Sandhyavandana gemäß Krishna Yajurveda

Aus Yogawiki

Sandhyavandana gemäß Krishna Yajurveda ist das tägliche Gebet zu den drei Übergängen des Tages: am Morgen, zur Mittagszeit und am Abend. Es heiligt diese Schwellen, reinigt Körper und Geist und richtet die Einsicht auf das göttliche Licht aus. Mit Wasser, Atem und dem Gayatri Mantra wird dieses Licht begrüßt. Drei Sonnenwassergaben öffnen den Weg zur stillen Rezitation der Gayatri. Morgens antwortet darauf der Hymnus an Mitra, mittags der Lobpreis des Sonnenlichts und abends die Bitte an Varuna, Verfehlungen zu lösen.

Sandhya: Die Übergänge des Tages laden zur Sammlung und zum Gebet ein.

Die Anleitung entfaltet die Smarta-Fassung des Krishna-Yajurveda-Sandhyavandana.

Vorbereitung

Übe morgens zum Tagesanbruch mit Blick nach Osten, mittags nach Norden und abends nach Westen. Bade oder wasche dich vorher und ziehe saubere Kleidung an. Sitze auf einer sauberen Matte in einer bequemen aufrechten Haltung. Eine Wasserschale mit Trinkwasser, ein kleiner Schöpflöffel und eine Auffangschale genügen; für die Wassergaben im Freien wähle sauberen Boden. Eine vorhandene heilige Schnur wird in der erlernten Weise getragen. Schau nicht direkt in die Sonne.

Die Gayatri-Rezitation steht im Mittelpunkt. Die vedische Aussprache und gegebenenfalls die Tonführung lernst du am besten bei einer kundigen Lehrperson; die folgenden Texte geben den Wortlaut ohne vedische Akzentzeichen. Die Vorlage versteht Sandhyavandana als tägliche Verpflichtung nach der Initiation und ermöglicht anderen Interessierten eine freiwillige Teilnahme an der Praxis. Die innere Haltung ist Shraddha, vertrauensvolle Hinwendung zum göttlichen Licht.

Beim Achamana wird jeweils wenig Wasser vom Löffel in die rechte Hand gegeben und über den Daumenballen geschlürft. Bei Arghya und Götter-Tarpana fließt es dagegen über die Fingerspitzen nach vorn. Für jeden Schluck und jede Gabe wird frisches Wasser genommen. Lege vor Beginn fest, ob du 108, 28 oder mindestens zehn Gayatri-Wiederholungen rezitierst; die volle hier gewählte Übung hat 108 Wiederholungen. Zähle an den Fingern oder mit einer bereits vertrauten Zählweise. Die Mantrarezitation bleibt mit jeder Wiederholung vollständig.

Die Tageszeit bestimmt die jeweils gekennzeichneten Texte. Sprich in einem Durchgang nur den Morgen-, Mittags- oder Abendtext, nicht alle drei. Alle übrigen Schritte gelten für jede der drei Zeiten.

Die hier gewählte Smarta-Folge enthält auch die Betrachtung „Ich bin Brahman“ sowie die Gebete an Yama und Shiva. Vaishnava-Fassungen lassen einzelne dieser Teile aus und verwenden andere Absichtserklärungen; sie werden nicht mit dieser Hauptfolge vermischt. Für die zweimalige förmliche Selbstvorstellung halte die in deiner Familientradition überlieferte Pravara, das Gotra, die Sutra-Schule, den Veda-Zweig und deinen Ritualnamen bereit. Diese persönlichen Angaben sind in Winkelklammern bezeichnet und werden vor der Rezitation eingesetzt; unbekannte Abstammungen werden nicht erfunden.

Ablauf

1. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

2. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Berühre mit dem rechten Daumen rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger rechtes und linkes Auge, mit dem Zeigefinger rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger rechtes und linkes Ohr, mit dem Mittelfinger rechte und linke Schulter; dann mit der rechten Hand Nabel und Scheitel. Je Berührung sprich einen Namen in der folgenden Reihenfolge.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Übersetzung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

3. Hindernisse lösen
Berühre beide Schläfen sanft mit den geschlossenen Händen. Stelle dir vor, dass Klarheit und Ruhe den Körper durchströmen.

śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||

Übersetzung: Zur Stillung aller Hindernisse meditiere man über den Allgegenwärtigen, weiß gekleidet, mondhell, vierarmig und von heiterem Angesicht.

4. Den Atem sammeln
Falte rechten Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger regulierst du die Nasenlöcher. Atme links aus und links ein; schließe beide Nasenlöcher und rezitiere den Text innerlich. Atme rechts aus, rechts ein; rezitiere innerlich erneut und atme links aus. Das ist eine Runde. Vollziehe drei Runden. Halte den Atem nur mühelos; falls der Text dafür zu lang ist, rezitiere bei ruhigem natürlichem Atem. Diese schonende Anpassung ersetzt kein Erlernen der Atemführung bei einer Lehrperson.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

5. Die Absicht fassen
Berühre mit der rechten Hand das rechte Ohr. Lege die linke Hand mit der Handfläche nach oben auf den rechten Oberschenkel und die rechte Hand darüber: Brahmanjali. Die folgende Fassung gilt morgens. Mittags ersetze prātaḥ durch madhyāhnika, abends durch sāyaṃ.

hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyām upāsiṣye ||

Übersetzung: Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich die morgendliche Sandhya verehren. Bei der Mittags- oder Abendfassung lautet der letzte Sinn entsprechend „die mittägliche“ oder „die abendliche Sandhya“.

6. Ein Wasserzeichen auf die Stirn setzen
Falls dein gewohntes Stirnzeichen noch nicht angelegt ist, benetze den rechten Mittelfinger und setze das in deiner Tradition übliche Zeichen auf die Stirn.

oṃ keśavāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Keshava.

7. Mit den Wassern reinigen
Halte den Wasserlöffel links und besprenge mit dem rechten Ringfinger den Kopf zu den ersten sieben Zeilen. Bei yasya kṣayāya jinvatha besprenge die Füße, bei āpo janayathā ca naḥ nochmals den Kopf. Nimm bei der letzten Zeile etwas Wasser in die rechte Hand und führe es um den Kopf; lasse es in die Auffangschale abfließen.

āpo hi ṣṭhā mayo bhuvaḥ |
tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase |
yo vaḥ śivatamo rasaḥ |
tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ |
tasmā araṃ gamāma vaḥ |
yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ |
bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||

Übersetzung: Ihr Wasser seid wohltuend: Gebt uns Kraft, damit wir die große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter. Zu euch wollen wir gehen, zu dessen Wohnstatt ihr uns hinführt. Ihr Wasser, lasst uns neu entstehen. Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

8. Reinigendes Trinken – morgens
Nur morgens: Gib etwas Wasser in die rechte Hand, sprich die folgenden Worte und trinke es anschließend über den Daumenballen.

sūryaś ca mā manyuś ca manyupatayaś ca manyukṛtebhyaḥ pāpebhyo rakṣantām |
yad rātryā pāpam akārṣam | manasā vācā hastābhyām | padbhyām udareṇa śiśnā |
rātris tad avalumpatu | yat kiñca duritaṃ mayi |
idam ahaṃ mām amṛtayonau sūrye jyotiṣi juhomi svāhā ||

Übersetzung: Mögen Surya, Manyu und die Herren des Zornes mich vor den Verfehlungen schützen, die aus Zorn entstehen. Was ich nachts mit Geist, Wort, Händen, Füßen, Bauch oder Geschlechtsorgan gefehlt habe, möge die Nacht auslöschen. Was immer an Verfehlung in mir ist: Mich selbst bringe ich im Licht der Sonne dar, im Ursprung der Unsterblichkeit. Svaha!

9. Reinigendes Trinken – mittags
Nur mittags: Gib etwas Wasser in die rechte Hand, sprich die folgenden Worte und trinke es anschließend über den Daumenballen.

āpaḥ punantu pṛthivīṃ pṛthivī pūtā punātu mām |
punantu brahmaṇaspatir brahmapūtā punātu mām |
yad ucchiṣṭam abhojyaṃ yad vā duścaritaṃ mama |
sarvaṃ punantu mām āpo ’satāṃ ca pratigrahaṃ svāhā ||

Übersetzung: Mögen die Wasser die Erde reinigen; die gereinigte Erde möge mich reinigen. Möge der Herr des heiligen Wortes reinigen; durch Brahman gereinigt, möge die Erde mich reinigen. Was an gegessenen Resten, ungeeigneter Nahrung oder schlechtem Verhalten mein ist, und das Annehmen von Gaben Unredlicher: Von all dem mögen mich die Wasser reinigen. Svaha!

10. Reinigendes Trinken – abends
Nur abends: Gib etwas Wasser in die rechte Hand, sprich die folgenden Worte und trinke es anschließend über den Daumenballen.

agniś ca mā manyuś ca manyupatayaś ca manyukṛtebhyaḥ pāpebhyo rakṣantām |
yad ahnā pāpam akārṣam | manasā vācā hastābhyām | padbhyām udareṇa śiśnā |
ahas tad avalumpatu | yat kiñca duritaṃ mayi |
idam ahaṃ mām amṛtayonau satye jyotiṣi juhomi svāhā ||

Übersetzung: Mögen Agni, Manyu und die Herren des Zornes mich vor den Verfehlungen schützen, die aus Zorn entstehen. Was ich tagsüber mit Geist, Wort, Händen, Füßen, Bauch oder Geschlechtsorgan gefehlt habe, möge der Tag auslöschen. Was immer an Verfehlung in mir ist: Mich selbst bringe ich im Licht der Wahrheit dar, im Ursprung der Unsterblichkeit. Svaha!

