Meru Tantra Deutsch Teil 2
Meru Tantra – Deutsche Übersetzung, Teil 2 setzt die deutsche Arbeitsübersetzung ab Prakāśa 19 fort. Teil 1 enthält die Einleitung und die Prakāśas 1–18.
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Umfang: Prakāśas 19–35 vollständig bearbeitet, bis zum Schlusskolophon nach 35.216. Die Gesamtsynthese steht im Hauptartikel.
Die historischen Ritualvorschriften, sozialen Wertungen und Wirkungsversprechen werden als Aussagen der Quelle wiedergegeben. Initiationsgebundene, schädigende oder substanzgebundene Verfahren sind keine Empfehlungen zur Selbstpraxis. Unsichere Lesungen und beschädigte Formeln sind lokal gekennzeichnet; die bereits vollständigen Sanskritartikel bewahren den überlieferten Wortlaut.

Deutsche Übersetzung
Neunzehnter Prakāśa: Ganesha, Yoginis und dienende Göttinnen der westlichen Überlieferung
19.1 Shiva sprach: Nun erkläre ich die in Kashi stehenden Gananayakas der westlichen Überlieferung, die Vollendung verleihen und vielerlei Wunder wirken.
19.2 Vierundsechzig Vinayakas sind Teilgestalten Mahaganapatis. Jeder nimmt jeweils eine Yogini und eine dienende Göttin, eine Chetika, zu sich.
19.3 Vom himmlischen Bereich bis zu meinem innersten Haus stehen sie in acht Kreisen zu je acht, Vollendung verleihend.
19.4 Die äußeren acht stehen auf himmlischem Boden außerhalb Kashis. Dieser Umkreis wird als ein Yojana außerhalb der Stadt beschrieben.
19.5 „Gam vighnaya namah“ ist der sechssilbige Mantra. Die Praxis der acht entspricht derjenigen Kshipraprasadanas.
19.6 Vierzigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer aus Ghee und Milchspeise werden genannt. Die Anwendungen entsprechen dem Vorigen; die Vollendungen sollen rasch eintreten.
19.7 Die zugehörige Yogini heißt Gajanana und erscheint in Yogini-Gestalt. Ihr Namensmantra erhält den mit Bindu versehenen Anfangslaut. [Die Lesung „nandyarna“ ist hier unregelmäßig.]
19.8 Sie gilt als seine Geliebte. Nun erkläre ich die Erlangung ihrer Wirkung. Der Mantra beginnt mit „Om shive shivapatni sham shive svakare …“.
19.9 Es folgt eine Bitte um Lotus beziehungsweise Frucht und um gedankenschnelle Bewegung der Füße, zweimal „dehi“, „gib“, und „tubhyam namah“, „dir Verehrung“. Der Mantra wird als sechsunddreißigsilbig bezeichnet. [Die mittlere Wortverbindung ist beschädigt; keine vollständige Rezitationsformel ergänzt.]
19.10 „Ich verehre die glückverheißende Göttin, strahlend wie tausend aufgehende Sonnen, am Lotussitz verehrt, in der Hand die aus Verblendung bestehende Schlinge tragend.“
19.11 Dreißigtausend Wiederholungen in einem Bestand hundertblättriger Lotusse werden genannt, danach ein Feueropfer aus Saflorblüten sowie Tarpana und weitere Riten. Nach Mantra-Vollendung folgt die Praxis der Chetika.
19.12 Am achten Tag der dunklen Monatshälfte des Shravana wird sie nachts verehrt und der Mantra rezitiert. Dabei sollen Töne hörbar werden.
19.13 Geister sollen den Übenden erschrecken. Bleibt sein Geist fest, erscheine Shiva, die Göttin, zusammen mit vielen Gottheiten.
19.14 Erfreut gebe sie eine Frucht; durch diese könne der Übende große Entfernungen augenblicklich und schneller als der Geist zurücklegen.
19.15 Für alle Menschen bleibe er unsichtbar, selbst im Königshaus. So seien viele Menschen durch diesen Ganesha verblendet worden. [Die Bezeichnung „Vipra-Ganesha“ ist in der Vorlage nicht weiter erklärt.]
19.16 „Gam vinayakaya namah“ wird als achtsilbiger Mantra genannt. Für die Ganeshas gilt grundsätzlich eine vorbereitende Rezitation nach ihrer Silbenzahl in Lakhs.
19.17 Auch die Namensmantras der Yoginis beginnen mit ihrer eigenen Keimsilbe und enden auf Namah; ihre vorbereitende Rezitation richtet sich ebenfalls nach der Silbenzahl in Lakhs.
19.18 Ganeshas Macht soll jenseitige Vollendung, die Verehrung der Yogini Freiheit von Hindernissen in dieser Welt verleihen.
19.19 Die Chetika gewährt jeweils die ausdrücklich genannte Frucht. Die nächste Yogini heißt Simhasya, hat verfilztes Haar und trägt Gift.
19.20 Nun erkläre ich den zwanzigsilbigen Mantra der gewünschten Chetika, die als Bewohnerin der Unterwelt angerufen wird.
19.21 Es folgen „Shyamale, shrisiddhim dehi svaha“, „Dunkle Göttin, gewähre die Vollendung der Fülle, Svaha“. Sie wird in einem Palmenwald stehend betrachtet, lieblich in ihrem Händeklatschen.
19.22 „Ich verehre Shyamala, die mit ihren Gefährtinnen singt.“ Friedvollen Geistes werden zehntausend Wiederholungen im Palmenwald genannt.
19.23 Ein Zehntel folgt als Feueropfer mit Palmfruchtstücken, Kampfer und Agarholz. Nach Abschluss wird der Ort dreimal im Uhrzeigersinn umschritten.
19.24 Im Innern dieses Palmenwalds werden in der Neumondnacht des Jyeshtha zweitausend Wiederholungen vollzogen.
19.25 Um Mitternacht folgt das vollständige Feueropfer mit Palmfrüchten. Ein Wirbelsturm und großes Licht sollen erscheinen.
19.26 In deren Mitte erscheine die große dunkle Göttin in jugendlicher, als sechzehnjährig bezeichneter Gestalt, blau gekleidet, Moschus und Sandelholz liebend.
19.27 Vor der Allherrin verneigt man sich und bittet: „Sei zufrieden, Schöngesichtige!“ Erfreut gewähre sie dem Übenden drei Früchte:
19.28 Wissen um den Geist anderer, eine als „Jatimanorama“ überlieferte Fähigkeit und eine Kandarpa gleiche Schönheit, welche die Welt bezaubern könne. [Die mittlere Fähigkeitsbezeichnung ist beschädigt.]
19.29 „Gam viraya namah“ ist der sechssilbige Mantra des nächsten Ganesha. Seine Yogini heißt Griddha und erscheint als Asketin.
19.30 Ihre dienende Göttin heißt Bala. Ihr Mantra wird als neunundzwanzigsilbig bezeichnet und beginnt mit „Om, fünfjährige Bala, die Süße der Rede
19.31 gib mir, gib mir …“, gefolgt von einer beschädigten Huru-Silbenfolge und zweimal Bhuvaneshi. Nun wird ihre Meditation beschrieben.
19.32 Sie ist mit Rochana bestrichen, goldhell, von Göttern verehrt, mondgeschmückt, von lieblicher Rede und mit schönen Augen.
19.33 Der Boden eines leeren Hauses wird mit Kuhdung bestrichen; darauf folgen Zeichnungen mit Sandelholz und Safran.
19.34 Bala wird dort mit Durva-Blättern verehrt; hunderttausend Rezitationen und tausend Feueropfer mit Stechapfelblüten werden genannt.
19.35 Auch dessen Samen werden als Verehrungsstoff genannt. Als Kleidung der Ritualperson werden Seide, ein ockerfarbenes Gewand oder Unbekleidetsein aufgeführt.
19.36 Die Quelle beschreibt anschließend bei Vollmond eine Einreibung mit Stechapfelöl und die Rezitation des Bala-Mantras in einem unklar bezeichneten Bereich. [Historisches Visionsritual mit giftigen Stoffen und ritueller Nacktheit; keine Praxisempfehlung.]
19.37 Gegen Ende der Nacht soll die als fünfjährig vorgestellte Göttin in der Ferne auf einem Baum erscheinen; die Ritualperson nähere sich ihr.
19.38 Die Erzählung verbindet eine körperliche Zuwendung der kindlich dargestellten Göttin mit der Behauptung, die Zunge des Übenden werde fortan voller süßer Rede sein. [Die Begegnung wird hier nur nichtgrafisch dokumentiert; sie ist keine Handlungsempfehlung im Umgang mit Kindern.]
19.39 Seine Worte sollen den König und alle Menschen des Reichs bezaubern, ebenso Tiger und andere Tiere.
19.40 Schon beim Anblick seines Gesichts würden alle Wesen verwirrt. Danach folgt der sechssilbige Mantra „Gam suraya namah“.
19.41 Die Yogini heißt Kakatunda, die Chetika Sphutakshi. Ihre Anrufung enthält „Vishalakshi“, „Weitäugige“, einen beschädigten Gaja-Namensbestandteil und zweimal „dehi“, „gib“.
19.42 Es folgt „Dardiryam dahaya“, „Verbrenne die Armut“, Hrim, eine undeutliche Sphuta-Verbindung, Hum und Svaha. Die Silbenzahl wird mit Naga und Netra als achtundzwanzig bezeichnet.
19.43 Die Praxis wird in einem Zitronen- oder Kokospalmenwald, an einem Flussufer oder an einem abgelegenen, schönen Ort mit entsprechendem Baumbestand beschrieben,
19.44 alternativ an einem vom Duft der Lotusse erfüllten Flussufer. Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Feueropfer
19.45 mit Kokosnuss werden genannt. Nach Mantra-Vollendung folgt eine Anwendung am achten Tag der dunklen Monatshälfte des Magha, nachts.
19.46 Nach tausend Wiederholungen sollen schwerttragende Vetalas erscheinen und die Ritualperson erschrecken; sie solle nicht fürchten.
19.47 Der Text nennt eine Besprengung mit Blut aus der linken Hand, worauf die Gestalten weichen. Bei erneuter Rezitation erscheine Katyayani selbst,
19.48 furchterregend und Leichenschädel zermalmend. Nach einer weiteren beschriebenen Blutgabe aus dem linken Unterschenkel verschwinde sie.
19.49 Bei erneuter Rezitation erscheine Bhairavi, furchterregend, einen Elefantenschädel zermalmend und Blut zur Erde speiend.
19.50 Mit ihr erscheinen furchterregende Bhairavas; für sie nennt die Quelle eine weitere Blutgabe aus der Stirn. [Historische Visions- und Blutrituale, keine Aufforderung zur Selbstverletzung.]
19.51 Nach nochmals tausend Wiederholungen und drei Kokosnussopfern erscheine die Göttin und gebe eine Kokosnuss. Ihr Besitz soll Einfluss über die Welt und städtische Fülle gewähren.
19.52 Der nächste Mantra beginnt mit Gam, nennt Varadaksha-Vinayaka im Dativ und endet auf Namah. Er wird durch Rudra als elfsilbig bezeichnet.
19.53 Seine Yogini heißt Ushtragriva und erscheint als Sairandhri, als Dienerin beziehungsweise Haarpflegerin. Die zugehörige Chetika heißt Haritalakshi; ihr Mantra wird als siebzehnsilbig bezeichnet. [Die Verbindung vor ihrem Namen ist gestört.]
19.54 Er beginnt mit Om, Hrim und „Haritalakshi“, gefolgt von „Ratikalam“, zweimal „daha“ und Svaha. Nun wird ihre Meditation beschrieben.
19.55 Haritalakshi wird als große Herrin betrachtet, strahlend wie tausend Hibiskusblüten, Vollendung verleihend und Heil entfaltend.
19.56 Als Zeitpunkt nennt die Quelle den Eintritt in das zweite Viertel des Mondhauses Mrigashirsha: In der ersten Nacht begebe sich der Ritualkundige in einen menschenleeren Wald. [Die Zeitangabe enthält eine eingeschobene grammatische Anmerkung und ist gestört.]
19.57 Tagsüber werde Haritala herbeigeschafft und zunächst auf das eigene Gesicht aufgetragen; danach sind zehntausend Mantrawiederholungen vorgesehen. [Haritala ist arsenhaltiges Auripigment; die historische Vorschrift ist keine Anwendungsempfehlung.]
19.58 Für das Feueropfer nennt der Text Ghee, Kampfer, Safran und Saflor; für die abschließende Gabe einen Kuliṅga-Vogel, der mit Haritala-Flüssigkeit benetzt ist. [Historisches Tier- und Substanzritual.]
19.59 Darauf erscheine die anmutige Göttin Haritalika und verwirre den Übenden mit allerlei Worten; er solle ihren Äußerungen nicht vertrauen.
19.60 Im Morgengrauen überlasse sie ihm durch die Macht des Grundmantras ihre Schwester Ratikala.
19.61 Die unterworfene Ratikala nehme den Mantrakundigen auf, mache ihn zum Himmelswanderer und bringe ihn sogleich an den gewünschten Ort.
19.62 Sie führe ihm augenblicklich Yakshinis, Geister, Vetalas und überaus furchterregende Bhairavas zu und unterstelle sie seiner Macht.
19.63 Sie bringe ihn in die Städte der Götter, Kinnaras, Gandharvas und Vidyadharas, führe ihn wieder zur Erde zurück und zeige ihm vielerlei Dinge. [Mythische Wirkversprechen der Quelle.]
19.64 „Gam Ibhavaktraya Namah“ wird als achtsilbiger Mantra angegeben. Seine Yogini ist Hayagriva, die jeweils einen Monat fastet.
19.65 Die zugehörige Chetika heißt Kundali. Ihr Mantra wird durch die Vishvas als fünfzehnsilbig bezeichnet: „Om kundini nagavahane phur phur svaha“.
19.66 Sie wird auf einer großen Schlange reitend betrachtet, mit weit hervortretenden Augen; sie leuchtet in der Dunkelheit und erschüttert mit ihrem Zischen die Bäume. [Die nähere Augenbeschreibung ist unsicher.]
19.67 Wo Mahadeva in einem einzelnen Linga in einem Bilva-Wald verehrt wird, dort ist der Mantra zu wiederholen und ein Feueropfer mit Bilva-Wurzeln vorgesehen; dadurch entstehe Mantravollendung. [Die Verbindung mit lakṣa, „hunderttausend“, lässt nicht sicher erkennen, ob die Zahl das Japa oder die Opfergaben bestimmt.]
19.68 Für die Nacht der Shiva-Chaturdashi nennt der Text dreitausend Wiederholungen an einer einsamen Stelle in einem Shiva-Tempel und ein Feueropfer im Umfang eines Zehntels davon.
19.69 Nach dem Feueropfer mit Bilva-Wurzeln erscheine die große Haubenschlange Kunda, mit weit geöffnetem Maul und langem Körper. [Das Größenmaß yugaviṃśaka bleibt ohne eindeutige Maßeinheit.]
19.70 Die Schlange breite ihre Haube aus und stehe vor dem Mantrakundigen; dieser solle furchtlos vor ihr ausharren.
19.71 Aus ihren Hauben ertönten tausendfache Zischlaute, und aus ihrem Maul schlügen immer wieder Hunderte von Flammen.
19.72 Es erschienen vielerlei Gifte in blauen und gelben Farben, ferner Fleischmassen und rauchende, belaubte Gewächse. [Die zweite Vershälfte ist im vorliegenden Wortlaut unsicher.]
19.73 Wer sich durch diese gewaltigen Schreckenszeichen nicht erschrecken lasse, dem werde die Göttin sichtbar, auf der Haube jener Schlange stehend.
19.74 Mit Lobpreisungen erfreut, gebe die Göttin eine Tola Nektar; dieser mache alterslos und unsterblich. Man sehe verborgene Schätze in der Erde, und die eigene Rede werde wahr. [Übernatürliche Verheißungen des Ritualtextes.]
19.75 „Gam Ekadantaya Namah“ ist der achtsilbige Mantra. Als Yogini erscheint Varahi, in der Gestalt einer Schweinehüterin; die Chetika dieser Gottheit heißt Madhuvasini.
19.76 Ihr dreizehnsilbiger Mantra wird als „Om Madhuvasini Kamadevi Klim Svaha“ angegeben.
19.77 Die Göttin wird von Kama gepriesen, hält einen goldenen Lotus, verkörpert die neun Rasas, hat Gazellenaugen und verleiht die Glückseligkeit des Brahman.
19.78 Unter einem Madhu-Baum sind hunderttausend Wiederholungen vorgesehen; für das Feueropfer nennt der Text Vasanti-Blüten oder Blüten des Madhu-Baumes.
19.79 Mit Kampfer und Agaru vermischt, werden sie in zehntausend Gaben geopfert. Am achten Tag der hellen Monatshälfte des Frühlingsmonats ist die Rezitation an einem einsamen Ort vorgesehen.
19.80 Besonders genannt wird ein Madhu-Baum am Wasser der Godavari: neuntausend Wiederholungen und tausend Feueropfergaben nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
19.81 Darauf erscheine ein Yaksha, schrecklich wie ein Flammenkranz, der aus einem Büffelhorn in seiner rechten Hand trinkt. [Der Name beziehungsweise Anschluss madhuneti ist unklar.]
19.82 Er trinke Blut und mit der linken Hand auch berauschendes Getränk; mit der Zunge reiße dieser furchterregende Yaksha Schlingpflanzen, Bäume und Sträucher heraus.
19.83 Während er sie kaue, fordere er: „Gib mir Speise!“ Der Übende solle durch solche trügerischen Schrecknisse keine Furcht empfinden.
19.84 Die Quelle nennt darauf eine Blutgabe aus der eigenen Hand. Sobald der Yaksha verschwunden sei, erscheine die Göttin unter dem Baum. [Historische Beschreibung eines Selbstverletzungsrituals, keine Praxisanweisung.]
19.85 Sie gebe einen Blumenbogen von einer Spanne Länge; durch ihn werde der Empfänger fähig, alle zu betören.
19.86 Frauen in jugendlicher Blüte, deren Körper vom Kumkuma gerötet seien, würden ihm, vom Begehren verwirrt, Vermögen und Körper überlassen. [Magisches Unterwerfungsversprechen der Quelle; kein Vorbild für einen respektvollen Umgang mit Menschen.]
19.87 „Gam Lambodaraya Namah“ ist der achtsilbige Mantra. Seine Yogini heißt Sharabhasya und trägt einen Körper aus Flammenkränzen; die Chetika ist Manthara, deren Mantra durch die Jinas als vierundzwanzigsilbig bezeichnet wird.
19.88 Die Formel nennt Om, „Manthare“, „dikshukshitinivasini“, „mameshta“, zweimal „vara“, dann Tum, Gham, Mam und Svaha. [Die Wortverbindungen und die Zuordnung der Verdopplung sind im vorliegenden Text nicht eindeutig.]
19.89 Mit beweglichen Augen hält sie einen Zuckerrohrbogen in der Hand; ihre Glieder sind rot wie Hibiskusblüten. Sie ist Manthara, die mein Gemüt in Bewegung versetzt.
19.90 Als Ort wird eine Zuckerrohrpflanzung, eine Stätte des Einkochens von Rohrzucker oder ein Platz bei „rasapañca“ genannt; dort werde ein geeigneter Ritualplatz bereitet. [Die letzte Ortsbezeichnung ist unklar.]
19.91 Die vorbereitende Wiederholung umfasst hunderttausend Rezitationen, das Feueropfer Zuckerrohrstücke. Für eine Mallari-Shashthi-Nacht an einem Montag nennt der Text zweihundert Wiederholungen.
19.92 Nach einem Feueropfer mit einem Zehntel so vielen Zuckerrohrstücken erscheine Manthara und gebe ein Honiggefäß mit göttlichem Madhvika-Getränk.
19.93 Dieses werde zu den drei Tagesübergängen verehrt. Aus seiner Öffnung spreche Manthara in deutlichen Worten und offenbare nach der Verehrung das im Geist Erfragte.
19.94 Durch die Macht dieses Mantras erkenne der Übende Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wahrheit gemäß – so versichert die Quelle.
19.95 Immer wenn der Mantrakundige in große Bedrängnis gerate, sei die Göttin mit Honiggetränken zu verehren.
19.96 Sie beseitige die Bedrängnis rasch. Bei Auseinandersetzungen und ähnlichen Schwierigkeiten nennt der Text ihre Verehrung sowie besonders eine Bodenverehrung bei dem als „rasapañca“ bezeichneten Ort. [Der Ausdruck bleibt unsicher.]
19.97 Genannt werden Kumkuma, Sindura und rotes Sandelholz als Verehrungsgaben.
19.98 Hinzu kommen Madhyandini-, Hibiskus- und Oleanderblüten: Alles Rote wird als zur Verehrung geeignet bezeichnet.
19.99 Nun werden die acht in der Kaula-Überlieferung genannten Vinayakas erläutert. Ihre Formel beginnt mit „Namo Bhagavate“ und schließt den jeweiligen Namen im Dativ an.
19.100 Dies gilt für alle acht. Im Osten steht Siddhivinayaka; seine Yogini Uluki nimmt die Gestalt einer Barbierin an.
19.101 Hierzu gehören die acht Siddhis, beginnend mit Anima. Die gewünschte Siddhi werde mit dem Ausdruck „mit dieser ausgestattet“ im Dativ in die Formel aufgenommen.
19.102 Vorgesehen sind hunderttausend Wiederholungen je Mantrasilbe und ein Feueropfer; alles Weitere entspricht Mahaganapati. Dadurch werde die betreffende Siddhi erlangt.
19.103 Im Südosten Kashis befindet sich Arkavinayaka. Seine Yogini heißt Shiva und trägt die Gestalt einer Murtika. [Die Berufs- beziehungsweise Gestaltbezeichnung ist im vorliegenden Wortlaut unsicher.]
19.104 Seine Chetika wird Hamsavaga genannt; ihr Mantra sei zwölfsilbig. Die Quelle nennt „Om hamsage“, einen unsicheren Anschluss mit „bodham“, die Keimsilben von Rede und Shri sowie Svaha. [Name und Formel sind gestört; keine ergänzte Vollform.]
19.105 „Ich verehre die auf dem Schwan Gehende: Ihr Glanz gleicht hundert Monden, ein Halbmond schmückt ihren Scheitel, und ihre Hände gewähren Segen und Furchtlosigkeit.“
19.106 Die Vorbereitung umfasst fünfzigtausend Wiederholungen; darauf folgen fünftausend Feueropfergaben aus Lotussamen mit Ghee.
19.107 Auch Gerste wird als Opfergabe genannt. Der Ort ist das Ufer eines lotusreichen Flusses; als Zeitpunkt gilt der Mondtag, an dem Hiranyakashipu sein Leben verlor.
19.108 Die Wiederholung beginnt am Abendübergang und reicht über drei Nachtwachen. Birkenrinde und Lotussamen sind Opfergaben; die Zahl wird als „kha-kha-kha-aṣṭaka“, wohl achttausend, verschlüsselt angegeben.
19.109 Darauf erscheine die auf einem Schwan reitende Göttin, leuchtend wie hundert Monde, und gebe dem Mantrakundigen eine Lotus-Gebetskette.
19.110 Wer mit dieser Kette rezitiere, werde in den Lehrschriften bewandert. [Der folgende Satz über Unwissenheit, Stolz und Sattva ist gestört.] Im Süden Kashis steht der von Durga eingesetzte Durgavinayaka.
19.111 Seine Yogini ist Mayuri, die den Menschen Heilmittel gibt. Der achtsilbige Mantra lautet „Om Hrim Dum Durgayai Namah“.
19.112 Als Seher wird Narada, als Versmaß Gayatri und als Gottheit Durga genannt. Sie verehrte Ganesha, um den Dämon Durga zu töten.
19.113 Für die Gliederformeln nennt die Quelle zunächst Om mit den sechs langen Vokalen; Maya tritt an Anfang und Ende, „Durgayai“ in die Mitte.
19.114 Die sechs Glieder und ihre als Pallavas bezeichneten Abschlüsse werden auf diese Weise als Mantras angegeben. [Die knappe Darstellung setzt das überlieferte Nyasa-System voraus.]
19.115 „Ich verehre die Dreiäugige auf dem Löwen, smaragdglänzend und mit dem Halbmond auf dem Scheitel, die Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeile trägt.“
19.116 Der Sitz besteht aus zwei achtblättrigen Lotussen, umgeben von drei Quadraten mit vier Toren und mit Kumkuma und weiteren Stoffen gezeichnet. Dort erfolgt die Verehrung der Shaktis.
19.117 Genannt werden, vom östlichen Blatt aus: Prabha, Sama, Jaya, Sukshma, Vishuddha, Nandini, Suprabha, Vijaya und Sarvarthasiddhida. [Neun Namen werden genannt; eine genauere räumliche Zuordnung wird hier nicht ergänzt.]
19.118 Es folgt eine beschädigte Angabe zur Bildung der Verehrungsformeln. Der Löwenmantra beginnt mit „Om Vajranakhadamshtrayudhaya Maha…“ – „dem, dessen Waffen diamantene Krallen und Hauer sind“.
19.119 Mit „Simhaya Hum Phat Namah“ wird er abgeschlossen. Der Text bezeichnet ihn als neunzehnsilbigen Löwenmantra; mit ihm wird der Löwe verehrt.
19.120 Nach der Anrufung der göttlichen Gestalt folgt die Verehrung mit Sandelholz und weiteren Gaben. Die erste Umfassung bilden die Glieder, die zweite Prabha und die übrigen Shaktis.
19.121 Für die dritte Umfassung werden die Namen der mit Jaya beginnenden Göttinnen im Dativ verwendet, mit dem jeweiligen Anfangslaut samt Bindu und dem Abschluss Namah.
19.122 Diese heißen Jaya, Vijaya, Kirti, Priti, Prabha, Shraddha, Medha und Shruti. Danach folgt der vierte Verehrungskreis.
19.123 Er umfasst Muschelhorn, Diskus, Keule, Schwert, Schlinge, Haken, Pfeile und Bogen. In den beiden äußeren Bahnen folgen die Weltenhüter und ihre Waffen.
19.124 Bei beherrschten Sinnen und Nahrung aus Havishya sind achthunderttausend Wiederholungen vorgesehen; als Opfergaben nennt der Text mit Süßem vermischten Sesam oder Milchreis. [Die Opferzahl tatsahasram ist ohne eindeutigen Bezug überliefert.]
19.125 Die Gaben werden im entzündeten Feuer geopfert; anschließend folgen Tarpana und die übrigen Handlungen. Erst nach dieser Mantravollendung werden die besonderen Anwendungen beschrieben.
19.126 Nach dem genannten Verfahren werden neun schöne Gefäße, mit den fünf Edelsteinen versehen, an neun Stellen aufgestellt.
19.127 In der Mitte wird Durga verehrt, an den übrigen Stellen Jaya und die anderen Göttinnen: mit Sandelholz, Räucherwerk, Licht und weiteren Gaben.
19.128 Mit dem Weiheguss werden eine geschätzte Zielperson, ein König oder ein Kind bedacht; dem König verheißt der Text Sieg und königliches Wohlergehen.
19.129 Ferner verheißt er Befreiung von Geistern, Apasmara, Vetalas und Pishachas sowie einer kinderlosen Frau einen glückverheißenden, wohlerzogenen Sohn. [Historische Krankheits- und Fruchtbarkeitsvorstellungen.]
19.130 Der Mensch werde von Krankheit frei und langlebig; das Verfahren gewinne auch das Wohlwollen anderer. Den Verehrern des Durga-Mantras werden langes Leben und die Tilgung von Verfehlungen versprochen.
19.131 Im Südwesten Kashis steht Chandavinayaka. Seine Yogini Chakritanana wird als eine Frau beschrieben, die von Prostitution lebt; seine Chetika heißt Hamsi. Nun folgt ihr Ritual.
19.132 Sie strahlt wie der Mond, hält einen Papagei in ihrer schönen Hand und links einen Schwan; ihre Brust wird als voll und hoch beschrieben.
19.133 An einem einsamen Flussufer sind dreißigtausend Mantrawiederholungen und ein Zehntel so viele Feueropfergaben aus Musta-Knollen mit Ushira vorgesehen.
19.134 Nach der Vollendung dieser Anwendung wird ein Flussufer, ein dichter Wald oder eine einsame Stelle unter Bilva-Bäumen als weiterer Ritualort genannt.
19.135 Besonders nennt der Text am Ufer der Tungabhadra den Ort des Shiva Lakshmishvara. Nach dem Bad werden tagsüber die Glieder und weiteren Gottheiten verehrt; in einer Sonntagnacht folgt das beschriebene Feueropfer mit der Verehrung der Göttin.
19.136 Nach Verneigung, Lobpreis und Bitte an einem menschenleeren Ort, furchtlos vollzogen, gebe sie dem Mantrakundigen bald einen schönen Kristall.
19.137 In diesem sehe er Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, sowohl die eigene als auch die anderer; dadurch werde der Mensch allwissend. [Divinatorisches Wirkversprechen.]
19.138 Im Westen Kashis befindet sich Dehalivinayaka. Seine Yogini Ashtavaktra übt das Gewerbe einer Händlerin aus.
19.139 Seine Chetika heißt Vichitra. Der als dreiundzwanzigsilbig bezeichnete Mantra nennt Hrim, „Vichitre Citracaile, cailam dehi“, die Vayu-Silbe, zweimal „puraya“ sowie Hum Svaha: „Vichitra mit dem bunten Gewand, gib ein Gewand … erfülle, erfülle!“
19.140 Am Flussufer sind zehntausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Feueropfergaben aus Lotussamen vorgesehen; danach folgen die jeweiligen Wunschanwendungen.
19.141 Im Chaitra- oder Ashvina-Monat werde am vierzehnten Mondtag die ganze Nacht am Ufer eines Sees rezitiert.
19.142 Darauf erscheine die Göttin und gebe einen bunten Gewandsaum. Nach dessen Verehrung und nächtlicher Aufstellung im Haus werde dieses mit Gewändern gefüllt, wie sie auch in Königspalästen zu finden seien.
19.143 Im Nordwesten Kashis steht Uddandavinayaka. Seine Yogini heißt Kotarakshi; seine Chetika gibt Dickmilch und Milch.
19.144 Die Mantrabildung nennt „kesha“, dann den unsicheren Ausdruck „avartanakharehi“ sowie Hrim, Shrim und Svaha. Anschließend wird ihre Meditation beschrieben. [Die beschädigte Formel wird nicht zu einem verwendbaren Mantra ergänzt.]
19.145 Sie hält links ein mit klarem Wasser gefülltes Wassergefäß; goldene Ohrringe schmücken ihre Wangen.
19.146 An einem schönen Flussufer sind hunderttausend Mantrawiederholungen vorgesehen und ein Feueropfer mit den drei süßen Stoffen. Darauf folgt die besondere Anwendung.
19.147 Als Ort wird eine große heilige Badestätte am Krishna-Fluss oder das glückverheißende Panchanada genannt, als Zeit eine Nacht des zweiten Tages der dunklen Hälfte im Magha-Monat.
19.148 Dort wird ein Behälter beziehungsweise Verschlag aus Gras hergestellt und an einen eigenen Platz gesetzt; nach den Abendriten folgt seine Verehrung.
19.149 Der Mantrakundige tritt hinein, die Göttin im Sinn, nimmt eine feste Sitzhaltung ein und soll die Kälte ertragen. [Historische asketische Vorschrift.]
19.150 Nach fünftausend Wiederholungen sehe er die heilvolle Göttin mit fünf Gesichtern, drei Augen und acht Armen.
19.151 Sie gebe ihm ein gefülltes Wassergefäß; mit dessen Wasser werde anschließend ein Sohn besprengt.
19.152 Der betreffende Mensch könne augenblicklich von seinen vergangenen sieben Geburten berichten und sich entsprechend den damaligen Handlungen verhalten. [Der Bezug zwischen „Sohn“ und „Mensch“ bleibt in der Quelle knapp.]
19.153 Im Norden Kashis befindet sich Pashapani-Vinayaka. Seine Yogini Kubja erscheint als Schlangenfängerin.
19.154 Als Vindhyavasini den Büffeldämon nicht töten konnte, schuf dieser Ganesha den Vajra, durch den Mahisha getötet wurde. Deshalb wird nun kurz der Mantra der Mahishamardini erläutert.
19.155 „Mahishamardini Svaha“ wird als achtsilbiger Mantra bezeichnet. Sein Seher ist Markandeya, sein Versmaß Gayatri, seine Gottheit die von Göttern und Asuras gepriesene Mahishamardini.
19.156 Als Herzformel gilt „Mahishamardini Hum Phat“, als Kopfformel „Mahisharishani Hum Phat“. Aus diesen Formeln mit den zugehörigen Abschlüssen werden fünf Glieder gebildet. [Nicht alle fünf werden im vorliegenden Vers einzeln ausgeführt.]
19.157 „Ich verneige mich vor der Göttin, die wie ein Smaragd leuchtet, Edelstein- und Perlenohrringe trägt, auf dem Haupt des Büffels steht und ein Auge auf der Stirn hat.“ [Die Vorlage zählt hier irrtümlich 257.]
19.158 Sie trägt Diskus, Muschelhorn, Schwert, Pfeil, Dreizack, die drohende Zeigefingergeste, Bogen und Schild; der Mond schmückt ihren Scheitel.
19.159 Ihr geflochtenes Haar bildet eine prächtige Krone; sie trägt allen Schmuck, ein gelbes Gewand und wird mit voller, hoher Brust beschrieben.
19.160 Auf dem zuvor beschriebenen Sitz wird Mahishamardini verehrt. Die erste Umfassung bilden ihre Glieder, die nächste Durga und die weiteren Göttinnen.
19.161 Von der Vorderseite aus im Uhrzeigersinn werden Durga, Varavarnini, Arya, Kanaka, Krittika und Abhayaprada genannt.
19.162 Sie erscheinen in Mädchengestalt. Für die vorangestellten Vokale nennt der Text unter anderem Ā, Īṃ und Ūṃ und verlangt acht lange Vokale unter Ausschluss der als „geschlechtslos“ bezeichneten. [Die Lautfolge ist beschädigt; sie wird nicht vervollständigt.]
19.163 Zunächst wird der jeweils bezeichnete Anfangslaut samt Bindu gesprochen, danach die Waffe der Göttin genannt; so erfolgt die Verehrung der dritten Umfassung. [Die einleitende Angabe parādikam bleibt unklar.]
19.164 Die vierte Umfassung bilden die Weltenhüter, die fünfte deren Waffen. Vorgesehen sind achthunderttausend Wiederholungen und ein Sesam-Feueropfer, dessen Zahl wiederum mit dem nicht eindeutig bezogenen „tatsahasram“ angegeben wird.
19.165 Nach erlangter Mantravollendung folgen die Anwendungen. Ein Sesamopfer soll Männer und Frauen unter Einfluss bringen.
19.166 Ein Senfopfer soll den Menschen sogleich von Krankheit befreien; ein Lotusopfer soll einem König den Sieg im Kampf gewähren.
19.167 Durva-Gras wird mit der Besänftigung von Krankheiten verbunden, Blüten des Brahma-Baumes mit vorzüglicher Kräftigung und Gedeihen.
19.168 Getreideopfern wird Getreidezuwachs zugeschrieben; Krähenfedern sollen selbst engste Freunde entzweien, Pfefferopfer den Tod eines Feindes herbeiführen. [Historische Schadensmagie und unbelegte Wirkungsbehauptungen.]
19.169 Wer Durga Mahishamardini auf diese Weise verehre, könne niedere Geister und Diebe schon durch seinen Anblick vernichten. In der Nähe ihrer Verehrer gewähre sie rasche Vollendung. [Der letzte Satz ist sprachlich gestört.]
19.170 Im Nordosten Kashis befindet sich Kharvavinayaka. Seine Yogini Vikatalocana hat die Gestalt einer Dienerin; dort weilt auch Jayadurga, die Siddhi verleiht.
19.171 „Om Durge Durge Rakshini Svaha“ wird als zehnsilbiger Mantra angegeben, der den Verehrern die erwünschte Vollendung gewährt.
19.172 Narada ist der Seher, Virat das Versmaß und Jayadurga die Gottheit. Aus den fünf mit Om beginnenden Mantrateilen und aus der Gesamtformel werden die Glieder mit ihren Abschlüssen gebildet; darauf folgen die Wunschriten.
19.173 Für das Herz wird „Durge“, für den Kopf „Durga“ und für den Scheitel „Durgayai“ genannt; die Schutzpanzerformel enthält „bhutarakshakshi“. [Die Formen sind uneinheitlich überliefert.]
19.174 Die Augen- und Waffenformeln beginnen mit Om und enthalten die verdoppelte Durga-Anrufung sowie Rakshini. [Ihre genaue Abgrenzung bleibt unsicher.] Die Meditation zeigt sie wolkendunkel, mondgekrönt, dreiäugig und auf einem Löwen reitend.
19.175 „Ich verehre sie, die Diskus, Muschelhorn, Schwert und Dreizack in den Armen trägt.“ Sie wird nach dem beschriebenen Weg auf dem Durga-Sitz verehrt: fünfhunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer.
19.176 Darauf folgen Tarpana und die übrigen Handlungen. So werde der Mantra vollendet; erst anschließend nennt der Text seine Anwendungen.
19.177 Wiederholte Rezitation vor dem Eintritt in eine feindliche Schlacht soll die vollständige Vernichtung der Gegner ermöglichen. [Kriegerisches Wirkversprechen der Quelle.]
19.178 Bei Streitigkeiten und Rechtsangelegenheiten soll der Mantra Ruhm und Sieg bringen. Die Vidya wird über Wimpeln, Fahnen und Kriegstrommeln rezitiert.
19.179 Auch Hörner, Muschelhörner, Fahrzeuge, Heer und Heerführer werden genannt; im Kampf sollen die Gegner verwirrt und der Sieg erlangt werden. [Die syntaktische Zuordnung der Verwirrung ist im Vers knapp.]
19.180 Für eine bedrohliche Lage oder Verschuldung wird eine Abwandlung beschrieben: Nach Om tritt Namah vor die zuvor genannte Formel.
19.181 So entstehe ein zwölfsilbiger Mantra, der Sieg im Kampf verleiht. Seher und übrige Zuordnungen, Meditation und Verehrung bleiben wie zuvor.
19.182 Die sechs Glieder werden aus den getrennten Teilen und dem gesamten Mantra gebildet. Damit sind die am Rand Kashis stehenden Gananayakas beschrieben.
19.183 Nahe dem als Dehali bezeichneten Ganesha befinden sich sechzehn weitere Vinayakas in Kashi, die das vedische Ritual fördern.
19.184 Für tantrische Praktizierende, insbesondere Anhänger des linken Weges, gebe es dort keine Vollendung; der anfangslose Veda hingegen führe dort rasch zum Erfolg. [Wertung der hier dargestellten Überlieferung.]
19.185 Ihre Namen lauten: „Den Nichtverehrern Hindernisse bereitend“, „Den Verehrern Sieg verleihend“, „Den Sündern Verfehlungen nehmend“ und „Den linken Weg vollendend“.
19.186 Es folgen: „Beschützer der Asketenwälder“, „Beschützer Sitas“, „Lebensspender“, „Krankheitsentferner“, „Schatzgeber“ und „Herr der Zweimalgeborenen“.
19.187 Weiter werden Tundila, „Beschützer der Welt“, Gananatha, Ganadhipa und „Milchgeber“ genannt. Diese Namen sollen alle Vollendungen bewirken. [Die überlieferte Liste enthält hier fünfzehn erkennbare Namen, obwohl 19.183 sechzehn ankündigt; die Spannung zu 19.184 wird nicht aufgelöst.]
19.188 Mit Namah abgeschlossen und zehntausendmal je Mantrasilbe wiederholt, sollen sie zuverlässig die dem jeweiligen Namen entsprechende Wirkung hervorbringen.
19.189 Nun werden die acht Grenz-Vinayakas des Avimukta-Gebiets und ihre Mantras erläutert.
19.190 Die Formel verbindet die Erd-Keimsilbe mit der jeweiligen Keimsilbe, dem Namen der Gottheit im Dativ und dem Abschluss Namah.
19.191 Im Osten Avimuktas steht Lambodara-Vinayaka. Seine Yogini Shushkodari erscheint als Amme.
19.192 Dort befindet sich auch Shulini Durga. Ihr Mantra nennt zweimal „jvala“, dann „Shulini“ und „dushtagrahe“.
19.193 Mit Hum Phat Svaha abgeschlossen, wird er als fünfzehnsilbig bezeichnet. Sein Seher ist Dirghatamas und sein Versmaß Kakubh.
19.194 Die Gottheit ist Mahadurga namens Shulini, die alles Unheil vernichtet. Die Gliederformeln nennen „Durge“ für das Herz, „Varade“ für den Kopf und „Vindhyavasini“ für den Scheitel.
19.195 Für den Schutzpanzer folgen „asura“ und „damani“. Danach ist eine beschädigte Formulierung mit „śuddhaṃ priyaṃ“ und „trāsaya“ überliefert. [Der Zusammenhang wird nicht ergänzt.]
19.196 Die Waffenformel enthält „devasiddha“ und „supujite“; ferner erscheinen „Nandini“, zweimal „raksha“ und „samastayogeshvari“. Formeln mit Shulini werden mit Panzer- und Waffenabschlüssen verbunden. [Die Gliederung ist in der Vorlage gestört.]
19.197 Diese fünfgliedrige Anordnung soll den Ausführenden schützen und störende Grahas beseitigen. Nach dem Nyasa am Körper wird die von den Göttern gepriesene Durga betrachtet.
19.198 In ihren zehn Händen trägt sie Keule, Muschelhorn, Diskus, Schwert, Pfeile, Dreizack, Schild, Karalika, Schlinge und Bogen. [Karālikā bleibt als nicht eindeutig bezeichnetes Attribut stehen.]
19.199 Sie ist wolkenfarben, mondgekrönt, dreiäugig und reich geschmückt, reitet auf einem Löwen und ist von vier Mädchen umgeben.
19.200 Nach dieser Meditation und erneuten Nyasas wird die Göttin auf dem zuvor beschriebenen Durga-Sitz verehrt.
19.201 Die zweite Umfassung bilden Durga und die folgenden Göttinnen, eine weitere die Waffen ringsum. Genannt werden Durga, Varada, Vindhyavasini und Asuramardini.
19.202 Hinzu kommen Yuddhapriya, „von Göttern und Siddhas Verehrte“, Nandini und Sumahayogeshvari.
19.203 Von der Vorderseite der Göttin aus im Uhrzeigersinn werden Diskus, Muschelhorn, Schwert, Keule, Pfeile, Bogen, Dreizack und Schlinge verehrt.
19.204 Mit den Richtungshütern und den Waffen, beginnend mit dem Vajra, umfasst die Verehrung fünf Kreise. Vorgesehen sind hunderttausend Wiederholungen je Mantrasilbe und ein Zehntel so viele Feueropfergaben.
19.205 Als Gaben gelten Ghee beziehungsweise mit Ghee versehene Opferspeise. Es folgen Tarpana, die ehrende Bewirtung der Brahmanen und die hingebungsvolle Verehrung des Gurus.
19.206 Erst nach solcher Mantravollendung werden die gewünschten Anwendungen ausgeführt, ausdrücklich mit der vorausgehenden Erlaubnis des Gurus.
19.207 Für ein Besessenheitsritual wird Shulini mit grimmigem Antlitz und ihren Waffen, beginnend mit dem Dreizack, betrachtet; der Mantra wird unter Berührung der betroffenen Person rezitiert.
19.208 Das eintretende Wesen soll kurzzeitig alles aussprechen und dann verschwinden; durch weitere Mantrawiederholung fliehe die Geisterschar. [Der handelnde Bezug ist in der Quelle nicht eindeutig; historische Exorzismusvorstellung.]
19.209 Bei Kranken wird Shulini mit ihren Waffen erinnert; rezitierend sollen Grahas und untergeordnete Störmächte rasch vertrieben werden.
19.210 Die Verehrung der Wohlergehen gewährenden Göttin und dieser Mantra sollen gegnerische Waffen in Besitz bringen und ein feindliches Heer reglos machen.
19.211 Ein umfangreiches Senf-Sesamopfer mit dem Namen des Feindes soll diesen „zum Gast Yamas“, also zum Toten, machen. [Historische Schadensmagie; keine Empfehlung.]
19.212 Tägliche achttausend Sesamgaben mit den drei süßen Stoffen sollen vor Ablauf eines Jahres eine ungehinderte Wirkmacht verleihen.
19.213 Achthundert Ghee-Gaben beziehungsweise hundertacht Gaben aus Durva-Gras mit den drei süßen Stoffen sollen vor Ablauf eines Jahres das Gewünschte bringen. [Die erste Verbform ist in der Vorlage gestört.]
19.214 Hundertacht Feueropfergaben aus Kuhdungkügelchen über sieben Tage werden mit dem Zusammentreffen mit geliebten Menschen verbunden.
19.215 Ein Kuhdungritual verlangt Material, das den Boden noch nicht berührt hat, eine dreitausendfache Besprechung und das Vergraben an der Tür einer Person, die fortgehen will.
19.216 Dadurch soll diese Person im Haus festgehalten werden; vor einem Heer vergraben, soll das Material ein Heer zum Stillstand bringen. [Magische Behinderungsrituale der Quelle.]
19.217 Beim Eintritt in ein Dorf oder eine Stadt werde Ambika als freundlich gesinnte Spenderin von Wasser und Nahrung erinnert und ihr Mantra rezitiert.
19.218 Nach Tarpana und dem Eintritt in den Ort werde schmackhafte Nahrung verheißen, selbst für eine Begleitung von tausend Dienern.
19.219 Zwölftausend Opfergaben aus Arka-Holz mit den drei süßen Stoffen sollen benannte Menschen unter Einfluss bringen; dasselbe wird ausgewählten Ashvattha-Hölzern zugeschrieben.
19.220 Auch Sesam wird für das genannte Verfahren bei heiterem Gemüt aufgeführt. Der Kundige könne alle im Durga-Kalpa beschriebenen Anwendungen vollziehen.
19.221 Nun folgt Ganesha Kutadanta, der verborgene beziehungsweise schwierige Vollendungen gewährt. Seine Yogini Jvalajjihva erscheint als Tänzerin; bei ihm steht Griddhadurga, die den Wunsch des Übenden erfüllt.
19.222 Ihr als vierzigsilbig bezeichneter Mantra nennt Om, „Namo Bhagavati Jvalamalini“, danach eine gestörte Verbindung mit „griddham ganapatim vritte“ und den Abschluss Svaha. [Die vorliegende Formel ist offenkundig unvollständig beziehungsweise beschädigt.]
19.223 Für die fünf Glieder werden nacheinander Abschnitte von drei, vier, fünf, acht und zwei Silben mit den entsprechenden Abschlüssen genannt. Alles Weitere wird wie bei Shulini Durga angegeben. [Das Verhältnis zur zuvor genannten Silbenzahl bleibt ungeklärt.]
19.224 Nun wird die Gottheit Shalankatankata erläutert. Ihre Yogini Svadamshtra versteht sich auf vielfältige Musik.
19.225 Die Chetika heißt Vidhatri. Ihre Formel lautet nach den erkennbaren Teilen „Om Vidhatri nirakshiravidhayini Svaha“; hunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen. [Die verschlüsselte Silbenzahl sthiti ist nicht eindeutig.]
19.226 „Ich verehre Vidhatri mit weiten Augen, die nahe einem Dhatri-Baum auf einem Lotus sitzt und Wasser und Milch bereitet.“
19.227 Der Ort ist ein schöner Flussstrand mit einem fruchttragenden Dhatri-Baum; als Zeit wird der Vollmondtag im Karttika-Monat genannt.
19.228 Fällt dieser auf einen Montag, sind nachts dreihundert Wiederholungen und ein Feueropfer mit Dhatri-Früchten vorgesehen. Aus dem Baum ertöne dann laut die freundliche Erklärung: „Ich bin erfreut.“
19.229 Durch diese Rezitation werde die Macht über Wasser und Milch erlangt. Nach Entfernung der erwähnten Mantrasperre werde die Formel gesprochen; selbst mit Wasser vermischte Milch verwandle sich in Milch. [Magisches Wirkversprechen; der Bezug der Mantrasperre bleibt knapp.]
19.230 Nun folgt Kushmanda-Vinayaka, der Herr der Kinder heimsuchenden Grahas. Seine Yogini Arunanana ist in Kashi stets dem Flötenspiel zugetan.
19.231 Seine Chetika ist Vainateyakshi. Ihr achtzehnsilbiger Mantra nennt Om, „Vainateyakshi“, „sarpasevita“, „Nagadevi“ im Dativ und Svaha. [Die grammatische Verknüpfung der Anrufungen bleibt uneinheitlich.]
19.232 „Ich meditiere über Vainateyakshi, die heilvolle Bewohnerin des Vindhya, umgeben von vielerlei Lotussen und Schlangen, die Giftstörungen beseitigt.“ Ihre Vorbereitung umfasst vierundsechzigtausend Wiederholungen.
19.233 Am als Naga-Panchami bezeichneten fünften Mondtag im Shravana-Monat wird eine nächtliche Rezitation an einem Ameisenhügel beschrieben.
19.234 Genannt werden zehntausend Wiederholungen im Gedenken an Vainateyakshi und Feueropfer mit Matulunga-Früchten. Erfreut, verleihe sie die Garuda-Vidya, Macht zum Anziehen von Schlangen und zur Vernichtung aller Gifte. [Keine Behandlungsempfehlung bei Vergiftungen.]
19.235 Nun folgt Munda-Vinayaka mit der Yogini Rikshakshi, die in Kashi dem Vina-Spiel hingegeben ist. Seine Chetika heißt Kinkari; ihr Ritual wird erläutert.
19.236 Die als siebzehnsilbig bezeichnete Formel lautet in ihren erkennbaren Teilen „Kinkari Jaladevi, jalam puraya puraya, Dham Dham“ – „Wassergöttin Kinkari, fülle das Wasser!“ Vorgesehen sind tausend Wiederholungen je Silbe.
19.237 Bei ausbleibendem Regen verlangt der Text zehntausend nächtliche Rezitationen im Fluss, bis zum Hals im Wasser stehend und gesammelt auf die Göttin ausgerichtet. [Historischer Regenzauber, keine Anleitung zum gefährlichen Aufenthalt im Wasser.]
19.238 Kinkari wird als Wasser selbst betrachtet, mit Varunas Schlinge und furchtbarem Donnergrollen. Am Morgen beginne ein bis zu fünf Tagen anhaltender Regen. [Die Farbbeschreibung viṣakṣatasvarūpābhām ist beschädigt.]
19.239 Nun folgt der berühmte Ganesha Vikatadvija. Seine Yogini Kekarakshi spielt die Mridanga-Trommel; seine Shakti ist Vagvadini, deren Mantra nun erläutert wird.
19.240 „Vada vada Vagvadini Svaha“ – „Sprich, sprich, Göttin der Rede!“ – ist der zehnsilbige Mantra. Kanva ist der Seher, Virat das Versmaß und Sarasvati die Gottheit.
19.241 Die sechs Glieder werden nach dem bei der Matrika beschriebenen Verfahren angeordnet; die Laute werden auf Kopf, Ohren, Nase, Augen, Wangen, Mund und Geschlechtsorgan gelegt.
19.242 Auch der After wird genannt. Danach wird Vagishvari verehrt: weiß, auf einem weißen Lotus, mit Schreibgerät und Buch, mondgekrönt und vom Gewicht ihrer Brust leicht geneigt.
19.243 Der fünfzehnsilbige Sitzmantra enthält „Om Hrim Varnajaya Sarasvatyasanaya Namah“. Zunächst werden die Glieder verehrt, dann die Vokalpaare.
19.244 Darauf folgen die acht Lautgruppen und acht Shaktis. Genannt werden Yoga, Sandhya, Vimala, Jnana, Vriddhi und Smriti.
19.245 Medha und Prajna vervollständigen die Reihe. Anschließend werden die Matrikas, Richtungshüter und ihre Waffen in der äußeren Begrenzung und den zugehörigen Bereichen verehrt.
19.246 Nach einer Million Wiederholungen folgen ein Zehntel so viele Feueropfergaben aus Kairava-Blüten mit süßer Beimischung oder aus reinem Sesam. [Das Wort für die Beimischung ist in der Vorlage gestört.]
19.247 Nach Tarpana und ritueller Besprengung werden Brahmanen bewirtet. Ist der Mantra so vollendet, bleibt der Übende im Gelübde des Brahmacharya.
19.248 Japa und Feueropfer ergeben, betrachte er die Frau als Gottheit; bald werde er ein führender Dichter. [rāmā bezeichnet hier eine Frau beziehungsweise die Schöne; die Beziehung zur zuvor genannten Göttin ist nicht ausgeführt.]
19.249 Tägliche Rezitation zu Tagesbeginn, mit Nyasa verbunden, soll unvergleichliche Vollendung der Rede verleihen.
19.250 Blüten und ausgewählte Hölzer des Brahma- und des Rama-Baumes mit den drei süßen Stoffen werden als Feueropfergaben genannt; bald werde der Übende durch seine Ausdruckskraft zu einem führenden Dichter.
19.251 Nun folgt Ganesha Rajaputra. Seine Yogini Brihattunda ist dem Spielen von Rhythmusinstrumenten hingegeben.
19.252 Er verleiht die Vollendung der Matrika; deshalb wird ihr Mantra erläutert. In ihr sind dreiunddreißig Kotis, also 330 Millionen, Mantras enthalten.
19.253 Wer Gayatri oder Matrika zur Vollendung gebracht habe, könne alle Mantras der Agamas weitergeben – so die Quelle.
19.254 Die Laute von A bis Ksha werden als Matrika-Göttin bezeichnet, von der dieses ganze All durchdrungen ist. [Die zusätzliche Verbindung mit Vayu und devatā ist im Vers nicht eindeutig.]
19.255 Brahma ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß und Matrika ihre Gottheit. Die Konsonanten sind die Keimsilben, die Vokale die Shaktis.
19.256 Als Sperre wird das Unmanifestierte genannt; der weitere Zusammenhang mit Sattva und der Verbindung von Konsonanten und Vokalen ist beschädigt. Alle zuvor beschriebenen Matrika-Nyasas gelten hier als maßgeblich.
19.257 Sie trägt Nektargefäß, Gebetskette, Segensgeste und Buch. Ihre Glieder sind von den fünfzig Lauten erfüllt, ihr Scheitel ist mit dem Halbmond bezeichnet.
19.258 „Ich verehre Mutter Sarasvati: dreiäugig, schön wie Jasmin und Mond, auf einem Lotus sitzend, von der Brust leicht geneigt und mit glänzendem Perlenschmuck versehen.“
19.259 Auf einer Platte aus Gold oder anderem geeignetem Material wird mit Rocana, Kumkuma und weiteren Stoffen ein schöner achtblättriger Lotus innerhalb dreier äußerer Begrenzungen gezeichnet.
19.260 In die Mitte kommt die Keimsilbe Sphem, in die Staubfäden jeweils ein Paar; die Lautgruppen, beginnend mit Ka und Ca, werden auf die acht Blätter geschrieben. [Die weitere Anfangslautfolge ist gestört; die Paare beziehen sich im folgenden Verszusammenhang auf Vokale.]
19.261 An den Hauptrichtungen vor dem Lotus steht Vam, an den Zwischenrichtungen Tham. Dies ist der Verehrungssitz; zunächst werden die Glieder verehrt. [Die Vorlage zählt hier 161.]
19.262 Es folgen die Vokalpaare und Lautgruppen; bei den Staubfäden werden die nun genannten Shaktis verehrt.
19.263 Medha, Prajna, Prabha, Vidya, Dhi, Dhriti, Smriti und Buddhi; Vidyeshvari wird in der Mitte des Sitzes verehrt.
19.264 Bei den acht Lautgruppen stehen Vyapini, Palani, Pavani, Kleshini, Dharini und Malini …
19.265 … sowie Hamsini und Shantini. An den Blattspitzen folgen die Mütter, in einer Bahn die Weltenhüter und in der davorliegenden Bahn ihre Waffen.
19.266 Ein Zehntel der Wiederholungszahl wird als Feueropfer mit reinem Sesam und den drei süßen Stoffen dargebracht; nach Tarpana und den weiteren Handlungen werde der Mantra vollendet. [Die Bezugszahl ist an dieser Stelle nicht ausdrücklich genannt.]
19.267 Aus Anteilen von Gold, Silber und Kupfer werden nach verschlüsselten Zahlen getrennte Fäden und ein dreifach verflochtenes Bündel hergestellt. Rezitation, Kuhmilch-Ghee, Opferspeise, Besprengung und Göttinnenverehrung werden genannt; das getragene Yantra soll Grahas und Krankheiten besänftigen und Sieg im Kampf gewähren. [Die Zahlenverhältnisse und mehrere Satzverbindungen sind beschädigt; keine technische Rekonstruktion.]
19.268 Zu Tagesbeginn werde zweimal mit dieser Formel besprochenes Wasser getrunken; nach einem Jahr erlange selbst ein Ungebildeter dichterische Begabung.
19.269 Eine mit Brahmi-Saft, Vaca und Milch bereitete Ghee-Zubereitung werde zehntausendmal besprochen; ihrem Verzehr schreibt der Text dichterische Begabung zu. [Historische Arznei- und Ritualvorstellung, keine Einnahmeempfehlung.]
19.270 Ein Weiheguss aus goldenen Gefäßen mit einem Sud der den Lauten zugeordneten Kräuter und tausend Rezitationen soll Ruhm, Wohlstand, Dichtkunst und langes Leben verleihen; einer kinderlosen Frau wird ein vorzüglicher Sohn verheißen.
19.271 Nun folgt ein hervorragender Ganesha. Seine Yogini Surapriya versteht sich auf alle Handlungen; seine Chetika Shubhankari wohnt am südlichen Flussufer. [Die Namensgliederung folgt dem erkennbaren Zusammenhang.]
19.272 Ihr durch Ākṛti verschlüsselt gezählter Mantra nennt Om, „Shubhankara“, „para devate“, „mameshtam dehi“, „durbhugni“ und Svaha: „Höchste Gottheit, gib mir das Gewünschte …“ [Mehrere Wortformen und die Silbenzahl sind unsicher.]
19.273 „Shubhankari, die glückverheißende Herrlichkeit, möge in meinem Geist wohnen: Sie bewahrt die Fülle der Künste, entfaltet die vielfältigen Sinnesbereiche und bezaubert Frauen und Könige.“
19.274 Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit roten Oleanderblüten werden genannt. Für die dunkle Hälfte des Bhadra-Monats folgt ein Ritual am Krishna-Fluss oder einem Oleanderhain beziehungsweise südlichen Flussufer: nachts zehntausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Opfergaben. Morgens erscheine die Göttin aus dem Wasser. [Weitere Ortsnamen und der Schluss sind beschädigt.]
19.275 Sie gewähre selbst, was immer der Übende wünsche: verschiedene Genüsse, schöne Frauen, Vermögen, Gewänder und anderes. [Wunschmagische Verheißung der Quelle.]
19.276 Nun werden die in Varanasi in einer Umfassung stehenden Vinayakas, beginnend mit Vakratunda, samt Chetikas und Shaktis erläutert.
19.277 Ihr Mantra besteht aus dem jeweiligen Namen im Dativ und Namah. Für alle acht gilt das zuvor bei Vakratunda beschriebene Verfahren.
19.278 Bei den Schädelschalen tragenden Gestalten wird die Riksha-Yogini genannt. Ihre Formel beginnt mit „Shatanade Yogini, dehi dehi“ – „Yogini der hundert Klänge, gib, gib!“
19.279 Sie endet auf Hrim Hrum Svaha. Die Meditation zeigt ihre Hände lebhaft auf den Vina-Saiten; im Klang bewegen sich ihre Ohrringe.
19.280 Die Yogini trägt ein saflorfarbenes Gewand und ist von der Fülle ihrer Brust leicht geneigt. Hunderttausend Wiederholungen im Mangohain am Flussufer und ein Feueropfer mit Mangoblättern samt Wurzeln sollen den Mantra vollenden.
19.281 Für die Neumondnacht des Shravana-Monats sind achttausend Wiederholungen an einem abgelegenen Flussufer vorgesehen. [Die Vorlage zählt 181.]
19.282 Nach achthundert Opfergaben wie zuvor höre der Übende vielfach Vina, Flöte, Mridanga und die Musik der Kinnaris.
19.283 Hundert solcher Klänge entstünden, nicht allzu erschreckend; dann werde ihm die Göttin in Yogini-Gestalt sichtbar.
19.284 Sie gebe die Yoga-Mudra und zeige den Weg der Kundalini. Dadurch werde der Mantrakundige ein Yogi und Wissender aus eigener Erfahrung; seine Rede werde vollendet, und er werde zur Brahman-Verwirklichung befähigt.
19.285 Nun folgt der Hindernisherr Ekadantura. Seine Yogini Raktakshi liebt Gesang und Instrumentalmusik.
19.286 Seine Chetika ist Netraramya. Ihr durch „Veden und Feuer“ als vierunddreißigsilbig bezeichneter Mantra beginnt mit Om, „Netraramye“, „anjanam“, zweimal „dehi“ und „nidhim“.
19.287 Es folgen zweimal „darshaya“, „patalam“, zweimal „durikuru“ und ein gestörter Abschluss mit Svaha: „Gib Augensalbe, zeige den Schatz, entferne die Verhüllung!“ [Die überlieferte Gesamtformel stimmt nicht eindeutig mit der Silbenangabe überein.]
19.288 Die Vorbereitung umfasst dreißigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Guggulu in Ghee; anschließend folgt die besondere Göttinnenanwendung.
19.289 In einem Oleanderhain, in einer Nacht des vierzehnten Mondtages im Vaishakha-Monat, werden dreihundert Wiederholungen in der Meditation über Netraramya genannt.
19.290 Als Wochentag gilt Dienstag oder Freitag. Danach folgen dreihundert Feueropfergaben aus Guggulu in Ghee.
19.291 Sie gebe ihre das Sehen erweckende Augensalbe; damit sehe der Mantrakundige Schätze, unterirdische Dinge und ferne Gegenstände und werde sogleich König. [Übernatürliches Wirkversprechen.]
19.292 Nun folgt der dreigesichtige Ganesha mit Affen-, Löwen- und Elefantengesicht. Seine Yogini heißt Shuki; seine Chetika Pankajakshi versteht sich auf die Rasas.
19.293 Die Formel nennt „Om Pankajakshi amritaphalam dehi dehi Shrim Svaha“ – „Lotusäugige, gib die Nektarfrucht!“ Sechzigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Palasha-Blüten, ersatzweise ausgewählten Hölzern, sind vorgesehen. [Die verschlüsselte Silbenzahl megha ist nicht eindeutig.]
19.294 Pankajakshi ist wunderschön, mit beweglichen Augen, als belebe sie die berauschende Freude; sie vollbringt die Aufgabe und trägt vielfältigen Schmuck.
19.295 Der Ort ist ein Palasha-Wald am Ganges im Frühling; als Zeitpunkt gilt die Nacht des achten Tages der dunklen Hälfte im Chaitra-Monat, an einem Dienstag oder Freitag.
19.296 Nach dreitausend Wiederholungen und einem Palasha-Feueropfer erscheine die Göttin und gebe eine vorzügliche Frucht.
19.297 Ihr Verzehr bewirke augenblicklich Freiheit von Alter und Tod; auf erneute Bitte erscheine ein wahrer Guru. [Der letzte Bezug ist im Satz knapp und unsicher.]
19.298 Nun folgt der fünfgesichtige Gajanana. Seine Yogini Shyeni ist dem Vortrag der Ragas ergeben; seine Chetika Payodini hat einen einunddreißigsilbigen Mantra.
19.299 Die Formel beginnt mit Om, „Payodini“, „jaladharadhare“, „agnim shamaya“, „vadavam vahnim“ und zweimal „shamaya“: „Wasser tragende Payodini, besänftige das Feuer, das untermeerische Feuer!“
19.300 Sie endet auf Shrim Svaha Namah. Tausend Wiederholungen sowie ein Feueropfer mit Milchreis und Ghee am Seeufer werden für ein auf Wasser gerichtetes Anliegen genannt.
19.301 „Payodini möge in meinem Herzen wohnen: Sie lässt Wassertropfen regnen, ist schön wie eine Wolkenreihe und trägt ein dunkles Gewand.“
19.302 Als Zeit gilt der achte Tag der dunklen Hälfte im Shravana-Monat, wenn das Mondhaus Rohini eintritt, an einem Dienstag, Donnerstag oder Freitag.
19.303 Nach dem nächtlichen Bad werden an einem schönen Seeufer zehntausend Wiederholungen und Feueropfer mit Milchreis beschrieben.
19.304 Die Opferzahl beträgt tausend. Erfreut, erscheine Payodini selbst und gebe dem Mantrakundigen einen Krug. [Die Gefäßbezeichnung lautet hier varakā, im folgenden Vers karakā.]
19.305 Mit diesem Krug solle er keinen Brandschaden erleiden; auch bei Dürre könne im Gedenken an die Göttin Wasser hervorgebracht werden.
19.306 Nun folgt Heramba, der Herr der Ganas. Seine Yogini heißt Kapotika; seine Shakti Hamsavagishvari. [Die zusätzliche Beschreibung mit catvara, „Platz/Kreuzweg“, ist beschädigt.]
19.307 Ihr Mantra lautet in den angegebenen Bestandteilen „Om Hrim Om Hrim Om Sarasvatyai Namah“. Shakti wird als Seher genannt, Gayatri als Versmaß. [Der Anschluss devyādi ist unklar.]
19.308 Die Gottheit ist Hamsavagishvari. Mit der dritten Keimsilbe wird der sechsgliedrige Nyasa gebildet.
19.309 Die Mantrasilben werden am Ende der Sushumna, zwischen den Brauen und an der neunten Körperöffnung angeordnet; darauf wird die erwählte Gottheit betrachtet.
19.310 Sie sitzt auf einem Lotus auf dem Rücken eines Schwans, schön wie Kampfer, mit mondgleichem Gesicht, sanftem Lächeln und einem Halbmond auf dem Scheitel.
19.311 Ihre Hände tragen Buch, Vina, Gebetskette und Nektargefäß. Nach dieser Meditation wird sie auf dem zuvor beschriebenen Matrika-Sitz verehrt.
19.312 Der Sitz wird mit der mit „varna“ beginnenden Formel dargebracht, die Gestalt mit dem Grundmantra gebildet; nach der Anrufung wird sie mit Duft und Blüten verehrt.
19.313 Zu ihren beiden Seiten werden Sanskrit- und Prakrit-Rede verehrt; darauf die Glieder, Shaktis, Mütter, Weltenhüter und außen deren Waffen.
19.314 Ihre acht Shaktis sind Prajna, Medha, Shruti, Shakti, Smriti, Vagishi, Sumati und Svasti.
19.315 Gesammelte Wiederholung wird in einer Zahl von hunderttausend mal der Silbenzahl zuzüglich eins beschrieben; entsprechend werden Tausenderzahlen von Nagachampaka-Blüten mit Zucker als Feueropfer genannt. Danach folgen Tarpana und die übrigen Handlungen bei eingehaltenem Gelübde. [Die verkürzte Zahlenverbindung ist nicht völlig eindeutig.]
19.316 Wer diesen Mantra verehre, werde bald von Verfehlungen frei, mit Wohlstand, Ruhm und Schönheit versehen und zu einer Heimstatt der Dichtkunst.
19.317 Hier gelten auch die zuvor beschriebenen Anwendungen. Nun wird ein weiterer, sechzehnsilbiger Mantra dieser Göttin genannt.
19.318 Er enthält Aim, „Namo Bhagavati“, eine verdoppelte Angabe „veda“, „Vagdevi“ und Svaha. [Die überlieferte Angabe vedayugmam wird nicht stillschweigend zu einer anderen Lesung geändert.]
19.319 Seher und übrige Zuordnungen entsprechen dem vorigen Mantra. Die sechs Glieder werden aus seinen sechs Wörtern mit den jeweiligen Abschlüssen gebildet.
19.320 Ihr Gewand leuchtet wie Jasmin und Mond; sie trägt weiße Kränze und weiße Salben. Genannt werden ein Waldblütenkranz, die Geste der Unterweisung und ein Buch …
19.321 … sowie ein Nektargefäß in ihren Lotushänden. Sie sitzt auf einem weißen Lotus, ist dreiäugig, trägt den Halbmond an der Stirn und wird mit voller, hoher Brust beschrieben.
19.322 Verehrung und Anwendungen entsprechen dem Vorigen; als Besonderheit werden achthunderttausend Wiederholungen bei Havishya-Nahrung und beherrschten Sinnen genannt.
19.323 Nach der Rezitation folgt ein anteiliges Feueropfer mit Sesam in Ghee; Tarpana und alles Weitere werden wie zuvor ausgeführt. [Die konkrete Bruchzahl ist hier gestört überliefert.]
19.324 Wer täglich zu Tagesbeginn nach der Rezitation besprochenes Wasser trinke, werde innerhalb eines Jahres gelehrt – so versichert die Quelle.
19.325 Beim Bad werde der Kopf mit mantrabesprochenem Wasser übergossen und die Göttin mit dem Wasser gesättigt. [Die anschließende Aussage über die Familie enthält die unsichere Lesung meṣā.] Auch Blüten, Duftstoffe und weitere Gaben werden besprochen.
19.326 Auf dem Kopf getragen, sollen diese Gaben Achtung in Versammlungen und beständigen Sieg in Debatten verleihen.
19.327 Ein weiterer Mantra wird als elfsilbig bezeichnet: „Aim Vacaspate Amrite pluvah plu“. Die übrigen Bestimmungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra; fünf Glieder werden aus seinen Teilen gebildet. [Der Schlusslaut ist ungewöhnlich und möglicherweise beschädigt.]
19.328 „Ich verehre die Weiße, auf einem Lotus sitzend, mit zwei Lotussen, Gebetskette und Buch in den Händen, dreiäugig, mit Halbmondkrone, von vielen Weisen gepriesen und von der Brust leicht geneigt.“
19.329 Sie wird auf dem Matrika-Sitz nach dem beim zehnsilbigen Mantra erläuterten Verfahren verehrt; ebenso gelten dessen Anwendungen.
19.330 Nun folgt Vighnaraja-Vinayaka. Seine Yogini Pashahasta ist eine Bambus- beziehungsweise Stangenkletterin; seine Shakti ist die dreisilbige Sarasvati, begleitet von drei Chetikas.
19.331 Für Brahmanen wird die Formel „cāru svām“ angegeben, für die als Feindbedränger bezeichneten Kshatriyas „vāk tu svām“.
19.332 Für Vaishyas steht „gvāruṃ svām“, für die „aus den Füßen Geborenen“, die Shudras, „aiṃ ruṃ svām“. Seher und Zuordnungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra; die Gottheit ist die dreisilbige Sarasvati. [Die ungewöhnlichen Formeln sind in der Vorlage unsicher; die Zuordnung folgt ihrem historischen Kastenschema.]
19.333 Aus der zweimal gesprochenen Grundformel entstehen die sechs Glieder mit den zugehörigen Abschlüssen. Nach dem Hand-Nyasa wird Sarasvati betrachtet.
19.334 Sie trägt eine Perlenkette und einen Halbmond auf dem Scheitel; ihre Hände zeigen die Unterweisungsgeste und halten Edelsteingefäß, Gebetskette und Buch.
19.335 Sarasvati sitzt auf einem weißen Lotus, leicht geneigt von ihrer vollen, hohen Brust.
19.336 Die tägliche Verehrung auf dem zuvor beschriebenen Matrika-Sitz soll den Übenden zum Herrn der Rede machen.
19.337 Bei Havishya-Nahrung und beherrschten Sinnen sind hunderttausend Wiederholungen je Silbe vorgesehen; danach ein Zehntel so viele Feueropfergaben aus Opferspeise mit Ghee.
19.338 Nach Tarpana und den übrigen zuvor beschriebenen Handlungen gilt der Mantra als vollendet; erst dann sei der Mantrakundige zu besonderen Anwendungen befähigt.
19.339 Ein Feueropfer mit den als „caturaṅgulasambhūta“ bezeichneten Blüten soll bald unvergleichliche Vollendung der Rede verleihen. [Die Pflanzenbezeichnung ist hier nicht sicher aufzulösen.]
19.340 Genannt werden Jati-Blüten, weiße Lotusse, Nandyavarta- und Kunda-Blüten, mit Sandelholzwasser benetzt.
19.341 Dadurch werde bald unvergleichliche Vollendung der Rede erlangt; die Mantrawiederholung soll auch Sieg in einer Versammlung bringen.
19.342 Der Verzehr von mit dem Mantra besprochener weißer Vaca und Brahmi zu Tagesbeginn soll die gewünschte geistige Auffassungskraft verleihen. [Historische Einnahmevorschrift, keine heutige Anwendungsempfehlung.]
19.343 Die drei Chetikas heißen Pandavi, Prithumadhya und Parthiva. Pandavis Formel beginnt mit Om, „Pandavi“, „Bagale“ und „Bagalamukhi“.
19.344 Es folgen „shatroh padam“, zweimal „stambhaya“, Klim, Hrim, „bhuvamcare“, Sphrim und Svaha: „Lähme den Schritt des Feindes!“ Der Mantra wird als dreißigsilbig bezeichnet.
19.345 „Ich verehre die vielfältig erscheinende Pandavi: gelb gekleidet, von gelber Farbe, mit gelben Duftsalben bestrichen und auf einem Leichnam sitzend.“
19.346 Nach dreißigtausend Wiederholungen folgt ein Feueropfer mit Saflorblüten; erst nach dieser Vorbereitung wird die besondere Anwendung genannt.
19.347 In der Nacht des ersten Tages zu Jahresbeginn, an einem Freitag, sind zehntausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Saflor-Opfergaben vorgesehen.
19.348 Die erfreute Göttin gebe ein Gewand; bei Bedrohung durch einen Feind gebunden, solle es dessen Bewegung hemmen. [Die genaue Bindestelle ist nicht angegeben; magisches Wirkversprechen.]
19.349 Für Prithumadhya nennt der Text den sechsten Tag der dunklen Hälfte im Karttika-Monat, einen Platz unter einem Banyanbaum, zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Mangoblättern, duftendem Agaru und Öl.
19.350 Sie gebe einen Sitz, von dem aus Frauen schon durch den Blick betört würden; die fünf Elemente trügen diesen Sitz, sodass Bewegung im Luftraum möglich sei. [Magische Unterwerfungs- und Flugvorstellung.]
19.351 „Ich verehre Prithumadhya, die sich unter berauschten Menschen bewegt, kräftig gebaut ist, Streit liebt und in Karttikeyas Höhle spielt.“
19.352 Parthivas Formel beginnt mit „Om Parthive, prithivitalacarini, vayumalini“ – „Parthivi, auf der Erdfläche Wandelnde, windbekränzte Göttin!“ Es folgen „tarunyam“, zweimal „kuru“ und Dham Dham.
19.353 Mit Svaha abgeschlossen, wird der Mantra als neunundzwanzigsilbig bezeichnet. Die Anwendung findet am Flussufer in der Regenzeit, nachts am vierzehnten Mondtag statt.
19.354 In die Uferböschung werde eine Höhlung gegraben; die Maßangabe lautet „yugasaptakam“. Fünftausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Bananenstücken werden genannt. [Das Maß und die Zuordnung der Zahlen sind nicht eindeutig; historische Vorschrift.]
19.355 „Ich verehre die heilvolle Göttin Parthivi, die auf der Erdfläche wandelt, mit Wind bekränzt ist und das Kennzeichen der Jugend verleiht.“
19.356 Erfreut, gebe sie die Kraft, sich im Inneren der Erde zu bewegen; Freiheit von Alter und Tod sowie ungehinderter Zugang überallhin werden verheißen.
19.357 Beim hervorragenden Vinayaka erscheint die Yogini Dandahasta als Seiltänzerin beziehungsweise Seilkletterin; seine Chetika heißt Kankalika.
19.358 Ihre Formel nennt Aim, Kankali, Mahakali, eine Verbindung mit „kali“ und „kala“ sowie Svaha. Hunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen. [Formel und verschlüsselte Silbenzahl sind unsicher.]
19.359 Nach tausend Feueropfergaben werde Kankali zur Segensspenderin; sie gewähre dem Übenden einen von ihm gewünschten Gegenstand.
19.360 Nun folgt Ganesha Modakapriya. Seine Yogini ist Prachanda, seine Chetika Pankavasini.
19.361 Ihr einunddreißigsilbiger Mantra nennt „Om Pankavasini Pankajavati Vanadevate, kedaram dehi, siddhim kuru kuru“, die Kama- und Rama-Keimsilbe sowie Svaha: „Im Schlamm Wohnende, Lotusreiche, Waldgöttin, gib ein Feld, bewirke Vollendung!“
19.362 Im Vaishakha-Monat werden an einem wasserarmen oder ausgetrockneten Lotussee sieben Nächte und täglich hunderttausend Wiederholungen genannt; Lotusblätter und -blüten dienen als Opfergaben. Darauf folgt die Meditation.
19.363 „Lotusäugige, Shivas Botin, du Schöne mit dem Spiel deines lotusgleichen Gesichts und deiner Augen: Wohne täglich in meinem Geist, Liebesgöttin, die du im Lotuswald weilst!“ [Einzelne Wortverbindungen sind in der Vorlage gestört.]
19.364 Die Göttin erscheine und gebe einen einzelnen Blütenstaubfaden, duftender als eine Blüte des Wunschbaums, der die drei Welten unter Einfluss bringe.
19.365 Zu einer Stirnmarkierung verrieben, soll er die ganze Welt unterwerfen: königliche Frauen, Könige, Gelehrte und sogar Gottheiten. [Magisches Machtversprechen der Quelle.]
19.366 Nun werden die im Osten stehenden, Furchtlosigkeit gewährenden Vinayakas beschrieben, die den großen Leichenplatz umgeben.
19.367 Ihre Mantras verbinden die eigene Keimsilbe, den Namen im Dativ und den Herzabschluss Namah. Die zuerst genannte Yogini heißt Vasuvikrama.
19.368 Sie verhält sich wie eine vom Wind beziehungsweise Wahnsinn Getriebene. Die Shakti ist Parijata-Sarasvati; ihr Mantra wird als elfsilbig bezeichnet.
19.369 Die Formel enthält Om, Hrim, die Laute von Hamsa mit Ai und Bindu, erneut Hrim, Mam sowie Sarasvatyai Namah. [Die genaue Lautverbindung bleibt unsicher; die Vorlage zählt hier 269.]
19.370 Seher, Meditation, Nyasa und Wiederholung entsprechen Hamsavagishvari; ebenso gelten alle zuvor genannten Anwendungen.
19.371 Seine Chetika heißt Varanana. Ihre Formel beginnt mit „Varanane“ und „Vamalocana“.
19.372 Es folgen „parasya marini“, zweimal „malini“, Dhum Dhum Dhim und Svaha. Der Text bezeichnet sie als sechsunddreißigsilbig. [Die überlieferten Bestandteile ergeben keine sicher rekonstruierbare Gesamtformel.]
19.373 „Ich verehre die höchste, beständige Göttin Varanana, die wachsende Fülle und Essenz des Nektars der Schönheit.“
19.374 An einem Straßenzugang, an einem Dienstag des siebten Tages der dunklen Monatshälfte, werden in ritueller Reinheit dreitausend Wiederholungen sowie Feueropfer mit Muscheln und Kaurischnecken genannt.
19.375 Varanana erscheine in Frauengestalt und gebe eine einzelne Kauri. Diese werde in einem Vorratsbehälter mit Körnern oder ähnlichen Waren aufbewahrt.
19.376 Drei Tage lang nehme der Getreidevorrat trotz Verkaufs nicht ab; danach werde anderes Getreide eingefüllt, das ebenfalls zunehme.
19.377 Beim Ganesha Simhatunda heißt die Yogini Venupraca. Die Erde umfassende Saptakotishvari wird genannt …
19.378 … als seine Shakti; die Chetika ist Vidhushreshtha. Der siebensilbige Mantra lautet nach den angegebenen Teilen „Kah Sah Chandika Sah Kah“.
19.379 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Saptakotishvari die Gottheit; sie verleiht Herrschaft über die Rede.
19.380 Die sechs Glieder werden aus Ca mit den sechs langen Vokalen gebildet. Verehrung und alles Weitere entsprechen Tripura. [Die beigefügte Anmerkung nennt Cāṃ, Cīṃ, Cūṃ, Caiṃ, Cauṃ und Caḥ mit den üblichen Gliederabschlüssen.]
19.381 Vidhushreshthas siebenundzwanzigsilbige Formel lautet nach der beigefügten Lesung „Om Vidhushreshte vipadgate, manam puraya, karnatatankam dehi dehi, Tham Shrim Svaha“: „Erfülle die Ehre, gib einen Ohrschmuck!“ [Der Anschluss vipadgate ist nicht eindeutig.]
19.382 Bei einer Mondfinsternis am Mondhaus Chitra und an einem Montag werde im Wasser rezitiert, bis der Mond wieder freigegeben ist. [Historische Finsternisvorschrift.]
19.383 Die Göttin gebe den Ohrschmuck ihres linken Ohres, glänzend wie der Vollmond; dieser mache sogar den Neumond voll.
19.384 Dem Übenden werde allgemeine Achtung verheißen. „Ich betrachte Vidhushreshtha, Shivas Geliebte, im Mondkreis und im Luftraum weilend, mit schönem, safranfarbenem Ohrschmuck.“
19.385 Nun folgt Gajanana Kupitaksha. Seine Yogini Papahantri nimmt die Gestalt einer Sohngeberin an.
19.386 Kupitakshas Shakti ist Bala; seine Chetika Vamalocana, deren Ritual ebenfalls beschrieben wird.
19.387 Balas dreisilbiger Mantra lautet „Aim Klim Sauh“. Dakshinamurti ist der Seher, Pankti das Versmaß und Bala die Gottheit; die Anmerkung nennt als Anwendung die Verehrung Balas und die Erfüllung gewünschter Anliegen.
19.388 Aim, die Rede-Silbe, ist das Bija; die dritte Silbe Sauh ist die Shakti, Kamaraja Klim die Sperre. Die zweimalige Lautfolge bildet die sechs Glieder; die Anmerkung ordnet sie Herz, Kopf, Scheitel, Panzer, Augen und Waffe zu.
19.389 Alle zuvor bei der dreisilbigen Tripurabhairavi erläuterten Nyasas werden hier mit diesen Keimsilben verbunden, um die entsprechenden Früchte zu erlangen.
19.390 Die Meditation zeigt sie rotglänzend, auf einem roten Lotus, in roten Gewändern und mit dem Mond am Scheitel; ihre Hände tragen Buch und Gebetskette und zeigen Furchtlosigkeits- und Segensgeste.
19.391 Yantra und vollständige Verehrung entsprechen der dreisilbigen Tripurabhairavi.
19.392 Die Wiederholung umfasst dreihunderttausend Rezitationen; Opferstoffe und weitere Bestimmungen entsprechen dem Vorigen. Für Wunscherfüllung wird tägliche Kumari-Verehrung genannt.
19.393 Malati-, Jati- und Mallika-Blüten mit Honig sowie Ghee und Pulver werden als Opfergaben mit der Herrschaft über die Rede verbunden, selbst bei einem stummen oder unverständigen Menschen. [Übersteigertes Wirkversprechen der Quelle.]
19.394 Hibiskusblüten mit Ghee und die als „raktakshira“ bezeichnete Gabe sollen die Bewohner der drei Welten betören. [Die zweite Stoffbezeichnung ist nicht sicher aufzulösen.]
19.395 Moschus, Safran und Kampfer sollen eine Kama vergleichbare Anziehungskraft verleihen; Champaka- und Patala-Blüten großen Wohlstand.
19.396 Guggulu, Agaru, Kampfer und Sandelholz sollen die Frauen von Königen, Naga-Herrschern und Göttern unter Einfluss bringen. [Historisches Unterwerfungsversprechen.]
19.397 Lackharz wird mit Königsherrschaft verbunden, gekochte Speise mit Honig mit der Beseitigung von Plagen und epidemischem Unheil, Kalhara-Blüten mit Vermögen.
19.398 Milch soll langes Leben geben, Dickmilch Vermögen, Ghee Auffassungskraft und Gesundheit, Opferholz Milchversorgung und Honig die Überwindung des Todes.
19.399 Dickmilch mit Honig wird mit Glück und Vermögen verbunden, Kalhara-Blüten mit den drei süßen Stoffen mit glücklichem Geschick. [Die Verbindung am Versende ist unsicher.]
19.400 Ziegenfleisch wird mit der Unterwerfung eines fremden Reiches, Zucker mit der Hemmung eines Feindes und eine Mischung aus Lackharz, Milch und Dickmilch mit der Abwehr frühen Todes und von Krankheiten verbunden. [Die überlieferte Anmerkung verwirft das Fleischritual selbst für einen reinen Shudra und beruft sich auf Ahimsa als höchste Pflicht und Askese. Die Stoffliste ist teilweise redundant und beschädigt.]
19.401 Rote Lotusse sollen Reichtum verleihen, rote Wasserlilien die Welt unterwerfen, weiße Wasserlilien Wohlstand und Glück bringen.
19.402 Granatapfel, Matulunga, Orange und Kürbis werden nacheinander der Unterwerfung der mit Brahmanen beginnenden sozialen Gruppen zugeordnet.
19.403 Hunderttausend Dattelfrüchte sollen alle Könige unter Einfluss bringen. Anschließend nennt der Text Trauben, Lackharz, Siddhayashti und Bananenfrüchte …
19.404 … deren hunderttausendfache Darbringung zwanzig Könige unterwerfen soll. Hunderttausend Kokosnussgaben sollen königlichen Rang verleihen. [Die Bezeichnung siddhayaṣṭī bleibt unsicher.]
19.405 Hunderttausend reife Mangofrüchte sollen die ganze Erde unterwerfen; hunderttausend Jackfruchtgaben hundert Könige.
19.406 Guggulu soll alle Leiden vernichten, Sesam mit Ghee alle Menschen, Sandelholz die Feinde unter Einfluss bringen.
19.407 Rotes Sandelholz soll Männer und Frauen unterwerfen, Datteln Menschen der eigenen Rede gefügig machen.
19.408 Moschus soll Könige zu Dienern des Mantrakundigen machen, dunkler Reis Frieden im Haus bewirken.
19.409 Zucker mit Ghee soll alle Vorhaben vollenden; Milchreis mit Ghee die Versorgung mit Getreide sichern.
19.410 Die jeweilige Speise als Opfergabe soll eben diese Speise verfügbar machen. Gewürzte Teigkügelchen werden mit der Abwehr von Plagen verbunden.
19.411 Bandhuka-Blüten sollen alle Wesen unter Einfluss bringen, Hibiskus die Welt, Bana-Blüten Betörung bewirken.
19.412 Bahula-Blüten sollen großes Glück verleihen, ein Räucherwerk aus zehn Bestandteilen unvergleichliches Glück. [Die Pflanzenbezeichnung bahula wird nicht ohne gesicherte Lesung geändert.]
19.413 Jambu-Früchte werden der Unterwerfung von Frauen, Kürbisse derjenigen von Daitya-Töchtern, Shriphala-Früchte unvergleichlichem Wohlstand und Zuckerrohrstangen dem Glück zugeordnet.
19.414 Zuckerrohrsaft oder Kokosnuss sollen eine Königstochter gewinnen; reines Ghee soll alle Shaktis zu Segensspenderinnen machen. [Die Verse 19.393–414 dokumentieren rituelle Wirkbehauptungen, keine gesicherten Wirkungen oder Empfehlungen zur Einflussnahme.]
19.415 Für den Anhänger des linken Weges wird vor geschlechtlicher Vereinigung eine hundertfache Wiederholung der Vamalocana-Formel genannt, bei Vollmond und einer Verbindung von Vishakha mit der Sonne. [Die astronomische Zeitangabe ist nicht eindeutig.]
19.416 Die Göttin werde sogleich erfreut und gewähre das Zurückhalten des Samens; der Text steigert dies zum Versprechen, selbst bei der Vereinigung mit hundert Partnerinnen keinen Samenerguss zu haben. [Historische Sexualmagie.]
19.417 „Ich verehre Vamalocana, die Göttin der Liebesfreude, lieblich und mit dem Ruhm Kamas verbunden, die mir sogleich die Erfüllung des Begehrens gibt.“
19.418 Ihre Formel enthält Im, Lim, Bhim, Ram, Vam, „Vamalocane“, „viryam stambhaya stambhaya“ und „nade ma kuru“. [Sie bittet um Hemmung des Samenergusses; der letzte Ausdruck bleibt sprachlich unsicher.]
19.419 Mit Svaha abgeschlossen, wird der Mantra als fünfundzwanzigsilbig bezeichnet. Hunderttausend Wiederholungen werden mit der Vollendung Vamalocanas verbunden; der Ausdruck „von Leidenschaft geblendet“ steht im unsicheren Satzanschluss.
19.420 Beim bereits genannten Kshipraprasadana-Vighnesha ist Kali die Yogini, Vagishabhairavi die Shakti und Chitrakshi die Chetika; die Yogini wohnt in der Stadt.
19.421 Die Formel enthält Sthaim, Hrim, „Nityaklinne“, „Madadrave“ und eine aus Sa, Ha, Ra und Au gebildete Endsilbe. [Die beigefügte Formel überliefert den Schluss als shrom; eine Vereinheitlichung wird nicht vorgenommen.]
19.422 Sie wird als elfsilbig bezeichnet. Nyasa und Meditation entsprechen Chaitanyabhairavi; für die Verehrung wird eine Besonderheit genannt.
19.423 An der vorderen Ecke werden Chaitanya, Nityaklinna und Madadrava verehrt, danach die sechs Glieder als Umfassung; alles Weitere entspricht dem zuvor Gesagten.
19.424 Auch die Anwendungen entsprechen Chaitanyabhairavi. Chitrakshis Ritual findet an einem einsamen Flussufer statt. [Die Anmerkung gibt eine kürzere Mantrafassung als 19.430: „Citrākṣi citrarūpeṇa rudrādipretasaṃsthe śrīṃ śrīṃ svāhā“.]
19.425 In einem sechseckigen Mandala werden sechs wassergefüllte Gefäße aufgestellt; an ihnen werden der Reihe nach Indra, Brahma, Yama, Kala, Vishnu und Isha verehrt.
19.426 Die unklare Anfangsangabe lautet „akṣayyamāvṛto“. Über der Anordnung wird ein Sitz bereitet; mittags folgen täglich dreihundert Wiederholungen und drei Opfergaben aus Ela-Früchten. [Der Bezug von tri ist knapp.]
19.427 Dies wird täglich fortgesetzt. Tritt der dritte Mondtag zusammen mit dem Tvashtar zugeordneten Mondhaus und einem Montag oder Sonntag ein …
19.428 … beginnt die Wiederholung am Morgen. Aus einem Gefäß spreche die Göttin deutlich, welche Stoffe in welche Gefäße zu legen seien; diese würden dann unerschöpflich.
19.429 „Ich verehre Chitrakshi, die höchste Herrin in vielfältiger Erscheinung, die auf den Häuptern der als Leichname dargestellten Gottheiten, beginnend mit Rudra, steht und mit Gefäßen und Sprossen bekränzt ist.“
19.430 Ihre als dreiundzwanzigsilbig bezeichnete Formel nennt „Chitrakshi citrarupena rudradipretasamsthe“, zweimal „prasida“, Shrim und Svaha: „Sei gnädig!“ [Sie weicht von der beigefügten Fassung bei 19.424 ab.]
19.431 Nun folgt Chintamani-Vinayaka. Seine Yogini Rudhiravahini kennt die Zeichen und Merkmale.
19.432 Seine Shakti ist Shatkuta-Bhairavi, seine Chetika Chitrakanthi. Die Mantrabildung verbindet Ha, Sa, Ka, La und Ra mit Da und Ai …
19.433 … sowie Bindu zu einer Kuta-Formel. Alle Nyasas und weiteren Bestimmungen entsprechen Sampatprada-Bhairavi. [Die genaue Lautverschmelzung wird aus der beschädigten Angabe nicht rekonstruiert.]
19.434 Sie gewähre alles Ersehnte und vernichte die Last der Feinde. Einst habe sie Sena-Vinayaka in Kashi eingesetzt.
19.435 Nun folgt kurz das Ritual der Chitrakanya, hier offenbar der zuvor genannten Chitrakanthi. Es findet im Frühling, nachts am vierzehnten Tag der hellen Hälfte im Chaitra-Monat statt.
19.436 Genannt werden dreißigtausend Wiederholungen und dreitausend Feueropfergaben aus Madhuka-Blüten; dann gewähre die Göttin dem Mantrakundigen …
19.437 … eine Kuckucksstimme, welche die ganze Welt, sogar Vögel, Wildtiere und Schlangen, tief bezaubere.
19.438 Sie trägt Mangosprossen als Ohrschmuck, lässt die Vina erklingen, ist weiß gekleidet, trägt ein rotes Obergewand und sitzt auf Shivas Schoß.
19.439 Der als vierzehnsilbig bezeichnete Mantra enthält „Chitrakanthi citranadasvaram dehi dehi“ und den beschädigten Schluss „bharimsvimhe“: „Chitrakanthi, gib die Stimme vielfältiger Klänge!“
19.440 Nun wird Dantihasta-Vinayaka erläutert.
19.441 Seine Yogini Vasadhaya hat die Gestalt einer Chitrarekha; seine Shakti heißt Panchabaneshvari, seine Chetika Chihnagamya. [Der Yogini-Name ist unsicher.]
19.442 Baneshvaris Mantra lautet nach der Vorlage „Dram Hrim Klim Klum Sa“. Kama ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Baneshvari die Gottheit.
19.443 Die sechs Glieder entstehen aus den einzelnen Silben und der Gesamtheit der Mantrasilben.
19.444 „Ich verehre die schöne Baneshi, rot gekleidet, geschmückt und sonnengleich, mit Zuckerrohrbogen und Blumenbogen.“ [Die Vorlage nennt zweimal einen Bogen; sie wird nicht stillschweigend zu einer Pfeilangabe geändert.]
19.445 Die Verehrung Tripureshis soll die ganze Welt betören. Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Bandhuka-Blüten.
19.446 Am vierten Tag der dunklen Hälfte, bei Chitra und an einem Montag, werden nachts zehntausend Wiederholungen mit Meditation genannt. Dann werde sie zur Segensspenderin; Anwendungen und weitere Bestimmungen entsprechen Tripura.
19.447 In jener Nacht gebe sie im Haus so viel göttliche Speise und göttliche Genüsse, wie der Mantrakundige wünsche.
19.448 Die fünfzehnsilbige Formel nennt „Divyakamale cihnange me prasida Shrim Svaha“ – „Göttlicher Lotus, durch Zeichen Gekennzeichnete, sei mir gnädig!“ Betrachtet wird sie mit einem Lotuskranz am Hals …
19.449 … und einem Nektargefäß in der Hand, reich geschmückt und lieblich. Nun folgt Pichindila-Vinayaka.
19.450 Er gewährt den Rakshasas Vollendung. Seine Yogini ist Garbhahasta; die Chetika wird als schön, wirkmächtig und dreiäugig beschrieben.
19.451 Sie heißt Nariramya. Ihr dreiundzwanzigsilbiger Mantra beginnt mit Om, „Nari Ramye“ und „Kamalavasini“.
19.452 Es folgen „tvam narim mohaya mohaya Klim Svaha“ – „Bezaubere die Frau!“ Die Meditation zeigt eine glückverheißende, betörende Gestalt im Lotuswald, von Shambhu, Vishnu, Brahma und den anderen Göttern erbeten. [Das einleitende lagnām ist unsicher.]
19.453 Am vierzehnten Tag der dunklen Hälfte im Margashirsha-Monat, in einer Dienstagnacht am Seeufer, sind dreitausend Wiederholungen und danach Orangenopfer vorgesehen.
19.454 Die bezeichnete Frau werde mit Leben und Vermögen gefügig; bei Verlangen nach Frauen werde Nariramya angerufen. [Magisches Unterwerfungsversprechen, keine Empfehlung für menschliche Beziehungen.]
19.455 Nun folgt kurz Uddandamunda-Heramba. Seine Yogini Sharahasta wirkt durch ihre Gestalt unterwerfend; seine Chetika Nidhipranta hat einen fünfzehnsilbigen Mantra.
19.456 Er lautet nach der Anmerkung „Om Nidhiprante nidhim dehi dehi Shrim Sphrim Svaha“ – „Nidhipranta, gib einen Schatz!“ Die Göttin wird mit drei Kränzen betrachtet …
19.457 … erfreut an Rasayana-Schätzen und als Spenderin des Schatzes weltlichen Wohlstands. Als Zeit gilt der siebte oder vierte Tag der hellen Hälfte im Ashadha-Monat.
19.458 Nahe einem Palasha-Baum sind siebenhundert Wiederholungen und ein Feueropfer mit sehr zarten Palasha-Wurzeln vorgesehen.
19.459 Die erfreute Nidhipranta gebe dem Mantrakundigen einen Schatz, der selbst in den drei Welten äußerst selten sei.
19.460 Für diese acht Chetikas werden zweiunddreißigtausend Wiederholungen an einem einsamen Ort unter einem Banyanbaum oder nahe Ganesha genannt; nach Ganeshas Verehrung werde Vollendung erlangt.
19.461 Nun folgen die acht Ganeshas der städtischen Umfassung, beginnend mit Sthuladanta, mit ihren Yoginis, Shaktis und Chetikas. Ihre Formeln beginnen mit Gam.
19.462 Es folgen die jeweilige Keimsilbe, der Name im Dativ, „Bhagavate“ und Namah; dies gilt für alle acht Mantras.
19.463 Die zuerst genannte Shakti ist Panchakameshvari. Ihr fünfsilbiger Mantra lautet „Hrim Klim Aim Brum Shrim“.
19.464 Sammohana ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Kameshi die Gottheit. Die fünf einzelnen Silben und ihre Gesamtheit bilden die sechs Glieder. [Die Anmerkung führt die Zuordnung zu Daumen, Fingern, Handflächen und Handrücken aus und überträgt sie auf den Herz-Nyasa.]
19.465 Sie ist rot, trägt rote Seide, rote Salben und roten Schmuck. Ihre Hände halten Schlinge, Haken, Pfeile, Gebetskette und Bogen und zeigen Furchtlosigkeit …
19.466 … sowie Buch und Segensgeste. Sie bringt unter Einfluss und ist von den fünf Kamas umgeben.
19.467 Ihre Verehrung entspricht Baneshvari; weitere Kamas und Yoginis werden links, nördlich und südlich der Göttin angeordnet. Die Chetika Nashtavesha gewährt die Vollendung magischer Augensalben. [Die genaue räumliche Zuordnung ist in der Quelle gestört.]
19.468 Ihre Formel lautet „Om Nashtaveshe Bhramini Hrim Hrim Strim Strim Svaha“. Der Vers bezeichnet sie verschlüsselt als fünfzehnsilbig, die Anmerkung als vierzehnsilbig; diese nennt außerdem einen sechsgliedrigen Nyasa aus zweimal Klim Aim Sauh. [Die widersprüchlichen Angaben bleiben kenntlich.]
19.469 „Ich verehre die große Göttin Nashtavesha, schrecklich, auf einem Leichnam sitzend und frisches Fleisch und Blut verzehrend.“
19.470 Dreitausend Wiederholungen tief in der Nacht des achten Tages der dunklen Monatshälfte und ein Zehntel so viele Feueropfergaben aus Elefantenzahn sollen sie erfreuen. [Historisches Ritual mit tierischem Material.]
19.471 Sie gebe dem Mantrakundigen einen frischen Knochen, mit dem er spielend Geister, Preta-Wesen und Pishachas unterwerfen könne.
19.472 Nun folgt Gajanana Kalipriya. Seine Yogini Brihatkakshi verleiht die Vollendung magischer Kügelchen; seine Shakti ist Trivarneshi, ihr Mantra „Klim Aim Sauh“.
19.473 Die doppelte Formel bildet die sechs Glieder. Es folgen die Anordnung der fünf Pfeile und fünf Kamas sowie die umfassende Durchdringung mit dem Grundmantra.
19.474 Die Göttin strahlt wie tausend aufgehende Sonnen, trägt kostbaren Rubinschmuck, ein glänzendes, mit Edelsteinen besetztes Gewand und vielerlei Zierat.
19.475 Sie hält Zuckerrohrbogen, Pfeile, Gebetskette und Buch. Nach ihrer Verehrung werden die sechs Glieder verehrt.
19.476 Es folgen die fünf Pfeile, die Dreiheit mit Rati, die acht Kamas, die acht Bhairavas und die Mütter …
19.477 … sowie die acht Pithas und die Weltenhüter mit den Gottheiten in der Mitte. Vorbereitung und sämtliche Wunschhandlungen …
19.478 … entsprechen Tripureshi. Seine Chetika heißt Ninadini. Ihre Formel nennt „Ninadini gutikam dehi dehi Strim Svaha“ – „Klingende Göttin, gib ein magisches Kügelchen!“ [Die Verdopplung von dehi steht in der Anmerkung.]
19.479 Der Mantra wird als zwölfsilbig bezeichnet. „Ich verehre sie, die Himmelswanderin, mit aufgerichtetem Haar, drei Augen, beweglichem Blick und gewaltigem Klang.“
19.480 Für den Neumondabend nennt der Text ein Bad, besonders im Krishna-Fluss, und nachts zehntausend Wiederholungen an dessen Ufer.
19.481 Ein Zehntel so viele Gaben aus Moschus und Lotussen folgen. Die Gottheit lasse einen schrecklichen Laut ertönen; bleibe der Meditierende furchtlos, werde sie gnädig.
19.482 Sie gebe ein schönes, Siddhi verleihendes Kügelchen; sein Empfänger werde fähig, die drei Welten zu durchwandern.
19.483 Nun folgt der vierzähnige Gajanana Chaturdanta. Seine Yogini Sarpasya betreibt die Kunst der Metallverwandlung.
19.484 Seine Shakti ist Ekakameshvari; die Kama-Keimsilbe bildet ihren Mantra. Sammohana ist der Seher, Gayatri das Versmaß …
19.485 … und Ekakameshvari die Gottheit. Ka wird als Bija, Bindu als Shakti und La als Sperre genannt. Die sechs Glieder werden aus der Grundsilbe mit den sechs langen Vokalen gebildet.
19.486 Es folgen der Nyasa der zuvor beschriebenen fünf Pfeile und die Meditation.
19.487 Sie gleicht einer Hibiskusblüte, hält Bogen und Pfeile, ist mit vielfältigem Schmuck schön geziert und bezaubert die drei Welten.
19.488 Gezeichnet werden ein Dreieck, ein achtblättriger Lotus und die äußere Erdbegrenzung. Genannt werden Mohini, Kshobhini, Shashini und Stambhini …
19.489 … ferner Akarshini, Dravini, Ahladini, Klinna und Kledini. Nach der Verehrung des Thrones wird die Göttin angerufen und mit den zugehörigen Mudras verehrt.
19.490 Die Gliederverehrung erfolgt im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen. Auf den acht Blättern werden Tripuras Begleitkräfte verehrt; ihre Namen beginnen mit Ananga: Rupini und Madana …
19.491 … Manmatha, Kusuma, Madanatura, Shira, Meshabala und Dvipika. [Die letzten drei Namensformen sind in der Vorlage unsicher; die Anmerkung bestätigt das vorangestellte Ananga.]
19.492 Danach folgen die Richtungshüter, zwölftausend Wiederholungen, ein Feueropfer mit Bandhuka-Blüten und Tarpana. Die Wunschanwendungen entsprechen Tripureshi.
19.493 Nun werden einundzwanzig Ganeshas mit ihren Yoginis beschrieben, die mit Rajamatangi verbunden sind.
19.494 Ihre Mantras enthalten Ganeshas sechs Keimsilben, den jeweiligen Namen im Dativ und Namah. Nun folgen ihre Namen.
19.495 Genannt werden eine Gestalt mit zwei Zähnen, vorne und hinten, Dvitundaksha-Vinayaka, Jyeshtha-Vinayaka und Gaja-Vinayaka. [Die erste Namensverbindung ist beschädigt; ihre genaue Aufteilung bleibt offen.]
19.496 Es folgen Kala-Vinayaka und Nagesha-Vinayaka. Nun werden die Vinayakas genannt, die das innere Heiligtumsgebiet umgeben.
19.497 Srishti-Ganesha, Yaksha-Vighnesha, Gajakarna, Chitraghanta und Mangala-Vinayaka …
19.498 … sowie Mitra-Vinayaka. Nun folgen die im Anandakana, dem „Wald der Glückseligkeit“, aufgestellten Ganeshas.
19.499 Moda, Pramoda, Sumukha, Durmukha, Gananayaka, Jnana-Vinayaka und Dvara-Vighnesha …
19.500 … sowie Avimukta-Vinayaka nahe Avimuktesha. Ihre Yoginis werden anschließend der Reihe nach genannt, beginnend mit Pretavahana.
19.501 Dandashukakara, Raudri, Mrigashirsha, Vrishanana, Vyalasya, Dhurtavishvasa, Vyomaikacarana und Ardhadrik …
19.502 … Tapini, eine mit Tushti verbundene Gestalt, Shoshini, Kotari, Vidyutprabha, Sthulanasa, Marjari und Kanthapurana …
19.503 … Kamakshi, Attattahasa, Balaka, Gatipunyada und Mukasya. Ihre Namen stehen im Dativ und enden auf Namah. [Die Namensabgrenzungen sind teilweise unsicher; die Liste ergibt nicht eindeutig die angekündigte Zahl einundzwanzig.]
19.504 Mit der jeweiligen Keimsilbe am Anfang bilden sie Mantras, die die dem Namen entsprechende Wirkung haben sollen. Nun wird ihre Vollendung gewährende Shakti erläutert.
19.505 Sie ist die berühmte Rajamatangi, die unmittelbar eine Erfahrung ihrer Wirksamkeit hervorbringe. Der Mantra beginnt mit Aim Hrim Shrim und einer Bhagavati-Anrufung.
19.506 Es folgen „Shrimatange“, ein unsicheres „shuri“, „sarvajana-manohari“, „sarvamukharaji“ und „sarvamukha…“: eine Anrufung als Bezauberin aller Menschen und aller Gesichter beziehungsweise Münder.
19.507 Die Formel setzt mit „…ranjani“, „sarvaraja-vashankari“ und „sarvastripurusha-vashankari“ fort: „Alle Könige, alle Frauen und Männer unter Einfluss Bringende“.
19.508 Es folgen „sarvadushtamrigavashankari“, „sarvasattvavashankari“, „sarvaloka“ und die Bezeichnung der Zielperson: „Alle wilden Tiere, alle Wesen und Welten unter Einfluss Bringende“.
19.509 „Me vashamanaya Svaha“ – „Bringe sie unter meinen Einfluss!“ – schließt den als achtundachtzigsilbig bezeichneten Mantra. Die Gliederabschnitte werden mit einundzwanzig, fünfzehn, achtzehn, achtzehn, fünfzehn und zwei Silben angegeben. [Die Zahlen und der beschädigte Wortlaut ergeben keine sichere einheitliche Formel.]
19.510 Die sechs Gliederformeln werden mit Aim Hrim Shrim eingeleitet und mit Om und Namah verbunden. Nun folgt der Nyasa der einzelnen Wörter.
19.511 Als Stellen werden Kopf, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Hals, eine Verbindung mit Geist und Kehle, Herz, Anahata-Bereich, Arme, Bauch und Nabelkreis genannt …
19.512 … ferner Svadhishthana, Geschlechtsorgan, rechter und linker Fuß, Muladhara und After. Dort werden achtzehn Wörter der Reihe nach angeordnet. [Einzelne Stellenbezeichnungen in 19.511 sind nicht eindeutig getrennt.]
19.513 Die Wortlängen werden durch eine stark verschlüsselte Zahlenreihe bezeichnet, beginnend mit drei, eins, zwei und vier und mit weiteren Bildzahlen für Vasus, Berge, Richtungen, Elefanten, Veden, Feuer, Mond und Augen. [Die beschädigte Gesamtfolge erlaubt keine zuverlässige Zuordnung der achtzehn Abschnitte; sie bleibt in der Sanskritfassung erhalten.]
19.514 „Aim Hrim Shrim Rajamatangyai Namah“ wird im Muladhara angeordnet. Danach werden die drei Anfangssilben und „Prityai“ gesprochen …
19.515 … mit „Matangyai Namah“ abgeschlossen und im Herzen angeordnet. Es folgen die drei Keimsilben und „Manobhavayai Namah“ …
19.516 … für die Brauenmitte. Beim anschließenden Göttinnen-Nyasa werden Kopf, Gesicht, Herz, Geheimbereich und Füße nacheinander belegt …
19.517 … mit Hrillekha, Gagana, Rakta, Kapalika und Mahocchushma, jeweils mit der Keimsilbe aus dem Anfangslaut ihres Namens.
19.518 Der Zusatz Matangi schließt die Namen ab. Danach folgt der Nyasa der Pfeil-Shaktis an Kopf, Füßen, Gesicht, Geheimbereich und Herz, beginnend mit Dravini …
19.519 … gefolgt von Shoshini, Bandhini, Mohini und Akarshini, mit ihren Keimsilben und dem Zusatz Matangi. Beim Nyasa der acht Kamas steht Manmatha im Gesicht, jeweils mit den drei Keimsilben und Matangi verbunden.
19.520 Makaradhvaja kommt an die linke Schulter, Madana an die linke Seite, Pushpachapa an die linke Hüfte, Kusumayudha an den Nabel, Kandarpa an die rechte Hüfte und Manobhava an die rechte Seite.
19.521 Ratipriya steht an der rechten Schulter. Ihre Shaktis werden an denselben Stellen angeordnet; deren Namen beginnen mit Ananga und enden auf Matangi.
19.522 Die Zwischenbestandteile lauten Kusuma, Mekhala, Madana, Madanatura, Madanodvegita, Sambhava, Bhuvanapalini …
19.523 … und Shashirekha. Danach folgen Lakshmi, Sarasvati, Rati, Priti, Kirti, Shanti, Pushti und Tushti, jeweils im Dativ, mit Matangi und Namah verbunden.
19.524 Ihre Stellen sind Muladhara, der Wurzelbereich, Manipura, Herz, Kehle, Mund, Brauenmitte und Kopf. [Die ersten beiden Stellen sind ähnlich bezeichnet; sie werden nicht stillschweigend vereinheitlicht.]
19.525 Die zuvor genannten Mütter, beginnend mit Brahmi, erhalten ebenfalls den Zusatz Matangi. Als Stellen werden Muladhara, Svadhishthana, Nabel, Herz, Kehle und Mund …
19.526 … sowie Brauenmitte und Kopf genannt. Ebenso folgen die Bhairavas, beginnend mit Asitanga, mit dem Zusatz Matangi; danach weitere Gestalten derselben Namensbildung.
19.527 Vama steht im Grundzentrum, Jyeshtha an der Wurzel des Geschlechtsorgans, Raudri am Nabel, Shanti im Herzen und Siddhida an der Kehle.
19.528 Vagishvari kommt in die Brauenmitte, Kriyashakti an den Bindu, Lakshmi an die Kala-Stelle und Srishti an die Rodhika.
19.529 Mohini wird am Halbmond, Prathama am Nada, Bhavini am Nadanta angeordnet; danach folgen Manya und Tadillata, Vishnu am Vajra sowie Vishnushakti im Dhruva-Mandala. [Für die mittleren Namen sind die Stellen im Vers nicht klar bezeichnet.]
19.530 Alle beginnen mit Aim Hrim Shrim und enden mit dem Dativnamen, Matangi und Namah. Vier weitere Shaktis werden angeordnet: Matangi am Kopf …
19.531 … Mahamatangi an der Stirn, Mahalakshmi im Herzen und Siddhalakshmi im Grundzentrum Muladhara.
19.532 Mit dem gesprochenen Grundmantra wird der ganze Körper durchdrungen; nach diesem Nyasa wird die Mantragottheit betrachtet.
19.533 Inmitten eines Nektarmeeres liegt eine schöne Edelsteininsel. Eine goldene Umfassungsmauer umgibt einen aus Edelsteinen erbauten Pavillon …
19.534 … geschmückt mit Kadamba, Bilva, Kalhara und Wunschbäumen. In der Mitte der Plattform steht ein glückverheißender Edelsteinthron mit bequemem Sitz. [Die Vorlage wiederholt hier die Verszahl 533.]
19.535 Dort befindet sich ein großer achtblättriger Lotus mit Staubfäden und Fruchtboden, in seiner Mitte ein Dreieck und außen wiederum ein achtteiliger Lotus.
19.536 Es folgen ein sechzehnblättriger und außen ein vierblättriger Lotus; die viereckige Umfassung hat vier Tore. So wird das vorzügliche Mandala beschrieben.
19.537 In seiner Mitte sitzt die dunkelfarbige Göttin mit reinem Lächeln, geschmückt mit einem Kadamba-Kranz und von Göttern und Asuras verehrt.
19.538 Herabfallende Locken umrahmen sie, die Mondsichel ist ihr Schmuck, ein Tilaka steht auf ihrer Stirn, und ihr Gesicht zeigt ein sanftes Lächeln.
19.539 Ihre Stirn leuchtet von feinen Schweißtropfen; wellenartige Falten und eine feine Haarlinie schmücken ihre Körpermitte.
19.540 Sie trägt allen Schmuck, eine Perlenkette und Hüftbänder mit vielerlei Edelsteinen.
19.541 Edelsteinbesetzte Armreifen und Oberarmspangen schmücken die zweiarmige jugendliche Göttin; ihre Augen sind von berauschender Freude bewegt.
19.542 Ihre Brust wird als voll und hoch beschrieben; lange Ohrgehänge und goldener Ohrschmuck zieren sie.
19.543 Matangini ist dunkelblau wie Tamala, jugendlich und vom Honiggetränk berauscht. Sie verkörpert die vierundsechzig Künste; Papagei und Sarika-Vogel stehen ihr zur Seite.
19.544 Alternativ wird die höchste Matangini leuchtend wie Millionen junger Sonnen, hibiskusrot oder auch gelb betrachtet.
19.545 Auf dem zuvor aus Dharma und weiteren Kräften gebildeten Sitz werden neun Shaktis verehrt. Ihre Formeln beginnen mit Aim Hrim Shrim und schließen mit dem Dativnamen, Matangi und Namah.
19.546 Matangis neun Shaktis sind Vibhuti, Unnati, Kanti, Kirti, Srishti, Sammati, Pushti, Utkrishti und Riddhi.
19.547 Der Sitz wird mit „Aim Hrim Shrim Sarvashaktikamalasanaya Namah“ verehrt: „Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte.“ [Die Anmerkung überliefert die vollständige Formel.]
19.548 Mit dem Grundmantra wird ihre Gestalt gebildet; darin wird die Göttin angerufen und anschließend verehrt.
19.549 Gezeigt werden die Mudras von Schlinge, Haken, Segen, Furchtlosigkeit, Schwert, Schild, Bogen und Pfeil, ferner Mausali, die als Durgabana bezeichnete und die Yoni-Mudra.
19.550 Im Dreieck, beginnend mit der östlichen und südwestlichen Ecke, werden Rati und die weiteren Gestalten verehrt. Genannt werden Schlinge und Haken, weiße Farbe und bei der ersten Gestalt gefaltete Hände. [Die Verteilung der Attribute ist im Wortlaut gestört.]
19.551 Die letzte ist rotglänzend und hält Zuckerrohrbogen und fünf Pfeile. Zwischen dem Dreieck und dem achtblättrigen Lotus werden weitere Kräfte verehrt …
19.552 … in der Mitte und in den Richtungen die fünf Shaktis, beginnend mit Hrillekha. Sie halten Schlinge, Haken, Furchtlosigkeits- und Segensgeste und gleichen den Elementen.
19.553 Die Glieder werden im Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten sowie den weiteren bezeichneten Richtungen verehrt; darauf folgen die fünf Pfeile. [Die Richtungsangabe am Versende ist verkürzt.]
19.554 Von vorne aus erscheinen sie in den Richtungen mit dem Glanz von Perlen, Gold, Korallen, Diamanten und reinem Rot, mit Bogen und Pfeilen bewaffnet.
19.555 Auf den Blättern werden Anangakusuma und die weiteren Shaktis verehrt: rotglänzend, mit Schlinge, Haken, Furchtlosigkeits- und Segensgeste.
19.556 An den Blattspitzen folgen Lakshmi und die anderen, schön geschmückt. Lakshmi gibt Gold, hält einen Lotus und trägt saflorfarbene Kleidung.
19.557 Sarasvati gleicht dem Muschelhorn und hält Chinmudra und Buch. Rati ist weiß, klaräugig und hält Blumenpfeile und Zuckerrohrbogen.
19.558 Priti ist dunkelglänzend, weiß gekleidet und trägt Bogen und Pfeile. Kirti gleicht weißem Jasmin und zeigt Lotus und Chinmudra. [Die Vorlage liest kuṇḍa; die Farbbeziehung legt kunda nahe, ohne die Sanskritfassung zu ändern.]
19.559 Shanti zeigt Chinmudra und Furchtlosigkeit, ihre Augen ruhen in Meditation. Pushti ist gelb, schön geschmückt und zeigt nach der beigefügten Lesart Segen und Furchtlosigkeit. [Die Vorlage zählt 459.]
19.560 Tushti zeigt Segen und Furchtlosigkeit und hat ein heiteres Lotusgesicht. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus werden Manmatha und die anderen, von berauschender Freude erfüllt, verehrt.
19.561 Ihre Bogen sind nach vorn gespannt, ihre Köcher auf dem Rücken. Auf den Blättern stehen die Mütter, vor ihnen die acht Bhairavas …
19.562 … mit Schädelschale, Dreizack, Damaru und Vetala in den Händen. Die mit Brahmi beginnenden Mütter haben lange Anfangsvokale, die Bhairavas kurze.
19.563 Auf den sechzehn Blättern folgen Vama und die übrigen mit dunklen Körpern. Ihre Attribute sind Spiegel, Edelsteinlampe und Fächer …
19.564 … Betelblatt, Yakschweifwedel, Wissensbehälter, Gewand, Kranz, Schirm, Schmuck, Papagei und Sarika …
19.565 … ferner Wedel, Edelsteingefäß, Palmblattfächer und Lampe in den linken Händen; die anderen Hände tragen Schwerter. [Die Attributliste enthält Wiederholungen; der Satz wechselt zu einer männlichen Götterbezeichnung.]
19.566 Sie werden als rot, überaus rein und beständig Vina spielend betrachtet und verehrt. Darauf folgt die Verehrung auf dem vierblättrigen Lotus. [Die Farbangabe steht neben der dunklen Farbe in 19.563.]
19.567 Dort stehen Matangi und die weiteren Göttinnen. Die erste ist rot und zeigt Schlinge, Haken, Segen und Furchtlosigkeit; die zweite gleicht dem Mond …
19.568 … und trägt Schwert, Schild, Dreizack und abgeschlagenes Haupt. Eine weitere hält Schlinge, Haken und Lotus und zeigt die Yoni-Mudra …
19.569 … bei rotem Glanz. Die letzte ist dunkel und trägt goldene beziehungsweise edelsteinbesetzte Gefäße sowie Segens- und Furchtlosigkeitsgeste. [Die Gefäßangabe ist grammatisch knapp.]
19.570 Im Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten werden außen Ganesha, Durga, Vatuka und Kshetrapala verehrt.
19.571 Im Quadrat werden die Weltenhüter, außerhalb ihre Waffen verehrt. Vorgesehen sind zehntausend Mantrawiederholungen und danach ein Zehntel so viele …
19.572 … Feueropfergaben aus Bandhuka-Blüten mit den drei süßen Stoffen. Es folgen Tarpana, Besprengung und ehrende Bewirtung der Brahmanen.
19.573 Nach solcher Mantravollendung werden die eigenen Wünsche verfolgt: Jati-, Mallika- und Nagakeshara-Blüten gelten als Gaben für glückliches Geschick.
19.574 Shriphala-Früchte und deren Blätter sollen königliche Herrlichkeit verleihen; einem Königssohn werden durch Lotusse unvergleichlicher eigener Wohlstand und Rang verheißen.
19.575 Lakshmi-Blüten und Wasserlilien sollen die ganze Welt unter Einfluss bringen. Ferner werden Hibiskus, Bandhuka, Bakula und Blüten des Vajra-Baumes genannt … [Die Vorlage zählt 475.]
19.576 … als Gaben zur Unterwerfung. Honig als Feueropfergabe soll sämtliche Siddhis bewirken.
19.577 Vetasa-Hölzer mit den drei süßen Stoffen werden für Regen, Guduchi für die Beseitigung von Fieber genannt.
19.578 Kadamba-Blüten sollen Frauen unter Einfluss bringen, Durva-Gras langes Leben gewähren; Speiseopfer sollen bald Nahrung verschaffen.
19.579 Shali-Reis soll das Haus mit Vermögen füllen. Alle genannten Opferstoffe werden mit den drei süßen Stoffen verbunden.
19.580 Nandyavarta-Blüten sollen eine vorzügliche Vollendung der Rede verleihen, Nimba-Blüten den gewünschten Wohlstand.
19.581 Kimshuka-Blüten sollen zu einem Hort des Glanzes machen; Sandelholz, Agaru, Kampfer, Rocana und Kumkuma …
19.582 … sollen als Opfergaben die ganze Welt unterwerfen. Achtmal besprochen und als Stirnmarkierung verwendet, würden diese Stoffe Menschen betören.
19.583 Sindhuvara-Wurzeln werden mit Befreiung aus Fesseln verbunden, Salz mit stark riechendem Öl mit der baldigen Vernichtung einer Feindesschar. [Historische Wirkbehauptungen und Schadensmagie.]
19.584 Salz mit Kurkumapulver soll einen Gegner lähmen; reife, saftige Früchte und duftende Blüten sollen das Gewünschte verleihen.
19.585 Nun folgt ein weiterer, besonders wirkmächtiger Matangi-Mantra. Er beginnt mit Aim Klim Sauh Aim Hrim Shrim Om.
19.586 Es folgt der mit „Namo Bhagavati“ beginnende Abschnitt von vierundzwanzig Silben, bis zu einer Ranjani-Anrufung, dann Klim. [Die Angabe sarpamantrasya ist im Zusammenhang unsicher.]
19.587 Nach Shrim werden die mit „sarvaraja“ beginnenden vierzig Silben des früheren Mantras übernommen.
19.588 Darauf folgen „vashankari“, die elf mit der Zielpersonenbezeichnung beginnenden Silben der früheren Formel sowie Shrim Hrim Aim Sauh Klim und ein unsicherer Endlaut. Der Gesamtmantra wird als achtundneunzigsilbig bezeichnet. [Keine Rekonstruktion der beschädigten Formel.]
19.589 Dieser höchste Mantra soll die drei Welten unter Einfluss bringen. Er werde durch die Gnade des Lehrers von Menschen mit großem Verdienst empfangen, sei ohne solches Verdienst schwer zu erlangen und werde von großen Weisen verehrt.
19.590 Er gilt als Wunschbaum für die Erfüllung des Ersehnten; Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem zuvor Gesagten.
19.591 Zunächst wird die Matrika angeordnet, um die eigene Identifikation mit der Gottheit zu verwirklichen; die fünf Pfeile kommen an die Finger und Makaradhvaja an die Handflächen.
19.592 Dessen zehnsilbige Formel enthält Sauh, die Vagbhava-Silbe, Makaradhvaja im Dativ, Klim und Namah.
19.593 Es folgen Scheitel, Kopf, Stirn, Brauenmitte, beide Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Mund, Wangen und Nacken …
19.594 … Schultern, Brustraum, Brüste, Herzlotus, Nabelkreis, Geheimbereich, Muladhara und beide Füße.
19.595 Für dreiundzwanzig Abschnitte nennt der Text eine verschlüsselte Reihe von Silbenzahlen, beginnend mit drei, drei, eins, zwei und vier und mit weiteren Zahlenbildern für sechs, acht, eins, Mond, acht, neun und achtzehn …
19.596 … gefolgt von weiteren Bildzahlen für Vasus, acht, Feuer, Mond, Augen, drei, zwei und drei sowie einer Verbindung mit neunzehn. [Die beschädigte Zahlenreihe lässt keine verlässliche Zuordnung zu den Körperstellen zu; ihr Wortlaut bleibt im Sanskritartikel erhalten.]
19.597 Die sechs Glieder entstehen aus sechs Mantrateilen, jeweils mit Aim Hrim Shrim eingeleitet. Kama-, Shakti- und Indira-Keimsilbe bilden den Schluss der Formel.
19.598 Auch die mit den sechs langen Vokalen verbundene Kama-Silbe bildet sechs Glieder. Dravini und die übrigen fünf Kräfte werden an Bauch, beiden Seiten, Herz …
19.599 … und Manipura angeordnet. Die mit Brahmi beginnenden Mütter folgen an der Wurzel der rechten Zehen, dem rechten Fußgelenk und Knie …
19.600 … der rechten und linken Oberschenkelwurzel, dem linken Knie, Fußgelenk und der Wurzel der linken Zehen. Darauf folgt die Anordnung Lakshmis und der weiteren Göttinnen.
19.601 Ihre Stellen sind der Ansatz des linken Arms, sein mittleres Gelenk, das Handgelenk, die Wurzel der linken Finger und diejenige der rechten Finger …
19.602 … das rechte Handgelenk, der rechte Ellenbogen und die Achselwurzel. Danach werden Kopf, Brauenmitte, Augen, Ohren und After …
19.603 … beide Nasenöffnungen, Mund, beide Wangen, Zungenspitze, Muladhara, Svadhishthana und Gaumen als Stellen für Vama und die weiteren Göttinnen genannt. [Die Übergänge der Stellenlisten sind im Satzbau verkürzt.]
19.604 Die mit Asitanga beginnenden Bhairavas werden an denselben Stellen wie Lakshmi und die anderen angeordnet; die vier mit Matangi beginnenden Göttinnen stehen in Herz, Nabel, Kopf und After.
19.605 Ganesha, Durga, Vatuka und Kshetrapala werden auf Kopf, Brauen, Kehle und Grundzentrum gelegt; mit dem Mantra folgt die umfassende Durchdringung.
19.606 Sarasvati, Mahalakshmi und die beiden Schätze werden in Gesicht, Brauenmitte, rechtem und linkem Fuß angeordnet.
19.607 Nach diesem Mantra-Nyasa wird die Göttin mit ungeteilter Aufmerksamkeit betrachtet: im Nektarmeer, auf einer Edelsteininsel, in einem großen Wald …
19.608 … unter den fünf Wunschbäumen, in einem mit Edelsteinen geschmückten Pavillon, auf einem Edelsteinthron sitzend.
19.609 Sie ist vom Honiggetränk erfreut, blickt voller Würde, hat ein mondgleiches Gesicht und trägt Nipa-Blüten im geflochtenen Haar.
19.610 Ihre Hände spielen die Vina; sie trägt rote Kleidung, hat bimbafruchtrote Lippen, einen Moschus-Tilaka und eine Mondkrone; ihre Brust wird als hoch beschrieben.
19.611 Muschelförmiger Ohrschmuck, eine leicht geneigte Taille, dunkler Glanz, Armreifen, Oberarmspangen, Ketten, Fußringe und Hüftgürtel kennzeichnen sie. [Einzelne Adjektivverbindungen sind gestört.]
19.612 Mit ihrem Lächeln erfreut sie die Verehrer. [Die anschließende Beschreibung an ihrer Seite ist beschädigt.] Auf dem zuvor genannten glückverheißenden Sitz wird ihr Yantra gebildet.
19.613 Es umfasst ein Dreieck oder Fünfeck, einen achtblättrigen, einen sechzehnblättrigen und einen weiteren achtblättrigen Lotus, eine vierteilige Ebene und eine schöne quadratische Umfassung …
19.614 … mit vier Toren, erfreulich für jeden Blick. Darin wird die Göttin angerufen und in ihrer schmuckvollen Lieblichkeitsgestalt verehrt.
19.615 Ihre Gestalt wird mit dem Grundmantra vorgestellt; nach dem Bereitstellen des Arghya und der weiteren Gaben werden Matangis Sitz verehrt und die Grundanordnung vollzogen.
19.616 Nach den Blumengaben wird das als „layāṅga“ bezeichnete Glied verehrt; innerhalb des Dreiecks folgen wie zuvor die sechs Glieder. [Die erste Ritualbezeichnung bleibt unsicher.]
19.617 Matangi und die übrigen drei Göttinnen werden auf dem vierblättrigen Lotus verehrt; Ganesha und die übrigen drei Schutzgottheiten an den vier Toren der quadratischen Umfassung. [Die zusätzliche Verbindung zum Dreieck ist knapp.]
19.618 Es folgen Sarasvati und die beim Nyasa genannten Gestalten, davor die Richtungshüter und außerhalb deren Waffen. Nach dem Nyasa wird der Mantra wiederholt.
