Samavartana – Abschlusssegen der Schülerzeit in der Paraskara-Tradition
Samavartana – Abschlusssegen der Schülerzeit in der Paraskara-Tradition ist die feierliche Entlassung eines vedischen Schülers aus der Obhut seines Lehrers. Der junge Erwachsene bedankt sich für die empfangene Unterweisung und erbittet Kraft, das Gelernte im eigenen Leben zu bewahren. Mit der Erlaubnis des Guru badet er, legt Gürtel und Stab der Schülerzeit ab und empfängt frische Kleidung, Blumenschmuck und die Zeichen seines neuen Standes. Als Snataka, als einer, der das Abschlussbad vollzogen hat, tritt er aus der streng geregelten Schülerzeit in ein Leben mit eigener Verantwortung.

Diese Anleitung folgt der Paraskara-Tradition des Shukla Yajurveda, wie sie Sri Rama Ramanuja Acharya im Sangopanga Vivaha Prayoga beschreibt. Der Acharya leitet die Feier, der Schüler vollzieht die Holzgaben, das Bad und die Einkleidung selbst. Anlass ist der Abschluss der religiösen Lehrzeit; das Handbuch stellt den Samskara in den Vorlauf einer Hochzeit. Eine konkrete Jahreszeit oder Uhrzeit schreibt dieser Abschnitt nicht vor. Für die Feier eignen sich ein vorbereiteter Ritualplatz am Haus oder bei der Lehrstätte mit Feuerstelle und ein geschützter Badeplatz in der Nähe; das ist die praktische Ortswahl für die hier beschriebene Durchführung.
Vorbereitung
Die Feier schließt eine vedische Lehrzeit in einer gewachsenen Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ab. Vorher werden der günstige Termin, der Name des Schülers und seine Geburtsangaben mit dem Acharya vereinbart. Die männlichen Formularformen der gewählten Quelle bleiben erhalten. Angehörige dürfen bei der Feier anwesend sein und Gegenstände reichen; die vedischen Texte spricht der Acharya vor, soweit der Schüler sie noch nicht sicher rezitiert.
Lege bereit: eine vereinbarte Lehrergabe in Geld, ein Ganesha- und Gauri-Bild, Akshata, Sandelpaste, Kumkum, zahlreiche Blüten und zwei Blumengirlanden, drei kleine Gewand- oder Reisgaben, heilige Schnur, Räucherwerk, eine standsichere Lampe und eine kleine Lichtlampe, vegetarische Speise, Betelblätter; sauberes Trinkwasser und getrennte Auffangschalen; einen gefüllten Kalasha auf Reis mit einer Blüte und Duftstoff; einen zweiten Krug mit sauberem Badewasser und Handtücher; für die Feuerordnung außerdem ein Gefäß mit herbeigebrachtem Wasser und ein Sprenggefäß. Für das Homa brauchst du eine feuerfeste Kunda, trockenes unbehandeltes Holz, sieben einzelne kleine Brennhölzer für die Schülergaben, Kusha-Gras, Opferlöffel und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Pflanzenöl ist eine heutige Alternative zur überlieferten geklärten Butter. Für den anschließenden Übergang liegen neue Unter- und Oberkleidung, Turbantuch, Blumengirlande, Schmuck beziehungsweise Ohrschmuck, Spiegel, Schirm, neue Schuhe und Bambusstab bereit. Gürtel und bisheriger Schülerstab werden anfangs noch getragen beziehungsweise mitgebracht.
Die Quelle nennt Augenschminke und Rasur. Verwende nur dafür vorgesehenes persönliches Kosmetikmaterial; in der hier gewählten heutigen Durchführung wird die Schminkhandlung mit geschlossenem Auge außen am Brauenrand angedeutet. Der Haar- und gegebenenfalls Bartschnitt erfolgt durch eine darin erfahrene Person. Das eigentliche Bad geschieht mit angenehm temperiertem Wasser und in geschütztem Raum. Der Schirm ist ein Schutz- und Würdezeichen; der neue Stab unterscheidet sich vom zuvor abgelegten Schülerstab.
Der vorbereitende Wassersegen wird in der vollständigen kurzen Ordnung ausgeführt, die dasselbe Handbuch auf S. 52–53 anbietet. Die dortige variable Absicht wird auf Samavartana bezogen. Die folgende Ganesha-Gauri Puja entfaltet die Vorverehrung des verwendeten Handbuches. Das Hauptbad folgt dessen Ein-Krug-Fassung; die acht Krüge des älteren Paraskara Grihyasutra werden deshalb nicht zusätzlich verlangt.
Eröffnung und vorbereitende Verehrung
1. Achamana und Sammlung
Der Schüler und der Acharya sitzen ruhig. Trinke bei den ersten drei Formeln je eine kleine Menge reines Wasser aus der rechten Hand; wasche bei der vierten die Hände. Dieser Achamana verwendet die Formeln des Handbuchs.
oṃ amṛtopastaraṇam asi svāhā |
oṃ amṛtāpidhānam asi svāhā |
oṃ satyaṃ yaśaḥ śrīr mayi śrīḥ śrayatāṃ svāhā |
oṃ hastaprakṣālanaṃ samarpayāmi govindāya namaḥ ||
Bedeutung: Om, du bist die Unterlage der Unsterblichkeit. Om, du bist die Bedeckung der Unsterblichkeit. Wahrheit, Ansehen und Glück mögen in mir wohnen. Ich vollziehe die Reinigung der Hände; Verehrung Govinda.
2. Glieder berühren
Berühre beim Anga Sparsha nacheinander Lippen, Nase, Augen, Ohren, Arme und Oberschenkel; streiche zuletzt mit den Händen leicht über den Körper.
oṃ vāṅ me āsye 'stu |
oṃ nasor me prāṇo 'stu |
oṃ akṣṇor me cakṣur astu |
oṃ karṇayor me śrotram astu |
oṃ bāhvor me balam astu |
oṃ ūrvor me ojo 'stu |
oṃ ariṣṭāni me 'ṅgāni tanūs tanvā me saha santu ||
Bedeutung: Sprache sei in meinem Mund, Lebensatem in meiner Nase, Sehkraft in meinen Augen, Gehör in meinen Ohren, Stärke in meinen Armen und Kraft in meinen Oberschenkeln. Meine Glieder seien unversehrt und mein Leib im Einklang mit sich.
3. Pavitra und Guru-Gruß
Der Acharya legt die vorbereitete Pavitra aus Kusha an. Anschließend falten beide die Hände zum Guru Vandana.
oṃ pavitre stho vaiṣṇavyau savitur vaḥ prasava utpunāmy acchidreṇa pavitreṇa sūryasya raśmibhiḥ |
tasya te pavitrapate pavitrapūtasya yatkāmaḥ pune tac chakeyam ||
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṃ brahma tasmai śrīgurave namaḥ ||
Bedeutung: Ihr beiden Reiniger gehört Vishnu. Unter Savitris Antrieb reinige ich mit unversehrtem Reiniger und mit den Strahlen der Sonne. Herr der Reinigung: Was ich als durch deinen Reiniger Gereinigter anstrebe, möge ich vermögen. Verehrung dem Guru, der Brahma, Vishnu und Maheshvara ist, unmittelbar das höchste Brahman.
4. Lehrergabe und Erlaubnis zum Bad
Der Schüler nennt seine vorab eingesetzten Angaben und überreicht die vereinbarte Geldgabe. Das Handbuch erlaubt diese ausdrücklich anstelle einer Kuh. Danach bittet er den Guru um Erlaubnis; der Guru antwortet mit dem letzten Wort.
hariḥ oṃ tat sat | śubhe śobhane muhūrte asyāṃ śubhatithau {Nakshatra} nakṣatre {Rashi} rāśau jāto {Name} śarmāham snātakatvādhikārasiddhaye gopratyāmnāyībhūtaṃ hiraṇyam ācāryāya tubhyaṃ sampradade |
bho guro ahaṃ snāsye |
snāhi ||
Bedeutung: Hari, Om, das ist die Wahrheit. Zu dieser günstigen Stunde und an diesem günstigen Tag übergebe ich, {Name}, geboren unter {Nakshatra} in {Rashi}, dir, meinem Acharya, diese Geldgabe anstelle einer Kuh, damit ich zum Stand des Snataka zugelassen werde. Schüler: Verehrter Lehrer, ich möchte das Bad vollziehen. Lehrer: Bade!
5. Sankalpa des Acharya
Der Acharya erklärt die Absicht des Samavartana und seiner Vorhandlungen. Persönliche Angaben werden vorab eingesetzt.
hariḥ oṃ tat sat | śubhe śobhane muhūrte {Nakshatra} nakṣatre {Rashi} rāśau jātasya {Name} śarmaṇaḥ māṇavakasya snātakatvasiddhaye samāvartanakarma kariṣye |
tadaṅgatvena nirvighnena parisamāptyartham ādau gaṇeśāmbikayoḥ pūjanaṃ kariṣye |
tadaṅgatvena antaḥkaraṇaśuddhyarthaṃ śarīraśuddhyarthaṃ maṇḍapaśuddhyarthaṃ sarvopakaraṇaśuddhyarthaṃ svastipuṇyāhavācanaṃ kariṣye ||
Bedeutung: Ich vollziehe an diesem günstigen Termin Samavartana für den Schüler {Name}, geboren unter {Nakshatra} in {Rashi}, damit er den Stand des Snataka erlangt. Zur ungehinderten Vollendung verehre ich zuerst Ganesha und Ambika. Zur inneren Reinigung und zur Weihe von Körper, Ritualplatz und Geräten vollziehe ich den Wassersegen.
6. Ganesha und Gauri einladen
Betrachte Ganesha und Gauri als Mutter des Elefantengottes. Der Acharya spricht die beiden vedischen Anrufungen und legt danach Sandelpaste, Reis und Blüten vor die Bilder. Die zweite Anrufung entstammt ursprünglich einem anderen vedischen Ritualzusammenhang; hier ist sie die im Handbuch tatsächlich verwendete Anrufung Ambikas.
gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe priyāṇāṃ tvā priyapatiṃ havāmahe nidhīnāṃ tvā nidhipatiṃ havāmahe vaso mama |
āham ajāni garbhadham ā tvam ajāsi garbhadham ||
ambe ambike 'mbālike na mā nayati kaścana |
sasasty aśvakaḥ subhadrikāṃ kāmpīlavāsinīm ||
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣatapuṣpāṇi samarpayāmi ||
Bedeutung: Dich rufen wir als Herrn der Scharen, als Herrn des Geliebten und als Herrn der Schätze, du mein Gut. Ich erkannte den Schoßträger; du brachtest den Schoßträger hervor. Mutter, Ambika, Ambalika: Niemand führt mich. Das Pferd schläft bei Subhadrika, der Bewohnerin von Kampila. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmel: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich meditiere über euch, lade euch ein, gebe euch einen Platz und bringe Duft, Reis und Blüten dar.
7. Gastgabe: Sitz
Die Feiernden vollziehen die Gabe: etwas Reis als Sitz anbieten.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe einen Sitz dar.
8. Gastgabe: Fußwasser
Die Feiernden vollziehen die Gabe: einen Löffel Wasser vor den Füßen anbieten. Wasser wird anschließend in der Auffangschale gesammelt.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
9. Gastgabe: Ehrenwasser
Die Feiernden vollziehen die Gabe: einen Löffel Wasser darbieten. Wasser wird anschließend in der Auffangschale gesammelt.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Ehrenwasser dar.
10. Gastgabe: Mundspülwasser
Die Feiernden vollziehen die Gabe: Wasser vor den Bildern anbieten. Wasser wird anschließend in der Auffangschale gesammelt.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Mundspülwasser dar.
11. Gastgabe: Bad
Die Feiernden vollziehen die Gabe: mit einer wasserbenetzten Blüte das Bad andeuten. Wasser wird anschließend in der Auffangschale gesammelt.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | snānaṃ samarpayāmi | snānānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe das Bad und danach erneut Mundspülwasser dar.
12. Gastgabe: Gewand
Die Feiernden vollziehen die Gabe: Reis als Kleidung niederlegen.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als Gewand dar.
13. Gastgabe: Schnur
Die Feiernden vollziehen die Gabe: Reis als heilige Schnur niederlegen.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als heilige Schnur dar.
14. Gastgabe: Schmuck
Die Feiernden vollziehen die Gabe: Reis als Schmuck niederlegen.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als Schmuck dar.
15. Gastgabe: Duft
Die Feiernden vollziehen die Gabe: Sandelpaste und darauf Kumkum darbringen.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | divyagandhān samarpayāmi | gandhasyopari kuṅkumaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe göttliche Düfte und darüber Kumkum dar.
16. Gastgabe: Blumenschmuck
Die Feiernden vollziehen die Gabe: eine Girlande oder Blüten niederlegen.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | puṣpamālāṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe eine Blumengirlande dar.
17. Blüten zu den Namen
Bringe zu jeder der folgenden Anrufungen eine kleine Blütengabe dar. Die Namavali umfasst die achtzehn Ganesha- und zweiundzwanzig Gauri-Anreden des Handbuches.
oṃ sumukhāya namaḥ |
oṃ ekadantāya namaḥ |
oṃ kapilāya namaḥ |
oṃ gajakarṇakāya namaḥ |
oṃ lambodarāya namaḥ |
oṃ vikaṭāya namaḥ |
oṃ vighnarājāya namaḥ |
oṃ vināyakāya namaḥ |
oṃ dhūmaketave namaḥ |
oṃ gaṇādhyakṣāya namaḥ |
oṃ bālacandrāya namaḥ |
oṃ gajānanāya namaḥ |
oṃ vakratuṇḍāya namaḥ |
oṃ śūrpakarṇāya namaḥ |
oṃ herambāya namaḥ |
oṃ skandapūrvajāya namaḥ |
oṃ siddhivināyakāya namaḥ |
oṃ vighneśvarāya namaḥ |
oṃ kātyāyanyai namaḥ |
oṃ umāyai namaḥ |
oṃ bhadrāyai namaḥ |
oṃ haimavatyai namaḥ |
oṃ īśvaryai namaḥ |
oṃ bhavānyai namaḥ |
oṃ sarvapāpaharāyai namaḥ |
oṃ mṛḍānyai namaḥ |
oṃ caṇḍikāyai namaḥ |
oṃ girijāyai namaḥ |
oṃ brāhmyai namaḥ |
oṃ māheśvaryai namaḥ |
oṃ kaumāryai namaḥ |
oṃ vaiṣṇavyai namaḥ |
oṃ varāhāyai namaḥ |
oṃ indrāṇyai namaḥ |
oṃ cāmuṇḍāyai namaḥ |
oṃ dākṣāyaṇyai namaḥ |
oṃ parvatarājaputryai namaḥ |
oṃ candraśekharapatnyai namaḥ |
oṃ sarvopadravanāśinyai namaḥ |
oṃ śrīmaṅgalagauryai namaḥ |
Bedeutung: Verehrung Ganesha: dem Schöngesichtigen, Einzahnigen, Goldbraunen, Elefantenohrigen, Großbäuchigen, Gewaltigen, Herrn der Hindernisse, Führer, Rauchbannertragenden, Scharenführer, Jungmondtragenden, Elefantengesichtigen, Krummrüsseligen, Breitohrigen, Heramba, älteren Bruder Skandas, Vollendung schenkenden Führer und Herrn der Hindernisse. Verehrung Gauri: Katyayani, Uma, der Heilsamen, der Tochter des Schneegebirges, der Herrin, Bhavani, der Beseitigerin aller Verfehlungen, Mridani, Chandika, der Berggeborenen, Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani, Chamunda, Dakshas Tochter, Tochter des Bergkönigs, Gemahlin des Mondtragenden, Beseitigerin aller Bedrängnis und der glückverheißenden Gauri.
18. Duft, Licht, Speise und Betel
Zeige Räucherwerk, dann die Lampe. Biete Wasser, die vorbereitete vegetarische Speise, erneut Wasser und zuletzt Betelblätter an. Diese Gastgaben bleiben vor den Bildern.
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | dhūpam āghrāpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | pratyakṣaṃ dīpaṃ darśayāmi |
dhūpadīpānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | naivedyaṃ nivedayāmi |
naivedyānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | tāmbūlaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich lasse euch Räucherduft wahrnehmen und zeige das sichtbare Licht. Danach bringe ich Mundspülwasser dar. Ich biete die Speise an und danach erneut Mundspülwasser. Ich bringe die Betelgabe dar.