11. Dadhikravan anrufen und erneut besprengen
Sprich den ersten Vers. Danach besprenge zu den ersten sieben kurzen Zeilen den Kopf, zur achten die Füße, zur neunten nochmals den Kopf; bei der Schlussformel führe Wasser um den Kopf.

dadhikrāvṇo akāriṣaṃ jiṣṇor aśvasya vājinaḥ |
surabhi no mukhā karat pra ṇa āyūṃṣi tāriṣat ||
āpo hi ṣṭhā mayo bhuvaḥ |
tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase |
yo vaḥ śivatamo rasaḥ |
tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ |
tasmā araṃ gamāma vaḥ |
yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ |
bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||

Übersetzung: Ich habe Dadhikravan gepriesen, das siegreiche, kräftige Ross. Es mache unsere Gesichter duftend und führe unsere Lebenszeit weiter. Ihr Wasser seid wohltuend: Gebt uns Kraft, damit wir die große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter. Zu euch wollen wir gehen, zu dessen Wohnstatt ihr uns hinführt. Ihr Wasser, lasst uns neu entstehen. Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

12. Den Atem vor den Sonnenwassergaben sammeln
Falte rechten Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger regulierst du die Nasenlöcher. Atme links aus und links ein; schließe beide Nasenlöcher und rezitiere den Text innerlich. Atme rechts aus, rechts ein; rezitiere innerlich erneut und atme links aus. Das ist eine Runde. Vollziehe drei Runden. Halte den Atem nur mühelos; falls der Text dafür zu lang ist, rezitiere bei ruhigem natürlichem Atem. Diese schonende Anpassung ersetzt kein Erlernen der Atemführung bei einer Lehrperson.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

13. Arghya ankündigen
Berühre das rechte Ohr, halte Brahmanjali und fasse die Absicht. Morgens sprich prātaḥ; mittags madhyāhnika, abends sāyaṃ.

hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyāsūryārghyapradānaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich die Sonnenwassergabe der morgendlichen Sandhya vollziehen. Zur entsprechenden anderen Tageszeit: der mittäglichen oder abendlichen Sandhya.

14. Drei Wassergaben an Surya
Nimm Wasser in die rechte Hand, rezitiere das ganze Mantra und lasse das Wasser beim Abschluss über die Fingerspitzen nach vorn abfließen. Vollziehe dies dreimal, jedes Mal mit frischem Wasser. Am Gewässer kannst du beide hohlen Hände verwenden.

oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ sūryāya namaḥ | idam arghyam ||

Übersetzung: Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Verehrung Surya. Dies ist die ehrende Wassergabe.

15. Nur bei verspäteter Ausführung: eine vierte Gabe
Ist die vorgesehene Zeit überschritten, etwa wenn die Morgensandhya erst nach Sonnenaufgang stattfindet, führe nochmals drei Atemrunden aus, berühre das rechte Ohr und halte Brahmanjali. Rezitiere die folgende Atemformel bei den Atempausen und danach die Absichtserklärung; wähle darin wiederum prātaḥ, madhyāhnika oder sāyaṃ. Biete schließlich eine zusätzliche Wassergabe mit der vollständig nachfolgenden Gayatri und Surya-Anrufung dar. Bei rechtzeitiger Ausführung entfällt dieser ganze Schritt.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyākālātītaprāyaścittārthaṃ turīyārghyapradānaṃ kariṣye |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ sūryāya namaḥ | idam arghyam ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om. Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich als Ausgleich für die verspätete morgendliche Sandhya eine vierte Wassergabe darbringen. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Verehrung Surya; dies ist die Wassergabe.

16. Den eigenen Platz umsprengen
Besprenge den Boden um dich.

oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |

Übersetzung: Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

17. Das Licht als Brahman betrachten
Verweile einen Moment in der inneren Einheit von äußerem Sonnenlicht und dem Licht des Bewusstseins.

asāv ādityo brahma brahmaivāham asmi ||

Übersetzung: Jene Sonne ist Brahman; wahrlich, ich selbst bin Brahman.

18. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

19. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Berühre mit dem rechten Daumen rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger rechtes und linkes Auge, mit dem Zeigefinger rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger rechtes und linkes Ohr, mit dem Mittelfinger rechte und linke Schulter; dann mit der rechten Hand Nabel und Scheitel. Je Berührung sprich einen Namen in der folgenden Reihenfolge.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Übersetzung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

20. Wassergaben an die neun Grahas
Lasse zu jeder Anrufung eine kleine Wassergabe über die Fingerspitzen abfließen.

ādityaṃ tarpayāmi | somaṃ tarpayāmi | aṅgārakaṃ tarpayāmi |
budhaṃ tarpayāmi | bṛhaspatiṃ tarpayāmi | śukraṃ tarpayāmi |
śanaiścaraṃ tarpayāmi | rāhuṃ tarpayāmi | ketuṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke durch die Wassergabe Aditya, Soma, Angaraka, Budha, Brihaspati, Shukra, Shanaishchara, Rahu und Ketu.

21. Wassergaben an die zwölf Vishnu-Gestalten
Bringe zu jedem Namen eine kleine Wassergabe dar.

keśavaṃ tarpayāmi | nārāyaṇaṃ tarpayāmi | mādhavaṃ tarpayāmi |
govindaṃ tarpayāmi | viṣṇuṃ tarpayāmi | madhusūdanaṃ tarpayāmi |
trivikramaṃ tarpayāmi | vāmanaṃ tarpayāmi | śrīdharaṃ tarpayāmi |
hṛṣīkeśaṃ tarpayāmi | padmanābhaṃ tarpayāmi | dāmodaraṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke durch die Wassergabe Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara.

22. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

23. Die Wassergaben widmen
Lasse noch eine kleine Wassergabe abfließen.

oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||

Übersetzung: Om, Das ist die Wahrheit. Möge es eine Darbringung an Brahman sein.

24. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

25. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Berühre mit dem rechten Daumen rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger rechtes und linkes Auge, mit dem Zeigefinger rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger rechtes und linkes Ohr, mit dem Mittelfinger rechte und linke Schulter; dann mit der rechten Hand Nabel und Scheitel. Je Berührung sprich einen Namen in der folgenden Reihenfolge.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Übersetzung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

26. Den Sitz heiligen
Berühre den Boden beziehungsweise den Sitz. Lasse dich bewusst von der Erde tragen.

pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam ||

Übersetzung: Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich, Göttin, und mache meinen Sitz heilig.

27. Den Atem vor dem Japa sammeln
Falte rechten Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger regulierst du die Nasenlöcher. Atme links aus und links ein; schließe beide Nasenlöcher und rezitiere den Text innerlich. Atme rechts aus, rechts ein; rezitiere innerlich erneut und atme links aus. Das ist eine Runde. Vollziehe drei Runden. Halte den Atem nur mühelos; falls der Text dafür zu lang ist, rezitiere bei ruhigem natürlichem Atem. Diese schonende Anpassung ersetzt kein Erlernen der Atemführung bei einer Lehrperson.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

28. Die Gayatri-Rezitation ankündigen
Berühre das rechte Ohr und halte Brahmanjali. Wähle entsprechend der Tageszeit prātaḥ, madhyāhnika oder sāyaṃ.

hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyāṃ gāyatrīmahāmantrajapaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich in der morgendlichen Sandhya den großen Gayatri-Mantra wiederholen. Zur anderen Tageszeit gilt entsprechend die mittägliche oder abendliche Sandhya.

29. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen
Berühre bei der ersten Zeile die Stirn, bei der zweiten den Mund und bei der dritten das Herz. Bei der vierten drehe beide Handflächen auf Brusthöhe nach innen.

oṃ asya gāyatrīmahāmantrasya viśvāmitra ṛṣiḥ |
nicṛdgāyatrī chandaḥ |
savitā devatā |
sandhyāvandane jape viniyogaḥ ||

Übersetzung: Om. Seher dieses großen Gayatri-Mantras ist Vishvamitra, das Versmaß ist die um eine Silbe verkürzte Gayatri, die Gottheit Savitar. Seine Anwendung ist die Mantrawiederholung im Sandhyavandana.

30. Drei Atemrunden für die Mantrasammlung
Falte rechten Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger regulierst du die Nasenlöcher. Atme links aus und links ein; schließe beide Nasenlöcher und rezitiere den Text innerlich. Atme rechts aus, rechts ein; rezitiere innerlich erneut und atme links aus. Das ist eine Runde. Vollziehe drei Runden. Halte den Atem nur mühelos; falls der Text dafür zu lang ist, rezitiere bei ruhigem natürlichem Atem. Diese schonende Anpassung ersetzt kein Erlernen der Atemführung bei einer Lehrperson.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

31. Die Hände und den Körper mit den Weltenworten heiligen
Streiche mit jedem Zeigefinger über den eigenen Daumen; dann mit den Daumen über Zeige-, Mittel-, Ring- und kleine Finger, jeweils von der Handwurzel zur Spitze. Berühre anschließend beide Handflächen und Handrücken. Bei den nächsten sechs Formeln berühre Herz, Kopf, Scheitel, beide Schultern mit gekreuzten Armen und beide Augen; klatsche zum Abschluss dreimal. Zuletzt schnippe rings um den Kopf in den acht Richtungen.

oṃ bhūḥ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhuvaḥ tarjanībhyāṃ namaḥ |
oṃ suvaḥ madhyamābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhūḥ anāmikābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhuvaḥ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ |
oṃ suvaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhūḥ hṛdayāya namaḥ |
oṃ bhuvaḥ śirase svāhā |
oṃ suvaḥ śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ bhūḥ kavacāya huṃ |
oṃ bhuvaḥ netrābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ suvaḥ astrāya phaṭ |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvar oṃ iti digbandhaḥ ||

Übersetzung: Mit Om und den Weltenworten Bhuh, Bhuvah und Suvah: Verehrung den Daumen, Zeigefingern, Mittelfingern, Ringfingern, kleinen Fingern, Handflächen und Handrücken. Verehrung dem Herzen; Svaha für den Kopf; Vashat für den Scheitel; Hum für den Schutzpanzer; Vaushat für beide Augen; Phat für die schützende Waffe. Mit Om, Bhuh, Bhuvah, Suvah, Om werden die Richtungen geschützt.

32. Gayatri einladen
Halte die Hände zum Gebet vor dem Herzen.

āyātu varadā devī akṣaraṃ brahmasammitam |
gāyatrīṃ chandasāṃ mātedaṃ brahma juṣasva naḥ ||
ojo ’si saho ’si balam asi bhrājo ’si devānāṃ dhāma nāmāsi |
viśvam asi viśvāyuḥ sarvam asi sarvāyur abhibhūr oṃ |
gāyatrīm āvāhayāmi | sāvitrīm āvāhayāmi | sarasvatīm āvāhayāmi ||

Übersetzung: Möge die Gaben gewährende Göttin kommen, das Unvergängliche, das Brahman entspricht. Gayatri, Mutter der Versmaße, nimm unser heiliges Gebet an. Du bist Kraft, Stärke, Macht und Glanz; du bist die Wohnstatt der Götter. Du bist das All, das Leben des Alls, alles, das Leben aller und die alles überragende Macht. Om. Ich rufe Gayatri, Savitri und Saraswati herbei.

