Svayambhuva Pancharatra
Svayambhuva Pancharatra (Sanskrit: स्वायम्भुवपञ्चरात्र, IAST: Svāyambhuvapañcarātra) ist eine frühe Schrift der Pāñcarātra-Tradition über die Verehrung und rituelle Einsetzung Viṣṇus. Im Mittelpunkt steht eine Verbindung von göttlicher Allgegenwart und persönlicher Hingabe: Die ganze Welt ist von Viṣṇu erfüllt, und Brahmā, Viṣṇu und Śiva werden als eine göttliche Wirklichkeit verstanden. Die Schrift beschreibt, wie ein heiliger Ort und eine Mūrti, ein verehrtes Gottesbild, für den Gottesdienst vorbereitet werden. Dabei führt sie immer wieder vom sichtbaren Bild zum heiligen Klang und zur inneren Betrachtung.

Die Praxis verbindet vedische Rezitation, Mantra, Nyāsa – das rituelle Einsetzen von Mantras –, Pūjā, bildhafte Meditation und gemeinschaftliche Feier. Der Klang des Vāsudeva-Mantras wird Silbe für Silbe mit der Gestalt des Gottes verbunden. Farben und Lichtbilder helfen, diese Gegenwart innerlich zu betrachten. Zum Schluss richtet sich die Aufmerksamkeit auf Viṣṇu im eigenen Inneren. So zeigt das Werk, wie äußere Verehrung und innere Sammlung ineinandergreifen können.
Überliefert ist das Werk in einer beschädigten Palmblatthandschrift von 1027. Die folgende Erschließung bietet eine Einführung, eine Werkübersicht, 41 ausgewählte Sanskritstellen in IAST mit deutscher Übersetzung und Erläuterung sowie einen gesonderten Mantraabschnitt. Grundlage ist die kritische Edition von Diwakar Acharya. Die Textauswahl erschließt zentrale Themen; eine vollständige Übersetzung bietet sie nicht.[1]
Was Yoga-Aspiranten aus dem Svayambhuva Pancharatra lernen können
Für Menschen, die Yoga üben, liegt der besondere Wert dieser Schrift in einer Verbindung: Das Göttliche ist allgegenwärtig und kann doch in einer bestimmten Form liebevoll angesprochen werden. Eine Mūrti muss deshalb nicht als Grenze Gottes verstanden werden. Sie kann zum Ort werden, an dem sich Aufmerksamkeit, Ehrfurcht und Bhakti sammeln. Die Allgegenwart wird in Kapitel 2 gelehrt; die sorgfältige Weihe des Bildes entfaltet sich in den folgenden erhaltenen Kapiteln.
Fünf Zugänge machen die Lektüre besonders fruchtbar:
- Einheit sehen: 2.4–5 verbinden Brahmā, Rudra und Janārdana. Als heutige Anregung kann dies helfen, die eigene Gottesbeziehung zu vertiefen und zugleich andere Formen der Verehrung zu achten.
- Mantra mit Aufmerksamkeit erfüllen: 7.5–15 verbinden die zwölf Silben des Vāsudeva-Mantras mit Orten, Farben und Dhyāna. Das Mantra wird nicht nur gesprochen, sondern innerlich betrachtet.
- Dem Heiligen Raum geben: Kapitel 5 beschreibt die Vorbereitung und Ausschmückung des Ritualortes. Darin kann ein heutiger Übender die Einladung erkennen, die eigene Praxis bewusst vorzubereiten.
- Klang und Handlung verbinden: Vedische Worte begleiten Tore, Wagen, Lagerung, Feuer und Opfergaben. Die Handlung erhält durch den heiligen Klang einen religiösen Sinn.
- Von der äußeren zur inneren Gegenwart finden: Am beschädigten Anfang von Kapitel 9 ist die Aufforderung erhalten, Viṣṇu als im eigenen Inneren befindlich zu betrachten. Der folgende Dhyānamantra nennt ihn friedvoll und verbindet die Betrachtung mit einer Bitte um Inspiration.
Diese Zugänge übertragen Impulse einer alten Schrift zur Pratiṣṭhā, zur Bildweihe, in heutiges spirituelles Leben. Sie können dazu anregen, Sammlung, Hingabe und bewusstes Handeln enger miteinander zu verbinden.
Ein guter Einstieg in die Lektüre
Zum ersten Kennenlernen genügen wenige Stellen. 2.4–5 und 2.11 erschließen die Einheit und Allgegenwart des Göttlichen. 7.9 und 7.15 führen zur gesammelten Mantrabetrachtung. 9.2–4 verbinden ein friedvolles Gottesbild, die Bitte um Inspiration und den bewussten Abschluss der Verehrung. Alle diese Stellen stehen weiter unten mit Übersetzung und Erläuterung.
Lies zunächst die deutsche Übersetzung und verweile bei einem Satz, der dich anspricht. Wenn du anschließend den Sanskritklang hörst oder selbst rezitierst, können Wortbedeutung und innere Aufmerksamkeit zusammenfinden. Die ausführlicheren Ritualabschnitte lassen sich danach leichter einordnen.
Name, Identität und Überlieferung
Was bedeutet Svayambhuva Pancharatra?
Svāyambhuva bedeutet „zu Svayambhū gehörig“ oder „auf Svayambhū zurückgehend“. Svayambhū, „der aus sich selbst Hervorgegangene“, ist insbesondere ein Name Brahmās. Pañcarātra ist die Bezeichnung der religiösen Überlieferung, zu der das Werk gehört; wörtlich bedeutet das Wort „fünf Nächte“.
Der gebräuchliche Titel ist aus der Schlussformel des achten Kapitels erschlossen. Dort wird das Werk als Pañcarātra Svāyambhuva bezeichnet. Acharya erläutert diese Titelbildung unter Bezug auf Alexis Sanderson.[2]
Die Rahmenhandlung führt auf den Berg Mandara. Brahmā richtet seine Fragen an Īśvara, der im Zusammenhang als Śiva erscheint. Gegenstand ihrer Unterredung ist Viṣṇus Wesen und seine Einsetzung im Kultbild. Bereits diese Gesprächssituation zeigt, wie eng die Verehrungswelten verbunden sind: Śiva unterweist Brahmā über Viṣṇu.
Die nepalesische Palmblatthandschrift
Die maßgebliche Handschrift befindet sich im Nationalarchiv in Kathmandu, unter der Signatur 1–1648; ihre Mikrofilmaufnahme trägt die Kennung NGMPP A 54/9. Erhalten sind neun Palmblätter, deren Ränder beschädigt sind. Der Kolophon nennt das Jahr 147 der Nepal-Ära, entsprechend 1027 n. Chr.[3]
Dieses Datum bezeichnet die Abschrift, nicht die Entstehung des Werkes. Die Schrift ist also spätestens 1027 bezeugt; wie viel älter ihr Text oder einzelne Ritualbestandteile sind, lässt sich daraus allein nicht bestimmen. Die andere im Band edierte größere Handschrift, die des Devāmṛtapañcarātra, wird von Acharya in das 12. Jahrhundert eingeordnet. Die Angaben zum 11. und 12. Jahrhundert beziehen sich somit auf verschiedene Handschriften der im Band edierten Werke.
Acharya berichtet auch von einer jüngeren Abschrift des Svāyambhuvapañcarātra, die wegen ihrer Ungenauigkeit keinen zusätzlichen Nutzen für seine Edition bot. Für die Ausgabe ist daher die alte Palmblatthandschrift maßgeblich. Acharya erläutert ihre schwierigen Stellen und schlägt bei beschädigten oder entstellten Wörtern begründete Lesungen vor.
Warum das Werk historisch wichtig ist
Der Text lässt frühe Formen tantrischer Viṣṇu-Verehrung erkennen, die sich nicht vollständig mit späteren, stärker systematisierten Pāñcarātra-Darstellungen decken. Besonders aufschlussreich sind seine ungewöhnliche Gruppe von neun Begleitmantras, die Verbindung von vier Veden und Bildweihe sowie die Verehrung Viṣṇus als einer Gestalt, die alle Gottheiten umfasst.
Acharya weist auf Beziehungen zur Ritualtradition Somaśambhus und auf Parallelen zum Niśvāsaguhya hin. In Somaśambhus Werk wird diese Überlieferung bei der Weihe eines Viṣṇubildes herangezogen. Diese Berührungen zeigen, wie Viṣṇu- und Śiva-Traditionen beim Gestalten ihrer Rituale miteinander verbunden waren. Die genaue Datierung einzelner Textschichten bleibt offen.[4]
Aufbau des Svayambhuva Pancharatra
Die Edition ordnet das Werk in neun Kapitel. Die deutschen Themenüberschriften der Tabelle dienen als Lesehilfe. Bei verlorenen Kapiteln bleibt die Unterscheidung zwischen erhaltenem Text und vermutetem Inhalt wesentlich.
