Tauchen

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Tauchen‏‎ heißt unter Wasser gehen. Tauchen heißt, den Körper unter die Wasseroberfläche zu bringen. Der Mensch kann kurzfristig tauchen, der Mensch braucht nach ein bis zwei Minuten wieder Luft und Sauerstoff, kann also nur kurze Tauchgänge machen. Es sei denn, er hat einen Taucheranzug an und ein Sauerstoffgerät dabei. Mit einem Unterseeboot kann man sehr viel tiefer tauchen. Aber man kann natürlich auch einfach nur seine Hand ins Wasser tauchen.

Tauchen‏‎ - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Yoga, Tauchen und Meer

Ein Artikel, von Stefan Sikora, aus dem Yoga Vidya Journal Nr.36 - Sommer 2018

Tauchen‏‎ - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Wir schreiben Anfang November, der Wind strömt um das Haus und der Regen prasselt gegen die Scheiben. Um 3 Uhr morgens reißt uns der Wecker hoch. Ein Blick auf das Thermometer weckt nun auch die Gänsehaut: - 4°C. Das lässt die Vorfreude auf milde 20 Grad und Sonne pur ins Unermessliche steigen. Zum Glück ist das Auto schon beladen. Neben dem Handgepäck und je einem Koffer mit unseren Sachen liegen der Tauchkoffer mit der fast kompletten Ausrüstung und unsere Yoga-Matten.

Pünktlich, drei Stunden vor dem Start, treffen wir in Berlin ein. Zum Glück ist es am Flughafen noch leer. Wir sind sofort an der Reihe. Also alles in die Boxen. Handgepäck in eine zweite Box und ab durch den Metalldetektor. Zum Glück kein Piepen. Die erste Box kommt. Doch die zweite nimmt einen anderen Weg. Toll, wieder einmal eine Nachkontrolle.

Ein netter Beamter bittet darum, einen Blick in das Gepäck werfen zu dürfen. Meine Atemregler, Unterwasserfotoausrüstung und der AV-Timer erwecken besonderes Interesse. Sofort ist Ramashakti in ihrem Element und die Zollbeamten bekommen einen Crashkurs in Pranayama (Atemtechniken). Wider Erwarten machen alle mit und einige erzählen von ihren Erfahrungen aus Yogastunden.

Reise nach Gozo

Bei starkem Regen, aber immerhin schon 6°C geht es zum Flieger und das Abenteuer beginnt. 2 3/4 Stunden später landen wir bei strahlendem Sonnenschein mitten am Mittelmeer. Auf dem Rollfeld erwarten uns 23°C. Malta zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite und verwöhnt uns Sonnenhungrige. Mit dem Auto werden wir quer über die Insel zur Fähre nach Gozo gefahren. Schon bevor wir die Fähre betreten, liegt die kleine Insel vor uns, im strahlenden Sonnenschein.

„Weißt du, was Yoga Vidya und Gozo gemeinsam haben?“, grinst Ramashakti. Ich schüttle zunächst den Kopf. „Dass du mich auf die Matte schickst?“, frage ich zurück. „Ne!“, strahlt sie übers ganze Gesicht. „Es ist immer, wie ein bisschen nach Hause kommen.“ Ich gebe ihr Recht. Während Malta seinen Ruf für Nachtleben, die Shoppingmalls, sportliche Events und die Touristenbusse erfüllt, ist Gozo ländlich. Man kennt sich, nimmt sich so, wie man eben ist, verständigt sich in Englisch (oder einer Mischung aus allen Vokabeln, die einem einfallen - verstanden wird man immer).

Die Vorfreude auf dieses Wetter, auf die unberührte Landschaft und die wunderbaren Begegnungen, lassen das Herz weit werden und den Atem fließen. In Gozo werden wir wieder von einem Fahrer erwartet, der uns nach Marsalforn - einem kleinen Fischer- und Touristenort im Norden der Insel bringt. Noch im Auto bekommen wir den Schlüssel für unsere Ferienwohnung.

Malerische Landschaft

Unser erster Weg führt uns in die Tauchbasis. Wir besichtigen die Gegebenheiten vor Ort und treffen erste organisatorische Absprachen. Einer der Tauchlehrer deutet einen Baum an, als er mitbekommt, dass Ramashakti als Yogalehrerin unterwegs ist. Nur Sekunden später steht ein multilingualer „Wald“ vor der Tauchbasis. Von Ramashakti höre ich das „Om“ und einige der Taucher stimmen mit ein.

Scheinbar versteht sie jeder, obwohl sie deutsch spricht und in einer Gruppe aus Italienern, Franzosen, Engländern und Polen steht. In jedem einzelnen Gesicht sehe ich ein Lächeln aufleuchten. So viel Aufgeschlossenheit und Neugierde hätte ich nicht erwartet. Danach gehe ich ein Stück durch den Ort. Ramashakti will zu ihrer Lieblingsstelle hinter der Strandpromenade und meditieren - um bewusst zu werden, dass wir endlich da sind und um dieses Paradies in allen Details zu erspüren.