19. Nirajana und Blumenbitte
Führe die kleine Lampe ruhig vor den Bildern und stelle sie sicher ab. Biete Wasser an. Halte dann die Blüten in den Händen und lege sie am Ende des Gebetes nieder. Die Öllampe ersetzt in dieser heutigen Durchführung das Kampferlicht; die Gabenformel benennt deshalb das Licht ohne Materialzusatz.
oṃ ekadantāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahi tan no dantiḥ pracodayāt |
oṃ gaṇāmbikāyai vidmahe mahātapāyai dhīmahi tan no gaurī pracodayāt |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ ānandanīrājanaṃ sandarśayāmi |
nīrājanānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ vighneśvarāya varadāya surapriyāya lambodarāya sakalāya jagaddhitāya |
nāgānanāya śrutiyajñavibhūṣitāya gaurīsutāya gaṇanātha namo namaste ||
sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te ||
namaste girije devi namaste lokanāyike |
namaste sarvapāpaghni maṅgalagauri namo 'stu te ||
Bedeutung: Wir erkennen den Einzahnigen und meditieren über den Krummrüsseligen; Danti möge uns anregen. Wir erkennen die Mutter der Scharen und meditieren über die große Asketin; Gauri möge uns anregen. Verehrung Ganesha und Ambika: Ich zeige euch das freudige Licht und biete danach Mundspülwasser an. Ganapati, Herr der Hindernisse, Wohltäter der Welt, Sohn Gauris, Elefantengesichtiger, von Veda und Opfer geziert: Dir wiederholte Verehrung. Gauri, Glück alles Glückes, Heilsame, alle Anliegen Vollbringende, Zuflucht und Dreiäugige, Narayani: Dir sei Verehrung. Verehrung der Berggeborenen, der Führerin der Welt, der Beseitigerin aller Verfehlungen, der glückverheißenden Gauri.
20. Die vorbereitende Puja beschließen
Verneige dich vor den Bildern. Der Acharya spricht die vier Schlussgebete der Ganesha-Gauri Puja.
vakratuṇḍa mahākāya koṭisūryasamaprabha | nirvighnaṃ kuru me deva sarvakāryeṣu sarvadā ||
anyathā śaraṇaṃ nāsti tvam eva śaraṇaṃ mama | tasmāt kāruṇyabhāvena rakṣa rakṣa gaṇādhipa ||
āvāhanaṃ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam | visarjanaṃ na jānāmi kṣamasva puruṣottama ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ vināyaka | yat kṛtaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||
Bedeutung: Du mit dem gebogenen Rüssel und großen Leib, strahlend wie Millionen Sonnen: Lass meine Werke ohne Hindernisse gelingen. Du allein bist meine Zuflucht; aus Mitgefühl schütze mich, Herr der Scharen. Ich kenne die rechte Anrufung, Verehrung und Verabschiedung nicht vollkommen; vergib mir, höchster Herr. Was an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, mögest du als vollständig annehmen, Vinayaka.
Wassersegen und Feuerverehrung
21. Kalasha Puja
Stelle den Wasserkrug auf den Reisteller; gib eine Blüte und etwas Duftstoff hinzu. Zeichne außen Sandelpunkte und Kumkum. Bedecke zur Kalasha Puja die Öffnung mit der rechten Hand, ohne die Wasseroberfläche zu berühren.
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo 'tha yajurvedaḥ sāmavedo hy atharvaṇaḥ |
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbusamāśritāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale 'smin sannidhiṃ kuru ||
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyāntu lokaśāntyarthaṃ duritakṣayakārakāḥ ||
devadānavasaṃvāde mathyamāne mahodadhau |
utpanno 'si tadā kumbho vidhṛto viṣṇunā svayam ||
tvat toye sarvatīrthāni devāḥ sarve tvayi sthitāḥ |
tvayi tiṣṭhanti bhūtāni tvayi prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ ||
śivaḥ svayaṃ tvam evāsi viṣṇus tvaṃ ca prajāpatiḥ |
ādityā vasavo rudrā viśvedevāḥ sapaitṛkāḥ ||
tvayi tiṣṭhanti sarve 'pi yataḥ kāmaphalapradāḥ |
tvatprasādād imāṃ pūjāṃ kartum īhe jalodbhava ||
sānnidhyaṃ kuru me deva prasanno bhava sarvadā |
atra gāyatrī sāvitrī śāntiḥ puṣṭikarī tathā |
āyāntu yajamānasya duritakṣayakārakāḥ ||
apāṃ madhye sthitā devāḥ sarvam apsu pratiṣṭhitam |
brāhmaṇānāṃ kare nyastāḥ śivā āpo bhavantu te ||
Bedeutung: An der Öffnung des Kruges ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, am Grund Brahma und in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Leib sind die Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Die vier Veden mit ihren Gliedern wohnen im Krugwasser. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig. Die heiligen Badeorte und Flüsse mögen zum Frieden der Welt kommen und Verfehlung lösen. Krug, du entstandest beim Quirlen des Meeres durch Götter und Danavas und wurdest von Vishnu selbst gehalten. In deinem Wasser wohnen die heiligen Orte, Götter, Wesen und Lebenskräfte. Du bist Shiva, Vishnu und Prajapati; Adityas, Vasus, Rudras, Vishvedevas und Ahnen wohnen in dir als Spender der ersehnten Frucht. Durch deine Gnade möchte ich diese Verehrung vollziehen. Sei gegenwärtig und freundlich. Gayatri, Savitri, Frieden und nährende Kraft mögen zur Auflösung der Verfehlungen des Feiernden kommen. Die Götter sind mitten im Wasser, alles ruht im Wasser. Durch die Hände der Brahmanen mögen die Wasser heilsam werden.
22. Varuna anrufen
Der Acharya stellt sich Varuna im Krug vor und legt Duft, Reis und eine Blüte an den Krug.
nāgapāśadharaṃ hṛṣṭaṃ raktaughadyutivigraham |
śaśāṅkadhavalaṃ dhyāyed varuṇaṃ makarāsanam ||
varuṇaṃ śvetavarṇaṃ ca pāśahastaṃ rujāsanam |
mauktikālaṅkṛtaṃ devaṃ tīrthanātham ahaṃ bhaje ||
asmin kalaśe varuṇaṃ dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣataṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Man betrachte den frohen Varuna mit der Schlangenschlinge, dessen Gestalt rötlich strahlt und mondweiß leuchtet, sitzend auf dem Makara. Ich verehre den weißen, perlengeschmückten Gott mit der Schlinge, den Herrn der heiligen Wasser, der Leiden beseitigt. In diesem Krug meditiere ich über Varuna, lade ihn ein und vergegenwärtige ihn; Duft und ungebrochenen Reis bringe ich dar.
23. Varunas Gastgabe: Sitz
Nun vor dem Wasserkrug etwas Reis als Sitz anbieten.
oṃ varuṇāya namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe einen Sitz dar.
24. Varunas Gastgabe: Fußwasser
Nun vor dem Wasserkrug einen Löffel Wasser anbieten. Opferwasser kommt in die Auffangschale.
oṃ varuṇāya namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
25. Varunas Gastgabe: Ehrenwasser
Nun vor dem Wasserkrug einen Löffel Wasser darbieten. Opferwasser kommt in die Auffangschale.
oṃ varuṇāya namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Ehrenwasser dar.
26. Varunas Gastgabe: Mundspülwasser
Nun vor dem Wasserkrug Wasser anbieten. Opferwasser kommt in die Auffangschale.
oṃ varuṇāya namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Mundspülwasser dar.
27. Varunas Gastgabe: Bad
Nun vor dem Wasserkrug mit einer wasserbenetzten Blüte das Bad andeuten. Opferwasser kommt in die Auffangschale.
oṃ varuṇāya namaḥ | snānaṃ samarpayāmi | snānānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe das Bad und danach erneut Mundspülwasser dar.
28. Varunas Gastgabe: Gewand
Nun vor dem Wasserkrug Reis als Kleidung niederlegen.
oṃ varuṇāya namaḥ | vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als Gewand dar.
29. Varunas Gastgabe: Schnur
Nun vor dem Wasserkrug Reis als heilige Schnur niederlegen.
oṃ varuṇāya namaḥ | upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als heilige Schnur dar.
30. Varunas Gastgabe: Schmuck
Nun vor dem Wasserkrug Reis als Schmuck niederlegen.
oṃ varuṇāya namaḥ | ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als Schmuck dar.
31. Varunas Gastgabe: Duft
Nun vor dem Wasserkrug Sandelpaste und darauf Kumkum darbringen.
oṃ varuṇāya namaḥ | divyagandhān samarpayāmi | gandhasyopari kuṅkumaṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe göttliche Düfte und darüber Kumkum dar.
32. Varunas Gastgabe: Blumenschmuck
Nun vor dem Wasserkrug eine Girlande oder Blüten niederlegen.
oṃ varuṇāya namaḥ | puṣpamālāṃ samarpayāmi ||
Bedeutung: Verehrung Varuna. Ich bringe eine Blumengirlande dar.
33. Varunas Blütennamen und weitere Gaben
Lege zu jedem Namen eine Blüte an den Krug; zeige danach Räucherwerk und Licht, biete Speise und Betelblätter an. Führe zuletzt die kleine Lampe vor dem Krug.
oṃ varuṇāya namaḥ | oṃ pracetase namaḥ | oṃ surūpiṇe namaḥ |
oṃ apāṃ pataye namaḥ | oṃ makaravāhanāya namaḥ | oṃ anekamaṇibhūṣitāya namaḥ |
oṃ jalādhipataye namaḥ | oṃ pāśahastāya namaḥ | oṃ jhaṣāsanāya namaḥ | oṃ sakalatīrthādhipataye namaḥ |
oṃ varuṇāya namaḥ dhūpam āghrāpayāmi dīpaṃ darśayāmi naivedyaṃ nivedayāmi tāmbūlaṃ samarpayāmi nīrājanaṃ samarpayāmi |
oṃ jalabimbāya vidmahe nīlapuruṣāya dhīmahi tan no varuṇaḥ pracodayāt |
oṃ namo namaste astu sphaṭikaprabhāya suśvetavastrāya sumaṅgalāya |
supāśahastāya jhaṣāsanāya jalādhināthāya varuṇāya namo namaste ||
Bedeutung: Verehrung Varuna, dem Einsichtigen, Wohlgestalteten, Herrn der Wasser, Makara-Reitenden, mit vielen Edelsteinen Geschmückten, Gebieter des Wassers, Schlingenträger, auf dem Wasserwesen Sitzenden und Herrn aller heiligen Badeorte. Ich bringe Räucherduft, Licht, Speise, Betel und das kreisende Licht dar. Wir erkennen den im Wasser Vergegenwärtigten und meditieren über den blauen göttlichen Menschen; Varuna möge uns anregen. Verehrung dem kristallhellen, weiß gekleideten, glückverheißenden Varuna mit der Schlinge in der Hand, dem auf dem Wasserwesen Sitzenden, Herrn der Wasser.
34. Den günstigen Tag ausrufen
Zum Laghu Punyahavachana berührt der Acharya den Krug mit einem Kusha-Büschel. Die folgenden Dialoge und Verse werden vollständig gesprochen; die Antwortenden sind die mitwirkenden Ritualkundigen.
Die Versammlung antwortet
Der Acharya berührt das Gefäß mit dem Kusha-Büschel. Er spricht jeweils den ersten Satz, die mitwirkenden Ritualkundigen antworten mit dem zweiten. Jeder Dialog erfolgt einmal.
Wasser und Wohl
śivā āpaḥ santu |
santu śivā āpaḥ ||
Leitung: Mögen die Wasser heilsam sein. – Antwort: Heilsam seien die Wasser.
Friedliches Gemüt
saumanasyam astu |
astu saumanasyam ||
Leitung: Ein gutes, friedliches Gemüt sei da. – Antwort: Es sei ein friedliches Gemüt da.
Unversehrtheit
akṣataṃ cāriṣṭaṃ cāstu |
astv akṣatam ariṣṭam ||
Leitung: Unversehrtheit und Freiheit von Unheil seien da. – Antwort: Unversehrtheit und Freiheit von Unheil seien da.
Zustimmung zur Verkündigung
bhavadbhir anujñātaḥ puṇyāhaṃ vācayiṣye |
vācyatām ||
Leitung: Mit eurer Zustimmung werde ich den günstigen Tag ausrufen. – Antwort: Er werde ausgerufen.
Der Acharya spricht den folgenden Vers einmal. Die Feuerbilder sind hier Bestandteil des Segensverses; an dieser Stelle wird kein Feuer entzündet und kein Ghee geopfert.
Erneuerung und Wunsch
punas tvādityā rudrā vasavaḥ samindhatām |
punar brahmāṇo vasunītha yajñaiḥ |
ghṛtena tvaṃ tanvaṃ vardhayasva |
satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ ||
Wieder mögen die Adityas, Rudras und Vasus dich entfachen, wieder die Brahmanen mit ihren Opfern, du Güterbringer. Stärke deinen Leib durch die geklärte Butter. Mögen die Wünsche des Feiernden wahr werden.
Ausruf des günstigen Tages
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham astu ||
Leitung: Verehrte Brahmanen, ruft für diesen Feiernden den günstigen Tag aus. – Antwort: Om, ein günstiger Tag sei es.
Die Antwort oṃ puṇyāham astu wird insgesamt dreimal gesprochen, die Bitte einmal. Danach rezitiert der Purohita:
Segen der göttlichen Mächte
svasti mitrāvaruṇā svasti pathye revati |
svasti na indraś cāgniś ca svasti no adite kṛdhi ||
Wohlergehen von Mitra und Varuna; Wohlergehen von der reichen Hüterin des Weges. Indra und Agni schenken uns Wohlergehen; Aditi, bewirke unser Wohlergehen.
Bitte um Wohlergehen
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svastir astu ||
Leitung: Verehrte Brahmanen, sprecht für diesen Feiernden Wohlergehen aus. – Antwort: Om, Wohlergehen sei da.
Die Antwort oṃ svastir astu wird insgesamt dreimal gesprochen. Danach folgt der Segensvers für das Gedeihen in Gemeinschaft:
Wachsen in Gemeinschaft
ṛdhyāsma havyair namasopasadya | mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anurādhān haviṣā vardhayantaḥ | śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||
Mögen wir mit Gaben gedeihen, nachdem wir uns ehrerbietig genähert haben. Der göttliche Mitra sei uns Freundschaft und Stütze. Die Anuradhas mit Opfergabe stärkend, mögen wir hundert Herbste leben, mit tüchtigen Nachkommen und Gefährten.
Bitte um Gedeihen
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛddhir astu ||
Leitung: Verehrte Brahmanen, sprecht für diesen Feiernden Gedeihen aus. – Antwort: Om, Gedeihen sei da.
Die Antwort oṃ ṛddhir astu wird insgesamt dreimal gesprochen. Der folgende überlieferte Segensvers bittet im gesellschaftlichen und bäuerlichen Bild seiner Entstehungswelt um Wissen, Schutz, Nahrung und Fortbestand. Seine historischen Rollenbilder werden als Text bewahrt; daraus wird keine soziale Rangordnung für die heutige Familie abgeleitet.
Segen für die Lebensgemeinschaft
ā brahman brāhmaṇo brahmavarcasī jāyatām asmin rāṣṭre rājanya iṣavyaḥ śūro mahāratho jāyatāṃ dogdhrī dhenur voḍhānaḍvān āśuḥ saptiḥ purandhrir yoṣā jiṣṇū ratheṣṭhāḥ sabheyo yuvāsya yajamānasya vīro jāyatāṃ nikāme nikāme naḥ parjanyo varṣatu phalinyo na oṣadhayaḥ pacyantāṃ yogakṣemo naḥ kalpatām ||
O Brahman, in diesem Gemeinwesen möge ein Brahmane mit dem Glanz geistigen Wissens heranwachsen und ein Herrscher, als Bogenschütze und Wagenkämpfer tüchtig und tapfer. Mögen eine milchgebende Kuh, ein tragfähiger Ochse, ein schnelles Pferd, eine tatkräftige Frau und ein siegreicher Kämpfer gedeihen. Dem Feiernden möge ein tüchtiger junger Mensch heranwachsen, geeignet für die Versammlung. Parjanya lasse nach Bedarf Regen fallen; fruchttragende Pflanzen mögen für uns reifen. Erwerb und Bewahrung des Lebensnotwendigen mögen gelingen.