| Kapitel | Erhaltungszustand und Thema | Gottheiten und Praxis | Bedeutung für die Lektüre |
|---|---|---|---|
| 1 | Fragen und Inhaltsprogramm; 25 nummerierte Einheiten, mit Schäden an einzelnen Stellen | Brahmā fragt Īśvara nach Viṣṇu, Bildgestalt und Weihe | Die Frage nach dem Göttlichen führt zur Frage nach seiner Verehrung. |
| 2 | 14 nummerierte Verse sowie ein abgebrochener Beginn der Fortsetzung; der Schluss fehlt | Einheit von Brahmā, Viṣṇu und Śiva; Allgegenwart Nārāyaṇas | Die theologische Grundlage der Bildverehrung |
| 3 und 4 | Vollständig verloren | Nach dem Fragenprogramm und der Parallelüberlieferung vermutlich Bildherstellung und Bildmerkmale | Kein erhaltener Svāyambhuva-Grundtext; die Rekonstruktion bleibt hypothetisch. |
| 5 | Von Acharya als fünftes Kapitel eingeordnet; 29 Verse und der Beginn von 30, danach Abbruch | Vorbereitung des Yāgamaṇḍapa, Torbögen, Gefäße, Schmuck, Lager und Gaben | Der Raum wird für die Gegenwart Viṣṇus bereitet. |
| 6 | Nur vier Schlussverse erhalten | Auswahl des Sthāpaka, des die Weihe leitenden Ritualkundigen | Fachwissen und traditionelle Eignungsvorstellungen; historisch kritisch zu lesen |
| 7 | Größerer zusammenhängender Abschnitt, mit Randschäden | Adhivāsana, zwölf Silben, Begleitmantras, drei Āvaraṇas, vedische Rezitation und Feuerrituale | Das Herzstück für Mantra, Visualisierung und rituelle Vergegenwärtigung |
| 8 | Anfang und späterer Teil erhalten; dazwischen größere Blattlücke, außerdem Randschäden | Richtungswächter, Einlagen, Einsetzung und Verehrung des Bildes, weitere Weihehandlungen | Die Überführung der vorbereiteten Bildgestalt in ihren dauerhaften Kultzusammenhang |
| 9 | Sehr kurz; Anfang und Schluss beschädigt, Kolophon erhalten | Innere Betrachtung Viṣṇus, Dhyānamantra, Weihrauch, Gāyatrī und Verabschiedung | Die äußere Feier erhält einen inneren Bezug und einen bewussten Abschluss. |
Die Angaben zu den Lücken folgen der Handschriftenbeschreibung und der Kapitelübersicht Acharyas. Bei Kapitel 8 ist die Inhaltsdarstellung der Einleitung besonders zu beachten: Zwischen den erhaltenen Teilen fehlt ein größerer Abschnitt. Die fortlaufenden Editionsnummern sind deshalb kein Beleg für einen lückenlos überlieferten ursprünglichen Text.[5]
Ein eigener Text innerhalb der Handschrift
Vor dem als Kapitel 5 eingeordneten Abschnitt enthält die Handschrift das Aṣṭādaśavidhāna, die „Anweisung zu achtzehn [Ritualhandlungen]“. Acharya behandelt diesen Text als eigenständige eingeschobene Ritualschrift und ediert ihn nach dem Svāyambhuvapañcarātra. Dafür sprechen unter anderem Unterschiede in der Ritualordnung: Das Svāyambhuvapañcarātra nennt drei Umkreise der Verehrung; das Aṣṭādaśavidhāna lehrt vier.
Im Band beginnt der Svāyambhuva-Grundtext auf S. 3 und endet auf S. 33. Die anschließenden Teile des Bandes sind dem Aṣṭādaśavidhāna ab S. 35 und dem Devāmṛtapañcarātra ab S. 57 gewidmet. Die unter dem Grundtext abgedruckten Parallelstellen gehören jeweils zu den dort genannten anderen Werken. Sie sind keine zusätzlichen Svāyambhuva-Verse.
Viṣṇu, Vāsudeva und die Einheit des Göttlichen

Das zweite Kapitel eröffnet eine weite Sicht auf Nārāyaṇa. Die Welt des Beweglichen und Unbeweglichen ist von ihm durchdrungen. Verschiedene Lehren und Formen religiöser Überlieferung werden auf ihn bezogen. Selbst Vergangenheit und Zukunft stehen innerhalb dieser göttlichen Fülle.
Diese weite Sicht verbindet sich mit einer bestimmten Form der Hingabe: Die Verehrung gilt Viṣṇu, das zentrale Mantra richtet sich an Vāsudeva. Für Bhakti Yoga lässt sich daraus ein fruchtbarer Gedanke gewinnen: Die Liebe darf eine bestimmte Gestalt wählen, ohne die göttliche Gegenwart auf diese Gestalt zu beschränken. Diese Formulierung ist eine heutige spirituelle Zusammenfassung von 2.4–11 und der Mantrapraxis des siebten Kapitels.
Im Ritual wird Viṣṇu angerufen, mit Mantras vergegenwärtigt, empfangen, verehrt und verabschiedet. Diese Handlungen geben der Gottesbeziehung einen Rhythmus. Die Aufmerksamkeit kehrt wieder und wieder zur Gottheit zurück. Für heutige Übende kann darin ein Hinweis liegen: Hingabe wächst auch durch die kleine, regelmäßig erneuerte Zuwendung.
Archaische Merkmale des Svayambhuva Pancharatra
„Archaisch“ bezeichnet hier ungewöhnliche frühe Merkmale und ältere Traditionsbestände. Der Ausdruck bedeutet weder „primitiv“ noch, dass das gesamte Werk in einer einzigen frühen Epoche entstanden sein müsse.
Neun Begleitmantras und drei Umkreise
Neben den fünf geläufigen Funktionen Herz, Haupt, Haarbüschel, Schutzpanzer und Waffe nennt 7.16 vier weitere: Gāyatrī, Sāvitrī, Auge und Piṅgalāstra. In der anschließenden Ritualzeichnung nimmt das Herzmantra die Mitte des Lotus ein; die weiteren acht Funktionen werden um dieses Zentrum angeordnet. Darum folgen ein Rad mit zwölf Viṣṇunamen und ein Umkreis mit acht Emblemen.
Diese konkrete Neunergruppe ist nicht einfach mit einem später verbreiteten Schema von sechs Aṅgamantras gleichzusetzen. Acharya vergleicht einzelne Bestandteile mit frühen Śaiva-Überlieferungen und beschreibt die Verbindung aller neun als besonders bemerkenswert. An diesen konkreten Gemeinsamkeiten lässt sich der Austausch zwischen den Traditionen genauer erkennen.[6]
Alle Gottheiten in Viṣṇu
7.32 fordert einen sarvadevamaya genannten Nyāsa: Viṣṇus Gestalt wird als „aus allen Gottheiten bestehend“ vergegenwärtigt. Dies setzt die Lehre von der göttlichen Allgegenwart in rituelle Gestalt um. Allerdings ist an dieser Stelle kein vollständiger Katalog der Zuordnung aller Gottheiten zu Körperteilen erhalten. Die ausführlicheren Vorschriften der beiden anderen edierten Werke sind Vergleichsmaterial, keine Lückenfüllung dieser Ausgabe.
Was die acht Vṛṣṇi-Helden tatsächlich belegen
Die Verehrung von acht Vṛṣṇi-Helden ist eine Besonderheit des Aṣṭādaśavidhāna. Acharya nennt in seiner Erläuterung Balabhadra, Niśaṭha, Pradyumna, Aniruddha, Gada, Sāmba, Sātyakī und Akrūra. Im erhaltenen Svāyambhuvapañcarātra ist diese Gruppe nicht belegt.[7]
Im Svāyambhuva-Ritual stehen an der entsprechenden Stelle stattdessen zwölf Namen Viṣṇus. Ein Aniruddha-Mantra in 8.45 belegt zwar diesen Namen im Werk, aber nicht die Verehrung der gesamten Achtgruppe. Auch eine vollständige klassische Vier-Vyūha-Lehre lässt sich aus einer einzelnen Namensnennung nicht ableiten.
Varāha, Narasiṃha, Trivikrama, Vāmana und Vāsudeva

Die Gruppe von fünf Bildern – Narasiṃha, Varāha, Vāmana, Trivikrama und Vāsudeva – wird im Devāmṛtapañcarātra 4.6 beschrieben. Acharya erwägt, dass dieser Abschnitt auf das verlorene vierte Kapitel des Svāyambhuvapañcarātra zurückgehen könnte. Er sagt aber ausdrücklich, dass die Vorschrift im erhaltenen Svāyambhuva-Text nicht vorkommt.[8]
Vāmana und Trivikrama erscheinen im erhaltenen Werk als Mitglieder der Zwölfergruppe im siebten Kapitel. Das ist ein anderer Zusammenhang. Die Unterscheidung lässt die historische Eigenart der drei Texte erst deutlich werden.
Die fünf Vaiṣṇava-Brahma-Mantras
Die besondere Vaiṣṇava-Gruppe von fünf Brahma-Mantras, die formal an Śaiva- beziehungsweise Pāśupata-Mantras anschließt, findet sich nach Acharyas ausdrücklicher Feststellung nur im Aṣṭādaśavidhāna innerhalb dieser drei edierten Werke. Sie gehören zur verwandten Überlieferung, sind jedoch keine belegte Mantragruppe des erhaltenen Svāyambhuvapañcarātra.[9]
Das Svāyambhuvapañcarātra besitzt eigene sicher zuweisbare Mantras: den Vāsudeva-Zwölfsilber, die Begleitmantras in 7.16, Formeln zur Einsetzung und Verehrung in Kapitel 8 sowie die Formeln des neunten Kapitels. Diese bilden den Mantraabschnitt dieses Artikels.
Veda und Tantra im Svayambhuva Pancharatra
Die vier Veden erhalten einen Ort
Bei der Errichtung der vier Torbögen werden die Anfänge der vier Veden verwendet. Die heiligen Worte begleiten nicht nur die Handlung; sie gliedern den Raum. Nach 5.14–15 ergibt sich folgende Zuordnung:
| Richtung | Im Werk verkürzt genannter Mantraanfang | Vedischer Bezug |
|---|---|---|
| Osten | agnim īle | Beginn des Ṛgveda, 1.1.1; in üblicher vedischer Umschrift agnim īḷe |
| Süden | iṣe tvā | Beginn des Yajurveda, Vājasaneyi-Saṃhitā 1.1 |
| Westen | agna ā yāhi | Beginn des Sāmaveda |
| Norden | śan no devī | Beginn der Paippalāda-Fassung des Atharvaveda |
Die Zuordnung folgt Acharyas Identifizierung der Anfangsworte. Solche verkürzten Zitate heißen Pratīkas: Ein vertrauter Anfang genügt dem kundigen Rezitierenden, um den gemeinten vedischen Text zu erkennen.