19.619 Nach erneuter Verehrung der sechs Glieder werden köstliche Speisen und Naschwerk mit Milch dargebracht. Auf die Verneigung vor der Göttin folgt eine Bali-Gabe.
19.620 Diese wird aus gekochter Speise dargebracht; dadurch werde das Gewünschte bald erlangt. Ihre Formel beginnt mit „Namo Bhagavati Matangeshvari“ …
19.621 … und endet „imam balim grihna grihna Svaha“ – „Nimm diese Gabe an!“ Die Silbenzahl wird durch „siddha“ verschlüsselt angegeben. Danach folgt nördlich der Göttin, vom Nordwesten aus, die Guru-Verehrung. [Die Vorlage zählt 521.]
19.622 In einer Reihe werden mit Aim Hrim Klim und Namah die Gurus, die Parameshthi-Gurus und die Paramacharya-Gurus verehrt …
19.623 … ferner die Adisiddha-Gurus und die Sadgurus. So erfolgt die Guru-Verehrung an fünf Stellen.
19.624 Für die vorbereitende Vollendung sind zunächst hunderttausend Wiederholungen vorgesehen, danach zehntausend Opfergaben aus Palasha-Blüten mit den drei süßen Stoffen.
19.625 Es folgen Tarpana, Besprengung sowie die Bewirtung von Brahmanen und Kumaris. Die Quelle verbindet dies mit der Macht, die Welt zu beeinflussen und aufzuwühlen.
19.626 Mit Matangis Gnade könne der Übende alle Handlungen vollenden. Die Wunschriten werden in einer Feuergrube oder auf einem aufgeschütteten Ritualplatz vollzogen.
19.627 Rote Gewänder, rote Kränze und rote Salben werden genannt; ein Feueropfer mit Guggulu in Ghee soll Könige unter Einfluss bringen.
19.628 Mallika-, Jati- und Punnaga-Blüten sollen glückliches Geschick verleihen, Bilva-Blätter und besonders Lotusse Königsherrschaft.
19.629 Weiße oder rote Lotusse werden für Wohlstand genannt, Wasserlilien und Lakshmi-Blüten für Vermögen. [Die regionale Pflanzenbenennung in der Anmerkung ist beschädigt.]
19.630 Bandhuka, Kimshuka und Bakula gelten als Gaben für Redekraft; Salz oder Sesam mit süßen Stoffen für Anziehung.
19.631 Vanjula soll Regen bringen, Guduchi Fieber beseitigen, Speiseopfer Nahrung und Shali-Reis Getreideversorgung gewähren.
19.632 Duftstoffe sollen alles Glück verleihen, Kumkuma oder Rocana Menschen unter Einfluss bringen; Nandyavarta-Blüten werden für Redekraft genannt.
19.633 Palasha-Blüten oder Ghee einer braunen Kuh sollen Glanz verleihen; Unmatta-Blüten sollen einen Feind wahnsinnig machen. [Unmatta bezeichnet hier eine berauschende beziehungsweise giftige Ritualpflanze; historische Schadensmagie.]
19.634 Es folgen verschiedene giftige oder scharf wirkende Pflanzenstoffe, darunter Nimba, Shleshmantaka und Bibhitaka, sowie Eulen-, Krähen- und Geierfedern mit Öl. [Die Stoffliste und ihre Anmerkungen sind teilweise beschädigt.]
19.635 Diese werden einem nächtlichen Opfer in einer dreieckigen Grube zur Vernichtung eines Feindes zugeordnet. Dagegen werden Milchreis mit Rohrzucker, Zuckerstücke und Zuckerrohrblätter …
19.636 … beziehungsweise Milchreis mit Ghee mit der Beseitigung von Wahnsinn verbunden; Pfeffer mit Sesamöl soll Husten, Atemnot und Fieber beseitigen. [Historische Heilungsbehauptungen, keine Behandlungsanweisung.]
19.637 Ein Feueropfer mit Nirgundi-Wurzeln soll aus Fesseln befreien.
19.638 Nun folgt ein Ritual zur Anziehung eines Lebewesens. Es verlangt vier Nachbildungen der Zielperson.
19.639 Eine wird aus dem Holz des der Zielperson zugeordneten Mondhaus-Baumes, eine aus Wachs, eine aus Töpferton und eine aus Reismehl hergestellt.
19.640 Auf ihren Herzen wird eine Formel geschrieben, welche die benannte Zielperson unter den Einfluss des Ausführenden bringen soll; zugleich wird ihr Lebenshauch rituell in die Nachbildungen eingesetzt.
19.641 Nach ihrer Aufstellung und Berührung wird der Grundmantra hundertachtmal wiederholt, mit dem Namen der Zielperson an der dafür vorgesehenen Stelle.
19.642 Überall, wo in Yantras oder Mantras das Platzhalterwort „amuka“, „die betreffende Person“, erscheint, wird der passende Name eingesetzt.
19.643 Die Holzfigur wird zwei Fingerbreit tief in der Feuergrube vergraben, auf dem Rücken liegend; die Mehlfigur unter dem eigenen Sitz.
19.644 Die Tonfigur kommt in den Boden an der Fußstelle; diese drei Figuren werden mit Salz bedeckt.
19.645 Die Wachsfigur wird dagegen mit den Füßen nach oben und dem Gesicht nach unten ausgerichtet …
19.646 … und an einer Schnur aus Arka-Fasern über der Grube aufgehängt, damit der Rauch sie bedränge. [Historische symbolische Zwangs- und Schadensmagie.]
19.647 Eine weitere Figur wird aus Salz mit Ghee, Honig und Rohrzucker bereitet. Als Salzmaß ist ein Kudava genannt, in der Anmerkung vier Palas; der zusätzliche Ausdruck lakṣam ist unklar.
19.648 Diese Figur soll deutlich ausgeformte Glieder haben, glatt und ansprechend sein und der Zielperson gleichen.
19.649 Der Ausführende trägt rote Kränze, Gewänder und Salben und vollzieht seinen eigenen Nyasa; an der Figur wird die auf Auflösung gerichtete Nyasa-Folge ausgeführt.
19.650 Nachdem Name und Lebenshauch eingesetzt sind, wird die Figur in sieben Teile gegliedert. Der erste reicht rechts von der Oberschenkelwurzel bis zum Fuß.
19.651 Der zweite umfasst die rechte Rumpfhälfte vom Becken bis zur Kehle, der dritte den rechten Arm, der vierte den Kopf.
19.652 Der fünfte ist der linke Arm, der sechste die linke Rumpfhälfte, der siebte die linke Seite vom Oberschenkel bis zum Fuß.
19.653 Dies wird als Einteilung für Frauen bezeichnet. Für schwer erreichbare Ziele folgt eine weitere Aufteilung: beide Fußgelenke, beide Knie, beide Unterschenkel …
19.654 … die beiden mittleren Körperteile, beide Arme und der Kopf, insgesamt elf Teile. Für ein als unerreichbar geltendes Ziel folgt noch eine andere Anordnung.
19.655 Jeder der gewöhnlichen sieben Teile wird nochmals siebenfach geteilt; die einzelnen Teile werden am Abend unter Erinnerung an den Gegner geopfert.
19.656 Bei Männern beginnt die symbolische Teilung rechts, bei Frauen links. Nach sieben Tagen würden Frauen von Begehren erregt und aufgewühlt …
19.657 … schwitzend und zitternd vor den erfreuten Ausführenden treten und flehen: „Rette mich, verzeihe! Sieh mich an, verlass mich nicht!“
19.658 Vom Feuer des Begehrens gequält, würden sie ihm zu Füßen fallen und ihm dauerhaft wie Dienerinnen gehorchen. [Die Verse 19.638–658 beschreiben ein rituelles Zwangsphantasma. Die darin behauptete Ausschaltung fremder Selbstbestimmung ist keine spirituelle Praxisempfehlung.]
19.659 Salz mit Sesamöl wird erneut der Feindvernichtung, Salz mit Kurkumapulver der Lähmung zugeordnet.
19.660 Matangi werde durch Verehrung am Dienstag erfreut. Eine, drei, fünf oder sieben Kumaris werden genannt …
19.661 … die mit wohlschmeckenden Speisen und angenehmen süßen Getränken geehrt werden.
19.662 Alle Frauen sollen vom Mantrakundigen als Shyama betrachtet werden. Am Dienstag werden außerdem Lampen aus Teig bereitet.
19.663 Mit Ghee entzündet, sollen sie Matangi erfreuen. Zu ihrer Freude wird ferner eine achtfache Yogini-Anordnung verehrt.
19.664 Divya, Mahati, Siddha, Ganeshi, Pretakhadini, Dakini, Kalika und Kalaratri werden für den Nordosten genannt.
19.665 Nishachari, Urdhvakeshi, Shushkangi, Bhojini, Virabhadra, Virupakshi, Dhumra und Jatadhara gehören zum Osten.
19.666 Kalaha, Ghoraraktakshi, Vishvarupa, Bhayankari, Priya, Rakshasi und Virakumari werden dem Südosten zugeordnet. [Hier sind nur sieben Namen sicher zu trennen.]
19.667 Mundarari, Rudrakarya, Bhishana, Bhayatura, Tripuranta, Krodhini, Durmada und Dhvamsini stehen im Süden. [Einzelne Namensformen sind unsicher.]
19.668 Dirgha, Lamboshthika, Hamsi, Tapini, Mantrayogini, Aditya, Khatvangi und Kalagni stehen im Südwesten.
19.669 Für den Westen folgen Grahini, Chakrini, Kankali, Bhuvaneshvari, Hamkali, Yamaduti, Kaumari und Kapalini.
19.670 Keshini, Madiradya, Charini, Lomajanghika, Namaki, Kamuki, Lomaka und Adhomukhi werden dem Nordwesten zugeordnet. [Mehrere Namen sind nur in dieser unsicheren Form überliefert.]
19.671 Im Norden stehen Vyaghrajati, Sarpajati, Kundamari beziehungsweise eine „Kunda vernichtende“ Gestalt, Ghora, Ugra, Vikata und Kapalini. [Die Wortfolge erlaubt keine sichere Abgrenzung von acht Namen; keine Ergänzung fehlender Gestalten.]
19.672 Mehr als hunderttausend Wiederholungen sollen alle Frauen aufwühlen, die Hälfte davon die Herrscher der Erde unter Einfluss bringen.
19.673 Die wiederum halbierte Zahl soll andere Wesen unterwerfen; zehntausend Wiederholungen sollen ferne Frauen herbeiführen.
19.674 Die Hälfte davon soll Frauen aus dem eigenen Land herbeiführen; dreitausend Wiederholungen sämtliche Wünsche erfüllen. [Magische Wirkbehauptungen des Textes.]
19.675 Nun folgt eine wirkungsvolle Mantraabwandlung: Im achtundachtzigsilbigen Mantra wird nach „sarvasattvavashankari“ ein Zusatz eingefügt.
19.676 Dieser lautet „Sauh Rajalakshmiprade“, „königliche Herrlichkeit Verleihende“, und umfasst sieben Silben; danach wird mit „sarvaloka“ fortgefahren. [Die Vorlage zählt hier erneut 673.]
19.677 Die Gesamtformel wird als fünfundneunzigsilbig bezeichnet. Die früher genannten Zuordnungen gelten weiter; mit den sechs Keimsilben entstehen die sechs Glieder. [Das einleitende kravyādikam ist gestört.]
19.678 Meditation und gesamte Verehrung entsprechen dem achtundachtzigsilbigen Mantra.
19.679 Auch Anwendungen und Vorbereitung bleiben dieselben. Nun wird ein weiterer, vierundfünfzigsilbiger Mantra erläutert.
19.680 Er beginnt mit „Om Hrim Namah Padme Shrim Rajite Rajapujite Jaye Vijaye Gauri Gandhari“: „Lotusgöttin, Strahlende, von Königen Verehrte, Siegreiche, Gauri, Gandhari!“
19.681 Es folgen „tribhuvanavashankari sarvastripurushavashankari sukhadughe Ghem Ghem“ und Svaha: „Die drei Welten, alle Frauen und Männer unter Einfluss Bringende, Glück Spendende!“ [Ein zusätzlicher Laut vor Svaha ist unsicher.]
19.682 Aja, Brahma, ist der Seher, Nicrid-Gayatri das Versmaß und Rajamatangi die Gottheit. Die sechs Glieder werden mit der Maya-Keimsilbe gebildet.
19.683 Meditation, Verehrung und alles Weitere entsprechen dem Vorigen. Nun folgt eine als einundsechzigsilbig bezeichnete Abwandlung.
19.684 „Tribhuvanavashankari“ wird an der bezeichneten Stelle erneut gesprochen, Om entfällt. Alles Weitere bleibt wie zuvor. [Einfügungsstelle und Silbenzählung sind in der knappen Angabe nicht eindeutig.]
19.685 Mit einigen Lautänderungen gilt diese Formel als Parvati-Mantra; dann steht Om wieder am Anfang, und die Verbindung mit Vijaya wird genannt.
19.686 Danach folgen „Gauri Gandhari“ und der bisherige Schluss. Auch diese Formel wird als einundsechzigsilbig bezeichnet; das Versmaß ist Nicrit, der Seher Aja.
19.687 Die Gottheit ist Gauri. Die sechs Glieder werden nach der Anmerkung aus vierzehn, zehn, acht, acht, zehn und elf Mantrasilben gebildet. Nun folgt die Meditation.
19.688 „Ich verehre die Dreiäugige mit Schlinge und Haken, Edelsteinschmuck und geschmücktem Haar, leuchtend wie Bandhuka, mit goldener Zeichnung.“
19.689 Auf Bhuvaneshvaris Sitz werden wie zuvor die sechs Glieder im Sechseck und die mit Brahmi beginnenden Mütter im achtblättrigen Lotus verehrt.
19.690 Die Richtungshüter und ihre Waffen folgen in der äußeren Begrenzung. Vorgesehen sind zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis und Ghee.
19.691 Nach Tarpana und den übrigen Handlungen gilt der Mantra als vollendet. Die Anwendungen entsprechen Annapurna oder Matangi.
19.692 Nun folgt der Mantra der Vashya-Matangika. Er beginnt mit „Om Rajamukhi Rajabhimukhi Vashyamukhi“.
19.693 Es folgen die Maya-Silbe, Hrim beziehungsweise nach der Variante Shrim, Klim, „Devadevi Mahadevi Devadhidevi“ und „sarvajanasya mukham“: „Göttin der Götter, große Göttin, höchste Göttin …“
19.694 „Mama vashyam kuru kuru Svaha“ – „Mache aller Menschen Antlitz mir zugeneigt!“ – bildet den Schluss. Silbenzahl und sechs Abschnittslängen werden verschlüsselt angegeben. [Die Zahlenwörter sind teilweise beschädigt; keine künstliche Gesamtzählung.]
19.695 Verehrung, Wiederholung und Anwendungen entsprechen Rajamatangi; dieser Mantra gilt besonders als unterwerfend.
19.696 „Hrim Namo Hili Hili Chandamatangini Svaha“ wird als fünfzehnsilbige Formel genannt. Nyasa und Verehrung …
19.697 … entsprechen Rajamatangika. Vorgesehen sind zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Ghee und Milchreis; Anwendungen wie zuvor.
19.698 Nun folgt Karnamatangikas Mantra. Er beginnt mit Aim, Namah und „Shrimatangi“ …
19.699 … gefolgt von „Amoghe Satyavadini, mama karne avatara avatara, satyam kathaya kathaya“: „Unfehlbare, die Wahrheit Sprechende, tritt in mein Ohr ein, sage die Wahrheit!“
19.700 „Ehy ehi Shrim Matangyai Namah“ schließt den als dreiundvierzigsilbig bezeichneten Mantra: „Komm, komm!“ Die Glieder werden mit Vagbhava gebildet; Verehrung und weitere Handlungen werden als optional bezeichnet.
19.701 Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis und Ghee sollen den Mantra vollenden. Die Göttin sage dann ins Ohr, was für den Fragenden günstig oder ungünstig sei.
19.702 Nun folgt ein als vorzüglichster aller Mantras gepriesener: Aim Hrim Shrim Mam Hrim Krom Klim und die Rama-Keimsilbe …
19.703 … „Shrimatangeshvari sarvavashankari Svaha“. Er wird als dreiundzwanzigsilbig bezeichnet und soll alle Vorhaben vollenden.
19.704 Nicrid-Gayatri ist sein Versmaß, Dakshinamurti sein Seher und Karnamatangika seine Gottheit.
19.705 Für die sechs Glieder werden Aim Hrim Shrim Am Hrim Krom und eine Verdopplung genannt; es folgen die Bestimmungen für Verehrung und Wiederholung. [Hier steht Āṃ, während 19.702 Māṃ liest; die Abweichung bleibt erhalten.]
19.706 Vorgesehen sind dreihunderttausend Wiederholungen; als Feueropfergaben gelten Bandhuka-Blüten mit den drei süßen Stoffen, Zucker und Milchreis …
19.707 … sowie Bananenfrüchte. Dadurch werde Mantravollendung erlangt; der hervorragende Übende werde auch zur Weitergabe sämtlicher Mantras befähigt.
19.708 Ein weiterer vorzüglicher Matangi-Mantra lautet „Kamini Ranjini Svaha“ und wird als achtsilbig bezeichnet.
19.709 Sammohana ist sein Seher, Nicrit sein Versmaß und Sarvasammohani seine Gottheit. Aus den zweimal wiederholten Wörtern werden die Glieder gebildet.
19.710 Sie ist dunkel, schön geschmückt und mondgekrönt, spielt mit beiden Armen die Vallaki-Vina und bezaubert mit vielfältigem Gesang die Welt.
19.711 Sie wird auf Matanginis Sitz verehrt; im Dreieck stehen Rati und die übrigen Gestalten, bei den Staubfäden die Glieder. [Die Angabe von fünf Umfassungen ist in diesem Vers syntaktisch nicht eindeutig eingeordnet.]
19.712 Auf den Blättern stehen Anangakusuma und die übrigen, an den Spitzen die Mütter; mit Weltenhütern und Vajra samt weiteren Waffen werden insgesamt sieben Umfassungen genannt.
19.713 Zwanzigtausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Madhuka-Blüten mit den drei süßen Stoffen als Feueropfer sollen die ganze Welt bezaubern.
19.714 Nun folgt Ucchishta-Matangi. [Die verschlüsselte Beschreibung gojavarṇikā ist nicht eindeutig und wird nicht zu einer sicheren Silbenzahl umgedeutet.]
19.715 Ihr Mantra lautet „Namo Ucchishtachandali Matangi sarvavashankari Svaha“; er soll die Welt betören. [Ucchiṣṭa bezeichnet hier den rituell bedeutsamen Zustand beziehungsweise Rest nach dem Essen; Chandali ist eine historische soziale Bezeichnung der Göttin.]
19.716 Nicrid-Gayatri ist das Versmaß, Narada und Tumburu sind die Seher, Ucchishta-Matangi die Gottheit. Die unsichere Zahlenbezeichnung erscheint erneut, hier als gobjavarṇikā.
19.717 Die sechs Glieder entstehen aus Abschnitten von zwei, drei, drei, drei, sechs und zwei Silben; danach wird die Göttin im Herzlotus betrachtet.
19.718 Sie trägt schwarze Gewänder, ihre Füße sind mit rotem Lack gefärbt; hohe Brust, Perlen- und Korallenketten sowie Muschelohrringe kennzeichnen sie.
19.719 Im Dreieck werden Rati und die übrigen, außerhalb des Zentrums die fünf Pfeile und die Glieder verehrt; auf dem achtblättrigen Lotus stehen die Mütter mit Brahmi.
19.720 Auf dem zweiten achtblättrigen Lotus stehen Anangakusuma und die übrigen; im Quadrat die Weltenhüter, außerhalb ihre Waffen.
19.721 Zwei Abwandlungen setzen entweder Klim Hrim Shrim oder allein Klim voran. Für beide gilt Madana als Seher.
19.722 Verehrung und Wiederholung entsprechen dem Vorigen. Nun folgen weitere Varianten.
19.723 Eine beginnt mit Am Klim Hrim und endet mit Klim Hrim Aim; ihr werden Redegewandtheit, dichterische Begabung und Gesangskraft zugeschrieben.
19.724 Ihr Seher ist Dakshinamurti; alles Weitere bleibt wie zuvor. Die zweimalige Folge Am Hrim Krom bildet die sechs Glieder.
19.725 Die Göttin trägt Blumenschmuck an der Schulter und Perlenschmuck; ihre Brust wird als hoch beschrieben. Sie hat einen blauen Haarschopf und spielt die Vallaki. [Die Blumenbezeichnung veśīkusuma und ein weiteres Attribut sind unsicher.]
19.726 Sie ist vom Madhvi-Getränk berauscht, sanft und dunkel. Für ihr Yantra werden ein Dreieck, ein Fünfeck und außen zwei achtblättrige Lotusse genannt …
19.727 … ferner ein sechzehnteiliger und ein weiterer achtblättriger Kreis sowie drei äußere Begrenzungen. Zur Verehrung werden die Keimsilbe und der Name der jeweiligen Gottheit mit „Ucchishtapadukam“ verbunden …
19.728 … und mit „pujayami“, „ich verehre“, abgeschlossen. Im Dreieck stehen Rati und die übrigen, an seinen Ecken die drei Shaktis …
19.729 … Iccha, Jnana und Kriya, Wille, Erkenntnis und Handlung. Außen folgen die Glieder; im Fünfeck Dravini und die weiteren Kama-Shaktis.
19.730 Auf dem äußeren achtblättrigen Lotus werden Brahmi und die übrigen mit acht langen Vokalen und dem Zusatz Kanyaka verehrt; auf dem zweiten achtblättrigen Lotus …
19.731 … Anangakusuma und die weiteren ebenfalls als Kanyas. Auf dem sechzehnteiligen Kreis folgen die mit Urvashi beginnenden Kanyakas.
19.732 Sie heißen Urvashi, Menaka, Rambha, Ghritachi, Manjukeshika, Kashyapi, Sukeshi, Manjughosha und Nagakanyaka …
19.733 … Yakshakanya, Gandharvakanya, Siddhakanya, die in einen fremden Körper eintretende Kanyaka und die in die Ferne schauende …
19.734 … die Kanyaka der Kügelchen-Siddhi und die der magischen Sandalen. Danach werden an den vier Toren die Torgottheiten verehrt.
19.735 Genannt werden Tata, Vitata, Ghana und Sushira, die vier Gruppen von Saiten-, Trommel-, Schlag- und Blasinstrumenten, ferner Vatuka, Ganesha, Kshetrapala und Yogini. [Die Vorlage liest dhana statt des musikalisch üblichen ghana.]
19.736 Mit dem Zusatz Ucchishta und „padukam pujayami“, „ich verehre die Füße beziehungsweise Sandalen“, sowie dem Anfangslaut des Namens als Keimsilbe erfolgt die Verehrung vom Südosten aus.
19.737 Danach wird die Göttin in der Mitte erneut mit allen Gaben verehrt. Links stehen sämtliche musikalischen Töne mit ihren Shrutis …
19.738 … rechts Rati mit den Raginis. Zu beiden Seiten der höchsten Herrin werden Papagei und Sarika verehrt. [Rati ist hier die überlieferte Lesung.]
19.739 Vorne folgen die Guru-Reihe und der eigene Guru. Balas drei Keimsilben gelten als glückverheißend für den Übenden.
19.740 Auch einzelne Keimsilben der Vama, Kama, Rede oder Rama können dem Ucchishta-Matangi-Mantra vorangestellt werden.
19.741 So entstehen zahlreiche Mantravarianten; Verehrung und weitere Handlungen werden dem Umfang der jeweiligen Überlieferung angemessen ausführlich oder kürzer vollzogen.
19.742 Rein, mit Kranz und guter Kleidung, werden hunderttausend Wiederholungen ohne Nachlässigkeit genannt; nachts wird täglich eine Gabe aus Essensresten dargebracht.
19.743 Sowohl tägliches als auch wunschbezogenes Japa erfolgt im Ucchishta-Zustand. Für das Feueropfer werden Palasha-Blüten mit süßen Stoffen genannt.
19.744 Werde so noch keine Vollendung erreicht, seien hunderttausend Wiederholungen je Silbe vorgesehen; dazu die beschriebene Kumari-Verehrung.
19.745 Auch die acht mal acht Yoginis werden verehrt; nachts wird der Göttin eine Bali-Gabe aus verbliebenen Essensresten dargebracht.
19.746 Die zuvor beschriebene Formel soll den Mantra vollenden. Vierzehn Wiederholungen nach der Verehrung werden mit der Achtung durch Könige und besonders durch Frauen verbunden. [Die Schlussform ist grammatisch uneinheitlich.]
19.747 Ein tausendachtmal besprochener Betelbissen wird einer Frau als Mittel sexueller Anziehung zugeschrieben …
19.748 … durch dessen Verzehr sie dem Mantrakundigen lebenslang gefügig werde. [Historischer Liebeszwang, keine Empfehlung zur Verabreichung an andere.] Danach beginnt eine Stoffliste: Sahadevi, Durva, Musali und Madhuyashtika …
19.749 … Bhadra, Vishnudayita, Lakshmivalli, Indravalli und Anjalini. Jede Pflanze wird einzeln berührt und besprochen.
19.750 Hundertacht Wiederholungen und das Tragen auf dem Kopf sollen Männern, Frauen oder Königen große Freude beziehungsweise Anziehungskraft bringen.
19.751 Die Stoffe werden außerdem durch eine verschlüsselte, im vorliegenden Text nicht eindeutig auflösbare Zahlenfolge bemessen; nach jeweils hundert Wiederholungen werden sie vereint und zerrieben.
19.752 Die daraus bereiteten trockenen Kügelchen werden nochmals tausendfach besprochen; als Stirnmarkierung sollen sie alle Frauen erfreuen und anziehen …
19.753 … und sich zur Gewinnung des Wohlwollens der ganzen Welt eignen.
19.754 Aus sehr fein zerteiltem Material und einem Docht mit Ghee einer schwarzen Kuh wird auch eine Rußzubereitung beschrieben.
19.755 Tausendfach besprochen und an den Augen angewandt, soll sie die Welt unterwerfen und Frauen aufwühlen. [Historische Augensalbenmagie, keine Anwendungsempfehlung.]
19.756 Ferner soll sie Preta-Wesen und Grahas rasch beseitigen. Die zuvor genannten zehn Stoffe werden auch mit den fünf Kuhprodukten einer braunen Kuh verbunden …
19.757 … und als tausendfach besprochene Asche beziehungsweise Paste an der Stirn der Beherrschung der Welt zugeordnet. [Die Angabe von zehn Stoffen stimmt nicht eindeutig mit der zuvor lesbaren Liste überein.]
19.758 Ein weiterer Docht wird aus einem Leinentuch mit Pflanzenmaterial von Vishnuahva, Kumuda, dunklem Lotus und Pollen hergestellt.
19.759 Mit Ghee einer schwarzen Kuh entzündet, liefert er Ruß; mit dem Matangi-Mantra besprochen, soll dieser als Augenmittel Menschen günstig stimmen.
19.760 Ebenso wird Namaskarini genannt, ferner Pulver aus Vishnudayita, Lakshmi und Bhringaraja …
19.761 … als Behandlung eines Dochtes, der mit Ghee einer braunen Kuh brennt. Dem entstehenden Ruß wird dieselbe Wirkung zugeschrieben.
19.762 Kampfer, Sandelholz, zwei Lotusarten, Bakula und Rocana sollen in einer weiteren Rußzubereitung die drei Welten unter Einfluss bringen.
19.763 Es folgt ein Verfahren mit einer Arekanuss, Wurzeln, Wasser und einer Umwicklung mit Fäden. [Die einleitende Verbindung mit vijaya und indriya ist beschädigt.]
19.764 An einem Dienstag werde die Frucht in die Erde gelegt und bis zu einem weiteren Dienstag besprochen; danach wird Kampfer hinzugenommen. [Die Zeitverbindung bleibt unsicher.]
19.765 Mit Wasser zerrieben und besprochen, werde das Material zu Kügelchen geformt; deren Einnahme soll Unterwerfung bewirken. [Die Größenangabe ist beschädigt; keine Einnahmeempfehlung.]
19.766 Eine weitere Getränkezubereitung verbindet die als „hema-pañcāṅga“ bezeichneten Bestandteile mit fünf eigenen Körperausscheidungen und tausend Rezitationen; einem König verabreicht, soll sie ihn gefügig machen. [Historische Verunreinigungs- und Zwangsmagie; die Stoffbezeichnung ist unsicher und wird nicht als Rezept erschlossen.]
19.767 Alle Anwendungen des früheren Mantras gelten auch hier. Nun folgt ein zweiunddreißigsilbiger Mantra.
19.768 Er beginnt nach der beigefügten vollständigen Lesung mit „Om Hrim Aim Shrim Namo Bhagavati Ucchishtachandali Shrimatangishvari“ …
19.769 … und endet „sarvajanavashankari Svaha“. Matanga ist der Seher, Anushtubh das Versmaß …
19.770 … und Matangi die Gottheit. Die sechs Glieder entstehen aus Abschnitten von vier, sechs, sechs, sechs, acht und zwei Silben; die Anmerkung ordnet diese Herz, Kopf, Scheitel, Panzer, Augen und Waffe zu. Die Göttin wird dunkel und schönäugig betrachtet …
19.771 … auf einem Edelsteinsitz, den Worten eines Papageis lauschend, rot gekleidet und vom berauschenden Getränk bewegt, die Füße auf einem Lotus, die Vallaki spielend. So wird Matangi im Herzen vergegenwärtigt.
19.772 Die Wiederholungszahl lautet „ayutasahasram“ und ist nicht eindeutig gegliedert; das Feueropfer verwendet Madhuka-Blüten mit Honig. Ihre Sitzverehrung wird anschließend beschrieben.
19.773 Der Sitz umfasst ein Dreieck, zwei achtblättrige Lotusse, einen sechzehnteiligen Kreis und ein Quadrat. Darin werden neun wunschgewährende Sitz-Shaktis verehrt.
19.774 Vibhuti, Unnati, Kanti, Srishti, Kirti, Sannati, Vyudhi, Utkrishti und Riddhi, jeweils mit Matangi verbunden. [Die Liste weicht in einzelnen Namen und in der Reihenfolge von 19.546 ab.]
19.775 Der sechzehnsilbige Sitzmantra lautet nach der Anmerkung „Om Hrim Aim Shrim Sarvashaktikamalasanaya Namah“.
19.776 Mit ihm werden Sitz und die mit Fußwasser beginnenden Gaben dargebracht; nach der Sitzverehrung mit dem Grundmantra folgt die Verehrung der Umfassungen.
19.777 Im Dreieck stehen Rati, Priti und Manobhava, bei den Staubfäden die sechs Glieder und in den Blattmitten die Mütter.
19.778 Im zweiten achtblättrigen Lotus werden die mit Asitanga beginnenden Bhairavas verehrt. Im sechzehnteiligen Kreis stehen Vama, Jyeshtha, Raudri und Prashantika …
19.779 … Shraddha, Maheshvari, als siebte Kriyashakti, Sulakshmi, Srishti, Mohini, Prathama und Charini …
19.780 … Vidyullata, Chitshakti, Surapa, Nanda und Nandabuddhi, die als sechzehnte bezeichnet wird. [Bei getrennter Lesung von Prathama und Charini ergeben sich siebzehn Namen; die uneindeutige Abgrenzung wird nicht stillschweigend korrigiert.]
19.781 An den vier Richtungen des Quadrats stehen Matangi, Mahamatangi, Lakshmi und Mahalakshmi; anschließend folgen die mit Südosten beginnenden Ecken.
19.782 Zunächst wird die mit Dhruva beginnende Gruppe verehrt, dann die höchste Matangi. Die Namen aller Umfassungs-Shaktis stehen im Dativ und enden auf Namah. [Die Gruppe Dhruvādi wird hier nicht näher ausgeführt.]
19.783 Vighnesha, Durga, Vatuka, Kshetrapala, die Richtungsgottheiten und die Waffen mit dem Vajra werden verehrt; so werde Mantravollendung erlangt.
19.784 Bananenstämme als Opfergaben sollen Genuss verleihen, Bilva-Blätter oder -Früchte Königsherrschaft und Gaben vom Brahma-Baum Einfluss auf die Menschen.
19.785 Amrita-Stücke sollen Krankheiten beseitigen, Nimba und Reis Wohlstand gewähren, Salz Trockenheit, Tagara und Vetasa Wasser beziehungsweise Regen bringen.
19.786 Salz mit Nimba-Öl wird der Vernichtung eines Feindes zugeordnet; Kasha mit Kurkumapulver seiner Hemmung. [Ein zusätzlicher Ausdruck adhikāśanam ist unklar; historische Schadensmagie.]
19.787 Als acht Duftstoffe werden rotes Sandelholz, Kampfer, Mamsi, Kumkuma, Rocana, Sandelholz, Agaru und erneut Kampfer genannt. [Die Wiederholung steht in der Vorlage.]
19.788 Ein Feueropfer damit soll die Welt unter Einfluss bringen; zerrieben, zehntausendfach besprochen und als Tilaka verwendet, sollen sie allgemein beliebt machen.
19.789 Bananenfrüchte sollen alle Wünsche erfüllen. „Wozu viele Worte? Verehrt, erfüllt Matangi den Menschen ihre Wünsche.“
19.790 Es folgt ein nächtliches Figurenritual mit Khadira-Feuer, hundertacht Darbringungen und einer von der rechten Seite aus behandelten Figur. [Die Stoffangabe madhvaṣṭalola ist beschädigt.]
19.791 Eine aus Reismehl gefertigte Figur wird als Speise im Zusammenhang mit der Unterwerfung einer Frau genannt. Danach folgt eine andere Anwendung in einer als „kṛṣṇabhūtaniś“ bezeichneten Nacht, mit einem Gegenstand im Bauch einer Krähe.
19.792 Eine Umwicklung mit dunklem Faden, Scheiterhaufenfeuer und tausend Rezitationen werden genannt; das Weitergeben des so behandelten Materials soll den Empfänger zum Diener machen. [Die Bezüge des Gegenstands und der Gabe sind beschädigt; keine Rekonstruktion des schädigenden Rituals.]
19.793 So sind die Ganeshas der westlichen Überlieferung beschrieben. Die Zahl der in Kashi von Weisen, Göttinnen und anderen verehrten Gestalten ist unermesslich.
19.794 Für ihre Mantras werden Om, der Name im Dativ, Namah und die eigene Keimsilbe genannt; die Wiederholung umfasst hunderttausend Rezitationen je Silbe.
19.795 Als Feueropfergaben gelten Zuckerrohrstücke, Sesam, Lotusse und weitere Stoffe sowie Modaka-Süßigkeiten, jeweils mit den drei süßen Stoffen verbunden.
19.796 So gewähren die mit Bindu beginnenden Vinayakas Früchte; ebenso die mit Akarsha beginnenden Vatukas und die übrigen genannten Gottheiten.
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten, von Shri Mahamaya und Mahakala gebilligten Meru Tantra der neunzehnte Prakāśa über die Ganesha-Mantras der westlichen Überlieferung.
Zwanzigster Prakāśa: Ucchishta-Ganesha und die Deutung des linken Ritualwegs
20.1 Shri Shiva sprach: Nun erläutere ich die Vollendung gewährenden Formen der nördlichen Überlieferung. „Hastipishachi Lih Lih Svaha“ wird als neunsilbiger Mantra genannt.
20.2 Kankala ist sein Seher, Virat sein Versmaß; die Gottheit ist Ucchishta-Ganesha, der alle Fülle verleiht.
20.3 Die fünf Glieder entstehen aus Abschnitten von zwei, drei, einer, einer und zwei Silben. Meditation, Verehrung und Vorbereitung entsprechen Vakratunda. Neunhunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen; nun folgen die Wunschanwendungen.
20.4 Ein Bild des erhabenen Ganesha wird aus Nimba-Holz hergestellt, in der Größe des Daumens der Zielperson.
20.5 Seine Berührung während der Mantrawiederholung soll den gewünschten Erfolg bringen. Als Zeit werden der sechste und der vierzehnte Tag der dunklen Monatshälfte genannt.
20.6 Mitternächtliche Rezitation im Ucchishta-Zustand, also nach dem Essen unter bewusster Einbeziehung des rituell als unrein geltenden Restes, soll das Gewünschte verfügbar machen.
20.7 Ein Verfahren namens Hastakrishti schreibt den Namen der Zielperson auf Birkenrinde, umgibt ihn mit dem Mantra und verbindet konzentrierte Rezitation mit dem Betreten des Blattes.
20.8 Ein entsprechend beschriebenes und verehrtes Blatt soll unter Erinnerung an die Zielperson die ganze Welt unter Einfluss bringen.
20.9 Das auf dem Kopf getragene Yantra und ungeteilte Mantrawiederholung sollen augenblicklich einen König oder dessen Gemahlin herbeiziehen.
20.10 Betelblätter, Blüten, Gewänder, Schmuck, Früchte, Wurzeln und weitere Dinge werden einundzwanzigmal besprochen und der gewünschten Person gegeben.
20.11 Dies gilt als Verfahren zur Unterwerfung aller Menschen; Sandelholzräucherung soll einen König unter Einfluss bringen.
20.12 Nimba-Holz, scharfes Öl und Krähenfedern werden einem Opfer im Scheiterhaufenfeuer zugeschrieben, das einen Feind vertreiben soll. [Historische Schadensmagie.]
20.13 Eulen- und Krähenfedern mit Fett und Blut derselben Tiere im Leichenplatzfeuer sollen zwischen einander zugetanen Menschen Feindschaft erzeugen.
20.14 Eine Feindesfigur wird aus Ton von der Töpferscheibe, Staub aus der Fußspur des Feindes, Leichenplatzasche und Material vom Abreiben des Körpers beschrieben.
20.15 Auf ihr Herz wird der Name geschrieben und mit dem Grundmantra umgeben; nach dem rituellen Einsetzen des Lebenshauchs wird sie in ein Gefäß mit Gift und Blut gestellt.
20.16 Konzentrierte Mantrawiederholung soll dann selbst einen von Gottheiten geschützten Feind töten. [Dokumentation eines magischen Tötungsrituals, keine Handlungsanleitung oder Wirkungsbestätigung.]
20.17 Für eine andere Anwendung wird Asche eines auf dem Scheiterhaufen verbrannten Ehepaares genannt, verbunden mit Rocana und Kumkuma; damit werden Namen auf Birkenrinde geschrieben. [Die Verbindung der Schreibstoffe ist sprachlich unsicher.]
20.18 Mit dem Grundmantra umgeben und rituell belebt, soll das Blatt nach hundertacht Wiederholungen zwei verfeindete Menschen sogleich miteinander befreunden.
20.19 Ein weiterer Ucchishta-Ganesha-Mantra wird aus „Om Hrim Klim Hrim Hrim Hrim Ghem Ghem Phat“ gebildet …
20.20 … und mit Svaha abgeschlossen. Die Silbenzahl wird durch Bhava verschlüsselt angegeben. Meditation, Seher und Anwendungen entsprechen dem Vorigen; vorgesehen sind hunderttausend Wiederholungen je Silbe. [Die Zählung ist gegenüber der überlieferten Lautfolge unsicher.]
20.21 Ein weiterer großer Ucchishta-Mantra beginnt mit „Om Hrim Krim Hrim Hum Ghem Ghem Phat“.
20.22 Danach nennt der Text „Ekadamshtraya Hastimukhalambodaraya Ucchishtatmane Kram Krum Hrim Hrim Ghe Ghe Svaha“: „Dem Einzähnigen, Elefantengesichtigen, Großbäuchigen, dessen Wesen Ucchishta ist“. [Die Anmerkung bietet abweichende Silben, darunter Klum.]
20.23 Die Formel wird als siebenundzwanzigsilbig bezeichnet; die Bestimmungen entsprechen dem sechssilbigen Vakratunda-Mantra. Wird nur „Hastimukhaya“, der Elefantengesichtige im Dativ, an der bezeichneten Stelle eingefügt …
20.24 … so wird eine dreiundzwanzigsilbige Fassung genannt. Die Gottheit ist Ucchishta-Gananatha; Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem Zusammenhang. [Die Verkürzungsregel ist in Text und Anmerkung nicht eindeutig.]
20.25 Anwendungen wie zuvor; im Kali-Zeitalter werde rasche Vollendung verheißen. Nun folgt eine als sechsundzwanzigsilbig bezeichnete Formel.
20.26 Sie beginnt mit „Om Namo Bhagavate Ekadamshtraya Hastimukhalambodaraya Ucchishtamahatmane“ …
20.27 … und endet nach dem Vers mit Kraum Klaum Hraum Hrum Ghem Ghem Svaha. Seher und Zuordnungen gelten wie zuvor; aus den Keimsilben werden die sechs Glieder gebildet, Meditation und Verehrung bleiben gleich. [Vers und Anmerkungen bieten unterschiedliche Lautfolgen; keine bereinigte Gesamtformel.]
20.28 Ein weiterer großer Mantra wird als zwölfsilbig bezeichnet und nennt Hrim, Gam, „Hastipishachi“ sowie einen beschädigten Anschluss vor Svaha.
20.29 Meditation und Verehrung entsprechen dem neunsilbigen Mantra; die Vorbereitung umfasst 1.200.000 Wiederholungen, die Anwendungen bleiben wie zuvor.
20.30 „Om Namah Ucchishtaganeshaya“ wird als zehnsilbige Formel genannt: Verehrung Ucchishta-Ganeshas. Meditation, Verehrung und Anwendungen entsprechen dem bereits erläuterten zehnsilbigen Verfahren. [Die Namensform lautet Ucchiṣṭagaṇeśāya.]
20.31 Wird der neunsilbige Mantra an diesen zehnsilbigen angehängt, entsteht eine neunzehnsilbige, besonders vollendungswirksame Formel.
20.32 Meditation und Verehrung entsprechen dem neunsilbigen Mantra; die sechs Glieder werden durch eine beschädigte Zahlenfolge bestimmt. [Die beigefügte längere Formel gehört dem Zusammenhang nach zur folgenden Variante.]
20.33 Nun folgt ein zweiunddreißigsilbiger Mantra, beginnend mit Om und den Dativformen von Hastimukha und Lambodara.
20.34 Es folgen Ucchishta-Mahatman im Dativ, Am Krim Hrim Klim Hrim Ham, zweimal Ghe und „Ucchishtaya Svaha“. [Die Anmerkung zu 20.32 hat an mehreren Stellen andere Keimsilben.]
20.35 Für die sechs Glieder werden Abschnitte von sechs, fünf, sieben, sechs, sechs und zwei Silben genannt. Bei diesen Ucchishta-Gananatha-Mantras wird keine weitere Mantra-Prüfung verlangt …
20.36 … insbesondere nicht mittels Siddhi- und ähnlicher Diagramme. Vom Guru empfangen, sollen sie Vollendung verleihen; sie seien geheim zu bewahren und nicht beliebig zu verbreiten.
20.37 Ohne diese Grundlage gelinge die Verehrung des linken Weges nicht; andernfalls drohten Verlust des sozialen Standes, Armut und Ende der Nachkommenschaft. [Rituelle Drohaussagen der Quelle.]
20.38 Nun werden die zugehörigen Shaktis erläutert. Sie seien vor Brahmanen, besonders vor Anhängern vedischer Rituale, geheim zu halten.
20.39 Die Formel nennt „Ucchishtachandalini Sumukhi Mahapishachini Hrim“ und dreimal Va mit Bindu beziehungsweise Visarga.
20.40 Die beigefügte Fassung lautet „Ucchishtachandalini Sumukhi Mahapishachini Hrim Vam Vam Vah“; sie wird als zwanzigsilbig bezeichnet und soll Wünsche erfüllen und Hindernisse abwehren.
20.41 Die Göttin sitzt auf einem Leichnam, trägt rote Gewänder, roten Schmuck und eine prächtige Halskette.
20.42 Sie wird rot und als sechzehnjährig mit voller, hoher Brust beschrieben. Nach einer Gabe aus Essensresten folgt auf sie gerichtete Rezitation. [Ikonographische Beschreibung einer Gottheit.]
20.43 Wer Vollendung suche, rezitiere ihren Mantra im Ucchishta-Zustand; dadurch würden alle Siddhis entstehen.
20.44 Auf einem aufgeschütteten Ritualplatz wird ein quadratisches Mandala bereitet und mit dem Grundmantra der Göttin verehrt.
20.45 Darin wird Feuer entzündet und die Göttin in Feuergestalt betrachtet. Tausend Opfergaben aus Dickmilch, weißem Senf und Reis sollen einen König unter Einfluss bringen.
20.46 Katzenfleisch als Opfergabe soll eine höchste Vidya verleihen, die Waffen und Lehrschriften beherrscht. [Historisches Tieropfer- und Machtversprechen.]
20.47 Tausend Gaben aus Ziegenfleisch mit Honig werden mit der Erlangung von Vermögen verbunden.
20.48 Zucker, Ghee und Milchreis sollen innerhalb eines Monats die vierzehn Wissensgebiete zur Vollendung bringen.
20.49 Ein Menstruationstuch, Honig und Milchreis als Opfergaben sollen die drei Welten unter Einfluss bringen. [Historisches Körperstoffritual.]
20.50 Zehntausend Betelblattgaben mit Honig und Ghee sollen die acht Siddhis verleihen.
20.51 Menschen- und Katzenfleisch mit Ghee, Honig und Haaren eines Chandala werden einem Anziehungsritual zugeordnet. [Dokumentation eines transgressiven Ritualtextes; keine Empfehlung zur Beschaffung oder Verwendung dieser Materialien.]
20.52 Reiherfleisch mit Honig wird mit Wissen, Vermögen und vorzüglichen Frauen verbunden. [Der Schlussausdruck ist beschädigt.]
20.53 Süßer Arka sowie Kuckucks- und Krähenfedern im Scheiterhaufenfeuer sollen Feinde vernichten.
20.54 Dasselbe zuvor beschriebene Verfahren mit Scheiterhaufenholz wird für die Vertreibung von Feinden genannt.
20.55 Fortgesetzte Opfergaben aus Eulen- und Krähenfedern sollen Gegner in gegenseitige Feindschaft und Streit treiben.
20.56 Eulenfedern werden einem tausendfachen Opfer zugeschrieben, das bei einer Frau eine Fehlgeburt herbeiführen soll. [Magisches Gewaltversprechen gegen Schwangere; keine sichere oder zulässige Anwendung.]
20.57 Ein Monat mit Bilva-Blättern, Honig und Ghee als Opfergaben soll selbst einer kinderlosen Frau einen vorzüglichen, langlebigen Sohn bringen.
20.58 Täglich morgens hundertacht Hibiskusblüten mit Ghee über sechs Monate werden einem Anziehungsritual zugeordnet.
20.59 Götter-, Gandharva- und Naga-Frauen würden dann, vom Begehren ergriffen, herbeieilen und den Ausführenden heftig umarmen. [Mythisches Wirkversprechen.]
20.60 Sesam mit Milchreis wird für den Erwerb großer Vidya und umfassender Kenntnis der Lehrschriften genannt. [Die nähere Zahl- beziehungsweise Umfangsangabe ist unsicher.]
20.61 Ruru-Wildfleisch mit Honig soll Wissen, Vermögen und die Beherrschung aller Lehrschriften verleihen.
20.62 Nach dem Essen werden täglich eine Gabe an die Göttin und hundertacht Mantrawiederholungen im Ucchishta-Zustand genannt.
20.63 Als Orte gelten ein abschreckender Platz, ein Leichenplatz, ein leeres Haus oder eine Kreuzung; dort soll die Gabe die Göttin sichtbar erscheinen lassen.
20.64 Dies sei sorgfältig geheim zu halten. Dem Guru sei mit dem eigenen Körper und Vermögen hingebungsvolle Verehrung zu erweisen.
20.65 Nun wird die Unterscheidung von linkem und rechtem Weg erläutert, die im Kali-Zeitalter auf Vishnus Bitte in allen Tantras verborgen worden sei.
20.66 Menschen werden als gebundene Wesen, Pashus, bezeichnet; auch Menschen, Götter und Asuras teilen mit Tieren die Neigungen zu Essen, Trinken und geschlechtlicher Vereinigung. [Die erste Satzverbindung ist beschädigt; paśu trägt zugleich die Bedeutung „Tier“ und „gebundenes Wesen“.]
20.67 Darin sind sie einander ähnlich. Kälte, Hitze und die weiteren sechs Wogen bedrängen alle; genannt wird eine Ausnahme für Shivas Anandavana. [Die Schlussverbindung ist unsicher.]
20.68 Beide haben aufgrund von Begehren, Zorn und ähnlichen Regungen denselben Gang. Weshalb gelten Menschen dennoch als vorzüglich? Das will ich dir erklären.
20.69 Mit einem Tierkörper lässt sich kein bewusstes Mittel für eine andere Welt verwirklichen; mit einem Menschenkörper ist dies möglich. Deshalb gelten Menschen als vorzüglich.
20.70 Wer nach der ihm zugewiesenen Pflicht lebt, erlangt eine jenseitige Welt und wohnt im Himmel, solange sein Verdienst reicht.
20.71 Darauf folgen Geburt in einem wohlhabenden Haus und Gemeinschaft mit Guten. Wird der Mensch beim Hören der Lehre aufmerksam, werde er später als Brahmane in einer Familie vedischer Gelehrter geboren. [Historische Rangordnung des Textes; die Schlusslesung kale ist gestört.]
20.72 Bleibt er auch dort aufmerksam und der Brahman-Pflicht ergeben, so werde er in Shivas Anandavana innerhalb der Versammlung eingeweiht.
20.73 Ein anderer, der zwar seine Pflicht erfüllt, aber keine Erkenntnis hat, werde in anderen Geburten geboren; kraft seines Dharma befreie Shiva ihn in Kashi. [Der weitere Satz über Zeitanteil, Wiederholung und Lebensdauer ist beschädigt.]
20.74 Verehrung ist zweifach: mit Begehren und frei von Begehren. Die begehrensfreie ist der Same der Befreiung; die begehrensgebundene ist der Same weiteren Werdens.
20.75 Der rechte Weg gilt als vorzüglich, der linke als noch vorzüglicher. Wer den linken Weg wirklich versteht, gilt als höchster Guru. [Selbstverständnis der hier vertretenen Überlieferung.]
20.76 „Ich kenne ihn vollständig“, sagt Shiva; Sanaka und die anderen zu drei Vierteln, Vasishtha und die anderen zur Hälfte, Indra und die anderen zu einem Viertel.
20.77 Die Nathas kennen ein Sechstel, andere Menschen nur einen millionstelartigen Bruchteil; dennoch würden Millionen in Wurmgeburten geraten. [Koṭi bezeichnet zehn Millionen; die Verbindung von Teilwissen und Wiedergeburt ist knapp.]
20.78 „Wer berauschendes Getränk trinkt, wird schon im Leben befreit; wer die Vereinigung vollzieht, wird fähig, die drei Welten hervorzubringen.“ [Die folgenden Verse entfalten ausdrücklich mehrere, darunter innere yogische Bedeutungen dieser Aussagen.]
20.79 „Wer Fische isst, ist Shiva; wer Mudra verzehrt, wird Herr der Siddhis.“
20.80 „Wer Fleisch isst, weshalb sollte er den Tod fürchten?“ Dies hat drei Bedeutungen: eine sattvische, eine rajasische …
20.81 … und eine tamasische. Zuerst wird die erste Bedeutung des linken Weges erläutert; wer sie erkennt, gilt als befreit.
20.82 Shri Krishna habe diesen linken Weg Arjuna gelehrt. Shiva erklärt, er habe dies in der Betrachtung gesehen. [Die anschließende Seherzuordnung ist im Wortlaut unsicher.]
20.83 Ob Chandala, Turushka, Brahmanentöter, Neidischer oder vedischer Gelehrter: Wer dem linken Weg angehört, könne Genuss und Befreiung erlangen. [Historische, teils abwertende Gruppenbezeichnungen der Quelle.]
20.84 Der weise Shukadeva habe diesen Weg während seines Verweilens im Mutterleib erkannt. Wer ihn schmähe, werde als Wurm im Kot geboren. [Polemische Drohaussage des Textes.]
20.85 Shiva habe drei Tantras für den linken Weg geschaffen: eines für Dattatreya, ein anderes für Shri Krishna …
20.86 … und das dritte für die Göttin. Dattatreya habe damit in zwei Weltaltern viele Menschen, darunter Angehörige der Vrishni, befreit.
20.87 Mit der Shri Krishna gegebenen Lehre seien im Dvapara-Zeitalter Menschen aus dieser Welt in die Götterwelt geführt worden. [Die mittlere Satzverbindung ist beschädigt.]
20.88 Das der Göttin gegebene Tantra habe dagegen sogar Gelehrte im Samsara verwirrt – wie viel mehr andere!
20.89 Nun wird dessen in allen Tantras verborgene Essenz erläutert: Die Kundalini-Shakti wird durch Hatha-Yoga erweckt, als hungrig vorgestellt und ihr der Jiva gezeigt. [Es folgt eine initiationsgebundene innere Symbolik, keine selbstständig auszuführende Technik.]
20.90 Wenn sie den Mund öffnet, um den Jiva zu verschlingen, strömt der Mondnektar aus dem Kopf in ihren Mund.
20.91 Dies heißt das Alter und Tod überwindende „Trinken des berauschenden Getränks“ der Vamas. Wieder und wieder davon trinkend, werde der Körper still wie Holz.
20.92 Im Körper wirken noch vielfältige Handlungen aus dem Schwung früheren Karmas; der Jiva aber erlangt Einheit mit dem Selbst und ist von ewiger Glückseligkeit erfüllt. Wenn die Gleichsetzung mit dem Körper schwindet, wird der Übende Maheshvara.
20.93 Wie das vom Töpfer in Bewegung gesetzte Rad weiterläuft, so handelt sein Körper aufgrund des Karmas weiter, während er selbst ohne Ich-Anmaßung ist.
20.94 Wie das Abschneiden herausgewachsener Haare und Nägel keinen Schmerz bereitet, so werde der Wissende durch Schläge gegen den Körper nicht innerlich leidend. [Asketisches Ideal des Textes, keine Aufforderung zur Verletzung oder zum Übergehen von Schmerz.]
20.95 Das Leben ist allgegenwärtig; wie Haare und Nägel wachsen, setzt sich auch die Tätigkeit seines Körpers fort.
20.96 Wie der lebendige Baum nach dieser Vorstellung Schmerz nicht empfindet, so werde der vom „Mondgetränk“ Erfüllte von Begehren und ähnlichen Regungen nicht erfasst. [Vergleich und Naturvorstellung der Quelle.]
20.97 Die Pranas von Ida und Pingala werden in die Sushumna gelenkt. Sushumna gilt als Shakti, der Jiva als höchster Shiva; ihre Vereinigung wird hier „Liebesvereinigung“ genannt.
20.98 Dieses Glück übertreffe das körperliche Glück beim Samenerguss, wenn der Atem der Sushumna nahekommt, um ein Vielfaches. [Die Steigerungszahl ist im Wortlaut gestört.]
20.99 Die großen Yogis im Samadhi sind durch dieses Glück erfüllt; tausend Weltalter erscheinen ihnen wie ein Augenblick. Dies sei die wahre Vereinigung; die andere nennt der Text abwertend die Vereinigung von Eseln.
20.100 Die fünf Kleshas sind die „Fische“; sie werden durch Unterscheidungskraft überwunden. Die Wegweiser zur Befreiung nennen dies „Fischessen“. [Die Verblesung japet ist im Zusammenhang unsicher.]
20.101 Wenn keine Bindung mehr an Kleshas, Handlungen, deren Reifung und latente Eindrücke besteht, wird das glückselige Selbstsein verwirklicht.
20.102 Die Freude, die aus dem Selbst entsteht, wird „Mudra“ genannt. Ihre Formen sind Dharana, Dhyana und Samadhi, die Befreiung gewähren.
20.103 Was die Bindung an den Körper erzeugt, heißt hier „Fleisch“: Durch Unwissenheit ist der Jiva an die Schlinge des Körpers gebunden.
20.104 Das Verzehren der Unwissenheit wird deshalb „Fleischessen“ genannt. Aus dem Schwinden der Unwissenheit und dem Aufgang der Erkenntnis entsteht Befreiung.
20.105 Damit ist die Dattatreya gelehrte sattvische Bedeutung erläutert. Durch diesen linken Weg werde unweigerlich Befreiung erlangt.
20.106 Nun vernehmt den wesentlichen Sinn des Shri Krishna anvertrauten Tantra-Königs. In den Schriften gilt: Was jemand gibt, das empfängt er.
20.107 „Im Fleischessen, im berauschenden Getränk und in geschlechtlicher Vereinigung liegt die natürliche Neigung der Wesen; die Abkehr davon aber trägt große Frucht.“ [Der Vers beginnt wörtlich mit der Aussage, darin liege kein Fehler; der Zusammenhang unterscheidet natürliche Neigung und befreienden Verzicht.]
20.108 Das Verwirrung bewirkende Getränk wird als verboten und zur Hölle führend bezeichnet; ein Brahmane auf dem vedischen Weg solle es nicht berühren.
20.109 Solange Veda und Opferaltar im Kali-Zeitalter auf Erden bestehen, solle ein Brahmane solches Getränk nicht gebrauchen. Zur rechten Zeit rituell verwendet, werde es dagegen mit Nektar verglichen. [Die Spannung der beiden Aussagen bleibt im Text bestehen.]
20.110 Mit dem Nektar entstanden, werde das Getränk am rechten Ort nektargleich; auch mit dem Gift entstanden, werde es entsprechend giftgleich.
20.111 Gayatri wird als Feuer bezeichnet. Ist sie aus dem Mund des Gurus nach vedischem Weg und bei Reinheit beider Familien empfangen worden …
20.112 … und fällt ohne Erkenntnis ein Tropfen in dieses Mundfeuer, oder handelt jemand als Betrüger mit Worten aus Geldgier, so werde er hier leidvoll und nach dem Tod zum Rakshasa. [Die Satzverbindung ist beschädigt; die Drohung wird als Aussage der Quelle wiedergegeben.]
20.113 Wer dagegen durch den Guru tantrisch geweiht und in die entsprechenden Handlungen eingeführt sei, erlange einiges Glück und werde nach dem Tod ein Herr über Hunderttausende.
20.114 Ein Nichtbrahmane, der Vishnu verehre und mit Surā sättige, erlange Glück und gehe nach dem Tod in Brahman ein. Gaudi, Paishti und Madhvi werden als drei Arten von Surā bezeichnet.
20.115 Diese seien für Kshatriyas und Vaishyas unerwünscht – umso mehr für Brahmanen. Wer jedoch das mit Mantra geweihte, von der Shakti übriggelassene Getränk trinke, müsse nicht erneut Muttermilch trinken, also nicht wiedergeboren werden. [Historische Unterscheidung von Verbot und ritueller Ausnahme.]
20.116 Für einen Brahmanen, der durch betrügerische Formeln getäuscht und zum Trinker geworden sei, wird nun ein Weg der Rettung beschrieben.
20.117 Er solle vedische Handlungen aufgeben, Tulasi nicht berühren und sich allein einem Kaula anschließen, unabhängig davon, ob dieser Chandala oder Turushka sei; mit anderen Brahmanen solle er keinen Umgang pflegen. [Überlieferungsspezifische Abgrenzung, keine heutige Verhaltensempfehlung.]
20.118 Täglich verehre er die Göttin und suche die Gemeinschaft der Shaktas; die Shakti werde als Gottheit betrachtet, er selbst als deren göttlicher männlicher Partner.
20.119 In dieser inneren Haltung pflege er die Gemeinschaft mit Shaktas. Atemlenkung, Heilmittel und Mantra werden im folgenden Sexualritual als Mittel genannt …
20.120 … um den Samenerguss während der Rezitation zurückzuhalten; der spätere Erguss in das als Shakti-Feuer bezeichnete weibliche Gegenüber wird einem Feueropfer von einem Zehntel zugeordnet. [Eine Partnerbezeichnung und der zeitliche Bezug sind beschädigt; historische, initiationsgebundene Sexualsymbolik.]
20.121 Erneute Vereinigung und beide Sexualflüssigkeiten werden als Tarpana, eine weitere Vereinigung als rituelle Besprengung gedeutet. Der Text nennt dafür acht Tage.
20.122 Am neunten Tag werden fünf Shaktis bewirtet; danach werde die Gottheit zur Segensspenderin. [Die Passage 20.119–122 dokumentiert den Ritualtext und empfiehlt keine Selbstpraxis.]
20.123 Verschiedenen Fischarten werden unterschiedliche Zeiten ritueller Sättigung zugeschrieben: Rohita einem Jahr, Madgura einem Monat, Timi drei Nächten und Shringi zwei Tagen.
20.124 Für eine Speise namens Shakti-Mudra werden acht Teile Urdbohnenmehl, sechs Teile Ziegenfleisch und vier Teile gut gegarten „sura“ genannt. [Die dritte Stoffbezeichnung ist nicht eindeutig.]
20.125 Hinzu kommen zwei Teile Reis sowie angemessen Bockshornklee, Asafoetida, Kreuzkümmel und Salz; die Mischung wird mit Surā verknetet.
20.126 Zu Scheiben geformt, in Betelblätter gewickelt und in einem Wassergerät gegart, heißt sie Shakti-Mudra. [Historische rituelle Speisebeschreibung.]
20.127 Eine weitere Mudra beginnt mit einem unsicher bezeichneten Stück vom Karkara und Cavya, im Gerät gegart, sowie Urdbohnen, Straucherbsen, Linsen und Kichererbsen.
20.128 Mit gleichen Teilen Mehl und Gewürzen wie Asafoetida vermischt und in scharfem Öl als Kügelchen ausgebacken, ergibt sich eine andere Mudrika.
20.129 Für die Herstellung aller solchen Mudras, ob im Wasser oder außerhalb, werden Surā, ein anderes berauschendes Getränk oder Asava als Beigabe verlangt.
20.130 Eine Mischung aus Weizenmehl und gegartem Fleisch wird drei Tage in Wasser belassen, bis sie sauer geworden ist. [Historische Zubereitung; keine Empfehlung zur Lebensmittelherstellung.]
20.131 Fein zerteilter Fisch, Urdbohnenmehl und Linsenmehl werden in ein Weizengebäck gefüllt und in Ghee gegart; dies gilt als eine die Shaktis besonders sättigende Mudra.
20.132 Dharika, Purika, Veshtani und Purnapurika werden als Mudrikas für Shaktis des rechten Weges bezeichnet.
20.133 Gut gegartes Fleisch und Fischfleisch werden mit gegarten, gespaltenen Hülsenfrüchten vermischt. [Die Pflanzenbezeichnung harimantha ist unsicher.]
20.134 Nach gründlichem Zerreiben wird die Mischung in einem Gefäß mit Ghee gegart; hinzu kommen zu gleichen Teilen feines Mehl, Pfeffer und ein Blattgewürz.
20.135 Nelke, kleiner Kardamom, Jati, Kankola und Kampfer werden nach Bedarf hinzugefügt und feste Modakas geformt. Diese Mudra gilt als besonders erfreulich für die Ganeshas des linken Weges.
20.136 Urdbohnen, Makushtha-Bohnen, Kichererbsen, Mungbohnen und Straucherbsen werden zu gleichen Teilen fein gemahlen und mit Dickmilch vermischt.
20.137 Kleine Kügelchen daraus, mit Zucker verbunden und mit Kardamom und anderen Duftgewürzen bestäubt, gelten als weitere Mudrika.
20.138 Gut gegartes Fleisch wird in senfkorngroße Stückchen geteilt, in der Sonne getrocknet und in der sechsfachen Menge Ghee gegart …
20.139 … dann mit Milch eingekocht, bis es eine feste Masse bildet. Gleich viel feines Mehl und Kampfer nach Geschmack kommen hinzu; dies wird als Gananathas geliebte Mudra bezeichnet.
20.140 Rebhuhnfleisch wird im Wassergerät gegart; eine gleiche Menge in Ghee geröstetes Kichererbsenmehl wird hinzugefügt …
20.141 … und die Mischung nochmals in Ghee gegart. Mit Zucker bildet sie eine den Ganeshas angenehme Mudrika.
20.142 Laddu-Kugeln aus den genannten Hülsenfrucht- und Weizenmehlen gelten als erfreuliche Mudrika für Ganesha des rechten Weges. [Die erste Stofffolge harimatsyakabindūnām ist beschädigt und wird nicht als sicheres Rezept ausgelegt.]
20.143 Für Nichtbrahmanen wird Fleisch besonders hoch bewertet, darunter Wild und Vögel wie Rebhühner; dem Fleisch des als Kaliyaka bezeichneten Tieres wird eine Sättigung von drei Tagen zugeschrieben.
20.144 Daneben werden acht Tage genannt. Die jeweils in einem Land als essbar geltenden Fleischarten sollen der Gottheit entsprechend dargebracht werden. [Der Bezug der ersten Zeitangabe bleibt unklar.]
20.145 Das für den rechten Weg beschriebene Verehrungs-Yantra wird mit den acht Duftstoffen oder mit Safran, Kampfer und Rocana gezeichnet.
20.146 Für den linken Weg nennt der Text „die erste Blüte“, eine euphemistische Körperstoffbezeichnung, als Schreibstoff; sechs Monate Verehrung sollen rasche Vollendung bringen. [Historisches transgressives Ritual.]
20.147 Als Ersatz werden Blut beziehungsweise Ausscheidungen einer jungen erwachsenen Wöchnerin, danach Menstruationsblut einer gesunden jungen Frau genannt. [Die genaue Stoffbezeichnung rajas ist im ersten Fall nicht eindeutig.]
20.148 Fehlen diese, wird eine Aparajita-Blüte mit aufgetragenem, verriebenem roten Sandelholz genannt.
20.149 Damit werde das Yantra nach dem Grundverfahren gezeichnet; als weitere Ersatzstoffe folgen Surā, Ghee und rotes Sandelholz. [Die Verbindung mūlamārgāt ist unsicher.]
20.150 So gezeichnet, erfreue das Yantra die Gottheit. Der Text verweist für den linken Weg auf den neunten Prakāśa.
20.151 Wer in den linken Weg eingetreten sei und die regelmäßige Verehrung unterlasse, lasse die Gottheit hungrig werden; sie werde Nachkommenschaft und Vermögen verzehren. [Rituelle Drohaussage.]
20.152 Jährliche Verehrung sowie kürzere, durch wiederholtes Halbieren bezeichnete Zeiträume werden mit den genannten Yantra-Stoffen verbunden. Der Schluss verknüpft den linken Weg, Armut und Verlust in widersprüchlicher Form. [Keine sichere Verhaltensregel aus der beschädigten Lesung nirdhanenaiva … kṣayāvahaḥ.]
20.153 Bei der geschlechtlichen Vereinigung soll der Anhänger des linken Weges diese Vorstellung halten: Das männliche Organ ist Shiva, das weibliche Shakti, die Flüssigkeit heiliges Gangeswasser.
20.154 Mit dieser inneren Betrachtung werde die Vereinigung befreiend; ohne sie führe bloßer Geschlechtsverkehr nach der Aussage des Textes zur Hölle. [Ritualtheologische Wertung.]
20.155 Auch das Töten eines Lebewesens werde für den Vama-Anhänger nur unter einer besonderen Deutung als nicht sündhaft erklärt; andernfalls drohe die Hölle. [Die folgende Rechtfertigung ist die Position der Quelle, keine ethische Zustimmung.]
20.156 Die Deutung setzt bei der Unvermeidlichkeit von Tod und Krankheit an: Das Tier werde zur Tilgung seiner Verfehlungen und zu seinem Übergang …
20.157 … in die Götterwelt getötet, auch zu seinem Glück. Eine beschädigte Opferformel verbindet den höheren Gewinn der Gottheit mit dem Töten beziehungsweise dem Vernichten der Dunkelheit.
20.158 Wer unter dieser Betrachtung töte, erfreue die Gottheit. Der Text erklärt ferner, frühere Verehrer des linken Weges …
20.159 … könnten als opfergeeignete Tiere geboren sein und durch das Aufgeben des Lebens in Gegenwart der Gottheit in die Götterwelt eingehen. [Historische Rechtfertigung von Tieropfern.]
20.160 Der Anhänger des linken Weges soll in allen Frauen die Göttin sehen und weder hart noch verletzend zu ihnen sprechen.
20.161 Die eigene Gemahlin und andere Frauen, darunter mythische Yakshinis, werden als mögliche Partnerinnen genannt; dies bezeichnet die Quelle als ewigen Dharma. [Überlieferungsspezifische Sexualethik.]
20.162 „Bei der späteren“ solle kein Samenerguss bewirkt werden; auch die Berührung von Chandala-Frauen solle nicht als Verunreinigung gelten. [Der erste Bezug uttarāyām ist nicht eindeutig.]
20.163 Es folgt ein Ritual in Gegenwart einer menstruierenden Frau mit einer vorbereitenden Mantraübung und einem Feueropfer ausschließlich aus Surā. [Die Quelle verbindet dies ausdrücklich mit der Betrachtung ihres Genitalbereichs; initiationsgebundene Sexual- und Körperstoffsymbolik, keine Selbstpraxis.]
20.164 Aus der Feuergrube erhebe sich die Göttin mit sichtbar werdender oberer Körperhälfte und sage: „Wähle einen Segen!“ Der Verehrer könne seinen Herzenswunsch erbitten.
20.165 Als Orte nennt der Text Leichenplatz, leeres Haus, heiligen Baum, Leichnam, Schädel, Abtritt, leeren Tempel und eine Stätte berauschender Getränke; dort würden die Gottheiten weilen.
20.166 Für diesen Weg werden die Verehrung eines Shalagrama, die Berührung von Tulasi, Pilgerreisen und das Bad im Ganges ausgeschlossen. [Rituelle Abgrenzung der Quelle, keine allgemeine Aussage über den Wert dieser Praktiken.]
20.167 Anstelle eines Bades wird Japa mit einem als „prathamartu“ bezeichneten Stoff und einem unter den Sitz gelegten Tuch genannt. [Die Stoff- und Altersbezüge sind nicht eindeutig; das Körperstoffritual wird nicht praktisch ausgeführt.]
20.168 Im linken Weg entstehe Vollendung meist nur, wenn der Guru selbst den Mantra vollendet habe; andernfalls werde man einem Preta-Wesen gleich.
20.169 Nun wird eine als subtil und erstaunlich bezeichnete Anwendung beschrieben, die im linken Weg rasch Vollendung gewähren soll.
20.170 Als Zeitpunkt nennt die Quelle den achten oder vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte an einem Dienstag; als Ort einen Ashvattha-Baum und als Materialien einen Menschenschädel, berauschendes Getränk, Fleisch, Reis und Hülsenfruchtspeise. [Historisches Schädel- und Speiseritual.]
20.171 An einem einsamen Platz unter dem Baum wird der Boden bestrichen und in acht Richtungen mit Pfählen im Abstand eines Danda abgegrenzt. [Die Maßanmerkung erläutert: acht Gerstenbreiten bilden einen Finger, vierundzwanzig Finger eine Elle, vier Ellen einen Danda und zweitausend Dandas einen Krosha.]
20.172 Eine siebenfädige Schnur wird tausendachtmal besprochen und gebunden; innerhalb der Abgrenzung folgt die Verehrung der Gottheit.
20.173 Die Göttin wird im Herzen vergegenwärtigt. Eine Lampe brennt mit Rizinusöl, ersatzweise mit Ghee einer braunen Kuh.
20.174 Als weitere Alternative wird Öl im Umfang eines Kudava genannt; der Docht besteht nach der Quelle aus achthundert Fäden.
20.175 Über der Lampe wird der Schädel zum Auffangen des Rußes aufgestellt; während der Mantrawiederholung soll der Blick allein auf die Lampe gerichtet bleiben.
20.176 Wenn die Hälfte des Öls verbrannt sei, erschienen Bhutas, Pretas und Pishachas in verschiedenen Gestalten und mit unterschiedlichen Stimmen, um den Übenden zu erschrecken.
20.177 Er solle furchtlos bleiben, ihnen mit der linken Hand Speise hinlegen und den Blick weiterhin auf der Lampe halten.
20.178 Wenn nur wenig Öl verbleibe, werde die Göttin zur Segensspenderin; ihr werden Gabe, Lobpreis und Bitte dargebracht.
20.179 Erscheine die Gottheit aufgrund früheren Karmas nicht, werde nach dem Erlöschen der Lampe der Ruß genommen und die Göttin dort verehrt.
20.180 Der heimgebrachte Ruß gilt als vollendet; an den Augen angewandt, soll er die Welt unter Einfluss bringen und die weiteren Anwendungen ermöglichen. [Historische magische Augenzubereitung, keine Anwendungsempfehlung.]
20.181 Alle Anwendungen würden gelingen; der Satz über den Guru enthält jedoch die problematische Lesung „lolupeti“, „gierig“, und bleibt unklar. Die Augensalbe sei gut zu bewahren, andernfalls werde man zum Bhairava. [Keine Korrektur der beschädigten Guru-Aussage ohne gesicherte Vorlage.]
20.182 „So ist euch diese große, mit Ganesha verbundene Lehre mitgeteilt. Sprecht nun, ihr Götter: Was soll darüber hinaus noch gelehrt werden?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten, von Shri Mahamaya und Mahakala gebilligten Meru Tantra der zwanzigste Prakāśa über die Ganesha-Mantras der nördlichen Überlieferung.
Einundzwanzigster Prakāśa: Surya, der sichtbare Gott des Lichts
21.1 Shri Devi sprach: Erhabener Herr der Götter, ich habe die großen Ganesha-Mantras samt ihren Geheimnissen gehört, die im Kali-Zeitalter Vollendung gewähren.
21.2 Wie wird nun Divakara, der Sonnenherr, verehrt? Nenne seine Mantras und die Überlieferungsrichtungen, in denen sie gelehrt werden.
21.3 Shri Shiva sprach: Für ihn wird zunächst nur eine Überlieferungsrichtung genannt, die rechte. Er selbst berührt den reinen Brahmanen mit seinen Strahlen, seinen „Händen“.
21.4 Seine Verehrung setzt die Ausübung der eigenen Pflicht voraus. In allen vier Weltaltern ist er die unmittelbar sichtbare, allgemein anerkannte Gottheit.
21.5 Der Herr der Welt ist das Auge aller Götter. Ich werde seine Mantras erläutern; sei aufmerksam, Ambika.
21.6 „Om Ghrinih Surya Aditya“ gilt als achtsilbiger Mantra. Devabhaga ist sein Seher, Gayatri sein Versmaß und Ravi seine Gottheit.
21.7 „Tejojvalamane Hum Phat Svaha“, als zehnsilbiger Grundteil bezeichnet, bildet mit Satya am Anfang die Herzformel, mit Brahma am Anfang die Kopfformel.
21.8 Vishnu leitet die Scheitelformel ein, Rudra die Panzerformel, Agni die Augenformel und Sarva die Waffenformel. [Die Anmerkungen verbinden diese mit den üblichen Gliederabschlüssen; einzelne Fassungen lassen Svaha aus.]
21.9 Nach den sechs Gliedern ordnet der Lehrer die fünf göttlichen Gestalten an Kopf, Gesicht, Herz, Geheimbereich und Füßen an.
21.10 Es sind Aditya, Ravi, Bhanu, Bhaskara und Surya, verbunden mit fünf kurzen Vokalen. Danach werden die mit Om eingeleiteten Mantrasilben angeordnet. [Die Anmerkung nennt für Ghrinih Surya Aditya nacheinander Kopf, Gesicht, Kehle, Herz, Bauch, Geschlechtsorgan und Füße; ihre Vokalfolge ist uneinheitlich.]
21.11 Betrachtet wird der Sonnenherr mit Ohrringen, einem strahlenden Lotus in der Hand, auf einem Lotus sitzend und mit kostbaren Oberarmspangen geschmückt.
21.12 Er ist dreiäugig, rot und überaus freundlich. Nach der Verehrung des Yoga-Sitzes wird Ravi darauf verehrt.
21.13 An den vier Ecken, den Stellen von Dharma und den übrigen Sitzkräften, und in der Mitte werden vom Nordosten aus weitere Kräfte verehrt: Prabhuta …
21.14 … Vimala, Sara, Parama und Sukha. Außen folgt ein achtblättriger Lotus; an seinen Blattwurzeln werden weitere Kräfte verehrt.
21.15 Vom Osten aus und in der Mitte stehen Dipta, Sukshma, Jaya, Bhadra, Vibhuti, Vimala, Amogha, Vidyuta …
21.16 … und Sarvatomukhi. Sie sind feuerfarben und schön geschmückt. Als Keimsilben nennt der Text Ram, Rim, Rum, Raim, Rom, Raum …
21.17 … Ram und Rah. [Die Reihe ist gegenüber den neun Kräften nicht vollständig eindeutig.] Der achtzehnsilbige Sitzmantra verehrt den solaren Yoga-Sitz als Wesen von Brahma, Vishnu und Shiva und endet auf Namah.
21.18 Nach der Sitzverehrung wird mit „Khakholkaya Svaha“ und „Ich bilde die Gestalt“ die Gottheitsgestalt vergegenwärtigt.
21.19 Darin wird der Herr der Götter angerufen und als Surya verehrt. Außen wird ein achtblättriger Lotus gebildet, auf dessen Richtungsblättern die folgenden Gestalten stehen.
21.20 Aditya, Ravi, Bhanu, Bhaskara und Surya werden mit dem Anfangslaut ihres Namens als Bija, dem Dativnamen und Namah verehrt. Auf den Zwischenrichtungsblättern folgen …
21.21 … Usha, Prajna, Prabha und Sandhya; an den Blattspitzen die mit Brahmi beginnenden Mütter. Vor Surya steht Aruna, danach folgen die Planeten, beginnend mit dem Mond.
21.22 Außen in der Begrenzung stehen die Weltenhüter und vor beziehungsweise außerhalb von ihnen ihre Waffen. So ist Bhaskaras Verehrung beschrieben.
21.23 Nach achthunderttausend Wiederholungen folgen Feueropfer mit ausgewählten Hölzern milchsaftführender Bäume, mit Milch benetzt. [Die Opferzahl tatsahasrāṇi ist nicht eindeutig aufgelöst.]
21.24 Für Tarpana wird reines, mit Kampfer und Sandelholz beduftetes Wasser verwendet; nach dem eigenen Weiheguss werden Brahmanen bewirtet.
21.25 Nach solcher Mantravollendung gelten die besonderen Anwendungen als zulässig. Genannt werden rote Gewänder, rote Kränze und rote Salben …
21.26 … nachts Reis mit Rohrzucker, Ghee und Milch, ferner erbettelte Nahrung, Freiheit von Anhaftung und beständige Zufriedenheit.
21.27 Tägliche Mantrawiederholung wird mit hingebungsvoller Verehrung verbunden; nach der Verehrung des Sonnenwagens und des Leuchtenden wird Arghya dargebracht.
21.28 Dies geschieht täglich oder sonntags. Zuerst werden ein Mandala gezeichnet und der Sitz nach dem beschriebenen Verfahren verehrt.
21.29 Darin wird ein reines, schönes Kupfergefäß aufgestellt, das ein Prastha Wasser fasst; dabei wird der Grundmantra gesprochen.
21.30 Es wird mit reinem Wasser gefüllt und mit Kumkuma, Rocana, Senfsamen, rotem Sandelholz und Bambuskörnern versehen …
21.31 … ferner mit Shyamaka-Hirse, Shali-Reis, Oleander- und Hibiskusblüten. In der Betrachtung der Einheit von Gottheit und Selbst wird Bhaskara verehrt.
21.32 Nach den bis zur Speisegabe reichenden Darbringungen wird das Gefäß bedeckt und der Mantra hundertachtmal wiederholt; Blütenverehrung und weitere Gaben folgen.
21.33 Kniend wird das Gefäß bis zum Kopf erhoben; der Blick richtet sich zum Himmel, während der Sonnenherr mit Gliedern und Umfassungen erinnert wird. [Die rituelle Blickbeschreibung empfiehlt kein direktes Schauen in die Sonne.]
21.34 Mit Grundmantra und heiterem Gemüt wird Bhanu das Arghya innerlich dargebracht, danach eine Handvoll Blüten.
21.35 Weitere hundertacht Wiederholungen erfolgen in Sammlung, während Bhanu die Gaben mit seinen Strahlen annimmt.
21.36 Der erfreute Erhabene gewähre das Gewünschte. Der Anwendung werden langes Leben und Freiheit von Krankheit zugeschrieben …
21.37 … Gedeihen von Kindern und Familie, Glanz, Kraft, Vermögen und Ruhm. Eine siebenfache Besprengung mit mantrabegleitetem Wasser …
21.38 … soll die Dunkelheit von Verfehlungen und Armut beseitigen und Wohlstand bringen. Danach wird auf dem Ritualplatz ein Gefäß mit Wasser heiliger Badestätten aufgestellt.
21.39 Gold, Edelsteine, Duftstoffe und weitere Gaben werden hineingelegt; der Gott wird mit seinem Gefolge nach dem genannten Verfahren verehrt.
21.40 Auf dem Ritualplatz wird Feuer entzündet und Charu mit Milch einer braunen Kuh gekocht; daraus werden Gaben mit Ghee dargebracht. [Ein weiterer Stoffanschluss ist beschädigt.]
21.41 Tausend Opferreste beziehungsweise rituelle Tropfen werden in einem reinen Gefäß gesammelt. Eine nach der Menstruation gebadete, disziplinierte Frau mit vorausgehendem Fasten …
21.42 … wird am achten Tag mit dem tausendfach besprochenen Gefäßwasser übergossen; danach erhält sie die ebenfalls tausendfach besprochene Opferzubereitung.
21.43 Nachts betrachtet der Mann sich als Surya und vereinigt sich mit ihr …
21.44 … wodurch ein guter, tugendhafter Sohn verheißen wird. [Historisches Fruchtbarkeitsritual.] Nun folgt ein sechssilbiger Mantra des Sonnenherrn.
21.45 Genannt werden „Ham Kham Khah Kholkaya“ und der Schluss Svaha. Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Savitri die Gottheit. [Die Anmerkung zu 21.48 unterscheidet die Silbenzahl mit und ohne Svaha beziehungsweise Om.]
21.46 „Sukshmarupaya Svaha“, „dem Feingestaltigen“, bildet die Herzformel; „Sukshmakaraya Svaha“ die Kopfformel.
21.47 „Sukshmabalaya Svaha“ wird für Panzer und Augen genannt, „Sukshmakaraya Hum Phat“ für die Waffe. [Die Gliederaufzählung ist verkürzt.]
21.48 Die sechs Glieder werden aus den Mantrasilben gebildet. Die Meditation zeigt zwei rote Lotusse in den Händen sowie Segens- und Furchtlosigkeitsgeste.
21.49 Ravi leuchtet wie Bandhuka, ist dreiäugig und schön geschmückt. Nach seiner Anrufung wird er auf dem zuvor beschriebenen Sitz verehrt.
21.50 Vorgesehen sind hunderttausend Wiederholungen bei Sammlung und beherrschten Sinnen, danach ein Zehntel so viele Opfergaben aus Bilva, Palasha …
21.51 … oder ausgewählten Udumbara-Hölzern, mit den drei süßen Stoffen benetzt.
21.52 Tarpana und die übrigen Handlungen folgen wie zuvor; ebenso Arghya und weitere Gaben zur Wunscherfüllung.
21.53 Dieser Verehrung wird die Khechari-Siddhi zugeschrieben. „Niemand gleicht Bhaskara im Gewähren von Genuss und Befreiung.“
21.54 „Om Khakholkaya“ wird als fünfsilbiger Mantra genannt; Nyasa, Meditation und Verehrung entsprechen dem Vorigen.
21.55 Mit Kham als Anfang entstehen sechs- beziehungsweise siebensilbige Varianten; Nyasa, Verehrung, Meditation und Glieder entsprechen dem sechssilbigen Mantra. [Die Variantenbildung wird hier nur knapp angegeben.]
21.56 „Wir erkennen den mit sieben Rossen Bespannten; über den mit tausend Strahlen meditieren wir. Möge jener Ravi unser Verstehen anregen.“
21.57 Dies ist die Surya-Gayatri, die den Rezitierenden das Gewünschte gewähre; entmachteten Königssohnen verleihe sie die Strahlkraft des Kriegerstandes. [Die erste nähere Bezeichnung der Königssohne ist beschädigt.]
21.58 Es folgen Reinheitsbedingungen für den Körper des Königssohns gegenüber fremden Frauen und eine vierfache Vorbereitung. [Die Aussage über einen von Frauen gesehenen Rücken ist sprachlich und sachlich unklar.]
21.59 Schon ein Königssohn der Geburt nach könne durch die Vorbereitung die Herrschaft über die Erde erlangen; er solle die Brahmanen beschützen. [Historisches Herrschaftsideal.]
21.60 „Om Hrim Hem Sah“ ist ein viersilbiger Mantra des Sonnenherrn. Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Surya die Gottheit.
21.61 Die sechs Glieder werden mit Om und der Maya-Silbe samt den sechs langen Vokalen gebildet. Betrachtet wird der Gott mit einer Krone aus strahlenden Edelsteinen …
21.62 … rot, mit Schlinge, Haken, Segen und Furchtlosigkeit in den Händen. Verehrt wird er auf dem zuvor beschriebenen Sitz mit neun Shaktis.
21.63 Mit dem Grundmantra wird seine Gestalt gebildet und Divakara darin angerufen; nach seiner Verehrung folgen nacheinander die Umfassungen.
21.64 Von der Mitte und den östlichen Richtungen aus werden Hrillekha, Gagana, Rakta, Karali und Mahocchushma verehrt.
21.65 Die zweite Umfassung bilden die Glieder, die dritte die Mütter; die vierte umfasst Mond, Merkur, Jupiter und Venus in den Hauptrichtungen sowie Mars, Saturn, Rahu und Ketu in den Zwischenrichtungen.
21.66 Der Verehrungsmantra eines Planeten besteht aus seinem Anfangslaut mit Bindu, seinem Namen im Dativ und Namah.
21.67 Die fünfte Umfassung bilden die Weltenhüter, die sechste ihre Waffen. Vorgesehen sind vierhunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Blüten des Brahma-Baumes mit den drei süßen Stoffen als Opfergaben …
21.68 … oder Lotusse. Danach folgen Tarpana, Weiheguss und Bewirtung der Brahmanen. Nach solcher Vollendung werden die Wunschhandlungen beschrieben.
21.69 Tägliche oder sonntägliche Wiederholung und zwei Arghya-Gaben sollen die zuvor genannten Früchte verleihen.
21.70 Nun folgt der dreisilbige Mantra „Hram Hrim Sah“, der den Menschen Wohlergehen und alle gewünschten Güter bringen soll.
21.71 Aja, Brahma, ist sein Seher, Gayatri das Versmaß und der von den Göttern verehrte Savitri seine Gottheit.
21.72 Die drei Silben werden nacheinander vom Geheimbereich zu den Fußsohlen, von der Kehle zum Geheimbereich und vom Kopf zur Kehle angeordnet.
21.73 Die Maya-Keimsilbe mit den sechs langen Vokalen bildet die Glieder. Betrachtet wird der dreiäugige, rotglänzende und schön geschmückte Gott auf einem roten Lotus …
21.74 … mit zwei Lotussen, Segens- und Furchtlosigkeitsgeste, von Aruna bedient. Er wird auf dem neun Shaktis enthaltenden Sitz verehrt.
21.75 Die erste Umfassung bilden die sechs Glieder, die zweite die zuvor genannte Gruppe, die dritte die Richtungshüter und die vierte deren Waffen.
21.76 Die verbrauchten Verehrungsgaben werden Tejaschanda überlassen. Vorgesehen sind 1.200.000 Wiederholungen und Feueropfer mit Sesam beziehungsweise Gerste, mit Ghee und Süßem benetzt. [Die Opferzahl tatsahasram ist nicht eindeutig aufgelöst.]
21.77 Nach Tarpana und den übrigen Handlungen folgen die Anwendungen; das zuvor beschriebene Arghya wird dem Sonnenherrn dargebracht.
21.78 Er soll Vermögen, Getreide, Kinder und Enkel, Edelsteine, Gewänder und Schmuck mehren.
21.79 In einem achtblättrigen Lotus werden neun Gefäße aufgestellt: je eines auf den Blättern und eines in der Mitte, alle mit Wasser gefüllt.
21.80 Darin werden die neun Planeten angerufen. Über dem mittleren Gefäß wird der Grundmantra tausendmal, über den anderen der jeweils zugehörige Mantra hundertmal wiederholt.
21.81 Ein Weiheguss mit diesem Wasser soll von den schädigenden Einflüssen der Planeten befreien.
21.82 Krankheiten sollen schwinden und Wohlstand beständig werden; außerdem wird ein Planeten-Feueropfer beschrieben.
21.83 Als Anlässe nennt der Text Sonnen- oder Mondfinsternis, das eigene Geburtsmondhaus, Konflikt, Furcht oder schwere Krankheit.
21.84 Nach dem Zeichnen des Mandalas und der Verehrung der Planeten werden Feuer in ihren Richtungen eingerichtet und ausgewählte Hölzer geopfert.
21.85 Die Reihenfolge nennt Arka, den „Brahmanenbaum“, einen unsicheren Ausdruck „apura“, Ashvattha, Udumbara, Khadira, Shami, Durva und Kusha. [Die dritte Pflanzenbezeichnung wird nicht stillschweigend ergänzt.]
21.86 Für Surya werden tausendacht Opfergaben genannt; weitere Vyahriti-Formeln schließen das Feueropfer ab.
21.87 Nach Ehrung des Gurus, Gaben an die Ritualpriester nach Vermögen und Bewirtung der Brahmanen werde Sieg im Kampf verheißen.
21.88 Krankheiten würden rasch besänftigt, langes Leben erlangt und schädigende Zauber, Feindschaft und Übergriffe beruhigt. [Historische Heilungs- und Schutzversprechen.]
21.89 Auch ein gemeinsames Feueropfer für alle Planeten wird genannt; es soll langes Leben, Vermögen, Getreide und Herrlichkeit bringen. Nun folgt der „Sieg im Kampf“ genannte Mantra.
21.90 „Ram Hum“ ist dieser zweisilbige Sonnenmantra. Brahma, Gayatri und Bhanu sind Seher, Versmaß und Gottheit; Verehrung und alles Weitere entsprechen dem Wohlergehen gewährenden Mantra.
21.91 Nun folgt der zweisilbige „Hamsa“-Mantra. Brahma ist sein Seher, Gayatri sein Versmaß.
21.92 Seine Gottheit wird als höchstes Selbst mit vorangestellter Göttin bezeichnet. Die sechs Glieder entstehen aus Sa mit sechs langen Vokalen und vorangestelltem Ham. [Die erste Zuordnung ist knapp.]
21.93 „Ich verehre Hara, auf einem Lotus, mit Gauri auf dem Schoß, rotlotus- und goldglänzend, mit Schlinge, Axt, Segen und Furchtlosigkeit in den Händen.“
21.94 Er wird auf dem zuvor beschriebenen, aus Richtung, Zeit und weiteren Kräften gebildeten Sitz verehrt; seine Gestalt wird mit dem Grundmantra vorgestellt.
21.95 Zuerst folgen die Glieder, dann auf den Blättern Ritu, Vasu, Nara und Para; in den Zwischenrichtungen …
21.96 … Abja, Goja, Ritaja und Adrija, die „aus Wasser“, „aus der Kuh beziehungsweise Erde“, „aus der Ordnung“ und „aus dem Berg“ Geborenen. Danach folgen die Weltenhüter und ihre Waffen.
21.97 Vorgesehen sind 1.200.000 Wiederholungen und ein Zehntel so viele Gaben aus Opferspeise mit Ghee. Tarpana und Arghya für Surya folgen wie zuvor.
21.98 Auf einem mit Kuhdung bestrichenen Boden wird ein achtblättriger Lotus mit Suryas acht Duftstoffen oder Sandelholz gezeichnet; in die Mitte kommt der Mantra.
21.99 Darüber wird ein mit Wasser heiliger Badestätten gefülltes Gefäß gestellt; darauf wird die Hand gelegt …
21.100 … die rechte zusammen mit der linken. Während hundertacht Wiederholungen wird das Gefäß im Herzen als mit Nektar erfüllt betrachtet. [Die genaue Handauflage ist sprachlich knapp.]
21.101 Der Weiheguss soll der Zielperson Furchtlosigkeit, Freiheit von Krankheit, langes Leben und Schutz vor Bedrängnis verleihen.
21.102 Für eine Frau wird dauerhaftes Eheglück verheißen. Eine weitere Anwendung beginnt mit dem Besprechen der rechten Hand und dem Ergreifen eines Wassergefäßes.
21.103 Das Gefäß wird tausendachtmal besprochen, sein Wasser als Nektar betrachtet und über eine vergiftete Person gegossen; dies soll pflanzliches und tierisches Gift beseitigen. [Historische Heilungsbehauptung, keine Behandlung einer Vergiftung.]
21.104 Bei einem Schlangenbiss wird eine besprochene Hand auf den Kopf der gebissenen Person gelegt; der Text behauptet dadurch Giftentfernung. [Keine medizinisch verlässliche Maßnahme.]
21.105 Der Mantra wird als von reinen Mondstrahlen und Nektarströmen durchflutet betrachtet und unter dieser Vorstellung wiederholt.
21.106 Anschließendes rituelles Bestreichen des Kranken soll kleinere Leiden, Apasmriti und aus den drei Doshas entstehende Krankheiten beseitigen.
21.107 Auf dem Kopf wird eine Mondscheibe vorgestellt, verbunden mit Hamsa in Shiva-Gestalt; tägliche Rezitation soll Ergrauen und Alter vertreiben. [Die Anmerkung deutet einzelne Laute als Vasudeva und Shankara.]
21.108 Der erste Laut wird von einem Nektarstrom, der zweite von Mondströmen umflossen betrachtet; damit erfolgt das rituelle Bestreichen.
21.109 Nun folgt der Vollendung gewährende Mantra Martanda-Bhairavas. Seine Kuta-Bildung verbindet Ha mit Ra und Pa …
21.110 … mit dem Vokal Au, einer unten beschriebenen Lotusform und Bindu. Die Formel Martandas wird als dreisilbig bezeichnet. [Die Lautbildung ist im Wortlaut nicht eindeutig.]
21.111 Von der Bimba-Keimsilbe umschlossen, soll sie alle Wünsche erfüllen. Diese Keimsilbe gilt für Verehrer des rechten Weges als vollendungswirksam; der Bezug zum linken Weg wird als Frage formuliert und bleibt unsicher.
21.112 Brahma ist der Seher, Nicrit das Versmaß und Martanda-Bhairava die Gottheit. Ham ist das Bija, Bindu die Shakti.
21.113 Die fünf Gestalten Surya, Bhaskara, Bhanu, Ravi und Divakara werden an den Fingern angeordnet.
21.114 Mit den fünf kurzen Anfangsvokalen beziehungsweise fünf langen Vokalen folgen Kopf, Gesicht, Herz, Geheimbereich und Füße.
21.115 Die sechs Glieder werden mit der durch lange Vokale veränderten Keimsilbe gebildet; der Augen-Nyasa erfolgt nach dem Waffen-Nyasa. Danach durchdringt das Grund-Bija den ganzen Körper.
21.116 Martanda gleicht einer Hibiskusblüte, ist achtarmig und viergesichtig, hat auf jedem Gesicht drei Augen und trägt eine Edelsteinkrone.
21.117 Seine Lotushände halten Khatvanga, Lotus, Diskus, Muschelhorn, Schlinge, Haken, Gebetskette und Schädelschale.
21.118 „Ich verehre Martanda, den Tagesedelstein, auf einem Lotus und lächelnd, mit Ketten geschmückt, von der an seiner Seite weilenden Shakti umarmt.“
21.119 Auf dem mit Dipta und den übrigen Kräften versehenen Sitz wird er wie zuvor verehrt; zuerst die Glieder, dann Usha und die weiteren Gestalten im Zentrum.
21.120 Von Osten aus folgen Surya und die übrigen Formen sowie die Zwischenrichtungen; die Augen werden im Nordosten, außen die Himmelskörper verehrt. [Die Satzgliederung ist verkürzt.]
21.121 Richtungshüter und Waffen schließen Martandas Verehrung ab. Dreihunderttausend Wiederholungen der mit den Bimba-Silben verbundenen Keimsilbe und ein Zehntel so viele aufgeblühte Lotusse mit Süßem als Opfergaben sind vorgesehen.
21.122 Arghya und Anwendungen folgen wie zuvor; den als „caturaṅgulasambhūta“ bezeichneten Blüten wird Wohlstand zugeschrieben. [Die Pflanzenbezeichnung bleibt unklar.]
21.123 Hunderttausend Gaben aus Shali-Reis, Ghee, Sesam und Bilva werden genannt. Hibiskusblüten sollen einen König unter Einfluss bringen, Matulunga-Früchte das ersehnte Vermögen gewähren.
21.124 Dem so Übenden werden Wissen, Ruhm, Kraft, ein Sohn, Wohlstand, Glück und beständiger Sieg verheißen.
21.125 Im früheren achtsilbigen Mantra werden nach Om Hrim und Shrim eingefügt; diese zehnsilbige Formel wird den fünf Überlieferungsrichtungen zugeordnet. [Dies erweitert die Aussage von 21.3.]
21.126 Eine weitere zehnsilbige Formel nennt Om Hrim Hrim Hraum, eine mit Bindu verbundene Silbe, „Suryaya“ und Svaha. 120.000 Wiederholungen sollen schädigende Planeten günstig stimmen und königliche Achtung verschaffen. [Die Lautverbindung vor Suryaya ist unsicher.]
21.127 Im Krita-Zeitalter gilt Vishnu als besonders verehrungswürdig, im Treta Maheshvara, im Dvapara Indra und Yajna, im Kali Chandi und Vinayaka. Bhaskara aber ist in allen gleich und gewährt allen Früchte.
21.128 Alles, was von Glanz erfüllt ist, erkenne als eine Gestalt Suryas. So ist es dir gelehrt; sage nun, was weiter erläutert werden soll.
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten, von Shri Mahamaya und Mahakala gebilligten Meru Tantra der einundzwanzigste Prakāśa über die Surya-Mantras.
Zweiundzwanzigster Prakāśa: Die neun Planeten und ihre göttlichen Mütter
22.1 Shri Devi sprach: Ich habe die Sonnenmantras gehört. Nun möchte ich die Mantras der Himmelswanderer, seiner Teilgestalten, mit ihren Anwendungen hören.
22.2 Shri Shiva sprach: Gut hast du gefragt, Göttin, zum Nutzen der drei Welten. Was Kala mir gelehrt hat, will ich nun erläutern.
22.3 Durch Maya verhüllt, wird meine Gestalt selbst von Brahma, Vishnu und Maheshvara nicht ihrem Wesen nach erkannt – wie viel weniger von anderen Menschen!
22.4 Das unsichtbare Wesen Mahavishnus wird Brahman genannt; ebenso sind die Planeten meine Gestalt, während deine Kraft Maya heißt.
22.5 Sind die Planeten erfreut, so sind Götter, Könige und die ganze Welt erfreut; sind sie erzürnt, entsteht Feindschaft.
22.6 Selbst das von Brahma Geschriebene könne durch das Schicksal einmal anders ausfallen; von den Planeten bewirktes Leid und Glück aber seien unausweichlich. [Astrologischer Geltungsanspruch der Quelle.]
22.7 Saum ist die einsilbige Mond-Keimsilbe. Pankti ist das Versmaß, Chandra die Gottheit und Bhargava der Seher. Die sechs Glieder werden mit dem Bija und langen Vokalen gebildet. [Die Anmerkung nennt zusätzlich Ca mit sechs Vokalformen für Hand- und Körper-Nyasa.]
22.8 Der Mondgott sitzt auf einem weißen Lotus, silberglänzend und mit einer Kette geschmückt, mit dunklem Haar und Edelsteinkrone; links hält er eine Wasserlilie, rechts zeigt er Segen.
22.9 Auf dem mit Dharma und weiteren Kräften versehenen Sitz werden der Himmelsraum und die Ebenen bis zum Mondkreis verehrt; danach Vidhu, der Mondgott.
22.10 Seine neun Shaktis heißen Rajni, Kumudvati, Bhadra, Sudha, Sanjivini, Kshama, Apyayini, Chandrika und Hladini.
22.11 Sie werden vom Osten bis zur Mitte verehrt. Als weitere Sitz-Shaktis nennt der Text Amrita, Taraka, Jyotsna, Vimala, Vyapini, Chitra, Krittika, Kanti und Shravana.
22.12 Die Sitzformel lautet nach den angegebenen Teilen „Amritakalatmane Samvitpithaya Namah“: Verehrung dem Bewusstseinssitz, dessen Wesen Nektaranteile sind. Die Shaktis werden mit ihren Namensmantras verehrt.
22.13 Bei den Staubfäden stehen die sechs Glieder, auf den Blättern Rohini, Krittika, Revati, Bharani, Ratri, Ardra, Jyotsna und Kala. Nun folgt ihre Meditation.
22.14 Sie sind strahlend weiß, weiß gekleidet, mit weißen Kränzen und Salben versehen, mit Perlenketten geschmückt und halten die Hände ehrfürchtig zusammen.
22.15 Ihre Körpermitten sind von Ketten über der vollen Brust geschmückt; sie bewegen sich sanft, sind innerlich ihrem Geliebten zugewandt und haben heitere Mondgesichter und Augen wie geöffnete blaue Lotusse.
22.16 An den äußeren Spitzen folgen die acht übrigen Planeten, dann die Weltenhüter und außen die mit dem Vajra beginnenden Waffen.
22.17 Vorgesehen sind hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Opferspeise in Ghee; Tarpana und die übrigen Handlungen vollenden das Verfahren. [Die Opferzahl tatsahasrakam ist nicht eindeutig bezogen.]
22.18 Dreitausend Wiederholungen mit dem Mond auf dem Kopf in der Vorstellung sollen selbst einem Besitzlosen königliche Herrlichkeit verleihen.
22.19 Vierhunderttausend Wiederholungen im Wasser, bei leichter süßer Havishya-Nahrung und beherrschten Sinnen, sollen einen in der Erde verborgenen Schatz erschließen. [Historisches Schatzritual.]
22.20 Bei heftigem Fieber, großem Leiden, schweren Kopfschmerzen, feindlichem Schadenszauber oder Krankheiten wie Gelbsucht werden zehntausend Wiederholungen mit rascher Besänftigung verbunden.
22.21 Mantrawiederholung bei Vollmond nach den eigenen Kräften und mit beherrschten Sinnen soll Glück, Gesundheit und Wohlstand verleihen.
22.22 Auf einem bestrichenen Boden werden drei Mandalas in Ost-West-Ausdehnung gebildet; der Übende sitzt im westlichen.
22.23 Im mittleren liegen die Verehrungsgeräte; im vorderen, mit einem Lotus versehenen Mandala wird der Mondgott wie zuvor verehrt.
22.24 Ein silbernes Gefäß wird mit reiner Kuhmilch gefüllt; unter Berührung des Gefäßes wird der Mantra wiederholt …
22.25 … hundertachtmal. Beim Mondaufgang der Vollmondnacht wird mit dem Vidya-Mantra Arghya dargebracht; dies soll Schönheit, die gewünschte Braut und guten Ruf gewähren. [Die Anmerkung deutet Vidya als Shrividya.]
22.26 Der hier genannte Vidya-Mantra beginnt mit Om und enthält „Vidye Vidyamalini Candrini Candramukhi“ sowie den Kopfabschluss Svaha. [Die Wortverbindungen sind knapp überliefert.]
22.27 „Vam Sam Vam“ wird als dreisilbiger Mondmantra genannt. Soma ist die Gottheit, Shri das Versmaß und Ekatattva der Seher.
22.28 A gilt als Shakti, Rum als Bija; mit diesem werden die sechs Glieder gebildet. Meditation und Verehrung entsprechen dem Vorigen. [Rum ist nicht aus der vorigen Lautfolge abzuleiten; die Abweichung bleibt bestehen.]
22.29 Im Mondkreis wird ein eingeschlossener U-Laut vorgestellt; von dem daraus strömenden Nektar wird der ganze Körper durchflutet.
22.30 Wasser wird unter dieser Vorstellung fünfzehnmal besprochen; ihm wird die Beseitigung von Gift, Krankheit und vorzeitigem Tod zugeschrieben.
22.31 Das Trinken solchen Wassers vor Sonnenaufgang soll Verfehlungen tilgen, das Leben verlängern und Falten und Ergrauen beseitigen. [Historische Ritual- und Heilungsbehauptungen.]
22.32 Eine weitere zehnsilbige Mondformel nennt Om Shrim Shrim Shrum, einen mit Bindu verbundenen Laut, „Somaya“ und Svaha. [Die Lautverbindung und die anschließende Wiederholungszahl sind beschädigt.]
22.33 Feueropfer und Anwendungen entsprechen dem Vorigen. Damit sind die alles Heil gewährenden Mondmantras beschrieben.
22.34 Nun folgt der Krankheiten abwehrende Mars-Mantra: „Am Angarakaya Namah“, als achtsilbig bezeichnet.
22.35 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Bhumiputra, der Erdsohn, die Gottheit. Mit der Anfangssilbe Am werden die sechs Glieder gebildet.
22.36 „Ich verneige mich vor Angaraka, rot und mit roten Gewändern geschmückt, die linke Hand auf dem Knie, in der anderen ein Gefäß haltend.“
22.37 Achthunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Khadira-Holz sind vorgesehen …
22.38 … mit Ghee sowie Tarpana mit rotem Sandelholz und weiteren Stoffen. Danach werde Unbesiegbarkeit im Kampf verheißen; durch seine Gnade werde der Mensch schuldenfrei und frei von Krankheit.
22.39 Ein weiterer, als zehnsilbig bezeichneter Mantra nennt Om Shrim Klim, Bhauma im Dativ und Namah. Sein Seher ist Virupaksha. [Die Silbenzahl stimmt mit den hier sichtbaren Bestandteilen nicht eindeutig überein.]
22.40 Gayatri ist das Versmaß, Mangala die Gottheit, Hrim das Bija, Shrim die Shakti und Klim die Sperre. [Hrim war in 22.39 nicht ausdrücklich genannt.]
22.41 Nach der Angabe von Zeit und weiteren Ritualumständen gilt die Anwendung der Schuldenbeseitigung. Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen bildet Finger- und Glieder-Nyasa.
22.42 Die zehn Mantrasilben werden auf Brahmarandhra, beide Ohren, beide Augen, beide Nasenöffnungen, Mund, Geschlechtsorgan und After verteilt.
22.43 Es folgen die Namen Mangala, Bhumiputra, Rinaharta, Dhanaprada, Sthirasana, Mahakaya und Sarvakarmavarodhaka: der Glückverheißende, Erdsohn, Schuldennehmer, Reichtumspender, Fest-Sitzende, Großleibige und Hemmer aller Handlungen.
22.44 Weiter Lohita, Lohitaksha, Samagana-Kripakara, Dharatmaja, Kuja, Bhauma, Bhumida und Bhuminandana: der Rote, Rotäugige, den Saman-Sängern Gnädige, Erdgeborene und Landgeber.
22.45 Angaraka, Yama, Sarvarogapaharaka, Vrishtikarta, Apaharta und Sarvakarmaphalaprada schließen die Reihe: Glutroter, Zügler, Entferner aller Krankheiten, Regenmacher, Regennehmer und Spender aller Handlungsfrüchte.
22.46 Diese Namen werden nacheinander an Scheitel, Kopf, Stirn, Augen, Ohren, Nase, Mund, Kinn, Kehle, Schultern und Armen angeordnet …
22.47 … ferner Händen, Herz, Bauch, Nabel, Hüfte, Geschlechtsorgan, Gesäß, Knien, Unterschenkeln und Füßen.
22.48 Sie stehen im Dativ und enden auf Namah, verbunden mit den Vidya-Silben. Danach wird die Gottheit rot, mit roten Kränzen und Gewändern betrachtet …
22.49 … mit einer Lotuskette um den Hals, Lanze und Dreizack in den Händen, als Glück unter allem Glückverheißenden und als Spender aller Wünsche.
22.50 Nach dieser Meditation sind hunderttausend Wiederholungen vorgesehen; als Feueropfergaben gelten Oleander- und Hibiskusblüten mit den drei süßen Stoffen.
22.51 Rotes Sandelholz und weitere Duftgaben verehren den rot geschmückten Erdsohn, der alles Ersehnte gewähren soll.
22.52 Zuerst werden die Glieder verehrt, dann die einundzwanzig mit Mangala beginnenden Namen in ebenso vielen Feldern; danach die acht übrigen Planeten.
22.53 Es folgen acht Bhairavis: Brahmi, Narayani, Maheshvari, Chamunda, Kaumari und Aparajita …
22.54 … Varahi und Narasimhi. Danach werden auch acht Bhairavas mit ihren vorzüglichen Mantras verehrt.
22.55 Es sind Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta, Kapalin, Bhishana und Samhara-Bhairava.
22.56 Weltenhüter mit Indra und außen ihre Waffen schließen die Verehrung nach dem zuvor beschriebenen Verfahren ab. Erst nach Mantravollendung folgen die Anwendungen.
22.57 Nach der Dienstagsverehrung werden mit Kohle drei Linien gezogen und mit dem linken Fuß bearbeitet beziehungsweise verwischt; hundertacht Wiederholungen schließen sich an. [Die Bewegungsangabe ist beschädigt.]
22.58 Der Text nennt eine anteilige Opferhandlung, Tarpana mit Milch und die Bewirtung eines Brahmanen mit Speisen, die reich an Rohrzucker sind. [Der Bezug der Zehntelangabe ist im Vers nicht eindeutig.]
22.59 Mit festem Geist wird der Gott gepriesen, verehrt und ihm Ehrerbietung erwiesen. Dieses Verfahren soll binnen eines Jahres Schulden beseitigen und großen Wohlstand bringen.
22.60 Besonders am Dienstag werden Verehrung, Feueropfer und Tarpana zur Erlangung des Ersehnten genannt.
22.61 Für das Yantra wird zunächst ein Dreieck gezeichnet und fünffach gegliedert; auf der dritten Linie werden zwei Zeichen angebracht.
22.62 Ein erstes Linienpaar wird mit den Zeichen der dritten verbunden; vom Ende der zweiten werden weitere Verbindungen zu den Zeichen der dritten gezogen. [Die räumliche Anweisung ist im Wortlaut knapp und nicht zu einer gesicherten Zeichnung ergänzt.]
22.63 Die dritte verbundene Linie wird gleichmäßig unterteilt, die vierte mit zwei und die fünfte mit drei Zeichen versehen.
22.64 Das Ende der dritten wird mit dem mittleren Zeichen der fünften, das Ende der vierten mit deren beiden übrigen Zeichen verbunden.
22.65 Zwei weitere Linien werden in die beiden „Fische“ gesetzt; so sollen einundzwanzig Felder entstehen. [Ohne Diagrammvorlage bleibt die Konstruktion teilweise unsicher.]
22.66 Im Feuerfeld zwischen dritter und vierter Linie wird der Gott verehrt; davor, beginnend im rechten Dreieck, die einundzwanzig mit Mangala beginnenden Namen, jeweils mit Om und Namah.
22.67 Einem Bhauma-Verehrer wird Freiheit von Armut für einundzwanzig Generationen verheißen. Nun folgt ein weiterer erstaunlicher Mantra des Erdsohns.
22.68 Om, Hrim, Shrim, Mlam, Mam, „Mangalaya“ und Namah bilden den als elfsilbig bezeichneten, Bhauma lieben Mantra.
22.69 Alle Verehrungsbestimmungen entsprechen dem Vorigen. Der Anrufungsvers lautet: „Erhabener Herr der Götter, komm, komm, großer Herr!“
22.70 „Möge die auf Erden vorhandene Herrlichkeit mir zugänglich werden!“ Einundzwanzig rote Blüten werden einzeln dargebracht, ferner rote Düfte und Gewänder sowie Rohrzuckerreis als Speisegabe.
22.71 Auf dem dreifach bereiteten Boden werden einundzwanzig Fladen aus Weizenmehl aufgestellt und anschließend gegessen …
22.72 … zusammen mit Rohrzucker. Täglich sind tausendacht Wiederholungen vorgesehen; der Tag wird mit Bhauma-Hymnen, Purana-Lesung und Besprechung verbracht.
22.73 Nach einundzwanzig Tagen könne bei jedermann eine angemessene Sache erbeten werden; sie werde rasch gewährt. [Wirkversprechen der Quelle.]
22.74 Ein weiterer vollendungswirksamer Erdsohn-Mantra lautet nach den angegebenen Teilen „Om Ham Ham Sah Kham Kha“ und wird als sechssilbig bezeichnet. [Die beiden Ha-Silben unterscheiden sich im Sanskrit durch die Vokallänge.]
22.75 Virupa ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Dharatmaja die Gottheit; die sechs Silben bilden die sechs Glieder.
22.76 „Ich verneige mich vor dem Erdsohn, hibiskusrot, mit Lanze, Dreizack und Keule, auf einem Widder sitzend und rot gekleidet.“
22.77 Sechshunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Khadira-Holz sind vorgesehen. Bhauma wird auf Shivas Sitz verehrt, zuerst mit seinen Gliedern.
22.78 In den einundzwanzig Feldern folgen Mangala und die weiteren Namen, außen Richtungshüter und Vajra samt weiteren Waffen. Nach der Vollendung wird der Mantra für die gewünschten Anliegen verwendet.
22.79 Für eine Frau mit Kinderwunsch wird das Mangala-Gelübde beschrieben; sein Beginn wird im Margashirsha- oder Vaishakha-Monat empfohlen. Ein mit allen Tugenden versehener Sohn wird verheißen.
22.80 Sie steht im Morgengrauen auf, hält sich rein und schweigt bei der Zahnreinigung mit einem dem vedischen Verfahren entsprechenden Zweig.
22.81 Nach dem Bad in Flusswasser oder ähnlichem Wasser trägt sie rote Gewänder, bereitet Speisegaben, Blüten und Salben und verehrt Bhauma unter Anleitung eines ritualkundigen Brahmanen.
22.82 Der Sitz steht auf einem mit Dung einer roten Kuh bestrichenen Platz; die mit Mangala beginnenden Namen werden an den eigenen Körperstellen angeordnet.
22.83 Genannt werden Füße, Knie, Oberschenkel, Hüfte, Geheimbereich, Brust, linker und rechter Arm, Kehle, Gesicht und Nase …
22.84 … Augen, Stirn, Brauenmitte, Kopf, Scheitel und Körper, beide Arme sowie der gesamte Körper vom Kopf bis zu den Füßen …
22.85 … und von den Füßen zum Kopf sowie die Richtungen. Ara, Vakra und Bhumija kommen an Nabel, Brust und Kopf; danach wird der Erdsohn betrachtet.
22.86 Arghya und weitere Gaben werden bereitet; die Verehrung erfolgt in einem Dreieck mit einundzwanzig Feldern auf einer Kupferplatte.
22.87 Nach der Anrufung des Erdsohns werden goldene Blüten und Sandelholz dargebracht; Glieder und die einundzwanzig Feldgestalten werden wie zuvor verehrt.
22.88 Es folgen Mangala und die übrigen, ferner Vakra, Ara und Bhumija in den Dreiecken, außen die Mütter mit Brahmi, die mit Indra beginnenden Götter und ihre Waffen.
22.89 Nach Räucherwerk und Licht wird eine Weizenspeise dargebracht. Eine Frucht liegt im wassergefüllten Kupfergefäß; mit Räucherwerk, Licht und ungebrochenem Reis wird Bhauma unter zwei Formeln Arghya gegeben.
22.90 „Erdsohn, großer Glanz, aus Pinakins Schweiß Entstandener: Einen Sohn ersehnend nehme ich Zuflucht zu dir. Nimm dieses Arghya an; Verehrung sei dir!“
22.91 Mit den genannten Namen erfolgen einundzwanzig Verneigungen und ebenso viele Umwandlungen, o Tochter des Berges.
22.92 Mit Khadira-Kohle werden drei gleichmäßige Linien gezogen und mit dem linken Fuß unter den folgenden beiden Formeln verwischt.
22.93 „Zur Vernichtung von Leid und Unglück, um Nachkommenschaft zu erlangen, verwische ich diese drei gezogenen Linien mit dem linken Fuß.“
22.94 „Zur Beseitigung des Schuldenleids und zur Erfüllung meines Herzenswunsches verwische ich die drei dunklen, aus drei Geburten entstandenen Linien.“
22.95 Mit einer Handvoll Blüten wird der Erdsohn gepriesen, während seine Lotusfüße betrachtet werden, damit die Verehrung vollständig sei.
22.96 „Ich verneige mich vor Mangala, aus dem Schoß der Erde geboren, leuchtend wie der Blitz, jugendlich und mit einer Lanze in der Hand.“
22.97 „Verehrung dir, der du Schulden nimmst und Leid und Armut beseitigst; Verehrung dem Strahlenden, der alles Heil bewirkt.“
22.98 „Verehrung dem Erdsohn, durch den Götter, Danavas, Gandharvas, Yakshas, Rakshasas und Schlangenwesen Glück erlangen.“
22.99 „Verehrung dem Erdsohn, der in rückläufiger Bewegung den Menschen Leid bringt, verehrt aber Glück und glückliches Geschick.“ [Astrologische Aussage der Hymne.]
22.100 „Sei mir gnädig, Herr Mangala, Spender des Heils, auf dem Widder Reitender, Rudra-Wesen! Gib mir einen Sohn, Vermögen und Ruhm.“
22.101 Nach der Verehrung werden die Segenswünsche der Brahmanen empfangen, dem Guru eine Gabe überreicht und die dargebrachte Speise gegessen.
22.102 Dies geschieht ein Jahr lang an jedem Dienstag; zum Abschluss werden ein Sesam-Feueropfer und die Bewirtung von fünfzig Brahmanen genannt.
22.103 Eine goldene Gestalt des Erdsohns wird dem Lehrer gegeben, nachdem sie beim im Mandala stehenden Gefäß zur Erlangung von Nachkommenschaft und Glück verehrt wurde.
22.104 „Wir erkennen Angaraka; über den, der die Lanze in der Hand hält, meditieren wir. Möge jener Bhauma unser Verstehen anregen.“
22.105 Diese Angaraka-Gayatri soll den Rezitierenden das Gewünschte verleihen; schon ihre Wiederholung erfreue den Erdsohn.
22.106 Ein weiterer zehnsilbiger Mars-Mantra enthält Om Kram Krim Kraum, einen mit Bindu verbundenen Laut, „Kujaya“ und Svaha. Neunzigtausend Wiederholungen sind vorgesehen. [Die Verbindung vor Kujaya ist unsicher.]
22.107 Nun folgt der außergewöhnliche Merkur-Mantra: „Bum Budhaya Namah“, als sechssilbig bezeichnet.
22.108 Brahma ist der Seher, Pankti das Versmaß und Budha die Gottheit. Mit seiner Keimsilbe werden die sechs Glieder gebildet; danach folgt die Meditation.
22.109 „Ich verehre stets den Gott Budha, in gelben Gewändern schön geschmückt, die linke Lotushand auf dem Knie, die andere in Furchtlosigkeitsgeste.“
22.110 Vorgesehen sind tausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer. Die drei Verehrungskreise bestehen aus Gliedern, Planeten und Richtungshütern.
22.111 Eine weitere zehnsilbige Merkur-Formel nennt Om Bram Brim Brum, einen mit Bindu verbundenen Laut, „Budhaya“ und Svaha; hunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen.
22.112 Für Brihaspati wird eine fünfzehnsilbige Formel mit Om Jam Jim Jum, einem mit Bindu verbundenen Laut, Brihaspati im Dativ und Svaha genannt; 150.000 Wiederholungen sind vorgesehen. [Die Silbenverbindungen der Formeln 22.111–112 sind nicht eindeutig ausgeführt.]
22.113 Nun folgt der Guru-Mantra, der Würde verleiht: „Brim Brihaspataye Namah“, als achtsilbig bezeichnet. Anushtubh ist das Versmaß, Brahma der Seher und Brihaspati die Gottheit.
22.114 Mit der Keimsilbe Bṛṃ werden die Glieder gebildet. Betrachtet wird er goldglänzend, gelb gekleidet und mit Edelsteinen, Gold und Gewändern versehen …
22.115 … diese mit der rechten Hand ausstreuend und mit der linken berührend. [Die anschließende Verbindung mit vṛṣaṇau ist beschädigt; keine Ergänzung einer sicheren Körpergeste.]
22.116 Er ist mit vielfältigem Schmuck geziert und hat den Ozean des Wissens durchmessen. Achtzigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Ghee werden genannt.
22.117 Auf dem mit Dharma und weiteren Kräften versehenen Sitz wird er mit Gliedern und Richtungsgottheiten verehrt. Nach Mantravollendung folgen Anwendungen zur Wunscherfüllung.
22.118 Dreitägige Opfer mit Kurkuma und Kumkuma in Ghee, in einer Zahl von 2.700, sollen Gewänder und Edelsteine verschaffen.
22.119 Bei Feindesbedrängnis, Krankheit oder Streit mit Angehörigen werden Pippala-Hölzer als Opfergaben zur Beilegung genannt.
22.120 Brihaspatis Verehrern werde jede Fülle zuteil. Danach beginnt der Venus-Mantra mit „vastram me dehi“, „gib mir ein Gewand“, Shum und „Shukraya Namah“.
22.121 Diese Formel wird als elfsilbig bezeichnet. Virat ist das Versmaß, Brahma der Seher und der von den Daityas hochverehrte Shukra die Gottheit.
22.122 Die sechs Wörter bilden die sechs Glieder. „Ich verneige mich vor Shukra, auf seinem Sitz und mit Perlenschmuck versehen …“
22.123 „… dessen Hände Gold, Gewänder und Edelsteine verströmen und die Erkenntnisgeste zeigen.“ Zehntausend Wiederholungen, tausend Ghee-Opfer und vier Umfassungen aus Gliedern, Planeten, Richtungshütern und Waffen sind vorgesehen.
22.124 Shukras Verehrer sollen aufgrund der Mantramacht auch Fremdvölker unter Einfluss bringen; Leiden wie Auszehrung sollen schwinden. [Historische soziale Wertung und Heilungsbehauptung.]
22.125 Eine andere Formel beginnt mit Om und endet auf Svaha; ihre Silbenzahl wird durch Bhava bezeichnet. Om ist das Bija, Svaha die Shakti; Seher und weitere Zuordnungen wie zuvor. Drei Kreise aus Gliedern, Richtungshütern und Waffen bilden die Verehrung.
22.126 Einundzwanzig Feueropfer mit duftenden weißen Blüten an Freitagen sollen Edelsteine und Gewänder verschaffen; den Verehrern wird Herrschaft verheißen.
22.127 „Om Hram Hrim Hraum Sah Shukraya Svaha“ wird in der Anmerkung als zehnsilbiger Venus-Mantra gegeben; 120.000 Wiederholungen sind vorgesehen.
22.128 Udumbara-Hölzer als Opfergaben sollen alle von Königen verursachten Bedrängnisse beseitigen und Glück mit Frauen bringen.
22.129 „Sham Shanaishcharaya Namah“ ist der achtsilbige Saturn-Mantra. Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Shanaishchara die Gottheit. Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder.
22.130 „Ich verehre Shanaishchara mit gekrümmten Hauern und blauem Schmuck; seine linke Hand ruht auf dem linken Knie, die rechte gewährt Segen.“
22.131 Tausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer sind vorgesehen. Die Verehrung umfasst sechs Glieder, Planeten, Weltenhüter und Waffen; Saturns Verehrern werden Freiheit von Bedrängnis und Armut verheißen.
22.132 „Om Pram Prim Praum Sah Shanaishcharaya Svaha“ wird als zwölfsilbiger Mantra genannt; die Wiederholungszahl ist ein Prayuta, hier eine Million.
22.133 Shami-Holz dient als Opfergabe. Der Text verheißt Macht über als „kliba“ bezeichnete Menschen und die Fähigkeit, sie herbeizurufen. [Historische, unscharfe und abwertende Geschlechtskategorie; keine Empfehlung zur Unterwerfung.]
22.134 Ein Rahu-Mantra lautet „Em Rahave Namah“, als sechssilbig bezeichnet. Seine Silben bilden die Glieder; Brahma, Gayatri und Rahu sind Seher, Versmaß und Gottheit.
22.135 „Ich verehre Rahu täglich: rauchfarben, mit Schlangenkörper, gefalteten Händen, schrecklichem Gesicht, roten Augen und rauchfarbenem Schmuck.“
22.136 Tausend Wiederholungen je Silbe und Feueropfer mit Kuh-Ghee sind vorgesehen. Planeten, Richtungshüter und Waffen bilden die Umfassungen; einem Rahu verehrenden König wird Sieg im Kampf verheißen.
22.137 Eine weitere zehnsilbige Rahu-Formel enthält Om Sam Sim Saum, einen mit Bindu verbundenen Laut, „Rahave“ und Svaha; hunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen. [Die Verbindung vor Rahave ist unsicher.]
22.138 Nach einem Durva-Feueropfer und der Bewirtung von Brahmanen gelinge die Vollendung, ferner Reise und Sieg im Kampf. Danach folgt der sechssilbige Ketu-Mantra „Kam Ketave Namah“.
22.139 Brahma ist der Seher, Pankti das Versmaß und Ketu die Gottheit; Kam ist das Bija, Ketu die Shakti. Mit der Keimsilbe werden die sechs Glieder gebildet.
22.140 „Ich verehre Ketu, schwarz und mit schwarzen Gewändern geschmückt, die linke Hand auf dem Oberschenkel, die andere in Furchtlosigkeitsgeste.“
22.141 Glieder, Planeten und Richtungshüter bilden drei Umfassungen. Bei der Planetenverehrung wird jeweils die hauptsächlich verehrte Gottheit in die Mitte gesetzt.
22.142 Die nächstfolgende steht im Norden, die weiteren vom Nordosten aus. Eine andere Ketu-Formel beginnt mit Om Pram Prim Praum, einem mit Bindu verbundenen Laut, „Ketave“ und Svaha …
22.143 … und wird als zehnsilbig bezeichnet; 120.000 Wiederholungen sind vorgesehen. [Die Lautverbindung vor Ketave ist wiederum unsicher.]
22.144 Kusha-Gras mit Ghee dient als Feueropfergabe; Tarpana und die übrigen Handlungen folgen. Den Verehrern sollen die Banner voranziehen – ein Wortspiel mit Ketu, „Banner“.
22.145 Nun folgt die Verehrung der Planetenmütter. Ist die Planetenmutter erfreut, was vermögen ungünstige Planeten? Ist sie erzürnt, was nützen günstige?
22.146 Genannt werden Mangala, Pingala, Dhanya, Bhramari, Bhadrika, Ulka, Siddha, Sankata und Vikata, die den Mutterschoß schützt.
22.147 Die astrologischen Perioden werden vom Geburtsmondhaus aus berechnet und mit einer Verbindung von Rudra und Augen sowie acht Gestalten beschrieben; ihre Früchte entsprechen den Namen. [Die Periodenregel ist beschädigt und steht neben der neungliedrigen Liste; keine Berechnung wird rekonstruiert.]
22.148 Pingala ist die Mutter der Sonne und bewirkt schwere geistige und körperliche Leiden: erfreut bei den Feinden, erzürnt beim Ausführenden selbst.
22.149 Ihr dreizehnsilbiger Mantra lautet nach den angegebenen Teilen „Kshem Pingale vairivarani prasida Phat“: „Pingala, Feinde Abwehrende, sei gnädig!“ Ksha mit sechs langen Vokalen bildet die Glieder.
22.150 „Ich verehre sie, goldbraun von Körper, Haar und Augen, mit Bogen und Pfeilen sowie zwei Lotussen in den Händen.“
22.151 Nun wird das tantrische Verehrungsverfahren für alle Planetenmütter beschrieben. Hibiskusblüten und Guggulu-Räucherwerk gelten als geeignet …
22.152 … ferner Ghee-Lampen, süße Speisegaben wie Milchreis, roter Schmuck, rote Gewänder und Sandelholz.
22.153 Mit Goldschmuck, wertvollen Gaben und vielen Champaka-Blüten wird die höchste Herrin geehrt und mit ihrem jeweiligen Mantra tausendfach gesättigt.
22.154 Das Yantra wird auf einer schönen, unbeschädigten goldenen Platte von einer Elle Länge gebildet; darauf wird die Yogini verehrt.
22.155 Tausendfache Wiederholung des jeweiligen Mantras zur Besänftigung von Hindernissen soll binnen sieben Tagen dreifaches Unheil abwehren.
22.156 Danach wird eine quadratische Feuergrube angelegt oder ein reiner, mit Kuhdungwasser bestrichener Ritualplatz bereitet …
22.157 … im Maß von vier Ellen. Nach Einrichtung des Yogini-Feuers und den vorhergehenden Handlungen werden für die übrigen zehn, für die ungünstige Yogini tausend Wiederholungen beziehungsweise Gaben genannt. [Der Bezug der Zählung ist knapp.]
