Sankalpika Shraddha – Ahnenmahl und fünf Gaben für die verstorbene Mutter
Sankalpika Shraddha – Ahnenmahl und fünf Gaben für die verstorbene Mutter ehrt die verstorbene Mutter durch ein wirklich geteiltes Mahl: Eingeladene Brahmanen werden in ihrem Namen bewirtet, während fünf kleine Reisgaben die Fürsorge auf Kühe, Hunde, Krähen und weitere Lebewesen ausweiten. Angehörige können diese Form des Shraddha zuhause mit einem ritualkundigen Begleiter ausführen, etwa an einem vereinbarten Tag des Ahnengedenkens. Im Mittelpunkt stehen die Bitte um Sättigung und Frieden für die Mutter und die Bereitschaft, selbst zu geben. Das Sankalpika Shraddha gemäß Shraddha Prayoga Sangraha endet mit einem Segen für Vertrauen, Nahrung und Gastfreundschaft; anschließend teilt die Familie die verbliebene Mahlzeit.

Anlass, Rollen und Vorbereitung
Die hier ausgeführte Mutterfassung gehört zur im Handbuch von Sri Rama Ramanuja Acharya beschriebenen häuslichen Ahnenpraxis. Sie ist ein eigener Ritus mit fünf Gaben und Brahmanenbewirtung. Das Kapitel legt keinen ausschließlich dafür bestimmten Festtag fest. Als allgemeine Shraddha-Zeit nennt das Handbuch Aparahna, das vierte Fünftel der Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Für den konkreten Termin gelten die Familienüberlieferung und der vereinbarte Anlass; Pitri Paksha, ein passender Neumondtag oder die Tithi des Todestages sind allgemeine Anlässe des Ahnengedenkens. Welche Form dort verwendet wird, wird vorab mit dem Ritualkundigen geklärt.
Der verantwortliche Angehörige heißt Karta oder Yajamana. Das Handbuch nennt neben dem Sohn auch Tochter, Ehepartner und weitere Angehörige als mögliche Ausführende und empfiehlt kundige Unterstützung, wo sie gebraucht wird. Ein noch lebender Vater schließt nach seiner Einleitung das Shraddha für die verstorbene Mutter nicht aus. Die eingeladenen Brahmanen empfangen die Mahlzeit und sprechen den Segen; der Empfänger der Dakshina wird vor Beginn vereinbart. Die Zahl der Gäste wird in diesem kurzen Kapitel nicht festgelegt. Ein Essen ohne eingeladene Empfänger ersetzt die hier beschriebene Bewirtung nicht.
Bereitlegen
- Einen sauberen, abgegrenzten Ritualplatz im Haus, Sitzplätze für die Gäste und genug Raum zum viermaligen Umrunden; im Westen außerhalb des Ritualplatzes eine Stelle für die erste Reisgabe.
- Fünf kleine Portionen gekochten, ungewürzten Reises und fünf saubere große Blätter als Unterlagen. Kleine Schalen können als heutige praktische Alternative dienen.
- Eine frische vegetarische Mahlzeit mit Beigaben, ausreichend Geschirr und Trinkwasser für die eingeladenen Gäste und die anschließend gemeinsam essende Familie.
- Wasserkanne, Schale zum Fußwaschen, eigenes Tuch zum Trocknen; daneben reines Wasser, Löffel und gesondertes Auffanggefäß für die Widmungen.
- Darbha beziehungsweise Kusha-Gras: ein kleines gebundenes Bündel und zusätzlich drei Halme; Sesam; Sandelpaste für das Stirnzeichen; die vorbereitete Dankesgabe.
- Den bereits getragenen Opferfaden. Für eine ausführende Frau beschreibt das Handbuch stattdessen ein sauberes Baumwolltuch zum Umlegen über die entsprechende Schulter.
Fadenhaltungen und persönliche Angaben
Savya bedeutet: Faden über der linken Schulter; Apasavya: über der rechten Schulter; Niviti: um den Hals. Die drei Haltungen werden unten bei den betreffenden Handlungen genannt. Die im Druck freigelassenen Namens- und Kalenderstellen erscheinen hier in Winkelklammern. Trage vor Beginn Ort, Datum nach dem verwendeten Panchanga, eigenes Gotra und Namen, Gotra und Namen der Mutter sowie Name und Gotra des Gabeempfängers ein. Die Sanskritformen der Namen und Kalenderangaben lässt du bei Bedarf vorbereiten. Es werden ausschließlich persönliche Angaben eingesetzt, keine Rezitationsteile ausgelassen. Für ein unbekanntes Gotra gilt die zuvor geklärte Familientradition.