33. Gayatri am Morgen betrachten
Nur zur genannten Tageszeit: Vergegenwärtige die hier beschriebene Gestalt der Göttin.

prātar dhyāyāmi gāyatrīṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
ṛgvedam uccārayantīṃ raktavarṇāṃ kumārikām |
akṣamālakarāṃ brahmadaivatyāṃ haṃsavāhanām ||

Übersetzung: Am Morgen meditiere ich über Gayatri in der Mitte der Sonnenscheibe: ein rotfarbenes junges Mädchen, das den Rigveda rezitiert, eine Gebetskette hält, mit Brahma verbunden ist und auf einem Schwan reitet.

34. Savitri am Mittag betrachten
Nur zur genannten Tageszeit: Vergegenwärtige die hier beschriebene Gestalt der Göttin.

madhyāndine tu sāvitrīṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
yajurvedaṃ vyāharantīṃ śvetāṃ śūlakarāṃ śivām |
yuvatīṃ rudradevatyāṃ dhyāyāmi vṛṣavāhanām ||

Übersetzung: Am Mittag meditiere ich über Savitri in der Sonnenscheibe: eine junge Frau, weiß, glückverheißend, den Dreizack haltend und den Yajurveda sprechend; sie ist mit Rudra verbunden und reitet auf einem Stier.

35. Saraswati am Abend betrachten
Nur zur genannten Tageszeit: Vergegenwärtige die hier beschriebene Gestalt der Göttin.

sāyaṃ sarasvatīṃ śyāmāṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
sāmavedaṃ vyāharantīṃ cakrāyudhadharāṃ śubhām |
dhyāyāmi viṣṇudevatyāṃ vṛddhāṃ garuḍavāhanām ||

Übersetzung: Am Abend meditiere ich über die dunkle Saraswati in der Sonnenscheibe: ehrwürdig gealtert, glückverheißend, den Samaveda sprechend und den Diskus haltend; sie ist mit Vishnu verbunden und reitet auf Garuda.

36. Den Sinn des Mantras ins Herz nehmen
Richte die Aufmerksamkeit auf die göttliche Kraft, die den Geist zum rechten Handeln bewegt.

yo devaḥ savitāsmākaṃ dhiyo dharmādigocarāḥ |
prerayet tasya yad bhargas tad vareṇyam upāsmahe ||

Übersetzung: Wir verehren jenen erwählenswerten Glanz des göttlichen Savitar, der unsere Einsichten auf Dharma und die anderen Lebensziele ausrichtet.

37. Gayatri-Japa
Halte die heilige Schnur, sofern vorhanden, mit den Daumen und wiederhole den vollständigen Mantra 108-mal. Bei der vorbereiteten kürzeren Zahl sind 28 oder mindestens zehn Wiederholungen möglich. Lass jede Wiederholung zur Bitte um ein von Wahrheit und Mitgefühl geleitetes Denken werden.

oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||

Übersetzung: Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen.

38. Drei Atemrunden nach dem Japa
Falte rechten Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Mit Daumen und Ringfinger regulierst du die Nasenlöcher. Atme links aus und links ein; schließe beide Nasenlöcher und rezitiere den Text innerlich. Atme rechts aus, rechts ein; rezitiere innerlich erneut und atme links aus. Das ist eine Runde. Vollziehe drei Runden. Halte den Atem nur mühelos; falls der Text dafür zu lang ist, rezitiere bei ruhigem natürlichem Atem. Diese schonende Anpassung ersetzt kein Erlernen der Atemführung bei einer Lehrperson.

oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

39. Die Göttin verabschieden
Halte Brahmanjali. Die erste Zeile ist morgens prātaḥ, mittags madhyāhnika und abends sāyaṃ zu sprechen. Danach verabschiede Gayatri in Dankbarkeit.

prātaḥsandhyopasthānaṃ kariṣye |
uttame śikhare devi bhūmyāṃ parvatamūrdhani |
brāhmaṇebhyo hy anujñātā gaccha devi yathāsukham ||

Übersetzung: Ich werde das abschließende Sich-Hinstellen zur morgendlichen Sandhya vollziehen; mittags beziehungsweise abends gilt die entsprechende Tageszeit. Göttin, auf dem höchsten Gipfel der Erde, auf der Höhe des Berges: Von den Brahmanen verabschiedet, kehre, Göttin, in Frieden zurück.

40. Morgens: Mitra verehren
Nur morgens: Stehe auf und wende dich nach Osten. Halte die Hände zum Gebet.

mitrasya carṣaṇīdhṛtaḥ śravo devasya sānasim | satyaṃ citraśravastamam ||
mitro janān yātayati prajānan mitro dādhāra pṛthivīm uta dyām |
mitraḥ kṛṣṭīr animiṣābhicaṣṭe satyāya havyaṃ ghṛtavad vidhema ||
pra sa mitra marto astu prayasvān yas ta āditya śikṣati vratena |
na hanyate na jīyate tvoto nainam aṃho aśnoty antito na dūrāt ||

Übersetzung: Des göttlichen Mitra Ruhm, der die Menschen trägt, ist gewinnbringend, wahr und von wunderbarem Glanz. Mitra führt die Menschen mit Einsicht; Mitra trägt Erde und Himmel. Ohne zu blinzeln schaut er auf die Völker. Dem Wahrhaftigen wollen wir eine mit Ghee versehene Gabe darbringen. Möge der sterbliche Mensch reich an Gaben sein, der dir, Mitra und Aditya, nach deiner Ordnung dient. Von dir beschützt wird er weder geschlagen noch überwältigt; Bedrängnis erreicht ihn weder aus der Nähe noch aus der Ferne.

41. Mittags: Savitar und Surya verehren
Nur mittags: Stehe auf. Richte das Gebet an Surya, ohne direkt in die Sonne zu schauen.

ā satyena rajasā vartamāno niveśayann amṛtaṃ martyaṃ ca |
hiraṇyayena savitā rathenā devo yāti bhuvanā vipaśyan ||
ud vayaṃ tamasas pari paśyanto jyotir uttaram |
devaṃ devatrā sūryam aganma jyotir uttamam ||
ud u tyaṃ jātavedasaṃ devaṃ vahanti ketavaḥ | dṛśe viśvāya sūryam ||
citraṃ devānām udagād anīkaṃ cakṣur mitrasya varuṇasyāgneḥ |
āprā dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatas tasthuṣaś ca ||
tac cakṣur devahitaṃ purastāc chukram uccarat |
paśyema śaradaḥ śataṃ jīvema śaradaḥ śataṃ nandāma śaradaḥ śataṃ |
modāma śaradaḥ śataṃ bhavāma śaradaḥ śataṃ śṛṇavāma śaradaḥ śataṃ |
prabravāma śaradaḥ śatam ajītāḥ syāma śaradaḥ śataṃ jyok ca sūryaṃ dṛśe ||

Übersetzung: Durch den wahrhaftigen Raum sich bewegend, Unsterbliche und Sterbliche zur Ruhe geleitend, fährt der Gott Savitar im goldenen Wagen und schaut alle Welten. Über die Finsternis hinaus sehen wir höheres Licht; wir sind zu Surya, dem Gott unter Göttern, zum höchsten Licht gelangt. Seine Strahlen tragen den allwissenden Gott empor, Surya, damit alle ihn schauen. Das herrliche Antlitz der Götter ist aufgegangen, das Auge Mitras, Varunas und Agnis; es erfüllt Himmel, Erde und Zwischenraum. Surya ist das Selbst des Beweglichen und Unbeweglichen. Dieses von den Göttern gesetzte Auge steigt im Osten leuchtend auf. Mögen wir hundert Herbste sehen, leben, uns freuen, froh sein, bestehen, hören und sprechen; mögen wir hundert Herbste unbesiegt sein und lange die Sonne schauen.

42. Abends: Varuna um Vergebung bitten
Nur abends: Stehe auf und wende dich nach Westen. Begegne dem vergangenen Tag wahrhaftig und vertraue dich Varunas Gnade an.

imaṃ me varuṇa śrudhī havam adyā ca mṛḍaya | tvām avasyur ā cake ||
tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad ā śāste yajamāno havirbhiḥ |
aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśaṃsa mā na āyuḥ pra moṣīḥ ||
yac cid dhi te viśo yathā pra deva varuṇa vratam | minīmasi dyavi dyavi ||
yat kiṃ cedaṃ varuṇa daivye jane ’bhidrohaṃ manuṣyāś carāmasi |
acittī yat tava dharmā yuyopima mā nas tasmād enaso deva rīriṣaḥ ||
kitavāso yad riripur na dīvi yad vā ghā satyam uta yan na vidma |
sarvā tā vi ṣya śithireva devāthā te syāma varuṇa priyāsaḥ ||

Übersetzung: Varuna, höre meinen Ruf und sei heute gnädig. Hilfesuchend rufe ich dich an. Mit heiligem Gebet verehre ich dich; der Opfernde erbittet dies mit seinen Gaben: Sei uns hier ohne Zorn gewahr, weitgerühmter Varuna; raube uns nicht das Leben. Wenn wir wie Menschen deiner Ordnung Tag für Tag zuwiderhandeln, wenn wir als Menschen gegen die göttliche Gemeinschaft gefehlt und unwissentlich deine Gesetze verlassen haben, so schädige uns deswegen nicht, Gott. Wenn wir wie Spieler beim Spiel getäuscht haben, ob wissentlich oder unwissentlich: Löse all diese Verfehlungen wie gelockerte Fesseln, Gott, damit wir dir, Varuna, lieb sein mögen.

43. Die Sandhya in allen Richtungen grüßen
Wende dich im Uhrzeigersinn nach Osten, Süden, Westen und Norden und sprich jeweils eine der ersten vier Anrufungen. Die letzten beiden Zeilen sprich in ruhiger Gebetshaltung.

oṃ sandhyāyai namaḥ |
oṃ sāvitryai namaḥ |
oṃ gāyatryai namaḥ |
oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ sarvābhyo devatābhyo namaḥ |
kāmo ’kārṣīn manyur akārṣīn namo namaḥ ||

Übersetzung: Om, Verehrung Sandhya, Savitri, Gayatri und Saraswati. Om, Verehrung allen Gottheiten. Verlangen hat gehandelt, Zorn hat gehandelt; wieder und wieder Verehrung.

Erkenne die Kräfte von Begehren und Zorn, ohne Verantwortung abzugeben. Aus der Einsicht kann der Entschluss wachsen, heute geduldiger zu sprechen und bewusster zu handeln.