22.158 Als Opferstoffe gelten Bilva-Blätter und -Früchte, Lotusse, Nagakeshara, Milchreis und Kula-Stoffe; je nach Anliegen werden tausend, zehntausend oder hunderttausend Gaben genannt.
22.159 Die Göttin wird in der Mitte verehrt; Iccha-, Jnana- und Kriyashakti stehen an den drei Ecken.
22.160 Darunter folgen die fünf Manmathas im Fünfeck, dann die sechs Glieder, auf dem achtblättrigen Lotus die übrigen Yoginis, außen Weltenhüter und Waffen.
22.161 Dieses Verehrungs- und Opferverfahren gilt für alle. Für feindvernichtende Schadensrituale wird eine Besonderheit genannt.
22.162 Die Göttin wird dabei grimmig, sechsarmig, mit Schwert und Schild, auf Garuda sitzend und Feinde bezwingend betrachtet.
22.163 Hunderttausend Wiederholungen, eine erneut genannte Hunderttausenderzahl und Tarpana sollen alle Feinde vernichten und Leiden fernhalten. [Die Beziehung der doppelten Zahl ist unklar; historische Schadensmagie.]
22.164 Nun folgt Mangala, die Mutter des Mondes. Ihre Formel lautet „Hrim Mangale Mangalalaye Svaha“.
22.165 Der Mantra wird als elfsilbig bezeichnet; die erste Keimsilbe mit sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder.
22.166 Sie wird dreiäugig betrachtet, wie die aufgehende Sonne strahlend, mit sanft lächelndem Lotusgesicht und zinnoberroten Lippen.
22.167 Ihre zarten Arme tragen zwei Lotusse, Bogen und Pfeile; lieblich klingende Fußringe und ein Hüftgürtel schmücken sie.
22.168 Nach dieser Meditation wird die große Herrin wie zuvor verehrt; es folgen hunderttausend Wiederholungen mit Om und Maya am Anfang.
22.169 Am Ende der Verehrung aller Planetenmütter werden Yogini, Kshetrapala, Vatuka und Ganadhipa Bali-Gaben dargebracht. So werde Mangala erfreut.
22.170 Um eine Yogini gnädig zu stimmen, nennt der Text hunderttausend Wiederholungen je Silbe; um eine ungünstige günstig zu machen, zehntausend je Silbe.
22.171 Zur Erlangung eines durch unsichtbare Ursachen blockierten günstigen Ergebnisses werden tausend Wiederholungen je Silbe genannt.
22.172 Hundert Wiederholungen je Silbe werden fortgesetzt, bis die Yogini erfreut sei; bei einer bereits günstigen Yogini wird dieselbe Zahl zur Besprechung eines Kranken genannt.
22.173 Wer der betreffenden Yogini dient, solle mit einer der Silbenzahl entsprechenden Wiederholung ihre Bedrängnis beseitigen können. [Die letzte Zahlenverbindung bleibt unsicher.]
22.174 Dieses Verfahren gilt für alle neun. Die Yogini verleihe auf dem linken und auf dem rechten Weg gleiche Früchte.
22.175 Nun folgt Bhramari, die Mutter des Mars. Ihr sechzehnsilbiger Mantra enthält „Kshim Bhramari sapatnan me adhishvari bhramaya Klim“: „Herrin Bhramari, verwirre meine Gegner!“
22.176 Alles Weitere entspricht Pingala. Zur Anwendung werden zehn Kieselsteine besprochen und auf dem Weg in die zehn Richtungen geworfen. [Śarkarā ist hier im Wegkontext als Kiesel verstanden.]
22.177 Auf dem morgendlichen Weg sollen dann Tiger, Schlangen, Diebe, Zolleinnehmer und schlechte Könige verwirrt werden; dies wird als tägliches Verfahren beschrieben.
22.178 Der unter die Schuhsohle geschriebene Name einer Person und eine Yojana Wegstrecke unter Rezitation sollen diese Person zum Umherirren auf Erden bringen. [Historische Zwangsmagie.]
22.179 Nun folgt Bhadrika, die Mutter des Merkur. Ihre Anfangssilbe Blam wird als aus einer Verbindung mit Wasser gebildet bezeichnet.
22.180 Es folgen „Bhadrike me mama bhadram dehi“, „Bhadrika, gib mir Heil“, und „parabhadrani nashaya nashaya“, „vernichte das Glück anderer“ …
22.181 … mit Svaha als Schluss. Der Mantra wird als vierundzwanzigsilbig bezeichnet; Bla mit sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder. [Die überlieferte Doppelung me mama bleibt kenntlich.]
22.182 Für heilvolle Wirkungen entspricht die Meditation Mangala; Wiederholung und weitere Bestimmungen werden wie bei Pingala ausgeführt.
22.183 Nun folgt Dhanya, die Mutter des Jupiter. Ihr achtsilbiger Mantra lautet „Shrim Dhanade Dhanye Svaha“: „Glückreiche Spenderin von Vermögen!“
22.184 Shrim mit sechs langen Vokalen bildet die Glieder. Niemand gleiche Dhanya in dieser Welt im Spenden von Reichtum.
22.185 Dreifache Vorbereitung soll die in früheren Geburten angesammelten Verfehlungen verbrennen; Dhanya verleihe dem Übenden Glück und Erfüllung.
22.186 In Kashi wird Dhanya westlich von Brihaspatishvara verehrt. Eine dortige Vorbereitung soll Ruhm und Glück bringen.
22.187 Nun folgt Siddha, die Mutter der Venus. Ihre Formel beginnt „Hrim Siddhide sarvam mama sadhaya sadhaya“ – „Vollendung Spendende, vollende alles für mich!“
22.188 Mit Namah abgeschlossen, wird sie als sechzehnsilbig bezeichnet. Bija-Nyasa und Wiederholung entsprechen dem Vorigen; Siddhas Verehrern misslinge kein Vorhaben.
22.189 In der Überlieferungsrichtung, durch die der Verehrer Vollendung erlangt, würden auch die entsprechenden Götterhandlungen reifen. Selbst die sechs magischen Handlungen sollen ohne gesonderte Mantraverehrung gelingen. [Die mittlere Satzverbindung ist unsicher.]
22.190 Nun folgt Ulka, die Mutter des Saturn. „Aim Hrim Ulkadevyai Namah“ ist ihr achtsilbiger Mantra; ihm werden Vermögen und Gesundheit zugeschrieben. [Die Anmerkung verbindet Aim Hrim jeweils mit den sechs Gliederabschlüssen.]
22.191 „Om mama sarvarogan nashaya bhanjaya“ – „Vernichte, zerbrich alle meine Krankheiten!“ – wird als elfsilbiger Mantra genannt, der durch rituelles Bestreichen Krankheiten beseitigen soll.
22.192 Im Haus dessen, der Ulkas Mantra vollendet habe, gebe es keine Krankheiten. Bei Shitala und großer Seuche wird ein Büffel mit geeigneten Merkmalen ausgewählt …
22.193 … Ulka gewidmet, mit Gewändern geschmückt, unter Musik durch die Stadt geführt und im Süden freigelassen. Dadurch sollen die Plagen abklingen. [Historisches Seuchenritual; hier ist eine Freilassung beschrieben.]
22.194 Nun folgt Sankata, die Mutter Rahus. Ihre Formel lautet nach den angegebenen Teilen „Hrim Sankate rogam me paramam nashaya nashaya“.
22.195 Der Mantra wird als sechzehnsilbig und als alles Leid entfernend bezeichnet. Hunderttausend Wiederholungen im Gefängnis sollen aus der Haft befreien.
22.196 Sankata steht in Kashi nördlich von Vireshvara. Dort werden 1.600.000 Wiederholungen und ein Durva-Feueropfer genannt.
22.197 Nach Mantravollendung soll die Aussage des Übenden, ein bestimmtes Leid einer bestimmten Person sei vergangen, dieses Leiden tatsächlich beenden. [Übernatürliches Wirkversprechen.]
22.198 Nun folgt Vikata, die Mutter Ketus. Ihre Formel beginnt mit „Om Namo Bhagavati Vikate Virapalike“ …
22.199 … und endet mit zweimal „prasida“, „sei gnädig“. Ihre Silbenzahl wird durch Prakriti verschlüsselt angegeben. Vikata steht in Kashi westlich nahe Vireshvara.
22.200 Dort wird der Mantra für von Grahas bedrängte Kinder wiederholt; genannt werden auch die Berührung des Bauches einer kinderlosen Frau und des Kopfes einer Mutter …
22.201 … sowie vom Vater verlassene oder mutterlose Kinder. Durch Berührung mit der Hand des Übenden sollen sie gesund und langlebig werden. [Historische Schutz- und Heilungsbehauptungen.]
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten, von Shri Mahamaya und Mahakala gebilligten Meru Tantra der zweiundzwanzigste Prakāśa über die neun Planeten.
Dreiundzwanzigster Prakāśa: Die acht göttlichen Mütter und ihre Mantras
23.1 Die Weisen sprachen: Gott der Götter, Mahadeva, der du den Verehrern Gnade erweist: Acht Shaktis, beginnend mit Brahmi, stehen an Bhaskaras Seite.
23.2 Sie gewähren den im Kampf, im Yoga oder im Mitgehen Verstorbenen Gold beziehungsweise himmlischen Lohn. Lehre ihre Mantras, Shankara. [Die Vorlage liest svarṇam, „Gold“, und sahagāmin, dessen Todesbezug hier nicht näher ausgeführt wird.]
23.3 Shri Shiva sprach: Brahmas Shakti gilt als Anführerin der Kräfte. Den Yogis verleiht sie Befreiung, den Genuss Suchenden Genuss.
23.4 Bram ist ihre einsilbige Keimsilbe. Vachaspati ist der Seher, Gayatri das Versmaß, Va die Shakti und Ra die Sperre.
23.5 Brahmi wird rotglänzend, viergesichtig, auf einem Lotus und einem Schwan sitzend betrachtet; ihre Hände halten Gebetskette und Wassergefäß und zeigen Segen und Furchtlosigkeit.
23.6 Das Bija bildet die sechs Glieder. In der Mitte wird die Göttin verehrt, in den sechs Ecken die Glieder und auf dem sechzehnblättrigen Lotus die Shaktis.
23.7 Sieben Sarasvatis heißen Chintamani-, Jnana-, Nila-, Ghata-, Kini-, Antariksha- und Mahasarasvati.
23.8 Hinzu kommen Lokeshvari, die als Shiva bezeichnete Tripura und weitere Vagishvari-Formen mit Rudra und Vishnu sowie Mukhya und Akshaya. [Die Namensabgrenzung ist in der verdichteten Aufzählung nicht vollständig eindeutig.]
23.9 Padmavati, Arudha und als sechzehnte Kirtinayika werden genannt. Sie werden mit ihren jeweiligen Mantras verehrt, außen die Richtungshüter mit ihren Waffen.
23.10 Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Palasha-Blüten sind vorgesehen; Tarpana mit blütenhaltigem Wasser und Besprengung mit Kusha folgen.
23.11 Für Herrlichkeit und Vollendung wird die Formel mit dem ersten Gayatri-Viertel, für Schutz und Gedeihen mit dem zweiten, für Tötung und Vertreibung mit dem dritten verbunden. Hunderttausend Wiederholungen sollen das jeweilige Ziel erfüllen. [Historische, auch schädigende Mantraanwendungen.]
23.12 Zuerst wird Chintamani-Sarasvati erläutert. Ihre Formel beginnt mit Om, Hrim und einer aus Ha, Sa, Ra, Ai und Bindu gebildeten Silbe …
23.13 … gefolgt von erneut Hrim, Om und Sarasvati im Dativ …
23.14 … sowie Namah. Kantha ist der Seher, Trishtubh das Versmaß und Chintamani-Sarasvati die Gottheit. [Die Silbenzahl wird durch Bhava bezeichnet; die Anmerkung nennt elf Silben und gibt „Om Hrim Hraim Hrim Om Sarasvatyai Namah“, abweichend von der Lautbildung im Vers.]
23.15 Die erste Silbe gilt als Bija, Hrim als Shakti. Die Glieder werden aus den mit Vokalen umschlossenen Konsonantengruppen, beginnend mit Ka, gebildet. [Die ausführliche Anmerkung enthält zusätzliche und teilweise abweichende Lautfolgen.]
23.16 Erneut werden sechs lange Vokalformen der eigenen Kuta-Silbe mit Om und Hrim umschlossen. Die Mantrasilben werden an Kopf, Brauenmitte, Ohren, Augen, Nase, Mund, After und Füßen angeordnet.
23.17 Sie reitet auf einem Schwan, glänzt wie Perlen, lächelt sanft und trägt den Mond am Scheitel; ihre Lotushände strahlen mit Vina, Nektargefäß und Gebetskette.
23.18 Nach dieser Meditation und inneren Verehrung folgt die äußere Puja. Zu beiden Seiten stehen die Göttinnen der Sanskrit- und Prakrit-Rede.
23.19 Darauf folgt der Kreis der sechs Glieder; auf dem achtblättrigen Lotus werden Prajna, Medha, Shruti, Smriti und Shakti verehrt …
23.20 … ferner Vagishvari, Vasumati und Svasti. Es folgen die mit Brahmi beginnenden Mütter und als vierte Umfassung die Richtungshüter. Vorgesehen sind 1.200.000 Wiederholungen.
23.21 Zwölftausend Gaben aus Champaka-Blüten mit Reis und Ghee werden geopfert; nach Mantravollendung folgen die Wunschanwendungen.
23.22 Tägliche Meditation über die Göttin im Sonnenkreis und dreitausend Wiederholungen sollen binnen drei Monaten zu einem großen Dichter machen.
23.23 Nun folgt Jnana-Sarasvati. Die erste Keimsilbe verbindet Ha, Sa und Ra mit Ai und Bindu.
23.24 Eine weitere Verbindung nennt Ha, Sa, Ksha, La und Ra mit langem I und Visarga; sie wird als dritte Keimsilbe des Erkenntnis gewährenden Mantras bezeichnet. [Die zweite Keimsilbe ist in der vorliegenden Beschreibung nicht klar ausgeführt.]
23.25 Dakshinamurti ist der Seher, Jnana-Sarasvati die Göttin, die letzte Keimsilbe die Shakti und die erste die Sperre.
23.26 Mit der ersten Keimsilbe werden die Glieder gebildet; die drei Keimsilben werden außerdem rechts, links und auf beiden Händen angeordnet.
23.27 Danach stehen die drei Silben nacheinander im Bereich von den Füßen zum Nabel, vom Nabel zum Herzen und vom Herzen zum Kopf.
23.28 Die Göttin strahlt wie die Sonne, ist dreiäugig und mondgeschmückt; sie hält Gebetskette und Buch und zeigt Segen und Furchtlosigkeit. Sie hat ein vollmondgleiches Gesicht, rote Gewänder und eine volle, hohe Brust.
23.29 Nach dieser Meditation über die Göttin der Rede folgt die äußere Verehrung. In den neun Yoni-Dreiecken werden Vama, Jyeshtha und die weiteren Kräfte verehrt.
23.30 Zwischen der östlichen und der mittleren Yoni stehen vier Shaktis: Adya, Bahvi, Vishaghni und Duratara.
23.31 Nach ihrer Verehrung wird außen ein Fünfeck gebildet; seine Plätze liegen im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten und Westen.
23.32 Dort werden die fünf Pfeile Shoshana, Mohana, Sandipta, Sammohana und Unmadana verehrt.
23.33 Es folgen die Glieder als Umfassung und, vom Osten aus in den acht Yonis, Shubha und Bhaga …
23.34 … Bhagasarpini, Bhagamalini, Ananga, Anangakusuma, Anangamekhala und Anangamadana. Nun wird ihre Meditation erläutert.
23.35 Alle Shaktis sind rotglänzend, halten Gebetskette und Buch, tragen göttliche Gewänder und allen Schmuck und verleihen alles Ersehnte.
23.36 Danach folgen die mit Brahmi beginnenden Mütter, vor ihnen die mit Asitanga beginnenden Bhairavas, ferner Indra und die übrigen Richtungshüter sowie ihre Waffen.
23.37 Vorgesehen sind 1.200.000 Wiederholungen und ein Feueropfer mit Palasha-Blüten und den drei süßen Stoffen, im Umfang eines Zehntels oder eines Hundertstels.
23.38 Nach Mantravollendung folgen Anwendungen, etwa zehntausend Palasha-Blüten für glückliches Geschick.
23.39 Dasselbe gilt für Wohlstand und große Sarasvati-Begabung. Zehntausend Bilva-Gaben mit den drei süßen Stoffen sollen alle Menschen unter Einfluss bringen.
23.40 So wird für Fülle verfahren. Nun folgen eigene Anwendungen der einzelnen Keimsilben: Die Göttin wird mit den fünfzig Lauten geschmückt betrachtet …
23.41 … weiß wie frischer Jasmin, mit Perlennetzen geziert, ihre großen Arme strahlend mit Mudra, Schädelschale, Wissensbuch und Gebetskette.
23.42 Hunderttausend Wiederholungen unter dieser Meditation und Verehrung wie zuvor sollen Dichtung hervorbringen, reich an verschiedenen Versmaßen und Sinngehalten.
23.43 Eine weitere Gestalt ist rot, unter einem Wunschbaum auf einem strahlenden Edelsteinsitz, mit Haken, Schlinge, Schädelschale, Pfeil, Matulunga-Frucht und Bogen in den Händen.
23.44 Sie trägt Edelsteinschmuck, hat von Liebesfreude bewegte Augen und ist in der Schönheit junger Erwachsenheit von spielerischer Anmut erfüllt.
23.45 Hunderttausend Wiederholungen der mittleren Keimsilbe bei dieser Meditation sollen die drei Welten rasch aufwühlen und die zuvor genannten Vollendungen gewähren.
23.46 Die nächste Gestalt trägt Gebetskette, Nektargefäß, Mudra und Buch; sie gleicht frischem Jasmin und Mond und strahlt in Perlenschmuck.
23.47 Wer diese aus Bewusstsein bestehende Shakti betrachtet und das Sarasvati-Bija wiederholt, dessen Dichtkunst werde auf Erden anerkannt.
23.48 Nun folgt Nila-Sarasvati des linken Weges. Ihre Formel beginnt mit Om, Shrim, Hrim und einer im Vers verschlüsselt gebildeten Lautverbindung …
23.49 … gefolgt von Hum Phat, „Nilasarasvatyai“ und Svaha. Sie wird als vierzehnsilbig bezeichnet; Brahma, Gayatri und Nila-Sarasvati sind Seher, Versmaß und Gottheit. [Die Anmerkung gibt die vierte Silbe als shraum wieder.]
23.50 Die sechs Glieder entstehen aus Abschnitten von zwei, einer, einer, zwei, sechs und zwei Silben. Danach wird die alle Wünsche vollendende Göttin betrachtet.
23.51 „Ich verehre sie mit Glocke, abgeschlagenem Haupt, Dreizack und Schwert in den Lotushänden, den Mond am Scheitel, ein Tier beziehungsweise gebundenes Wesen unter den Füßen niederdrückend.“
23.52 Japa, Puja und alles Weitere entsprechen Tara; diese Vidya soll besonders den Sieg in Debatten verleihen.
23.53 Ein weiterer Mantra beginnt mit „Om Hrim Shrimat Ekajate Nilasarasvati“ …
23.54 … gefolgt von „Mahogratare Devi Khe Khah sarvabhutapishacharakshasan grasa grasa mama“ …
23.55 … und „jadyam chedaya chedaya Shrim Hrim Phat Svaha“: „Große furchtbare Tara, Göttin, verschlinge alle Geister, Pishachas und Rakshasas; durchtrenne meine geistige Trägheit!“ Er wird als zweiundfünfzigsilbig bezeichnet; Meditation und Verehrung wie zuvor.
23.56 Ein dreisilbiger Mantra lautet „Hrim Shrim Hum“; Seher und übrige Zuordnungen entsprechen Tripurabhairavi.
23.57 Ein weiterer lautet „Blum Vam vada vada Trim Hum Phat“ und wird als neunsilbig bezeichnet: „Sprich, sprich!“ Meditation und Verehrung bleiben wie zuvor.
23.58 Nun folgt Ghata-Sarasvati des linken Weges. Ihre erste Kuta-Silbe wird aus Ha, Sa, Kha, Pha, Ra und Ai gebildet. [Die beigefügte Gesamtformel bietet davon abweichende Lautgruppen.]
23.59 Ha, Sa und Ra mit Au und Visarga bilden die zweite; für die dritte werden weitere Verbindungen aus Ha, Sa, Pha und Ra genannt …
23.60 … verbunden mit langem I. Danach folgen die Rede-, Maya- und Rama-Silbe, Dram, Hrim, die Kama-Silbe, Blum und Sam.
23.61 Anschließend werden Ghrim, „Ghatasarasvati, ghate vada vada“ und zweimal „tvara“ genannt: „Ghata-Sarasvati, sprich im Gefäß, eile!“
23.62 „Rudrajñaya mamabhilasham kuru kuru Svaha“ schließt die Formel: „Erfülle auf Rudras Geheiß meinen Wunsch!“ Die Silbenzahl ist verschlüsselt; Verehrung wie zuvor. [Vers und Anmerkung weichen mehrfach ab; keine rekonstruierte Vollform.]
23.63 Nun folgt Kini-Sarasvati, die im linken Ritualweg Früchte verleiht. Ihre Formel beginnt mit der Rede-Silbe Aim und Haim …
23.64 … gefolgt von Hrim, zweimal Kini und Vidye; sie wird als neunsilbig bezeichnet. Japa, Nyasa und alles Weitere entsprechen dem Chamunda-Mantra. [Später erscheinen abweichende Schlussformen.]
23.65 Nun folgt Antariksha-Sarasvati des Luftraums: „Aim Hrim Antarikshasarasvati Svaha“.
23.66 Nach hunderttausend Wiederholungen je Silbe dieser zwölfsilbigen Formel soll der Übende auch ferne gewünschte Nachrichten hören können.
23.67 Mahasarasvati, die alle Wünsche erfüllt, hat eine Formel mit Aim Hrim Shrim Klim Saum Klim Hrim Aim …
23.68 … Blum Strim, „Nilatare Sarasvati“, Dram Hrim Klim Blum Sah und erneut Aim Hrim Shrim Klim …
23.69 … Sauh Sauh Hrim Svaha. Sie wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet; Brahma, Anushtubh und Sarasvati sind Seher, Versmaß und Gottheit.
23.70 Die sechs Glieder bestehen aus Abschnitten von fünf, fünf, acht, fünf, fünf und zwei Silben. Die Göttin sitzt auf einem als „nava“ bezeichneten Sitz, trägt Schlangenschmuck, Messer und Schädelschale … [Die Gliederzahl ergibt dreißig statt zweiunddreißig Silben; navāsanā bleibt als unsichere Lesung stehen.]
23.71 … sowie Becher und Dreizack in ihren vier Händen. „Ich verehre Nila-Sarasvati, dreiäugig und mit einer Schädelkette.“
23.72 Vierhunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Kimshuka-Blüten mit süßen Stoffen als Feueropfer sind vorgesehen; nun wird der Verehrungssitz beschrieben.
23.73 Zunächst kommen Dreieck und Sechseck, acht- und sechzehnblättriger Lotus, dann ein zweiunddreißig- und ein vierundsechzigblättriger Lotus.
23.74 Außen steht eine dreilinige quadratische Erdbegrenzung. Nach dem Zeichnen dieses Yantras beginnt die Verehrung außen.
23.75 Im Südosten des Quadrats steht Vighnesha, im Nordwesten Kshetrapala und im Nordosten Bhairava.
23.76 Im Südwesten werden sämtliche Yoginis, links der Guru verehrt. Auf der ersten Begrenzungslinie stehen Anima und Laghima …
23.77 … Mahima, Ishita, Vashita, Kamarupini, Garima und Prapti, vom Osten aus in Richtungsfolge: die acht Siddhis.
23.78 Auf der zweiten Linie stehen die acht Bhairavas, auf der dritten die acht Mütter. [Die Anmerkung nennt Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta, Kapalin, Bhishana, Samhara sowie Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani, Chamunda und Mahalakshmi.]
23.79 Nach dieser ersten Umfassung wird die Yoni-Mudra gezeigt. Auf dem vierundsechzigblättrigen Lotus folgen ebenso viele Shaktis.
23.80 Kuleshi, Kulananda, Vagisha, Bhairavi, Uma, Shri, Shanti, Chanda, Dhumra, Kali und Karalini …
23.81 … Mahalakshmi, Kankali, Rudrakali, Sarasvati, Vagvadini, Nakuli, Bhadrakali und Shashiprabha …
23.82 … Pratyangira, Siddhalakshmi, Amriteshi, Chandika, Khechari, Bhuchari, Siddha, Kamakshi, Hingula und Bala …
23.83 … Jaya, Vijaya, Ajita, Nitya, Aparajita, Vilasini, Ghora, Chitra, Mugdha und Dhaneshvari …
23.84 … Someshvari, Mahachanda, Vidya, Hamsi, Vinayika, Vedagarbha, Bhima, Ugra, Vaidya und Sadgati …
23.85 … Ugreshvari, Chandragarbha, Jyotsna, Satya, Yashovati, Kulika, Malini – nach einer Variante Kamini –, Kamya, Jnanavati und Dakini …
23.86 … Rakini, Lakini, Kakini, Shakini und Hakini. Dies sind die vierundsechzig Vollendung gewährenden Shaktis.
23.87 Nach der zweiten Umfassung wird die Khechari-Mudra gezeigt. Auf dem zweiunddreißigblättrigen Lotus folgen diese Kräfte:
23.88 Kirata, Yogini, Vira, Vetala, Yakshini, Hara, Urdhvakeshi, Matangi, Mohini und Vamshavardhini …
23.89 … Malini, Lalita, Duti, Manojna, Padmini, Dhara, Sharvari, Chhatrahasta, Raktanetra und Vicharchika …
23.90 … Matrika, Duradarsha, Kshetreshi, Rangini, Nati, Shanti, Vitya, Vajrahasta, Dhumra, Shveta und Sumangala. [Hier sind einunddreißig Namen erkennbar; Vitya ist unsicher. Keine Ergänzung eines fehlenden Namens.]
23.91 Nach der dritten Umfassung wird die Bija-Mudra gezeigt; es folgen sechzehn Shaktis auf dem sechzehnblättrigen Lotus. [Die Anmerkung beschreibt gegeneinander gewendete Hände, halbmondförmig zusammengeführte Zeigefinger und Daumen sowie darunter verbundene Mittel-, kleine und Ringfinger; einzelne Bewegungsangaben sind beschädigt.]
23.92 Mugdha, Shri, Kurukulla, Tripura, Talakriya, Rati, Priti, Bala, Sumukhi, Shyamala und Avila …
23.93 … Pishachi, Vidari, Shitala, Vajrayogini und Sarveshvari. Danach wird die Haken-Mudra gezeigt.
23.94 Auf dem achtblättrigen Lotus werden acht Sarasvatis mit ihren eigenen Mantras verehrt. Vagishvaris Formel beginnt „Om Namah Padmasane Padmarupe Aim Hrim“ …
23.95 … „Klim vada vada Vagvadini Svaha“: „Lotussitzende, Lotusgestaltige, sprich, Göttin der Rede!“ Sie wird als vierundzwanzigsilbig bezeichnet; hunderttausend Wiederholungen je Silbe sollen große Dichtkunst verleihen. Ihr Platz ist im Osten.
23.96 Chitreshvaris zwölfsilbiger Mantra verbindet eine Kuta-Bildung aus Ha, Sa, Ka, La, Ha beziehungsweise Ra und langem I mit „vada vada Chitreshvari Aim Svaha“. [Die Anmerkung gibt eine abweichende Bildung mit Hrim; keine Vereinheitlichung.]
23.97 Hunderttausend Wiederholungen sollen Bildkunst verleihen und Frauen unter Einfluss bringen; Chitreshvari wird im Südosten verehrt.
23.98 „Aim Kulaje Aim Sarasvati Svaha“ ist der elfsilbige Mantra Kulajas, deren Platz im Süden liegt.
23.99 „Aim Hrim Shrim vada vada Kirtishvari Svaha“ ist die dreizehnsilbige Formel Kirtinayikas; sie wird im Südwesten verehrt.
23.100 Im Westen steht die zuvor beschriebene Antariksha-Sarasvati, im Nordwesten Ghata-Sarasvati mit ihrem bereits erläuterten Mantra.
23.101 Im Norden wird Nila-Sarasvati mit der neunsilbigen Formel verehrt, im Nordosten Kini-Sarasvati. Nach dieser fünften Umfassung wird die Kshobha-Mudra gezeigt. [Die beigefügten Formeln weichen von 23.57 und 23.64 ab, unter anderem Vem statt Vam und „Vicce“ statt „Vidye“.]
23.102 Im äußeren Sechseck stehen Dakini, Rakini, Lakini, Kakini, Shakini und Hakini. Nach der sechsten Umfassung wird die Dravini-Mudra gezeigt.
23.103 Im Dreieck werden Para, Bala und Bhairavi verehrt; darauf folgt die Karshini-Mudra. Damit ist das Verehrungsverfahren beschrieben.
23.104 Für Ganesha, Kshetrapala, Yogini, Bhairava und Tara werden täglich Bali-Gaben an einer Kreuzung genannt.
23.105 Als Gaben gelten süßer Reis, Gemüse, Ghee, Milchreis, Kuchen und weitere Speisen; dadurch gewähre sie das Gewünschte.
23.106 Drei Meditationsformen werden entsprechend Sattva und den übrigen Gunas beschrieben. Die erste zeigt sie weiß gekleidet, auf einem Schwan, mit Perlenschmuck, vier Gesichtern und acht Armen, eine Mudra tragend …
23.107 … ferner Segen, Furchtlosigkeit, Schlinge, Lanze, Gebetskette und Blumenkranz, im Ozean des Klanges. Dies heißt Schöpfungsmeditation. [Die Attributliste füllt nicht eindeutig alle acht Hände.]
23.108 Die zweite Meditation zeigt sie rot gekleidet, auf einem Edelsteinthron und mit Gold geschmückt …
23.109 … mit einem Gesicht und vier Armen, die Gebetskette, Trinkgefäß, Furchtlosigkeit und Segen tragen. Sie weilt auf Shvetadvipa, der weißen Insel; dies heißt Erhaltungsmeditation.
23.110 Die dritte zeigt sie schwarz gekleidet, auf einem Boot, mit Knochenschmuck, neun Gesichtern und achtzehn Armen. Sie zeigt Segen …
23.111 … Furchtlosigkeit und trägt Axt, Opferlöffel, Schwert, Pashupata-Waffe, Pflug, Bhindipala-Wurfwaffe, Keule, Messer, Lanze und das als Trishirshaka bezeichnete Attribut …
23.112 … ferner Vernichtungswaffe, Vajra, Schlinge, Khatvanga und Keule. Im Blutmeer stehend, heißt diese Gestalt Auflösungsmeditation. [Die Waffenliste enthält zwei Keulenbezeichnungen; sie wird nicht an die Armzahl angepasst.]
23.113 Für heftige oder friedliche Handlungen wird die entsprechende Gestalt betrachtet. Nach Mantravollendung werde der Übende in seiner Rede einem Vachaspati gleich.
23.114 Ein Ritual beschreibt das Schreiben des Mantras mit einem Durva-Stängel und Rocana auf die Zunge eines Neugeborenen vor dem Abtrennen der Nabelschnur; im achten Jahr solle es alle Lehrschriften kennen. [Historisches Kindheitsritual, keine Anwendung an einem Säugling.]
23.115 Eine zehntausendmal besprochene Vaca-Wurzel wird nach der beschriebenen Bali-Gabe als Halsschmuck eines Kindes genannt; ihr Verzehr im zwölften Jahr soll Dichtkunst verleihen. [Historische Arznei- und Ritualbehauptung, keine Empfehlung für Kinder.]
23.116 Ein Karsha Jyotishmati-Öl, besprochen und während einer Finsternis im Wasser stehend eingenommen, soll zum Herrn der Rede machen. [Keine Einnahmeempfehlung.]
23.117 An einer Kreuzung oder auf einem Leichenplatz, frei von Scham und Furcht, wird eine auf einem Leichnam sitzende Rezitation der Vidya beschrieben.
23.118 Um Mitternacht höre der ganz auf die Wiederholung Ausgerichtete die Worte: „Durchdringe die Wissensgebiete, erlange alle Siddhis!“
23.119 Ein weiteres Ritual setzt zwei achtjährige Kinder aus einer gelehrten Familie voraus; unter Auflegen der Hände auf ihre Köpfe wird der Mantra gesprochen.
23.120 Beide würden dann mit Vedanta- und Nyaya-Begründungen debattieren. Wer neugierig sei, möge dieses Wunder der Vidya sehen. [Wunderbehauptung des Textes.]
23.121 In einem einsamen Bananenhain wird ein schöner Ritualsitz bereitet; dort sind 1.200.000 Wiederholungen vorgesehen.
23.122 Die Göttin wird auf einer von einer Dienerin bewegten Schaukel betrachtet, freundlich lächelnd, in einem Hain aus Punnaga, Champaka, Ashoka und Bananen.
23.123 Nach dieser Meditation und der Wiederholung wird eine Bali-Gabe dargebracht; dies soll alles Ersehnte erfüllen.
23.124 Nackt und ohne Haarschopf auf dem Leichenplatz werden zehntausend Wiederholungen am als „kṛṣṇabhūtāha“ bezeichneten Tag mit Vollendung der Rede verbunden. [Die genaue Kalenderangabe ist unsicher.]
23.125 Wer Wissen, Glück, Vermögen, Gedeihen, langes Leben, Ruhm, Kraft, Wohlstand und Schönheit wünscht, soll diese Sarasvati verehren.
23.126 Nun folgt Lokeshvari, die als Trikuta bezeichnete Sarasvati. Ihr Mantra besteht aus den drei Keimsilben „Shrim Hrim Klim“.
23.127 Als Seher werden Bhrigu, Sammohana und weitere genannt, als Versmaß Nicrid-Gayatri und als Göttin Lokeshvari.
23.128 Hrim ist das Bija, Klim die Shakti; die zweimalige Folge der drei Silben bildet die sechs Glieder. Nun folgt ihre Meditation: Auf einem Boden aus vielerlei Edelsteinen …
23.129 … steht ein goldener Wunschbaum über einer Edelsteinpflasterung; darunter befindet sich ihr Edelsteinthron.
23.130 Sie sitzt auf einem weißen Lotus, mit Edelsteinohrringen, Oberarmspangen, Ketten, Krone, Gürtel und Fußringen geschmückt.
23.131 Ihre zarten Hände halten zwei Lotusse, Schlinge, Haken, Zuckerrohrbogen und Blumenpfeile und zeigen Segen und Furchtlosigkeit.
23.132 Sie glänzt wie Gold und ist von sieben jugendlichen Botinnen umgeben, deren Hände Wedel, Spiegel, Wassergefäß und Betel tragen.
23.133 Mit freundlichem Blick schaut sie auf den Übenden. Vorgesehen sind 1.200.000 Wiederholungen und Opfergaben mit den drei süßen Stoffen …
23.134 … aus Rajavriksha-Holz, in einem Zehntel dieser Zahl. Im Zentrum des Sechsecks steht die Göttin, in seinen Ecken die Glieder.
23.135 Lakshmi und Hari, Parvati und Shankara, Rati und Smara werden verehrt; zu beiden Seiten die Schätze Shankha und Padma.
23.136 Die dritte Umfassung bilden die mit Brahma beginnenden Gottheiten, die vierte die Weltenhüter in weiblicher Gestalt und die fünfte deren Waffen.
23.137 Für besondere Anliegen werden zwölftausend Wiederholungen und ebenso viele Bilva-Fruchtgaben genannt; dies soll höchste Fülle bringen.
23.138 Rajavriksha-Holz wird mit der Anziehung des Gewünschten, Hibiskusblüten mit dem Einfluss auf alle Menschen verbunden.
23.139 Palasha-Blüten sollen hervorragende Dichtkunst verleihen. Nun folgt Tripura mit dem Namen Shiva.
23.140 Die erste Keimgruppe besteht aus zwölf mit Bindu verbundenen Vokalen, die zweite aus Klim und die dritte aus Sauh. Meditation, Nyasa und Verehrung entsprechen Jnana-Sarasvati. [Die Anmerkung zählt eine teilweise ungewöhnliche Vokalfolge auf.]
23.141 Nun folgt Rudra-Vishveshvaris Mantra: „Om Vam Shrim Hrim Sphrem Saum Svaha“.
23.142 Er wird als achtsilbig bezeichnet; Trivikrama ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Rudra-Vagishvari die Gottheit. [Die Göttinnenbezeichnung wechselt gegenüber dem vorigen Vers.]
23.143 Svaha ist die Shakti, Vam das Bija. Die sechs ersten Mantrasilben werden mit Sam, Sim, Sum, Saim, Saum und Sah verbunden und bilden die sechs Glieder.
23.144 Eine längere Formel beginnt „Sarvajñamritatejojvalamalini, tripta, vada vada, anadibodha-vajrine“: „Mit Flammen allwissenden Nektarglanzes Bekränzte, Erfüllte, sprich! Träger des Vajra anfangsloser Erkenntnis …“
23.145 Es folgen Anrufungen als Vajraträger, unabhängig, ewig, von unverminderter Kraft und natürlicher Wesensgestalt sowie eine Verbindung mit unendlicher Kraft und Opfergabe.
23.146 „Pashum Hum Phat Pashupatastraya Sahasrakshaya“ schließt die als siebzigsilbig bezeichnete Formel: „… dem Pashupata-Geschoss, dem Tausendäugigen“. Sie soll alle Wünsche erfüllen. [Geschlecht, Kasus und Opferbezug wechseln; keine geglättete Gesamtübersetzung einer beschädigten Formel.]
23.147 „Ich verehre Rudra-Vagishvari, hellglänzend und dreiäugig, mit Frucht und Buch, Segen und Furchtlosigkeit in den Händen, mit Schlangen geschmückt.“ Japa, Puja und Anwendungen entsprechen Vagvadini.
23.148 Nun folgt Vishnu-Vagishvari: „Om Shrim Sphum Shrim Namah“, als sechssilbiger Mantra bezeichnet.
23.149 Kashyapa ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Vishnu-Vagishvari die Göttin. Shrim ist die Shakti, Sphum das Bija; mit Shrim werden die sechs Glieder gebildet.
23.150 „Ich verehre Vishnu-Vagishvari, goldglänzend, mit Frucht, Buch, Gefäß und Furchtlosigkeitsgeste, mit Schlangen geschmückt.“ Die Verehrung entspricht der sechssilbigen Vagvadini-Form.
23.151 Nun folgt Mukhya-Vagishvaris Mantra: „Hrim Vacaspate Amritapluh Plum Hrim Saum“.
23.152 Er wird als zwölfsilbig bezeichnet. Kantha ist der Seher, Virat das Versmaß; als Gottheit nennt die Quelle hier Vishnu-Vagishvari.
23.153 Pluh ist die Shakti, die Rede-Silbe das Bija. „Vacaspate“ bildet die Herz-, „Amrita“ die Kopf-, Pluh die Scheitel- und Plum die Panzerformel; „Vacaspate Amrita“ wird den Augen, Pluh Plum der Waffe zugeordnet.
23.154 Meditation und Verehrung bleiben wie zuvor. Als Anwendung werden ein Jahr Havishya-Nahrung und täglich tausend Wiederholungen genannt.
23.155 Danach wird Wasser zehnmal besprochen und getrunken; dies soll außergewöhnliche Auffassungskraft verleihen.
23.156 Eine weitere Anwendung nennt in Kuhurin gekochte Nahrung, 1.500.000 Wiederholungen und achttausend Opfergaben aus Kola-Holz mit Ghee; dadurch werde Erkenntnis von Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart verheißen. [Historisches Arznei- und Erkenntnisritual, keine Ernährungsempfehlung.]
23.157 Brahmi-Saft mit Ghee einer braunen Kuh wird morgens in einer Handvollmenge zehnmal besprochen getrunken. [Die abschließende Zeitangabe malatrayam ist unsicher.]
23.158 Dies soll das Behalten von Veden und Lehrschriften nach einmaligem Vortrag und unfehlbare Erinnerung an einmal Gehörtes bewirken. [Historische Gedächtnisbehauptung.]
23.159 Nun folgt Padmavatis glückverheißender, siebensilbiger Mantra: „Hrim Padmavati Svaha“.
23.160 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Padmavati die Gottheit. Svaha ist die Shakti, Hrim das Bija; Hrim mit sechs langen Vokalen bildet die Glieder.
23.161 Sie wird mit zwei roten Wasserlilien in den Händen betrachtet, lotussitzend und lotusgesichtig, bandhukarot, dreiäugig und in vielfältigem Schmuck leuchtend.
23.162 Auf dem Shakti-Sitz folgen die Göttin, ihre Glieder, die Mütter, Weltenhüter und deren Waffen. So ist Padmavatis Verehrung beschrieben.
23.163 Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer sind vorgesehen; ihr Verehrer werde allen Frauen angenehm. Keine andere gleiche Padmavati im Spenden von Glück.
23.164 Nun folgt Ashvarudhas großer Mantra: „Om Ehi Parameshvari Svaha“ – „Komm, höchste Herrin!“
23.165 Er wird als zehnsilbig bezeichnet; Brahma ist der Seher, Virat das Versmaß und Ashvarudha die Gottheit. Die mit Om beginnenden drei Teile, zweimal verwendet, bilden die sechs Glieder.
23.166 Sie reitet auf einem Pferd, ist dreiäugig und trägt den Mond an der Stirn. Links führt sie die mit einer Schlinge gebundene Zielperson heran, rechts hält sie einen goldenen Stab.
23.167 Auf dem Shakti-Sitz werden die Göttin, ihre Glieder, die Mütter, die mit Indra beginnenden Richtungshüter und außen deren Waffen verehrt.
23.168 Zehntausend Wiederholungen, tausend Ghee-Opfer sowie Tarpana und weitere Handlungen wie zuvor sollen rasch die ganze Welt unter Einfluss bringen.
23.169 Ghee-Speise als Opfergabe soll das Gewünschte erfüllen; Salz mit den drei süßen Stoffen Könige unterwerfen.
23.170 Dasselbe Verfahren wird auch für Einfluss auf Frauen genannt; ein Ghee-Feueropfer mit dieser Vidya soll Gold bringen.
23.171 Tausend Gaben mit den drei süßen Stoffen sollen Frauen gefügig machen beziehungsweise herbeiziehen. [Historische magische Unterwerfungsversprechen.]
23.172 Mit eingefügtem Hrim lautet die elfsilbige Variante „Om Hrim Ehi Parameshvari Svaha“. Maya mit sechs langen Vokalen bildet ihre Glieder.
23.173 Eine andere beginnt mit Om Om Hrim Krom und wird als fünfzehnsilbig bezeichnet. Die Gliederabschnitte werden mit zwei, einer, einer, drei, fünf und zwei Silben angegeben. [Die Summe weicht von der genannten Gesamtzahl ab.]
23.174 Ihre Vorbereitung umfasst fünfhunderttausend Wiederholungen, die Verehrung entspricht dem Vorigen. Akshaya und Kirtinayika werden nochmals auf die zuvor genannten Umfassungen bezogen; mit den äußeren Richtungshütern endet Brahmis Verfahren. [Die erste Zuordnung ist knapp.]
23.175 Nun folgt Maheshvaris Verfahren. Ihre Formel beginnt „Om Hrim Namo Bhagavati Maheshvari Ehi“ …
23.176 … und endet „Parameshvari Svaha“. Sie wird als einundzwanzigsilbig bezeichnet; alles Weitere entspricht Ashvarudha.
23.177 „Ich verehre die auf dem Stier Reitende, mondgleich und dreiäugig, mit dem Mond an der Stirn, Dreizack und Damaru tragend und mit großen Schlangen als Armreifen.“
23.178 Hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel so viele Bilva-Blätter mit Ghee als Feueropfer sollen höchste Herrlichkeit verleihen.
23.179 Zuerst werden die Glieder verehrt; auf dem zwölfblättrigen Lotus folgen Bala, Shakti, Nityaklinna und Agnivasini …
23.180 … Annapurna, Gauri, Vajraprastarini, Vajreshvari, Tvarita, Shivaduti und Trikantika …
23.181 … sowie im Unterwerfungskontext eine weitere als Trikantiki bezeichnete Gestalt, jeweils mit eigenem Mantra. Richtungshüter und Waffen schließen Maheshvaris Verehrung ab. [Die letzten Namen und ihre Abgrenzung sind unsicher.]
23.182 Nun folgen vollendungswirksame Bala-Mantras. Die Rede-, Kama- und Sauh-Silbe werden vorwärts und rückwärts gesprochen: „Aim Klim Sauh Sauh Klim Aim“.
23.183 Dies ist ein sechssilbiger Mantra. Dakshinamurti ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Tripurabalika die Göttin.
23.184 Bala wird rot, dreiäugig, mondgeschmückt und von Göttern verehrt betrachtet; sie hält Schlinge, Haken, Buch und Gebetskette.
23.185 Die sechs Glieder-Nyasas entsprechen der Matrika. Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Oleanderblüten als Feueropfer sind vorgesehen.
23.186 Die Verehrung erfolgt auf dem zuvor beschriebenen Sitz mit Gliedern, Rati und den übrigen, Pfeilen, Prabha und den weiteren Kräften, Richtungshütern und Waffen. Die Anwendungen entsprechen dem Vorigen.
23.187 „Shrim Klim Hrim Aim Klim Sauh Hrim Klim Shrim“ ist ein neunsilbiger Mantra. Meditation und Verehrung entsprechen dem sechssilbigen.
23.188 „Aim Klim Sauh Balatripure Svaha“ wird als zehnsilbige Formel genannt; alles Weitere bleibt wie zuvor. [Die Anmerkung schreibt die dritte Silbe abweichend als sauṃḥ.]
23.189 Eine weitere Formel lautet „Klim Hrim Aim Bale Tripure siddhim dehi Namah“ – „Bala Tripura, gib Vollendung!“
23.190 Sie wird als vierzehnsilbig bezeichnet; Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem sechssilbigen Mantra. Auch alle beim dreisilbigen beschriebenen Anwendungen gelten hier.
23.191 Eine weitere Formel nennt „Hrim Shrim Klim Tripure Bharati kavitvam dehi Svaha“ – „Tripura Bharati, gib Dichtkunst!“ Alles Weitere bleibt wie zuvor.
23.192 „Hrim Hrim Hrim Praudhatripure arogyam aishvaryam dehi Svaha“ – „Reife Tripura, gib Gesundheit und Herrlichkeit!“ – wird als achtzehnsilbiger Mantra bezeichnet; Nyasa und weitere Bestimmungen entsprechen dem sechssilbigen.
23.193 „Hrim Shrim Klim Balatripure madayattam vidyam kuru Namah Svaha“ – „Mache das Wissen mir zugänglich!“ – wird als zwanzigsilbige Formel genannt; die übrigen Bestimmungen bleiben gleich.
23.194 Ein weiterer Mantra beginnt „Hrim Shrim Klim Paratpare Tripure sarvam ipsitam sadhaya“ – „Über das Höchste Erhabene, Tripura, verwirkliche alles Ersehnte!“ …
23.195 … und endet mit Svaha. Er wird als zwanzigsilbig bezeichnet; Seher und Zuordnungen wie beim sechssilbigen Mantra. Hunderttausend Wiederholungen sollen nach Vollendung das Gewünschte erfüllen.
23.196 Eine weitere Formel beginnt mit Klim Klim Shrim Hrim Hrim, „Tripure Lalite“ und „madipsitam yoshitam“ …
23.197 … gefolgt von „dehi vanchitam kuru Svaha“: „Tripura Lalita, gib die von mir gewünschte Frau, erfülle das Ersehnte!“ Sie wird als achtundzwanzigsilbig und Wohlstand verleihend bezeichnet; alles Weitere wie zuvor. [Historisches Unterwerfungs- und Wunschritual.]
23.198 Nun folgt ein achtsilbiger Shakti-Mantra mit Am, Shrim, Hrim, Klim Klim, Hrim, Shrim und Am. [Die Schlusssilben sind in der Vorlage zusammengezogen.]
23.199 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Shakti die Gottheit; als Anwendungen werden Einfluss auf Frauen und Anziehung genannt.
23.200 Maya mit sechs langen Vokalen bildet sechs Glieder; alle acht Silben bilden Herz, Kopf, Scheitel, Panzer, Augen, Waffe, Bauch und Rücken. Mit dem Grundmantra folgt die umfassende Durchdringung.
23.201 Im Herzen wird die glückselige Göttin betrachtet, rotglänzend und mit voller Brust, Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile in den Armen tragend.
23.202 Auf dem Shakti-Sitz bilden Hrillekha und die übrigen Kräfte, die Glieder, die Mütter, die Weltenhüter und die mit dem Vajra beginnenden Waffen fünf Umfassungen.
23.203 Achthunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Sesamgaben mit Ghee sind vorgesehen. Nun folgt Nityaklinna mit „Nityaklinne Madadrave“ …
23.204 … und Namah als Abschluss. Der Mantra wird als zehnsilbig bezeichnet; Atri ist der Seher, Trishtubh das Versmaß und Nityaklinna die Gottheit.
23.205 Die Herzformel beginnt mit Nitya; für den Kopf steht eine unsichere Verbindung mit Svaha. „Klinne Svaha“ bildet die Scheitelformel, „Nityaklinne“ die Panzerformel.
23.206 „Nityaklinne Namah“ bildet die Waffenformel. Meditation und gesamte Verehrung entsprechen dem Vorigen.
23.207 Hunderttausend Wiederholungen, ein Zehntel so viele Sesamopfer sowie Tarpana und weitere Handlungen wie zuvor sind vorgesehen. Die Göttin wird als Glückspenderin bei Armut verehrt.
23.208 Nun folgt der neunsilbige Mantra Vahnivasinis: „Om Hrim Vahnivasinyai Namah“.
23.209 Vasishtha ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Vahnivasini die Gottheit. Die Shakti-Keimsilbe gilt als Shakti; das mittlere Element wird als Sperre bezeichnet. [Die Bija-Zuordnung ist knapp.]
23.210 Die zweite Keimsilbe Hrim wird mit sechs langen Vokalen und jeweils nachfolgendem Hrim verbunden; daraus entstehen Hand- und Körper-Nyasa.
23.211 Die Mantrasilben werden auf Augen, Ohren, Nase, Wangen, Mund, Geschlechtsorgan und After gelegt; mit der Gesamtformel folgt die Durchdringung.
23.212 Sie gleicht glühendem Gold, ist schön in jugendlicher Blüte, hat ein sanft lächelndes Lotusgesicht und drei strahlende Augen.
23.213 Acht Arme und Rubinschmuck kennzeichnen sie. Ihre linken Hände tragen Edelsteinlotus, Muschelhorn und Zuckerrohrbogen …
23.214 … sowie die Mondscheibe. Rechts trägt sie Kalhara-Blüte, goldenes Horn, Blumenpfeile und Matulunga-Frucht; ihr gleichende Gefährtinnen umgeben sie.
23.215 Im Zentrum des neuneckigen beziehungsweise neunfachen Yoni-Diagramms werden zuerst die Glieder verehrt, in den acht übrigen Yonis vom Vorderplatz aus im Uhrzeigersinn die Kräfte.
23.216 Es sind Jvalini, Vishvalingi, Mangala, Manohara, Kamala, Kitava, Vishva und Vividha.
23.217 Auf dem äußeren zwölfblättrigen Lotus stehen die Tierkreis-Shaktis, beginnend mit Mesha, Vrisha, Mithuna und Karkata: Widder, Stier, Zwillinge und Krebs.
23.218 In den zehn Richtungen folgen zehn weitere Shaktis: Ghasmara, Sarvabhaksha, Vishva und Vividhodbhava …
23.219 … Chitrarupa, Nihsapatna, Niratanka, Pavani, Achintya und Bhavastuta; vor ihnen stehen die Weltenhüter.
23.220 Ihre Waffen schließen die Verehrung der alle Fülle verleihenden Göttin ab. Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer sind vorgesehen.
23.221 Nach Tarpana, Besprengung und Bewirtung der Brahmanen gilt der Mantra als vollendet; darauf folgen die gewünschten Anwendungen.
23.222 Für ein wunscherfüllendes Feueropfer wird ein Prastha Shali-Reis in ein neues Gefäß gegeben.
23.223 Nach Anblasen, ritueller Vorbereitung und hundertacht Wiederholungen der Vidya wird daraus geopfert; dies soll großen Wohlstand bringen.
23.224 Genannt werden täglich hundertacht Gaben und achttausend am ersten sowie fünften Tag der hellen Monatshälfte, ein Jahr lang. [Die genaue Zuordnung der Tageszahlen ist im Vers knapp.]
23.225 Dadurch werde man einem König an Vermögen und Getreide gleich; Ghee-Opfer sollen alle gewünschten Früchte verleihen.
23.226 Besonders an fünften Mondtagen werden Verehrung und Gelübde genannt. Nun folgt der Mantra Annapurneshvaris.
23.227 Er lautet nach den Bestandteilen „Om Shrim Hrim Klim Namo Bhagavati Maheshvari Annapurne Svaha“ und wird als zwanzigsilbig bezeichnet.
23.228 Trishtubh ist das Versmaß, Brahma der Seher und Annapurna die Gottheit. Hrim ist das Bija, Shrim die Shakti und Klim die Sperre.
23.229 Hrim mit sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder. Der Wort-Nyasa beginnt an Brahmarandhra, Haarscheitel, Stirn, Brauenmitte und Nase …
23.230 … und setzt sich an Mund, Kehle, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, Grundzentrum, beiden Gesäßhälften, Armen und Knien …
23.231 … sowie Füßen und neun Körperöffnungen fort. Eine weitere Folge beginnt an Kopf, Stirn, Brauenmitte, Mund und Kehle …
23.232 … und führt zu Herz, Nabel, Geschlechtsorgan und Füßen; umgekehrt werden After, Geschlechtsorgan, Nabel und die weiteren Stellen belegt.
23.233 Die vier Keimsilben stehen an Brahmarandhra, Mund, Herz und Muladhara, die übrigen an den beim Matrika-Nyasa genannten Vokalstellen. Mit dem gesamten Mantra folgt die Durchdringung.
23.234 Sie gleicht glühendem Gold, trägt den jungen Mond am Scheitel und eine von neun Edelsteinen strahlende Krone; ihr Körper ist kumkumarot.
23.235 Sie trägt bunte Gewänder, hat fischförmige Augen und eine lotusgleiche Brust; beim Anblick des Herrn ist sie beständig tanzend und voll höchster Glückseligkeit. [Die Verbindung des Tanzens mit ihrem Schauen ist syntaktisch knapp.]
23.236 Ihr Gesicht ist freudig, ihre Augen bewegen sich lebhaft, ein Gürtel schmückt ihre Hüften. Die ewige Göttin liebt das Spenden von Nahrung und wird von Erde und Shri verehrt.
23.237 Links hält sie ein edelsteingeschmücktes Gefäß voll Milchreis, rechts einen goldenen Schöpflöffel.
23.238 Ihr Yantra umfasst Dreieck, vier-, acht- und sechzehnblättrigen Lotus sowie drei quadratische äußere Begrenzungen.
23.239 Nach den Gliedern wird an der vorderen Dreiecksspitze Shiva verehrt. Seine Formel beginnt „Om Hram Shivaya“ und wird als siebensilbig bezeichnet. [Der übliche Abschluss ist im Vers nicht ausdrücklich ausgeschrieben.]
23.240 Seine Meditation zeigt ihn weiß wie Kuhmilch, fünfgesichtig und dreiäugig …
23.241 … freundlich und friedvoll, mit blauem Hals, geflochtenem Haar und glänzendem Schlangenschmuck, kräftig wie ein Ringer, tanzend als Herr der Götter an der Dreiecksspitze.
23.242 Links im Dreieck wird Varaha verehrt. Seine Formel beginnt mit „Om Namo Bhagavate Varaha…“ …
23.243 … „rupaya Bhur Bhuvah Svahpataye bhupatitvam me dehi pradapaya Svaha“: „Dem in Ebergestalt, Herrn von Erde, Zwischenraum und Himmel: Gib mir Herrschaft über die Erde!“ Der Mantra wird als dreiunddreißigsilbig bezeichnet.
23.244 Rechts steht Narayana mit dem achtsilbigen „Om Namo Narayanaya“. Links und rechts werden Bhumi und Shri mit ihren eigenen Formeln verehrt.
23.245 Die Nahrung spendende Formel lautet „Annam mahyam annam dehi, annadhipataye mamannam pradapaya“ – „Gib mir Nahrung, Herr der Nahrung, gewähre mir Speise!“ …
23.246 … mit Svaha als Abschluss. Zur Verehrung der Erde wird sie von Glaum, zur Verehrung Shris von Shrim umschlossen. Danach folgt der vierblättrige Lotus. [Die Silbenzahl wird durch Ākṛti verschlüsselt angegeben.]
23.247 Vom Westen aus stehen Paravidya mit Om, Bhuvaneshi mit Hrim und Kamala mit Shrim …
23.248 … sowie Shubhaga mit Klim. Auf dem achtblättrigen Lotus folgen die Mütter mit Brahmi; danach die mondkreisförmigen Kräfte, wiederum vom Westen aus.
23.249 Die sechzehn Kalas werden mit ihrem Namen, „Annapurnayai“ und Namah verehrt.
23.250 Sie heißen Amrita, Manada, Tushti, Pushti, Priti, Rati, Hri, Shri, Svaha, Svadha, Jyotsna und Haimavati …
23.251 … Chhaya, Purnima, Nitya und Amavasya. In der äußeren Begrenzung stehen die Weltenhüter, davor ihre Waffen.
23.252 Hunderttausend Wiederholungen bei eingehaltenen Regeln und ein Zehntel so viele Gaben aus Milchreis und Ghee sollen Vollendung bringen.
23.253 Nach Tarpana und den übrigen zuvor beschriebenen Handlungen gewähre die verehrte Annapurneshvari Nahrung und Gold.
23.254 Ohne Keimsilben gilt dieselbe Formel als sechzehnsilbig; mit Hrim oder Om am Anfang als siebzehnsilbig, mit Hrim und Om als achtzehnsilbig.
23.255 Seher und weitere Zuordnungen bleiben gleich; Hrim bildet die Glieder. Verehrung und Vollendung folgen dem früheren Verfahren mit den genannten Umfassungen. [Die verkürzte Aufzählung aṣṭanāgendra ist nicht eindeutig.]
23.256 Nun wird das Verfahren des zuvor genannten nahrungspendenden Mantras erläutert. Brahma ist der Seher, Akriti das Versmaß; Bhumi und Shri sind seine Gottheiten.
23.257 Die fünf Glieder entstehen aus Abschnitten von vier, fünf, sechs, sechs und sieben Silben. Im Milchozean liegt eine Insel aus flüssigem Gold und Silber, von Göttern bewohnt …
23.258 … umgeben von glückverheißenden Wunschbäumen und mit Edelsteinpflaster. Dort sitzen Vasudha und Shri vor dem Herrn des Reichtums.
23.259 Sie werden betrachtet, wie sie für ihre Verehrer Ströme von Vermögen ausgießen; auf dem Vishnu-Sitz angerufen, werden beide mit Düften und weiteren Gaben verehrt.
23.260 Nach den Gliedern folgen auf den vier Richtungsblättern des achtblättrigen Lotus Raum, Wind, Feuer und Wasser.
23.261 Auf den Zwischenrichtungsblättern, vom Nordosten aus, stehen Nivritti, Pratishtha, Vidya und Shanti; außen folgen auf einem weiteren achtblättrigen Lotus acht Shaktis.
23.262 Mit Shris einsilbigem Mantra werden die mit Balaka beginnenden Kräfte verehrt; Indra, die weiteren Richtungshüter und ihre Waffen schließen die Verehrung ab.
23.263 Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit in Ghee gegarter Speise sind vorgesehen; nach Tarpana, Bewirtung der Brahmanen und sorgfältiger Ehrung des Gurus werde Mantravollendung erlangt.
23.264 Täglich zu Tagesbeginn hundertacht Wiederholungen sollen königliche Zeichen, Getreide, Nahrung und Edelsteine in Fülle gewähren. [Chatra bedeutet wörtlich „Schirm“.]
23.265 Ein weiterer Mantra beginnt mit Om Hrim Shrim Klim, „Namo Bhagavati Maheshvari mama“ …
23.266 … „abhipsitam annam dehi dehi Annapurne Svaha“: „Annapurna, gib mir die ersehnte Nahrung!“ Er wird als einunddreißigsilbig bezeichnet.
23.267 Die sechs Gliederabschnitte umfassen vier, sechs, vier, sieben, vier und sechs Silben. Meditation, Verehrung und Anwendungen entsprechen dem Vorigen.
23.268 Eine fünfundzwanzigsilbige Variante beginnt „Om Shrim Hrim Namo Bhagavati“ …
23.269 … „Maheshvari prasanne varade Annapurne Svaha“: „Gnädige, Segen spendende Annapurna!“ Ihre Mantrasilben bilden die Glieder.
23.270 Die sechs Abschnitte umfassen drei, sechs, vier, sechs, vier und zwei Silben. Meditation und Wiederholung bleiben gleich; eine besondere Frucht wird den Rezitierenden verheißen.
23.271 Nun folgen Gauris fruchtbringende Mantras. Der erste beginnt „Hrim Gauri Rudradayite Yogeshvari“ …
23.272 … und endet Hum Phat Svaha. Er wird als sechzehnsilbig bezeichnet; Brahma ist der Seher, Anushtubh das Versmaß …
23.273 … und Gauri die Gottheit, die glückliches Geschick und alle Fülle spendet. Maya mit sechs langen Vokalen bildet die Glieder.
23.274 Sie wird goldglänzend betrachtet, mit Spiegel, Gerät für Augenschminke, Schlinge und Haken in den Armen, reich geschmückt.
23.275 Auf dem Shakti-Sitz wird sie mit Sandelholz und weiteren schönen Gaben verehrt; zuerst ihre Glieder, dann Subhaga und die übrigen Kräfte.
23.276 Subhaga, Lalita, Kamini und Kamamalini werden genannt, ferner Pasha, Ankusha, Darpana, Anjana und Shalakika: Schlinge, Haken, Spiegel, Augenschminke und Stäbchen. [Die Abgrenzung der Attributnamen ist nicht vollständig eindeutig.]
23.277 Die Shaktis stehen in den Hauptrichtungen, die nach Attributen benannten in den Zwischenrichtungen; Richtungshüter und Waffen schließen Gauris Verehrung ab.
23.278 Hunderttausend Wiederholungen, zehntausend Ghee-Opfer, Tarpana und die übrigen Handlungen sowie die Ehrung des Gurus sind vorgesehen.
23.279 Erst nach Mantravollendung folgen die Wunschriten. Beschrieben wird das Schreiben des Mantras mit Augenschminke einer Frau auf den linken Oberschenkel …
23.280 … bedeckt mit dem linken Arm, bei ganz darauf gerichteter Wiederholung. Die Zahl lautet „hundert, tausend“ beziehungsweise hunderttausend; dies soll eine Frau in begehrender Verwirrung heranziehen. [Zahl und Körperbezug sind im Wortlaut knapp; historischer Liebeszwang.]
23.281 Mit dem Mantra besprochene Düfte, Blüten, Früchte und andere Gaben sollen, überreicht und verwendet, alle Menschen unter Einfluss bringen.
23.282 Ein weiterer Mantra zur Unterwerfung von Frauen nennt „kankshitastrivashankari“ und „subhage“, jeweils mit einer Verdopplungsangabe …
23.283 … sowie Strim Svaha. Er wird als neunzehnsilbig bezeichnet; Nyasa wie zuvor. Der Sitzmantra lautet „Gaum Gaurimurtaye Namah“.
23.284 „Wir erkennen Subhaga; über Kamamalini meditieren wir. Möge jene Gauri unser Verstehen anregen.“
23.285 Mit dieser Gayatri werden alle Darbringungen vollzogen. Nach den Gliedern werden Subhaga und die übrigen Kräfte verehrt.
23.286 Auf dem davorliegenden achtblättrigen Lotus und in der Mitte folgen weitere Kräfte; ihre Formeln verbinden acht lange Vokale, Bindu, den Dativnamen und Namah. [Die Lautbildungsangabe ist verkürzt.]
23.287 Es sind Prabha, Jnana, Vak, Vagishvari, Jvalini, Vama, Jyeshtha, Raudri und Guhyashakti.
23.288 Weltenhüter, Waffen und Feueropfer entsprechen dem Vorigen. Eine Namenseinfügung nach dem Anfangslaut und hundert Wiederholungen sollen die Zielperson unter Einfluss bringen.
23.289 Nun folgt kurz Gauri namens Brahmashri. Ihre Formel beginnt „Hrim Namah Brahmashrirajite Rajapujite“ …
23.290 … „Jaye Vijaye Gauri Gandhari tribhuvanavashankari sarvalokavashankari“ …
23.291 … und setzt mit Anrufungen für alle Frauen und Männer sowie alle Welten und einem beschädigten Schluss vor Svaha fort. Brahma ist der Seher, Nicrit das Versmaß und Gauri die Göttin. [Die verschlüsselte Silbenzahl und mehrere Wörter erlauben keine sichere Vollform.]
23.292 Svaha ist die Shakti, Hrim das Bija. Für die sechs Glieder werden vierzehn, zehn, acht, zwei, zehn und elf Silben genannt. Danach folgt ihre Meditation.
23.293 Sie trägt den strahlenden Vollmond am Scheitel, ist bandhukarot, dreiäugig, mit Schlinge und Haken, Papagei und Blüten geschmückt; rote Salben und saflorrote Kleidung zieren die von der Welt Verehrte.
23.294 Nach den Gliedern folgen die Umfassung der Mütter, die Weltenhüter und ihre Waffen.
23.295 Zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis werden genannt; weitere Gaben sind Sesam und Reis mit den drei süßen Stoffen …
23.296 … rote Wasserlilien, Salz oder süße Früchte. Tausend Gaben über drei Tage sollen rasch Einfluss auf andere verleihen.
23.297 Morgendliche Meditation über die Göttin im Sonnenkreis und hundertacht Wiederholungen sollen die ganze Welt unter Einfluss bringen.
23.298 Nun folgt Gauri als Rajamukhi mit einer als siebenundvierzigsilbig bezeichneten Formel: „Om Rajamukhi Rajadhimukhi Vashyamukhi“ …
23.299 … Hrim Shrim Klim, „Devi Devi Mahadevi Devadhidevi sarvajanasya“ …
23.300 … „mukham mama vasham kuru kuru Svaha“: „Göttin der Götter, stimme mir aller Menschen Antlitz günstig!“ Die Gesamtformel bildet das Herz, dreißig Silben die Kopfformel.
23.301 Siebzehn Silben vom Anfang bilden die Scheitelformel, acht den Panzer und fünf die Augen; die Waffenformel wird durch eine unsichere Bildzahl „Wolken“ bestimmt.
23.302 Seher, Meditation und Verehrung entsprechen dem Vorigen. Bei Anwendungen wird anstelle von „alle Menschen“ der Name der Zielperson eingesetzt.
23.303 Japa, Feueropfer und Tarpana sollen starken Einfluss bewirken. Genannt werden hundertacht Gaben mit den drei süßen Stoffen …
23.304 … aus blühender Sahadevi über sieben Nächte. Die dabei entstehende Asche soll alle Menschen unter Einfluss bringen.
23.305 Eine achtundvierzigsilbige Variante beginnt mit einer aus Ha, Sa, Ra und Vagbhava gebildeten Kuta-Silbe; daran schließt sich der mit Rajamukhi beginnende Teil wie zuvor an.
23.306 Als Besonderheit werden die Gliederabschnitte mit Bildzahlen für Bhava, Riddhi, zweimal Ozean, Pfeile und Wolken angegeben. [Die Zahlenreihe ist nicht sicher auflösbar.]
23.307 Japa und Feueropfer wie zuvor; eine besondere Anwendung nennt siebenmal tausend Ghee-Gaben. Das rituell gesammelte Ghee soll die Zielperson gefügig machen.
23.308 Eine Figur der Zielperson wird aus dem Holz ihres Mondhaus-Baumes hergestellt, mit dem Mantra versehen und im Vorhof vergraben.
23.309 Darüber wird ein Feuer eingerichtet; Hibiskusblüten mit rotem Sandelholz werden sieben Nächte lang geopfert …
23.310 … täglich tausend. Danach wird die Figur ausgegraben und am Flussufer erneut vergraben; die Zielperson werde zum Diener. [Historisches Unterwerfungsritual, keine Empfehlung zur Einflussnahme.]
23.311 Nun folgt Vajraprastarinis Mantra mit Aim Hrim und „Nityaklinne Madadrave“ …
23.312 … abgeschlossen mit Svaha. Er wird als zwölfsilbig bezeichnet; Angiras ist der Seher, Trishtubh das Versmaß und Vajraprastarini die Gottheit.
23.313 Die erste Keimsilbe mit sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder. Ihre gesamte Verehrung entspricht Nityaklinna.
23.314 Vajreshvaris großer Mantra beginnt „Hrim Klim Klinne Krom Nityamadadrave“ …
23.315 … und endet Hrim. Er wird als zwölfsilbig bezeichnet; Hrim gilt als Bija und Shakti. Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Vajreshvari die Gottheit.
23.316 Das erste Hrim ist das Bija, das letzte die Shakti; Vagbhava wird als Sperre genannt. „Hrim Klim Hrim“ bildet die Herzformel.
23.317 Die folgenden Gliederformeln verbinden Hrim und Klim beziehungsweise Krom und die Worte Nityaklinne und Made. [Vers und beigefügte Scheitelformel sind uneinheitlich; die genaue Zuordnung wird nicht vereinheitlicht.]
23.318 „Hrim Drave Hrim“ bildet die Waffenformel. Die zehn inneren Mantrasilben werden jeweils von der Shakti-Silbe umschlossen angeordnet.
23.319 Ihre Stellen sind Ohren, Nasenöffnungen, Wangen, Augen, Nabel und Geheimbereich. Danach wird die alles Glück verleihende Göttin betrachtet.
23.320 Sie ist rot, trägt rote Gewänder, Düfte und Kränze, ist vierarmig und dreiäugig und strahlt mit einer Rubinkrone.
23.321 Sie hält Schlinge, Haken, Zuckerrohrbogen und Pfeile aus Granatapfelblüten; ihre Augen sind kühl und freudvoll. [Die nähere Augenbeschreibung darpaṇāmoda ist unsicher.]
23.322 Mit lächelndem Lotusgesicht schaut sie den Übenden an, bequem in der Mitte des Diagramms aus Dreieck, Sechseck und äußerer Begrenzung sitzend.
23.323 Ihr Thron steht in einem Boot; sie ist von ihr gleichenden Shaktis umgeben, die in weiteren Booten ringsum schaukeln.
23.324 Ihr Kommen und Gehen erfreut sie. In einem roten Meer wird ein goldenes Boot, darauf der Thron, darauf das Diagramm und darin die Göttin angerufen und verehrt.
23.325 Von der vorderen Spitze des Dreiecks aus stehen Iccha, Jnana und Kriya, die Kräfte von Wille, Erkenntnis und Handlung; danach beginnt die Verehrung von der linken Ecke der Göttin aus.
23.326 Im Sechseck stehen Dakini, Rakini, Lakini, Kakini, Shakini und Hakini.
23.327 Auf dem äußeren zwölfblättrigen Lotus folgen, vor der Göttin beginnend und linksherum, Hrillekha, Kledini, Klinna, Kshobhini und Madanatura …
23.328 … Niranjani, Ragavati, Madanavati, Mekhala, Dravini und Vegavati. [Als zwölf Shaktis bezeichnet, enthält die lesbare Liste elf Namen.]
23.329 Auf dem sechzehnblättrigen Lotus stehen Kamala, Kamini, Kritya, Kanta, Kalita, Kauta und Kiratika …
23.330 … Kala, Kalana, Kaushiki, Kambuvadini, Katara, Kakata, Kirti, Kumari und Kumkuma. [Einzelne Namensformen sind unsicher.]
23.331 Im Quadrat, vor der Göttin an der rechten Torseite beginnend, werden die weiteren Kräfte an den Torabschnitten und je eine an den Ecken verehrt.
23.332 Sie heißen Bhagini, Vegini, Naga, Chapala, Peshala, Sati, Rati, Shraddha, Bhogalola, Manda, Matta und Manasvini. Außen folgen Richtungshüter und Waffen.
23.333 Diese Verehrung soll bald von Armut, Krankheit, vorzeitigem Tod, Unglück, Alter und Kummer befreien.
23.334 Dreihunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer oder Blüten von Aragvadha beziehungsweise Bakula sind vorgesehen.
23.335 Tarpana erfolgt hingebungsvoll mit Wasser; nach dem eigenen Weiheguss werden Brahmanen gesättigt.
23.336 Wer so Mantravollendung erlangt hat, täglich verehrt und dem Guru ergeben ist, kann die gewünschten Anwendungen ausführen.
23.337 Auch wer tausendmal rezitiert, fest im Geist und selbstbeherrscht ist und die Kraft des Mantras kennt, wird dazu als befähigt bezeichnet.
23.338 Wer dagegen aus Unwissenheit, Verblendung oder Leichtfertigkeit handelt, erleide Schaden, Bedrängnis und Krankheit.
23.339 Rote Lotusse mit den drei süßen Stoffen als Opfergaben sollen binnen sechs Monaten großen, herrlichen Wohlstand verleihen.
23.340 Täglich tausend schöne, geöffnete Kalhara-Blüten mit Honig werden über ein volles Jahr als Opfergaben genannt.
23.341 An den betreffenden Tagen werden die zuvor genannten Personen bewirtet; nach dem Feueropfer wird so oft rezitiert, wie Gaben dargebracht wurden.
23.342 Tausend Champaka-Blüten mit Honig sollen binnen eines Monats hundert goldene Nishkas verschaffen.
23.343 Dreitausend Patala-Blüten mit Ghee, vom Neumond an einen Monat lang, sollen bunte Gewänder gewähren.
23.344 Wohlriechende Gaben sollen binnen eines Monats Kampfer, Sandelholz und andere angenehme Duftstoffe verschaffen. [Die nähere Mischungsangabe ist unklar.]
23.345 Hundert Gaben aus Shali-Reis mit Milch sollen nach sechs Monaten reichen Reisvorrat bringen.
23.346 Tägliche Sesamopfer sollen innerhalb eines Jahres Gesundheit verleihen; Durva-Gaben zu den eigenen Geburtsterminen ein unbedrängtes, glückliches Leben von hundert Jahren.
23.347 Guduchi, Sesam und Durva zu den eigenen Geburtsterminen werden mit langem Leben, Wohlstand, Ruhm, Glück, Verdienst und günstigem Blick verbunden.
23.348 Ghee, Milchreis und Milch werden diesen drei Terminen beziehungsweise Anordnungen nacheinander zugeordnet; daraus sollen langes Leben, Gesundheit, Fülle und öffentliche Achtung entstehen. [Der dreifache Bezug bleibt knapp.]
23.349 Bananenopfer am siebten Mondtag sollen Glück bringen; Dreierbündel Durva von einer Spanne Länge mit den drei süßen Stoffen nach sechs Monaten oder einem Jahr Freiheit von Krankheit und Wohlbefinden.
23.350 Ferner wird täglich Wasser unter Berührung tausendmal besprochen und zum Baden, Trinken und Kochen verwendet, um Krankheit zu beseitigen. [Historische Heilungsbehauptung, keine Behandlungsempfehlung.]
23.351 Ein Figurenritual verwendet Pulver vom Mondhaus-Baum der Zielperson, Ingwer, langen und schwarzen Pfeffer, Senf, Sesam, Mehl und Staub ihrer Fußspur; die Figur wird mit einem rituellen Herzen versehen.
23.352 Ihre mit scharfen Eisenwerkzeugen abgetrennten Teile und dreitausend Senfgaben werden einem nächtlichen Opfer zugeschrieben, das eine Frau selbst aus hundert Yojanas Entfernung gewaltsam herbeiziehen soll. [Historische Zwangsmagie.]
23.353 Eine mit berauschendem Getränk und Wachs verbundene, rituell belebte Figur wird nachts auf dem Leichenplatz vergraben; dies wird mit Befreiung von den entsprechenden Bedrängnissen verbunden. [Der Bezug der befreiten Person bleibt unklar.]
23.354 Eine aus dem zugeordneten Holz und Senf bestehende Figur wird in Wasser erhitzt, um dem Feind schweres Fieber zuzufügen; das zuvor genannte Gegenverfahren soll wieder Wohlbefinden herstellen. [Die Tageszahl ist beschädigt.]
23.355 Eine entsprechende Verehrung in Chandikas Tempel soll die Zielperson unterwerfen; im Sonnentempel werden ein König und die Verwirrung eines Feindes genannt. [Die genaue Zuordnung ist in der Vorlage gestört.]
23.356 Nun folgt Tvaritas vorzüglicher Mantra: „Om Hrim Hrum Khem Chem Kshaim Kshah Shrim Hrum Kshem Hrim Phat“.
23.357 Er wird als zwölfsilbig bezeichnet; Arjuna ist der Seher, Virat das Versmaß, Om das Bija, Hrim die Shakti und Tvarita die Gottheit.
23.358 Om Hrim Hrum bilden das Herz, Khem Chem den Kopf, Kshaim Kshah den Scheitel; der weitere Gliederanschluss mit Shrim Hrum Kshem ist knapp überliefert.
23.359 Hrim Phat bildet die Waffe. Danach werden die Mantrasilben an Schädel, Kehle, Herz, Nabel, Geheimbereich, Oberschenkeln, Knien, Unterschenkeln und Füßen angeordnet; die Gesamtformel durchdringt den Körper.
23.360 Sie hat einen leuchtend dunklen Körper, ihre Lotusfüße ruhen auf einem roten Lotus; Ohrschmuck, Gürtel und Fußringe strahlen …
23.361 … gebildet aus acht furchterregenden Nagas, paarweise den vier historischen Ständen Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras zugeordnet.
23.362 Schöne Armreifen aus Blattsprossen und Pfauenfedern schmücken ihre Arme; eine Rubinkrone leuchtet auf ihrem Haupt. [Die Verbindung mit aṅkuśa ist unsicher.]
23.363 Pfauenfedern bilden ihren Kopfschmuck, Schirm und Banner; eine Kette glänzender Gunja-Samen liegt über ihrer Brust.
23.364 Sie ist dreiäugig, hat ein schönes, sanft lächelndes Lotusgesicht und zeigt Segen und Furchtlosigkeit; Krone und weiterer Schmuck zieren sie. [Der Ausdruck gaṇḍadvayām ist gestört.]
23.365 Takshaka und Vasuki werden mit tausend Hauben, der goldfarbene Shankhapala mit achthundert Hauben beschrieben. Die Göttin sitzt auf einem goldenen, von acht Löwen umgebenen Sitz.
23.366 Zuerst wird dieser mit dem Sitzmantra verehrt: Ksham, Hrum beziehungsweise nach der Anmerkung Hum, Ham, „Vajradeha“, Kshim und zweimal „kuru“ …
23.367 … zweimal „garja“, Hum Hum Cham und „Panchananaya Namah“. Er wird als sechsundzwanzigsilbig bezeichnet. Danach wird ein achtblättriger Lotus gebildet.
23.368 In der Mitte und bei den acht Staubfäden werden die sechs Glieder, eine als Pranita bezeichnete Form und die Gayatri verehrt. [Die erste Zusatzbezeichnung ist unsicher.]
23.369 Auf den Blättern, vom Osten aus, nennt der Text Hrumkali, Khechari, Chanda, Chedini, Kshepini, Stri, Humkari beziehungsweise Shachi und Kshemakari. [Die Namensabgrenzung ergibt nicht eindeutig acht Gestalten.]
23.370 Außen stehen zwei Begrenzungen mit einem westlichen Tor; in dessen Mitte wird Phatkari, die Dienerin der Göttin, verehrt.
23.371 Sie ist schwarz, hat buntes beziehungsweise gesprenkeltes Haar und klatscht in die Hände. An beiden Torseiten stehen Jaya und Vijaya mit Stäben.
23.372 Vor ihnen steht der Diener Kinkara mit Keule. Seine Formel lautet „Kinkaraya raksha raksha Tvaritajñasthiro bhava“ …
23.373 … Hum Phat, als achtzehnsilbig bezeichnet: „Beschütze, bleibe fest in Tvaritas Auftrag!“ Vor ihm folgen Weltenhüter und Waffen. Die Gayatri gilt als Gegenwart der Gottheit bewirkend.
23.374 „Wir erkennen die Göttin Tvarita; über die Tuni-Vidya meditieren wir. Möge jene Göttin unser Verstehen anregen.“ [Tuṇividyā ist die überlieferte, nicht sicher aufzulösende Bezeichnung.]
23.375 Ohne Om wird eine durch Bhava gezählte Mantraform als Mohana, „bezaubernd“, bezeichnet, weil sie alle Menschen betöre. [Die Vorlage zählt 475; der Bezug auf Grundmantra oder Gayatri ist nicht ausdrücklich geklärt.]
23.376 Mit neun Om-Silben am Anfang entsteht eine als zwanzigsilbig bezeichnete Form; da sie alle Siddhis verleihe, heißt sie Sarvasiddhishvara.
23.377 Die heilvolle Göttin wird mit rötlichen, schönen, duftenden Waldgaben, Räucherwerk, Licht, Tanz und Gesang verehrt.
23.378 Nach dieser Puja werden tausend oder hundert Wiederholungen beziehungsweise Darbringungen der Vidya genannt; nach dem Feueropfer wird die Verehrung wie zuvor abgeschlossen.
23.379 Zur Vorbereitung sind hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Bilva-Hölzer mit Honig als Opfergaben vorgesehen.
23.380 Tvarita wird mit duftendem Wasser gesättigt; eigener Weiheguss und Bewirtung der Brahmanen folgen.
23.381 Nach Mantravollendung würden Männer, Frauen und Könige dem Übenden Ehrerbietung erweisen.
23.382 Frauen aus den Bereichen der Götter, Danavas, Gandharvas, Yakshas, Charanas, Siddhas und Vidyadharas sowie Apsaras …
23.383 … schön an Hüften, Brust, Rücken und Armen, mit schwankenden Schritten und strahlenden Zähnen und Gewändern …
23.384 … kämen, um ihn zu verlocken. Bleibe der Mantrakundige dabei unverändert, so gewähre Tvarita ihm alles Ersehnte.
23.385 Eine weitere Anwendung behauptet die Wiederbelebung eines Toten durch Rezitation an seinen Ohren und heftige Berührung beziehungsweise Schläge mit den Füßen am Kopf. [Wunderbehauptung eines historischen Ritualtextes, keine Wiederbelebungsmaßnahme.]
23.386 Nun folgen Wunsch-Feueropfer. In der Grube wird eine Yoni-Form angelegt und Feuer eingerichtet.
23.387 Nach der Verehrung der Gottheit werden Sesam, Senf, Weizen, Shali-Reis, weiteres Getreide und Gerste geopfert …
23.388 … einzeln oder gemeinsam mit den drei süßen Stoffen für Fülle. Bakula, Champaka, rote Kalhara- und rote Wasserlilienblüten …
23.389 … Kairava, Mallika, Kunda und Madhuka werden für Wohlstand genannt; Ashoka, Patala und Bilva für die jeweils zugehörigen Früchte.
23.390 Hunderttausend Gaben aus Durva, Guduchi, Ashvattha, Banyan, Aragvadha, Zucker und Ghee sollen rasch von Krankheiten befreien.
23.391 Zuckerrohr, Jambu, Kokosnuss, Banane, Rohrzucker und Zucker sollen beständigen Wohlstand und Genuss verleihen.
23.392 Die genannten Stoffe, einzeln mit Ghee, Honig und Milch verbunden, sollen Frauen lebenslang mit ihrem Vermögen unter Einfluss bringen.
23.393 Erneut werden die mit Ghee oder Milch benetzten Gaben derselben unterwerfenden Wirkung zugeordnet. [Historische Macht- und Liebeszwangsvorstellungen.]
23.394 Senf und Ghee im Feuer von „Todesholz“ werden für den Tod eines Feindes genannt; auch Urdbohnen erscheinen in diesem Zusammenhang.
23.395 Eine weitere Vorschrift nennt bluthaltige Opferspeise, Karaskara und Ghee, besonderes Holzfeuer und einen Opferlöffel aus einem Schlangenkopf …
23.396 … mit dunklem Kopftuch, Schwert und zorniger Haltung nachts zur gewaltsamen Feindvernichtung. [Historische Schadensmagie; die Materialbezeichnungen werden nicht zu einem praktischen Verfahren erschlossen.]
23.397 Früchte und Blätter des genannten „Todesbaumes“ als Opfergaben sollen binnen sieben Nächten Elefanten und Pferde des Gegners erkranken lassen.
23.398 Das als „caturaṅgulaja“ bezeichnete Material soll binnen sieben Tagen einen König samt viergliedrigem Heer in Krankheit und Leid stürzen. [Die Pflanzenbezeichnung bleibt unklar.]
23.399 Besprengung mit mantrabesprochenem Wasser wird dagegen mit der Beruhigung der Krankheit verbunden; eine achtfache Besprechung und eine Handvoll Wasser werden genannt. [Der Mengenbezug ist sprachlich gestört.]
23.400 Die Zahl der Wiederholungen soll der Zahl der Opfergaben entsprechen. Rezitation an der Ohröffnung wird mit der Beseitigung von Gift und Grahas verbunden. [Historische Heilungsbehauptung.]
23.401 Auch das Aufstellen ihres Yantras soll Gift, Geister und Feinde beseitigen. Nun folgt der höchste Mantra Shivadutis.
23.402 „Hrim Shivadutyai Namah“ ist der siebensilbige Mantra. Rudra ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Shiva, die heilvolle Göttin, die Gottheit.
23.403 Hrim ist das Bija, Namah die Shakti und „Shivadutyai“ die Sperre. Sechs lange Vokalformen bilden die sechs Glieder.
23.404 Die entsprechend umschlossenen Mantrasilben werden an Ohren, Nasenöffnungen, Wangen, Augen, Nabel, Rücken und Geist angeordnet; die Vidya durchdringt den Körper. [Die Zuordnung der sieben Silben zu dieser umfangreicheren Liste bleibt verkürzt.]
23.405 Sie leuchtet wie die Mittagssonne im Hochsommer, trägt eine Krone aus neun Edelsteinen, ist dreiäugig und rot gekleidet.
23.406 Vielfältiger Schmuck steigert ihren Körperglanz; sie lächelt rein, ist achtarmig und wird von großen Weisen gepriesen.
23.407 Links trägt sie Schlinge, Schild, Keule und Edelsteinbecher, rechts Haken, Schwert, Axt und Lotus. [Die zusammengezogene linke Attributfolge ist im Sanskrit leicht gestört.]
23.408 Sie ist bereit, den Verehrern ihre Wünsche zu gewähren. So wird Duti, die Verfehlungen beseitigende Göttin, betrachtet und verehrt.
23.409 Zwei Kreise umgeben die Anordnung; dazwischen stehen die sechs Glieder. Im Dreieck werden von der vorderen Ecke aus im Uhrzeigersinn Iccha-, Jnana- und Kriyashakti verehrt.
23.410 Im äußeren Sechseck folgen, von vorne beginnend, Siddha, Vani, Purnasiddha und Vigrahavati …
23.411 … Nada und Manonmani. Auf dem folgenden sechsblättrigen Lotus stehen Dakini und die übrigen; davor auf einem achtblättrigen Lotus weitere Kräfte.
23.412 Sie gleichen Shivaduti in Gestalt, Farbe und Waffen: Sumukhi, Sundari, Sara, Sumana und Sarasvati …
23.413 … Samaya, Sarvaga und Siddha. Auf einem weiteren äußeren achtblättrigen Lotus stehen Vagisha, Varada, Vishva, Vinada und Vighnakarini …
23.414 … Vira, Vighnahara und Vidya. In der äußeren Begrenzung beginnt die Verehrung rechts vom Tor und verläuft im Uhrzeigersinn.
23.415 Dort stehen Vihvala, Karshini, Lola, Nitya, Madanamalini, Pramoda, Kautuka und Punya; außen folgen Richtungshüter und Waffen.
23.416 Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Ghee-benetzten Gaben sind vorgesehen; Tarpana mit Duftwasser und der eigene Weiheguss schließen sich an.
23.417 Brahmanen werden bewirtet und der Guru sorgfältig geehrt. Guggulu mit Honig soll Frauen unter Einfluss bringen, Rohrzucker mit Kokosnuss Wohlstand verleihen.
23.418 Genannt werden ferner Kalhara-Blüten mit Ghee, rote Wasserlilien mit Milch sowie Champaka- und Bakula-Blüten mit den drei süßen Stoffen …
23.419 … und Madhuka-Blüten zur Erlangung einer Braut. Punnaga-Blüten sollen Gewänder, Ghee-Gaben das Gewünschte bringen.
23.420 Büffel-Ghee wird mit Büffelbesitz, Ziegen- und Kuh-Ghee mit entsprechendem Viehbesitz verbunden; saure Ghee-Gaben mit Edelsteinen und anderem Vermögen. [Einzelne Zuordnungen sind grammatisch knapp.]
23.421 Eine mit Zucker bereitete Reismehlfigur erhält im Herzbereich den Namen der Zielperson und wird nachts in Öl und Ghee gegart.
23.422 Der Ausführende verzehrt die besprochene Figur über Tag und Nacht; nach sieben Nächten sollen Mann, Frau oder König wie ein Diener herbeikommen und sogar das eigene Leben anbieten. [Historische Unterwerfungsbehauptung.]
23.423 Rote oder weiße Oleanderblüten als Opfergaben sollen nach einundzwanzig Nächten großen Wohlstand bringen.
23.424 Ziegenfleisch mit den drei süßen Stoffen soll Gold verleihen, mit Milch fruchtbares Land nach einer Mandala-Periode; Lotussamen sollen binnen drei Tagen Wohlstand gewähren. [Die Dauer der Mandala-Periode wird hier nicht ausgeschrieben.]
23.425 Sie wird als Retterin aus allen Nöten, Mohini, die Welt Bezaubernde, Wohlstand Spendende und Shiva-Gestaltige bezeichnet, die alle Fülle verleiht.
23.426 Nun folgt Trikantika, als dreisilbig bezeichnet, mit „Hum Khem Kshah Phat“. Seher und Zuordnungen entsprechen Tvarita. [Phat erscheint als zusätzlicher Abschluss neben den drei Keimsilben.]
23.427 Die doppelte Silbenfolge bildet die sechs Glieder. In der Meditation ist ihr Körper von den Füßen bis zum Nabel rot …
23.428 … vom Nabel zur Kehle blau und von dort bis zum Brahmarandhra weiß. Sie ist viergesichtig, trägt Muschelhorn, Diskus und zwei Lampen und hat den Halbmond am Scheitel.
23.429 Sitzverehrung und Anwendungen entsprechen Tvarita. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel so viele Ghee-Opfer sind vorgesehen.
23.430 Der Ausführende stellt sich in Gottheitsgestalt vor, zeigt mit beiden Händen die Dreizack-Mudra und rezitiert beim Anblick einer von Grahas bedrängten Person. [Die Vorlage zählt 230.]
23.431 Dadurch werde die Person rasch befreit; keine Vidya sei für die Besänftigung von Grahas höher. [Historischer Exorzismusanspruch.]
23.432 Vashya-Trikantikas Mantra lautet „Khem Strim Kshem“; alle Bestimmungen entsprechen Tvarita.
23.433 Nun folgt Kaumaris vorzügliches Verfahren: „Kaum Kaumaryai Namah“ ist ihr sechssilbiger Mantra.
23.434 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Kaumarika die Gottheit. Kaum ist das Bija, „Kaumaryai“ die Shakti.
23.435 Die Mantrasilben bilden die sechs Glieder. Im Herzen wird sie bandhukarot betrachtet, mit Lanze und Gebetskette sowie Segens- und Furchtlosigkeitsgeste.
23.436 Sie trägt ein Pfauenbanner, ist rot, weilt beim Udumbara-Baum und trägt ein grünes Obergewand sowie vielfältigen Schmuck.
23.437 Nach den Gliedern werden im Fünfeck Ahalya, Draupadi, Sita, Tara und Mandodari verehrt.
23.438 Auf dem achtblättrigen Lotus folgen die Mütter mit Brahmi, dann Richtungshüter und Waffen. Als hauptsächliche Verehrung wird die Verehrung einer Kumari hervorgehoben.
23.439 Wo keine Kumari vorhanden ist, gilt die beschriebene diagrammatische Verehrung. Sechshunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit fünf Speisearten …
23.440 … sowie den drei süßen Stoffen sollen den Mantra vollenden. Nach Tarpana und Besprengung werden Kumaris bewirtet.
23.441 Nun folgt das Motanaka-Ritual, das die Gottheit erscheinen lassen soll. Die treue Ehefrau des Übenden bereitet vier Arten von Speisen.
23.442 Fünf Frauen, die noch nicht geboren haben, sowie Kumaris werden eingeladen, geschmückt und rituell rein in einer Reihe gesetzt. [Die grammatische Beziehung zwischen Frauen und Kumaris ist knapp und kann dieselbe Gruppe bezeichnen.]
23.443 Am Anfang wird der Platz Vighneshas, am Ende derjenige Vatukas angeordnet; nach ihrer Verehrung wird ein großes reines Gefäß bereitet.
23.444 Honig, Ghee, feines Mehl, Dickmilch und Milch werden mit jeweils verdoppelten Mengen hineingegeben, danach die Speisegabe. [Samita ist als feines Mehl verstanden; die Mengenfolge bleibt historisch beschrieben.]
23.445 Die Frauen rühren dies mit der Hand der Kumari um; durch dieses Rühren entstehe göttliche Ergriffenheit, Maheshani.
23.446 Bei deren Eintreten wehe ein duftender Wind; die Gottheit werde freundlich und spreche alles im Geist Erfragte aus.
23.447 Hundert Motaka-Handlungen sollen alle Vorhaben erfüllen, zwanzig eine Heirat und fünfzig Nachkommenschaft bewirken.
23.448 Achtzig sollen verlorene Königsherrschaft zurückbringen, zwanzig Vermögen; hundertacht werden für eine weitere Zusammenführung genannt …
23.449 … der Kumari mit der erwählten Gottheit. [Der letzte Satzanschluss ist beschädigt.] Damit endet Kaumaris Verfahren. Nun folgt Vaishnavis außergewöhnlicher Mantra aus A, Ka, Ca, Ta, Ta, Pa, Ya und Sha. [Die beiden Ta-Laute unterscheiden sich im Sanskrit als ṭa und ta.]
23.450 Er wird als achtsilbig bezeichnet. Narada ist der Seher, Anushtubh das Versmaß und Vaishnavi die Göttin; der Nyasa beginnt mit Om.
23.451 Die Grundmantrasilben werden in Dreiergruppen angeordnet, dann die acht Silben einzeln, stets unter Erinnerung an Om. [Die Gruppenbildung ist nicht näher erläutert.]
23.452 Sie gleicht einem roten Lotus, hat gelöstes Haar und strahlende goldene Ohrringe.
23.453 Gold und Edelsteine bilden Krone und Schmuckbänder; ihre drei Augen sind schwarz, weiß und rot.
23.454 Die Beschreibung verbindet Bandhuka mit Zähnen und Zunge und Shirisha-Blüten mit der Nase; sie hat einen muschelförmigen Hals, weite Augen und den Glanz von Millionen Sonnen. [Die erste Attributverbindung ist gestört.]
23.455 Sie ist vierarmig und unbekleidet, mit voller, hoher Brust; ihre rechten Hände tragen Schwert und Gebetskette …
23.456 … die linken zeigen Furchtlosigkeit und Segen. Ihre Oberschenkel werden mit Elefantenrüsseln verglichen, ihre Knöchel sind verborgen; sie lehnt an einer Edelsteinsäule. [Ein weiteres Körperattribut ist unsicher.]
23.457 Wiederholt fragt sie: „Was wünschst du?“ Dabei blickt sie auf ihr vor ihr stehendes Löwen-Reittier.
23.458 Nach dieser Meditation über Chandika werden mit Namah Phat und dem eigenen Bija Blüten auf dem Kopf dargebracht; der Übende betrachtet: „Sie bin ich.“ [Die Göttinnenbezeichnung wechselt im Text von Vaishnavi zu Chandika.]
23.459 Der Löwe wird in der Mitte des Mandalas aufgestellt und verehrt; danach erfolgt die Anrufung mit Gayatri und dem Kopfabschluss.
23.460 „Wir erkennen Mahamaya; über Chandika meditieren wir. Möge jene Göttin unser Verstehen anregen.“
23.461 Mit dem Grundmantra werden Düfte, Blüten, Licht und Speisegaben, darunter Modaka und Milchreis, dargebracht.
23.462 Drei Blüten-Handvollgaben folgen mit dem Grundmantra; nach der Göttin in der Mitte werden ihre Glieder verehrt.
23.463 Auf den Richtungsblättern stehen Shailaputri, Chandraghanta, Skandamata und Kalaratri, verehrt mit Sandelholz und weiteren Gaben.
23.464 In den Zwischenrichtungen, vom Südosten aus, stehen Chandika, Kushmanda, Katyayani und Mahagauri.
23.465 Danach werden die Herrinnen der Richtungen und ihre Waffen verehrt; mit dem Grundmantra und „Ich verneige mich vor Mahamaya“ erfolgt achtfache Verehrung …
23.466 … in der Lotusmitte mit acht Handvollgaben von Blüten und derselben Ehrerbietungsformel.
23.467 Räucherwerk und die übrigen Gaben werden der Göttin übergeben, der Abschluss erfolgt wie zuvor. Die Vorbereitung umfasst zweihunderttausend Wiederholungen.
23.468 Ein Zehntel so viele Ghee-Opfer, Tarpana und weitere Handlungen folgen. Mahamaya solle niemals in ritueller Unreinheit verehrt werden.
23.469 Der tief Hingebungsvolle solle den Mantra dennoch stets erinnern; bei Zahnfleischbluten wird auch das Erinnern ausgeschlossen. [Rituelle Reinheitsregel der Quelle.]
23.470 Weitere Ausschlüsse nennt der Text bei Tränen aus Leid, zornigen oder schädigenden Handlungen, Rauch beziehungsweise dessen Ausstoß, geschlechtlicher Vereinigung sowie Geburts- und Todesunreinheit.
23.471 Ferner bei der Sichtung von Blutegeln, Schlangen, Würmern und Erdschlangen, bei begehrender Berührung einer Frau und ein Jahr nach dem Tod des Vaters …
23.472 … außerdem in einem beschädigten Zusammenhang mit Guru- und Brahmanendienst, Kraftverlust beziehungsweise Samenerguss und dem Tod der Mutter; nach dem Tod des Gurus werden sechs Monate genannt …
23.473 … nach dem Tod der Ehefrau drei Monate, nach dem Tod des Königs ein Monat. Währenddessen werde die Erinnerung an die Reinheit und Nachkommenschaft verleihende Mahamaya ausgeschlossen. [Historische Trauer- und Reinheitsvorschriften; keine heutige Empfehlung.]
23.474 „Om Namo Mahamayayai“ wird als achtsilbiger Mantra genannt; Seher, Verehrung und Wiederholung entsprechen dem Vorigen.
23.475 „Om Namo Vaishnavyai“ ist eine sechssilbige Variante; ihre Silben bilden die Glieder, alles Weitere bleibt gleich.
23.476 Nun folgt ein alle Vollendungen verleihender Mantra: „Verehrung sei dir, Furchtlose, Makellose, Verehrte, Unermessliche, Unbesiegbare …“
23.477 „… von Siddhas Verkündete, Vollendende, von Siddhas Erinnerte, große Vidya, Vielgestaltige, Uma, Beständige …“
23.478 „… Arundhati, Savitri, Gayatri, Jatavedasi, Manastoka, Sarasvati, Ramani, Ramani …“ [Die beiden letzten Namen unterscheiden sich in der Sanskrit-Vokallänge.]
23.479 „… Dharani, Dharani, Saudamini, Aditi, Diti, Vinata, Gauri, Gandhari …“ [Auch die beiden ersten Formen unterscheiden sich durch die Vokallänge.]
23.480 „… Matangi, Krishnayashoda, Wahrheitsrednerin, Brahmanrednerin, Kali, Kapalini, Karali …“
23.481 Es folgt eine beschädigte Anrufung mit „netra“, „sadyo“ und „Mutter“; danach werden die auf der Erde, im Luftraum und im Wasser befindlichen Wesen beziehungsweise Personen genannt …
23.482 … eine Verbindung mit „linkem Fuß“, zweimal „beschütze“ und „bei allen Wesen, bei allen Bedrängnissen, Svaha“. Om steht am Anfang und Ende. [Die Schutzformel ist teilweise beschädigt; ihre Bezüge werden nicht ergänzt.]
23.483 Narada ist der Seher, Gatha das Versmaß und Aghora-Vaishnavi die Göttin. Zehntausend Wiederholungen sind vorgesehen.
23.484 Die Verehrung entspricht dem Vorigen. Als Wirkungen werden Hilfe bei ausbleibender Menstruation und Fehlgeburt beschrieben …
23.485 … ferner bei Kindstod oder ausbleibender weiterer Schwangerschaft. Die Vidya wird auf Birkenrinde geschrieben und getragen.
23.486 Dadurch werde eine Frau von den genannten Belastungen frei, glücklich und mit Söhnen versehen; auch ein Mann erlange durch das Tragen das Gewünschte. [Historisches Fruchtbarkeitsamulett und unbelegte Heilungsbehauptung.]
23.487 In Kampf, Königshof, Glücksspiel, Feindesnot und Gefahr durch Feuer oder Diebe wird beständiger Sieg verheißen.
23.488 Die Pfeiltragende solle im Kampf schützen und Schmerzen bei Bauchgeschwülsten, Koliken, Augen- und Kopfleiden sowie Fieber rasch beseitigen.
23.489 Nun folgt Vaishnavi namens Trailokyavijaya, „Sieg in den drei Welten“, deren Formel durch Mond, Veden und Feuer als 341-silbig bezeichnet wird und Vollendung gewähren soll.
23.490 Sie beginnt mit einer Aufzählung von eintägigem, zweitägigem, dreitägigem, viertägigem, monatlichem und zweimonatlichem Fieber sowie durch Wind und Galle bedingten Leiden …
23.491 … durch Schleim, durch das Zusammenwirken der drei Doshas, beständigem Fieber, Giftfieber und Störungen durch Grahas und Mondhäuser: Die Göttin wird als Beenderin all dieser Belastungen angerufen.
23.492 „Kali, gehe, gehe! Gauri, blase, blase! Vidyashala, Talamala, Rudra-Gestaltige, koche, koche!“ [Die Anmerkung enthält zusätzliche Wiederholungen; einige Namen bleiben unsicher.]
23.493 „Vernichte das Hindernis, nimm die Verfehlung, Zerstörerin böser Träume, Lotussitzende, Nacht, Abendübergang, Trommelklang, Gedankenschnelle …“
23.494 „… Muschel-, Diskus-, Vajra-, Keulen- und Dreizacktragende, Vernichterin vorzeitigen Todes, Herrin des Alls, Dravidi, Dravidikeshi …“
23.495 „… Geliebte Pashupatis, Bezwingerin meines Leidens …“
23.496 „… freudvolle Sharvari, Kiratini, Matangi, Om Hram Hrim Hrum Kshaum, vollbringe, vollbringe!“ [Die beigefügte Gesamtformel bietet andere Keimsilben.]
23.497 „Die mich offen oder im Verborgenen hassen, sie alle töte, töte; zähme, zähme; koche, koche …“
23.498 „… zerdrücke, zerdrücke; quäle, quäle; trockne aus, trockne aus; vertilge, vertilge!“ Darauf folgt eine beschädigte Brahma-Anrufung. [Aggressive Schutz- und Vergeltungssprache der Quelle.]
23.499 „Maheshvari, Varahi, Vainayaki, Aindri, Agneyi, Chamunda, Varuni, Vayavi …“
23.500 „… beschütze, beschütze, Chanda, Schwester Indras und Upendras, Jaya, Vijaya, Frieden, Heil, Gedeihen und Standhaftigkeit …“
23.501 „… Mehrende, Kamuki, Wünsche Erfüllende, Spenderin aller Wunschfrüchte …“
23.502 „… mache mich allen Wesen lieb, mache es, Svaha!“ Meditation und Verehrung entsprechen dem Vorigen; die Vorbereitung umfasst zwanzigtausend Wiederholungen, Feueropfer und Früchte wie zuvor. Der Ausführende solle sattvisch sein. [Die Spannung zwischen dieser Forderung und den aggressiven Formelbestandteilen bleibt bestehen.]
23.503 Könige würden den Verehrer achten; er werde zu Fluch und Segen befähigt, mit Nachkommenschaft, Fülle und Ruhm versehen. Schon sein Anblick vertreibe Geister und Bhairavas.
23.504 Nun folgt Aparajita-Vaishnavi, die Unbesiegbare. Ihre Formel beginnt mit Om und den Anrufungen „Anziehende, Ergreifende …“
23.505 „… Flammenbekränzte, Ramani, Ramani, Dharani, Dharini, Tapani, Tapini, von Rausch Erregende …“ [Die ähnlich geschriebenen Namen unterscheiden sich in den Sanskrit-Vokallängen.]
23.506 „… Austrocknende, Betörende, Blaubeflaggte, große Dunkelblaue, große Geliebte …“
23.507 „… große Feurige, große Grimmige, große Furchterregende, große Vajraträgerin, mit Aditya Beginnende, Jahnavi …“
23.508 „… Yamas Glocke, Kili Kili, Wunschjuwel, Surabhi, aus den Göttern Geborene, Sarasvati …“
23.509 „… alle Wünsche Erfüllende: Wie mein Sinn es ersehnt, so möge mein Vorhaben gelingen, Svaha!“
23.510 Der Mantra wird durch eine beschädigte Zahlenverbindung gezählt; Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem Vorigen. Hundert Wiederholungen je Silbe, Feueropfer und weitere Handlungen wie zuvor sollen Glück bringen.
23.511 Nun folgt Asiddhasadhini-Vaishnavi, die das noch Unvollendete vollendet. Ihre Formel hat sechs Om am Anfang und sechs Svaha am Ende.
23.512 Dazwischen stehen die drei Vyahritis und der Satz: „Woher das Unheil gekommen ist, dorthin soll es zurückkehren“, mit Svadha und Svaha verbunden.
23.513 Es folgt „Om Bale Abale Mahabale Asiddhasadhini Svaha“: „Kraftvolle, Kraftlose, große Kraftvolle, Vollenderin des Unvollendeten!“ Die Formel wird als sechsundfünfzigsilbig bezeichnet; hunderttausend Wiederholungen sind vorgesehen.
23.514 Die dritte Vyahriti wird ausdrücklich als Svar beziehungsweise Svah bestimmt; Verehrung und Feueropfer entsprechen dem Vorigen. [Die lange Anmerkung erläutert die Varianten der dritten Vyahriti und gibt die Gesamtanordnung mit sechs Om und sechs Svaha.]
23.515 Mit den auf Svaha endenden Mantrateilen werden achttausend Opfergaben dargebracht; eine weitere verschlüsselte Angabe bestimmt die Avadana-Portionen. [Die Vorlage zählt erneut 514; die zusätzliche Zahl vasudevasahasrāṇi bleibt unsicher.]
23.516 Mit den im jeweiligen Gottheiten-Kalpa genannten Stoffen werde die Gottheit zugänglich; selbst durch früheres Karma gehemmt, werde sie unter dem Druck Vaishnavis …
23.517 … den Herzenswunsch des Übenden rasch erfüllen. Shiva erklärt, er habe diese Göttin zur Gewinnung von Lalita verehrt; durch die Rezitation sei Lalita ihm zugeneigt geworden. [Die mehrfach wiederholte Namensverbindung ist unsicher.]
23.518 Lalita, die Herrin von dreiunddreißig Kotis Gottheiten, sei dadurch mit Macht in den Einfluss des Begehrens gebracht worden …
23.519 … und wie eine Dienerin unter seine Verfügung gestellt worden, so Shiva zur Göttin. Mit dem für eine jeweilige Gottheit bestimmten Opferstoff und diesem Mantra solle deren Handlung gelingen. [Mythische Unterwerfungsrede, keine Empfehlung für Beziehungen.]
23.520 Diese das Feueropfer liebende Göttin verleihe Genuss und Befreiung; sie dürfe niemals für Tötung oder Vertreibung eingesetzt werden.
23.521 Nun folgt Vartalika-Varahi, die Feinde vernichtet. „Aim Laum Tham Tham Tham Hum Svaha“ wird als achtsilbiger Mantra genannt.
23.522 Anushtubh ist das Versmaß, Kapila der Seher und Vartalika-Varahi die Gottheit. Die sechs Glieder werden durch eine teilweise beschädigte Zahlenfolge bestimmt.
23.523 Die Göttin leuchtet wie ein Blitz; ihre Lotushände halten Haken, Schlinge, Hammer und Lanze.
23.524 Dreiäugig und blitzglänzend vernichtet sie die Feinde. Die drei Umfassungen bestehen aus sechs Gliedern, Richtungshütern und Waffen.
23.525 Achthunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Gaben aus Bilva-Blättern, Oleander, Dhatri-Früchten, Bhringaraja und Kasha sind vorgesehen.
23.526 Nach dem Feueropfer folgen Tarpana, weitere Handlungen und Bewirtung der Brahmanen. Erst nach Mantravollendung werden besondere Anwendungen genannt.
23.527 Ein Schadensritual verbindet zehntausend Wiederholungen mit der Vorstellung, die Göttin ziehe den Feind mit dem Haken heran, binde ihn mit der Schlinge und schlage ihn mit dem Hammer.
23.528 Zehntausend Gaben aus wild gesammelten Dungfladen werden genannt; die daraus entstehende Asche wird im beschriebenen Ritual in Brunnen, Teiche und andere Wasserstellen geworfen.
23.529 Der Text behauptet, trinkende Gegner würden sterben, einander bekämpfen oder ihren Ort verlassen. [Dokumentation einer schädigenden Wasserritual-Vorstellung; keine Aufforderung zur Verunreinigung von Wasser.]
23.530 Nun folgt ihr vollendungswirksamer Mala-Mantra. Er beginnt mit Om Aim Glaum Aim Namo Bhagavati …
23.531 … „Varahi Varahi Varahamukhi“, Aim Glaum Aim, „Andhe Andhini Namah, Rundhe Rundhini …“
23.532 … „Namah, Jrimbhe Jrimbhini Namah, Mohe Mohini Namah, Stambhe Stambhini Namah“, Aim Glaum Aim.
23.533 Dann werden Rede, Geist, Augen, Gesicht, Kehle und Zunge aller Bösen und Übeltäter genannt, deren Hemmung erbeten wird: „Bewirke sie, bewirke sie!“
23.534 „Mache sie rasch gefügig!“ wird wiederholt; Aim Glaum und eine unsichere Aim-Verbindung, vier Tha-Silben, Hum Phat Svaha schließen die als 114-silbig bezeichnete Formel.
23.535 Shiva ist der Seher, Jagati das Versmaß und Vartalika-Varahi die Gottheit. „Vartali“ bildet die Herzformel.
23.536 „Varahi“ steht für den Kopf, „Varahamukhi“ für den Scheitel, „Andhe Andhini“ für den Panzer und „Rundhe Rundhini“ für die Augen.
23.537 „Jrimbhe Jrimbhini“ bildet die Waffenformel. Die Göttin wird in der Mitte eines roten Lotus auf einem Leichnam sitzend betrachtet.
23.538 Eine Schädelkette glänzt an ihrem Hals; sie ist blau und hält Keule und Frucht und zeigt Furchtlosigkeit und Segen.
23.539 Sie hat ein Ebergesicht, hohe Brust und drei Augen und trägt rote Gewänder. Tausendfache Mantrawiederholung und ein Opfer mit Bandhuka-Blüten und Sesam …
23.540 … samt süßen Stoffen werden genannt. Der Sitz hat neun Shaktis, beginnend mit Jaya; als Unterlage gelten Gold, Silber, Kupfer, Birkenrinde oder ein rötliches Material.
23.541 Mit Gorocana, Kurkuma, Sandelholz, Agaru und Kumkuma werden Yoni-Dreieck, Fünfeck, Sechseck, acht- und hundertblättriger Lotus gezeichnet …
23.542 … danach ein tausendblättriger Lotus und die äußere Erdbegrenzung mit Toren. Dieser Sitz wird inmitten des Kailasa-Berges vorgestellt.
23.543 Darin wird die Göttin angerufen und mit schönen Gaben verehrt, im Zentrum des Dreiecks samt ihren sechs Gliedern.
23.544 Im Dreieck stehen Vartali, Varahi und Varahamukhi; im Fünfeck werden Jrimbhini, Mohini und Stambhini genannt. [Die fünf Plätze sind im Vers nicht vollständig einzeln besetzt.]
23.545 Im Sechseck folgen Dakini und die übrigen, an den Seiten Stambhini und Krodhini.
23.546 Vor dem Sechseck wird der als Chanda-Chhatra bezeichnete vorzügliche Sohn der Göttin verehrt, mit Dreizack, abgeschlagenem Haupt, Damaru und Schädelschale in den Händen.
23.547 Er gleicht einem Saphir, ist unbekleidet und trägt reiches verfilztes Haar. Auf dem achtblättrigen Lotus stehen acht Göttinnen, beginnend mit Vartali.
23.548 Im hundertblättrigen Lotus werden Rudras, Adityas, Vasus und die beiden Ashvins verehrt; davor Löwe und Büffel.
23.549 Auf dem tausendblättrigen Lotus wird Varahi tausendfach mit dem sechssilbigen „Krom Varahyai Namah“ verehrt.
23.550 An den Toren stehen Vatuka, Kshetrapala, Yogini und Gananatha mit ihren jeweiligen Mantras.
23.551 „Bam Batukaya Namah“ ist der siebensilbige Vatuka-Mantra; „Kshem Kshetrapalaya Namah“ der achtsilbige Kshetrapala-Mantra.
23.552 „Yom Yoginibhyo Namah“ ist der siebensilbige Yogini-Mantra; „Gam Ganapataye Namah“ der achtsilbige Ganesha-Mantra.
23.553 Die Richtungshüter werden mit Waffen in ihren Richtungen verehrt. Am Ende erhalten Vatuka und die übrigen Bali-Gaben mit besonderen Formeln.
23.554 Vatukas Formel beginnt: „Komm, komm, Sohn der Göttin, Herr Vatuka, leuchtend mit der Fülle deines rotbraunen verfilzten Haars …“
23.555 „… Dreiäugiger, Flammenmund, vernichte, vernichte alle Hindernisse! Die mit allen Darbringungen versehene Gabe …“
23.556 „… nimm an, nimm an, Svaha!“ Der Mantra wird als fünfundfünfzigsilbig bezeichnet; mit ihm wird Vatuka die Gabe vertrauensvoll dargebracht.
23.557 Kshetrapalas Formel verbindet die sechs langen Vokale, Kshem und Hum mit „Sthanakshetrapalesha sarvakamam puraya Svaha“: „Herr des Ortes und Feldes, erfülle alle Wünsche!“ Sie wird als dreiundzwanzigsilbig bezeichnet.
23.558 Nun folgt Ganeshas Bali-Mantra: Gam, Gim, Gum, Gam und Ganapati im Dativ …
23.559 … „Varavarada sarvajanam me vashamanaya, sarvopacharasahitam balim grihna grihna …“
23.560 … Svaha: „Vorzüglicher Segensspender, bringe alle Menschen unter meinen Einfluss; nimm die Gabe samt allen Darbringungen an!“ Er wird als vierzigsilbig bezeichnet. Danach folgen die jeweiligen Mudras.
23.561 Daumen und Ringfinger werden genannt, für Kshetrapala Mittel- und Ringfinger; bei Gananathas Gabe der etwas gekrümmte Mittelfinger. [Die erste Zuordnung ist im Vers verkürzt.]
23.562 Für die Yoginis werden Ringfinger, Mittelfinger und Daumen verwendet. Ihre Bali-Formel wird am Ende der Anwendung gesprochen.
23.563 „Yom Yoginibhyah Svaha“ ist die siebensilbige Formel. Die folgende Strophe steht im Sragdhara-Versmaß.
23.564 „Ob oberhalb des Welteneis, im Himmel, im Luftraum, auf Erden, im Ungeteilten, in der Unterwelt, im Feuer, im Wasser oder im Wind; wo immer ihr wohnt, in heiligen Feldern, Pithas und Neben-Pithas: Möget ihr Göttinnen, von den Heldenführern verehrt und durch Räucherwerk, Licht und Gaben erfreut, uns stets auf heilvolle Weise nahen!“
23.565 Nach Verehrung, Lobpreis und Verneigung wird die Gottheit in das eigene Selbst zurückgenommen. Der im Mantra Vollendete könne nun die von Shiva beschriebenen Anwendungen ausführen.
23.566 Kurkuma, Sandelholz, Lackharz, Agaru, Kampfer und verschiedene Fleischarten werden als Opferstoffe zur Wunscherfüllung genannt. [Die zusammengezogenen Duftstoffnamen sind teilweise unsicher.]
23.567 Eine Kurkuma-Gebetskette gehört zu Hemmungsritualen; Kristall, Lotussamen und Rudraksha zu heilvollen Handlungen.
23.568 Varahi wird in einem goldenen oder anderen Gefäß mit Surā, Bandhuka-Blüten und Sesam gesättigt; dies soll alle Wünsche erfüllen.
23.569 Vierhundert Tapichchha-Gaben werden für Hemmung genannt. Geröstetes Reispulver und Sesam werden mit Widderblut zu einem Klumpen verbunden …
23.570 … rituell gefüllt und gesättigt und der Göttin dargebracht. [Die Wendung sampannamadanam sāṅgam ist beschädigt; keine ergänzte Opferidentität.]
23.571 In der Feuergrube folgen über einundzwanzig Nächte zehntausend Gaben aus geröstetem Reis mit Blut.
23.572 Dadurch werde die Feindesschar von den Yoginis verzehrt. So beschreibt die Quelle Vartalikas Anwendung auf dem linken Weg. [Historische Schadensmagie und Blutritual.]
23.573 Nun folgt Svapna-Varahi, die Traumgestalt. Ihre Formel beginnt „Om Hrim Namo Varahi Ghore svapnam …“
23.574 … „Thah Thah Svaha“. Sie wird als fünfzehnsilbig bezeichnet; Ishvara ist der Seher, Jagati das Versmaß.
23.575 Svapna-Varahi ist die Gottheit, Om das Bija, Hrim die Shakti und die beiden Thah die Sperre.
23.576 Die sechs Glieder bestehen aus Abschnitten von zwei, fünf, zwei, zwei, zwei und zwei Silben. Der Silben-Nyasa beginnt an Füßen, Geschlechtsorgan, Hüften, Kehle und beiden Wangen …
23.577 … und setzt sich an Augen, Ohren und Nasenöffnungen fort. Die Göttin wird wolkendunkel, dreiäugig und mit hoher Brust betrachtet.
23.578 Sie hat ein Ebergesicht, trägt den Mond an der Stirn und hebt die Erde mit ihrem Hauer empor. Rechts hält sie Schwert und Haken, links Schild und Schlinge; sie reitet auf einem Pferd und trägt vielfältigen Schmuck.
23.579 Im Dreieck wird sie verehrt, im Sechseck die Gliedergottheiten; im sechzehnteiligen Kreis folgen sechzehn Shaktis.
23.580 Ucchatani und Ucchatanishvari, Shoshini und Shoshinishvari, Marani und Marinishvari, Bhishani und Bhishanishvari …
23.581 … Trasini und Trasinishvari, Kampini und Kampinishvari, Ashavivartini und Ashavivartinishvari …
23.582 … Vastujateshvari und Sarvasampadinishvari. Ihre Formeln beginnen mit Om, nennen den Namen im Dativ und enden mit Namah.
23.583 Auf dem achtblättrigen Lotus stehen die Mütter mit den Bhairavas, auf zwei zehnteiligen Kreisen die Weltenhüter und ihre Waffen.
23.584 Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Gaben aus blauen Lotussen und Sesam sind vorgesehen; nach Vollendung folgen die Wunschhandlungen.
23.585 Tarpana mit Kokoswasser oder Wasser heiliger Badestätten wird genannt; binnen eines Jahres solle eine junge erwachsene Frau zur Erfüllung aller Wünsche herbeigeführt werden. [Historisches Anziehungsversprechen.]
23.586 Für ein weiteres Ritual wird in der dunklen Monatshälfte ein als „vishva“ oder „bhuta“ bezeichneter Tag genannt. Erde kommt von einer Kreuzung, beiden Flussufern und einem Töpferhaus …
23.587 … und wird mit Dhattura-Saft zu einer Figur geformt, in die der Lebenshauch der Zielperson rituell eingesetzt wird. [Dhattura ist giftig; die Passage dokumentiert Schadensmagie.]
23.588 Auf einem Totengewand wird ein Yantra aus Yoni-Dreieck, Sechseck und äußerer Begrenzung mit Menschen- und Katzenblut sowie einem gelblichen Kohlenstoff beschrieben. [Die letzte Stoffverbindung ist unsicher.]
23.589 Darin wird die Formel geschrieben, ergänzt um wiederholte Befehle zum Vertreiben und Austrocknen der Zielperson. Achttausend Wiederholungen und erneute Verehrung werden genannt.
23.590 Dadurch sollen Männer, Frauen, Könige, königliche Günstlinge, Löwen, Elefanten und wilde Tiere unter Einfluss geraten. [Magisches Machtversprechen.]
23.591 Wer sein Anliegen im Geist betrachtet und sich an einem einsamen Ort unter eingehaltenem Gelübde schlafen legt, dem sage die Göttin im Traum, was geschehen werde.
23.592 Nun folgt Indrani, die gewünschte Königsherrschaft verleiht. „Im Indranyai Namah“ ist ihr sechssilbiger Mantra.
23.593 Guru ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Indras Geliebte die Göttin. Im ist das Bija, Indrani die Shakti und Namah die Sperre.
23.594 Sie glänzt wie Gold, trägt dunkle Gewänder und hält Vajra und Schlinge, zeigt Segen und Furchtlosigkeit und weilt im weiten Schatten eines vierzähnigen Elefanten.
23.595 Im Sechseck werden die Glieder verehrt, auf dem äußeren achtblättrigen Lotus Bagala, Chhinnamasta, Tara und Dakshina-Kalika …
23.596 … Dhumavati, Bhadrakali, Mahakali und Pratikriya, jeweils mit eigenem Mantra. Außen folgen Weltenhüter und Waffen.
23.597 Sechshunderttausend Wiederholungen und entsprechend viele Malati-Blüten mit den drei süßen Stoffen als Opfergaben werden genannt; Rajavriksha-Gaben gelten der Königsherrschaft. [Die Opfermenge wird nicht ausdrücklich als Zehntel bezeichnet.]
23.598 Nun folgt Stambhini-Bagalamukhi, die Hemmende. Ihre Formel beginnt mit Om Hrim und „Bagalamukhi“.
23.599 Es folgen „sarvadushtanam vacham mukham stambhaya, jihvam kilaya“: „Hemme Rede und Mund aller Bösen, halte ihre Zunge fest!“
23.600 „Buddhim vinashaya Hrim Om Svaha“ schließt die als vierunddreißigsilbig bezeichnete Formel: „Zerstöre ihren Verstand!“ Narayana ist der Seher, Trishtubh das Versmaß und Bagalamukhi die Göttin. [Aggressive Hemmungsformel der Quelle, keine Empfehlung zur Schädigung anderer.]
23.601 Hrim ist das Bija der Göttin, Svaha ihre Shakti. Als Anwendung werden die vier menschlichen Lebensziele genannt.
23.602 Hrim bildet die Herzformel, „Bagalamukhi“ die Kopfformel, „sarvadushtanam“ die Scheitelformel; „vacham mukham …“
23.603 … „stambhaya“ bildet den Panzer, „jihvam kilaya“ die Augen und „buddhim vinashaya“ die Waffe. Dies ist der sechsgliedrige Nyasa.
23.604 Die Silben werden an Kopf, Stirn, Brauenmitte, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Wangen, Ober- und Unterlippe, Mund und Kinn angeordnet …
23.605 … ferner an Kehle, rechtem Armansatz, Ellenbogen, Handgelenk, Fingerwurzeln und Fingerspitzen …
23.606 … entsprechend am linken Arm, danach an rechter Oberschenkelwurzel, rechtem Knie, Fußgelenk, Zehenwurzeln und Zehenspitzen. [Die linke Beinfolge ist hier nicht ausdrücklich genannt.]
23.607 Die Göttin wird tief und erhaben, von berauschender Kraft erfüllt, glühendem Gold gleich, vierarmig, dreiäugig und auf einem Lotus sitzend betrachtet.
23.608 Ihre Hände halten Hammer, Schlinge, Zunge und Vajra. Sie trägt gelbe Gewänder und wird mit voller, runder Brust beschrieben. [Die Seitenzuordnung der vier Attribute ist im Vers nicht vollständig eindeutig.]
23.609 Goldene Ohrringe, gelber Schmuck und ein gelber Halbmond zieren sie; sie sitzt auf einem goldenen Thron.
23.610 So wird die Herrin der Götter, die Feinde hemmt, an einem schönen, mit Blütenduft und Räucherwerk erfüllten Ort betrachtet.
23.611 Der Boden wird mit Kuhdung bestrichen und ein Mandala mit Sitz bereitet. Als Yantra-Unterlage dienen Gold, Silber, Messing oder Birkenrinde.
23.612 Mit Kampfer, Agaru, Moschus, Sandelholz und Kumkuma wird das Yantra mittels goldenen oder silbernen Schreibgeräts sorgfältig gezeichnet.
23.613 In der Mitte steht die Yoni, außen das Sechseck, dann ein achtblättriger und ein sechzehnblättriger Lotus; drei quadratische Begrenzungen mit vier Toren umschließen alles.
23.614 Wo für eine Gottheit kein eigener Sitz und keine Sitz-Shaktis genannt sind, gelten der für Maya erläuterte Sitz und deren Kräfte.
23.615 Mit dem jeweiligen Bija oder Maya wird der Sitz verehrt; darin wird die Göttin angerufen und mit gelben Gaben verehrt.
23.616 Im Sechseck stehen die Glieder; an den Toren vom Osten aus Ganesha, Vatuka, die Yoginis und Kshetrapala.
23.617 Vom Nordosten bis zum Südwesten wird die Guru-Reihe verehrt. Auf dem östlichen Blatt beginnt die Reihe mit Bagala und Stambhini …
23.618 … Jrimbhini, Mohini, Pragalbha, Achala, Jaya, Durdharsha, Akalma, Dhira, Kalyani, Kalakarshini, Bhramika, Mandagamana, Bhogya und Yogika. [Einzelne Namensabgrenzungen sind unsicher.]
23.619 Diese werden auf den sechzehn Blättern mit Duft, Blüten und ungebrochenem Reis verehrt, verbunden mit den sechzehn Vokalen nach der Kula-Überlieferung.
23.620 Auf dem achtblättrigen Lotus stehen vom Osten aus die acht Mütter mit Brahmi, jeweils mit Reittieren und Waffen.
23.621 Außen folgen Weltenhüter und Waffen. Die Hauptgöttin in der Yoni-Mitte erhält drei Handvollgaben von Blüten.
23.622 Räucherwerk, Licht, gute Speisegaben, Duftstoffe und Betel werden dargebracht; nach dem Schwenken des Lichts folgen die Gaben in der vorgesehenen Zahl.
23.623 Ein Pavitra-Schmuckband wird angelegt, Damana wird zur Verehrung verwendet; täglich werden fünf Bali-Gaben aus weißem Reis dargebracht.
23.624 Die Gebetskette besteht aus Kurkumastücken; der Übende trägt Gelb, sitzt auf einem gelben Sitz, betrachtet die gelbe Gestalt und rezitiert zehntausendmal.
23.625 Nach einem Feueropfer von einem Zehntel dieser Zahl folgen Tarpana mit gelben Stoffen und ausschließlich gelbe Darbringungen; so werde der Mantra vollendet.
23.626 Die Formel verbindet den Namen der Zielperson mit „stambhaya“, „hemme“; sie soll deren Bewegung und feindliche Handlungen stilllegen.
23.627 Auch Verstand, Einsicht, Lehrtätigkeit und selbst Götter, Danavas und Schlangenwesen sollen gehemmt werden können. Als Ort wird eine schöne, reine Einsamkeit oder ein Haus genannt.
23.628 Die Feuergrube hat drei Stufen und eine Yoni von einer Spanne. Darin werden die sechs magischen Handlungen beschrieben; für Anziehung wird Salz mit den drei süßen Stoffen genannt.