Bitte um Reinigung
indraḥ sunītī saha mā punātu | somaḥ svastyā varuṇaḥ samīcyā |
yamo rājā pramṛṇābhiḥ punātu mā | jātavedā morjayantyā punātu |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||
Indra reinige mich durch gute Führung; Soma durch Wohlergehen, Varuna durch rechte Ordnung. König Yama reinige mich durch seine bereinigenden Kräfte; Jatavedas, der alles kennende Agni, reinige mich durch belebende Kraft. Om, Erde, Zwischenraum und Himmelswelt.
Friedensgebet
tac chaṃ yor āvṛṇīmahe | gātuṃ yajñāya | gātuṃ yajñapataye |
daivī svastir astu naḥ | svastir mānuṣebhyaḥ | ūrdhvaṃ jigātu bheṣajam |
śaṃ no astu dvipade | śaṃ catuṣpade |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Wir erbitten Heil und Wohlergehen: Gelingen dem Opfer und dem Herrn des Opfers. Göttliches Wohlergehen sei uns, Wohlergehen den Menschen. Heilendes möge aufwachsen. Frieden sei den Zweibeinigen, Frieden den Vierbeinigen. Om, Frieden, Frieden, Frieden.
35. Wassersegen abschließen
Der Acharya entlässt Varunas besondere Gegenwart mit gefalteten Händen. Er besprengt die Feiernden und Geräte behutsam mit dem geweihten Wasser. Der zweite, reine Krug für das spätere Bad bleibt dafür bereit.
oṃ varuṇāya namaḥ yathāsthānaṃ pratiṣṭhāpayāmi |
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato 'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
Bedeutung: Verehrung Varuna: Ich geleite dich an deinen eigenen Ort. Rein oder unrein, in welcher Lage auch immer: Wer des Lotusäugigen gedenkt, ist außen und innen rein.
36. Feueraltar bereiten
Der Acharya bereitet die Vedi: sauberen Untergrund glätten, die Fläche mit Wasser besprengen und mit drei Linien von West nach Ost gliedern; einen kleinen Erdrest aus der Mitte entfernen. Lege das Holz in die Kunda. Richte südlich den Sitz der beaufsichtigenden Brahma-Rolle ein und nördlich die Gefäße auf Kusha. Lege Kusha um die Feuerstelle. Der Acharya entzündet wenig Kampfer in einem feuerfesten Träger zur ersten Formel, überträgt die Flamme auf die Hölzer zur zweiten und fächelt behutsam zur dritten; die letzte Formel nennt das Feuer Rajaputra. Der südliche Brahma-Sitz bleibt für eine zweite ritualkundige Person als Aufsicht bereit. Dies ist der Feuerbeginn.
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
oṃ agniṃ dūtaṃ puro dadhe havyavāham upa bruve |
devāṃ ā sādayād iha ||
oṃ agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇam amalaṃ dīptaṃ samiddhaṃ sarvatomukham ||
rājaputranāmāgniṃ sthāpayāmi ||
Bedeutung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Ich stelle Agni als Boten voran, rufe den Träger der Opfergaben; er lasse die Götter hier Platz nehmen. Ich verehre das entfachte Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Gaben, golden, rein, leuchtend und nach allen Seiten gewandt. Ich errichte das Feuer mit dem Namen Rajaputra.
37. Wasser, Ghee und Löffel vorbereiten
Die folgenden Handgriffe gehören zur vorausgesetzten Feuerordnung des Paraskara Grihyasutra 1.1. Bringe das Wasser im Pranita-Gefäß herbei und stelle es neben dem Feuer bereit. Nimm zwei unbeschädigte, etwa handspannenlange Kusha-Spitzen als Pavitra. Fülle das Sprenggefäß und führe die beiden Spitzen hindurch; besprenge damit die angeordneten Geräte. Fülle Ghee (bzw. Pflanzenöl) in sein Gefäß und wärme es vorsichtig in einem geeigneten Abstand zur Glut; führe einen brennenden Span darum. Wärme den Opferlöffel über dem Feuer, wische ihn mit sauberem Kusha ab, besprenge ihn, wärme ihn erneut und lege ihn bereit. Nimm das erwärmte Fett vom Feuer, führe die beiden Pavitra-Spitzen hindurch und prüfe es auf Fremdkörper. Reinige das Sprengwasser nochmals in derselben Weise. Halte ein kleines Kusha-Bündel als Unterlage der linken Hand, lege kleine Brennhölzer ein und sprenge Wasser um die Flamme. Dies geschieht vor den ersten Gaben; die später eigens gesprochenen vier Wasserformeln behalten ihren Platz.
38. Aghara, Ajyabhaga und Weltenworte
Der Acharya bringt mit dem Opferlöffel je eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) bei svāhā dar: zuerst die beiden Aghara-Gaben für Prajapati und Indra, dann die beiden Ajyabhaga-Gaben für Agni und Soma, danach die drei Welten und ihre gemeinsame Gabe. Die Formel nach svāhā widmet die Gabe; sie bezeichnet keine zweite Darbringung.
oṃ prajāpataye svāhā | prajāpataya idaṃ na mama |
oṃ indrāya svāhā | indrāyedaṃ na mama |
oṃ agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |
oṃ somāya svāhā | somāyedaṃ na mama |
oṃ bhūr agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |
oṃ bhuvar vāyave svāhā | vāyava idaṃ na mama |
oṃ suvar ādityāya svāhā | ādityāyedaṃ na mama |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar agnivāyvādityebhyaḥ svāhā | agnivāyvādityebhya idaṃ na mama ||
Bedeutung: Om, die Gaben gelten Prajapati, Indra, Agni und Soma. Erde: Agni; Zwischenraum: Vayu; Himmel: Aditya; die drei Welten gemeinsam: Agni, Vayu und Aditya. Svaha. Jede Gabe gehört dem Genannten, nicht mir.
39. Das Feuer mit Wasser umgeben
Besprenge zur Parishechana nacheinander den südlichen, westlichen und nördlichen Rand, zuletzt ringsum. Das Wasser fällt neben das Feuer.
oṃ adite 'numanyasva |
oṃ anumate 'numanyasva |
sarasvate 'numanyasva |
deva savitaḥ prasuva ||
Bedeutung: Aditi, stimme zu. Anumati, stimme zu. Sarasvati, stimme zu. Göttlicher Savitar, bringe das Opfer in Bewegung.
40. Die achtzehn besonderen Gaben
Der Acharya bringt mit jeder der folgenden achtzehn vollständigen Formeln eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) dar. Die letzte gilt Agni Svishtakrit, der die Gaben zur guten Vollendung führt.
oṃ antarikṣāya svāhā |
oṃ vāyave svāhā |
oṃ brahmaṇe svāhā |
oṃ chandobhyaḥ svāhā |
oṃ prajāpataye svāhā |
oṃ devebhyaḥ svāhā |
oṃ ṛṣibhyaḥ svāhā |
oṃ śraddhāyai svāhā |
oṃ medhāyai svāhā |
oṃ sadasaspataye svāhā |
oṃ anumataye svāhā |
oṃ pṛthivyai svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ dive svāhā |
oṃ sūryāya svāhā |
oṃ digbhyaḥ svāhā |
oṃ candramase svāhā |
oṃ sviṣṭakṛte svāhā |
Bedeutung: Om, Darbringung dem Zwischenraum, Vayu, Brahman, den Versmaßen, Prajapati, den Göttern, den Sehern, dem Vertrauen, der Einsicht, dem Herrn der Versammlung, Anumati, der Erde, Agni, dem Himmel, Surya, den Himmelsrichtungen, dem Mond und dem guten Vollender des Opfers. Svaha zu jeder Gabe.
Holzgaben, Abschlussbad und neuer Lebensstand
41. Samidha Dana: Holzgabe 1
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ agne suśravaḥ suśravasaṃ mā kuru svāhā |
Bedeutung: Agni von gutem Ruhm, mache mich zu einem Menschen guten Rufes. Svaha.
42. Samidha Dana: Holzgabe 2
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ yathā tvam agne suśravaḥ suśravā asi svāhā |
Bedeutung: Wie du, Agni von gutem Ruhm, berühmt bist. Svaha.
43. Samidha Dana: Holzgabe 3
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ evaṃ māṃ suśravaḥ sauśravasaṃ kuru svāhā |
Bedeutung: So mache mich, du Ruhmreicher, zu einem Menschen guten Rufes. Svaha.
44. Samidha Dana: Holzgabe 4
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ yathā tvam agne devānāṃ yajñasya nidhipo 'si svāhā |
Bedeutung: Wie du, Agni, Hüter des Opferschatzes der Götter bist. Svaha.
45. Samidha Dana: Holzgabe 5
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ evam ahaṃ manuṣyāṇāṃ vedasya nidhipo bhūyāsaṃ svāhā |
Bedeutung: So möge ich unter den Menschen ein Hüter des Veda-Schatzes sein. Svaha.
46. Samidha Dana: Holzgabe 6
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ agnaye samidham āhārṣaṃ bṛhate jātavedase | yathā tvam agne samidhā samidhyasy evam aham āyuṣā medhayā varcasā prajayā paśubhir brahmavarcasena samindhe | jīvaputro mamācāryo medhāvy aham asāny anirākariṣṇur yaśasvī brahmavarcasy annādo bhūyāsaṃ svāhā |
Bedeutung: Agni, dem großen Jatavedas, habe ich Brennholz gebracht. Wie du durch Holz entflammst, so werde ich durch Leben, Einsicht, Leuchtkraft, Nachkommen, Tiere und den Glanz heiligen Wissens gestärkt. Mein Lehrer möge lebende Kinder haben; ich möge einsichtig sein, das Gelernte bewahren, Ansehen und geistigen Glanz gewinnen und über Nahrung verfügen. Svaha.
47. Samidha Dana: Holzgabe 7
Der Schüler legt ein einzelnes kleines Holz bei svāhā in die Flamme. Diese sieben getrennten Gaben folgen der Holzgabenordnung des Handbuches.
oṃ eṣā te agne samit tayā vardhasva cāpyāyasva vardhiṣīmahi ca vayam ā ca pyāsiṣīmahi svāhā |
Bedeutung: Agni, hier ist dein Brennholz. Wachse und erstarke dadurch; auch wir mögen wachsen und gestärkt werden. Svaha.
48. Wärme und geistige Kraft empfangen
Wärme die Hände in ausreichendem Abstand zum Feuer und berühre mit ihnen nach jeder Formel behutsam dein Gesicht. Die Bitten nehmen Einsicht ebenso ernst wie Lebenskraft.
oṃ tanūpā agne 'si tanvaṃ me pāhi |
oṃ āyurdā agne 'sy āyur me dehi |
oṃ varcodā agne 'si varco me dehi |
oṃ agne yan me tanvā ūnaṃ tan ma āpṛṇa |
oṃ medhāṃ me devaḥ savitā ādadhātu |
oṃ medhāṃ me devī sarasvatī ādadhātu |
oṃ medhāṃ me 'śvinau devāv ādhattāṃ puṣkarasrajau ||
Bedeutung: Agni, du behütest den Leib: Behüte meinen Leib. Du schenkst Leben: Gib mir Leben. Du schenkst Glanz: Gib mir Glanz. Was meinem Leib fehlt, erfülle. Der göttliche Savitar schenke mir Einsicht, die Göttin Sarasvati schenke mir Einsicht, und die beiden lotusbekränzten Ashvins mögen mir Einsicht schenken.
49. Glieder und Sinne stärken
Berühre zu den fünf Formeln nacheinander den Körper, die Lippen, die Nase, die geschlossenen Augen und die Ohren.
oṃ aṅgāni ca ma āpyāyantām |
oṃ vāk ca āpyāyatām |
oṃ prāṇaś ca ma āpyāyatām |
oṃ cakṣuś ca ma āpyāyatām |
oṃ śrotraṃ ca ma āpyāyatām ||
Bedeutung: Meine Glieder mögen erstarken, meine Sprache möge erstarken, mein Lebensatem möge erstarken, meine Sehkraft möge erstarken und mein Gehör möge erstarken.
50. Aschesegen
Der Acharya entnimmt etwas vollständig abgekühlte Asche vom Rand der Feuerstelle. Der Schüler setzt damit nacheinander einen kleinen Punkt auf Stirn, Hals, rechte Schulter und Herzgegend. Der Aschesegen steht hier am Ende der Feuerverehrung.
oṃ tryāyuṣaṃ jamadagneḥ |
oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ yad deveṣu tryāyuṣam |
oṃ tan no astu tryāyuṣam ||
Bedeutung: Die dreifache Lebensfülle Jamadagnis, die dreifache Lebensfülle Kashyapas, die dreifache Lebensfülle unter den Göttern: Diese dreifache Lebensfülle sei uns geschenkt.
51. Abhisheka: das Bad eröffnen
Gehe zum vorbereiteten Badeplatz. Der Schüler nimmt mit der hohlen Hand Wasser aus dem sauberen Badekrug. Er spricht die erste Formel beim Schöpfen und besprengt sich zur zweiten. Die in der Formel genannten schädlichen Feuer werden abgelegt; das Leuchtende wird angenommen.
oṃ ye apsv antar agnayaḥ praviṣṭā gohya upagohyo mayūṣo manohāskhalo virujas tanūdūṣur indriyahā tān vijahāmi yo rocanas tam iha gṛhṇāmi |
tena mām abhiṣiñcāmi śriyai yaśase brahmaṇe brahmavarcasāya ||
Bedeutung: Die in den Wassern befindlichen Feuer – das zu verbergende, das zu bedeckende, das versengende, das den Geist raubende, das unablässige, das Schmerzen bereitende, das den Körper schädigende und das die Sinne raubende – lege ich ab. Das leuchtende nehme ich hier an. Damit besprenge ich mich für Glück, guten Ruf, heiliges Wissen und dessen Glanz.
52. Die Ashvins und das heilsame Wasser
Besprenge dich erneut. Die Nennung von Surā in der ersten Formel gehört zum überlieferten Vers über die Ashvins; bei dieser Handlung wird ausschließlich Wasser verwendet. Sprich danach die drei vollständigen Wasserverse, jeweils mit einer kleinen Wassergabe über Kopf oder Schultern.
yena śriyam akṛṇutāṃ yenāvamṛśatāṃ surām |
yenākṣyāv abhyaṣiñcatāṃ yad vāṃ tad aśvinā yaśaḥ ||
āpo hi ṣṭhā mayobhuvas tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase ||
yo vaḥ śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ ||
tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ ||
Bedeutung: Mit jener Kraft, mit der ihr Wohlgestalt schafft, mit der ihr Surā berührt, mit der ihr die Augen besprengt – mit eurem Ansehen, ihr Ashvins, besprenge ich mich. Wasser, ihr spendet Freude; schenkt uns Kraft, damit wir große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben wie liebevolle Mütter. Zu euch möchten wir gerne kommen, zu dem Lebensraum, zu dem ihr uns führt; Wasser, lasst uns neu entstehen.
53. Schülergürtel und Schülerstab ablegen
Löse zur Formel deinen Schülergürtel und lege ihn mit dem bisherigen Schülerstab beiseite. Der Abschied von Gürtel und Stab bezeichnet das Ende dieser Lebensordnung, nicht den Abschied von Lernen und Wahrhaftigkeit.
oṃ ud uttamaṃ varuṇa pāśam asmad avādhamaṃ vi madhyamaṃ śrathāya |
athā vayam āditya vrate tavānāgaso aditaye syāma ||
Bedeutung: Varuna, löse die oberste Fessel von uns, lass die unterste herab und lockere die mittlere. Dann mögen wir, Aditya, in deiner Ordnung ohne Schuld zur Freiheit Aditis gehören.
54. Surya Upasthana
Wende dich zum Tageslicht, ohne direkt in die Sonne zu starren. Sprich die drei Formen des Sonnengebetes nacheinander. Morgen, Tag und Abend sind hier Bestandteile aller drei Verse; die Feier wird nicht dreimal angesetzt.
