Vat Savitri Vrata mit vollständiger Puja

Aus Yogawiki

‘’’Vat Savitri Vrata mit vollständiger Puja’’’ ist eine häusliche Verehrung, in der vor allem verheiratete Frauen um langes Leben und Wohlergehen ihres Partners und um ungetrennte Verbundenheit bitten. Vorbild ist Savitri, die ihren Gatten Satyavan durch Treue und Beharrlichkeit von Yama, dem Hüter des Dharma, zurückgewann. In 25 Schritten werden Brahma mit seiner Gefährtin Savitri, Savitri mit Satyavan sowie Yama wie geehrte Gäste empfangen: mit Wasser, Gewändern, Blüten, Licht und Speise. Die Puja mündet in Savitris Gebet um Gemeinschaft „Leben für Leben“. Die Anleitung folgt der puranischen Puja-Fassung von Drik Panchang.

Der Vat-Baum gehört zur Verehrung beim Savitri-Vrata.

Savitris Standhaftigkeit gibt diesem Vrata seinen inneren Ton. Bhakti bedeutet hier, Liebe auch in der Bedrohung durch Vergänglichkeit nicht preiszugeben; die Gaben drücken diese Treue sichtbar aus.

Vorbereitung

Anlass und Beteiligte
Vat Savitri wird je nach regionaler Überlieferung an Amavasya oder Purnima im Monat Jyeshtha begangen. Die folgende Puja ist für beide Festformen beschrieben. Richte den Termin und die Form des Fastens nach der eigenen Familientradition. Üblicherweise steht eine verheiratete Frau im Mittelpunkt; Angehörige können die Gaben reichen und die Gebete mitsprechen.

Altar und Material

  • Darstellungen von Brahma und seiner Gefährtin Savitri, von Savitri und Satyavan sowie von Yama; sie können gemeinsam auf einem sauberen, erhöhten Platz stehen.
  • Sauberes Wasser, Löffel, kleine Schalen und eine Auffangschale; eine Blüte zum symbolischen Besprengen, weiches Tuch zum Trocknen.
  • Fünf Blumen für den Sitz sowie weitere Blüten und eine Girlande; ungebrochener roher Reis, Sandelpaste, Kurkuma, Kumkuma, Sindur und Kajal.
  • Zwei kleine Baumwolltücher, heilige Schnur und Schmuck.
  • Für Panchamrita: Milch (bzw. Pflanzenmilch), Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt), Ghee (bzw. Pflanzenöl), Honig (bzw. Pflanzensirup) und Zucker.
  • Räucherwerk mit Halter, Lampe und Docht, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Zündmittel und eine feuerfeste Unterlage.
  • Vegetarische Speisen und Früchte; Betelblätter, Betelnuss, Kardamom sowie eine Geldgabe. Kampfer kann als Duftgabe bereitliegen; er wird nicht dem Trinkwasser beigefügt.

Die pflanzlichen Möglichkeiten sind heutige Praxisalternativen. Die Sanskritgebete und ihre Übersetzungen behalten die überlieferten Stoffnamen bei. Die Puja lässt sich mit wasserfesten Murtis oder mit Bildern ausführen; bei Bildern bleiben Bad- und Duftgaben in Schälchen davor. Stelle genügend Wasser bereit, damit jede Gabe getrennt und ruhig erfolgen kann.

Einstimmung
Wasche dich, ziehe saubere Kleidung an und ordne den Platz. Erinnere dich an Savitris Mut und an eine konkrete Form der Fürsorge, die du deinem Partner entgegenbringen möchtest. Beginne mit einigen ruhigen Atemzügen und Meditation.

Die vollständige Ritualfolge

1. Savitri, Brahma, Yama und Narada vergegenwärtigen
Setze dich vor die vorbereiteten Bilder oder Murtis. Schaue zuerst auf Brahma und seine Gefährtin Savitri. Erinnere dann Yama als Hüter des Dharma und Narada als göttlichen Sänger.

padmapatrasamāsīnaṃ brahmāṇaṃ ca caturmukham |
upavītadharaṃ devaṃ sākṣasūtrakamaṇḍalum ||
vāmotsaṅgatā tasya sāvitrī brahmaṇaḥ priyā |
ādityavarṇāṃ dharmajñāṃ sākṣamālākaraṃ tathā ||
dharmarājaṃ pitṛpatiṃ bhūtānāṃ karmasākṣiṇam |
kāladaṇḍadharaṃ devaṃ mahiṣārūḍhameva ca ||
cintayāmi ca deveśaṃ sarvaprāṇihitāya vai |
vīṇāṃ dadhānaṃ devarṣiṃ nāradaṃ cintayāmyaham ||

Übersetzung: Ich betrachte den viergesichtigen Brahma, der auf einem Lotusblatt sitzt, die heilige Schnur trägt und Gebetskette und Wasserkrug bei sich hat. Auf seinem linken Schoß sitzt Savitri, Brahmas Geliebte, sonnengleich, des Dharma kundig und mit einer Gebetskette in der Hand. Ich betrachte Dharmaraja, den Herrn der Ahnen und Zeugen der Taten aller Wesen: Er trägt den Stab der Zeit und reitet auf einem Büffel. Ich vergegenwärtige diesen Herrn zum Wohl aller Lebewesen und Narada, den göttlichen Seher, der die Vina trägt.