44. Die überlieferte Selbstvorstellung sprechen
Berühre beide Ohren, neige dich vor und rezitiere die mit deinen wirklichen Angaben ausgefüllte Formel; berühre anschließend den Boden. Wer keine entsprechende Familieneinführung besitzt, verneigt sich still und erhebt keinen Anspruch auf eine unbekannte Abstammung.

abhivādaye ⟨Pravara-Rishis⟩ ṛṣayaḥ pravarānvitasya ⟨Gotra⟩ gotrasya |
⟨Sutra-Schule⟩ sūtra ⟨Veda-Zweig⟩ śākhādhyāyī ⟨Ritualname⟩ nāma śarmāham asmi bhoḥ ||

Übersetzung: Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre der durch die genannten Rishis ausgezeichneten Ahnenfolge und dem genannten Gotra an, folge der genannten Sutra-Schule, studiere den genannten Veda-Zweig und trage den genannten Ritualnamen.

45. Richtungen und göttliche Mächte grüßen
Grüße im Uhrzeigersinn Osten, Süden, Westen und Norden; danach oben, unten, Zwischenraum und Erde. Die letzten drei Anrufungen gelten Vishnu, Brahma und Rudra.

oṃ prācyai diśe namaḥ |
oṃ dakṣiṇasyai diśe namaḥ |
oṃ pratīcyai diśe namaḥ |
oṃ udīcyai diśe namaḥ |
oṃ ūrdhvāya namaḥ |
oṃ adharāya namaḥ |
oṃ antarikṣāya namaḥ |
oṃ bhūmyai namaḥ |
oṃ viṣṇave namaḥ |
oṃ brahmaṇe namaḥ |
oṃ rudrāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung der östlichen, südlichen, westlichen und nördlichen Richtung; Verehrung dem Oberen und dem Unteren, dem Zwischenraum und der Erde; Verehrung Vishnu, Brahma und Rudra.

46. Yama grüßen
Wende dich nach Süden. Gedenke der Vergänglichkeit und des rechten Maßes, das dem Leben Würde gibt.

yamāya dharmarājāya mṛtyave cāntakāya ca |
vaivasvatāya kālāya sarvabhūtakṣayāya ca ||
audumbarāya dadhnāya nīlāya parameṣṭhine |
vṛkodarāya citrāya citraguptāya vai namo namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung Yama, dem König des Dharma, dem Tod und dem Vollender; dem Sohn Vivasvats, der Zeit und dem Ende aller Wesen; Audumbara, Dadhna, dem Dunklen, dem Höchsterhabenen, dem Wolfsbäuchigen, dem Wunderbaren und Chitragupta – wieder und wieder Verehrung.

47. Shiva grüßen
Wende dich nach Norden und verehre Shiva als das höchste Wirkliche.

ṛtaṃ satyaṃ paraṃ brahma puruṣaṃ kṛṣṇapiṅgalam |
ūrdhvaretaṃ virūpākṣaṃ viśvarūpāya vai namo namaḥ ||

Übersetzung: Der Ordnung und Wahrheit, dem höchsten Brahman, dem kosmischen Menschen, dunkel und goldbraun, dessen schöpferische Kraft aufwärts gerichtet ist, dem verschiedenäugigen, allgestaltigen Herrn – wieder und wieder Verehrung.

48. Surya Narayana verehren
Wende dich in Richtung der Sonne und halte die Hände vor dem Herzen.

namaḥ savitre jagadekacakṣuṣe jagatprasūtisthitināśahetave |
trayīmayāya triguṇātmadhāriṇe viriñcinārāyaṇaśaṅkarātmane ||
dhyeyaḥ sadā savitṛmaṇḍalamadhyavartī nārāyaṇaḥ sarasijāsanasanniviṣṭaḥ |
keyūravān makarakuṇḍalavān kirīṭī hārī hiraṇmayavapur dhṛtaśaṅkhacakraḥ ||
śaṅkhacakragadāpāṇe dvārakānilayācyuta |
govinda puṇḍarīkākṣa rakṣa māṃ śaraṇāgatam ||
ākāśāt patitaṃ toyaṃ yathā gacchati sāgaram |
sarvadevanamaskāraḥ keśavaṃ pratigacchati ||
namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung Savitar, dem einen Auge der Welt, Ursprung ihrer Entstehung, Erhaltung und Auflösung, der die drei Veden und die drei Gunas umfasst und Brahma, Narayana und Shankara in sich trägt. Stets möge Narayana meditiert werden, in der Mitte des Sonnenkreises auf einem Lotussitz ruhend, mit Armreifen, Makara-Ohrringen, Krone und Halskette, goldenem Leib sowie Muschel und Diskus. Du mit Muschel, Diskus und Keule, Bewohner Dvarakas, Acyuta, Govinda, Lotusäugiger: Beschütze mich, der ich Zuflucht nehme. Wie vom Himmel gefallenes Wasser zum Meer gelangt, erreicht jede Verehrung einer Gottheit Keshava. Verehrung dem Gott des heiligen Wissens, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Krishna und Govinda – wieder und wieder Verehrung.

49. Nochmals ehrerbietig verneigen
Berühre beide Ohren, neige dich vor, sprich die persönliche Formel und berühre den Boden. Ohne überlieferte Familienformel verneige dich still.

abhivādaye ⟨Pravara-Rishis⟩ ṛṣayaḥ pravarānvitasya ⟨Gotra⟩ gotrasya |
⟨Sutra-Schule⟩ sūtra ⟨Veda-Zweig⟩ śākhādhyāyī ⟨Ritualname⟩ nāma śarmāham asmi bhoḥ ||

Übersetzung: Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre der durch die genannten Rishis ausgezeichneten Ahnenfolge und dem genannten Gotra an, folge der genannten Sutra-Schule, studiere den genannten Veda-Zweig und trage den genannten Ritualnamen.

50. Alles Handeln darbringen
Falte die Hände und widme die Praxis Narayana.

kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ janārdana |
yat kṛtaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||
prāyaścittāny aśeṣāṇi tapaḥkarmātmakāni vai |
yāni teṣām aśeṣāṇāṃ kṛṣṇānusmaraṇaṃ param ||
kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa ||

Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Wort, Geist, Sinnen, Vernunft oder aus der eigenen Natur heraus tue, bringe ich vollständig dem höchsten Narayana dar. Janardana, was ich ohne genügende Mantras, Handlung oder Hingabe vollbracht habe, möge für dich vollkommen sein. Unter allen Sühneübungen, die aus Askese und rituellen Handlungen bestehen, ist die Erinnerung an Krishna das Höchste. Krishna, Krishna, Krishna!

51. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

52. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Berühre mit dem rechten Daumen rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger rechtes und linkes Auge, mit dem Zeigefinger rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger rechtes und linkes Ohr, mit dem Mittelfinger rechte und linke Schulter; dann mit der rechten Hand Nabel und Scheitel. Je Berührung sprich einen Namen in der folgenden Reihenfolge.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Übersetzung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

53. Um einen heilsamen Tag bitten
Sprich den abschließenden Segen.

adyā no deva savitaḥ prajāvatsāvīḥ saubhagam | parā duḥṣvapnyaṃ suva ||
oṃ viśvāni deva savitar duritāni parā suva | yad bhadraṃ tan na ā suva ||

Übersetzung: Göttlicher Savitar, schenke uns heute glückliches Gedeihen mit Nachkommenschaft; vertreibe bedrückende Träume. Om, göttlicher Savitar, treibe alle Übel fort; was gut und heilsam ist, führe uns zu.

54. Den Japa-Platz berühren
Besprenge den Platz der Mantrarezitation mit Wasser, berühre dieses Wasser mit den Fingerspitzen und anschließend deine Stirn.

55. Achamana – dreimal Wasser trinken
Nimm drei kleine Schlucke Wasser, je einen zur folgenden Anrufung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

Übersetzung: Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

56. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Berühre mit dem rechten Daumen rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger rechtes und linkes Auge, mit dem Zeigefinger rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger rechtes und linkes Ohr, mit dem Mittelfinger rechte und linke Schulter; dann mit der rechten Hand Nabel und Scheitel. Je Berührung sprich einen Namen in der folgenden Reihenfolge.

keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Übersetzung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

Abschluss und Vertiefung

Räume die Wasserschale achtsam weg und gib das aufgefangene Wasser an eine Pflanze oder auf sauberen Boden. Bleibe noch einen Moment still. Morgens kann die Bitte um erhellte Einsicht deinen Tagesbeginn leiten, mittags die erneute Sammlung und abends die Bereitschaft zur Vergebung. So wird der Übergang zur nächsten Tätigkeit selbst zur Fortsetzung von Bhakti und Meditation.

Vollständige Rezitationsanhänge

Die Nummern beziehen sich auf die Handlungsschritte. Tageszeitabhängige und bedingte Abschnitte werden nur in der jeweils bezeichneten Situation rezitiert.

IAST

1. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

2. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

3. Hindernisse lösen
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||

4. Den Atem sammeln
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

5. Die Absicht fassen
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyām upāsiṣye ||

6. Ein Wasserzeichen auf die Stirn setzen
oṃ keśavāya namaḥ |

7. Mit den Wassern reinigen
āpo hi ṣṭhā mayo bhuvaḥ |
tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase |
yo vaḥ śivatamo rasaḥ |
tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ |
tasmā araṃ gamāma vaḥ |
yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ |
bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||

8. Reinigendes Trinken – morgens
sūryaś ca mā manyuś ca manyupatayaś ca manyukṛtebhyaḥ pāpebhyo rakṣantām |
yad rātryā pāpam akārṣam | manasā vācā hastābhyām | padbhyām udareṇa śiśnā |
rātris tad avalumpatu | yat kiñca duritaṃ mayi |
idam ahaṃ mām amṛtayonau sūrye jyotiṣi juhomi svāhā ||

9. Reinigendes Trinken – mittags
āpaḥ punantu pṛthivīṃ pṛthivī pūtā punātu mām |
punantu brahmaṇaspatir brahmapūtā punātu mām |
yad ucchiṣṭam abhojyaṃ yad vā duścaritaṃ mama |
sarvaṃ punantu mām āpo ’satāṃ ca pratigrahaṃ svāhā ||

10. Reinigendes Trinken – abends
agniś ca mā manyuś ca manyupatayaś ca manyukṛtebhyaḥ pāpebhyo rakṣantām |
yad ahnā pāpam akārṣam | manasā vācā hastābhyām | padbhyām udareṇa śiśnā |
ahas tad avalumpatu | yat kiñca duritaṃ mayi |
idam ahaṃ mām amṛtayonau satye jyotiṣi juhomi svāhā ||

11. Dadhikravan anrufen und erneut besprengen
dadhikrāvṇo akāriṣaṃ jiṣṇor aśvasya vājinaḥ |
surabhi no mukhā karat pra ṇa āyūṃṣi tāriṣat ||
āpo hi ṣṭhā mayo bhuvaḥ |
tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase |
yo vaḥ śivatamo rasaḥ |
tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ |
tasmā araṃ gamāma vaḥ |
yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ |
bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||