Die fünf Reisgaben bleiben von der Gästemahlzeit getrennt. Als heutige praktische Vorsorge werden nur schlichte, für Tiere geeignete Bestandteile ausgelegt; Geschirr, Fäden und Verpackungen bleiben am Ritualplatz. Wo keine geeignete Futterstelle vorhanden ist, vereinbare vorab mit dem Ritualkundigen eine respektvolle Verwendung der Gaben.
Durchführung
1. Ort und Zeit nennen – Sankalpa
Setze dich an den gereinigten Ritualplatz. Beginne mit der Anrufung Govindas und den vorbereiteten Orts- und Kalenderangaben. Die Begriffe in Winkelklammern werden durch deine persönlichen Angaben ersetzt.
hariḥ oṁ tat sat | śrī-govinda govinda govinda |
asya śrī bhagavato mahā puruṣasya viṣṇorājñayā pravartamānasya ādya brahmaṇo dvitīya parārdhe śrī śveta-varāha kalpe vaivasvata manvantare aṣṭhāviṁśatītate kaliyuge prathama pāde jāmbu dvīpe meroḥ ⟨Richtung⟩ dig-bhāga ⟨Land⟩ deśe ⟨Ort⟩ nagari antargate |
asmin vartamānānāṁ vyāvahārikāṇāṁ prabhavādīnāṁ ṣaṣṭyāḥ saṁvatsarāṇāṁ madhye ⟨Jahresname⟩ nāma saṁvatsare ⟨Halbjahr⟩ ayane ⟨Jahreszeit⟩ ṛtau ⟨Monat⟩ māse ⟨Mondhälfte⟩ pakṣe ⟨Mondtag⟩ puṇya tithau ⟨Wochentag⟩ vāsare ⟨Mondhaus⟩ nakṣatra yuktāyāṁ asyāṁ puṇya tithau |
Bedeutung: Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Govinda, Govinda, Govinda! Unter der Weisung des erhabenen höchsten Wesens Vishnu: in der zweiten Lebenshälfte Brahmas, im Weltzeitalter des weißen Ebers, in der Herrschaftszeit Vaivasvatas, im achtundzwanzigsten Abschnitt, im ersten Viertel des Kali Yuga, auf Jambudvipa, in der genannten Richtung vom Meru, im genannten Land und Ort; im genannten Jahr des mit Prabhava beginnenden sechzigjährigen Zyklus, Sonnenhalbjahr, in der Jahreszeit, im Monat, in der Mondhälfte, am Mondtag und Wochentag unter dem genannten Mondhaus – an diesem heiligen Tag:
2. Das Ahnenmahl widmen
Schließe unmittelbar die Absichtserklärung für deine verstorbene Mutter an. Damit benennst du das Anliegen: Sättigung und Frieden für die Mutter, verbunden mit wirklicher Gastfreundschaft.
⟨eigenes Gotra⟩ gotrasya ⟨eigener Name⟩ ahaṁ ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter⟩ asmat mātuḥ kṣudhā pipāsā nivṛtti pūrvakam akṣaya tṛpti saṁpādanārthaṁ brāhmaṇa bhojanātmaka sāṅkalpika śrāddhe pañca-bali karma ca kariṣye ||
Bedeutung: Ich, ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, werde für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, damit Hunger und Durst gestillt werden und ihr unvergängliche Zufriedenheit zuteilwird, das Sankalpika Shraddha in Gestalt einer Brahmanenspeisung und die fünf Gaben ausführen.
3. Die Gabe für Kühe – Go Bali
Forme fünf kleine Reisbällchen aus dem bereitgestellten gekochten Reis. Lege fünf Blätter als Unterlagen bereit. Trage den Opferfaden in Savya, über der linken Schulter. Lege das erste Bällchen westlich außerhalb des abgegrenzten Ritualplatzes auf ein Blatt.
saurabheyya sarva-hitāḥ pavitrāḥ puṇyā-rāśayaḥ |
pratigṛhṇantu me grāsaṁ gāvas trailokya mātaraḥ ||
idaṁ gobhyo namaḥ ||
Bedeutung: Die Kühe, Nachkommen der himmlischen Surabhi, allen wohltätig, rein und voller Verdienst, Mütter der drei Welten, mögen meinen Bissen annehmen. Dies gilt den Kühen; Verehrung!