2. Die Verehrten einladen
Füge die Hände zur Anjali Mudra zusammen und beuge die Daumen nach innen. Lade die Göttin Savitri mit Brahma, Savitri mit ihrem Gatten und Yama ein. Die Bezeichnung Satyavrata in der Rezitation meint hier den als Satyavan bekannten Gatten Savitris.

brahmaṇā sahitāṃ devīṃ sāvitrīṃ lokamātaram |
satyavrataṃ ca sāvitrīṃ yamaṃ cāvāhayāmyaham ||

Übersetzung: Ich rufe die Göttin Savitri, die Mutter der Welt, gemeinsam mit Brahma herbei; ebenso Satyavrata, Savitri und Yama.

3. Einen Ehrensitz darbringen
Nimm fünf Blumen in die zusammengelegten Hände und lege sie vor den Darstellungen nieder.

brahmaṇā saha sāvitri satyavatsahite priye |
hemāsanaṃ gṛhyatāṃ tu dharmarāja sureśvara ||

Übersetzung: Savitri mit Brahma, geliebte Savitri an Satyavans Seite, und Dharmaraja, Herr der Götter: Nehmt diesen goldenen Sitz an.

4. Wasser für die Füße
Gib mit dem Löffel etwas Wasser vor den Darstellungen in die Auffangschale.

gaṅgājalaṃ samānītaṃ pādyārthaṃ brahmaṇaḥ priye |
bhaktyā dattaṃ dharmarāja sāvitri pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Geliebte Brahmas, Dharmaraja und Savitri: Nehmt dieses mit Hingabe dargebrachte Gangeswasser zum Waschen der Füße an.

5. Arghya als Ehrenwasser
Biete Wasser mit einer Blüte und einem kleinen Stück Frucht als Arghya an. Gib wenige Tropfen behutsam über den Kopf einer wasserfesten Savitri-Murti; bei einem Bild bringst du das Wasser im Schälchen davor dar.

bhaktyā samāhṛtaṃ toyaṃ phalapuṣpasamanvitam |
arghyaṃ gṛhāṇa sāvitri mama satyavratapriye ||

Übersetzung: Savitri, Geliebte Satyavratas, nimm mein mit Hingabe bereitetes Ehrenwasser an, das mit Früchten und Blumen verbunden ist.

6. Wasser zum Mundspülen
Stelle etwas frisches Wasser zur symbolischen Mundreinigung bereit.

sugandhi saha karpūraṃ surabhi svādu śītalam |
brahmaṇā saha sāvitri kuruṣvācamanīyakam ||

Übersetzung: Savitri, nimm gemeinsam mit Brahma dieses wohlriechende, mit Kampfer duftende, wohlschmeckende und kühle Wasser zur Mundreinigung an.

7. Panchamrita-Bad
Bade eine wasserfeste Darstellung behutsam mit Panchamrita. Verwende Milch (bzw. Pflanzenmilch), Joghurt (bzw. Pflanzenjoghurt), Ghee (bzw. Pflanzenöl), Honig (bzw. Pflanzensirup) und Zucker. Bei einem Bild bietest du die Mischung in einer kleinen Schale vor dem Bild an.

payo dadhi ghṛtaṃ caiva śarkarā madhusaṃyutam |
pañcāmṛtaṃ mayā dattaṃ snānārthaṃ devi gṛhyatām ||

Übersetzung: Göttin, nimm die von mir dargebrachten fünf Nektare zum Bad an: Milch, Joghurt, Ghee sowie Zucker, mit Honig verbunden.

8. Bad mit klarem Wasser
Biete klares Wasser an beziehungsweise spüle die wasserfesten Darstellungen behutsam ab und trockne sie.

mandākinyāḥ samānītamudakaṃ brahmaṇaḥ priye |
sāvitri dharmarājena snānārthaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Geliebte Brahmas, Savitri, nimm zusammen mit Dharmaraja dieses von der Mandakini herbeigebrachte Wasser zum Bad an.

9. Neue Gewänder
Lege ein Paar kleine, saubere Baumwolltücher vor die Göttin oder kleide die Figur damit.

sūkṣmatantumayaṃ vastrayugmaṃ kārpāsasambhavam |
sāvitri satyavatkānte bhaktyā dattaṃ pragṛhyatām ||

Übersetzung: Savitri, Geliebte Satyavans, nimm dieses mit Hingabe geschenkte Gewänderpaar aus feinen Baumwollfäden an.

10. Die heilige Schnur
Lege eine neue heilige Schnur als Gabe nieder.

sāvitri satyavatkānte dharmarāja sureśvara |
sāvitri brahmaṇā sārdhamupavītaṃ pragṛhyatām ||

Übersetzung: Savitri, Geliebte Satyavans, Dharmaraja, Herr der Götter, und Savitri mit Brahma: Nehmt diese heilige Schnur an.

11. Schmuck
Lege Schmuck oder eine kleine Schmuckkette vor Savitri.

bhūṣaṇāni ca divyāni muktāhārayutāni ca |
tvadarthamupakḷptāni gṛhāṇa śubhalocane ||

Übersetzung: Schönäugige, nimm den für dich bereiteten göttlichen Schmuck samt Perlenketten an.

12. Sandelduft
Trage eine kleine Menge Sandelpaste auf die wasserfeste Darstellung auf oder lege sie in einer Schale nieder. Die genannten kostbaren Duftstoffe werden in der heutigen pflanzlichen Praxis durch pflanzlichen Sandelduft vertreten.

kuṅkumāgurukarpūrakastūrīrocanāyutam |
candanaṃ te mayā dattaṃ sāvitri pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Savitri, nimm das von mir gegebene Sandelholz an, das mit Kumkuma, Agaru, Kampfer, Moschus und Rocana verbunden ist.