12. Den Atem vor den Sonnenwassergaben sammeln
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

13. Arghya ankündigen
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyāsūryārghyapradānaṃ kariṣye ||

14. Drei Wassergaben an Surya
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ sūryāya namaḥ | idam arghyam ||

15. Nur bei verspäteter Ausführung: eine vierte Gabe
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyākālātītaprāyaścittārthaṃ turīyārghyapradānaṃ kariṣye |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ sūryāya namaḥ | idam arghyam ||

16. Den eigenen Platz umsprengen
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |

17. Das Licht als Brahman betrachten
asāv ādityo brahma brahmaivāham asmi ||

18. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

19. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

20. Wassergaben an die neun Grahas
ādityaṃ tarpayāmi | somaṃ tarpayāmi | aṅgārakaṃ tarpayāmi |
budhaṃ tarpayāmi | bṛhaspatiṃ tarpayāmi | śukraṃ tarpayāmi |
śanaiścaraṃ tarpayāmi | rāhuṃ tarpayāmi | ketuṃ tarpayāmi |

21. Wassergaben an die zwölf Vishnu-Gestalten
keśavaṃ tarpayāmi | nārāyaṇaṃ tarpayāmi | mādhavaṃ tarpayāmi |
govindaṃ tarpayāmi | viṣṇuṃ tarpayāmi | madhusūdanaṃ tarpayāmi |
trivikramaṃ tarpayāmi | vāmanaṃ tarpayāmi | śrīdharaṃ tarpayāmi |
hṛṣīkeśaṃ tarpayāmi | padmanābhaṃ tarpayāmi | dāmodaraṃ tarpayāmi |

22. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

23. Die Wassergaben widmen
oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||

24. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

25. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

26. Den Sitz heiligen
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam ||

27. Den Atem vor dem Japa sammeln
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

28. Die Gayatri-Rezitation ankündigen
hariḥ oṃ tat sat | govinda govinda govinda |
mama upāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ prātaḥsandhyāṃ gāyatrīmahāmantrajapaṃ kariṣye ||

29. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen
oṃ asya gāyatrīmahāmantrasya viśvāmitra ṛṣiḥ |
nicṛdgāyatrī chandaḥ |
savitā devatā |
sandhyāvandane jape viniyogaḥ ||

30. Drei Atemrunden für die Mantrasammlung
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

31. Die Hände und den Körper mit den Weltenworten heiligen
oṃ bhūḥ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhuvaḥ tarjanībhyāṃ namaḥ |
oṃ suvaḥ madhyamābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhūḥ anāmikābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhuvaḥ kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ |
oṃ suvaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ bhūḥ hṛdayāya namaḥ |
oṃ bhuvaḥ śirase svāhā |
oṃ suvaḥ śikhāyai vaṣaṭ |
oṃ bhūḥ kavacāya huṃ |
oṃ bhuvaḥ netrābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ suvaḥ astrāya phaṭ |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvar oṃ iti digbandhaḥ ||

32. Gayatri einladen
āyātu varadā devī akṣaraṃ brahmasammitam |
gāyatrīṃ chandasāṃ mātedaṃ brahma juṣasva naḥ ||
ojo ’si saho ’si balam asi bhrājo ’si devānāṃ dhāma nāmāsi |
viśvam asi viśvāyuḥ sarvam asi sarvāyur abhibhūr oṃ |
gāyatrīm āvāhayāmi | sāvitrīm āvāhayāmi | sarasvatīm āvāhayāmi ||

33. Gayatri am Morgen betrachten
prātar dhyāyāmi gāyatrīṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
ṛgvedam uccārayantīṃ raktavarṇāṃ kumārikām |
akṣamālakarāṃ brahmadaivatyāṃ haṃsavāhanām ||

34. Savitri am Mittag betrachten
madhyāndine tu sāvitrīṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
yajurvedaṃ vyāharantīṃ śvetāṃ śūlakarāṃ śivām |
yuvatīṃ rudradevatyāṃ dhyāyāmi vṛṣavāhanām ||

35. Saraswati am Abend betrachten
sāyaṃ sarasvatīṃ śyāmāṃ ravimaṇḍalamadhyagām |
sāmavedaṃ vyāharantīṃ cakrāyudhadharāṃ śubhām |
dhyāyāmi viṣṇudevatyāṃ vṛddhāṃ garuḍavāhanām ||

36. Den Sinn des Mantras ins Herz nehmen
yo devaḥ savitāsmākaṃ dhiyo dharmādigocarāḥ |
prerayet tasya yad bhargas tad vareṇyam upāsmahe ||

37. Gayatri-Japa
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||

38. Drei Atemrunden nach dem Japa
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ |
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

39. Die Göttin verabschieden
prātaḥsandhyopasthānaṃ kariṣye |
uttame śikhare devi bhūmyāṃ parvatamūrdhani |
brāhmaṇebhyo hy anujñātā gaccha devi yathāsukham ||

40. Morgens: Mitra verehren
mitrasya carṣaṇīdhṛtaḥ śravo devasya sānasim | satyaṃ citraśravastamam ||
mitro janān yātayati prajānan mitro dādhāra pṛthivīm uta dyām |
mitraḥ kṛṣṭīr animiṣābhicaṣṭe satyāya havyaṃ ghṛtavad vidhema ||
pra sa mitra marto astu prayasvān yas ta āditya śikṣati vratena |
na hanyate na jīyate tvoto nainam aṃho aśnoty antito na dūrāt ||

41. Mittags: Savitar und Surya verehren
ā satyena rajasā vartamāno niveśayann amṛtaṃ martyaṃ ca |
hiraṇyayena savitā rathenā devo yāti bhuvanā vipaśyan ||
ud vayaṃ tamasas pari paśyanto jyotir uttaram |
devaṃ devatrā sūryam aganma jyotir uttamam ||
ud u tyaṃ jātavedasaṃ devaṃ vahanti ketavaḥ | dṛśe viśvāya sūryam ||
citraṃ devānām udagād anīkaṃ cakṣur mitrasya varuṇasyāgneḥ |
āprā dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatas tasthuṣaś ca ||
tac cakṣur devahitaṃ purastāc chukram uccarat |
paśyema śaradaḥ śataṃ jīvema śaradaḥ śataṃ nandāma śaradaḥ śataṃ |
modāma śaradaḥ śataṃ bhavāma śaradaḥ śataṃ śṛṇavāma śaradaḥ śataṃ |
prabravāma śaradaḥ śatam ajītāḥ syāma śaradaḥ śataṃ jyok ca sūryaṃ dṛśe ||

42. Abends: Varuna um Vergebung bitten
imaṃ me varuṇa śrudhī havam adyā ca mṛḍaya | tvām avasyur ā cake ||
tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad ā śāste yajamāno havirbhiḥ |
aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśaṃsa mā na āyuḥ pra moṣīḥ ||
yac cid dhi te viśo yathā pra deva varuṇa vratam | minīmasi dyavi dyavi ||
yat kiṃ cedaṃ varuṇa daivye jane ’bhidrohaṃ manuṣyāś carāmasi |
acittī yat tava dharmā yuyopima mā nas tasmād enaso deva rīriṣaḥ ||
kitavāso yad riripur na dīvi yad vā ghā satyam uta yan na vidma |
sarvā tā vi ṣya śithireva devāthā te syāma varuṇa priyāsaḥ ||

43. Die Sandhya in allen Richtungen grüßen
oṃ sandhyāyai namaḥ |
oṃ sāvitryai namaḥ |
oṃ gāyatryai namaḥ |
oṃ sarasvatyai namaḥ |
oṃ sarvābhyo devatābhyo namaḥ |
kāmo ’kārṣīn manyur akārṣīn namo namaḥ ||

44. Die überlieferte Selbstvorstellung sprechen
abhivādaye ⟨Pravara-Rishis⟩ ṛṣayaḥ pravarānvitasya ⟨Gotra⟩ gotrasya |
⟨Sutra-Schule⟩ sūtra ⟨Veda-Zweig⟩ śākhādhyāyī ⟨Ritualname⟩ nāma śarmāham asmi bhoḥ ||

45. Richtungen und göttliche Mächte grüßen
oṃ prācyai diśe namaḥ |
oṃ dakṣiṇasyai diśe namaḥ |
oṃ pratīcyai diśe namaḥ |
oṃ udīcyai diśe namaḥ |
oṃ ūrdhvāya namaḥ |
oṃ adharāya namaḥ |
oṃ antarikṣāya namaḥ |
oṃ bhūmyai namaḥ |
oṃ viṣṇave namaḥ |
oṃ brahmaṇe namaḥ |
oṃ rudrāya namaḥ |

46. Yama grüßen
yamāya dharmarājāya mṛtyave cāntakāya ca |
vaivasvatāya kālāya sarvabhūtakṣayāya ca ||
audumbarāya dadhnāya nīlāya parameṣṭhine |
vṛkodarāya citrāya citraguptāya vai namo namaḥ ||

47. Shiva grüßen
ṛtaṃ satyaṃ paraṃ brahma puruṣaṃ kṛṣṇapiṅgalam |
ūrdhvaretaṃ virūpākṣaṃ viśvarūpāya vai namo namaḥ ||

48. Surya Narayana verehren
namaḥ savitre jagadekacakṣuṣe jagatprasūtisthitināśahetave |
trayīmayāya triguṇātmadhāriṇe viriñcinārāyaṇaśaṅkarātmane ||
dhyeyaḥ sadā savitṛmaṇḍalamadhyavartī nārāyaṇaḥ sarasijāsanasanniviṣṭaḥ |
keyūravān makarakuṇḍalavān kirīṭī hārī hiraṇmayavapur dhṛtaśaṅkhacakraḥ ||
śaṅkhacakragadāpāṇe dvārakānilayācyuta |
govinda puṇḍarīkākṣa rakṣa māṃ śaraṇāgatam ||
ākāśāt patitaṃ toyaṃ yathā gacchati sāgaram |
sarvadevanamaskāraḥ keśavaṃ pratigacchati ||
namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca |
jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||

49. Nochmals ehrerbietig verneigen
abhivādaye ⟨Pravara-Rishis⟩ ṛṣayaḥ pravarānvitasya ⟨Gotra⟩ gotrasya |
⟨Sutra-Schule⟩ sūtra ⟨Veda-Zweig⟩ śākhādhyāyī ⟨Ritualname⟩ nāma śarmāham asmi bhoḥ ||

50. Alles Handeln darbringen
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ janārdana |
yat kṛtaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||
prāyaścittāny aśeṣāṇi tapaḥkarmātmakāni vai |
yāni teṣām aśeṣāṇāṃ kṛṣṇānusmaraṇaṃ param ||
kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa ||

51. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

52. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

53. Um einen heilsamen Tag bitten
adyā no deva savitaḥ prajāvatsāvīḥ saubhagam | parā duḥṣvapnyaṃ suva ||
oṃ viśvāni deva savitar duritāni parā suva | yad bhadraṃ tan na ā suva ||

55. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |

56. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda |
viṣṇu | madhusūdana | trivikrama | vāmana |
śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara |

Devanagari

1. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

2. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द ।
विष्णु । मधुसूदन । त्रिविक्रम । वामन ।
श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।

3. Hindernisse lösen
शुक्लाम्बरधरं विष्णुं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥

4. Den Atem sammeln
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

5. Die Absicht fassen
हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
मम उपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं प्रातःसन्ध्याम् उपासिष्ये ॥

6. Ein Wasserzeichen auf die Stirn setzen
ॐ केशवाय नमः ।

7. Mit den Wassern reinigen
आपो हि ष्ठा मयो भुवः ।
ता न ऊर्जे दधातन ।
महे रणाय चक्षसे ।
यो वः शिवतमो रसः ।
तस्य भाजयतेह नः ।
उशतीर् इव मातरः ।
तस्मा अरं गमाम वः ।
यस्य क्षयाय जिन्वथ ।
आपो जनयथा च नः ।
भूर् भुवः सुवः ॥

8. Reinigendes Trinken – morgens
सूर्यश् च मा मन्युश् च मन्युपतयश् च मन्युकृतेभ्यः पापेभ्यो रक्षन्ताम् ।
यद् रात्र्या पापम् अकार्षम् । मनसा वाचा हस्ताभ्याम् । पद्भ्याम् उदरेण शिश्ना ।
रात्रिस् तद् अवलुम्पतु । यत् किञ्च दुरितं मयि ।
इदम् अहं माम् अमृतयोनौ सूर्ये ज्योतिषि जुहोमि स्वाहा ॥

9. Reinigendes Trinken – mittags
आपः पुनन्तु पृथिवीं पृथिवी पूता पुनातु माम् ।
पुनन्तु ब्रह्मणस्पतिर् ब्रह्मपूता पुनातु माम् ।
यद् उच्छिष्टम् अभोज्यं यद् वा दुश्चरितं मम ।
सर्वं पुनन्तु माम् आपो ’सतां च प्रतिग्रहं स्वाहा ॥

10. Reinigendes Trinken – abends
अग्निश् च मा मन्युश् च मन्युपतयश् च मन्युकृतेभ्यः पापेभ्यो रक्षन्ताम् ।
यद् अह्ना पापम् अकार्षम् । मनसा वाचा हस्ताभ्याम् । पद्भ्याम् उदरेण शिश्ना ।
अहस् तद् अवलुम्पतु । यत् किञ्च दुरितं मयि ।
इदम् अहं माम् अमृतयोनौ सत्ये ज्योतिषि जुहोमि स्वाहा ॥

11. Dadhikravan anrufen und erneut besprengen
दधिक्राव्णो अकारिषं जिष्णोर् अश्वस्य वाजिनः ।
सुरभि नो मुखा करत् प्र ण आयूंषि तारिषत् ॥
आपो हि ष्ठा मयो भुवः ।
ता न ऊर्जे दधातन ।
महे रणाय चक्षसे ।
यो वः शिवतमो रसः ।
तस्य भाजयतेह नः ।
उशतीर् इव मातरः ।
तस्मा अरं गमाम वः ।
यस्य क्षयाय जिन्वथ ।
आपो जनयथा च नः ।
भूर् भुवः सुवः ॥

12. Den Atem vor den Sonnenwassergaben sammeln
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

13. Arghya ankündigen
हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
मम उपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं प्रातःसन्ध्यासूर्यार्घ्यप्रदानं करिष्ये ॥

14. Drei Wassergaben an Surya
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ सूर्याय नमः । इदम् अर्घ्यम् ॥

15. Nur bei verspäteter Ausführung: eine vierte Gabe
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥
हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
मम उपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं प्रातःसन्ध्याकालातीतप्रायश्चित्तार्थं तुरीयार्घ्यप्रदानं करिष्ये ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ सूर्याय नमः । इदम् अर्घ्यम् ॥

16. Den eigenen Platz umsprengen
ॐ भूर् भुवः सुवः ।

17. Das Licht als Brahman betrachten
असाव् आदित्यो ब्रह्म ब्रह्मैवाहम् अस्मि ॥

18. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

19. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द ।
विष्णु । मधुसूदन । त्रिविक्रम । वामन ।
श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।

20. Wassergaben an die neun Grahas
आदित्यं तर्पयामि । सोमं तर्पयामि । अङ्गारकं तर्पयामि ।
बुधं तर्पयामि । बृहस्पतिं तर्पयामि । शुक्रं तर्पयामि ।
शनैश्चरं तर्पयामि । राहुं तर्पयामि । केतुं तर्पयामि ।

21. Wassergaben an die zwölf Vishnu-Gestalten
केशवं तर्पयामि । नारायणं तर्पयामि । माधवं तर्पयामि ।
गोविन्दं तर्पयामि । विष्णुं तर्पयामि । मधुसूदनं तर्पयामि ।
त्रिविक्रमं तर्पयामि । वामनं तर्पयामि । श्रीधरं तर्पयामि ।
हृषीकेशं तर्पयामि । पद्मनाभं तर्पयामि । दामोदरं तर्पयामि ।

22. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

23. Die Wassergaben widmen
ॐ तत् सत् ब्रह्मार्पणम् अस्तु ॥

24. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

25. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द ।
विष्णु । मधुसूदन । त्रिविक्रम । वामन ।
श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।

26. Den Sitz heiligen
पृथ्वि त्वया धृता लोका देवि त्वं विष्णुना धृता ।
त्वं च धारय मां देवि पवित्रं कुरु चासनम् ॥

27. Den Atem vor dem Japa sammeln
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

28. Die Gayatri-Rezitation ankündigen
हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
मम उपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं प्रातःसन्ध्यां गायत्रीमहामन्त्रजपं करिष्ये ॥

29. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen
ॐ अस्य गायत्रीमहामन्त्रस्य विश्वामित्र ऋषिः ।
निचृद्गायत्री छन्दः ।
सविता देवता ।
सन्ध्यावन्दने जपे विनियोगः ॥

30. Drei Atemrunden für die Mantrasammlung
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

31. Die Hände und den Körper mit den Weltenworten heiligen
ॐ भूः अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
ॐ भुवः तर्जनीभ्यां नमः ।
ॐ सुवः मध्यमाभ्यां नमः ।
ॐ भूः अनामिकाभ्यां नमः ।
ॐ भुवः कनिष्ठिकाभ्यां नमः ।
ॐ सुवः करतलकरपृष्ठाभ्यां नमः ।
ॐ भूः हृदयाय नमः ।
ॐ भुवः शिरसे स्वाहा ।
ॐ सुवः शिखायै वषट् ।
ॐ भूः कवचाय हुं ।
ॐ भुवः नेत्राभ्यां वौषट् ।
ॐ सुवः अस्त्राय फट् ।
ॐ भूर् भुवः सुवर् ॐ इति दिग्बन्धः ॥

32. Gayatri einladen
आयातु वरदा देवी अक्षरं ब्रह्मसम्मितम् ।
गायत्रीं छन्दसां मातेदं ब्रह्म जुषस्व नः ॥
ओजो ’सि सहो ’सि बलम् असि भ्राजो ’सि देवानां धाम नामासि ।
विश्वम् असि विश्वायुः सर्वम् असि सर्वायुर् अभिभूर् ॐ ।
गायत्रीम् आवाहयामि । सावित्रीम् आवाहयामि । सरस्वतीम् आवाहयामि ॥

33. Gayatri am Morgen betrachten
प्रातर् ध्यायामि गायत्रीं रविमण्डलमध्यगाम् ।
ऋग्वेदम् उच्चारयन्तीं रक्तवर्णां कुमारिकाम् ।
अक्षमालकरां ब्रह्मदैवत्यां हंसवाहनाम् ॥

34. Savitri am Mittag betrachten
मध्यान्दिने तु सावित्रीं रविमण्डलमध्यगाम् ।
यजुर्वेदं व्याहरन्तीं श्वेतां शूलकरां शिवाम् ।
युवतीं रुद्रदेवत्यां ध्यायामि वृषवाहनाम् ॥

35. Saraswati am Abend betrachten
सायं सरस्वतीं श्यामां रविमण्डलमध्यगाम् ।
सामवेदं व्याहरन्तीं चक्रायुधधरां शुभाम् ।
ध्यायामि विष्णुदेवत्यां वृद्धां गरुडवाहनाम् ॥

36. Den Sinn des Mantras ins Herz nehmen
यो देवः सवितास्माकं धियो धर्मादिगोचराः ।
प्रेरयेत् तस्य यद् भर्गस् तद् वरेण्यम् उपास्महे ॥

37. Gayatri-Japa
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥

38. Drei Atemrunden nach dem Japa
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ।
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ’मृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

39. Die Göttin verabschieden
प्रातःसन्ध्योपस्थानं करिष्ये ।
उत्तमे शिखरे देवि भूम्यां पर्वतमूर्धनि ।
ब्राह्मणेभ्यो ह्य् अनुज्ञाता गच्छ देवि यथासुखम् ॥

40. Morgens: Mitra verehren
मित्रस्य चर्षणीधृतः श्रवो देवस्य सानसिम् । सत्यं चित्रश्रवस्तमम् ॥
मित्रो जनान् यातयति प्रजानन् मित्रो दाधार पृथिवीम् उत द्याम् ।
मित्रः कृष्टीर् अनिमिषाभिचष्टे सत्याय हव्यं घृतवद् विधेम ॥
प्र स मित्र मर्तो अस्तु प्रयस्वान् यस् त आदित्य शिक्षति व्रतेन ।
न हन्यते न जीयते त्वोतो नैनम् अंहो अश्नोत्य् अन्तितो न दूरात् ॥