23.629 Nimba-Blätter mit Öl sollen Feindschaft bewirken; Haritala, Kurkuma und Salz Verstand, Bewegung und Denkfähigkeit hemmen. [Haritala ist arsenhaltig; historische Schadens- und Substanzmagie.]
23.630 Asuri-Öl und Büffelblut werden einem nächtlichen Opfer im Leichenplatzfeuer zur Feindtötung zugeordnet; Geier- und Krähenfedern mit Hausruß …
23.631 … der Vertreibung des Feindes. Eine weitere beschädigte Stofffolge nennt Töpferton, Rizinus und das als „caturaṅgula“ bezeichnete Material.
23.632 Gerösteter Reis mit den drei süßen Stoffen wird mit der Besänftigung aller Krankheiten verbunden. Hunderttausend Wiederholungen bei Brahmacharya und festem Gelübde werden genannt …
23.633 … auf einem Berggipfel, in großem Wald, an einer bewährten Shiva-Heiligtumsstätte, im Haus oder am Zusammenfluss großer Flüsse, auch nachts.
23.634 Sandalen werden aus der Wurzel des weißen Brahma-Baumes hergestellt und mit rotem Lack und Kurkuma gefärbt …
23.635 … und hunderttausendmal mit dieser Vidya besprochen. Sie sollen erlauben, hundert Yojanas auf dem gedachten Weg zurückzulegen.
23.636 Eine Mischung aus Rasa, Manahshila, Haritala und Honig wird zerrieben, hunderttausendmal besprochen und als Ganzkörpersalbe beschrieben …
23.637 … die unsichtbar machen soll. [Historisches alchemistisches Wunderrezept mit giftigen, arsenhaltigen Stoffen; keine Anwendungsempfehlung.] Eine weitere Vorschrift beginnt mit frisch gemolkener Milch einer einfarbigen Kuh.
23.638 Mit Zucker und Honig dreihundertmal besprochen, soll diese Milch beim Trinken pflanzliches und tierisches Gift entfernen. [Keine verlässliche Behandlung einer Vergiftung.]
23.639 Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel so viele Opfergaben aus den jeweils genannten Stoffen werden auch mit Befreiung von Armut verbunden.
23.640 Nun folgt Chhinnamasta, die große Herrin und höchste Shakti Indranis, die im linken Weg Vollendung gewährt.
23.641 Ihre Formel lautet nach der beigefügten Fassung „Om Shrim Hrim Hrim Aim Vajravairochaniye Hrim Hrim Phat Svaha“. [Die verschlüsselte Silbenzahl dhanākṣara ist unklar.]
23.642 Bhairava ist der Seher, Virat das Versmaß und Chhinnamasta die auf dem linken Weg Vollendung gewährende Göttin.
23.643 Am mit „Khadgaya“ bildet die Herz-, Im mit „Sukhadgaya“ die Kopf-, Um mit „Vajraya“ die Scheitel- und Aim mit „Pashaya“ die Panzerformel.
23.644 Aum mit „Ankushaya“ gehört zu den Augen, Ah mit „Trasarakshakaya Hum Hum“ zur Waffenformel. Alle beginnen mit Om und enden mit Svaha. [Text und Anmerkung weichen im letzten Namen und in einzelnen Lauten ab.]
23.645 Sie steht inmitten der Sonnenscheibe über Rati und Kama, die in umgekehrter Liebesstellung vereinigt sind; ihr Haar ist ganz gelöst.
23.646 In der linken Hand hält sie ihr eigenes abgeschlagenes Haupt, mit dessen Mund sie den aus dem Hals strömenden Blutfluss trinkt; ihre Gefährtinnen Dakini und Varnini stehen ihr zur Seite. [Religiöse Bildsymbolik der Göttin, keine Selbstverletzungspraxis.]
23.647 Auf dem von der tragenden Grundkraft bis zum höchsten Prinzip verehrten Sitz stehen Jaya, Vijaya, Ajita und Aparajita …
23.648 … Nitya, als sechste Vilasini, Dogdhri, Ghora und Mangala. Diese neun Sitz-Shaktis werden in den Richtungen und der Mitte verehrt.
23.649 Der Sitzmantra beginnt mit Om und „Sarvabuddhiprade Varnaniye Sarvasiddhiprade Dakiniye“, dann Om und „Vajravairochaniye“ …
23.650 … „ehy ehi Namah“: „Alle Einsicht spendende Varnini, alle Vollendung spendende Dakini, Vajravairochani, komm, komm!“ Er wird als vierunddreißigsilbig bezeichnet.
23.651 Das Diagramm umfasst Dreieck, Sechseck, achtblättrigen Lotus und äußere Begrenzung. Die Verehrung beginnt außen und schreitet nach innen fort.
23.652 Außerhalb der Begrenzung stehen die Waffen mit dem Vajra, innen die Götter mit Indra; an den Toren die Torwächter.
23.653 Genannt werden Karala, Vikarala, Atikala und Mahakala; danach Ekalinga, Yogini, Dakini und Bhairavi …
23.654 … Mahabhairavi, Indrakshi, Asitangi und Samharini. [Die Anmerkung verbindet die getrennt überlieferten Bestandteile zu Samharini.]
23.655 Im Sechseck stehen die sechs Glieder, im Dreieck Chhinnamasta. Dakini und Varnini werden zu beiden Seiten mit Om, Aim, ihrem Dativnamen und Namah verehrt.
23.656 Vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Blüten oder Früchten von Palasha oder Bilva sind vorgesehen.
23.657 Tarpana und die übrigen Handlungen führen zur Mantravollendung. Shri-Blüten sollen Wohlstand verleihen, ihre Früchte das Gewünschte.
23.658 Malati-Blüten werden der Vollendung der Rede, Champaka dem Glück zugeordnet; täglich hundert Gaben aus Ziegenfleisch mit Ghee über einen Monat sollen alle Könige unter Einfluss bringen.
23.659 Hunderttausend weiße Oleanderblüten sollen Krankheiten überwinden und ein glückliches Leben von hundert Jahren gewähren.
23.660 Ebenso viele rote Blüten sollen Minister und Könige unterwerfen; Udumbara- und Palasha-Früchte Wohlstand verleihen.
23.661 Schakalfleisch wird ebenfalls mit Wohlstand verbunden, Milchreis mit Heirat, Bandhuka-Blüten mit Glück und Karnikara mit Wunscherfüllung.
23.662 Sesam und Reis sollen alle Menschen unter Einfluss bringen, Menstruationsblut Anziehung bewirken und Wildfleisch das Ersehnte verleihen.
23.663 Büffelfleisch und Lotusse mit Ghee werden der Hemmung zugeordnet; Kuckucksfedern im Scheiterhaufenfeuer dem Tod eines Feindes, ebenso Dhattura-Früchte mit Krähenfedern im Feuer des entsprechenden Holzes. [Historische Schadensmagie, keine Anwendungsempfehlung.]
23.664 Bei Glücksspiel, im Wald, am Königstor, im Kampf und in Feindesnot sollen Meditation und Mantra Sieg bringen.
23.665 Für Genuss und Befreiung wird die Göttin weiß, für Vertreibung blau, für Unterwerfung rot, für eine im Text unsicher als mati bezeichnete Anwendung rauchfarben und für Hemmung golden betrachtet.
23.666 Nachts werden ihr Bali-Gaben mit berauschenden Getränken und weiteren Stoffen dargebracht. Danach folgt eine als geheim und alle Vollendungen gewährend bezeichnete Anwendung.
23.667 Am als Bhuta-Tag bezeichneten Mondtag der dunklen Hälfte, um Mitternacht, werden Bad, rote Kleidung, rote Kränze und rote Salben genannt.
23.668 Eine schöne erwachsene Frau in jugendlicher Blüte, die nach der Quelle mit fünf Männern Umgang hat, wird als Chhinnamastas Gestalt zur Verehrung eingeladen.
23.669 Sie wird lächelnd, mit gelöstem Haar, durch Schmuckgaben erfreut und unbekleidet verehrt; zehntausend Mantrawiederholungen werden genannt. [Historisches Ritual mit einer erwachsenen menschlichen Repräsentantin der Göttin.]
23.670 Nach der Bali-Gabe und der durchwachten Nacht wird die Frau mit Vermögen erfreut; Brahmanen werden mit verschiedenen Speisen als Gottheitsrepräsentanten bewirtet.
23.671 Dies soll Wohlstand, Kinder und Enkel, Ruhm, Glück, eine Partnerin, langes Leben, Dharma und anderes Ersehntes gewähren. [Die Vorlage zählt irrtümlich 731.]
23.672 Wer Wissen sucht, halte in jener Nacht ein Gelübde; für andere Wünsche nennt die Quelle den geschlechtlichen Umgang mit der Partnerin unter Mantrawiederholung. [Initiationsgebundenes Sexualritual, keine Selbstpraxisempfehlung.]
23.673 „Wozu viele Worte? Schon durch das Erkennen dieser Vidya werden Schriftkenntnis, Tilgung von Verfehlungen und alles Glück erlangt“, versichert der Text.
23.674 Hundert Wiederholungen nach dem Erwachen, auf dem Bett sitzend, sollen nach sechs Monaten ermöglichen, andere Dichter an Dichtkunst zu übertreffen.
23.675 Die Vidya sei von Shiva gesperrt; ihre Entsperrung wird durch eine mit Om umschlossene Maya-Silbe und hundertacht Wiederholungen beschrieben. [Die Verbindung puṭa ist in der Vorlage gestört.]
23.676 Die Zusatzformel steht am Anfang und Ende des Mantras; so werde er vollendungswirksam. Das Verfahren sei geheim zu halten.
23.677 Damit ist die in diesem Weg besonders wirksame Chhinnamasta beschrieben. Nun folgt ein sechzehnsilbiger Mantra in vier Varianten.
23.678 Die erste enthält Shrim Hrim Hrum Aim, „Vajravairochaniye“, Hrim Hrum Svaha; ohne Om wird sie als fünfzehnsilbig bezeichnet. Shrim am Anfang dient dem Vermögen. [Die Anmerkung liest Em statt Hrum.]
23.679 Hrim am Anfang wird der Unterwerfung, Hrum der Tilgung von Verfehlungen und Aim der Befreiung zugeordnet. Alle vier Varianten erhalten Om am Anfang.
23.680 Damit werden sie sechzehnsilbig, aus Brahmas vier Gesichtern gelehrt und in vier Überlieferungsrichtungen verehrt. Brahma ist ihr Seher.
23.681 Nyasa und Verehrung entsprechen dem Vorigen. Dem Guru werden Dakshina und verschiedene Gewänder gegeben; der Guru gilt als gemeinsame Zuflucht für Dharma, Artha, Kama und Moksha.
23.682 Der vollendete große Mantra soll alle Siddhis verleihen, insbesondere die acht großen – umso mehr die kleineren gewünschten Fähigkeiten.
23.683 Für Genuss, Befreiung und Frieden werden weiße Blüten vorgeschrieben; bei Wunschhandlungen entspricht die Meditationsfarbe der Blütenfarbe.
23.684 Wachend, liegend, aufstehend, essend oder gesammelt solle der Mantra jederzeit wiederholt werden; dann gebe es keine Bedrängnis.
23.685 Ein auf die Hand geschriebener Mantra und die geschlossene Faust sollen Tiere und Waffen hemmen, solange die Faust nicht geöffnet wird.
23.686 Mit dem auf die Hand geschriebenen Mantra werde ein Kranker unter Rezitation berührt; dadurch werde rasche Genesung und Glück behauptet. [Historische Heilungsbehauptung.]
23.687 Ein weiterer als fünfzehnsilbig bezeichneter Mantra lautet nach den Teilen „Om Vajravairochaniye Hrum Hrim Shrim Svaha“. Meditation und Verehrung wie zuvor; einige Anwendungen folgen.
23.688 Weiße Meditation mit diesem Mantra soll sogar einen von vielen großen Schlangen gebissenen Toten wieder aufrichten. [Wunderbehauptung, keine Hilfe bei Schlangenbissen.]
23.689 Rote Meditation soll alle Erdenbewohner unter Einfluss bringen, gelbe Boote, Pferde, Elefanten und anderes hemmen.
23.690 Mantra auf der Hand und geschlossene Faust werden erneut genannt; entsprechende Meditation soll Feinde vertreiben, schwarze Meditation sie mühelos töten. [Historische Schadensmagie.]
23.691 Für Tarpana nennt der Text Milch, Milchreis, Ghee, Honig oder Surā …
23.692 … zugeordnet der Reihe nach zu Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras. Dadurch werde rasche Vollendung verheißen. [Fünf Stoffe stehen vier sozialen Gruppen gegenüber; keine ergänzte Zuordnung.]
23.693 Danach folgen Feueropfer mit Hölzern und Blüten sowie Shriphala- und Udumbara-Gaben.
23.694 Dieses alle Vollendungen gewährende Opfer wird nach hundertacht Wiederholungen und Tarpana ausgeführt.
23.695 Für ein blütenreiches Wunschopfer werden täglich hundertacht Gaben über sechs Monate genannt …
23.696 … oder insgesamt hunderttausend. Nach dem täglichen Feueropfer folgt eine Bali-Gabe mit Ghee und Fleisch.
23.697 Weiße Oleanderblüten sollen einen „vom Tod Gebissenen“ beleben; Sesamblüten mit Honig vorzüglichen Wohlstand verleihen.
23.698 Tausend Karnikara-Blüten mit Sesam sollen eine schöne Partnerin verschaffen; zehntausend Bandhuka-Blüten mit Ghee Anmut und Glück.
23.699 Bandhuka-Blüten mit Sesam und Reis, rotes Sandelholz und rote Oleanderblüten werden der Unterwerfung eines Königs zugeordnet.
23.700 Nun werde ich die Mantras Taras darlegen, die dichterische Gabe verleihen sollen: Man empfängt sie ordnungsgemäß aus dem Mund des Gurus und verwirklicht sie nach dem linken Ritualweg.
23.701 Wenn jemand durch günstiges Geschick diesen Mantra erlangt, soll er ihn seinem ältesten Sohn weitergeben und keinem anderen.
23.702 Alle Mantras, die nach dem linken Weg verehrt werden, sollen an den eigenen Sohn und entsprechende Angehörige weitergegeben werden, niemals an Anhänger des rechten Weges. Die knappe Schlusswendung bezeichnet hier offenbar diese Traditionsgrenze.
23.703 Ein Brahmane, der seine eigene Überlieferung verlässt und die Verehrung des linken Weges einem Anhänger des rechten übergibt, bringt nach der Aussage des Textes beide um ihr Heil in beiden Welten.
23.704 „Om, Maya, Trim, Hum, Phat“ gilt als fünfsilbiger Mantra. Sein Seher heißt Akshobhya; als Versmaß wird Brihati angegeben. Maya bezeichnet hier das Bija Hrim.
23.705 Tara ist die Göttin, Hrim das Bija und Hrum die Shakti. Der sechsfache Gliedernyasa erfolgt mit dem Lajja-Bija und seinen sechs Vokalformen; die Glosse führt Hram, Hrim, Hrum, Hraim, Hraum und Hrah auf.
23.706 Danach werden die sechs Nyasas Taras vollzogen, denen der Text alle Vollendungen zuschreibt. Der erste, mit Shrikantha beginnende Nyasa wurde bereits früher erläutert.
23.707 Man spricht einen Buchstaben der Matrika, sodann Hrim, Trim und Hum, anschließend den Namen Shrikanthas beziehungsweise der folgenden Gottheiten samt ihrer jeweiligen Gefährtin und schließt mit „Namah“.
23.708 Die Namen stehen im Dativ; ihre Einsetzung erfolgt an den Körperstellen des Matrika-Nyasa. Dies heißt der erste Nyasa. Währenddessen betrachtet man die Göttin in folgender Gestalt:
23.709 Sie sitzt auf einem Leichnam als Thron, ist von blauem Glanz, hat drei Augen, trägt den Halbmond als Kopfschmuck, vielerlei Zierat und besitzt vier Arme.
23.710 Als zweiten vollzieht man den Planeten-Nyasa und vergegenwärtigt dabei diese Göttin. Die rote Sonne wird im Herzen eingesetzt; ihrer Formel gehen die drei Bijas und die Vokale voraus.
23.711 Der weiße Mond wird mit den vorausgehenden Lauten der Ya-Gruppe an beiden Brauen eingesetzt. Wer die Mantraordnung kennt, versieht entsprechend Mars mit der Ka-Gruppe …
23.712 … und setzt den roten Mars an den drei Augen ein. Den dunklen Merkur mit der Cha-Gruppe setzt er an der Brust ein, den gelben Jupiter mit der retroflexen Ta-Gruppe am Hals.
23.713 Venus, weiß und mit der dentalen Ta-Gruppe verbunden, wird am Zäpfchen eingesetzt; der blaue Saturn mit der Pa-Gruppe in der Nabelgegend.
23.714 Rahu wird rauchfarben vorgestellt und mit der Sha-Gruppe am Mund eingesetzt. Ketu, ebenfalls rauchfarben, wird mit La und Ksha wiederum am Nabel eingesetzt.
23.715 Nun erkläre ich den dritten Nyasa. Den Formeln gehen die drei Bijas voraus. Mit den entsprechenden kurzen Vokalen lautet die erste Anrufung: „Verehrung dem Indra“, im Osten am Kopf.
23.716 Mit den langen Vokalen folgt südöstlich „Verehrung dem Agni“; südlich an der Stirn „Verehrung dem Yama“, verbunden mit der Ka-Gruppe. Die vorausgehende Glosse nennt für Yama abweichend den Mund.
23.717 Mit der Cha-Gruppe wird südwestlich am Mund Nirriti verehrt; mit der retroflexen Ta-Gruppe westlich am Hals Varuna.
23.718 Mit der dentalen Ta-Gruppe wird nordwestlich im Herzen Vayu eingesetzt; mit der Pa-Gruppe Kubera an der rechten Hand.
23.719 An der linken Hand folgt im Nordosten Rudra mit der Ya-Gruppe; am Nabel wird oben Kama mit der Sha-Gruppe eingesetzt, an den Füßen die Erde mit La und Ksha. Die Schlussformeln sind im überlieferten Wortlaut teilweise unklar.
23.720 Nun wird der vierte, Shiva-Shakti genannte Nyasa erläutert. Seine Formeln beginnen mit Hrim, Trim und Hum; er gilt als vorzüglich und soll die durch die Sinne begangenen Verfehlungen beseitigen.
23.721 Brahma, verbunden mit Dakini, wird mit den Buchstaben von Va bis Sa im vierblättrigen Muladhara eingesetzt.
23.722 Vishnu, verbunden mit einer hier uneinheitlich geschriebenen Shakti, wird mit den Buchstaben von Ba bis La im sechsblättrigen Svadhishthana am Geschlechtsorgan eingesetzt. Die Glosse nennt die Shakti Shakini; eine stillschweigende Angleichung an andere Chakraordnungen erfolgt hier nicht.
23.723 Rudra mit Lakini wird mit den Buchstaben von retroflexem Da bis Pha im zehnblättrigen Manipura am Nabel eingesetzt.
23.724 Ishvara mit Kakini wird mit den Buchstaben von Ka bis retroflexem Tha im zwölfblättrigen Anahata am Herzen eingesetzt.
23.725 Sadashiva und Shakini werden zusammen mit den sechzehn Vokalen im sechzehnblättrigen Vishuddha am Hals eingesetzt.
23.726 Parashiva mit Hakini wird mit Ha und Ksha im überaus schönen Ajna-Chakra zwischen den Brauen eingesetzt.
23.727 Nun erläutere ich den fünften Nyasa, der alle Unheilszeichen beseitigen soll. Mit Am, langem Am, der Ka-Gruppe und Hrim, Trim, Hum spricht man: „Verehrung der Tara“.
23.728 Dies wird am Brahmarandhra eingesetzt. Mit kurzem und langem Im, der Cha-Gruppe und Hrim, Trim, Hum folgt „Verehrung der Ugra“ an der Stirn.
23.729 Mit kurzem und langem Um, der retroflexen Ta-Gruppe und Hrim, Trim, Hum wird Mahogra zwischen den Brauen eingesetzt; mit kurzem und langem vokalischem Ri, der dentalen Ta-Gruppe und denselben drei Bijas Vajra am Hals. Alle Formeln enden mit „Namah“.
23.730 Mit kurzem und langem vokalischem Li, der Pa-Gruppe und den drei Bijas folgt Kali im Herzen; mit Em, Aim und der Ya-Gruppe Sarasvati am Nabel; mit Om, Aum und der folgenden Zischlautgruppe Kameshvari am Geschlechtsorgan.
23.731 Mit Am, Ah, La und Ksha sowie Hrim, Trim, Hum wird Chamunda im Muladhara eingesetzt. Danach folgt der Nyasa der heiligen Sitze.
23.732 Im Wurzelbereich wird der Sitz Kamarupa eingesetzt, mit den Bijas und kurzen Vokalen; im Herzen Jalandhara mit den langen Vokalen. Die ausgeschriebene Glosse überliefert die zweite Vokalreihe allerdings nicht durchgehend mit Längenzeichen.
23.733 An der Stirn setzt der Einsichtige Purnagiri mit der Ka-Gruppe ein, am Haaransatz Uddiyana mit der Cha-Gruppe.
23.734 An den Brauen wird Varanasi mit der retroflexen Ta-Gruppe eingesetzt, an beiden Augen Avanti mit der dentalen Ta-Gruppe.
23.735 Am Mund folgt der Sitz Mayapuri mit der Pa-Gruppe, am Hals Mathura mit der Ya-Gruppe.
23.736 Am Nabel wird Ayodhya mit der Sha-Gruppe eingesetzt, an der Hüfte als zehnter Sitz Kanchipuri.
23.737 Damit ist der sechsfache Nyasa Taras beschrieben, der das Erwünschte verleihen soll. Nun betrachtet man sie auf einem strahlenden weißen Lotus in den Wassern der großen Weltauflösung …
23.738 … mit Schneidemesser, Schwert, blauem Lotus und Schädelschale in den Händen. Schlangen bilden ihren Gürtel und schmücken ihre Hände, ihre Armreifen und Ohrringe.
23.739 Auch Oberarmreifen und Fußschmuck bestehen aus Schlangen. Sie leuchtet blau, hat rote Augen, einen furchterregenden rötlichbraunen einzelnen Haarzopf, drei Augen und trägt ein Tigerfell.
23.740 Ihr Gesicht ist durch die Fangzähne schrecklich, ihre Zunge bewegt sich, und doch lächelt sie. Sie bindet ein Band aus Menschenknochen um und trägt an der Stirn Akshobhya, den Herrn der Weisen.
23.741 Man betrachtet sie so, auf dem Herzen eines Leichnams sitzend. Verschiedene Formen ihrer Verehrung sind in den einzelnen Tantras dargelegt.
23.742 Durch Japa, so wird versichert, tritt die Vollendung ein; ihre Verehrung wird hier beschrieben. Bei jemandem, dessen Weihen ausschließlich vedisch sind, gelangt diese Vidya nach Auffassung des Textes nicht zur Vollendung.
23.743 Gibt jemand sie aus Gier oder Verblendung weiter und nimmt ein vedischer Ritualist sie an, droht der Text beiden den Untergang ihrer Familien und Armut in aufeinanderfolgenden Geburten an. Dies ist die polemische Grenzziehung dieser Überlieferung.
23.744 Als Indra durch seine Macht übermütig geworden war, verehrten Brahma, Vishnu und Maheshvara diese Göttin nach dem linken Weg, um den Göttern den Sieg zu sichern.
23.745 Nachdem Elefanten und weitere Wesen hervorgebracht, der Götterherr geehrt und die eigene Macht sichtbar gemacht worden waren, wurde Indra zum Herrn der Götter eingesetzt. Die knappe Erzählung lässt die Zuordnung der einzelnen Handlungen offen.
23.746 Weil sie Erhöhung bewirkt, wird sie nach dem linken Weg verehrt. Nach dem tantrischen Bad holt der Verehrer das Wasser für die Puja.
23.747 Für das Schöpfen des Wassers wird der siebensilbige Mantra „Om vajrodake Hum Phat“ genannt. Der Verehrer legt Schuhe und Sandalen ab, bevor er Wasser holt.
23.748 Danach folgt dreimaliges rituelles Wasserschlürfen mit dem folgenden Mantra. Er beginnt mit Om und dem Maya-Bija, gefolgt von den Worten über den vollkommen reinen Dharma und alle …
23.749 … Verfehlungen sowie das Zur-Ruhe-Kommen beziehungsweise Fortführen aller Vorstellungen; er endet mit Svaha und wird als sechsundzwanzigsilbig bezeichnet. Der Sanskritwortlaut dieser Formel ist beschädigt und erlaubt keine sichere zusammenhängende Übersetzung.
23.750 Anschließend bindet man die Haarlocke mit einer Anrufung, die beginnt: „Om, Trägerin des Juwels, Vajrini, Shikharini, du, die alle unter ihren Einfluss bringt …“
23.751 … und mit „Hum Phat Svaha“ schließt. Sie wird als dreiundzwanzigsilbig bezeichnet. Darauf folgt die Reinigung des Bodens mit einem neunsilbigen Mantra.
23.752 Dieser lautet: „Om, beschütze, beschütze, Hum Phat Svaha.“ Anschließend sollen Hindernisse mit einem dreizehnsilbigen Mantra vertrieben werden.
23.753 Die Formel lautet: „Om, vertreibe alle Hindernisse, Hum Phat Svaha.“
23.754 Das Maya-Bija Hrim wird am Nabel in der Farbe einer Hibiskusblüte vorgestellt. Das aus ihm hervorgehende Feuer verbrennt in der inneren Vorstellung den Körper mitsamt seinen Verfehlungen.
23.755 Der Mantrakundige betrachtet sodann das goldglänzende Bija Trim im Herzen; der daraus hervorgehende Wind trägt die Asche der Verfehlungen zur Erde fort.
23.756 An der Stirn wird das Bija Hum betrachtet, hell wie Mond und Jasmin. Durch diese Reinigung der Elemente soll die meditierende Person der Göttin gleich werden.
23.757 Danach wird die Erde für die Verehrung der Göttin mit einer Formel angesprochen, die Om und die Anrufung des reinen Vajra-Bodens enthält. Haupttext und Glosse unterscheiden sich beim Schluss: Die Glosse gibt „Hum Phat Svaha“.
23.758 Mit einem als zwölfsilbig bezeichneten Mantra wird das Mandala auf der Erde gezeichnet. Er enthält die Anrufung der „Vajra-Linie“, beginnt mit Om und endet mit Hum Svaha; seine erste Wortverbindung ist unklar überliefert.
23.759 Die Blumen werden mit einem als vierzehnsilbig bezeichneten Mantra gereinigt, der Weihe und Weihmaterialien nennt und mit Om beginnt sowie mit Hum Phat Svaha endet. Auch hier stimmen Vers und ausgeschriebene Glosse nicht vollständig überein.
23.760 Darauf reinigt der Verehrer den Geist mit einer fünfsilbigen Formel: nach dem Vers „Om Am Hrim Svaha“, nach der Glosse hingegen „Om Om Hrim Svaha“.
23.761 Zur Aufstellung der Arghya-Gabe wird unter Lam und Vam der Boden gereinigt; mit dem zuvor genannten Mantra zeichnet man dort das Mandala.
23.762 Es besteht aus Kreis und Dreieck, außen umgeben von der quadratischen Einfassung. Darin werden die tragende Shakti, die Schildkröte und die Schlange Shesha verehrt.
23.763 Mit „Om Hrim Phat“ wird die Unterlage aufgestellt. Ihre Verehrung erfolgt mit der Anrufung des Feuermandalas, beginnend mit Om Vam …
23.764 … und endend mit Namah; sie wird als neunsilbig bezeichnet. Danach wird im beschriebenen historischen Ritual ein Menschenschädelgefäß mit Hum Phat rituell gespült und mit dem Bija Sthim aufgestellt.
23.765 Für die Verehrung dieses Gefäßes folgen vier Mantras. Der erste beginnt mit Hram, Hrim, Hrum und lautet weiter: „Verehrung dem Schädelgefäß Kalis“; er gilt als elfsilbig.
23.766 Der zweite beginnt mit Stram, Strim, Strum und lautet: „Verehrung dem Schädelgefäß Tarinis“. Er wird als zwölfsilbig bezeichnet.
23.767 Der dritte verehrt mit Hram, Hrim und Hrum das Schädelgefäß Nilas und wird als elfsilbig angegeben. Die Glosse schreibt das dritte Bija abweichend.
23.768 Die vierte Formel beginnt mit Hrim, Strim, Hum: „Dem himmlischen Schädelgefäß, der Grundlage von allem, dem All, dem Ursprung von allem …“
23.769 „… das ganz aus Reinheit besteht, vom Blut aller Asuras gerötet, strahlend, ein Gefäß für den rituellen Trank …“
23.770 „… dem Schädelgefäß der Göttin: Verehrung!“ Dieser vierte Mantra wird als sechsundfünfzigsilbig bezeichnet und dient der Verehrung des Gefäßes.
23.771 Darin wird anschließend das Sonnenmandala verehrt. „Om, Verehrung dem Sonnenmandala“ lautet der hierfür als neunsilbig bezeichnete Mantra.
23.772 Dieser Mantra gilt der Verehrung des Sonnenmandalas im Schädelgefäß. Unter Rezitation des Wurzelmantras wird der alkoholische Ritualtrank hineingegeben und als Nektar vorgestellt.
23.773 Duftstoffe, Blumen und ungebrochene Reiskörner werden hinzugefügt; danach zeigt man die Trikhanda-Mudra. Hierfür werden die Hände gegeneinander angeordnet und die Daumen auf gleiche Höhe gebracht.
23.774 Die gebogenen Zeigefinger liegen zwischen den Ringfingern; die kleinen Finger bleiben an ihrer eigenen Stelle. Diese Trikhanda-Geste dient der Anrufung.
23.775 Im Ritualtrank wird nun das Mondmandala verehrt. Anschließend wird das Wasser in der Muschel mit einem elfsilbigen Mantra geweiht.
23.776 Die Formel beginnt mit dem Sprach-Bija und enthält Hrim, Shrim, Hraum, Om, Hrim, Trim, Hum und Phat sowie weitere Schlusslaute. Gerade diese Schlusslaute sind im Vers und in der Glosse unterschiedlich beziehungsweise undeutlich überliefert.
23.777 Mit dem Bija Hrim wird dem Muschelwasser etwas vom Ritualtrank beigegeben; ihm werden Muschel- und Yoni-Mudra gezeigt. Die Glossen beschreiben die Muschelgeste mit der rechten Faust um den linken Daumen und verbundenen übrigen Fingern sowie die Yoni-Geste mit verschränkten kleinen Fingern und angeordneten Zeige-, Ring-, Mittel- und Daumenfingern; die zweite Beschreibung ist stellenweise beschädigt.
23.778 Darin werden ein Kreis, eine achtteilige Figur und ein Sechseck vorgestellt; in ihnen betrachtet man die zuvor beschriebene Göttin. Nach ihrer Verehrung wird ihr mit dem Wurzelmantra die Wasserspende dargebracht.
23.779 Zeige-, Mittel-, Ring- und kleiner Finger werden jeweils mit dem Daumen verbunden; so erfolgen vier Spenden für Maheshvari mit dem Wasser im „großen Muschelgefäß“.
23.780 Danach erhält Anandabhairava eine Spende mit dem fünfsilbigen Mantra „Om Hraum Hsaum Namah“, der für seine Verehrung bestimmt ist.
23.781 Mit diesem Arghya-Wasser werden die Gegenstände der Verehrung besprengt. Nach dem Zeigen der Yoni-Mudra verneigt man sich vor der Göttin, die über das Werden hinüberführt.
23.782 Dann wird sie auf ihrem Sitz verehrt: auf einem Lotus mit sechseckiger Mitte, umgeben von der quadratischen Einfassung. Zuerst wird der Sitz zusammen mit seinen Shaktis verehrt.
23.783 Der hierfür genannte vierzehnsilbige Mantra lautet sinngemäß: „Aim Kaum, Verehrung dem Wesen des Yogasitzes Sarasvatis“.
23.784 Die neun Shaktis des Sitzes heißen Medha, Prajna, Prabha, Vidya, Dhi, Dhriti, Smriti, Buddhi und Vidyeshvari: geistige Auffassungskraft, Einsicht, Leuchtkraft, Wissen, Denken, Standhaftigkeit, Erinnerung, Erkenntnisvermögen und Herrin des Wissens.
23.785 An den vier Seiten der äußeren Einfassung werden Ganesha, Batuka, Kshetrapala und die Yogini betrachtet und verehrt.
23.786 Im Osten wird Ganesha verehrt: In den Händen trägt er Schlinge, Stachelstock, Dreizack und Schädelschale; vielfältiger Schmuck ziert ihn.
23.787 Im Süden wird der schöne Batuka verehrt, mit Schädelschale und Dreizack in den Händen, mit Schlangen geschmückt und von einer Hundeschar umgeben.
23.788 Im Westen wird der schwarze, nackte und furchterregende Kshetrapala verehrt, mit Sanduhrtrommel, Schwert, Dreizack und Schädelschale in den Händen.
23.789 Im Norden wird die Yogini verehrt, die Sanduhrtrommel, Schlinge, Linga und Schädelschale trägt; ihre Blumenkette und ihr Gewand sind rot.
23.790 Dann wird auf dem Haupt der Göttin der Weise Akshobhya mit einem zwölfsilbigen Mantra verehrt, der nun genannt wird.
23.791 „Akshobhya, nimm die Vajra-Blume an, Svaha.“ Anschließend werden die sechs Glieder der Göttin an den sechs Ecken verehrt.
23.792 Auf den vier in die Hauptrichtungen weisenden Blättern des achtblättrigen Lotus werden, im Osten beginnend, Vairochana, Amita, Padmanabha und Shankhapandura verehrt.
23.793 Auf den Zwischenrichtungsblättern, im Südosten beginnend, folgen Lamaka, Mamaka, Pandura und Taraka; danach geht die Verehrung zu den Toren der äußeren Einfassung über.
23.794 An deren vier Toren werden, im Osten beginnend, Padmantaka, Yamantaka, Vighnantaka und Narantaka verehrt. Die hierfür verwendeten Mantras werden anschließend erläutert.
23.795 Zuerst spricht man Om, dann das zum Namen gehörende Bija, den Namen in der Anrede und die Worte: „Nimm die Vajra-Blume an“.
23.796 Der Mantra endet mit Svaha. Dies ist die Reihenfolge für alle zwölf genannten Gottheiten. Anschließend werden Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Vajra und die anderen Waffen verehrt.
23.797 Nach der täglichen Puja wird der Göttin eine Bali-Gabe dargebracht, die im beschriebenen Ritual aus Alkohol, Wasser, Fisch, Fleisch, Mudra-Speise und Mehl beziehungsweise Teig besteht …
23.798 … und der Menge nach der eigenen Sättigung entsprechen soll. Der dazugehörige Mantra ruft an: „Ehrwürdige Ekajata, blaue Sarasvati, große schreckliche …“
23.799 „… Tara, Göttin! Kha, kha! Verschlinge, verschlinge alle Geister, Pishachas und Rakshasas! Zerschneide, zerschneide meine geistige Stumpfheit!“
23.800 Die Formel beginnt mit Om Hrim und endet mit Shrim Hrim Phat Svaha; sie wird als zweiundfünfzigsilbig bezeichnet. Die Schlussaussage über die Verehrung und ihre Silben ist im überlieferten Wortlaut unklar.
23.801 Der Text verbindet vierhunderttausend Mantrawiederholungen mit einem sexuellen Ritual unter Erwachsenen und dem Verzehr verschiedener Speisen, auch Joghurt, Honig, Alkohol, Fleisch und Betel. Dies gehört zum hier dokumentierten initiationsgebundenen Ritualzusammenhang.
23.802 Als Feueropfer wird ein Zehntel dieser Zahl mit roten Lotusblüten genannt, die mit Milch und Ghee benetzt sind; eine Glosse nennt abweichend Kurkuma. Vor dem Japa am vorgesehenen Ort wird das Yantra verehrt.
23.803 Der Vers verbindet Sehen, Berühren und geschlechtliche Begegnung mit einer Frau mit der nächtlichen Bali-Gabe. Frauen soll keine Feindseligkeit entgegengebracht werden; sie sollen sorgsam geehrt werden.
23.804 Für den Japa wird hier keine bestimmte Zeit oder Körperhaltung vorgeschrieben; er soll beständig erfolgen. Als Orte nennt der Text Verbrennungsstätte, leeres Haus, Tempel oder einen einsamen Ort …
23.805 … ferner Berg oder Wald. Daran schließt er eine Leichenritual-Vorschrift an, die einen im Kampf Getöteten beziehungsweise den Leichnam eines sechs Monate alten Kindes nennt. Die Verbindung der Alternativen ist sprachlich unsicher; die Passage wird ausschließlich als historischer Ritualtext dokumentiert.
23.806 Auf diese Weise soll die Vidya rasch zur Vollendung gelangen. Wer so seinen Mantra verwirklicht habe, gelte als befähigt, die besonderen Anwendungen auszuführen.
23.807 Für ein weniger als drei Tage altes Neugeborenes beschreibt der Text das Auftragen des Mantras auf die Zunge mit Honig und Ghee …
23.808 … mittels eines goldenen Schreibgeräts oder weißem Durva-Gras. Dadurch, so das Versprechen, werde das Kind nach seinem achten Lebensjahr ein hervorragender Dichter. Dies ist eine historische Wirkbehauptung, keine Empfehlung zur Behandlung eines Säuglings.
23.809 Ein weiteres Ritual beginnt mit einem Holzstück, das während einer Sonnenfinsternis zusammen mit Lotus im Wasser eines Teiches schwimmt und ans Ufer gebracht wird.
23.810 Es soll mit den Zähnen gehalten und daraus ein zwölf Fingerbreiten langes Schreibgerät gefertigt werden. Mit Honig, Öl und Alkohol wird anschließend auf ein Lotusblatt geschrieben.
23.811 Dabei wird der Wurzelmantra von den Buchstaben der Matrika umschlossen. Das Blatt wird in einer quadratischen, eingefassten Feuergrube vergraben.
23.812 Darüber wird das Feuer errichtet; als Opfer nennt der Text tausend rote Lotusblüten mit Kuhmilch und Alkohol unter Rezitation des Wurzelmantras. Abschließend folgt mit den zuvor genannten Stoffen eine Bali-Gabe.
23.813 Der hierzu angegebene sechzehnsilbige Mantra beginnt mit Om, ruft „Padme, Padme, Mahapadme, Padmavati“ an und endet mit Svaha.
23.814 Auch um Mitternacht wird eine Bali-Gabe mit dem zuvor genannten Mantra erwähnt. Als Wirkung verspricht der Text unübertreffliche Dichterkunst unter Gelehrten, die vereinte Gegenwart Sarasvatis und Lakshmis sowie die Fähigkeit, Menschen zu erfreuen.
23.815 Mit demselben Mantra hundertfach besprochenes Gorochana soll als Stirnzeichen bewirken, dass eine angeblickte Person sich wie ein Diener verhalte. Dies ist eine behauptete Wirkung von Unterwerfungsmagie.
23.816 Für eine Vertreibungshandlung beschreibt der Text Kohle von einer Verbrennungsstätte, die an einem Dienstag nachts beschafft, in schwarzen Stoff gehüllt und mit roten Fäden umwickelt wird.
23.817 Hundertfach mit dem Wurzelmantra besprochen und im Haus eines Feindes deponiert, soll sie diesen binnen einer Woche samt Familie vertreiben.
23.818 Eine weitere schädigende Handlung verwendet einen Menschenknochen, auf den mit alkalihaltiger Kurkuma der Mantra geschrieben wird; der Text verbindet dies mit tausendfacher Besprechung am Sonntag um Mitternacht.
23.819 Im Haus eines Feindes deponiert, soll der Gegenstand dessen Herrschaftsbereich zerstören, im Feld die Ernte schädigen und im Pferdestall den Tieren die Schnelligkeit nehmen. Diese Verse dokumentieren historische Schädigungsmagie.
23.820 Nun wird die Tara-Form beschrieben, die Brahma verehrte, damit den Daityas ihre erbetenen Gaben zuteilwürden, und die auch Bali und andere verehrten. Ihr siebensilbiger Mantra lautet: „Om Trim Hrim Hrum Hrim Hum Phat“.
23.821 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß, Tara die Gottheit. Die Nyasas entsprechen dem zuvor Beschriebenen. Ihre Betrachtung beginnt: Sie trägt weiße Gewänder, leuchtet wie der Mond und hat den Halbmond im Kopfschmuck.
23.822 „Ich verehre sie, die Schneidemesser und Schädelschale in den Händen hält, von vielerlei Schmuck erstrahlt, drei Augen besitzt und auf einem Lotus steht oder sitzt.“
23.823 Japa, Puja und alles Weitere werden wie zuvor beschrieben vollzogen. Ein Feueropfer mit Honig, Lotusblättern und Nahrung soll einen Menschen zu einer Schatzkammer des Wissens machen.
23.824 Für Unterwerfung wird sie rot, für Lähmung goldfarben, für Tötungsmagie schwarz, für Vertreibung rauchfarben und für Befriedung weiß vorgestellt.
23.825 Nun wird die sehr seltene zwölfsilbige Tara-Vidya beschrieben, die Brahma verehrte, um Taraka eine Gabe zu gewähren; die Glosse erklärt, dass der Asura Taraka gemeint ist.
23.826 Die Formel verbindet Sprach-, Lajja-, Lakshmi- und Kama-Bija mit Hsauh und der Anrufung „Ugratare“, gefolgt von Hum Phat. Vers und Glosse unterscheiden sich hinsichtlich eines zusätzlichen Hum; die Anrufung heißt „O schreckliche Tara“.
23.827 Nun folgt die als siebensilbig bezeichnete Vidya, die Brahma verehrte, um Hiranyakashipu eine Gabe zu gewähren.
23.828 Sie wird aus Om, dem Kavacha-Bija, Maya, Klim und einer fünften Lautgruppe beschrieben und endet mit Hum Phat. Die ausgeschriebene Glosse enthält eine abweichende Silbenfolge; Nyasa und alles Weitere sollen dem früheren Verfahren entsprechen.
23.829 Nun wird eine zwölfsilbige, Vollendung verleihende Vidya beschrieben, die Hari verehrte, um den buddhistischen Weg zu verbreiten.
23.830 In der fünften Lautgruppe der zuvor von Brahma verehrten Formel steht dabei Sauh. Diese zwölfsilbige Vidya soll außergewöhnliche Einsicht verleihen.
23.831 Durch ihre Macht, so die Erzählung, wurde einst Divodasa aus Kashi vertrieben. Nyasa, Meditation, Japa und die übrigen Verfahren entsprechen den früheren Angaben.
23.832 Nun folgt eine siebensilbige Vidya, die Rama verehrte. Die Glosse versteht hier zunächst Balarama und verbindet die Stelle mit seinem berauschten Tanzspiel mit Lakshmi und anderen Gopis. Die angegebene Formel lautet: „Om Hum Hrim Klim Sauh Hum Phat“.
23.833 In der von Brahma verehrten siebensilbigen Formel wird die fünfte Lautgruppe durch Sauh ersetzt. Der Vers nennt wiederum Rama als Verehrer; die Glosse erklärt diesen Namen diesmal als den Sohn Dasharathas. Die beiden Erläuterungen bleiben daher nebeneinander stehen.
23.834 Diese Vidya soll alle Vollendungen schenken und Feinde vernichten. Meditation, Verehrung und besondere Anwendungen entsprechen den vorherigen Angaben.
23.835 Nun wird die von Narayana verehrte fünfsilbige Vidya beschrieben, durch deren Macht die Daityas vernichtet worden sein sollen.
23.836 Trim, Hum, Phat, Klim und das Sprach-Bija bilden die fünfsilbige Formel, die alle Vollendungen verleihen soll. Für diese drei Formen wird Vishnu als Seher genannt; Japa und alles Weitere bleiben wie zuvor.
23.837 Nun erläutert der Sprecher eine sechssilbige Vidya, die er selbst verehrte und die von der Sonne an Aditi weitergegeben worden sei. Die Form des Namens Aditi ist in der Vorlage unsicher.
23.838 Die Formel lautet „Om Hrim Hrum Hrim Hum Phat“. „Ich selbst bin ihr Seher“, sagt der Sprecher; Nyasa und Anwendungen entsprechen wiederum den früheren Vorschriften.
23.839 Nun wird ein weiterer fünfsilbiger Mantra dieser Göttin genannt, den der Sprecher einst zur Tötung Jalandharas zur Vollendung gebracht habe.
23.840 Nach dem Vers lautet er „Trim Hum Hrim Hum Phat“; die Glosse bietet dagegen „Trim Hum Phat Klim Aim“. „Mit meinen fünf Gesichtern habe ich ihn auf dem rechten Weg rezitiert, ihr Götter.“
23.841 Der folgende, syntaktisch schwierige Vers verbindet die Gottheit mit göttlichen Verkörperungen, Brahmanen, Orten des Dharma sowie ethischen Zügelungen und Regeln. Dort, heißt es, sei keine andere Gottheit gegenwärtig.
23.842 Gottheiten, die auf dem linken Weg verehrt werden, vermögen nach dem Text das jeweilige Vorhaben zu verwirklichen; auf dem rechten Weg verehrte Gottheiten leisten Beistand im Kampf.
23.843 Nachdem sie machtvolle Feinde vernichtet haben, führen sie zum ewigen Brahman. Der Sprecher sagt, er habe die betreffenden Vidyas Rama zur Vernichtung der Krieger übergeben; hier legt der Zusammenhang Parashurama nahe.
23.844 Als Ersatz für Alkohol wird Panchamrita genannt, für Fleisch Surana-Knolle und für Fisch ein mit „Khandaka“ beginnend bezeichnetes Ersatzgericht; die geschlechtliche Verbindung wird auf die rechtmäßig angetraute Ehefrau bezogen.
23.845 Das Übrige entspricht dem zuvor Gesagten. Der weitere Wortlaut über den Genuss ist nicht eindeutig. „Wer sollte Tara nicht verehren, wenn er das Heil in beiden Welten erstrebt?“
23.846 Ihre Puja entspricht den früheren Angaben; als Besonderheit wird hinzugefügt: Vollendung in Tara liegt beim wahren Guru, während bloße Verstrickung in den Geschlechtsgenuss Verwirrung hervorbringt.
23.847 „Nun werde ich euch, ihr Götter, den Mantra Mahataras darlegen.“ Er kann nach beiden Wegen verwirklicht werden, entsprechend der jeweils zugeordneten Berechtigung; die Formulierung mit dem wiederholten Wort Varna bleibt mehrdeutig.
23.848 Die Formel beginnt mit Trim, Hrim, Hram, Hum und lautet weiter: „Verehrung der Tara, der großen Tara! Aus allem schwer Überwindbaren führe uns hinüber, führe uns hinüber …“
23.849 „… überschreite, überschreite, Svaha!“ Sie wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet. Nyasa, Puja, Japa und alles Weitere erfolgen wie zuvor beschrieben.
23.850 Nun wird die Göttin Dakshinakali erläutert. Ihr Mantra beginnt mit dreimal Krim, zweimal Hum und zweimal dem Lajja-Bija Hrim.
23.851 Dann folgt „Dakshine Kalike“, anschließend werden die Bijas in derselben Reihenfolge wiederholt; den Abschluss bildet Svaha. Der Mantra wird als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet.
23.852 Bhairava gilt als sein Seher, Trishtubh als Versmaß; Kalika ist die Göttin, Hrim das Bija und Hum die Shakti.
23.853 Mit dem ersten Bija, verbunden mit den sechs entsprechenden Vokalformen und dem Nasalpunkt, werden die sechs Glieder einmal oder zweimal nach Vorschrift eingesetzt. Die Glosse schreibt eine der sechs Formen unvollständig.
23.854 Die fünfzig Matrika-Buchstaben werden in Gruppen von jeweils zehn am Herzen, an beiden Armen und danach an beiden Unterschenkeln eingesetzt.
23.855 An denselben Körperbereichen werden die Silbengruppen des Wurzelmantras eingesetzt; die Zählung und ihre Zuordnung sind nicht ganz einheitlich überliefert. Abschließend umfasst ein Nyasa mit dem gesamten Wurzelmantra den ganzen Körper.
23.856 Man betrachtet die göttliche Dakshinakali mit schrecklichem Gesicht, furchterregend, mit gelöstem Haar, vier Armen und einer Kette aus abgeschlagenen Köpfen.
23.857 Ihre Hände tragen Schwert und abgeschlagenen Kopf und zeigen die Gesten der Furchtlosigkeit und der Gewährung von Gaben. Sie ist dunkel wie eine gewaltige Regenwolke und unbekleidet.
23.858 Von der um ihren Hals hängenden Kopfkette strömt Blut über sie; als Ohrschmuck trägt sie zwei Leichname.
23.859 Ihre furchtbaren Fangzähne lassen das Gesicht schrecklich erscheinen; ihre Brüste sind voll und hoch. Ein Gürtel aus den Händen von Leichnamen umgibt sie, während ihr Gesicht lächelt.
23.860 Blutströme rinnen aus beiden Mundwinkeln. Ihre Gestalt ist schrecklich und überaus wild; sie wohnt auf der Verbrennungsstätte.
23.861 Ihr Haar hängt in mächtigen Strähnen herab; die näheren Beiwörter dieses Verses sind teilweise unsicher. Sie steht auf dem Herzen Mahadevas, der die Gestalt eines Leichnams angenommen hat.
23.862 Auf allen Seiten umgeben sie schrecklich heulende Schakalinnen. Sie ist mit Mahakala verbunden und wird in geschlechtlicher Vereinigung über Sharva dargestellt. Dies ist die rituelle Bildsprache der Göttin.
23.863 Ihr Gesicht ist zugleich freudig und heiter, einem lächelnden rötlichen Lotus gleich. So wird Kali betrachtet, die auf der Verbrennungsstätte wohnt.
23.864 Zunächst werden fünf Dreiecke gezeichnet, darum ein achtblättriger Lotus und außen die quadratische Einfassung; darin erfolgt ihre Verehrung.
23.865 Im mittleren Dreieck wird die Göttin eingesetzt, rechts von ihr Mahakala. Dies wird als die vorgeschriebene Anordnung bezeichnet.
23.866 An den Ecken, im Osten beginnend und gegen den Uhrzeigersinn fortschreitend, werden im ersten Dreieck Kali, Kapalini und Kulla verehrt.
23.867 Im zweiten Dreieck folgen Nila, Ghana und Balaka; im dritten Kurukulla, Virodhini und Viprachitta.
23.868 Im vierten Dreieck werden Ugra, Ugraprabha und Dipta verehrt; im fünften Matra, Mudra und Mitra. Der Name Mudra ist in der Vorlage entstellt geschrieben.
23.869 Alle sind dunkel, tragen Schwerter und Kopfketten; mit der linken Hand zeigen sie den drohenden Zeigefinger und lächeln dabei.
23.870 Auf den acht Lotusblättern werden Brahmi, Narayani, Maheshvari, Munda, Kumarika, Aparajita, Varahi und Narasimhi sorgfältig verehrt. Darauf folgt eine Bali-Gabe.
23.871 Der Kundige bringt der Herrin der Götter nach Vorschrift auch sein Herz dar. Die Reste ihrer Verehrung werden stets an einem reinen Ort aufbewahrt.
23.872 Als vorbereitende Rezitation werden hunderttausend Wiederholungen am Tag in ritueller Reinheit und bei Opferspeise sowie weitere hunderttausend nachts im Zustand ritueller Unreinheit genannt. Ein Zehntel wird als Ghee-Feueropfer dargebracht; Wasserspenden und Begießung schließen sich an.
23.873 Feueropfer, Wasserspende und Puja sollen besonders sorgfältig erfolgen. Danach folgen die besonderen Anwendungen zur Erlangung erwünschter Wirkungen.
23.874 Man betrachtet die Göttin mit einer Schlange als heiliger Schnur, dem Halbmond als Kopfschmuck und in der Nähe Mahakalas.
23.875 Dem Ende des Wurzelmantras werden die fünf Bijas Hum, Hum, Krim, Krim, Krim hinzugefügt; damit erfolgen Japa, Puja und die übrigen Handlungen.
23.876 Für Unterwerfung nennt der Text die Verehrung mit roten Blumen. Er behauptet als Wirkung, Frauen würden von Begierde überwältigt, ihre Ehemänner verlassen und den Ritualisten umarmen. Dies ist eine Aussage über sexuelle Beeinflussungsmagie, keine Empfehlung.
23.877 Für Herbeiziehung werden am Anfang Hum und Krim hinzugefügt. Die Göttin wird rot, mit einem Dreizack in der Hand und vor Mahakala stehend betrachtet; gelbe Blumen werden dieser Anwendung zugeordnet.
23.878 Für eine weitere Anwendung wird sie gelbbraun und zweiarmig betrachtet, links mit einem Schneidemesser, rechts mit einer Schädelschale. Am Mantraende wird zweimal der Laut Tha genannt.
23.879 Rezitation und Verehrung mit schwarzen Blumen sollen dann den Tod derjenigen Person bewirken, gegen die das Ritual gerichtet wird. Der Vers beschreibt Tötungsmagie.
23.880 Als Pingakshi, die Gelbäugige, soll sie vertreiben; als Kekara, die Schielende, erschrecken; mit ausgetrocknetem Mund verjagen; als Ghurnika, die Taumelnde, Wahnsinn hervorrufen.
23.881 Als Samkshubdha, die Erregte, versetzt sie in Unruhe; als Sammata gewährt sie das Erstrebte; als Samruddha, die Eingeschlossene, bewirkt sie Zusammenziehung; als Viruddha, die Entgegengesetzte, stiftet sie Widerstreit.
23.882 Je nachdem, welcher Zustand für die jeweilige Handlung gemeint ist, wird genau dieser in der Vorstellung aufgebaut. Überall soll der entsprechende Zustand innerlich betrachtet werden. Mit Ausnahme der Vertreibung verbindet der Text diese Anwendungen mit geschlechtlichem Ritual.
23.883 Für den Tag nennt er Bad, weiße Kleidung und die Verrichtung der täglichen Pflichten; für die Nacht Nacktheit, Liegen und geschlechtliche Vereinigung, dazu Schweigen und gelöstes Haar. Daraus sollen alle Vollendungen hervorgehen.
23.884 Zehntausend Mantrawiederholungen beim Betrachten einer unbekleideten erwachsenen Frau sollen den Ritualisten zur Meisterschaft über alle Siddhis führen.
23.885 Sein bloßer Anblick, so das Versprechen, lasse Streitredner verblassen; ihm stehe jede Art von Rede in Prosa und Versen zur Verfügung.
23.886 Als Ersatz nennt der Text zehntausend Wiederholungen unter Schweigen, mit gelöstem Haar und bei ausschließlicher Opferspeise.
23.887 Eine weitere Vorschrift verbindet zehntausend Wiederholungen mit dem Betrachten des Intimbereichs einer menstruierenden erwachsenen Frau. Als Wirkung wird unvergleichliche Dichtkunst in Prosa und Versen behauptet.
23.888 Nach hundertacht Wiederholungen und entsprechender Betrachtung soll eine geschlechtliche Vereinigung Reichtum, Getreide und Nachkommenschaft verschaffen.
23.889 Der Text verbindet Mantrarezitation während des Geschlechtsakts mit Reinigung von Verfehlungen. Anschließend beginnt eine Vorschrift für den Fall des Samenergusses bei dieser Begegnung …
23.890 … und verknüpft dessen Beseitigung beziehungsweise Aufnahme mit weiterer Rezitation zur Erfüllung aller Wünsche; das Verb ist hier nicht eindeutig. Danach folgt eine andere Anwendung mit Kohle von der Verbrennungsstätte, gelöstem Haar und Nacktheit.
23.891 Hierfür werden zehntausend Wiederholungen zur Wunscherfüllung genannt. Eine weitere Vorschrift lässt den Mantrakundigen ebendort auf einem Leichnam sitzen …
23.892 … und schweigend zehntausendmal rezitieren. Er werde dann von Dichtern geehrt und erlange die höchste, selbst für Götter schwer erreichbare Vollendung.
23.893 Die Verehrung der Göttin auf der Verbrennungsstätte mit tausend Bilva-Blättern, die mit eigenem Blut benetzt sind, soll Gleichrangigkeit mit dem Herrn der Rede verleihen. Dies ist eine historische Selbstverletzung voraussetzende Ritualbeschreibung.
23.894 Ein weiteres Ritual nennt tausend Arka-Blüten mit beim Geschlechtsakt abgegebenem Samen als Gabe auf der Verbrennungsstätte und verspricht alle Vollendungen.
23.895 Die Verehrung der alle Früchte gewährenden Göttin mit den hier nicht eindeutig bezeichneten Lotusblättern soll Ansehen der Familie, Beredsamkeit, Beliebtheit bei Frauen und Glück verleihen. Der Text bekräftigt dies als Wort Mahakalas.
23.896 Eine erwachsene Frau wird in der beschriebenen Handlung auf die Verbrennungsstätte geführt, mit rotem Sandelholz bestrichen, mit roten Blumen geschmückt und durch tausend Mantrarezitationen verehrt.
23.897 Ebenso viele Blumen werden dargebracht; danach wird Chandika betrachtet. Eine anschließende geschlechtliche Vereinigung soll, sofern der Ritualist keine Furcht empfindet, Königsherrschaft verschaffen.
23.898 Beständige Mantrarezitation auf einem Leichnam an der Verbrennungsstätte soll alle Vollendungen verleihen. Eine zusätzliche Orts- oder Zeitbestimmung mit Ayana ist unklar; die überlieferte Glosse diskutiert außerdem das fehlende Bezugswort des Schlusssatzes.
23.899 Dreimalige Gaben von Blut, Fleisch und weiteren Stoffen an den Mund des Leichnams, verbunden mit jeweils dreifacher Mantrarezitation, sollen alle Siddhis bewirken.
23.900 Als weitere Spenden nennt der Text Milch, nektarartige Flüssigkeit, Samen und eigenes Haar.
23.901 Er nennt außerdem beim Geschlechtsverkehr anfallende Flüssigkeiten, Wasser nach der Reinigung des weiblichen Intimbereichs sowie Blut von Widdern, Büffeln, Menschen, Mäusen und Katzen. Diese historischen Opferangaben werden mit dem Versprechen von Beredsamkeit verbunden.
23.902 Reichtum und alle Siddhis sollen daraus entstehen: In der Rede werde der Ritualist Brihaspati gleich, im Vermögen dem Herrn der Schätze.
23.903 An Befehlsgewalt gleiche er dem Götterkönig, an Schönheit dem Liebesgott, an Kraft dem Wind; er werde hervorragend und könne den Sinn aller Tattvas verwirklichen.
23.904 Als Bali nennt der Text gekochtes oder ungekochtes Fleisch mitsamt Knochen, insbesondere von Maus, Widder, Ziege und Büffel.
23.905 Es soll mitsamt Knochen, Haut und Haar dargebracht werden; hinzu kommen ein abgetrennter Huf beziehungsweise Nagel einer Ziege und beim Fegen gesammeltes Haar. Der Text ordnet dies der Verbrennungsstätte zu und verspricht alle Siddhis.
23.906 Eine weitere Vorschrift nennt hundert ausgewählte Blätter, die mit Menstrualblut verbunden, einzeln mit dem Mantra besprochen und anschließend dem Feuer übergeben werden.
23.907 Damit gelte Dakshina als über eine gewaltige Zahl von Weltaltern verehrt; der Zahlenausdruck ist in der Vorlage nicht zuverlässig lesbar. Der Ausführende soll alle Vollendungen, Beredsamkeit und Standhaftigkeit erlangen.
23.908 Nichts auf Erden, so das Versprechen, bleibe ihm unerreichbar. Danach beschreibt der Text eine Feuergrube in Yoni-Form, deren Maße mit Spanne und Elle angegeben werden …
23.909 … ohne dass die überlieferte Maßformel eindeutig verständlich wäre. Darin folgen die vorgeschriebenen, von Mantras begleiteten Handlungen zur Einsetzung des Feuers.
23.910 Die erste Opfergabe gilt dem Gott Mahakala. Als Gaben werden Ghee, Fleisch, gekochte Nahrung und Blut genannt, dargebracht mit dem Opferlöffel.
23.911 Besonders werden dunkle Blumen zusammen mit Ghee und Blut genannt, ferner Fleisch und weitere Stoffe; der Ort ist wiederum die Verbrennungsstätte.
23.912 Am Tag soll der Ritualist gebadet, weiß gekleidet, rein und geistig gesammelt handeln, um alle Wünsche und Ziele zu erreichen.
23.913 Für die Nacht nennt der Text Nacktheit, gelöstes Haar und geschlechtliche Vereinigung, ebenfalls verbunden mit dem Anspruch, alle Wünsche und Ziele zu erfüllen.
23.914 Der Vers weist den nächtlichen Ritus sowohl allen Zweimalgeborenen – die Glosse nennt Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas – als auch den Shudras zu. Die wiederholte Nachtangabe wird hier beibehalten.
23.915 Zuerst wird Mahakala sorgfältig verehrt, danach die Göttin. Der vorzügliche Sadhaka teilt dabei den Mantra beziehungsweise die zugehörigen Elemente dreifach; die genaue Teilung erläutert der Vers nicht.
23.916 Fleisch, Blut, Sesam, Haar, Nägel, gekochte Nahrung, Milchspeise und Ghee werden als Feueropferstoffe für die Erlangung aller Siddhis aufgezählt.
23.917 Wer dieses Verfahren vollzieht, erlange höchste Vollendung; was immer ein Mensch erbitte, werde ihm fortwährend zuteil.
23.918 Durch solches unermüdlich wiederholtes Feueropfer könne er sogar den Zustand eines Gottes, Danavas, Siddha oder Charana erreichen.
23.919 Als weitere Übung nennt der Text vierzigtausend Mantrawiederholungen mit einspitzigem Geist und ein vorschriftsmäßiges Feueropfer mit roten Blumen.
23.920 Die Rezitation dieses Mantras soll selbst von der Schuld des Brahmanenmordes und der Tötung von Vater oder Mutter befreien – um wie viel mehr von geringeren Verfehlungen. Dies ist ein religiöses Sühneversprechen des Textes.
23.921 Meditation soll die Frucht einer Schenkung der ganzen Erde voller brauner Kühe und Edelsteine sowie unzähliger Feueropfer verleihen. Der Vers fügt die Behauptung hinzu, Mantrarezitation bei der Berührung eines Menschen bringe diesen unter Einfluss.
23.922 Hundertacht Wiederholungen und ein Feueropfer mit roten Blumen sollen einen König unterwerfen; in den drei Welten, heißt es, bleibe nichts unausführbar.
23.923 Rezitation in einem leeren Haus, einem Tempel oder an einer Stätte eines selbstentstandenen Heiligtums, bei sexueller Enthaltsamkeit und Opferspeise, soll dem Ritualisten eine Indra gleiche Stellung verleihen.
23.924 Für Befriedung und Gedeihen werden in einer dreieckigen Feuergrube zehntausend beziehungsweise anschließend dreitausend Opfer genannt; die genaue Verteilung der Zahlen bleibt im knappen Vers offen.
23.925 Für ein bestimmtes Wunschziel werden tausend Opfer mit roten Blumen angegeben, anschließend eine Wasserspende im Umfang eines Zehntels, während die Göttin im Feuer betrachtet wird.
23.926 Nach ihrer Verehrung mit dem Wurzelmantra sollen täglich tausend Bilva-Blätter mit Ghee ins Feuer gegeben werden; dies führe zum höchsten Ziel. Malati-Blüten mit Ghee sollen rasche dichterische Begabung verleihen.
23.927 Nichts bleibe dem Mantrakundigen hier unerreichbar. Die Kraft zur Verehrung der Göttin aber habe nur, wer dem Guru ergeben sei.
23.928 Nun wird ein weiterer vorzüglicher, achtsilbiger Mantra genannt: „Dakshine Kalike Svaha“.
23.929 Der Nyasa entspricht dem vorherigen. In der Meditation steht die Göttin auf Shiva in Leichengestalt, ist mit Mahakala in geschlechtlicher Vereinigung verbunden und ringsum von Schakalinnen umgeben.
23.930 Ihr Sitz ist mit neun Shaktis versehen: Ananta, Vijaya, Jaya, Aparajaya, Nitya und Vilasini werden zunächst genannt. Die Glosse verlangt bei der Verehrung Jaya vor Vijaya und erklärt die umgekehrte Reihenfolge im Vers aus dem Metrum.
23.931 Kshubdha, Ghora und Mangala vervollständigen die neun. Der Mantra des Sitzes wird als zwölfsilbig angegeben: „Hrim, Verehrung dem Wesen des Yogasitzes Kalikas“.
23.932 Zuerst werden die Glieder verehrt, dann auf den sechs Lotusblättern Kali, Kapalini, Kulla, Kurukulla und Virodhini …
23.933 … sowie Viprachitta. An den neun Ecken folgen Ugra, Ugraprabha, Dipta, Nila, Ghana und Vachalika …
23.934 … sowie Matra, Mudra und Amita. Auf den Blättern werden die göttlichen Mütter verehrt; in der bereits beschriebenen äußeren Einfassung die acht Bhairavis, beginnend mit Bhairavi.
23.935 Es folgen Mahabhairavi, als dritte Simhabhairavi, als vierte Dhumrabhairavi und als fünfte Bhimabhairavi.
23.936 Die sechste ist Unmattabhairavi, die siebte Vashikaranabhairavi und die achte Mohanabhairavi.
23.937 Auch die Richtungshüter und ihre Waffen werden verehrt. Damit ist die Puja beschrieben; vorbereitende Rezitation und besondere Anwendungen entsprechen den vorherigen Angaben.
23.938 Wer Kali verehrt und sein eigenes Heil sucht, soll es unterlassen, Frauen zu schlagen oder herabzusetzen, soll Hinterlist und verletzende Rede meiden.
23.939 Wer Kalika mit Büffelblut und entsprechenden Opferstoffen befriedige, dem seien bald alle Siddhis verfügbar, behauptet der Text im Zusammenhang historischer Blutopfer.
23.940 Nun wird ein weiterer, einundzwanzigsilbiger Mantra angekündigt. Er beginnt mit Om, zweimal Hrim, zweimal Hum, dreimal Krim und der Anrufung „Dakshine Kalike“.
23.941 Der Vers nennt danach dreimal Krim und zweimal Hum, doch ist die weitere Silbenfolge beschädigt. Nyasa und die übrigen Verfahren entsprechen dem Vorherigen; für das Feueropfer wird Ghee vorgeschrieben.
23.942 Hunderttausend Wiederholungen am Fuß eines Bilva- oder Banyanbaumes, auf einem Leichnam sitzend, sollen Herrschaft über alle Siddhis verleihen. Ein Zusatz verbindet die Vollendung der südlichen Überlieferung mit einem Ersatz für den fünften Makara; der genaue Ausdruck ist unklar.
23.943 Nun wird ein weiterer vorzüglicher Mantra genannt: „Krim Hum Hrim Dakshine Kalike Krim Hum Hrim Svaha“. Seine Länge wird mit dem Zahlwort Shakra angegeben, hier offenbar vierzehn Silben.
23.944 Puja, Nyasa, Meditation und Japa entsprechen den früheren Angaben. Als besondere Wirkung wird das Herbeiziehen von Nahrung, Alkohol und weiteren Gütern genannt.
23.945 Die nächste Formel beginnt nach dem Vers mit zweimal Hum, dreimal Krim, zweimal Hrim und „Dakshine Kalike“, gefolgt von dreimal Hum, zweimal Hrim und Svaha. Die ausgeschriebene Glosse bietet vor der Anrufung zweimal Hum statt zweimal Hrim; die Formel wird als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet.
23.946 Nyasa, Puja und alles Weitere entsprechen dem Vorherigen; als besondere Wirkung werden Unterwerfung und durch die Rezitation erlangtes Gedeihen genannt.
23.947 Dreimal Krim, zweimal Hum, zweimal Hrim und „Dakshine Kalike Svaha“ bilden einen als sechzehnsilbig bezeichneten Mantra.
23.948 Er heißt König der Mantras; seine Verehrung folgt dem bisherigen Verfahren. Insbesondere soll er Menschen, die ihre Herrschaft verloren haben, das Königtum zurückgeben.
23.949 Krim gilt als einsilbiger Mantra Kalikas. Seine nächtliche Rezitation am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte in einem leeren Haus, verbunden mit Fasten, soll binnen eines Tages Vollendung verleihen.
23.950 Alternativ nennt der Text hunderttausend Wiederholungen auf einer Verbrennungsstätte oder im Wald, schweigend, mit feuchtem Kopftuch und feuchtem Gewand.
23.951 Das Feueropfer erfolgt dabei mit Ghee, anschließend folgen Wasserspenden und die weiteren Handlungen. Als weitere Möglichkeit wird furchtlose Rezitation auf der Verbrennungsstätte genannt …
23.952 … bei ausschließlich nächtlicher Nahrungsaufnahme und einem Sesam-Feueropfer im Umfang eines Zehntels der Rezitationen. Japa und Puja entsprechen dem Vorherigen; insbesondere werden Lebensgenuss und Befreiung versprochen.
23.953 „Krim Kalike Svaha“ wird als sechssilbiger Mantra genannt. Nyasa und Puja bleiben wie zuvor; besonders soll er Lebensgenuss gewähren.
23.954 „Krim Hum Hrim“ ist der dreisilbige Mantra Kalis. Japa und die übrigen Verfahren entsprechen dem Vorherigen; besonders soll er Nachkommenschaft verleihen.
23.955 Kalis Bija, Hum, Maya, Hum und Phat bilden den fünfsilbigen Mantra. Nyasa und Meditation bleiben wie zuvor; besonders soll er schädigende Geistwesen vernichten.
23.956 „Krim Hum Hrim Hum Phat Svaha“ gilt als siebensilbig. Nyasa und alles Weitere entsprechen dem früheren Verfahren; besonders wird Befriedung als Wirkung genannt.
23.957 Nun wird der vorzügliche Mantra Dhumavatis erläutert: „Dhum Dhum Dhumavati Svaha“, als achtsilbig bezeichnet.
23.958 Pippalada ist der Seher, Nivrit das Versmaß und Jyeshtha die Gottheit. Der sechsfache Gliedernyasa erfolgt mit Dha, den sechs Vokalformen und dem Nasalpunkt.
23.959 Mit den sechs Silben nach den beiden anfänglichen Bijas wird der Nyasa an Daumen und den weiteren Fingern beziehungsweise den sechs Gliedern vorgenommen. Danach betrachtet man die Göttin.
23.960 Sie erscheint farblos beziehungsweise von entstellter Hautfarbe, unstet, dunkel, langgestreckt und in schmutzigen Gewändern, mit gelöstem Haar, als Witwe und mit nur wenigen Zähnen.
23.961 Sie fährt auf einem Wagen mit Krähenbanner; ihre Brüste hängen herab. In der Hand hält sie eine Worfelschwinge, ihre Augen sind trocken und rau, die andere Hand bewegt sich schüttelnd; sie wirkt hastig.
23.962 Ihr Haarwuchs ist stark, ihre Haare sind verfilzt und ihr Blick ist schief. Hunger und Durst quälen sie ständig, und sie ist stets zum Streit geneigt.
23.963 In dieser Gestalt wird sie betrachtet; danach folgen die Ritualhandlungen. Als Jyeshtha wird sie auf dem zuvor beschriebenen Sitz zur Abwehr von Feinden verehrt.
23.964 An den Staubfäden des Lotus werden die sechs Glieder verehrt, auf den Blättern die acht Shaktis Kshudha, Trisha, Rati, Nidra, Nirriti, Durgati, Rusha und Akshama: Hunger, Durst, Lust, Schlaf, Verderben, übles Geschick, Zorn und Ungeduld. Danach folgen Indra und die übrigen Götter samt Waffen.
23.965 Durch solche Verehrung Jyeshthas soll der Mantra wirksam werden. Der Text nennt Fasten am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte, Nacktheit, gelöstes Haar und als Orte ein leeres Haus, die Verbrennungsstätte, Wildnis oder einen Berg.
23.966 Furchtlos wird täglich rezitiert und die Göttin auf einem Leichnam als Sitz betrachtet. Hunderttausend Wiederholungen sollen bald die Feinde vernichten.
23.967 Ein nächtliches Feueropfer mit Senfkörnern und Salz soll dieselbe Wirkung haben.
23.968 Die folgende Schädigungshandlung verbindet eine Beschriftung, deren Anfang unklar ist, mit der Aufstellung und Verehrung eines Shiva-Bildes. Unter Fixierung dieses Bildes und Rezitation mit dem Namen des Feindes soll dieser nach mehr als tausend Wiederholungen von Fieber ergriffen werden.
23.969 Panchagavya oder Milch werden als rituelle Mittel zur Aufhebung dieses Fiebers genannt. Danach wird eine Schreibfolge beschrieben: Anfangssilbe des Mantras, Name des Feindes im Akkusativ und dessen Einfügung in die Mantraformel.
23.970 Zehntausend Wiederholungen im Kampf sollen den Feind töten. Eine weitere Anwendung mit dessen Namen in einem Yantra auf einem Lotusblatt im Wald und ebenso vielen Rezitationen soll Wahnsinn hervorrufen.
23.971 Ein auf dem Scheiterhaufen verbrannter Kanka-Vogel, dessen Asche mit dem Namen des Gegners besprochen und in die acht Richtungen verstreut wird, soll rasche Vertreibung bewirken.
23.972 Aus Asche der Verbrennungsstätte wird ein Shiva-Bild hergestellt; darauf wird der Name des Gegners eingeschlossen beziehungsweise eingezeichnet. Die Verehrung erfolgt mit dunklen Blumen.
23.973 Eine Räuchergabe mit Büffelmilch soll dem Feind Unglück bringen; die Göttin erscheine ihm im Traum als Büffelkuh und vernichte ihn.
23.974 Die mit diesem Mantra beschriftete beziehungsweise besprochene Asche soll, im Haus des Feindes deponiert, ihn rasch vertreiben. Der Text bekräftigt dies ausdrücklich als gewiss.
23.975 Eine weitere Tötungsmagie verbindet den mit Scheiterhaufenasche auf die Handfläche geschriebenen Feindesnamen mit Erhitzung über Feuer und zehntausend Rezitationen des Dhumavati-Mantras. Als Wirkung wird der Gang des Gegners in Yamas Stadt behauptet.
23.976 Eine verwandte Anwendung verteilt den Feindesnamen auf zwei Hälften der Handflächen. Im Wasser stehend wird rezitiert; der Hum-Laut soll die Gegner vernichten.
23.977 Aus Verbrennungsasche wird ein Linga hergestellt und mit Blumen und weiteren Gaben verehrt. Unter der Anrede „Erhabener Herr“ wird die beabsichtigte Handlung innerlich vorgestellt.
23.978 Eine Räuchergabe aus Neemblättern und Krähenfedern, verbunden mit hundertacht Rezitationen und dem Namen der Zielperson, soll Feindschaft stiften. Ein Milchopfer in Feuer aus Scheiterhaufenholz wird als rituelle Befriedung genannt.
23.979 Bei einer Räuchergabe mit dem hier als Rajas bezeichneten Stoff – vermutlich Menstrualmaterial – soll Kalika in Geiergestalt den Feind töten. Räucherung mit Überresten der Verehrung soll diese Wirkung befrieden.
23.980 Bei Räucherung mit Schweineborsten soll sie in Schweinegestalt töten; als Gegenritual nennt der Text ausschließlich Räucherung mit Ashvattha-Blättern.
23.981 Panchagavya, Milch oder die drei süßen Stoffe gelten dem Text als rituelle Mittel zur Befriedung sämtlicher Schadenszauber. Die Angaben sind keine medizinischen Behandlungsanweisungen.
23.982 Eine weitere Vertreibungshandlung verwendet einen Pflock aus einem giftigen Baum mit dem Namen des Gegners, symbolisches Verbrennen seiner Namensbuchstaben durch den Wurzelmantra und Vergraben an dessen beiden Fußstellen; die genaue Handlungsfolge ist sprachlich unsicher.
23.983 Staub aus den Fußspuren des Gegners, mit Ghee und gekochter Nahrung verbunden und Krähen als Bali gegeben, soll dessen Vertreibung bewirken.
23.984 Ebenso wird besprochener Fußspurenstaub mit Scheiterhaufenasche verbunden und im Haus des Gegners deponiert, um ihn zu vertreiben.
23.985 Für eine weitere Anwendung nennt der Text als Herkunftsorte von Kieseln einen Aufenthalt Jyeshthas, die Verbrennungsstätte, Stellen mit niedergetretenen Opferresten, Eselplätze, Aufenthaltsorte von Totengeistern und Kreuzwege …
23.986 … ferner unfruchtbaren Boden sowie Orte, an denen Urin oder Kot ausgeschieden wird; ein Ausdruck ist beschädigt. Die Kiesel werden in einem nach Süden gerichteten Nacktritual an der Verbrennungsstätte mit dem Scheiterhaufenfeuer verbunden.
23.987 Hunderttausend Mantrawiederholungen und das Deponieren im Haus des Feindes oder inmitten eines Heeres sollen augenblicklich alle vertreiben.
23.988 Nächtliche Gaben von Körnern, Fußspurenstaub und Ghee an eine Ameisengrube werden mit sieben Wiederholungen beschrieben. Der Betroffene solle darauf wie eine Krähe unstet über die Erde irren; die Schlusswendung ist unsicher.
23.989 Ein Feindbild aus dem seinem Geburtszeichen zugeordneten Baum wird rituell belebt und an empfindlichen Stellen mit Dornen durchstochen. Die anschließende Anweisung zum Umschließen mit Mantra beziehungsweise weiteren Mitteln ist beschädigt.
23.990 Mit den zuvor genannten Kieseln verbunden, wird das Bild täglich unter Rezitation erhitzt. Binnen sieben Nächten soll dies Vertreibung bewirken.
23.991 Eine weitere Handlung nennt Darstellungen eines Hundes und eines Ebers auf einem nicht sicher identifizierbaren Träger sowie die Einbindung der Zielpersonen durch Mantras am Dienstag bei Sonnenaufgang.
23.992 Die Beschriftung erfolgt mit einer Mischung, die Scheiterhaufenkohle und giftigen Datura-Saft enthält; die Gegenstände werden Rücken an Rücken mit Haar zusammengebunden und besprochen. Dies ist historische Schädigungsmagie mit gefährlichen Stoffen.
23.993 Nachts auf der Verbrennungsstätte, auf dem Weg der Zielpersonen oder in ihrem Haus vergraben, soll diese Vorrichtung selbst zwischen Gauri und Shankara sofort Feindschaft stiften können.
23.994 Eine weitere Beschriftung schließt den Namen einer Zielperson mit Mantrasilben auf Ashvattha-Rinde ein, eine zweite entsprechend auf Rinde eines giftigen Baumes; nach der Rezitation werden beide aufgenommen und angeordnet.
23.995 Sie werden mit den genannten Dornen durchstochen, berührt und jeweils hundertfach besprochen. Die Betroffenen sollen einander darauf schon beim Hören ihrer Namen hassen. „Damit habe ich euch, ihr Götter, diese Anwendungen Dhumavatis beschrieben.“
23.996 Nun folgt der große Mantra Bhadrakalis: „Hraum Kali Mahakali Kini Kini Phat Svaha“. Er wird als vierzehnsilbig bezeichnet.
23.997 Mit seinen sechs Wortgruppen und den zugehörigen Schlussformeln werden die sechs Glieder eingesetzt. Stets soll die furchtvertreibende Göttin Bhadrakali betrachtet werden.
23.998 Sie ist vom Hunger ausgezehrt, hat tiefliegende Augen und sagt: „Ich bin nicht gesättigt.“ Ihre Zähne gleichen Jambu-Früchten; sie trägt eine flammende Schlinge, hat ein tintenschwarzes Gesicht und gelöstes Haar. Die Schlusswendung bezeichnet wohl ihren Drang, die Welt zu verschlingen, ist aber entstellt überliefert.
23.999 Was im Kalika-Tantra über Japa, Puja und besondere Anwendungen gesagt wurde, gilt vollständig auch hier. Nun wird die Besonderheit erläutert.
23.1000 Nach ihrer Verehrung werden täglich hundertacht Wiederholungen genannt; wer Vollendung sucht, verwendet eine Gebetskette aus Rishta-Samen. Diese große Göttin bewirkt nach dem Text die Bekämpfung von Feinden.
23.1001 Sie wird mit der jeweils gewünschten Tätigkeit betrachtet und soll Dharma, erfülltes Begehren und Wohlstand gewähren. Nun folgt ein weiterer, streng geheim gehaltener Mantra Bhadrakalis: „Geierohrige, du mit ungewöhnlichen Augen, mit herabhängenden Brüsten, mit großem Bauch …“
23.1002 „… bringe hervor, bringe hervor!“ Es folgen zweimal Upari und zweimal das unklar überlieferte Vetti, dann Hum Phat Svaha. Die Formel wird als siebenunddreißigsilbig bezeichnet; die Glosse enthält Upari nur einmal.
23.1003 Pippalada ist ihr Seher, Nivrit das Versmaß und Bhadrakali die Gottheit. Das zweimalige „Utpadaya“ – „bringe hervor“ – wird dem Herzen zugeordnet.
23.1004 Das zweimalige Upari gilt dem Kopf, das zweimalige Vetti der Haarlocke, Hum Phat dem Schutzpanzer und Svaha der Waffe.
23.1005 Man betrachtet sie überaus wild, mit gewaltigen Fangzähnen, sehr groß, mit schlankem Bauch, wohlgerundeten Augen, heldenhaft, mit langer Nase und von Rausch überwältigt.
23.1006 Ihre Stimme ist voll und tief; sie gleicht einer dunklen Gewitterwolke, glüht mit zusammengezogenen Brauen und ist durch ihre großen Zähne furchterregend.
23.1007 Sie beißt auf die Lippe, ihre Augen sind vor Zorn kupferrot, ihr langes Haar ist rot, und ihre Arme tragen den Dreizack. Die letzten Beiwörter, darunter eines über das Essen von Pippala, sind in ihrer Bedeutung unsicher.
23.1008 Die Göttin trägt tiefrote Gewänder, liebt Blut, Fleisch und alkoholischen Trank, ist mit einer Kopfkette geschmückt und trinkt Blut als berauschenden Trank.
23.1009 Sie tanzt und lacht, wird von Scharen von Pishachas bedient und zieht auf der Schulter eines Pishacha über die Erde.
23.1010 Sie ist aus Shankaras Mund hervorgegangen, eine Yogini, der Yoga lieb ist. So erscheint Bhadrakali, umgeben von den göttlichen Müttern.
23.1011 Nach solcher Betrachtung und sorgfältiger Verehrung rezitiert der Kundige, dem Matrika-Nyasa hingegeben, den Mantra zehntausendmal, um seine Vollendung zu erlangen.
23.1012 Ein Ghee-Feueropfer, Wasserspenden und die übrigen Handlungen folgen. Die für Dhumavati genannten Anwendungen werden auch dieser Göttin zugeordnet.
23.1013 Nun folgt eine besondere Vorschrift: Aus dem Wald wird ein unbeschädigtes Stück eines giftigen Baumes mit einer einzigen Wurzel geholt und mit Ghee benetzt; daran knüpft die Beschreibung eines Feueropfers an.
23.1014 In einem leeren Haus oder im Wald wird eine dreieckige Feuergrube angelegt, Feuer mit Holz des giftigen Baumes entzündet und die Gottheit angerufen. Die folgende Passage beschreibt gefährliche historische Schädigungsmagie.
23.1015 Ein Stab aus diesem Holz wird hundertachtmal mit dem Mantra besprochen und dem Feuer ausgesetzt.
23.1016 Ein disziplinierter, mutiger Zweimalgeborener dient als Ritualhelfer. In allen Richtungen werden weitere Helfer mit Schwertern aufgestellt; ihre nähere Bezeichnung ist beschädigt.
23.1017 Nach Vollzug des Schutzrituals wird das Feuer in zorniger Haltung verehrt. Hundertacht Rezitationen begleiten die Übergabe der Stabspitze an das Feuer …
23.1018 … und ein Opfer mit ölbenetzten weißen Senfkörnern, dessen Dauer als zwei Savanas angegeben wird. Abschließend werden Richtungshüter, Batuka, Yoginis, Agni und die weiteren Gottheiten mit Bali-Gaben befriedigt.
23.1019 Die Göttin wird wie eine gewaltige Wolke der Weltauflösung vorgestellt, mit roten Augen, einem auf die Dreizackspitze gespießten Löwen und einer Kette aus Menschenleibern beziehungsweise Köpfen.
23.1020 Sie hat scharfe Fangzähne, ist von Blut und berauschendem Trank trunken, schrecklich, hält eine Feuerfackel und zerschmettert wiederholt die Feindesschar an einem Felsen.
23.1021 Unter dieser Vorstellung wird die Fackel in der rechten Hand gegen die Gegner gerichtet; danach wird der Stab in einiger Entfernung fortgeworfen, während die Meditation aufrechterhalten wird.
23.1022 Mit zuverlässigen Helfern geht der Ritualist anschließend schweigend zu einem heiligen Badeplatz, badet, reinigt sich und steht bis zum Hals im Wasser.
23.1023 Gesammelt rezitiert er die Mantras Sudarshanas, Durgas und Savitris; genannt werden tausendacht Wiederholungen für einen davon und jeweils hundert für die übrigen.
23.1024 Mit Kopftuch und Gewand bekleidet geht er mit den Helfern in einen Tempel, vollzieht eine große Verehrung des diskustragenden Gottes Vishnu, hält sich an dessen beide Füße und rezitiert den Mantra hunderttausendmal je Silbe.
23.1025 Nach dieser Rezitation begießt er seinen Körper mit entsprechend geweihtem Wasser aus Krügen, gibt die vorgeschriebene Ehrengabe und lässt ein befriedendes Feueropfer vollziehen.
23.1026 Alternativ werden hunderttausend Wiederholungen in einem Durga- oder Savitri-Heiligtum genannt. Nach der Begießung mit den beiden zugehörigen Mantras werden Brahmanen nach den eigenen Möglichkeiten gespeist.
23.1027 Auch die Ehrengabe richtet sich nach den Möglichkeiten. Dadurch soll der Ritualist Vollendung erlangen. Dieses Verfahren heißt Rudras Stab und wird als furchtbar und schlangenvernichtend bezeichnet.
23.1028 Eine weitere Vertreibungshandlung verbindet den in eine Mantraformel eingefügten Feindesnamen auf einer Bibhitaka-Frucht mit tausend Rezitationen und dem Vergraben in gelbem Boden. Sie soll sogar Unbewegliches vertreiben können, um wie viel mehr Menschen.
23.1029 Ein weiteres Feindbild wird auf einer Bibhitaka-Frucht in einem Dreieck mit dem Kopf nach unten angebracht; der Text nennt dafür Pulver aus giftigen Datura-Samen.
23.1030 Nach tausendacht Rezitationen wird es dort vergraben, wo der Gegner seinen Fuß aufsetzt. Dies soll gewaltsame Vertreibung bewirken.
23.1031 Nun wird der vorzügliche Mantra Mahakalis erläutert: „Om Kshrem Kshrem Krem Krem, nimm das Opfertier an …“
23.1032 „… Hum Phat Svaha.“ Er wird als vierzehnsilbiger, bereits vollendeter Mantra bezeichnet. Für einen solchen Mantra sei kein Nyasa des Sehers und der übrigen Zuordnungen erforderlich.
23.1033 Kalika wird in einem mit dunklem Wasser gefüllten Krug angerufen und zusammen mit ihren Botinnen, beginnend mit Brahmi, hingebungsvoll verehrt.
23.1034 Die folgende Stelle nennt Ashtami, Chandika und eine im Hymnus besungene Göttin, ohne deren Verhältnis eindeutig zu formulieren. Die zu betrachtende Gestalt im Haus hat fünf Gesichter, ist überaus wild und besitzt an jedem Gesicht drei Augen.
23.1035 In ihren linken und rechten Händen trägt sie Speer, Dreizack, Bogen, Pfeil, Schild und Schwert und zeigt die Gesten der Gabengewährung und Furchtlosigkeit; Schlangen bilden ihren Schmuck.
23.1036 Nach dem linken Ritualweg werden hunderttausend Mantrawiederholungen je Silbe genannt. Danach folgt ein Feueropfer mit gheegetränkten Neem-Zweigen.
23.1037 Nach dem Opfer im hell brennenden Feuer folgen Wasserspenden und die übrigen Handlungen. Die so erlangte Mantravollendung soll nach dem Text eine rasche Tötung von Feinden ermöglichen.
23.1038 Wer mit ungeteilter Aufmerksamkeit der Göttin Pratyangira gedenkt, die alle Bedrängnisse abwehrt, soll Anerkennung erlangen.
23.1039 Die Glosse gibt folgenden sechzehnsilbigen Mantra: „Om Am Kam Cham Tam Tam Pam Yam Sham Hram Hrim Hrum Sah Hum Phat Svaha“, wobei die beiden Ta-Laute retroflex und dental sind. Die im Vers verteilte Lautfolge weicht davon ab und ist teilweise verkürzt.
23.1040 Vidhatri, also Brahma, ist der Seher; Ashti wird als Versmaß genannt. Als sechs Gottheiten werden der große Wind, die große Erde und der große Raum …
23.1041 … ferner der große Ozean, der große Berg und das große Feuer aufgezählt. Hum heißt das Bija, Hrim die Shakti.
23.1042 Mit dem Lajja-Bija und seinen sechs Vokalformen erfolgt der sechsfache Gliedernyasa. Danach betrachtet der Mantrakundige die Gottheiten des Mantras mit ganz gefestigtem Geist.
23.1043 Er vergegenwärtigt sich einen Berg, der vom Glanz funkelnder Edelsteine erstrahlt, von Wasserquellen durchzogen ist, Tiger und andere Tiere beherbergt und zahlreiche Bergrücken besitzt.
23.1044 Er betrachtet den Ozean, reich an Fischen, Schildkröten und weiteren Lebensformen, mit den neun Edelsteinen geschmückt, voller tiefer Wassermassen und Wogen.
23.1045 Zur Stillung der Feinde betrachtet er das gewaltige gelbe Feuer, dessen Flammenreihen die wundersamen drei Welten durchdringen.
23.1046 Er betrachtet den Wind, der Staubmassen aufwirbelt und alles Leben als Prana erhält. Die dazwischenstehende Beschreibung seines Aufsteigens ist in der Vorlage beschädigt.
23.1047 Der Mantrakundige betrachtet die Erde mit Flüssen, Bergen, Bäumen und zahlreichen Dörfern als tragende Grundlage der Welt.
23.1048 Er betrachtet den reinen Himmelsraum mit Sonne, weiteren Planeten, Sternen und dem Rad der Zeit, der allen Lebewesen Raum gewährt.
23.1049 Nach der Betrachtung dieser sechs Gottheiten werden sechzehntausend Mantrawiederholungen genannt; das Feueropfer mit sechs Stoffen beträgt ein Zehntel davon.
23.1050 Die Liste nennt Reis mit Sesam, Ghee, Senf, Gerste und erneut Sesam; ihre Aufteilung in genau sechs Stoffe ist nicht eindeutig. Nach dem Opfer in den jeweiligen Anteilen folgt die Verehrung auf dem früher beschriebenen Sitz.
23.1051 Glieder, Richtungshüter und deren Waffen, beginnend mit dem Vajra, werden einbezogen. So soll der Mantra Vollendung erlangen und bei einem feindlichen Angriff angewendet werden.
23.1052 Im Osten wird der Laut A als Berg vorgestellt, der dem Gegner entgegenstürzt und furchterregend auf ihn herabzufallen droht.
23.1053 Im Westen erscheint der Laut Ka als schrecklicher Ozean, dessen aufgewühlte Wogen die ganze Erde überfluten.
23.1054 Mit den als vierter und fünfter bezeichneten Lauten werden Erde und Himmel vorgestellt, die die Feindesschar binden. Die Lautzählung ist angesichts der zuvor abweichend überlieferten Formel nicht sicher zuzuordnen.
23.1055 Die folgende doppelte Schutzsilbe wird so vorgestellt, dass sie die Atemwege des Gegners verschließt und ihn in Bedrängnis bringt.
23.1056 Die drei mit Maya beginnenden Laute werden jeweils den Augen, Ohren und dem Mund des Gegners zugeordnet und sollen diese verschließen.
23.1057 Die folgende, beschädigte Anweisung beschreibt Feuer, das vom Kopfbereich des Gegners aufsteigt und seinen Körper verbrennt. Dabei wird der Mantra vergegenwärtigt.
23.1058 So werden die Laute vorgestellt und tausend Wiederholungen je Silbe rezitiert. Noch vor Ablauf dreier Mandala-Zeiträume, behauptet der Text, werde der Gegner zerschlagen.
23.1059 Wer eine solche Handlung vollzogen hat, soll sich mit Atemlenkung, Japa und weiteren Mitteln reinigen und zu seinem eigenen Schutz Haris gedenken.
23.1060 Nun wird der als vollendet geltende Mala-Mantra Pratyangiras genannt: „Om Hrim, Verehrung der Schwarzgekleideten, der Gepriesenen, die tausendfach …“
23.1061 „… schädigt und tausendfach schützt, der Gewaltigen, Unbesiegten! Pratyangira, die du fremde Heere und fremde Ritualhandlungen …“ Die beiden auf „tausend“ bezogenen Ausdrücke am Beginn sind nicht eindeutig überliefert.
23.1062 „… vernichtest, fremde Mantras entwurzelst und alle Wesen bezwingst! Alle Götter …“
23.1063 „… binde, binde! Alle fremden Vidyas zerschneide, zerschneide! Erschüttere, erschüttere! Fremde Yantras zersprenge, zersprenge!“
23.1064 „Alle Fesseln zerreiße, zerreiße! Flamme auf, du Flammenzüngige, du mit schrecklichem Gesicht …“
23.1065 „… Pratyangira, Hrim, Verehrung!“ Die Formel wird als hundertfünfundzwanzigsilbig bezeichnet. Brahma ist ihr Seher, Anushtubh das Versmaß und Pratyangira die Göttin.
23.1066 Om und Maya sind Bija und Shakti. Der Mantra wird mit Kritya-Handlungen, also magischen Schadens- beziehungsweise Abwehrhandlungen, verbunden. Die sechs Glieder werden mit dem Maya-Bija in sechs Vokalformen eingesetzt.
23.1067 „Ich verehre sie, die auf einem Löwen reitet, deren Körper tiefschwarz ist, deren Gewand aus Flammen besteht, die furchterregend ist und Dreizack, Waffen und Schwert in den Händen hält.“
23.1068 Zehntausend Rezitationen und tausend Feueropfer mit Sesam und Senfkörnern sollen den Mantra vollenden. Bei den besonderen Anwendungen werden hundert Wiederholungen genannt.
23.1069 Besprengung mit Wasser unter Mantrarezitation soll Unheil durch besitzergreifende Mächte und Geistwesen beseitigen und die von anderen betriebenen Yantra- und Mantrahandlungen unwirksam machen.
23.1070 Nun wird der große Mantra Chamundas erläutert, der das Wesen der neun Durgas trägt und durch dessen Verehrung Lebensgenuss und Befreiung erlangt werden sollen.
23.1071 Durch ihre Gnade erhielt Suratha sein Königreich zurück und wurde zum künftigen Manu bestimmt; Samadhi erlangte die Erkenntnis, welche die Bindung an den Daseinskreislauf vernichtet.
23.1072 Die Preisung der drei im Markandeya-Purana erzählten Tatenabschnitte soll die Frucht der Rezitation dieses Mantras verleihen. Nun wird der Mantra selbst genannt.
23.1073 Sprach-, Lajja- und Kama-Bija, gefolgt von „Chamundayai Vichche“, bilden den neunsilbigen Mantra: „Aim Hrim Klim Chamundayai Vichche“. Er wird als vorzüglichster unter den Shakti-Mantras gerühmt.
23.1074 Brahma, Vishnu und Mahesha gelten als seine Seher; Gayatri, Ushnih und Anushtubh als seine drei Versmaße.
23.1075 Seine Göttinnen sind Mahakali, Mahalakshmi und Sarasvati; als drei Shaktis werden Nanda, Shakambhari und Bhima genannt.
23.1076 Durga, Bhramari und Raktadantika gelten als seine drei Bijas. Als Tattvas nennt die Vorlage Feuer, Wind und Bhaga, wobei die letzte Lesung unsicher ist. Seher und weitere Zuordnungen werden wie zuvor eingesetzt.
23.1077 Die Shaktis und Bijas werden an den Brüsten, die Tattvas im Herzen eingesetzt. Danach folgen elf Nyasas, denen die Gewährung erwünschter Früchte zugeschrieben wird.
23.1078 Zuerst wird der schon erläuterte Matrika-Nyasa vollzogen, durch den ein Mensch die Gestaltgleichheit mit der Gottheit erlangen soll.
23.1079 Als zweiter folgt der Sarasvata-Nyasa. Die drei Bijas am Anfang des Mantras werden mit vorangestelltem Om und abschließendem Namah verbunden.
23.1080 Diese sechssilbige Formel wird an neun Stellen eingesetzt: zunächst an beiden kleinen Fingern, Ringfingern, Mittelfingern, Zeigefingern und Daumen …
23.1081 … dann an den Handflächen, Handrücken, Handgelenken und Ellbogen. Anschließend erfolgt ihre Einsetzung mit den jeweiligen Schlussformeln an den sechs Gliedern, beginnend mit dem Herzen.
23.1082 Dieser Sarasvata-Nyasa soll geistige Stumpfheit beseitigen. Er wird im Zusammenhang mit der Rezitation der Saptashati vollzogen, insbesondere wenn damit ein bestimmtes Anliegen verbunden ist.
23.1083 Der dritte Nyasa bezieht die Schar der göttlichen Mütter ein. Die Formeln beginnen mit dem Maya-Bija: „Brahmi beschütze mich stets im Osten!“ Die Glosse schreibt das Bija bei Brahmi abweichend Hlim.
23.1084 „Maheshvari beschütze mich im Südosten, Kaumari im Süden, Vaishnavi im Südwesten und Varahi im Westen!“
23.1085 „Indrani im Nordwesten, Chamunda im Norden, Mahalakshmi im Nordosten und Vyomeshvari oben!“
23.1086 „Die Herrin der sieben Erdteile beschütze mich auf der Erde, ebenso Kameshvari!“ Durch diesen dritten Nyasa soll man in den drei Welten siegreich werden.
23.1087 Der vierte Nyasa beginnt mit Nandaja: „Nandaja, geschmückt mit Lotus und Stachelstock, beschütze meine Vorderseite!“
23.1088 „Raktadantika mit Schwert und Schale in den Händen beschütze meine rechte Seite; Shakambhari mit Blumen und jungen Trieben meinen Rücken!“
23.1089 „Durga mit Bogen und Pfeilen beschütze stets meine linke Seite; Bhima mit Kopf und Schale beschütze mich vom Haupt bis zu den Füßen!“
23.1090 „Bhramari mit vielfarbigem Glanz beschütze mich von den Füßen bis zum Haupt!“ Dieser vierte Nyasa soll Alter und Tod fernhalten.
23.1091 Als fünfter folgt der vorzügliche Nyasa mit Brahma und den weiteren Gottheiten: „Der ewige Brahma beschütze mich von den Füßen bis zum Nabel!“
23.1092 „Janardana beschütze mich stets vom Nabel bis zum Vishuddha; der dreiäugige Rudra vom Vishuddha bis zum Brahmarandhra!“
23.1093 „Der Schwan beschütze beide Füße, Garuda beide Hände, der Stier beide Augen und Gajanana sämtliche Glieder!“
23.1094 „Der aus Wonne bestehende Hari beschütze die beiden Körperhälften!“ Durch diesen fünften Nyasa sollen alle Wünsche erfüllt werden.
23.1095 Als sechster folgt der Nyasa mit Mahalakshmi und den weiteren Göttinnen: „Die achtzehnarmige Mahalakshmi beschütze meine Mitte!“
23.1096 „Die achtarmige Sarasvati beschütze mich oben, die zehnarmige Mahakali unten!“
23.1097 „Der Löwe beschütze beide Hände, der höchste Schwan beide Augen!“
23.1098 „Yama, auf dem Büffel reitend, beschütze beide Füße; der mit Chandika verbundene Büffel beschütze alle meine Glieder!“
23.1099 Durch diesen sechsten Nyasa soll ein Mensch zu einem guten Daseinsziel gelangen. Als siebter folgt die Einsetzung der einzelnen Silben des Wurzelmantras.
23.1100 Die Körperstellen sind Brahmarandhra, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen und der Mund …
23.1101 … sowie der After. Die Silben werden mit vorangestelltem Om und abschließendem Namah eingesetzt; die Glosse lässt Om allerdings aus. Dieser siebte Nyasa soll Krankheiten beseitigen.
23.1102 Dieselben Silben werden danach in umgekehrter Richtung, vom After bis zum Brahmarandhra, eingesetzt. Dieser achte Nyasa soll sämtliches Leid vernichten.
23.1103 Der neunte Nyasa besteht in der Durchdringung mit dem Mantra: vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Kopf …
23.1104 … ferner vorn, rechts, hinten und links. Dieser mit dem gesamten Wurzelmantra vollzogene neunte Nyasa soll zur Gegenwart der Gottheit führen.
23.1105 Als zehnter folgt ein vorzüglicher sechsgliedriger Nyasa. Der Wurzelmantra wird mit den entsprechenden Schlussformeln am Herzen und den weiteren Gliedern eingesetzt. Dies soll die drei Welten unter Einfluss bringen.
23.1106 Diese wunscherfüllenden Nyasas werden auch bei der Chandi-Rezitation vollzogen. Danach folgt der elfte, der die Wirkungen der übrigen Nyasas gewähren soll.
23.1107 Nach fünf Versen, beginnend mit „Khadgini Shulini“ – „Schwertträgerin, Dreizackträgerin“ –, wird das erste Bija tiefschwarz betrachtet und am ganzen Körper eingesetzt.
23.1108 Nach vier Versen, beginnend mit „Shulena pahi no Devi“ – „Beschütze uns mit dem Dreizack, Göttin“ –, wird das zweite Bija sonnenhell vorgestellt und am Rücken eingesetzt.
23.1109 Danach erfolgt der sechsfache Gliedernyasa mit den aufgeteilten Silben des Wurzelmantras: je eine Silbe für die ersten drei, vier Silben für das vierte und zwei für das fünfte Glied …
23.1110 … sowie der gesamte Mantra für das sechste. Danach werden die einzelnen Mantrasilben an Haarlocke, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Mund und After eingesetzt.
23.1111 Mit dem gesamten Mantra folgt eine achtfache Durchdringung. Danach werden die drei Göttinnen betrachtet; zuerst wird die Meditation über Kalika beschrieben.
23.1112 Sie hat zehn Gesichter, zehn Füße und zehn Hände, wird von Brahma gepriesen und leuchtet wie Saphir. Schwert, Diskus, Muschel, Kopf und Pfeile …
23.1113 … trägt sie in den rechten Händen; hinzu kommen Keule, Dreizack, Bhushundi, Eisenstange sowie Bogen und Pfeil. Die Aufzählung stimmt nicht eindeutig mit den zehn Händen überein. Brahma preist sie zur Vernichtung Madhus und Kaitabhas; sie ist geschmückt und dreiäugig.
23.1114 Danach wird Mahalakshmi betrachtet, die Mahishasura zermalmt, aus dem Glanz aller Gottheiten hervorgegangen ist und auf einem Lotus sitzt.
23.1115 Sie hat achtzehn Arme. In den rechten Händen hält sie Gebetskette, Lotus, Pfeile, Schwert, Vajra, Keule, Diskus und Wasserkrug …
23.1116 … sowie Muschel; in den linken Speer, Axt, Bogen, Schild, Stab, Trinkschale, Glocke, Schlinge und Dreizack.
23.1117 Danach wird Sarasvati betrachtet, strahlend wie der Herbstmond. In den rechten Händen hält sie Muschel, Stößel und Diskus …
23.1118 … in den linken Glocke, Dreizack, Pflug und Bogen. Sie ist aus Gauris Körper hervorgegangen und schenkt den Menschen Freude. Die Liste nennt hier nur sieben Gegenstände für die zuvor als achtarmig beschriebene Göttin.
23.1119 Sie ist die tragende Grundlage der Welt, vernichtet Shumbha und die übrigen Gegner und ist die herrschende Göttin des dritten Tatenabschnitts, dessen man stets gedenken soll.
23.1120 Nach dieser Meditation werden vierhunderttausend Rezitationen genannt. Ein Zehntel davon wird als Feueropfer mit Milchreis im verehrten Feuer dargebracht.
23.1121 Die Göttin wird auf einem Sitz mit Jaya und den weiteren Shaktis verehrt. Ihr Yantra umfasst Kreis, Dreieck, Sechseck und achtblättrigen Lotus.
23.1122 Im Südwesten werden Vishnu und Shri verehrt, im Nordwesten Shiva und Uma. Im östlichen Bereich wird der Löwe verehrt, der den Büffel zerreißt.
23.1123 An den sechs Ecken, im Osten beginnend, folgen Nandaja, Raktadantika, Shakambhari, Durga, Bhima und Bhramari.
23.1124 Die Namensmantras sämtlicher Shaktis beginnen mit Om und dem jeweils eigenen Bija; der Name steht im Dativ, den Abschluss bildet Namah.
23.1125 Auf dem achtblättrigen Lotus werden Brahmi, Maheshi, Kumarika, Vaishnavi, Varahi und Indrani …
23.1126 … sowie Chamunda verehrt; eine achte Mutter wird hier nicht genannt. Außerhalb folgen auf vierundzwanzig Blättern Vishnumaya, Chetana, Buddhi, Nidra und Kshudha …
23.1127 … Chhaya, Shakti, Trishna, Kshanti, Jati, Lajja, Shanti, Shraddha, Kanti, Lakshmi und Dhriti …
23.1128 … Vritti, Sriti, Smriti, Daya, Tushti, Pushti, Matri und Bhranti. Diese Namen bezeichnen unter anderem Lebenskraft, Bewusstsein, Erkenntnis, Schlaf, Hunger, Schatten, Kraft, Durst, Geduld, Geburt, Scham, Frieden, Vertrauen, Schönheit, Glück, Standhaftigkeit, Lebensunterhalt, Erinnerung, Mitgefühl, Zufriedenheit, Gedeihen, Mutterschaft und Irrung; Sriti ist in dieser Reihe nicht eindeutig.
23.1129 An den vier Ecken der äußeren Einfassung werden Ganesha, Kshetrapala, Batuka und die Yoginis verehrt; außerhalb Indra und die übrigen Richtungshüter samt ihren Waffen.
23.1130 Täglich wird die im Markandeya-Purana überlieferte Chandi-Preisung rezitiert, vom Wurzelmantra eingerahmt. Dies soll das Erwünschte gewähren.
23.1131 Im Kali-Zeitalter, heißt es, gibt es in den drei Welten keine Chandi vergleichbare Spenderin von Vollendung. Auf dem linken wie auf dem rechten Weg gewährt sie den jeweils dazu Berechtigten die Frucht.
23.1132 Der erste Tatenabschnitt wird zur Beseitigung von Krankheit eingesetzt, der mittlere zur Abwehr von Bedrängnissen.
23.1133 Wer sinnliche beziehungsweise weltliche Güter begehrt, widmet sich dem letzten Abschnitt. Wer zwei Abschnitte beständig rezitiert, dessen Familienlinie soll niemals abbrechen.
23.1134 Die Rezitation des ersten Abschnitts soll Unglück beseitigen; die der anderen Abschnitte wird hier mit rascher Vernichtung von Feinden verbunden.
23.1135 Die folgende Vorschrift verbindet die Saptashati mit bewusster Bedeutung, Nasallauten und mantrischer Einrahmung; ihre Angabe zur Zahl beziehungsweise zu den Textstellen ist beschädigt und nicht sicher auszulegen.
23.1136 Wer mit einem bestimmten Anliegen rezitiert und Shrim an Anfang und Ende setzt, soll dessen Erfüllung erlangen. Danach wird empfohlen, eigene Feinde als Daityas und eigene Freunde als Götter vorzustellen …
23.1137 … und mit dieser Vorstellung einen Monat lang zu den drei Tagesübergängen Chandi zu rezitieren. Die Feinde würden darauf tot oder dem Tode gleich, behauptet der Text im Rahmen einer schädigenden Anwendung.
23.1138 Vom ersten bis zum achten Tag der hellen Hälfte des Monats Ashvina werden hunderttausend Mantrawiederholungen genannt; das Feueropfer erfolgt mit essbaren Gaben, die mit den drei süßen Stoffen benetzt sind.
23.1139 Täglich werden Göttinnenverehrung und Chandi-Rezitation vollzogen. Nach der Ehrung von Brahmanen und Gurus soll sich das Ersehnte rasch erfüllen.
23.1140 Für den ersten Tatenabschnitt der Saptashati ist Brahma der Seher, Gayatri das Versmaß und Mahakali die Gottheit.
23.1141 Das Sprach-Bija ist sein Bija, Feuer sein Tattva; er wird dem Dharma zugeordnet. Der Text nennt neunzig besondere Anwendungen für Tötungsmagie und Verblendung.
23.1142 Für den mittleren Abschnitt ist Vishnu der Seher, Ushnih das Versmaß, Mahalakshmi die Gottheit und das mit der Bergtochter bezeichnete Bija die Keimsilbe.
23.1143 Wind ist sein Tattva, Erwerb von Reichtum seine Zielsetzung. Zweihundert Anwendungen werden für Vertreibung und Lähmung genannt.
23.1144 Für den letzten Abschnitt ist Shankara der Seher, Mahasarasvati die Göttin und Trishtubh das Versmaß. Damit weicht diese Einzelangabe von der früheren Gesamtliste ab, die Anushtubh nannte.
23.1145 Kama ist sein Bija, die Sonne sein Tattva, Wunscherfüllung seine Zielsetzung. Die Zahl der Anwendungen für Entzweiung und Unterwerfung wird durch einen zusammengesetzten Zahlenausdruck bezeichnet, dessen Lesung nicht eindeutig ist.
23.1146 Insgesamt, so der Text, werden hier siebenhundert Anwendungen genannt; deshalb habe Vyasa das Werk „Saptashati“, „die Siebenhundert“, genannt. Die vorausgehenden Zahlen ergeben in der erhaltenen Lesung keine sichere Kontrolle dieser Summe.
23.1147 Auch die Stelle, die mit „Welche deine milden Gestalten sind“ beginnt, wird herangezogen: Sieben Shaktis, beginnend mit Lakshmi, werden nach dem rechten Weg verehrt; daraus leitet der Text erneut den Namen Saptashati ab.
23.1148 Sieben Shaktis, beginnend mit Mahavidya, werden von Brahma gepriesen; auch deshalb, heißt es, habe der weise Vyasa sie Saptashati genannt.
23.1149 Eine weitere Erklärung verweist auf die Gottheiten, die Brahma, Indra, Brihaspati, Shukra, Vishnu, Rudra und die Gegner der Götter verehren.
23.1150 Lakshmi, Lalita, Kali, Durga, Gayatri, Arundhati und Sarasvati werden als sieben nach dem linken Weg zu verehrende Göttinnen genannt.
23.1151 Ferner werden Kali, Tara, Chhinnamasta, Sumukhi, Bhuvaneshvari, Bala und eine als „Kubhra“ überlieferte, unsicher bezeichnete Göttin als durch Mantras angedeutete Formen aufgeführt.
23.1152 Der Vers verbindet diese zweifache Siebenerdeutung mit dem mittleren Tatenabschnitt und dem Namen Saptashati. Durch die jeweils im Mantra angegebenen Hinweise soll die Mantrakraft hervortreten.
23.1153 Im dritten Tatenabschnitt werden, beginnend mit der Wendung „Denen, die sich so der Preisung hingeben“, sieben Shaktis bis hin zu Chamunda genannt.
23.1154 Eine weitere Siebenergruppe beginnt mit „Auf dem von Schwänen gezogenen Himmelswagen“ und umfasst Brahmani und die übrigen dort gegenwärtigen Göttinnen.
23.1155 Von „Wenn das Zeitalter des Vaivasvata erreicht ist“ an werden sieben Shaktis von der Göttin selbst angekündigt; auch daraus erklärt der Text den Namen Saptashati.
23.1156 „Die ganze Siebenfachheit der Saptashati kenne ich“, sagt der Sprecher. „Shri Hari kennt drei Viertel, Prajapati die Hälfte …“
23.1157 „… Vyasa ein Viertel und andere Menschen nur einen winzigen, als zehnmillionster Teil bezeichneten Anteil.“ Danach wird die je nach Mantra unterschiedliche Anwendung zur Erlangung von Vollendung angesprochen.
23.1158 Auch Bijas und weitere Elemente richten sich nach dem jeweiligen Anliegen; für Buchstaben und Wörter sind bestimmte Umstellungen vorgesehen.
23.1159 Eine Lesung, die den Regeln der Sprachlehre widerspricht, wird unheilvollen Handlungen zugeordnet; eine regelgerechte Lesung befriedenden und gedeihfördernden Handlungen. Der Text erklärt damit rituelle Varianten, ohne dass sie hier zu einer neuen Edition vereinheitlicht werden.
23.1160 Die Chandi-Preisung wird mit Bewusstsein ihrer Bedeutung und deutlicher Aussprache ihrer Wörter und Silben rezitiert. Am Schluss betrachtet man Mahalakshmi, vollzieht den sechsgliedrigen Nyasa, wiederholt den Wurzelmantra hundertachtmal und bringt dies der Gottheit dar.
23.1161 Wer so verfährt, soll nirgends in Verzweiflung versinken. Nun wird das bei den Menschen geschätzte Shatachandi-Verfahren erläutert.
23.1162 Bei Bedrängnis durch Herrscher, Hungersnot, Erdbeben, übermäßigen Regenfällen, Dürre, Furcht vor einem fremden Heer oder Verfall …
23.1163 … soll das Shatachandi-Ritual alle Hindernisse beseitigen. Auch das Ende von Krankheit und Feinden sowie Zuwachs an Vermögen und Nachkommenschaft werden ihm zugeschrieben.
23.1164 In der Nähe eines Tempels Shankaras oder Bhavanis wird ein günstiger Pavillon mit Toren, Altar, Fahnen und Torbögen errichtet. Die Feuergrube befindet sich im Westen oder in der Mitte.
23.1165 Nach Bad und täglichen Pflichten werden zehn Brahmanen ausgewählt: sinnenbeherrscht, rechtschaffen, aus guter Familie, wahrhaftig, kundig und der Chandi-Rezitation hingegeben, mit sittlicher Zurückhaltung und Mitgefühl.
23.1166 Sie werden mit Madhuparka, Kleidung und weiteren Gaben geehrt; der Ausdruck nach „Kleidung“ ist als Shastra überliefert und nicht eindeutig. Sie erhalten Fußwaschwasser, Arghya, Sitz, Blumenkette und Nahrung.
23.1167 Während sie Opferspeise essen, auf dem Boden schlafen und ihren Geist auf die Bedeutung des Mantras richten, rezitiert jeder von ihnen die im Markandeya-Purana überlieferte Chandi-Preisung zehnmal mit gesammelter Aufmerksamkeit.
23.1168 Jeder rezitiert außerdem den neunsilbigen Chandi-Mantra zehntausendmal. Der Auftraggeber verehrt neun Mädchen als Erscheinungsformen der Göttin.
23.1169 Genannt werden Mädchen im Alter von zwei bis zehn Jahren. Der Text schließt dabei Kinder mit zusätzlichen oder fehlenden Gliedmaßen, Hautkrankheiten oder Wundmalen aus …
23.1170 … ferner mit Blindheit, abweichender Augenstellung oder anderen als unerwünscht bewerteten Körpermerkmalen sowie aufgrund von Herkunft und weiteren Reinheitsvorstellungen. Diese diskriminierenden historischen Auswahlregeln werden dokumentiert, nicht übernommen.
23.1171 Die Verehrung eines brahmanischen Mädchens wird allen erwünschten Erfolgen, die eines Kshatriya-Mädchens dem Ruhm, die eines Vaishya-Mädchens dem Gelderwerb und die eines Shudra-Mädchens dem Kinderwunsch zugeordnet. Auch dies gehört zur historischen Kastenordnung des Textes.
23.1172 Die Zweijährige heißt Kumari, die Dreijährige Trimurti, die Vierjährige Kalyani und die Fünfjährige Rohini.
23.1173 Die Sechsjährige heißt Kalika, die Siebenjährige Chandika, die Achtjährige Shambhavi und die Neunjährige Durga.
23.1174 Die Zehnjährige heißt Subhadra. Die Verehrung erfolgt mit den jeweiligen Namensmantras. Einjährige werden wegen noch fehlender verständiger Teilnahme beziehungsweise Freude, Elfjährige ohne nähere Begründung ausgeschlossen.
23.1175 Für ihre Anrufung wird ein Versmantra genannt: „Die aus Mantrasilben bestehende Lakshmi, die die Gestalt der göttlichen Mütter trägt …“
23.1176 „… und das Wesen der neun Durgas verkörpert, rufe ich hier unmittelbar in der Gestalt des Mädchens an.“ Nun folgen die Verehrungsmantras für Kumari und die weiteren Formen.
23.1177 „Von der Welt Verehrte, von der Welt Gepriesene, Vernichterin aller Feinde! Nimm die Verehrung an, Kaumari, Mutter der Welt; dir sei Verehrung!“
23.1178 „Tripura, Grundlage der drei Welten, Verkörperung des Wissens um die drei Lebensziele, die von den drei Welten verehrte Göttin Trimurti verehre ich.“
23.1179 „Die das Wesen der Zeit ist und über deren Teile hinausreicht, deren Herz Mitgefühl ist, die heilvolle, ewige Mutter des Wohlergehens: Kalyani verehre ich.“
23.1180 „Die sich frei nach ihrem Willen bewegt, die glückverheißende, schöne Verkörperung des Zeitrades, die Wünsche gewährt und von großem Mitgefühl ist: Kalika verehre ich.“ Ein eigener Verehrungsvers für die zuvor genannte Rohini fehlt an dieser Stelle der Vorlage.
23.1181 „Die verehrungswürdige Chandi, ganz von gewaltiger Kraft erfüllt, Vernichterin Chandas und Mundas, die Göttin Chandika mit furchtbarer Macht verehre ich stets.“
23.1182 „Die stets Freude schenkt, friedvoll ist, von allen Göttern verehrt wird und das innere Wesen aller Lebewesen ist: Lakshmi in der Gestalt Shambhavis verehre ich.“
23.1183 Bei schwer zugänglichen, kaum zu bewältigenden Aufgaben wird die schöne Durga hingebungsvoll verehrt, die das Leid des Daseins und die Bedrängnis schwieriger Lagen vernichtet.
23.1184 „Die schöne, goldglänzende Göttin, die Glück und gutes Geschick gewährt, die Mutter alles Wohlergehens: Subhadra verehre ich.“
23.1185 Mit diesen Mantras werden die jeweils ausgewählten Mädchen durch Duftstoffe, Blumen, Speisen, Kleidung und Schmuck geehrt.
23.1186 Auf dem Altar wird ein schönes Sarvatobhadra-Mandala angelegt; darauf wird ein Krug nach Vorschrift aufgestellt. In ihm wird die heilvolle Göttin angerufen und verehrt.
23.1187 Davor erhalten die Mädchen und die Brahmanen eine Mahlzeit. Auch die zuvor genannten Umkreisgottheiten werden mit den vorgeschriebenen Darbringungen verehrt.
23.1188 So verfährt man vier Tage; am fünften folgt das Feueropfer mit Milchreis, den drei süßen Stoffen, Weintrauben und Bananen …
23.1189 … ferner Zitronatzitronen, Zuckerrohrstücken, Kokosnüssen, Sesam, Muskatfrüchten, Mangos und weiteren süßen Gaben.
23.1190 Bei zehn vollständigen Rezitationen der Saptashati wird zu jedem Vers geopfert; hinzu kommen zehntausend Opfergaben mit dem neunsilbigen Mantra in das vorschriftsmäßig eingesetzte Feuer.
23.1191 Nach den Opfern für die Umkreisgottheiten mit deren Namensmantras folgt die volle Abschlussgabe; anschließend werden Gottheit und Feuer rituell verabschiedet.
23.1192 Die Brahmanen begießen den Auftraggeber mit dem Wasser der Krüge. Jeder erhält als Ehrengabe einen Nishka beziehungsweise Gold.
23.1193 Weitere Brahmanen werden mit verschiedenen Speisen bewirtet und erhalten ebenfalls Ehrengaben; anschließend nimmt der Auftraggeber ihre Segenswünsche entgegen.
23.1194 Dies soll die Welt günstig stimmen, alle Bedrängnisse beseitigen und Herrschaft, Vermögen, Ruhm, Kinder sowie weitere erwünschte Güter verleihen.
23.1195 Für das Sahasrachandi-Ritual wird dieses Verfahren verzehnfacht. Hundert gelehrte, rechtschaffene Brahmanen werden ausgewählt.
23.1196 Sie vollziehen täglich zusammen hundert Chandi-Rezitationen; jeder rezitiert außerdem den neunsilbigen Mantra zehntausendmal.
23.1197 Hundert Mädchen der zuvor bezeichneten Altersgruppen werden mit den genannten Mantras geehrt. Nach zehn Tagen folgt sorgfältig das Feueropfer.
23.1198 Bei hundert vollständigen Rezitationen der Saptashati wird zu jedem Vers geopfert; hinzu kommen hunderttausend Opfergaben mit dem neunsilbigen Mantra und den zuvor genannten Stoffen.
23.1199 Nach der Ehrengabe an die Opferpriester werden tausend rechtschaffene, der Göttinnenverehrung hingegebene Brahmanen gespeist.
23.1200 Ein solches tausendfaches Chandi-Ritual soll das beabsichtigte Vorhaben gelingen lassen und die Menge der Leiden beseitigen. Der weitere Ausdruck über Frauen, unglückliches Geschick und Krankheiten ist sprachlich nicht eindeutig; allgemein wird die Beseitigung von Bedrängnissen versprochen.
23.1201 Das Verfahren soll nicht an Übeltäter, hinterlistige Menschen, Diebe oder Verächter der heiligen Überlieferung weitergegeben werden, sondern an rechtschaffene, selbstbeherrschte und friedfertige Menschen. So schützt die zufriedengestellte Göttin, hier Savarnika genannt, die Hörer des heiligen Wissens.
23.1202 Nun wird der große Mantra Mahalakshmis erläutert: „Aim Hrim Shrim Klim“, eine viersilbige Formel.
23.1203 Bhrigu ist der Seher, Nivrit-Anushtubh das Versmaß; Kamala, die glückverheißende Spenderin allen Wohlstands, ist die Gottheit. Die Gliedernyasas richten sich nach dem Verfahren des einsilbigen Mantras.
23.1204 Vier weiße Elefanten begießen sie unablässig aus edelsteinbesetzten Krügen. Sie leuchtet wie ein Juwel, steht oder sitzt auf einem Lotus, hat Lotusaugen, trägt zwei Lotusblüten in den Händen und wird von Königen verehrt.
23.1205 Die Verehrung erfolgt auf dem beim einsilbigen Mantra beschriebenen Sitz. Bei geregelter Nahrung werden zwölfhunderttausend Wiederholungen genannt, anschließend zwölftausend Feueropfer mit roten Lotusblüten und den drei süßen Stoffen. Die zuvor beschriebenen besonderen Anwendungen gelten entsprechend.
23.1206 Nach Aim, Hrim, Shrim und Klim folgt als fünftes Bija eine Verbindung aus Ha, Sa, Ra, dem Vokal Au und Visarga.
23.1207 Danach stehen „Jagatprasutyai Namah“ – „Verehrung der Gebärerin der Welt“. Die Formel gilt als zwölfsilbig, mit vorangestelltem Om als dreizehnsilbig.
23.1208 Brahma ist ihr Seher, Gayatri das Versmaß und Mahalakshmi die Gottheit. Mit dem von Om eingeleiteten und mit Namah schließenden Mantra werden zunächst die Hände gereinigt.
23.1209 Die fünf Bijas werden nacheinander an den Fingern eingesetzt, der verbleibende Mantrateil an beiden Handflächen rezitiert.
23.1210 Mit dem gesamten Mantra wird der Körper vom Kopf bis zu den Füßen durchdrungen. Der verbleibende siebensilbige Teil wird am Herzen und den weiteren Gliedern eingesetzt.
23.1211 Die fünf Bijas werden den ersten fünf Gliedern, der Rest dem sechsten zugeordnet. Eine weitere, als vierte bezeichnete Nyasa-Form verbindet dies mit den folgenden sechs Qualitäten.
23.1212 Sie heißen Erkenntnis, Herrschaftskraft, Shakti, Stärke, Wirkkraft und Glanz. Nach dieser Einsetzung wird die erwählte Gottheit betrachtet.
23.1213 Zuerst vergegenwärtigt man sich einen Garten, der zu jeder Jahreszeit schön ist und von sanft schwingenden Kampferbananen geschmückt wird.
23.1214 Ashoka-, Naga-, Sarala- und Kovidara-Bäume machen ihn lieblich; Mallika-, Yuthika- und Kunda-Jasmin sowie Madayanti erfüllen ihn mit Duft.
23.1215 Darin wachsen Weinreben, Betelranken, Madhavi, Zedern, Nameru, Gewürznelkenbäume, Sandelholz und rotes Sandelholz …
23.1216 … ferner Vanjula, Zitronatzitrone, Granatapfel, Lakucha, Kokospalmen, Dattelpalmen, Betelpalmen und Kurabaka.
23.1217 Malati, Kaimkata, Jati, Patali, Tulasi, Nandyavarta und Madanaka umgeben ihn; zu allen Jahreszeiten leuchtet er von Blüten.
23.1218 Weitere Gewächse, darunter Neem und Mandara, verschönern ihn; die erste Pflanzenbezeichnung dieses Halbverses ist nicht sicher.
23.1219 Hohe Shirisha-, Jackfrucht- und Shakhota-Bäume schmücken den Garten. In seiner Mitte wird ein lieblicher, von Mallika, Yuthika, Kunda, Jati und Malati umgebener Ort vorgestellt; die Bezeichnung dieses Ortes ist beschädigt.
23.1220 In allen Richtungen ziehen Bienenschwärme ihre Kreise. Pfauenrufe erklingen; Kraniche und weitere, nicht eindeutig bezeichnete Vögel beleben ihn.
23.1221 Scharen von Schwänen und anderen Wasservögeln, darunter Chakravaka- und Karandava-Vögel, umgeben blühende Lotus- und Wasserlilien …
23.1222 … sowie blaue Wasserlilien und duftende Blumen. Wunschbäume, die in allen Jahreszeiten schön sind, lassen den Ort erstrahlen.
23.1223 An einem Ufer liegt in seiner Mitte der edelsteingepflasterte Pavillon, leuchtend wie die Strahlen zahlloser aufgehender Sonnen …
23.1224 … und doch kühl vom Nektar, den die Mondstrahlen ausgießen. Eine Mauer wie aus flüssigem, strahlendem Gold macht ihn überaus lieblich.
23.1225 Tore und erhöhte Bauten aus den neun Edelsteinen umgeben ihn; sein hohes Eingangstor besteht aus frisch aufleuchtenden kostbaren Juwelen.
23.1226 Scharen von Fahnen erheben sich an Stangen aus geläutertem Gold; Säulen aus Vaidurya und anderen Edelsteinen schmücken ihn.
23.1227 Hunderte goldene Fensteröffnungen durchbrechen die Wände; tausend Lampen an goldenen Trägern leuchten wunderschön. Das Wort für Lampen ist in der Vorlage orthographisch entstellt.
23.1228 Fahnen aus verschiedenartigen, goldgeschmückten feinen Stoffen und mit kleinen Glöckchen zieren ihn; hinzu kommen herrliche Baldachine aus farbigen Geweben und aus Stoff, der wie das Nektarlicht des vollen Herbstmondes glänzt. Die letzte Bezeichnung ist beschädigt überliefert.
23.1229 Goldener Boden und edelsteingepflasterte Flächen schmücken den Pavillon; Kampfer, Agarholz, Nakha-Duftstoff, Moschus und Safran …
23.1230 … sowie Tamala und weitere wohlriechende Stoffe erfüllen ihn mit Duft. So wird der Pavillon mit seinen vier Toren Schritt für Schritt betrachtet.
23.1231 In seinem Innern, am Fuß eines Parijata-Baumes, steht ein neuer, mit vielerlei Edelsteinen besetzter Löwenthron. Darauf wird die Göttin vergegenwärtigt.
23.1232 Sie leuchtet wie die junge Sonne, trägt den Mond als Kopfschmuck, erstrahlt mit einer Perlenkette und ist lieblich mit kostbaren Juwelen geschmückt.