13. Ungebrochene Reiskörner
Opfere einige mit Kumkuma gefärbte, ungekochte und ungebrochene Reiskörner.

akṣatāśca suraśreṣṭhe kuṅkumāktāḥ suśobhanāḥ |
mayā niveditā bhaktyā gṛhāṇa parameśvari ||

Übersetzung: Höchste unter den Göttlichen, höchste Herrin, nimm die schönen, mit Kumkuma gefärbten ungebrochenen Reiskörner an, die ich dir voller Hingabe darbringe.

14. Zeichen glückverheißender Verbundenheit
Lege Kurkuma, Kumkuma, Sindur und Kajal als Saubhagya-Gaben vor Savitri.

haridrākuṅkumaṃ caiva sindūraṃ kajjalānvitam |
saubhāgyadravyasaṃyuktaṃ sāvitri pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Savitri, nimm Kurkuma, Kumkuma und Sindur mit Kajal an, verbunden mit den Gaben ehelichen Wohlergehens.

15. Blüten und Girlanden
Biete die vorbereiteten frischen Blumen und eine Girlande dar.

mālyādīni sugandhīni mālatyādīni vai prabho |
mayāhṛtāni pūjārthaṃ puṣpāṇi pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Nimm die duftenden Kränze und Blumen wie Malati an, die ich zu deiner Verehrung herbeigebracht habe.

16. Savitris Gestalt verehren
Halte Sandelpaste, Reiskörner und Blumen in der linken Hand bereit. Lege bei jeder Anrufung mit der rechten Hand eine kleine Gabe vor Savitri nieder und richte die Aufmerksamkeit auf die genannte Körperstelle.

sāvitryai namaḥ | pādau pūjayāmi |
prasāvitryai namaḥ | jaṅghe pūjayāmi |
kamalapatrākṣyai namaḥ | kaṭī pūjayāmi |
bhūtadhāriṇyai namaḥ | udaraṃ pūjayāmi |
gāyatryai namaḥ | kaṇṭhaṃ pūjayāmi |
brahmaṇaḥ priyāyai namaḥ | mukhaṃ pūjayāmi |
saubhāgyadātryai namaḥ | śiraḥ pūjayāmi |

Übersetzung: Verehrung Savitri; ich verehre die Füße. Verehrung der Hervorbringenden; ich verehre die Unterschenkel. Verehrung der Lotusblütenäugigen; ich verehre die Hüften. Verehrung der Trägerin aller Wesen; ich verehre den Bauch. Verehrung Gayatri; ich verehre den Hals. Verehrung Brahmas Geliebter; ich verehre das Gesicht. Verehrung der Spenderin ehelichen Glücks; ich verehre das Haupt.

17. Brahma und Satyavan verehren
Wende dich Brahma und Satyavan zu. Biete ebenso bei jeder Formel etwas Sandelpaste, Reis oder eine Blüte dar. Die schöpferischen Gottesnamen heiligen die ganze Gestalt.

dhātre namaḥ | pādau pūjayāmi |
vidhātre namaḥ | jaṅghe pūjayāmi |
sraṣṭre namaḥ | ūrū pūjayāmi |
prajāpataye namaḥ | meḍhraṃ pūjayāmi |
parameṣṭhine namaḥ | kaṭī pūjayāmi |
agnirūpāya namaḥ | nābhiṃ pūjayāmi |
padmanābhāya namaḥ | hṛdayaṃ pūjayāmi |
vedhase namaḥ | bāhū pūjayāmi |
vidhaye namaḥ | kaṇṭhaṃ pūjayāmi |
hiraṇyagarbhāya namaḥ | mukhaṃ pūjayāmi |
brahmaṇe namaḥ | śiraḥ pūjayāmi |
viṣṇave namaḥ | sarvāṅgaṃ pūjayāmi |

Übersetzung: Verehrung dem Erhalter; ich verehre die Füße. Verehrung dem Ordner; ich verehre die Unterschenkel. Verehrung dem Schöpfer; ich verehre die Oberschenkel. Verehrung dem Herrn der Geschöpfe; ich verehre das Zeugungsorgan. Verehrung dem im Höchsten Ruhenden; ich verehre die Hüften. Verehrung dem Feuergestaltigen; ich verehre den Nabel. Verehrung dem Lotusnabeligen; ich verehre das Herz. Verehrung dem Schöpfer; ich verehre die Arme. Verehrung dem göttlichen Ordner; ich verehre den Hals. Verehrung dem Goldenen Keim; ich verehre das Gesicht. Verehrung Brahma; ich verehre das Haupt. Verehrung Vishnu; ich verehre die ganze Gestalt.

18. Duft darbringen
Entzünde Räucherwerk und führe es mit ruhiger Aufmerksamkeit vor Savitri.

devadrumarasodbhūtaḥ kālāgurusamanvitaḥ |
āghreyaḥ sarvadevānāṃ dhūpo'yaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Nimm dieses Räucherwerk an, aus dem Harz göttlicher Bäume entstanden, mit dunklem Agaru verbunden und für alle Götter duftend.

19. Licht darbringen
Entzünde die Lampe mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) und zeige ihr Licht vor dem Altar.

cakṣurdaṃ sarvalokānāṃ timirasya nivāraṇam |
ārtikyaṃ kalpitaṃ bhaktyā gṛhāṇa parameśvari ||

Übersetzung: Höchste Herrin, nimm dieses voller Hingabe bereitete Licht an: Es schenkt allen Welten Sehkraft und vertreibt die Dunkelheit.