Vedische Rezitation in einer tantrischen Weihe
Kapitel 7 verbindet das Einsetzen des Vāsudeva-Mantras mit der Rezitation zahlreicher vedischer Hymnen. In 7.33–39 werden die Vertreter der vier Veden und ihre Rezitationen auf die Richtungen bezogen. Dazu gehören unter anderem das Śrīsūkta, das Puruṣasūkta und das Skambhasūkta. Weitere vedische Worte begleiten Handlungen am Feuer und dessen rituelle Lebensstadien.
Tantrisch ist hier insbesondere die Vergegenwärtigung der Gottheit durch Mantra, Nyāsa, bildhafte Betrachtung und geordnete Verehrungskreise. Vedisch sind zahlreiche eingesetzte Hymnen, Formeln und priesterliche Aufgaben. Beide Bereiche wirken innerhalb eines gemeinsamen Rituals zusammen. Die historische Schlussfolgerung lautet deshalb: Für diese frühe Viṣṇu-Tradition wäre die Vorstellung zweier vollständig voneinander getrennter Welten „Veda“ und „Tantra“ zu einfach.
Was „Yoga“ hier bedeutet
Der Text nennt sich in 2.3 yogaśāstra und mokṣaśāstra. Acharya deutet das Gegenüber auch als weltliches Gelingen und Befreiung. Man sollte deshalb weder jeden Gebrauch von Yoga mit Körperübungen übersetzen noch die ganze Schrift als reinen Meditationstext behandeln. Ihre religiöse Praxis umfasst Wohl, Ordnung, Festlichkeit, Verehrung und das höchste Ziel Mokṣa.
Bildweihe, Mantra und innere Gottesbeziehung
Die Pratiṣṭhā lässt sich im erhaltenen Text als gegliederter Vorgang lesen. Zunächst wird der Ort vorbereitet. Dann wird das Bild in den vorläufigen Ritualraum gebracht und dort durch Mantra und Verehrung behandelt. Die dauerhafte Einsetzung im Tempel folgt in einem weiteren Abschnitt. Das neunte Kapitel wendet sich der inneren Betrachtung und dem Abschluss zu. Wegen der Textverluste lässt sich daraus keine in allen Einzelheiten vollständige Ritualanleitung gewinnen.
Eine Mūrti ist in diesem Zusammenhang eine verehrte göttliche Gestalt. Das Werk behandelt sie nicht nur als didaktisches Symbol. Nyāsa, Einladung und Darbringung gehören zu einer wirklichen Gottesbeziehung innerhalb der religiösen Welt des Textes. Wer heute von einem „Fokus der Aufmerksamkeit“ spricht, beschreibt einen möglichen Zugang für heutige Übende, nicht die ganze traditionelle Bedeutung.
Die zwölf Silben des Vāsudeva-Mantras
Das Grundmantra lautet oṃ namo bhagavate vāsudevāya. Seine zwölf Silben werden in 7.5–8 der Bildgestalt zugeordnet und anschließend in Farben betrachtet. Die folgende Übersicht folgt dem Sanskritgrundtext; Acharyas englische Inhaltsübersicht weicht bei den Seitenzuordnungen der Beine und Füße davon ab.
| Silbe | Ort im Bild nach 7.5–8 | Farbe oder Erscheinung nach 7.9–14 |
|---|---|---|
| Oṃ | Haupt | Flammenkranz |
| Na | Nase | Weiß; kühles Wasser |
| Mo | Stirn | Dunkles Augenpigment |
| Bha | Gesicht | Junge Sonne |
| Ga | Hals | Goldfarben |
| Va | Herz | Weißer Lotus |
| Te | Rechter Arm | Kuṅkuma-farbener Glanz |
| Vā | Linker Arm; 7.7 schreibt vakāra | Schnee und Kunda-Blüten |
| Su | Linker Unterschenkel | Blitzglanz |
| De | Rechter Unterschenkel | Gelb, dem Māhendra gleich |
| Vā | Linker Fuß | Milchozean |
| Ya | Rechter Fuß | Rubin |
Die Reihe zeigt, wie sorgfältig Klang und innere Anschauung aufeinander bezogen werden. Sie gehört zum Weihevollzug am Bild. Für heutiges Japa macht sie vor allem die Bedeutung gesammelter, liebevoller Aufmerksamkeit anschaulich: Eine Silbe wird gehört, betrachtet und bewusst vergegenwärtigt.
Zwölf Namen und acht Embleme
Die zwölf Speichen des Rades tragen nach 7.22–28 folgende Namen: Keśava, Nārāyaṇa, Mādhava, Govinda, Viṣṇu, Madhusūdana, Vāmana, Trivikrama, Śrīdhara, Hṛṣīkeśa, Padmanābha und Dāmodara. Die zwölf Mantrasilben werden der Reihe nach auf diese Namen bezogen.
Der dritte Umkreis enthält nach 7.29–31 acht Embleme: Muschel, Keule, Diskus, Schwert, Lotus, Pflug, Stößel und Śārṅga-Bogen. Ihre räumliche Ordnung wird in der Textauswahl übersetzt. Gerade die Gegenwart von Pflug und Stößel erinnert daran, dass frühe Viṣṇu-Verehrung nicht auf eine einzige später vertraute Bildform reduziert werden sollte.
Historische Vorschriften verantwortungsvoll lesen
Die erhaltenen Schlussverse des sechsten Kapitels fordern vom Sthāpaka Schriftkenntnis und Kenntnis der fünfundzwanzig Tattvas. Sie enthalten zugleich Ausschlusskriterien nach Herkunft, Aussehen, körperlichen Besonderheiten und Erkrankungen. Diese Vorschriften spiegeln historische Vorstellungen ritueller Eignung; aus ihnen folgt keine Aussage über den geistigen Wert heutiger Menschen.
Auch die Ritualgaben entsprechen nicht in jedem Punkt heutiger Yoga-Vidya-Praxis. Am Ende des siebten Kapitels wird bei Gaben für bestimmte Wesen Fleisch erwähnt. Eine heutige vegetarische Praxis unterscheidet sich darin vom überlieferten Ritual. Die Praxisanregungen dieses Artikels greifen ausgewählte spirituelle Impulse auf; sie bilden den historischen Weihevollzug nicht nach.
Wichtige Begriffe auf einen Blick
| Begriff | Bedeutung in diesem Artikel |
|---|---|
| Mūrti | Das verehrte Gottesbild, in dem die Gottheit rituell gegenwärtig angesprochen wird |
| Pratiṣṭhā | Die feierliche Weihe und Einsetzung des Bildes an seinem Kultort |
| Adhivāsana | Die vorbereitende rituelle Unterbringung der Gottheit vor der dauerhaften Einsetzung |
| Nyāsa | Das Einsetzen von Mantras oder göttlichen Zuordnungen an bestimmte Stellen, hier vor allem am Bild |
| Dhyāna | Gesammelte innere Betrachtung, im Werk auch mit Farben und Lichtbildern verbunden |
| Āvaraṇa | Ein Umkreis der Verehrung um die zentrale Gottheit |
| Maṇḍapa | Der für die Zeremonie eingerichtete Pavillon oder überdachte Ritualraum |
| Sthāpaka | Der Ritualkundige, der die Einsetzung leitet |
| Visarjana | Die rituelle Verabschiedung am Ende der Verehrung |
Ausgewählte Sanskritstellen mit deutscher Übersetzung
Die folgenden 41 Stellen stammen ausschließlich aus dem von Acharya edierten Svāyambhuvapañcarātra. Einige sind metrische Verse, andere nummerierte Mantraeinheiten. Die Kapitel- und Versnummern bleiben erhalten. Die Auswahl verbindet Aussagen über das Göttliche mit konkreten Beispielen der Ritualpraxis. Die Sprünge in der Nummerierung ergeben sich aus der Auswahl und aus dem lückenhaften Erhaltungszustand.
Zur Lesefassung: Die Umschrift folgt dem konstituierten Devanagari-Grundtext der Edition. Kennzeichnungen teilweise lesbarer Zeichen, Blattwechsel und der kritische Apparat sind nicht mitgedruckt. Ergänzte oder inhaltlich unsichere Stellen werden dort erläutert, wo sie für das Verständnis wesentlich sind. Eckige Klammern innerhalb deutscher Übersetzungen zeigen erklärende Ergänzungen. Auffällige Sanskritformen werden nicht stillschweigend durch klassische Parallelfassungen ersetzt. Bei Mantra-Wiederholungsziffern sind die Wiederholungen ausgeschrieben. Die Wiedergabe ist somit eine erläuterte Lesefassung, keine neue kritische Edition.
Kapitel 2: Göttliche Einheit und Allgegenwart
2.1
IAST:
brahmaṇo vacanaṃ śrutvā īśvaraḥ pratyabhāṣata |
śṛṇu brahman prayatnena viṣṇoḥ sthāpanam uttamam ||
Deutsche Übersetzung: Nachdem Īśvara Brahmās Worte gehört hatte, antwortete er: „Höre aufmerksam, Brahmā, von der vorzüglichen Einsetzung Viṣṇus.“
Erläuterung: Die Unterweisung beginnt mit aufmerksamem Hören. Mit „Einsetzung“ ist die rituelle Installation der Gottheit im Bild gemeint.
2.2
IAST:
pañcarātraṃ mahājñānaṃ sarvaśāstreṣu cottamam |
paramaṃ sarvadharmāṇāṃ bhāgyavardhanam uttamam ||
Deutsche Übersetzung: Das Pañcarātra ist großes Wissen, hervorragend unter allen Lehrschriften, das Höchste unter allen religiösen Ordnungen und fördert in vorzüglicher Weise das Wohlergehen.
Erläuterung: Dies ist die religiöse Selbstbeschreibung des Werkes. Die Stelle ist am beschädigten Handschriftenrand teilweise nur unsicher lesbar; die Lesefassung folgt Acharyas konstituiertem Text.
