Meru Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras

Aus Yogawiki

Meru Tantra – 108 inspirierende Verse und Mantras versammelt 108 verschiedene, einzeln belegte Verse aus dem Meru Tantra. Sie laden ein, Hingabe, Erkenntnis, Mitgefühl und verantwortliche Übung miteinander zu verbinden. Die Auswahl folgt neun Themen; sie ist keine verkürzte Ritualanleitung.

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Shiva: Die Frage nach seiner Meditation eröffnet den Dialog des Meru Tantra.

Zur Auswahl

Jede laufende Nummer enthält genau einen Vers der deutschen Gesamtübersetzung; seine Kapitel- und Versnummer steht unmittelbar dabei. Gleiche Fundstellen und wörtliche Wiederholungen wurden nicht mehrfach aufgenommen. Verse mit anderer Aussage, aber gemeinsamem Refrain bleiben eigenständige Verse. Einige bereits im Werk zitierte vedische Hymnen gehören deshalb ebenfalls zur Auswahl.

Die historischen Zusammenhänge bleiben sichtbar: Manche Verse sprechen von Einweihung, sozialer Ordnung oder rituellen Voraussetzungen. Eine inspirierende Auswahl macht das Gesamtwerk nicht widerspruchsfrei. Die Betrachtungsabsätze sind heutige Leseanregungen und keine zusätzlichen Verse. Die Sanskrit-Lesefassungen bewahren die vollständigen Mantra-Lautfolgen und die überlieferten Unsicherheiten.

Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit

1. Durch sie erscheint das Unwirkliche wie wirklich, während das Wirkliche nicht hervortritt. Ist er erkannt, erscheint sie nicht mehr: Ihr und ihm sei immer wieder Verehrung!
Fundstelle: Meru Tantra 1.1.

2. Da verneigte sich die göttliche Mutter, die zur Erkenntnis erwacht war, und fragte ihn: „Brahma, Vishnu und die anderen meditieren über dich. Über wen aber meditierst du?“
Fundstelle: Meru Tantra 1.4.

3. „Mich nennt man die höchste Shakti, dich nennt man den höchsten Shiva. Gibt es auch für uns beide eine Wirklichkeit, über die wir meditieren sollen? Erkläre sie mir bitte in deiner Gnade.“
Fundstelle: Meru Tantra 1.5.

4. Als die Göttin, Brahma, Vishnu und die Götter diese Worte hörten, ließen sie ihren Hochmut vergehen. Von Ehrfurcht erfüllt verneigten sie sich erneut.
Fundstelle: Meru Tantra 1.15.

5. Die Götter sprachen: Beschütze uns, beschütze uns, großer Gott, der du die Zufluchtsuchenden liebst! Wir alle waren vom Ichdünkel erfüllt und sagten: „Wir sind die Herren!“
Fundstelle: Meru Tantra 1.16.

6. Wie viele Arten der Befreiung gibt es, o Gott? Welche ist die höchste, und wodurch wird sie erlangt? Sage es uns, wenn du der Göttin, Vishnu und den Göttern deine Gnade schenken willst.
Fundstelle: Meru Tantra 1.19.

7. Was Mahakala als Mittel zur fünften Befreiung gelehrt hat, ist zum Meru unter allen geworden. Deshalb trägt dieses Tantra den Namen Meru.
Fundstelle: Meru Tantra 1.26.

8. Hört diese anschauliche, das Herz erfreuende Lehre! Fragt ohne Scheu und beseitigt dadurch eure eigenen Zweifel.
Fundstelle: Meru Tantra 1.27.

9. Durch ihre ursprüngliche Gegenwart in allem, durch die besondere Verehrung und durch das Vertrauen des Übenden erlangt die Gottheit dort erfahrbare Nähe.
Fundstelle: Meru Tantra 10.270.

10. „Deine Gestalt ist in Sonne, Mond, Feuer, Isha, Ganesha, Vishnu, Brahma, Indra, Shakti, Menschen und Nagas gegenwärtig. Ich aber habe dich auf einen kleinen Bereich beschränkt meditiert und verehrt. Vergib mir, Erhabener, diese hundertfache Verfehlung!“
Fundstelle: Meru Tantra 14.204.

11. „Weder die Götter noch die Manus noch Bharati erkennen dich vollständig. Was soll ich mit meinem schwachen Verstand noch viele Worte machen? Ich habe dich in begrenzter Weise meditiert und dadurch gefehlt. Vergib mir dieses Unrecht, Quell des Mitgefühls, Freund der Hilflosen!“ [Der Satzanfang ist textlich gestört; die Aufzählung und der Sinn der Bitte sind erkennbar.]
Fundstelle: Meru Tantra 14.205.

12. Die erhabene Göttin sprach: „Früher wurde gesagt: Ohne Shakti gibt es keinen Gott, und auch die Shakti besteht nicht ohne ihren Herrn. Lehre nun hier diese Kräfte.“
Fundstelle: Meru Tantra 30.1.

Zur Betrachtung: Die Fragen der Göttin bleiben offen für eine Wirklichkeit, die auch religiöse Selbstgewissheit übersteigt. Die Bitten in 14.204–205 stehen im Zusammenhang einer rituellen Neuorientierung; hier laden sie zu Demut gegenüber dem Unermesslichen ein.