23.1233 In ihren lotosgleichen Händen hält sie eine frische Reisähre, zwei Lotusblüten und den Kaustubha-Edelstein. Ihr Gesichtslotus lächelt.
23.1234 Drei Augen, schön wie geöffnete Wasserlilien, schmücken sie. Ihre beiden Füße gleichen entfalteten roten Lotusblüten; die Fußreifen klingen.
23.1235 Ein goldener Gürtel schmückt ihre Hüften. Drei zarte Hautfalten zieren ihre schmale, einem Opferaltar verglichene Körpermitte.
23.1236 Ihr tiefer Nabel gleicht einem runden, wirbelnden See. Ihre vollen, hohen Brüste sind mit der duftenden Yakshakardama-Paste bestrichen; ein Wort im Nabelvergleich ist beschädigt.
23.1237 Eine Kette aus den mythischen, aus Elefantenstirnen entstandenen Perlen schmückt sie. Sie trägt ein feines Obergewand und Blumengirlanden.
23.1238 Ihre Oberarmreifen leuchten von Gold, Rubinen und Vaidurya; goldene Armreifen sind mit Padmaraga-Edelsteinen besetzt.
23.1239 Ihre Finger tragen Ringe mit vielerlei funkelnden Edelsteinen. Ihr Hals gleicht einer Muschel, ihre Stimme ist lieblich, und goldener Halsschmuck ziert sie.
23.1240 Vielfältige Ornamente schmücken ihre Glieder; ihr Lächeln ist rein. Ihre Juwelenohrringe strahlen wie die aufgehende Sonne.
23.1241 Ihr schönes Gesicht gleicht dem makellosen vollen Herbstmond. Das Paar ihrer Brauen übertrifft den Bogen des fünf Pfeile tragenden Liebesgottes.
23.1242 Die Beschreibung ihrer Nase und des Vergleichs mit einer Sesamblüte ist in der Vorlage entstellt. Glückverheißender Ohrschmuck aus goldgefassten Edelsteinknospen ziert sie.
23.1243 Ihre schönen, blütenblattgleichen Lippen leuchten wie Koralle; eine Reihe funkelnder Juwelen schmückt ihren Kopfputz.
23.1244 Haarlocken von der schönen Form einer Mondsichel rahmen ihr Gesicht. Ihr dunkles Haar ist lieblich, gekräuselt, glänzend und geschmeidig.
23.1245 Eine Krone aus geläutertem Gold und vielen Edelsteinen ziert sie. Sie ist ein Meer der Schönheit und mit den kostbarsten Juwelen geschmückt.
23.1246 So wird Mahalakshmi betrachtet, die Heimstatt anmutiger Schönheit. Die Attribute werden, bei ihrer linken unteren Hand beginnend, bis zur rechten Hand angeordnet …
23.1247 … und sie selbst auf dem zuvor beschriebenen Sitz Ramas verehrt. Mit dem Bija wird ihr der Sitz angeboten, mit ihrem eigenen Mantra ihre Gestalt rituell vergegenwärtigt.
23.1248 Rechts von der Göttin wird Ganaka verehrt, links Pushpabharana, der die Hände zu einer mit Blumen gefüllten Darbringung zusammenlegt. Der erste Name ist nicht näher erläutert.
23.1249 Zuerst werden ihre Glieder an den jeweiligen Stellen verehrt. Auf dem achtblättrigen Lotus folgen die Shaktis Uma, Shri und Sarasvati …
23.1250 … Durga, Dharani, Gayatri, Devi und Usha. Alle tragen mannigfaltigen Schmuck und halten jeweils zwei Lotusblüten. Die Lesung Devi als eigener Name ergibt hier acht Gestalten.
23.1251 Zwei weitere Gestalten werden mit der Fußwaschung verbunden, als feuer- und sonnengleich bezeichnet und mit Fliegenwedeln in den Händen verehrt; ihre genaue Benennung bleibt im knappen Vers unklar.
23.1252 Nach den Schatzhütern wird im Westen Varuna als Schirmträger verehrt. Ringsum folgen die Tierkreiszeichen und danach die neun Planeten.
23.1253 In den Himmelsrichtungen werden die vierstoßzähnigen Richtungselefanten verehrt; außerhalb davon die Weltenhüter und wiederum außerhalb deren Waffen.
23.1254 Bei geregelter Nahrung und festem Gelübde werden zwölfhunderttausend Mantrawiederholungen genannt. Ein Zehntel davon wird als Feueropfer mit den drei süßen Stoffen und einem hier nicht sicher lesbaren weiteren Opferstoff dargebracht.
23.1255 Mit Lotusblüten und Früchten des Lakshmi-Baumes werden jeweils zehntausend Opfer genannt; zwanzigtausend Wasserspenden erfolgen mit reinem, kühlem Wasser.
23.1256 Wer so den Mantra vollendet hat, dem Guru ergeben und in seinem Gelübde gefestigt ist, kann nach dem Text die besonderen Handlungen für seine erwünschten Ziele ausführen.
23.1257 Wer langes Leben erstrebt, dem ordnet der Text über zehn Nächte je tausend Gaben von gheegetränktem Durva-Gras in ein hell brennendes Opferfeuer zu.
23.1258 Als weitere Anwendung werden sieben Tage lang je tausendacht Gaben von Durva-Gras mit Ghee genannt; der Text verspricht dafür ein hundertjähriges Leben.
23.1259 Dem Wunsch nach Gesundheit werden Feueropfer mit frischen Lotusblüten, Durva-Gras und Ghee zugeordnet, beginnend an einem Sonntag.
23.1260 Genannt werden zehn Tage beziehungsweise tägliche Opfer mit gheegetränkten Zweigen. Eine weitere Übung besteht im Gedenken an Mahalakshmi, während man bis zum Hals im Wasser steht …
23.1261 … und mit erhobenen Armen den Mantra tausendachtmal rezitiert. Dadurch sollen das gewünschte Ziel und Gesundheit erlangt werden. Dies sind traditionelle Wirkversprechen, keine medizinischen Empfehlungen.
23.1262 Täglich achttausend Gaben von Reis sollen dem vorzüglichen Sadhaka bald großen Wohlstand verleihen.
23.1263 Als weitere Opferstoffe werden Blüten der Rama-Ranke, Nandyavarta-Blüten oder weiße Senfkörner mit Ghee genannt.
23.1264 Sie sollen großen Wohlstand und Anerkennung bei allen Lebewesen bewirken.
23.1265 Ein weiteres Opfer verwendet Gebäck mit Kokoswasser, Pfeffer, einer als Viraka bezeichneten Zutat sowie Ghee und Rohzucker.
23.1266 Ein disziplinierter Zweimalgeborener, der Milchreis isst und täglich hundertacht solche Gaben opfert, soll nach einem Mandala-Zeitraum Kubera gleichen. Opferspeise mit Rohzucker soll reichen Nahrungsvorrat schaffen.
23.1267 Aus tausendacht geopferten Hibiskusblüten wird die Asche gesammelt und mit Betelblattsaft zu einem Stirnzeichen verbunden. Dies soll allgemeine Unterwerfung bewirken.
23.1268 Opfer mit Palasha-Zweigen und -Blüten sollen selbst redegewandte und selbstbeherrschte Menschen unter den Einfluss des Ritualisten bringen.
23.1269 Jati-Blüten werden der Unterwerfung eines Königs zugeordnet; rote Lotusblüten der Beeinflussung der Wesen in der Welt.
23.1270 Blaue Wasserlilien sollen Waldwesen unterwerfen, Madhuka-Blüten Frauen beeinflussen. Die Aussagen gehören zur historischen Unterwerfungsmagie.
23.1271 Nun wird ein Mandala mit neun Feldern beschrieben; in seiner Mitte wird das nachfolgend erläuterte Yantra angelegt.
23.1272 In den neun Feldern stehen neun schön geformte Krüge, mit Sandelholz und Safran bestrichen.
23.1273 Sie werden mit Reis verbunden und mit wohlriechendem Wasser von heiligen Badeplätzen verehrt; die Zusammensetzung des letzten Ausdrucks ist nicht ganz eindeutig.
23.1274 Aus einem Karsha Gold wird ein Lotus gefertigt, mit den neun Edelsteinen versehen und mit leuchtender Mitte.
23.1275 Er wird in den schönen mittleren Krug gelegt. Als Duftstoffe werden Khadira, Ushira, Safran, Kampfer, Agarholz und Tamala …
23.1276 … sowie Jati und Kankola genannt. Die Stoffe werden sorgfältig geprüft, aufgeteilt und nach Vorschrift in den Krügen vermischt.
23.1277 Hinzu kommen Sadabhadra, Durva, Devi, Shri, Madhuvrata, Apamarga-Blätter, Musali und Vajravallari; mehrere dieser Pflanzennamen lassen sich ohne zusätzliche Quellen nicht sicher botanisch bestimmen.
23.1278 Auch Chakra, Priyangu, Reis, Mungbohnen, Weizen, geschälter Reis, Shali-Reis, Urdbohnen, Sesam und Gerste werden gewaschen und hineingegeben.
23.1279 Genannt werden ferner Bananen, Kokosnüsse, Früchte des Shri-Baumes, Amalaki und Granatapfel sowie Blüten von Lotus, Bakula, Jati und Saugandhika.
23.1280 Mallika-, Champaka-, Ashoka-, Punnaga- und Ketaki-Blüten sowie junge Tulasi-Triebe werden hinzugefügt.
23.1281 Auch Zweige von Banyan, Udumbara, Plaksha und einem heiligen Baum sowie das als Brahmakurcha bezeichnete Reinigungsmittel werden genannt. Danach werden die Krüge mit Tüchern und schönen Champaka-Blüten bedeckt.
23.1282 Mit ungebrochenen Reiskörnern und Früchten versehen, werden die Krüge in feinen Stoff gehüllt. Im mittleren wird die große Herrin angerufen …
23.1283 … und als Mahalakshmi mit Sandelholz und den übrigen Darbringungen verehrt. Die anderen acht Krüge werden nacheinander entsprechend verehrt.
23.1284 Wohlriechendes Sandelholz, schöne Blumen, Räucherwerk, Lampen und verschiedene Speisen werden nach Vorschrift dargebracht.
23.1285 Der Mantrakundige berührt die Krüge und rezitiert den Mantra dreitausendmal. Danach wird die gefasste Person, der die Weihe gilt, zu einem reinen Ritualplatz geführt.
23.1286 Sie nimmt auf einem guten Sitz Platz; der Guru verbindet sein eigenes rituell vergegenwärtigtes Selbst mit ihr. Verschiedene schöne Ornamente und Gewänder …
23.1287 … werden ihr ehrerbietig angelegt, ebenso Blumen. Die folgende Satzverbindung bezieht Frauen mit lebenden Ehemännern und geehrte Brahmanen ein, ist jedoch nicht ganz eindeutig.
23.1288 Segenssprüche, Klänge aller Instrumente und vedische Rezitation begleiten die Handlung zu einem günstigen astrologischen Zeitpunkt.
23.1289 Der Guru selbst hebt den mittleren Krug und gießt unter Rezitation des Wurzelmantras dessen Wasser über das Haupt der zu weihenden Person; danach folgen die übrigen Krüge.
23.1290 Nach deren Ausgießen berührt er Haarlocke und Kopf mit der Hand und spricht den in der heiligen Überlieferung gelehrten Segen.
23.1291 „Stets sei dir Wohlergehen beschieden und ungestörter Wohlstand! Mahalakshmi und alle Gottheiten seien dir gnädig!“
23.1292 „Alle Götter mögen dich beschützen! Sieg sei dir! Sei glücklich!“ Nach diesem Segen legt die geweihte Person zwei Gewänder an …
23.1293 … vollzieht die rituelle Mundspülung und verneigt sich ordnungsgemäß vor dem Guru. Verschiedene Gewänder und kostbarer Schmuck …
23.1294 … Vermögen, Getreide, Edelsteine, Kühe, Büffelkühe sowie Diener und Dienerinnen werden als Gaben für den wie eine Gottheit betrachteten Guru genannt. Die Einbeziehung abhängiger Menschen als Gabe gehört zur historischen Sozialordnung dieser Vorschrift.
23.1295 Brahmanen werden gemeinsam mit Armen, Blinden und Bedürftigen mit Speisen aller Art bewirtet, festen und flüssigen, solchen zum Lecken und zum Trinken beziehungsweise Saugen.
23.1296 Danach wird im eigenen Haus mit den Angehörigen ein Fest gefeiert. Der so Geehrte gilt als in den drei Welten angesehen …
23.1297 … und betrachtet sich als jemand, der sein Ziel erreicht hat. Ein nach Vorschrift geweihter König, so das Versprechen, besiegt seine Feinde.
23.1298 Ein Königssohn soll bald den Thron erlangen; eine bislang kinderlose Frau nach der Weihe und ehelicher Verbindung ein ersehntes, hochbegabtes Kind empfangen.
23.1299 Auch bei schweren Krankheiten, Furcht vor Geistwesen und Schäden durch magische Angriffe oder Feindseligkeit wird diese Begießungsweihe genannt.
23.1300 Ihr werden aller Wohlstand, gutes Geschick, Befriedung sämtlicher Krankheiten, Abwehr aller Gefahren und umfassendes Glück zugeschrieben. Diese Aussagen geben die religiösen Wirkversprechen der Überlieferung wieder.
23.1301 Nun wird ein siebenundzwanzigsilbiger Mantra erläutert: „Om Shrim Hrim Shrim Kamale Kamalalaye …“ – „O Lotusgöttin, im Lotus Wohnende …“
23.1302 „… sei gnädig, sei gnädig! Shrim Hrim Shrim Mahalakshmi, Verehrung!“ Gayatri ist sein Versmaß, Daksha Prajapati sein Seher.
23.1303 Lakshmi ist die Göttin. Für den fünfgliedrigen Nyasa werden die Wortgruppen des Mantras jeweils mit den drei Bijas eingerahmt; die angegebenen Gruppengrößen sind drei, fünf, drei, drei und drei Silben. Nun folgt die Meditation.
23.1304 „Sie leuchtet zinnoberrot, sitzt auf einem Lotus und trägt Lotusblatt, Spiegel und Arghya-Schale, geschmückt mit schönen Ketten und einer Krone …“
23.1305 „… von zahlreichen Dienerinnen umgeben, mit Gürtel und Ohrringen geziert, die Heimstatt aller Anmut, mit schönen Oberarmreifen: Sie verehre ich.“
23.1306 Auf dem bereits erläuterten Sitz wird sie nach dem üblichen Verfahren verehrt. Zuerst folgen die Glieder, danach Shridhara und die übrigen Gestalten.
23.1307 Diese sind Shridhara, Hrishikesha, Vaikuntha, Vishvarupa, Vasudeva, Sankarshana, Pradyumna und Aniruddha.
23.1308 Auf dem nächsten achtblättrigen Lotus werden in den Hauptrichtungen Bharati, Parvati, Brahmi und Sati verehrt; in den Zwischenrichtungen, beginnend mit Südosten …
23.1309 … die vier Elefanten Damaka, Salila, Guggulu und Kurantaka. Danach folgt die Verehrung auf dem dritten achtblättrigen Lotus.
23.1310 Dort stehen Anuraga, Visamvada, Vijaya, Vallabha, Mada, Harsha, Bala und Tejasvin. Außerhalb werden die Weltenhüter verehrt.
23.1311 Noch weiter außen folgen deren Waffen, verehrt mit Sandelholz und weiteren Gaben. Wer Lakshmi so verehrt, soll reich werden.
23.1312 Hunderttausend Mantrawiederholungen werden genannt, ferner über zehn Tage Feueropfer mit süß benetzten Bilva-Früchten im geweihten Feuer nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
23.1313 Nach der so erlangten Mantravollendung kann der Ritualist seine erwünschten Ziele verfolgen. Hunderttausend Gaben von sandelholzbestrichenen Lotusblüten …
23.1314 … sollen ihm das Reich seiner Feinde ohne Kampf verschaffen. Mit dem Mantra der königlichen Lakshmi soll er die Königsversammlung betreten und sein Eigentum beziehungsweise seine angestrebte Stellung erlangen.
23.1315 Für ein weiteres Mittel werden Sahadevi, Shri-Ranke, weißes Durva-Gras, Aparajita, Bhadra, Madhuvrata, Shakra-Ranke, Shalmali und Musali genannt …
23.1316 … ferner gelbes Sandelholz, Kaliya-Duftholz, Kampfer, rotes Sandelholz, Kushtha, Kankola, Safran, Kurkuma und Shikhari, zu gleichen Teilen.
23.1317 Die Mischung wird verrieben, tausendachtmal besprochen und als Stirnzeichen verwendet; ihr wird allgemeine Unterwerfungswirkung zugeschrieben. Auch die früheren wunscherfüllenden Anwendungen werden hier als wirksam erklärt.
23.1318 „Om Shuddhavasase Namah Mahashriyai Namah“ – „Om, Verehrung der Rein-Gekleideten, Verehrung der großen Shri“ – wird als vierzehnsilbiger Mantra namens Lakshmihridaya genannt.
23.1319 Die Wortgruppen dienen dem fünfgliedrigen Nyasa; Meditation und Puja entsprechen dem Vorherigen. Dreihunderttausend Rezitationen und ein Zehntel davon als Feueropfer mit Lotusblüten werden vorgeschrieben.
23.1320 Seher, Versmaß und besondere Anwendungen bleiben wie zuvor. In der Familienlinie der Verehrer dieses Mantras, so das Versprechen, werde keine Armut entstehen.
23.1321 „Yaum Naum Maum Namah Aim Shriyai Shrim Namah“ wird als elfsilbiger Mantra genannt. Jamadagni gilt als sein Seher.
23.1322 Trishtubh ist das Versmaß, Rama die Göttin. Für den sechsgliedrigen Nyasa beginnt die Herzformel mit Yaum, Naum, Maum, Namah und Aim und wird mit Namah sowie der Herzanrufung verbunden; die Wiederholung im Wortlaut ist nicht ganz klar.
23.1323 Dieselbe Anfangsfolge wird für den Kopf mit Svaha und für die Haarlocke mit Vashat verbunden.
23.1324 Für den Schutzpanzer endet sie mit Hum; „Shriyai“ wird mit der Augenanrufung und Vaushat verbunden und an den Augen eingesetzt.
23.1325 „Shrim Namah“ wird mit „Astraya Phat“ der Waffe zugeordnet. Entsprechend erfolgen die Finger-Nyasas; Meditation und Puja richten sich nach Mahalakshmis Verfahren.
23.1326 Sieben Nächte lang werden täglich zwölftausend Wiederholungen genannt; dadurch soll der Mantra des Sadhaka unfehlbar vollendet werden.
23.1327 Mit den zuvor beschriebenen Stoffen folgen Feueropfer, dann anteilige Wasserspenden und weitere Handlungen bis zur Speisung der Brahmanen. So soll die Mantravollendung entstehen.
23.1328 Wer Lakshmi als goldhändige Göttin betrachtet und diesen Mantra tausendachtmal rezitiert, soll die erwünschte Frucht erlangen.
23.1329 Hundertacht Rezitationen werden mit einem Stirnzeichen zur Beeinflussung der Welt verbunden; drei Monate Japa sollen den Besitz eines Dorfes verschaffen.
23.1330 Nun wird Lakshmi in der Gestalt Padmaprabha erläutert. Ihr Mantra lautet: „Padmaprabhe Padmasundari Padmeshi Svaha“ – „Lotusglänzende, Lotusschöne, Herrin des Lotus, Svaha“.
23.1331 Er wird als vierzehnsilbig bezeichnet. Meditation und weitere Verfahren entsprechen dem einsilbigen Mantra. Seine vier Wortgruppen und anschließend die gesamte Formel bilden den fünfgliedrigen Nyasa.
23.1332 Japa, Puja und vorbereitende Vollendungsriten folgen ebenfalls dem einsilbigen Mantra. Diese vollendete Mahavidya gilt den Verehrern als wunscherfüllende Ranke.
23.1333 Nun wird der Lakshmisamrajya genannte Mantra erläutert. Zuerst steht Shrim, darauf eine zusammengesetzte Lautgruppe aus Sa, Ha, Ka, La und Ra …
23.1334 … mit langem I und Nasalpunkt; sie bildet das zweite Bija. Danach folgt erneut Shrim. Die ganze Formel wird als dreisilbig bezeichnet; die ausgeschriebene Glosse ist stark beschädigt.
23.1335 Hari ist ihr Seher, Gayatri das Versmaß. Die Göttin ist Mohini-Lakshmi, die jegliche Herrschaft verleihen soll.
23.1336 Die zusammengesetzte Lautgruppe ist das Bija, Shrim die Shakti. Die sechs Glieder werden mit den sechs angegebenen Vokalformen samt Nasalpunkt beziehungsweise Visarga eingesetzt.
23.1337 Sie wird in der Farbe einer Leinblüte betrachtet, mit Edelsteinen geschmückt. In den Händen hält sie Muschel, Diskus, Keule, Lotus, den Bogen Sharnga und einen Pfeil …
23.1338 … in sechs Händen; zwei weitere zeigen Gabengewährung und Furchtlosigkeit. „Ich verehre die Herrin der Götter, die Trägerin der Welt.“ Das Yantra beginnt mit Mittelpunkt und Sechseck …
23.1339 … dazu Dreieck, achtblättrigem Lotus und einer äußeren Einfassung mit Toren. Darin wird die Göttin angerufen und mit den Darbringungen verehrt.
23.1340 Im Mittelpunkt steht die Göttin, an den sechs Ecken ihre sechs Glieder. Davor werden Gayatri, Savitri und Sarasvati verehrt.
23.1341 Brahmi und die übrigen Mütter werden auf den acht Blättern verehrt, die Yoginis in der Einfassung mit dem Mantra: „Verehrung den achtzehn großen Kotis von Yoginis“.
23.1342 Die nähere Bezeichnung dieser Yoginis ist als Netra-Yoginis überliefert und bleibt unklar. Indra und die übrigen Richtungshüter sowie ihre Waffen werden verehrt; dann erneut die Göttin mit Duftstoffen, Blumen und ungebrochenem Reis.
23.1343 Batuka, Kshetrapala und die Yoginis erhalten Bali-Gaben. Unter Betrachtung der achtarmigen Göttin werden dreihunderttausend Mantrawiederholungen genannt.
23.1344 Ein Zehntel davon wird mit Lotusblüten als Feueropfer zur Erlangung von Herrschaft dargebracht. Wasserspende, Besprengung und Brahmanenspeisung folgen.
23.1345 Nun wird ein siebensilbiger Rama-Mantra erläutert: „Namo Brahmatanaye“ – „Verehrung der Tochter Brahmas“.
23.1346 Die beiden Wortgruppen werden dreimal abwechselnd verwendet, um die sechs Glieder einzusetzen. Meditation, Puja und vorbereitende Vollendungsriten entsprechen dem einsilbigen Mantra.
23.1347 Nun wird der vorzügliche Mantra Jyeshthalakshmis genannt: „Om Hrim Shrim Adilakshmi Svayambhuve Hrim Jyeshthayai Namah“. Er gilt als siebzehnsilbig und verehrt die ursprüngliche, selbstentstandene Lakshmi als Jyeshtha.
23.1348 Brahma ist ihr Seher, Trishtubh das Versmaß und Jyeshthalakshmi die Gottheit. Shrim und Maya werden als Shakti beziehungsweise Bija angegeben.
23.1349 Nach dreimaligem Reinigen der Hände folgt der Gliedernyasa mit Silbengruppen von drei, vier, vier, einer, drei und zwei Silben.
23.1350 Die drei Bijas werden an Kopf, Brauenmitte und Mund eingesetzt; die fünf übrigen Wortgruppen an Herz, Nabel, Wurzelbereich, Knien und Füßen.
23.1351 Man betrachtet sie auf einem Lotus sitzend, rotglänzend und rot gekleidet, den Körper mit Safranpulver bestrichen, mit Augen wie voll erblühte Lotusblüten …
23.1352 … Jyeshtha mit sanft lächelndem Gesicht. In ihren an junge Zweige erinnernden Armen trägt sie einen Krug voll Nektar, einen Krug voll Reichtum, Stachelstock und Schlinge.
23.1353 Nach dieser Betrachtung in höchster Hingabe wird die Göttin verehrt. Der Mantrakundige bereitet ihren Sitz mit Dharma und den übrigen Trägerkräften.
23.1354 Auf den Blättern, im Osten beginnend, und in der Mitte werden nacheinander Lohitakshi, Virupakshi, Karali, Nilalohita, Samada, Varuni, Pushti, Amogha und Vishvamohini verehrt.
23.1355 Die Gayatri-Anrufung lautet: „Die rote Jyeshtha wollen wir erkennen; über die blaue Jyeshtha meditieren wir. Lakshmi möge unseren Geist anregen.“
23.1356 Mit dieser Gayatri wird Jyeshtha angerufen und mit Sandelholz und weiteren Gaben verehrt. Es folgen ihre Glieder, die göttlichen Mütter, die Weltenhüter und deren Waffen.
23.1357 Hunderttausend Mantrawiederholungen werden genannt, dazu ein Zehntel als Feueropfer mit gut gekochtem, mit Ghee übergossenem Milchreis.
23.1358 Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenspeisung schließen sich an. Als Frucht werden Nachkommenschaft und Wohlstand in diesem Leben sowie Vaikuntha nach dem Tod genannt.
23.1359 Nun wird der große Mantra Siddhilakshmis erläutert, dessen Länge als dreihundert Silben weniger elf, also zweihundertneunundachtzig, angegeben wird.
23.1360 „Om Shrim, Verehrung allen Siddhi-Yoginis, Verehrung allen Siddhi-Müttern, Verehrung der durch die stets aufgehende …“
23.1361 „… Wonne Beglückten, der Herrin des ganzen Kula-Kreises, der Erhabenen …“ Das Wort für „Herrin“ ist hier entstellt, erscheint im späteren Nyasa aber klarer.
23.1362 „… Chandakapalini! Om Hrim Hrum Hram, Om Kshaum Kraum, Verehrung! Höchste Schwanengöttin …“
23.1363 „… Göttin, die du den Weg zur Befreiung gewährst, die du schwere Bedrängnisse stillst …“
23.1364 „… alle Verfehlungen, Unheilszeichen und leidvollen Bindungen zerschlägst und über das Meer sämtlicher Gefahren hinüberführst …“
23.1365 „… Vernichterin aller Feinde, Göttin, komm, komm! Hamsa, Hamsa! Bala, Bala! Du, die Menschenblut, Eingeweide …“
23.1366 „… und Fett verzehrt! Meine Feinde zermalme, zermalme! Verzehre, verzehre! Mit dem Dreizack durchbohre, durchbohre!“ Die Verbindung mit dem Dreizack ist grammatisch beschädigt.
23.1367 „Zerschneide, zerschneide! Mit dem Schwert schlage, schlage! Zerteile, zerteile, so lange, bis du mir …“
23.1368 „… alle Wünsche erfüllt hast! Vollbringe, vollbringe sie, höchst …“
23.1369 „… Mitfühlende, Erhabene, die du die Gestalt Mahabhairavas trägst, von den höchsten Göttern Verehrte …“
23.1370 „… Mutter aller Mantras, du der sich verneigenden Menschen liebevoll Zugewandte, Göttin Mahakali …“
23.1371 „… Vernichterin der Zeit, Hrum Hrum Hrum, sei gnädig! Versetze die Töchter der Götter und Asuras in Liebesverlangen! Hrim Svaha!“ Diese Passage ist Teil eines historischen Mantras zur Beeinflussung anderer, keine persönliche Praxisempfehlung.
23.1372 Dreimal Hrum, Phat und Svaha schließen den Mantra. Trilochana ist sein Seher; Atijagati wird als Versmaß genannt.
23.1373 Siddhilakshmi ist die Gottheit, Shrim das Bija, Hrim die Shakti. Für den Herznyasa wird die mit Om eingeleitete Anrufung „Paramahamsini“ genannt.
23.1374 „Nirvanamargade Devi“ – „Göttin, die den Weg zur Befreiung gewährt“ – mit Om gilt dem Kopf; „Vishamopaplavaprashamani“ – „Stillerin schwerer Bedrängnisse“ – mit Om der Haarlocke.
23.1375 „Sakaladuritarishtakleshadalani“ – „Zerschlägerin aller Verfehlungen, Unheilszeichen und leidvollen Bindungen“ – gilt dem Schutzpanzer; „Sarvapadambhodhitarini“ – „Die über das Meer aller Gefahren hinüberführt“ – mit Om den Augen.
23.1376 „Sakalashatruvidhvamsini“ – „Vernichterin aller Feinde“ – mit Om gilt der Waffe. Nach diesem sechsgliedrigen Nyasa folgt die Einsetzung an den Gesichtern.
23.1377 „Om, Verehrung allen Siddhi-Yoginis; Verehrung dem Ishana-Gesicht“ wird am östlichen Gesicht eingesetzt.
23.1378 „Om, Verehrung allen Siddhi-Müttern; Verehrung dem Tatpurusha-Gesicht“ wird nach der Richtungsangabe Avak am südlichen Gesicht eingesetzt.
23.1379 „Aim Hrim, der durch immerwährende Wonne Beglückten; Verehrung dem Aghora-Gesicht“ wird am westlichen Gesicht eingesetzt.
23.1380 „Aim, der Herrin des ganzen Kula-Kreises; Verehrung dem Vamadeva-Gesicht“ wird am nördlichen Gesicht eingesetzt.
23.1381 Die mit dem Sprach-Bija beginnende Anrufung „Der erhabenen Chandakapalini; Verehrung dem Sadyojata-Gesicht“ wird am oberen Gesicht eingesetzt. Diese Gesichtszuordnung wird entsprechend der vorliegenden Überlieferung beibehalten.
23.1382 Man betrachtet sie mit fünf Gesichtern, zehn Armen und vollen, hohen Brüsten, strahlend wie Millionen Blitze, den Körper zinnoberrot …
23.1383 … mit Gebetskette, Schädelschale, Dreizack, Schwert, Schild, Glocke, goldener Schlinge und Stachelstock; die übrigen Hände zeigen Gabengewährung und Furchtlosigkeit.
23.1384 Ihr Hals ist blau, ihr Kopfschmuck trägt den Mond; sie ist dreiäugig und mit Schlangen geschmückt. So wird Siddhilakshmi betrachtet, die alle Vollendungen verleiht.
23.1385 Ihre Verehrung ist auf beiden Wegen vorgesehen: auf dem rechten Weg auf Lakshmis Sitz, auf dem linken auf dem Sitz Bhuvaneshvaris. Den ersten Umkreis bilden ihre Glieder.
23.1386 Auf den acht Blättern stehen die acht Lakshmi-Formen, deren Namen mit Rajya, Vidya, Saubhagya, Amrita, Kamya, Satya, Bhoga und Yoga verbunden werden. Die verdichtete Wortfolge ist nicht in allen Gliedern eindeutig.
23.1387 Dies ist der zweite Umkreis. Brahmi und die übrigen Mütter bilden den dritten, Asitanga und die weiteren Bhairavas den vierten, die Weltenhüter den fünften.
23.1388 Für die vorbereitende Vollendung werden viertausend Mantrawiederholungen und ein Feueropfer mit Guggulu und Ghee genannt. Nun folgen die besonderen Anwendungen.
23.1389 Das Umarmen eines Ashvattha-, Banyan- oder Plaksha-Baumes bei tausend Wiederholungen wird der Befriedung von Bedrängnis durch Grahas und verwandtem Unheil zugeordnet.
23.1390 Ein blühender Jati-Strauch, Karnikara- oder Bilva-Baum wird umarmt; dabei werden Göttinnenverehrung und achttausend Mantrawiederholungen genannt.
23.1391 Dies soll tausend Goldeinheiten verschaffen und Armut beenden. Shali-Reis als Feueropfer wird Goldgewinn, Weizen körperlichem Gedeihen zugeordnet.
23.1392 Gerstenopfer sollen Getreidevorräte verschaffen; außerdem werden vier Fingerbreiten lange Zuckerrohrstücke genannt, ohne eine eigene Wirkung eindeutig anzuschließen. Kumuda-Blüten sollen Zuneigung der Menschen, Bakula-Blüten unvergleichlichen Wohlstand gewähren.
23.1393 Ashoka-Blüten werden Gewinn, Patali-Blüten einer glückverheißenden Partnerin zugeordnet. Urdbohnen sollen dagegen eine Zielperson stumm, Kodrava-Körner sie krank machen.
23.1394 Bibhitaka-Früchte werden der Verwirrung, Shalmali der Tötung, scharfes Öl der Entzweiung und eine beschädigt bezeichnete Gruppe weiterer Stoffe der Lähmung zugeordnet. Dies sind historische Aussagen über Schädigungsmagie.
23.1395 Ein Opfer mit vom Wind herabgewehten Blättern soll den Feind vertreiben. Für die übrigen Stoffe werden tausendacht Opfergaben genannt.
23.1396 Moschus und entsprechende Duftstoffe sollen einen göttlichen Körper verleihen; Lotusblüten die Erlangung von Herrschaft.
23.1397 Zweige des Brahma-Baumes sollen geistlichen Glanz, Durva-Gras langes Leben und Banyan-Holz die Begegnung mit einer Yakshini verschaffen.
23.1398 Udumbara-Zweige werden einem vorzüglichen Sohn zugeordnet. Für große Gefahr oder das Auftreten schwerer Unheilszeichen …
23.1399 … nennt der Text eine Mischung aus weißen Blüten beziehungsweise Samen des Shri-Gewächses, Apamarga, Sesam und Reis als Feueropfer zur Abwehr großer Furcht; die erste Pflanzenangabe ist nicht sicher.
23.1400 Weitere Gaben sind Shri-Früchte mit Ghee sowie Sesam und Reis. Weiße Lotusblüten sollen dem nach Wissen Strebenden Wissen verleihen.
23.1401 Wer Lebensgenuss erstrebt, soll ihn und sein persönliches Wunschziel erlangen. Danach werden Viertagefieber und andere Fieber, verschiedene Krankheiten und Grahas genannt …
23.1402 … die durch Besprengung mit siebenfach besprochenem Wasser sofort verschwinden sollen; einundzwanzigfach besprochenes Trinkwasser soll jegliches Gift unschädlich machen. Diese religiösen Heilversprechen sind keine verlässliche Behandlung von Krankheit oder Vergiftung.
23.1403 Ein Stirnzeichen aus Safran, Agarholz, Kampfer und Gorochana, siebenfach besprochen, soll allgemeine Unterwerfungswirkung entfalten.
23.1404 Feueropfer mit verschiedenen Speisen sollen sämtliche Vollendungen und Machtfülle gewähren. „Damit sind die acht göttlichen Mütter beschrieben. Was möchtest du noch hören?“
Kolophon: So endet im Meru-Tantra, das Shiva gelehrt und dem Mahamaya und Mahakala zugestimmt haben, der dreiundzwanzigste Prakāśa über die Mantras der acht göttlichen Mütter, beginnend mit Brahmi.
Vierundzwanzigster Prakāśa: Die Richtungshüter und ihre Mantras
24.1 Die Göttin sprach: „Maheshvara, erläutere mir die Mantras jener Richtungshüter, die im äußeren Verehrungsumkreis aller Gottheiten stehen, und auch ihre Wirkungen.“
24.2 Maheshvara sprach: „Höre, Göttin! Ich werde die Mantras der Richtungshüter der Reihe nach darlegen. Im Indraya Namah ist der sechssilbige Mantra Indras.“
24.3 Pankti ist sein Versmaß, Brahma sein Seher und Indra die Gottheit. „Indraya“ gilt als Shakti, Im als Bija; mit dem Bija erfolgt der sechsfache Gliedernyasa.
24.4 „Ich verneige mich vor Indra, dem Herrn der Richtungshüter: gelb, tausendäugig, mächtig, mit Vajra und Lotus in den Händen und mit allem Schmuck versehen.“
24.5 In der Mitte des Sechsecks wird der Götterkönig verehrt, auf den Blättern seine Glieder. Auf dem äußeren achtblättrigen Lotus folgen die nachstehenden Mantras in ihrer Reihenfolge.
24.6 Kam wird Karttikeya zugeordnet, Ram Agni, langes Im Yama, Ham Nirriti, Vam Varuna, Yam Vayu, Sam Soma und Am Isha.
24.7 Die Namen stehen im Dativ, die Formeln enden mit Namah. Den dritten Umkreis bilden Vajra und die anderen Waffen. Hunderttausend Wiederholungen werden genannt, danach ein Feueropfer mit Bilva und Ghee.
24.8 Wer so den Mantra vollendet hat, gilt als zur besonderen Anwendung befähigt. Ein quadratisches Mandala wird angelegt; in seiner Mitte zeichnet man …
24.9 … einen achtblättrigen Lotus. Darauf wird ein unbeschädigter, in neuen Stoff gehüllter Krug aufgestellt, gefüllt mit Wasser und Gold; die Glosse bietet als Variante wohlriechendes Wasser.
24.10 Nach der Verehrung Indras mit seinem Gefolge wird das Wasser tausendfach besprochen und für eine Begießung bereitgestellt. Ein König, der seine Herrschaft verloren hat, soll dadurch …
24.11 … sein Reich zurückerlangen; auch ein anderer so gebadeter Mensch soll wohlhabend werden. Menschen ohne Dharma, Hingabe oder Vertrauen werden von dieser Weihe ausgeschlossen.
24.12 Nun wird der als fünfundzwanzigsilbig bezeichnete Feuermantra erläutert: „Bhur Bhuvah Svar, Agni Jatavedas, führe hierher …“
24.13 „… und vollbringe alle Handlungen, Svaha.“ Bhrigu ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Agni die Gottheit.
24.14 Die sechs Glieder werden mit Silbengruppen von fünf, sechs, vier, fünf, drei und zwei Silben eingesetzt. Man betrachtet Agni mit einer goldenen Kette um den Hals …
24.15 … den Körper mit rotem Sandelholz bestrichen, von einer roten Blumenkette geschmückt, von der Hitze seiner Flammen erfüllt und in weiße Gewänder gekleidet.
24.16 Der rot leuchtende Feuergott trägt Speer, Svastika, ein Bündel Darbha-Gras, Gebetskette und die beiden Opferlöffel; die übrigen Hände zeigen Gabengewährung und Furchtlosigkeit.
24.17 Nach Empfang des Mantras vom Guru fastet der Ritualist am vierzehnten Mondtag und rezitiert zwölftausendmal, bei reinem Wandel und beherrschten Sinnen.
24.18 Am Neumondtag werden Brahmanen nach den eigenen Möglichkeiten mit vorwiegend süßen Speisen bewirtet und mit Ehrengaben bedacht.
24.19 Nachdem er selbst gegessen hat, beschafft und reinigt der Ritualist die Opferstoffe. Am folgenden Tag beginnt das unermüdlich auszuführende Feueropfer.
24.20 Nacheinander werden Banyan-Zweige, Reis, Sesam, eine als Raja bezeichnete beziehungsweise mit dem Folgewort verbundene Gabe, Opferspeise und Ghee genannt. Täglich erfolgen hundertacht Opfergaben; die Stoffliste ist nicht ganz klar gegliedert.
24.21 Nach zehn Tagen dieses Verfahrens folgt am elften Tag die volle Abschlussgabe. Vorzügliche Brahmanen werden ehrerbietig verehrt und nach den eigenen Möglichkeiten zufriedengestellt; die Satzfügung enthält eine unklare Wiederholung.
24.22 Der Guru erhält als Ehrengabe eine milchgebende Kuh samt Zubehör, Gewänder, Vermögen und Getreide. Mit Verneigung wird er geehrt und erfreut.
24.23 Innerhalb des eigenen Mandalas wird der Sitz mit seinen neun Shaktis verehrt: Pita, Shveta, Aruna, Krishna, Dhumra, Tikshna, Sphulingini, Ruchira und Jvalini.
24.24 Mit dem eigenen Bija wird der Sitz angeboten, mit dem Wurzelmantra die Gestalt vergegenwärtigt. Darin wird Agni nach dem beschriebenen Verfahren verehrt.
24.25 Die Gliederverehrung ist bereits erläutert. Auf den acht Blättern stehen seine acht Gestalten, beginnend mit Jatavedas, Saptajihva und Havyavahana …
24.26 … ferner Ashvodaraja, Vishvavara, Kaumaratejas, Vishvamukha und Devamukha. Einzelne Namen sind orthographisch beschädigt.
24.27 Sie werden mit Svastika und Speer in ihren lotosgleichen Händen verehrt. Außen folgen die Weltenhüter mit Vajra und den übrigen Waffen.
24.28 Wer täglich so verehrt und etwas mehr als tausend Rezitationen vollzieht, soll innerhalb eines Jahres reich an Geld und Getreide werden.
24.29 Ein halbes Jahr lang wird Ghee von einer braunen Kuh geopfert; innerhalb eines Jahres sollen daraus Wohlstand und in den drei Welten gepriesener Ruhm entstehen.
24.30 Gekochte Nahrung mit Ghee soll nach einem Jahr Wohlstand verleihen. Blüten des Brahma-Baumes oder Oleanderblüten, mit Joghurt, Honig und Ghee benetzt, werden einer entsprechenden Wirkung innerhalb eines Mandala-Zeitraums zugeordnet.
24.31 Täglich hundertacht Gaben von Shali-Reis sollen das Haus mit Reis, Kühen, Büffeln und Nahrung füllen; Sesamopfer sollen großen Wohlstand verleihen.
24.32 Als weitere Opferstoffe nennt der Text Zweige von Palasha, Bilva, Khadira, Shami, milchsaftführenden Bäumen, Vikankata und Aragvadha sowie Oleander …
24.33 … ferner Kumuda, Lotus, Kahlara, rote Wasserlilien, Jati-Blüten und Durva-Gras, jeweils für hundertacht tägliche Gaben.
24.34 Mit einem dieser Stoffe wird täglich oder jeweils am ersten Mondtag geopfert. Binnen sechs Monaten sollen dadurch alle Wünsche erfüllt werden.
24.35 Nun wird ein weiterer Feuermantra erläutert, der den drei oberen Kasten zur Verehrung zugeordnet ist. Er beginnt: „Erhebe dich, Purusha, goldbrauner …“
24.36 „… Rotäugiger! Gib mir, lass mir geben, Svaha!“ Diese vierundzwanzigsilbige Formel wird als Wohlstandsmantra bezeichnet.
24.37 Seher und weitere Zuordnungen wurden bereits genannt. Der Gliedernyasa erfolgt mit Wortgruppen von sechs, fünf, vier, drei, vier und zwei Silben. Danach wird das Feuer betrachtet.
24.38 Es ist zinnoberrot, geht aus einem goldenen Ashvattha-Baum hervor, und seine Körperhärchen leuchten als Flammen. Seine Schönheit bezaubert die Frauen.
24.39 Unschätzbare Juwelen schmücken es. Hunderttausend Rezitationen und ein Zehntel davon als Feueropfer mit Milchreis und Ghee werden genannt; dabei wird des Mantras des pferdegestaltigen Feuers gedacht.
24.40 Auf dem früher erläuterten Sitz wird der Träger der Opfergaben zusammen mit seinen Gliedern, Gestalten, Richtungshütern und deren Waffen verehrt.
24.41 Wer nach dem morgendlichen Bad tausendmal rezitiert, soll Krankheiten überwinden und hundert Jahre in Wohlstand leben. Dies ist ein traditionelles Wirkversprechen.
24.42 Nach dem Bad wird in brusttiefem Wasser stehend zur Sonne geblickt; ein Jahr lang werden täglich viertausend Wiederholungen genannt.
24.43 Dadurch sollen Leiden durch vorzeitigen Tod, Krankheit, Schadenszauber und Armut überwunden werden; der Mensch lebe kraftvoll hundert Jahre. Die Passage ist keine gesundheitliche Praxisempfehlung.
24.44 Ein Shali-Reis-Opfer unter Krittika beziehungsweise am ersten Mondtag wird Reichtum zugeordnet. Auch Joghurt- oder Zweigopfer an den ersten Mondtagen sollen Vermögen bringen.
24.45 Ghee soll das Erwünschte, Lotusblüten den Besitz eines Dorfes gewähren. Sesam, verbunden mit Jyotishmati, soll einem König den Sieg über das Reich seines Gegners verschaffen; die genaue Stoffverbindung ist nicht sicher.
24.46 Ashvattha-Zweige mit Ghee aus Schafmilch werden dem Wunsch nach einer Partnerin zugeordnet; entsprechend soll eine Frau den ersehnten Bräutigam erhalten.
24.47 Reines Ghee wird als Feueropfer gegen Fieber genannt. Sieben Tage lang je tausend Gaben von Bandhuka-Blüten mit Nahrung sollen bald großen Wohlstand verleihen.
24.48 Ein Monat mit Milchdiät, Selbstbeherrschung und jeweils tausend Gaben von Kuhmilch soll Herrschaft über Reichtümer bringen. Gheegetränktes Durva-Gras wird einem hundertjährigen Leben zugeordnet.
24.49 Täglich hundertacht Gaben von Opferspeise mit der Mriga-Mudra sollen die Wohlstandskraft erlangen lassen, die Geld und Getreide vermehrt.
24.50 Für tägliche zehntausend Ghee-Gaben, Monat um Monat, wird nach einem halben Jahr großer, beständiger Wohlstand versprochen.
24.51 Voll erblühte rote Wasserlilien, mit den drei süßen Stoffen verbunden, sollen binnen eines Jahres reiche Fülle verleihen.
24.52 Täglich tausend rote Lotusblüten mit den drei süßen Stoffen sollen binnen eines halben Jahres eine königliche Stellung bringen; nach einem Jahr einen Wohlstand, den selbst Indra begehrt.
24.53 Sieben Tage lang werden täglich dreitausend Opferstücke der Amrita-Pflanze, mit Milch benetzt, unter Selbstbeherrschung zur Mantravollendung genannt.
24.54 Dadurch sollen Schadenszauber, brennende Beschwerden, Fieber, Wahnsinn und Krankheiten überwunden werden; das Leben dauere hundert Jahre, sonnenhell an Kraft. Auch diese Aussagen sind historische Heilversprechen.
24.55 Als weitere Blüten nennt der Text Oleander, Hibiskus, Bilva, Palasha, einen als „Königsbaum“ bezeichneten Baum, Kutaja und Jati.
24.56 Mit den drei süßen Stoffen benetzt und jeweils am ersten Mondtag geopfert, sollen sie nach einem Jahr einen das Erhoffte übersteigenden Wohlstand gewähren.
24.57 Ein Prastha sauberen, sorgfältig gereinigten Reises wird mit Kuhmilch zur Opferspeise gekocht und in portionsweise Gaben geteilt.
24.58 Diese werden mit Ghee benetzt und bei dem mit Duftstoffen, Blumengirlanden und weiteren Gaben verehrten Feuer unter hundertacht Rezitationen …
24.59 … jeweils am ersten Mondtag geopfert. Dabei wird Agni in Pferdegestalt betrachtet. Nach einem Jahr soll daraus eine die drei Welten bezaubernde Fülle entstehen.
24.60 Das morgendliche Essen von mit diesem Mantra besprochenem Kalmus wird mit dauerhafter Gegenwart Sarasvatis im Mund, also Redegabe, verbunden. Die historische Einnahmevorschrift wird nicht als Selbstpraxis empfohlen.
24.61 Wasser, morgens hundertachtmal besprochen und getrunken, soll das Verdauungsfeuer so stärken, wie Ghee ein Opferfeuer anfacht.
24.62 Für eine Begießungsweihe wird das zuvor erläuterte neunfeldrige Mandala angelegt. Neun Krüge werden aufgestellt und mit Abkochungen aus milchsaftführenden Bäumen gefüllt.
24.63 Sie werden mit Gewändern geschmückt und mit den neun Edelsteinen versehen. Im mittleren Krug wird Agni verehrt, in den übrigen seine acht Gestalten in der Reihenfolge der Richtungen, mit Blumen, Räucherwerk und Lampen.
24.64 Nach Berührung des Kruges wird der Mantra hundertachtmal rezitiert. Anschließend wird die disziplinierte Person, die ihre Ehrengabe entrichtet hat, damit begossen.
24.65 Die ordnungsgemäße Weihe soll Fieber, Graha-Bedrängnis, schwere Krankheit und Armut überwinden und ein hundertjähriges Leben in Wohlstand gewähren. So wird Agnis Verehrung als Quelle von Lebensgenuss und Befreiung gerühmt.
24.66 Nun wird Yamas verfehlungstilgender Mantra erläutert: „Om Krom Hrim Am Vaim Vaivasvataya …“
24.67 „… Dharmarajaya Bhaktanugrahakrite Namah“ – „Verehrung dem Sohn Vivasvats, dem König des Dharma, der seinen Verehrern Gnade erweist“. Der vierundzwanzigsilbige Mantra soll alles Erwünschte gewähren.
24.68 Die sechs Glieder werden mit Gruppen von drei, zwei, fünf, fünf, sieben und zwei Silben eingesetzt. Man betrachtet Yama dunkel wie eine Wolke, mit freundlichem Gesicht und vielerlei Schmuck.
24.69 Er sitzt auf einem Büffel, trägt einen Stab und weiße Gewänder, wird von den Ahnen gepriesen und ist von Boten unterschiedlicher Gestalt umgeben.
24.70 Auf dem sechsblättrigen Lotus werden die Glieder, auf dem achtblättrigen die acht Planeten verehrt. Es folgen die Richtungshüter; an Yamas Stelle wird Chitragupta eingesetzt.
24.71 Außerhalb werden Vajra und die übrigen Waffen verehrt. Damit ist Yamas Puja beschrieben. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Sesam und Ghee werden genannt.
24.72 Der so vollendete Mantrakundige soll sowohl zügeln als auch begnadigen können. Schon das Gedenken an ihn beziehungsweise an Yama soll alle Gefahren abwehren; das Pronomen ist nicht eindeutig.
24.73 Nun wird Chitraguptas vorzüglicher Mantra erläutert. Nach Om und Namah folgen die Anrufungen Vichitra, Schreiber Yamas und Verwalter der Aufzeichnungen Yamas …
24.74 … sodann eine sechslautige Gruppe aus Ya, Ma, La, Ka, Ra und Pa, jeweils mit U und Nasalpunkt.
24.75 „Geburt, Wohlergehen und Ende berichte, berichte, Svaha!“ schließt die Formel. Sie wird als achtunddreißigsilbig bezeichnet. Für den Gliedernyasa werden Gruppen von sieben, sechs, vierzehn, acht, sechs und zwei Silben genannt; diese Summe stimmt mit der angegebenen Gesamtlänge nicht überein.
24.76 „Ich verehre Chitragupta, den Aufzeichner guter und schlechter Taten, mit einer Krone geschmückt, weiß gekleidet und auf einem kunstvoll gestalteten Sitz.“
24.77 Tausend Wiederholungen je Silbe sollen den Mantra vollenden. Er wird mit Sieg am Königshof, in Streitfällen und im Kampf verbunden.
24.78 Schreiber, die diesen Mantra verehren, sollen am Königshof geachteten Ruhm und eine beständige Familienlinie begründen und nach dem Tod in den Himmel gelangen.
24.79 Nun wird der vorzügliche Mantra Nirritis erläutert: „Om Ksham, Verehrung dem Nirriti, dem Herrn der Rakshasas …“
24.80 „… dem Rauchfarbenen, dem Schwertträger, dessen Reittier ein Totengeist ist.“ Die gesamte Formel endet mit Namah und wird als dreißigsilbig bezeichnet.
24.81 „Ich verehre den Gekrönten, Gelbäugigen, Rauchfarbenen, der auf einem Totengeist reitet, von zahlreichen Rakshasa-Scharen bedient wird und Schwert und Schild trägt.“
24.82 Die fünf Wortgruppen, jeweils eingeleitet mit Om Ksham und abgeschlossen mit Namah, dienen dem fünfgliedrigen Nyasa.
24.83 In der Mitte wird Nirriti zusammen mit der Shakti Asuri verehrt, an den fünf Ecken die fünf Glieder. Auf dem achtblättrigen Lotus folgen …
24.84 … Navastha, Pashini, Vani, Trasini, Guptacharini, Rakshasi, Bhitida und Kritya. Außen werden Gestirne beziehungsweise Schilde – die Lesung Kheta ist mehrdeutig – und Waffen genannt.
24.85 Dreißigtausend Rezitationen und danach ein Feueropfer mit Gunja-Samen und Ghee sollen den Mantra vollenden. Ihm wird Furchtlosigkeit im Wald zugeschrieben; Gunja ist ein giftiger Ritualstoff, keine Anwendungsempfehlung.
24.86 Rakshasas, Geister, Pishachas, Diebe, Tiger, Schlangen und selbst feindliche Waldmenschen – um wie viel mehr gewöhnliche Wildtiere …
24.87 … sollen von selbst vor dem Ritualisten fliehen, selbst im Kampf.
24.88 Für einen Fest- beziehungsweise Mondwendetag werden zehntausend oder tausend Rezitationen und Opfer genannt; anschließend Rohzucker und weitere Gaben. Der überlieferte Ablauf bis zum Gang in den Wald ist nicht eindeutig.
24.89 Eine mit diesem Mantra besprochene Grasschnur wird an der Dorfgrenze, im Wald oder am Weg befestigt. Dort soll keine Gefahr durch Tiger, Diebe, Schlangen und Ähnliches entstehen.
24.90 Die Verehrung Nirritis soll nach der hier vorausgesetzten Kastenordnung eine als niedrig bewertete Wiedergeburt verhindern, im nächsten Leben zur Geburt als Zweimalgeborener und schließlich durch das Erreichen Kashis zur Befreiung führen.
24.91 Nun wird der wunderbare Mantra Asuris erläutert. Kein anderer in der Überlieferung, so die Behauptung, wirke im Kali-Zeitalter so rasch.
24.92 „Scharfe, Scharfblättrige, Glückverheißende, Asuri, Rote, Rotgekleidete …“
24.93 „… Tochter Atharvans, du Nichtschreckliche mit nichtschrecklichen Handlungen, Göttin! Den Gang dieser bestimmten Person verbrenne …“
24.94 „… verbrenne! Bei der sitzenden Person verbrenne, verbrenne den After; bei der schlafenden verbrenne, verbrenne den Geist …“
24.95 „… bei der erwachten verbrenne, verbrenne das Herz! Schlage, schlage! Koche, koche! Brenne, brenne, koche so lange …“
24.96 „… bis sie unter meinen Einfluss kommt! Hum Phat Svaha.“ Mit vorangestelltem Om wird dieser Asuri-Mantra als hundertzehnsilbig bezeichnet. Die Passage dokumentiert ausdrücklich schädigende Unterwerfungsmagie.
24.97 Angiras ist der Seher, Viraj das Versmaß und Asuri die Göttin. Svaha ist die Shakti, Om das Bija. Die Mantragruppen dienen, jeweils mit Hum Phat Svaha abgeschlossen, der Einsetzung an den Gliedern.
24.98 „Ich gedenke Asuris, die in den rechten Händen Bogen und Dreizack, in den linken Pfeil und Stachelstock hält, mondhell ist, auf einem Lotus sitzt, vielfältigen Schmuck und eine Schlange als heilige Schnur trägt.“
24.99 Zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Senfkörnern und Ghee sollen den Mantra vollenden. Auch die Asuri-Pflanze mit ihren fünf Teilen wird besprochen.
24.100 Wer den Duft des damit beräucherten Ritualisten wahrnimmt, soll unter dessen Einfluss geraten. Tausend Opfer der Asuri-Pflanze mit Honig werden mit der Unterwerfung der Welt verbunden.
24.101 Ein aus Senf hergestelltes Personenbild wird in hundertacht Teile zerlegt und geopfert, bei einem männlichen Bild vom rechten Fuß zum Kopf, bei einem weiblichen vom linken Fuß ausgehend.
24.102 Sieben Tage lang wird dies mit Senfpflanzenholz im Scheiterhaufenfeuer ausgeführt. Die Zielperson jeden Geschlechts solle dadurch wie ein Diener unterworfen werden.
24.103 Senfkörner mit scharfem Öl und Neemblättern werden unter Einfügung des Feindesnamens geopfert; dadurch soll der Gegner Fieber bekommen.
24.104 Senf mit Salz soll ihn aufbrechen beziehungsweise mit Geschwüren bedecken; Senf mit dem reizenden Milchsaft der Arka-Pflanze soll sein Augenlicht zerstören. Dies sind historische Schädigungsbehauptungen mit gefährlichen Stoffen.
24.105 Sieben Tage Opfer im Palasha-Feuer werden der Unterwerfung eines Brahmanen zugeordnet; Senfkörner mit Rohzucker der eines Kshatriya.
24.106 Senf mit Joghurt wird der Unterwerfung eines Vaishya, Senf mit Salz der eines Shudra zugeordnet, jeweils mit täglich hundertacht Gaben.
24.107 Eine in Siebenergruppen bis zu siebenmal sieben ansteigende Opferfolge soll selbst Unmögliches bewältigen; die Zählanweisung ist knapp und mehrdeutig. Honigbenetzte Asuri-Zweige werden der Erlangung eines Schatzes zugeordnet.
24.108 Asuri wird in einem mit Wasser gefüllten und mit Senftrieben geschmückten Krug angerufen und mit den üblichen Darbringungen verehrt.
24.109 Das Wasser wird mit dem Wurzelmantra hundertachtmal besprochen. Eine Begießung damit soll körperliche und seelische Beschwerden beseitigen; dies ist ein religiöses Heilversprechen.
24.110 Für ein weiteres Beeinflussungsmittel nennt der Text gleiche Anteile von Manahshila, Sandelholz, Tagara, Nagakeshara, Asuri-Blüten und Priyangu.
24.111 Die Stoffe werden pulverisiert und zu kleinen, hundertfach besprochenen Kügelchen verarbeitet; eines davon am Kopf der Zielperson soll diese unterwerfen. Manahshila ist eine giftige Arsenverbindung; die Passage ist ausschließlich historische Dokumentation.
24.112 Ein siebentägiges, nach Süden gerichtetes Opfer von Senfkörnern im Neem-Feuer mit jeweils hundertacht Gaben wird der Tötung von Feinden zugeordnet.
24.113 „Im Kali-Zeitalter gibt es keine Asuri gleiche Erfüllerin von Wünschen. Alle anderen Mantras mögen stumpf werden, nicht aber Asuri, die höchste Herrin.“
24.114 Nun wird Varunas Mantra erläutert: „Om Vam, Verehrung dem Varuna, dem Herrn der Wasser …“
24.115 „… dem Weißen, der die Schlinge trägt und auf einem Makara reitet.“ Die Formel wird als neunundzwanzigsilbig bezeichnet. Die fünf Wortgruppen, mit Om und dem Bija eingeleitet sowie mit Namah abgeschlossen, dienen dem fünfgliedrigen Nyasa; der Text ist an der Bija-Angabe beschädigt.
24.116 „Varuna, weiß gekleidet, mit Schlinge, Stachelstock und den Gesten der Furchtlosigkeit und Gabengewährung in den Händen, auf einem reinen Lotus sitzend, geschmückt, rundbäuchig und freundlich im Gesicht, möge mir Schätze schenken!“
24.117 Trishtubh ist das Versmaß, Vasishtha der Seher und Varuna die Gottheit. Tausend Wiederholungen je Silbe werden genannt, dazu ein Feueropfer mit Lotussamen.
24.118 Zuerst werden die Glieder verehrt, dann die sechs Flussgöttinnen Manikarni, Ganga, Narmada, Sarasvati, Godavari und Kalindi. Danach folgen die Ozeane.
24.119 Auf dem achtblättrigen Lotus werden Ananta, Vasuki, Taksha, Karkota, Padmaka, Mahapadma, Shankhapala und Kulika verehrt.
24.120 Auf dem äußeren zwölfblättrigen Lotus folgen Vimala und die übrigen Shaktis; Richtungshüter und Waffen vervollständigen die Verehrung in sechs Umkreisen. Auch die bei anderen Göttermantras beschriebenen Anwendungen sollen hier gelingen.
24.121 Nun wird Manikarnis großer Mantra erläutert. Durch ihre Verehrung soll in Kashi selbst der Tod unter Kontrolle kommen.
24.122 „Om Aim Hrim Shrim Klim Om Mam Manikarnike Namah Om“ ist die als fünfzehnsilbig bezeichnete Formel, die Lebensgenuss und Befreiung gewähren soll.
24.123 Vedavyasa ist der Seher, Atishakvari das Versmaß und Manikarni die Gottheit. Der sechsgliedrige Nyasa verwendet Gruppen von einer, zwei, zwei, zwei, fünf und drei Silben. Die Göttin wird nach Westen blickend betrachtet.
24.124 Sie trägt rechts eine Lotusgebetskette, links eine Zitronatzitrone, am Hals eine schöne Kette aus weißen Lotusblüten und weiße Gewänder; sie ist dreiäugig. Mit gefalteten Händen wird diese höchste Göttin betrachtet.
24.125 Dreihunderttausend Rezitationen und ein Feueropfer mit Lotusblüten und den drei süßen Stoffen werden genannt. Das Yantra besteht aus einem achtblättrigen Lotus mit einem sechsblättrigen in seiner Mitte.
24.126 Auf den sechs inneren Blättern werden die Glieder verehrt; auf den äußeren Shiva, Hari, Brahma, Surya, der Herr der Berge, Mena und Bhagiratha …
24.127 … sowie Varuna. An den Blattspitzen folgen Fische, Schildkröten, Frösche, Makaras, Schwäne und Karandava-Vögel …
24.128 … ferner Chakravakas und Kraniche. Außen in der Einfassung werden Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Vajra und die anderen Waffen verehrt. Dieser Mantra gilt den Anhängern des rechten Weges.
24.129 Den Lebenden soll er Glück, Nachkommenschaft und Vermögen schenken; zur Todeszeit in Kashi Befreiung.
24.130 Nun wird ein weiterer Mantra genannt, durch dessen Gnade auch Anhänger des linken Weges ein gutes Ziel erreichen sollen: „Om Mam Manikarnike …“
24.131 „… Pranavatmike Namah“ – „Verehrung der Manikarnika, deren Wesen Om ist“. Er wird als vierzehnsilbig bezeichnet. Verehrung, Meditation und Puja richten sich nach der eigenen Überlieferung.
24.132 Keinem Lebewesen feindlich zu begegnen ist die höchste Voraussetzung dieser Sadhana. Vorbereitung, Vollendungsriten und Anwendungen entsprechen dem vorherigen Mantra.
24.133 Nun werden die fünf Mantras Gangas erläutert, die nach der jeweiligen Ordnung der fünf Überlieferungen verehrt werden und Vollendung verleihen sollen.
24.134 „Om Namo Bhagavati Aim Hili Hili Mili Mili Gange Mam Pavaya Pavaya Svaha“ – „Om, Verehrung, erhabene Göttin! Aim Hili Hili Mili Mili! Ganga, reinige mich, reinige mich, Svaha!“ Die Glosse wiederholt Svaha ein weiteres Mal.
24.135 Diese Formel wird als neunundzwanzigsilbig bezeichnet und dem rechten Verfahren zugeordnet. Die Angabe der Silbengruppen für den Gliedernyasa stimmt nicht vollständig mit der ausgeschriebenen Glosse überein; deren Formeln folgen den Wortgruppen von Om Namo bis Svaha.
24.136 Die Göttin trägt weiße Gewänder und besitzt drei Augen. Rechts zeigt sie Gabengewährung und trägt einen Lotus, links Furchtlosigkeit und einen Krug; sie sitzt auf einem Makara.
24.137 „Ich verehre sie, die den Halbmond in ihrer Krone trägt, das Wesen Brahmas, Vishnus und Rudras ist, von mannigfaltigem Schmuck erstrahlt und ein freundliches Gesicht hat.“
24.138 Die Puja entspricht der Manikarnis; hunderttausend Rezitationen und ein Feueropfer mit Sesam und Ghee werden genannt. Der Mantra soll Lebensgenuss und Befreiung gewähren.
24.139 Derselbe Mantra ohne die ersten sieben Silben wird der oberen Überlieferung zugeordnet. Die Glosse gibt dabei eine zusätzliche Anfangsfolge Aim Om an, sodass ihr Wortlaut nicht schlicht der angekündigten Kürzung entspricht. Der Gliedernyasa beginnt mit Gruppen von fünf und vier Silben …
24.140 … gefolgt von drei, drei, drei und zwei Silben. Meditation und weitere Verfahren bleiben wie zuvor. Die Formel soll alle Verfehlungen tilgen sowie Lebensgenuss und Befreiung schenken.
24.141 Nun folgt der Mantra der westlichen Überlieferung: „Om Namah Shivayai Narayanyai …“
24.142 „… Dashaharayai Gangayai Svaha“ – „Verehrung der heilvollen Narayani, Ganga, die zehn Arten von Verfehlungen fortnimmt“. Er wird als zwanzigsilbig bezeichnet. Vedavyasa ist der Seher, Kriti das Versmaß und Ganga die Göttin.
24.143 Die sechs Glieder werden mit Silbengruppen von drei, drei, vier, fünf, drei und zwei Silben eingesetzt. Die gesamte Verehrung entspricht dem früheren Verfahren; der Mantra soll alles Erwünschte schenken.
24.144 Nun folgt der Mantra der östlichen Überlieferung: „Om Hrim Shrim Namah Bhagavati Gange Dayite Namah …“
24.145 „… Hum Phat.“ Die achtzehnsilbige Formel soll den Verehrern ihre Wünsche erfüllen. Für den Gliedernyasa werden Gruppen von drei, zwei, vier, fünf, zwei und zwei Silben genannt.
24.146 Seher, Versmaß, Gottheit, Meditation und Puja bleiben wie zuvor. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe werden genannt, das Feueropfer entspricht dem früheren Verfahren. Die Formel soll Wohlstand verleihen.
24.147 Nun wird die auf dem linken Weg Vollendung gewährende Formel genannt: „Om Hili Hili Mili Mili Gange Devi Namah“.
24.148 Sie wird als fünfzehnsilbig bezeichnet; Versmaß, Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem Vorherigen. Der Gliedernyasa folgt Gruppen von drei, zwei, zwei, zwei, vier und zwei Silben.
24.149 Nun wird der verfehlungstilgende Mantra Revas, also Narmadas, erläutert: „Narmadayai Namah“, als sechssilbig bezeichnet.
24.150 „Ich verehre die jugendliche Göttin, die auf einer Schildkröte reitet, goldglänzend und geschmückt. Ihre Hände zeigen Gabengewährung und Furchtlosigkeit und tragen Krug und Lotus.“
24.151 Shiva ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Reva die Gottheit. Die einzelnen Mantrasilben werden den sechs Gliedern zugeordnet. Die Rezitationszahl richtet sich nach der Silbenzahl; ein Multiplikator wird hier nicht genannt.
24.152 Das Feueropfer mit Sesam und Ghee soll alle Verfehlungen beseitigen. Hier schenke die Verehrung Glück, jenseits werde der Verehrer in Shivas Welt geehrt.
24.153 Die bereits erläuterten Sarasvati-Mantras gelten auch der Flussgöttin. An den Ufern der Sarasvati rezitiert, sollen sie rasch Vollendung verleihen.
24.154 In allen Ganga-Mantras wird vor das Wort Ganga die Bezeichnung Gautami gesetzt; so ergeben sich nach dem Text die Mantras Godavaris.
24.155 „Om, Verehrung dir, Tochter der Sonne, die du mit Yamas Welt verbunden bist, himmlischer Fluss, in dem Shri Krishna spielt! Rette mich aus dem Meer des Werdens!“
24.156 Dies ist Yamunas Mantra in Versform. Der Sprecher Shiva gilt als Seher, Anushtubh als Versmaß. Die sechs Glieder werden mittels ganzer und geteilter Versviertel eingesetzt.
24.157 Die Verehrung entspricht Gangas; tausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Sesam und Ghee werden genannt. Der Verehrer soll dem Sohn der Sonne, Yama, nicht begegnen müssen.
24.158 „Nun werde ich dir, Tochter des Berges, den Mantra des Wasserherrn erläutern: O Meer aus dem jeweils genannten Stoff, das den jeweils genannten Kontinent umgibt …“
24.159 „… gib mir dieses bestimmte Gut und lass es mir zukommen, Svaha!“ Dies ist der Ozean-Mantra; Sindhudvipa gilt als sein Seher.
24.160 Gayatri ist das Versmaß, der jeweils gemeinte Ozean die Gottheit. Die Wortgruppen dienen dem sechsgliedrigen Nyasa; jeweils dessen besondere Gestalt wird betrachtet.
24.161 Tausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit den jeweils zugehörigen Stoffen werden genannt. Der Ritualist soll dadurch die im betreffenden Ozean enthaltenen Güter erlangen.
24.162 Nun wird Vayus wunderbarer Mantra erläutert: „Om Yam, Verehrung dem Vayu, dem Herrn des Lebensatems …“
24.163 „… dem Dunkelfarbigen, der den Stachelstock trägt und auf einer Antilope reitet.“ Diese Vayu-Formel wird als neunundzwanzigsilbig bezeichnet.
24.164 Ganaka ist der Seher, Nivrit das Versmaß und Vayu die Gottheit. Die fünf Wortgruppen, jeweils eingeleitet mit Om Yam, dienen dem fünfgliedrigen Nyasa.
24.165 Vayu wird dunkel, auf einer Antilope reitend, außerordentlich schnell, mit Schlinge und Stachelstock und umgeben von Totengeistern und Krityas betrachtet. Dazwischen nennt der Vers Sahyadri, Sheshadri, Mainaka und Mandara; die syntaktische Verbindung dieser Berge mit der Betrachtung fehlt.
24.166 Tausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Puffreis und Ghee sollen den Mantra vollenden. Der Ritualist gelte darauf als besonders kraftvoll auf Erden.
24.167 Nun wird Mahakrityas großer Mantra erläutert; schon seine Kenntnis soll in den drei Welten nichts unerreichbar lassen.
24.168 „Hrim Mahayogini Gauri Bhuvanabhayankari Hum“ – „Hrim, große Yogini, Gauri, du der Welt Furcht Einflößende, Hum“ – gilt als sechzehnsilbiger Mantra.
24.169 Angiras ist der Seher, Devi-Gayatri das Versmaß und die löwengesichtige, furchteinflößende Mahakritya die Gottheit.
24.170 Mit dem Bija in sechs Vokalformen und den jeweils wechselnden Mantrahälften wird der Gliedernyasa vollzogen: Die erste Hälfte mit Phat gilt dem Herzen, die zweite dem Kopf; entsprechend folgen Haarlocke, Schutzpanzer, Augen und Waffe. Die Glosse bildet diese Anweisung nicht vollständig ab.
24.171 Sie sitzt auf einem Löwenthron, hat ein schwarzes Gesicht, herabhängende Brüste, ein von Fangzähnen schreckliches Antlitz, drei Augen und flammt ringsum.
24.172 Sie trägt ein schwarzes Obergewand und leuchtet wie rauchloses Feuer. In ihren lotosgleichen Händen hält sie Dreizack, Diskus, Trinkschale und Khatvanga.
24.173 Ihre große Zunge bewegt sich leckend, ihr Blick ist blitzartig und furchterregend. Zur Unterwerfung wird sie rot und mit roten Blumen verehrt, zur Tötungsmagie schwarz mit schwarzen Blumen und Gewändern.
24.174 Das Yantra umfasst vier Blätter, acht Ecken und eine äußere Einfassung. Die Göttin steht in der Mitte; auf dem östlichen der vier äußeren Blätter wird Shankari, weiß und weiß gekleidet, verehrt …
24.175 … zweiarmig, mit mildem Gesicht, Schlinge und Stachelstock, heilvoll. Im Süden folgt Marika mit herabhängender Zunge und nach unten gewandtem Gesicht …
24.176 … schwarz, mit rotem Haar, roten Girlanden beziehungsweise rotem Schmuck und roter Salbung. Sie ist vierarmig, brüllt wie ein Löwe und trägt flammenden Dreizack und Schädelschale …
24.177 … ferner ein Schwert, eine Kopfkette und vielfältigen Schmuck. Im Westen folgt Varuni, goldfarben und lächelnd …
24.178 … mit goldener Kette, weißen Fangzähnen und stets Furchtlosigkeit gewährend. Im Norden folgt die furchterregende viergesichtige Bhitika.
24.179 Nach der Verehrung werden Mantrarezitation und Feueropfer mit Senfkörnern und Ghee vollzogen. Danach können nach dem Text die besonderen Anwendungen für das eigene Wunschziel beginnen.
24.180 Für Tötungsmagie wird ein nach unten gerichtetes Bild zu einem ermittelten Zeitpunkt genannt, dazu hunderttausend Wiederholungen je Silbe und täglich hundertacht Verehrungen; die Zuordnung der letzten Zahl wird erst im Folgesatz angeschlossen.
24.181 Vor der Göttin werden auf einem achtblättrigen Lotus Kritya, Manonmani, Sarvakritya, Bhishani, Shrimati und Pratishthita …
24.182 … sowie Vidya und Utpadini verehrt. In der äußeren Einfassung folgen die Richtungshüter. Unterhalb wird eine dreieckige, mit Rand versehene Feuerstätte angelegt.
24.183 Ein mondhelles Feuer wird eingerichtet, mit Schilf beziehungsweise Rohrstängeln umgeben und durch Bibhitaka-Holz eingefasst. Die zur Tötung bestimmte Person wird innerlich vergegenwärtigt.
24.184 Neemölgetränkte Krähen- und Eulenfedern dienen als Opferstoff. Die Anrufung lautet: „Zerreiße ihn, trockne ihn aus, töte ihn!“
24.185 Hundertacht Gaben werden mit dieser Formel dargebracht. Am Ende wird Kritya vor dem Feuer nach Vorschrift verehrt.
24.186 „Wer mich an der Kehle packt, ob fern oder nah: Verzehre sein Fleisch und trinke sein Blut!“ Mit diesen Worten erfolgt die Darbringung. Die Passage dokumentiert historische Tötungsmagie.
24.187 Das Feuer wird rituell bewahrt und die Handlung neun Nächte fortgesetzt. Noch während der Opfernde am Feuer stehe, soll der Gegner sterben, behauptet der Text.
24.188 Eine weitere schädigende Mischung besteht aus Pfeffer, weißem Senf und reizendem Arka-Milchsaft in Wasser. Der Gegner wird dabei mit festgehaltenem Blick vorgestellt …
24.189 … als vom schwarz gekleideten Ritualisten niedergetreten. Unter Vorstellung eines Vajra-Dreizacks wird die Flüssigkeit über ihn beziehungsweise sein vorgestelltes Bild gegossen. Nach neun Nächten soll der Gegner sterben.
24.190 Ein Opfer ölgetränkter Bibhitaka-Früchte mit einer „Harasiddha“ beginnenden Formel soll den Feind töten. Der Text bezeichnet dies als sichere Lehre Ushanas'.
24.191 Ein Gegnerbild auf einer Amalaki-Frucht wird mit dessen Geburtsstern verbunden und mit einer Pfeffer-Arka-Mischung bestrichen. Ein innerlich gesetztes Phat am Herzen und das Deponieren unter Shiva-Opferresten gehören zur beschriebenen Handlung.
24.192 Am vierzehnten Tag der dunklen Monatshälfte werden tausendfache Mantrarezitation und anschließendes Untertauchen beim Bad genannt; der genaue Anschluss des letzten Wortes bleibt unklar.
24.193 Nach vorschriftsmäßiger Rezitation wird eine Durchbohrung beziehungsweise Spaltung mit der Linga-Mudra beschrieben. Der Gegner soll binnen sechs Monaten sterben; außerdem werden die beiden Tagesübergänge genannt, ohne klaren Satzanschluss.
24.194 Ein vom Wind herabgewehtes Bibhitaka-Blatt wird für eine Beschriftung mit Schlangenblut, einem Kamelknochen und Scheiterhaufenkohle verwendet. Die Stoffzuordnung ist verkürzt; als Wirkung wird Vertreibung des Feindes behauptet.
24.195 Für Befriedung nennt der Text dagegen Durva, Guduchi, Kuhprodukte, Ghee, Sesam, Reis, Nahrung und Palasha-Zweige als Opfergaben.
24.196 Bilva-Früchte und -Blätter werden Lakshmi, Nandyavarta-Blüten Wohlstand zugeordnet. Rote Blumen, Apamarga sowie zwei nicht eindeutig überlieferte Stoffbezeichnungen werden mit den drei süßen Stoffen zur Unterwerfung verbunden.
24.197 Nach vorschriftsmäßiger Befriedung wird die tägliche hundertachtfache Rezitation einer als Parimala bezeichneten, hier nicht eigens ausgeschriebenen Formel genannt; sie soll schwere Krankheit stillen.
24.198 Mit einspitzigem Geist wird sie als Mittel zur Beeinflussung der Welt rezitiert. Kritya wird dabei auf einem Elefanten reitend betrachtet; ein zusätzliches Beiwort ist beschädigt.
24.199 Dadurch soll alles günstig gestimmt werden. Auf einem Pferd reitend betrachtet, soll sie Furcht vor Dieben, Tigern, Wildtieren und Wassergefahren vertreiben.
24.200 Siebenfach besprochenes Wasser und weitere Mantrarezitation werden mit Einsicht und Beredsamkeit verbunden; auch eine Begießung nach ebenso vielen Wiederholungen wird genannt.
24.201 Der Text behauptet sogar, siebenfache Besprechung verwandle Gift in Nektar; anschließend nennt er Zeiträume von einer Monatshälfte bis zu einem Jahr ohne eindeutige Zuordnung. Das ist eine magische Wirkbehauptung und kein Schutz vor Vergiftung.
24.202 Nun wird die Reihenfolge eines Rituals zur Befriedung von Kritya beschrieben. Ihre Verehrung erfolgt unter Hasta beziehungsweise „in der Hand“; beide Deutungen sind sprachlich möglich.
24.203 Ein sechzehnspeichiger Lotus mit Yoni und Mittelpunkt wird gezeichnet, darin ein achtblättriger Lotus. Die mit Ya beginnenden Laute werden der Reihe nach eingesetzt.
24.204 In dessen Mitte wird ein Sechseck gezeichnet und der Wurzelmantra vergegenwärtigt. Weiter folgen eine Mondscheibe, ein Lotus und darüber eine Darstellung der Göttin.
24.205 In die Mitte wird ein mit rotem Stoff geschmückter Krug gestellt; darin wird Kritya mit allen ihren Kennzeichen vergegenwärtigt.
24.206 Sie wird ordnungsgemäß verehrt und erhält Milchreis. Nachdem sie zufriedengestellt ist, werden Asitanga und die übrigen Bhairavas eingesetzt.
24.207 Diese werden mit Duftstoffen und Blumen verehrt; außen folgen die Gebietshüter und schließlich die Weltenhüter. Vor dieser Anordnung wird das Feueropfer vollzogen.
24.208 Rechts davon wird Lakshmi nach Vorschrift betrachtet. Die Göttin wird im Krug eingesetzt und Shri zu ihrer Rechten vergegenwärtigt; der Vers wiederholt die Zuordnung teilweise.
24.209 Links wird die höchste Herrin Hrillekha verehrt, zu deren Linken Ganesha. Zehntausend Wiederholungen des Wurzelmantras sollen Todesgefahr abwehren.
24.210 Damit ist Krityas Mantra erläutert, der alle Wünsche erfüllen soll und bei großer Befriedung Leid und Armut beseitige.
24.211 Nun werden die glückverheißenden Mantras des „Königs der Könige“, Kubera, erläutert: „Dem Yaksha, Kubera, Vaishravana …“
24.212 „… dem Herrn von Geld und Getreide: Gib mir Fülle an Geld und Getreide, lass sie mir zukommen, Svaha!“
24.213 Die Formel wird als fünfunddreißigsilbig bezeichnet. Vishravas ist der Seher, Brihati das Versmaß; der Gliedernyasa folgt Gruppen von drei, vier, fünf, acht, acht und sieben Silben.
24.214 Kubera wird ruhig, in der Farbe des Garuda-Edelsteins, mit Krone und weiterem Schmuck, rundbäuchig und von Yakshas bedient betrachtet. Er trägt eine Keule und zeigt Gabengewährung.
24.215 Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Sesam-Feueropfer werden genannt. Auf dem mit Dharma und den weiteren Kräften versehenen Sitz folgen Glieder, Weltenhüter und Waffen.
24.216 Zehntausend Rezitationen in einem Shiva-Tempel sollen Vermögen mehren; hunderttausend am Fuß eines Bilva-Baumes ebenfalls reichen Besitz verleihen.
24.217 Ein weiterer Mantra lautet: „Om Klim Hrim Shrim Shrim Hrim Klim Om Vim Vitteshvaraya Namah“ – „Verehrung dem Herrn des Vermögens“.
24.218 Er wird als sechzehnsilbig bezeichnet. Seher und weitere Zuordnungen bleiben wie zuvor; der Gliedernyasa verwendet Gruppen von drei, zwei, zwei, zwei, fünf und zwei Silben. Meditation und Puja entsprechen dem früheren Verfahren.
24.219 Ein weiterer achtsilbiger Kubera-Mantra lautet: „Om Vaishravanaya Svaha“. Der fünfgliedrige Nyasa erfolgt mit den fünf Silben des Namens, jeweils von Om eingeleitet und mit Svaha abgeschlossen.
24.220 Er trägt in den Händen einen goldenen, mit Reichtümern gefüllten Krug und ein Juwelenkästchen, ist rundbäuchig und hat kurze Hände und Füße.
24.221 Lächelnd sitzt er unter einem Banyanbaum auf einem Juwelenthron. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe werden genannt; Feueropfer und Puja bleiben wie zuvor. Seine Verehrung soll großen Reichtum und Einfluss auf Yakshinis und verwandte Wesen verleihen.
24.222 Nun wird Ishanas wunderbarer Mantra erläutert. Er beginnt mit Om Ham und „Ishanaya“ …
24.223 … gefolgt von „Vidyadhipataye“, „Sphatikavarnaya“, „Shulahastaya“ und „Vrishavahanaya“ – dem Herrn des Wissens, dem Kristallfarbenen, dem Dreizackträger und Stierreiter.
24.224 Mit abschließendem Namah wird die Formel als einunddreißigsilbig bezeichnet. Die fünf Wortgruppen, jeweils mit Om Ham beginnend und mit Namah endend, dienen dem fünfgliedrigen Nyasa.
24.225 Die Formeln der Shaktis heißen Vidyas, die männlicher Gottheiten Mantras. Der Text behauptet, Vidyas würden ohne Verbindung mit einem männlichen Prinzip keine Frucht bringen, und vergleicht dies mit seiner damaligen Vorstellung der Abhängigkeit einer Frau vom Mann.
24.226 Wo eine solche Verbindung nicht genannt ist, soll Ishana eingesetzt werden. Weibliche Mantras werden Lebensgenuss, männliche der höchsten Befreiung zugeordnet; die gemeinsame Verehrung soll beides schenken.
24.227 Lakshmi wird mit Vishnu, Gayatri mit der Sonne, Sarasvati mit Ganesha verbunden; Yakshinis und entsprechende Gestalten werden mit dem eigenen Selbst des Ritualisten verbunden.
24.228 Die Shaktis der südlichen Überlieferung werden mit Shiva-Mantras, die des linken Weges mit Bhairava-Mantras verbunden. In den übrigen Überlieferungen gilt der hier erläuterte Ishana-Mantra.
24.229 Nun wird Brahmas wunderbarer Mantra erläutert: Nach Om und dem Pasha-Bija folgen „Brahmane“ und „Lokadhipataye“ …
24.230 … „Raktavarnaya“, „Urdhvalokapalakaya“, „Padmahastaya“ und „Hamsavahanaya Namah“ – Verehrung dem roten Brahma, Herrn der Welten, Hüter der oberen Welt, Lotus tragend und auf dem Schwan reitend. Die Formel wird als fünfunddreißigsilbig bezeichnet.
24.231 Die sechs Wortgruppen, mit Om und dem Pasha-Bija eingeleitet und mit Namah abgeschlossen, dienen dem Gliedernyasa. Ein eigenes ausführliches Puja-Verfahren wird hier nicht gegeben; hauptsächlich wird Japa genannt.
24.232 Hunderttausend Wiederholungen je Silbe sollen zum Zügeln und Begnadigen befähigen. Brahma wird auf einem zehnblättrigen Lotus mit den Richtungsgottheiten von Osten bis Nordosten verehrt. „Dort gilt mein Fluch nicht“, sagt Shiva; dieser betreffe nur Brahmas alleinige Verehrung.
24.233 Nun wird Sheshas wunderbarer Mantra erläutert: „Om Hrim, dem Ananta, Herrn der Nagas, dem Hellen, Herrn der sieben mit Atala beginnenden Welten …“
24.234 „… dem Diskusträger, auf Garuda Reitenden, Verehrung!“ Dieser Ananta-Mantra wird als einundvierzigsilbig bezeichnet. Die mit Vishnu verbundenen Attribute stehen so in der Vorlage.
24.235 An jedem vierzehnten Mondtag werden vierzehnhundert Wiederholungen, ein Milch-Feueropfer und die Speisung von vierzehn Brahmanen genannt.
24.236 Wer den vierzehnten Mondtag so hingebungsvoll begeht, soll Geld und Getreide erlangen; ein entthronter Herrscher sein Reich, ein nach Wissen Strebender Gelehrsamkeit.
24.237 Besonders wird die Verehrung am vierzehnten Tag der hellen Hälfte des Monats Bhadrapada empfohlen. Bei Ishvaras Puja werden auch Himmel und Erde verehrt. „Damit sind die Mantras der Richtungshüter erläutert. Was möchtest du noch hören?“
Kolophon: So endet im Meru-Tantra, das Shiva gelehrt und dem Mahamaya und Mahakala zugestimmt haben, der vierundzwanzigste Prakāśa über die Mantras der zehn Richtungshüter.
Fünfundzwanzigster Prakāśa: Lampengaben und ihre rituellen Deutungen
25.1 Die Göttin sprach: „Gott der Götter, Mahadeva, alle Leuchtkraft stammt von der Sonne. Erkläre mir bitte auch den Mantra der Lampe und seine Wirkung.“
25.2 Ishvara sprach: „Höre, Göttin, ich werde das wunderbare Lampenritual erläutern. Zuerst dient die Ganesha-Lampe der Entscheidung, ob ein Vorhaben ausgeführt werden soll oder nicht.“
25.3 „Dieses Verfahren werde ich beschreiben. Acht Arten von Handlungen werden genannt: Befriedung, Förderung des Gedeihens, Unterwerfung, Tötungsmagie, Lähmung, Verblendung, Vertreibung und Entzweiung. Ihnen werden die Lampen der Reihe nach zugeordnet.“
25.4 Als Gefäße nennt der Text solche aus Weizen-, Gersten- und Urdbohnenteig, aus Ton, Gold, Kupfer und Eisen; für acht Handlungen sind damit nur sieben eindeutig erkennbar. Die Dochte bestehen entsprechend aus weißen, gelben, schwarzen, blauen, orangefarbenen, roten, grünen und bräunlichen Fäden.
25.5 Die Lampen werden in der Reihenfolge der acht Richtungen von Osten an ausgerichtet. Der Ausführende blickt für die acht Handlungen nacheinander nach Norden, Osten, Süden, Westen, Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten.
25.6 Als Brennstoffe folgen Kuhghee, Sesamöl, Rajika-Senföl, anderes Senföl, Büffelghee, Leinöl, tierisches Fettöl und Safloröl.
25.7 Auf einer mit Kuhdung bestrichenen Fläche wird ein zwölfblättriger Lotus gezeichnet. Von der Richtung der Lampe ausgehend wird darin Ganesha verehrt.
25.8 Seine Namen lauten Sumukha, Ekadanta, Kapila, Gajakarnaka, Lambodara, Vikata, Vighnanasha und Vinayaka …
25.9 … Dhumraketu, Ganadhyaksha, Bhalachandra und Gajanana. Wer diese zwölf Namen rezitiert oder hört …
25.10 … beim Beginn des Lernens, bei einer Hochzeit, beim Eintritt oder Fortgehen, im Kampf oder in Bedrängnis, dem sollen keine Hindernisse entstehen. Nach der Verehrung dieser Gestalten wird die Lampe entzündet.
25.11 Bewegt sich die Flamme nach oben und unten, soll das Vorhaben gelingen; seitliche Bewegung wird ebenfalls mit Gelingen verbunden. Ein gleichmäßiges Licht deutet nach dem Text auf raschen Erfolg.
25.12 Schwacher Glanz gilt als Zeichen einer Verzögerung. Nun folgt eine Schauhandlung: Ein Mädchen oder Junge mit der astrologischen Zuordnung zum Deva-Gana wird herbeigeführt …
25.13 … oder eine rein gekleidete Frau. Die betreffende Person wird geehrt; darunter wird ein reines, breites Bronzegefäß aufgestellt.
25.14 Es wird mit Wasser gefüllt, in dessen Mitte die Person mit festem Blick schaut. Unter Vergegenwärtigung des Anliegens werden ungebrochene Reiskörner hineingestreut; dabei sollen dem Vorhaben entsprechende figürliche Erscheinungen sichtbar werden. Dies ist eine historische Form von Wahrsagerei.
25.15 Nun wird die vorzügliche Bagala-Lampe erläutert, durch die nach dem Text die Hindernisse des Mantrakundigen schwinden sollen.
25.16 Reine Samen werden mit einem Stößel zusammen verarbeitet, um eine glatte, schöne Lampe herzustellen; die genauere Samen- oder Gerätebezeichnung ist beschädigt.
25.17 Der feste, gut gefärbte Docht besteht aus sechsunddreißig Fäden. Als Brennstoff dienen Kuhghee oder Safloröl.
25.18 Nachdem diese Dinge beschafft sind, wird die Lampe entzündet. Der Ausführende trägt ein mit Kurkuma gefärbtes Gewand und ist rein und geduldig.
25.19 Er sitzt auf einem gelben Sitz, trägt gelbe Blumenkette und Salbung und blickt nach Norden. Auf dem mit Kurkuma bestrichenen Boden …
25.20 … wird ein Dreieck angelegt; darin wird die mit Ghee und Docht versehene Lampe sorgfältig aufgestellt und entzündet.
25.21 Der Wurzelmantra wird gesprochen und die Lampe angeredet; die entsprechende Anrede ist in der Vorlage verkürzt. Nach Absichtserklärung und Nyasa folgen hundertacht Wiederholungen.
25.22 Ein Monat dieses nächtlichen Rituals soll selbst unerreichbare Wünsche erfüllen, Feinde unterwerfen, erschüttern, lähmen, entzweien oder vertreiben.
25.23 Nun wird das unter allen Mantras geheim gehaltene Lampenritual Batukanathas erläutert, das alle Wünsche erfüllen soll. Seine Formel beginnt mit Om, Maya, Rama, Kama, Maya, Lakshmi und dem Sprach-Bija.
25.24 Es folgen die Anrufungen: „Dem Allwissenden, dem von gewaltiger Tatkraft! Batuka, nimm diese Lampe an!“
25.25 „Vollbringe alle Vorhaben! Die Übeltäter vernichte, vernichte! Schrecke sie, schrecke sie!“
25.26 „Beschütze mich von allen Seiten, beschütze mich! Hum Phat Svaha Phat.“ Der Lampenmantra wird als sechzigsilbig bezeichnet.
25.27 Ein Verehrer des Bhairava-Mantras fertigt den Docht aus so vielen Fäden, wie der Mantra Silben hat.
25.28 Zuerst wird mit einer kleinen Lampe geprüft, ob das Vorhaben durchführbar sei. Erst danach folgt für ein mögliches Vorhaben die dafür vorgesehene größere Lampe.
25.29 Bei einem durchführbaren Vorhaben wird eine Verdoppelung, bei einem schwierigen eine Verdreifachung genannt. Für ein als unmöglich ermitteltes Vorhaben soll keine solche Lampe aufgestellt werden; sie bringe sonst Schrecken.
25.30 Gefäß und übrige Bestandteile entsprechen bei der kleinen Prüfungslampe der jeweiligen Handlung. Das Gefäß wird mit zwei Pala bemessen.
25.31 Der Docht hat acht Fäden, die Brennstoffmenge beträgt ein Pala. Vorhaben werden in zwei Arten unterschieden: heilsame und unheilsame.
25.32 Heilsam heißt, was keinem anderen Leid verursacht; hierzu zählen Befriedung und Förderung des Gedeihens. Für solche Handlungen wird Bhairava weiß und vierarmig betrachtet.
25.33 Er ist weiß, trägt links ein silbernes Horn, Krone und weißen Lendenschurz. Die Angabe zum Gegenstand in der rechten Hand fehlt beziehungsweise ist beschädigt.
25.34 Er hat drei Augen, ein weißes Stirnzeichen und Perlenschmuck. Unheilsam heißen dagegen Handlungen wie Tötungsmagie, die Feinden Leid verursachen.
25.35 Für diese wird Bhairava blau, mit gelöstem Haar, Kopfkette, einer Kette kleiner Glocken, drei Augen und furchterregend betrachtet.
25.36 Links trägt er Schlangenschlinge und Glocke, rechts zeigt er Gabengewährung und hält eine Schädelschale. So wird seine grausame Gestalt vergegenwärtigt.
25.37 Für alle heilsamen Handlungen dient blumenduftendes Öl. Das Lampengefäß besteht aus Weizen- oder Reisteig und fasst einen Kudava. Eine zusätzliche Reinigungsangabe ist als „weißer Berg“ entstellt und nicht sicher verständlich.
25.38 Das mit Wasser gereinigte Getreide wird am Montag getrocknet; am Dienstag wird es durch die Hand eines Mädchens verarbeitet. Der Ritualist rezitiert bei der Herstellung des Lampengefäßes Bhairavas Schutztext.
25.39 Bei Wunschritualen richtet sich die Fadenzahl nach den Silben des eigenen erwählten Mantras samt dem Namen der Zielperson. Die nähere Fadenbezeichnung ist unklar. Je nach Bedeutung des Vorhabens werden drei, fünf oder sieben Dochte verwendet.
25.40 Für heilsame Handlungen wird die Lampe im Tempel aufgestellt. Bei Befriedung blickt der Ausführende nach Norden, bei Förderung des Gedeihens nach Osten.
25.41 Nun wird die Lampenanordnung beschrieben: drei günstige Kreise über beziehungsweise bei einem großen Dreieck; an dessen Ecken wird weitergezeichnet …
25.42 … ein Sechseck mit sechzehn Blättern und außen ein achtblättriger Lotus. So wird das Lampenyantra bezeichnet; die räumliche Verknüpfung der Figuren bleibt knapp.
25.43 Für die Prüfung und die tägliche Lampe folgt die Beschreibung wunscherfüllender Anwendungen. Blüten beziehungsweise blumenduftendes Öl werden als allgemein wunscherfüllend gerühmt.
25.44 Urdbohnen, Weizen, eine als Mudra überlieferte Zutat, Sesam und Reis gelten als günstig; daraus hergestellte Lampengefäße sollen alle Wünsche erfüllen.
25.45 Ein Docht aus einundzwanzig weißen Fäden wird als allgemein wunscherfüllend bezeichnet, ebenso die Aufstellung nahe Bhairava oder einem Shalagrama …
25.46 … bei einem Kristall-Linga oder am Fuß eines Ashvattha-Baumes.
25.47 Für große Vorhaben werden achthundertacht Pala genannt, für mittlere eine um ein Achtel verringerte Menge und für leichtere achtundzwanzig; die letzte Zahl ist in der Vorlage ungewöhnlich geschrieben.
25.48 Für ein großes Vorhaben besteht der Docht aus tausend Fäden, für ein mittleres aus dreihundert, für ein kleines aus hundert.
25.49 Wer Wohlstand erstrebt, verwendet Sesamöl und ein Gefäß aus einer Moschusmischung oder aus Gewürznelken, Kampfer, Zimt und Kardamom. Eine Lampe am Königstor soll innerhalb eines Jahres große Fülle bringen.
25.50 Wer arm ist, kann ein Kupfergefäß mit diesen Duftstoffen bestreichen. Für die Rückkehr eines Reisenden wird eine Sesamöllampe genannt …
25.51 … in einem Gefäß aus gleichen Teilen Weizen- und Reismehl, am Königstor, mit einem weißen Docht aus einundzwanzig Fäden. Sie soll Hindernisse des Weges überwinden helfen.
25.52 Für Unterwerfung werden Leinöl, ein Reisteiggefäß, Aufstellung am Königstor und ein saflorrot gefärbter Docht genannt.
25.53 Für den Untergang eines Königs nennt der Text Senföl, ein als Mudraja bezeichnetes Gefäß und die Aufstellung bei Hanuman mit saflorrotem Docht.
25.54 Für Tötungsmagie werden Rajika-Senföl oder Bibhitaka-Öl sowie die Aufstellung am Königstor oder am „Haus der Ahnen“, wohl der Verbrennungsstätte, genannt.
25.55 Eine nach Süden gerichtete Lampe im Eisengefäß mit schwarzem Docht wird dem Tod eines Feindes zugeordnet.
25.56 Für Vertreibung werden Karanja-Öl, ein Gefäß aus schwarzem Sesam, ein schwarzer Docht und die Aufstellung am Königstor genannt.
25.57 Für Entzweiung nennt der Text Madhuka-Öl, ein Gefäß aus Pferdebohnen, einen buntgescheckten Docht und die Aufstellung an einer Kreuzung.
25.58 Für Verblendung werden ein Gefäß aus Straucherbsen, ein mit Krapp gefärbter Docht, Sesamöl und das Königstor genannt.
25.59 Für Sieg im Kampf nennt der Text ein Gefäß aus Urdbohnenteig, einen roten Docht und die Aufstellung bei Durga.
25.60 Für einen Friedensschluss dienen ein Gefäß aus drei Mehlsorten oder aus Flussuferton, die Aufstellung am Zusammenfluss und ein dreifach zusammengesetzter Docht.
25.61 Genannt werden einundzwanzig Fäden; ein zusätzliches Wort ist beschädigt. Für eine Lampengabe an einer Kreuzung wird ein Tongefäß verwendet.
25.62 Bei Kindern zugeschriebenen Graha-Bedrängnissen, Geistwesen und ungünstigen Gestirnen wird die Lampe bei einer Gottheit an einem Berg- beziehungsweise Felsufer aufgestellt.
25.63 Für die sechs besonderen Ritualhandlungen einschließlich Tötungsmagie nennt der Text eine Kreuzung, Büffelghee und ein Menschenschädelgefäß. Diese Anwendungen sind historische Ritualbeschreibungen.
25.64 Wer Wissen erstrebt, soll am vierten Mondtag bei Ganesha eine Lampe mit weißem Docht und Kuhghee in einem Elfenbein- beziehungsweise Zahngefäß darbringen.
25.65 Für Befreiung aus Gefangenschaft wird eine Lampe im Kupfergefäß mit rauchfarbenem Docht am Königstor oder beim Gefängnis genannt.
25.66 Nun werden günstige und ungünstige Zeichen an der kleinen Prüfungslampe und der Wunschlampe beschrieben, anhand deren das Gelingen eines Vorhabens beurteilt wird.
25.67 Das Erblicken von Brahmanen und den übrigen Kasten beim Beginn wird der Reihe nach als Zeichen vollen, dreiviertel-, halben oder viertelweisen Erfolgs gedeutet. Der abschließende Bezug auf den Docht ist unklar; die Deutung folgt der historischen Kastenhierarchie.
25.68 Die Begegnung mit als fremd bezeichneten Menschen und das Erblicken von Katzen oder ähnlichen Tieren werden gesondert erwähnt, aber unvollständig zugeordnet. Das Erblicken eines Nilakantha-Vogels gilt als Zeichen von Wohlstand, Ruhm und Sieg.
25.69 Eine gleichmäßige, glatte, sich nach rechts wendende Flamme soll Erfolg innerhalb von acht Tagen anzeigen.
25.70 Eine Flamme mit dem als Kharakantha bezeichneten Farbton soll Tod samt Angehörigen anzeigen; eine schwarze Flamme wird mit dem Scheitern des gegnerischen Vorhabens verbunden. Die erste Farbbezeichnung ist unsicher.
25.71 Geräusche bei gut gefüllter Lampe gelten als Zeichen verzögerten Erfolgs; knisternde Unruhe als Zeichen des Scheiterns.
25.72 Eine beschädigte Folge von Lampenzeichen wird Diebstahl, Verlust von Rindern und schwachem Sehvermögen zugeordnet. Die einzelnen Zeichen, darunter offenbar Auslaufen des Gefäßes, lassen sich nicht durchgehend sicher bestimmen.
25.73 Nach Vollzug des Nyasa und der übrigen Vorbereitungen wird die Lampe mit Blick nach Osten dargebracht. Damit ist Batukas Lampenverfahren beschrieben.
25.74 Nun wird die Lampengabe zur Zufriedenstellung der Shaktis erläutert. Für eine Shakti wird die Lampe in einem dreieckigen Gefäß dargebracht.
25.75 Für die Shaktis der südlichen Überlieferung besteht das Gefäß aus einem der drei Metalle; für die obere Überlieferung aus Teig, Glas oder Stein.
25.76 Für die Göttinnen der westlichen und östlichen Überlieferung werden Tongefäße, für die des linken Weges Menschenschädelgefäße genannt. Die Brennstoffliste beginnt mit Kuhghee …
25.77 … und nennt weiter Öl, Senföl und tierisches Fett, ohne die fünf Zuordnungen vollständig eindeutig auszuschreiben. Die Dochte sind der Reihe nach weiß, rot, grün, gelb und schwarz.
25.78 Um die Gottheit zu erreichen, werden die Lampen zur jeweiligen Überlieferungsrichtung ausgerichtet. Als Orte nennt der Text Tempel, Flussufer, Königshaus, Kreuzung …
25.79 … und Verbrennungsstätte. Diese Lampen sollen die jeweils zugehörige Gottheit erfreuen. Für die Prüfung eines Vorhabens gilt das bei Ganesha beschriebene Verfahren.
25.80 Nun wird die heilbringende Shiva-Lampe erläutert, die alle Verfehlungen stillen und sämtliche Bedrängnisse beseitigen soll.
25.81 An einem einsamen Ort wird ein dreifädiger Docht vorbereitet; das Gefäß besteht aus Bilva-Blättern. Die Lampe wird in einem Shiva-Tempel dargebracht.
25.82 Wenn sie zwölf Jahre Tag und Nacht brennt, soll in der Familienlinie des Stifters weder Armut noch vorzeitiger Tod auftreten.
25.83 Am östlichen Tor wird sie für Wohlstand, am südlichen für Himmel und Befreiung, am westlichen für Regen und am nördlichen für die übrigen Anliegen aufgestellt.
25.84 Eine Kuhghee-Lampe gilt als Shiva besonders lieb. Sesamöl wird dagegen mit magischen Eingriffen verbunden; die jeweiligen Unterschiede sollen bedacht werden.
25.85 Nun wird die als krankheitsbeseitigend gerühmte Sonnenlampe erläutert. Ihr Gefäß besteht aus Gold, ersatzweise aus Kupfer.
25.86 An einem Sonntag wird ein saflorgefärbter Docht aus zwölf Fäden und von zwölf Fingerbreiten Länge verwendet; als Brennstoffmenge wird ein Kudava Ghee genannt.
25.87 Nach dem Entzünden wird die Lampe nicht mehr berührt. Wenn sie das gesamte Ghee verbraucht hat und dann erlischt, gilt dies im Text als Zeichen des Verschwindens der Krankheit. Es ist keine verlässliche gesundheitliche Diagnose.
25.88 Je nach angenommener Stärke der Krankheit wird die Brennstoffmenge nach den örtlichen Maßverhältnissen von einem Pala bis zu einer Khari bemessen.
25.89 Nun wird Vishnus wunderbare Lampe beschrieben. Kuhghee wird allen erwünschten Zielen, Büffelghee der Tötungsmagie zugeordnet.
25.90 Für Entzweiung und verwandte Handlungen wird Ziegenghee genannt. Die drei Gefäße bestehen entsprechend aus Kupfer, Eisen und Glas.
25.91 Zur Freude Vishnus wird ein Gefäß aus Amalaki-Pulver verwendet. Achyutas Lampe soll böse Träume, Unheilserscheinungen und Geistwesen vertreiben.
25.92 Nun folgt eine in allen Tantras geheim gehaltene Lehre, die sorgfältig zu bewahren und nicht beliebig weiterzugeben sei.
25.93 Die Anweisung verbindet die Gottheiten von Shakti an mit Tageszahlen und den Silben des Mantras; ihr erster Halbvers ist stark beschädigt. Erkennbar ist die Forderung, die Lampengaben der Reihenfolge nach an den den Mantrasilben zugeordneten Tagen vorzunehmen.
25.94 Abends wird eine Lampe mit einem Kudava Ghee und fünf Fäden beziehungsweise Dochten dargebracht; solange sie brennt, wird der zugehörige Mantra rezitiert. Die Faden- und Dochtzuordnung ist verkürzt.
25.95 Nachdem so viele Lampen gebrannt haben, wie der Mantra Silben hat, wird am betreffenden Tag erneut eine Lampe entzündet. Die Gottheit soll dann deutlich bei der Lampe erscheinen; das Subjekt ist im Vers nur angedeutet.
25.96 Vor ihr spricht man das eigene Herzensanliegen aus. Von da an, so das Versprechen, ist die Gottheit zufriedengestellt. Damit sei diese geheime Lehre offenbart.
25.97 Keine andere Gottheit liebe Lampengaben so sehr wie Kartavirya; sein Lampenverfahren werde in den Tantras vielfältig erläutert.
25.98 „Damit habe ich dir das mit Lampengaben verbundene Verfahren des Sonnengottes beschrieben. Frage mich nun nach allem Weiteren, das du wissen möchtest.“
Kolophon: So endet im Meru-Tantra, das Shiva gelehrt und dem Mahamaya und Mahakala zugestimmt haben, der fünfundzwanzigste Prakāśa über das Lampenritual.
Sechsundzwanzigster Prakāśa: Vishnus Avatare und ihre Mantras
26.1 Die Göttin sprach: „Erhabener Herr, ich möchte hören, in welchem Kalpa die zehn Avatare Shri Vishnus erscheinen. Erläutere sie mir alle!“
26.2 Shankara sprach: „Im ersten Kalpa trat die Fischgestalt hervor.“ Die einleitende Formulierung ist undeutlich. „Ich werde ihren Mantra erläutern, der Lebensgenuss und Befreiung gewährt.“
26.3 „Om Namo Bhagavate Mam Matsyaya Shrim“ ist der zwölfsilbige Mantra Matsyas. Brahma wird als sein Seher genannt.
26.4 Gayatri ist das Versmaß; die Gottheit ist der erhabene Herr Lakshmis in Fischgestalt. Shrim ist das Bija, Mam der befestigende Schluss beziehungsweise Kilaka.
26.5 Er ist weder übermäßig schrecklich noch von gewöhnlicher Erscheinung; die zweite Beschreibung ist unsicher. Bis zum Hals hat er Menschengestalt, ist wolkendunkel, vierarmig und trägt Muschel, Diskus und Keule.
26.6 Sein Kopf gleicht einem gehörnten Fisch; Lakshmi erstrahlt auf seiner Brust. Lotuszeichen bedecken seine Glieder; er ist schön und hat liebliche Augen.
26.7 Zwölftausend Rezitationen werden genannt, dazu täglich ein Zehntel als Feueropfer mit Sesam und den drei süßen Stoffen, in den Monaten Vaishakha und Karttika …
26.8 … ferner Magha und Margashirsha, bei Opferspeise und Sinnesbeherrschung. Eine weitere Folge beginnt am achten Tag der dunklen Hälfte Bhadrapadas und dauert sechzehn Tage.
26.9 Dabei wird täglich der Lakshmi-Mantra oder dieser Matsya-Mantra sechzehnhundertmal rezitiert; entsprechend erfolgt das Feueropfer. Für die übrigen Tage folgt eine andere Angabe.
26.10 Zwölfhundert Wasserspenden mit Sesam, Reis und Sandelholz werden genannt. Zu Beginn und am Ende erhält auch Shri jeweils achthundert Spenden …
26.11 … mit roten Wasserlilien, Lotusblüten oder duftenden Blumen wie Malati. Nach einem Jahr solchen Vollzugs soll der Mantra vollendet sein.
26.12 Täglich werden zwölf Brahmanen und eine Frau mit lebendem Ehemann als Verkörperung Shris gespeist. Die Verehrung erfolgt stets an einem Gewässer.
26.13 In der Mitte eines sechsblättrigen Lotus wird der Gott mit Shri verehrt; auf den sechs Blättern seine sechs Glieder. Auf einem äußeren vierblättrigen Lotus folgen …
26.14 … im Osten beginnend Frosch, Makara, Schildkröte und Shishumara. Auf dem äußeren siebenblättrigen Lotus werden die sieben Ozeane, beginnend mit dem Milchozean, verehrt.
26.15 Außen auf acht Blättern folgen Vasuki und die übrigen Schlangenherrscher; auf vierzehn weiteren Blättern die vierzehn Kostbarkeiten …
26.16 … die aus dem Ozean hervorgegangen sind, darunter Lakshmi und Kaustubha. Danach werden sechzehn große Flüsse, beginnend mit Ganga, verehrt.
26.17 Auf einem achtblättrigen Lotus folgen die Veden mit den Upavedas; Richtungshüter und ihre Waffen vervollständigen die Verehrung in neun Umkreisen.
26.18 Wer so den Mantra vollendet hat, soll empfänglich für Siddhis werden. Der sorgfältig geweihte Mantra wird hundertachtmal rezitiert …
26.19 … am Tag seiner Gottheit. Der Text behauptet, dass er dann sogar durch Entnahme aus einem Buch wirksam werde, durch Anwendungen nicht abstumpfe und keiner erneuten Weihe bedürfe.
26.20 „Parvati, meine Mantras gelangen zur Vollendung, wenn sie mit diesem Mantra ergänzt werden. Alle vedischen Mantras, die von ihm eingerahmt sind, verleihen im Kali-Zeitalter Vollendung.“
26.21 Mit ihm verflochtene Kaula-Mantras sollen rasch wirken; auch Ganesha-, Vishnu- und Sonnenmantras sollen durch seine Einfügung vollendet werden.
26.22 Weil durch seine Macht alle Mantras von selbst wirksam würden, sei er in keinem anderen Tantra gelehrt, sondern im Meru-Tantra offenbart worden.
26.23 Nun wird der wunderbare Kurma-Mantra erläutert. Der Schildkrötenavatar erschien beim Quirlen des großen Ozeans.
26.24 „Om Namo Bhagavate Kum Kurmaya Dharadharadhurandharaya Namah“ – „Verehrung dem erhabenen Kurma, der die Last des Berges trägt“. Die Länge wird mit dem Zahlwort Siddha bezeichnet; eine eindeutige Zahlenauflösung wird hier nicht vorgegeben.
26.25 Prakriti ist das Versmaß, Kashyapa der Seher. Die Gottheit ist Bhagavan Vishnu in Schildkrötengestalt.
26.26 Der mit „Dharadhara“ beginnende Teil gilt als Shakti, Kum als Bija; die Zielsetzung ist die Erfüllung des eigenen Anliegens. Die Gottheit trägt Muschel, Diskus und Keule …
26.27 … gelbe Gewänder, einen Schildkrötenrücken, einen leuchtenden Schwanz und einen langen Hals. Sie hat rote Augen und verschlingt ein großes Wassertier.
26.28 Die Mantrasilben dienen dem sechsgliedrigen Nyasa. Vierhunderttausend Rezitationen, ein Ghee-Feueropfer und Wasserspenden mit Sandelholz und blauen Wasserlilien werden genannt.
26.29 In der Lotusmitte wird Kurma verehrt, in den acht Richtungen die Richtungselefanten. Außerhalb folgen in den vier Hauptrichtungen Madana, Babhruka – laut Glosse Brahma –, Hari …
26.30 … und Maheshvara. Auf dem äußeren achtblättrigen Lotus werden Erde, Shesha, Milchozean, Frosch und göttlicher Wunschbaum …
26.31 … sowie Chintamani, Kamadhenu und Sumeru verehrt. In der Einfassung stehen die Richtungshüter und außerhalb deren Waffen.
26.32 Der so vollendete Mantrakundige gilt als zu besonderen Anwendungen befähigt. Für eine Handlung auf der Verbrennungsstätte wird die Stelle des Kurma-Diagramms nach der Anfangsbuchstabengruppe des Feindesnamens bestimmt.
26.33 Am achten oder vierzehnten Mondtag, an einem Dienstag und unter einer grausamen beziehungsweise heftigen Sternkonstellation wird ein Feindbild aus Senf und Staub der Zielperson angefertigt.
26.34 Seine hundertacht Körperteile werden mit dem entsprechenden Öl benetzt und geopfert, zuerst links, dann rechts; bei einem Frauenbild in umgekehrter Reihenfolge.
26.35 Die Zerlegung beginnt mit den zehn Zehen, den Vorder- und Mittelpartien beider Füße, Fersen, Knöcheln, Unterschenkeln, Oberschenkeln und Hüftansätzen.
26.36 Es folgen Geschlechtsorgan, After, beide Gesäßhälften, Unterbauch, Nabel, Bauch, Hüft- und Kreuzregion, Herz und beide Seiten.
26.37 Dann werden die zehn Finger, die Stellen der Handlinien für Glück, Abstammung, Vermögen und Lebensdauer sowie Handgelenke und Unterarme genannt; die Gliederung der Handbezeichnungen ist teilweise unklar.
26.38 Es folgen Ellbogen, Oberarme, Achseln, Brüste, Brustkorb, Hals, beide Kieferseiten, Lippen und die obere und untere Zahnreihe.
26.39 Danach werden Tränen- beziehungsweise Augenwinkelbereich, Nase, Wangen, Backen und Schläfen, Augen, Brauenmitte, Stirn und Brahmarandhra genannt.
26.40 Nach drei Wochen solcher Handlung soll der Feind zu Yamas Wohnstatt gelangen, also sterben. Der Text verbietet die Anwendung gegen einen Brahmanen, weil dieser Vishnu als Gottheit zugeordnet sei. Die gesamte Passage ist historische Tötungsmagie an einem Abbild.
26.41 Ein entsprechendes Bild aus Ankola-Fruchtpaste wird der Verblendung, eines aus Kurkuma der Lähmung der gesamten Welt zugeordnet.
26.42 Für Entzweiung wird mit Blut verbundener Fußspurenstaub genannt, für Vertreibung Erde von einer Verbrennungsstätte, für Unterwerfung Weizen.
26.43 Für ein gutes Vorhaben werden je nach dessen Umfang tausend, zehntausend oder hunderttausend Mantrawiederholungen genannt; der Text verspricht sicheren Erfolg.
26.44 Nun werden die glückverheißenden Mantras Varahas erläutert. Die in den Kalpas erscheinenden Verkörperungen des Herrn Lakshmis werden als vierfarbig beziehungsweise von vier Arten bezeichnet.
26.45 Die Formel beginnt: „Om Namo Bhagavate Varaharupaya Bhur Bhuvah Suvah Pataye …“ – „Verehrung dem Erhabenen in Ebergestalt, dem Herrn von Erde, Zwischenraum und Himmel …“
26.46 „… gib mir Herrschaft über die Erde, lass sie mir zukommen, Svaha!“ Sie wird als dreiunddreißigsilbig bezeichnet. Bhargava ist der Seher, Anushtubh das Versmaß und Varaha die Gottheit.
26.47 Für den fünfgliedrigen Nyasa gilt „Verehrung dem Einhörnigen“ dem Herzen; eine als „Mamvyolka“ beschädigt überlieferte Anrufung dem Kopf; „Verehrung dem Herrn des Glanzes“ …
26.48 … der Haarlocke; „Verehrung dem Allgestaltigen“ dem Schutzpanzer; „Verehrung dem mit den großen Hauern“ der Waffe. Die Formeln werden mit ihren entsprechenden Schlusslauten verbunden.
26.49 Ein weiterer Nyasa erfolgt mit Silbengruppen von sieben, sechs, sieben, fünf und acht Silben des Wurzelmantras. Der Keshava-Matrika-Nyasa gehört zur regelmäßigen Vishnu-Verehrung.
26.50 Man betrachtet ihn von den Füßen bis zu den Knien goldglänzend, von dort bis zum Nabel kampferweiß, vom Nabel bis zum Hals …
26.51 … feuerfarben und am Kopf hell wie der Vollmond. Er trägt Muschel, Diskus, Schwert und Keule, zeigt Gabengewährung und trägt einen Speer …
26.52 … sowie die Geste der Furchtlosigkeit. Auf seinem Hauer trägt er die Erde; in seinem Atem ist der Wind, in seinem Hum-Laut die Herrin der Rede, in seinen Armen Mond und Sonne und in seinem Mund Shiva.
26.53 Ein achtblättriger Lotus wird angelegt, in dessen Mitte der Gott verehrt wird. Auf seinem Hauer wird die Erde verehrt; danach folgt die Verehrung an den Richtungsblättern.
26.54 Die fünf Glieder werden zwischen Nordosten und Osten sowie an den Zwischenrichtungen eingesetzt. Die Schlussangabe zur letzten Position ist beschädigt und lässt keine sichere vollständige Anordnung zu.
26.55 An den Blattspitzen folgen nacheinander Diskus, Muschel, Schwert, Schild, Keule, Speer, Gabengewährung und Bogen; außen die Richtungshüter.
26.56 In der Einfassung werden ihre Waffen verehrt. Hunderttausend Rezitationen und ein Feueropfer mit süß benetzten Lotusblüten werden genannt.
26.57 Wasserspenden und weitere Handlungen schließen sich an; so soll der Mantra vollendet werden. Nun wird eine andere Form der vorbereitenden Vollendung erläutert.
26.58 Nahe einem Bilva-Baum werden einen Monat lang tausend Wiederholungen genannt, offenbar täglich, dazu ein Zehntel als Feueropfer. Die Wortverbindung von Monat und Tausend ist knapp.
26.59 Meditation soll Besitz, Japa Land verleihen; die Verbindung von Rezitation, Puja, Feueropfer und Gelübden soll Geld, Getreide, Erdeigentum und Wohlstand gewähren.
26.60 Im Erdmandala betrachtet, soll Varaha der Familie Heil schenken; im Wassermandala Todesgefahr stillen, im Feuermandala Fieber bezwingen.
26.61 Das Windmandala wird Vertreibung, das Raummandala dem Schutz vor Geistwesen und Grahas zugeordnet. Nun folgt die Beschreibung dieser Mandalas.
26.62 Das Erdmandala ist quadratisch und gelb, mit dem Bija Lam in der Mitte und Nandyavarta-Zeichen an den Ecken.
26.63 Das Wassermandala wird zugleich mit einem Hühnerei und einem Halbmond verglichen. Es ist weiß und trägt das Bija Vam in der Mitte; die Formangaben werden ohne Vereinheitlichung wiedergegeben.
26.64 Das Feuermandala ist rot und dreieckig, mit dem Bija Ram in der Mitte. So sollen es hingebungsvolle Betrachtende vergegenwärtigen.
26.65 Das Windmandala ist rauchfarben und rund, mit sechs Punkten versehen und mit dem Bija Yam in seiner Mitte.
26.66 Das Raummandala ist rund und blau, mit Ham in der Mitte. Man betrachtet es als große Weite mit unangeschlagenem Klang.
26.67 Wenn die Sonne im Löwen steht, wird während der hellen Monatshälfte ein weißer Stein mit Panchagavya benetzt und zehntausendfach besprochen.
26.68 Der Mantra wird mit Blick nach Norden rezitiert; der Stein wird auf einem Feld vergraben. Damit sollen Feinde zurückgehalten werden; der folgende Satz spricht allerdings von Zerstörung des Feldes und lässt den Bezug des Besitzers offen.
26.69 Am Dienstag bei Sonnenaufgang rezitiert der Ritualist gesammelt und holt Erde von einem durch den Gegner besetzten beziehungsweise gesperrten Feld.
26.70 Diese Erde wird dreigeteilt: Ein Teil dient zum Bestreichen der Feuerstelle, ein zweiter zum Bestreichen des Kochgefäßes, der dritte wird mit der Milchreisspeise verbunden.
26.71 Im geweihten Opferfeuer wird die Reisspeise gekocht; dabei wird der Gott mit Räucherwerk, Lampen und weiteren Darbringungen verehrt. Dies ist eine historische Ritualvorschrift, keine Empfehlung zum Verzehr von Erde.
26.72 Mit dieser Opferspeise und Ghee werden hundertacht Gaben dargebracht. Acht Dienstage lang wird dies mit gesammeltem Geist wiederholt.
26.73 Dadurch soll das vom Gegner besetzte Feld bald zurückgewonnen werden. Eine weitere Vorschrift beginnt wiederum mit dem Holen der Erde am Dienstagmorgen.
26.74 Wie zuvor wird daraus die Reisspeise bereitet und geopfert; auch eine Bali-Gabe wird dargebracht. Dadurch solle der Widerstand bezüglich des Feldes sofort schwinden.
26.75 Für diese Bali-Gabe werden die Reste des dem Gott dargebrachten Feueropfers verwendet. Innerhalb von sieben Tagen sollen außerdem Störungen durch Dakinis beseitigt werden.
26.76 Dieselbe Erde wird mit Milch vermischt; dazu nennt der Text Ghee und Shali-Reis für hundertacht Opfergaben über zwei Nächte.
26.77 Nach einem Jahr soll das Haus dadurch mit Reis gefüllt sein. Eine weitere Anwendung nennt täglich tausend Ghee-Gaben mit diesem Mantra.
26.78 Daraus soll umfassende Fülle entstehen. Tausend süß benetzte Blüten der Anjuli-Pflanze, laut Glosse der Mimose, werden dem Erlangen von Kleidung zugeordnet.
26.79 Puffreisopfer sollen eine Partnerin, Bilva-Gaben reichen Wohlstand gewähren. Danach nennt der Text den Besuch eines Jina-Heiligtums oder ähnlichen Ortes zum Sieg über Streitgegner.
26.80 Dort sitzend werden tausendacht Wiederholungen vollzogen; dadurch soll ein Streit um Land enden.
26.81 Der Ritualist betrachtet sich selbst in Ebergestalt, groß wie der Meru. Am Dienstag rezitiert er und umschreitet das Feld nach rechts.
26.82 Dann nimmt er Erde auf und streut sie auf sein eigenes Feld. Täglich werden unter Berührung der Erde achttausend Wiederholungen genannt, um großen Wohlstand zu erlangen und alle Störer zu befrieden.
26.83 Wer eine feste Stellung und Landbesitz erstrebt, soll freitags und dienstags besonders viel rezitieren. Täglich achttausend Wiederholungen bei der Verehrung Haris sollen große Fülle und Königsherrschaft gewähren.
26.84 Nach dem Japa werden hunderttausend Feueropfer mit verschiedenen Stoffen und Milchreis genannt; der Text verspricht den Besitz der sieben Erdteile.
26.85 Achttausend vier Fingerbreiten lange Guduchi-Stücke mit Joghurt, Honig und Ghee werden als Opfer gegen Krankheit genannt; tägliche Mangoblätteropfer gegen Fieber. Die Aussagen sind traditionelle Heilversprechen.
26.86 Wasser in den Händen wird entsprechend der Silbenzahl besprochen und zum Waschen des Gesichts verwendet; dies soll dessen Ausstrahlung vermehren. Damit ist der alle Ziele erfüllende Varaha-Mantra beschrieben.
26.87 Nun folgt ein vorzüglicher achtsilbiger Varaha-Mantra: „Om Bhurvarahaya Namah“. Brahma wird als Seher genannt.
26.88 Jagati ist das Versmaß, Varaha die Gottheit. Mit den Wortgruppen und dem gesamten Mantra werden die fünf Glieder eingesetzt.
26.89 Man betrachtet ihn mit schwarzem Körper, blauem Gewand und einer als Malina, „dunkel beziehungsweise staubbedeckt“, überlieferten Eigenschaft, auf einem Lotus, mit der Erd-Shakti verbunden. Er trägt Muschel, Diskus, Lotus und Keule.
26.90 Bhumi, Lakshmi und Kanti sowie schwert- und schildtragende Begleiter umgeben ihn. Im Kali-Zeitalter soll er rasch Vollendung verleihen.
26.91 Japa, Puja und alles Weitere entsprechen dem vorherigen Verfahren. Wer diesen Mantra verehrt, soll zum Herrn der Erde werden.
26.92 Im wird als einsilbiger Varaha-Mantra genannt. Hayagriva ist sein Seher, Anushtubh das Versmaß …
26.93 … und Varaha die Gottheit. Das Bija in den entsprechenden langen Vokalformen dient dem Gliedernyasa. Die Meditation entspricht dem Vorherigen, jedoch mit roter Gestalt; Puja und die übrigen Handlungen bleiben gleich.
26.94 Bhur ist eine weitere einsilbige Keimformel. Alles Übrige entspricht dem Vorherigen; die Gestalt wird gelb betrachtet und soll im Dvapara-Zeitalter rasch Vollendung verleihen.
26.95 Prithivi, die Erde, gilt als Shakti dieser vier Varaha-Formen. Nun werden ihre Varaha besonders lieben Mantras der Reihe nach erläutert.
26.96 „Om Namo Bhagavatyai Dharanyai Dharanidharadhrishe Svaha“ wird als neunzehnsilbiger Mantra angegeben. Er verehrt die erhabene Erde; der letzte zusammengesetzte Ausdruck über das Tragen der Erd- beziehungsweise Bergträger ist nicht sicher aufzulösen.
26.97 Dieser Dharahridaya-Mantra soll Herrschaft über die Erde verleihen. Varaha ist sein Seher, Nivrit das Versmaß, Dhara die Göttin. Der Gliedernyasa verwendet Gruppen von drei, vier, drei, fünf, zwei und zwei Silben.
26.98 Dhara wird auf einem Lotus sitzend betrachtet, mit blauer Wasserlilie, Reisähre und Papagei, geschmückt mit vielerlei Ornamenten.
26.99 Die Verehrung erfolgt auf einem Vishnu-Sitz. Zuerst werden die Glieder verehrt; auf dem achtblättrigen Lotus, im Osten beginnend, Erde und Erdkräfte …
26.100 … ferner Feuer und Feuerkräfte, Wasser, Sonne und die jeweils zugehörigen Kräfte. Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Vajra und die anderen Waffen schließen sich an; die genaue achtfache Verteilung bleibt verkürzt.
26.101 Hunderttausend Rezitationen, ein Feueropfer mit gheegetränktem gekochtem Reis, Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenbewirtung werden genannt. Nach solcher Mantravollendung folgen die besonderen Wunschhandlungen.
26.102 Tausend süß benetzte rote Wasserlilien als Opfer sollen das gewünschte Land verschaffen; ebenso blaue Wasserlilien.
26.103 Honigbenetzte Priyangu-Blüten werden reichem Getreidevorrat, Landbesitz und Wohlstand zugeordnet.
26.104 Neue Reisähren, reichlich mit Süßem benetzt, sollen als Opfer binnen eines Mandala-Zeitraums Herrschaft über Land verleihen.
26.105 Am Freitagmorgen wird Erde vom begehrten Feld geholt, mit reinem Wasser vermischt und in die Zubereitung der Opferspeise einbezogen.
26.106 Diese wird mit Milch und Ghee nach Vorschrift geopfert. Ein halbes Jahr lang freitags wiederholt, soll das Verfahren Landbesitz gewähren.
26.107 Nun folgt ein weiterer wunderbarer Erd-Mantra. Vers und Glosse unterscheiden sich am Anfang; die Glosse beginnt „Om Glaum Namah Bhagavatyai Dharayai …“
26.108 „… Dharani Dhare Dhare Svaha Glaum Hrim Om“ setzt sie fort. Die Formel wird als vierundzwanzigsilbig bezeichnet; ihr Anfang im Vers enthält zusätzlich Mahi und ihr Glossenende einen isolierten Buchstaben.
26.109 Vier Silben je Gruppe dienen dem sechsgliedrigen Nyasa; Meditation und weitere Handlungen bleiben wie zuvor. Die Formel wird als vollendeter, alles Erwünschte schenkender Varaha-Mantra bezeichnet.
26.110 Glaum ist eine weitere einsilbige Formel. Puja und alles Weitere bleiben gleich; das Bija mit sechs Vokalformen dient dem sechsgliedrigen Nyasa.
26.111 Lam wird als einsilbiges, alle Wünsche erfüllendes Bija genannt. Auch hier bleibt das übrige Verfahren unverändert; die sechs Vokalformen dienen dem Gliedernyasa.
26.112 Nun werden Narasimhas Mantras erläutert. Diese Verkörperung Haris, heißt es, erscheint in jedem Manvantara.
26.113 In verschiedenen Weltteilen bleibt Narasimha in vierzehn Gestalten während des ganzen Kalpas gegenwärtig und erweist seinen Verehrern Gnade.
26.114 Zuerst wird Narasimha im ersten Manvantara beschrieben. Sein zweiunddreißigsilbiger Mantra ist geheim zu halten und soll Lebensgenuss und Befreiung gewähren.