2.3
IAST:
yogaśāstram idaṃ proktaṃ mokṣaśāstraṃ paraṃ padam |
tam ahaṃ sampravakṣyāmi yathākhyātaṃ tu śambhunā ||
Deutsche Übersetzung: Dies wird als Yogalehre bezeichnet, als Lehre von der Befreiung, als höchstes Ziel. Ich werde es darlegen, so wie es von Śambhu verkündet wurde.
Erläuterung: Acharya versteht Yoga hier im Gegenüber zu Mokṣa auch als Erlangung weltlichen Gelingens. Der Vers bezeichnet daher nicht ohne Weiteres ein Handbuch heutiger Yogaübungen. Der Anfang steht am beschädigten Handschriftenrand.
2.4
IAST:
ekamūrtiṃ vijānīyād brahmaviṣṇumaheśvaram |
mūrtir ekā smṛtā brahman nānābhāvo na vidyate ||
Deutsche Übersetzung: Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara soll man als eine Gestalt erkennen. Eine einzige Gestalt ist überliefert, Brahmā; ein Getrenntsein besteht nicht.
Erläuterung: Die Einheit der drei Gottheiten ist ausdrücklich im erhaltenen Werk belegt. Daraus lässt sich eine Haltung der Achtung gegenüber unterschiedlichen Formen der Verehrung gewinnen.
2.5
IAST:
yo rudraḥ sa svayaṃ brahmā yo brahmā sa janārdanaḥ |
tenaiva vyāpitaṃ sarvaṃ jagatsthāvarajaṅgamam ||
Deutsche Übersetzung: Wer Rudra ist, ist selbst Brahmā; wer Brahmā ist, ist Janārdana. Von ihm allein ist die ganze Welt durchdrungen, das Unbewegliche und das Bewegliche.
Erläuterung: Janārdana ist ein Name Viṣṇus. Die Verehrung einer Gestalt öffnet sich hier auf die göttliche Gegenwart in der gesamten Welt.
2.6
IAST:
sa vai viṣṇuḥ paro devaḥ sarvaśāstreṣu paṭhyate |
ādhāraḥ sarvabhūtānāṃ nigrahānugraheśvaraḥ ||
Deutsche Übersetzung: Er ist wahrlich Viṣṇu, der höchste Gott, den alle Lehrschriften verkünden: die Grundlage aller Wesen, der Herr über Zügelung und Gnade.
Erläuterung: Nigraha und Anugraha bezeichnen das Begrenzen beziehungsweise Begnadigen. Die Aussage ist eine theologische Deutung der Wirksamkeit Gottes.
2.8
IAST:
sa vai nārāyaṇo devaḥ narāṇāṃ kīrtivardhanaḥ |
naranārīprakartās tena nārāyaṇaḥ smṛtaḥ ||
Deutsche Übersetzung: Er ist der Gott Nārāyaṇa, der den Ruhm der Menschen mehrt. Weil er Männer und Frauen hervorbringt, wird er Nārāyaṇa genannt.
Erläuterung: Der Text gibt eine religiöse Namensdeutung. Sie ist von einer sprachwissenschaftlichen Herleitung des Namens zu unterscheiden.
2.9
IAST:
sa hi sāṃkhyaṃ ca yogaṃ ca pañcarātraṃ samāśritaḥ |
vedān pāśupataṃ caiva dharmaśāstreṣu kevalam ||
Deutsche Übersetzung: Er ist dem Sāṃkhya, dem Yoga, dem Pañcarātra, den Veden und dem Pāśupata verbunden; er allein [ist das Wesentliche] in den Dharma-Lehrschriften.
Erläuterung: Die Sanskritsyntax ist unregelmäßig; die in eckigen Klammern gesetzte deutsche Wendung verdeutlicht den Zusammenhang mit 2.10. Pāśupata bezeichnet eine Śiva-Tradition. Der Text zieht also auch diese in seine Nārāyaṇa-Theologie ein.
2.10
IAST:
purāṇe copagītāni ṛṣidevaiś ca mānuṣaiḥ |
yāni śāstrāṇi paṭhyante sarvaṃ nārāyaṇātmakam ||
Deutsche Übersetzung: Welche Lehren in den Purāṇas von Sehern, Göttern und Menschen besungen und vorgetragen werden: All dies hat Nārāyaṇa als sein Wesen.
Erläuterung: Nārāyaṇa bildet den gemeinsamen inneren Bezugspunkt der verschiedenen Überlieferungen. Die Endsilben sind in der Edition als teilweise lesbar markiert.
2.11
IAST:
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaṃ ca ṛtukālāni yāni vai |
atītānāgataṃ caiva sarvaṃ viṣṇumayaṃ jagat ||
Deutsche Übersetzung: Was gewesen ist, was ist und was sein wird, alle Jahreszeiten und Zeiten, Vergangenes und Zukünftiges: Die ganze Welt ist von Viṣṇu erfüllt.
Erläuterung: Die drei Ausdrücke für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überschneiden sich in ihrer Bedeutung. Ihr gemeinsamer Sinn ist umfassend: Alle Zeit gehört zur göttlichen Wirklichkeit. Darin liegt die Weite des Satzes sarvaṃ viṣṇumayam – alles ist von Viṣṇu erfüllt.
2.14
IAST:
svāhākāravaṣaṭkārāv ahaṃ brahma tad ucyate |
indriyāṇi manaś caiva mahābhūtāni caiva hi ||
Deutsche Übersetzung: Die Opferrufe Svāhā und Vaṣaṭ und die Aussage „Ich bin Brahman“ bezeichnen [jene Wirklichkeit]. Ebenso [ist Viṣṇu] die Sinne, der Geist und die großen Elemente.
Erläuterung: Der Vers ist knapp und setzt den vorangehenden Zusammenhang fort. Danach steht im erhaltenen Text noch „viṣṇuḥ“, bevor die Überlieferung abbricht. Acharya erwägt bei ahaṃ brahma einen Bezug zum vedantischen „aham brahmāsmi“; die längere Formel steht hier nicht ausgeschrieben.
Kapitel 5: Den heiligen Ort bereiten
5.14
IAST:
agnim īleti mantreṇa dāpayet pūrvatoraṇam |
iṣetvena tu mantreṇa dakṣiṇaṃ toraṇaṃ nyaset ||
Deutsche Übersetzung: Mit dem Mantraanfang „Agnim īḷe“ soll man den östlichen Torbogen aufstellen, mit dem Mantraanfang „Iṣe tvā“ den südlichen.
Erläuterung: Die Lesung am beschädigten Handschriftenrand folgt Acharyas Edition. Gemeint sind die Anfänge von Ṛgveda und Yajurveda. Die Mantras werden durch ihre Anfangsworte bezeichnet.
5.15
IAST:
agna ā yāhīti mantreṇa paścimāyāṃ tu dāpayet |
śan no devīti mantreṇa dadyād uttaratoraṇam ||
Deutsche Übersetzung: Mit dem Mantraanfang „Agna ā yāhi“ soll man [den Torbogen] im Westen aufstellen; mit „Śan no devī“ soll man den nördlichen Torbogen errichten.
Erläuterung: Die vier Tore werden so mit den vier Veden verbunden. Beim Atharvaveda ist hier dessen Paippalāda-Fassung maßgeblich, wie Acharya erläutert.
5.19
IAST:
dhvajādarśapatākābhiś cāmaraiś ca vitānakaiḥ |
ghaṇṭāśabdavicitraiś ca geyamaṅgalavācakaiḥ ||
Deutsche Übersetzung: Mit Standarten, Spiegeln und Fahnen, mit Wedeln und Baldachinen, mit vielfältigem Glockenklang, mit Gesang und glückverheißenden Ausrufen …
Erläuterung: Dieser Vers bildet mit 5.20 einen Satz. Die Feier spricht Auge, Ohr und gemeinschaftliches Erleben an.
5.20
IAST:
śaṅkhavāditranirghoṣair vedadhvanisamanvitaiḥ |
puṇyāhajayaśabdaiś ca kārayeta mahotsavam ||
Deutsche Übersetzung: … mit dem Schall von Muschelhörnern und Instrumenten, begleitet vom Klang der Veden und von den Rufen „Ein glückverheißender Tag!“ und „Sieg!“, soll man ein großes Fest veranstalten.
Erläuterung: Heilige Gegenwart wird in einer gemeinsam gestalteten Feier begrüßt. Mantra und festliche Freude gehören im Ritual zusammen.
Kapitel 7: Mantra, Betrachtung und Verehrungskreise
7.1
IAST:
ataḥ paraṃ pravakṣyāmi adhivāsanam uttamam |
uta vātena mantreṇa kuryād brahmarathaṃ śubham ||
Deutsche Übersetzung: Nun werde ich das vorzügliche Adhivāsana darlegen. Mit dem Mantraanfang „Uta vāta“ soll man den glückverheißenden heiligen Wagen bereiten.
Erläuterung: Adhivāsana ist die vorbereitende rituelle Unterbringung der Gottheit. Der Wagen trägt das Bild; der verkürzt genannte Vers ist Ṛgveda 10.186.2.
7.5
IAST:
oṃkārādiyakārāntān vinyased anupūrvaśaḥ |
oṃkāraṃ vinyasen mūrdhni nakāraṃ nāsikāntare ||
Deutsche Übersetzung: Die Silben von Oṃ bis Ya soll man der Reihe nach einsetzen: Oṃ am Haupt, Na im Bereich der Nase.
Erläuterung: Nyāsa verbindet Klang mit einem konkreten Ort am Bild. Der Zusammenhang mit 7.4 bezeichnet eindeutig die zwölf Silben des Vāsudeva-Mantras.
7.6
IAST:
mokāras tu lalāṭe 'tha bhakāraṃ vadane nyaset |
gakāraṃ kaṇṭhadeśe tu vakāraṃ hṛdaye nyaset ||
Deutsche Übersetzung: Mo soll man an der Stirn einsetzen, Bha im Gesicht, Ga im Halsbereich und Va am Herzen.
Erläuterung: Der Körper der Gottheit wird als ein durch das Mantra gegliederter heiliger Zusammenhang angesprochen. Einzelne Zeichen sind in der Edition als teilweise lesbar gekennzeichnet.