20. Speisegabe
Stelle die vegetarischen Speisen vor die Göttin. Gib ihr innerlich den ersten Anteil der Mahlzeit.

annaṃ caturvidhaṃ svādu rasaiḥ ṣaḍbhiḥ samanvitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā naivedyaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Nimm die wohlschmeckende Speisegabe an, die ich mit Hingabe darbringe: Nahrung in ihren vier Formen, mit den sechs Geschmacksrichtungen verbunden.

21. Früchte
Lege die vorbereiteten Früchte als eigene Gabe nieder.

idaṃ phalaṃ mayādeva sthāpitaṃ puratastava |
tena me saphalāvāptirbhavejjanmani janmani ||

Übersetzung: Diese Frucht habe ich vor dir niedergelegt. Möge mir dadurch Leben für Leben eine fruchtbare Erfüllung zuteilwerden.

22. Tambula
Lege Betelblatt, Betelnuss und etwas Kardamom als Tambula-Gabe nieder. Diese Gabe bleibt auf dem Altar.

pūgīphalaṃ mahaddivyaṃ nāgavallīdalairyutam |
karpūrailāsamāyuktaṃ tāmbūlaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: Nimm dieses kostbare Tambula an: Betelnuss mit Betelblättern, Kampfer und Kardamom.

23. Dakshina
Lege eine Geldgabe bereit, die du nach dem Ritual der leitenden Person oder einem wohltätigen Zweck widmest.

hiraṇyagarbhagarbhasthaṃ hemabījaṃ vibhāvasoḥ |
anantapuṇyaphaladamataḥ śāntiṃ prayaccha me ||

Übersetzung: Der goldene Same des Feuers, im Schoß des Goldenen Keims geborgen, schenkt unendliche verdienstvolle Frucht. Möge mir daraus Frieden zuteilwerden.

24. Blumen aus beiden Händen
Nimm Blüten in beide Hände und bringe sie als Pushpanjali vor Savitri dar.

sāvitri ca prasāvitri satataṃ brahmaṇaḥ priye |
pūjitāsi dvijaiḥ sarvaiḥ strībhirmunigaṇaistathā ||
trisandhyaṃ devi bhūtānāṃ vandanīyā suśobhane |
mayā dattā ca pūjeyaṃ tvaṃ gṛhāṇa namo'stu te ||

Übersetzung: Savitri, Hervorbringende, stets Geliebte Brahmas: Alle Zweimalgeborenen, Frauen und Scharen von Weisen verehren dich. Schöne Göttin, zu den drei Tagesübergängen bist du von allen Wesen zu ehren. Nimm diese von mir dargebrachte Verehrung an. Dir sei mein Gruß.

25. Das abschließende Gebet
Falte die Hände. Bete um die Kraft treuer Liebe und um Bewahrung der ehelichen Gemeinschaft. Verneige dich am Ende.

sāvitri brahmagāyatri sarvadā priyabhāṣiṇi |
tena satyena māṃ pāhi duḥkhasaṃsārasāgarāt ||
tvaṃ gaurī tvaṃ śacī lakṣmīstvaṃ prabhā candramaṇḍale |
tvameva ca jaganmātastvamuddhara varānane ||
yanmayā duṣkṛtaṃ sarvakṛtaṃ janmaśatairapi |
bhasmībhavatu tatsarvamavaidhavyaṃ ca dehi me ||
aviyogo yathā deva sāvitryā sahitasya te |
aviyogastathā'smākaṃ bhūyājjanmani janmani ||

Übersetzung: Savitri, Brahma-Gayatri, die du stets liebevoll sprichst: Beschütze mich durch diese Wahrheit vor dem leidvollen Ozean des Samsara. Du bist Gauri, Shachi und Lakshmi; du bist das Leuchten der Mondscheibe. Du selbst bist die Weltenmutter. Erhebe mich, Schönangesichtige! Möge alles Unrecht, das ich selbst in Hunderten von Geburten getan habe, zu Asche werden; schenke mir Bewahrung vor Witwenschaft. Wie du, o Gott, ungetrennt mit Savitri verbunden bist, so möge auch uns Leben für Leben ungetrennte Gemeinschaft zuteilwerden.

Abschluss und Vertiefung

Lass das letzte Gebet einen Augenblick in der Stille nachklingen. Die Bitte um bleibende Gemeinschaft kann im Alltag zur Bereitschaft werden, zuzuhören, Versöhnung zu suchen und Verantwortung füreinander zu tragen. Dies ist eine persönliche Anregung zur Vertiefung im Bhakti Yoga.

Teile die genießbaren Speisen und Früchte als Prasad. Übergib die Dakshina. Blumen kommen später auf den Kompost; Wasser und Badflüssigkeiten werden geordnet entsorgt. Bilder und Murtis können am Altar bleiben.

Baumverehrung als regionaler Brauch
Das Umwinden eines Banyanbaums mit Faden und seine Umrundung gehören zu verbreiteten Vat-Savitri-Bräuchen. Diese 25-stufige Puja enthält dafür jedoch keine eigene Rezitationsfolge. Wer diesen Brauch pflegt, führt ihn entsprechend der eigenen Familienüberlieferung aus; die oben stehende Gabenfolge wird dadurch nicht verändert.

Vollständige Rezitationstexte

Die Nummern entsprechen den Handlungsschritten. Die Anhänge enthalten dieselben Rezitationen wie die Anleitung.