4. Die Gabe für Yamas Hunde – Shvana Bali
Trage den Faden in Niviti, wie eine Halskette. Lege das zweite Reisbällchen auf seine eigene Blattunterlage. Die beiden angesprochenen Hunde gehören in der Überlieferung zu Yama, dem Sohn des Sonnengottes.
dvau śvānau śyāma-śabalau vaivasvata kulodbhavau |
tābhyām annaṁ prayacchāmi syātām etāv ahiṁsakau ||
idaṁ śvabhyāṁ namaḥ ||
Bedeutung: Den beiden Hunden Shyama und Shabala, die aus Vaivasvatas Geschlecht stammen, gebe ich diese Nahrung. Mögen die beiden unschädlich sein. Dies gilt den beiden Hunden; Verehrung!
5. Die Gabe für Krähen – Kaka Bali
Wechsle in Apasavya, mit dem Faden über der rechten Schulter. Lege das dritte Reisbällchen auf sein Blatt am Boden. Die Anrufung öffnet die Gabe den Krähen aus den genannten Himmelsrichtungen.
endrāvaruṇa vāyavyā yāmyā vai nairṛtās tathā |
vāyasāḥ pratigṛhṇantu bhūmau piṇḍaṁ mayojjhatam ||
idaṁ annaṁ vāyasebhyo na mama ||
Bedeutung: Die Krähen aus den Richtungen Indras, Varunas, Vayus, Yamas und Nirritis mögen das von mir auf die Erde gelegte Reisbällchen annehmen. Diese Nahrung gilt den Krähen, nicht mir.
6. Die Gabe für die weite Gemeinschaft der Wesen – Devadi Bali
Lege den Faden wieder in Savya. Gib das vierte Reisbällchen auf die vierte Unterlage. Die Erinnerung an deine Mutter weitet sich hier zu Mitgefühl für sichtbare und unsichtbare Wesen.
devā manuṣyāḥ paśavo-vayāṁsi siddhāḥ sa-yakṣo-raga daitya saṅghāḥ |
pretāḥ piśācās taravaḥ samastā ye cānnam icchanti mayā pradattam ||
idaṁ annaṁ devādibhyo na mama ||
Bedeutung: Gottheiten, Menschen, Tiere und Vögel, Vollendete mit den Scharen der Yakshas, Schlangenwesen und Daityas, Verstorbene, Pishachas und alle Bäume – alle, die Nahrung wünschen, mögen die von mir gegebene Gabe empfangen. Diese Nahrung gilt den Gottheiten und den übrigen Wesen, nicht mir.
7. Die Gabe für kleine Tiere – Pipilikadi Bali
Bleibe in Savya und lege das fünfte Reisbällchen auf das letzte Blatt. Denke auch an die kleinen Lebewesen, die leicht übersehen werden.
pipīlikāḥ kīṭa pataṅgakādyā bubhukṣitāḥ karma nibandha baddhāḥ |
teṣāṁ hi tṛptyartham idaṁ mayānnaṁ tebhyo visṛṣṭaṁ sukhino bhavantu ||
idaṁ annaṁ pipīlikādibhyo na mama ||
Bedeutung: Ameisen, Insekten, fliegende Kleintiere und andere hungrige Wesen, gebunden durch ihre Taten: Zu ihrer Sättigung gebe ich ihnen diese Nahrung frei. Mögen sie glücklich sein. Diese Nahrung gilt den Ameisen und den übrigen kleinen Wesen, nicht mir.