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthāt prātaryāvabhir asthād daśasanir asi daśasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya |
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthād divāyāvabhir asthāc chatasanir asi śatasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya |
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthāt sāyaṃyāvabhir asthāt sahasrasanir asi sahasrasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya ||
Bedeutung: Aufgehend steht der strahlende Indra mit den Maruts da, mit denen, die am Morgen ziehen. Du gewinnst zehnfach: Lass mich zehnfach gewinnen und führe mich zum Gelingen. Aufgehend steht er mit den bei Tag Ziehenden da. Du gewinnst hundertfach: Lass mich hundertfach gewinnen und führe mich zum Gelingen. Aufgehend steht er mit den am Abend Ziehenden da. Du gewinnst tausendfach: Lass mich tausendfach gewinnen und führe mich zum Gelingen.
55. Rasur und vollständiges Bad
Nun werden die Haare und gegebenenfalls der Bart geschnitten beziehungsweise rasiert. Der Schüler badet vollständig, trocknet sich ab und bedeckt sich zunächst mit einem sauberen Badetuch oder einer vorläufigen leichten Bekleidung. Die Leichtigkeit des sauberen Körpers entspricht dem Übergang, den der Samskara sichtbar macht.
56. Die Sinne mit Duft berühren
Nimm wenig hautverträgliche Sandelpaste oder Duftwasser. Berühre damit die Nase, dann die Umgebung der geschlossenen Augen, die Ohren und die Lippen; nichts wird in Augen, Nase oder Ohren eingebracht. Dies entfaltet den Anga Sparsha nach dem Bad.
oṃ prāṇāpānau me tarpaya |
oṃ cakṣur me tarpaya |
oṃ śrotraṃ me tarpaya |
oṃ vāṅ me tarpaya ||
Bedeutung: Stärke meinen ein- und ausgehenden Lebensatem. Stärke meine Sehkraft. Stärke mein Gehör. Stärke meine Sprache.
57. Wassergabe an die Vorfahren
Lege die heilige Schnur für diese kurze Ahnengabe über die rechte Schulter. Gib wenig Wasser über die Daumenseite der rechten Hand nach Süden in eine Schale. Berühre frisches Wasser und lege die Schnur wieder über die linke Schulter. Sprich danach die Bitte für die Sinne.
oṃ pitaraḥ śundhadhvam |
oṃ sucakṣā aham akṣibhyāṃ bhūyāsaṃ suvarcā mukhena |
suśrut karṇābhyāṃ bhūyāsam ||
Bedeutung: Vorfahren, werdet gereinigt. Möge ich mit meinen Augen gut sehen, mit meinem Gesicht leuchten und mit meinen Ohren gut hören.
58. Vastra Dharana: neue Gewänder anlegen
Lege die vorläufige Bedeckung ab und ziehe das neue rituelle Untergewand zum ersten Vers an. Lege danach das Obergewand zum zweiten Vers um. Vastra Dharana bezeichnet hier den sichtbaren Eintritt in den neuen Stand.
paridhāsye yaśodhāsye dīrghāyutvāya jaradaṣṭir asmi |
śataṃ ca jīvāmi śaradaḥ purūcī rāyaspoṣam abhisaṃvyayiṣye ||
yaśasā mā dyāvāpṛthivī yaśasendrābṛhaspatī |
yaśo bhagaś ca mā vindad yaśo mā pratipadyatām ||
Bedeutung: Ich kleide mich für guten Ruf und langes Leben; bis ins Alter möge ich gelangen. Hundert Herbste möge ich leben und reiche Lebensfülle genießen. Himmel und Erde, Indra und Brihaspati mögen mich mit Ansehen bekleiden. Bhaga möge mir Ansehen schenken; guter Ruf komme zu mir.
59. Mala Dharana: Blumenschmuck empfangen
Nimm die Blumengirlande beim ersten Vers in die Hände. Lege sie dir beim zweiten um den Hals.
oṃ yā āharaj jamadagniḥ śraddhāyai medhāyai kāmāyendriyāya |
tā ahaṃ pratigṛhṇāmi yaśasā ca bhagena ca ||
oṃ yad yaśo 'psarasām indraś cakāra vipulaṃ pṛthu |
tena saṃgrathitāḥ sumanasa ābadhnāmi yaśo mayi ||
Bedeutung: Die Blumen, die Jamadagni für Vertrauen, Einsicht, Verlangen und Lebenskraft brachte, nehme ich mit Ansehen und Glück entgegen. Den weiten, ausgedehnten Ruhm, den Indra den Apsaras verlieh, tragen diese miteinander verbundenen Blüten. Ich lege sie an: Ansehen sei in mir.
60. Turbantuch und Schmuck
Lege das Turbantuch um den Kopf. Lege anschließend den vorgesehenen Schmuck an. Ohrschmuck wird nur in vorhandenen Ohrlöchern oder als Clip getragen; hier findet kein Ohrstechen statt.
oṃ yuvā suvāsāḥ parivīta āgāt sa u śreyān bhavati jāyamānaḥ |
oṃ alaṅkaraṇam asi bhūyo 'laṅkaraṇaṃ bhūyāt ||
Bedeutung: Jung, schön gekleidet und umhüllt kommt er heran; neu hervortretend wird er zu einem vortrefflichen Menschen. Du bist Schmuck; weiterer Schmuck möge mir zuteilwerden.
61. Anjana und Spiegel
Deute das Schminken außen am Brauenrand mit geschlossenem Auge an. Blicke anschließend ruhig in den Spiegel. Die heutige äußere Andeutung ersetzt den traditionellen Auftrag von Augenschminke.
oṃ vṛtrasyāsi kanīnakaś cakṣurdā asi cakṣur me dehi |
oṃ rociṣṇur asi ||
Bedeutung: Du bist Vritras Augenstern; du schenkst Sehkraft: Schenke mir Sehkraft. Du bist leuchtend.
62. Schirm, Schuhe und neuer Stab
Nimm zuerst den Schirm, ziehe danach die neuen Schuhe an und ergreife zuletzt den Bambusstab. Sprich jeweils die zugehörige Formel. Damit endet die Übernahme der neuen Ausrüstung und der eigentliche Handbuchabschnitt.
oṃ bṛhaspateś chadir asi pāpmano mām antar dhehi tejaso yaśaso māntar dhehi |
oṃ pratiṣṭhe stho viśvato mā pātam |
oṃ viśvābhyo mā nāṣṭrābhyaḥ paripāhi sarvataḥ ||
Bedeutung: Du bist Brihaspatis Schutzdach. Schirme mich vor Übel ab; schirme mich nicht von Glanz und Ansehen ab. Ihr Schuhe seid Stützen: Behütet mich von allen Seiten. Stab, behüte mich allseits vor allen zerstörenden Kräften.
Abschluss und Weiterleben
Der Schüler verneigt sich vor dem Acharya; beide lassen die vollzogene Veränderung einen Augenblick in Stille nachklingen. Eine passende heutige Anregung ist, dem Lehrer mit eigenen Worten zu sagen, was aus der Lehrzeit bewahrt werden soll: sorgfältiges Lernen, Wahrhaftigkeit oder die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben. Der Satz „Möge ich ein Hüter des Veda sein“ verbindet die Freude über den Abschluss mit einer konkreten Verpflichtung.
Der vorbereitende Feuerdienst ist mit der abschließenden Svishtakrit-Gabe und den sieben Holzgaben vollzogen. Eine betreuende Person bleibt am Feuer, während der Schüler badet und sich einkleidet; das Feuer wird vollständig ausbrennen gelassen. Das Handbuch setzt an dieser Stelle kein eigenes weiteres Jayadi Homa und keine Purnahuti an. Die nachfolgenden Kapitel zu Raksha Bandhana und Kashi Yatra gehören zum anschließenden Hochzeitsvorlauf und sind keine zusätzlichen Schritte dieser Samavartana-Fassung.
Teilt die unversehrten Speisegaben als Prasad. Bewahrt die Ausrüstung auf, reinigt die Gefäße und gebt reines, unvermischtes Restwasser an eine Pflanze. Lampen werden gelöscht; Asche wird erst nach vollständigem Erkalten weggeräumt. Diese Hinweise zum Abschluss des Festplatzes sind praktische Ergänzungen. Eine stille Meditation oder ein bewusst gewählter nächster Lernschritt kann den Übergang begleiten; als Anregung aus dem Yoga ergänzt dies die überlieferte Feier.
Quellen und verwandte Rituale
- Sri Rama Ramanuja Acharya: Sangopanga Vivaha Prayoga, Simha Publications, 29. Oktober 2015: Samavartana S. 34–38, allgemeine Eröffnung S. 3, Ganesha-Gauri S. 6–8, Kalasha und Varuna S. 9–10, kurze Wasserordnung S. 52–53, Feuereröffnung und Grundgaben S. 56–57. Die variable Ritualabsicht ist auf Samavartana bezogen; die Geldgabe als Kuhersatz steht bereits auf S. 34. Handbuch.
- Paraskara Grihyasutra 1.1 und 1.5 zur vorausgesetzten Feuerordnung; 2.4 zur Schüler-Feuerverehrung; 2.6 zum Abschlussbad und den Insignien. Sanskritfassung gemäß M. G. Bakre, mit fünf Kommentaren, in der TITUS-Textsammlung. Die Handbuchfassung bleibt Hauptfolge; die ältere Acht-Krug-Ordnung wird nicht mit ihr vermischt.
- Für erkennbare Schreibfehler des Handbuches sind insbesondere die Formeln der Sinne, der Wasserfeuer, der Ashvins und des Schirms an Paraskara 2.4 und 2.6 abgeglichen. Die drei Wasserverse stehen in ihrer vollständigen Reihenfolge. Die Lichtgabe mit Öllampe, die äußerlich angedeutete Augenschminke, die Hautberührungen und das Aufräumen sind die genannten heutigen Praxisanpassungen.
Siehe auch: Samavartana, Snataka, Brahmacharya, Upanayana, Gurudakshina, Vivaha, Samskara.
Zusammenhängende Rezitation
Die Texte folgen der Reihenfolge des Ablaufs. Die fortlaufende Rezitationsnummer ist ein eigener Index; der jeweils genannte Schritt führt zur zugehörigen Handlung. Wiederholungen und Sprecherrollen stehen bei den Handlungen. Angaben in geschweiften Klammern werden vor Beginn eingesetzt und nicht mitgesprochen. Die Devanagari-Wiedergabe ist eine Übertragung derselben akzentlosen Lesefassung.
IAST
1. Schritt 1: Achamana und Sammlung
oṃ amṛtopastaraṇam asi svāhā |
oṃ amṛtāpidhānam asi svāhā |
oṃ satyaṃ yaśaḥ śrīr mayi śrīḥ śrayatāṃ svāhā |
oṃ hastaprakṣālanaṃ samarpayāmi govindāya namaḥ ||
2. Schritt 2: Glieder berühren
oṃ vāṅ me āsye 'stu |
oṃ nasor me prāṇo 'stu |
oṃ akṣṇor me cakṣur astu |
oṃ karṇayor me śrotram astu |
oṃ bāhvor me balam astu |
oṃ ūrvor me ojo 'stu |
oṃ ariṣṭāni me 'ṅgāni tanūs tanvā me saha santu ||
3. Schritt 3: Pavitra und Guru-Gruß
oṃ pavitre stho vaiṣṇavyau savitur vaḥ prasava utpunāmy acchidreṇa pavitreṇa sūryasya raśmibhiḥ |
tasya te pavitrapate pavitrapūtasya yatkāmaḥ pune tac chakeyam ||
gurur brahmā gurur viṣṇur gurur devo maheśvaraḥ |
guruḥ sākṣāt paraṃ brahma tasmai śrīgurave namaḥ ||
4. Schritt 4: Lehrergabe und Erlaubnis zum Bad
hariḥ oṃ tat sat | śubhe śobhane muhūrte asyāṃ śubhatithau {Nakshatra} nakṣatre {Rashi} rāśau jāto {Name} śarmāham snātakatvādhikārasiddhaye gopratyāmnāyībhūtaṃ hiraṇyam ācāryāya tubhyaṃ sampradade |
bho guro ahaṃ snāsye |
snāhi ||
5. Schritt 5: Sankalpa des Acharya
hariḥ oṃ tat sat | śubhe śobhane muhūrte {Nakshatra} nakṣatre {Rashi} rāśau jātasya {Name} śarmaṇaḥ māṇavakasya snātakatvasiddhaye samāvartanakarma kariṣye |
tadaṅgatvena nirvighnena parisamāptyartham ādau gaṇeśāmbikayoḥ pūjanaṃ kariṣye |
tadaṅgatvena antaḥkaraṇaśuddhyarthaṃ śarīraśuddhyarthaṃ maṇḍapaśuddhyarthaṃ sarvopakaraṇaśuddhyarthaṃ svastipuṇyāhavācanaṃ kariṣye ||
6. Schritt 6: Ganesha und Gauri einladen
gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe priyāṇāṃ tvā priyapatiṃ havāmahe nidhīnāṃ tvā nidhipatiṃ havāmahe vaso mama |
āham ajāni garbhadham ā tvam ajāsi garbhadham ||
ambe ambike 'mbālike na mā nayati kaścana |
sasasty aśvakaḥ subhadrikāṃ kāmpīlavāsinīm ||
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣatapuṣpāṇi samarpayāmi ||
7. Schritt 7: Gastgabe: Sitz
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||
8. Schritt 8: Gastgabe: Fußwasser
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||
9. Schritt 9: Gastgabe: Ehrenwasser
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||
10. Schritt 10: Gastgabe: Mundspülwasser
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||
11. Schritt 11: Gastgabe: Bad
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | snānaṃ samarpayāmi | snānānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi ||
12. Schritt 12: Gastgabe: Gewand
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
13. Schritt 13: Gastgabe: Schnur
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
14. Schritt 14: Gastgabe: Schmuck
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