IAST

1. Savitri, Brahma, Yama und Narada vergegenwärtigen
padmapatrasamāsīnaṃ brahmāṇaṃ ca caturmukham |
upavītadharaṃ devaṃ sākṣasūtrakamaṇḍalum ||
vāmotsaṅgatā tasya sāvitrī brahmaṇaḥ priyā |
ādityavarṇāṃ dharmajñāṃ sākṣamālākaraṃ tathā ||
dharmarājaṃ pitṛpatiṃ bhūtānāṃ karmasākṣiṇam |
kāladaṇḍadharaṃ devaṃ mahiṣārūḍhameva ca ||
cintayāmi ca deveśaṃ sarvaprāṇihitāya vai |
vīṇāṃ dadhānaṃ devarṣiṃ nāradaṃ cintayāmyaham ||

2. Die Verehrten einladen
brahmaṇā sahitāṃ devīṃ sāvitrīṃ lokamātaram |
satyavrataṃ ca sāvitrīṃ yamaṃ cāvāhayāmyaham ||

3. Einen Ehrensitz darbringen
brahmaṇā saha sāvitri satyavatsahite priye |
hemāsanaṃ gṛhyatāṃ tu dharmarāja sureśvara ||

4. Wasser für die Füße
gaṅgājalaṃ samānītaṃ pādyārthaṃ brahmaṇaḥ priye |
bhaktyā dattaṃ dharmarāja sāvitri pratigṛhyatām ||

5. Arghya als Ehrenwasser
bhaktyā samāhṛtaṃ toyaṃ phalapuṣpasamanvitam |
arghyaṃ gṛhāṇa sāvitri mama satyavratapriye ||

6. Wasser zum Mundspülen
sugandhi saha karpūraṃ surabhi svādu śītalam |
brahmaṇā saha sāvitri kuruṣvācamanīyakam ||

7. Panchamrita-Bad
payo dadhi ghṛtaṃ caiva śarkarā madhusaṃyutam |
pañcāmṛtaṃ mayā dattaṃ snānārthaṃ devi gṛhyatām ||

8. Bad mit klarem Wasser
mandākinyāḥ samānītamudakaṃ brahmaṇaḥ priye |
sāvitri dharmarājena snānārthaṃ pratigṛhyatām ||

9. Neue Gewänder
sūkṣmatantumayaṃ vastrayugmaṃ kārpāsasambhavam |
sāvitri satyavatkānte bhaktyā dattaṃ pragṛhyatām ||

10. Die heilige Schnur
sāvitri satyavatkānte dharmarāja sureśvara |
sāvitri brahmaṇā sārdhamupavītaṃ pragṛhyatām ||

11. Schmuck
bhūṣaṇāni ca divyāni muktāhārayutāni ca |
tvadarthamupakḷptāni gṛhāṇa śubhalocane ||

12. Sandelduft
kuṅkumāgurukarpūrakastūrīrocanāyutam |
candanaṃ te mayā dattaṃ sāvitri pratigṛhyatām ||

13. Ungebrochene Reiskörner
akṣatāśca suraśreṣṭhe kuṅkumāktāḥ suśobhanāḥ |
mayā niveditā bhaktyā gṛhāṇa parameśvari ||

14. Zeichen glückverheißender Verbundenheit
haridrākuṅkumaṃ caiva sindūraṃ kajjalānvitam |
saubhāgyadravyasaṃyuktaṃ sāvitri pratigṛhyatām ||

15. Blüten und Girlanden
mālyādīni sugandhīni mālatyādīni vai prabho |
mayāhṛtāni pūjārthaṃ puṣpāṇi pratigṛhyatām ||

16. Savitris Gestalt verehren
sāvitryai namaḥ | pādau pūjayāmi |
prasāvitryai namaḥ | jaṅghe pūjayāmi |
kamalapatrākṣyai namaḥ | kaṭī pūjayāmi |
bhūtadhāriṇyai namaḥ | udaraṃ pūjayāmi |
gāyatryai namaḥ | kaṇṭhaṃ pūjayāmi |
brahmaṇaḥ priyāyai namaḥ | mukhaṃ pūjayāmi |
saubhāgyadātryai namaḥ | śiraḥ pūjayāmi |

17. Brahma und Satyavan verehren
dhātre namaḥ | pādau pūjayāmi |
vidhātre namaḥ | jaṅghe pūjayāmi |
sraṣṭre namaḥ | ūrū pūjayāmi |
prajāpataye namaḥ | meḍhraṃ pūjayāmi |
parameṣṭhine namaḥ | kaṭī pūjayāmi |
agnirūpāya namaḥ | nābhiṃ pūjayāmi |
padmanābhāya namaḥ | hṛdayaṃ pūjayāmi |
vedhase namaḥ | bāhū pūjayāmi |
vidhaye namaḥ | kaṇṭhaṃ pūjayāmi |
hiraṇyagarbhāya namaḥ | mukhaṃ pūjayāmi |
brahmaṇe namaḥ | śiraḥ pūjayāmi |
viṣṇave namaḥ | sarvāṅgaṃ pūjayāmi |