8. Die Gäste bewirten – Annadana
Bitte nun die eingeladenen Brahmanen an ihre Plätze. Wasche ihnen die Füße und reiche das Tuch zum Trocknen; stelle das benutzte Wasser beiseite. Lass sie Platz nehmen und serviere die frische Mahlzeit mit Beigaben. Wechsle für die Widmung in Apasavya. Nimm ein kleines Darbha-Bündel, Sesam und Wasser in die rechte Hand und lass das Wasser über das Pitri Tirtha, die Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger, in das Auffanggefäß fließen. Sprich dabei:
oṁ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter⟩ mama mātre sāṅkalpika śrāddhe sopaskaraṁ pariviṣṭaṁ pari-vekṣyamāṇañca brāhmaṇa bhojana tṛpti paryantam idaṁ annam te namaḥ ||
Bedeutung: Om. Heute gilt im Sankalpika Shraddha diese Nahrung mit ihren Beigaben, die bereits aufgetragen ist und noch aufgetragen wird, meiner Mutter ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, bis die speisenden Brahmanen gesättigt sind. Dir gilt diese Nahrung; Verehrung!
9. Den Segen empfangen – Ashirvada
Bediene die Gäste, bis sie satt sind. Lege den Faden wieder in Savya und wende dich nach Osten. Empfange den folgenden Segen der Gäste:
gotran no vardhatāṁ | dātāro no 'bhivardhantāṁ |
vedās santatir eva ca | śraddhā ca no mā vyagamad |
bahu deyaṁ ca no astu | annaṁ ca no bahu bhaved |
atithīṁś ca labhemahi | yācitāraś ca nas santu |
mā ca yāciṣma kancana | etāḥ satyā āśiṣaḥ santu |
Bedeutung: Möge unsere Familie gedeihen; mögen die Gebenden unter uns zunehmen, ebenso die Veden und die Nachkommenschaft. Möge unser Vertrauen nicht schwinden. Mögen wir viel zum Verschenken und reichlich Nahrung haben. Mögen wir Gäste empfangen und Menschen, die bei uns um Hilfe bitten. Mögen wir selbst niemanden anbetteln müssen. Mögen diese Segenswünsche wahr werden.
10. Die Dankesgabe überreichen – Dakshina Dana
Nimm drei Halme Kusha, Sesam und Wasser für die Erklärung der Gabe. Nenne den vorgesehenen Brahmanen und überreiche ihm die vorbereitete Dakshina. Wasser aus der Erklärung wird in der bereitstehenden Schale aufgefangen.
harīḥ oṁ tat sat adya kṛta etat sāṅkalpika śrāddha pratiṣṭha arthaṁ dakṣiṇā dravyaṁ ⟨Name des Empfängers⟩ nāma ⟨Gotra des Empfängers⟩ gotrāya brahmaṇāya dātum utsṛjye ||
Bedeutung: Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Zur Festigung des heute ausgeführten Sankalpika Shraddha gebe ich diese Dakshina frei, um sie dem Brahmanen ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩ zu überreichen.
11. Unvollkommenheiten anvertrauen – Prarthana
Sprich die beiden Schlussbitten. Richte das Herz auf die Mutter und auf Vishnu, dem auch das Unvollkommene anvertraut werden darf.
annahīnaṁ kriyā hīnaṁ vidhi-hīnaṁ ca yad bhavet |
acchidram astu tat sarvaṁ pitrādīnāṁ pramādataḥ ||
pramādāt kurvatāṁ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ saṁpūraṇam syād iti śrutiḥ ||
Bedeutung: Was durch Unachtsamkeit an Nahrung, Handlung oder vorgeschriebener Ausführung gegenüber den Ahnen fehlen mag: Möge all dies ohne Mangel sein. Was bei der Ausführung heiliger Handlungen durch Unachtsamkeit fehlgeht, werde schon durch das Erinnern Vishnus vervollständigt – so lautet die heilige Überlieferung.
12. Verneigung und gemeinsames Essen
Bringe den Gästen ein Stirnzeichen dar, umrunde sie viermal im Uhrzeigersinn (Pradakshina) und verneige dich (Pranama). Frage dann nach den verbliebenen Speisen. Der Gast beziehungsweise die Gäste antworten.
śeṣa annaṁ kiṁ kartavyam ?
iṣṭaiḥ saha bhoktavyam !
Bedeutung: Frage: Was soll mit der übrigen Nahrung geschehen? Antwort: Sie soll gemeinsam mit den Angehörigen und lieben Menschen gegessen werden!