15. Schritt 15: Gastgabe: Duft
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | divyagandhān samarpayāmi | gandhasyopari kuṅkumaṃ samarpayāmi ||
16. Schritt 16: Gastgabe: Blumenschmuck
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | puṣpamālāṃ samarpayāmi ||
17. Schritt 17: Blüten zu den Namen
oṃ sumukhāya namaḥ |
oṃ ekadantāya namaḥ |
oṃ kapilāya namaḥ |
oṃ gajakarṇakāya namaḥ |
oṃ lambodarāya namaḥ |
oṃ vikaṭāya namaḥ |
oṃ vighnarājāya namaḥ |
oṃ vināyakāya namaḥ |
oṃ dhūmaketave namaḥ |
oṃ gaṇādhyakṣāya namaḥ |
oṃ bālacandrāya namaḥ |
oṃ gajānanāya namaḥ |
oṃ vakratuṇḍāya namaḥ |
oṃ śūrpakarṇāya namaḥ |
oṃ herambāya namaḥ |
oṃ skandapūrvajāya namaḥ |
oṃ siddhivināyakāya namaḥ |
oṃ vighneśvarāya namaḥ |
oṃ kātyāyanyai namaḥ |
oṃ umāyai namaḥ |
oṃ bhadrāyai namaḥ |
oṃ haimavatyai namaḥ |
oṃ īśvaryai namaḥ |
oṃ bhavānyai namaḥ |
oṃ sarvapāpaharāyai namaḥ |
oṃ mṛḍānyai namaḥ |
oṃ caṇḍikāyai namaḥ |
oṃ girijāyai namaḥ |
oṃ brāhmyai namaḥ |
oṃ māheśvaryai namaḥ |
oṃ kaumāryai namaḥ |
oṃ vaiṣṇavyai namaḥ |
oṃ varāhāyai namaḥ |
oṃ indrāṇyai namaḥ |
oṃ cāmuṇḍāyai namaḥ |
oṃ dākṣāyaṇyai namaḥ |
oṃ parvatarājaputryai namaḥ |
oṃ candraśekharapatnyai namaḥ |
oṃ sarvopadravanāśinyai namaḥ |
oṃ śrīmaṅgalagauryai namaḥ |
18. Schritt 18: Duft, Licht, Speise und Betel
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | dhūpam āghrāpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | pratyakṣaṃ dīpaṃ darśayāmi |
dhūpadīpānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | naivedyaṃ nivedayāmi |
naivedyānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ | tāmbūlaṃ samarpayāmi ||
19. Schritt 19: Nirajana und Blumenbitte
oṃ ekadantāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahi tan no dantiḥ pracodayāt |
oṃ gaṇāmbikāyai vidmahe mahātapāyai dhīmahi tan no gaurī pracodayāt |
oṃ gaṇeśāmbikābhyāṃ namaḥ ānandanīrājanaṃ sandarśayāmi |
nīrājanānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi |
oṃ vighneśvarāya varadāya surapriyāya lambodarāya sakalāya jagaddhitāya |
nāgānanāya śrutiyajñavibhūṣitāya gaurīsutāya gaṇanātha namo namaste ||
sarvamaṅgalamāṅgalye śive sarvārthasādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te ||
namaste girije devi namaste lokanāyike |
namaste sarvapāpaghni maṅgalagauri namo 'stu te ||
20. Schritt 20: Die vorbereitende Puja beschließen
vakratuṇḍa mahākāya koṭisūryasamaprabha | nirvighnaṃ kuru me deva sarvakāryeṣu sarvadā ||
anyathā śaraṇaṃ nāsti tvam eva śaraṇaṃ mama | tasmāt kāruṇyabhāvena rakṣa rakṣa gaṇādhipa ||
āvāhanaṃ na jānāmi naiva jānāmi pūjanam | visarjanaṃ na jānāmi kṣamasva puruṣottama ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ vināyaka | yat kṛtaṃ tu mayā deva paripūrṇaṃ tad astu te ||
21. Schritt 21: Kalasha Puja
kalaśasya mukhe viṣṇuḥ kaṇṭhe rudraḥ samāśritaḥ |
mūle tatra sthito brahmā madhye mātṛgaṇāḥ smṛtāḥ ||
kukṣau tu sāgarāḥ sarve saptadvīpā vasundharā |
ṛgvedo 'tha yajurvedaḥ sāmavedo hy atharvaṇaḥ |
aṅgaiś ca sahitāḥ sarve kalaśāmbusamāśritāḥ ||
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale 'smin sannidhiṃ kuru ||
puṣkarādyāni tīrthāni gaṅgādyāḥ saritas tathā |
āyāntu lokaśāntyarthaṃ duritakṣayakārakāḥ ||
devadānavasaṃvāde mathyamāne mahodadhau |
utpanno 'si tadā kumbho vidhṛto viṣṇunā svayam ||
tvat toye sarvatīrthāni devāḥ sarve tvayi sthitāḥ |
tvayi tiṣṭhanti bhūtāni tvayi prāṇāḥ pratiṣṭhitāḥ ||
śivaḥ svayaṃ tvam evāsi viṣṇus tvaṃ ca prajāpatiḥ |
ādityā vasavo rudrā viśvedevāḥ sapaitṛkāḥ ||
tvayi tiṣṭhanti sarve 'pi yataḥ kāmaphalapradāḥ |
tvatprasādād imāṃ pūjāṃ kartum īhe jalodbhava ||
sānnidhyaṃ kuru me deva prasanno bhava sarvadā |
atra gāyatrī sāvitrī śāntiḥ puṣṭikarī tathā |
āyāntu yajamānasya duritakṣayakārakāḥ ||
apāṃ madhye sthitā devāḥ sarvam apsu pratiṣṭhitam |
brāhmaṇānāṃ kare nyastāḥ śivā āpo bhavantu te ||
22. Schritt 22: Varuna anrufen
nāgapāśadharaṃ hṛṣṭaṃ raktaughadyutivigraham |
śaśāṅkadhavalaṃ dhyāyed varuṇaṃ makarāsanam ||
varuṇaṃ śvetavarṇaṃ ca pāśahastaṃ rujāsanam |
mauktikālaṅkṛtaṃ devaṃ tīrthanātham ahaṃ bhaje ||
asmin kalaśe varuṇaṃ dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣataṃ samarpayāmi ||
23. Schritt 23: Varunas Gastgabe: Sitz
oṃ varuṇāya namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||
24. Schritt 24: Varunas Gastgabe: Fußwasser
oṃ varuṇāya namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||
25. Schritt 25: Varunas Gastgabe: Ehrenwasser
oṃ varuṇāya namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||
26. Schritt 26: Varunas Gastgabe: Mundspülwasser
oṃ varuṇāya namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||
27. Schritt 27: Varunas Gastgabe: Bad
oṃ varuṇāya namaḥ | snānaṃ samarpayāmi | snānānantaraṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi ||
28. Schritt 28: Varunas Gastgabe: Gewand
oṃ varuṇāya namaḥ | vastrārtham akṣatān samarpayāmi ||
29. Schritt 29: Varunas Gastgabe: Schnur
oṃ varuṇāya namaḥ | upavītārtham akṣatān samarpayāmi ||
30. Schritt 30: Varunas Gastgabe: Schmuck
oṃ varuṇāya namaḥ | ābharaṇārtham akṣatān samarpayāmi ||
31. Schritt 31: Varunas Gastgabe: Duft
oṃ varuṇāya namaḥ | divyagandhān samarpayāmi | gandhasyopari kuṅkumaṃ samarpayāmi ||
32. Schritt 32: Varunas Gastgabe: Blumenschmuck
oṃ varuṇāya namaḥ | puṣpamālāṃ samarpayāmi ||
33. Schritt 33: Varunas Blütennamen und weitere Gaben
oṃ varuṇāya namaḥ | oṃ pracetase namaḥ | oṃ surūpiṇe namaḥ |
oṃ apāṃ pataye namaḥ | oṃ makaravāhanāya namaḥ | oṃ anekamaṇibhūṣitāya namaḥ |
oṃ jalādhipataye namaḥ | oṃ pāśahastāya namaḥ | oṃ jhaṣāsanāya namaḥ | oṃ sakalatīrthādhipataye namaḥ |
oṃ varuṇāya namaḥ dhūpam āghrāpayāmi dīpaṃ darśayāmi naivedyaṃ nivedayāmi tāmbūlaṃ samarpayāmi nīrājanaṃ samarpayāmi |
oṃ jalabimbāya vidmahe nīlapuruṣāya dhīmahi tan no varuṇaḥ pracodayāt |
oṃ namo namaste astu sphaṭikaprabhāya suśvetavastrāya sumaṅgalāya |
supāśahastāya jhaṣāsanāya jalādhināthāya varuṇāya namo namaste ||
34. Schritt 34: Wasser und Wohl
śivā āpaḥ santu |
santu śivā āpaḥ ||
35. Schritt 34: Friedliches Gemüt
saumanasyam astu |
astu saumanasyam ||
36. Schritt 34: Unversehrtheit
akṣataṃ cāriṣṭaṃ cāstu |
astv akṣatam ariṣṭam ||
37. Schritt 34: Zustimmung zur Verkündigung
bhavadbhir anujñātaḥ puṇyāhaṃ vācayiṣye |
vācyatām ||
38. Schritt 34: Erneuerung und Wunsch
punas tvādityā rudrā vasavaḥ samindhatām |
punar brahmāṇo vasunītha yajñaiḥ |
ghṛtena tvaṃ tanvaṃ vardhayasva |
satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ ||
39. Schritt 34: Ausruf des günstigen Tages
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham astu ||
40. Schritt 34: Segen der göttlichen Mächte
svasti mitrāvaruṇā svasti pathye revati |
svasti na indraś cāgniś ca svasti no adite kṛdhi ||
41. Schritt 34: Bitte um Wohlergehen
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svastir astu ||
42. Schritt 34: Wachsen in Gemeinschaft
ṛdhyāsma havyair namasopasadya | mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anurādhān haviṣā vardhayantaḥ | śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||
43. Schritt 34: Bitte um Gedeihen
bho brāhmaṇāḥ asya yajamānasya ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛddhir astu ||
44. Schritt 34: Segen für die Lebensgemeinschaft
ā brahman brāhmaṇo brahmavarcasī jāyatām asmin rāṣṭre rājanya iṣavyaḥ śūro mahāratho jāyatāṃ dogdhrī dhenur voḍhānaḍvān āśuḥ saptiḥ purandhrir yoṣā jiṣṇū ratheṣṭhāḥ sabheyo yuvāsya yajamānasya vīro jāyatāṃ nikāme nikāme naḥ parjanyo varṣatu phalinyo na oṣadhayaḥ pacyantāṃ yogakṣemo naḥ kalpatām ||
45. Schritt 34: Bitte um Reinigung
indraḥ sunītī saha mā punātu | somaḥ svastyā varuṇaḥ samīcyā |
yamo rājā pramṛṇābhiḥ punātu mā | jātavedā morjayantyā punātu |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ ||
46. Schritt 34: Friedensgebet
tac chaṃ yor āvṛṇīmahe | gātuṃ yajñāya | gātuṃ yajñapataye |
daivī svastir astu naḥ | svastir mānuṣebhyaḥ | ūrdhvaṃ jigātu bheṣajam |
śaṃ no astu dvipade | śaṃ catuṣpade |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
47. Schritt 35: Wassersegen abschließen
oṃ varuṇāya namaḥ yathāsthānaṃ pratiṣṭhāpayāmi |
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato 'pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||
48. Schritt 36: Feueraltar bereiten
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
oṃ agniṃ dūtaṃ puro dadhe havyavāham upa bruve |
devāṃ ā sādayād iha ||
oṃ agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇam amalaṃ dīptaṃ samiddhaṃ sarvatomukham ||
rājaputranāmāgniṃ sthāpayāmi ||
49. Schritt 38: Aghara, Ajyabhaga und Weltenworte
oṃ prajāpataye svāhā | prajāpataya idaṃ na mama |
oṃ indrāya svāhā | indrāyedaṃ na mama |
oṃ agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |
oṃ somāya svāhā | somāyedaṃ na mama |
oṃ bhūr agnaye svāhā | agnaya idaṃ na mama |
oṃ bhuvar vāyave svāhā | vāyava idaṃ na mama |
oṃ suvar ādityāya svāhā | ādityāyedaṃ na mama |
oṃ bhūr bhuvaḥ svar agnivāyvādityebhyaḥ svāhā | agnivāyvādityebhya idaṃ na mama ||
50. Schritt 39: Das Feuer mit Wasser umgeben
oṃ adite 'numanyasva |
oṃ anumate 'numanyasva |
sarasvate 'numanyasva |
deva savitaḥ prasuva ||
51. Schritt 40: Die achtzehn besonderen Gaben
oṃ antarikṣāya svāhā |
oṃ vāyave svāhā |
oṃ brahmaṇe svāhā |
oṃ chandobhyaḥ svāhā |
oṃ prajāpataye svāhā |
oṃ devebhyaḥ svāhā |
oṃ ṛṣibhyaḥ svāhā |
oṃ śraddhāyai svāhā |
oṃ medhāyai svāhā |
oṃ sadasaspataye svāhā |
oṃ anumataye svāhā |
oṃ pṛthivyai svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ dive svāhā |
oṃ sūryāya svāhā |
oṃ digbhyaḥ svāhā |
oṃ candramase svāhā |
oṃ sviṣṭakṛte svāhā |
52. Schritt 41: Samidha Dana: Holzgabe 1
oṃ agne suśravaḥ suśravasaṃ mā kuru svāhā |
53. Schritt 42: Samidha Dana: Holzgabe 2
oṃ yathā tvam agne suśravaḥ suśravā asi svāhā |
54. Schritt 43: Samidha Dana: Holzgabe 3
oṃ evaṃ māṃ suśravaḥ sauśravasaṃ kuru svāhā |
55. Schritt 44: Samidha Dana: Holzgabe 4
oṃ yathā tvam agne devānāṃ yajñasya nidhipo 'si svāhā |
56. Schritt 45: Samidha Dana: Holzgabe 5
oṃ evam ahaṃ manuṣyāṇāṃ vedasya nidhipo bhūyāsaṃ svāhā |
57. Schritt 46: Samidha Dana: Holzgabe 6
oṃ agnaye samidham āhārṣaṃ bṛhate jātavedase | yathā tvam agne samidhā samidhyasy evam aham āyuṣā medhayā varcasā prajayā paśubhir brahmavarcasena samindhe | jīvaputro mamācāryo medhāvy aham asāny anirākariṣṇur yaśasvī brahmavarcasy annādo bhūyāsaṃ svāhā |
58. Schritt 47: Samidha Dana: Holzgabe 7
oṃ eṣā te agne samit tayā vardhasva cāpyāyasva vardhiṣīmahi ca vayam ā ca pyāsiṣīmahi svāhā |
59. Schritt 48: Wärme und geistige Kraft empfangen
oṃ tanūpā agne 'si tanvaṃ me pāhi |
oṃ āyurdā agne 'sy āyur me dehi |
oṃ varcodā agne 'si varco me dehi |
oṃ agne yan me tanvā ūnaṃ tan ma āpṛṇa |
oṃ medhāṃ me devaḥ savitā ādadhātu |
oṃ medhāṃ me devī sarasvatī ādadhātu |
oṃ medhāṃ me 'śvinau devāv ādhattāṃ puṣkarasrajau ||
60. Schritt 49: Glieder und Sinne stärken
oṃ aṅgāni ca ma āpyāyantām |
oṃ vāk ca āpyāyatām |
oṃ prāṇaś ca ma āpyāyatām |
oṃ cakṣuś ca ma āpyāyatām |
oṃ śrotraṃ ca ma āpyāyatām ||
61. Schritt 50: Aschesegen
oṃ tryāyuṣaṃ jamadagneḥ |
oṃ kaśyapasya tryāyuṣam |
oṃ yad deveṣu tryāyuṣam |
oṃ tan no astu tryāyuṣam ||