7.7
IAST:
tekāraṃ tu bhuje deyaṃ dakṣiṇena mahābalam |
vāme bhuje vakāraṃ tu cintitavyaṃ vicakṣaṇā ||
Deutsche Übersetzung: Die machtvolle Silbe Te soll am rechten Arm eingesetzt werden; am linken Arm soll der Kundige die Silbe Va vergegenwärtigen.
Erläuterung: Die Edition liest hier vakāra, obwohl an dieser Position im Grundmantra vā steht. Diese Abweichung wird nicht stillschweigend korrigiert. Auch die grammatische Form vicakṣaṇā ist unregelmäßig.
7.8
IAST:
sukāraṃ vāmajaṅghāyāṃ dekāraṃ dakṣiṇe tathā |
vākāraṃ vāmapāde tu yakāraṃ dakṣiṇe nyaset ||
Deutsche Übersetzung: Su soll man am linken Unterschenkel einsetzen und De entsprechend am rechten; Vā am linken Fuß und Ya am rechten.
Erläuterung: Diese Seitenzuordnung folgt dem gedruckten Sanskritgrundtext. Acharyas englische Inhaltsübersicht gibt bei den Beinen und Füßen eine andere Zuordnung; maßgeblich für diese Übersetzung ist der hier zitierte Grundtext.
7.9
IAST:
dhyānaṃ te sampravakṣyāmi sarvapāpapraṇodanam |
oṃkāraṃ tu sadā dhyāyej jvālāmālāsamaprabham ||
Deutsche Übersetzung: Ich werde dir die Meditation darlegen, die alles Unheilsame vertreibt: Oṃ soll man stets mit dem Glanz eines Flammenkranzes betrachten.
Erläuterung: Die traditionelle Wirkaussage gehört zur religiösen Sprache des Textes. In der Übung treten zum Klang Farbe und Leuchtkraft hinzu.
7.11
IAST:
taruṇādityasaṃkāśaṃ bhakāraṃ cintayet sadā |
gakāraṃ tu punas teṣāṃ hemavarṇaṃ vicintayet ||
Deutsche Übersetzung: Bha soll man stets mit dem Glanz der jungen Sonne betrachten; Ga soll man sich goldfarben vorstellen.
Erläuterung: Die Visualisierung gibt jeder Silbe eine eigene sinnliche Qualität. Die Betrachtung wird dadurch lebendig und zugleich geordnet: Klang, Farbe und Aufmerksamkeit richten sich auf dieselbe Silbe.
7.12
IAST:
śuklapadmanibhākāraṃ vakāraṃ dhyānam uttamam |
tekārasya tu vijñeyaṃ jyotiḥ kuṅkumasannibham ||
Deutsche Übersetzung: Va soll man in der vorzüglichen Meditation einem weißen Lotus gleich betrachten. Den Glanz von Te soll man sich in der Farbe von Kuṅkuma vorstellen.
Erläuterung: Kuṅkuma bezeichnet einen kräftigen gelbroten bis roten Farbstoff. Die Übersetzung belässt den Ausdruck, statt eine exakte moderne Farbnuance vorzugeben.
7.13
IAST:
himakundanibhaṃ caiva vākāraṃ varṇālayam |
vidyutpuñjanibhākāraṃ sukāraṃ tatra cintayet ||
Deutsche Übersetzung: Vā [erscheint] in einer Farbe wie Schnee und Kunda-Blüten; Su soll man sich dort wie ein Bündel von Blitzen vorstellen.
Erläuterung: Die Kunda-Blüte veranschaulicht Weiß, der Blitz helles Aufleuchten. Diese Bilder gehören zu einer geordneten Betrachtung der Mantrasilben.
7.14
IAST:
dhyāyed dekārabījaṃ tu pītaṃ māhendrasannibham |
kṣīrodārṇavasadṛśyaṃ vākāraṃ varṇālayam |
yakāraṃ tu sadā dhyāyet padmarāgasamaprabham ||
Deutsche Übersetzung: Das Keimzeichen De soll man gelb betrachten, dem Māhendra gleich; Vā in einer Farbe wie der Milchozean. Ya soll man stets mit dem Glanz eines Rubins betrachten.
Erläuterung: Māhendra wird von Acharya als eine Bananenart verstanden. Die nummerierte Einheit umfasst drei Halbverse; dieser Umfang bleibt erhalten.
7.15
IAST:
na tāṃ gatiṃ yānti surā na yogī na tu yājñikāḥ |
yāṃ gatiṃ yānti loke 'smin dvādaśākṣaracintakāḥ ||
Deutsche Übersetzung: Wer in dieser Welt den Zwölfsilber betrachtet, gelangt zu einem Ziel, das weder die Götter noch der Yogin noch die Opferpriester erreichen.
Erläuterung: Der Vers preist mit nachdrücklichen Worten die Kraft der Mantrabetrachtung. Für die heutige Lektüre steht darin die Einladung, sich mit Vertrauen und Sammlung auf den eigenen Weg einzulassen; eine Abwertung anderer Übender lässt sich daraus nicht rechtfertigen.
7.17
IAST:
yajanaṃ sampravakṣyāmi devaṃ nārāyaṇasya tu |
tribhir āvaraṇaiḥ kāryaṃ durlabhaṃ sasurāsuraiḥ ||
Deutsche Übersetzung: Ich werde die Verehrung des göttlichen Nārāyaṇa darlegen. Sie soll mit drei Umkreisen vollzogen werden und ist selbst für Götter und Asuras schwer zu erlangen.
Erläuterung: Die Syntax des ersten Halbverses ist unregelmäßig. Sicher ist die Vorschrift dreier Āvaraṇas; sie unterscheidet diesen Aufbau von der Vierkreisordnung des Aṣṭādaśavidhāna. Das Anfangswort yajanaṃ ist ergänzt.
7.18
IAST:
madhye cakraṃ pratiṣṭhāpya dvādaśāraṃ suśobhanam |
tanmadhye kamalaṃ proktaṃ patrāṣṭakasakarṇikam ||
Deutsche Übersetzung: In der Mitte soll man ein schön gestaltetes Rad mit zwölf Speichen anlegen. In dessen Mitte ist ein Lotus mit acht Blättern und einer Samenkapsel vorgesehen.
Erläuterung: Die Anlage macht die Beziehung von Zentrum und Vielfalt sichtbar: acht Lotusblätter innen, zwölf Speichen darum.
7.22
IAST:
dvitīyaṃ sampravakṣyāmi viṣṇumūrtiṃ prapūjayet |
dvādaśāre tathā cakre nyased dvādaśamūrtayaḥ ||
Deutsche Übersetzung: Ich werde den zweiten [Umkreis] darlegen: Man soll Viṣṇus Gestalt verehren und die zwölf Gestalten auf dem zwölfspeichigen Rad einsetzen.
Erläuterung: Die abschließende Kasusform ist unregelmäßig. Die Zwölfergruppe wird in den folgenden Versen einzeln benannt.
7.23
IAST:
keśavaṃ tu are pūrve oṃkāreṇa tu pūjayet |
dvitīye tu nakāreṇa śreyaṃ nārāyaṇaṃ tathā ||
Deutsche Übersetzung: Auf der östlichen Speiche soll man Keśava mit Oṃ verehren; auf der zweiten entsprechend den heilvollen Nārāyaṇa mit Na.
Erläuterung: Keśava und Nārāyaṇa sind hier Namen Viṣṇus. Ein beschädigter Teil des Namens Keśava ist in der Edition als teilweise lesbar gekennzeichnet.
7.24
IAST:
tṛtīye mādhavaṃ pūjya mokāreṇa mahātmanaḥ |
bhakārākṣaradevena govindaṃ tu caturthake ||
Deutsche Übersetzung: Auf der dritten [Speiche] soll man den erhabenen Mādhava mit Mo verehren, auf der vierten Govinda mit dem göttlichen Laut Bha.
Erläuterung: Ein und dasselbe Mantra entfaltet sich in Namen und Orten. Die deutsche Syntax glättet die unregelmäßige Sanskritform.
7.25
IAST:
pañcame tu gakāreṇa viṣṇuṃ caiva prapūjayet |
vakārākṣaradevena ṣaṣṭhe vai madhusūdanam ||
Deutsche Übersetzung: Auf der fünften [Speiche] soll man Viṣṇu mit Ga verehren, auf der sechsten Madhusūdana mit dem göttlichen Laut Va.
Erläuterung: Die Folge bleibt eng an den zwölf Silben des Vāsudeva-Mantras orientiert.
7.27
IAST:
śrīdharaṃ navame caiva sukāreṇa tu pūjayet |
daśame tu hṛṣīkeśaṃ dekāreṇa tu pūjayet ||
Deutsche Übersetzung: Auf der neunten [Speiche] soll man Śrīdhara mit Su verehren, auf der zehnten Hṛṣīkeśa mit De.
Erläuterung: Śrīdhara und Hṛṣīkeśa sind weitere Namen desselben Gottes. Die Ordnung verbindet Namensgedächtnis und Mantrabetrachtung.
7.28
IAST:
ekādaśe tu vākāraṃ padmanābhaṃ prabhuṃ viduḥ |
dvādaśe tu yakāreṇa nāmnā dāmodaraḥ smṛtaḥ ||
Deutsche Übersetzung: Auf der elften [Speiche] wird der Herr Padmanābha mit Vā erkannt; auf der zwölften wird er mit Ya unter dem Namen Dāmodara vergegenwärtigt.
Erläuterung: Der Sanskritsatz ist knapp und grammatisch uneben. Die Zuordnung folgt dem fortlaufenden Ritualzusammenhang.
7.29
IAST:
dvitīyāvaraṇaṃ khyātaṃ tṛtīye tv astrāṇi vinyaset |
śaṅkhaṃ caiva nyaset pūrvam āgneyyāṃ tu gadāṃ nyaset ||
Deutsche Übersetzung: Der zweite Umkreis ist nun erklärt. Im dritten soll man die Waffen einsetzen: die Muschel im Osten und die Keule im Südosten.