Lehrer, Vertrauen und Reife

13. Sind Schüler und Guru von Hingabe und Vertrauen erfüllt und besitzen sie die erforderlichen Eigenschaften vollständig, so kann jeder Weg sogleich weltliche Erfüllung und Befreiung gewähren.
Fundstelle: Meru Tantra 1.67.

14. Im Kali-Zeitalter streben Gurus nach Geld und Schüler nach besonderen Kräften. Deshalb erlangt keiner von beiden Vollendung; die Gottheiten werden zum Gegenstand eines Schauspiels.
Fundstelle: Meru Tantra 1.68.

15. Erkenntnis und unmittelbares Verstehen werden gegeben, die Ansammlungen unheilsamer Taten werden aufgelöst: Deshalb heißt es Dīkṣā, wenn es aus dem Mund eines guten Gurus empfangen wird.
Fundstelle: Meru Tantra 1.71.

16. Ein schlechter Guru ist selbst zugrunde gegangen; wie sollte er einen anderen hinüberführen? Guru soll sein, wer mit den zwanzig umfassenden Vorzügen ausgestattet ist.
Fundstelle: Meru Tantra 1.72.

17. Er soll Zeichen, Ausdruck und Verhalten verstehen und sich von schlechten Menschen fernhalten. Nach innen gewandt, den Blick nicht im Äußeren verlierend, soll er umfassend kundig sein und Ort und Zeit kennen.
Fundstelle: Meru Tantra 1.74.

18. Seine Weisung soll wirksam sein; er soll mitfühlend und friedvoll sein und Veda und Vedangas kennen. Er soll sich den täglichen, den anlassbezogenen und den auf ein bestimmtes Ziel gerichteten, untadeligen Handlungen widmen.
Fundstelle: Meru Tantra 1.75.

19. Der Schüler soll die Verbindlichkeit des Guru-Wortes verstehen und Freude am Dienst für den Guru haben. Er soll frei von Befangenheit, Selbstüberhebung und Stolz sein und ein Führender seines Kula werden können.
Fundstelle: Meru Tantra 1.80.

20. Er soll kein Verlangen nach dem Besitz des Gurus haben, wohl aber nach dessen Gnade. Er soll sich Japa und Meditation widmen und den Weg zur Befreiung einschlagen.
Fundstelle: Meru Tantra 1.81.

21. Er soll mit den Mitteln zur Versenkung ausgestattet, körperlich rein und rechtschaffen sein, fest in seinen Gelübden, von gutem Verhalten und erfüllt von Vertrauen und Hingabe.
Fundstelle: Meru Tantra 1.82.

22. Er soll demütig, wahrhaftig, maßvoll und freundlich sprechen, von guten Menschen anerkannt, entgegenkommend und liebevoll sein, standhaft und allen hilfreich.
Fundstelle: Meru Tantra 1.83.

23. Der verständige Mensch soll denjenigen als Guru wählen, durch dessen Begegnung höchste Glückseligkeit entsteht, und keinen anderen.
Fundstelle: Meru Tantra 10.668.

24. Wie eine Biene auf der Suche nach Honig von Blüte zu Blüte zieht, so möge ein nach Erkenntnis verlangender Schüler von einem Guru zu einem anderen gehen.
Fundstelle: Meru Tantra 10.670.

Zur Betrachtung: Guru und Schüler werden an Eigenschaften gemessen. Hingabe entbindet nicht von Unterscheidung: Der Text selbst kritisiert Habgier und lässt die Suche nach Erkenntnis über einen einzelnen Lehrer hinausgehen.

Freundliche Wahrhaftigkeit und Hilfsbereitschaft verbinden innere Übung und Alltag.

Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen

25. Einen stets freundlich zugewandten Menschen soll man zum Schüler machen, um die Gottheit zu erfreuen. Wer aus Habgier oder ähnlichen Motiven Einweihung gibt, zieht den Fluch der Gottheit auf sich.
Fundstelle: Meru Tantra 1.84.

26. Selbst ein Brahmane mit guten Eigenschaften wird ohne Hingabe nicht gepriesen; selbst ein als Mleccha bezeichneter Außenstehender ohne solche Vorzüge gilt bei vorhandener Hingabe als Schüler.
Fundstelle: Meru Tantra 10.628.

27. Selbst wenn ein Schüler seinen ganzen Besitz hingibt, empfängt er ohne Hingabe an den Guru keine Frucht. Denn die Hingabe selbst ist der entscheidende Grund.
Fundstelle: Meru Tantra 10.635.

28. Das Shudra-Sein des Shudra und das Brahmanen-Sein des Brahmanen sind vergangen: Bei einem Menschen, der das Sakrament der Einweihung empfangen hat, besteht kein Unterschied der Geburtsstände.
Fundstelle: Meru Tantra 10.684.

29. Wie ein geweihtes Linga aus Holz, Stein, Metall, Erde oder Edelstein »Mahadeva« genannt wird, so verhält es sich mit den Eingeweihten aller Stände.
Fundstelle: Meru Tantra 10.685.

30. Wird ein Angehöriger einer ausgegrenzten Gemeinschaft früher eingeweiht als ein Zweimalgeborener, gilt nach der Entscheidung der Kula-Lehrschrift der zuerst Eingeweihte als der Ältere.
Fundstelle: Meru Tantra 10.686.