Das Mahl vollenden
Iss nun mit den Angehörigen von den verbliebenen Speisen. Das Handbuch führt gerade diesen gemeinsamen Verzehr als letzten Schritt an. Die für Tiere bestimmten Reisgaben werden entsprechend ihrer Widmung verwendet; das Fußwaschwasser wird getrennt entsorgt, reine Ritualwasserreste können als praktische häusliche Lösung an eine saubere Erdfläche gegeben werden.
Als persönliche Besinnung kann die Familie beim Essen eine konkrete gute Erinnerung an die Mutter teilen. Vielleicht lässt sich eine ihrer guten Eigenschaften in der eigenen Gastfreundschaft fortsetzen. Diese Anregung ergänzt den überlieferten Ablauf, ohne eine weitere vorgeschriebene Rezitation einzuführen.
Rezitationen in drei Fassungen
Die Nummern entsprechen den Schritten. Beim letzten Wechselgespräch spricht der Gastgeber die Frage und der Gast die Antwort. Die folgenden Fassungen enthalten sämtliche Rezitationen der oben gewählten Mahlzeitenfassung.
IAST
1. Ort und Zeit nennen – Sankalpa
hariḥ oṁ tat sat | śrī-govinda govinda govinda |
asya śrī bhagavato mahā puruṣasya viṣṇorājñayā pravartamānasya ādya brahmaṇo dvitīya parārdhe śrī śveta-varāha kalpe vaivasvata manvantare aṣṭhāviṁśatītate kaliyuge prathama pāde jāmbu dvīpe meroḥ ⟨Richtung⟩ dig-bhāga ⟨Land⟩ deśe ⟨Ort⟩ nagari antargate |
asmin vartamānānāṁ vyāvahārikāṇāṁ prabhavādīnāṁ ṣaṣṭyāḥ saṁvatsarāṇāṁ madhye ⟨Jahresname⟩ nāma saṁvatsare ⟨Halbjahr⟩ ayane ⟨Jahreszeit⟩ ṛtau ⟨Monat⟩ māse ⟨Mondhälfte⟩ pakṣe ⟨Mondtag⟩ puṇya tithau ⟨Wochentag⟩ vāsare ⟨Mondhaus⟩ nakṣatra yuktāyāṁ asyāṁ puṇya tithau |
2. Das Ahnenmahl widmen
⟨eigenes Gotra⟩ gotrasya ⟨eigener Name⟩ ahaṁ ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter⟩ asmat mātuḥ kṣudhā pipāsā nivṛtti pūrvakam akṣaya tṛpti saṁpādanārthaṁ brāhmaṇa bhojanātmaka sāṅkalpika śrāddhe pañca-bali karma ca kariṣye ||
3. Die Gabe für Kühe – Go Bali
saurabheyya sarva-hitāḥ pavitrāḥ puṇyā-rāśayaḥ |
pratigṛhṇantu me grāsaṁ gāvas trailokya mātaraḥ ||
idaṁ gobhyo namaḥ ||
4. Die Gabe für Yamas Hunde – Shvana Bali
dvau śvānau śyāma-śabalau vaivasvata kulodbhavau |
tābhyām annaṁ prayacchāmi syātām etāv ahiṁsakau ||
idaṁ śvabhyāṁ namaḥ ||
5. Die Gabe für Krähen – Kaka Bali
endrāvaruṇa vāyavyā yāmyā vai nairṛtās tathā |
vāyasāḥ pratigṛhṇantu bhūmau piṇḍaṁ mayojjhatam ||
idaṁ annaṁ vāyasebhyo na mama ||
6. Die Gabe für die weite Gemeinschaft der Wesen – Devadi Bali
devā manuṣyāḥ paśavo-vayāṁsi siddhāḥ sa-yakṣo-raga daitya saṅghāḥ |
pretāḥ piśācās taravaḥ samastā ye cānnam icchanti mayā pradattam ||
idaṁ annaṁ devādibhyo na mama ||
7. Die Gabe für kleine Tiere – Pipilikadi Bali
pipīlikāḥ kīṭa pataṅgakādyā bubhukṣitāḥ karma nibandha baddhāḥ |