Erläuterung: Mit „Waffen“ ist hier die ganze Gruppe göttlicher Embleme gemeint; auch Muschel und Lotus gehören dazu.
7.30
IAST:
dakṣiṇena bhavec cakraṃ khaḍgaṃ nairṛtyagocare |
padmaṃ paścimate vidyād vāyavyāṃ tu halaṃ nyaset ||
Deutsche Übersetzung: Im Süden soll sich der Diskus befinden, im Südwesten das Schwert. Den Lotus soll man im Westen wissen, den Pflug im Nordwesten einsetzen.
Erläuterung: Der Anfang ist in der Edition teilweise ergänzt. Cakra bedeutet hier Diskus, während es in 7.18 das Speichenrad der Ritualzeichnung bezeichnet.
7.31
IAST:
musalaṃ cottare dadyād īśānyāṃ śārṅgaṃ vinyaset |
etad guhyataraṃ yāgaṃ durlabhaṃ paramaṃ padam ||
Deutsche Übersetzung: Im Norden soll man den Stößel aufstellen, im Nordosten den Śārṅga-Bogen. Dies ist eine besonders geheime Verehrung, schwer zu erlangen, ein höchstes Ziel.
Erläuterung: Pflug und Stößel erweitern die aus vielen Viṣṇubildern bekannte Emblemgruppe. Der Vers bezeichnet die Verehrung ausdrücklich als guhyatara, besonders verborgen.
7.32
IAST:
sarvadevamayaṃ kṛtvā nyāsaṃ vaiṣṇavam uttamam |
prāsādābhimukhaṃ devaṃ śayyāyāṃ tu niveśayet ||
Deutsche Übersetzung: Nachdem man den vorzüglichen Vaiṣṇava-Nyāsa vollzogen hat, der [die Gestalt] als aus allen Gottheiten bestehend vergegenwärtigt, soll man den Gott auf dem Ruhelager niederlegen, dem Tempel zugewandt.
Erläuterung: Die Anweisung zum sarvadevamaya-Nyāsa ist erhalten. Die ausführliche Zuordnung sämtlicher Gottheiten zu Körperteilen steht hier jedoch nicht; sie darf nicht aus den beiden anderen Werken übernommen werden.
Kapitel 9: Innere Betrachtung und Abschluss
9.2
IAST:
pītavāsaṃ caturbhujaṃ śaṅkhacakragadādharam |
śāntaṃ paramanirvāṇaṃ tan no viṣṇuḥ pracodayāt ||
Deutsche Übersetzung: Gelb gekleidet, vierarmig, Muschel, Diskus und Keule tragend, friedvoll, höchstes Nirvāṇa: Möge Viṣṇu uns inspirieren.
Erläuterung: Dieser Dhyānamantra verbindet die friedvolle Bildgestalt mit einer Bitte um göttliche Inspiration. Nirvāṇa bezeichnet hier das höchste Erlösungsziel. Von den vier Händen werden nur drei Attribute genannt; der Wortlaut bleibt darin offen.
9.3
IAST:
oṃ jvala jvala prajvala prajvala oṃ dhūpaṃ gṛhṇa gṛhṇa gandham āghrāya |
dhūpaṃ dattvā nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi tan no viṣṇuḥ pracodayāt svāhā ||
Deutsche Übersetzung: „Oṃ, entflamme, entflamme, leuchte auf, leuchte auf! Oṃ, nimm den Weihrauch an, nimm ihn an und atme den Duft!“ Nachdem man Weihrauch dargebracht hat: „Wir wollen Nārāyaṇa erkennen; über Vāsudeva meditieren wir. Möge Viṣṇu uns inspirieren. Svāhā.“
Erläuterung: Die Wiederholungsziffern des Drucks sind ausgeschrieben. Gṛhṇa folgt Acharyas konstituiertem Text; ein Teil von dhūpaṃ und nārāyaṇāya ist am Rand nur teilweise lesbar. Die deutsche Wiedergabe von vidmahe folgt dem gebetsartigen Sinn der Formel.
9.4
IAST:
oṃ gaccha gaccha punarāgamanāya |
visarjanamantraḥ ||
Deutsche Übersetzung: „Oṃ, gehe, gehe, um wiederzukehren.“ Dies ist das Mantra der Verabschiedung.
Erläuterung: Das Ritual hat einen bewussten Abschluss. Die Bitte um Wiederkehr macht diesen Abschluss zu einer erneuerten Beziehung, nicht zu einer Abkehr vom Göttlichen.
Wichtige Mantras im Svayambhuva Pancharatra
Dieser Abschnitt unterscheidet zwischen ausgeschriebenen Formeln, verkürzten vedischen Zitaten und bloß genannten Mantratypen. Die Fundstellen beziehen sich auf das Svāyambhuvapañcarātra. Ergänzungen und unsichere Lesungen sind erläutert; die besondere Fünfergruppe der Brahma-Mantras gehört zum Aṣṭādaśavidhāna.
Das zwölf-silbige Vāsudeva-Mantra
IAST: oṃ namo bhagavate vāsudevāya
Devanagari: ॐ नमो भगवते वासुदेवाय
Bedeutung: „Oṃ, Verehrung dem erhabenen Vāsudeva.“
Gottheit: Vāsudeva, hier die verehrte Gestalt Viṣṇus.
Fundstelle und Funktion: 7.4; Einsetzung der Silben in 7.5–8, Betrachtung in 7.9–15, Zuordnung zu den zwölf Namen in 7.22–28.
Das Mantra steht im Werk ausdrücklich ausgeschrieben. Es bildet die Verbindung zwischen Bildgestalt, heiligem Klang und Dhyāna. Für Leser ist besonders die Bewegung von namaḥ, der ehrfürchtigen Zuwendung, zur gesammelten Betrachtung bedeutsam. Die praktische Verwendung als persönliches Japa-Mantra folgt der jeweils eigenen Tradition und Unterweisung.
Die Begleitmantras in 7.16
Die Bezeichnungen Herz, Haupt, Haarbüschel, Schutzpanzer und Waffe benennen rituelle Funktionen; sie sind nicht als gewöhnliche anatomische Aussagen über Gott zu verstehen. Gāyatrī und Sāvitrī sind hier zwei zusätzliche benannte Mantrafunktionen. Die folgende Tabelle gibt acht im konstituierten Grundtext lesbare Formeln wieder. Ungewöhnliche Formen bleiben nach der Edition stehen.
| Funktion und Bezug | IAST | Devanagari | Bedeutung oder Einordnung |
|---|---|---|---|
| Haupt; Viṣṇu | oṃ viṣṇave śirase namaḥ | ॐ विष्णवे शिरसे नमः | Verehrung Viṣṇus, dem Haupt zugeordnet |
| Haarbüschel; Padmanābha | oṃ padmanābhāya śikhāye namaḥ | ॐ पद्मनाभाय शिखाये नमः | Verehrung Padmanābhas; śikhāye ist eine auffällige Form im Druck und wird nicht stillschweigend zu śikhāyai geändert. |
| Schutzpanzer; Dhruva | oṃ dhruvāya kavacāya namaḥ | ॐ ध्रुवाय कवचाय नमः | Verehrung des Beständigen, dem Schutzpanzer zugeordnet |
| Waffe; der Diskusträger | oṃ cakriṇe namaḥ | ॐ चक्रिणे नमः | „Verehrung dem Träger des Diskus“ |
| Gāyatrī-Funktion; Sambhavā | oṃ sambhavāyai namaḥ | ॐ सम्भवायै नमः | Verehrung der Sambhavā; die Benennung Gāyatrī bezeichnet hier diese kurze Formel. |
| Sāvitrī-Funktion; Vijayā | oṃ vijayāyai namaḥ | ॐ विजयायै नमः | „Verehrung der Siegreichen“ |
| Augenfunktion | oṃ netrāyāśanaye jyotirūpāya namaḥ | ॐ नेत्रायाशनये ज्योतिरूपाय नमः | Verehrung mit Bezug auf Auge, Blitz und Lichtgestalt; die genaue Auflösung des zusammengesetzten Ausdrucks bleibt vorsichtig zu behandeln. |
| Piṅgalāstra; Aghora | oṃ aghorāya namaḥ | ॐ अघोराय नमः | „Verehrung dem Nichtschrecklichen“; eine zusätzliche Waffenfunktion |
Das Herzmantra gehört ebenfalls zu 7.16 und bildet den Mittelpunkt des folgenden Ritualaufbaus. Hier besteht jedoch eine Schwierigkeit: Die englische Einleitung behandelt seinen Anfang als beschädigt, während der konstituierte Sanskrittext eine ergänzte Lesung bietet. Deshalb wird daraus hier keine vermeintlich zweifelsfrei überlieferte vollständige Rezitationsformel hergestellt. Sicher ist seine Stellung als Herzfunktion und Zentrum des Lotus.[10]
Mantra der Einsetzung
IAST: oṃ namo namaḥ paramāya parameṣṭhyātmane namaḥ
Devanagari: ॐ नमो नमः परमाय परमेष्ठ्यात्मने नमः
Bedeutung: „Oṃ, Verehrung, Verehrung! Verehrung dem Höchsten, dessen Wesen der Höchsterhabene ist.“
Gottheit: Viṣṇu als höchste göttliche Wirklichkeit.
Fundstelle und Funktion: 8.32; ausdrücklich als sthāpanamantra, Mantra der Einsetzung, bezeichnet.
Die Formulierung verehrt die höchste Wirklichkeit im Zusammenhang mit der bleibenden Einsetzung des Bildes. Der zuvor in 8.31 stehende prārthanamantra, die Bittformel, ist dagegen weitgehend verloren und wird nicht ergänzt.