62. Schritt 51: Abhisheka: das Bad eröffnen
oṃ ye apsv antar agnayaḥ praviṣṭā gohya upagohyo mayūṣo manohāskhalo virujas tanūdūṣur indriyahā tān vijahāmi yo rocanas tam iha gṛhṇāmi |
tena mām abhiṣiñcāmi śriyai yaśase brahmaṇe brahmavarcasāya ||
63. Schritt 52: Die Ashvins und das heilsame Wasser
yena śriyam akṛṇutāṃ yenāvamṛśatāṃ surām |
yenākṣyāv abhyaṣiñcatāṃ yad vāṃ tad aśvinā yaśaḥ ||
āpo hi ṣṭhā mayobhuvas tā na ūrje dadhātana |
mahe raṇāya cakṣase ||
yo vaḥ śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ |
uśatīr iva mātaraḥ ||
tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha |
āpo janayathā ca naḥ ||
64. Schritt 53: Schülergürtel und Schülerstab ablegen
oṃ ud uttamaṃ varuṇa pāśam asmad avādhamaṃ vi madhyamaṃ śrathāya |
athā vayam āditya vrate tavānāgaso aditaye syāma ||
65. Schritt 54: Surya Upasthana
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthāt prātaryāvabhir asthād daśasanir asi daśasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya |
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthād divāyāvabhir asthāc chatasanir asi śatasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya |
oṃ udyan bhrājabhṛṣṇur indro marudbhir asthāt sāyaṃyāvabhir asthāt sahasrasanir asi sahasrasaniṃ mā kurvāvidan mā gamaya ||
66. Schritt 56: Die Sinne mit Duft berühren
oṃ prāṇāpānau me tarpaya |
oṃ cakṣur me tarpaya |
oṃ śrotraṃ me tarpaya |
oṃ vāṅ me tarpaya ||
67. Schritt 57: Wassergabe an die Vorfahren
oṃ pitaraḥ śundhadhvam |
oṃ sucakṣā aham akṣibhyāṃ bhūyāsaṃ suvarcā mukhena |
suśrut karṇābhyāṃ bhūyāsam ||
68. Schritt 58: Vastra Dharana: neue Gewänder anlegen
paridhāsye yaśodhāsye dīrghāyutvāya jaradaṣṭir asmi |
śataṃ ca jīvāmi śaradaḥ purūcī rāyaspoṣam abhisaṃvyayiṣye ||
yaśasā mā dyāvāpṛthivī yaśasendrābṛhaspatī |
yaśo bhagaś ca mā vindad yaśo mā pratipadyatām ||
69. Schritt 59: Mala Dharana: Blumenschmuck empfangen
oṃ yā āharaj jamadagniḥ śraddhāyai medhāyai kāmāyendriyāya |
tā ahaṃ pratigṛhṇāmi yaśasā ca bhagena ca ||
oṃ yad yaśo 'psarasām indraś cakāra vipulaṃ pṛthu |
tena saṃgrathitāḥ sumanasa ābadhnāmi yaśo mayi ||
70. Schritt 60: Turbantuch und Schmuck
oṃ yuvā suvāsāḥ parivīta āgāt sa u śreyān bhavati jāyamānaḥ |
oṃ alaṅkaraṇam asi bhūyo 'laṅkaraṇaṃ bhūyāt ||
71. Schritt 61: Anjana und Spiegel
oṃ vṛtrasyāsi kanīnakaś cakṣurdā asi cakṣur me dehi |
oṃ rociṣṇur asi ||
72. Schritt 62: Schirm, Schuhe und neuer Stab
oṃ bṛhaspateś chadir asi pāpmano mām antar dhehi tejaso yaśaso māntar dhehi |
oṃ pratiṣṭhe stho viśvato mā pātam |
oṃ viśvābhyo mā nāṣṭrābhyaḥ paripāhi sarvataḥ ||
Devanagari
1. Schritt 1: Achamana und Sammlung
ॐ अमृतोपस्तरणम् असि स्वाहा ।
ॐ अमृतापिधानम् असि स्वाहा ।
ॐ सत्यं यशः श्रीर् मयि श्रीः श्रयतां स्वाहा ।
ॐ हस्तप्रक्षालनं समर्पयामि गोविन्दाय नमः ॥
2. Schritt 2: Glieder berühren
ॐ वाङ् मे आस्ये ऽस्तु ।
ॐ नसोर् मे प्राणो ऽस्तु ।
ॐ अक्ष्णोर् मे चक्षुर् अस्तु ।
ॐ कर्णयोर् मे श्रोत्रम् अस्तु ।
ॐ बाह्वोर् मे बलम् अस्तु ।
ॐ ऊर्वोर् मे ओजो ऽस्तु ।
ॐ अरिष्टानि मे ऽङ्गानि तनूस् तन्वा मे सह सन्तु ॥
3. Schritt 3: Pavitra und Guru-Gruß
ॐ पवित्रे स्थो वैष्णव्यौ सवितुर् वः प्रसव उत्पुनाम्य् अच्छिद्रेण पवित्रेण सूर्यस्य रश्मिभिः ।
तस्य ते पवित्रपते पवित्रपूतस्य यत्कामः पुने तच् छकेयम् ॥
गुरुर् ब्रह्मा गुरुर् विष्णुर् गुरुर् देवो महेश्वरः ।
गुरुः साक्षात् परं ब्रह्म तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥
4. Schritt 4: Lehrergabe und Erlaubnis zum Bad
हरिः ॐ तत् सत् । शुभे शोभने मुहूर्ते अस्यां शुभतिथौ {Nakshatra} नक्षत्रे {Rashi} राशौ जातो {Name} शर्माहम् स्नातकत्वाधिकारसिद्धये गोप्रत्याम्नायीभूतं हिरण्यम् आचार्याय तुभ्यं सम्प्रददे ।
भो गुरो अहं स्नास्ये ।
स्नाहि ॥
5. Schritt 5: Sankalpa des Acharya
हरिः ॐ तत् सत् । शुभे शोभने मुहूर्ते {Nakshatra} नक्षत्रे {Rashi} राशौ जातस्य {Name} शर्मणः माणवकस्य स्नातकत्वसिद्धये समावर्तनकर्म करिष्ये ।
तदङ्गत्वेन निर्विघ्नेन परिसमाप्त्यर्थम् आदौ गणेशाम्बिकयोः पूजनं करिष्ये ।
तदङ्गत्वेन अन्तःकरणशुद्ध्यर्थं शरीरशुद्ध्यर्थं मण्डपशुद्ध्यर्थं सर्वोपकरणशुद्ध्यर्थं स्वस्तिपुण्याहवाचनं करिष्ये ॥
6. Schritt 6: Ganesha und Gauri einladen
गणानां त्वा गणपतिं हवामहे प्रियाणां त्वा प्रियपतिं हवामहे निधीनां त्वा निधिपतिं हवामहे वसो मम ।
आहम् अजानि गर्भधम् आ त्वम् अजासि गर्भधम् ॥
अम्बे अम्बिके ऽम्बालिके न मा नयति कश्चन ।
ससस्त्य् अश्वकः सुभद्रिकां काम्पीलवासिनीम् ॥
ॐ भूर् भुवः सुवः गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । ध्यायामि आवाहयामि स्थापयामि गन्धाक्षतपुष्पाणि समर्पयामि ॥
7. Schritt 7: Gastgabe: Sitz
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । आसनं समर्पयामि ॥
8. Schritt 8: Gastgabe: Fußwasser
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । पाद्यं समर्पयामि ॥
9. Schritt 9: Gastgabe: Ehrenwasser
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । अर्घ्यं समर्पयामि ॥
10. Schritt 10: Gastgabe: Mundspülwasser
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । आचमनीयं समर्पयामि ॥
11. Schritt 11: Gastgabe: Bad
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । स्नानं समर्पयामि । स्नानानन्तरं पुनराचमनीयं समर्पयामि ॥
12. Schritt 12: Gastgabe: Gewand
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । वस्त्रार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
13. Schritt 13: Gastgabe: Schnur
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । उपवीतार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
14. Schritt 14: Gastgabe: Schmuck
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । आभरणार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
15. Schritt 15: Gastgabe: Duft
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । दिव्यगन्धान् समर्पयामि । गन्धस्योपरि कुङ्कुमं समर्पयामि ॥
16. Schritt 16: Gastgabe: Blumenschmuck
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । पुष्पमालां समर्पयामि ॥
17. Schritt 17: Blüten zu den Namen
ॐ सुमुखाय नमः ।
ॐ एकदन्ताय नमः ।
ॐ कपिलाय नमः ।
ॐ गजकर्णकाय नमः ।
ॐ लम्बोदराय नमः ।
ॐ विकटाय नमः ।
ॐ विघ्नराजाय नमः ।
ॐ विनायकाय नमः ।
ॐ धूमकेतवे नमः ।
ॐ गणाध्यक्षाय नमः ।
ॐ बालचन्द्राय नमः ।
ॐ गजाननाय नमः ।
ॐ वक्रतुण्डाय नमः ।
ॐ शूर्पकर्णाय नमः ।
ॐ हेरम्बाय नमः ।
ॐ स्कन्दपूर्वजाय नमः ।
ॐ सिद्धिविनायकाय नमः ।
ॐ विघ्नेश्वराय नमः ।
ॐ कात्यायन्यै नमः ।
ॐ उमायै नमः ।
ॐ भद्रायै नमः ।
ॐ हैमवत्यै नमः ।
ॐ ईश्वर्यै नमः ।
ॐ भवान्यै नमः ।
ॐ सर्वपापहरायै नमः ।
ॐ मृडान्यै नमः ।
ॐ चण्डिकायै नमः ।
ॐ गिरिजायै नमः ।
ॐ ब्राह्म्यै नमः ।
ॐ माहेश्वर्यै नमः ।
ॐ कौमार्यै नमः ।
ॐ वैष्णव्यै नमः ।
ॐ वराहायै नमः ।
ॐ इन्द्राण्यै नमः ।
ॐ चामुण्डायै नमः ।
ॐ दाक्षायण्यै नमः ।
ॐ पर्वतराजपुत्र्यै नमः ।
ॐ चन्द्रशेखरपत्न्यै नमः ।
ॐ सर्वोपद्रवनाशिन्यै नमः ।
ॐ श्रीमङ्गलगौर्यै नमः ।
18. Schritt 18: Duft, Licht, Speise und Betel
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । धूपम् आघ्रापयामि ।
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । प्रत्यक्षं दीपं दर्शयामि ।
धूपदीपानन्तरं पुनराचमनीयं समर्पयामि ।
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । नैवेद्यं निवेदयामि ।
नैवेद्यानन्तरं पुनराचमनीयं समर्पयामि ।
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः । ताम्बूलं समर्पयामि ॥
19. Schritt 19: Nirajana und Blumenbitte
ॐ एकदन्ताय विद्महे वक्रतुण्डाय धीमहि तन् नो दन्तिः प्रचोदयात् ।
ॐ गणाम्बिकायै विद्महे महातपायै धीमहि तन् नो गौरी प्रचोदयात् ।
ॐ गणेशाम्बिकाभ्यां नमः आनन्दनीराजनं सन्दर्शयामि ।
नीराजनानन्तरं पुनराचमनीयं समर्पयामि ।
ॐ विघ्नेश्वराय वरदाय सुरप्रियाय लम्बोदराय सकलाय जगद्धिताय ।
नागाननाय श्रुतियज्ञविभूषिताय गौरीसुताय गणनाथ नमो नमस्ते ॥
सर्वमङ्गलमाङ्गल्ये शिवे सर्वार्थसाधिके ।
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमो ऽस्तु ते ॥
नमस्ते गिरिजे देवि नमस्ते लोकनायिके ।
नमस्ते सर्वपापघ्नि मङ्गलगौरि नमो ऽस्तु ते ॥
20. Schritt 20: Die vorbereitende Puja beschließen
वक्रतुण्ड महाकाय कोटिसूर्यसमप्रभ । निर्विघ्नं कुरु मे देव सर्वकार्येषु सर्वदा ॥
अन्यथा शरणं नास्ति त्वम् एव शरणं मम । तस्मात् कारुण्यभावेन रक्ष रक्ष गणाधिप ॥
आवाहनं न जानामि नैव जानामि पूजनम् । विसर्जनं न जानामि क्षमस्व पुरुषोत्तम ॥
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं विनायक । यत् कृतं तु मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु ते ॥
21. Schritt 21: Kalasha Puja
कलशस्य मुखे विष्णुः कण्ठे रुद्रः समाश्रितः ।
मूले तत्र स्थितो ब्रह्मा मध्ये मातृगणाः स्मृताः ॥
कुक्षौ तु सागराः सर्वे सप्तद्वीपा वसुन्धरा ।
ऋग्वेदो ऽथ यजुर्वेदः सामवेदो ह्य् अथर्वणः ।
अङ्गैश् च सहिताः सर्वे कलशाम्बुसमाश्रिताः ॥
गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धु कावेरि जले ऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥
पुष्कराद्यानि तीर्थानि गङ्गाद्याः सरितस् तथा ।
आयान्तु लोकशान्त्यर्थं दुरितक्षयकारकाः ॥
देवदानवसंवादे मथ्यमाने महोदधौ ।
उत्पन्नो ऽसि तदा कुम्भो विधृतो विष्णुना स्वयम् ॥
त्वत् तोये सर्वतीर्थानि देवाः सर्वे त्वयि स्थिताः ।
त्वयि तिष्ठन्ति भूतानि त्वयि प्राणाः प्रतिष्ठिताः ॥
शिवः स्वयं त्वम् एवासि विष्णुस् त्वं च प्रजापतिः ।
आदित्या वसवो रुद्रा विश्वेदेवाः सपैतृकाः ॥
त्वयि तिष्ठन्ति सर्वे ऽपि यतः कामफलप्रदाः ।
त्वत्प्रसादाद् इमां पूजां कर्तुम् ईहे जलोद्भव ॥
सान्निध्यं कुरु मे देव प्रसन्नो भव सर्वदा ।
अत्र गायत्री सावित्री शान्तिः पुष्टिकरी तथा ।
आयान्तु यजमानस्य दुरितक्षयकारकाः ॥
अपां मध्ये स्थिता देवाः सर्वम् अप्सु प्रतिष्ठितम् ।
ब्राह्मणानां करे न्यस्ताः शिवा आपो भवन्तु ते ॥
22. Schritt 22: Varuna anrufen
नागपाशधरं हृष्टं रक्तौघद्युतिविग्रहम् ।
शशाङ्कधवलं ध्यायेद् वरुणं मकरासनम् ॥
वरुणं श्वेतवर्णं च पाशहस्तं रुजासनम् ।
मौक्तिकालङ्कृतं देवं तीर्थनाथम् अहं भजे ॥
अस्मिन् कलशे वरुणं ध्यायामि आवाहयामि स्थापयामि गन्धाक्षतं समर्पयामि ॥
23. Schritt 23: Varunas Gastgabe: Sitz
ॐ वरुणाय नमः । आसनं समर्पयामि ॥
24. Schritt 24: Varunas Gastgabe: Fußwasser
ॐ वरुणाय नमः । पाद्यं समर्पयामि ॥
25. Schritt 25: Varunas Gastgabe: Ehrenwasser
ॐ वरुणाय नमः । अर्घ्यं समर्पयामि ॥
26. Schritt 26: Varunas Gastgabe: Mundspülwasser
ॐ वरुणाय नमः । आचमनीयं समर्पयामि ॥
27. Schritt 27: Varunas Gastgabe: Bad
ॐ वरुणाय नमः । स्नानं समर्पयामि । स्नानानन्तरं पुनराचमनीयं समर्पयामि ॥
28. Schritt 28: Varunas Gastgabe: Gewand
ॐ वरुणाय नमः । वस्त्रार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
29. Schritt 29: Varunas Gastgabe: Schnur
ॐ वरुणाय नमः । उपवीतार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
30. Schritt 30: Varunas Gastgabe: Schmuck
ॐ वरुणाय नमः । आभरणार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥
31. Schritt 31: Varunas Gastgabe: Duft
ॐ वरुणाय नमः । दिव्यगन्धान् समर्पयामि । गन्धस्योपरि कुङ्कुमं समर्पयामि ॥
32. Schritt 32: Varunas Gastgabe: Blumenschmuck
ॐ वरुणाय नमः । पुष्पमालां समर्पयामि ॥
33. Schritt 33: Varunas Blütennamen und weitere Gaben
ॐ वरुणाय नमः । ॐ प्रचेतसे नमः । ॐ सुरूपिणे नमः ।
ॐ अपां पतये नमः । ॐ मकरवाहनाय नमः । ॐ अनेकमणिभूषिताय नमः ।
ॐ जलाधिपतये नमः । ॐ पाशहस्ताय नमः । ॐ झषासनाय नमः । ॐ सकलतीर्थाधिपतये नमः ।
ॐ वरुणाय नमः धूपम् आघ्रापयामि दीपं दर्शयामि नैवेद्यं निवेदयामि ताम्बूलं समर्पयामि नीराजनं समर्पयामि ।
ॐ जलबिम्बाय विद्महे नीलपुरुषाय धीमहि तन् नो वरुणः प्रचोदयात् ।
ॐ नमो नमस्ते अस्तु स्फटिकप्रभाय सुश्वेतवस्त्राय सुमङ्गलाय ।
सुपाशहस्ताय झषासनाय जलाधिनाथाय वरुणाय नमो नमस्ते ॥
34. Schritt 34: Wasser und Wohl
शिवा आपः सन्तु ।
सन्तु शिवा आपः ॥
35. Schritt 34: Friedliches Gemüt
सौमनस्यम् अस्तु ।
अस्तु सौमनस्यम् ॥
36. Schritt 34: Unversehrtheit
अक्षतं चारिष्टं चास्तु ।
अस्त्व् अक्षतम् अरिष्टम् ॥
37. Schritt 34: Zustimmung zur Verkündigung
भवद्भिर् अनुज्ञातः पुण्याहं वाचयिष्ये ।
वाच्यताम् ॥
38. Schritt 34: Erneuerung und Wunsch