31. Manchmal unterscheiden sich die Aussagen eines Sehers aufgrund verschiedener Zeiten. Deshalb soll Dharma unter Berücksichtigung von Gemeinschaft, Familie und Land gelehrt werden.
Fundstelle: Meru Tantra 15.343.

32. Der Anhänger des linken Weges soll in allen Frauen die Göttin sehen und weder hart noch verletzend zu ihnen sprechen.
Fundstelle: Meru Tantra 20.160.

33. Wer Kali verehrt und sein eigenes Heil sucht, soll es unterlassen, Frauen zu schlagen oder herabzusetzen, soll Hinterlist und verletzende Rede meiden.
Fundstelle: Meru Tantra 23.938.

34. Keinem Lebewesen feindlich zu begegnen ist die höchste Voraussetzung dieser Sadhana. Vorbereitung, Vollendungsriten und Anwendungen entsprechen dem vorherigen Mantra.
Fundstelle: Meru Tantra 24.132.

35. Heilsam heißt, was keinem anderen Leid verursacht; hierzu zählen Befriedung und Förderung des Gedeihens. Für solche Handlungen wird Bhairava weiß und vierarmig betrachtet.
Fundstelle: Meru Tantra 25.32.

36. „Nicht einmal in Gedanken soll man einem anderen Leid zufügen.“ Wer so lebt, soll die Vollkommenheit der Rede und weitere Fähigkeiten erlangen.
Fundstelle: Meru Tantra 26.1327.

Zur Betrachtung: Die Aussagen über Geburtsstände betreffen bestimmte initiatorische Zusammenhänge; sie heben die widersprüchlichen Rangordnungen des Gesamtwerks nicht auf. Für heutiges Yoga-Leben lassen sich Achtung, wahrhaftiges Sprechen und das Vermeiden von Leid als konkrete Aufgaben betrachten.

Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung

37. Wer mit dem Schwert der Erkenntnis Verdienst und Schuld durchtrennt und den Geist beständig im Höchsten auflöst, dieser Yogakenner heißt in dieser inneren Deutung „Fleischesser“.
Fundstelle: Meru Tantra 10.224.

38. Wer die eigenen Sinne durch den Geist zügelt und im Selbst zusammenführt, heißt hier „Fischesser“; die anderen leben bloß nach Art von Fischern.
Fundstelle: Meru Tantra 10.225.

39. Die zuvor unerwachte Shakti ist beim Kaula erwacht. Wer sich dieser Kraft zuwendet, heißt wahrer Verehrer der Shakti.
Fundstelle: Meru Tantra 10.226.

40. Ganz darin gegründet, mit Lebenskraft und Gedanken darauf gerichtet und darin seine höchste Zuflucht sehend, soll er das Mantra langsam wiederholen und dabei dessen höchsten Sinn erforschen.
Fundstelle: Meru Tantra 10.697.

41. Vom Japa ermüdet, soll er wieder meditieren; von der Meditation ermüdet, wieder Japa üben. Wer Japa und Meditation miteinander verbindet, dem wird das Mantra rasch offenbar und wirksam.
Fundstelle: Meru Tantra 10.698.

42. Akula wird Shiva genannt, Kula wird Shakti genannt. Kaulikas, o Geliebte, sind diejenigen, die sich auf die innere Verbindung von Kula und Akula verstehen.
Fundstelle: Meru Tantra 10.755.

43. Die von den Weisen so genannte Erkenntnis, welche die karmische Bindung des lebendigen Selbst durchschneidet, ist „Soham“, „Ich bin Das“: der vierte, zweisilbige Mantra.
Fundstelle: Meru Tantra 17.314.

44. Weil Kala alles durchdringt, gibt es hier keine besondere Gestaltmeditation und keine äußere Verehrung.
Fundstelle: Meru Tantra 17.323.

45. Verehrung ist zweifach: mit Begehren und frei von Begehren. Die begehrensfreie ist der Same der Befreiung; die begehrensgebundene ist der Same weiteren Werdens.
Fundstelle: Meru Tantra 20.74.

46. Im Körper wirken noch vielfältige Handlungen aus dem Schwung früheren Karmas; der Jiva aber erlangt Einheit mit dem Selbst und ist von ewiger Glückseligkeit erfüllt. Wenn die Gleichsetzung mit dem Körper schwindet, wird der Übende Maheshvara.
Fundstelle: Meru Tantra 20.92.

47. Wie das vom Töpfer in Bewegung gesetzte Rad weiterläuft, so handelt sein Körper aufgrund des Karmas weiter, während er selbst ohne Ich-Anmaßung ist.
Fundstelle: Meru Tantra 20.93.

48. Wenn keine Bindung mehr an Kleshas, Handlungen, deren Reifung und latente Eindrücke besteht, wird das glückselige Selbstsein verwirklicht.
Fundstelle: Meru Tantra 20.101.

Zur Betrachtung: Die Bilder des Fleisch- und Fischessens werden hier ausdrücklich innerlich gedeutet. Kala bezeichnet in 17.323 die allgegenwärtige Zeitmacht. Die Verse sind Hinweise auf den jeweiligen Lehrzusammenhang, keine selbstständige Anleitung zu Kundalini- oder Initiationspraktiken.

Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe

49. Die Freude, die aus dem Selbst entsteht, wird „Mudra“ genannt. Ihre Formen sind Dharana, Dhyana und Samadhi, die Befreiung gewähren.
Fundstelle: Meru Tantra 20.102.

50. Was die Bindung an den Körper erzeugt, heißt hier „Fleisch“: Durch Unwissenheit ist der Jiva an die Schlinge des Körpers gebunden.
Fundstelle: Meru Tantra 20.103.

51. Das Verzehren der Unwissenheit wird deshalb „Fleischessen“ genannt. Aus dem Schwinden der Unwissenheit und dem Aufgang der Erkenntnis entsteht Befreiung.
Fundstelle: Meru Tantra 20.104.

52. Ishvara sprach: Nicht im Himmel, nicht an heiligen Badeplätzen, nicht in Pflanzen und nicht in den Sternen befinden sich die Gottheiten, ihr Seher: Die Mantras selbst sind die Gottheiten.
Fundstelle: Meru Tantra 4.5.

53. Um den Übenden die Frucht ihrer Praxis zu geben, haben die Götter die jeweiligen Gestalten angenommen. Ihre eigentliche Wesensgestalt aber sind allein die Mantras, nichts anderes.
Fundstelle: Meru Tantra 4.6.

54. Rituell geläuterte, sattvische Mantras schenken Wohlergehen hier und jenseits. Auch in einer weiteren Geburt bestehen sie zweifellos in Gestalt eines Samens fort.
Fundstelle: Meru Tantra 4.7.

55. Auch wenn das Ziel noch nicht erreicht wird, soll man die Hingabe nicht aufgeben. Denn der erhabene Purushottama wird als derjenige überliefert, der mit seinen Verehrenden Mitgefühl hat.
Fundstelle: Meru Tantra 11.749.

56. Die Weisen verehren Hari beständig: im Feuer mit Opfergaben, im Wasser mit Blumen, im Herzen durch Meditation und in der Sonnenscheibe durch Japa.
Fundstelle: Meru Tantra 11.755.

57. Mit Blättern, Blumen, Früchten und Wasser, auch mit ehrlich erworbenen beziehungsweise gekauften Gaben, ist der uralte Purusha allein durch Hingabe zugänglich. Warum bemüht man sich dann nicht um Befreiung?
Fundstelle: Meru Tantra 11.758.

58. »Menschen, Siddhas, Götter, Asuras und weitere Wesen haben dich verehrt. Mit Hingabe verehre ich dich; nimm mich an, Maheshvara.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.123.

59. »Sei gnädig, Herr der Götter; zeige dein freundliches Antlitz, Shankara. Sei hier friedvoll und wende dich mir zu.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.127.

60. »Herr, Gebieter der ganzen Welt, bis zum Ende der Puja sei in diesem Linga liebevoll gegenwärtig.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.128.

Zur Betrachtung: Die drei Verse aus Kapitel 20 erklären zusammen die Freude am Selbst und die Überwindung von Unwissenheit. Die letzten Gebete dieses Abschnitts richten sich an Shiva. Lass ein vertrautes Gebet langsam werden und beachte, welche Haltung es in dir weckt.

Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben

61. »Was im Wachen als göttliches Licht weit hinauszieht und im Schlaf ebenso zurückkehrt, das Fernschweifende, das eine Licht der Lichter – mein Geist möge von heilsamem Entschluss erfüllt sein.«
Fundstelle: Meru Tantra 11.543.

62. »Was Erkenntnis, Bewusstsein und Standfestigkeit ist, das unsterbliche innere Licht in den Wesen, ohne das keine Handlung vollbracht wird – mein Geist möge von heilsamem Entschluss erfüllt sein.« Die Vorlage schreibt an der Stelle der Standfestigkeit eine abweichende Lautform.
Fundstelle: Meru Tantra 11.545.

63. »Durch das Unsterbliche ist alles umfasst, das Vergangene, die gegenwärtige Welt und das Zukünftige; durch es entfaltet sich das Opfer mit seinen sieben Opferpriestern – mein Geist möge von heilsamem Entschluss erfüllt sein.«
Fundstelle: Meru Tantra 11.546.

64. »In dem die Rig-, Sama- und Yajur-Verse ruhen wie Speichen in der Nabe eines Wagens, in das das ganze Bewusstsein der Wesen eingewoben ist – mein Geist möge von heilsamem Entschluss erfüllt sein.«
Fundstelle: Meru Tantra 11.547.

65. »Was die Menschen lenkt wie ein guter Wagenlenker die Pferde mit den Zügeln, im Herzen gegründet, nicht alternd und von größter Schnelligkeit – mein Geist möge von heilsamem Entschluss erfüllt sein.« Die Vorlage weist einige Lautfehler auf.
Fundstelle: Meru Tantra 11.548.

66. »Ihr Wasser seid wahrlich Freude bringend. Verleiht uns Kraft und großes, erfreuliches Schauen.« Die Anfangsform ist fehlerhaft geschrieben.
Fundstelle: Meru Tantra 13.271.

67. »Lasst uns hier an eurem heilsamsten Saft teilhaben, wie liebevolle Mütter.«
Fundstelle: Meru Tantra 13.272.