Drei Verehrungsformeln aus 8.45
1. Aniruddha
IAST: oṃ aniruddhāya mokṣātmane svāhā
Devanagari: ॐ अनिरुद्धाय मोक्षात्मने स्वाहा
Bedeutung: „Oṃ, dem Aniruddha, dessen Wesen Befreiung ist, Svāhā.“
Funktion: Der Text ordnet die Formel den Füßen zu.
2. Kāma
IAST: oṃ kāmāya gataprabhave svāhā
Devanagari: ॐ कामाय गतप्रभवे स्वाहा
Bedeutung und Funktion: Anrufung Kāmas im Zusammenhang mit der Weihrauchgabe. Gataprabhave ist in seiner genauen Bedeutung unsicher; Acharya diskutiert mögliche Erklärungen, ohne eine sichere Lösung zu behaupten. Eine sichere Gesamtübersetzung der Formel ist daher nicht möglich.
3. Die unsterbliche Gestalt
IAST: oṃ amṛtamūrtaye svāhā
Devanagari: ॐ अमृतमूर्तये स्वाहा
Bedeutung: „Oṃ, der Gestalt der Unsterblichkeit, Svāhā.“
Funktion und Bezug: Verehrung der Gottheit im selben Zusammenhang; der Wortlaut folgt Acharyas konstituiertem Grundtext.
Dhyānamantra: die friedvolle Gegenwart Viṣṇus
IAST:
pītavāsaṃ caturbhujaṃ śaṅkhacakragadādharam |
śāntaṃ paramanirvāṇaṃ tan no viṣṇuḥ pracodayāt ||
Devanagari:
पीतवासं चतुर्भुजं शङ्खचक्रगदाधरम् ।
शान्तं परमनिर्वाणं तन्नो विष्णुः प्रचोदयात् ॥
Bedeutung: „Gelb gekleidet, vierarmig, Muschel, Diskus und Keule tragend, friedvoll, höchstes Nirvāṇa: Möge Viṣṇu uns inspirieren.“
Fundstelle: 9.2; dort ausdrücklich dhyānamantra genannt.
Die bildhafte Anrufung und die Bitte um Inspiration stehen unmittelbar nebeneinander. Das ist für die innere Verehrung besonders schön: Man betrachtet eine friedvolle Gestalt und öffnet sich zugleich dafür, von ihr innerlich geführt zu werden. Ein viertes Handattribut und ein zusätzliches Oṃ stehen in diesem Vers nicht und werden deshalb nicht eingefügt.
Weihrauch und Nārāyaṇa-Gāyatrī
Weihrauchformel, IAST:
oṃ jvala jvala prajvala prajvala oṃ dhūpaṃ gṛhṇa gṛhṇa gandham āghrāya
Devanagari:
ॐ ज्वल ज्वल प्रज्वल प्रज्वल ॐ धूपं गृह्ण गृह्ण गन्धमाघ्राय
Bedeutung: „Oṃ, entflamme, entflamme, leuchte auf, leuchte auf! Oṃ, nimm den Weihrauch an, nimm ihn an und atme den Duft!“
Fundstelle und Bezug: 9.3, Weihrauchdarbringung an Viṣṇu. Die Wiederholungen sind ausgeschrieben. Gṛhṇa ist Acharyas konstituierte Lesung; die Schlussform āghrāya wird ihrem rituellen Sinn nach wiedergegeben.
Nach der Anweisung, Weihrauch darzubringen, folgt in derselben Einheit:
IAST:
nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi tan no viṣṇuḥ pracodayāt svāhā
Devanagari:
नारायणाय विद्महे वासुदेवाय धीमहि तन्नो विष्णुः प्रचोदयात् स्वाहा
Bedeutung: „Wir wollen Nārāyaṇa erkennen; über Vāsudeva meditieren wir. Möge Viṣṇu uns inspirieren. Svāhā.“
Gottheit: Viṣṇu, Nārāyaṇa, Vāsudeva.
Fundstelle: 9.3. Ein zusätzliches Oṃ am Anfang dieser Teilformel ist dort nicht ausgeschrieben.
Die Formel verbindet Erkennen, Meditieren und göttliche Anregung. In 8.47 ist eine 108-fache Gāyatrī-Rezitation vorgeschrieben. Dass dort genau diese Formel gemeint ist, ist Acharyas plausible Deutung, nicht eine an jener Stelle vollständig ausgeschriebene Identifikation.
Verabschiedung mit der Bitte um Wiederkehr
IAST: oṃ gaccha gaccha punarāgamanāya
Devanagari: ॐ गच्छ गच्छ पुनरागमनाय
Bedeutung: „Oṃ, gehe, gehe, um wiederzukehren.“
Gottheit und Funktion: Abschluss der Viṣṇu-Verehrung.
Fundstelle: 9.4, ausdrücklich visarjanamantra genannt.
Die bewusste Verabschiedung gibt der Verehrung einen Abschluss und hält zugleich die Bereitschaft zur erneuten Begegnung wach. Als heutiger Impuls lässt sich darin eine ruhige Verbindlichkeit entdecken: Die Übung endet für diesen Moment; die Beziehung, die in ihr gepflegt wird, kann weiterwirken.
Verkürzte vedische Zitate und nicht ausgeschriebene Formeln
Neben den vier Tor-Mantras in 5.14–15 nennt das Werk viele vedische Texte nur mit ihrem Anfang oder ihrem Titel. Beispiele sind uta vāta in 7.1, sahasraśīrṣā puruṣaḥ in 7.2 und viśvataś cakṣuḥ in 7.3. In 8.44 erscheinen ā pyāyasva und yā te rudra śivā tanuḥ. Solche Verweise setzen die Kenntnis der vollständigen Rezitation voraus. Sie werden hier nicht ohne Kennzeichnung zu Vollmantras ausgebaut.
Ebenso nennt 8.50 ein acht-silbiges Mantra, ohne es auszuschreiben. Acharya vermutet oṃ namo nārāyaṇāya. Diese Identifizierung ist als Herausgeberdeutung hilfreich, aber kein wörtlicher Vollbeleg dieser Formel an der genannten Stelle. Die Unterscheidung bewahrt die Eigenart dessen, was tatsächlich erhalten ist.
Fünf zentrale Lehren des Svayambhuva Pancharatra
Die folgenden Lehren fassen belegte Themen zusammen; ihre Formulierung ist keine zusätzliche Versübersetzung.
- Das Göttliche durchdringt die Welt. In 2.5 und 2.11 ist Viṣṇu nicht auf einen fernen Himmel begrenzt. Bewegliches und Unbewegliches, Vergangenheit und Zukunft werden in seine Gegenwart einbezogen. Spirituelles Leben kann damit beginnen, die Welt mit größerer Ehrfurcht wahrzunehmen.
- Verschiedene göttliche Namen müssen keine Trennung begründen. 2.4–5 verbinden Brahmā, Viṣṇu und Rudra. Die eigene Hingabe kann bestimmt und zugleich weit sein.
- Mantra verlangt gesammelte Betrachtung. 7.5–15 entfalten das Vāsudeva-Mantra als geordnete Folge von Silben, Orten und Lichtbildern. Die Verheißung des Textes gilt den cintakāḥ, den Betrachtenden des Mantras.
- Die Handlung erhält ihren Sinn durch bewusste Beziehung. Raumgestaltung, Rezitation, Darbringung und Weihe werden miteinander verbunden. Eine Geste wird religiös bedeutsam, indem sie in der Beziehung zur Gottheit steht.
- Die Verehrung berührt das Innere. Der erhaltene Beginn von Kapitel 9 und sein Dhyānamantra verbinden das Ritual mit innerer Betrachtung. Viṣṇus friedvolle Gestalt wird zur Einladung, auch im eigenen Geist Sammlung und Frieden wachsen zu lassen.
Fünf Anregungen für Yoga-Aspiranten

Die folgenden Anregungen übertragen ausgewählte Themen des Werkes in heutige persönliche Praxis. Ihre Grundlage sind die Vorbereitung des heiligen Ortes, die Mantrabetrachtung, die göttliche Einheit und der bewusste Abschluss der Verehrung.
- Bereite einen Ort, an dem du gern still wirst. Räume deinen Übungsplatz auf. Stelle, wenn es zu deinem Weg gehört, ein Bild oder eine Mūrti auf und bringe eine Blume dar. Setze dich hin und spüre einen Augenblick, dass jetzt Zeit für die Hinwendung nach innen ist. Die sorgfältige Vorbereitung in Kapitel 5 erinnert daran: Schon das Bereiten des Platzes kann Teil der Hingabe sein.
- Höre dein Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Wiederhole ein Mantra, das dir vertraut ist. Nimm jede Silbe wahr und kehre freundlich zu ihr zurück, sobald Gedanken dich forttragen. Wenn du das Vāsudeva-Mantra übst, verbinde seinen Klang mit der Bedeutung: „Verehrung dem erhabenen Vāsudeva.“ Die Betrachtung in 7.5–15 regt dazu an, Klang und Sammlung zusammenzuführen.
- Lass eine kleine Gabe von Herzen kommen. Eine Blume, ein Licht oder ein Gebet kann Dankbarkeit ausdrücken. Verweile kurz bei dem, wofür du dankbar bist. Lass daraus eine konkrete Handlung entstehen: jemandem aufmerksam zuhören, eine Aufgabe sorgfältig erfüllen oder Unterstützung anbieten. Diese Übertragung der rituellen Darbringung in den Alltag ist eine heutige Praxisanregung.
- Vertiefe deine Hingabe und bewahre einen weiten Blick. Erinnere dich an 2.4–5, wenn dir eine ungewohnte Gottesvorstellung begegnet. Höre zu, bevor du urteilst. Suche die Aufrichtigkeit in der Hinwendung des anderen. So kann die Lehre von der göttlichen Einheit zu gelebter Achtung werden.
- Nimm etwas von der Stille mit. Bleibe nach Japa oder Meditation noch einen Moment sitzen. Wähle eine Haltung, die du im Alltag pflegen möchtest, etwa Geduld oder Freundlichkeit. Beende die Übung bewusst und wende dich der nächsten Aufgabe gesammelt zu. Die Verabschiedung mit der Bitte um Wiederkehr in 9.4 kann anregen, die regelmäßige Praxis als fortdauernde Beziehung zu verstehen.