Wenn man Ramashakti nach Gozo fragt, schwärmt sie von rauen und steilen Felsküsten, von Höhlen, höhlenartigen Nischen, weiten Tälern, malerischen Felsformationen und den frischen Kräutern, die überall am Wegrand wachsen. Die Landschaft unter der Wasseroberfläche ist ebenso atemberaubend, mit dem kleinen Unterschied, dass diese dem Sporttaucher vorbehalten ist.

Die Landschaft unter Wasser

Eine unbekannte, zauberhafte, aber auch bunte Welt erwartet mich. Die Pflanzen- und Tierwelt sind atemberaubend und lassen die begrenzte Zeit unter Wasser wie im Flug vergehen. Sichtverhältnisse, von denen man in deutschen Gewässern nur träumen kann, lassen alles ganz nah und gleichzeitig unendlich weit erscheinen. Ob man sich in 10, 20 oder 40 Metern Tiefe aufhält, ist in dieser Gegend mit bloßem Auge kaum erkennbar. Es ist hell und warm. Auch jetzt im November liegen die Wassertemperaturen bei 20°C. Jeder Tauchgang ist anders. Die Landschaft wechselt ständig zwischen Sandboden, Graslandschaften und Felsen.

Und überall werden wir von den Bewohnern des Mittelmeeres erwartet. Fische in allen Größen und Farben. Muränen sitzen in ihren Höhlen. Tintenfische verstecken sich am Grund und mit ein bisschen Geduld kann man sie sogar anlocken. Wenn man aufmerksam über den Sandboden taucht kann man hier und da die Umrisse von getarnten Sapieren und Plattfischen finden. Einsiedlerkrebse verteidigen ihr Haus. Nach dem ersten Tauchgang zeige ich Ramashakti stolz meine Fotos. Ich habe versucht jedes einzelne Tier abzulichten. Aber sie bestaunt die Landschaft und einige der bunten Korallen.

Der Rhythmus des Meeres

Am Nachmittag brechen wir auf, um etwas weiter zu laufen und die Umgebung zu erkunden. Wir sind immer wieder überrascht. Die Einfachheit und Genialität der Salzlawinen (Hier bekommt man das reinste Meersalz. Es gab sogar schon Fernsehberichte darüber). Die Kraft mit der das Wasser an die Felsen schlägt und sie unterhöhlt. Eine Welle schlägt sogar über uns. Nur ein paar hundert Meter weiter finden wir einen Canyon und ein Steinfester.

Am Azure Window standen wir noch einen Tag vor dem Einsturz. Wir setzen uns auf den gegenüberliegenden Felsen. Ramashakti schlägt, im Rhythmus des Meeres, mit einem Stein auf den Felsen und leitet mich in die Meditation. Es ist unglaublich.

In den Moment „eintauchen“

Am nächsten Morgen stehe ich wieder pünktlich an der Basis. Heute habe ich zwei Tauchgänge geplant. Mittags wird Ramashakti uns begleiten, etwas schnorcheln und die Umgebung der Südküste erkunden. Was ich noch nicht ahne: dieser Tauchgang wird der schönste des Urlaubs. Wir müssen eine Art See durchschwimmen, um dann durch ein Felsentor ins Meer zu kommen. Die Landschaft über und unter Wasser ist wild, ungezähmt und plötzlich ... zum ersten Mal kann ich Seepferdchen in Freiheit beobachten. Es ist einfach da, lässt mich schauen und an dem Moment teilhaben.

Ich spüre, wie sich mein Atem beruhigt, mein Geist und mein Herz ganz weit werden. Ramashakti sagt immer: „Meditation geschieht.“ Hier ist sie mir geschehen und es war wunderbar. Es ist eine andere Welt und bei diesen Bedingungen kann man viel erleben. Egal, wie man zum Wasser steht. Überall gibt es Orte, die zum Verweilen, zur Achtsamkeit einladen. Genauso oft empfanden wir Demut und Stolz, Teil dieser Schöpfung zu sein. Ich freue mich schon riesig auf unser gemeinsames Projekt „Yoga, Wandern, Tauchen und meer“ ab November in Gozo.

Tauchen‏‎ Video

Hier ein Vortragsvideo über Tauchen‏‎:

Erfahre einiges zum Thema Tauchen‏‎ in diesem kurzen Improvisations-Vortrag. Sukadev, Leiter vom Yoga Vidya e.V. interpretiert hier das Wort bzw. den Ausdruck Tauchen‏‎ vom einem Yogastandpunkt aus.

Siehe auch

Weitere Begriffe im Kontext mit Tauchen‏‎

Einige Wörter, die vielleicht nicht direkt zu tun haben mit Tauchen‏‎, aber für dich von Interesse sein könnten, sind unter anterem Tau‏‎, Tätigkeitsdrang‏‎, Taschentuch‏‎, Taumel‏‎, Technik‏‎, Teenager‏‎.

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Tauchen‏‎ - weitere Informationen

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Zusammenfassung

Das Verb Tauchen‏‎ ist ein Wort, das etwas zu tun hat mit Sport und kann interpretiert werden vom Standpunkt von Yoga, Meditation, Ayurveda, Spiritualität, humanistische Psychologie.