41. Mittags: Savitar und Surya verehren
आ सत्येन रजसा वर्तमानो निवेशयन्न् अमृतं मर्त्यं च ।
हिरण्ययेन सविता रथेना देवो याति भुवना विपश्यन् ॥
उद् वयं तमसस् परि पश्यन्तो ज्योतिर् उत्तरम् ।
देवं देवत्रा सूर्यम् अगन्म ज्योतिर् उत्तमम् ॥
उद् उ त्यं जातवेदसं देवं वहन्ति केतवः । दृशे विश्वाय सूर्यम् ॥
चित्रं देवानाम् उदगाद् अनीकं चक्षुर् मित्रस्य वरुणस्याग्नेः ।
आप्रा द्यावापृथिवी अन्तरिक्षं सूर्य आत्मा जगतस् तस्थुषश् च ॥
तच् चक्षुर् देवहितं पुरस्ताच् छुक्रम् उच्चरत् ।
पश्येम शरदः शतं जीवेम शरदः शतं नन्दाम शरदः शतं ।
मोदाम शरदः शतं भवाम शरदः शतं शृणवाम शरदः शतं ।
प्रब्रवाम शरदः शतम् अजीताः स्याम शरदः शतं ज्योक् च सूर्यं दृशे ॥

42. Abends: Varuna um Vergebung bitten
इमं मे वरुण श्रुधी हवम् अद्या च मृडय । त्वाम् अवस्युर् आ चके ॥
तत् त्वा यामि ब्रह्मणा वन्दमानस् तद् आ शास्ते यजमानो हविर्भिः ।
अहेडमानो वरुणेह बोध्य् उरुशंस मा न आयुः प्र मोषीः ॥
यच् चिद् धि ते विशो यथा प्र देव वरुण व्रतम् । मिनीमसि द्यवि द्यवि ॥
यत् किं चेदं वरुण दैव्ये जने ’भिद्रोहं मनुष्याश् चरामसि ।
अचित्ती यत् तव धर्मा युयोपिम मा नस् तस्माद् एनसो देव रीरिषः ॥
कितवासो यद् रिरिपुर् न दीवि यद् वा घा सत्यम् उत यन् न विद्म ।
सर्वा ता वि ष्य शिथिरेव देवाथा ते स्याम वरुण प्रियासः ॥

43. Die Sandhya in allen Richtungen grüßen
ॐ सन्ध्यायै नमः ।
ॐ सावित्र्यै नमः ।
ॐ गायत्र्यै नमः ।
ॐ सरस्वत्यै नमः ।
ॐ सर्वाभ्यो देवताभ्यो नमः ।
कामो ’कार्षीन् मन्युर् अकार्षीन् नमो नमः ॥

44. Die überlieferte Selbstvorstellung sprechen
अभिवादये ⟨Pravara-Rishis⟩ ऋषयः प्रवरान्वितस्य ⟨Gotra⟩ गोत्रस्य ।
⟨Sutra-Schule⟩ सूत्र ⟨Veda-Zweig⟩ शाखाध्यायी ⟨Ritualname⟩ नाम शर्माहम् अस्मि भोः ॥

45. Richtungen und göttliche Mächte grüßen
ॐ प्राच्यै दिशे नमः ।
ॐ दक्षिणस्यै दिशे नमः ।
ॐ प्रतीच्यै दिशे नमः ।
ॐ उदीच्यै दिशे नमः ।
ॐ ऊर्ध्वाय नमः ।
ॐ अधराय नमः ।
ॐ अन्तरिक्षाय नमः ।
ॐ भूम्यै नमः ।
ॐ विष्णवे नमः ।
ॐ ब्रह्मणे नमः ।
ॐ रुद्राय नमः ।

46. Yama grüßen
यमाय धर्मराजाय मृत्यवे चान्तकाय च ।
वैवस्वताय कालाय सर्वभूतक्षयाय च ॥
औदुम्बराय दध्नाय नीलाय परमेष्ठिने ।
वृकोदराय चित्राय चित्रगुप्ताय वै नमो नमः ॥

47. Shiva grüßen
ऋतं सत्यं परं ब्रह्म पुरुषं कृष्णपिङ्गलम् ।
ऊर्ध्वरेतं विरूपाक्षं विश्वरूपाय वै नमो नमः ॥

48. Surya Narayana verehren
नमः सवित्रे जगदेकचक्षुषे जगत्प्रसूतिस्थितिनाशहेतवे ।
त्रयीमयाय त्रिगुणात्मधारिणे विरिञ्चिनारायणशङ्करात्मने ॥
ध्येयः सदा सवितृमण्डलमध्यवर्ती नारायणः सरसिजासनसन्निविष्टः ।
केयूरवान् मकरकुण्डलवान् किरीटी हारी हिरण्मयवपुर् धृतशङ्खचक्रः ॥
शङ्खचक्रगदापाणे द्वारकानिलयाच्युत ।
गोविन्द पुण्डरीकाक्ष रक्ष मां शरणागतम् ॥
आकाशात् पतितं तोयं यथा गच्छति सागरम् ।
सर्वदेवनमस्कारः केशवं प्रतिगच्छति ॥
नमो ब्रह्मण्यदेवाय गोब्राह्मणहिताय च ।
जगद्धिताय कृष्णाय गोविन्दाय नमो नमः ॥

49. Nochmals ehrerbietig verneigen
अभिवादये ⟨Pravara-Rishis⟩ ऋषयः प्रवरान्वितस्य ⟨Gotra⟩ गोत्रस्य ।
⟨Sutra-Schule⟩ सूत्र ⟨Veda-Zweig⟩ शाखाध्यायी ⟨Ritualname⟩ नाम शर्माहम् अस्मि भोः ॥

50. Alles Handeln darbringen
कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् ।
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि ॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं जनार्दन ।
यत् कृतं तु मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु ते ॥
प्रायश्चित्तान्य् अशेषाणि तपःकर्मात्मकानि वै ।
यानि तेषाम् अशेषाणां कृष्णानुस्मरणं परम् ॥
कृष्ण कृष्ण कृष्ण ॥

51. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

52. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द ।
विष्णु । मधुसूदन । त्रिविक्रम । वामन ।
श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।

53. Um einen heilsamen Tag bitten
अद्या नो देव सवितः प्रजावत्सावीः सौभगम् । परा दुःष्वप्न्यं सुव ॥
ॐ विश्वानि देव सवितर् दुरितानि परा सुव । यद् भद्रं तन् न आ सुव ॥

55. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।

56. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द ।
विष्णु । मधुसूदन । त्रिविक्रम । वामन ।
श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ।

Deutsche Bedeutung

1. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

2. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

3. Hindernisse lösen
Zur Stillung aller Hindernisse meditiere man über den Allgegenwärtigen, weiß gekleidet, mondhell, vierarmig und von heiterem Angesicht.

4. Den Atem sammeln
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

5. Die Absicht fassen
Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich die morgendliche Sandhya verehren. Bei der Mittags- oder Abendfassung lautet der letzte Sinn entsprechend „die mittägliche“ oder „die abendliche Sandhya“.

6. Ein Wasserzeichen auf die Stirn setzen
Om, Verehrung Keshava.

7. Mit den Wassern reinigen
Ihr Wasser seid wohltuend: Gebt uns Kraft, damit wir die große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter. Zu euch wollen wir gehen, zu dessen Wohnstatt ihr uns hinführt. Ihr Wasser, lasst uns neu entstehen. Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

8. Reinigendes Trinken – morgens
Mögen Surya, Manyu und die Herren des Zornes mich vor den Verfehlungen schützen, die aus Zorn entstehen. Was ich nachts mit Geist, Wort, Händen, Füßen, Bauch oder Geschlechtsorgan gefehlt habe, möge die Nacht auslöschen. Was immer an Verfehlung in mir ist: Mich selbst bringe ich im Licht der Sonne dar, im Ursprung der Unsterblichkeit. Svaha!

9. Reinigendes Trinken – mittags
Mögen die Wasser die Erde reinigen; die gereinigte Erde möge mich reinigen. Möge der Herr des heiligen Wortes reinigen; durch Brahman gereinigt, möge die Erde mich reinigen. Was an gegessenen Resten, ungeeigneter Nahrung oder schlechtem Verhalten mein ist, und das Annehmen von Gaben Unredlicher: Von all dem mögen mich die Wasser reinigen. Svaha!

10. Reinigendes Trinken – abends
Mögen Agni, Manyu und die Herren des Zornes mich vor den Verfehlungen schützen, die aus Zorn entstehen. Was ich tagsüber mit Geist, Wort, Händen, Füßen, Bauch oder Geschlechtsorgan gefehlt habe, möge der Tag auslöschen. Was immer an Verfehlung in mir ist: Mich selbst bringe ich im Licht der Wahrheit dar, im Ursprung der Unsterblichkeit. Svaha!

11. Dadhikravan anrufen und erneut besprengen
Ich habe Dadhikravan gepriesen, das siegreiche, kräftige Ross. Es mache unsere Gesichter duftend und führe unsere Lebenszeit weiter. Ihr Wasser seid wohltuend: Gebt uns Kraft, damit wir die große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter. Zu euch wollen wir gehen, zu dessen Wohnstatt ihr uns hinführt. Ihr Wasser, lasst uns neu entstehen. Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

12. Den Atem vor den Sonnenwassergaben sammeln
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

13. Arghya ankündigen
Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich die Sonnenwassergabe der morgendlichen Sandhya vollziehen. Zur entsprechenden anderen Tageszeit: der mittäglichen oder abendlichen Sandhya.

14. Drei Wassergaben an Surya
Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Verehrung Surya. Dies ist die ehrende Wassergabe.

15. Nur bei verspäteter Ausführung: eine vierte Gabe
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om. Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich als Ausgleich für die verspätete morgendliche Sandhya eine vierte Wassergabe darbringen. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Verehrung Surya; dies ist die Wassergabe.

16. Den eigenen Platz umsprengen
Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt.

17. Das Licht als Brahman betrachten
Jene Sonne ist Brahman; wahrlich, ich selbst bin Brahman.

18. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

19. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

20. Wassergaben an die neun Grahas
Ich erquicke durch die Wassergabe Aditya, Soma, Angaraka, Budha, Brihaspati, Shukra, Shanaishchara, Rahu und Ketu.

21. Wassergaben an die zwölf Vishnu-Gestalten
Ich erquicke durch die Wassergabe Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara.

22. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

23. Die Wassergaben widmen
Om, Das ist die Wahrheit. Möge es eine Darbringung an Brahman sein.

24. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

25. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

26. Den Sitz heiligen
Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Vishnu getragen. Trage auch mich, Göttin, und mache meinen Sitz heilig.

27. Den Atem vor dem Japa sammeln
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

28. Die Gayatri-Rezitation ankündigen
Hari, Om, Das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Zur Auflösung meiner angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich in der morgendlichen Sandhya den großen Gayatri-Mantra wiederholen. Zur anderen Tageszeit gilt entsprechend die mittägliche oder abendliche Sandhya.