26.115 „Vor dem Furchtbaren, dem Helden, dem großen Vishnu, dem Flammenden, nach allen Seiten Gewandten, vor Narasimha, dem Schrecklichen, dem Rudra, dem Tod des Todes, verneige ich mich.“ Die Vorlage setzt bei Rudra selbst ein Fragezeichen; die anderswo verbreitete Lesung wird hier nicht stillschweigend eingesetzt.
26.116 Brahma ist der Seher, Anushtubh das Versmaß und Narahari die Gottheit. Der erste Nyasa erfolgt mit den Wortgruppen und Om an fünf Gliedern und soll alles Erwünschte verleihen.
26.117 Der zweite, sechsgliedrige Nyasa verwendet Gruppen von vier, vier, sechs, sechs, acht und vier Silben; eine mittlere Zahl ist im zusammengesetzten Wortlaut nicht völlig klar.
26.118 Für einen weiteren Nyasa werden als Stellen Kopf, Stirn, rechtes Auge, linkes Auge, Mund, rechter Schulteransatz, Mitte des rechten Arms und Handgelenk genannt …
26.119 … ferner Fingeransätze und Fingerspitzen der rechten Hand, linker Armansatz, Armmitte, linkes Handgelenk und dortige Fingeransätze und -spitzen …
26.120 … rechter Oberschenkel, Knie, Knöchel, Zehenansätze und -spitzen, Hals, Herz, Nabel sowie rechte und linke Körperseite …
26.121 … Rücken und oberer Rückenbereich. Dorthin werden die furchtvertreibenden Mantrasilben eingesetzt. Dieser dritte Nyasa soll den Menschen unmittelbar von der Gottheit durchdrungen machen; die Körperliste führt die linke Beinseite nicht ausdrücklich aus.
26.122 Der nächste Nyasa beginnt am rechten Daumen und führt über die drei Glieder jedes Fingers bis zum kleinen Finger; links verläuft er vom kleinen Finger zum Daumen.
26.123 Danach folgen rechte und linke Handfläche. Dieser vierte Nyasa an Fingern und Händen soll mit den Händen begangene Verfehlungen beseitigen.
26.124 Ein weiterer Nyasa nennt Brahmarandhra, Kopf, Stirn, Brauenmitte, Augen, Augenunterseiten, Wangen und Ohransätze …
26.125 … Zahnreihen, Kinn, Ober- und Unterlippe, Hals, Nabel, rechten und linken Arm, Herz und Brust …
26.126 … rechte und linke Handfläche, Hüfte, Geschlechtsorgan, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und den verborgenen Körperbereich …
26.127 … sämtliche Zehen und Finger, den ganzen Körper, Hautporen, Blut, Herz, Fleisch und Knochen …
26.128 … Mark und Samen. Die Mantrasilben werden nacheinander eingesetzt. Dieser fünfte Nyasa soll alle Unheilszeichen abwehren.
26.129 Die nächste Folge beginnt an Füßen, Knöcheln, Unterschenkeln, Knien, Oberschenkeln, beiden Hüftseiten, Nabel, Herz, Armen und Hals …
26.130 … und führt über Kinn, Zahnreihen, Lippenränder, Wangen, Ohren, Gesicht, Nasenöffnungen und Augen bis zum Kopf. Auch dieser von den Füßen aufsteigende Nyasa wird im Text als fünfter bezeichnet; die Zählung ist hier uneinheitlich.
26.131 Er soll die Kraft des Liebesgottes anziehen und Narahari besonders lieb sein. Danach folgt eine Wort-Einsetzung an Mund, Kopf, Nase, Augen, Ohren, erneut Mund, Herz, Nabel, Hüfte, Knien und Füßen.
26.132 Dieser Wort-Nyasa heißt der sechste und soll Lebensgenuss und Befreiung verleihen. Nach seiner Ausführung, behauptet der Text, könnten Krankheiten im Körper nicht bleiben.
26.133 In Gruppen von jeweils vier werden die Mantrasilben an Nasenspitze, Augenpaar, Nabel, Herz, Kopf, Armen und Füßen eingesetzt.
26.134 Dies heißt der siebte Nyasa Haris mit vierteiligen Silbengruppen; er soll Dharma, Wohlstand, erfülltes Begehren und Befreiung gewähren.
26.135 Die vier Versviertel werden an Kopf, Brust, Nabel und dem ganzen Körper eingesetzt. Dieser achte Nyasa soll die Furcht vor Löwen und Tigern nehmen.
26.136 Die beiden Mantrahälften werden vom Fußbereich und vom Herzen aus eingesetzt. Dieser neunte Halbvers-Nyasa soll die Menge der Verfehlungen tilgen.
26.137 Die mit Ugra beginnenden Bezeichnungen werden im Akkusativ mit „Namamy aham“ – „ich verneige mich“ – verbunden. Ihre Einsetzung beginnt an Mund und Kopf …
26.138 … und folgt an Nase, Augen, Ohren, Brahmarandhra, Herz, Nabel sowie dem Bereich von der Hüfte bis zu den Füßen. Dies gilt als zehnter Nyasa mit neun Stellen.
26.139 Für den nächsten Nyasa werden den mit Ugra beginnenden Bezeichnungen jeweils Narasimha vorangestellt und „Namamy aham“ angefügt. Die Einsetzung erfolgt an denselben neun Stellen.
26.140 Dieser elfte, besonders reinigende Narahari-Nyasa soll Furcht vor Dakinis und verwandten Wesen beseitigen.
26.141 Durch weitere Anordnung der mit Ugra beginnenden Wörter ergeben sich acht zusätzliche Formen, sodass neunzehn Nyasas gezählt werden; ihre Einzelheiten werden hier nicht ausgeführt.
26.142 Drei Silben werden vom Muladhara bis zum Nabel eingesetzt, vier vom Nabel bis zum Herzen …
26.143 … sechs vom Herzen bis zur Brauenmitte. Vom Kopf bis zu den Füßen wird der allgegenwärtige Narahari betrachtet. Welche Silbenauswahl diese verkürzte Anweisung voraussetzt, bleibt offen.
26.144 Damit sind zwanzig Nyasas beschrieben, denen das Tilgen von Verfehlungen zugeschrieben wird.
26.145 Der Vers erklärt dies damit, dass Bhagavan Narasimha bei Verfehlungen seines Verehrers sofort zornig werde und die Welt erschüttere; die Formulierung des Verfehlens ist syntaktisch beschädigt.
26.146 Durch die Nyasas sollen unvermeidliche und unwissentlich begangene Verfehlungen beseitigt werden. Deshalb, so die Folgerung, seien alle Nyasas zu vollziehen.
26.147 Man betrachtet ihn mit Diskus und Muschel links, einem auf das Knie gelegten rechten Arm, den Daitya-König verschlingend und von feuerähnlichem Glanz.
26.148 Sein Gesicht leuchtet von Fangzähnen, seine Zunge bewegt sich, und er hat drei Augen. Götter, Weise und Lakshmi mit gefalteten Händen umgeben seine glückverheißende Gestalt.
26.149 Mit dem Wurzelmantra wird seine Gestalt vergegenwärtigt, der Gott angerufen und verehrt. An Naraharis linker Seite wird die geschmückte Lakshmi verehrt.
26.150 Sie trägt links einen Lotus und umarmt mit dem rechten Arm den mächtigen Narahari; ihre Gestalt ist friedvoll. Danach werden seine Glieder verehrt.
26.151 In den Hauptrichtungen folgen Garuda, Shiva, Ananta und Brahma, in den Zwischenrichtungen von Südosten an Shri, Hri, Dhriti und Pushti. Auf dem dritten achtblättrigen Lotus werden acht Narasimha-Formen verehrt.
26.152 Der Vers nennt eine Muschel und Diskus tragende, goldene beziehungsweise dunkle, schön gekleidete Gestalt und dann im Osten den weißen Stambhana-Narasimha. Die Zuordnung der ersten Farbangaben ist unklar.
26.153 Im Südosten wird der zinnoberrote Vashya-Narasimha verehrt, mit Pfeil und Bogen, von Lakshmi bedient und mit dem Makara-Banner des Liebesgottes verbunden.
26.154 Im Süden steht eine schwarze, dreiäugige, zur Tötungsmagie befähigte Gestalt mit Lotusgebetskette, Muschel, Diskus, Schwert und Keule, die das Herz des Daityas aufreißt. Danach folgt eine blauwasserlilienfarbene Form für Entzweiung und Vertreibung; ihre Richtung wird nicht ausdrücklich genannt.
26.155 Im Nordwesten wird eine Gestalt mit Muschel, Diskus, Keule und drei Augen verehrt, die den Brahmanen Gedeihen verleiht.
26.156 Auf dem nördlichen Blatt trägt Narasimha Panchajanya-Muschel, Sudarshana-Diskus, Keule und Schatz; mit Lakshmi verbunden soll er Schätze schenken.
26.157 Im Nordosten folgt die wissenspendende Gestalt, milchweiß, gelb gekleidet und mit Schlinge, Stachelstock, Muschel und Diskus versehen.
26.158 Stets soll der Ritualist Narasimha mit Lakshmi in der Mitte seines Herzenslotus verehren, rein wie die Fülle des Mondlichts. Die angekündigte Achtzahl ist in dieser Richtungsbeschreibung nicht eindeutig aufgeschlüsselt.
26.159 Rechts vom Gott werden Diskus, Muschel, großer Lotus und Stößel verehrt, links nochmals Muschel, Schild, Keule und Sharnga-Bogen.
26.160 Dies ist der vierte Umkreis. Danach folgen Lakshmi und weitere Gestalten: rechts von Lakshmi Tushti, links Kaustubha.
26.161 Shrivatsa wird rechts in der Mitte, die Waldblumengirlande ebenfalls verehrt; dazu gelbes Gewand, heilige Schnur, Nabellotus und Krone …
26.162 … sowie sämtliche Schmuckstücke vor dem Gott. Als sechster Umkreis folgt die mit Shraddha beginnende Gruppe: Shraddha, Medha, Tushti, Karmuka …
26.163 … Bhimakshi, Sabhaya, Chakrakshi und Diptilakshana. Durch diese ordnungsgemäße Verehrung soll der Sadhaka sein Wunschziel erreichen.
26.164 Ein eingeweihter, sinnenbeherrschter Verehrer rezitiert den Mantra achthunderttausendmal. Danach nennt der Text achttausend Gaben gheegetränkter Opferspeise ins Feuer.
26.165 Wasserspende, Besprengung und Brahmanenverehrung schließen sich an. Nach der Mantravollendung folgen die besonderen Anwendungen.
26.166 Nun werden unterschiedliche Meditationsbilder für Wunschrituale beschrieben. Die erste Gestalt leuchtet wie tausend aufgehende Sonnen, ist dreiäugig und furchterregend …
26.167 … mit einem Vajra gleichen Blick, feurigem Glanz und vielen Armen. Ihre Krallen zerreißen den Daitya-König, und Blutströme bedecken ihren Körper.
26.168 Bei grausamen Handlungen wird sie so vorgestellt. Nun folgt die Beschreibung Naraharis als allgestaltige Erscheinung.
26.169 Dieser Narasimha ist gewaltig und furchtbar, leuchtet wie das Feuer der Zeitenwende, trägt eine Girlande aus Eingeweiden und eine Halskette.
26.170 Eine Schlange bildet seine heilige Schnur; er hat fünf Gesichter, den Mond auf dem Haupt, einen blauen Hals und drei Augen an jedem Gesicht.
26.171 Zehn Arme, kräftig wie Eisenriegel, schmücken ihn. Er trägt Gebetskette, Keule, Lotus, eine kuhmilchweiße Muschel …
26.172 … Bogen, Stößel, vorzüglichen Diskus, Schwert, Dreizack und Pfeil. Ein abschließendes Beiwort über Rudra ist nicht sicher verständlich.
26.173 Die Gesichter werden mit Saphirblau, Mondhelle und weiteren Farben sowie Richtungen verbunden; die Aufzählung ist beschädigt. Das obere Gesicht gilt als allfarbig. So wird der furchtbare Hari zur Abwehr aller Krankheiten betrachtet.
26.174 Für ein großes Vorhaben wird Narasimha sechzehnarmig vorgestellt, als Herr aller Welten, mit allem Schmuck versehen.
26.175 Zwei Hände zerreißen, zwei retten Menschen, zwei tragen Muschel und Diskus, zwei Pfeil und Bogen …
26.176 … zwei Schwert und Schild, zwei Keule und Lotus, zwei Schlinge und Stachelstock; die letzten beiden liegen an der Krone des Gegners.
26.177 So wird der mächtige, mit sechzehn Armen ausgestattete, blau wie eine Wasserlilie leuchtende Narahari bei furchtbaren Handlungen mit ungeteilter Aufmerksamkeit betrachtet.
26.178 Für ein besonders großes Vorhaben wird der reich geschmückte, alle Siddhis verleihende Narasimha als sechsundzwanzigarmig beschrieben.
26.179 Rechts trägt er Schwert, Diskus, Axt, Schlinge, Pflug, Stößel, Furchtlosigkeitsgeste und Stachelstock …
26.180 … ferner Pattisha, Bhindipala, Schild, Wurfspieß und Hammer. Die linken Hände tragen Muschel, Schwert, Schlinge und Dreizack …
26.181 … Feuer, Gabengewährung, Speer, tönernen Wasserkrug, Bogen, drohende Zeigefingergeste, Keule und Sanduhrtrommel. Die anschließende Wendung über Bittsteller beziehungsweise Knie, Kopf und Füße des Gegners ist beschädigt.
26.182 Zwei erhobene Hände tragen eine Eingeweidegirlande, zwei untere zerreißen Hiranyakashipu. Wie diese zusätzlichen Handpaare in die angekündigte Gesamtzahl eingehen, erklärt die Vorlage nicht eindeutig.
26.183 Stets soll Narasimha betrachtet werden, der seinen Verehrern lieb und den Daityas furchtbar ist und die große Furcht vor dem Tod nimmt.
26.184 Nun folgt ein weiteres Meditationsbild zur Abwehr von Krankheit, Gift, Furcht, Tod und Feinden. Das erste näher bestimmende Wort über Krankheit ist entstellt.
26.185 Er sitzt auf einem Garuda, der wie eine Goldmasse glänzt, trägt einen vollmondgleichen Schmuck, hat ein freundliches Gesicht, Blitzglanz und drei Augen.
26.186 Schön geschmückt und gelb gekleidet trägt er in vier Händen Muschel und Diskus und zeigt Furchtlosigkeit und Gabengewährung. Er soll vorzeitigen Tod und große Kritya-Angriffe vernichten; ein zusätzliches Wort über weitere Störungen ist unsicher.
26.187 Zehntausend Feueropfer mit Lakshmi-Früchten, den drei süßen Stoffen und duftenden Blumen sollen Armut im Kali-Zeitalter verhindern.
26.188 Udumbara-Zweige sollen Getreidevorräte verschaffen; hunderttausend Gebäckopfer einen Kubera gleichen Reichtum.
26.189 Hundertacht Mantrawiederholungen vor einem zornigen König sollen dessen Geist sofort klären und seine Gunst gewinnen.
26.190 Kunda-Blüten werden Schönheit, Madhuka-Blüten der Erfüllung des persönlichen Wunsches zugeordnet.
26.191 Tulasi-Blätter sollen Ruhm verleihen. Hundert Opfer eines als Kali bezeichneten, nicht sicher bestimmbaren Stoffes werden besonderer Unterwerfungswirkung zugeordnet.
26.192 Kurkuma-Stücke sollen Lähmung bewirken; Badari-Früchte alle Hindernisse beseitigen.
26.193 Bei Krankheit werden zehntausend vier Fingerbreiten lange Guduchi-Stücke mit Honig und Ghee als Opfer genannt und mit langem Leben verbunden.
26.194 Hundertacht Rezitationen am Samstag unter Berührung eines Ashvattha-Baumes sollen den Tod überwinden und ein hundertjähriges Leben gewähren.
26.195 Tausend Blüten des Shri-Baumes in einem Feuer aus dessen Holz sollen Wohlstand verleihen; Durva wird Gesundheit, Shri-Früchte reichem Besitz zugeordnet.
26.196 Mit dem Mantra besprochene Shiva-Asche, morgens nach dem Aufstehen angewendet, soll Vollendung der Rede verleihen. Das Verb der Anwendung ist nicht eindeutig überliefert.
26.197 Narasimha wird im Wasser mit Sandelholz und schönen Blumen verehrt; dazu werden täglich hundertacht Durva-Gaben ins Feuer genannt.
26.198 Dadurch sollen Fieber durch geringe Geistwesen und andere Störungen schwinden. Nach einem bösen Traum wird gebadet und der Mantra rezitiert, um Schutz vor schwer abwehrbaren Übeln zu erlangen.
26.199 Der Mantra soll augenblicklich Totengeister, Graha-Bedrängnisse, schwere Krankheiten und schrecklichen Schadenszauber beseitigen sowie sonstige Leiden, Ängste und Unheilserscheinungen nehmen.
26.200 Das Leid des aufrichtig Rezitierenden, heißt es, vergeht. Danach beginnt eine schädigende Visualisierung: Narasimha wird grausam und der Gegner als junges Wildtier vorgestellt …
26.201 … das er am Hals packt und leidend in die Richtungen schleudert. Dies soll den Gegner samt Angehörigen rasch vertreiben.
26.202 Eine weitere Vorstellung zeigt den Gegner nach Süden gerichtet auf dem Rücken liegend und von Haris scharfen Krallen zerrissen.
26.203 Dazu werden hundertacht Mantrawiederholungen mit ungeteilter Aufmerksamkeit genannt. Binnen eines Mandala-Zeitraums soll der Gegner „Gast des Sonnensohnes“, also Yamas, werden. Dies ist historische Tötungsmagie.
26.204 In einem mit Oleanderholz hell entfachten Feuer wird Narasimha als Vernichter der Feindesschar mit Sandelholz und weiteren Gaben verehrt.
26.205 Tausend Pfeile mit Spitzen beziehungsweise Widerhaken werden unter Mantrarezitation geopfert; der schwierige Schlusssatz verbindet dies mit dem Verzehren des mächtigen Gegners.
26.206 Solche Pfeilgaben sollen das feindliche Heer zerschlagen. Nach sieben Tagen Feueropfer wird das Heer des eigenen Königs vorbereitet …
26.207 … und an einem günstigen Tag unter günstiger Konstellation zum Sieg ausgesandt, gut geordnet und von starken Männern gesichert.
26.208 Vor ihm wird Narasimha vorgestellt, wie er die Feindesschar verschlingt. Der Mantrakundige verehrt ihn weiter, bis das Heer zurückkehrt.
26.209 Der heldenhafte König soll nach dem Sieg über alle Gegner samt deren königlichen Reichtümern heimkehren und anschließend den Mantrakundigen ehrerbietig …
26.210 … mit Land, Besitz, schönen Gewändern und Schmuck zufriedenstellen. Wenn dieser nicht zufrieden sei, entstehe dem König …
26.211 … sehr großes, schwer erträgliches Unheil. Nun wird eine zweite Form des mächtigen Narahari erläutert.
26.212 Kshraum ist ihr einsilbiger Mantra. Atri ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Narahari die Gottheit.
26.213 Das Bija mit sechs Vokalformen dient dem sechsgliedrigen Nyasa. Hunderttausend Wiederholungen werden bei Opferspeise und Sinnesbeherrschung genannt.
26.214 Ein Zehntel davon wird mit gheegetränktem Milchreis geopfert. Danach folgen Wasserspenden mit einer unklar bezeichneten Wasserart und die eigene Begießung.
26.215 Nach sorgfältiger Brahmanenverehrung gilt der Mantra als vollendet. Alle beim Mantrakönig beschriebenen Anwendungen werden auch hier übernommen.
26.216 Wasser in einem Krug, tausendachtmal besprochen, soll bei Begießung eines Vergifteten diesen vom Gift befreien.
26.217 Dies wird auch für Vergiftungen durch Spinnen, Mäuse, vielbeinige Tiere und Skorpione behauptet. Diese religiösen Heilversprechen sind keine verlässliche Behandlung von Vergiftungen.
26.218 Hundertachtmal besprochene Asche soll Beschwerden an Kopf, Augen, Ohren, Herz, Bauch und Hals beseitigen …
26.219 … ferner sich ausbreitende Hautentzündungen, Erbrechen, Schluckauf und Fieber. Mit ihr bestrichen, solle man auch Störungen durch Mantras, magische Stoffe und schädigende Rituale abwehren. Dies sind historische, nicht medizinisch gesicherte Angaben.
26.220 Für eine Tötungshandlung wird die Zielperson an einer als Todesstelle bezeichneten Stelle eingezeichnet, mit feindlichem Blick wie brennend vorgestellt und acht Tage lang tausendachtfach mit dem Mantra besprochen.
26.221 Unterwerfung, Herbeiziehung, Entzweiung und weitere heftige Handlungen werden mit zehntausend Wiederholungen und den jeweils zugehörigen Darbringungen verbunden. Damit ist dieser als umfassend wirksam gerühmte einsilbige Mantra beschrieben.
26.222 Nun folgt der dritte Narahari-Mantra: „Am Hrim Jrom Krom Hram Phat“, als sechssilbig bezeichnet.
26.223 Pankti ist das Versmaß, Brahma der Seher und Shri Narasimha die Gottheit. Nach dem sechsgliedrigen Nyasa mit den einzelnen Silben wird Narasimha betrachtet.
26.224 Sein Gesicht ist furchtbar, er glüht vor Zorn, ist rot und trägt den Mond als Kopfschmuck. Mond, Sonne und Feuer sind seine Augen; vielerlei Juwelen schmücken ihn.
26.225 Von rechts aufwärts trägt er Diskus, Muschel, Schlinge, Stachelstock, Vajra und Keule; mit zwei weiteren Händen reißt er den Bauch des Daitya-Königs auf.
26.226 Auf dem zuvor beschriebenen Sitz wird seine Gestalt mit dem Wurzelmantra vergegenwärtigt und Narahari verehrt; danach folgt die Verehrung der Umkreise.
26.227 Auf dem äußeren sechsblättrigen Lotus werden die Glieder verehrt, auf dem achtblättrigen seine Waffen.
26.228 Dies sind Diskus, Muschel, Schlinge, Stachelstock, Vajra, Keule, Schwert und Schild. Außen in der Einfassung folgen die Richtungshüter …
26.229 … und außerhalb deren Waffen. Damit ist Naraharis Puja beschrieben. Sechshunderttausend Rezitationen und reines Ghee als Opferstoff …
26.230 … für sechstausend Gaben werden genannt; danach folgen Wasserspenden und weitere Handlungen. Der so vollendete Mantrakundige beginnt anschließend die besonderen Anwendungen.
26.231 Sieben Tage lang je tausend Opfer mit durch Panchagavya gereinigten Apamarga-Zweigen sollen Geistwesen befrieden.
26.232 Vier Tage lang je tausend milchbenetzte Guduchi-Zweige werden der Befriedung von Fieber zugeordnet.
26.233 Täglich tausend Gaben roter Wasserlilien mit den drei süßen Stoffen sowie Milchreis sollen das Wunschziel erfüllen; innerhalb eines Jahres werde der Rezitierende reich an Geld und Getreide.
26.234 Zwölftausend frische, erblühte Lotusblüten mit den drei süßen Stoffen als Opfer sollen Beliebtheit bei allen Menschen verleihen.
26.235 Eine Monatshälfte lang morgens je tausend Gaben süß benetzten Puffreises sollen einem nach Heirat Strebenden die ersehnte Partnerin und einer nach einem Bräutigam Strebenden bald einen anziehenden Partner verschaffen.
26.236 Sesam, Senf, Apamarga und Milchreis werden als Opferstoffe für langes, gesundes Leben mit Partner, Freunden, Kindern, Geld und Getreide genannt.
26.237 Nun folgt Jvalamala-Narasimha, der im gleichen Manvantara erschien und Feinde, Geistwesen und Ähnliches vernichten soll.
26.238 Die Formel beginnt: „Om Kshraum Namo Bhagavate Narasimhaya Jvalamaline Diptadamshtraya …“ – „Verehrung dem erhabenen Narasimha mit der Flammengirlande und den leuchtenden Fangzähnen …“ Im Vers steht das Bija abweichend als Kshaum.
26.239 „… dem Feueräugigen, Vernichter aller Rakshasas, aller Geistwesen und alles Schrecklichen …“
26.240 „… verbrenne, verbrenne! Koche, koche! Beschütze, beschütze! Hum Phat Svaha.“ Der Mantra wird als sechsundsechzigsilbig bezeichnet.
26.241 Prajapati ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Narahari die Gottheit. Die sechs Glieder werden mit Gruppen von dreizehn, zehn, elf, achtzehn, zehn und vier Silben eingesetzt.
26.242 Er gleicht dem aufsteigenden Feuer der Zeitenwende, klingt wie die Wolken der Weltauflösung, trägt Muschel, Diskus, Schwert und Schild und wird von den Göttern gepriesen.
26.243 Die Puja richtet sich nach dem sechssilbigen Mantra. Hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Feueropfer mit Ghee von einer braunen Kuh werden genannt.
26.244 Wasserspenden und weitere Handlungen folgen. Die Anwendungen entsprechen dem Mantrakönig; besonders wird die Beseitigung von Fieber durch Geistwesen und ähnliche Einflüsse behauptet.
26.245 Nun folgt die Gestalt, die im letzten Manvantara erschien, mit Lakshmi verbunden ist und von Haushältern verehrt wird.
26.246 Ihr Mantra beginnt: „Om Shrim Hrim Shrim Jaya Lakshmipriyaya Nityapramuditachetase …“ – „Sieg! Dem Geliebten Lakshmis, dessen Geist stets voller Freude ist …“
26.247 „… dessen eine Körperhälfte Lakshmi einnimmt: Shrim Hrim Shrim Namah.“ Der Mantra wird als dreiunddreißigsilbig bezeichnet und soll den Rezitierenden alle Wünsche erfüllen.
26.248 Lakshmi-Narasimha ist die Gottheit, Anushtubh das Versmaß und Prajapati der Seher. Der Gliedernyasa erfolgt mit Shrim.
26.249 „Vorn beschütze mich Keshava, der Muschel, Diskus und Keule trägt; hinten stets Narayana, dunkel wie eine Regenwolke.“ Eine Glosse bietet für Keshava die Variante „spielend, feuerhell“.
26.250 „Oben beschütze mich Madhava, dunkel wie das Blatt einer blauen Wasserlilie und mit einer Keule versehen; rechts der große, mondhelle Govinda mit Bogen!“
26.251 „Im Norden beschütze mich Vishnu mit dem Pflug, in der Farbe der Lotusstaubfäden; im Südosten Madhusudana, lotusäugig, mit dem Stößel!“
26.252 „Im Südwesten Trivikrama mit dem Schwert, Herr des Feuers; im Nordwesten Vamana mit Vajra, leuchtend wie die junge Sonne!“
26.253 „Im Nordosten der lotusäugige Shridhara mit Pattisha; am Kopf im Nordwesten Hrishikesha, blitzhell!“ Die wiederholte Nordwestangabe steht so in der Vorlage.
26.254 „Meinen Herzenslotus beschütze Padmanabha, strahlend wie tausend Sonnen, mit allen Waffen und Kräften, allwissend und nach allen Seiten gewandt!“
26.255 „Damodara, rot wie ein Indragopa-Insekt, mit Schlinge in der Hand und unbesiegt, durchdringt meinen Körper außen und innen.“
26.256 „In diese überall lückenlose Schutzhülle der zwölf Namen bin ich eingetreten. Für mich gibt es zu keiner Zeit irgendeine Furcht.“
26.257 Nach diesem Nyasa wird Lakshmi-Narahari betrachtet: Er ruht auf den Windungen des Schlangenherrn, dessen ausgebreiteter Körper beziehungsweise Hauben seinen Schirm bilden.
26.258 Rama umarmt ihn; er leuchtet wie der strahlende Mond, trägt Lotus und Diskus und zeigt Gabengewährung und Furchtlosigkeit. Er hat drei Augen und trägt den Mond als Kopfschmuck.
26.259 Nach dieser Betrachtung verehrt ihn der Haushälter auf dem früher beschriebenen Sitz. Auf den sechs Blättern folgen die Glieder, auf den acht Blättern die Shaktis.
26.260 Diese heißen Bhasvari, Bhaskari, Chitra, Dyuti, Unmilini, Rama, Kanti und Dhriti. In der Einfassung folgen die Richtungshüter …
26.261 … und deren Waffen; so ergeben sich vier Umkreise. Die Rezitationszahl ist als dreihunderttausend mit einer unklar geschriebenen zusätzlichen Zahl überliefert; danach wird eine entsprechende Tausenderzahl für das Opfer genannt.
26.262 Das Feueropfer erfolgt mit honigbenetzten Mallika-Blüten. Nach Verehrung des Gottes im Wasser werden mit dem Mantra beziehungsweise seinen Namen Wasserspenden vollzogen.
26.263 Der Kopf wird begossen, dann werden Brahmanen gespeist. Danach folgen die besonderen Anwendungen für die eigenen Anliegen.
26.264 Mallika-Blütenopfer gelten als glückverheißend und alle Wünsche erfüllend. Ein Haushälter kann auch sämtliche beim Anushtubh-Mantra beschriebenen Anwendungen vollziehen.
26.265 Nun folgt der alle Wünsche gewährende Mantra jener Narasimha-Gestalt mit Lakshmi, die im sechsten Manvantara erschien.
26.266 „Om Shrim Lakshminarasimhaya“ wird als achtsilbiger Mantra bezeichnet. Prajapati ist der Seher; die Zuordnung des Versmaßes ist beschädigt und enthält das Wort Lakshmi. Narahari ist die Gottheit.
26.267 Das Bija Kshraum mit sechs Vokalformen dient dem sechsgliedrigen Nyasa. Meditation, Puja und alles Weitere entsprechen dem sechssilbigen Verfahren.
26.268 Hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel als Feueropfer mit gheegetränktem Milchreis werden genannt; danach folgen Mantra-Wasserspenden.
26.269 Nun wird Hari im siebten Manvantara erläutert: „Jaya Jaya Shri Narasimha“ – „Sieg, Sieg, Shri Narasimha!“ – gilt als achtsilbiger Mantra.
26.270 Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem vorherigen achtsilbigen Mantra, die Puja dem sechssilbigen. Ein reiner Haushälter kann die beim einsilbigen Mantra beschriebenen Anwendungen vollziehen.
26.271 Nun folgt die im achten Manvantara erschienene Gestalt, Narahari als Träger der zehn Avatare. Der Text verbindet sie mit Daksha-Savarni; die chronologische Zuordnung ist in dieser Form nicht eindeutig.
26.272 Die Formel beginnt „Om Kshraum Namo Bhagavate Narasimhaya“, dann folgt die Verehrung der Fisch- und Schildkrötengestalt, jeweils mit Om und dem Bija; dieses wird teils Kshaum geschrieben.
26.273 Es folgen „Om Kshraum Varaharupaya“, „Om Kshraum Narasimharupaya“ und die Anrufung der Vamana-Gestalt …
26.274 … danach dreimal Om, dreimal Kshraum und „Ramaya“. Ob hiermit die drei Rama-Gestalten einzeln angedeutet werden, lässt der knappe Wortlaut offen.
26.275 „Om Kshraum Krishnaya, Om Kshraum Kalkine“ schließen sich an, danach zweimal „Naya“ und „Shalagramanivasine“ – „dem im Shalagrama Wohnenden“ …
26.276 … „Divyasimhaya Svayambhuve Purushaya Namah Om Kshraum“ – „dem göttlichen Löwen, dem selbstentstandenen Purusha, Verehrung“. Die Formel wird als neunundneunzigsilbig bezeichnet.
26.277 Atijagati ist das Versmaß, Atri der Seher und der alle Wünsche gewährende Dashavatara-Narahari die Gottheit.
26.278 Das Bija mit sechs Vokalformen dient dem Gliedernyasa. Meditation und Puja entsprechen dem Mantrakönig.
26.279 Nach der Verehrung der sechs Glieder folgen die Avatare von Matsya an. Zehntausend Rezitationen werden genannt, danach die Bereitung von Opferspeise …
26.280 … für ein Feueropfer im Umfang eines Zehntels. Wasserspenden und weitere Handlungen schließen sich an; alle besonderen Anwendungen entsprechen dem Mantrakönig.
26.281 Der Text berichtet, Brahmanen, die von Enthaltsamkeit und anderen Pflichten abgefallen seien, hätten durch diesen Dienst Narasimha-Gestalt erlangt und seien an seinem Ort zu Narasimha-Wesen geworden.
26.282 Die folgende Aussage über ihr Eintreten und ihr Wirken nach Verehrung ist beschädigt. Durch Weglassen von Bijas und Einfügen anderer Bijas sollen unzählige Mantras entstehen, die auch Shudras Vollendung verleihen.
26.283 Wegen übermäßiger Gier im Kali-Zeitalter seien weder Guru noch Gottheit verlässlich zugänglich, erklärt der Text zugespitzt. Als einzig heilbringend rühmt er das kraftvolle Ausrufen von Naraharis Namen.
26.284 Nun folgt Narasimha namens Vira, der im neunten Manvantara erscheint. „Höre, Geliebte, seine Sadhana!“
26.285 Für Anwendung bei jungen, erwachsenen und alten Personen werden drei Mantras angekündigt. Der erste beginnt: „Om Namo Bhagavate Viranarasimhaya …“
26.286 „… dem mit kräftigem, aufgerichtetem Oberkörper, dem Feueräugigen …“
26.287 „… dem Vernichter aller Geistwesen! Verbrenne, verbrenne! Beschütze, beschütze! Hrim Hrim! Beschütze, beschütze! Svaha.“
26.288 Damit ist der erste Mantra beschrieben. Der zweite übernimmt die ersten dreizehn Silben und beginnt anschließend mit „Niladiptadamshtraya“ – „dem mit blau leuchtenden Fangzähnen …“
26.289 „… dem Feueräugigen, Vernichter aller Rakshasas und aller Geistwesen …“
26.290 „… Vernichter alles Schrecklichen! Schlage, schlage! Verbrenne, verbrenne! Koche, koche! Töte, töte! Phat Svaha.“ So endet der zweite Mantra.
26.291 Auch der dritte beginnt mit denselben dreizehn Silben, gefolgt von der Anrufung des Vernichters aller Geistwesen …
26.292 … alles Schrecklichen und aller Rakshasas. Danach folgen die doppelten Befehle „Schlage!“ und „Verbrenne!“ …
26.293 … „Koche, koche! Töte, töte! Beschütze, beschütze mich! Hum Phat Svaha.“ Damit ist die dritte Formel genannt.
26.294 Die Puja und die übrigen Handlungen entsprechen dem Mantrakönig. Diese Formeln heißen Mala-Mantras; die abschließende Bezeichnung ihrer Vollendung als Dvaita bleibt hier ohne nähere Erklärung.
26.295 Nun folgt die im zehnten Manvantara erscheinende Gestalt: „Om Kshraum Mahanarasimhaya Namah“, als zehnsilbiger Mantra bezeichnet.
26.296 Vamadeva ist sein Seher, Viraj das Versmaß und Narasimha die Gottheit. Sein Bija in sechs Vokalformen dient dem sechsgliedrigen Nyasa.
26.297 Meditation, Puja, vorbereitende Vollendung und Feueropfer entsprechen Lakshmi-Narasimha. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe werden genannt; die Anwendungen folgen dem achtsilbigen Mantra.
26.298 Für die elfte Gestalt lautet die Formel: „Om Kshraum Namo Bhagavate Narasimhaya“. Dieser dreizehnsilbige Mantra soll Lebensgenuss und Befreiung verleihen.
26.299 Vamadeva ist der Seher, Jagati das Versmaß und Narasimha die Gottheit. Sein Bija dient dem Gliedernyasa; Meditation, Puja und Anwendungen entsprechen dem sechssilbigen Mantra.
26.300 Nun folgt die im zwölften Manvantara erscheinende Gestalt. Sie wohnt ständig in Kashi; das folgende Beiwort lautet wörtlich etwa „Verbreiter schlechter Gesinnung“ und ist im Zusammenhang auffällig, wird hier jedoch nicht stillschweigend berichtigt.
26.301 „Om Sahasrarajvalavartine Kshra Hana Hana Hum Phat Svaha“ wird als neunzehnsilbiger Mantra genannt. Die Anrufung bezieht sich auf den tausendspeichigen Flammenwirbel; das Bija ist verkürzt überliefert.
26.302 Jayanta ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Sudarshana-Narasimha die Gottheit.
26.303 „Chakrarajaya“ gilt dem Herzen, „Jvalachakraya“ dem Kopf, „Jagachchakraya“ der Haarlocke. Danach wird der Schutzpanzer genannt, aber die Zuordnung ist im Satz nicht klar.
26.304 Die Anrufungen „Asurantakachakraya“ und „Sudarshanaya“ vervollständigen die fünfgliedrige Einsetzung; Phat wird der Waffe zugeordnet. Die Reihenfolge der letzten beiden Anrufungen ist verschoben überliefert.
26.305 Man betrachtet Hari inmitten einer Versammlung von Disken, wie das Feuer der Zeitenwende leuchtend, vierarmig, mit geöffnetem Mund und vier Disken, glühendem Gold gleich, dreiäugig und von ursprünglicher Gestalt.
26.306 Er ist mit einer entsprechenden Lakshmi verbunden und soll alles Leid vernichten. Die Verehrung erfolgt auf dem zuvor beschriebenen Vishnu-Sitz; die fünf Glieder werden in den Zwischenrichtungen und vorn verehrt.
26.307 In den Hauptrichtungen folgen Jaya, Vijaya, Ajita und Aparajita; in den Zwischenrichtungen Mudita, Modini, Sahasra und Siddhi. Dann folgen Weltenhüter und Waffen.
26.308 Zwölfhunderttausend Rezitationen und ein Zehntel als Sesam-Feueropfer werden genannt, danach vierzigtausend Blumenopfer.
26.309 Weitere Ghee-Opfer, tausend Verneigungen, Wasserspenden und die übrigen Handlungen schließen sich an. Danach folgen die besonderen Anwendungen.
26.310 Ein Brahmane, der rezitieren will, breitet Kusha-Gras auf dem Boden aus und verehrt dort Sudarshana-Narasimha.
26.311 Vor dem Gott werden tausend Mantrawiederholungen und tausend Feueropfer mit guten Apamarga-Zweigen unter dem Wurzelmantra vollzogen.
26.312 Die daraus entstandene Asche wird als Stirnzeichen aufgetragen, bevor der Ritualist vor seine Feinde tritt. Diese sollen dadurch wie Diener werden.
26.313 Unter Vergegenwärtigung des Feindesmantras beziehungsweise der auf den Feind bezogenen Formel werden zehntausend Wasserspenden genannt; sie sollen Sieg verleihen.
26.314 Der Gott wird auf einem Udumbara-Sitz aufgestellt. Vor ihm wird in einer runden Feuergrube mit Shami und Ghee geopfert.
26.315 Zehntausend Shami-Gaben, mit Ghee oder Honig benetzt und bei Selbstbeherrschung dargebracht, sollen wie bei Parashurama beständigen Sieg im Kampf verleihen.
26.316 Silber, Gold oder ein entsprechendes Metall wird mit diesem Mantra besprochen und zu einem Ring verarbeitet; Japa und Feueropfer dienen seiner rituellen Vollendung.
26.317 An der rechten Hand getragen, soll dieser Ring Tod, Krankheit und Feinde überwinden sowie königliche Ehrung verschaffen.
26.318 Einundzwanzigfach besprochenes Wasser wird als Mittel gegen Bauchleiden genannt; danach folgt eine historische Arzneiangabe zu drei Nishka Punarnava-Wurzel mit Salz …
26.319 … die durch Berührung und Rezitation geweiht nach einem Monat Bauchgeschwülste und Kolik beseitigen soll. Täglich tausend Durva-Opfer über einen Monat und die Verehrung des Gottes werden gegen Schwindsucht genannt.
26.320 Entsprechende Opfer mit Öl oder Honig werden gegen Prameha, eine Gruppe von Harn- und Stoffwechselbeschwerden, genannt; tausend Lotusopfer gegen Augenleiden.
26.321 Vierzehnfach besprochenes Wasser wird zum Waschen bei Augenleiden genannt; zehnfach besprochenes Wasser zum Übergießen mit einem Gefäß.
26.322 Ebenso oft besprochene frische Butter soll als Salbung ausbreitende Hautentzündungen innerhalb von sieben Tagen beseitigen. Die Verse 318–322 dokumentieren historische Heilvorstellungen und sind keine medizinischen Behandlungsempfehlungen.
26.323 Täglich hundertacht Apamarga-Opfer, ebenso viele Verneigungen und sorgfältiger Nyasa sollen Apasmara, also anfallsartige Bewusstseinsstörungen, sowie sonstige Graha-Bedrängnisse beseitigen.
26.324 In einem mit reinem Wasser gefüllten Krug wird Sudarshana-Narasimha innerhalb einer Mondscheibe betrachtet, mit einem aus Nektar bestehenden Körper, und mit den Darbringungen verehrt.
26.325 Nach hunderttausend Wiederholungen wird ein Gebissener damit begossen; auch Berührung mit der linken Hand soll Gift entfernen. Diese magische Aussage bietet keinen verlässlichen Schutz bei einem Giftbiss.
26.326 Nun folgt die im dreizehnten Manvantara erschienene, Lebensgenuss und Befreiung gewährende Narasimha-Gestalt. Ihr Bija Kshraum wird eingerahmt …
26.327 … mit Maya zur Gewährung von Lebensgenuss, mit Om zur Befreiung. Puja und Anwendungen entsprechen dem einsilbigen Mantra.
26.328 Nun wird Narasimha namens Abhayaksha beschrieben, der in einem weiteren Manvantara erscheint und sämtliche Furcht vernichtet.
26.329 Seine Formel beginnt: „Om Namo Bhagavate Narasimhaya“, danach die Anrufung des Glanzes allen Glanzes und „Erscheine, erscheine …“
26.330 „… du mit Vajra-Krallen und Vajra-Fangzähnen! Die verborgenen Anlagen des Karma zerreiße, zerreiße! Die Finsternis verschlinge, verschlinge! Svaha! Furchtlosigkeit im eigenen Selbst …“ Die Wortgrenzen sind an dieser Stelle beschädigt.
26.331 „… möge überreich werden! Om Kshraum.“ Die Formel wird als zweiundsechzigsilbig bezeichnet. Shuka ist der Seher, Atijagati das Versmaß; das Übrige entspricht dem Vorherigen.
26.332 „Damit habe ich dir, Göttin, die vedisch gelehrte Sadhana der vierzehn Narasimha-Gestalten beschrieben, die Lebensgenuss und Befreiung gewährt.“
26.333 Nun werden Vamanas glückverheißende Mantras erläutert. In jedem Manvantara nimmt König Bali dem Götterherrn die Herrschaft über die drei Welten …
26.334 … und gibt sie Hari wieder zurück, so die verkürzte Erzählung. In einem Manvantara wird Bali selbst Indra.
26.335 Sechs Vamana-Gestalten erscheinen demnach im Kalpa. Die erste Formel beginnt: „Om Namo Vishnave Surapataye Maha …“
26.336 „… Balaya Svaha“ – „Verehrung dem Vishnu, Herrn der Götter, dem überaus Mächtigen“. Der Mantra wird als achtzehnsilbig bezeichnet. Indu ist der Seher, Viraj das Versmaß und Vamana die Gottheit.
26.337 Die Glieder werden mit Gruppen von einer, zwei, drei, fünf, fünf und zwei Silben eingesetzt. An Brauenmitte, Hals, Herz, Nabel, Füßen und Wurzelbereich …
26.338 … werden die sechs Wortgruppen eingesetzt; dies ist der Wort-Nyasa. Eine weitere Folge beginnt an Kopf, beiden Augen, beiden Ohren, Nase und Mund …
26.339 … und führt über Hals, Herz, Arme, Nabel, Rücken, verborgenen Körperbereich, Knie und Füße. Die besondere Bezeichnung dieses Gliedernyasa ist in der Vorlage unklar.
26.340 Ein Buchstaben-Nyasa nennt Kopf, Stirn, Augen, Ohren, Nase, Mund, Gaumen, Hals, Arme, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsbereich, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Füße und Rücken.
26.341 Man betrachtet Vamana auf einem Lotus unter einem strahlenden goldenen Schirm, hell wie der Vollmond, von Shri und Bhumi an beiden Seiten umarmt.
26.342 Seine Größe wird als zweiundfünfzig Fingerbreiten bezeichnet; er glänzt wie ein strahlender Kristall. Links hält er eine goldene Schale mit Joghurt-Reis, rechts einen goldenen Nektarkrug. Auf dem Vishnu-Sitz werden Sonne und Feuer …
26.343 … sowie die Mondscheibe als Grundlage des Yogasitzes vergegenwärtigt. Die Sitzformel ruft Vishnu mit Soma zur Erquickung der drei Welten an und beginnt mit Om und Namah, endet mit Svaha. Ihre Angabe als neunsilbig passt nicht zum ausgeschriebenen Wortbestand.
26.344 Damit wird der Yogasitz verehrt. In der Mitte des sechsblättrigen Lotus folgt die Verehrung des mächtigen Vamana.
26.345 Auf den sechs Blättern stehen die sechs Glieder; im äußeren sechzehnblättrigen Bereich beginnt die Reihe der Shaktis mit Pusha, Sumanasa, Priti, Pushti und Tushti …
26.346 … Riddhi, Dhriti, Saumya, Marichi, Mundamalini, Shashini, Subhaga, Lakshmi und Ichchha …
26.347 … ferner eine als Sampurnamanuka überlieferte Gestalt und als sechzehnte Amrita. Danach wird auf acht Blättern Vasudeva verehrt; der weitere Wortlaut ist verkürzt und offenbar unvollständig.
26.348 Die Rezitation erfolgt mit ungeteilter Aufmerksamkeit in der Hälfte oder nochmals der Hälfte einer zuvor vorausgesetzten Zahl, die an dieser Stelle fehlt. Ein Zehntel wird mit Milchreis geopfert; Wasserspenden und weitere Handlungen folgen.
26.349 Im eigenen Haus wird ein Mandala angelegt und Vamana in seiner Mitte verehrt. Nachts gekochter Joghurt-Reis wird als Wohlstand verleihende Speise dargebracht.
26.350 Wer Nahrung erstrebt, dem werden täglich achtundzwanzig Gaben weißen Reises mit Ghee zugeordnet; dies soll unerschöpfliche Versorgung gewähren.
26.351 Achttausend Gebäckopfer mit den sechs Geschmacksrichtungen sollen Unglück vertreiben und großen Wohlstand verschaffen.
26.352 Zehntausend Gaben Joghurt-Reis mit Zucker sollen dem Mantrakundigen überall, wohin er geht, Berge von Nahrung verschaffen.
26.353 Zehntausend Lotussamenopfer nahe einem Bilva-Baum sollen nach einem Jahr einen Strom von Reichtum und große Fülle hervorbringen.
26.354 Wer Wissen erstrebt, betrachtet Janardana, rezitiert hunderttausendmal und opfert Milchreis; dadurch soll er selbst zum Herrn der Rede werden.
26.355 Für Kinderwunsch werden hunderttausend Wiederholungen sowie Blätter des Putrajiva-Baumes als Opfer in einem Feuer aus dessen Holz genannt; dies soll einen guten Sohn schenken.
26.356 Der Gott wird als roter Trivikrama betrachtet; zehntausend Oleanderblüten als Opfer sollen allseitigen Sieg verleihen.
26.357 Für Schutz werden zehntausend Lotusopfer genannt. Die Betrachtung seiner Indra-Stellung soll rasch unangefochtene Herrschaft verschaffen.
26.358 Zehntausend honigbenetzte Apamarga-Blätter oder Gewürznelken, verbunden mit dem Namen der Zielperson, werden der Unterwerfung zugeordnet.
26.359 Für Gesundheit nennt der Text über sieben Tage je hundert Apamarga-Gaben sowie die gleiche Zahl Mantrawiederholungen und verspricht Befreiung von Krankheiten.
26.360 Für langes Leben werden zehntausend Gaben mit den drei süßen Stoffen, Sesam und Durva sowie einer unsicher bezeichneten weiteren Zutat genannt; ebenso viele Rezitationen sollen Lebensdauer verleihen.
26.361 Unter Betrachtung der Trivikrama-Gestalt werden tausendacht Wiederholungen genannt; durch Vamanas Gnade soll man von Fesseln beziehungsweise Gefangenschaft frei werden.
26.362 Durch den Dienst an Dadhi-Vamana, dem Vamana mit Joghurtgabe, bleibe in den drei Welten nichts unerreichbar. Nun folgt Sarvajneshvara-Vamana.
26.363 Dem vorherigen Mantra wird „Om Klim Shrim Vam“ hinzugefügt. Chyavana ist der Seher, Gayatri das Versmaß.
26.364 Sarvajneshvara-Vamana ist die Gottheit. Die Formel wird als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet; Klim mit sechs Vokalformen dient dem Gliedernyasa.
26.365 Man betrachtet den Gott kampferweiß, auf einem Lotus sitzend, freundlich, mit schönen Augen und einem bezaubernden Lächeln.
26.366 Er trägt Stab und Nektarkrug, leuchtet wie der Herbstmond und hat Joghurt-Reis mit Beigaben sowie eine kostbare, reine Schale. So wird Hari, der Herr der Welten, betrachtet, der die Not aller nimmt.
26.367 Die gesamte Verehrung folgt dem vorherigen Verfahren. Nach Mantravollendung werden die besonderen, den eigenen Wünschen entsprechenden Handlungen ausgeführt.
26.368 Tausend Gaben von Opferspeise sollen Wohlstand und Getreidegewinn verleihen.
26.369 Getreide- und Nahrungssamenopfer werden genannt; tausend Opfer mit Lotussamen sollen Ängste beseitigen. Die Verbindung der ersten Stoffangaben ist verkürzt.
26.370 Ghee mit Joghurt als Opfer soll aus schlechter Lebenslage befreien. Vamanas Trivikrama-Gestalt wird betrachtet und der Mantra vergegenwärtigt …
26.371 … um schreckliche Unheilserscheinungen abzuwehren. Der Götterherr wird auf ein Tuch oder eine Wand gemalt und als Yajna-Vamana mit Duftstoffen verehrt; dies soll großen Wohlstand und weitere Wünsche erfüllen.
26.372 Nun folgt als dritte Form Bhoga-Vamana. „Om Namo Bhagavate Vishnave“ wird als zehnsilbiger Mantra genannt.
26.373 Mit dem vorherigen Mantra verbunden gelte die Formel als zweiundzwanzigsilbig; wie diese Zählung zustande kommt, ist aus den vorliegenden Angaben nicht eindeutig. Kapila ist der Seher, Gayatri das Versmaß.
26.374 Die von allen verehrte Gottheit ist Bhoga-Vamana. Der Gliedernyasa verwendet Silbengruppen von drei, vier, drei, fünf, fünf und zwei.
26.375 Bhoga-Vamana ist blau und vierarmig, trägt Muschel, Diskus, Keule und Lotus und gewährt seinen Verehrern alle Formen von Lebensgenuss.
26.376 Puja und alles Weitere entsprechen dem Vorherigen. Keine andere Gestalt, heißt es, schenke in diesem Leben in gleicher Weise ihre Früchte.
26.377 Nun folgt als vierte Gestalt Balaka-Vamana. Die Formelanweisung nennt Om, Namah, Maya und eine mit Balaka beginnende Anrufung; das folgende Wort ist als Vidhe überliefert und nicht sicher.
26.378 Mit einem Teil des vorherigen Mantras verbunden wird sie als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet. Die Silbengruppen für den Gliedernyasa sind drei, eine undeutliche Zahl, sechs, fünf, fünf und zwei; aus dieser beschädigten Anweisung wird keine vollständige Formel rekonstruiert.
26.379 Hari trägt gelbes Obergewand, Munja-Grasgürtel, Lendenschurz und heilige Schnur. Er ist dunkel und hält Wasserkrug, Joghurt-Reis, Stab und Schirm. So wird der in Verkleidung erschienene Vamana betrachtet.
26.380 Die Verehrung bleibt wie zuvor. Er soll Nahrung, Wissen und Land verleihen und seinen Verehrern Furchtlosigkeit schenken.
26.381 Als Speiseregeln werden der Verzicht auf Tanduli-Gemüse, Udumbara-Früchte, Nahrung aus Ahnenritualen und Gurken genannt.
26.382 Man soll weder von Lotus- noch von Arka-Blättern essen und weder Spelzen noch Baumwollsamen berühren.
26.383 Ameisenhügel, Kuhdung und den Schatten eines Brahmanen soll man nicht überschreiten. Götter, Feuer und Guru werden hingebungsvoll verehrt. Unter Einhaltung dieser historischen Regeln soll der Mantra vollendet werden.
26.384 Nun folgt der allgestaltige Vamana. Die Formel beginnt „Om Namo Bhagavate Mayabalavishnave“ und wird mit dem früheren Mantrateil verbunden; sie gilt als sechsundzwanzigsilbig.
26.385 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß, Om das Bija und Svaha die Shakti. Shri Mayabalaka-Vamana ist die Gottheit.
26.386 Die Glieder werden mit Gruppen von drei, vier, acht, fünf, fünf und zwei Silben eingesetzt; dies ergibt allerdings siebenundzwanzig statt der genannten sechsundzwanzig Silben. Meditation, Puja und Anwendungen bleiben wie zuvor; Nahrung, Wissen, Land und Furchtlosigkeit werden versprochen.
26.387 Als sechste Gestalt folgt Bali-Vamana. Der Mantra beginnt „Om Namo Bhagavate Balivamanaya …“
26.388 „… Sarvapattivinashanaya Shrim“ – „dem Vernichter aller Bedrängnisse“. Er wird als dreiundzwanzigsilbig bezeichnet.
26.389 Vach ist der Seher, Jagati das Versmaß und Bali-Vamana die Gottheit. Die sechs Wortgruppen dienen dem sechsgliedrigen Nyasa; alles Weitere bleibt wie zuvor.
26.390 Nun wird Parashuramas Mantra erläutert. Der mächtige Sohn Jamadagnis ist während eines ganzen Kalpas ein und derselbe: eine aus Renuka hervorgegangene Sonne, die die Finsternis böser Krieger vernichtet.
26.391 Seine Gayatri lautet: „Brahmakshatra wollen wir erkennen; über den Vernichter der Krieger meditieren wir. Rama möge unseren Geist anregen.“
26.392 Bharadvaja ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Shri Parashurama, der seinen Verehrern liebevoll zugewandt ist, die Gottheit. Der Gliedernyasa verwendet acht, fünf, drei, zwei und vier Silben; eine sechste Gruppe wird trotz der Sechserbezeichnung nicht klar aufgeführt.
26.393 Die Wörter werden an Augen, Ohren, beiden Nasenöffnungen, beiden Lippen, Brüsten, Armen, beiden Körperseiten und Füßen eingesetzt.
26.394 Die Versviertel werden am Wurzelbereich, Herzen und Kopf eingesetzt. Ein weiterer Nyasa beginnt an Kopf, Augen, Ohren, Nase, Wangen, Kiefern und Mund …
26.395 … und führt über Hals, Schultern, Arme, Hände, Seiten, Herz, Rücken, Bauch, Nabel, Hüfte, After, Geschlechtsorgan, Oberschenkel, Knie und Unterschenkel …
26.396 … bis zu den Füßen. Nach der Silbeneinsetzung werden drei Gestalten betrachtet. In der sattvigen Form ist er weiß und sein Körper mit Asche bestreut.
26.397 Er trägt Krone und Ohrringe, zeigt Gaben- und Furchtlosigkeitsgesten und hält weitere, teilweise unklar bezeichnete Gegenstände. Er ist ein beweglicher, zum Kampf gegen Krieger bereiter Brahmane, gelb gekleidet und nach Wunsch gestaltwandelnd; die letzte Wendung über den Blick junger Frauen ist unsicher.
26.398 In der tamasigen Gestalt trägt er eine vom Blut der Krieger benetzte Axt; seine Augen sind rot, die heilige Schnur liegt am Ohr, und er gleicht Yama.
26.399 Das Dröhnen seines Bogens erschreckt die drei Welten. Die rajasige Gestalt ist vierarmig, trägt einen Stößel und ist zornig.
26.400 Auf einem Vishnu-Sitz wird er verehrt; auf vier Blättern vor ihm Jamadagni, Kala, Renuka und Kama.
26.401 Auf den entsprechenden Blättern folgen die sechs Glieder; auf einem äußeren achtblättrigen Lotus die Veden in den Hauptrichtungen und die Upavedas in den Zwischenrichtungen.
26.402 Auf einem weiteren achtblättrigen Lotus werden die Avatare verehrt; ihre zusätzliche Bezeichnung ist beschädigt. Danach folgen Brahmastra, Vaishnavastra, Raudrastra und Vayavyastra …
26.403 … Agneyastra, Nagastra, Mohana, Stambhana, eine als Aindrapalika bezeichnete Waffe und das große Pashupata.
26.404 Diese zehn Waffen werden auf zehn Blättern verehrt. Auf zwölf weiteren Blättern folgen Kashyapa, Bharadvaja, Vishvamitra und Gautama …
26.405 … Vasishtha, Narada, Atri, Pulastya, Pulaha, Kratu, Yajnavalkya und Bhargava. Auf sechzehn weiteren Blättern folgen …
26.406 … Samhitas, Puranas, Mimamsa, Nyaya, Samkhya, Patanjalas Yoga, die Kunstlehre und die sechs Vedangas …
26.407 … ferner sämtliche Upapuranas, Itihasa-Purana und Smritis. Die genaue Verteilung auf sechzehn Blätter ist nicht ausdrücklich erklärt. In der Einfassung folgen Richtungshüter und Waffen.
26.408 Hunderttausend Rezitationen je Silbe, ein Feueropfer mit Zucker, Ghee und Milchreis sowie die weiteren Handlungen bis zur Brahmanenspeisung sollen den Mantra vollenden.
26.409 Der Text beschränkt diese Vollendung auf einen Brahmanen, der beständig seine heiligen Pflichten erfüllt und Gayatri rezitiert.
26.410 Dem Mantra wird das erste Viertel der Gayatri vorangestellt; hunderttausend Wiederholungen und das zuvor beschriebene Feueropfer werden genannt. Dabei wird Rama in seiner sattvigen Gestalt betrachtet.
26.411 Dies dient nach dem Text Nachkommenschaft, Eheschließung, Landwirtschaft, Regen, weltlichen Gütern, Vermögen und Vollendung der Rede.
26.412 Tausend, zehntausend, hunderttausend, eine Million und zehn Millionen Wiederholungen werden der Reihe nach für mögliche, schwierige, sehr schwierige, nur durch göttliche Hilfe erreichbare und scheinbar unmögliche Vorhaben genannt.
26.413 Das Feueropfer beträgt jeweils ein Zehntel der Rezitationszahl. Zur Abwehr nachteiliger Ritualfolgen …
26.414 … wird die gleiche Zahl Gayatri-Wiederholungen genannt. Niemals soll auch nur die geringste Feindseligkeit gegen Brahman beziehungsweise die brahmanische Überlieferung entstehen; der Ausdruck lässt beide Bezüge zu.
26.415 Mit dem mittleren Gayatri-Viertel verbunden wird der Mantra rezitiert; Sesam, gekochter Reis und Ghee werden geopfert. Dabei wird die rajasige Rama-Gestalt betrachtet.
26.416 Dies soll Länder, Dörfer, Städte, Kinder und Kühe schützen sowie große Seuchen und Pocken befrieden. Die Angabe dokumentiert eine historische religiöse Seuchenabwehr.
26.417 Mit dem letzten Gayatri-Viertel verbunden wird der Mantra rezitiert; das Feueropfer verwendet senfölbenetzte Stoffe. Dabei wird die tamasige Gestalt betrachtet.
26.418 Als Wirkung werden Vernichtung aller Feinde und Beseitigung von Krankheiten genannt. Gegen eine bestimmte Person gerichtet, soll das Verfahren deren Untergang bewirken.
26.419 Die jährliche große Puja findet am dritten Tag der hellen Monatshälfte Vaishakhas statt und wird hingebungsvoll und sorgfältig vollzogen.
26.420 Ein König, der sich vor einem Parashurama verehrenden Brahmanen verneigt und dann in den Kampf zieht, soll seine Feinde besiegen und wohlbehalten heimkehren.
26.421 Ein von einem Rama-Verehrer übergebener, in einem Buch niedergeschriebener Mantra gelte als unmittelbar wirksam und bedürfe keiner vorbereitenden Vollendung.
26.422 Jedes Yantra, jeder Mantra und jede Vidya, die im Buch stehen und aus dem Mund eines Rama-Verehrers kommen, werden als sicher vollendet erklärt.
26.423 Als zum Rama-Mantra berechtigt gilt nach den historischen Zugangsvorschriften des Textes jemand aus angesehener Abstammung, der die sechzehn Lebensweihen empfangen hat und dessen beide Familienlinien als rein angesehen werden.
26.424 Franken beziehungsweise Europäer, Yavanas, Chinesen, Menschen aus Khorasan und weitere als Fremde bezeichnete Gruppen sollen beim bloßen Anblick eines Rama-Verehrers erschrecken und sich verneigen. Dies ist eine polemische Machtbehauptung des Textes.
26.425 Im Wald wird ein Sandbild Shri Ramas angefertigt und verehrt; der Übermut eines Feindes soll befriedet werden. Dazu werden Blumenopfer genannt.
26.426 Die Opferformel lautet: „Das Heer des bezeichneten Königs opfere ich.“ Binnen sieben Tagen soll dessen Heer in entsprechendem Umfang vernichtet sein.
26.427 Wer auf dem Mahendra-Berg, in Kashi oder in einem einsamen Wald rezitiert, dem soll Rama innerhalb eines Jahres sichtbar erscheinen.
26.428 Rama sei montags in Kashi, während der Ahnenmonatshälfte in Gaya, bei Vollmond in Shurparaka und bei Sonne im Steinbock in Prayaga gegenwärtig …
26.429 … ferner bei Sonne im Löwen an der Godavari, bei Sonne im Wassermann in Gangadvara und bei Sonnenfinsternis in Kurukshetra.
26.430 Seine Namen beginnen: „Ursprünglicher Rama, Sohn Jamadagnis, Beender der Kriegergeschlechter, Axtträger, Geber, Töter und Wiederbeleber seiner Mutter …“
26.431 „… Bewohner der Meeresküste, von Mahesha in allem Unterwiesener, Beschützer der Kühe, Kuhspender, Vollzieher brahmanischer und kriegerischer Aufgaben.“
26.432 Wer diese zwölf Namen zu den drei Tagesübergängen rezitiert, soll weder vorzeitigen Tod noch Armut oder das Ende seiner Familienlinie erfahren.
26.433 Diese wunderbare Gayatri Shri Parashuramas wird als in allen Tantras geheim gehalten und als herrschaftsverleihend für die Könige des Kali-Zeitalters gerühmt.
26.434 Nun folgen die Lebensgenuss und Befreiung gewährenden Mantras Ramas, der nach dem Text in jedem Manvantara erschien. Der Zusammenhang wechselt hier zu Ramachandra.
26.435 Mit dem Wandel der Yugas erscheint im Kalpa der Rama-Avatar. Zuerst wird sein sechssilbiger Mantrakönig erläutert.
26.436 „Ramaya Namah“ wird jeweils Ram, Klim, Hrim, Aim, Shrim oder Om vorangestellt. So ergeben sich sechs Formen des sechssilbigen Mantras.
26.437 Ihre Seher sind der Reihe nach Brahma, Sammohana, Shakti, Dakshinamurti, Agastya und Shri Shiva.
26.438 Gayatri ist das Versmaß, Shri Rama die Gottheit. Danach werden Varianten mit jedem der fünfzig Matrika-Buchstaben am Anfang beschrieben …
26.439 … die außerdem mit Lakshmi-, Sprach- oder Liebes-Bija beziehungsweise Om beginnen. So werden zweihundert Formen des Ramachandra-Mantras gezählt.
26.440 Mit dem Namen Ramabhadra ergeben sich entsprechend zweihundert weitere Formen. Für die mit Shrim beginnenden wird Vishvamitra als Seher genannt.
26.441 Für die mit dem Sprach-Bija beginnenden gilt Dakshinamurti, für die mit dem Liebes-Bija beginnenden Sammohana als Seher.
26.442 Für die mit Om beginnenden gilt Shri Shiva. Wenn Ramabhadra oder Ramachandra jeweils zwischen Shrim, Maya oder dem Liebes-Bija stehen, ergeben sich sechs weitere sechssilbige Formen.
26.443 Die zuvor genannten sechs Formeln mit Namah-Schluss können auch mit Phat beziehungsweise Svaha enden; jede Schlussart ergibt wiederum sechs Formen.
26.444 Damit werden insgesamt vierundzwanzig Varianten beschrieben.
26.445 An Brahmarandhra, Brauenmitte, Herz, Nabel, Geschlechtsbereich und Füßen wird ein sechsgliedriger Nyasa mit den Bijas in sechs Vokalformen vollzogen.
26.446 Rama wird im Heldensitz betrachtet, mit der erklärenden Handgeste, der anderen Hand auf dem linken Oberschenkel und begleitet von Sita und Lakshmana.
26.447 Hunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Zehntel als Feueropfer mit süß benetzten Bilva-Blättern, -Früchten oder -Blüten, Sesam oder Lotusblüten werden genannt.
26.448 Die Verehrung erfolgt auf einem Vishnu-Sitz, die Gestalt wird mit dem Wurzelmantra vergegenwärtigt. Links von Rama wird Sita mit „Shrim Sitayai Svaha“ verehrt.
26.449 Danach wird Lakshmana hinter der Spitze des dreieckigen Bereichs verehrt.
26.450 Links im Dreieck wird der Sharnga-Bogen, rechts werden die Pfeile verehrt; danach auf den sechs Blättern die sechs Glieder.
26.451 Außen folgt der achtblättrige Lotus mit Verehrung in den vorgesehenen Richtungen.
26.452 An seinen Staubfäden werden Atman, Nivritti, Antaratman, Pratishtha, Paramatman und Vidya …
26.453 … ferner Nanatman und Shanti verehrt.
26.454 In den Blattmitten folgen Vasudeva, Shri, Sankarshana, Shanti, Pradyumna, Aniruddha und Rati. Die Liste ist für acht Positionen offenbar unvollständig.
26.455 Hanuman, Sugriva, Bharata und Vibhishana …
26.456 … sowie der Nishada-Herrscher, Angada, Shatrughna und Jambavan werden an den Blattspitzen verehrt. Davor erscheint erneut Anjaneya, also Hanuman, mit gefalteten Händen rezitierend.
26.457 Danach werden die Minister Dhriti, Jayanta, Vijaya, Surashtra, Rashtravardhana, Akopa und Dharmapala der Reihe nach verehrt.
26.458 Es folgen Vasishtha, Vamadeva, Jabali, Gautama, Bharadvaja, Kashyapa, Valmiki und Kaushika …
26.459 … Narada, Sanaka, Sanatana und Sanatkumara, auf einem äußeren zwölfblättrigen Lotus.
26.460 Danach werden Nila, Nala, Sushena, Mainda, Sharabha, Dvivida und Gavaksha genannt, mit Kronen und Ohrringen versehen …
26.461 … ferner Shrivatsa, Kaustubha, Muschel, Keule, Diskus und Lotus auf sechzehn Blättern. Die Zuordnung und die Ergänzung der sechzehn Plätze bleiben unvollständig; die personalen Gestalten werden vorn mit gefalteten Händen beschrieben.
26.462 Die acht Vasus heißen hier Dhruva, Dhara, Soma, Apas, Anila, Anala, Pratyusha und Prabhata.
26.463 Die Rudra-Reihe beginnt mit Virabhadra, Shanda, Girisha, Mahayashas, Ajaikapad, Ahirbudhnya, Pinakin und Aparajita …
26.464 … und setzt sich mit Bhuvanadhishvara, Kapalin, Dishampati, Sthanu und Bhaga fort. Obwohl der Text elf Rudras nennt, enthält der Wortlaut mehr mögliche Namen; einige können auch Beiwörter der vorhergehenden sein.
26.465 Als Adityas werden Vivasvat, Surya, Vedanga, Bhanu, Indra, Ravi, Gabhasti, Yama, Sarvasakshin und Divakara …
26.466 … sowie Chitra und Vishnu genannt, insgesamt zwölf.
26.467 Abschließend wird Dhatri verehrt. Diese Gottheiten stehen auf zweiunddreißig Blättern; die Rechnung geht nur mit der vom Text vorausgesetzten Elfzahl der Rudras auf.
26.468 Außen in der Einfassung folgen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie ihre Waffen.
26.469 Wer so den Mantra vollendet hat, gilt als zu den besonderen Anwendungen befähigt.
26.470 Lotus- und sandelholzbenetzte Jati-Blüten werden Reichtum zugeordnet; blaue Wasserlilien sollen einen Kubera gleichen Besitz verleihen.
26.471 Bilva-Blüten nach dem Ende der Regenzeit sollen die ganze Welt unter Einfluss bringen.
26.472 Durva-Gaben werden langem Leben, rote Lotusblüten der Vermehrung von Vermögen zugeordnet.
26.473 Nach dem zuvor beschriebenen Verfahren wird Feuer in der Grube eingesetzt; darin wird der Gott angerufen und mit den Darbringungen verehrt.
26.474 Fünf oder sechzehn Verehrungsgaben werden verwendet. Das Feuer wird mit Palasha-, Ashvattha-, Khadira-, Udumbara-, Mango- und Banyanholz oder anderen opfergeeigneten Hölzern genährt.
26.475 Darin wird Raghava nach dem bereits beschriebenen Verfahren sorgfältig verehrt.
26.476 Hunderttausend oder fünfzigtausend Mantrawiederholungen und ein Zehntel als Sesam-Feueropfer sollen jedes gewünschte Ziel erfüllen.
26.477 Bilva-Blüten im verehrten Feuer sollen Herrschaft und Fülle verleihen.
26.478 Palasha-Blüten sollen den Ritualisten zum Kenner der Veden machen.
26.479 Durva und Guduchi, gemeinsam oder einzeln geopfert, werden Freiheit von Krankheit und langem Leben zugeordnet.
26.480 Rama wird als Liebesgott, Sita als Rati betrachtet. Der anschließende Verweis auf Schutzformel, Japa und Feueropfer ist syntaktisch unvollständig.
26.481 Wer Rama als Spender von Erkenntnis hingebungsvoll verehrt und Puffreis opfert, soll eine zu ihm passende Partnerin erhalten.
26.482 Nach vorschriftsmäßiger Verehrung Ramas wird im hellen Feuer Milchreis mit den drei süßen Stoffen geopfert; dies soll umfassende Herrschaft und Vermögen verleihen.
26.483 Sesam, Reis und Ghee werden dem von der Welt verehrten Gott geopfert. Ein Jahr lang werden täglich sechstausend Wiederholungen …
26.484 … und ein Zehntel als Feueropfer mit gheegetränkter Nahrung genannt. Dadurch soll der Verehrer selbst zum Ernährer vieler Menschen werden.
26.485 Bilva-Blüten, Kumuda-Blüten und Bilva-Blätter sollen als Opfer bald Wohlstand verleihen.
26.486 Nach Verehrung Ramas mit seinen Gliedern wird ein Jahr lang Japa von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang genannt, mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Die Frucht sei selbst Göttern schwer erreichbar; durch Freiheit von Anhaftung beziehungsweise souveräne Herrschaft werde man unter Menschen hervorragend.
26.487 Als weiteres Gelübde werden in Vollmondnächten Japa und Feueropfer von Mondaufgang bis Monduntergang über ein Jahr genannt.
26.488 Nachts wird verehrt, am folgenden Tag geopfert. Das Gelübde endet mit der Speisung von Brahmanen.
26.489 Wer solche Mond- und Sonnengelübde vollzieht, soll hier Lebensgenuss und jenseits Befreiung erlangen.
26.490 Rote Lotus-, Bandhuka- und rote Wasserlilienblüten werden im geweihten Feuer geopfert, um bestimmte Menschen zu beeinflussen.
26.491 Für äußeren Wohlstand und Lebensgenuss werden hunderttausend Wiederholungen mit ungeteilter Aufmerksamkeit und ein Zehntel als Opfer mit Bilva-Blättern oder -Blüten genannt.
26.492 Hunderttausend Wiederholungen am Meeresufer oder bei einem Kuhstall, verbunden mit Milchdiät und Milchreis-Ghee-Opfern, sollen den Verehrer zu einer Schatzkammer des Wissens machen.
26.493 Für die Rückgewinnung eigener Herrschaft werden Gemüseernährung, Aufenthalt im Wasser, hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Bilva-Blattopfer genannt.
26.494 Nach Fasten wird Rama inmitten der Ganga verehrt und hunderttausendmal rezitiert. Als Feueropfer dienen Lotusblüten, Sesam oder Jati-Blüten mit den drei süßen Stoffen.
26.495 Dies soll einem Menschen mit geringem Glück beständiges gutes Geschick verleihen. Danach nennt der Text ein Mondopfer für königliche Fülle; die anschließende Vorschrift im Monat Vaishakha verlangt unverwandtes Betrachten Raghavas.
26.496 Fastend, schweigend und inmitten der fünf Feuer werden hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Lotusopfer genannt; der Text verspricht Gesundheit. Diese strenge historische Askese ist keine Selbstpraxisempfehlung.
26.497 Im Monat Magha werden Aufenthalt im Wasser, Nahrung aus Knollen, Wurzeln und Früchten, hunderttausend Wiederholungen und Milchreisopfer im geweihten Feuer genannt …
26.498 … in Höhe eines Zehntels. Dies soll Wohlstand sowie Söhne und Enkel verleihen, die Shri Rama gleichen.
26.499 Wenn der Mantrakundige von mächtigen Feinden in Besitz und Gemüt bedrängt wird, soll er nach dem Text deren Namen mit „Hana Hana“ – „schlage, schlage“ – in die Rezitation einfügen.
26.500 Dabei wird Raghupati zornig wie ein zweites Weltenbrandfeuer betrachtet, den Bogen mit aufgelegtem Pfeil bis zum Ohr gespannt …
26.501 … mit heftigen Pfeilschauern alle Gegner vernichtend, rotäugig, der Beste der großen Helden, auf Indras Wagen stehend …
26.502 … umgeben von Lakshmana, Hanuman und unzähligen weiteren Helden, die große Bäume in den Händen emporheben …
26.503 … mit vajragleichen Körpern, schrecklichem Hum-Ruf und gewaltigem Gebrüll gegen die Feindesschar im Kampf anstürmend.
26.504 Bei dieser Vorstellung werden Fasten und Shalmali-Blütenopfer im Umfang eines Zehntels zur Tötung eines Gegners genannt. Selbst ein überaus mächtiger Feind, behauptet der Text, bleibe dann nicht bestehen.
26.505 Der Feind wird als Ravana, das eigene Selbst als Rama betrachtet; das zuvor erläuterte Verfahren soll ihn mühelos töten. Dies ist historische Tötungsmagie, keine spirituelle Handlungsempfehlung.
26.506 Für Lähmung der Feindesschar wird Rama als von Trauer und Zorn über Sitas Entführung überwältigt betrachtet. Genannt werden Fasten, Aufenthalt im Wasser, Rezitation und ein Zehntel als Sesamopfer.
26.507 Der Name der Zielperson wird mit dem Wind-Bija und „Trasaya“ – „erschrecke“ – verbunden; dazu folgen fastende Rezitation und Sesamopfer.
26.508 Rama wird bekümmert und bei der Suche nach Sita verzweifelt betrachtet; der Gegner erscheint als Ravana. Der Anschluss der weiteren Beschreibung ist nicht ganz klar.
26.509 Am Meeresufer bei Lankas goldener Mauer sitzt er in einer Versammlung, umgeben von Sugriva und anderen, Göttern sowie Narada und weiteren Weisen …
26.510 … verehrt, mit Lakshmana an seiner Seite. Dem herangekommenen Vibhishana, der Zuflucht sucht, gewährt er …
26.511 … seine Gnade. Hunderttausend Wiederholungen und Lotusopfer sollen einen König oder Herrn rasch an den eigenen Ort herbeiführen.
26.512 Ein weiteres Bild beschreibt ihn, wie er aus Zuneigung die Augen schließt, den Geliebten wiederholt wahrnimmt und sich plötzlich freut; dies soll eine geliebte Person bald herbeiführen.
26.513 Hunderttausend Wiederholungen unter Betrachtung Ramas und ein Opfer roter Lotusblüten sollen selbst einen König oder Herrn rasch bezaubern.
26.514 Ein mit Om beginnender Mantra wird Befreiung, einer mit Shrim Lebensgenuss, einer mit dem Sprach-Bija Redegabe und einer mit dem Liebes-Bija allgemeiner Unterwerfungswirkung zugeordnet. Entsprechende Einrahmungen sollen den verschiedenen Zielen dienen.
26.515 Nun wird der einsilbige Mantra Ramas erläutert, der im Svarochisha-Manvantara erschien: Ram.
26.516 Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß und Rama die Gottheit. Murti-Panjara- und Tattva-Nyasa werden vollzogen.
26.517 Das Bija mit sechs Vokalformen dient dem sechsgliedrigen Nyasa. Meditation und Puja bleiben wie zuvor; dreihunderttausend Wiederholungen werden genannt.
26.518 Als dritte Form folgt der zweisilbige Mantra „Rama“, der Lebensgenuss und Befreiung gewähren soll.
26.519 Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem einsilbigen Mantra. Anfang und Ende dienen dem Gliedernyasa; Meditation, Puja und Anwendungen entsprechen dem sechssilbigen Verfahren.
26.520 Der Mantra wird in Felder mit schrittweise steigender Anzahl eingeschrieben; die vorausgehenden Zahlenangaben sind beschädigt und lassen keine sichere Zahlenordnung erkennen. Unter vorschriftsmäßiger Betrachtung Ramas folgt seine Verehrung mit sechzehn Darbringungen.
26.521 Die Handlung beginnt in der dunklen Monatshälfte und endet bei Vollmond. Sie soll die jeweiligen Anliegen erfüllen; die Schlusswendung über Verse beziehungsweise Blätter ist unklar.
26.522 Sie soll geringere Krankheiten von Elefanten, Pferden, Rindern und Kindern sowie gegnerische magische Handlungen und ausgesandte Krityas beseitigen.
26.523 Als weitere Wirkungen nennt der Text Befreiung aus Gefangenschaft, Beseitigung von Krankheit, Nachkommenschaft, Gelingen von Unternehmungen, Rückgewinnung verlorener Herrschaft und Güter, Ansehen, Einkommen, große Siddhi und Weltherrschaft.
26.524 Die vierte Mantraform entsteht, indem dem zweisilbigen „Rama“ jeweils Om, Maya, Shrim, das Liebes-Bija, das Sprach-Bija oder das eigene Bija vorangestellt wird. So ergeben sich sechs dreisilbige Formen.
26.525 Nyasa, Puja und Anwendungen entsprechen dem früheren Verfahren.
26.526 Nun folgt der im sechsten Manvantara erschienene Mantra: „Ramaya Namah“, als fünfsilbig bezeichnet.
26.527 Vishvamitra ist sein Seher, Pankti das Versmaß und Ramabhadra die Gottheit. Die erste und die letzte Silbe gelten als Bija und Shakti.
26.528 Die Silben werden an Brauenmitte, Herz, Nabel und unteren Körperstellen eingesetzt; die letzten Ortsangaben wiederholen den Fußbereich und sind nicht eindeutig. Die fünf Silben dienen den ersten Gliedern, der gesamte Mantra der Waffe.
26.529 Man betrachtet den Herrn im Wald am Fuß eines Wunschbaumes, auf einem Blumensitz beziehungsweise Pushpaka sitzend. Aus dem Augenwinkel betrachtet er einen von Lakshmana bereitgelegten Pfeil; Janaki fächelt ihm Luft zu.
26.530 Sein Kopf trägt eine Fülle verfilzter Haare, seine Gestalt ist dunkel und von Weisen umgeben. Lakshmana hält den Schirm. Alternativ wird er auf dem Pushpaka-Wagen betrachtet …
26.531 … als friedvoller Vernichter des zehnköpfigen Ravana, mit Sugriva und Vibhishana. Wer Sieg erstrebt, rezitiert hunderttausendmal je Silbe; Feueropfer, Wasserspenden und Anwendungen folgen dem bisherigen Verfahren.
26.532 Für das siebte Manvantara werden zwei Formeln genannt: „Ramachandraya Namah“ und „Ramabhadraya Namah“.
26.533 Beide gelten als siebensilbig und von den sieben Sehern verehrt. Meditation, Puja und Anwendungen entsprechen dem sechssilbigen Mantra.
26.534 Für das Savarni-Manvantara werden die beiden siebensilbigen Formeln jeweils mit einem der sechs Bijas von Om an verbunden.
26.535 So entstehen zwölf achtsilbige, wunscherfüllende Mantras. Meditation, Puja und Japa entsprechen dem sechssilbigen Verfahren.
26.536 Für das neunte Manvantara wird eine Formel mit Om, dem Namen Rama im Dativ, einem als Krodha bezeichneten Schlusslaut und Svaha genannt.
26.537 Sie gilt als achtsilbig. Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem sechssilbigen Mantra. Sie soll alle Mängel beseitigen und Sieg im Kampf gewähren; der Krodha-Laut wird hier nicht ausgeschrieben.
26.538 Für das zehnte Manvantara lautet der achtsilbige Mantra: „Krum Hrim Namo Ramaya Hrim“.
26.539 Sadashiva ist sein Seher, Gayatri das Versmaß und Ramachandra die Gottheit.
26.540 Für Herz und Kopf wird jeweils „Namo Ramaya Hrim“ genannt. Die übrigen Glieder werden mit den langen Vokalformen des Maya-Bijas, verbunden mit Om und der fünfsilbigen Formel, eingesetzt; die Anweisung ist verkürzt.
26.541 „Wir verehren Rama, dreiäugig, mit Halbmond, Dreizack und verfilztem Haar, den ganzen Körper mit Asche bestreut.“ Hier erscheint Rama ausdrücklich in shivaitischer Gestalt.
26.542 Seine Shakti Sita wird als ihm liebe, höchste Schönheit betrachtet, mit Mondschmuck, drei Augen, Schlinge, Stachelstock, Bogen und Pfeilen. Hunderttausend Wiederholungen je Silbe werden genannt.
26.543 Feueropfer und Puja entsprechen dem sechssilbigen Mantra. Besonders werden Lebensgenuss und Sieg im Kampf als Wirkungen genannt.
26.544 Für das elfte Manvantara werden die beiden siebensilbigen Formeln jeweils mit einem der sechs Bijas von Om an eingerahmt …
26.545 … sodass zwölf neunsilbige Mantras entstehen. Meditation und Puja entsprechen dem siebensilbigen Verfahren.
26.546 Für das zwölfte Manvantara lautet die Formel „Hum Janakivallabhaya Svaha“ – „Dem Geliebten Janakis, Svaha“.
26.547 Sie gilt als zehnsilbig. Vasishtha ist der Seher, Svaraj das Versmaß; die Gottheit ist Rama, der Sitas Hand bei der Hochzeit ergreift.
26.548 Die Anfangssilbe ist das Bija, die Schlussformel die Shakti. Das Bija in sechs Vokalformen dient dem Gliedernyasa. Die zehn Silben werden an Kopf, Stirn, Brauenmitte, Augen, Hals und Brust …
26.549 … Nabel, Oberschenkeln, Knien und Füßen eingesetzt. Danach wird Rama in Ayodhya in einem prächtigen goldenen Pavillon betrachtet …
26.550 … mit einem Baldachin aus Mandara-Blüten und geschmückten Torbögen, auf einem Löwenthron über dem Pushpaka sitzend.
26.551 Rakshasas, Affenhelden und Götter auf herrlichen Himmelswagen preisen ihn; erfreute Weise dienen ihm.
26.552 Sita schmückt seine linke Seite, Lakshmana steht bei ihm. Er ist dunkel, freundlich im Gesicht und mit allem Schmuck versehen.
26.553 Unter dieser Betrachtung werden hunderttausend Wiederholungen je Silbe mit ungeteilter Aufmerksamkeit genannt. Japa, Puja und Anwendungen entsprechen dem sechssilbigen Verfahren.
26.554 Für das dreizehnte Manvantara lautet die Formel „Ramaya Dhanushpanaye Svaha“ – „Rama, der den Bogen in der Hand trägt, Svaha“.
26.555 Sie wird als zehnsilbig bezeichnet. Brahma ist der Seher, Viraj das Versmaß und Rama, der Vernichter der Rakshasas, die Gottheit. Ram ist das Bija …
26.556 … Svaha die Shakti. Der sechsgliedrige Nyasa erfolgt mit dem Bija; Buchstaben-Nyasa, Meditation und vorbereitende Vollendung …
26.557 … entsprechen dem früheren zehnsilbigen Mantra. Rama wird mit Bogen und Pfeilen betrachtet. Besonders soll die Formel Sieg und alle erwünschten Güter gewähren.
26.558 Für ein weiteres Manvantara wird „Om Namo Bhagavate Ramachandraya“ genannt.
26.559 Der Mantra gilt als zwölfsilbig und zweifach; die zweite Variante wird nicht ausdrücklich ausgeführt. Seher, Meditation und Japa entsprechen dem zehnsilbigen Verfahren. Er soll Wohlergehen bewirken.
26.560 Nun folgt der von Hanuman, dem Sohn des Windes, verehrte Mantraführer: „Shri Rama Jaya Rama Jaya Rama Jaya“.
26.561 Er wird als dreizehnsilbig bezeichnet; die übrigen Verfahren entsprechen dem zehnsilbigen Mantra. Drei Wortgruppen werden zweimal verwendet, um die sechs Glieder einzusetzen. Die hier überlieferte Formel wird nicht an eine anderswo verbreitete Fassung angeglichen.
26.562 Der von Bharata verehrte achtzehnsilbige Mantra lautet: „Om Namo Bhagavate Ramaya Mahapurushaya Svaha“.
26.563 Vishvamitra ist sein Seher, Gayatri das Versmaß und Ramabhadra, der Ravanas Hochmut zerschlägt, die Gottheit.
26.564 Om ist das Bija, Namah die Shakti. Für den sechsgliedrigen Nyasa werden die Namen Ramachandra, Koshalendra und Satyasandha …
26.565 … Ravanantaka, Sarvalokahita und Shashvatprasannavadana genannt, jeweils im Dativ und mit Namah: der König Koshalas, der seinem Wort Treue, Ravanas Vernichter, das Heil aller Welten und der stets freundlich Blickende.
26.566 Im Garten Nandigramas, an Bharatas verehrter Stätte, herrlich von duftenden Blumen und Baumgruppen geschmückt …
26.567 … mit Trommeln, Pauken, Muscheln und anderen Instrumenten, ringsum erfüllt von Siegesrufen und Segensworten …
26.568 … duftend nach Sandelholz, Safran, Ushira, Kampfer und Agarholz, vom Wind mit Blumendüften erfüllt und von singenden Götter- und Gandharvenfrauen geschmückt …
26.569 … sitzt Raghava auf einem Löwenthron über dem Pushpaka, mit Lakshmana und Sita, geschmückt mit einer Krone aus verfilztem Haar.
26.570 Dunkel, mit Bogen und Pfeil, von Sugriva und Vibhishana begleitet, kehrt er nach Ravanas Tötung heim und hat die drei Welten beschützt.
26.571 Mit dieser Betrachtung Ramabhadras im Herzen werden eine Million Mantrawiederholungen genannt. Feueropfer, Puja und Anwendungen entsprechen dem sechssilbigen Verfahren.
26.572 Nun folgt der von Vibhishana verehrte Mantra, der Befreiung, königliche Fülle und den Verehrern Furchtlosigkeit schenken soll.
26.573 „Ramabhadra, großer Bogenschütze, Held der Raghu-Linie, bester König, Vernichter des Zehnköpfigen! Ram, beschütze! Gib mir Wohlstand, lass ihn mir zukommen!“
26.574 Dies gilt als zweiunddreißigsilbiger Mantra. Vishvamitra ist der Seher, Anushtubh das Versmaß und Ramabhadra die Gottheit.
26.575 Für den Gliedernyasa werden Gruppen von vier, vier, vier, vier, acht und acht Silben genannt. Der Buchstaben-Nyasa beginnt an Kopf, Stirn, beiden Augen und Ohren …
26.576 … Wangen, Nasenöffnungen, Mund, Schulteransätzen, Ellbogen und Handgelenken …
26.577 … und führt über Hals, beide Brüste, Herz, Nabel, Bauch, Hüfte, Geschlechtsorgan, After, beide Oberschenkelansätze, Knie und Knöchel.
26.578 Nach der Silbeneinsetzung gilt man als zum Japa befähigt. Die Meditation entspricht der früheren; hunderttausend sorgfältige Wiederholungen werden genannt. Wer Reichtum erstrebt, kann Rama gelb betrachten.
26.579 Nun folgt Lakshmanas Mantra, beginnend mit „Om Namo Bhagavate Raghunandanaya“ …
26.580 … und einer beschädigten Anrufung als Rakshasa-Vernichter beziehungsweise Reiner, danach „dem Lieblichen, dem freundlich Blickenden, dem von unermesslichem Glanz …“
26.581 „… dem Starken, Rama, Vishnu, Verehrung“. Der Mala-Mantra wird als siebenundvierzigsilbig bezeichnet; der beschädigte Mittelteil wird hier nicht zu einer vollständigen Sanskritformel rekonstruiert.
26.582 Brahma ist sein Seher, Anushtubh das Versmaß und der zum König geweihte Rama die Gottheit. Om ist das Bija, Namah die Shakti.
26.583 Die Glieder werden mit Gruppen von sieben, sechs, sieben, zehn, sechs und elf Silben eingesetzt. Der Silben-Nyasa beginnt an Kopf, Gesicht, Brauenmitte, Augen, Ohren und Nasenöffnungen …
26.584 … Wangen, Lippen, Zahnreihen, Mund, Achseln, Ellbogen und Handgelenken …
26.585 … Fingeransätzen, Fingerspitzen, Hals, Herz, beiden Brüsten, Seiten, Rücken und Hand …
26.586 … Bauch, Nabel, Svadhishthana, Geschlechtsorgan, After, Oberschenkeln, Knien und Füßen; abschließend wird der ganze Körper einbezogen.
26.587 Die Meditation entspricht dem zehnsilbigen Mantra. Hunderttausend Wiederholungen werden genannt, danach Opfer mit Bilva-Blüten oder -Blättern beziehungsweise Sesam mit den drei süßen Stoffen …
26.588 … oder mit entsprechend gesüßtem Milchreis beziehungsweise Lotusblüten, insgesamt ein Zehntel der Rezitationszahl. Wasserspende, Besprengung und Brahmanenspeisung schließen sich an; die Anwendungen bleiben wie zuvor.
26.589 Nun folgt die siegverleihende Rama-Gayatri, die Shatrughna verehrte und die Angehörige der Sonnendynastie rezitierten.
26.590 „Den Sohn Dasharathas wollen wir erkennen; über den Geliebten Sitas meditieren wir. Rama möge unseren Geist anregen.“
26.591 Diese Rama-Gayatri soll den Verehrern Lebensgenuss und Befreiung gewähren. Zehn Wiederholungen, behauptet der Text, tilgen die seit der Geburt begangenen Verfehlungen.
26.592 Hundert beziehungsweise tausend Wiederholungen werden mit der Tilgung früherer Verfehlungen verbunden. Vierhunderttausend sollen sicher zur Befreiung führen.
26.593 Puja und weitere Handlungen bleiben wie zuvor. Mit Om eingeleitet gilt diese Gayatri als unmittelbar befreiend.
26.594 Mit Maya eingeleitet soll sie Besitz, mit Shrim höchste Fülle gewähren; mit dem Liebes-Bija verbunden die Erde bezaubern.
26.595 Nun folgt der von Shri Sita verehrte Mantra: „Shri Ramaya Hum Phat Svaha“, als neunsilbig bezeichnet.
26.596 Agastya ist sein Seher, Pankti das Versmaß und Shri Rama, der Sohn Dasharathas, die Gottheit.
26.597 Svaha ist die Shakti, Ram das Bija; mit ihm erfolgt der sechsgliedrige Nyasa. Die mit Ya beginnende Lautreihe samt Nasalpunkten dient einem fünfgliedrigen Nyasa.
26.598 Rama wird dunkel wie das Blatt einer blauen Wasserlilie betrachtet, mit einer Krone aus verfilztem Haar, gelben Gewändern, Bogen und Pfeilen.
26.599 Rechts steht Lakshmana, goldglänzend und gekrönt; links die höchste Herrin, Ursprung der Welt und Urnatur …
26.600 … Sita, goldhell wie eine Champaka-Blüte, weiß gekleidet, mit allem Schmuck und Juwelenohrringen, zweiarmig. Der Gott hält Bogen und Pfeile, Sita einen Lotus.
26.601 Alternativ wird Rama vierarmig mit Muschel, Diskus, Schwert und Sharnga-Bogen betrachtet, mit Sita und Lakshmana unter einem Wunschbaum.
26.602 So wird Rama im Herzen vergegenwärtigt und innerlich oder äußerlich verehrt. In der Mitte des Sechsecks steht Rama, an den Ecken seine Glieder.
26.603 Auf dem äußeren achtblättrigen Lotus werden, im Osten beginnend, Bharata, Hanuman, Lakshmana und Jambavan verehrt …
26.604 … danach Sugriva und Vibhishana, ferner Sita vor Sugriva. Die acht Plätze sind in dieser Liste nicht vollständig bezeichnet. Richtungshüter und Waffen folgen.
26.605 Zwölfhunderttausend Wiederholungen, ein Feueropfer mit Ashoka-Blüten, Wasserspenden und weitere Handlungen sollen den Mantra für besondere Anwendungen vollenden.
26.606 Blätter des roten Apamarga mit den drei süßen Stoffen oder Lotusblätter werden als Feueropfer zur Beeinflussung von Menschen genannt.
26.607 Asche aus Hibiskusblütenopfern soll als Stirnzeichen dieselbe Wirkung haben; Mallika-Blüten sollen die Welt unter Einfluss bringen.
26.608 Dreihunderttausend Wiederholungen sollen umfassendes Wissen verleihen, sechshunderttausend selbst zuvor unbekannte Lehrtexte erschließen. Bei neunhunderttausend soll der Verehrer sich wie ein Gott mit himmlischen Frauen erfreuen.
26.609 Eine historische Einnahmevorschrift verbindet Ghee von einer braunen Kuh mit Durva-Saft und Mantrabesprechung während einer Mond- oder Sonnenfinsternis; die zusätzliche Wortverbindung zur Befreiung beziehungsweise zu Heilpflanzen ist beschädigt.
26.610 Außerdem werden Jyotishmati-Öl mit Ankola-Saft oder reiner Brahmi-Saft genannt und mit rascher Allwissenheit verbunden. Diese substanzgebundenen Wirkversprechen sind keine Empfehlung zur Einnahme.
26.611 Dreitausend tägliche Wiederholungen zu den drei Tagesübergängen sollen binnen eines Monats große Machtfülle verleihen.
26.612 Zehntausend Lotusblüten mit den drei süßen Stoffen als Opfer sollen den Wohlstand Suchenden zu einem zweiten Yaksha-König Kubera machen.
26.613 Hunderttausend Bilva-Blattopfer an einem vorgeschriebenen Ort sollen einen Schatz verschaffen. Der Vers wiederholt die Blattbezeichnung, ohne den Unterschied zu erläutern.
26.614 „Nun werde ich euch, ihr Götter, den großen erkenntnispendenden Mantra erläutern, den ich selbst und Sanaka und die übrigen Weisen verehren.“
26.615 „Om, Verehrung dem göttlichen Brahman, Rama von ungehinderter Einsicht, dem Besten der durch höchste Hymnen Gepriesenen, dessen Füße von denen verehrt werden, die den Stab der Gewalt niedergelegt haben.“
26.616 Shukadeva ist der Seher, Anushtubh das Versmaß, Shri Rama die Gottheit und Ram das Bija. Varya, „der Vorzügliche“, wird als Shakti genannt.
26.617 Die vier Versviertel und der gesamte Mantra bilden den fünfgliedrigen Nyasa. Meditation und weitere Handlungen entsprechen dem früheren Verfahren; hunderttausend Wiederholungen gelten als Vorbereitung.
26.618 Ghee- und Milchreisopfer sowie Brahmanenverehrung folgen. Die Anwendungen entsprechen dem früheren Mantra; besonders wird diese Formel dem nach Befreiung Strebenden zugeordnet.
26.619 Nun folgt der von Indra verehrte Mantra, durch den der Götterherr aus Ravanas Gefängnis befreit worden sein soll.
26.620 „Om Namo Bhagavate Ramabhadraya Bandivimuktashrinkhale Svaha“ wird als zweiundzwanzigsilbiger Mantra genannt; er ruft die Lösung der Fesseln eines Gefangenen an, ist aber in diesem Ausdruck grammatisch auffällig.
26.621 Vibhishana ist der Seher, Jagati das Versmaß, Svaha die Shakti, Om das Bija und Ramabhadra die Gottheit. Die Wortgruppen dienen dem sechsgliedrigen Nyasa; hunderttausend Wiederholungen werden genannt.
26.622 Feueropfer und alles Weitere entsprechen dem Vorherigen. Für wen zehntausend Wiederholungen vollzogen werden, der soll binnen sieben Tagen frei werden.
26.623 Nun folgt Sitas wunderbarer Mantra: „Shri Sitayai Namah Svaha“. Er wird als sechssilbig bezeichnet, obwohl der ausgeschriebene Wortlaut mit beiden Schlussformeln länger ist.
26.624 Janaka ist der Seher, Gayatri das Versmaß und die erhabene Sita die Gottheit. Shrim ist das Bija; die weiteren Schlussbestandteile werden der Shakti zugeordnet. Das erste Bija in den langen Vokalformen dient den sechs Gliedern.
26.625 Die Verehrung erfolgt auf einem Vishnu-Sitz. Sita wird mit Raghava verbunden betrachtet, goldglänzend, mit einem Lotus in der Hand und ganz dem Anblick Ramas zugewandt.
26.626 Hunderttausend Wiederholungen je Silbe sollen den Mantra vollenden. Ghee wird Gesundheit, Getreide und Betel der Beeinflussung, Shri-Früchte und Sesam Lebensgenuss beziehungsweise Befreiung zugeordnet; die genaue Paarung der letzten Wirkungen ist verkürzt.
26.627 Nun werden Krishnas wunderbare Mantras erläutert. Dieser erhabene Krishna erscheint am Übergang von Dvapara zu Kali.
26.628 Zur Entfaltung der für Kali bestimmten religiösen Wege und zur Rettung seiner Verehrer nimmt er in jedem Manvantara einundsiebzig Gestalten an.
26.629 Wer nach seiner Lehre handelt, erlangt Befreiung; wer seine besonderen göttlichen Handlungen nachahmt, fällt ab. So wird das Wesen jener Vishnu-Erscheinung am Zeitalterübergang erklärt.
26.630 Im ersten Kali-Zeitalter erscheint er den Liebesspielen mit verschiedenen Gopis zugewandt. Die nächste Aussage über den Fall der Handelnden ist beschädigt; seine Unterweisung wird eindeutig als Mittel zur Befreiung bezeichnet.
26.631 Wer seinem eigenen Dharma treu ist, soll nicht mehr im Kali-Zeitalter geboren werden. Nun folgt sein Mantra als Mittel zu Lebensgenuss und Befreiung.
26.632 „Gopijanavallabhaya Svaha“ – „Dem Geliebten der Gopis, Svaha“ – ist der zehnsilbige Mantra. Narada ist sein Seher, Viraj das Versmaß.
26.633 Nandas Sohn ist die Gottheit, Klim das Bija und Svaha die Shakti. Für den Nyasa gilt „Achakraya“ dem Herzen, „Vichakraya“ dem Kopf …
26.634 … „Suchakraya“ der Haarlocke, „Trailokyarakshanachakraya“, dem die drei Welten schützenden Diskus, dem Schutzpanzer …
26.635 … und „Asurantakachakraya“, dem die Asuras vernichtenden Diskus, der Waffe. Danach wird der Mantra am ganzen Körper eingesetzt.
26.636 Mit den entsprechenden Schlussformeln erfolgt der fünfgliedrige Nyasa außerdem an den fünf Fingern sowie an Herz, Kopf, Haarlocke und Schutzpanzer …
26.637 … Waffe, beiden Seiten, Hals, Rücken und Kopf. Danach werden Handflächen und Handrücken mit einer umfassenden Einsetzung einbezogen.
26.638 Der ganze Mantra wird mit Om eingeleitet und mit Namah abgeschlossen. Die weitere Einsetzung verläuft vom linken bis zum rechten Daumen …
26.639 … mit den zehn einzelnen, jeweils von Om eingerahmten und mit Namah verbundenen Silben. Diese Form heißt Samhara-Nyasa, Einsetzung der Rücknahme.
26.640 Vom rechten zum linken Daumen verläuft der Schöpfungs-Nyasa; von beiden Daumen zu den kleinen Fingern der Erhaltungs-Nyasa.
26.641 Mit diesen drei Formen sind insgesamt fünf Nyasas beschrieben.
26.642 Der zuvor erläuterte fünfgliedrige Nyasa an den zehn Fingern beider Hände gilt als sechster.
26.643 Zuerst wird der Wurzelmantra, dann ein Matrika-Buchstabe mit Nasalpunkt gesprochen; anschließend folgt die umgekehrte Verbindung mit dem Wurzelmantra. Dies ist der siebte Nyasa.
26.644 Die nächste Einsetzung erfolgt an Füßen, beiden Händen, Herz, Mund, Kopf, erneut Herz sowie am ganzen Körper; die letzten Ganzkörperangaben sind wiederholend und nicht eindeutig unterschieden.
26.645 Zehn Tattvas werden genannt: Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Ichbewusstsein, Mahat, Prakriti, Purusha und das Höchste. Dies ist der achte, Tattva-Nyasa genannte Vorgang.
26.646 Dieselbe Folge wird umgekehrt vom ganzen Körper bis zu den Füßen eingesetzt. Dies heißt der neunte, umgekehrte Tattva-Nyasa.
26.647 Mit beiden Händen wird der von Om eingerahmte Mantra dreimal vom Kopf bis zu den Füßen am ganzen Körper eingesetzt. Dies ist der zehnte Nyasa.
26.648 Die mit Nasalpunkten versehenen Mantrasilben werden an Füßen, Knien, Geschlechtsorgan, Bauch, Herz, Mund, Nasenöffnungen, Ohren, Augen und Kopf eingesetzt. Dies heißt Samhara-Nyasa; der Schlussausdruck nennt nochmals den Kopf.
26.649 In der umgekehrten Folge, vom Kopf über Augen, Ohren, Nase, Mund, Herz, Bauch, Geschlechtsorgan und Knie bis zu den Füßen, werden die Silben im zwölften, Schöpfungs-Nyasa eingesetzt.
26.650 Der dreizehnte, Erhaltungs-Nyasa beginnt am Herzen, führt über Bauch, Geschlechtsorgan, Knie und Füße zum Kopf und weiter zu Augen, Ohren, Nase und Mund.
26.651 Der vierzehnte Nyasa nennt Muladhara, Geschlechtsorgan, Nabel, Herz, Hals, Mund, beide Schultern und beide Oberschenkel.
26.652 Der fünfzehnte nennt Schulterbereich, Nabel, Bauchseite, Herz, Hüfte, beide Körperseiten, Rücken und Vorderseite; die Zehnzahl der einzelnen Stellen ist nicht vollständig deutlich.
26.653 Der sechzehnte setzt die Silben an Kopf, Brauenmitte, beiden Augen, Ohren, Nasenöffnungen und Wangen ein.
26.654 Am rechten Arm folgen Schulteransatz, Armmitte, Handgelenk, Fingeransätze und Fingerspitzen sowie die fünf einzelnen Finger vom Daumen an …
26.655 … als siebzehnter Nyasa. Entsprechend erfolgt der achtzehnte am linken Arm und an der linken Hand.
26.656 Der neunzehnte nennt rechten Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel, Zehenansätze und -spitzen sowie die einzelnen Zehen von der großen Zehe an.
26.657 Entsprechend erfolgt der zwanzigste am linken Bein. Der einundzwanzigste beginnt am Kopf, dessen Bereichen und dem ganzen Kopf und bezieht beide Arme und Gelenke ein; die genaue Stellenverteilung bleibt verkürzt.
26.658 Der zweiundzwanzigste nennt Kopf, Augen, Mund, Hals, Brust, Bauch, Muladhara, Geschlechtsorgan, Knie und Füße.
26.659 Der dreiundzwanzigste heißt Paar-Nyasa und bezieht Ohren, Wangen, Schultern, Brüste, Seiten, Arme, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße jeweils paarweise ein.
26.660 Die zehn Nyasas vom vierzehnten bis zum dreiundzwanzigsten werden zusammen Vibhuti-Panjara, „Schutzhülle der göttlichen Machtfülle“, genannt.
26.661 Ihnen werden Glück, erfüllte Wünsche, Besitz, Ruhm und Schönheit zugeschrieben, ebenso die Beeinflussung von Männern, Frauen und Königen. Sie sollen Lebensgenuss, Befreiung und Hingabe an Vishnus Lotusfüße verleihen.
26.662 Danach wird der fünfte Narasimha-Nyasa, Murti-Panjara genannt, übernommen; er soll Verfehlungen tilgen.
26.663 Erneut folgen Schöpfungs- und Erhaltungs-Nyasa sowie ein zehngliedriger Nyasa nach dem zu Beginn erläuterten Verfahren.
26.664 Sämtliche zuvor genannten Vishnu-Mudras werden gezeigt. Nachdem der Körper so zur Verkörperung des Mantras geworden ist …
26.665 … wird Krishna, der ewige Herr der Welt, betrachtet, wie ihn die Upanishaden lehren. Zuerst vergegenwärtigt man sich das liebliche, blumengeschmückte Vrindavana.
26.666 Frische Triebe und reiche Früchte erfüllen es; Bienen summen und Papageien und andere Vögel rufen.
26.667 Die Gischttröpfchen der nahen Yamuna, der Sonnentochter, kühlen den Wald. Darin steht ein Wunschbaum mit frischen, schönen Trieben …
26.668 … mit weit ausgebreiteten Zweigen und Früchten aus den neun Edelsteinen, hoch aufragend und die Welt mit Strömen göttlichen Nektars übergießend.
26.669 Darunter liegt Erde, mit funkelnden Juwelen besetzt und mit Blütenstaub geschmückt, frei von den sechs Wogen des leidvollen Daseins.
26.670 Dort wird ein rubingepflasterter Yogasitz betrachtet, darauf der beschriebene achtblättrige Lotus mit Edelsteinblättern.
26.671 In seiner Mitte sitzt Krishna entspannt. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit wird der mächtige Gott betrachtet, strahlend wie die aufgehende Sonne und mit freundlichem Gesicht.
26.672 Er selbst glänzt wie Saphir, hat langes, geschmeidiges Haar und einen von schönen Pfauenfedern geschmückten Körper.
26.673 Locken umspielen sein leuchtendes Gesicht, und eine Wasserlilie ziert sein Ohr.
26.674 Er trägt ein Gorochana-Stirnzeichen; sein Gesicht gleicht dem Vollmond, seine Augen Lotusblüten. Leuchtende Juwelen schmücken die Makara-förmigen Ohrringe.
26.675 Die Anmut seiner Wangen übertrifft einen reinen Spiegel. Seine Nase ist wunderbar schön, seine Lippen gleichen einer reifen Bimba-Frucht.
26.676 Seine Zähne werden mit Granatapfelkernen verglichen, sein schöner Hals mit einer Muschel. Waldblätter und Blumen bilden seinen Halsschmuck.
26.677 Seine breite, hohe Brust erstrahlt im Glanz Kaustubhas und trägt das Shrivatsa-Zeichen. Seine Schultern sind kräftig wie die eines Stieres; er trägt eine Kette.
26.678 Seine Arme reichen bis zu den Knien, drei Falten zieren den Bauch, kleine Glocken den Hüftgürtel und Schmuck den Hals.
26.679 Seine reinen Fußsohlen tragen Zeichen von Diskus, Muschel, Lotus, Nektargefäß, Gewand und Vajra; die Gegenstandsliste ist stellenweise ungewöhnlich, wird aber beibehalten.
26.680 Die Finger liegen auf den Löchern der Flöte, die an seinen Gesichtslotus geführt ist. Die Folge ihrer sanften Klänge zieht den Geist unwiderstehlich an.
26.681 Seine Seitenblicke bezaubern unablässig alle Lebewesen, sein Geist ist von höchster Wonne erfüllt. Ihn umgeben Wesen, deren Herzen und Augen ganz seinem Gesichtslotus zugewandt sind.
26.682 Kühe mit schweren Eutern bewegen sich langsam; ihre aufgenommenen Bissen halten sie inne oder lassen sie fallen. Die Beschreibung des Kauens ist beschädigt.
26.683 Milch strömt aus ihren Zitzen; die folgende Darstellung von Lauten und schaumigen Flüssigkeiten ist nicht vollständig verständlich, betont aber den lieblichen Anblick.
26.684 Kälber richten beide Ohren auf und lauschen begierig der durch sein Flötenspiel hervorgebrachten Melodie.
26.685 Sie bewegen die Köpfe, offenbar vom Reiz des Hörens erfasst, und berühren beim gegenseitigen Drängen den Boden mit den Hufen. Der erste Halbvers ist beschädigt.
26.686 Krishna ist umgeben von weiblichen und männlichen Kälbern mit glänzenden, kräftigen Körpern und schönen herabhängenden Hautfalten am Hals.
26.687 Kleine und große Tiere drängen bewegt herbei; mit aufgerichteten Ohren trinken sie den Nektar des Flötenklangs.
26.688 Gleichaltrige Gefährten umgeben ihn, singend, tanzend, sprechend und preisend, in verschiedenen Gewändern, von lieblicher Gestalt und mit nektargleichen Worten.
26.689 Halsamulette aus Tigerkrallen schmücken sie. Danach wird die Schar der erwachsenen Hirtenfrauen betrachtet. Die Vorlage nummeriert diesen Vers irrtümlich erneut als 681.
26.690 Ihre Wellen von Haltung und Gefühl beleben die Liebeskraft. Außerhalb der Hirtinnen, Hirten und Kühe werden die Götterscharen vergegenwärtigt.
26.691 Vor dem Gott der Götter stehen diejenigen, die Reichtum begehren; rechts die Schar der dem Veda-Studium hingegebenen Weisen.
26.692 Die nach Dharma Strebenden und die mit Menaka beginnende Gruppe werden genannt; die Richtungszuordnung ist verkürzt. Links folgen Yogameister, Yakshas, Gandharven und Kinnaras …
26.693 … Siddhas, Vidyadharas, Charanas und Apsarasen, die auf Vinas mit reicher Vielfalt von Tönen spielen.
26.694 Im Luftraum wird Narada betrachtet, der vorzügliche Weise ohne Hochmut. Nach dieser Meditation erfolgt die innere Verehrung auf dem im eigenen Körper vergegenwärtigten Sitz.
26.695 Danach folgt die äußere Puja. Mit dem Wurzelmantra wird die Gestalt gebildet, die im Nyasa beschriebene Reihenfolge vollzogen und der Gott mit Duftstoffen und weiteren Gaben verehrt.
26.696 Auf dem Vishnu-Sitz mit neun Shaktis wird er so verehrt; zuerst innerlich im eigenen, zum Sitz gewordenen Körper. Der Vers wiederholt damit die Grundfolge.
26.697 Nach Schöpfungs- und Erhaltungs-Nyasa werden die fünf beziehungsweise zehn Glieder verehrt, danach Flöte, Waldblumengirlande, Shrivatsa und Kaustubha.
26.698 Diese werden mit Krishnas dunkler Gestalt verbunden; dann folgt die Verehrung der Umkreise. In den vier Richtungen der Lotusmitte stehen um den Gott …
26.699 … Dama, Sudama, Shridama und Vasudama in leuchtenden Gestalten. An den Staubfäden werden die Glieder verehrt.
26.700 Auf den acht Blättern folgen Krishnas acht Königinnen: Rukmini, Satyabhama, Nagnajits Tochter und die Sonnentochter …
26.701 … Mitravinda, Lakshmana, Jambavati und Sushilika. Sie tragen rechts einen Lotus, links eine Arghya-Schale.
26.702 Sie sind schön, von göttlichem rötlichem Glanz, mit Gewändern und Salbungen versehen, leicht unter der Fülle ihrer Brüste geneigt und mit vielfältigen Juwelen geschmückt.
26.703 An den Blattspitzen werden Vasudeva, Devaki, Nanda, Yashoda, Balabhadra und Subhadra verehrt …
26.704 … ferner Hirten und Hirtinnen, deren Geist ganz auf Krishnas Dienst gerichtet ist. Vasudeva ist goldfarben, Nanda rot.
26.705 Die beiden Mütter werden rot beziehungsweise dunkel dargestellt. Rechts zeigen sie Gabengewährung, links tragen sie eine Schale Kuhmilch; Perlenketten, Juwelenohrringe und weiterer Schmuck zieren sie.
26.706 Balabhadra ist weiß wie Jasmin, trägt Stößel und Pflug, blaue Gewänder und einen einzelnen Ohrring; er ist vom Rausch bewegt. Hirtenkinder verehren ihn mit verschiedenen Gaben in den Händen.
26.707 In der Mitte und außen, im Osten beginnend, werden Mandara, Parijata, Santana, Kalpavriksha und Sandelbaum verehrt …
26.708 … mit langen, großen, sich neigenden Zweigen. In der Einfassung folgen Richtungshüter und Waffen in ihrer vorgeschriebenen Reihenfolge.
26.709 Als Speisegabe werden Kuhmilch mit Zucker, Joghurt und Ghee, gekochte Opferspeise, Kokosnuss, Rohzucker, Puri-Gebäck, frische Butter und Kandiszucker …
26.710 … sowie Honig bereitet. Die Kuh-Mudra wird gezeigt, dann beginnt die Anrufung: „Om Namah Paramatmane, die unvergleichliche …“
26.711 „… Speisegabe bringe ich dar.“ Die Formel wird als zwanzigsilbig bezeichnet. Die Darbringung erfolgt zur vorgesehenen Zeit; das Übrige bleibt wie zuvor.
26.712 Danach wird der eigene Körper mit Sandelpaste geschmückt. Mit dem Wurzelmantra wird die göttliche Gestalt vergegenwärtigt …
26.713 … und es folgen fünf Handvoll-Blumengaben, zunächst mit Tulasi-Blättern. Unter dem Wurzelmantra wird das Paar der Lotusfüße des Gottes verehrt …
26.714 … dann die Körpermitte mit zwei Oleanderblüten, anschließend das Haupt mit zwei Lotusblüten.
26.715 Mit allen diesen Gaben werden weitere Blumenhandvoll-Darbringungen verbunden. Rechts vom Gott werden weiße Blumen dargebracht; die genaue Aufteilung der fünf Gaben ist verkürzt.
26.716 So ist Krishnas Verehrung in sieben Umkreisen beschrieben. Sie soll alle Fülle sowie Lebensgenuss und Befreiung gewähren.
26.717 Eine verkürzte Puja umfasst drei Umkreise: Glieder, Richtungshüter und Waffen. Danach werden acht Krishna-Namen verehrt.
26.718 Dies sind Krishna, Vasudeva, Devakinandana, Damodara, Govinda, Hrishikesha, Kubharahrit …
26.719 … und Dharmasampatkara: der die Last der Erde hinwegnimmt und Dharma-Fülle schafft. Die Namen stehen jeweils im Dativ, mit Om am Anfang und Namah am Ende. Auch mit diesen Formeln allein kann Krishna verehrt werden.
26.720 Arghya-Wasser mit Duftstoffen, Blumen und ungebrochenem Reis wird dargebracht. Nach der Verehrung wird der Gott im eigenen Herzenslotus aufgenommen beziehungsweise dorthin entlassen; anschließend folgt die Verneigung.
26.721 Der nach dem früher erläuterten Verfahren Eingeweihte rezitiert den Mantra, denkt über dessen Bedeutung nach, hält die Regeln ein und beherrscht seine Sinne.
26.722 Zunächst werden vierzigtausend Wiederholungen mit einer Gebetskette aus weißen Lotussamen genannt; danach eine Million zur Reinigung beziehungsweise Vollendung des Mantras.
26.723 Hunderttausend rote Lotusblüten mit Zucker, Ghee und Honig werden geopfert; alternativ vorzügliche Lotusblüten mit Zucker und Ghee.
26.724 Wasserspenden mit reinem Wasser, Kampfer und Sandelholz folgen; nach eigener Begießung werden Brahmanen verehrt …
26.725 … mit verschiedenen Speisen, Betel und Ehrengaben. Danach verneigt sich der Verehrer ordnungsgemäß vor seinem Guru …
26.726 … und erfreut ihn mit Geld, Getreide, Gewändern und weiteren Gaben, ohne Täuschung über die eigenen Mittel und mit höchster Hingabe, zur Vollendung seines Anliegens.
26.727 Nach der Mantravollendung werden die gewünschten besonderen Anwendungen ausgeführt, während tägliche und anlassbezogene Pflichten hingebungsvoll fortgesetzt werden.
26.728 Für eine Anwendung wird Krishna unmittelbar nach seiner Geburt als Devakis Sohn betrachtet: mit Muschel, Diskus, Keule und Lotus, gelb gekleidet, schön und von Himmelsglanz.
26.729 Im letzten Nachtviertel werden hunderttausend Wiederholungen und ein Zehntel als Opfer von Kimshuka-Blüten mit den drei süßen Stoffen genannt. Kraft, Einsicht, Erinnerung und Vorrang unter Dichtern werden versprochen.
26.730 Krishna wird als göttlicher Säugling im Schoß seiner Mutter betrachtet, Hände und Füße bewegend. Wasserspenden, als Milch vorgestellt, werden einem Kinderwunsch zugeordnet.
26.731 Er wird an Putanas Brust trinkend betrachtet, während sie schreit und ihre Lebenskraft zusammenbricht. Etwas mehr als hundert Wiederholungen sollen Rakshasas vernichten; die genaue Kopf- beziehungsweise Körperbeschreibung ist beschädigt.
26.732 Apamarga-Zweige mit Panchagavya werden geopfert. Die folgende Vorschrift verbindet Krishnas Betrachtung mit dem Einnehmen von Opferresten, ist aber sprachlich unklar; sie ist keine heutige Einnahmeempfehlung.
26.733 Eine Begießung Kranker mit tausendfach besprochenem Wasser soll Graha-Bedrängnisse und Kinderkrankheiten beseitigen. Dies ist ein historisches religiöses Heilversprechen.
26.734 Der ganze Mantra wird mit dem eigenen Anliegen verbunden vergegenwärtigt; die genaue Einfügung ist undeutlich. Zehntausend Wiederholungen sollen Hindernisscharen befrieden.
26.735 Eine weitere Betrachtung zeigt Krishna blau, in den Händen frische Butter und Joghurt, mit klingenden Glöckchen und strahlend reinem Schmuck.
26.736 Mit dieser Betrachtung werden Durva-Dreierbündel, Milch und weitere Gaben geopfert und der Mantra rezitiert. Die Zufriedenstellung von Guru und Brahmanen soll Freiheit von Krankheit und weiteren Beschwerden begleiten.
26.737 Unter Betrachtung Krishnas als Zerstörer der karmischen Bindung wird rezitiert. Das Versprengen von besprochenem Wasser soll Bedrängnis beseitigen.
26.738 Govinda wird betrachtet, wie er die Kühe behütet, sie weiden lässt und die Flöte bläst. Dafür werden dieselben zuvor genannten Wirkungen versprochen.
26.739 Krishna tanzt auf Kaliyas Hauben und blickt mit nektargleichen Augen. Unter dieser Vorstellung wird nachts der Mantra rezitiert.
26.740 Eine drohende Geste des linken Zeigefingers soll selbst einen „vom Tod Gebissenen“ augenblicklich beruhigen beziehungsweise retten; ein Ausdruck über dessen Bewusstsein ist beschädigt.
26.741 Hundertacht Wiederholungen auf Kusha-Gras unter Betrachtung des Kaliya bezwingenden Krishna und ein Bad sollen Gift entfernen. Dies ist kein verlässliches Verfahren bei Vergiftungen.
26.742 Krishna wird betrachtet, wie er mit dem linken Arm den Govardhana-Berg trägt und rechts den Schutz des Lebens aller Wesen Vrajas anzeigt.
26.743 Wer auf dem Weg in den Kampf so den Mantra vergegenwärtigt, soll den Feind besiegen; Gefahren wie Gift, heftiger Regen und Wind sollen ihm nichts anhaben.
26.744 Indra wird vorgestellt, dessen Wolkenunternehmen vergeblich wird und der sich zurückzieht. Zehntausend reine Salzopfer sollen Regen verhindern.
26.745 Hari wird beim Wasserspiel mit erwachsenen Gopis in der Yamuna betrachtet, wie sie ihn immer wieder bespritzen. Zehntausend milchbenetzte Opfergaben, deren Stoff nicht genannt ist, sollen reichlichen gewünschten Regen auch außerhalb der Regenzeit bewirken.
26.746 Dieselbe Krishna-Betrachtung und Mantrarezitation über dem Kopf eines durch Verwirrung, Schmerz, Gift, Hautausschläge, Geister, Rakshasas oder Schlangen Bedrängten sollen Erleichterung bringen. Die Vorlage nummeriert diesen Vers irrtümlich 646.
26.747 Krishna wird auf Garuda betrachtet, begleitet von Pradyumna und Bala beziehungsweise einer starken Gefolgschaft, von allen Menschen gepriesen; die Bezeichnung der Menschen ist beschädigt.
26.748 Mit dieser Betrachtung wird über dem Kopf eines von einem Graha Bedrängten rezitiert; selbst ein besonders schrecklicher Graha soll dadurch verschwinden.
26.749 Nach Verehrung Krishnas mit seinen Gliedern im Feuer werden zehntausend milchbenetzte Stücke eines beschädigt bezeichneten Stoffes geopfert, um schweres Fieber zu beseitigen.
26.750 Hari wird im Milchozean betrachtet, wie er die Sommerhitze stillt. Unter Rezitation wird die leidende Person mit beiden Händen berührt; dadurch soll sie Erleichterung erfahren.
26.751 Krishna wird als derjenige betrachtet, der Sandipanis Sohn zurückbringt. Milch und Guduchi als Opfer im geweihten Feuer sollen vorzeitigen Tod abwenden.
26.752 Für Nachkommenschaft wird Krishna mit Arjuna betrachtet, wie er einem Brahmanen dessen verstorbene Söhne zurückgibt; dabei wird der Mantra rezitiert.
26.753 Zehntausend honigbenetzte Putrajiva-Früchte in einem Feuer aus dessen Holz sollen gesunde, langlebige Söhne verleihen.
26.754 Nachts wird Krishna in Abkochungen von Rinden milchsaftführender Bäume angerufen und verehrt; zehntausend Wiederholungen werden genannt. Die anschließende Formulierung über einen „Herrn von hundert Frauen“ ist im Zusammenhang nicht eindeutig.
26.755 Eine Begießung und das Trinken von Ghee am Sonntag werden mit dem Versprechen verbunden, auch eine bislang kinderlose Frau werde nach wenigen Monaten einen Sohn erhalten. Dies ist eine historische Fruchtbarkeitsvorstellung.
26.756 Wasser auf einem Bodhi-Blatt, hundertachtmal besprochen und schweigend getrunken, soll einer Frau innerhalb eines Jahres einen Sohn schenken. Auch dies ist keine medizinisch gesicherte Behandlung.
26.757 Krishna wird betrachtet, wie er die grausame, furchtbare, vom König Kashis ausgesandte Kritya mit seinem Diskus besiegt und Kashi durch deren Feuer …
26.758 … vollständig zu Asche macht; die überlieferte Formulierung des vollständigen Verbrennens ist beschädigt. Nachts werden weiße Senfkörner, mit ihrem eigenen Öl benetzt, geopfert.
26.759 Nach sieben Tagen soll eine von irgendeinem Feind ausgesandte Kritya zu diesem zurückkehren und ihn selbst vernichten.
26.760 Hari wird in einem göttlichen Heiligtum mit Badari-Bäumen betrachtet, wie er Ghantakarna mit beiden Händen berührt.
26.761 Hunderttausend süß benetzte Sesamgaben im hellen Feuer sowie Japa werden zur Tilgung aller Verfehlungen und zur Förderung des Gedeihens genannt.
26.762 Krishna sitzt auf Garuda, dem Herrn der Vögel, lässt Pfeile regnen und verfolgt rasch die fliehende Feindesschar.
26.763 Mit dieser Betrachtung werden siebentausend Wiederholungen genannt; binnen einer Woche sollen die Feinde aus dem Land vertrieben werden.
26.764 Eine weitere beschädigte Bildbeschreibung zeigt Krishna beim Werfen beziehungsweise Herabfallenlassen von Kapittha-Früchten. Zehntausend Wiederholungen werden ebenfalls der Feindvertreibung zugeordnet.
26.765 Die folgende Vorstellung des Gegners als lebloser, gezogener Gestalt ist sprachlich schwer verständlich. Zehntausend Wiederholungen oder ebenso viele Opfer werden genannt …
26.766 … mit dem Geburtsstern zugeordneten Zweigen für Tötungsmagie. Selbst ein Nektar trinkender Gegner, behauptet der Text, sterbe daran.
26.767 Als weitere Opferstoffe werden gute Zweige des Kali-Baumes, mit Neemöl benetzt, genannt.
26.768 Zehntausend nächtliche Gaben bei gefestigtem Geist sollen den Feind in Yamas Stadt führen.
26.769 Für Tötungsmagie auf der Verbrennungsstätte nennt der Text nachts eine Öl-Mischung mit Baumwollsamen, Kurkuma, Neemblättern und den drei scharfen Gewürzen.
26.770 Unmittelbar darauf erklärt der Text: „Tötungsmagie soll man nicht ausführen.“ Falls sie dennoch unter Zwang beziehungsweise gewaltsam ausgeführt wurde, werden zehntausend Rezitationen und ebenso viele Speiseopfer zur Tilgung der Schuld genannt.
26.771 Krishna wird betrachtet, wie er Indra und die übrigen Götter besiegt und den göttlichen Baum mitnimmt. Hunderttausend Wiederholungen sollen allseitigen Sieg verleihen.
26.772 Wer ihn betrachtet, wie er Arjuna den Sinn der Gita erläutert, und dabei den Mantra rezitiert, soll im Dharma wachsen und Vollendung im Yoga erlangen.
26.773 Hunderttausend Blüten eines als Kandaka bezeichneten, nicht sicher bestimmbaren Gewächses, mit den drei süßen Stoffen geopfert …
26.774 … sollen den Verehrer zu einem großen Dichter und Meister der Rede machen, der Veden und Vedangas durchdrungen hat.
26.775 Unter Betrachtung Haris in seiner Allgestalt werden tausendacht Wiederholungen genannt; sie sollen Körper, Haus, Stadt, Dorf und Baugrund schützen.
26.776 Mittags wird Hari nach Vorschrift mit roten Waldblumen verehrt.
26.777 Achttausendundacht Wiederholungen im Haus werden der Beeinflussung von Brahmanen zugeordnet.
26.778 Die Verehrung Krishnas im früher beschriebenen Hirtengewand mit Malati-Blüten und weiteren, durch eine ausdrückliche Textlücke verlorenen Gaben soll Könige wie Diener unterwerfen.
26.779 Rote Oleanderblüten werden der Beeinflussung von Vaishyas, blaue Wasserlilien der von Shudras zugeordnet. Dabei wird Krishna singend und die Menschen bezaubernd betrachtet.
26.780 Für ein weiteres Opfer werden Reis, gheegetränkte Blumen und Ghee mit den Zahlen tausend und täglich siebenhundert genannt; ihre genaue Verteilung ist unklar. Die Opferasche wird anschließend getragen.
26.781 Eine Frau soll dadurch ihren Partner unter Einfluss bringen …
26.782 … ein Mann entsprechend eine Frau wie eine Dienerin unterwerfen. Diese beiden Verse geben historische Vorstellungen wechselseitiger Zwangsbeeinflussung wieder.
26.783 Blumen, Betel, Gewänder, Augenschminke und weitere, teilweise unklar bezeichnete Gegenstände werden tausendfach besprochen; wer sie erhält, soll unter Einfluss geraten.
26.784 Hundertacht Wiederholungen bei Handel, Rechtsstreit oder am Königshof sollen günstige Rede beziehungsweise überzeugendes Sprechen bewirken. Das zentrale Verb ist beschädigt.