18. Duft darbringen
devadrumarasodbhūtaḥ kālāgurusamanvitaḥ |
āghreyaḥ sarvadevānāṃ dhūpo'yaṃ pratigṛhyatām ||

19. Licht darbringen
cakṣurdaṃ sarvalokānāṃ timirasya nivāraṇam |
ārtikyaṃ kalpitaṃ bhaktyā gṛhāṇa parameśvari ||

20. Speisegabe
annaṃ caturvidhaṃ svādu rasaiḥ ṣaḍbhiḥ samanvitam |
mayā niveditaṃ bhaktyā naivedyaṃ pratigṛhyatām ||

21. Früchte
idaṃ phalaṃ mayādeva sthāpitaṃ puratastava |
tena me saphalāvāptirbhavejjanmani janmani ||

22. Tambula
pūgīphalaṃ mahaddivyaṃ nāgavallīdalairyutam |
karpūrailāsamāyuktaṃ tāmbūlaṃ pratigṛhyatām ||

23. Dakshina
hiraṇyagarbhagarbhasthaṃ hemabījaṃ vibhāvasoḥ |
anantapuṇyaphaladamataḥ śāntiṃ prayaccha me ||

24. Blumen aus beiden Händen
sāvitri ca prasāvitri satataṃ brahmaṇaḥ priye |
pūjitāsi dvijaiḥ sarvaiḥ strībhirmunigaṇaistathā ||
trisandhyaṃ devi bhūtānāṃ vandanīyā suśobhane |
mayā dattā ca pūjeyaṃ tvaṃ gṛhāṇa namo'stu te ||

25. Das abschließende Gebet
sāvitri brahmagāyatri sarvadā priyabhāṣiṇi |
tena satyena māṃ pāhi duḥkhasaṃsārasāgarāt ||
tvaṃ gaurī tvaṃ śacī lakṣmīstvaṃ prabhā candramaṇḍale |
tvameva ca jaganmātastvamuddhara varānane ||
yanmayā duṣkṛtaṃ sarvakṛtaṃ janmaśatairapi |
bhasmībhavatu tatsarvamavaidhavyaṃ ca dehi me ||
aviyogo yathā deva sāvitryā sahitasya te |
aviyogastathā'smākaṃ bhūyājjanmani janmani ||

Devanagari

1. Savitri, Brahma, Yama und Narada vergegenwärtigen
पद्मपत्रसमासीनं ब्रह्माणं च चतुर्मुखम् ।
उपवीतधरं देवं साक्षसूत्रकमण्डलुम् ॥
वामोत्सङ्गता तस्य सावित्री ब्रह्मणः प्रिया ।
आदित्यवर्णां धर्मज्ञां साक्षमालाकरं तथा ॥
धर्मराजं पितृपतिं भूतानां कर्मसाक्षिणम् ।
कालदण्डधरं देवं महिषारूढमेव च ॥
चिन्तयामि च देवेशं सर्वप्राणिहिताय वै ।
वीणां दधानं देवर्षिं नारदं चिन्तयाम्यहम् ॥

2. Die Verehrten einladen
ब्रह्मणा सहितां देवीं सावित्रीं लोकमातरम् ।
सत्यव्रतं च सावित्रीं यमं चावाहयाम्यहम् ॥

3. Einen Ehrensitz darbringen
ब्रह्मणा सह सावित्रि सत्यवत्सहिते प्रिये ।
हेमासनं गृह्यतां तु धर्मराज सुरेश्वर ॥

4. Wasser für die Füße
गङ्गाजलं समानीतं पाद्यार्थं ब्रह्मणः प्रिये ।
भक्त्या दत्तं धर्मराज सावित्रि प्रतिगृह्यताम् ॥

5. Arghya als Ehrenwasser
भक्त्या समाहृतं तोयं फलपुष्पसमन्वितम् ।
अर्घ्यं गृहाण सावित्रि मम सत्यव्रतप्रिये ॥

6. Wasser zum Mundspülen
सुगन्धि सह कर्पूरं सुरभि स्वादु शीतलम् ।
ब्रह्मणा सह सावित्रि कुरुष्वाचमनीयकम् ॥

7. Panchamrita-Bad
पयो दधि घृतं चैव शर्करा मधुसंयुतम् ।
पञ्चामृतं मया दत्तं स्नानार्थं देवि गृह्यताम् ॥

8. Bad mit klarem Wasser
मन्दाकिन्याः समानीतमुदकं ब्रह्मणः प्रिये ।
सावित्रि धर्मराजेन स्नानार्थं प्रतिगृह्यताम् ॥

9. Neue Gewänder
सूक्ष्मतन्तुमयं वस्त्रयुग्मं कार्पाससम्भवम् ।
सावित्रि सत्यवत्कान्ते भक्त्या दत्तं प्रगृह्यताम् ॥

10. Die heilige Schnur
सावित्रि सत्यवत्कान्ते धर्मराज सुरेश्वर ।
सावित्रि ब्रह्मणा सार्धमुपवीतं प्रगृह्यताम् ॥

11. Schmuck
भूषणानि च दिव्यानि मुक्ताहारयुतानि च ।
त्वदर्थमुपकॢप्तानि गृहाण शुभलोचने ॥

12. Sandelduft
कुङ्कुमागुरुकर्पूरकस्तूरीरोचनायुतम् ।
चन्दनं ते मया दत्तं सावित्रि प्रतिगृह्यताम् ॥

13. Ungebrochene Reiskörner
अक्षताश्च सुरश्रेष्ठे कुङ्कुमाक्ताः सुशोभनाः ।
मया निवेदिता भक्त्या गृहाण परमेश्वरि ॥

14. Zeichen glückverheißender Verbundenheit
हरिद्राकुङ्कुमं चैव सिन्दूरं कज्जलान्वितम् ।
सौभाग्यद्रव्यसंयुक्तं सावित्रि प्रतिगृह्यताम् ॥