29. Seher, Versmaß und Gottheit vergegenwärtigen
Om. Seher dieses großen Gayatri-Mantras ist Vishvamitra, das Versmaß ist die um eine Silbe verkürzte Gayatri, die Gottheit Savitar. Seine Anwendung ist die Mantrawiederholung im Sandhyavandana.

30. Drei Atemrunden für die Mantrasammlung
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

31. Die Hände und den Körper mit den Weltenworten heiligen
Mit Om und den Weltenworten Bhuh, Bhuvah und Suvah: Verehrung den Daumen, Zeigefingern, Mittelfingern, Ringfingern, kleinen Fingern, Handflächen und Handrücken. Verehrung dem Herzen; Svaha für den Kopf; Vashat für den Scheitel; Hum für den Schutzpanzer; Vaushat für beide Augen; Phat für die schützende Waffe. Mit Om, Bhuh, Bhuvah, Suvah, Om werden die Richtungen geschützt.

32. Gayatri einladen
Möge die Gaben gewährende Göttin kommen, das Unvergängliche, das Brahman entspricht. Gayatri, Mutter der Versmaße, nimm unser heiliges Gebet an. Du bist Kraft, Stärke, Macht und Glanz; du bist die Wohnstatt der Götter. Du bist das All, das Leben des Alls, alles, das Leben aller und die alles überragende Macht. Om. Ich rufe Gayatri, Savitri und Saraswati herbei.

33. Gayatri am Morgen betrachten
Am Morgen meditiere ich über Gayatri in der Mitte der Sonnenscheibe: ein rotfarbenes junges Mädchen, das den Rigveda rezitiert, eine Gebetskette hält, mit Brahma verbunden ist und auf einem Schwan reitet.

34. Savitri am Mittag betrachten
Am Mittag meditiere ich über Savitri in der Sonnenscheibe: eine junge Frau, weiß, glückverheißend, den Dreizack haltend und den Yajurveda sprechend; sie ist mit Rudra verbunden und reitet auf einem Stier.

35. Saraswati am Abend betrachten
Am Abend meditiere ich über die dunkle Saraswati in der Sonnenscheibe: ehrwürdig gealtert, glückverheißend, den Samaveda sprechend und den Diskus haltend; sie ist mit Vishnu verbunden und reitet auf Garuda.

36. Den Sinn des Mantras ins Herz nehmen
Wir verehren jenen erwählenswerten Glanz des göttlichen Savitar, der unsere Einsichten auf Dharma und die anderen Lebensziele ausrichtet.

37. Gayatri-Japa
Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen.

38. Drei Atemrunden nach dem Japa
Om: Erde, Zwischenwelt, Himmelswelt, Weite, schöpferische Welt, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsichten anregen und erhellen. Om, Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenwelt und Himmelswelt – Om.

39. Die Göttin verabschieden
Ich werde das abschließende Sich-Hinstellen zur morgendlichen Sandhya vollziehen; mittags beziehungsweise abends gilt die entsprechende Tageszeit. Göttin, auf dem höchsten Gipfel der Erde, auf der Höhe des Berges: Von den Brahmanen verabschiedet, kehre, Göttin, in Frieden zurück.

40. Morgens: Mitra verehren
Des göttlichen Mitra Ruhm, der die Menschen trägt, ist gewinnbringend, wahr und von wunderbarem Glanz. Mitra führt die Menschen mit Einsicht; Mitra trägt Erde und Himmel. Ohne zu blinzeln schaut er auf die Völker. Dem Wahrhaftigen wollen wir eine mit Ghee versehene Gabe darbringen. Möge der sterbliche Mensch reich an Gaben sein, der dir, Mitra und Aditya, nach deiner Ordnung dient. Von dir beschützt wird er weder geschlagen noch überwältigt; Bedrängnis erreicht ihn weder aus der Nähe noch aus der Ferne.

41. Mittags: Savitar und Surya verehren
Durch den wahrhaftigen Raum sich bewegend, Unsterbliche und Sterbliche zur Ruhe geleitend, fährt der Gott Savitar im goldenen Wagen und schaut alle Welten. Über die Finsternis hinaus sehen wir höheres Licht; wir sind zu Surya, dem Gott unter Göttern, zum höchsten Licht gelangt. Seine Strahlen tragen den allwissenden Gott empor, Surya, damit alle ihn schauen. Das herrliche Antlitz der Götter ist aufgegangen, das Auge Mitras, Varunas und Agnis; es erfüllt Himmel, Erde und Zwischenraum. Surya ist das Selbst des Beweglichen und Unbeweglichen. Dieses von den Göttern gesetzte Auge steigt im Osten leuchtend auf. Mögen wir hundert Herbste sehen, leben, uns freuen, froh sein, bestehen, hören und sprechen; mögen wir hundert Herbste unbesiegt sein und lange die Sonne schauen.

42. Abends: Varuna um Vergebung bitten
Varuna, höre meinen Ruf und sei heute gnädig. Hilfesuchend rufe ich dich an. Mit heiligem Gebet verehre ich dich; der Opfernde erbittet dies mit seinen Gaben: Sei uns hier ohne Zorn gewahr, weitgerühmter Varuna; raube uns nicht das Leben. Wenn wir wie Menschen deiner Ordnung Tag für Tag zuwiderhandeln, wenn wir als Menschen gegen die göttliche Gemeinschaft gefehlt und unwissentlich deine Gesetze verlassen haben, so schädige uns deswegen nicht, Gott. Wenn wir wie Spieler beim Spiel getäuscht haben, ob wissentlich oder unwissentlich: Löse all diese Verfehlungen wie gelockerte Fesseln, Gott, damit wir dir, Varuna, lieb sein mögen.

43. Die Sandhya in allen Richtungen grüßen
Om, Verehrung Sandhya, Savitri, Gayatri und Saraswati. Om, Verehrung allen Gottheiten. Verlangen hat gehandelt, Zorn hat gehandelt; wieder und wieder Verehrung.

44. Die überlieferte Selbstvorstellung sprechen
Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre der durch die genannten Rishis ausgezeichneten Ahnenfolge und dem genannten Gotra an, folge der genannten Sutra-Schule, studiere den genannten Veda-Zweig und trage den genannten Ritualnamen.

45. Richtungen und göttliche Mächte grüßen
Om, Verehrung der östlichen, südlichen, westlichen und nördlichen Richtung; Verehrung dem Oberen und dem Unteren, dem Zwischenraum und der Erde; Verehrung Vishnu, Brahma und Rudra.

46. Yama grüßen
Verehrung Yama, dem König des Dharma, dem Tod und dem Vollender; dem Sohn Vivasvats, der Zeit und dem Ende aller Wesen; Audumbara, Dadhna, dem Dunklen, dem Höchsterhabenen, dem Wolfsbäuchigen, dem Wunderbaren und Chitragupta – wieder und wieder Verehrung.

47. Shiva grüßen
Der Ordnung und Wahrheit, dem höchsten Brahman, dem kosmischen Menschen, dunkel und goldbraun, dessen schöpferische Kraft aufwärts gerichtet ist, dem verschiedenäugigen, allgestaltigen Herrn – wieder und wieder Verehrung.

48. Surya Narayana verehren
Verehrung Savitar, dem einen Auge der Welt, Ursprung ihrer Entstehung, Erhaltung und Auflösung, der die drei Veden und die drei Gunas umfasst und Brahma, Narayana und Shankara in sich trägt. Stets möge Narayana meditiert werden, in der Mitte des Sonnenkreises auf einem Lotussitz ruhend, mit Armreifen, Makara-Ohrringen, Krone und Halskette, goldenem Leib sowie Muschel und Diskus. Du mit Muschel, Diskus und Keule, Bewohner Dvarakas, Acyuta, Govinda, Lotusäugiger: Beschütze mich, der ich Zuflucht nehme. Wie vom Himmel gefallenes Wasser zum Meer gelangt, erreicht jede Verehrung einer Gottheit Keshava. Verehrung dem Gott des heiligen Wissens, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Krishna und Govinda – wieder und wieder Verehrung.

49. Nochmals ehrerbietig verneigen
Ich grüße ehrerbietig. Ich gehöre der durch die genannten Rishis ausgezeichneten Ahnenfolge und dem genannten Gotra an, folge der genannten Sutra-Schule, studiere den genannten Veda-Zweig und trage den genannten Ritualnamen.

50. Alles Handeln darbringen
Was immer ich mit Körper, Wort, Geist, Sinnen, Vernunft oder aus der eigenen Natur heraus tue, bringe ich vollständig dem höchsten Narayana dar. Janardana, was ich ohne genügende Mantras, Handlung oder Hingabe vollbracht habe, möge für dich vollkommen sein. Unter allen Sühneübungen, die aus Askese und rituellen Handlungen bestehen, ist die Erinnerung an Krishna das Höchste. Krishna, Krishna, Krishna!

51. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

52. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

53. Um einen heilsamen Tag bitten
Göttlicher Savitar, schenke uns heute glückliches Gedeihen mit Nachkommenschaft; vertreibe bedrückende Träume. Om, göttlicher Savitar, treibe alle Übel fort; was gut und heilsam ist, führe uns zu.

55. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Verehrung Acyuta, dem Unvergänglichen. Om, Verehrung Ananta, dem Unendlichen. Om, Verehrung Govinda.

56. Den Körper mit zwölf Namen heiligen
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: zwölf Namen des Göttlichen, mit denen der Körper geheiligt wird.

Quellen und verwandte Anleitungen

  • Pandit Sri Rama: Krishna & Shukla Yajur Veda Sandhya Vandana, Januar 2015, Einführung S. 2 und Krishna-Yajurveda-Fassung S. 3–16. Hauptfolge: vollständige Smarta-Fassung; die ausdrücklich davon unterschiedene Vaishnava-Auswahl ist hier nicht eingemischt.
  • Mahanarayana Upanishad: Sandhyavandana-Mantras, Gayatri-Anrufung und Shiva-Verehrung; Sanskrittext. Die vedischen Rezitationen sind ohne Akzentzeichen wiedergegeben; besondere nasale Sprechzeichen der Vorlage werden als reguläres Anusvara beziehungsweise der zugehörige Sanskritlaut geschrieben.
  • Rigveda 3.59, 4.39.6, 5.82.4–5, 7.86 und 10.9: die entsprechenden Mitra-, Dadhikravan-, Savitar-, Varuna- und Wasserverse. In der Abend-Reinigung gilt dem Tagesbezug entsprechend ahas tad avalumpatu.
  • Sandhyavandana gemäß Shukla Yajurveda – die eigenständige Ordnung des weißen Yajurveda.
  • Gayatri Homa gemäß Homa Sangraha – eine gesonderte Feuerverehrung.

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