68. »Die göttlichen Wasser mögen uns zum Segen und zum Trinken dienen; Wohlergehen mögen sie uns zuströmen lassen.«
Fundstelle: Meru Tantra 13.274.

69. »Wasser, führt hinweg, was an Übel in mir ist, wenn ich Feindschaft begangen, geflucht oder Unwahrheit gesprochen habe.« Die beiden letzten Tätigkeiten sind in der Vorlage beschädigt geschrieben.
Fundstelle: Meru Tantra 13.278.

70. „Wohlergehen sei den Menschen! Heilkräftiges wachse empor. Heil sei unseren Zweifüßern, Heil den Vierfüßern!“
Fundstelle: Meru Tantra 14.45.

71. „Verehrung erweise ich dem Herrn der Rede, Verehrung dem großen Vishnu! Bewege unseren Geist zum Guten.“
Fundstelle: Meru Tantra 14.47.

72. „Geht gemeinsam, sprecht miteinander! Eure Gedanken mögen miteinander übereinstimmen, so wie einst die Götter einträchtig ihren Opferanteil verehrten.“ [Die Vorlage enthält mehrere Schreibfehler; der Satzsinn bleibt erkennbar.]
Fundstelle: Meru Tantra 15.168.

Zur Betrachtung: Die hier aufgenommenen vedischen Gebete sind im Meru Tantra überliefert; ihre Herkunft ist nicht auf dieses Werk beschränkt. Das Wasserlob wird als Gebet gelesen. Es behauptet keine nachgewiesene medizinische Wirkung einer heutigen Praxis.

Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe

73. Das Devi-Sukta: »Ich wandle mit den Rudras und Vasus, mit den Adityas und allen Göttern. Ich trage Mitra und Varuna, ich Indra und Agni, ich beide Ashvins.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.397.

74. »Ich bin die Herrscherin, die Sammlerin der Schätze, die Wissende, die Erste unter den Opferwürdigen. Die Götter haben mich an vielen Orten eingesetzt, mit vielen Wohnstätten, in vieles eingehend.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.399.

75. »Durch mich isst Nahrung, wer sieht, wer atmet und wer das Gesprochene hört. Ohne es zu wissen, leben sie in mir. Höre, du Hörender: Vertrauenswürdiges sage ich dir.« Das Wort für das Nichtwissen ist fehlerhaft geschrieben.
Fundstelle: Meru Tantra 12.400.

76. »Ich gebäre den Vater am Gipfel dieser Welt; mein Ursprung liegt in den Wassern, im Innern des Ozeans. Von dort breite ich mich über alle Welten aus und berühre mit meiner Größe auch jenen Himmel.« Die letzte Verbindung ist fehlerhaft geschrieben.
Fundstelle: Meru Tantra 12.403.

77. »Ich wehe wie der Wind und bringe alle Welten in Bewegung. Über den Himmel und über die Erde hinaus reicht die Größe, zu der ich geworden bin.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.404.

78. Sie leuchtet wie die aufgehende Sonne, trägt den Mond auf dem Haupt, sitzt auf einem Lotus und hat drei Augen. Ihre vier Arme sind mit Schlinge, Elefantenhaken, Segens- und Furchtlosigkeitsgeste versehen; ihr Gesicht leuchtet in sanftem Lächeln.
Fundstelle: Meru Tantra 18.84.

79. Ihr Gesicht ist freudig, ihre Augen bewegen sich lebhaft, ein Gürtel schmückt ihre Hüften. Die ewige Göttin liebt das Spenden von Nahrung und wird von Erde und Shri verehrt.
Fundstelle: Meru Tantra 23.236.

80. „Die das Wesen der Zeit ist und über deren Teile hinausreicht, deren Herz Mitgefühl ist, die heilvolle, ewige Mutter des Wohlergehens: Kalyani verehre ich.“
Fundstelle: Meru Tantra 23.1179.

81. „Die stets Freude schenkt, friedvoll ist, von allen Göttern verehrt wird und das innere Wesen aller Lebewesen ist: Lakshmi in der Gestalt Shambhavis verehre ich.“
Fundstelle: Meru Tantra 23.1182.

82. Man betrachte den Affenführer wie geschmolzenes Gold leuchtend, mit vor dem Herzen gefalteten Händen, Krone und Ohrringen.
Fundstelle: Meru Tantra 34.164.

83. Kartavirya liebt die Darbringung von Licht, Martanda die Verneigung. Der große Vishnu liebt Lobpreis, Ganesha die sättigende Darbringung.
Fundstelle: Meru Tantra 35.214.

84. Durga liebt gewiss die Verehrung, Shiva das rituelle Übergießen. Deshalb soll man zu ihrer Freude jeweils das ihnen Entsprechende vollziehen.
Fundstelle: Meru Tantra 35.215.

Zur Betrachtung: Im Devi-Sukta spricht die Göttin selbst. 18.84 beschreibt Bhuvaneshvari, 23.236 Annapurna und 34.164 Hanuman. Nahrung geben, Schutz gewähren, still werden und sich verneigen erscheinen als unterschiedliche Ausdrucksweisen der Hinwendung.

Die Vielfalt der göttlichen Gestalten bleibt auf Hinwendung und Erkenntnis bezogen.