15. Blüten und Girlanden
माल्यादीनि सुगन्धीनि मालत्यादीनि वै प्रभो ।
मयाहृतानि पूजार्थं पुष्पाणि प्रतिगृह्यताम् ॥

16. Savitris Gestalt verehren
सावित्र्यै नमः । पादौ पूजयामि ।
प्रसावित्र्यै नमः । जङ्घे पूजयामि ।
कमलपत्राक्ष्यै नमः । कटी पूजयामि ।
भूतधारिण्यै नमः । उदरं पूजयामि ।
गायत्र्यै नमः । कण्ठं पूजयामि ।
ब्रह्मणः प्रियायै नमः । मुखं पूजयामि ।
सौभाग्यदात्र्यै नमः । शिरः पूजयामि ।

17. Brahma und Satyavan verehren
धात्रे नमः । पादौ पूजयामि ।
विधात्रे नमः । जङ्घे पूजयामि ।
स्रष्ट्रे नमः । ऊरू पूजयामि ।
प्रजापतये नमः । मेढ्रं पूजयामि ।
परमेष्ठिने नमः । कटी पूजयामि ।
अग्निरूपाय नमः । नाभिं पूजयामि ।
पद्मनाभाय नमः । हृदयं पूजयामि ।
वेधसे नमः । बाहू पूजयामि ।
विधये नमः । कण्ठं पूजयामि ।
हिरण्यगर्भाय नमः । मुखं पूजयामि ।
ब्रह्मणे नमः । शिरः पूजयामि ।
विष्णवे नमः । सर्वाङ्गं पूजयामि ।

18. Duft darbringen
देवद्रुमरसोद्भूतः कालागुरुसमन्वितः ।
आघ्रेयः सर्वदेवानां धूपोऽयं प्रतिगृह्यताम् ॥

19. Licht darbringen
चक्षुर्दं सर्वलोकानां तिमिरस्य निवारणम् ।
आर्तिक्यं कल्पितं भक्त्या गृहाण परमेश्वरि ॥

20. Speisegabe
अन्नं चतुर्विधं स्वादु रसैः षड्भिः समन्वितम् ।
मया निवेदितं भक्त्या नैवेद्यं प्रतिगृह्यताम् ॥

21. Früchte
इदं फलं मयादेव स्थापितं पुरतस्तव ।
तेन मे सफलावाप्तिर्भवेज्जन्मनि जन्मनि ॥

22. Tambula
पूगीफलं महद्दिव्यं नागवल्लीदलैर्युतम् ।
कर्पूरैलासमायुक्तं ताम्बूलं प्रतिगृह्यताम् ॥

23. Dakshina
हिरण्यगर्भगर्भस्थं हेमबीजं विभावसोः ।
अनन्तपुण्यफलदमतः शान्तिं प्रयच्छ मे ॥

24. Blumen aus beiden Händen
सावित्रि च प्रसावित्रि सततं ब्रह्मणः प्रिये ।
पूजितासि द्विजैः सर्वैः स्त्रीभिर्मुनिगणैस्तथा ॥
त्रिसन्ध्यं देवि भूतानां वन्दनीया सुशोभने ।
मया दत्ता च पूजेयं त्वं गृहाण नमोऽस्तु ते ॥

25. Das abschließende Gebet
सावित्रि ब्रह्मगायत्रि सर्वदा प्रियभाषिणि ।
तेन सत्येन मां पाहि दुःखसंसारसागरात् ॥
त्वं गौरी त्वं शची लक्ष्मीस्त्वं प्रभा चन्द्रमण्डले ।
त्वमेव च जगन्मातस्त्वमुद्धर वरानने ॥
यन्मया दुष्कृतं सर्वकृतं जन्मशतैरपि ।
भस्मीभवतु तत्सर्वमवैधव्यं च देहि मे ॥
अवियोगो यथा देव सावित्र्या सहितस्य ते ।
अवियोगस्तथाऽस्माकं भूयाज्जन्मनि जन्मनि ॥

Vollständige deutsche Bedeutung

1. Savitri, Brahma, Yama und Narada vergegenwärtigen
Ich betrachte den viergesichtigen Brahma, der auf einem Lotusblatt sitzt, die heilige Schnur trägt und Gebetskette und Wasserkrug bei sich hat. Auf seinem linken Schoß sitzt Savitri, Brahmas Geliebte, sonnengleich, des Dharma kundig und mit einer Gebetskette in der Hand. Ich betrachte Dharmaraja, den Herrn der Ahnen und Zeugen der Taten aller Wesen: Er trägt den Stab der Zeit und reitet auf einem Büffel. Ich vergegenwärtige diesen Herrn zum Wohl aller Lebewesen und Narada, den göttlichen Seher, der die Vina trägt.

2. Die Verehrten einladen
Ich rufe die Göttin Savitri, die Mutter der Welt, gemeinsam mit Brahma herbei; ebenso Satyavrata, Savitri und Yama.

3. Einen Ehrensitz darbringen
Savitri mit Brahma, geliebte Savitri an Satyavans Seite, und Dharmaraja, Herr der Götter: Nehmt diesen goldenen Sitz an.

4. Wasser für die Füße
Geliebte Brahmas, Dharmaraja und Savitri: Nehmt dieses mit Hingabe dargebrachte Gangeswasser zum Waschen der Füße an.

5. Arghya als Ehrenwasser
Savitri, Geliebte Satyavratas, nimm mein mit Hingabe bereitetes Ehrenwasser an, das mit Früchten und Blumen verbunden ist.

6. Wasser zum Mundspülen
Savitri, nimm gemeinsam mit Brahma dieses wohlriechende, mit Kampfer duftende, wohlschmeckende und kühle Wasser zur Mundreinigung an.

7. Panchamrita-Bad
Göttin, nimm die von mir dargebrachten fünf Nektare zum Bad an: Milch, Joghurt, Ghee sowie Zucker, mit Honig verbunden.