26.785 Hari wird unter einem Kadamba-Baum bei den erwachsenen Hirtinnen betrachtet. Apamarga-Zweige mit den drei süßen Stoffen werden zur Beeinflussung der drei Welten geopfert; tägliche tausendfache Rezitation mit Betrachtung seines Rasa-Tanzes …
26.786 … soll binnen eines Monats die ersehnte Partnerin verschaffen. Eine junge Frau soll durch abendliche tausendfache Rezitation bei Betrachtung Krishnas im blütenreichen Baum innerhalb eines Mandala-Zeitraums den gewünschten Bräutigam erhalten; die Satzfügung ist verkürzt.
26.787 Kritamala- und Karanta-Blüten als Opfer sollen Könige mitsamt ihrer Gefolgschaft unterwerfen.
26.788 Bakula-, Palasha- und Zuckerrohrblüten werden der Beeinflussung von Vaishyas und Shudras zugeordnet. Danach nennt der Text rote Wasserlilien, Champaka- und Patali-Blüten …
26.789 … die zehntausendfach mit Honig geopfert Frauen aus dem Händlerstand beeinflussen sollen. Eine weitere Anwendung verwendet täglich Oleanderblüten mit Honig …
26.790 … nachts tausendfach über sieben Nächte. Der Text behauptet als Wirkung, tausend junge erwachsene Frauen würden von Begierde überwältigt und wie Dienerinnen unterworfen. Dies ist historische sexuelle Beeinflussungsmagie, keine Praxisempfehlung.
26.791 Dreitausend nächtliche Opfer mit weißem Senf, Salz und Honig werden der Unterwerfung von Brahmanen zugeordnet.
26.792 Bilva-Früchte, -Blätter oder -Blüten mit den drei süßen Stoffen sowie Lotusblüten mit Reis sollen durch Feueropfer und Wasserspenden beständigen Wohlstand verleihen.
26.793 Keshava wird im Kadamba-Baum betrachtet, nachdem er die Gewänder und Herzen der Hirtinnen an sich genommen hat; dies ist eine Anspielung auf die bekannte Krishna-Erzählung.
26.794 Tausend nächtliche Wiederholungen über zehn Tage sollen selbst Shachi herbeiführen, um wie viel mehr eine menschliche Frau, behauptet der Text.
26.795 Nun wird die im zweiten Kali-Zeitalter erscheinende Gestalt erläutert.
26.796 Der zuvor genannte zehnsilbige Mantra wird von Om eingerahmt und so zwölfsilbig.
26.797 Vorbereitende Vollendung, Japa, Nyasa und Puja entsprechen dem bisherigen Verfahren.
26.798 Auch die besonderen Anwendungen bleiben gleich; nun folgt eine zusätzliche Anwendung.
26.799 Der Gott ist hell wie Mond und Jasmin, mit Augen wie rote Lotusblätter. Seine Arme tragen Diskus, Muschel, Keule und Lotus.
26.800 Göttliche Sandelsalbung und ein als Padmanaman bezeichnetes Schmuckelement zieren ihn. Sein Körper trägt gelbe Gewänder; er ist jugendlich und wird von Weisen verehrt.
26.801 Nandas Sohn wird inmitten eines entfalteten Lotus im eigenen Herzenslotus betrachtet, der uralte und stets neue Purusha.
26.802 Alternativ ist er dunkel wie eine Regenwolke oder wie flüssiges Gold. Zwölfhunderttausend Wiederholungen werden genannt; dazu zwölftausend gute Zweige …
26.803 … von milchsaftführenden Bäumen, mit Milch benetzt, als Feueropfer oder honigbenetzte Opferspeise, bei beherrschten Sinnen.
26.804 Danach wird der ewige Herr des Alls betrachtet, dessen Leib Bewusstsein und Wonne ist, die Sonne gegen die Finsternis des Werdens, im eigenen Herzenslotus …
26.805 … als nicht verschieden vom eigenen Selbst. Täglich werden dreitausend Wiederholungen nach der für die Tagesübergänge beschriebenen Weise genannt.
26.806 Wer diesen Mantra mit Vertrauen und Hingabe rezitiert, soll das Meer des Daseins überschreiten und schon zu Lebzeiten befreit sein.
26.807 Nun folgt die dritte Gestalt des Weltenherrn, die auf Erden in einem nicht aus einem Mutterschoß geborenen Körper erscheint.
26.808 Der zehnsilbige Mantra erhält ein vorangestelltes Bija und wird als elfsilbig bezeichnet. Die Vorlage schreibt das Bija als Yama; der folgende Seher Kama legt einen Zusammenhang nahe, rechtfertigt aber keine stillschweigende Änderung.
26.809 Kamadeva ist sein Seher. Alles Weitere entspricht dem vorherigen Verfahren.
26.810 Die vierte Gestalt gilt als Haras Schüler und Begründer beziehungsweise Verbreiter des linken Weges.
26.811 Hier erhält der zehnsilbige Mantra das Lajja-Bija am Anfang und wird elfsilbig.
26.812 Alles Weitere bleibt wie zuvor. Ohne Shakti, erklärt der Text, werde dieser Mantra nicht vollendet.
26.813 Die fünfte Gestalt ist der Weltenherr, der Sudamas Armut beseitigt. Der folgende Mantra wurde von Sudama verehrt.
26.814 Dem zehnsilbigen Mantra wird Shrim vorangestellt; so wird er elfsilbig.
26.815 Nyasa, Puja und Anwendungen entsprechen dem Vorherigen.
26.816 Im sechsten Kali-Zeitalter zeigt der Weltenherr die Fülle der Freude im Dasein. Sein Mantra wird nun genannt.
26.817 „Shri Krishnaya Govindaya“ wird mit dem zehnsilbigen Mantra verbunden; die Formel gilt als achtzehnsilbig und alle Wünsche erfüllend.
26.818 Krishna ist die Gottheit, Gayatri das Versmaß und Narada der Seher.
26.819 Svaha ist die Shakti, Klim das Bija. Für die Glieder werden Gruppen von je vier Silben und abschließend zwei genannt …
26.820 … als fünfgliedriger Nyasa an den Fingern beider Hände. Mit dem Wurzelmantra wird anschließend dreimal der ganze Körper durchdrungen.
26.821 Nach Einsetzung dieser Glieder folgt eine weitere Einsetzung mit Om.
26.822 Die einzelnen Silben werden an Kopf, Stirn, Brauenmitte, beiden Ohren, Augen und Nasenöffnungen …
26.823 … Mund, Hals, Herz, Nabel, Hüfte, Geschlechtsorgan, beiden Knien und beiden Füßen eingesetzt.
26.824 Die Wörter werden von den Füßen bis zum Kopf eingesetzt; ferner wird eine Anordnung an Kopf, Gesicht, Herz, Geschlechtsbereich und Füßen genannt.
26.825 Nach erneuter Einsetzung der fünf Glieder folgt der Nyasa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. Alle weiteren Nyasas entsprechen dem zehnsilbigen Verfahren.
26.826 Meditation und Puja bleiben wie beschrieben. Zwanzigtausend sorgfältige Wiederholungen werden zunächst zur Erlangung der rituellen Befähigung genannt.
26.827 Danach folgen fünfhunderttausend Wiederholungen, ein Zehntel als Feueropfer sowie Wasserspenden und alles Weitere nach dem früheren Verfahren.
26.828 Nun wird für den Mantrakundigen, der die Formel vollendet hat, zur Erlangung voller Entfaltung die dreimal tägliche Verehrung Govindas, des Weltenherrn, erläutert.
26.829 Im beschriebenen lieblichen Vrindavana wird auf goldenem Boden unter einem Wunschbaum ein schöner göttlicher Juwelenpavillon betrachtet.
26.830 Auf dem mit vielerlei Edelsteinen besetzten Boden steht ein herrlicher Juwelenthron; darauf im beschriebenen Lotus wird Vasudeva betrachtet.
26.831 Am Morgen erscheint er als schönes, saphirgleiches Kind von überaus lieblicher Gestalt, mit weichen Gewändern und bis auf die Stirn fallendem Haar.
26.832 Sein Gesicht gleicht einem schönen Lotus, den Bienen umschwirren; seine beiden Augen sind wie Blätter blauer Wasserlilien.
26.833 Bewegte Ohrringe schmücken seine vollen Wangen. Er hat rote Lippen, eine schöne Nase und ein Lächeln, das die Herzen anzieht.
26.834 Halsschmuck mit vielerlei Juwelen ziert ihn; seine Brust ist vom Staub der Kühe bedeckt, und er trägt ein Tigerkrallenamulett.
26.835 Die folgende Körperbeschreibung ist beschädigt. Er erstrahlt in goldenem Schmuck, und Hüfte und Beine sind lieblich geschmückt.
26.836 Kleine Glocken mit Gold und Juwelen bilden eine Kette; sein Glanz übertrifft Lotus- und Bandhuka-Blüten.
26.837 Seine Hände und Füße gleichen roten Lotusblüten. Er trägt eine aus Milch bereitete Speisekugel und frische Butter; die Angabe zu den tragenden Händen ist als „Fersen“ entstellt.
26.838 Er ist bereit, die auf Erden Unheil stiftenden Daityas wie Putana und den Wagen-Dämon zu vernichten.
26.839 Hirtinnen, Hirten und Kühe umgeben ihn stets. Götter, beginnend mit Indra, dienen ihm und suchen die Erfüllung ihrer Wünsche.
26.840 So wird Krishna morgens mit gefestigtem Geist betrachtet und auf dem zuvor erläuterten Sitz verehrt.
26.841 Den ersten Umkreis bilden seine Glieder, den zweiten die Weltenhüter.
26.842 Den dritten bilden Vajra und die übrigen Waffen. Danach wird eine Speisegabe aus reifen Bananenstücken, Zucker, frischer Butter, Opferspeise und Joghurt bereitet und dem Gott freudig dargebracht.
26.843 Wer Shri Krishna in der Morgendämmerung auf diese Weise mit Vertrauen, Hingabe und günstigen Verehrungsgaben dient …
26.844 … soll zunächst die Fülle dieses Lebens und nach dem Ende des Körpers die Vereinigung mit Vishnu erlangen.
26.845 Nach der täglichen morgendlichen Puja wird Kuhmilchjoghurt, gegebenenfalls mit Rohzucker, dargebracht.
26.846 Reines Wasser wird mit der Vorstellung dieser Speise dem freundlich blickenden Hari gespendet; danach wird der Wurzelmantra tausendachtmal rezitiert.
26.847 Mittags wird er in einer anderen wunderbaren, schönen Gestalt verehrt, bedient von Indra und den übrigen Göttern, Siddhas und Himmelswesen.
26.848 Kühe, Hirten und erwachsene Hirtinnen umgeben ihn. Sein schöner Körper glänzt wie eine dunkle Regenwolke.
26.849 Pfauenfedern schmücken sein Haar. Seine Brauen bewegen sich lebendig; seine Augen sind lang wie Lotusblätter.
26.850 Das Gesicht leuchtet wie der Vollmond, Juwelenohrringe zieren seine Wangen. Seine Stimme ist schön, sein Gesicht lächelt; gelbe Gewänder und eine liebliche Perlenkette schmücken ihn.
26.851 Gürtel, Armreifen, Oberarmspangen, Ringe, Fußreifen und weiterer Schmuck zieren seinen Körper, der in goldbraunes Gewand gehüllt ist.
26.852 Eine mit Perlen und Rubinen geschmückte Waldblumengirlande und ein herrliches Gewand zieren diese erwachsene Liebesgestalt. Vom Pfeil des Liebesgottes getroffen, ist er ganz dem Flötenspiel hingegeben.
26.853 Die weitere Beschreibung von Gewand und Handattributen ist beschädigt. Links werden Muschel und Hirtenstab genannt; rechts erscheint ein Bezug auf einen vorzüglichen, wunscherfüllenden Edelstein, ohne klare Satzfügung.
26.854 So wird der Gott zur Erfüllung des Anliegens verehrt, mit Dama und den übrigen Gefährten, seinen Gliedern und Königinnen …
26.855 … dann Vasudeva und den weiteren Angehörigen, den Wunschbäumen, Indra und den übrigen Richtungshütern sowie deren Waffen: insgesamt sieben Umkreise.
26.856 Nach dieser vorschriftsmäßigen Verehrung Govindas wird die zuvor beschriebene Speise in einem goldenen Gefäß dargebracht.
26.857 Hundertacht Gaben Milchreis mit Zucker und Ghee werden geopfert; danach folgt die Bali-Gabe.
26.858 Sie gilt ehrerbietig den göttlichen Weisen, Yogis, Göttern und untergeordneten Gottheiten. Vor dem Gott beginnend wird sie nach rechts fortschreitend dargebracht.
26.859 Entsprechend den Richtungen wird mit heiterem, hingebungsvollem Geist Wasser als Butter und Opferspeise vorgestellt und gespendet. Anschließend werden tausendacht oder hundertacht Rezitationen genannt.
26.860 Wer Krishna mittags so hingebungsvoll verehrt, soll von Götterscharen geachtet und bei allen Wesen anerkannt werden …
26.861 … mit langem Leben, Einsicht, Wohlstand, Schönheit, gutem Geschick, guter Nachkommenschaft, Freunden, Vieh, Land und Vermögen. Nachdem er hier die Fülle des Lebens erfahren hat, gelangt er zu Hari.
26.862 Die Nachmittagsverehrung bis zur Dämmerung erfolgt mit diesem Mantra; für die nächtliche Puja wird der zehnsilbige Mantra verwendet.
26.863 In der Abenddämmerung wird Krishna in Dvaraka betrachtet, in einem schönen, glückverheißenden Wohnsitz Lakshmis, umgeben von sechzehntausend Häusern.
26.864 Schöne Gewässer mit Lotus, blauen Wasserlilien und Kahlara-Blüten sowie Schwänen und anderen Vögeln umgeben den wunderbaren Palast.
26.865 Ein kunstvoll geschmückter Pavillon leuchtet wie die aufgehende Sonne; auf weicher Unterlage steht ein göttlicher goldener Lotus.
26.866 Darauf sitzt Krishna als höchstes Selbst, umgeben von Narada und anderen vorzüglichen Weisen, die Befreiung erstreben.
26.867 Durch die Erörterung der Nichtdualität und die Macht des Mantras erschließt er diesen Weisen das höchste, feuerförmige Licht.
26.868 Seine Gestalt ist friedvoll, blau wie eine Wasserlilie und Heimstatt aller guten Eigenschaften. Seine Augen gleichen Lotusblättern; er trägt Makara-Ohrringe.
26.869 Glänzende Locken und eine Krone schmücken sein wunderbares Haupt. Seine Gestalt ist überaus lieblich, sein Gesichtslotus freundlich.
26.870 Seine Brust trägt Shrivatsa, eine göttliche Waldblumengirlande ziert ihn. Er hat die Last der Erde entfernt und ist von heiterem Herzen.
26.871 Vierarmig trägt er Muschel, Diskus, Keule und Lotus. Nach dieser Betrachtung wird Govinda, der Herr der Götter, sorgfältig verehrt.
26.872 Seine acht geliebten Königinnen und seine Glieder bilden die ersten Umkreise; im dritten steht Garuda vorn. Danach werden Parvata, Vishnu, Nishatha und Vriddhavrindaraka genannt; die Namensgliederung ist nicht völlig sicher …
26.873 … ferner Vishvaksena und Shaineya, laut Glosse Satyaki, rechtsläufig verehrt. Weltenhüter und Waffen vervollständigen die fünf Umkreise.
26.874 Milchreis wird dargebracht und die Puja ordnungsgemäß abgeschlossen. Wasser, als mit Zucker gesüßte Milch vorgestellt, wird Krishna gespendet.
26.875 Danach folgen hundertacht Wiederholungen unter fortgesetzter Betrachtung. Das Feueropfer zu den Verehrungen wird nach Vorschrift mittags vollzogen.
26.876 Nach dem abschließenden Arghya folgt die Preisung. Man verneigt sich, bringt sich selbst dar und setzt Vishnu im eigenen Herzen ein. Von der Gottheit erfüllt, verehrt man anschließend das eigene Selbst.
26.877 Wer Hari täglich zur Abenddämmerung so verehrt, soll hier vielfältige Freuden erfahren und schließlich ein gutes Daseinsziel erreichen.
26.878 Nachts wird Nandas Sohn als erwachsene, von Liebe bewegte Gestalt im Rasa-Tanz verehrt, umgeben vom Kreis der erwachsenen Hirtinnen.
26.879 Der helle Sand der Yamuna ist kühl und hitzelindernd; der Wind trägt göttlichen Blütenstaub und Tröpfchen der bewegten Wellen.
26.880 Mondstrahlen erhellen die Himmelsrichtungen. Scharen göttlicher erwachsener Frauen, von Liebessehnsucht erfüllt, dienen ihm; das Summen bewegter Bienenschwärme erfüllt den Raum.
26.881 Siddhas, Gandharven, Götter, Yakshas, Kinnaras, Nagas und Vidyadharas sitzen mit ihren Gemahlinnen auf Himmelswagen und lassen einen wunderbaren Blumenregen fallen.
26.882 Beim Rasa-Spiel erscheint der höchste Herr an einem mit Juwelen verbundenen Platz, dessen Bezeichnung unklar ist. Aus seinem einen Körper entfalten sich viele göttliche Gestalten, jeweils zwischen zwei Frauen gegenwärtig.
26.883 Seine beiden Arme liegen um ihre Hälse; die Begegnung mit ihm entfacht das Feuer ihrer Liebe. Die abschließende Pflanzenmetapher mit Betelranke und aufgerichteten Härchen ist beschädigt.
26.884 Liebliche Klänge und der schöne Klang goldener, edelsteingeschmückter Ornamente erfüllen das Bild. Die einleitende Erwähnung von Weisen fügt sich syntaktisch nicht sicher ein.
26.885 Seine vielen Gestalten werden mit Juwelen auf Gold verglichen. Danach beschreibt die Vorlage einen smaragdbesetzten Platz beziehungsweise See und einen roten Lotus; der genaue räumliche Zusammenhang ist beschädigt.
26.886 Darauf erscheint der Herr in der Farbe einer Leinblüte, in der Schönheit erwachsener Jugend, mit Augen wie gerade entfaltete rote Lotusblätter.
26.887 Verschiedene Ornamente, Bündel frischer Triebe und Pfauenfedern schmücken sein zusammengebundenes Haar.
26.888 Sein schöner Gesichtslotus gleicht dem Vollmond; Juwelenohrringe lassen die Wangen erstrahlen.
26.889 Die roten Lippen gleichen reifen Bimba-Früchten; vielerlei Juwelenschmuck ziert ihn.
26.890 Sein Gewand schimmert golden, seine Schönheit wird mit Koralle verglichen; Handflächen und Fußsohlen glänzen wie frische rötliche Triebe.
26.891 Eine von Bienen umschwärmte Blumengirlande reicht bis an seine Füße. Von der Umarmung der erwachsenen Frauen haftet Safran an seiner Brust.
26.892 Seine Schultern sind kräftig wie die eines Stieres. Er spielt Flöte, ist von Liebessehnsucht bewegt und bleibt das höchste Ziel aller Welten. So wird er auf dem Sitz mit seinen Glieder-Umkreisen verehrt.
26.893 Zuvor erfolgt die Einsetzung der Matrika und der mit Keshava beginnenden Namen, verbunden mit Shrim, Klim und nasalisierten Vokalen. In der äußeren Einfassung werden Indra und die übrigen Richtungshüter samt Waffen verehrt.
26.894 Gut aufgekochte Milch mit Kandiszucker wird in einem silbernen Gefäß ordnungsgemäß dargebracht.
26.895 Für die einzelnen göttlichen Paare werden Speisegaben in sechzehn Bronzegefäßen bereitet. Alles Weitere entspricht dem früheren Verfahren.
26.896 Wer nachts so Speise darbringt, soll seine Wünsche erfüllen, eine Heimstatt Lakshmis werden, von allen geehrt sein und reichen Lebensgenuss erfahren.
26.897 Wer täglich nachts und zu den Tagesübergängen so verehrt, soll dieselbe Frucht erlangen und das Meer des Daseins überschreiten.
26.898 Nun wird das Verfahren der Wasserspenden zwischen den Verehrungen erläutert, das bei den zuvor genannten Wunschhandlungen Frucht verleihen soll.
26.899 Auch unabhängig von einer vollständigen Verehrung sollen Kundige deren Frucht erlangen können. Zu Beginn der Wasserspende wird der Sitz mit Wasser und jeweils dem Grundmantra verehrt.
26.900 Dann ruft man den Gott dort an und verehrt ihn mit den im Wasser dargebrachten Gaben. Man zeigt die Kuh-Mudra und vergegenwärtigt sich das Mittel der Sättigung.
26.901 Mit dieser Vorstellung nimmt man Wasser aus einem goldenen Gefäß und bringt es dem Gott mit ordentlich zusammengelegten Händen dar, während man das Grundmantra spricht.
26.902 Täglich zu den drei Tageszeiten sind jeweils achtundzwanzig Wasserspenden vorgesehen. Danach werden die zu der jeweiligen Tageszeit gehörenden Begleitgestalten gesättigt.
26.903 Der Mantrakundige spendet jeder von ihnen einmal mit dem Grundmantra. Morgens wird für Hari Joghurt mit Rohzucker genannt, mittags eine mit frischer Butter verbundene Gabe.
26.904 Für den Abend wird als Stoff der Sättigung vorzügliche Milch mit Kandiszucker angegeben.
26.905 Die äußere Ausführung und alles Übrige folgen dem früher beschriebenen Verfahren. Mit dem durch die göttliche Gunst geheiligten Wasser besprengt sich der Mantrakundige.
26.906 Anschließend trinkt er Wasser, über dem das Grundmantra gesprochen wurde. Er verabschiedet Hari und rezitiert den Mantra, ganz von ihm erfüllt.
26.907 Nun werden Stoffe für Wasserspenden mit bestimmten Wünschen genannt. Unter den beschriebenen Möglichkeiten wird jeweils eine gewählt.
26.908 Zunächst erfolgt eine Spende mit Wasser, dann vier mit Milch; anschließend werden die als sechzehn bezeichneten Stoffe jeweils viermal dargebracht.
26.909 Genannt werden Milchreis, Joghurt, gekochter Reis, Sesam, Reiskörner, Rohzucker, nochmals gekochter Reis, Milch, Joghurt und frische Butter.
26.910 Es folgen Ghee, Banane, Mocha, Amalaki, Madhuvallabha, Rosinen, Modaka-Süßigkeiten, Puri, Reisflocken und Puffreis. Einige Pflanzennamen und die Abgrenzung der Listenbestandteile sind in der Vorlage unsicher.
26.911 Diese als sechzehn bezeichneten Stoffe werden mit dem Grundmantra dargebracht. Für die morgendliche oder abendliche Sättigung wird auch die Zahl sieben genannt. Die Aufzählung der Vorlage lässt sich nicht widerspruchsfrei auf sechzehn Einzelstoffe verteilen.
26.912 Wer Krishna täglich mit reinem Geist und völliger Hingabe so verehrt, soll innerhalb eines Mandala-Zeitraums das Gewünschte erreichen.
26.913 Nun folgt ein weiteres Verfahren mit entsprechender Frucht: kuhwarme Milch, aufgekochte Milch, Joghurt und Joghurtwasser,
26.914 Ghee, Milchreis, Buttermilch, die drei süßen Stoffe und Panchamrita bilden neun Gaben. Mit jeder sind einhundertacht Spenden vorgesehen.
26.915 Dadurch soll man in der Welt Ansehen und Ruhm erlangen. Reines Wasser kann dabei als kuhwarme, mit Zucker vermischte Milch vorgestellt werden.
26.916 Wer Krishna damit sättigt und danach ein Dorf oder eine Stadt aufsucht, soll dort Speisen und Nahrung von vielerlei Geschmack finden.
26.917 Die Zahl der Mantrawiederholungen entspricht der genannten Zahl der Spenden. Schon durch diese Sättigung soll sich die gewünschte Frucht einstellen.
26.918 Ein vom Betteln lebender Brahmane stellt sich selbst als Govinda vor und nimmt wiederholt dessen vielfältige, anmutige Ausdrucksweisen an.
26.919 Er vergegenwärtigt Govinda, der mit den Herzen der Gopis auch ihren Joghurt, ihre Milch und ihr Ghee an sich nimmt. Die anschließende Aussage über Almosen und einen großen Vergleich beziehungsweise ein Gewicht ist sprachlich beschädigt und nicht sicher zu übersetzen.
26.920 Der Mantrakundige betrachtet Krishna, wie er die lotosgleichen Hände der Gopis hält und tanzt, und rezitiert den achtzehnsilbigen Mantra.
26.921 Zehntausend Feueropfer mit honigbenetztem Puffreis oder dessen Mehl und ebenso viele Rezitationen sollen eine gewünschte Braut verschaffen. Dies ist eine historische, auf Partnergewinnung gerichtete Ritualbehauptung.
26.922 Mit dem achtzehnsilbigen Mantra werden auch zehntausend Palasha-Holzstücke, honigbenetztes Kusha-Gras oder Sesam und Reis als Opferstoffe genannt.
26.923 Dadurch sollen Könige gefügig werden und bereitwillig ihren gesamten Besitz geben. Damit endet die Darlegung der Anwendungen des achtzehnsilbigen Mantras; der Anspruch auf Beherrschung anderer wird hier dokumentiert.
26.924 Nun wird Janardana im siebenten Kali-Zeitalter beschrieben. Sein Mantra, durch den er sichtbar werden soll, lautet: klīṃ kṛṣṇāya namaḥ – „Klim; Verehrung Krishna.“
26.925 Seher ist Kama, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna. Der sechsfachen Gliedereinsetzung dient die Keimsilbe mit den sechs langen Vokalen; die Verehrung folgt dem entsprechenden Verfahren.
26.926 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe sowie die zuvor beschriebene Wasserspende. Dieser Mantra gilt besonders als Wohlstand verleihend.
26.927 Nun folgt Janardana, der im achten Kali-Zeitalter erscheint. Nach Vollendung einer Herabkunft nimmt er eine feine, unsichtbare Gestalt an.
26.928 An einer vorzüglichen heiligen Stätte im Himalaya geht er in Samadhi ein. Später erscheint Janardana erneut im Zusammenhang mit dem Wirken der Ordnungen des Kali-Zeitalters.
26.929 Er nimmt eine bestimmte Verkleidung an und tritt auf Erden hervor. Den Verehrern gibt er Furchtlosigkeit, während er die Übeltäter verwirrt.
26.930 Er zeigt den Menschen einen als häretisch bezeichneten Weg, der mit gewissen außergewöhnlichen Fähigkeiten verbunden ist, und kehrt danach an jene Stätte zurück.
26.931 Sein elfsilbiger Mantra beginnt mit den Keimsilben der Maya und Shri. Für das achte Kali-Zeitalter wird ihm die Verleihung sämtlicher Vollkommenheiten zugeschrieben; die vollständige Formel steht hier nicht ausgeschrieben.
26.932 Seherzuordnung, Rezitation, Nyasa, Betrachtung, Feueropfer und Wasserspende entsprechen dem noch zu erläuternden zwölfsilbigen Krishna-Mantra.
26.933 Nun folgt der Herr im neunten Kali-Zeitalter. Sein als achtsilbig bezeichneter Mantra lautet: klīṃ kṛṣṇāya govindāya – „Klim; Krishna, Govinda.“
26.934 Seherzuordnung und Betrachtung entsprechen dem Vorherigen. Die Einsetzung in Hände und Körper erfolgt mit den Mantrateilen in vorwärts- und rückläufiger Reihenfolge; auch die Anwendungen folgen dem früheren Verfahren.
26.935 Nun wird Krishna als Devakis Sohn im zehnten Kali-Zeitalter beschrieben. Sein Mantra beginnt mit oṃ namaḥ kṛṣṇāya.
26.936 Es folgt devakīputrāya huṃ phaṭ svāhā: „Om; Verehrung Krishna, dem Sohn Devakis; Hum, Phat, Svaha.“ Der Mantra wird als sechzehnsilbig bezeichnet. Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Krishna.
26.937 Die sechs Mantrateile werden jeweils mit Om eingeleitet und den sechs Körpergliedern zugeordnet. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe; alles Weitere entspricht dem zehnsilbigen Mantra.
26.938 Nun folgt die Erscheinung im elften Kali-Zeitalter. Durch die Unterweisung in seiner eigenen Gayatri tritt der Gott selbst als Seher auf.
26.939 Viele Welten werden dadurch emporgehoben, während hochmütige Zweimalgeborene zu Fall kommen. Auch ein Shudra, der die Herrschaft erlangt hat, soll diese Gayatri gewissenhaft üben dürfen.
26.940 Ein solcher Shudra gilt dem Text als Kshatriya. Ihm werden Sieg im Kampf, dauerhafte Herrschaft seines Geschlechts und nach dem Tod das Erreichen von Vishnus Stätte zugesprochen. Die Aussage steht innerhalb der historischen Ständeordnung.
26.941 „Wir wollen Damodara erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Möge Krishna unser Erkennen anregen.“
26.942 Das Versmaß ist Gayatri, die Gottheit Shri Krishna. Für die sechs Gliedereinsetzungen werden Abschnitte von fünf, drei, fünf, drei, vier und vier Silben angegeben.
26.943 Vorbereitende Vollzugsordnung, Nyasa und Mudras entsprechen dem Gayatri-Verfahren. Betrachtung und Verehrung folgen dem zehnsilbigen Krishna-Mantra; auch die Anwendungen der Gayatri werden hier vorgesehen.
26.944 Nun folgt Janardana im zwölften Kali-Zeitalter, der als junger Sohn des Kuhhirten Nanda hervortritt.
26.945 Die Mantrabildung beginnt mit glauṃ klīṃ namo bhagavate nandaputrāya, nennt dann die kindliche Gestalt und Bala und schließt das Wort gopījana an.
26.946 Darauf folgen vallabhāya und Svaha. Der Mantra wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet. Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die erste Keimsilbe mit sechs langen Vokalen verbunden. Die genaue Worttrennung des vorhergehenden Verses ist unsicher.
26.947 Betrachtung und Verehrung entsprechen dem zehnsilbigen Mantra. Für die Anwendungen wird auf den achtzehnsilbigen verwiesen.
26.948 Nun folgt die Erscheinung im dreizehnten Kali-Zeitalter: der Kuhhirte unter den Kuhhirten, der wunderbare Taten zeigt.
26.949 Die großen Seher und Herren des Yoga erkennen und preisen ihn. Gopis und Kuhhirten fragen Janardana: „Wie hast du eine solche Vollkommenheit erlangt? Sage es uns.“
26.950 „Auch die Brahman erkennenden Seher nahmen die Gestalt von Hirtinnen an und verneigten sich vor dir, während du mit Hunderten von Frauen Liebesspiel hieltest.“ Die Erzählung behandelt hier Krishna in seiner erwachsenen Liebesgestalt.
26.951 „Sie alle gelangen zur Entladung, du aber gibst deinen Samen nicht frei. Deshalb nennt man dich nicht von Begierde gequält. Wie aber bist du allwissend?“ Die Frage verbindet in der historischen Darstellung sexuelle Zurückhaltung mit übernatürlichem Wissen.
26.952 „Wir sind deine aufrichtigen Verehrer; sage uns die Wahrheit.“ So angesprochen, trägt Hari einen im Traum empfangenen Mantra vor.
26.953 Hier steht eine stark verdichtete, teilweise beschädigte Laut- und Wortfolge. Einzelne Wörter verweisen auf Gott, Göttin und Devakis Sohn; ein verlässlicher zusammenhängender deutscher Sinn ist aus der vorliegenden Lesart nicht zu gewinnen. Die Formel bleibt im Sanskritartikel erhalten.
26.954 Dieser als vollkommen bezeichnete Mantra soll in der Einsamkeit eines menschenleeren Waldes rezitiert werden. Einhunderttausend Wiederholungen je Silbe sollen Verfehlungen früherer Geburten tilgen.
26.955 Nach weiteren dreihunderttausend Wiederholungen sollen dem Mantraübenden Bhutas, Pretas und Pishachas sichtbar erscheinen.
26.956 Nach einer Million zweihunderttausend Wiederholungen sollen Yamas Diener sichtbar werden, sich den Menschen unterordnen und Auskunft über das Erfragte geben. Die letzte Wendung ist in der Vorlage nicht eindeutig.
26.957 Nach einer Million sechshunderttausend Wiederholungen sollen Indra und andere Götter, Yogis, Scharen von Yoginis sowie Brahma und Vishnu erscheinen.
26.958 Nach zweiunddreißig Hunderttausend Wiederholungen soll der Übende Krishna gleich werden. Als Beispiel nennt der Text Chandradeva, der Krishnas Gestaltgleichheit erlangt habe.
26.959 Nun folgt die Erscheinung im vierzehnten Kali-Zeitalter. Schon durch die Rezitation ihres Mantras sollen früher zahlreiche große Seher Vollkommenheit erlangt haben.
26.960 Der Vers enthält einen lautspielerischen Mantra mit wiederholten Bestandteilen für Milch, Kuhhirte, Schutz, Raum und Unvergänglichkeit. Die überlieferte Wortfolge lässt keine sichere fortlaufende Übersetzung zu; sie wird im Sanskritartikel unverändert dokumentiert.
26.961 Nun folgt die Erscheinung im fünfzehnten Kali-Zeitalter: Mukunda, der in Lauben aus Kunda-Jasmin wohnt.
26.962 Sein als achtzehnsilbig bezeichneter Mantra bedeutet: „Zu den Füßen des herrlichen Mukunda nehme ich immer Zuflucht.“
26.963 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Mukunda. Die fünffache Gliedereinsetzung erfolgt mit den bei Achakra beginnenden Formeln. Die Verehrung entspricht dem zehnsilbigen Mantra und umfasst die Gliedergottheiten, Indra und die weiteren Richtungshüter samt ihren Waffen.
26.964 Vorgesehen sind vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl unter Verwendung von Palasha-Blüten oder deren Pulver; danach folgen Wasserspenden und die übrigen Handlungen.
26.965 Wer einen Monat lang morgens mit heiterem Geist Wasser trinkt, über dem dieser Mantra einhundertachtmal gesprochen wurde, soll Gehörtes unmittelbar behalten und die Veden beherrschen. Dies ist das überlieferte Wirkungsversprechen.
26.966 Nun folgt Balakrishna im sechzehnten Kali-Zeitalter. Sein als sechzehnsilbig bezeichneter großer Mantra lautet: oṃ namo bhagavate bālakṛṣṇāya huṃ phaṭ – „Om; Verehrung dem erhabenen kindlichen Krishna; Hum, Phat.“
26.967 Seher dieses Mantras ist Nalakubara, Versmaß Gayatri und Gottheit Balakrishna.
26.968 Vorgesehen sind fünf Gliedereinsetzungen und die früher beschriebene Betrachtung. Die Verehrung umfasst die Gliedergottheiten und das zugehörige Gefolge; die vorbereitende Vollzugsordnung entspricht dem Vorherigen.
26.969 Nun wird Krishna im siebzehnten Kali-Zeitalter als Nahrungsspender beschrieben. Sein Mantra beginnt: „Du, dessen Gestalt Nahrung ist, dessen Gestalt Geschmack ist, dessen Gestalt Sättigung ist: Verehrung, Verehrung!“
26.970 Es folgt: „Dem Herrn der Nahrung; gewähre mir Nahrung; Svaha.“ Der vollständige Mantra wird als dreißigsilbig und Nahrung spendend bezeichnet.
26.971 Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Krishna als Herr der Nahrung.
26.972 Fünffache Gliedereinsetzung, Verehrung und alles Weitere entsprechen dem zehnsilbigen Mantra. Durch beständige Rezitation soll der Mantraübende selbst zum Nahrungsspender werden.
26.973 Nun folgt der Mantra Vasudevas im achtzehnten Kali-Zeitalter: oṃ namo bhagavate vāsudevāya huṃ phaṭ.
26.974 Mit Svaha abgeschlossen wird er als sechzehnsilbig bezeichnet. Versmaß ist Gayatri, Seher Brahma und Gottheit Devakis Sohn unter dem Namen „Beseitiger der ergreifenden Mächte“.
26.975 Die fünffache Gliedereinsetzung entspricht dem zehnsilbigen Mantra. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe und die Verehrung mit Gliedergottheiten, Richtungshütern und Planetenmächten.
26.976 Der Mantra wird für schreckliche Bedrohungen durch ergreifende Mächte, Bhutas und Pretas sowie für den Königshof, Kampf und Würfelspiel genannt. Nun folgt der vorzügliche Mantra des neunzehnten Kali-Zeitalters.
26.977 Er beginnt: „Om; Verehrung dem erhabenen Vasudeva! Höchster Purusha, schenke mir Lebensdauer!“ Anschließend wird Vishnu angerufen.
26.978 Es folgen die Anrede des machtvoll wirkenden Herrn und ein abschließendes Namah. Die Formel wird als dreißigsilbig bezeichnet.
26.979 Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Shri Krishna. Bei der fünffachen Gliedereinsetzung folgt auf den zwölfsilbigen Grundmantra für das Herz die Verehrung dessen, dessen Wesen Wonne ist.
26.980 Dem Kopf wird die Formel zu Purushottama, dessen Wesen Liebe ist, mit Namah zugeordnet. Nach dem zwölfsilbigen Mantra folgen „Schenke mir Lebensdauer“ und die Anrufung dessen, dessen Wesen Licht ist.
26.981 Diese gehören zur Scheitelhaarlocke. Für den Schutzpanzer folgen auf den zwölfsilbigen Mantra „Vishnu, machtvoll Wirkender“ und die Anrufung dessen, dessen Wesen Maya ist; für die Augen folgen der zwölfsilbige Mantra und „Verehrung dem, dessen Wesen Bewusstsein ist“. So lautet die fünffache Zuordnung.
26.982 Nach der Verehrung mit Gliedergottheiten, Welthütern und deren Waffen wird der Mantra einhunderttausendmal rezitiert. Als Feueropfer ist ein Zehntel dieser Zahl mit gutem Milchreis vorgesehen.
26.983 Ein Feueropfer mit jeweils drei in Milch und die übrigen Stoffe getauchten Durva-Halmen soll langes Leben verleihen. Die Gliedereinsetzung erfolgt wie zuvor beim zehnsilbigen Mantra. Das Wort für die verheißene Lebensdauer ist in der Vorlage verkürzt beziehungsweise beschädigt.
26.984 Nun folgt der Mantra des zwanzigsten Kali-Zeitalters: bālavapuṣe svāhā – „Der kindlichen Gestalt: Svaha.“ Er wird als siebensilbig bezeichnet.
26.985 Je eine Silbe dient den ersten fünf Gliedereinsetzungen, die beiden übrigen der sechsten. Seherzuordnung, Betrachtung und Verehrung entsprechen Balakrishna.
26.986 Vorgesehen sind siebenhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit frischer Butter. Anschließend wird der Mantra zum Schutz von Kindern und zur Beseitigung ihrer Furcht rezitiert.
26.987 Nun folgt der Mantra des einundzwanzigsten Kali-Zeitalters. Er nennt Gopalaka und den Träger der Veden.
26.988 Es folgen „Vasudeva“, Hum, Phat und Svaha. Die Formel wird als achtzehnsilbig bezeichnet. Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna.
26.989 Die Gliedereinsetzung erfolgt mit den bei Achakra beginnenden Formeln, die Verehrung auf dem früher beschriebenen Weg. Der Mantra wird für Schutz vor ergreifenden Mächten, den Schutz der Kuhhirten und befriedende Handlungen gepriesen.
26.990 Nun folgt der Mantra des zweiundzwanzigsten Kali-Zeitalters: „Ihm, der inmitten von Kaliyas Schlangenhauben seinen göttlichen Tanz vollführt,
26.991 Devakis Sohn, dem wunderbaren König des Tanzes, neige ich mich.“ Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Krishna als Bezwinger Kaliyas.
26.992 Die vier Versviertel und der ganze Mantra dienen der fünffachen Gliedereinsetzung. Danach wird er mit den Gliedergottheiten, Indra und den übrigen Richtungshütern sowie ihren Waffen verehrt.
26.993 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und zehntausend Feueropfergaben mit Ghee. Diesem Mantra werden Anwendungen zur Beseitigung von Gift zugeschrieben.
26.994 Sein Gebrauch soll große Schlangen erschrecken; der Text erklärt ihn für unvergleichlich unter den giftabwehrenden Mantras. Dies ist eine religiöse Wirksamkeitsbehauptung, keine Behandlung einer Vergiftung.
26.995 Beschrieben wird ferner eine aus fünf Teilen eines trockenen Baumes und Kuhurin bereitete, mit dem Mantra besprochene Kugel, deren Anwendung als Augensalbe Gift beseitigen soll. Diese historische Rezeptur wird sachlich dokumentiert, nicht zur Anwendung empfohlen.
26.996 Nun folgt der Mantra des dreiundzwanzigsten Kali-Zeitalters. Er beginnt mit den Keimsilben von Shri, Maya und Kama und nennt danach Krishna im Dativ.
26.997 Mit „Govinda“ im Dativ und Svaha lautet die Formel śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya svāhā. Sie gilt als zwölfsilbig; Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna. Die Gliedereinsetzungen verwenden nacheinander ein, ein, ein, drei, vier und zwei Silben.
26.998 Man betrachtet ihn in Dvaraka, in einem vorzüglichen Haus, das wie zehn Millionen Sonnen strahlt: in einer von vielen Wunscherfüllungsbäumen umgebenen Juwelenhalle,
26.999 deren goldene Wände mit herrlichen Edelsteinen geschmückt sind. Blühende Blumengirlanden und Perlen zieren sie; gelbe Edelsteine und weitere Juwelen lassen ihr Inneres erglänzen. Ein Ausdruck vor „Perlen“ ist unsicher.
26.1000 Unter dem dicht belaubten, weit verzweigten Wunscherfüllungsbaum, von dem unaufhörlich Ströme aus Juwelen und Nektar herabregnen,
26.1001 erhellen Reihen von Früchten und Juwelenlampen die Himmelsrichtungen. Dort befindet sich der Lotos auf einem Juwelenthron, der wie die Sonnenscheibe leuchtet.
26.1002 Darauf sitzt Ramas geliebter Herr, glänzend wie geschmolzenes Gold. Sein Licht gleicht Wolke, Sonne, Mond und dem Aufleuchten von Millionen Blitzen.
26.1003 Seine Gestalt erfreut das Herz, ist allseits mild und mit vielerlei Schmuck geziert. Er trägt Diskus, Muschelhorn, Keule und Lotos und ist in Gelb gekleidet.
26.1004 Er berührt einen Krug, aus dem Tag und Nacht leuchtende Juwelen strömen. Rukmini und Satyabhama stehen rechts und links von ihm.
26.1005 Kalindi, Mitravinda, Satya, Jambavati, Sushila und Lakshmana stehen als seine Frauen rings um ihn.
26.1006 Außerhalb dieses Kreises werden sechzehntausend Frauen vorgestellt. Sie tragen Gold und Edelsteine; der Ausdruck über Milch und ihre glänzenden Hände ist in der Vorlage nicht eindeutig.
26.1007 Außerhalb von ihnen werden die acht Schätze verehrt, die Reichtümer regnen lassen. Weiter außen folgen wie zuvor die göttlichen Hüter der Himmelsrichtungen.
26.1008 Zuerst wird der Herr der Götter innerlich betrachtet, dann die Verehrung ausgeführt. Die Vorhandlungen reichen nach dem früheren Verfahren bis zur Einsetzung des Sitzes.
26.1009 Nach deren Abschluss führt der Mantrakundige mit dem Grundmantra dreimal Pranayama und danach die Einsetzung von Seher und den weiteren Zuordnungen aus.
26.1010 Die sechsfache Gliedereinsetzung erfolgt an Fingern und Händen. Anschließend wird der Grundmantra umfassend eingesetzt; die abschließende Wendung zur Hand ist verkürzt überliefert.
26.1011 Erneut werden die sechs Glieder am Körper eingesetzt. Der Lehrer setzt dann die mit dem Grundmantra umschlossenen Laute nach Art der Matrika ein.
26.1012 Nach der umfassenden Einsetzung mit dem Grundmantra folgen dessen einzelne Silben. An den für den Murtipanjara bestimmten Stellen wird die Einsetzung dieses Schutzgerüsts göttlicher Gestalten vollzogen.
26.1013 Für die äußere Verehrung des Gottes wird nun ein vorzügliches Yantra beschrieben. Auf einem mit Kuhdung bestrichenen Boden wird der Sitz angelegt.
26.1014 Mit den acht Duftstoffen wird ein sechseckiges Yantra gezeichnet. In seine Mitte werden die Kama-Keimsilbe und die Bezeichnung des beabsichtigten Zieles geschrieben.
26.1015 Der Text nennt Klim, Hrim und eine Umschließung durch den achtzehnsilbigen Mantra. In den Ecken Indras, des Rakshasa und des Windes steht die Shri-Keimsilbe. Die genaue Verbindung des ersten Satzes ist unsicher.
26.1016 In die übrigen, mit der Feuerecke beginnenden Ecken kommt die Maya-Keimsilbe. An die sechs Verbindungsstellen der Ecken wird jeweils eine Silbe des sechssilbigen Mantras gesetzt.
26.1017 Außen liegt ein achtblättriger Lotos. In seinen Staubfäden werden jeweils drei Laute angeordnet.
26.1018 Weitere Laute werden anschließend auf die Blätter geschrieben. Der knappe Vers lässt die genaue Zuordnung offen.
26.1019 Die dem Kamadeva-Mantra zugehörigen Laute werden vorwärts und rückwärts angeordnet. Eine weitere Blattangabe ist unklar; außen werden zwei Kreise gezogen.
26.1020 Den Zwischenraum umschließen die Matrika-Laute mit Bindu. Im äußeren Erdquadrat werden die Rama-Keimsilbe in die vier Richtungen und die Maya-Keimsilbe in die Ecken gesetzt.
26.1021 So wird das als stark bezwingend bezeichnete Yantra auf ein Goldblatt oder einen anderen geeigneten Träger geschrieben, verehrt und mit Rezitation verbunden. Angesehene Menschen sollen es tragen.
26.1022 „Ich mache seinen Träger in der Welt verehrt und verleihe ihm Macht über Könige“, lautet die Verheißung. Die behauptete Fremdbeherrschung ist Bestandteil der historischen Ritualdarstellung.
26.1023 Nach der früher beschriebenen Sitzverehrung in diesem Yantra wird eine göttliche Gestalt vorgestellt; darin wird Krishna angerufen und verehrt.
26.1024 Die Gaben reichen vom Sitz bis zur Speise. Danach werden Schmuck und weitere Bestandteile verehrt; die Angabe des vierten Schrittes und des Bereichs „vom Glied bis zur Wurzel“ ist in der Vorlage nicht klar.
26.1025 Am Kopf gilt die Verehrung der Krone, an den Ohren den beiden Ohrringen. Oben rechts wird der Diskus, oben links das Muschelhorn verehrt.
26.1026 Unten links gilt sie der Keule, unten rechts dem Lotos. Danach folgt die Girlande, deren Verlauf der Text mit Schultern, Füßen und dem Bereich oberhalb des Nabels beschreibt; die genaue räumliche Angabe ist unsicher.
26.1027 Auf der Brust wird das Shrivatsa-Zeichen, am Hals das Kaustubha-Juwel verehrt. In den sechs, im Osten beginnenden Ecken folgen die sechs Gliedergottheiten.
26.1028 An den Staubfäden der Ecken werden die mit Vasudeva beginnenden Gestalten verehrt. Shanti, Shri, Bharati und Rati stehen in den Staubfäden der Blätter der Hauptrichtungen.
26.1029 Auf den im Osten beginnenden Blättern folgen Rukmini und die übrigen Frauen. Danach wird der Gott der Götter in der Reihenfolge rechts und links verehrt.
26.1030 Die sechzehntausend Frauen des göttlichen Trägers des Sharnga-Bogens werden an den Blattspitzen verehrt. Anschließend folgen die weiteren Gestalten in ihrer Ordnung.
26.1031 Genannt werden Indra, Nila, Kumuda, Makara, Ananga, Kacchapa, Shankha und Padma als acht Schätze. Außen folgen die Welthüter und ihre Waffen. Die Namenliste wird hier nach der vorliegenden Lesart wiedergegeben.
26.1032 Nachdem Govinda so verehrt wurde, werden Opferspeisen dargebracht: für Hari insbesondere Milchreis, Zucker und Joghurt.
26.1033 Es folgen Mittel zum Reinigen der Hände, Betel, Kleidung und weitere Gaben. Nach Verneigung und Verabschiedung wird Hari samt seinem Kreis erneut im Herzen betrachtet und verehrt; anschließend rezitiert man nach Vermögen.
26.1034 Nach der Verehrung des höchsten Herrn sind vierhunderttausend Mantrawiederholungen vorgesehen. Danach wird ein Zehntel dieser Zahl mit Ghee geopfert; Wasserspenden schließen sich an.
26.1035 Nach der eigenen rituellen Besprengung werden Brahmanen gespeist. Erst nach dieser Vollendung des Mantras nennt der Text dessen besondere Anwendungen.
26.1036 Krishna wird im Feuer verehrt. Es folgen zehntausend Gaben mit weißen Blüten beziehungsweise Reis und Ghee; danach wird die verbleibende Asche getragen. Die Verbindung von Blüten und Reis ist nicht eindeutig.
26.1037 Dies soll Reichtum, Getreide und Macht über Frauen verschaffen. Ferner wird ein Feueropfer mit süßen Stoffen in der Zahl von einhunderttausend je Mantrasilbe genannt. Der bezwingende Anspruch wird hier historisch dokumentiert.
26.1038 Ein Opfer mit Kuh-Ghee soll beständigen Wohlstand bewirken. Wer rote oder andersfarbige Gewänder wünscht, opfert entsprechend gefärbte Blüten.
26.1039 Genannt werden eintausendacht Gaben, mit Süßem oder Ghee bestrichen. Eine weitere Anwendung verbindet die Gaben mit Honig und den acht Duftstoffen.
26.1040 Täglich eintausend solcher Gaben über einen Monat sollen dazu führen, dass der Übende zum königlichen Hauspriester wird und reichen Lebensgenuss erfährt.
26.1041 Anwendungen, Rezitation und Feueropfer gelten als denen des zehnsilbigen Mantras entsprechend und werden mit diesem vorzüglichen Mantra ausgeführt. Die Beziehung des abschließenden Zweizahlausdrucks bleibt unklar.
26.1042 Wer den Mantra durch Nyasa, Betrachtung, Rezitation, Verehrung und Feueropfer pflegt, dessen Haus soll reich an Edelsteinen, Gold und Getreide werden; die ganze Erde soll dauerhaft in seiner Hand liegen.
26.1043 Nachdem er hier mit Kindern, Enkeln und Ehefrau vielfältige Freuden genossen hat, soll er zuletzt Vishnus höchste Stätte erreichen, die selbst für Seher schwer zugänglich ist.
26.1044 Nun folgt der Mantra des vierundzwanzigsten Kali-Zeitalters. Die Keimsilben von Lakshmi, Shakti und Kama werden mit dem zehnsilbigen Mantra verbunden.
26.1045 Die Formel wird als mit Kama beginnend, mit Namah endend und sechzehnsilbig beschrieben. Seherzuordnung und fünffache Gliedereinsetzung entsprechen dem zehnsilbigen Mantra. Die verkürzte Bildungsregel wird nicht zu einer sicheren Vollform ergänzt.
26.1046 Man betrachtet ihn, wie er die geliebte Gefährtin mit Segen und Furchtlosigkeit gewährenden Händen umarmt. Sie umschlingt ihn freudig; ihre lotosgleichen Hände glänzen mit Lotos und Wasserlilie.
26.1047 In den anderen Händen trägt er Diskus und Muschelhorn. Mit dieser Betrachtung wird der Mantra gesammelt eine Million Mal rezitiert.
26.1048 Danach sind zehntausend Feueropfer mit vorzüglichem Ghee vorgesehen. Wasserspenden und die übrigen Handlungen sollen den Mantra vollenden und ihm die Kraft verleihen, sämtliche Früchte zu schenken.
26.1049 Die Verehrung entspricht dem zuvor beschriebenen zwölfsilbigen Mantra. Auch wird die Rezitationsweise des zehnsilbigen Mantras herangezogen.
26.1050 Nun folgt der Mantra des fünfundzwanzigsten Kali-Zeitalters: Der zehnsilbige Mantra wird durch die Keimsilben von Maya und Shri zum zwölfsilbigen.
26.1051 Sein Verfahren entspricht dem beim sechzehnsilbigen Mantra erläuterten Weg.
26.1052 An welchem Mantra der Geist aufgrund früherer Fügung Gefallen findet, in diesem ist der Gott in der zuvor beschriebenen Weise gegenwärtig; dessen Vollendung soll rasch eintreten.
26.1053 Nun werden weitere vollendungbringende Abwandlungen des zehnsilbigen Mantras beschrieben, die nacheinander in den drei Zeitaltern erschienen sein sollen.
26.1054 Dem zehnsilbigen König der Mantras werden entweder Kama, Maya und Indira, oder Maya, Shri und Kama, oder Lakshmi, Maya und Smara vorangestellt.
26.1055 So entstehen drei dreizehnsilbige Mantras für die drei Zeitalter. Seherzuordnung und Verfahren werden entsprechend der angegebenen Reihe übernommen; der Verweis ist verkürzt formuliert.
26.1056 Für den dritten gilt die Betrachtung des zehnsilbigen, für den zweiten die des zwanzigsilbigen Mantras. Für den ersten folgt nun eine eigene Betrachtung.
26.1057 Man betrachtet ihn, wie die Klänge von Muschelhorn, Diskus und Instrumenten die lotosgleichen Himmelsrichtungen erfreuen. Freudig hält er die Flöte in beiden Händen und spielt.
26.1058 Krishna wird in der Sonnenscheibe betrachtet, um das ersehnte Ziel zu erreichen. Seine Verehrung mit Gliedergottheiten, Indra und den übrigen Richtungshütern sowie deren Waffen gilt als alle Vollkommenheiten verleihend.
26.1059 Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen, ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Opferspeisen sowie Wasserspenden und die weiteren Handlungen. Danach gilt der Mantra als vollendet.
26.1060 Wer Schönheit, Gedeihen, Ghee und andere Nahrung wünscht, verwendet die für den zehn- und achtzehnsilbigen Mantra beschriebenen Anwendungen. Die Darstellung führt diese Reihe bis zum achtundzwanzigsten Kali-Zeitalter.
26.1061 Nun folgt der Mantra des neunundzwanzigsten Kali-Zeitalters: der achtzehnsilbige Mantra, hier mit der Kama-Keimsilbe am Ende.
26.1062 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna. Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die Kama-Keimsilbe mit den sechs langen Vokalen verbunden.
26.1063 In der rechten Hand trägt er eine mit Zucker bereitete Milchsüßigkeit, in der linken eine schöne, frisch bereitete Butterkugel.
26.1064 Sein Hals ist mit Tigerkrallen geschmückt, sein Glanz gleicht einer dichten Regenwolke. Mit dieser Betrachtung sind einhunderttausend gesammelte Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an zucker- und gheehaltiger Opferspeise vorgesehen. Danach folgen Wasserspenden und die Speisung von Brahmanen.
26.1065 Seine Verehrung umfasst die Gliedergottheiten, Welthüter und deren Waffen.
26.1066 Nach der ordnungsgemäßen Verehrung Krishnas inmitten eines Lotos nennt der Text unter Mantrarezitation die Verehrung eines weiblichen lotosgleichen Gesichts. Der Bezug von „seiner Frau“ ist hier unklar; die Passage wird nicht zu einer eigenständigen Praxis ergänzt.
26.1067 Spenden mit gut aufgekochter Kuhmilch, reifen Bananen, Joghurt und frischer Butter sollen innerhalb eines Jahres einen Sohn schenken. Der Text behauptet, allein durch solche Spenden lasse sich jeder Wunsch erfüllen.
26.1068 Joghurt soll Wohlstand, Honig Strahlkraft und Ghee Lebensdauer mehren. Nun folgt der Mantra des dreißigsten Kali-Zeitalters: Aim, Klim, „Krishna“, „Govinda“ und die Rama-Keimsilbe.
26.1069 Es folgen „Geliebter der Gopis“ und Svaha. Die Formel wird als zwanzigsilbig bezeichnet und soll Herrlichkeit sowie die Wünsche der Übenden erfüllen. Seherzuordnung und Gliedereinsetzung werden zunächst auf den achtzehnsilbigen Mantra bezogen.
26.1070 Die Verehrung entspricht dem zwanzigsilbigen Mantra. In der Betrachtung trägt er oben rechts eine Bergkristall-Mala, oben links ein Buch; mit den beiden unteren Händen spielt er lieblich die Flöte.
26.1071 Er trägt gelbe Gewänder, glänzt wie eine Regenwolke und singt sehr zart. Pfauenfedern zieren die Pracht seines Haares.
26.1072 Er ist allwissend, von Scharen von Sehern verehrt und umfasst alle Gottheiten. Seine Schönheit wird hier mit der Anmut weiblicher Jugendtracht beschrieben. Die fünffache Gliedereinsetzung verwendet Abschnitte von fünf, fünf, fünf, vier und drei Silben; diese Summe stimmt nicht mit der zuvor genannten Mantralänge überein.
26.1073 Zur Vollendung werden vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an honigbenetzten Kimshuka-Blüten genannt. Danach folgen Wasserspenden nach dem früheren Verfahren.
26.1074 Wer nach sorgfältiger Verehrung des Gottes diesen Mantra rezitiert, soll durch dessen Gunst Freude erlangen. Die nähere Bestimmung dieser Freude durch das Wort padmākṣika ist unsicher.
26.1075 Seine Rede in Prosa und Versen soll beständig anmutig werden, reizvoll wie das Spiel der Wellen und Wogen des Ganges.
26.1076 Er soll die Veden, deren Sinn und sämtliche Lehrwerke beherrschen, höchste königliche Herrlichkeit und vielerlei Genuss erlangen. Bei fortgesetzter Betrachtung soll er nach dem Verlassen des Körpers Hari erreichen.
26.1077 Nun folgt der Mantra des einunddreißigsten Kali-Zeitalters. Er beginnt mit Om, Namah und der Anrufung des erhabenen Sohnes Nandas.
26.1078 Es folgen Nanda, Vraja, die Gopis und ihr Geliebter im Dativ sowie Svaha. Die Formel wird als achtundzwanzigsilbig bezeichnet; ihr Seher ist Narada. Die Vorlage trägt hier versehentlich die Nummer 2078.
26.1079 Versmaß ist Ushnih, Gottheit Nandas Sohn, der alle Wünsche erfüllen soll. Die fünffache Gliedereinsetzung erfolgt wie zuvor mit den bei Achakra beginnenden Formeln.
26.1080 Krishna trägt rechts ein Juwelengefäß und links ein goldenes Gefäß. Er steht in der Mitte und wird beständig von zwei Frauen umarmt; hier wird seine erwachsene Gestalt betrachtet.
26.1081 Die Verehrung umfasst Gliedergottheiten, Welthüter und deren Waffen. Einhunderttausend Rezitationen und ein Feueropfer mit Opferspeise sollen sämtliche Vollkommenheiten verleihen.
26.1082 Nun folgt der Mantra des zweiunddreißigsten Kali-Zeitalters. Nach „Nandas Sohn“ wird die dunkelglänzende Gestalt angerufen.
26.1083 Es folgen die kindliche Gestalt, Krishna, Govinda und der zehnsilbige Mantra. Die Gesamtformel wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet; die beigefügte ausgeschriebene Lesart und die Versanweisung unterscheiden sich in der Wortverbindung von Krishna und Govinda.
26.1084 Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Krishna. Für Verehrung und Anwendungen wird auf den achtzehnsilbigen Mantra verwiesen.
26.1085 Nun folgt der Mantra des dreiunddreißigsten Kali-Zeitalters. Er beginnt mit Om, Shrim, Hrim und der Verehrung des erhabenen Sohnes Nandas.
26.1086 Es folgen die Anreden der kindlichen und der dunkelglänzenden Gestalt sowie der achtzehnsilbige Mantra. Die Formel wird als zweiundvierzigsilbig bezeichnet; Versmaß ist Anushtubh, Seher Brahma.
26.1087 Gottheit ist Krishna; die Verehrung entspricht dem Vorherigen. Für die Gliedereinsetzung werden Abschnitte von drei, elf, fünf, fünf und achtzehn Silben genannt.
26.1088 Alle weiteren Anwendungen entsprechen dem achtundzwanzigsilbigen Mantra. Die Formel gilt als Mittel zur Erlangung sämtlicher Herrlichkeit und aller ersehnten Ziele.
26.1089 Nun folgt der Mantra des vierunddreißigsten Kali-Zeitalters: „Om; Verehrung dem erhabenen Geliebten Rukminis“.
26.1090 Mit Svaha abgeschlossen gilt dieser König der Mantras als sechzehnsilbig. Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Rukminis Geliebter.
26.1091 Die fünffache Gliedereinsetzung verwendet ein, zwei, vier, sieben und zwei Silben. Krishna wird dunkelglänzend und mit vielerlei Schmuck betrachtet; die nähere Bestimmung seines dunklen Farbtons ist unsicher.
26.1092 Er trägt ein vorzügliches gelbes Seidengewand und ist mit einem goldenen Stab geschmückt.
26.1093 Die goldglänzende Göttin sitzt auf einem Lager und trägt links einen Lotos. Krishna berührt beziehungsweise salbt sie mit seiner rechten lotosgleichen Hand und umfasst die Geliebte mit der linken. Die Wendung über ihre Segensgabe ist sprachlich nicht eindeutig.
26.1094 Die Verehrung mit den Gliedergottheiten, Narada und weiteren Sehern, den Welthütern und deren Waffen soll den rechten Handlungen dienen und das höchste Heil verleihen.
26.1095 Vorgesehen sind siebenhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an mit süßen Stoffen benetzten Lotosblüten. Danach folgen Wasserspenden.
26.1096 Der Mantra wird von denen verehrt, die große Herrlichkeit oder Befreiung wünschen. Seine Anwendungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra.
26.1097 Nun folgt der Mantra des fünfunddreißigsten Kali-Zeitalters. Seine verkürzte Bildungsregel nennt den spielerisch geführten Stab und die Gopis.
26.1098 Weitere Bestandteile nennen den kraftvollen Arm, die jugendliche Gestalt, die dunkle Regenwolke und den erhabenen, machtvoll wirkenden Herrn. Der Mantra gilt als dreißigsilbig; aus der vorliegenden Lesart wird keine sichere Vollform hergestellt.
26.1099 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna, der Träger des Spielstabes.
26.1100 Mit dem Spielstab in seiner linken lotosgleichen Hand bezaubert der große Herr durch vielsagende Gebärden die Gopis und die Frauen der Stadt.
26.1101 Die andere Hand ruht auf der Schulter seines lieben Freundes. So wird Krishna betrachtet, der Kamsa erschlagen hat und dessen Tatkraft unermesslich ist.
26.1102 Die Verehrung umfasst Gliedergottheiten, Indra und die übrigen Richtungshüter samt ihren Waffen. Auf einhunderttausend Wiederholungen folgt ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Sesam und Reis, bestrichen mit den drei süßen Stoffen; danach folgen Besprengung und die übrigen Handlungen.
26.1103 Der Übende soll liebenswert, von der Welt geehrt und zur Wohnstatt Lakshmis werden.
26.1104 Nun folgt der Mantra des sechsunddreißigsten Kali-Zeitalters: govallabhāya svāhā – „Dem Freund der Kühe: Svaha.“ Er wird als siebensilbig bezeichnet.
26.1105 Seher ist Narada, Versmaß Ushnih und Gottheit Hari als Freund der Kühe, der deren Gedeihen fördern soll. Die fünffache Gliedereinsetzung entspricht dem zehnsilbigen Mantra.
26.1106 Achyuta wird saphirglänzend und gelb gekleidet betrachtet. Pfauenfedern bilden seinen kunstvollen Kopfschmuck.
26.1107 Links trägt er die Flöte, rechts Stab und Schlinge. Freudig ruft er nach einer braunen Kuh, die im Wald steht.
26.1108 So wird er auf dem zuvor beschriebenen glückverheißenden Sitz verehrt. Nach den Gliedergottheiten folgen acht Gruppen.
26.1109 Sie werden als gelb, rot, zinnoberfarben, weiß, blau, grün, schwarz und als karṇātmaka bezeichnet. Die letzte Bezeichnung ist in der Vorlage unsicher.
26.1110 Anschließend werden Indra und die übrigen Richtungshüter sowie deren Waffen verehrt.
26.1111 Mit beherrschten Sinnen und entsprechender Betrachtung sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe vorgesehen. Danach werden je Silbe eintausend Gaben mit Kuhmilch ins Feuer gebracht.
26.1112 Wer täglich etwas mehr als eintausend Gaben mit Kuhmilch opfert, soll eine große Vermehrung seiner Kühe erreichen. Der Vers nennt daneben Befreiung als Ziel, ohne die Verbindung näher zu erläutern.
26.1113 Das ganze Verfahren entspricht dem zehnsilbigen Mantra. Sämtliche Anwendungen sollen gelingen und alle Wünsche sich erfüllen.
26.1114 Nun folgt der Mantra des siebenunddreißigsten Kali-Zeitalters: oṃ namo bhagavate śrīgovindāya – „Om; Verehrung dem erhabenen Shri Govinda.“
26.1115 Er wird als zwölfsilbig bezeichnet. Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Shri Krishna.
26.1116 Die Gliedereinsetzung verwendet ein, zwei, vier und fünf Silben sowie den ganzen Mantra. Unter dem schönen Wunscherfüllungsbaum steht ein glückverheißender Juwelenthron.
26.1117 Darauf sitzt Nandas Sohn, mit allen günstigen Merkmalen versehen. Ihn umgibt eine Herde von Kühen, aus deren schweren Eutern Milch strömt.
26.1118 Er ist dunkel wie eine Regenwolke, hält einen vorzüglichen Stab mit beiden Händen und besitzt längliche Lotosaugen. Indras Elefant besprengt ihn mit einem Nektarstrom.
26.1119 So wird der unvergängliche Vishnu betrachtet. Rukmini und Satyabhama werden an seinen beiden Seiten verehrt.
26.1120 Vor ihm wird Indra, hinter ihm Surabhi verehrt. Der Vers nennt vier Staubfäden und eine Richtungsfolge von Rudra bis Varuna; ihre genaue Zuordnung ist verkürzt.
26.1121 Auf den vor dem Gott beginnenden Blättern werden Kalindi, Rohini, Nagnajiti, Sunanda, Mitravinda und Sulakshana verehrt.
26.1122 Es folgen Jambavati und Sushila. An den vier, im Südosten beginnenden Ecken des Erdquadrats werden Glöckchen, Band und Stab genannt. Die zuvor genannte Zahl von zehn Blättern entspricht nicht der Zahl der ausgeschriebenen Frauennamen.
26.1123 Es folgen Lotos, Shrivatsa, Kaustubha und Waldblumengirlande. Im Erdquadrat setzt sich die Verehrung vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn fort.
26.1124 Verehrt werden Sharnga-Bogen, Keule, Diskus, Vasudeva, Devaki, Nanda, Yashoda, Kühe, Kuhhirten und Gopis.
26.1125 In den zehn Richtungen folgen die Welthüter und ihre Waffen. Links vom vorderen Bereich des Gottes werden Kumuda, Kumudaksha, Pundarika, Vamana und Shankukarna verehrt.
26.1126 Es folgen Sarpanetra, Sumukha und Supratishthita. Im inneren Bereich links vom Gott wird Vishvaksena verehrt.
26.1127 Mit dieser Betrachtung des Herrn der Götter wird der Mantra einhunderttausendmal je Silbe rezitiert. Danach folgen je Silbe eintausend Feueropfergaben mit Kuhmilch und die Wasserspenden.
26.1128 Die mit dem Sitz beginnenden Verehrungshandlungen werden wie zuvor ohne Nachlässigkeit vollzogen: morgens, mittags oder zu allen drei Tagesübergängen.
26.1129 Krishna wird beständig nach diesem Verfahren mit höchster Hingabe verehrt, ebenso die Kuhhirten. Die Ortsangabe mit dem Wort für Kuhstall beziehungsweise Weideplatz ist nicht eindeutig.
26.1130 Verheißen werden langes Leben, Furchtlosigkeit, Reichtum, Getreide, Land, Kinder, Enkel, gute Freunde und Herrschaft, schließlich Vishnus Stätte. „Darum, Shiva, verehre diesen Mantra, der rasch Vollkommenheit verleiht.“
26.1131 Nun folgt gokulanāthāya namaḥ – „Verehrung dem Herrn von Gokula“, als achtsilbiger Mantra. Die Vorlage nennt hier erneut das achtundzwanzigste Kali-Zeitalter; nach der fortlaufenden Reihe wäre das achtunddreißigste zu erwarten.
26.1132 Seher ist Aja, also Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Hari. Die fünffache Gliedereinsetzung verwendet jeweils zwei Silben und zuletzt den gesamten Mantra.
26.1133 Seine Augen strahlen im Glanz der Ohrringe, seine Glieder sind dunkelblau und leuchtend. Die folgende Beschreibung eines Laufens in der Nähe eines Lagers sowie der Verbindung mit Kama ist beschädigt und nicht sicher auszulegen.
26.1134 Halsschmuck, Armreifen, Ketten und weitere Zier lassen ihn siegreich erstrahlen. Scharen verschiedener Seher schauen ihn und dienen seinem göttlichen Spiel.
26.1135 Er wird auf dem früher beschriebenen Sitz verehrt. Vier Gliedergottheiten stehen in den Staubfäden der Hauptrichtungen, die Waffengottheit in den Ecken.
26.1136 Auf den Richtungsblättern folgen die mit Vasudeva beginnenden Gestalten sowie Rukmini, Satyabhama, Lakshmana und Jambavati. Außen werden Welthüter und ihre Waffen verehrt.
26.1137 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe und je Silbe eintausend Feueropfergaben mit Lotosblüten, Bilva-Holz oder gheehaltigem Milchreis. Danach folgen Wasserspenden; großer Wohlstand wird verheißen.
26.1138 Nun folgt Hari im durch die Zahlwörter für neun und drei bezeichneten, also neununddreißigsten Kali-Zeitalter. Der Mantra beginnt mit Om, den Keimsilben von Rama, Hri und Kama sowie „Shri Krishna“ im Dativ.
26.1139 Es folgen „Shri Govinda“ und „Shri Geliebter der Gopis“ im Dativ, danach erneut die drei anfänglichen Keimsilben. Die Formel wird als fünfundzwanzigsilbig bezeichnet.
26.1140 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Shri Krishna zusammen mit Baladeva. Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden vier, vier, fünf, neun und drei Silben sowie den gesamten Mantra.
26.1141 Man betrachtet Bala und Krishna, wie sie göttlich miteinander spielen. Garuda dient ihnen; sie schützen den Erdkreis. Verehrung, Rezitation und Anwendungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra.
26.1142 Nun folgt die Mantrareihe des vierzigsten Kali-Zeitalters mit den Zuordnungen von Versmaß, Seher und Gottheit sowie Anwendungen und Nyasa.
26.1143 Der einsilbige Mantra lautet kṛṃ und gilt als alle Wünsche erfüllend. Seher ist der göttliche Narada, Versmaß Gayatri.
26.1144 Gottheit ist Balagopala. Die sechs Gliedereinsetzungen werden mit der Kama-Keimsilbe und sechs langen Vokalen beschrieben; danach folgt die Betrachtung des auf einem Lotos Sitzenden.
26.1145 Krishna sitzt im Lotossitz; klingende Glöckchen zieren seine Hüften. Mit beiden Händen trägt er frische Butter und Milchreis.
26.1146 Am Hals trägt er eine Tigerkralle, die mit einer Goldfassung glänzt. Er ist dunkel wie eine Regenwolke und von Kuhhirten und Gopis umgeben.
26.1147 Auf dem früher beschriebenen Sitz werden in Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten die Gliedergottheiten vom Herzen bis zum Schutzpanzer verehrt.
26.1148 Vor ihnen wird Krishna verehrt; außen in den Richtungen folgen Indra und die übrigen Götter sowie ihre Waffen.
26.1149 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Kuhmilch und Opferspeise. Die mit der Speisung von Brahmanen abschließenden Handlungen sollen das ersehnte Ziel gewähren.
26.1150 Im einundvierzigsten Kali-Zeitalter erscheint derselbe Krishna. Sein zweisilbiger Namensmantra lautet kṛṣṇa. Zur Verwendung dieses Namensmantras sind nach dem Text alle vier Stände, von Brahmanen bis zu Shudras, berechtigt.
26.1151 Im zweiundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet der als dreisilbig bezeichnete Mantra oṃ kṛṣṇa.
26.1152 Von den Seherzuordnungen bis zu den Anwendungen entspricht alles dem Vorherigen. Besonders die Seher sollen ihn verehren; er gilt als Genuss und Befreiung verleihend.
26.1153 Im dreiundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet der viersilbige, alle Wünsche gewährende Mantra oṃ kṛṣṇāya. Seherzuordnungen und Anwendungen folgen dem früheren Verfahren.
26.1154 Im vierundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet der fünfsilbige Mantra kṛṣṇāya namaḥ. Rezitation und weitere Handlungen entsprechen dem Vorherigen.
26.1155 Im fünfundvierzigsten Kali-Zeitalter wird kṛṣṇāya zwischen zwei Kama-Keimsilben gesetzt. Der Mantra gilt als fünfsilbig; alles Weitere bleibt wie zuvor.
26.1156 Im sechsundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet die Formel gopālāya svāhā. Sie gilt als sechssilbig; Seherzuordnungen und Anwendungen entsprechen dem Vorherigen.
26.1157 Im siebenundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet der sechssilbige König der Mantras klīṃ kṛṣṇāya svāhā. Rezitation und Betrachtung folgen dem früheren Verfahren.
26.1158 Im achtundvierzigsten Kali-Zeitalter lautet der siebensilbige Mantra kṛṣṇāya govindāya. Seherzuordnungen und weitere Angaben werden wie zuvor übernommen.
26.1159 Im neunundvierzigsten Kali-Zeitalter folgen auf die Keimsilben von Shri, Maya und Kama das Wort kṛṣṇāya und nochmals die Kama-Keimsilbe. Die siebensilbige Formel folgt demselben Verfahren.
26.1160 Im fünfzigsten Kali-Zeitalter lautet der als achtsilbig bezeichnete Mantra dadhibhakṣaṇāya svāhā – „Dem Joghurtesser: Svaha.“
26.1161 Im einundfünfzigsten Kali-Zeitalter lautet der als achtsilbig bezeichnete Mantra suprasannātmane namaḥ – „Verehrung dem, dessen Wesen ganz heiter ist.“ Seherzuordnungen und weitere Angaben entsprechen dem Vorherigen.
26.1162 Im zweiundfünfzigsten Kali-Zeitalter steht zwischen zwei Kama-Keimsilben kṛṣṇāya govindāya. Die Formel gilt als neunsilbig.
26.1163 Im dreiundfünfzigsten Kali-Zeitalter lautet der neunsilbige Mantra kṛṣṇāya govindāya namaḥ.
26.1164 Im vierundfünfzigsten Kali-Zeitalter lautet die Formel klīṃ glauṃ klīṃ śyāmalāṅgāya namaḥ – „Klim, Glaum, Klim; Verehrung dem Dunkelgliedrigen.“ Sie wird als zehnsilbig bezeichnet.
26.1165 Im fünfundfünfzigsten Kali-Zeitalter lautet der zehnsilbige Mantra bālavapuṣe kṛṣṇāya svāhā – „Krishna in kindlicher Gestalt: Svaha.“
26.1166 Im sechsundfünfzigsten Kali-Zeitalter nennt die Bildungsregel Klim, Krishna, para, nanda, die kindliche Gestalt und Svaha. Die Formel gilt als fünfzehnsilbig; die Worttrennung um parānanda ist in der Vorlage nicht eindeutig.
26.1167 Im siebenundfünfzigsten Kali-Zeitalter bilden zwei Kama-Keimsilben und das Wort Krishna einen viersilbigen Mantra.
26.1168 Seherzuordnungen und sechs Gliedereinsetzungen folgen einem früheren Mantra, dessen Silbenangabe beschädigt ist. Die Betrachtung entspricht dem Vorherigen, mit der Besonderheit, dass Krishna unter dem Wunscherfüllungsbaum steht.
26.1169 Den ersten Verehrungskreis bilden die Gliedergottheiten, den folgenden die Schätze: Mahapadma, Padma, Shankha, Makara und Kacchapa,
26.1170 Mukunda, Kunda, Nila und Kharva – insgesamt neun. Danach folgen zwei Kreise mit Welthütern und deren Waffen.
26.1171 Mit dieser Betrachtung und beherrschten Sinnen sind vierhunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Ein Zehntel dieser Zahl wird mit in süße Stoffe getauchten Shriphala-Früchten geopfert.
26.1172 Zur Vollendung folgen die zuvor beschriebenen Wasserspenden. Bei Tagesanbruch wird reines Wasser mit der Vorstellung der drei süßen Stoffe dargebracht.
26.1173 Auch die Anwendungen des zehnsilbigen Mantras werden herangezogen; die entsprechende Wortform der Vorlage ist beschädigt. Genuss, Befreiung und Erfüllung sämtlicher Wünsche werden verheißen.
26.1174 Im achtundfünfzigsten Kali-Zeitalter wird vor Krishna eine Verbindung der beiden Kama-Keimsilben mit einem als aṃka überlieferten Bestandteil beschrieben. Dessen genaue Lesung ist unsicher.
26.1175 So entsteht ein weiterer, von Narada und anderen verehrter Mantra. Seine Keimsilbe wird für die Gliedereinsetzungen mit den sechs langen Vokalen verbunden.
26.1176 Man betrachtet Krishna auf einer Schaukel unter dem Wunscherfüllungsbaum. Seine Hüften sind mit Glöckchen umgeben, sein Haar ist dunkel und gelockt.
26.1177 Er trägt vielfältigen Schmuck beziehungsweise bunte Kleidung, besitzt Lotosaugen und ist mit Tilaka und Zier versehen. Er erscheint rötlich und wird von zwei Gopis betreut; die genaue Handlung ist unsicher. Verehrung und vorbereitende Vollzugsordnung entsprechen dem Vorherigen.
26.1178 Ein Feueropfer mit roten Lotosblüten beziehungsweise roten Blütenblättern umfasst ein Zehntel der Rezitationszahl. Danach folgen Wasserspenden und die sorgfältige Zufriedenstellung des Lehrers.
26.1179 Täglich werden rötliche Reisrispen, mit den drei süßen Stoffen benetzt, unter Mantrarezitation geopfert. Die Mengenangabe liegt bei anderthalbhundert mit einem Zusatz, dessen Wortlaut unklar ist. Innerhalb eines Mandala-Zeitraums soll dies Feldfrüchte und allerlei Güter verschaffen.
26.1180 Nun folgt der Mantra des neunundfünfzigsten Kali-Zeitalters. Er beginnt mit einer Reihe von Keimsilben und „Sieg, Sieg!“ Die ausgeschriebene Zusatzlesart weicht in der Reihenfolge einzelner Anfangssilben von der Versanweisung ab.
26.1181 Es folgen „Krishna, Krishna, ununterbrochen“, die Silben Krim und Trim und eine Anrede dessen, dessen Zeugungskraft beständig freudig ist.
26.1182 Weitere Anreden gelten dem ewig Wirkenden, Krishna und dem Geliebten der Gopis; Klim, Svaha, Grim und Hrim bilden weitere Bestandteile. Die Formel wird als zweiundfünfzigsilbig bezeichnet.
26.1183 Seher ist Ananda-Narada, Versmaß Viraj und Gottheit Hari als Bezauberer. Die sechs Gliedereinsetzungen erfolgen mit den Mantrasilben.
26.1184 Die Abschnitte werden mit jeweils drei Anfangs- und Schlusskeimsilben verbunden. Genannt werden acht, zwölf, zwei, neun und einundzwanzig Silben; die Zuordnung zu sechs Gliedern bleibt verkürzt.
26.1185 Nach den Einsetzungen wird der Sitz im Körper vorgestellt. An beiden Händen erfolgt das Nyasa nach dem Verfahren des zehnsilbigen Mantras.
26.1186 Die sechs Gliedereinsetzungen und die Kama-Zuordnungen werden in Fünfergruppen vorgenommen. Anschließend erfolgt dreimal eine umfassende Einsetzung des Grundmantras.
26.1187 Wie zuvor werden die Matrika-Laute, von der Kama-Keimsilbe umschlossen, eingesetzt. Danach folgen die zehn Wirklichkeitsprinzipien und weitere Zuordnungen, zuletzt der Murtipanjara.
26.1188 Die Einsetzungen für Schöpfung und Erhaltung, die sechs Glieder und die einzelnen Laute werden wie zuvor ausgeführt. Auch alles Übrige folgt der früher beschriebenen Ordnung.
26.1189 Dann betrachtet der Übende Hari als bezaubernden Herrn aller Welten: in einer schönen Juwelenstadt zwischen Bergen und Meer,
26.1190 deren Inneres mit vielerlei Schönheit geschmückt und von Edelsteinen erhellt ist, reizvoll durch Gärten, Teiche, Anlagen und zahlreiche Menschen.
26.1191 Dort steht ein überaus schönes, weiträumiges Haus, von Vishvakarman geschaffen und mit vielerlei Juwelen besetzt. In diesem Haus wird Hari betrachtet.
26.1192 Er strahlt mit vielfältigem Schmuck, trägt das Shrivatsa-Zeichen auf der Brust und ist von angenehmen Düften umgeben. Seine lotosgleiche Hand ruht im Schoß.
26.1193 Er umfasst eine Gefährtin liebevoll mit beiden Armen und ist mit weißen Perlen geschmückt. Die vorausgehende Wendung über zwei ausgebreitete Lotosgebilde lässt keine sichere körperliche Zuordnung zu.
26.1194 Die dunkelglänzende Satyabhama umarmt ihn von rechts, Jambavati von links. Ein Vergleich mit einem Kreis bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.
26.1195 Kalindi umarmt den Herrn von vorn. In vier Händen hält er Lotos, Keule, Muschelhorn und Diskus.
26.1196 Mit zwei weiteren Händen spielt er die Flöte vor seinem lotosgleichen Gesicht. Außen in allen vier Richtungen umgeben ihn Götter, Seher und Dienende.
26.1197 Nach dieser Betrachtung wird der Gott auf dem früher beschriebenen Sitz verehrt. Das beim zwanzigsilbigen Mantra erläuterte Yantra wird sorgfältig gezeichnet.
26.1198 Um den mittleren Sitz werden von Osten aus nacheinander Hrim, Trim, Hrim und Trim geschrieben und mit den übrigen Mantrasilben umschlossen.
26.1199 Diese ergeben ohne die zehn Keimsilben zweiundvierzig Laute. In das Sechseck werden von Nordosten aus Aim, Hrim und Shrim geschrieben.
26.1200 Von Südwesten aus wird dieselbe Folge wiederholt; alles Übrige folgt dem früheren Verfahren. Nach dem Aufstellen des Arghya-Gefäßes und weiterer Geräte wird Hari in der mittleren Keimsilbe verehrt.
26.1201 Entsprechend der Betrachtung werden von Osten aus Rukmini und die übrigen Gefährtinnen verehrt. Die sechs Gliedergottheiten stehen in den Ecken; auf seinem linken Schoß wird Sarvaga, die Allgegenwärtige, verehrt.
26.1202 In den Blättern folgen Lakshmi und die weiteren Gestalten, an deren Spitzen Bogen und die übrigen Attribute. Die anschließende Stelle nennt einen dunklen Bogen hinter einem mittleren vorderen Bereich, ist räumlich jedoch nicht eindeutig.
26.1203 An beiden Seiten werden die weißen Schätze Shankha und Padma verehrt, die beständig Ströme von Gütern regnen lassen.
26.1204 Es folgen Heramba, der als Samba Bezeichnete, Durga und Vishvaksena. In den Ecken werden verschiedenfarbige Vögel verehrt.
26.1205 Ihre Farben sind rot, rötlich leuchtend, durvagrasfarben und golden. Außen folgen Indra und die übrigen Richtungshüter samt ihren Waffen.
26.1206 Der ordnungsgemäß Initiierte empfängt diesen Mantra vom guten Lehrer und rezitiert ihn einhunderttausendmal. Für diesen Vollzug schreibt der Text vor, den Anblick, das Gespräch, die Berührung und das Hören der Stimme sämtlicher Frauen zu meiden, auch einer Frau in Lehrerstellung; der letzte Bezug ist sprachlich knapp. Dies ist eine historische asketische Vorschrift.
26.1207 Ein Zehntel der Rezitationszahl wird mit Milchreis, weißem Lotos und Honig geopfert. Danach folgen Wasserspenden, Besprengung und die Speisung von Brahmanen.
26.1208 Wer täglich nach dieser Ordnung rezitiert und die Götter verehrt, soll der Welt Freude bereiten.
26.1209 Wer Krishnachandra jeden Morgen mit etwas mehr als einhundert Wasserspenden sättigt, wobei er das reine Wasser als Milch vorstellt,
26.1210 soll zu einem großen Meer göttlicher Fülle werden; der vorausgehende Vergleich mit Mondglanz und Wassertropfen ist beschädigt. Ferner werden Malati-Blüten und Gerste mit Kampfer und Sandelpaste genannt.
26.1211 Zehntausend solcher Feueropfer je Mantrasilbe sollen die drei Welten gefügig machen und den Übenden zu einem berühmten, hervorragenden Dichter werden lassen.
26.1212 Schon die vorgeschriebene Betrachtung soll himmlische Frauen begehrend und gefügig machen. Diese Behauptung gehört zur historischen Bezauberungsmagie und wird nicht als Umgang mit anderen Menschen empfohlen.
26.1213 „Was ließe sich durch Rezitation und die übrigen Handlungen dieses Mantras nicht erlangen?“ Auch Lakshmi soll, ihre gewöhnliche Rivalität aufgebend, dem guten Mantraübenden hingebungsvoll dienen. Ein Bestandteil ihres Namens beziehungsweise Beiworts ist unsicher.
26.1214 Er soll stets frei sein von Krankheit, Armut, Verfehlungen, grausamen ergreifenden Mächten, Gift, Not, Leid, Unglück und Tod.
26.1215 Kinder, Enkel, Reichtum, Gesundheit, eine vortreffliche Ehefrau, Wohlgerüche beziehungsweise damit verbundene Annehmlichkeiten, sämtliche Güter, Ruhm und langes Leben werden ihm zugesprochen.
26.1216 Nun folgt der Mantra des sechzigsten Kali-Zeitalters, dessen bloße Rezitation Nachkommenschaft schenken soll.
26.1217 „Sohn Devakis, Govinda, Vasudeva, Herr der Welt! Schenke mir einen Sohn, Krishna; bei dir habe ich Zuflucht genommen.“
26.1218 Der Mantra wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet. Seher ist Narada, Versmaß Anushtubh und Gottheit Krishna als Nachkommenschaft Verleihender.
26.1219 Die vier Versviertel und der ganze Mantra dienen der fünffachen Gliedereinsetzung. Betrachtet wird der vierarmige, dunkelglänzende Gott mit Muschelhorn und Diskus.
26.1220 Achyuta strahlt mit sämtlichen Schmuckstücken, trägt gelbe Gewänder und Pfauenfedern und ist von Vishnus Glanz erfüllt. Er bringt einem Brahmanen dessen verloren gegangene Kinder zurück und übergibt sie ihm.
26.1221 Mit dieser Betrachtung werden Verehrung und weitere Handlungen voller Hingabe ausgeführt. Indra und die übrigen Richtungshüter samt ihren Waffen gehören zum Verehrungskreis dieser großen Gestalt.
26.1222 Auf einhunderttausend Wiederholungen folgt ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Kuh-Ghee. Wasserspenden und weitere Handlungen sollen den Mantra vollenden.
26.1223 Am zehnten Tag der zunehmenden Mondhälfte um Mitternacht vollzieht der Mantrakundige zur Erlangung eines Sohnes eine befriedende Handlung und verehrt dort Vishnu.
26.1224 Wer mit dem Wunsch nach einem Sohn so verehrt, soll innerhalb eines Jahres einen wohlerzogenen, langlebigen Sohn erhalten. Dies ist das überlieferte Fruchtbarkeitsversprechen.
26.1225 Im einundsechzigsten Kali-Zeitalter wird ein als zwanzigsilbig bezeichneter Mantra gelehrt: Er nennt Vasudeva, den Sprenger der Fesseln, nochmals Vasudeva sowie Hum, Phat und Svaha.
26.1226 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Shri Krishna als Fesselsprenger. Nyasa, Betrachtung, Rezitation und Verehrung entsprechen dem zehnsilbigen Mantra.
26.1227 Im zweiundsechzigsten Kali-Zeitalter besteht der Mantra aus der Kama-Keimsilbe. Sein Seher heißt Mohana-Narada.
26.1228 Versmaß ist Gayatri, Gottheit Krishna als Bezauberer. Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen verbunden.
26.1229 Vom Sitz bis zum Nyasa werden die Handlungen in der beschriebenen Weise ausgeführt. Die Gliedereinsetzungen erfolgen an den Fingern und Handflächen.
26.1230 An die fünf Finger werden nacheinander die zuvor genannten Pfeile gesetzt. Danach folgen die mit der Keimsilbe umschlossenen Matrika-Laute.
26.1231 Erneut werden die sechs Glieder eingesetzt; anschließend erhalten die Pfeile ihre jeweiligen Stellen.
26.1232 Diese sind der Reihe nach Kopf, Gesicht, Herz, Geschlechtsorgan und Füße. Die fünf Keimsilben werden den betreffenden, hier nur verkürzt bezeichneten Formeln vorangestellt.
26.1233 Gesammelt betrachtet man Krishna, der die Welt bezaubert: unter dem von göttlichen Bäumen umgebenen Wunscherfüllungsbaum auf einem Juwelenthron, der auf leuchtendem Boden steht. Die Vorlage nummeriert diesen Vers irrtümlich 1133.
26.1234 Er erscheint in der Farbe der Bandhuka-Blüte. Die einleitende Angabe zu linker Schulter und Vogelfeder ist unsicher. Er trägt Diskus, Muschelhorn, Haken, Schlinge, Blumenpfeile und Zuckerrohrbogen,
26.1235 sowie Lotos und Keule in seinen acht lotosgleichen Händen. Seine Augen bewegen sich kreisend; er trägt Ohrringe, Halsketten und eine herrliche Krone.
26.1236 Glöckchen, Fußreifen, Ringe, Juwelenketten, gelbe Gewänder und rote Salben schmücken ihn. Er umarmt Rama auf seinem linken Schenkel; ihr linker Arm trägt eine Reihe von Lotosblüten.
26.1237 Hari wird auf dem beim zwanzigsilbigen Mantra beschriebenen Sitz mit seinem Schmuck verehrt. Anschließend folgen die Gliedergottheiten und Pfeile nach der Nyasa-Ordnung.
26.1238 Am Kopf wird die Krone, an beiden Ohren werden die Ohrringe verehrt. Der Text nennt Diskus und weitere Attribute in drei Händen sowie Shrivatsa und Kaustubha.
26.1239 Die Zuordnungen betreffen Brust, Herz und Hals; es folgen Waldblumengirlande und gelbes Gewand an den Hüften. Auf seinem linken Schoß wird Mahalakshmi mit vorangestellter Keimsilbe verehrt.
26.1240 Nach der Verehrung in der Lotosmitte folgen die Gliedergottheiten in Haupt- und Zwischenrichtungen. Außen werden die Pfeile in Richtungen und Ecken verehrt.
26.1241 Auf den vorderen Blättern folgen Lakshmi und die übrigen bereits beschriebenen Gestalten. Außen werden Indra und die weiteren Richtungshüter sowie ihre Waffen verehrt.
26.1242 Vorgesehen sind eine Million Wiederholungen und ein Feueropfer mit Palasha-Blüten, benetzt mit den drei süßen Stoffen. Für die anschließenden Spenden nennt der Text eine Grenze von zwölftausend.
26.1243 Danach folgen die eigene rituelle Besprengung und die ehrende Zufriedenstellung von Brahmanen. Für weitere Spenden werden Wasser und Mohini-Blüten genannt.
26.1244 Der Mantraübende beginnt diese fruchtbringenden Spenden bei Tagesanbruch. Wer die drei Welten bezaubern will, soll den Mantra gesammelt rezitieren.
26.1245 Dadurch sollen sämtliche hier beschriebenen Wünsche erfüllt werden. Eine weitere Anwendung nennt zehntausend Ghee-Gaben ins Feuer und das Auffangen eines zugehörigen Opferrests.
26.1246 Nach ebenso vielen Rezitationen im Wasser wird beschrieben, einer Frau dieses Ghee zu essen zu geben, um sie gefügig zu machen; auch sie könne umgekehrt ihn beherrschen. Dies ist eine historische Manipulationshandlung und keine empfohlene Praxis.
26.1247 Auch die beim achtzehnsilbigen Mantra beschriebene Bezauberung wird diesem zugeschrieben. Wer ihn verehrt, soll nach dem Genuss irdischer Freuden Hari erreichen. Nun folgt das dreiundsechzigste Kali-Zeitalter.
26.1248 „Wir wollen den Bezauberer der drei Welten erkennen; über Smara meditieren wir. Möge Vishnu unser Erkennen anregen.“
26.1249 Diese Gayatri soll die Früchte der vier Lebensziele verleihen. Seherzuordnung und die gesamte vorbereitende Ordnung entsprechen dem Früheren. Vollendet gilt sie als wunscherfüllende Ranke, die sämtliche Verfehlungen tilgt.
26.1250 Je nach gewünschtem Vorhaben werden eintausend bis zehntausend Wiederholungen genannt. Mögliches wie Unmögliches soll dadurch gelingen.
26.1251 Im vierundsechzigsten Kali-Zeitalter lautet der einsilbige Mantra glauṃ. Sein Versmaß ist Jagati.
26.1252 Seher ist Narada, Gottheit Shri Krishna, Keim der Laut Ga und Kraft Om. Danach wird die sechsfache Gliedereinsetzung erläutert.
26.1253 Dafür wird die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen verbunden. Ga wird am Kopf, Glaum am Nabel, ein als auṃ überlieferter Laut an den Knöcheln und der Bindu an beiden Füßen eingesetzt.
26.1254 „Ich verehre den Herrn, der unter dem Kadamba-Baum spielt, in Vrindavana wohnt, auf einem Lotos steht und die Flöte erklingen lässt.“
26.1255 Krishna wird in gelben Gewändern und mit einer Waldblumengirlande verehrt, umgeben von dienenden Gopis und Scharen von Kuhhirten.
26.1256 Die Verehrung entspricht dem zehnsilbigen Mantra und wird mit Pingagopala verbunden. Die Rezitationsangabe nennt jeweils vier Hunderttausend, Zehntausend und Tausend, also nach naheliegender Lesung vierhundertvierundvierzigtausend Wiederholungen.
26.1257 Ein Zehntel wird mit Ghee geopfert; danach folgen Wasserspenden. Nach Vollendung des Mantras werden die beim zehnsilbigen beschriebenen Anwendungen ausgeführt.
26.1258 Dadurch soll man hier Glück erlangen und zuletzt Haris Stadt erreichen.
26.1259 Im fünfundsechzigsten Kali-Zeitalter steht Krishna in Verbindung mit der Kama-Keimsilbe. Der Mantra wird als dreisilbig bezeichnet; die Formulierung „inmitten“ lässt seine genaue Anordnung nicht eindeutig erkennen.
26.1260 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Krishna. Ka gilt als Keim und der lange I-Laut als Kraft.
26.1261 Für die sechs Gliedereinsetzungen wird der Grundmantra mit den sechs langen Vokalen verbunden. Betrachtung, Verehrung und Anwendungen entsprechen Pingagopala.
26.1262 Im sechsundsechzigsten Kali-Zeitalter lautet der sechssilbige Mantra oṃ namaḥ kṛṣṇāya – „Om; Verehrung Krishna.“
26.1263 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri, Gottheit Shri Krishna, Keim Om und Kraft Maya. Die beigefügte Überlieferungsnotiz erklärt, dass die Beschreibung des siebenundsechzigsten Kali-Zeitalters in den beiden verfügbaren Handschriften ausgefallen sei. Der Text setzt mit dem achtundsechzigsten fort.
26.1264 Dessen als achtsilbig bezeichneter Mantra lautet uttiṣṭha śrīkṛṣṇa svāhā – „Erhebe dich, Shri Krishna; Svaha.“ Seher ist Vamadeva, Versmaß Pankti und Gottheit Vishnu. Die Gliedereinsetzungen beginnen mit Hum und den verdoppelten Aufforderungen „Schrecke!“ und „Versetze in Furcht!“.
26.1265 Für Kopf, Scheitelhaarlocke und Schutzpanzer nennt die verkürzte Anweisung weitere Verdoppelungen: „Zermalme!“, „Vernichte!“ und „Schütze!“, verbunden mit den entsprechenden Abschlussformeln.
26.1266 Nach den mit Hum abgeschlossenen Formeln werden die sechs Gliedereinsetzungen vollzogen. Danach folgen acht Einsetzungen mit den acht Mantrasilben.
26.1267 Die Ortsliste nennt fünf Glieder, Augen, Bauch und Rücken; ihre genaue Abgrenzung ist beschädigt. An beiden Händen werden ebenfalls die acht Mantrasilben eingesetzt.
26.1268 Die Schöpfungsfolge reicht vom rechten Zeigefinger bis zum linken Zeigefinger; ihre Umkehrung gilt als Auflösung. Danach wird die Erhaltungsfolge erläutert.
26.1269 Diese beginnt bei den beiden Zeigefingern und endet bei den kleinen Fingern. Mit den bei Dravani beginnenden Keimsilben verbundene Zuordnungen werden anschließend von den Daumen aus eingesetzt.
26.1270 Ebenso werden die Kama-Gestalten mit ihren vorangestellten Keimsilben eingesetzt. Danach folgt die Matrika, von den Silben der Pfeile umschlossen.
26.1271 Als acht Wirklichkeitsprinzipien werden Prakriti, Mahat, Ahamkara, Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde genannt.
26.1272 Mit den einzeln zugeordneten Mantrasilben werden sie an Fuß, Geschlechtsorgan, Herz, Mund, Kopf, nochmals Herz beziehungsweise Herzraum und dem ganzen Körper eingesetzt. Die wiederholten Herzangaben werden nach der Vorlage beibehalten.
26.1273 Dies heißt Auflösungsfolge; die Schöpfungsfolge ist ihre Umkehrung. Der von Om umschlossene Grundmantra wird dreimal am Körper eingesetzt. Eine weitere Ortsfolge nennt Hüfte, Mund, Herz, Nabel, Knöchel, Knie und Füße; die Erhaltungsfolge reicht vom Nabel bis zum Herzen.
26.1274 Eine weitere, sprachlich verkürzte Angabe bestimmt die Auflösungsfolge. So wird die dreifache Einsetzung der Mantrasilben beschrieben, der Reichtum verleihende Wirkung zugeschrieben wird.
26.1275 Am Wurzelzentrum, Herzen, Mund, an beiden Armen, den Oberschenkeln und am Nabel werden die Mantrasilben eingesetzt. Dieses Nyasa gilt als Festigkeit verleihend.
26.1276 Die Einsetzung an Hals, Bauch, Hand, beiden Brüsten, beiden Seiten und Rücken gilt als glückverheißend.
26.1277 Eine weitere, Reichtum verheißende Folge nennt Kopf, Augen, Ohren, Mund, Fingerspitzen, Handgelenke, Ellenbogen und Schultern.
26.1278 Die Einsetzung an beiden Fußspitzen, Knöcheln, Knien und Hüften gilt als auf besondere Wünsche gerichtet.
26.1279 Die fünfte Folge setzt die Silben am rechten Armansatz, in der Mitte des Arms, am Handgelenk und von dort an den fünf Fingern ein. Sie soll den Dharma mehren.
26.1280 Die entsprechende sechste Folge am linken Arm soll Verfehlungen beseitigen. Danach werden rechter Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel und die fünf Zehen genannt.
26.1281 Dies ist die siebente Folge, ihre Entsprechung links die achte. Für die folgende wird eine Einsetzung vom rechten Daumen sowie vom linken Mittelfinger aus beschrieben.
26.1282 Die nacheinander erfolgende Einsetzung der Mantrasilben heißt die neunte; die entsprechende Folge an beiden Füßen bildet die zehnte.
26.1283 Die elfte Folge setzt die Silben an Kopf, Augen, Hals, Herz, Bauch, Oberschenkeln, Knien und Füßen ein.
26.1284 Die zwölfte Folge betrifft Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark, Zeugungsstoff und Lebenswinde.
26.1285 Die dreizehnte Folge nennt rechte Wange, rechte Schulter, rechte Brust, rechte Seite, rechte Gesäßhälfte, Unterschenkel und Fuß. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist gegenüber den acht Silben verkürzt.
26.1286 Die entsprechende linke, beim Knöchel beginnende Folge bildet die vierzehnte. Danach wird die erste Silbe den Fußsohlen zugeordnet; die folgenden Angaben nennen Fußspitzen und Knie, sind jedoch beschädigt.
26.1287 Die dritte Silbe gehört zu After und Genitalbereich, die vierte zu Seite und Nabel. Es folgen Brust, Rücken, Herz, Hals, Mund und Nasenansatz.
26.1288 Eine weitere Silbe wird an Ohren und Augen eingesetzt, die achte an der Stirn. Diese fünfzehnte Folge soll alle Bedrängnisse beseitigen; die Verteilung der mittleren Silben bleibt im Text verkürzt.
26.1289 Die sechzehnte Folge betrifft Kopf, Augen, Mund, Herz, Nabel, Genitalbereich, Knie und Füße. Sie wird Tattvapanjara, „Schutzgerüst der Wirklichkeitsprinzipien“, genannt.
26.1290 Danach wird der Grundmantra umfassend im Körper eingesetzt. Es folgt der im fünften Zusammenhang bei Nrisimha beschriebene Murtipanjara; der genaue Rückverweis wird nicht näher erläutert.
26.1291 Am Mund wird der Brahmanenstand, an den Händen der Kshatriyastand, an den Oberschenkeln der Vaishyastand und an den Füßen der Shudrastand eingesetzt. Diese Zuordnung bildet die historische Ständekosmologie ab.
26.1292 Auf dem Kopf wird die Krone, an den Ohren werden die Makara-Ohrringe eingesetzt. Halszier und Kaustubha gehören an den Hals, Shrivatsa und Kette an die Brust.
26.1293 Armreifen und weiterer Armschmuck werden an den Armen, Handreifen an den Händen und der Gürtel an den Hüften eingesetzt.
26.1294 Es folgen Ringe an den Fingern, die beiden gelben Gewänder als Unter- und Obergewand sowie Fußreifen an den Füßen.
26.1295 In den oberen linken und rechten Händen werden Muschelhorn und Diskus, in den unteren Keule und Lotos eingesetzt. Danach beginnt die Betrachtung.
26.1296 Im Milchozean stellt man sich die Weiße Insel vor, geschmückt mit vielerlei Edelsteinen. Dort liegt ein Wald, in dem alle Jahreszeiten zugleich gegenwärtig sind.
26.1297 Der Gott trägt die im Nyasa genannten Schmuckstücke und Waffen und strahlt in hellem Glanz. Götter, Asuras, Seher und Scharen von Apsaras dienen ihm.
26.1298 Mit heiterem Gesicht wird der Gott der Wirklichkeit betrachtet und verehrt. Auf dem früher beschriebenen Sitz wird seine Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt und angerufen.
26.1299 In der Lotosmitte werden die Gliedergottheiten verehrt; auf vier Richtungsblättern nennt der Text Shri im gelben Gewand sowie Dhriti und Kanti, weiß und dunkel. Die vierte Zuordnung ist nicht eindeutig ausgeschrieben.
26.1300 Auf den Richtungsblättern folgen Indra und die übrigen Hüter, außen ihre Waffen. Unter Einhaltung der Regeln und mit beherrschten Sinnen sind achthunderttausend Wiederholungen vorgesehen.
26.1301 Ein Zehntel dieser Zahl wird mit milchbenetztem Bilva-Holz geopfert. Wasserspenden und weitere Handlungen verwenden Wasser sowie Ghee, Milch und Reis.
26.1302 Nach sorgfältiger Zufriedenstellung des Lehrers gilt der Mantra als vollendet. Danach werden die besonderen Anwendungen zur Erreichung bestimmter Ziele beschrieben.
26.1303 Zehntausend Feueropfer mit in Milch gereinigten Lotosblüten sollen Wohlstand verleihen. Ferner werden Palasha-Blüten mit den drei süßen Stoffen genannt.
26.1304 Reines Ghee wird für Schönheit, Milch für Lebensdauer geopfert. Ein nächtliches Opfer verbindet Salz mit den drei süßen Stoffen.
26.1305 Eintausendacht solcher Gaben sollen innerhalb eines Monats die Gesellschaft himmlischer Frauen und Macht über andere Frauen bewirken. Die entsprechende Bezeichnung ist beschädigt. Danach nennt der Text zehntausend Ghee-Gaben mit gereinigtem Durva-Gras und Reis.
26.1306 Täglich wird Reis gegessen. Der Lehrer wird mit Geld, Kleidung und Schmuck zufriedengestellt; auch Brahmanen werden gespeist.
26.1307 Rezitation und Nyasa bei drohendem Tod oder Krankheit sollen Lebensdauer verleihen. Außerdem beschreibt der Text eine einjährige Rezitation mit auf die Sonnenscheibe gerichtetem Blick; dies wird als historische Askese dokumentiert, nicht zur Nachahmung empfohlen.
26.1308 Ein halbes Jahr mit erhobenen Armen soll großen Reichtum verschaffen. Morgens werden dem Herrn Lakshmis eintausendacht Milchspenden dargebracht; dadurch soll man Kühe und Wohlstand erlangen.
26.1309 Selbst im Wald soll man wohlschmeckende Nahrung und Dienende finden. Die sechs Ritualhandlungen sollen gelingen; zuletzt werde Vishnus höchste Stätte erreicht.
26.1310 Im neunundsechzigsten Kali-Zeitalter wird derselbe Mantra mit vorangestelltem Om gelehrt. Seine Rezitation soll die göttliche Herabkunft gegenwärtig machen und zu allen Zeiten Frucht schenken. Die ausgeschriebene Zusatzlesart weicht vom früheren Wortlaut ab.
26.1311 Im siebzigsten Kali-Zeitalter wird derselbe Mantra mit der Lakshmi-Keimsilbe am Anfang rezitiert. Hier erscheint nach dem Text keine neue Herabkunft; derselbe Gott wird unmittelbar sichtbar.
26.1312 Im einundsiebzigsten Kali-Zeitalter lautet der Mantra: śrīkṛṣṇaḥ śaraṇaṃ mama – „Shri Krishna ist meine Zuflucht.“
26.1313 Die vier Wörter und die Gesamtformel bilden die fünffache Gliedereinsetzung. Betrachtung, Verehrung und Anwendungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra.
26.1314 Nun wird ein große Frucht verheißender Buddha-Mantra gelehrt. Der Text spricht den Zweimalgeborenen hierfür die Berechtigung ab und begründet dies mit ihrer Zugehörigkeit zur anerkannten Gesellschaftsordnung; die Begründung ist knapp formuliert.
26.1315 Dagegen nennt er Brahmanen des linken Ritualwegs, als Kunda und Golaka bezeichnete Personen nicht anerkannter Abstammung, Menschen außerhalb ihrer Standeszugehörigkeit oder ohne vedische Sakramente sowie Kayasthas und andere Gruppen. Die abwertenden Einordnungen sind historische Wertungen des Textes.
26.1316 Durch die Verehrung Vishnus als Buddha sollen sie Genuss und Befreiung erlangen. Dieser Mantra wird als Zuflucht für die vom Text als „gefallen“ bezeichneten Menschen gelehrt.
26.1317 „Verehrung dem erhabenen Buddha, der über den Ozean des Daseins hinüberführt! Vor der Kali-Zeit fürchte ich mich; bei dem Zuflucht Gewährenden habe ich Zuflucht genommen.“
26.1318 Die ersten vier Wörter und die beiden folgenden Versviertel dienen der sechsfachen Gliedereinsetzung. Mit dem ganzen Mantra wird eine umfassende Einsetzung vorgenommen.
26.1319 Auf einem Lotos sitzt er im Lotossitz, beide Hände auf den Oberschenkeln. Er ist hell, sein Körperhaar ist geschoren und seine Augen ruhen reglos in Meditation.
26.1320 Schüler mit Büchern in den Händen sowie Indra und die übrigen Welthüter umgeben ihn. Er trägt kupferfarbene Gewänder.
26.1321 Mit dieser Betrachtung wird er auf einem zweiunddreißigblättrigen Lotos verehrt. In dessen Mitte stehen die sechs Gliedergottheiten, auf den Blättern nacheinander seine Schüler.
26.1322 Genannt werden Minanka, Lalita, Vira, Yogini, Jnanadayini, Sarvajna, Sugata, Buddha, Parshvanatha und Tathagata,
26.1323 Charvaka, Dharmaraja, Jina, Padmavati, Kamini, Mahamaya, Shri Krishna und Vinayaka,
26.1324 Samantabhadra, Vartmarshi, Nidhichandra, Manohara, Shadabhijna, Dashabala, Shastar, Shrighana und Kshaya,
26.1325 Dandin, Mundin, Kranta, Shravaka und Lokaposhana. Außen im Erdquadrat werden die Richtungshüter und ihre Waffen verehrt. Die Namenliste verbindet unterschiedliche religiöse Gestalten nach der synkretistischen Sicht dieses Textes.
26.1326 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe, ein Feueropfer mit Ghee-Reis und Spenden von Wasser mit Tulasi für den Erhabenen.
26.1327 „Nicht einmal in Gedanken soll man einem anderen Leid zufügen.“ Wer so lebt, soll die Vollkommenheit der Rede und weitere Fähigkeiten erlangen.
26.1328 Könige sollen ihm gewogen werden und Bedrängnisse verschwinden. Danach nennt der Text Bedrängnis durch Bhutas und Pretas sowie die Furcht vor schwerer Krankheit.
26.1329 Mit dem Mantra besprochene Asche soll davon befreien; dies ist eine historische Heilbehauptung. Nun folgt der große Frucht verheißende Kalki-Mantra: kaṃ kalkine namaḥ, als sechssilbig bezeichnet.
26.1330 Seine sechs Silben dienen den sechs Gliedereinsetzungen, der ganze Mantra der umfassenden Einsetzung. Der Text erklärt ihn für streng geheim und preist ihn als Vernichter von Königen.
26.1331 Kalki wird auf einem dunkelblauen Pferd betrachtet, mit weißem Turban, der großen Mudra an der Hand und prächtigem Kaustubha-Schmuck am Hals.
26.1332 Zornerfüllten Blickes zermalmt er Scharen der vom Text als Mlecchas bezeichneten Fremden. Unsichtbar gegenwärtige Götter, Seher und Gandharvas preisen Hari. Dies ist die gewaltsame endzeitliche Bildsprache der Vorlage.
26.1333 Er wird auf dem Vaishnava-Sitz in einem Lotos verehrt. Die sechs Gliedergottheiten stehen in den Staubfäden, seine Diener auf den Blättern.
26.1334 Diese heißen Uddama, Kanchana, Dirgha, Bhima, Ghora, Bhayanaka, Kala und Nila. Im Erdquadrat folgen die Welthüter und ihre Waffen.
26.1335 Vorgesehen sind sechshunderttausend Wiederholungen, ein Feueropfer mit gezuckertem Milchreis, Wasserspenden mit reinem Wasser und die Zufriedenstellung von Brahmanen.
26.1336 So verehrt soll der Mantra Sieg im Kampf verleihen. Schon aus der Ferne sollen schlechte Herrscher beim Anblick seines Übenden
26.1337 sich verneigen, ebenso die als Mlecchas Bezeichneten; Feinde sollen untergehen. Wohlstand soll täglich wachsen, und nach dem Tod werde Vaikuntha erreicht. Diese Zusagen dokumentieren den kriegerischen Heilsanspruch des Abschnitts.
26.1338 „Damit sind die Mantras Shri Vishnus, des höchsten Selbst in Gestalt der zehn Herabkünfte, gelehrt. Was möchtest du noch hören?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der sechsundzwanzigste Prakāśa über die Mantras der zehn Herabkünfte.
Siebenundzwanzigster Prakāśa: Die vierundzwanzig Gestalten Vishnus
27.1 Die erhabene Göttin sprach: „Gott der Götter, großer Gott, der du deinen Verehrern Gnade erweist: Lehre mich nun die Mantras der vierundzwanzig Gestalten.“
27.2 Höre, Göttin: Ich werde die Mantras der Gestalten vollständig darlegen, die Lebensgenuss und Befreiung gewähren und von Brahmanen verehrt werden. Die Zusatzlesung „sacaturthakaiḥ“ ist mehrdeutig; eine sichere Aussage über die weitere Gruppe von Berechtigten lässt sich daraus nicht gewinnen.
27.3 Ka wird als Brahma gedeutet, Sha als Ishvara und Va als Hari. Der aus diesen drei Lautbestandteilen bestehende Mantra heißt Keshava.
27.4 Mit den einzelnen Bestandteilen werden die sechs Gliedereinsetzungen, mit dem Ganzen die umfassende Einsetzung vorgenommen. Die anschließende Beschreibung des Bereichs vom Nabel bis zu den Füßen ist beschädigt; ein honigfarbener beziehungsweise Madhu betreffender Vergleich bleibt unsicher.
27.5 In sechs Armen trägt die rote Gestalt Muschelhorn, Diskus, Dreizack, Gebetskette und Wassergefäß. Die Waffenliste weist gegenüber der Zahl der Arme eine Lücke oder unklare Doppelung auf; seine Hüften werden als schön beschrieben.
27.6 Er trägt Unter- und Obergewand sowie eine Schlange als heilige Schnur. Eine schöne Pfauenkrone und Makara-förmige Ohrringe schmücken ihn.
27.7 Mit dieser Betrachtung wird er auf dem Sitz in einem vierblättrigen Lotos verehrt. In dessen Mitte werden Sanaka und die weiteren Seher genannt; Ganesha und Nandikeshvara
27.8 sowie Karttikeya und Bhringin stehen in den Blattmitten. An den Blattspitzen folgen Prahlada, Narada und Bali; die vierte Zuordnung bleibt ungenannt.
27.9 An beiden Seiten und hinten werden Rama, Uma und die Mutter der Veden verehrt. Von vorn rechts aus folgen Rind, Schwan und der König der Vögel.
27.10 Im Erdquadrat werden die Welthüter und ihre Waffen verehrt. Vorgesehen sind dreihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit den drei süßen Stoffen.
27.11 Nach der Zufriedenstellung von Brahmanen soll Vollkommenheit eintreten. Der Übende gilt als selbstbeherrscht und fähig zu Schöpfung und Auflösung; nach irdischem Glück soll er im Tod Befreiung erlangen.
27.12 Nun wird der große Narayana-Mantra gelehrt: oṃ namo nārāyaṇāya – „Om; Verehrung Narayana.“ Er ist achtsilbig.
27.13 Versmaß ist Devi-Gayatri, Seher Sadhya-Narayana und Gottheit das höchste Selbst. Danach folgt die fünffache Gliedereinsetzung.
27.14 Genannt werden Kubjolka, Maholka, Aviraktolka, Sahasrolka und Svaholka mit den zugehörigen Waffenformeln. Diese fünf Gliedermantras werden auch an den Fingern, bei den Daumen beginnend, eingesetzt. Einzelne Namenformen sind unsicher überliefert.
27.15 Die acht Silben werden einzeln an acht Körperstellen eingesetzt. Dies heißt Schöpfungsfolge; die bei den Füßen beginnende Folge gilt als Auflösung.
27.16 Eine weitere Ortsfolge nennt Nabel, Genitalbereich, Knie und Oberschenkel, Füße, Kopf, beide Augen, Mund und Herz. Ihre Gliederung zu acht Stellen ist in der Vorlage nicht eindeutig.
27.17 Dies wird Erhaltungsfolge genannt. Nun folgt das Vibhuti-Panjara, das Schutzgerüst göttlicher Macht. Bei allen Einsetzungen werden die Silben von Om umschlossen.
27.18 Die erste Folge betrifft Wurzelzentrum, Herz, Mund, beide Arme, beide Oberschenkelansätze und Nabel.
27.19 Die zweite Folge betrifft Hals, Nabel, Herz, beide Brüste, beide Seiten und Rücken.
27.20 Die dritte Folge setzt die Silben nacheinander an Kopf, Mund, beiden Augen, beiden Ohren und beiden Nasenöffnungen ein.
27.21 Die vierte Folge betrifft rechten Armansatz, Armmitte, Handgelenk und die fünf Finger; die entsprechende fünfte Folge betrifft den linken Arm. Die Bezeichnung der rechten Hand ist in der Vorlage beschädigt.
27.22 Die sechste Folge betrifft rechten Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel und die fünf Zehen. Die entsprechende Folge am linken Bein gilt als siebente.
27.23 Nach innerer Betrachtung werden die Silben in Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark, Zeugungsstoff und Lebenswind eingesetzt. Dies bildet die achte Folge.
27.24 Die neunte Folge nennt Kopf, Mund, Herz, Bauch, Oberschenkel, Unterschenkel und Füße; die Abgrenzung der paarigen Stellen bleibt verkürzt.
27.25 Es folgen beide Wangen, Schultern, Oberschenkel und Füße. Danach werden Diskus in der oberen linken und Muschelhorn in der unteren rechten Hand genannt.
27.26 Die Vorlage nennt auch die Keule in der oberen linken Hand und den Lotos rechts, sodass sich eine Handzuordnung doppelt. Diese zehnfache Einsetzung heißt Vibhuti-Panjara; die widersprüchliche Waffenstellung wird nicht stillschweigend berichtigt.
27.27 Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Ahamkara, Mahat und Prakriti bilden die acht Wirklichkeitsprinzipien. Sie werden wie beschrieben mit binduhaltigen Silben verbunden.
27.28 Ihre Namen stehen im Dativ und enden mit Namah. Sie werden an Fuß, Geschlechtsorgan, Herz, Mund, Kopf, Augen, Herz und umfassend am ganzen Körper eingesetzt.
27.29 Dies heißt Auflösungseinsetzung der Prinzipien; die Schöpfungsfolge verläuft entsprechend umgekehrt. Vier Selbstgestalten werden als Bindu, Nada, Shakti und Shanti genannt.
27.30 Der Mantraübende setzt sie zuvor im Körper ein, um die göttliche Seinsweise zu verwirklichen. Danach wird der Murtipanjara mit vorangestelltem Om ausgeführt.
27.31 Narayana und Aryaman werden mit einem A-Laut am Nabel verehrt; die nähere Formel ist beschädigt. Mit iṃ werden Madhava und Mitra am Herzen eingesetzt.
27.32 Mit īṃ werden Govinda und Varuna am Hals, mit uṃ Vishnu und Amshumat an der rechten Seite verehrt.
27.33 Mit ūṃ folgen Madhusudana und Bhaga an der rechten Schulter, mit eṃ Trivikrama und Vivasvat an der rechten Wange.
27.34 Mit aiṃ werden Vamana und Indra an der linken Seite, mit oṃ Shridhara und Pushan an der linken Schulter eingesetzt.
27.35 Hrishikesha und Parjanya gehören mit auṃ zur linken Wange; Padmanabha und Tvashtri mit aṃ zu einer beschädigt bezeichneten Stelle. Damodara und Vishnu werden mit dem Visarga-Laut am Nacken eingesetzt.
27.36 „Du mit Krone, Halskette, Armreifen und Makara-Ohrringen; du mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos in den Händen, in gelbe Gewänder gehüllt;
27.37 du mit dem Shrivatsa-Zeichen auf leuchtender Brust, begleitet von Shri und Bhumi; du, der aus eigenem Licht mit der Kraft von tausend Sonnen strahlt!“
27.38 Diese Bezeichnungen werden als Anreden gesprochen und mit Namah abgeschlossen. Der zweiundsiebzigsilbige Mantra dient der umfassenden Einsetzung.
27.39 Nun folgen die vorzüglichen Mantras der Wirklichkeitsprinzipien. Nach Om werden die mit Kha beginnenden Laute mit Bindu und Namah genannt.
27.40 Die Formel enthält „dem Höchsten“ und „dem, dessen Wesen das jeweilige Prinzip ist: Verehrung“. Danach werden die Prinzipien an ihren Stellen eingesetzt, Jiva und Prana beide am ganzen Körper.
27.41 Buddhi, Ahamkara und Manas werden als drei Prinzipien am Herzen eingesetzt. Danach nennt die Ortsfolge Kopf, Gesicht, Herz, Genitalbereich und Füße; ein zusätzlicher Bestandteil der Ortsangabe ist unsicher.
27.42 Diesen werden Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch zugeordnet. Es folgen die fünf Sinnesvermögen Hören, Tasten, Sehen, Schmecken und Riechen.
27.43 Sie werden an Ohren, ganzem Körper, Augen, Zunge und Nase eingesetzt. Danach folgen die fünf Handlungsvermögen: Sprechen, Greifen, Ausscheiden, Gehen und Zeugung.
27.44 Die Körperstellen sind Mund, Hände, Füße, After und Geschlechtsorgan; die Reihenfolge von Gehen und Ausscheiden weicht dabei von der vorangehenden Liste ab. Danach folgen Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde.
27.45 Sie werden an Kopf, Mund, Herz, Geschlechtsorgan und Füßen eingesetzt. Anschließend werden die drei Scheiben am Herzen vergegenwärtigt.
27.46 Sonnen-, Mond- und Feuerscheibe besitzen zwölf, sechzehn und zehn Teile. Ihnen werden wie zuvor die Silben Ham, Sam und Ram vorangestellt; ihre Zusammenschreibung ist in der Vorlage knapp.
27.47 Danach folgt die Einsetzung der mit Vasudeva beginnenden Gestalten. Die erste Formel beginnt mit Om, Kham und Namah und nennt den höchsten Parameshthin.
27.48 Sie gilt Vasudeva als Wesen des Prinzips und wird am Kopf eingesetzt. Die nächste beginnt mit Om, Yam und Namah und nennt den Purusha.
27.49 Sie gilt Sankarshana als Wesen des Prinzips und wird am Mund eingesetzt. Danach folgen Om, Ram, Namah und eine Anrede des höchsten Nivritti.
27.50 Die anschließende Form mit ruddha wird am Geschlechtsorgan eingesetzt; die Namensverbindung ist beschädigt. Danach folgen Om, Lam, Namah und die Anrede des höchsten Sharva.
27.51 Diese Formel gilt Narayana als Wesen des Prinzips und wird an den Füßen eingesetzt. Danach folgen Om, Kshraum, Namah und die Anrede des höchsten Nrisimha.
27.52 Er wird als Wesen des Zorns mit abschließendem Namah am ganzen Körper eingesetzt. Wer diese Ordnung vollzieht, soll unmittelbar Narayana werden.
27.53 Fieber, Krankheiten, Schadenzauber und Bedrängnisse durch Geister sollen verschwinden. Danach werden die zuvor beschriebenen Vaishnava-Mudras gezeigt. Die gesundheitlichen Wirkungen sind Aussagen der Ritualüberlieferung.
27.54 Mit dem bei der Krone beginnenden Mantra werden am eigenen Körper dreimal Blumen dargebracht. Die anschließende Richtungsangabe nennt oben, unten und rechts; danach folgen Glocke, Lotos und Keule.
27.55 Muschelhorn, Diskus und Sonnenglanz sowie Bhumi und Rama an beiden Seiten werden vergegenwärtigt, ebenso Armreifen, Halskette, Krone, gelbes Gewand und Ohrringe.
27.56 Das Kaustubha-Juwel erhellt das Herz, Shrivatsa zeichnet die Brust. Danach wird der Gott auf dem mit neun Kräften verbundenen Sitz verehrt.
27.57 Die neun Kräfte heißen Vimala, Utkarshini, Jnana, Kriya, Yoga, Prabha, Satya, Ishana und Anugraha.
27.58 Der Sitzmantra beginnt: „Om; Verehrung dem erhabenen Vishnu, dem Selbst aller, Vasudeva, dem Zeugen,
27.59 dem Selbst aller, dessen Wesen Yogasitz und Lotossitz ist: Verehrung.“ Er wird als siebenunddreißigsilbig bezeichnet.
27.60 Nach der Verehrung des Sitzes mit diesem Mantra wird der Gott angerufen. Nun wird auch die Anrufungsformel gelehrt.
27.61 „Komm, komm, erhabener Gott, der du der Welt Gnade erweist! Nimm deinen Opferanteil an, Vasudeva; Verehrung sei dir!“
27.62 Nach der ordnungsgemäßen Anrufung folgen die beschriebenen Gaben. In der Lotosmitte werden die Gliedergottheiten wie zuvor an ihren jeweiligen Stellen verehrt.
27.63 In den Staubfäden folgen die Mantrasilben in der angegebenen Ordnung. Auf den Blättern der Hauptrichtungen werden Vasudeva und Sankarshana,
27.64 Pradyumna und Aniruddha verehrt, mit Muschelhorn, Lotos, Diskus und Keule. Die anschließende Farbreihe nennt helle, gelbliche, dunkle, weiße und blaue Töne; ihre Zuordnung zu vier Gestalten ist nicht eindeutig.
27.65 In den Ecken werden Shanti, Kshipra, Bharati und Shakti verehrt: weiß, golden, milchfarben und dunkel, mit schönem Schmuck versehen.
27.66 An den Blattspitzen werden Lotos, Diskus, Muschelhorn, Keule, gelbes Gewand, Stampfer, Schwert und Waldblumengirlande verehrt.
27.67 Im Erdquadrat nennt der Text den Vogelkönig sowie Krishna, Aruna und Viraj beziehungsweise entsprechende Farbbezeichnungen. Danach folgen die Schätze Shankha und Padma mit roten Farbangaben; die Satzgliederung ist beschädigt.
27.68 Es folgen eine dunkel bezeichnete Gestalt, Bana-Durga und Vishvaksena, dunkel wie die Nacht. Diese werden auf den im Südosten beginnenden Blättern, vor ihnen die Richtungshüter verehrt; einzelne Namenformen bleiben unsicher.
27.69 Vor diesen stehen ihre Waffen. So wird die Verehrung in sechs Kreisen beschrieben. „Nun lehre ich Narayanas Gayatri; höre mit gesammeltem Geist.“
27.70 „Wir wollen Narayana erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Möge Vishnu unser Erkennen anregen.“
27.71 Mit dieser Gayatri soll die vorbereitende Weihe von Kshatriyas und weiteren Angehörigen der Stände wie zuvor ausgeführt werden. Dadurch sollen sie frei von Verfehlung und zur Vishnu-Initiation berechtigt werden.
27.72 Vorgesehen sind zweiunddreißig Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Lotosblüten, benetzt mit den drei süßen Stoffen. Krishnachandra wird mit safranhaltigem Wasser gesättigt.
27.73 Nach der Besprengung werden rechtschaffene Vaishnava-Brahmanen gespeist. Ist der Mantra so vollendet, folgen seine besonderen Anwendungen.
27.74 Für das Gewinnen göttlicher Zuwendung wird Vishnu mild, am ganzen Körper weiß leuchtend, achtarmig und bewaffnet auf Garuda betrachtet.
27.75 Auch für Lebensgenuss in weltlichen Tätigkeiten wird Hari so betrachtet. Ein Feueropfer mit zehntausend Stücken Guduchi, vier Finger breit und mit Joghurt, Honig und Ghee verbunden, soll selbst den Tod zurückweisen. Dies ist eine historische Heilverheißung.
27.76 Am Samstag wird ein Ashvattha-Baum mit der Hand berührt und der Mantra einhundertachtmal rezitiert. Dadurch soll vorzeitiger Tod überwunden werden.
27.77 Wer nach fünfundzwanzig Wiederholungen reines Wasser trinkt, soll von Verfehlung frei, gesund und erkenntnisreich werden.
27.78 Zehntausend Wiederholungen über dem Wasser eines Kruges und eine anschließende Besprengung sollen sämtliche Krankheiten beseitigen. Rezitation vor beziehungsweise während des Essens soll Verstandeskraft und Gesundheit verleihen.
27.79 Bei Mond- oder Sonnenfinsternis nennt der Text ein- beziehungsweise dreitägiges Fasten sowie achttausend Wiederholungen unter Berührung von Reis und Ghee. Dessen Verzehr soll Gedächtniskraft und dichterisches Verständnis schenken. Die Zuordnung der Fastenzeiten bleibt knapp.
27.80 Zehntausend Feueropfer mit Bilva sollen unverzüglich Reichtum verleihen. Ein zehntausendmal besprochener Faden aus Lotosfasern am rechten Arm soll allseitigen Schutz gewähren.
27.81 Damit ist dies kurz erläutert. Nun folgen acht Mantras: Jede der acht Silben des Grundmantras wird selbst als Mantra betrachtet.