teṣāṁ hi tṛptyartham idaṁ mayānnaṁ tebhyo visṛṣṭaṁ sukhino bhavantu ||
idaṁ annaṁ pipīlikādibhyo na mama ||
8. Die Gäste bewirten – Annadana
oṁ adya ⟨Gotra der Mutter⟩ gotrasya ⟨Name der Mutter⟩ mama mātre sāṅkalpika śrāddhe sopaskaraṁ pariviṣṭaṁ pari-vekṣyamāṇañca brāhmaṇa bhojana tṛpti paryantam idaṁ annam te namaḥ ||
9. Den Segen empfangen – Ashirvada
gotran no vardhatāṁ | dātāro no 'bhivardhantāṁ |
vedās santatir eva ca | śraddhā ca no mā vyagamad |
bahu deyaṁ ca no astu | annaṁ ca no bahu bhaved |
atithīṁś ca labhemahi | yācitāraś ca nas santu |
mā ca yāciṣma kancana | etāḥ satyā āśiṣaḥ santu |
10. Die Dankesgabe überreichen – Dakshina Dana
harīḥ oṁ tat sat adya kṛta etat sāṅkalpika śrāddha pratiṣṭha arthaṁ dakṣiṇā dravyaṁ ⟨Name des Empfängers⟩ nāma ⟨Gotra des Empfängers⟩ gotrāya brahmaṇāya dātum utsṛjye ||
11. Unvollkommenheiten anvertrauen – Prarthana
annahīnaṁ kriyā hīnaṁ vidhi-hīnaṁ ca yad bhavet |
acchidram astu tat sarvaṁ pitrādīnāṁ pramādataḥ ||
pramādāt kurvatāṁ karma pracyavetādhvareṣu yat |
smaraṇād eva tad viṣṇoḥ saṁpūraṇam syād iti śrutiḥ ||
12. Verneigung und gemeinsames Essen
śeṣa annaṁ kiṁ kartavyam ?
iṣṭaiḥ saha bhoktavyam !
Devanagari
1. Ort und Zeit nennen – Sankalpa
हरिः ओं तत् सत् । श्री-गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
अस्य श्री भगवतो महा पुरुषस्य विष्णोराज्ञया प्रवर्तमानस्य आद्य ब्रह्मणो द्वितीय परार्धे श्री श्वेत-वराह कल्पे वैवस्वत मन्वन्तरे अष्ठाविंशतीतते कलियुगे प्रथम पादे जाम्बु द्वीपे मेरोः ⟨Richtung⟩ दिग्-भाग ⟨Land⟩ देशे ⟨Ort⟩ नगरि अन्तर्गते ।
अस्मिन् वर्तमानानां व्यावहारिकाणां प्रभवादीनां षष्ट्याः संवत्सराणां मध्ये ⟨Jahresname⟩ नाम संवत्सरे ⟨Halbjahr⟩ अयने ⟨Jahreszeit⟩ ऋतौ ⟨Monat⟩ मासे ⟨Mondhälfte⟩ पक्षे ⟨Mondtag⟩ पुण्य तिथौ ⟨Wochentag⟩ वासरे ⟨Mondhaus⟩ नक्षत्र युक्तायां अस्यां पुण्य तिथौ ।
2. Das Ahnenmahl widmen
⟨eigenes Gotra⟩ गोत्रस्य ⟨eigener Name⟩ अहं ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter⟩ अस्मत् मातुः क्षुधा पिपासा निवृत्ति पूर्वकम् अक्षय तृप्ति संपादनार्थं ब्राह्मण भोजनात्मक साङ्कल्पिक श्राद्धे पञ्च-बलि कर्म च करिष्ये ॥
3. Die Gabe für Kühe – Go Bali
सौरभेय्य सर्व-हिताः पवित्राः पुण्या-राशयः ।
प्रतिगृह्णन्तु मे ग्रासं गावस् त्रैलोक्य मातरः ॥
इदं गोभ्यो नमः ॥
4. Die Gabe für Yamas Hunde – Shvana Bali
द्वौ श्वानौ श्याम-शबलौ वैवस्वत कुलोद्भवौ ।
ताभ्याम् अन्नं प्रयच्छामि स्याताम् एताव् अहिंसकौ ॥
इदं श्वभ्यां नमः ॥
5. Die Gabe für Krähen – Kaka Bali
एन्द्रावरुण वायव्या याम्या वै नैरृतास् तथा ।
वायसाः प्रतिगृह्णन्तु भूमौ पिण्डं मयोज्झतम् ॥
इदं अन्नं वायसेभ्यो न मम ॥
6. Die Gabe für die weite Gemeinschaft der Wesen – Devadi Bali
देवा मनुष्याः पशवो-वयांसि सिद्धाः स-यक्षो-रग दैत्य सङ्घाः ।
प्रेताः पिशाचास् तरवः समस्ता ये चान्नम् इच्छन्ति मया प्रदत्तम् ॥