Eine Frage zur Selbstbeobachtung: Woran merke ich heute, dass meine Praxis meine Art verändert, anderen Menschen zu begegnen? Die Frage ergänzt die Textlektüre als heutige Anregung. Sie hilft, Aufmerksamkeit und Hingabe im täglichen Handeln wiederzufinden.
Als Ergänzung folgt eine angeleitete Chakra-Energie-Meditation aus der heutigen Yoga-Vidya-Praxis. Ihr Chakrasystem ist vom hier behandelten historischen Weiheverfahren zu unterscheiden.
Svayambhuva Pancharatra und andere Tantra Schriften
Ein Vergleich hilft, die besondere Stimme des Werkes zu hören. Die folgende Übersicht unterscheidet eine nachgewiesene enge Textbeziehung von weiterführenden thematischen Lesewegen. Nicht jede gemeinsame Behandlung von Mantra, Pūjā oder Pratiṣṭhā belegt eine direkte Abhängigkeit.
| Werk oder Werkgruppe | Verhältnis und sinnvoller Vergleich |
|---|---|
| Devamrita Pancharatra | Die engste Vergleichsquelle der Edition. Große Abschnitte sind parallel, teilweise umgeordnet und verändert. Sie kann verlorene Themen verständlicher machen, ersetzt aber keinen fehlenden Svāyambhuva-Text. Auch der Rahmen ist anders: Brahmā unterweist Sanatkumāra auf dem Meru. |
| Aṣṭādaśavidhāna | Eigenständige Ritualschrift innerhalb derselben Handschrift; vier statt drei Umkreise, acht Vṛṣṇi-Helden und die besondere Fünfergruppe der Brahma-Mantras. Seine Eigenständigkeit ist für die Quellenzuordnung entscheidend. |
| Jayakhya Samhita | Acharya zieht sie im Vergleich der Ritualsysteme heran. Besonders interessant ist die unterschiedliche Stellung des „aus allen Gottheiten bestehenden“ Nyāsa. Daraus folgt keine pauschale Abstammung der Jayākhya aus dem Svāyambhuva. |
| Sattvata Samhita und Ahirbudhnya Samhita | Weiterführende Lesewege für Pāñcarātra-Systematik. Beim Vergleich sind tatsächlich belegte Vyūha-, Mantra- und Ritualordnungen zu prüfen; der fragmentarische Svāyambhuva-Text darf nicht nachträglich an ein geschlossenes System angepasst werden. |
| Lakshmi Tantra | Ein weiterführender Leseweg zur Bedeutung der göttlichen Śrī. Im Svāyambhuva wird Śrī in 7.19 genannt; eine ausgeführte Lakṣmī-Theologie dieses anderen Werkes wird damit nicht vorweggenommen. |
| Vishnu Samhita, Parama Samhita und Paushara Samhita | Thematische Vergleichsziele für Viṣṇu-Verehrung, Mantra und Ritual. Unter ähnlich geschriebenen Titeln können unterschiedliche Überlieferungen begegnen; insbesondere Pāñcarātra- und Śaiva-Pauṣkara-Texte sind auseinanderzuhalten. |
| Ishvara Samhita, Parameshvara Samhita und Padma Samhita | Weiterführende Pāñcarātra-Lektüre für ausführlicher ausgearbeitete Kult- und Tempelordnungen. Der bloße gemeinsame Gegenstand Pratiṣṭhā ist noch kein Nachweis wörtlicher Übernahme. |
Für einen genauen historischen Vergleich ist auch die Śaiva-Seite wichtig. Acharya nennt konkrete Parallelen zu Niśvāsa und zur Ritualüberlieferung Somaśambhus. Diese Beziehungen machen verständlich, warum ein Viṣṇu-Ritual zugleich Formeln und Strukturen verwendet, die aus Śiva-Traditionen bekannt sind. Die Gottheiten werden im Text selbst als eins verstanden; die jeweiligen Ritualordnungen bleiben dennoch unterscheidbar.
Das folgende Video erläutert Tantra und Energieerfahrungen aus heutiger Yoga-Vidya-Sicht. Es dient der allgemeinen Orientierung und ist keine historische Darstellung dieser frühen Pāñcarātra-Schrift.
Ein stiller Zugang zum Werk
Das Svayambhuva Pancharatra verbindet einen weiten Blick auf das Göttliche mit großer Aufmerksamkeit für das Einzelne: eine Silbe, eine Gabe, ein Bild, einen Moment der Sammlung. Darin liegt ein anregender Gedanke für die eigene Sādhana. Die Suche nach dem Unbegrenzten kann in einer ganz konkreten Zuwendung beginnen.
Wer diese Schrift heute liest, darf bei wenigen Worten verweilen. „Die ganze Welt ist von Viṣṇu erfüllt.“ „Möge Viṣṇu uns inspirieren.“ Aus solchen Sätzen kann eine stille Betrachtung wachsen: Wie verändert sich mein Blick, wenn ich dem Leben mit Ehrfurcht begegne? Wie klingt mein Mantra, wenn ich ihm wirklich zuhöre?
Die Übertragung in den Alltag bleibt eine persönliche Aufgabe. Ein freundliches Wort, geduldiges Zuhören und eine gewissenhaft erfüllte Pflicht können Ausdruck derselben inneren Ausrichtung werden, die in der Meditation gepflegt wird. So lässt sich die Lektüre mit einer einfachen Absicht verbinden: gesammelt üben, liebevoll handeln und für die Gegenwart des Göttlichen offen bleiben. Dies ist eine heutige Besinnung auf die behandelten Themen, keine zusätzliche Übersetzung des Werkes.
Literatur und Quellen
Verwendete Ausgabe
- Diwakar Acharya: Early Tantric Vaiṣṇavism: Three Newly Discovered Works of the Pañcarātra. The Svāyambhuvapañcarātra, Devāmṛtapañcarātra and Aṣṭādaśavidhāna. Collection Indologie 129, Early Tantra Series 2. Institut Français de Pondichéry / École française d’Extrême-Orient / Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, 2015.
- Maßgeblicher Grundtext: Svāyambhuvapañcarātra, S. 3–33. Die deutschen Übersetzungen dieses Artikels beziehen sich auf den konstituierten Sanskritgrundtext; die englische Einleitung wurde zur Einordnung und Klärung herangezogen.
- Handschrift und Erhaltungszustand: Einleitung S. xvi–xvii; historische und rituelle Einordnung: S. xxv–xxxv; Kapitelübersicht: S. xxxv–l.
- Abgrenzung der anderen Werke: zur Vṛṣṇi-Achtgruppe S. li–lii, zu den fünf Brahma-Mantras S. lviii–lx, zur Fünfergruppe der Bilder S. xxvii–xxviii.
Die jüngeren Abschriften, die nepalesische Palmblatthandschrift selbst und die von Acharya genannten Vergleichswerke wurden für diesen Artikel nicht unabhängig kollationiert. Aussagen über sie sind deshalb als Angaben beziehungsweise Deutungen der verwendeten Edition ausgewiesen. Der erhaltene Text wird nicht durch fremde Parallelverse künstlich vervollständigt.
Einzelnachweise
- ↑ Diwakar Acharya: Early Tantric Vaiṣṇavism: Three Newly Discovered Works of the Pañcarātra. The Svāyambhuvapañcarātra, Devāmṛtapañcarātra and Aṣṭādaśavidhāna. Collection Indologie 129, Early Tantra Series 2. Institut Français de Pondichéry, École française d’Extrême-Orient und Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, 2015. Svāyambhuvapañcarātra: Sanskrittext S. 3–33; Einleitung besonders S. xvi–xvii, xxv–xxxv und xxxv–l. Alle Kapitel- und Versangaben dieses Artikels folgen dieser Edition.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xxv–xxvi, besonders Anm. 41; Kolophon von Kapitel 8, Sanskrittext S. 32.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xvi–xvii. Zum Kolophon auch Sanskrittext S. 33.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xxv–xxxv, insbesondere zur Rezeption bei Somaśambhu, zu Niśvāsa-Parallelen und zur besonderen Gruppe der Begleitmantras.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xvi–xvii und xxxv–l; zu den verlorenen Kapiteln 3–4 S. xxxviii–xxxix, zur größeren Lücke in Kapitel 8 S. xlvi–xlvii.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xxxi–xxxv; Svāyambhuvapañcarātra 7.16–32.
- ↑ Acharya, Einleitung zum Aṣṭādaśavidhāna S. li–lii; zur textlichen Problematik einzelner Namen auch S. lxx und die dortigen Anmerkungen.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xxvii–xxviii, mit Bezug auf Devāmṛtapañcarātra 4.6. Die Herkunft aus dem verlorenen Svāyambhuva-Kapitel bleibt eine Hypothese.
- ↑ Acharya, Einleitung S. lviii–lx, Abschnitt „five brahmamantras“.
- ↑ Acharya, Einleitung S. xliii–xliv, besonders Anm. 77, im Vergleich mit dem Sanskritgrundtext 7.16, S. 18–19.
Weiterführende Links
- Verlagsseite der Acharya-Edition beim Institut Français de Pondichéry
- Vorstellung des Bandes beim Centre for Tantric Studies der Universität Hamburg
- Yoga
- Meditation
Siehe auch
- Pancharatra
- Vishnu
- Narayana
- Vasudeva
- Bhakti Yoga
- Mantra
- Nyasa
- Puja
- Pratishtha
- Murti
- Dhyana
- Moksha
- Devamrita Pancharatra
- Sattvata Samhita
- Ahirbudhnya Samhita
- Jayakhya Samhita
- Lakshmi Tantra
- Vishnu Samhita
- Parama Samhita
- Paushara Samhita
- Ishvara Samhita
- Parameshvara Samhita
- Padma Samhita
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