8. Bad mit klarem Wasser
Geliebte Brahmas, Savitri, nimm zusammen mit Dharmaraja dieses von der Mandakini herbeigebrachte Wasser zum Bad an.

9. Neue Gewänder
Savitri, Geliebte Satyavans, nimm dieses mit Hingabe geschenkte Gewänderpaar aus feinen Baumwollfäden an.

10. Die heilige Schnur
Savitri, Geliebte Satyavans, Dharmaraja, Herr der Götter, und Savitri mit Brahma: Nehmt diese heilige Schnur an.

11. Schmuck
Schönäugige, nimm den für dich bereiteten göttlichen Schmuck samt Perlenketten an.

12. Sandelduft
Savitri, nimm das von mir gegebene Sandelholz an, das mit Kumkuma, Agaru, Kampfer, Moschus und Rocana verbunden ist.

13. Ungebrochene Reiskörner
Höchste unter den Göttlichen, höchste Herrin, nimm die schönen, mit Kumkuma gefärbten ungebrochenen Reiskörner an, die ich dir voller Hingabe darbringe.

14. Zeichen glückverheißender Verbundenheit
Savitri, nimm Kurkuma, Kumkuma und Sindur mit Kajal an, verbunden mit den Gaben ehelichen Wohlergehens.

15. Blüten und Girlanden
Nimm die duftenden Kränze und Blumen wie Malati an, die ich zu deiner Verehrung herbeigebracht habe.

16. Savitris Gestalt verehren
Verehrung Savitri; ich verehre die Füße. Verehrung der Hervorbringenden; ich verehre die Unterschenkel. Verehrung der Lotusblütenäugigen; ich verehre die Hüften. Verehrung der Trägerin aller Wesen; ich verehre den Bauch. Verehrung Gayatri; ich verehre den Hals. Verehrung Brahmas Geliebter; ich verehre das Gesicht. Verehrung der Spenderin ehelichen Glücks; ich verehre das Haupt.

17. Brahma und Satyavan verehren
Verehrung dem Erhalter; ich verehre die Füße. Verehrung dem Ordner; ich verehre die Unterschenkel. Verehrung dem Schöpfer; ich verehre die Oberschenkel. Verehrung dem Herrn der Geschöpfe; ich verehre das Zeugungsorgan. Verehrung dem im Höchsten Ruhenden; ich verehre die Hüften. Verehrung dem Feuergestaltigen; ich verehre den Nabel. Verehrung dem Lotusnabeligen; ich verehre das Herz. Verehrung dem Schöpfer; ich verehre die Arme. Verehrung dem göttlichen Ordner; ich verehre den Hals. Verehrung dem Goldenen Keim; ich verehre das Gesicht. Verehrung Brahma; ich verehre das Haupt. Verehrung Vishnu; ich verehre die ganze Gestalt.

18. Duft darbringen
Nimm dieses Räucherwerk an, aus dem Harz göttlicher Bäume entstanden, mit dunklem Agaru verbunden und für alle Götter duftend.

19. Licht darbringen
Höchste Herrin, nimm dieses voller Hingabe bereitete Licht an: Es schenkt allen Welten Sehkraft und vertreibt die Dunkelheit.

20. Speisegabe
Nimm die wohlschmeckende Speisegabe an, die ich mit Hingabe darbringe: Nahrung in ihren vier Formen, mit den sechs Geschmacksrichtungen verbunden.

21. Früchte
Diese Frucht habe ich vor dir niedergelegt. Möge mir dadurch Leben für Leben eine fruchtbare Erfüllung zuteilwerden.

22. Tambula
Nimm dieses kostbare Tambula an: Betelnuss mit Betelblättern, Kampfer und Kardamom.

23. Dakshina
Der goldene Same des Feuers, im Schoß des Goldenen Keims geborgen, schenkt unendliche verdienstvolle Frucht. Möge mir daraus Frieden zuteilwerden.

24. Blumen aus beiden Händen
Savitri, Hervorbringende, stets Geliebte Brahmas: Alle Zweimalgeborenen, Frauen und Scharen von Weisen verehren dich. Schöne Göttin, zu den drei Tagesübergängen bist du von allen Wesen zu ehren. Nimm diese von mir dargebrachte Verehrung an. Dir sei mein Gruß.

25. Das abschließende Gebet
Savitri, Brahma-Gayatri, die du stets liebevoll sprichst: Beschütze mich durch diese Wahrheit vor dem leidvollen Ozean des Samsara. Du bist Gauri, Shachi und Lakshmi; du bist das Leuchten der Mondscheibe. Du selbst bist die Weltenmutter. Erhebe mich, Schönangesichtige! Möge alles Unrecht, das ich selbst in Hunderten von Geburten getan habe, zu Asche werden; schenke mir Bewahrung vor Witwenschaft. Wie du, o Gott, ungetrennt mit Savitri verbunden bist, so möge auch uns Leben für Leben ungetrennte Gemeinschaft zuteilwerden.

Quellen und verwandte Anleitungen

  • Drik Panchang: Vat Savitri Puja Vidhi, vollständige 25-teilige Shodashopachara-Folge. Die Sanskritfassung richtet sich nach den Devanagari-Mantratafeln; in der Blumengabe steht mālatyādīni, in der Brahma-Verehrung vidhaye. Die Anrufung verwendet für Satyavan auch den Namen Satyavrata.
  • Drik Panchang: Vat Savitri Vrat und Vat Purnima Vrat; regionale Festtermine und Baumverehrung.
  • Savitri, Satyavan, Vrata, Puja, Bhakti Yoga.

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