen, die den bewußten Genuss der Nahrung stören
  • mit geeigneten Utensilien (Upakarana), damit schadhaftes oder unreines Koch- oder Essgeschirr die Zubereitung oder Aufnahme der Nahrung und letztlich den Genuß derselben nicht ungünstig beeinflussen
  • nicht zu schnell, da die Nahrung in die Luftröhre geraten könnte und durch mangelhaftes Schmecken nicht ausreichend danach beurteilt werden kann, ob sie uns zuträglich ist oder nicht, und weil aus hastigem Essen Misstimmung (Avasadana) hervorgeht
  • nicht zu langsam, da man keine Befriedigung (Tripti) erfährt, zuviel ißt, die Nahrung auskühlt und nicht gut verdaut wird
  • sich nicht unterhaltend,
  • nicht lachend und
  • mit voller Achtsamkeit, da anderenfalls die nachteiligen Auswirkungen eines zu hastigen Essens eintreten
  • in Erwägung der Zuträglichkeit (Satmya) der Nahrung für das Selbst (Atman), denn nur durch die bewusste Wahrnehmung, ob eine Nahrung zuträglich (bekömmlich) ist oder nicht (Asatmya), kann sie ihre nährenden Wirkung auf uns voll entfalten


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