पुनस् त्वादित्या रुद्रा वसवः समिन्धताम् ।
पुनर् ब्रह्माणो वसुनीथ यज्ञैः ।
घृतेन त्वं तन्वं वर्धयस्व ।
सत्याः सन्तु यजमानस्य कामाः ॥
39. Schritt 34: Ausruf des günstigen Tages
भो ब्राह्मणाः अस्य यजमानस्य पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ पुण्याहम् अस्तु ॥
40. Schritt 34: Segen der göttlichen Mächte
स्वस्ति मित्रावरुणा स्वस्ति पथ्ये रेवति ।
स्वस्ति न इन्द्रश् चाग्निश् च स्वस्ति नो अदिते कृधि ॥
41. Schritt 34: Bitte um Wohlergehen
भो ब्राह्मणाः अस्य यजमानस्य स्वस्ति भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ स्वस्तिर् अस्तु ॥
42. Schritt 34: Wachsen in Gemeinschaft
ऋध्यास्म हव्यैर् नमसोपसद्य । मित्रं देवं मित्रधेयं नो अस्तु ।
अनुराधान् हविषा वर्धयन्तः । शतं जीवेम शरदः सवीराः ॥
43. Schritt 34: Bitte um Gedeihen
भो ब्राह्मणाः अस्य यजमानस्य ऋद्धिं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ ऋद्धिर् अस्तु ॥
44. Schritt 34: Segen für die Lebensgemeinschaft
आ ब्रह्मन् ब्राह्मणो ब्रह्मवर्चसी जायताम् अस्मिन् राष्ट्रे राजन्य इषव्यः शूरो महारथो जायतां दोग्ध्री धेनुर् वोढानड्वान् आशुः सप्तिः पुरन्ध्रिर् योषा जिष्णू रथेष्ठाः सभेयो युवास्य यजमानस्य वीरो जायतां निकामे निकामे नः पर्जन्यो वर्षतु फलिन्यो न ओषधयः पच्यन्तां योगक्षेमो नः कल्पताम् ॥
45. Schritt 34: Bitte um Reinigung
इन्द्रः सुनीती सह मा पुनातु । सोमः स्वस्त्या वरुणः समीच्या ।
यमो राजा प्रमृणाभिः पुनातु मा । जातवेदा मोर्जयन्त्या पुनातु ।
ॐ भूर् भुवः सुवः ॥
46. Schritt 34: Friedensgebet
तच् छं योर् आवृणीमहे । गातुं यज्ञाय । गातुं यज्ञपतये ।
दैवी स्वस्तिर् अस्तु नः । स्वस्तिर् मानुषेभ्यः । ऊर्ध्वं जिगातु भेषजम् ।
शं नो अस्तु द्विपदे । शं चतुष्पदे ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
47. Schritt 35: Wassersegen abschließen
ॐ वरुणाय नमः यथास्थानं प्रतिष्ठापयामि ।
अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतो ऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥
48. Schritt 36: Feueraltar bereiten
ॐ भूर् भुवः स्वः ।
ॐ अग्निं दूतं पुरो दधे हव्यवाहम् उप ब्रुवे ।
देवां आ सादयाद् इह ॥
ॐ अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ।
सुवर्णम् अमलं दीप्तं समिद्धं सर्वतोमुखम् ॥
राजपुत्रनामाग्निं स्थापयामि ॥
49. Schritt 38: Aghara, Ajyabhaga und Weltenworte
ॐ प्रजापतये स्वाहा । प्रजापतय इदं न मम ।
ॐ इन्द्राय स्वाहा । इन्द्रायेदं न मम ।
ॐ अग्नये स्वाहा । अग्नय इदं न मम ।
ॐ सोमाय स्वाहा । सोमायेदं न मम ।
ॐ भूर् अग्नये स्वाहा । अग्नय इदं न मम ।
ॐ भुवर् वायवे स्वाहा । वायव इदं न मम ।
ॐ सुवर् आदित्याय स्वाहा । आदित्यायेदं न मम ।
ॐ भूर् भुवः स्वर् अग्निवाय्वादित्येभ्यः स्वाहा । अग्निवाय्वादित्येभ्य इदं न मम ॥
50. Schritt 39: Das Feuer mit Wasser umgeben
ॐ अदिते ऽनुमन्यस्व ।
ॐ अनुमते ऽनुमन्यस्व ।
सरस्वते ऽनुमन्यस्व ।
देव सवितः प्रसुव ॥
51. Schritt 40: Die achtzehn besonderen Gaben
ॐ अन्तरिक्षाय स्वाहा ।
ॐ वायवे स्वाहा ।
ॐ ब्रह्मणे स्वाहा ।
ॐ छन्दोभ्यः स्वाहा ।
ॐ प्रजापतये स्वाहा ।
ॐ देवेभ्यः स्वाहा ।
ॐ ऋषिभ्यः स्वाहा ।
ॐ श्रद्धायै स्वाहा ।
ॐ मेधायै स्वाहा ।
ॐ सदसस्पतये स्वाहा ।
ॐ अनुमतये स्वाहा ।
ॐ पृथिव्यै स्वाहा ।
ॐ अग्नये स्वाहा ।
ॐ दिवे स्वाहा ।
ॐ सूर्याय स्वाहा ।
ॐ दिग्भ्यः स्वाहा ।
ॐ चन्द्रमसे स्वाहा ।
ॐ स्विष्टकृते स्वाहा ।
52. Schritt 41: Samidha Dana: Holzgabe 1
ॐ अग्ने सुश्रवः सुश्रवसं मा कुरु स्वाहा ।
53. Schritt 42: Samidha Dana: Holzgabe 2
ॐ यथा त्वम् अग्ने सुश्रवः सुश्रवा असि स्वाहा ।
54. Schritt 43: Samidha Dana: Holzgabe 3
ॐ एवं मां सुश्रवः सौश्रवसं कुरु स्वाहा ।
55. Schritt 44: Samidha Dana: Holzgabe 4
ॐ यथा त्वम् अग्ने देवानां यज्ञस्य निधिपो ऽसि स्वाहा ।
56. Schritt 45: Samidha Dana: Holzgabe 5
ॐ एवम् अहं मनुष्याणां वेदस्य निधिपो भूयासं स्वाहा ।
57. Schritt 46: Samidha Dana: Holzgabe 6
ॐ अग्नये समिधम् आहार्षं बृहते जातवेदसे । यथा त्वम् अग्ने समिधा समिध्यस्य् एवम् अहम् आयुषा मेधया वर्चसा प्रजया पशुभिर् ब्रह्मवर्चसेन समिन्धे । जीवपुत्रो ममाचार्यो मेधाव्य् अहम् असान्य् अनिराकरिष्णुर् यशस्वी ब्रह्मवर्चस्य् अन्नादो भूयासं स्वाहा ।
58. Schritt 47: Samidha Dana: Holzgabe 7
ॐ एषा ते अग्ने समित् तया वर्धस्व चाप्यायस्व वर्धिषीमहि च वयम् आ च प्यासिषीमहि स्वाहा ।
59. Schritt 48: Wärme und geistige Kraft empfangen
ॐ तनूपा अग्ने ऽसि तन्वं मे पाहि ।
ॐ आयुर्दा अग्ने ऽस्य् आयुर् मे देहि ।
ॐ वर्चोदा अग्ने ऽसि वर्चो मे देहि ।
ॐ अग्ने यन् मे तन्वा ऊनं तन् म आपृण ।
ॐ मेधां मे देवः सविता आदधातु ।
ॐ मेधां मे देवी सरस्वती आदधातु ।
ॐ मेधां मे ऽश्विनौ देवाव् आधत्तां पुष्करस्रजौ ॥
60. Schritt 49: Glieder und Sinne stärken
ॐ अङ्गानि च म आप्यायन्ताम् ।
ॐ वाक् च आप्यायताम् ।
ॐ प्राणश् च म आप्यायताम् ।
ॐ चक्षुश् च म आप्यायताम् ।
ॐ श्रोत्रं च म आप्यायताम् ॥
61. Schritt 50: Aschesegen
ॐ त्र्यायुषं जमदग्नेः ।
ॐ कश्यपस्य त्र्यायुषम् ।
ॐ यद् देवेषु त्र्यायुषम् ।
ॐ तन् नो अस्तु त्र्यायुषम् ॥
62. Schritt 51: Abhisheka: das Bad eröffnen
ॐ ये अप्स्व् अन्तर् अग्नयः प्रविष्टा गोह्य उपगोह्यो मयूषो मनोहास्खलो विरुजस् तनूदूषुर् इन्द्रियहा तान् विजहामि यो रोचनस् तम् इह गृह्णामि ।
तेन माम् अभिषिञ्चामि श्रियै यशसे ब्रह्मणे ब्रह्मवर्चसाय ॥
63. Schritt 52: Die Ashvins und das heilsame Wasser
येन श्रियम् अकृणुतां येनावमृशतां सुराम् ।
येनाक्ष्याव् अभ्यषिञ्चतां यद् वां तद् अश्विना यशः ॥
आपो हि ष्ठा मयोभुवस् ता न ऊर्जे दधातन ।
महे रणाय चक्षसे ॥
यो वः शिवतमो रसस् तस्य भाजयतेह नः ।
उशतीर् इव मातरः ॥
तस्मा अरं गमाम वो यस्य क्षयाय जिन्वथ ।
आपो जनयथा च नः ॥
64. Schritt 53: Schülergürtel und Schülerstab ablegen
ॐ उद् उत्तमं वरुण पाशम् अस्मद् अवाधमं वि मध्यमं श्रथाय ।
अथा वयम् आदित्य व्रते तवानागसो अदितये स्याम ॥
65. Schritt 54: Surya Upasthana
ॐ उद्यन् भ्राजभृष्णुर् इन्द्रो मरुद्भिर् अस्थात् प्रातर्यावभिर् अस्थाद् दशसनिर् असि दशसनिं मा कुर्वाविदन् मा गमय ।
ॐ उद्यन् भ्राजभृष्णुर् इन्द्रो मरुद्भिर् अस्थाद् दिवायावभिर् अस्थाच् छतसनिर् असि शतसनिं मा कुर्वाविदन् मा गमय ।
ॐ उद्यन् भ्राजभृष्णुर् इन्द्रो मरुद्भिर् अस्थात् सायंयावभिर् अस्थात् सहस्रसनिर् असि सहस्रसनिं मा कुर्वाविदन् मा गमय ॥
66. Schritt 56: Die Sinne mit Duft berühren
ॐ प्राणापानौ मे तर्पय ।
ॐ चक्षुर् मे तर्पय ।
ॐ श्रोत्रं मे तर्पय ।
ॐ वाङ् मे तर्पय ॥
67. Schritt 57: Wassergabe an die Vorfahren
ॐ पितरः शुन्धध्वम् ।
ॐ सुचक्षा अहम् अक्षिभ्यां भूयासं सुवर्चा मुखेन ।
सुश्रुत् कर्णाभ्यां भूयासम् ॥
68. Schritt 58: Vastra Dharana: neue Gewänder anlegen
परिधास्ये यशोधास्ये दीर्घायुत्वाय जरदष्टिर् अस्मि ।
शतं च जीवामि शरदः पुरूची रायस्पोषम् अभिसंव्ययिष्ये ॥
यशसा मा द्यावापृथिवी यशसेन्द्राबृहस्पती ।
यशो भगश् च मा विन्दद् यशो मा प्रतिपद्यताम् ॥
69. Schritt 59: Mala Dharana: Blumenschmuck empfangen
ॐ या आहरज् जमदग्निः श्रद्धायै मेधायै कामायेन्द्रियाय ।
ता अहं प्रतिगृह्णामि यशसा च भगेन च ॥
ॐ यद् यशो ऽप्सरसाम् इन्द्रश् चकार विपुलं पृथु ।
तेन संग्रथिताः सुमनस आबध्नामि यशो मयि ॥
70. Schritt 60: Turbantuch und Schmuck
ॐ युवा सुवासाः परिवीत आगात् स उ श्रेयान् भवति जायमानः ।
ॐ अलङ्करणम् असि भूयो ऽलङ्करणं भूयात् ॥
71. Schritt 61: Anjana und Spiegel
ॐ वृत्रस्यासि कनीनकश् चक्षुर्दा असि चक्षुर् मे देहि ।
ॐ रोचिष्णुर् असि ॥
72. Schritt 62: Schirm, Schuhe und neuer Stab
ॐ बृहस्पतेश् छदिर् असि पाप्मनो माम् अन्तर् धेहि तेजसो यशसो मान्तर् धेहि ।
ॐ प्रतिष्ठे स्थो विश्वतो मा पातम् ।
ॐ विश्वाभ्यो मा नाष्ट्राभ्यः परिपाहि सर्वतः ॥
Deutsch
1. Schritt 1: Achamana und Sammlung
Om, du bist die Unterlage der Unsterblichkeit. Om, du bist die Bedeckung der Unsterblichkeit. Wahrheit, Ansehen und Glück mögen in mir wohnen. Ich vollziehe die Reinigung der Hände; Verehrung Govinda.
2. Schritt 2: Glieder berühren
Sprache sei in meinem Mund, Lebensatem in meiner Nase, Sehkraft in meinen Augen, Gehör in meinen Ohren, Stärke in meinen Armen und Kraft in meinen Oberschenkeln. Meine Glieder seien unversehrt und mein Leib im Einklang mit sich.
3. Schritt 3: Pavitra und Guru-Gruß
Ihr beiden Reiniger gehört Vishnu. Unter Savitris Antrieb reinige ich mit unversehrtem Reiniger und mit den Strahlen der Sonne. Herr der Reinigung: Was ich als durch deinen Reiniger Gereinigter anstrebe, möge ich vermögen. Verehrung dem Guru, der Brahma, Vishnu und Maheshvara ist, unmittelbar das höchste Brahman.
4. Schritt 4: Lehrergabe und Erlaubnis zum Bad
Hari, Om, das ist die Wahrheit. Zu dieser günstigen Stunde und an diesem günstigen Tag übergebe ich, {Name}, geboren unter {Nakshatra} in {Rashi}, dir, meinem Acharya, diese Geldgabe anstelle einer Kuh, damit ich zum Stand des Snataka zugelassen werde. Schüler: Verehrter Lehrer, ich möchte das Bad vollziehen. Lehrer: Bade!
5. Schritt 5: Sankalpa des Acharya
Ich vollziehe an diesem günstigen Termin Samavartana für den Schüler {Name}, geboren unter {Nakshatra} in {Rashi}, damit er den Stand des Snataka erlangt. Zur ungehinderten Vollendung verehre ich zuerst Ganesha und Ambika. Zur inneren Reinigung und zur Weihe von Körper, Ritualplatz und Geräten vollziehe ich den Wassersegen.
6. Schritt 6: Ganesha und Gauri einladen
Dich rufen wir als Herrn der Scharen, als Herrn des Geliebten und als Herrn der Schätze, du mein Gut. Ich erkannte den Schoßträger; du brachtest den Schoßträger hervor. Mutter, Ambika, Ambalika: Niemand führt mich. Das Pferd schläft bei Subhadrika, der Bewohnerin von Kampila. Om, Erde, Zwischenwelt und Himmel: Verehrung Ganesha und Ambika. Ich meditiere über euch, lade euch ein, gebe euch einen Platz und bringe Duft, Reis und Blüten dar.
7. Schritt 7: Gastgabe: Sitz
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe einen Sitz dar.
8. Schritt 8: Gastgabe: Fußwasser
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
9. Schritt 9: Gastgabe: Ehrenwasser
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Ehrenwasser dar.
10. Schritt 10: Gastgabe: Mundspülwasser
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Mundspülwasser dar.
11. Schritt 11: Gastgabe: Bad
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe das Bad und danach erneut Mundspülwasser dar.
12. Schritt 12: Gastgabe: Gewand
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als Gewand dar.
13. Schritt 13: Gastgabe: Schnur
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als heilige Schnur dar.
14. Schritt 14: Gastgabe: Schmuck
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe Reis als Schmuck dar.
15. Schritt 15: Gastgabe: Duft
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe göttliche Düfte und darüber Kumkum dar.
16. Schritt 16: Gastgabe: Blumenschmuck
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich bringe eine Blumengirlande dar.
17. Schritt 17: Blüten zu den Namen
Verehrung Ganesha: dem Schöngesichtigen, Einzahnigen, Goldbraunen, Elefantenohrigen, Großbäuchigen, Gewaltigen, Herrn der Hindernisse, Führer, Rauchbannertragenden, Scharenführer, Jungmondtragenden, Elefantengesichtigen, Krummrüsseligen, Breitohrigen, Heramba, älteren Bruder Skandas, Vollendung schenkenden Führer und Herrn der Hindernisse. Verehrung Gauri: Katyayani, Uma, der Heilsamen, der Tochter des Schneegebirges, der Herrin, Bhavani, der Beseitigerin aller Verfehlungen, Mridani, Chandika, der Berggeborenen, Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani, Chamunda, Dakshas Tochter, Tochter des Bergkönigs, Gemahlin des Mondtragenden, Beseitigerin aller Bedrängnis und der glückverheißenden Gauri.
18. Schritt 18: Duft, Licht, Speise und Betel
Verehrung Ganesha und Ambika. Ich lasse euch Räucherduft wahrnehmen und zeige das sichtbare Licht. Danach bringe ich Mundspülwasser dar. Ich biete die Speise an und danach erneut Mundspülwasser. Ich bringe die Betelgabe dar.