Erkenntnis und Rückkehr ins Herz

85. »Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben, jenseits der Finsternis. Wer ihn erkennt, wird schon hier unsterblich. Kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.78.

86. »Verehrung dem Ursprung des Heils und dem Ursprung der Freude, dem Heil Schaffenden und Freude Schaffenden, dem Heilsamen und dem Allerheilsamsten.«
Fundstelle: Meru Tantra 12.246.

87. „Mit dem Geist meditiere ich, doch deine Gestalt kenne ich nicht. Ich betrachte sie als aus den Silben des Mantras bestehend, als jene deine Gestalt, von der die Veden sprechen. Vollendung erwächst aus Japa, nicht aus äußerlich vollzogener Verehrung und Ähnlichem.“
Fundstelle: Meru Tantra 14.206.

88. „Vier begrenzte Stufen hat die Rede. Die einsichtigen Brahmanen kennen sie. Drei, verborgen in der Höhle, bewegen sich nicht nach außen; die vierte Stufe der Rede sprechen die Menschen.“
Fundstelle: Meru Tantra 15.145.

89. Wer nach seiner Lehre handelt, erlangt Befreiung; wer seine besonderen göttlichen Handlungen nachahmt, fällt ab. So wird das Wesen jener Vishnu-Erscheinung am Zeitalterübergang erklärt.
Fundstelle: Meru Tantra 26.629.

90. Der nach dem früher erläuterten Verfahren Eingeweihte rezitiert den Mantra, denkt über dessen Bedeutung nach, hält die Regeln ein und beherrscht seine Sinne.
Fundstelle: Meru Tantra 26.721.

91. Wer ihn betrachtet, wie er Arjuna den Sinn der Gita erläutert, und dabei den Mantra rezitiert, soll im Dharma wachsen und Vollendung im Yoga erlangen.
Fundstelle: Meru Tantra 26.772.

92. Wer diesen Mantra mit Vertrauen und Hingabe rezitiert, soll das Meer des Daseins überschreiten und schon zu Lebzeiten befreit sein.
Fundstelle: Meru Tantra 26.806.

93. Nach dem abschließenden Arghya folgt die Preisung. Man verneigt sich, bringt sich selbst dar und setzt Vishnu im eigenen Herzen ein. Von der Gottheit erfüllt, verehrt man anschließend das eigene Selbst.
Fundstelle: Meru Tantra 26.876.

94. Man betrachtet das eigene Selbst als Sadashiva, in dem alle Gottheiten gegenwärtig sind: „Shiva bin ich.“ Mit dieser Vergegenwärtigung wird die innere Verehrung vollzogen.
Fundstelle: Meru Tantra 31.137.

95. „Dir, Dakshinamurti, der du unter dem Banyan-Baum wohnst und mit deinem ganzen Wesen einzig in Meditation versunken bist: Verehrung, Rudra, Shambhu!“
Fundstelle: Meru Tantra 31.166.

96. „Du, der am Brennstoff der Unwissenheit aufleuchtet, dessen Gestalt die Flamme des Erkenntnisfeuers ist; du Freudvoller, Tilger der Verfehlung, sei mir zugewandt: Gewähre mir rechte Erkenntnis!“
Fundstelle: Meru Tantra 31.449.

Zur Betrachtung: Die Krishna-Verse setzen den jeweiligen Mantra- und Einweihungszusammenhang voraus. Besonders 26.629 unterscheidet das Befolgen einer Lehre vom Nachahmen göttlicher Sonderhandlungen. Die Erkenntnisgebete an Shiva und Dakshinamurti rufen zu innerer Klarheit auf.

Gebete und Mantras der Hinwendung

97. „Erde, du trägst die Welten; Göttin, Vishnu trägt dich. Trage auch mich, o Göttin, und mache meinen Sitz rein.“
Fundstelle: Meru Tantra 5.201.

98. „Wir erkennen jenen Purusha; wir meditieren den mit dem gekrümmten Rüssel. Möge der Stoßzahntragende uns anregen!“
Fundstelle: Meru Tantra 18.235.
tatpuruṣāya vidmahe vakratuṇḍāya dhīmahi ||
tanno dantī pracodayāt ||

99. „Wir erkennen den mit sieben Rossen Bespannten; über den mit tausend Strahlen meditieren wir. Möge jener Ravi unser Verstehen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 21.56.
saptaturaṅgāya vidmahe sahasrakiraṇāya dhīmahi ||
tanno raviḥ pracodayāt ||

100. „Wir erkennen Subhaga; über Kamamalini meditieren wir. Möge jene Gauri unser Verstehen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 23.284.
subhagāyai vidmahe kāmamālinyai dhīmahi ||
tanno gaurī pracodayāt ||

101. „Den Sohn Dasharathas wollen wir erkennen; über den Geliebten Sitas meditieren wir. Rama möge unseren Geist anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 26.590.

102. „Wir wollen Damodara erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Möge Krishna unser Erkennen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 26.941.
dāmodarāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi ||
tannaḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt ||

103. Sein als achtzehnsilbig bezeichneter Mantra bedeutet: „Zu den Füßen des herrlichen Mukunda nehme ich immer Zuflucht.“
Fundstelle: Meru Tantra 26.962.