इदं अन्नं देवादिभ्यो न मम ॥
7. Die Gabe für kleine Tiere – Pipilikadi Bali
पिपीलिकाः कीट पतङ्गकाद्या बुभुक्षिताः कर्म निबन्ध बद्धाः ।
तेषां हि तृप्त्यर्थम् इदं मयान्नं तेभ्यो विसृष्टं सुखिनो भवन्तु ॥
इदं अन्नं पिपीलिकादिभ्यो न मम ॥
8. Die Gäste bewirten – Annadana
ओं अद्य ⟨Gotra der Mutter⟩ गोत्रस्य ⟨Name der Mutter⟩ मम मात्रे साङ्कल्पिक श्राद्धे सोपस्करं परिविष्टं परि-वेक्ष्यमाणञ्च ब्राह्मण भोजन तृप्ति पर्यन्तम् इदं अन्नम् ते नमः ॥
9. Den Segen empfangen – Ashirvada
गोत्रन् नो वर्धतां । दातारो नो ऽभिवर्धन्तां ।
वेदास् सन्ततिर् एव च । श्रद्धा च नो मा व्यगमद् ।
बहु देयं च नो अस्तु । अन्नं च नो बहु भवेद् ।
अतिथींश् च लभेमहि । याचितारश् च नस् सन्तु ।
मा च याचिष्म कन्चन । एताः सत्या आशिषः सन्तु ।
10. Die Dankesgabe überreichen – Dakshina Dana
हरीः ओं तत् सत् अद्य कृत एतत् साङ्कल्पिक श्राद्ध प्रतिष्ठ अर्थं दक्षिणा द्रव्यं ⟨Name des Empfängers⟩ नाम ⟨Gotra des Empfängers⟩ गोत्राय ब्रह्मणाय दातुम् उत्सृज्ये ॥
11. Unvollkommenheiten anvertrauen – Prarthana
अन्नहीनं क्रिया हीनं विधि-हीनं च यद् भवेत् ।
अच्छिद्रम् अस्तु तत् सर्वं पित्रादीनां प्रमादतः ॥
प्रमादात् कुर्वतां कर्म प्रच्यवेताध्वरेषु यत् ।
स्मरणाद् एव तद् विष्णोः संपूरणम् स्याद् इति श्रुतिः ॥
12. Verneigung und gemeinsames Essen
शेष अन्नं किं कर्तव्यम् ?
इष्टैः सह भोक्तव्यम् !
Deutsch
1. Ort und Zeit nennen – Sankalpa
Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Govinda, Govinda, Govinda! Unter der Weisung des erhabenen höchsten Wesens Vishnu: in der zweiten Lebenshälfte Brahmas, im Weltzeitalter des weißen Ebers, in der Herrschaftszeit Vaivasvatas, im achtundzwanzigsten Abschnitt, im ersten Viertel des Kali Yuga, auf Jambudvipa, in der genannten Richtung vom Meru, im genannten Land und Ort; im genannten Jahr des mit Prabhava beginnenden sechzigjährigen Zyklus, Sonnenhalbjahr, in der Jahreszeit, im Monat, in der Mondhälfte, am Mondtag und Wochentag unter dem genannten Mondhaus – an diesem heiligen Tag:
2. Das Ahnenmahl widmen
Ich, ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, werde für meine Mutter ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, damit Hunger und Durst gestillt werden und ihr unvergängliche Zufriedenheit zuteilwird, das Sankalpika Shraddha in Gestalt einer Brahmanenspeisung und die fünf Gaben ausführen.
3. Die Gabe für Kühe – Go Bali
Die Kühe, Nachkommen der himmlischen Surabhi, allen wohltätig, rein und voller Verdienst, Mütter der drei Welten, mögen meinen Bissen annehmen. Dies gilt den Kühen; Verehrung!
4. Die Gabe für Yamas Hunde – Shvana Bali
Den beiden Hunden Shyama und Shabala, die aus Vaivasvatas Geschlecht stammen, gebe ich diese Nahrung. Mögen die beiden unschädlich sein. Dies gilt den beiden Hunden; Verehrung!