19. Schritt 19: Nirajana und Blumenbitte
Wir erkennen den Einzahnigen und meditieren über den Krummrüsseligen; Danti möge uns anregen. Wir erkennen die Mutter der Scharen und meditieren über die große Asketin; Gauri möge uns anregen. Verehrung Ganesha und Ambika: Ich zeige euch das freudige Licht und biete danach Mundspülwasser an. Ganapati, Herr der Hindernisse, Wohltäter der Welt, Sohn Gauris, Elefantengesichtiger, von Veda und Opfer geziert: Dir wiederholte Verehrung. Gauri, Glück alles Glückes, Heilsame, alle Anliegen Vollbringende, Zuflucht und Dreiäugige, Narayani: Dir sei Verehrung. Verehrung der Berggeborenen, der Führerin der Welt, der Beseitigerin aller Verfehlungen, der glückverheißenden Gauri.
20. Schritt 20: Die vorbereitende Puja beschließen
Du mit dem gebogenen Rüssel und großen Leib, strahlend wie Millionen Sonnen: Lass meine Werke ohne Hindernisse gelingen. Du allein bist meine Zuflucht; aus Mitgefühl schütze mich, Herr der Scharen. Ich kenne die rechte Anrufung, Verehrung und Verabschiedung nicht vollkommen; vergib mir, höchster Herr. Was an Mantra, Handlung und Hingabe fehlt, mögest du als vollständig annehmen, Vinayaka.
21. Schritt 21: Kalasha Puja
An der Öffnung des Kruges ist Vishnu, an seinem Hals Rudra, am Grund Brahma und in seiner Mitte die Schar der Mütter. In seinem Leib sind die Meere und die Erde mit ihren sieben Kontinenten. Die vier Veden mit ihren Gliedern wohnen im Krugwasser. Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig. Die heiligen Badeorte und Flüsse mögen zum Frieden der Welt kommen und Verfehlung lösen. Krug, du entstandest beim Quirlen des Meeres durch Götter und Danavas und wurdest von Vishnu selbst gehalten. In deinem Wasser wohnen die heiligen Orte, Götter, Wesen und Lebenskräfte. Du bist Shiva, Vishnu und Prajapati; Adityas, Vasus, Rudras, Vishvedevas und Ahnen wohnen in dir als Spender der ersehnten Frucht. Durch deine Gnade möchte ich diese Verehrung vollziehen. Sei gegenwärtig und freundlich. Gayatri, Savitri, Frieden und nährende Kraft mögen zur Auflösung der Verfehlungen des Feiernden kommen. Die Götter sind mitten im Wasser, alles ruht im Wasser. Durch die Hände der Brahmanen mögen die Wasser heilsam werden.
22. Schritt 22: Varuna anrufen
Man betrachte den frohen Varuna mit der Schlangenschlinge, dessen Gestalt rötlich strahlt und mondweiß leuchtet, sitzend auf dem Makara. Ich verehre den weißen, perlengeschmückten Gott mit der Schlinge, den Herrn der heiligen Wasser, der Leiden beseitigt. In diesem Krug meditiere ich über Varuna, lade ihn ein und vergegenwärtige ihn; Duft und ungebrochenen Reis bringe ich dar.
23. Schritt 23: Varunas Gastgabe: Sitz
Verehrung Varuna. Ich bringe einen Sitz dar.
24. Schritt 24: Varunas Gastgabe: Fußwasser
Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser für die Füße dar.
25. Schritt 25: Varunas Gastgabe: Ehrenwasser
Verehrung Varuna. Ich bringe Ehrenwasser dar.
26. Schritt 26: Varunas Gastgabe: Mundspülwasser
Verehrung Varuna. Ich bringe Mundspülwasser dar.
27. Schritt 27: Varunas Gastgabe: Bad
Verehrung Varuna. Ich bringe das Bad und danach erneut Mundspülwasser dar.
28. Schritt 28: Varunas Gastgabe: Gewand
Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als Gewand dar.
29. Schritt 29: Varunas Gastgabe: Schnur
Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als heilige Schnur dar.
30. Schritt 30: Varunas Gastgabe: Schmuck
Verehrung Varuna. Ich bringe Reis als Schmuck dar.
31. Schritt 31: Varunas Gastgabe: Duft
Verehrung Varuna. Ich bringe göttliche Düfte und darüber Kumkum dar.
32. Schritt 32: Varunas Gastgabe: Blumenschmuck
Verehrung Varuna. Ich bringe eine Blumengirlande dar.
33. Schritt 33: Varunas Blütennamen und weitere Gaben
Verehrung Varuna, dem Einsichtigen, Wohlgestalteten, Herrn der Wasser, Makara-Reitenden, mit vielen Edelsteinen Geschmückten, Gebieter des Wassers, Schlingenträger, auf dem Wasserwesen Sitzenden und Herrn aller heiligen Badeorte. Ich bringe Räucherduft, Licht, Speise, Betel und das kreisende Licht dar. Wir erkennen den im Wasser Vergegenwärtigten und meditieren über den blauen göttlichen Menschen; Varuna möge uns anregen. Verehrung dem kristallhellen, weiß gekleideten, glückverheißenden Varuna mit der Schlinge in der Hand, dem auf dem Wasserwesen Sitzenden, Herrn der Wasser.
34. Schritt 34: Wasser und Wohl
Leitung: Mögen die Wasser heilsam sein. – Antwort: Heilsam seien die Wasser.
35. Schritt 34: Friedliches Gemüt
Leitung: Ein gutes, friedliches Gemüt sei da. – Antwort: Es sei ein friedliches Gemüt da.
36. Schritt 34: Unversehrtheit
Leitung: Unversehrtheit und Freiheit von Unheil seien da. – Antwort: Unversehrtheit und Freiheit von Unheil seien da.
37. Schritt 34: Zustimmung zur Verkündigung
Leitung: Mit eurer Zustimmung werde ich den günstigen Tag ausrufen. – Antwort: Er werde ausgerufen.
38. Schritt 34: Erneuerung und Wunsch
Wieder mögen die Adityas, Rudras und Vasus dich entfachen, wieder die Brahmanen mit ihren Opfern, du Güterbringer. Stärke deinen Leib durch die geklärte Butter. Mögen die Wünsche des Feiernden wahr werden.
39. Schritt 34: Ausruf des günstigen Tages
Leitung: Verehrte Brahmanen, ruft für diesen Feiernden den günstigen Tag aus. – Antwort: Om, ein günstiger Tag sei es.
40. Schritt 34: Segen der göttlichen Mächte
Wohlergehen von Mitra und Varuna; Wohlergehen von der reichen Hüterin des Weges. Indra und Agni schenken uns Wohlergehen; Aditi, bewirke unser Wohlergehen.
41. Schritt 34: Bitte um Wohlergehen
Leitung: Verehrte Brahmanen, sprecht für diesen Feiernden Wohlergehen aus. – Antwort: Om, Wohlergehen sei da.
42. Schritt 34: Wachsen in Gemeinschaft
Mögen wir mit Gaben gedeihen, nachdem wir uns ehrerbietig genähert haben. Der göttliche Mitra sei uns Freundschaft und Stütze. Die Anuradhas mit Opfergabe stärkend, mögen wir hundert Herbste leben, mit tüchtigen Nachkommen und Gefährten.
43. Schritt 34: Bitte um Gedeihen
Leitung: Verehrte Brahmanen, sprecht für diesen Feiernden Gedeihen aus. – Antwort: Om, Gedeihen sei da.
44. Schritt 34: Segen für die Lebensgemeinschaft
O Brahman, in diesem Gemeinwesen möge ein Brahmane mit dem Glanz geistigen Wissens heranwachsen und ein Herrscher, als Bogenschütze und Wagenkämpfer tüchtig und tapfer. Mögen eine milchgebende Kuh, ein tragfähiger Ochse, ein schnelles Pferd, eine tatkräftige Frau und ein siegreicher Kämpfer gedeihen. Dem Feiernden möge ein tüchtiger junger Mensch heranwachsen, geeignet für die Versammlung. Parjanya lasse nach Bedarf Regen fallen; fruchttragende Pflanzen mögen für uns reifen. Erwerb und Bewahrung des Lebensnotwendigen mögen gelingen.
45. Schritt 34: Bitte um Reinigung
Indra reinige mich durch gute Führung; Soma durch Wohlergehen, Varuna durch rechte Ordnung. König Yama reinige mich durch seine bereinigenden Kräfte; Jatavedas, der alles kennende Agni, reinige mich durch belebende Kraft. Om, Erde, Zwischenraum und Himmelswelt.
46. Schritt 34: Friedensgebet
Wir erbitten Heil und Wohlergehen: Gelingen dem Opfer und dem Herrn des Opfers. Göttliches Wohlergehen sei uns, Wohlergehen den Menschen. Heilendes möge aufwachsen. Frieden sei den Zweibeinigen, Frieden den Vierbeinigen. Om, Frieden, Frieden, Frieden.
47. Schritt 35: Wassersegen abschließen
Verehrung Varuna: Ich geleite dich an deinen eigenen Ort. Rein oder unrein, in welcher Lage auch immer: Wer des Lotusäugigen gedenkt, ist außen und innen rein.
48. Schritt 36: Feueraltar bereiten
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Ich stelle Agni als Boten voran, rufe den Träger der Opfergaben; er lasse die Götter hier Platz nehmen. Ich verehre das entfachte Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Gaben, golden, rein, leuchtend und nach allen Seiten gewandt. Ich errichte das Feuer mit dem Namen Rajaputra.
49. Schritt 38: Aghara, Ajyabhaga und Weltenworte
Om, die Gaben gelten Prajapati, Indra, Agni und Soma. Erde: Agni; Zwischenraum: Vayu; Himmel: Aditya; die drei Welten gemeinsam: Agni, Vayu und Aditya. Svaha. Jede Gabe gehört dem Genannten, nicht mir.
50. Schritt 39: Das Feuer mit Wasser umgeben
Aditi, stimme zu. Anumati, stimme zu. Sarasvati, stimme zu. Göttlicher Savitar, bringe das Opfer in Bewegung.
51. Schritt 40: Die achtzehn besonderen Gaben
Om, Darbringung dem Zwischenraum, Vayu, Brahman, den Versmaßen, Prajapati, den Göttern, den Sehern, dem Vertrauen, der Einsicht, dem Herrn der Versammlung, Anumati, der Erde, Agni, dem Himmel, Surya, den Himmelsrichtungen, dem Mond und dem guten Vollender des Opfers. Svaha zu jeder Gabe.
52. Schritt 41: Samidha Dana: Holzgabe 1
Agni von gutem Ruhm, mache mich zu einem Menschen guten Rufes. Svaha.
53. Schritt 42: Samidha Dana: Holzgabe 2
Wie du, Agni von gutem Ruhm, berühmt bist. Svaha.
54. Schritt 43: Samidha Dana: Holzgabe 3
So mache mich, du Ruhmreicher, zu einem Menschen guten Rufes. Svaha.
55. Schritt 44: Samidha Dana: Holzgabe 4
Wie du, Agni, Hüter des Opferschatzes der Götter bist. Svaha.
56. Schritt 45: Samidha Dana: Holzgabe 5
So möge ich unter den Menschen ein Hüter des Veda-Schatzes sein. Svaha.
57. Schritt 46: Samidha Dana: Holzgabe 6
Agni, dem großen Jatavedas, habe ich Brennholz gebracht. Wie du durch Holz entflammst, so werde ich durch Leben, Einsicht, Leuchtkraft, Nachkommen, Tiere und den Glanz heiligen Wissens gestärkt. Mein Lehrer möge lebende Kinder haben; ich möge einsichtig sein, das Gelernte bewahren, Ansehen und geistigen Glanz gewinnen und über Nahrung verfügen. Svaha.
58. Schritt 47: Samidha Dana: Holzgabe 7
Agni, hier ist dein Brennholz. Wachse und erstarke dadurch; auch wir mögen wachsen und gestärkt werden. Svaha.
59. Schritt 48: Wärme und geistige Kraft empfangen
Agni, du behütest den Leib: Behüte meinen Leib. Du schenkst Leben: Gib mir Leben. Du schenkst Glanz: Gib mir Glanz. Was meinem Leib fehlt, erfülle. Der göttliche Savitar schenke mir Einsicht, die Göttin Sarasvati schenke mir Einsicht, und die beiden lotusbekränzten Ashvins mögen mir Einsicht schenken.
60. Schritt 49: Glieder und Sinne stärken
Meine Glieder mögen erstarken, meine Sprache möge erstarken, mein Lebensatem möge erstarken, meine Sehkraft möge erstarken und mein Gehör möge erstarken.
61. Schritt 50: Aschesegen
Die dreifache Lebensfülle Jamadagnis, die dreifache Lebensfülle Kashyapas, die dreifache Lebensfülle unter den Göttern: Diese dreifache Lebensfülle sei uns geschenkt.
62. Schritt 51: Abhisheka: das Bad eröffnen
Die in den Wassern befindlichen Feuer – das zu verbergende, das zu bedeckende, das versengende, das den Geist raubende, das unablässige, das Schmerzen bereitende, das den Körper schädigende und das die Sinne raubende – lege ich ab. Das leuchtende nehme ich hier an. Damit besprenge ich mich für Glück, guten Ruf, heiliges Wissen und dessen Glanz.
63. Schritt 52: Die Ashvins und das heilsame Wasser
Mit jener Kraft, mit der ihr Wohlgestalt schafft, mit der ihr Surā berührt, mit der ihr die Augen besprengt – mit eurem Ansehen, ihr Ashvins, besprenge ich mich. Wasser, ihr spendet Freude; schenkt uns Kraft, damit wir große Freude schauen. Lasst uns an eurem heilsamsten Saft teilhaben wie liebevolle Mütter. Zu euch möchten wir gerne kommen, zu dem Lebensraum, zu dem ihr uns führt; Wasser, lasst uns neu entstehen.
64. Schritt 53: Schülergürtel und Schülerstab ablegen
Varuna, löse die oberste Fessel von uns, lass die unterste herab und lockere die mittlere. Dann mögen wir, Aditya, in deiner Ordnung ohne Schuld zur Freiheit Aditis gehören.
65. Schritt 54: Surya Upasthana
Aufgehend steht der strahlende Indra mit den Maruts da, mit denen, die am Morgen ziehen. Du gewinnst zehnfach: Lass mich zehnfach gewinnen und führe mich zum Gelingen. Aufgehend steht er mit den bei Tag Ziehenden da. Du gewinnst hundertfach: Lass mich hundertfach gewinnen und führe mich zum Gelingen. Aufgehend steht er mit den am Abend Ziehenden da. Du gewinnst tausendfach: Lass mich tausendfach gewinnen und führe mich zum Gelingen.
66. Schritt 56: Die Sinne mit Duft berühren
Stärke meinen ein- und ausgehenden Lebensatem. Stärke meine Sehkraft. Stärke mein Gehör. Stärke meine Sprache.
67. Schritt 57: Wassergabe an die Vorfahren
Vorfahren, werdet gereinigt. Möge ich mit meinen Augen gut sehen, mit meinem Gesicht leuchten und mit meinen Ohren gut hören.
68. Schritt 58: Vastra Dharana: neue Gewänder anlegen
Ich kleide mich für guten Ruf und langes Leben; bis ins Alter möge ich gelangen. Hundert Herbste möge ich leben und reiche Lebensfülle genießen. Himmel und Erde, Indra und Brihaspati mögen mich mit Ansehen bekleiden. Bhaga möge mir Ansehen schenken; guter Ruf komme zu mir.
69. Schritt 59: Mala Dharana: Blumenschmuck empfangen
Die Blumen, die Jamadagni für Vertrauen, Einsicht, Verlangen und Lebenskraft brachte, nehme ich mit Ansehen und Glück entgegen. Den weiten, ausgedehnten Ruhm, den Indra den Apsaras verlieh, tragen diese miteinander verbundenen Blüten. Ich lege sie an: Ansehen sei in mir.
70. Schritt 60: Turbantuch und Schmuck
Jung, schön gekleidet und umhüllt kommt er heran; neu hervortretend wird er zu einem vortrefflichen Menschen. Du bist Schmuck; weiterer Schmuck möge mir zuteilwerden.
71. Schritt 61: Anjana und Spiegel
Du bist Vritras Augenstern; du schenkst Sehkraft: Schenke mir Sehkraft. Du bist leuchtend.
72. Schritt 62: Schirm, Schuhe und neuer Stab
Du bist Brihaspatis Schutzdach. Schirme mich vor Übel ab; schirme mich nicht von Glanz und Ansehen ab. Ihr Schuhe seid Stützen: Behütet mich von allen Seiten. Stab, behüte mich allseits vor allen zerstörenden Kräften.
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