104. Im einundsiebzigsten Kali-Zeitalter lautet der Mantra: śrīkṛṣṇaḥ śaraṇaṃ mama – „Shri Krishna ist meine Zuflucht.“
Fundstelle: Meru Tantra 26.1312.

105. „Wir wollen Narayana erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Möge Vishnu unser Erkennen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 27.70.
nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi ||
tanno viṣṇuḥ pracodayāt ||

106. „Ich verehre Harihara, der Dreizack, Diskus und Panchajanya-Muschelhorn trägt und Furchtlosigkeit gewährt. Seine beiden Körperhälften zeigen die jeweiligen eigenen Gestalten; eine Hälfte ist dunkelblau.“
Fundstelle: Meru Tantra 28.5.

107. „Wir wollen den Herrn der Rede erkennen; über Hayagriva meditieren wir. Möge der Hamsa unser Erkennen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 28.16.
vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi ||
tanno haṃsaḥ pracodayāt ||

108. „Wir wollen Suparna erkennen; über den König der Vögel meditieren wir. Möge Garuda unser Erkennen anregen.“
Fundstelle: Meru Tantra 28.82.
suparṇāya vidmahe pakṣirājāya dhīmahi ||
tanno garuḍaḥ pracodayāt ||

Zur Betrachtung: Diese Verse verbinden die Erde, Ganesha, Surya, Gauri, Rama, Krishna, Narayana, Harihara, Hayagriva und Garuda mit Dankbarkeit, Erkenntnis und Zuflucht. Die Aufnahme einer Formel dokumentiert den Text; sie verleiht keine Initiation und ersetzt keine mündliche Unterweisung.

Konkordanz der 108 Verse

Auswahl Fundstelle Themenbereich
1 1.1 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
2 1.4 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
3 1.5 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
4 1.15 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
5 1.16 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
6 1.19 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
7 1.26 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
8 1.27 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
9 10.270 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
10 14.204 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
11 14.205 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
12 30.1 Fragen, Demut und die Weite der Wirklichkeit
13 1.67 Lehrer, Vertrauen und Reife
14 1.68 Lehrer, Vertrauen und Reife
15 1.71 Lehrer, Vertrauen und Reife
16 1.72 Lehrer, Vertrauen und Reife
17 1.74 Lehrer, Vertrauen und Reife
18 1.75 Lehrer, Vertrauen und Reife
19 1.80 Lehrer, Vertrauen und Reife
20 1.81 Lehrer, Vertrauen und Reife
21 1.82 Lehrer, Vertrauen und Reife
22 1.83 Lehrer, Vertrauen und Reife
23 10.668 Lehrer, Vertrauen und Reife
24 10.670 Lehrer, Vertrauen und Reife
25 1.84 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
26 10.628 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
27 10.635 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
28 10.684 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
29 10.685 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
30 10.686 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
31 15.343 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
32 20.160 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
33 23.938 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
34 24.132 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
35 25.32 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
36 26.1327 Achtung, Verantwortung und Nichtverletzen
37 10.224 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
38 10.225 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
39 10.226 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
40 10.697 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
41 10.698 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
42 10.755 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
43 17.314 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
44 17.323 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
45 20.74 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
46 20.92 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
47 20.93 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
48 20.101 Innere Verehrung und Befreiung von Ich-Anmaßung
49 20.102 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
50 20.103 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
51 20.104 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
52 4.5 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
53 4.6 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
54 4.7 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
55 11.749 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
56 11.755 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
57 11.758 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
58 12.123 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
59 12.127 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
60 12.128 Mantra, Sammlung und beharrliche Hingabe
61 11.543 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
62 11.545 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
63 11.546 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
64 11.547 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
65 11.548 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
66 13.271 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
67 13.272 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
68 13.274 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
69 13.278 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
70 14.45 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
71 14.47 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
72 15.168 Heilsamer Entschluss, Wasser und gemeinsames Leben
73 12.397 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
74 12.399 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
75 12.400 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
76 12.403 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
77 12.404 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
78 18.84 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
79 23.236 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
80 23.1179 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
81 23.1182 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
82 34.164 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
83 35.214 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
84 35.215 Göttliche Gegenwart und Formen der Hingabe
85 12.78 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
86 12.246 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
87 14.206 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
88 15.145 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
89 26.629 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
90 26.721 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
91 26.772 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
92 26.806 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
93 26.876 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
94 31.137 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
95 31.166 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
96 31.449 Erkenntnis und Rückkehr ins Herz
97 5.201 Gebete und Mantras der Hinwendung
98 18.235 Gebete und Mantras der Hinwendung
99 21.56 Gebete und Mantras der Hinwendung
100 23.284 Gebete und Mantras der Hinwendung
101 26.590 Gebete und Mantras der Hinwendung
102 26.941 Gebete und Mantras der Hinwendung
103 26.962 Gebete und Mantras der Hinwendung
104 26.1312 Gebete und Mantras der Hinwendung
105 27.70 Gebete und Mantras der Hinwendung
106 28.5 Gebete und Mantras der Hinwendung
107 28.16 Gebete und Mantras der Hinwendung
108 28.82 Gebete und Mantras der Hinwendung

Das Meru Tantra im Kreis anderer Tantra Schriften

Die ausgewählten Verse zeigen Themen, die auch in anderen Tantra Schriften begegnen: Guru und Diksha im Kularnava Tantra, Shakti und innere Verehrung in Yogini Hridaya und Nitya Shodashikarnava, Bewusstseinsmeditation im Vijnana Bhairava Tantra, philosophische Integration im Tantraloka sowie Mantra- und Ritualordnungen in Rudrayamala Tantra, Svacchanda Tantra und Netra Tantra. Die vaiṣṇavischen Jayakhya Samhita und Paushara Samhita zeigen wiederum, wie ähnliche tantrische Mittel in einem Pāñcarātra-Rahmen eingesetzt werden.