5. Die Gabe für Krähen – Kaka Bali
Die Krähen aus den Richtungen Indras, Varunas, Vayus, Yamas und Nirritis mögen das von mir auf die Erde gelegte Reisbällchen annehmen. Diese Nahrung gilt den Krähen, nicht mir.
6. Die Gabe für die weite Gemeinschaft der Wesen – Devadi Bali
Gottheiten, Menschen, Tiere und Vögel, Vollendete mit den Scharen der Yakshas, Schlangenwesen und Daityas, Verstorbene, Pishachas und alle Bäume – alle, die Nahrung wünschen, mögen die von mir gegebene Gabe empfangen. Diese Nahrung gilt den Gottheiten und den übrigen Wesen, nicht mir.
7. Die Gabe für kleine Tiere – Pipilikadi Bali
Ameisen, Insekten, fliegende Kleintiere und andere hungrige Wesen, gebunden durch ihre Taten: Zu ihrer Sättigung gebe ich ihnen diese Nahrung frei. Mögen sie glücklich sein. Diese Nahrung gilt den Ameisen und den übrigen kleinen Wesen, nicht mir.
8. Die Gäste bewirten – Annadana
Om. Heute gilt im Sankalpika Shraddha diese Nahrung mit ihren Beigaben, die bereits aufgetragen ist und noch aufgetragen wird, meiner Mutter ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩, bis die speisenden Brahmanen gesättigt sind. Dir gilt diese Nahrung; Verehrung!
9. Den Segen empfangen – Ashirvada
Möge unsere Familie gedeihen; mögen die Gebenden unter uns zunehmen, ebenso die Veden und die Nachkommenschaft. Möge unser Vertrauen nicht schwinden. Mögen wir viel zum Verschenken und reichlich Nahrung haben. Mögen wir Gäste empfangen und Menschen, die bei uns um Hilfe bitten. Mögen wir selbst niemanden anbetteln müssen. Mögen diese Segenswünsche wahr werden.
10. Die Dankesgabe überreichen – Dakshina Dana
Hari, Om, das ist die Wirklichkeit. Zur Festigung des heute ausgeführten Sankalpika Shraddha gebe ich diese Dakshina frei, um sie dem Brahmanen ⟨Name⟩ aus dem ⟨Gotra⟩ zu überreichen.
11. Unvollkommenheiten anvertrauen – Prarthana
Was durch Unachtsamkeit an Nahrung, Handlung oder vorgeschriebener Ausführung gegenüber den Ahnen fehlen mag: Möge all dies ohne Mangel sein. Was bei der Ausführung heiliger Handlungen durch Unachtsamkeit fehlgeht, werde schon durch das Erinnern Vishnus vervollständigt – so lautet die heilige Überlieferung.
12. Verneigung und gemeinsames Essen
Frage: Was soll mit der übrigen Nahrung geschehen? Antwort: Sie soll gemeinsam mit den Angehörigen und lieben Menschen gegessen werden!
Quellen und verwandte Artikel
- Sri Rama Ramanuja Acharya: Shraddha Prayoga Sangraha, Simha Publications, Ausgabe 27. August 2024, Kapitel 3 „Sankalpika Shraddha“, S. 26–29; Rollen, Fadenhaltungen und allgemeine Zeiten S. 4, 10–11. Volltext. Ausgeführt ist die Variante mit gekochter Mahlzeit für die verstorbene Mutter. Das dort außerdem genannte Ama Shraddha verwendet ungekochte Lebensmittel und eigene Widmungsformeln.
- Die Sanskritfassung folgt dem Handbuch ohne vedische Akzentzeichen. In der Speisewidmung wird die im Devanagari gedruckte Mutterform mātre ausgeschrieben. Zusammengesetzte Wörter und nichtklassische Druckformen der kurzen Gebete bleiben im Wortlaut erkennbar; die deutsche Übertragung erläutert ihren Ritualsinn.
Siehe auch
Shraddha · Ahnenverehrung · Panchabali · Annadana · Nitya Shraddha – tägliche Ahnenbewirtung für die verstorbene Mutter · Pitri Tarpana
Video und Seminare
Sukadev erläutert die Pitris und die Ahnenverehrung.
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