Das Meru Tantra zeichnet sich demgegenüber durch seine ungewöhnlich breite Zusammenstellung vieler Gottheiten, Mantras, Yantras und Ritualformen aus. Die 108 Verse dieses Artikels heben aus dieser Fülle besonders diejenigen Stellen hervor, die sich für spirituelle Reflexion, Meditation, verantwortliche Guru-Schüler-Beziehung, Mitgefühl und die Frage nach Befreiung eignen.


Die Eingangsverehrungen des Werkes

Die folgenden beiden unnummerierten Anrufungen stehen vor 1.1 und gehören nicht zur Zählung der 108 Verse. Sie werden zur sprachlichen Orientierung vollständig angegeben; verschlüsselte Spezialformeln werden hier nicht ergänzt.

श्रीगणेशाय नमः
śrīgaṇeśāya namaḥ
Verehrung dem ehrwürdigen Ganesha.

श्रीगौरीशंकराभ्यां नमः
śrīgaurīśaṃkarābhyāṃ namaḥ
Verehrung der ehrwürdigen Gauri und Shankara.

Mit einem Vers leben

Wähle einen Vers, lies ihn langsam und frage, welche kleine Handlung ihm heute entsprechen könnte. Ein freundliches Wort, ein ehrliches Eingeständnis oder Hilfe für einen anderen Menschen kann eine Antwort sein. Für Mantra-Praxis bleibe bei einer vertrauten, angemessen vermittelten Formel. Wirkungsversprechen des historischen Textes sind keine Zusicherungen für Gesundheit, Besitz oder außergewöhnliche Fähigkeiten.

Textgrundlage und Hinweise zur Ausgabe

Grundlage ist der elektronische Sanskrittext M00195 des Muktabodha Indological Research Institute: Merutantra with ṭippani, mit Bearbeitung und Anmerkungen von Raghunātha Śāstrī; Datenerfassung unter Leitung von Mark S. G. Dyczkowski, Revisionsstand 5. April 2010. Der elektronische Kopf nennt Śrīveṅkateśvara, Bombay, 1908. Das wiedergegebene Titelblatt nennt Khemarāja Śrīkṛṣṇadāsa, Bombay, und „saṃskaraṇa san 1935“. Diese unterschiedlichen Angaben werden hier nicht zu einer ungesicherten bibliographischen Einheit verschmolzen.

Die digitalen Vorlagen stehen laut Quellenkopf unter Creative Commons BY-NC 4.0. Die vorliegende Aufbereitung entfernt Druckseitenmarker und technische Kopfzeilen, vereinheitlicht Zeilenumbrüche und ergänzt Kapitelüberschriften und Navigation. Sanskritlesungen und Versnummern bleiben erhalten. Die deutschen Kapitelbezeichnungen dienen der Orientierung; die überlieferten Sanskritkolophone stehen jeweils am Kapitelende.

In den Sanskritartikeln kennzeichnen eckige Klammern überlieferte Ṭippanī bzw. editorische Zusätze, nicht den Grundtext. In der deutschen Auswahl stehen Lesungsanmerkungen ausdrücklich bei der jeweiligen Passage. Sie werden einschließlich ihrer stellenweise fehlerhaften Verschachtelung bewahrt. Besonders im Bereich von 5.106 ist die Klammerung unregelmäßig; bei der Auslegung muss dort der genaue Umfang eines Zusatzes eigens geprüft werden. Die hier vollständig wiedergegebenen Zusätze sind keine deutsche Kommentarübersetzung.

Das in der fortlaufenden Reihenfolge 32. Kapitel trägt im Kolophon die Bezeichnung „dvāviṃśaḥ“ und die Zahl 22. Die Überschrift verwendet zur Orientierung 32, der Sanskrittext bewahrt die abweichende Überlieferung. Zwei nicht UTF-8-konforme Apostrophbytes der Devanagari-Vorlage, im Bereich 23.510 und 23.688, sind als typographische Apostrophe wiedergegeben; ihre sprachliche Bedeutung ist damit nicht geklärt. Die entsprechende IAST-Fassung hat ebenfalls Apostrophe. Keine neue kritische Edition und kein vollständiger Abgleich mit einem Druckexemplar werden beansprucht.

Literatur

  • Merutantra, mit Ṭippanī, bearbeitet von Raghunātha Śāstrī. Bombay; zu den voneinander abweichenden Jahres- und Verlagsangaben siehe den Quellenabschnitt.
  • Muktabodha Indological Research Institute: Merutantra with ṭippani, elektronischer Text, Katalog M00195, IAST und Devanagari, Revision 2010.

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