27.82 Ihre Seher sind der Reihe nach Gautama, Bharadvaja, Vishvamitra, Jamadagni, Vasishtha, Kashyapa, Atri und der kruggeborene Agastya.
27.83 Die Versmaße sind Gayatri, Ushnih, Anushtubh, Brihati, Pankti, Trishtubh, Jagati und Viraj.
27.84 Die Gottheiten sind Dhara, Dhruva, Soma, Apas, Agni, Vayu, Pratyusha und Prabhasa.
27.85 Als Prinzipien werden Feuer, Erde, Wind, Raum, Sonne, Himmel und Mond genannt; die sieben Welten gelten als ihre Bereiche. Die Zuordnung von sieben Angaben zu acht Silben bleibt unvollständig.
27.86 Die acht Farben werden als weiß, golden, dunkel, rot, safranfarben, lotosstaubfarben, blau und nochmals rot beschrieben.
27.87 Für erste und sechste Silbe wird Udatta, für die zweite Svarita genannt. Dritte und vierte werden als Pracaya, die fünfte als tief gesprochen bezeichnet; einzelne Flexionsformen der Vorlage sind beschädigt.
27.88 Die siebente wird ebenfalls hoch betont. Mit Kenntnis dieser Betonung wird der Mantra rezitiert. Die anschließende Betrachtung ordnet Diskus, Keule, Lotos und Muschelhorn in wechselnder Reihenfolge den rechten und linken Händen zu.
27.89 Welche Gestalt jeweils zuerst verehrt wird, deren Glieder bilden die anderen Gestalten. Auf dem letzten Blatt beziehungsweise erneut in der Mitte erfolgt eine weitere Verehrung; der Ortsbezug ist verkürzt.
27.90 Bei der Verehrung von Om bilden die Gliedergottheiten den ersten Kreis, die acht Gestalten der Mantrasilben den zweiten.
27.91 Den dritten bilden Vasudeva und die übrigen Gestalten zusammen mit Shanti und den weiteren Kräften. Für einen achtblättrigen Kreis werden außerdem Rati und Dhriti genannt,
27.92 Kanti, Tushti, Pushti, Smriti, Dipti und Kirti. Ein weiterer Kreis enthält die Waffen; fünfter und sechster entsprechen dem Vorherigen. Die Zählung der Kreise ist in der Vorlage nicht durchgehend eindeutig.
27.93 Bei der Verehrung der Silbe Mo nennt der Text vier Kreise, bei Na drei. Die nähere Formulierung mit tṛṣṇā ist beschädigt und wird nicht zu einer vollständigen Zuordnung ergänzt.
27.94 Bei der Verehrung der Silbe Ra entsprechen die ersten beiden Kreise dem Vorherigen. Im dritten werden Shri, Maya und Manonmani verehrt,
27.95 ferner Hri, Mohini, Mahamaya und Rama sowie weitere nur verkürzt bezeichnete Kräfte. Bei der Verehrung der Silbe Ya bleiben die ersten beiden Kreise entsprechend.
27.96 Im dritten werden Diskus, Muschelhorn, Keule, Pflug, Sharnga-Bogen, Stampfer, Schwert und Dreizack verehrt. Anschließend nennt die Vorlage eine Sho-Gestalt, obwohl diese Silbe nicht zur ausgeschriebenen Grundformel gehört; ihre ersten beiden Kreise entsprechen wiederum dem Vorherigen.
27.97 Im dritten, achtblättrigen Kreis folgen Ananta, Vasuki, Takshaka, Karkotaka, Padma, Mahapadma, Shankhapala und Kulika. Die abschließende Angabe über zwei Kreise ist verkürzt.
27.98 Bei einer weiteren Ya-Gestalt bilden die Gliedergottheiten den ersten Kreis; Vasudeva und die übrigen Gestalten mit Shanti und den weiteren Kräften bilden den folgenden. Ein Schlusswort ist beschädigt.
27.99 Der dritte Kreis wird als zwölfblättrig beschrieben und enthält eine unklar bezeichnete Gruppe in den Ecken. Im vierten, achtblättrigen Kreis werden die Waffen verehrt.
27.100 Im fünften, auf den Richtungsblättern, stehen die mit Matsya beginnenden Herabkünfte. Im sechsten folgen Indra und die übrigen Hüter, vor ihnen ihre Waffen.
27.101 Vorgesehen sind eine Million sechshunderttausend Wiederholungen und das zuvor beschriebene Feueropfer. Nach irdischem Glück soll der Übende die Vereinigung mit Vishnu erlangen.
27.102 Nun folgt ein weiterer höchster Narayana-Mantra, der Befreiung verleihen soll. Er beginnt mit der Zuflucht zu Narayanas Füßen.
27.103 Die Formel bedeutet: „Zu Narayanas Füßen nehme ich Zuflucht. Om; Verehrung dem herrlichen Narayana.“ Sie wird als vierundzwanzigsilbig bezeichnet; Seherzuordnungen und weitere Angaben entsprechen dem Vorherigen.
27.104 Die sechsfache Gliedereinsetzung erfolgt mit der Kama-Keimsilbe und sechs langen Vokalen. Betrachtung, Verehrung und Anwendungen entsprechen dem früheren Verfahren.
27.105 Nun wird der große Madhava-Mantra gelehrt, der in Kashi rasch Vollkommenheit verleihen soll. Er beginnt mit Om.
27.106 Es folgen eine Rama-Keimsilbe, ein als bindu bezeichnetes Wort beziehungsweise Lautzeichen und mādhavāya namo namaḥ. Die Formel gilt als zwölfsilbig; die fünf Gliedereinsetzungen erfolgen mit ihren Wortteilen. Die genaue Mantrabildung ist unsicher.
27.107 Madhava trägt Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos und ist gelb gekleidet. Links erscheint Rama; der Text nennt gefaltete Hände und das Spielen einer Vallaki-Laute, ohne die Handlungen eindeutig zu verteilen.
27.108 Rechts stehen Narada und Tumburu. Zusammen mit ihnen wird der heiter blickende Gott betrachtet, bereit, Segen zu gewähren.
27.109 Auf dem früher beschriebenen Sitz wird er in der Mitte zusammen mit Lakshmi verehrt. Nach den fünf Gliedergottheiten folgen die Gestalten auf den acht Blättern.
27.110 Dort stehen die Flüsse Kirana, Dhutapapa, Yamuna, Sarasvati, Ganga, Asi, Varuna und Gandaki.
27.111 Auf einem äußeren sechzehnblättrigen Lotos werden Vidura, Narada, Bhishma, Divodasa, Arjuna, Bali, Vibhishana und Prahlada genannt.
27.112 Es folgen Moda, Pramoda, Sumukha, Durmukha, Gananayaka, Dhundhiraja, Vishalaksha, Dhundhibhairava und Ishvara; die Trennung der letzten Namen ist nicht eindeutig.
27.113 Danach werden Sambaditya, Yogini, Dandapani, Vinayaka, Jainendra und Mahamaya genannt. Im Erdquadrat folgen die Richtungshüter. Die gesamte Aufzählung überschreitet sechzehn Einzelbezeichnungen; ihre Verteilung bleibt offen.
27.114 Vorgesehen sind zweiunddreißig Hunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer wie zuvor. Wer mit Frieden und weiteren Tugenden ausgestattet ist, soll Befreiung erlangen; die nähere Handlungsangabe ist beschädigt.
27.115 Nun folgt der höchste Govinda-Mantra: govindāya namaḥ – „Verehrung Govinda.“ Er ist sechssilbig.
27.116 Seher ist Shaunaka, Versmaß Viraj und Gottheit Govinda. Die sechs Silben dienen den sechs Gliedereinsetzungen, der ganze Mantra der umfassenden Einsetzung.
27.117 Er wird mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos betrachtet, gekrönt, auf Garuda sitzend und von Sanaka und den anderen Sehern verehrt.
27.118 Lakshmi und Dhara begleiten ihn. Seine Ohrringe leuchten wie die aufgehende Sonne; er schützt die Welt und trägt göttliche Girlanden und Salben.
27.119 Auf dem früher beschriebenen Vaishnava-Sitz wird der Gott angerufen. Den ersten Verehrungskreis bilden die Gliedergottheiten des Mantras.
27.120 Den zweiten bilden Diskus und die weiteren Attribute, den dritten die bei Sanaka beginnenden Seher: Sanaka, Sanandana, Sanatana,
27.121 Sanatkumara, Parashara, Vyasa, Narada und als achter Shaunaka. Den vierten Kreis bilden die Welthüter,
27.122 den fünften deren Waffen. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben.
27.123 Danach folgen Wasserspenden, Besprengung und die Speisung von Brahmanen. Diesem Vollzug wird die Beseitigung von Krankheit zugeschrieben.
27.124 Für den Wunsch nach einer Braut wird Puffreis geopfert, für Wohlstand Bilva, für Kleidung werden Blüten und für Gesundheit Sesamsamen genannt.
27.125 Eintausendacht Wiederholungen am Sonntag, im Wasser bis zum Nabel stehend, sollen Fieber beseitigen. Dies ist eine historische Ritualbehauptung, keine Behandlungsempfehlung.
27.126 Wer heiraten möchte, rezitiert einen Monat lang und betrachtet den Gott mondscheibenhell. Dadurch soll er eine schöne Braut aus angesehener Familie und eine gute Haushälterin gewinnen.
27.127 Nun wird ein wunderbarer Vishnu-Mantra gelehrt: viṣṇave namaḥ – „Verehrung Vishnu.“ Er ist fünfsilbig.
27.128 Seher ist Narada, Versmaß Gayatri und Gottheit Vishnu. Die fünf Silben und der gesamte Mantra bilden die sechsfache Gliedereinsetzung.
27.129 Vishnu wird mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos betrachtet, von Lakshmi begleitet, gelb gekleidet, dunkel wie eine Regenwolke und geschmückt.
27.130 Er wird auf dem früher beschriebenen Sitz mit Sechseck und achtblättrigem Lotos verehrt. Bali, Vibhishana, Bhishma, Prahlada, Narada und Arjuna
27.131 stehen auf sechs Blättern; auf den Zwischenrichtungsblättern des achtblättrigen Lotos folgen Sanaka und die übrigen Seher, in den Hauptrichtungen Shila, Sushila, Jaya und Vijaya. Im Erdquadrat werden die Richtungshüter, außen ihre Waffen verehrt.
27.132 Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Sesam, benetzt mit den drei süßen Stoffen. Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenspeisung sollen rasch zur Vollendung führen.
27.133 Wer Frieden wünscht, verehrt den Gott mit einhunderttausend Lotosblüten und soll niemals arm werden. Durva-Gras wird mit Gesundheit verbunden.
27.134 Rote Oleanderblüten sollen Könige gefügig machen, Champaka-Blüten eine Frau verschaffen und Malati-Blüten Glück verleihen. Die Aussagen über Fremdbeeinflussung gehören zur historischen Ritualdarstellung.
27.135 Tulasi-Blütenstände sollen sämtliche Wünsche erfüllen, Ketaki Begehren beziehungsweise dessen Erfüllung und Unsterblichkeit verleihen, Parijata-Blüten Schönheit. Der Text preist diesen Mantra als unübertrefflich.
27.136 Nun folgt der Madhusudana-Mantra: oṃ namo bhagavate madhusūdanāya – „Om; Verehrung dem erhabenen Madhusudana.“
27.137 Er wird als dreizehnsilbig bezeichnet. Seher ist Brahma, Versmaß Anushtubh und Gottheit der erhabene Madhusudana.
27.138 Die Wörter und die gesamte Formel bilden die fünffache Gliedereinsetzung. Er wird auf dem Lager der Schlange Shesha ruhend betrachtet, während Lakshmi seine Füße massiert.
27.139 Brahma sitzt im Lotos seines Nabels. Er trägt Muschelhorn, Diskus und Keule, ist gelb gekleidet, dunkel wie eine Regenwolke und vernichtet Madhu und Kaitabha.
27.140 In der Lotosmitte wird Vishnu verehrt. Auf den acht äußeren Blättern folgen Yoganidra, Mahamaya, Kalaratri und Kalika,
27.141 Maharatri, Moharatri, Mahavidya und Mohini. Nach dieser Verehrung des Herrn der Götter sind vierhunderttausend Wiederholungen vorgesehen.
27.142 Ein Zehntel wird mit Lotosblüten geopfert, die mit den drei süßen Stoffen benetzt sind. Wasserspenden und Besprengung sollen den Mantra vollenden.
27.143 Mangoblüten mit Kuh-Ghee sollen Lebensgenuss verschaffen, Palasha-Blüten die Kraft von Feinden lähmen. Letzteres ist eine historische schadenmagische Anwendung.
27.144 Arka-Blüten sollen Kummer beseitigen, zinnoberrote Blüten beziehungsweise Sindura Bezauberung und Malati unvergleichlichen Wohlstand bewirken. Alles Weitere entspricht dem Vorherigen.
27.145 Nun folgt der höchste Trivikrama-Mantra. Er beginnt mit Om, namo bhagavate und den drei Vyahritis.
27.146 Es folgen „dem Alldurchdringenden“ und Trivikrama im Dativ.
27.147 Der große Mantra gilt als zwanzigsilbig und soll verlorene Herrschaft zurückgeben. Seine fünf Wortgruppen und die Gesamtformel bilden die sechsfache Gliedereinsetzung.
27.148 Seher sind die Valakhilyas, Versmaß Gayatri und Gottheit Trivikrama in seiner allgestaltigen Erscheinung.
27.149 Sein rechter Fuß durchmisst die Unterwelt, der linke die Erde. Dann hebt Hari den rechten erneut und durchmisst damit den Himmel.
27.150 Von seiner Hand fließt das mit Kusha-Gras und Sesam verbundene Wasser, das Bali ihm übergeben hat. Mit der linken gewährt der Herr der Götter Furchtlosigkeit. Der Ganges wäscht seine Lotosfüße; Brahma und die anderen Götter preisen ihn.
27.151 Auf dem Vaishnava-Sitz werden auf acht Blättern Bali, Brahma, Prahlada, Kashyapa, Aditi, Shiva, Lakshmi und Bhumi verehrt. Im Erdquadrat folgen die Richtungshüter und ihre Waffen.
27.152 Vorgesehen sind zwei Millionen Wiederholungen und ein Feueropfer mit Sesam, Reis und Senfsamen, benetzt mit den drei süßen Stoffen. Danach folgen Wasserspenden und die übrigen Handlungen.
27.153 Nach dieser Vollendung des Mantras soll der Übende die gewünschte Frucht erlangen.
27.154 Nun folgt der höchste Vamana-Mantra. Er beginnt: „Om; Verehrung dem Erhabenen, der Bali seinen gesamten Besitz nahm.“
27.155 Es folgt die Bitte: „Gewähre mir das jeweils genannte ersehnte Gut, Vamana“, mit weiteren, nicht sicher getrennten Wörtern und den Keimsilben von Maya und Rama. Der Mantra wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet.
27.156 Seher ist Kama, Versmaß Anushtubh und Gottheit Vamana. Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden sieben, acht, zwölf, drei, ein und ein Silbe.
27.157 Vamana empfängt die Gabe, während Bali freudig die Güter übergibt. Beide werden als von Liebe erfüllt und in ihren Wünschen befriedigt betrachtet.
27.158 Die Verehrung entspricht dem Vorherigen. Vorgesehen sind zehn Millionen Wiederholungen und einhunderttausend Feueropfer mit Bilva-Früchten und den drei süßen Stoffen.
27.159 Danach folgen Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenspeisung, jeweils nach einer Zehntelregel. So soll die Verfehlungen tilgende Vollendung des Mantras eintreten.
27.160 Nach der Vollendung wird der Gott während der Rezitation betrachtet. Man stellt sich die Zielperson als das gewünschte Gut schenkend vor und rezitiert entsprechend der Silbenzahl; dadurch soll sie die begehrte Gabe gewähren.
27.161 Auch eine Tag und Nacht dauernde Rezitation wird genannt. Ist das Gegenüber eine Gottheit, soll diese dem Übenden am Morgen selbst den Mantra schenken. Der Zusammenhang zwischen Gabe und Mantra bleibt sprachlich knapp.
27.162 Selbst Lalita soll das Gewünschte geben, umso mehr andere Gottheiten. Nun folgt Shridharas höchster Mantra: die Keimsilben von Rama, Shakti und Kama, danach „Shridhara“ im Dativ.
27.163 Es folgen „dem Bezauberer der drei Welten“ und Namah. Der Mantra gilt als sechzehnsilbig. Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Shridhara.
27.164 Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die Shri-Keimsilbe mit sechs langen Vokalen verbunden. Betrachtet wird die Weiße Insel im Milchozean, deren Bäume in allen Jahreszeiten Früchte tragen.
27.165 Unter einem Wunscherfüllungsbaum sitzt der Gott auf einem vom Vogelkönig gebildeten Sitz. Er glänzt golden und trägt Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos.
27.166 Krone und Ohrringe schmücken ihn, das Shrivatsa-Zeichen zeichnet seine Brust. So wird Shridhara betrachtet, der Lakshmi im Herzen trägt und die menschlichen Lebensziele gewährt.
27.167 Auf dem Vaishnava-Sitz wird der Herr der Götter in der Lotosmitte verehrt. Die sechs Gliedergottheiten werden an seinen entsprechenden Körperstellen verehrt.
27.168 Rechts auf der Brust gilt die Verehrung Shrivatsa, links Kaustubha. Danach folgt die Verehrung am Hals.
27.169 Dort wird die Waldblumengirlande, an der Stirn die Krone verehrt. In der Lotosmitte gilt die Formel „Verehrung dem König der Vögel“.
27.170 Es folgen die Anrufungen Padmanabha, Garuda, Purushottama und „Wohnstatt Lakshmis“.
27.171 Weiter werden der Ganze, der Herr der Welt, der Erschütterer der Welt, der die Herzen aller Frauen in Begeisterung Versetzende und der Rausch Erweckende angerufen.
27.172 Es folgen der alles Glück und alle Wünsche Verleihende. Die Göttin auf seinem Schoß wird mit śrīṃ śriyai namaḥ verehrt: „Shrim; Verehrung Shri.“
27.173 Im Erdquadrat werden die Welthüter und ihre Waffen verehrt. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben.
27.174 Danach folgen Wasserspenden wie zuvor. Nach der Vollendung des Mantras werden die auf besondere Wünsche gerichteten Handlungen ausgeführt.
27.175 Ein Feueropfer mit Duftstoffen und Shatapushpa soll großen Wohlstand verschaffen. Auch die bei Varaha beschriebenen Anwendungen werden herangezogen. Wer Shridhara verehrt, soll in beiden Welten glücklich sein. Die Vorlage wiederholt hier irrtümlich die Versnummer 173.
27.176 Nun folgt der Hrishikesha-Mantra: die Kama-Keimsilbe, Hrishikesha im Dativ und Namah. Er wird als achtsilbig bezeichnet.
27.177 Versmaß ist Anushtubh, Seher Brahma und Gottheit Hrishikesha. Die sechs Gliedereinsetzungen erfolgen mit der Kama-Keimsilbe und sechs langen Vokalen.
27.178 Der Herr wird mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos betrachtet, auf Garuda sitzend, weiß leuchtend und schön geschmückt.
27.179 Er wird auf dem für Shridhara beschriebenen Sitz mit den bei den Gliedergottheiten beginnenden Kreisen verehrt. Auf achthunderttausend Wiederholungen folgt ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an vollständigen, gheebenetzten Lotosblüten, danach die Wasserspenden.
27.180 Nach Vollendung des Mantras folgen die Anwendungen wie zuvor. Spenden mit Vijaya-Blüten sollen sämtliche Wünsche erfüllen; der Pflanzenname wird hier nach der Vorlage beibehalten.
27.181 Nun folgt ein weiterer Mantra in Versform, dem große Frucht zugeschrieben wird. Schon seine Rezitation soll unzählige Wünsche des Übenden erfüllen.
27.182 „Mit Recht, Hrishikesha, jubelt die Welt über deinen Ruhm und wendet sich dir in Liebe zu. Die Rakshasas fliehen voller Furcht in alle Richtungen, und sämtliche Scharen der Vollendeten verneigen sich vor dir.“
27.183 Seher ist Arjuna, Gottheit Hrishikesha; das Versmaß wird hier als Anushtubh bezeichnet, obwohl der angeführte Vers längere Verszeilen besitzt. Alles Weitere entspricht dem vorangehenden Mantra.
27.184 Die sechs Gliedereinsetzungen erfolgen mit der Keimsilbe und sechs langen Vokalen. In der anschließenden Betrachtung ruht der Gott auf Sheshas Lager im Ozean der Weltauflösung; Lakshmi massiert seine Füße.
27.185 Brahma im Lotos seines Nabels preist den Feindbezwinger. Hell strahlend trägt er Lotos und die Kaumodaki-Keule.
27.186 Er ist dunkel, trägt gelbe Gewänder und hat die Augen halb geöffnet. Mit dieser Betrachtung wird er auf dem für Shridhara beschriebenen Sitz verehrt; Rezitation und weitere Handlungen folgen demselben Verfahren.
27.187 Auch die Anwendungen werden entsprechend verstanden. Dies wird als Verehrung Padmanabhas bezeichnet; der Übergang von Hrishikesha zu Padmanabha enthält hier keine vollständig ausgeschriebene neue Mantraformel.
27.188 Nun folgt der höchste Damodara-Mantra: rādhādāmodarāya, umschlossen von der Kama-Keimsilbe. Der große neunsilbige Mantra soll besonders denen Vollendung verleihen, die am Lebensgenuss teilhaben.
27.189 Seher ist Kamadeva, Versmaß Gayatri und Gottheit Radha-Damodara selbst, der Genuss und Befreiung gewährt.
27.190 Er wird dunkel, gelb gekleidet und mit vielerlei Schmuck betrachtet. Freudig umarmt er Radha, die auf seinem linken Schoß sitzt.
27.191 Man vergegenwärtigt ihn in einem Garten mit vielfältigen blühenden Ranken. Mit der Kama-Keimsilbe werden die sechs Glieder eingesetzt; der Gott wird gemeinsam mit seiner Shakti verehrt.
27.192 Er steht in der Lotosmitte; in den Staubfäden werden die mit Gauri beginnenden Mütter verehrt. In einem weiteren mittleren Lotosbereich folgen Brahma und die anderen Götter, an den Blattspitzen Hri und Rati.
27.193 Es folgen die fünf Kama-Gestalten und Vasanta, der Frühling. Außen im Erdquadrat werden die Richtungshüter und ihre Waffen verehrt.
27.194 Vorgesehen sind neunhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Reis und Ghee. Nach Wasserspenden und Besprengung wird ein Ehepaar gespeist.
27.195 Je nach geringerem oder größerem Umfang des Vorhabens werden einhunderttausend bis fünfhunderttausend Wiederholungen und die übrigen Handlungen nach der vorbereitenden Vollzugsordnung genannt.
27.196 In allen vier Zeitaltern soll es nichts von gleich wunderbarer Frucht geben. Nun folgt der höchste Sankarshana-Mantra.
27.197 Er beginnt mit der Kama-Keimsilbe und der Anrede des Bezauberers der drei Welten. Es folgen „dem Unvergleichlichen“ und „dem Höchsten“.
27.198 Mit „dem, dessen Wesen Sankarshana ist“ und Namah wird er abgeschlossen und als fünfundzwanzigsilbig bezeichnet. Als Seher steht eine Form wie Traimuni; die Versmaßangabe mita ist unsicher. Gottheit ist Sankarshana.
27.199 Die sechs Wortgruppen dienen den sechs Gliedereinsetzungen, auch an den Fingern von den Daumen aus. Rechts trägt er einen Haken, links gewährt er Furchtlosigkeit.
27.200 Dunkel wie eine Regenwolke, gelb gekleidet und reich geschmückt wird er mit Narada und anderen betrachtet. Vani und Lakshmi stehen zu seinen beiden Seiten.
27.201 Er befindet sich in einem goldglänzenden, vorzüglichen Wald voller Wunscherfüllungsbäume. Auf dem Vaishnava-Sitz verehrt, wird sein Mantra neunhunderttausendmal rezitiert.
27.202 Danach folgen ein Feueropfer mit Sesam und den drei süßen Stoffen sowie Wasserspenden.
27.203 Nach Vollendung des Mantras sollen zehntausend Gaben mit Durva-Stücken sämtliche Krankheiten beseitigen; Lotoskerne werden für Wohlstand geopfert.
27.204 Bilva-Früchte werden für Herbeiziehung, Betel für Gefügigmachung und Kuh-Ghee für langes Leben genannt. Büffel-Ghee soll Liebeskraft verleihen. Die bezwingenden Anwendungen werden historisch dokumentiert.
27.205 Zehntausend oder mehr Opfergaben mit gheebenetzten Putrajivaka-Samen sollen selbst einer unfruchtbaren Frau einen Sohn verschaffen. Dies ist das Fruchtbarkeitsversprechen der Vorlage.
27.206 Nun folgt der höchste Vasudeva-Mantra: oṃ namo bhagavate vāsudevāya – „Om; Verehrung dem erhabenen Vasudeva.“
27.207 Er ist zwölfsilbig; Versmaß ist Gayatri, Seher Prajapati und Gottheit Vasudeva. Danach wird die fünffache Gliedereinsetzung beschrieben.
27.208 Sie erfolgt mit den Wortteilen und der Gesamtformel. Danach werden die zwölf Silben mit Bindu und Namah an beiden Brüsten, Herz, Rücken, beiden Armen, beiden Oberschenkeln, beiden Knien und beiden Füßen eingesetzt.
27.209 Auch der ganze Mantra wird an den jeweiligen Stellen eingesetzt. Dreimal folgt eine umfassende Einsetzung des Grundmantras, der dreifach von Om umschlossen ist.
27.210 Danach folgt die dreifache Einsetzung der Mantrasilben. Die erste Ortsliste beginnt mit einer beschädigten Kopfbezeichnung und nennt Ohren, Augen, Hals, Arme, Herz, Bauch und Nabel,
27.211 Geschlechtsorgan, Knie und Füße. Dies heißt Schöpfungseinsetzung. Die vom Herzen bis zum Kopf reichende Folge heißt Erhaltungseinsetzung.
27.212 Die von den Füßen bis zum Kopf verlaufende Folge heißt Auflösungseinsetzung. Die genannte Ordnung gilt für Entsagende, die umgekehrte für Brahmacharins.
27.213 Für Hausleute wird Auflösung, Schöpfung und Erhaltung vorgeschrieben. Auflösung beseitigt Fehler, Schöpfung bringt Günstiges hervor, Erhaltung setzt Frieden ein; so verstehen Kundige die drei Folgen.
27.214 Am Kopf wird Purusha als Wesen des Lebensprinzips verehrt, an der Stirn der Allgegenwärtige als Wesen des Prana und an den Augen Achyuta als Wesen der Erkenntniskraft.
27.215 Am Mund folgt Vasudeva als Wesen des Geistes, am Ohr Sankarshana als Prinzip des Herzenslotos.
27.216 Am rechten Arm wird Pradyumna als Wesen der Sonnenkräfte und Prinzip der Sonnenscheibe eingesetzt. Am linken Arm folgt das Wesen der sechzehn Mondteile.
27.217 Dies gilt Aniruddha als Prinzip der Mondscheibe. Im mittleren Herzbereich wird Narayana als Wesen der Feuerteile und Prinzip der Feuerscheibe eingesetzt. Das Wort für Herz in der ersten Hälfte dient zugleich als Kennwort für Namah.
27.218 Am Bauch wird das Vasudeva-Prinzip mit der Verehrung Brahmas, am Geschlechtsorgan das Sankarshana-Prinzip mit der Verehrung Vishnus eingesetzt.
27.219 Am rechten Fuß folgt das Pradyumna-Prinzip mit der Verehrung Nrisimhas, am linken das Aniruddha-Prinzip
27.220 mit der Verehrung Varahas. Dies ist die Prinzipieneinsetzung. Danach folgt der mit Keshava beginnende Murtipanjara.
27.221 Nach dieser Einsetzung wird Vasudeva betrachtet: auf der Weißen Insel im Milchozean, die von göttlichen Frauen verschönt wird.
27.222 Dort steht er in überaus schöner Umgebung zwischen Bäumen aller Jahreszeiten. Unter dem Wunscherfüllungsbaum liegt auf einem Juwelenlager ein Lotos.
27.223 Dieser wird golden vorgestellt; darauf erscheint Vasudeva mit lächelndem Gesicht, mondhell und mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos in den strahlenden Händen.
27.224 Shrivatsa, Armreifen, Oberarmschmuck, Krone, schöne Ohrringe und Kaustubha zieren ihn. Er trägt ein gelbes Gewand und Halsschmuck; ein abschließendes Wort ist beschädigt.
27.225 Sanaka und weitere Seher, Siddhas, Vidyadharas und Gandharvas dienen ihm. Auf dem Narayana-Sitz wird seine Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt und verehrt.
27.226 Zunächst folgen die Gliedergottheiten, dann Vasudeva und die übrigen Gestalten sowie die Waffen in Haupt- und Zwischenrichtungen. Danach werden die zwölf mit Keshava beginnenden Formen und die Welthüter samt Waffen verehrt. Vorgesehen sind eine Million zweihunderttausend Wiederholungen und zwölftausend Feueropfer mit Lotosblüten und süßen Stoffen.
27.227 Fehlen diese, werden reine, gheebenetzte Sesamsamen geopfert. Nach Wasserspenden folgen besondere Anwendungen: Holz milchsaftführender Bäume wird zur Befreiung von Verfehlungen genannt.
27.228 Tausend- und zehntausendfache Opfer mit Milchsaft-Holz, Shami, Ghee und Opferspeise sollen den Geist reinigen. Je achttausend Gaben mit Milchreis, reinem Sesam, Holz, Ghee und Reis sollen das Gewünschte verleihen. Danach werden sämtliche bei Narayana beschriebenen Anwendungen herangezogen.
27.229 Nun folgt ein weiterer höchster Vasudeva-Mantra: Om, zweimal die Maya-Keimsilbe, zweimal die Lakshmi-Keimsilbe und das Wort Lakshmi.
27.230 Es folgen „Vasudeva“ im Dativ und Namah. Die Formel wird als vierzehnsilbig bezeichnet. Seher ist Prajapati, Versmaß Gayatri und Keim Om.
27.231 Gottheit ist Lakshmi-Vasudeva, Kraft die Göttin. Für die Gliedereinsetzungen werden mit Om eingeleitete Abschnitte von zwei, zwei, zwei, fünf und zwei Silben genannt; die Zählung bleibt gegenüber vierzehn Silben um eine verkürzt.
27.232 Er glänzt wie aufleuchtender Blitz und trägt vielerlei Schmuck. In Lakshmis Umarmung ist er mit ihr eins geworden und blickt sie auf seinem Schoß an.
27.233 Rama trägt Buch, Spiegel, Lotos und Juwelenkrug; der Keulenträger hält Muschelhorn, Diskus, Lotos und Keule in seinen Händen.
27.234 Die Verehrung entspricht dem zwölfsilbigen Mantra. Vorgesehen sind eine Million vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Lotosblüten mit den drei süßen Stoffen.
27.235 Milchreis soll Wohlstand und Gefügigmachung verleihen. Sesam mit süßen Stoffen soll sämtliche Vorhaben gelingen lassen.
27.236 Nun folgt der wunderbare Pradyumna-Mantra: klīṃ pradyumnāya namaḥ – „Klim; Verehrung Pradyumna.“ Er ist siebensilbig.
27.237 Seher ist Kama, Versmaß Viraj und Gottheit Pradyumna. Als Anwendungszweck nennt der Text Sieg im Kampf und im Liebesstreit mit einer Frau.
27.238 Der Gott wird im Madhu-Wald betrachtet, umgeben von Blüten aller Jahreszeiten, von Prabhavati umarmt, schön geschmückt und von vielfältiger Gestalt.
27.239 Anmutig trägt er Pfeil und Bogen; schöne Frauen schauen ihn an. Gandharvas singen rings um ihn, und sein lotosgleiches Gesicht ist heiter.
27.240 Auf dem früher beschriebenen Kama-Sitz wird er verehrt. Im Herbst oder Frühling wird der Mantra über einundzwanzig Tage hinweg zehntausendmal rezitiert; die Verteilung dieser Zahl auf die Tage wird nicht ausdrücklich erklärt.
27.241 Am Anfang und Ende erfolgt die Verehrung, dazu die Speisung eines Ehepaares. So soll der Mantra vollendet werden und sämtliche Wünsche erfüllen.
27.242 Feueropfer von eintausend bis zu zehn Millionen Gaben sollen Gefügigmachung bewirken, auch von Yakshinis und Yogini-Scharen.
27.243 Dafür nennt der Text Rajika-Samen gegenüber Frauen, Garudi-Blätter gegenüber Schlangen, Palasha-Blüten gegenüber Brahmanen und Sevanti-Blüten gegenüber Königen.
27.244 Champaka-Blüten werden für Vaishyas, Sahachara-Blüten für Shudras und Jayanti-Blüten für die Unterwerfung von als Turushkas bezeichneten Menschen genannt. Diese standesbezogenen und ethnisch abwertenden Bezauberungsansprüche werden als historische Textaussagen dokumentiert.
27.245 Nun folgt Aniruddhas Mantra: „Dem von Bana gefesselten Aniruddha, dessen Geist einem anderen Wunsch gilt, dem in Ushas Herzen Gebundenen, dir in Gestalt der Liebe: Verehrung.“ Die mittlere Wendung ist syntaktisch unsicher.
27.246 Seher ist Vatsyayana, Versmaß Anushtubh und Gottheit Aniruddha. Er wird in Ushas Haus betrachtet, mit Chitralekha und den übrigen Gefährtinnen.
27.247 Auf einem Lager sitzt er behaglich, mit vielerlei Schmuck versehen. Er umarmt die geliebte Usha und erfreut sich am vertrauten Liebesspiel.
27.248 Sechs mit der Kama-Keimsilbe beginnende und mit Namah endende Wortgruppen dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Der Gott wird auf dem Kama-Sitz verehrt; vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe.
27.249 Das Feueropfer verwendet gheebenetzte Kama-Blüten, ersatzweise Mangoblüten. Die Vollendung dieses Königs der Mantras soll die Welt gefügig machen.
27.250 Eine weitere nächtliche Anwendung mit eintausendacht Feueropfern soll angesehene Könige unterwerfen. Danach nennt der Text Rezitation während sexueller Vereinigung mit einer Frau in ihrer fruchtbaren Phase. Dies wird als historische Ritualvorschrift sachlich wiedergegeben, nicht als Selbstpraxis empfohlen.
27.251 Eintausendacht Wiederholungen sollen Bhutas, Pretas und Pishachas sichtbar machen, die dann dauerhaft wie Diener die Aufgaben des Übenden ausführen.
27.252 Ihnen wird etwas Essbares gegeben; sie sollen alles Gewünschte tun. Nun folgt der glückverheißende Purushottama-Mantra mit den Keimsilben von Maya, Rama, Om und Kama, Namah und der Anrede Purushottama.
27.253 Die lange Anrufung nennt den ursprünglichen Aniruddha, die Wohnstatt Lakshmis, den Erschütterer der ganzen Welt und den Durchdringer der Herzen aller Frauen.
27.254 Es folgt die Anrede des Begeisterung Erweckenden. Weitere Bestandteile nennen schöne Frauen unter Göttern, Asuras und Menschen und die Erregung ihrer Herzen.
27.255 Dann folgen jeweils verdoppelte Befehlswörter: „Erhitze!“, „Lass geben!“, „Trockne aus!“, „Töte!“, „Lähme!“ und „Vernichte!“ Diese aggressiven Formelteile werden hier als historische Mantrabestandteile übersetzt.
27.256 Es folgen „Ziehe herbei!“ und „Durchdringe beziehungsweise ergreife!“, jeweils doppelt, sowie Anreden des höchst Lieblichen und alles Glück Verleihenden.
27.257 Danach wird der alle Wünsche Gewährende angerufen und zweimal die Beseitigung von Alakshmi, dem Unglück, verlangt. Diskus, Keule und Schwert werden genannt.
27.258 Die Formel fährt fort mit „Durchbohre mit sämtlichen Pfeilen!“, „Schrecke mit der Schlinge!“, „Binde!“ und „Schrecke mit dem Haken!“, jeweils verdoppelt, sowie „Tu es, tu es!“.
27.259 Es folgt: „Warum stehst du still? Bis mein ganzes ersehntes Ziel verwirklicht ist!“ Danach werden Klim, Hum, Phat, Namah, Hrim und die Rama-Keimsilbe angefügt.
27.260 Zweimal Kama bildet den weiteren Abschluss. Die durch Zahlwörter bezeichnete Gesamtzahl der Silben ist beschädigt und wird nicht sicher aufgelöst. Nun werden Varianten nach Wunschziel und Lautgestalt erläutert.
27.261 Wer Erkenntnisinitiation empfangen hat, entsagt lebt oder ausschließlich Vaishnava ist, soll die anfängliche Maya-Keimsilbe und die sieben abschließenden Keimsilben weglassen.
27.262 Für die Bezauberung von Göttern nennt der Text das Auslassen zweier Umschließungen und die verdoppelten Befehle „Lähme!“ und „Bezaubere!“; der genaue Bezug der Auslassung bleibt offen.
27.263 Wer ohne persönliches Begehren handelt, soll Hrim und Rama am Anfang nicht sprechen. Danach werden Ergänzungen mit „sämtlich“ und einem verdoppelten hara genannt; ihre genaue Position ist beschädigt.
27.264 Für eine feindschädigende Absicht wird der Name des Feindes anstelle einer Lakshmi betreffenden Stelle eingesetzt. Insgesamt werden vier Varianten unterschieden; dies dokumentiert historische Schadenmagie.
27.265 Seher dieser Mantras ist Jaimini; das Versmaß wird als ungemessen bezeichnet. Gottheit ist Purushottama unter dem Namen „Bezauberer der drei Welten“.
27.266 Die Formeln für die sechs Glieder beginnen mit Om und Klim und enden mit Hum, Phat und Namah. Zunächst wird Purushottama angerufen.
27.267 „Du, der die drei Welten in Begeisterung versetzt“ gehört zum Herzen; „Erschütterer der ganzen Welt, Geliebter Lakshmis“ zum Kopf.
27.268 Zur Scheitelhaarlocke gehören Anreden Manmathas und des Entfachers der Liebe. Die Schutzpanzerformel beginnt mit „höchst Beglückender“ und „aller“.
27.269 Es folgen „Glück Verleihender, unvergleichlich Schöner, Keshava“. Danach beginnt die Waffenformel mit Göttern und Asuras.
27.270 Sie nennt die schönen Frauen der Menschen, das Durchdringen ihrer Herzen, den Träger sämtlicher Waffen und die Herzen aller.
27.271 Die Formulierung setzt sich mit verdoppelten Befehlen zum Schlagen und Herbeiziehen von Reichtum fort. Ein Name wie Mahananta und die Augenformel mit Mam und Phat folgen; die Gliederung der Vorlage ist uneinheitlich.
27.272 „Herr der Welt, Allwissender“ und weitere Befehle zum Treffen und Aufreißen der Herzen werden genannt, außerdem die Bitte, Wissen unter eigene Verfügung zu bringen.
27.273 Dies wird als Augenmantra bezeichnet. Die Formeln werden auch an den Fingern eingesetzt, die Augenformel an den kleinen Fingern und die Waffenformel auf den Handrücken.
27.274 Danach folgt Vasudevas Fülle verleihende Prinzipieneinsetzung. An den Fingern werden die Kama-Keimsilben und ihre Kräfte eingesetzt.
27.275 Genannt werden Dram und Dravini mit Kama, Drim und Kshobhini mit Manmatha sowie Klim und Vashikara mit Kandarpa; danach folgen Makara-Bannerträger und eine weitere Klim-Silbe.
27.276 Es folgen Akarshini sowie der Fischbannerträger mit Sammohini. Danach wird das Matrika-Nyasa mit den von der Kama-Keimsilbe umschlossenen Lauten ausgeführt.
27.277 Mit den zuvor beschriebenen Silben des Kama-Mantras wird die Erhaltungseinsetzung vollzogen. Anschließend folgt das bereits erläuterte Matrika-Nyasa.
27.278 Danach wird die bei Shrikara-Vishnu beschriebene Prinzipieneinsetzung in Auflösungs- und Schöpfungsfolge an den nun genannten Stellen vorgenommen.
27.279 Die Liste umfasst beide Seiten, Nabel, Geschlechtsorgan, After, beide Oberschenkel, Knie, Knöchel und sämtliche Zehen beziehungsweise Finger.
27.280 Es folgen die bei Vasudeva beschriebenen Mantraeinsetzungen für Auflösung, Schöpfung und Erhaltung sowie die bei Narayana gelehrte Ordnung.
27.281 Danach werden Murtipanjara und die Gayatri Silbe für Silbe eingesetzt. Diese Gayatri soll durch Rezitation und Vishnus Gunst alle Vorhaben gelingen lassen.
27.282 „Wir wollen den Bezauberer der drei Welten erkennen; über Smara meditieren wir. Möge Vishnu unser Erkennen anregen.“
27.283 Die Silben werden an Kopf, Stirn, Augen, rechtem Armansatz, Armmitte, Handgelenk, Fingeransätzen und Fingerspitzen eingesetzt.
27.284 Ebenso folgen rechter Oberschenkelansatz, Knie, Knöchel, Zehenunterseiten und Zehenspitzen; anschließend die entsprechende linke, beim Armansatz beginnende Reihe.
27.285 Danach werden erneut die zuvor beschriebenen sechs- und zwölfteiligen Gliedereinsetzungen vollzogen; es folgt das Nyasa von Kama und seinen Pfeilen.
27.286 Mit Shrim und Svam wird Shri am linken Oberschenkel verehrt. Mit Svam in langer Vokalform folgt Lakshmi am Kopf, mit Svim Sarasvati am Mund.
27.287 Mit Svum folgt Rati am Hals, mit Svem Priti am Geschlechtsorgan, mit Svaim Kirti am Nacken und mit Svaum Kanti am Herzen.
27.288 Mit Svam wird Tushti am Nabel, mit Svah Pushti am Körper verehrt. Danach erfolgt wie zuvor die umfassende Einsetzung mit dem Grundmantra.
27.289 Waffen, Prinzipien-Mudras und weitere Zuordnungen werden an ihren Stellen eingesetzt. Mit Kama-Keimsilben folgen Shrivatsa und Kaustubha.
27.290 Danach folgen Waldblumengirlande und die Einsetzung von Seher und weiteren Zuordnungen. Beide Daumen werden aufgerichtet und aneinandergelegt über dem Kopf der Gestalt gehalten.
27.291 Diese als Bezauberung der drei Welten bezeichnete Mantraform wird am Kopf getragen. Nach den Einsetzungen am Körper betrachtet man Shri Purushottama.
27.292 Er leuchtet wie tausend aufgehende Sonnen, sitzt auf Garuda, ist an allen Gliedern schön, mild und mit sämtlichem Schmuck versehen.
27.293 Götter und Asuras preisen ihn; Frauen umgeben ihn beständig. Er trägt Diskus, Muschelhorn, Bogen, Schwert, Keule, Stampfer und Haken
27.294 sowie eine Schlinge in seinen Armen. Shri an seiner linken Seite, reich geschmückt und mit einem Lotos in der Hand, umarmt ihn.
27.295 Inmitten des göttlichen Sitzes wird Garuda verehrt. Sein Verehrungsmantra lautet pakṣirājāya svāhā – „Dem König der Vögel: Svaha.“
27.296 Danach wird der Gott angerufen und eine Handvoll Blumen dargebracht. Auf seinem linken Oberschenkel wird Shri mit śriyai namaḥ verehrt.
27.297 Von vorn aus folgen in den vier Hauptrichtungen, den Ecken und einem vorderen Bereich die sechs Gliedergottheiten. Sie bilden den ersten Kreis; die Raumangabe ist verkürzt.
27.298 Den nächsten Kreis bilden die acht, mit dem Diskus beginnenden Waffen. Im dritten folgen Lakshmi, Vach, Rati, Priti und Kirti
27.299 sowie Kanti, Tushti und Pushti. Der vierte Kreis enthält Indra und die übrigen Hüter, der fünfte ihre Waffen.
27.300 Danach werden Blumen mit den Namen der jeweiligen Einsetzungen dargebracht. Zuerst wird Klim mit der Anrede „dem Bezauberer der drei Welten“ gesprochen.
27.301 Mit fünf Namen, denen die Keimsilben von Lajja, Rama und Kama vorangestellt werden und die mit Namah enden, werden fünf Blumenhandvoll dargebracht.
27.302 Die fünf Namen sind Purushottama, Hrishikesha, Vishnu, Shridhara und Rama. Sie gehören hier zur Verehrung Purushottamas.
27.303 Vorgesehen sind vierhunderttausend Wiederholungen und zwölftausend Feueropfer mit Bilva oder Lotosblüten. Durch anschließende Wasserspenden und weitere Handlungen wird der Mantra
27.304 vollendet. Danach folgen besondere Anwendungen: morgens zehntausend Wiederholungen und bei Bedrängnis eintausendacht Feueropfergaben.
27.305 Jyotishmati-Öl soll dabei Gesundheit und Verstandeskraft verleihen. Das Tragen einer Anjalini-Pflanze mit Wurzel und Stängel auf dem Kopf nach einhundertacht Wiederholungen soll allgemeine Beliebtheit bewirken.
27.306 Die Verehrung Purushottamas mit Oleanderblüten und eintausendacht Feueropfer mit Kumuda-Wasserlilien sollen innerhalb eines Monats sämtliche Könige gefügig machen.
27.307 Entsprechende Opfer mit Malati-Blüten sollen Vaishyas, solche mit Palasha-Blüten Brahmanen gefügig machen.
27.308 Der Text beschreibt eine vierzehntägige morgendliche Rezitation von täglich eintausendacht Wiederholungen mit dem Namen einer begehrten Frau. Sie soll daraufhin Unterwürfigkeit erklären. Dies ist eine historische Zwangsvorstellung über Beziehungen, keine Empfehlung.
27.309 Wer durch Diebstahl Vermögen verloren hat, soll über drei Halbmonate eintausendacht Gaben mit Ashvattha-Holz opfern.
27.310 Als Alternativen nennt der Text scharfes Öl oder täglich eintausend Rezitationen je Mantrasilbe. Der Dieb soll dann das Gut zurückbringen, sich verneigen und heimkehren.
27.311 Ein im Haus des Feindes vergrabener, eintausendmal besprochener Menschenknochen soll den Feind vertreiben. Diese Handlung wird ausschließlich als historische Vertreibungsmagie dokumentiert.
27.312 Dasselbe wird von einhundertacht besprochenen Rajika-Samen behauptet, die zu einem als grausam geltenden Tag und Aszendenten im Haus des Feindes vergraben werden.
27.313 Auch weiße beziehungsweise rote Oleanderblüten mit Haaren werden für Vertreibung in beiden Mondhälften genannt. Dies setzt die historische Schadenmagie fort.
27.314 Nächtliche Feueropfer über sechs Monate mit eintausendacht Holzgaben eines als Kali-Baum bezeichneten Gewächses sollen den Feind töten. Die Pflanzenbezeichnung ist unsicher.
27.315 Als weitere Varianten nennt der Text sechs Monate lang eintausend Gaben mit Arka-Holz oder achttausend Gaben mit Jyotishmati-Öl.
27.316 Auch ihnen wird die Tötung von Feinden zugeschrieben, hier innerhalb von vier Monaten. Danach folgt eine Anwendung des in Einsamkeit mit Rezitation, Feueropfer und Verehrung beschäftigten Mantraübenden.
27.317 Über drei Monate werden eintausend Gaben eines Ankola-Ghee-Präparats beschrieben. Danach soll mittags im Osten des Feuers eine mondhelle
27.318 Kugel erscheinen. Wer sie mit demselben Mantra verehrt und auf dem Kopf trägt, soll sich beständig durch den Luftraum bewegen können.
27.319 Er soll selbst für Scharen von Siddhas unsichtbar sein und Gold und andere Metalle hervorbringen können. Ein Feueropfer mit gheebenetztem Durva-Gras soll Furcht beseitigen.
27.320 Zehntausend Wiederholungen mit dem Namen eines Menschen sollen dessen Bedrängnisse stillen.
27.321 Wiederholte Rezitation soll sämtliche Herrlichkeit verleihen. Der Text erklärt diesen vorzüglichen Mantra für geheim und untersagt seine Weitergabe an Menschen, die er als sündhaft bezeichnet.
27.322 Nun folgt ein weiterer Shri-Purushottama-Mantra: Om, die Kama- und Rama-Keimsilben sowie Purushottama im Dativ.
27.323 Hum, Phat und Svaha schließen ihn ab. Er wird als dreizehnsilbig bezeichnet; Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri
27.324 und Gottheit Purushottama. Er dient der Erfüllung erwünschter Ziele. Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden ein, ein, ein, sechs, zwei und zwei Silben.
27.325 Vishnu wird zusammen mit Rama betrachtet, rot und vierarmig, mit Muschelhorn, Diskus, Wasserlilie und Keule: Purushottama, der höchste Purusha.
27.326 Auf dem früher beschriebenen Sitz werden seine Gliedergottheiten verehrt. Vasudeva und die weiteren Gestalten stehen in den Hauptrichtungen, die Kräfte in den Ecken.
27.327 Es folgen die bei Narayana genannten Schankha und weiteren Gestalten, die bei Kumuda beginnenden Diener, Richtungshüter und Waffen. Die Verehrung wird in sechs Kreisen verstanden; die Vorlage verwendet hier eine verkürzte Laut- beziehungsweise Farbanzahl.
27.328 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe und eintausend Feueropfer mit Lotosblüten. Danach folgen Wasserspenden und die Vollendung des Mantras.
27.329 Alle beim vorangehenden Mantra beschriebenen Anwendungen werden übernommen. Nun folgt Adhokshajas Mantra: die Rama-Keimsilbe, Om, Hri, Kama, Namah und Adhokshaja im Dativ.
27.330 Er ist zehnsilbig; Seher ist Brahma, Versmaß Pankti und Gottheit Adhokshaja, der die Wünsche der Übenden erfüllt.
27.331 Seine sechs Wortgruppen dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Ungeteilten Geistes wird der Gott mit Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos in gelben Gewändern betrachtet.
27.332 Er ist dunkel wie eine Regenwolke, überaus schön und sitzt auf Garuda. Vasuki und die anderen Nagas dienen ihm; Rama begleitet ihn.
27.333 Auf dem Vaishnava-Sitz werden die sechs Gliedergottheiten verehrt. Es folgen Sanaka und die übrigen Seher, Narada, Jaya und Vijaya.
27.334 Vorn steht der Vogelkönig, außen auf acht Blättern stehen die acht Nagas. Im Erdquadrat werden die Richtungshüter samt Waffen verehrt.
27.335 Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen und zehntausend Feueropfer mit Sesam und Ghee. Nach Wasserspenden werden eintausend Brahmanen gespeist.
27.336 Nach Vollendung des Mantras wird zehnmal besprochenes Wasser für einen von Gift oder Schlangenbiss betroffenen Menschen genannt.
27.337 Dessen Trinken soll Gift unmittelbar unschädlich machen und von Lepra beziehungsweise schweren Hautleiden und anderen Krankheiten befreien. Dies dokumentiert den historischen Heilanspruch und ist keine Behandlungsempfehlung.
27.338 Nun folgt ein wunderbarer Nrisimha-Mantra. Er beginnt mit Om, der Lakshmi- und Hri-Keimsilbe und der Anrede „dem Geliebten der sieghaften Lakshmi, dessen Geist immer von Freude erfüllt ist“.
27.339 Es folgen „dessen halben Körper Lakshmi einnimmt“, die Rama- und Lajja-Keimsilben sowie zweimal Namah. Der Mantra wird als dreiunddreißigsilbig bezeichnet; die Zusatzlesart wiederholt stattdessen zweimal Shrim. Seher ist Brahma, Versmaß Atijagati, Gottheit Nrihari und Kraft die Berggeborene.
27.340 Die Rama- beziehungsweise Shri-Keimsilbe dient den sechs Gliedereinsetzungen.
27.341 Im Milchozean wird der Gott betrachtet, vorn von Vasus, rechts von Rudras umgeben. Er trägt Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos; die vielfältigen Schlangenhauben bilden seinen Schmuck.
27.342 Er trägt gelbe Gewänder, hat drei Augen und einen dunklen Hals und ist mit Rama vereint. Die Rezitationszahl wird als eintausendmal die Zahl der Tage eines Jahres angegeben.
27.343 Ein Zehntel wird mit honigbenetzten Mallika-Blüten geopfert. Danach folgen Wasserspenden. Den ersten Verehrungskreis bilden die Gliedergottheiten.
27.344 Auf acht Blättern stehen Bhasvati, Bhaskari, Chinta, Dyuti, Unmilini, Rama, Kanti und Ruchi. Im Erdquadrat stehen die göttlichen Waffen.
27.345 Nach Vollendung folgen besondere Anwendungen. Zehntausend Feueropfer mit Mallika-Blüten sollen das Gewünschte schenken.
27.346 Auch die beim achtsilbigen Mantra beschriebenen weiteren Anwendungen werden übernommen.
27.347 Nun folgt Nrisimha als Furchtlosigkeit Verleihender. Der Mantra beginnt mit der Verehrung des erhabenen Narasimha; die Versanweisung nennt vorangestelltes Om, das in der beigefügten ausgeschriebenen Lesart fehlt.
27.348 „Dem Glanz des Glanzes! Erscheine, erscheine! Du mit diamantfesten Krallen und diamantfesten Fangzähnen: die Ablagerungen des Karmas
27.349 halte auf, halte auf! Die Finsternis verschlinge, verschlinge! Svaha! Möge im Selbst Furchtlosigkeit sein!“ Danach folgt Om.
27.350 Die Nrisimha-Keimsilbe schließt den als zweiundsechzigsilbig bezeichneten Mantra ab. Seher ist Shukadeva; das Versmaß gilt als ungemessen.
27.351 Gottheit ist Narasimha namens Abhaya, „Furchtlosigkeit“. Betrachtung und Verehrung entsprechen Nrihari im Kapitel über die zehn Herabkünfte. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen.
27.352 Nun folgt der höchste Janardana-Mantra: jaṃ janārdanāya namaḥ, als achtsilbig bezeichnet. Seher ist Brahma, Versmaß Anushtubh und Gottheit Janardana.
27.353 Fünf mit Jam beginnende und mit Namah endende Lautgruppen dienen den fünf Gliedereinsetzungen. Er wird gelb gekleidet betrachtet, mit Segen und Furchtlosigkeit gewährenden Händen sowie Diskus und Keule.
27.354 Rama umarmt ihn, Narada und weitere Seher preisen ihn. Verehrung, Anwendungen, Rezitation und Feueropfer
27.355 entsprechen dem achtsilbigen Narayana-Mantra. Er soll besonders die Ahnen zufriedenstellen und dem Sohn eine jenseitige Stätte gewähren. Auch lebenslang enthaltsam Lebende sollen durch seine Verehrung Befreiung erlangen.
27.356 Nun folgt der Upendra-Mantra, der verlorene Herrschaft zurückgeben soll. Seine Bildungsregel nennt Om, uṃ, „Upendra“ im Dativ und Namah; ein zusätzliches Herzkennwort ist nicht eindeutig aufzulösen.
27.357 Die Formel wird als zehnsilbig bezeichnet, obwohl die klar lesbaren Bestandteile diese Zahl nicht ergeben. Seher ist Kashyapa, Versmaß Pankti und Gottheit Upendra; auch ein Keim wird nur verkürzt angegeben.
27.358 Einzelne Wortteile und die Gesamtformel dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Betrachtung, Verehrung und Anwendungen entsprechen Vamana im Zusammenhang mit Bali.
27.359 Nun folgt der Wünsche erfüllende Hari-Mantra: haraye namaḥ – „Verehrung Hari.“ Er ist fünfsilbig.
27.360 Er gleicht dem gewaltigen Feuer, das den Wald sämtlicher Verfehlungen verbrennt. Mit vorangestellter Shri-Keimsilbe wird er dem Vogelkönig verglichen und soll Armut ganz vernichten.
27.361 Mit vorangestellter Lajja-Keimsilbe soll er Genuss und Befreiung gewähren; mit Aim rasch Wissen verleihen.
27.362 Mit Om am Anfang gilt er als Feuer, das den Brennstoff der Unwissenheit verbrennt. Mit Kama am Anfang soll er Scharen von Reichen bezaubern.
27.363 Mit der Sprachkeimsilbe wird ihm Vollkommenheit der Rede, mit Hum Sieg im Kampf zugeschrieben.
27.364 Mit Om soll er rasch das Gewünschte erfüllen; mit Kama soll das Geschlecht des Rezitierenden sich wie das Kashyapas ausbreiten.
27.365 Für alle Formen gelten Gayatri als Versmaß, Narada als Seher und Hari als Gottheit. Das Anfangswort wird hinsichtlich Keim und Kraft bestimmt; die genaue Unterscheidung ist verkürzt.
27.366 Die fünf bei Ha beginnenden Silben und die Gesamtformel dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Der Gott wird dunkel wie eine Regenwolke betrachtet, mit schönen Augen und seitlichen Haarlocken.
27.367 Mit Radhika und anderen geliebten Gefährtinnen wandert er von Wald zu Wald. Er trägt ein buntes Gewand und eine Flöte; die genaue Zuordnung zu links und rechts ist nicht klar.
27.368 Die Verehrung folgt Krishna. Vorgesehen sind achthunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Panchamrita. Danach werden die Anwendungen beschrieben.
27.369 Je nach Bedeutung des Vorhabens werden vom jeweils dafür genannten Mantra zehntausend bis fünfzigtausend Wiederholungen nach Art der vorbereitenden Vollzugsordnung ausgeführt.
27.370 Nun folgt ein wunderbarer Mantra des nicht aus einem Mutterleib geborenen Krishna: die Kama-Keimsilbe und Govallabha im Dativ. Ihm wird zugeschrieben, alle Frauen zu bezaubern.
27.371 In der anschließenden Betrachtung erscheint er jedoch ausdrücklich als fünfjähriges Kind: dunkel, mit Fußreifen und anderem Schmuck sowie seitlichen Haarlocken, vielerlei Spiele vollführend. Die Wirkungsaussage des vorigen Verses wird hier nicht zu einer erotischen Kinderdarstellung ausgelegt.
27.372 Der Gott wird in der Lotosmitte verehrt. In den Blattmitten folgen Vasudeva, Rukmini und Sankarshana,
27.373 Satyabhama, Pradyumna, Lakshmana, Aniruddha und Jambavati. Außen im Erdquadrat stehen die Richtungshüter
27.374 und ihre Waffen. Vorgesehen sind achthunderttausend Wiederholungen und achttausend Feueropfer mit Holz des Brahma-Baumes.
27.375 Nach Wasserspenden soll der Mantra vollendet sein. Die früher bei den Krishna-Mantras beschriebenen Anwendungen werden herangezogen.
27.376 „Diese Vollendung verleihenden Mantras der Gestalten habe ich gelehrt; einige werden auch in anderen Tantras beschrieben. Was soll darüber hinaus noch erläutert werden?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der siebenundzwanzigste Prakāśa über die Mantras der vierundzwanzig Gestalten.
Achtundzwanzigster Prakāśa: Harihara, Hayagriva, Vyasa und Garuda
28.1 Die erhabene Göttin sprach: „Ich möchte die Genuss und Befreiung verleihenden Mantras jener Herabkünfte Shri Vishnus hören, die in den vier Zeitaltern gegenwärtig sind.“
28.2 Shiva sprach: „Du hast gut gefragt, Göttin. Höre zuerst den wunderbaren Mantra, der mir und Vishnu besonders lieb ist und dessen Wesen Hari und Hara gemeinsam sind.“
28.3 Er lautet oṃ hrīṃ hoṃ śaṃkaranārāyaṇāya namo hoṃ hrīṃ oṃ – „Om, Hrim, Hom; Verehrung Shankara-Narayana; Hom, Hrim, Om.“ Die Formel wird als sechzehnsilbig bezeichnet.
28.4 Seher ist Narayana, Versmaß Anushtubh und Gottheit Harihara. Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die Maya-Keimsilbe mit sechs langen Vokalen verbunden.
28.5 „Ich verehre Harihara, der Dreizack, Diskus und Panchajanya-Muschelhorn trägt und Furchtlosigkeit gewährt. Seine beiden Körperhälften zeigen die jeweiligen eigenen Gestalten; eine Hälfte ist dunkelblau.“
28.6 Auf dem Sitz der neun Kräfte werden zunächst die Gliedergottheiten verehrt. Es folgen Lakshmi-Narayana, Bhumi, die als Dhara bezeichnete Gestalt und Ambika,
28.7 Gaurangi, Gomati, Gauri und Gandhari. Im Erdquadrat werden Indra und die übrigen Welthüter verehrt. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe.
28.8 Danach folgen ein Feueropfer mit Sesam und Reis sowie Wasserspenden. Nach Vollendung des Mantras bewahrt der Übende seinen Wunsch im Herzen.
28.9 Einundzwanzig Tage lang rezitiert er friedvoll einen hier als achtsilbig bezeichneten Mantra und soll dadurch die gewünschten Güter erlangen. Die Silbenangabe weicht von der zuvor genannten sechzehnsilbigen Formel ab; dem Mantra wird rasche Zuwendung zugeschrieben.
28.10 Nun folgt Hayagrivas Mantra, der sämtliche Ziele erfüllen soll. Seine Bildungsregel verbindet die Laute Sa und Ha mit U und Bindu.
28.11 Dieser erste Keimmantra Hayagrivas ist zur Verehrung durch Brahmanen bestimmt. Für Kshatriyas werden Ha und Sa mit Au und Bindu verbunden.
28.12 Für Vaishyas werden Ha und Sa mit E und Bindu verbunden. Versmaß ist Trishtubh, Seher Brahma und Gottheit Hayagriva. Die Lautanordnung der ersten Variante ist gegenüber den folgenden uneinheitlich.
28.13 Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen dient den sechs Gliedereinsetzungen. Die Betrachtung nennt Lotos, Gebetskette und die Furchtlosigkeitsgeste; ein weiteres Attribut ist unvollständig überliefert.
28.14 „Ich verehre Hayagriva, den Vernichter der Danavas, der seine Verehrer liebt: hell, auf einem weißen Lotos sitzend und mit weißen Lotosblüten beziehungsweise heller Salbe geschmückt.“
28.15 Nun wird seine Gayatri gelehrt. Durch ihre vorbereitende Weihe wird eine hier als Rudra bezeichnete Person zum Mantra berechtigt; der Wortlaut ist unsicher. Mit ihr wird der Gott angerufen.
28.16 „Wir wollen den Herrn der Rede erkennen; über Hayagriva meditieren wir. Möge der Hamsa unser Erkennen anregen.“
28.17 Auf dem Sitz des pferdeköpfigen Hari bilden die Gliedergottheiten den ersten Kreis. Danach nennt der Text Prajna, Medha, Smriti, Vidya, Shri, Vagisha und Hayanana.
28.18 Es folgen Vidyavilasa-Hayagriva und Manamardana; die genaue Trennung der Namen ist unsicher. Den dritten Kreis bilden die mit Lakshmi beginnenden Kräfte: Lakshmi und Sarasvati,
28.19 Rati, Priti, Kirti, Kanti, Tushti und Pushti. Ein weiterer Kreis enthält die bei Dadhivamana genannten, mit Kumuda beginnenden Diener; die Kreisnummer ist beschädigt.
28.20 Den fünften Kreis bilden die Welthüter, den sechsten ihre Waffen. Vorgesehen sind vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben.
28.21 Danach folgen duftende Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenspeisung. So gilt der Mantra als vollendet, für Anwendungen geeignet und Genuss wie Befreiung verleihend.
28.22 Man betrachtet eine goldgeschmückte Gestalt beziehungsweise den Mantra inmitten der Mondscheibe und führt eine Handzuordnung am Mund aus. Dies soll Ansehen in Versammlungen verleihen; die genaue Verbindung von Gestalt, Mantra und Hand ist unsicher.
28.23 Alternativ wird die betreffende Hand auf einen Krug gelegt. Eine morgendliche Besprengung mit dessen Wasser soll Spinnengift und weitere Bedrängnisse, Unglück sowie fünf Arten von Gift beseitigen. Dies ist eine historische Heilbehauptung.
28.24 Wer täglich morgens einundzwanzigmal besprochenes Wasser trinkt, soll innerhalb einer Woche göttliche, anmutige Rede erlangen.
28.25 Der Mantra wird innerhalb der Mondscheibe im Laut La vergegenwärtigt; dazu wird ein gelbes Gesicht betrachtet. Dies soll die Rede eines anderen lähmen.
28.26 Ein Yantra wird mit Kurkuma und der Wurzel eines Darbha-Halms auf Birkenrinde geschrieben. Es enthält eine als Prabha bezeichnete Keimsilbe und zwei zugehörige Umschließungen; die genaue Bildungsregel ist unklar.
28.27 Nach Einsetzung der Lebenskraft wird es zwischen zwei Schalen gelegt und mit gelbem Faden umwickelt. Dies soll rasch Stummheit hervorrufen und gehört zur historischen Lähmungsmagie.
28.28 Eine von Linien umgebene Keimsilbe in einem als Shringata-Pura bezeichneten Gebilde wird von Flammengirlanden umhüllt betrachtet. Dem wird höchste lähmende Wirkung zugeschrieben.
28.29 Im Windmandala, verbunden mit der Windkeimsilbe, soll dieselbe Betrachtung Gift und weitere Übel vernichten.
28.30 Im Wassermandala wird sie mondstrahlenrein betrachtet und in der Hand als nährend vorgestellt. Ihr wird die Beseitigung sämtlicher Krankheiten zugeschrieben.
28.31 Ein gold- und kuhmilchfarbenes Yantra wird im Hohlraum des Herzenslotos betrachtet. Dies soll in besonderem Maß Gift unschädlich machen.
28.32 Mit Gorochana wird der Mantra auf Birkenrinde geschrieben und am Arm getragen. Er gilt als großer Schutz gegen alle Fehler und Bedrängnisse.
28.33 Eine mit Ra verbundene Keimsilbe zwischen Sa und Ha beziehungsweise zwischen zwei Ha-Lauten soll nach einmonatiger Rezitation Feindschaft stiften. Die beiden Bildungsangaben stehen unvermittelt nebeneinander.
28.34 „Höre einen weiteren Mantra, Herrin der Götter, der Rede und Erkenntnis verleiht: Du, der den Om-Laut als Udgitha hervorströmen lässt, Herr aller Herren der Rede,
28.35 du, dessen Wesen alle Veden sind, Unbegreiflicher: Lass alles erkennen, lass alles erkennen!“ Dieser Vers wird mit der eigenen Keimsilbe und Om umschlossen.
28.36 Er gilt als sechsunddreißigsilbig, mit Svaha als achtunddreißigsilbig. Versmaß ist Anushtubh, Seher Brahma und Gottheit Hayagriva.
28.37 Om und die Versviertel bilden die fünffache Gliedereinsetzung. Hayagriva wird vierarmig, pferdegesichtig und wie eine Quecksilberwolke glänzend verehrt. Er trägt Muschelhorn und Diskus; eine Hand ruht auf dem Knie.
28.38 Auf dem früher beschriebenen Sitz wird seine Gestalt mit dem Keimmantra vorgestellt. Auf dem achtblättrigen Lotos beginnt die Verehrung vor dem Gott und verläuft im Uhrzeigersinn.
28.39 Verehrt werden die vier Veden, in den Ecken die Vedangas, Smriti, Nyaya und sämtliche Lehrwerke.
28.40 Außen im Sechseck stehen die sechs Gliedergottheiten, im Erdquadrat die Welthüter und ihre Waffen.
28.41 Nach drei Millionen sechshunderttausend Wiederholungen folgen ein Feueropfer mit Kunda-Blüten und den drei süßen Stoffen sowie Wasserspenden. So soll der Mantra vollendet werden.
28.42 Für Wohlstand werden zehntausend Bilva-Blätter geopfert; für Shri werden tägliche Gaben mit Kunda-Blüten und den drei süßen Stoffen genannt.
28.43 In Brahmi-Saft gekochtes, mit dem Mantra vollendetes Ghee soll bei morgendlichem Gebrauch große Verstandeskraft verleihen. Diese historische Rezeptur wird nicht als Selbstbehandlung empfohlen.
28.44 Auch täglichem Verzehr von mantra-behandelter Vacha wird zugeschrieben, zum Ausleger sämtlicher Lehrwerke zu machen. Dies bleibt die medizinisch-rituelle Behauptung der Vorlage.
28.45 Nun folgt ein weiterer Mantra, der rasch Merkfähigkeit verleihen soll: „Dem, dessen Gestalt Rig-, Yajur- und Sama-Veda ist und dessen Wirken die Veden schmückt“.
28.46 Es folgen Om, Hrim und die Verehrung des menschlichen Leibes mit großem Pferdehaupt. Mit Hamsa am Anfang und Soham am Ende gilt er als sechsunddreißigsilbig. Seherzuordnung, Gliedereinsetzung, Betrachtung, Verehrung und Wunschanwendungen entsprechen dem Vorherigen. Nun folgt ein weiterer Mantra für scharfen Verstand.
28.47 Seine erste Anrede beschreibt die eigene Wesensgestalt als reines Bewusstsein und Wonne. Die davorstehende Verbindung mit bilvottīrṇa ist unklar und wird nicht zu einem vermeintlich sicheren Sinn ergänzt.
28.48 „Dir Verehrung, Hayagriva, König des Wissens, Vishnu!“ Mit Svaha, Soham und vorangestelltem Hamsa wird die Formel als achtunddreißigsilbig bezeichnet.
28.49 Om und die Wortteile bilden die fünffache Gliedereinsetzung. Die vorbereitende Rezitation umfasst drei Millionen sechshunderttausend Wiederholungen; alles Weitere entspricht dem Vorherigen.
28.50 Nun folgt ein höchstes Wissen verleihender Mantra: Hayagrivas eigene Keimsilbe und hayaśirase namaḥ – „Verehrung dem Pferdeköpfigen.“ Er gilt als achtsilbig.
28.51 Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem einsilbigen Mantra, das Versmaß wird als Anushtubh bezeichnet. Seine Hände tragen Gebetskette, Buch und Lotos und gewähren Segen.
28.52 Er ist kampferhell, mild und mit vielerlei Schmuck versehen. Mit dieser Betrachtung wird alles nach dem beim einsilbigen Mantra beschriebenen Verfahren ausgeführt.
28.53 Nun folgt Vishnus krankheitsbeseitigender Mantra: Achyuta, Ananta und Govinda im Dativ, abgeschlossen mit Namah. Er wird durch das Zahlwort Bhava als elfsilbig bezeichnet und als einziges Heilmittel gegen die Krankheit des Daseins gepriesen.
28.54 Seher ist Shaunaka, Versmaß Viraj und Gottheit das höchste Selbst. Für die sechs Gliedereinsetzungen werden die Namen des Mantras wiederholt.
28.55 Der vierarmige, gekrönte Gott trägt Muschelhorn, Diskus und seine weiteren Waffen und sitzt auf Garuda.
28.56 Sanaka und die anderen großen Seher sowie sämtliche Götter verehren ihn. Shri und Bhumi begleiten ihn; er gleicht der aufgehenden Sonne.
28.57 Seine Ohrringe leuchten wie die Scheibe der tausendstrahligen Morgensonne. Als Ananta wirkt er beständig zum Schutz aller Welten.
28.58 Er gewährt Furchtlosigkeit und Segen. Die Verehrung umfasst die fünf beim Govinda-Mantra beschriebenen Kreise; eine zusätzliche Zuordnung zu einem Paar ist verkürzt.
28.59 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben. Danach folgen Wasserspenden; Krankheitsbeseitigung wird verheißen.
28.60 Puffreis wird für eine Braut, Bilva für Reichtum, Blüten für Kleidung und Sesam für Gesundheit geopfert.
28.61 Eintausendacht Wiederholungen an einem Sonntag, bis zum Nabel im Wasser stehend, sollen Fieber beseitigen. Dies ist eine historische Ritualangabe.
28.62 Wer heiraten möchte, rezitiert einen Monat lang und betrachtet den Gott mondscheibenhell. Dadurch soll er eine glückverheißende Braut aus angesehener Familie und eine gute Haushälterin gewinnen.
28.63 Nun folgt ein Vishnu besonders erfreuender Mantra: anantāya namaḥ – „Verehrung Ananta.“ Er ist sechssilbig.
28.64 Als Seher steht in der Vorlage Nyasa, als Versmaß Gayatri und als Gottheit Ananta. Er dient der Krankheitsbeseitigung; alles Weitere entspricht Govinda. Der Sehername ist unsicher.
28.65 Nun folgt ein weiterer Vishnu besonders lieber, Wissen und andere Gaben verleihender Mantra zu Vedavyasa.
28.66 vedavyāsāya namaḥ – „Verehrung Vedavyasa“ – gilt als achtsilbig. Seher ist Brahma, Versmaß Anushtubh und Gottheit Satyavatis Sohn.
28.67 Der Anfangslaut gilt als Keim, Namah als Kraft. Für die sechs Gliedereinsetzungen wird der Keim mit sechs langen Vokalen verbunden.
28.68 Rechts zeigt er die erklärende Lehrgeste; die andere Hand ruht am linken Knie. Er sitzt mit Yogagurt und strahlt wie eine entfaltete Blüte.
28.69 „Ich verehre Krishna-Dvaipayana: mit langem Hals, großen Augen und rundem Bauch, von Sehern gepriesen und von vielen Schülern umgeben.“
28.70 Vorgesehen sind achttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis. Auf dem früher beschriebenen Sitz werden zuerst die Gliedergottheiten verehrt.
28.71 Von Osten aus folgen Paila, Vaishampayana, Jaimini und Sumantu. In den Ecken stehen Shri Shuka und Lomaharshana,
28.72 Ugrashravas und weitere Seher. Außen im Erdquadrat werden Indra und die übrigen Hüter sowie ihre Waffen verehrt.
28.73 Wer den so vollendeten Mantra ein Jahr lang dreimal täglich einhundertachtmal rezitiert, soll dichterische Kraft und gute Nachkommen erlangen.
28.74 Der verborgene Sinn der Puranas soll sich von selbst erschließen. Auslegungskraft, Ruhm und eine fortdauernde Fülle von Gütern werden verheißen.
28.75 Nun folgt ein weiterer Mantra, der langes Leben verleihen soll. Om und Namah werden gesprochen, danach der eben gelehrte Mantra.
28.76 Soham und nochmals Om schließen ihn ab. Er wird als vierzehnsilbig bezeichnet; Seher ist Kahoda und Versmaß Devi-Gayatri.
28.77 Gottheit ist der langlebige Vyasa, der vorzeitigen Tod abwehrt. Ham gilt als Keim, Sa als Kraft. Ha mit sechs langen Vokalen dient den sechs Gliedereinsetzungen; Betrachtung und Verehrung entsprechen dem Vorherigen.
28.78 Die Rezitationsangabe lautet „sechs und fünf Tausend“ und lässt ihre Zusammenziehung offen. Für schwere Krankheiten wie Lepra beziehungsweise Hautleiden wird einhunderttausendmalige Rezitation genannt.
28.79 Täglich einhundertacht Wiederholungen und ein Bad mit besprochenem Wasser oder Milch sollen Krankheit und vorzeitigen Tod beseitigen und die volle Lebensspanne verleihen. Dies wird als historischer Heilanspruch dokumentiert.
28.80 Nun werden die Vishnu lieben höchsten Garuda-Mantras gelehrt. Genannt werden Zweimalgeborene ohne vollständige Standessakramente sowie Vaishnavas mit ihren Söhnen; die zweite Gruppenbezeichnung ist unsicher überliefert.
28.81 Für ihre Vorbereitung, zur Vollendung des Mantras, zur Abwehr von Gift und Schlangenfurcht sowie zur Erfüllung menschlicher Wünsche wird die Gayatri des Vogelkönigs gelehrt.
28.82 „Wir wollen Suparna erkennen; über den König der Vögel meditieren wir. Möge Garuda unser Erkennen anregen.“
28.83 Zwei Millionen vierhunderttausend Wiederholungen sollen sie vollenden. Auch ohne Betrachtung und Verehrung soll sie allein durch Rezitation Frucht schenken.
28.84 Nun folgt Garudas höchster Mantra. Er beginnt mit Om und der Verehrung des erhabenen Mahagaruda.
28.85 Es folgen die Anreden „vorzügliches Reittier Shri Vishnus, in den drei Welten Verehrter, mit diamantfesten Krallen und diamantfestem Schnabel“.
28.86 Weiter heißt es „mit diamantfesten Flügeln, mit gelbbraunem Leib. Komm, komm, Mahagaruda! Die bösen Nagas
28.87 zerschneide, zerschneide; die bösen Gifte zerschneide, zerschneide; die bösen Rakshasas durchbohre, durchbohre; durchdringe, durchdringe!“ Eine Bindungsformel, Hum, Phat und Svaha schließen an.
28.88 Der Mantra gilt als sechsundneunzigsilbig. Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Garuda.
28.89 Die Konsonanten gelten als seine Keime, die Vokale als seine Kräfte. Seine Anwendung dient der im Mantra genannten Giftbeseitigung.
28.90 Die sechs Namen lauten Garudatman, Vainateya, Tarkshya, Chhandomaya, Kapilaksha und Nagagaralantakara, der Vernichter des Schlangengiftes.
28.91 Mit Om am Anfang, Dativformen und Namah werden diese Namen an den Fingern und an den mit dem Herzen beginnenden Körpergliedern eingesetzt.
28.92 Er wird wie ein Himalaya-Gipfel betrachtet, mit vollmondgleichem Gesicht, langen Armen und stierkräftigen Schultern, geschmückt mit Schlangen.
28.93 Ananta bildet den linken Armreif, Vasuki die heilige Schnur, Takshaka den Hüftgürtel und Karkota die Halskette.
28.94 Padma steht rechts, Mahapadma links, Shankhapala am Kopf und Kulika zwischen den Armen.
28.95 „Ich verehre den auf Vishnus Banner Gegenwärtigen: bis zu den Knien goldglänzend, bis zum Nabel schneehell und bis zum Hals rot.“
28.96 Garudas Verehrung umfasst Gliedergottheiten, Richtungshüter und Waffen. Die Rezitation beträgt das Siebenfache von einhundert je Mantrasilbe, nach der genannten Silbenzahl also siebenundsechzigtausendzweihundert.
28.97 Schon sein Befehl oder Anblick soll pflanzliches beziehungsweise unbewegliches und tierisches beziehungsweise bewegliches Gift sowie Erkrankungen wie Visarpa beseitigen. Dies ist die Heilbehauptung des Textes.
28.98 Nun folgt ein Garuda-Mantra aus kṣipa, Om und Svaha, als fünfsilbig bezeichnet. Versmaß ist Pankti und Seher Ananta.
28.99 Gottheit ist Garuda, Keim Om und Kraft Svaha. Mit Svaha endet die Herzzuordnung. Danach beginnt eine weitere Formel: „Flamme, flamme, du von großer Erkenntnis!“
28.100 Es folgen eine unsicher getrennte Anrede mit Rudra, Scheitel und Gesicht, Svaha und Namah für den Kopf. Die Scheitelhaarlockenformel nennt Garuda, Shikha und Svaha.
28.101 Die folgende Schutzformel ruft Garuda als Herrn an und verdoppelt die Befehle „Siege!“, „Spalte!“, „Versetze in Schrecken!“ und „Zermalme!“.
28.102 Mit Svaha gilt sie als siebenunddreißigsilbig. Danach folgt die Augenformel mit den Anreden „Träger schrecklicher Gestalt, Beseitiger sämtlicher Gifte“.
28.103 Sie fährt fort mit „Schrecke, schrecke! Verbrenne alles, verbrenne! Mache zu Asche, mache zu Asche! Svaha.“ Der Mantra wird als zweiunddreißigsilbig bezeichnet.
28.104 Die Waffenformel nennt ungehinderte Kraft und ungehinderte Schreckenswirkung. Mit Hum, Phat und Svaha abgeschlossen wird sie als achtzehnsilbig bezeichnet.
28.105 Die fünf Silben werden an Fuß, Hals, Herz, Mund und Kopf eingesetzt. Der Gott wird wie glühendes Gold betrachtet, geschmückt mit Schlangen an seinen Gliedern.
28.106 „Ich verehre den Giftbeseitiger, gekrönt, mit einer sich an seiner Schnabelspitze windenden Schlange; seine Flügel lassen den heiligen Sama-Gesang erklingen.“
28.107 Auf dem Sitz gilt pakṣirājāya svāhā als siebensilbiger Mantra. Im Matrika-Lotos wird Garuda als Verkörperung der Veden verehrt.
28.108 In der Lotosmitte werden zuerst die Gliedergottheiten mit ihren jeweiligen Mantras verehrt. Danach folgen Ananta, Vasuki, Takshaka, Karkota und Padma,
28.109 Mahapadma, Shankhapala und Kulika. Im Erdquadrat stehen Richtungshüter und Waffen. Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen.
28.110 Nach einem Feueropfer mit Sesam und den anschließenden Wasserspenden gilt der Mantra als vollendet. Schon aus der Ferne soll sein Übender durch seinen Anblick Schlangen und beide Arten von Gift unschädlich machen.
28.111 Er soll immer stärker Vishnus Verehrung hingegeben sein, Feinde vernichten, hier glücklich und langlebig leben und von Königen geehrt werden.
28.112 „Jenseits erreicht er Vaikuntha. So habe ich, Göttin, die Vishnu lieben Mantras gelehrt. Was möchtest du noch hören?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der achtundzwanzigste Prakāśa über die Vishnu lieben Mantras.
Neunundzwanzigster Prakāśa: Sudarshana und die Mantras der göttlichen Waffen
29.1 Die erhabene Göttin sprach: „Höchster Purusha, du hast die Mantras von Sudarshana und den übrigen Waffen erwähnt. Lehre sie mir samt ihren Verfahren, durch deren Vollzug Sieg erlangt wird.“
29.2 Shiva sprach: „Als Herr aller Waffen gilt die große Waffe namens Sudarshana, die ich einst Vishnu übergab.“
29.3 Kartavirya-Arjuna ist die Herabkunft eines Anteils von ihr. Der Herr von Lanka verehrte sie tausend Jahre lang.
29.4 Zuerst wird ihr Genuss und Befreiung verleihender Mantra genannt: Om, sahasrāra, Hum und Phat. Er wird als neunsilbig bezeichnet, obwohl die ausgeschriebenen Bestandteile diese Zahl nicht eindeutig ergeben.
29.5 Seher ist Ahirbudhnya, Versmaß Anushtubh und Gottheit Sudarshana. Die Formeln der sechs Glieder verbinden cakrāya mit bei ā, viśuddhi und sujvālā beginnenden Bestandteilen; ihre Trennung ist beschädigt.
29.6 Die sechs Gliedermantras werden mit ihren jeweiligen Abschlussformen und Svaha verbunden. Für die östliche Richtung heißt es, dass sie mit dem Diskus gebunden werde; Namah und eine Diskus-Feuerformel schließen an.
29.7 Nach Nennung des Feuers werden die zehn Richtungen gebunden. Dazu werden an den entsprechenden Stellen Zeigefinger und Daumen zusammengeführt.
29.8 Dreimal Om, zweimal „Schütze!“, das Wort für Diskus sowie Phat und Svaha bilden den als zwölfsilbig bezeichneten Mantra „Feuermauer“.
29.9 Mit ihm wird ringsum eine feurige Mauer vorgestellt. Danach folgen die weiteren Einsetzungen.
29.10 Die Lautfolge suṃ uṃ und eine rot beziehungsweise blitzfarben beschriebene Gestalt werden dem Genitalbereich und Kopf zugeordnet. Danach folgen īṃ sowie eine Ortsliste mit Mitte, Gesicht, Herz, Genitalbereich, Knien, Knöcheln und Sohlen; die genaue Silbenverteilung ist beschädigt.
29.11 Die Silben werden feuerfarben eingesetzt. Anschließend wird Sudarshana betrachtet, der in acht Armen, von rechts oben ausgehend, seine Waffen trägt.
29.12 Dies sind Diskus, Muschelhorn, Keule, Lotos, Stampfer, Bogen, Schlinge und Haken. Er lodert, besitzt furchtbare Fangzähne und leuchtet wie die Sonne.
29.13 Auf dem Vaishnava-Sitz wird seine Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt. Die sechs Gliedergottheiten stehen in der Lotosmitte, die Waffen vom Diskus an in den Staubfäden.
29.14 Auf den Richtungsblättern werden die bei Hayagriva beschriebenen, mit Lakshmi beginnenden Kräfte verehrt. Im Erdquadrat folgen die Welthüter, vor ihnen ihre Waffen.
29.15 Am Ende der Betrachtung, der Einsetzung der Lebenskraft und der Verehrung wird jeweils mit der Diskus-Gayatri die Diskus-Mudra gezeigt. Nun folgt die Gayatri.
29.16 „Wir wollen Sudarshana erkennen; über die große Flamme meditieren wir. Möge der Diskus unser Erkennen anregen.“
29.17 Vorgesehen sind eine Million zweihunderttausend Wiederholungen und je zwölftausend Feueropfergaben mit Sesam, verbunden mit den drei süßen Stoffen, sowie mit süßen Stoffen benetztem Senf,
29.18 ferner mit entsprechend verbundenen Bilva-Blättern, Milchreis und schließlich reinem Ghee. Danach folgen Wasserspenden.
29.19 Nach Vollendung des Mantras folgen besondere Anwendungen. Ein durch Abtragen und weitere Handlungen gereinigter Platz wird mit Kuhdung bestrichen.
29.20 In zwei Ellen Abstand werden im Süden und Norden zwei Figuren angelegt: jeweils ein von einem Kreis umgebenes Sechseck, außen mit Erdquadrat.
29.21 Die Mitte ist gelb, die sechs Ecken sind rot, die Zwischenräume dunkel und der übrige Bereich weiß.
29.22 In die Mitte wird Om, in die sechs Ecken werden die Mantrasilben geschrieben. Zuerst wird die nördliche, danach die südliche Figur eingerichtet.
29.23 Auf Reis werden je ein mit Reiswasser beziehungsweise Reis und Wasser gefüllter Krug gestellt. Die Sitzverehrung erfolgt nach der Initiationsordnung.
29.24 Dort wird Sudarshanas Gestalt ordnungsgemäß angerufen und mit Gliedern und Kreisen verehrt; anschließend ebenso in der anderen Figur.
29.25 In der betreffenden Figur wird das Vaishnava-Feuer nach seiner Ordnung eingesetzt. Für jeden Opferstoff werden einhundertsechsunddreißig Gaben genannt.
29.26 Die Stoffe sind Ghee, Apamarga-Holz, ungebrochener Reis, Rajika-Samen, Sesam, Opferspeise und Panchagavya. Danach wird nochmals eine geordnete Ghee-Gabe genannt.
29.27 Von jedem Stoff gelangt ein zugehöriger Opferrest ins Krugwasser. Nach Abschluss wird der Arghya-Unterbau gereinigt, über dem Krug angeordnet und die betreffende Person gesetzt; die räumliche Konstruktion ist nicht eindeutig.
29.28 Der Krug wird rechts vom Ausführenden genommen und dreimal über der betreffenden Person geschwenkt. Danach folgen Besprengung und ein nach Norden gerichtetes Entfernen des Kruges.
29.29 Krug, Feuerreste und weitere Bestandteile werden an einen entfernten Ort gebracht. Mit den übrig gebliebenen Opferspeisen wird eine Bali-Gabe unter folgendem Mantra dargebracht.
29.30 „Verehrung den Scharen Vishnus, die uns allen Frieden bringen! Mögen sie diese Gabe annehmen. Dem Frieden: Verehrung.“ Der Mantra wird durch das Zahlwort für die Prinzipien als sechsunddreißigsilbig bezeichnet.
29.31 Brahmanen werden gespeist und der Lehrer erhält eine Gabe. Dieses Verfahren soll Fieber und zahlreiche andere Krankheiten beseitigen.
29.32 Auch Apasmara, als Besessenheit gedeutete Störungen sowie Bedrängnisse durch Rakshasas und Bhutas werden als Anwendungsfelder genannt. Die Aussagen dokumentieren historische Krankheitsdeutungen.
29.33 Eine weitere Variante beschreibt ein aus Brettern eines milchsaftführenden Baumes gefertigtes Gerüst und seine Behandlung mit Panchagavya. Ein dabei genanntes Zahlwort „hundert“ ist nicht sicher in die Konstruktion einzuordnen.
29.34 Die betreffende Person wird dort unter reinigenden Mantras untergebracht; ein reines Tuch wird berührt und der Mantra rezitiert. In den im Südosten beginnenden Ecken werden Feuer eingesetzt, in denen geeignete Brahmanen das zuvor beschriebene Opfer vollziehen.
29.35 Der Auftraggeber stellt die Brahmanen und den Lehrer durch Gaben zufrieden. Dem Verfahren wird die Beseitigung sämtlicher Krankheiten, vorzeitigen Todes und feindlicher Schädigung zugeschrieben.
29.36 Drei Krüge werden mit Kuhprodukten und Abkochungen von Milchsaft-Rinde sowie einem mit indu bezeichneten Stoff gefüllt, mit Mantras besprochen und mit Opferresten verbunden. Die Stofftrennung ist unsicher.
29.37 Nach dem früheren Feueropfer werden die Planetenmächte und Vishnu rituell angesprochen. An einem Sonntag erfolgt eine Besprengung des Kranken.
29.38 Wer als von Bhutas, Pretas oder Rakshasas bedrängt gilt, soll dadurch rasch genesen. Ferner wird mit Panchagavya gekochtes und besprochenes Ghee zum Verzehr genannt; dies ist eine historische Rezeptur, keine Selbstbehandlungsempfehlung.
29.39 Zum Wohl von durch ergreifende Mächte Bedrängten und Schwangeren wird eintausendmalige Rezitation unter Berührung von Panchagavya beschrieben.
29.40 Der Stoff wird auf Lotos- oder Brahma-Baum-Blätter beziehungsweise an eine Bilva-Frucht gelegt und im eigenen oder einem anderen Haus vergraben. Dies soll das Haus schützen und Wohlstand mehren.
29.41 Als weitere Stoffe nennt der Text Palasha, einen milchsaftführenden Baum, rotes Sandelholz, Guggulu, Safran, Kurkuma, Gorochana, Bilva und Rajika,
29.42 Apamarga, Sesam, Durva, Vishnukanta, Tulasi, dunkle Tulasi, Gerste beziehungsweise eine als java bezeichnete Pflanze und Arka,
29.43 Sahadevi, Lakshmi, Kusha, Kuhdung, Vacha, Lotos und nochmals Gorochana. Sie werden wiederholt in Panchagavya abgekocht.
29.44 Im rituell vorbereiteten Feuer wird daraus Asche gewonnen. Mit diesem Mantra besprochen und auf dem Kopf getragen soll sie alle gewünschten Gaben verleihen.
29.45 Sie soll Bedrängnisse durch Geister, Planetenmächte, Krankheiten und Schadenzauber, Leid, Feindseligkeit, geistige Verwirrung, Feindesfurcht und Verfehlungen abwehren; außerdem werden ihr Gefügigmachung und höchste Heilswirkung zugeschrieben.
29.46 Eine weitere historische Rezeptur verbindet die drei Früchte mit einem Pflanzenbrei und kocht Ghee in Panchagavya. Als Menge wird ein Prastha genannt. Zum Brei gehören Musta, trockener Ingwer und Kurkuma,
29.47 Chitraka, Ela, Shatavari, Vacha, eine als Vadhya überlieferte Pflanze, Vrisha, Mamsi, Vidanga, Manjishtha und Katurohini. Unsichere Pflanzennamen werden nicht durch moderne Artenbestimmungen ersetzt.
29.48 Mit diesem Mantra besprochen soll das Präparat einer unfruchtbaren Frau einen Sohn schenken und Furcht vor Bhutas, Pretas und Pishachas beseitigen.
29.49 Dem Panchagavya-Ghee wird besonderer Schutz der Schwangerschaft zugeschrieben. Anschließend werden achttausend Feueropfer mit Guggulu-Kügelchen genannt. Die Rezeptur wird nicht zur Einnahme empfohlen.
29.50 Dieser Vollzug über drei oder vier Tage soll sämtliche Bedrängnisse und durch Mantras bewirkte Erkrankungen beseitigen; die letzte Krankheitsbezeichnung ist knapp.
29.51 Zehntausend Gaben mit Apamarga-Holz sollen Geisterbedrängnis, Fieber, Furcht, Krankheit, Schadenzauber und Apasmara beseitigen.
29.52 Gheebenetzte Lotosblüten sollen Wohlstand mehren, gheebenetztes Durva-Gras langes Leben verleihen.
29.53 Palasha-Holz soll die Merkfähigkeit stärken. Für Kleidung werden weiße, gheebenetzte Kumuda-Wasserlilien geopfert.
29.54 Ghee mit Lotosblüten wird für die Vermehrung des Viehs, Udumbara-Holz für einen Sohn genannt.
29.55 Eintausendacht Gaben mit vorzüglichem Ashvattha-Holz sollen von schwerer Krankheit befreien. Auch dies ist eine Aussage der Ritualüberlieferung.
29.56 Wer während der Rezitation sich selbst inmitten des Diskus betrachtet, soll auch allein im Kampf schwer zu besiegen sein.
29.57 Der über dem Kopf eines Feindes vorgestellte, wie das Weltuntergangsfeuer brennende Diskus soll nach sieben Tagen Fieber und nach dreißig Tagen Tod bewirken. Dies wird als historische Schadenmagie dokumentiert.
29.58 Der Laut Sa, mit einem Vokal verbunden und von „Geh!“ umschlossen, soll auf dem Kopf einer Zielperson vorgestellt nach zehn Tagen deren Vertreibung bewirken.
29.59 Eine weitere, krähenfarbene Lautgestalt über dem Kopf des Feindes soll nach einem Mandala-Zeitraum Tod, nach einer Woche Vertreibung oder Tod verursachen. Die genaue Endsilbe ist unsicher.
29.60 Dagegen soll der Laut Sa, herbstmondhell und Nektarströme ergießend auf dem Kopf betrachtet, hundert Jahre Leben verleihen.
29.61 Ein weiteres Yantra besteht aus einem Sechseck mit Tha in den sechs Ecken. Auch in der Mitte steht Tha, zusammen mit den übrigen Mantrasilben.
29.62 In die Mitte wird der Name der betreffenden Person geschrieben, mit Safran auf Birkenrinde. Dem Yantra wird Schutz vor Not, Bhutas und Pretas zugeschrieben.
29.63 Nun folgt ein weiterer großer Sudarshana-Mantra: oṃ namo bhagavate mahāsudarśanāya huṃ phaṭ – „Om; Verehrung dem erhabenen Mahasudarshana; Hum, Phat.“
29.64 Er wird als sechzehnsilbig bezeichnet. Seherzuordnung, Nyasa und Verehrung entsprechen dem Vorherigen; der Mantra gilt als allseitig schützend.
29.65 Vorgesehen sind eine Million zweihunderttausend Wiederholungen und je zweitausendvierhundert Gaben mit Sesam und Senf,
29.66 Bilva, Ghee, Palasha-Holz und Milchreis. Bei entsprechender Rezitation und Betrachtung soll der Mantra das Gewünschte verleihen.
29.67 Ein Sechseck wird gezeichnet; in Mitte und Ecken werden die betreffenden Silben einzeln eingesetzt. Außen umschließt es ein Erdquadrat.
29.68 Mit Opferresten vollendet soll dieses Yantra die Schwangerschaft schützen und als Besessenheit gedeutete Störungen, Geisterbedrängnis und Schadenzauber beseitigen.
29.69 Nun folgt ein langer Sudarshana-Mantra. Er beginnt mit Om und der Verehrung des Erhabenen sowie drei durch „groß“ bestimmten Anreden.
29.70 Diese gelten Sudarshana, dem großen Diskus und der großen Flamme. Es folgen „du mit leuchtender Gestalt, Herr aller, schütze, schütze mich!“ und die Anrede des Kraftvollen.
29.71 Svaha, Hum und Phat schließen den als siebenundvierzigsilbig bezeichneten Mantra ab. Betrachtung und Verehrung entsprechen dem Vorherigen; vorgesehen sind eintausend Wiederholungen je Silbe.
29.72 Ein weiterer langer Mantra beginnt: „Om, Klim; Sudarshana, großer König der Disken, verbrenne, verbrenne!“
29.73 Es folgen verdoppelte Befehle, allen Übeltätern Furcht einzuflößen, zu zerschneiden, zu durchbohren und aufzureißen sowie fremde Mantras zu verschlingen.
29.74 Weiter heißt es „Verzehre, verzehre! Erschrecke die Geister, erschrecke sie! Hum, Phat, Svaha; dem Diskus: Verehrung.“ Die abschließende Zahlwortangabe zur Silbenzahl ist beschädigt.
29.75 Dieser große Sudarshana-Mantra soll Sieg im Kampf verleihen. Betrachtung und Verehrung entsprechen dem sechssilbigen Mantra, auf den hier verwiesen wird.
29.76 Nach eintausend Wiederholungen je Silbe gilt er als vollendet. Achttausend Wiederholungen vor dem Kampf sollen rasch Sieg verleihen.
29.77 Nun folgt der siegbringende Muschelhorn-Mantra: oṃ klīṃ jalacarāya svāhā – „Om, Klim; dem im Wasser Lebenden: Svaha.“ Er ist neunsilbig.
29.78 Das Muschelhorn wird täglich in Vishnus Hand betrachtet und verehrt. Nach der Verehrung sind eintausendacht Wiederholungen vorgesehen.
29.79 Am Ende der Rezitation wird Einssein mit Panchajanya betrachtet. Nach sechs Monaten dieses Vollzugs soll der Mantra vollendet sein.
29.80 Das eigene Muschelhorn wird als Panchajanya und das eigene Selbst als Vishnu betrachtet. So geblasen soll das Muschelhorn Sieg im Kampf bringen.
29.81 Der zwölfgliedrige Schwertmantra lautet: oṃ klīṃ khaḍga tīkṣṇa bhindhi bhindhi huṃ phaṭ – „Om, Klim; scharfes Schwert, durchbohre, durchbohre; Hum, Phat.“ Danach wird sein täglicher Vollzug beschrieben.
29.82 Das Schwert wird täglich verehrt. Der Text verbindet damit die Vollendung des Schwertmantras und das Versprechen, niemals besiegt zu werden; die Wendung über Handhabung ohne Tötung ist sprachlich unsicher.
29.83 Wird das Schwert zufällig aus der Scheide gezogen, soll damit eine Frucht oder etwas Vergleichbares zerschnitten werden. Danach wird es verehrt, in eine Ecke gestellt und durch Verneigung geehrt.
29.84 Nun folgt der neunsilbige Bogenmantra: śārṅgāya saśarāya huṃ phaṭ – „Dem Sharnga-Bogen samt Pfeilen: Hum, Phat.“ Vorgesehen sind neunzigtausend Wiederholungen.
29.85 Feueropfer mit Sesam und Ghee sowie tägliche Verehrung sollen ihn vollenden. Im eigenen pfeilbestückten Bogen wird Sharnga betrachtet; seine Mantrarezitation soll den Bogenschützen unbesiegbar machen.
29.86 Nun folgt der Keulenmantra mit Om und der Kama-Keimsilbe: „Kaumodaki, du mit großer, allumfassender Kraft, Vernichterin sämtlicher Asuras,
29.87 sei gnädig! Hum, Phat, Svaha.“ Er wird als fünfundzwanzigsilbig bezeichnet. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und tägliche Keulenverehrung; die Zusatzlesart verdoppelt die Bitte um Gnade.
29.88 In der Keule wird Kaumodaki betrachtet, um im Zweikampf zu siegen. Auch der auf einem Elefanten reitende Übende tritt mit der Keule in der Hand in den Kampf.
29.89 Er betrachtet sich dabei als Vishnu selbst. Dies soll sämtliche Feinde samt ihrem viergliedrigen Heer voller Furcht in die Flucht treiben.
29.90 Nun folgt der neunzehnsilbige Stampfermantra. Er nennt Kama und Samvartaka, den Stampfer, zweimal „Zerschlage!“ sowie Hum, Phat und Svaha. Die Anfangswörter sind in Vers und Zusatzlesart unterschiedlich zu gliedern.
29.91 Zehntausend Wiederholungen und zehntausend Gaben mit gheebenetztem Khadira-Holz sollen den Mantra vollenden.
29.92 Mit dem Stampfer in der Hand und Mantrarezitation tritt der Übende in den Kampf. Die Feinde sollen vor ihm fliehen wie Daksha vor Rudra.
29.93 Eine weitere Anwendung verwendet ein beschriftetes Feindbild und die zornige Vorstellung des Stampfers an dessen Herz. Dadurch sollen die Waffen des Feindes gelähmt werden. Dies wird als historische Kampfmagie dokumentiert.
29.94 Nun folgt der Hakenmantra: Om, Kama, Haken, eine zweimal genannte, unsicher überlieferte Silbenfolge wie kaṃcu, Hum, Phat und Svaha. Er wird als dreizehnsilbig bezeichnet.
29.95 Sein Versmaß heißt in der Vorlage Mati, sein Seher Ganapati. Gottheit ist der Haken als Vishnu-Gestalt, der Elefanten bezwingt.
29.96 Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden ein, ein, drei, vier, zwei und zwei Silben. Verehrt wird allein der Haken; vorgesehen sind eine Million dreihunderttausend Wiederholungen.
29.97 Das Feueropfer verwendet dem Ziel entsprechende geeignete Stoffe. Nach Vollendung soll der Mantra Könige und Feinde erschrecken und durch das bloße Wort gefügig machen.
29.98 Nun folgt der Schlingenmantra: Om, Kama, Schlinge, zweimal ein als vadha überliefertes Befehlswort, zweimal „Ziehe herbei!“, Hum, Phat und Svaha. Er wird als neunzehnsilbig bezeichnet; Seher ist Varuna.
29.99 Eine weitere Zuordnung nennt das Meer und ein ungemessenes Versmaß. Für die sechs Gliedereinsetzungen werden ein, ein, sechs, sieben, zwei und zwei Silben genannt. Die Schlinge wird in Varunas Hand betrachtet.
29.100 Dreihunderttausend Feueropfer mit Kairava-Wasserlilien sollen den Mantra vollenden. Danach werden zehntausend Ghee-Gaben für Gefügigmachung, Honig und Zucker für Tötung sowie Öl und Rohzucker für Entzweiung genannt. Dies dokumentiert historische Schadenmagie.
29.101 Nun folgt der Schirmmantra: chaṃ chatrāya namaḥ – „Cham; Verehrung dem Schirm.“ Als Seher steht Mantra, als Versmaß Gayatri und als Gottheit Hara; die Seherangabe ist unsicher.
29.102 Der Schirm wird weiß leuchtend mit goldenem Stab und rötlichem Knauf vorgestellt. Er wird über dem eigenen Kopf betrachtet und verehrt.
29.103 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Ghee-Milchreis. Danach folgen Wasserspenden zur Vollendung.
29.104 Wer die Herrschaft verloren hat, soll nach dieser Vollendung in den Kampf treten und selbst allein seine Feinde besiegen sowie rasch das Reich zurückerlangen.
29.105 Nun folgt der höchste Mantra des Wedels, der als von der Welt geformt beziehungsweise in Versform beschrieben wird. Er soll Besessenheit durch ergreifende Mächte und schädliche Blicke abwehren.
29.106 „Du glänzt wie Mondstrahlen, bist milchweiß: Vertreibe rasch das Unheil, Chamara-Wedel! Shrim; Verehrung sei dir.“ Ein Vergleichswort für die weiße Farbe ist beschädigt.
29.107 Zweiunddreißigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Kuh-Ghee sollen den Mantra vollenden. Der Wedel wird täglich verehrt.
29.108 Menschen, die als besessen oder schwer und langwierig erkrankt gelten, sollen durch morgendliches und abendliches Befächeln über eine Woche von ihren Beschwerden frei werden. Dies ist ein historischer Heilanspruch.
29.109 Nun folgt ein Paar von Banner-Mantras. Die erste Formel nennt Indras Banner, große Tatkraft und dunkle Farbe.
29.110 Es folgen die Verehrung des Königs der Schirme und die Anrufung von Narayanas Banner und des auf Garuda Sitzenden: „Schütze, schütze!“ Danach werden Waffen und Feinde mit einem Verbrennungsbefehl genannt.
29.111 Der verdoppelte Befehl, Hum, Phat und Svaha schließen den als zweiundfünfzigsilbig bezeichneten Mantra ab. Zur Vollendung sind fünftausend Wiederholungen und ein Feueropfer
29.112 mit Ghee vorgesehen. Danach wird ein Yantra mit auf das eigene Heer bezogenen Zahlen geschrieben. Tägliche Bannerverehrung soll Feindesfurcht abwehren.
29.113 Nun folgt der Mantra der Fahne. Er beginnt mit Om und dreimal der Rama-Keimsilbe; die anschließende, teilweise beschädigte Anrufung erwähnt Hiranyakashipu, Kampf, Putana sowie Götter und Asuras.
29.114 Weitere nicht sicher getrennte Wörter nennen Kampf, Tod und Zeit. Daran schließt ein wiederholter Verbrennungsbefehl gegen alle Feinde mit der Anrede der Fahne an.
29.115 Mit Hum, Phat und Svaha endet die Formel. Fünfzigtausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit den drei süßen Stoffen sowie die weiteren Handlungen sollen sie vollenden.
29.116 Die Keimsilben werden entsprechend der Gliederordnung auf die Fahne geschrieben. Nach Einsetzung der Lebenskraft soll ihr Anblick den Feind in alle zehn Richtungen vertreiben.
29.117 Nun folgt der Dreizackmantra: oṃ triśūlāya namaḥ – „Om; Verehrung dem Dreizack.“ Er wird als siebensilbig bezeichnet.
29.118 Versmaß ist Ushnih, Seher Vamadeva und Gottheit der Träger Pinakas. Der Dreizack wird in Shivas Hand betrachtet. Dreihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Bilva-Blättern sollen den Mantra vollenden.
29.119 Die folgende Messerformel beginnt mit Om und Klim und ruft die umfassende Waffe an: „Von Pinakin geschaffen, durch den Dreizack hervorgezogen, von Chandi erwählt beziehungsweise umgeben, Vernichterin aller Bösen,
29.120 du, die zu den Gliedern aller Wesen gehört und von der Gottheit eingesetzt wurde: Messer, schütze mich beständig, Vernichterin allen Unheils!“
29.121 Eine weitere Anweisung nennt eine zweifache Friedensform und Namah; ihre genaue Einfügung ist unklar. Die Formel gilt als siebzigsilbig. Eintausend Wiederholungen je Silbe sollen sie vollenden und Feinde abwehren.
29.122 Nun folgt ein Dolchmantra in Versform, der allen Waffenträgern besonderen Schutz verleihen soll.
29.123 „Schütze die Glieder, schütze die Elefanten, schütze Pferde und Vermögen! Schütze stets meinen Körper, Dolch; Verehrung sei dir!“
29.124 Vorgesehen sind eintausend Wiederholungen je Silbe und ein Feueropfer mit Sesam und Ghee. Der Dolch wird an seinem Platz aufgestellt und verehrt; dort soll keine Furcht vor Feuer, Dieben und Ähnlichem bestehen.
29.125 Nun folgt der siegbringende Mantra einer als Kanta bezeichneten Waffe in Versform: „Führe die Feinde durch diese göttliche Macht ins Verderben beziehungsweise bringe sie herbei! Nimm ihr Leben; schütze mein Heer und mich!“ Die erste Verbverbindung ist unsicher.
29.126 Rezitation und weitere Handlungen wie zuvor sollen den Mantra für Anwendungen vollenden. Danach werden acht fingerbreite beziehungsweise achtfingrige Einsetzungen mit Metall- und Nagelgebilden erwähnt. Ihre genaue Form ist beschädigt; dem Vorgehen in die acht Kampfrichtungen wird Feindvernichtung zugeschrieben.
29.127 Nun folgt der Schutzpanzer-Mantra, von Schutzsilben umschlossen: „Schutzpanzer, du Freude Gewährender, schütze, schütze mich ringsum!“
29.128 Der Mantra ist achtzehnsilbig; vorgesehen sind achtzehntausend Wiederholungen und ebenso viele Ghee-Gaben. Der Panzer wird mit den zugehörigen Opferresten rituell behandelt.
29.129 Mit diesem Panzer soll der Träger nach Vernichtung seiner Feinde aus dem Kampf zurückkehren. Ein darauf angebrachtes Zahlenyantra mit Bezug auf das eigene Lebensalter soll Land beziehungsweise Herrschaft verschaffen.
29.130 Nun wird zum Wohl des Hörenden die Stab-Gayatri gelehrt. Ihre Rezitation soll von vielerlei Strafen befreien; sie gilt bereits durch Rezitation als wirksam. Auch ein Feueropfer mit Ghee-Milchreis wird genannt.
29.131 „Wir wollen den aus Brahma Entstandenen erkennen; über den Goldgestaltigen meditieren wir. Möge der Stab unser Erkennen anregen.“
29.132 Je nach Bedeutung des Vorhabens werden eintausend oder zehntausend bis zu zehn Millionen Wiederholungen genannt. Dadurch soll der Übende von sämtlichen Strafen frei werden.
29.133 Der Axtmantra nennt Om, Klim, Ramas Waffe, Shrim, Pam und paraśave namaḥ – „Verehrung der Axt.“ Er wird als fünfzehnsilbig bezeichnet und soll Gelingen im Kampf verleihen.
29.134 „Damit sind, Herrin der Götter, die in vielen Tantras geheim gehaltenen Waffenmantras erläutert. Was möchtest du noch hören?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der neunundzwanzigste Prakāśa über die Mantras der Waffen.
Dreißigster Prakāśa: Vishnus Shaktis und Gopalasundari
30.1 Die erhabene Göttin sprach: „Früher wurde gesagt: Ohne Shakti gibt es keinen Gott, und auch die Shakti besteht nicht ohne ihren Herrn. Lehre nun hier diese Kräfte.“
30.2 Shiva sprach: „Lakshmi wurde als Vishnus Shakti beschrieben; ich werde dir auch die anderen nennen. Entsagende sollen den Gott allein verehren, die Angehörigen der drei anderen Lebensstände dagegen nicht auf diese Weise.“
30.3 Die Shakti allein wird von Brahmanen verehrt, die dem linken Weg anhängen. Der Text bezeichnet den Mann auf diesem Weg als aus der gewöhnlichen Dharma-Ordnung herausgetreten beziehungsweise gefallen; dies ist seine historische Einordnung.
30.4 Den nicht zu den Zweimalgeborenen Gezählten, die Hari auf dem linken Weg verehren, werden Genuss und schließlich Befreiung zugesprochen. Nun folgt der Mantra.
30.5 Seine Bildungsregel nennt den Anfangslaut, eine vollständige Lautgruppe mit Maya, zweimal „Sprich!“, die Anrede Chitresha, die Sprachkeimsilbe und Svaha. Die Lautgruppe ist hier nicht vollständig ausgeschrieben.
30.6 Der Mantra gilt als zwölfsilbig. Seher ist Brahma, Gottheit Chitreshvari und Versmaß Gayatri.
30.7 Für die sechs Gliedereinsetzungen wird die Lautgruppe mit sechs langen Vokalen verbunden. Die Göttin wird dunkel wie das Blatt einer blauen Wasserlilie betrachtet, mit von Rausch bewegten Augen,
30.8 reich geschmückt und in roten Gewändern. In den Wäldern spielt sie gemeinsam mit Hari und verbirgt sich; die letzte Handlungsbezeichnung ist unsicher.
30.9 Mit dieser Betrachtung wird die Verehrung nach der Ordnung ausgeführt. Der Text untersagt sie Brahmanen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum linken Weg; dies steht in Spannung zur vorausgehenden Erwähnung linksgerichteter Brahmanen.
30.10 Nun wird Kulaja als vorzügliche Shakti Vishnus gelehrt. Sie wird auf dem Kaula-Weg verehrt; dadurch soll auch Hari unter ihre Verfügung gelangen.
30.11 Der Mantra nennt die Sprachkeimsilbe, Kulaja, Feuer, Sarasvati und Svaha. Er wird als elfsilbig bezeichnet; die genaue Trennung der Feuerangabe ist unklar. Seher ist Vamakeshvara.
30.12 Versmaß ist Trishtubh und Gottheit Kulaja. Fünf Wortteile dienen der fünffachen Gliedereinsetzung, auch an den Fingern von den Daumen aus.
30.13 Sie ist hell, blau gekleidet und mit vielerlei Schmuck versehen. Unter einem großen Banyan-Baum spielt sie mit Hari.
30.14 Verehrung und Rezitationsordnung entsprechen Ugratara; hier werden eine Million einhunderttausend Wiederholungen genannt. Alkohol und Fleisch dienen als Feueropferstoffe, hinzu kommen die besondere Verehrung des weiblichen Genitalbereichs und die Speisung von Viras, initiierten Ritualteilnehmern.
30.15 Ein weiterer Vollzug nennt einhunderttausend Wiederholungen während sexueller Vereinigung an einem einsamen Ort unter dem Banyan-Baum. Dadurch soll Wissen um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entstehen. Dies dokumentiert eine initiationsgebundene historische Sexualritualvorschrift.
30.16 Nächtliche Verehrung der Göttin unter dem Banyan-Baum wird mit fünf beziehungsweise sechs Monaten verbunden und soll Rede- und Erkenntniskraft verleihen. Die beiden Zeitangaben sind in der Vorlage nicht klar aufeinander bezogen.
30.17 Wer Kulaja ein Jahr lang an beiden Tagesübergängen und um Mitternacht mit den fünf Ritualbestandteilen verehrt, soll Reichtum und Getreide, königliche Anerkennung, große Strahlkraft und allgemeine Achtung erlangen.
30.18 Nun folgt Gopalasundari, die auf beiden Wegen verehrt werden kann. Ihr Mantra beginnt mit den Keimsilben von Maya, Shri und Kama sowie kṛṣṇāya.
30.19 Danach wird eine verschlüsselte Lautgruppe aus dem neunzehnten Laut, Rudra- und Deva-Vokalen und einem fünften Keim beschrieben. Die genaue Zeichenfolge ist ohne Ergänzungen nicht sicher herzustellen.
30.20 Es folgen govindāya, eine bei Chitraishvarya beginnende Lautgruppe und gopījanavallabhāya, danach eine dreifache Lotosgruppe.
30.21 Nach deren Aussprache in verdichteter Lautform folgt ein Hamsavahini genannter Abschluss. Der Mantra gilt als dreiundzwanzigsilbig und Genuss wie Befreiung verleihend.
30.22 Auf dem rechten Weg ist Brahma der Seher, auf dem linken Ananda-Bhairava. Versmaß ist Devi-Gayatri und Gottheit Gopalasundari.
30.23 Ohne die verdichteten Lautgruppen werden Abschnitte von drei, drei, vier, vier, vier und vier Silben für die sechs Gliedereinsetzungen genannt. Diese Summe ist gegenüber den folgenden zwanzig Einzelsilben uneinheitlich.
30.24 Ohne die drei Lautgruppen werden die Silben an zwanzig Körperstellen eingesetzt, beginnend mit Kopf, Stirn, Brauen, Augen, Ohren, Nasenöffnungen und Mund,
30.25 Kinn, Hals, Armen, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, After, Oberschenkeln, Knien und Unterschenkeln,
30.26 Knöcheln und Füßen. Dies heißt Schöpfungseinsetzung. Die vom Herzen bis zu den Armen reichende Folge gilt als Erhaltungseinsetzung.
30.27 Die von den Füßen bis zum Kopf verlaufende Folge heißt Auflösung. Nach diesen drei Einsetzungen werden Schöpfung und Erhaltung erneut vollzogen.
30.28 Danach folgt die Handreinigung. Mit vorangestelltem Hrim und Shrim werden die Vokale Am und langes Am nacheinander eingesetzt.
30.29 Sie werden an Mittel-, Ring- und kleinen Fingern wiederholt. Danach nennt die Formel Maya, Rama, nochmals Hrim und die mit Ha verbundene Kama-Keimsilbe.
30.30 Mit Hraum und cakrāsanāya namaḥ wird der Diskussitz an beiden Unterschenkeln eingesetzt. Danach werden Maya, Lakshmi und mit Ha und Sa verbundene Laute genannt.
30.31 Sprach- und Kama-Keimsilbe, Saum und sarvamantrāsanāya namaḥ bilden eine als vierzehnsilbig bezeichnete Formel für den Sitz aller Mantras. Sie wird an den Knien eingesetzt.
30.32 Mit Lajja, Lakshmi und sādhyasiddhāsanāya namaḥ wird der Sitz von Sadhyas und Siddhas am Geschlechtsorgan eingesetzt. Die Formel gilt als elfsilbig.
30.33 Danach folgt das Nyasa der Sprachgöttinnen. Seine Bildungsregel beginnt mit einem als wolkenfarben bezeichneten Laut im Dativ, mit Bindu und einem sechsten Vokal; die Zeichenverschlüsselung ist nicht eindeutig.
30.34 Der Anfangskeim wird mit sechzehn Lauten und weiteren Keimzusätzen verbunden. Danach folgt die Verehrung Vashinis als Sprachgottheit.
30.35 Diese siebenundzwanzigsilbige Formel wird am Kopf eingesetzt. Danach folgen die Ka-Lautgruppe mit Bindu, die Kama-Keimsilbe und die Anrede Kameshvari.
30.36 Die Formel „der Sprachgottheit: Verehrung“ wird an der Stirn eingesetzt. Danach werden die Cha-Lautgruppe mit Bindu und weitere durch Zahlen verschlüsselte Lautbestandteile für einen sechsten Keim genannt.
30.37 Mit der Anrede Nodini als Sprachgöttin gilt die Formel als sechzehnsilbig und wird zwischen den Brauen eingesetzt. Die Vorlage hat hier den Namen Nodini. Danach folgt die Ta-Gruppe der rückgebogenen Laute mit Bindu.
30.38 Zweiter und fünfter Laut werden mit dem sechsten Vokal und Bindu verbunden. Die Anrufung Vimalas als Sprachgöttin wird am Hals eingesetzt.
30.39 Es folgt die dentale Ta-Gruppe mit Bindu und weiteren durch Zahlen bezeichneten Mantralauten. Danach wird Aruna genannt.
30.40 Ihre Verehrung als Sprachgöttin wird am Herzen eingesetzt; die Formel gilt als sechzehnsilbig. Danach folgt die Pa-Gruppe mit Bindu, erstem, letztem und fünftem Laut,
30.41 drittem und zweitem sowie dem sechsten Vokal und Bindu. Die Anrufung Jayantis als Sprachgöttin wird ebenfalls als sechzehnsilbig bezeichnet.
30.42 Es folgt die Ya-Gruppe mit Bindu und eine weitere verschlüsselte Lautverbindung aus Ishana sowie durch Zahlen bezeichneten Lauten, dem sechsten Vokal und Bindu.
30.43 Mit der Verehrung Sarvaishvaryas als Sprachgöttin gilt diese Formel als sechzehnsilbig und wird am Wurzelzentrum eingesetzt. Danach folgt die Sa-Gruppe mit Bindu.
30.44 Mit dem Kshi-Keim und der Verehrung Kaulinis als Sprachgöttin wird vom Oberschenkel bis zu den Füßen eingesetzt. So heißt diese Folge die Einsetzung der Sprachgöttinnen.
30.45 Danach werden die drei Lautgruppen des Mantras am Herzen eingesetzt. Durch zweimalige Wiederholung der drei Gruppen werden erneut die sechs Glieder zugeordnet.
30.46 Man betrachtet Hari im Shri-Chakra zusammen mit Kamala und Vasudha: auf der Weißen Insel im Milchozean, in einem Wald voller Wunscherfüllungsbäume.
30.47 Dort stellt man sich eine goldene Juwelenhalle vor. In dieser Halle erscheint Krishna auf dem Shri-Sitz.
30.48 In den rechten Händen trägt er achtblättrigen Lotos, Muschelhorn, Pfeile und Flöte; in den linken Bogen, Schlinge und Haken
30.49 sowie eine Vipanchi-Laute. Er ist mit großen Edelsteinen und vielerlei Schmuck geziert, gelb gekleidet und von Gopi-Scharen umgeben.
30.50 Zuerst werden die sechs Gliedergottheiten in der Mitte des achtblättrigen Lotos verehrt. Auf den im Osten beginnenden Blättern folgen Vasudeva und Shanti,
30.51 Sankarshana und Shri, Pradyumna und Sarasvati, Aniruddha und Rati. An den Blattspitzen stehen die acht Gefährtinnen.
30.52 Sie heißen Rukmini, Satyabhama, Kalindi, Jambavati, Mitravinda, Lakshmana, Satya und Nagnajiti. Die Namen Satya und Nagnajiti werden hier nach der Vorlage getrennt aufgeführt.
30.53 Außen folgt ein weiterer achtblättriger Bereich; davor werden die neun Schätze genannt: Mahapadma, Padma, Shankha, Makara und Kacchapa,
30.54 Mukunda, Kunda, Nila und Kharva. In einem weiteren achtblättrigen Bereich werden die als geheim bezeichneten Yoginis verehrt.
30.55 Die acht Kräfte heißen Yakshini, Kameshi, Kamini, Madini, Bala, Jayini, Sarveshi und Kaulini; die Form von Bala ist in der Vorlage abweichend flektiert.
30.56 Auf zehn Blättern folgen die als Nirgarbha bezeichneten Yoginis: Sarvajna, Sarvashakti und Sarvaishvaryaphalaprada,
30.57 Sarvajnanamayi, Sarvajnanavinashini, Sarvadharasvarupa und Sarvapapahara. Die wörtliche Namensform „Vernichterin allen Wissens“ wird nach der Vorlage beibehalten.
30.58 Es folgen Sarvanandamayi, Sarvarakshasvarupini und Sarvepsitarthaphalada. Ihre Verehrung beginnt im Westen und verläuft gegenläufig.
30.59 Auf den nächsten zehn Blättern stehen die Kula-Yoginis: Sarvasiddhiprada und Sarvasampatprada,
30.60 Sarvapriyankari, Sarvamangalakarini, Sarvakamaprada und Sarvaduhkhavimochini,
30.61 Sarvamrityuprashamani, Sarvavighnavinashini, Sarvangasundari und Sarvasaubhagyadayini.
30.62 Im folgenden vierzehnteiligen Bereich werden die Yoginis der Überlieferungslinie verehrt, von Westen aus gegenläufig.
30.63 Sie heißen Sarvasamkshobhini, Sarvavidravini, Sarvakarshinika und Sarvahladakara,
30.64 Sarvasammohini, Sarvastambhanakarini, Sarvajrimbhanika und Sarvavashankari,
30.65 Sarvaranjanika, Sarvonmadanika, Sarvarthasadhini und Sarvasampattirupini,
30.66 Sarvamantramayi und Sarvadvandvakshayankari. Danach werden im achtteiligen Bereich die zuvor beschriebenen Yoginis verehrt.
30.67 Von Osten aus in regulärer Reihenfolge erscheinen sie bandhuka-blütenfarben: zuerst Anangakusuma, dann Anangamekhala,
30.68 Anangamadana, Anangamadanatura, Anangalekha, Anangavega und Anangankusha,
30.69 sowie als achte Anangamalini. Schlinge und Haken glänzen in ihren Händen. Im folgenden sechzehnteiligen Bereich beginnt die gegenläufige Verehrung im Westen.
30.70 Dort stehen Kamakarshinika, Buddhyakarshinika, Ahamkarakarshini und Shabdakarshinika,
30.71 Sparshakarshinika, Rupakarshinika, Rasakarshinika und Gandhakarshinika,
30.72 Chittakarshinika, Dhairyakarshinika, Namakarshinika und Bijakarshinika,
30.73 Amritakarshini, Smrityakarshinika, Sharirakarshini und Atmakarshinika.
30.74 Im folgenden achtblättrigen Bereich stehen die offenbaren Yoginis: Kshobhana, Dravana, Akarsha, Manonmada und Mahankusha,
30.75 Khechari, Bija und Yoni. Sie werden oben und entsprechend unten verehrt; danach folgt die Verehrung im äußeren Erdquadrat.
30.76 Dort stehen die acht mit Brahmi beginnenden Mütter. Weiter außen werden im äußeren Gebäuderechteck an den Toren paarweise Vollkommenheiten genannt: Anima, Mahima, Laghima und Ishita,
30.77 Vashita, Guruta, Bhukti, Prakamya, Prapti und als zehnte Rasasiddhi. So wird die Verehrungsordnung beschrieben.
30.78 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis. Danach folgen Wasserspenden, durch die der Mantra vollendet werden soll.
30.79 Neunhunderttausend Wiederholungen sollen den Menschen Rudra gleich machen. Ein Feueropfer mit Oleanderblüten soll die Welt bezaubern.
30.80 Kampfer, Safran und Moschus sollen durch das Feueropfer eine Kama übertreffende Anziehungskraft verleihen. Champaka, Patala und Bilva werden für Gefügigmachung genannt. Diese Wirkungsaussagen dokumentieren historische Bezauberungsmagie.
30.81 Karanja-Früchte sollen Bhutas und Pretas gefügig machen, Bilva unvergleichlichen Wohlstand und Zuckerrohrstücke weitere Gefügigmachung bewirken.
30.82 Puffreis soll Herrschaft, Honig das Ende von Bedrängnissen verleihen. Ein nächtliches Opfer soll feindliche Heere vernichten; der Opferstoff ist nicht sicher überliefert. Bereits die Textanmerkung schwankt zwischen Ziegenfleisch, Gemüsefrüchten und einer anderslautenden Fruchtbezeichnung.
30.83 Joghurt, Ghee, Milch und Honig werden der Reihe nach mit Gesundheit, Wohlstand, Wunscherfüllung und Reichtum verbunden. Zucker soll Glück verleihen.
30.84 Lotosblüten sollen Reichtum, Granatäpfel Macht über Könige, Zitronatzitronen über Kshatriyas und Orangenfrüchte über Vaishyas verschaffen.
30.85 Kushmanda-Kürbisse werden für die Beherrschung von Shudras genannt; einhunderttausend Opfer mit Jackfrüchten sollen selbst Weltherrscher gefügig machen. Dies sind historische, standesbezogene Machtansprüche.
30.86 Trauben sollen gewünschte Vollendung, Bananen Macht über Minister, Kokosnüsse Gelehrsamkeit und Sesam sämtliche ersehnten Erfolge verleihen.
30.87 Guggulu soll Leid beseitigen, Zucker und Rohzucker alles Gewünschte, Milchreis Reichtum und Getreide und Bandhuka-Blüten Macht über Lebewesen verschaffen.
30.88 Reife Mangofrüchte sollen die Erde gefügig machen; die zusätzlich genannte Mengen- beziehungsweise Farbangabe ist beschädigt. Salz mit Rajika-Samen wird für die Vernichtung von Übeltätern genannt.
30.89 Kampfer soll rasch Meisterschaft der Rede, Ghee das Gewünschte und Sesam mit Reis Kraft verleihen.
30.90 Nun folgt Sumukhi, eine weitere Shakti Krishnas, die auf dem linken Weg Frucht verleihen soll. Zweimalgeborenen spricht der Text hierfür die Berechtigung ab.
30.91 Ihr Mantra ruft Ucchishta-Chandalini, Sumukhi, die Göttin und große Pishachini an; es folgen Hrim und dreimal Tha. Er wird als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet.
30.92 Seher ist Bhairava, Versmaß Gayatri und Gottheit Sumukhi. Die durch Zahlwörter bezeichneten Abschnitte der Gliedereinsetzung umfassen sieben, drei, zwei, sechs, ein und drei Silben.
30.93 Sumukhi wird mit Blumengirlanden betrachtet, rot gekleidet und rot von Gestalt, mit roten Blüten und Salben geschmückt.
30.94 „Ich verehre die erhabene Sumukhi, jugendlich als erwachsene Göttin, mit vollen Brüsten, auf einem Leichnam sitzend, in den Händen Menschenschädel und Schwert.“
30.95 Sie wird auf dem Kali-Sitz verehrt: mit fünfeckiger Mitte, acht Blättern, einem sechzehnteiligen Bereich, Kreis und Erdquadrat.
30.96 Ihre Gestalt wird mit dem Grundmantra vorgestellt; Fußwasser und weitere Gaben werden dargebracht. Danach nennt der Text Chandra, Chandranana, Charumukhi und Chamikaraprabha,
30.97 sowie Chatura in den fünf Ecken. Die Gliedergottheiten stehen in den Staubfäden, die acht mit Brahmi beginnenden Mütter auf den acht Blättern und die mit Kala beginnenden Kräfte im sechzehnteiligen Bereich.
30.98 Sie heißen Kala, Kalanidhi, Kali, Kamala, Kriya, Kripa, Kula, Kulina, Kalyani, Kumari und Kalabhashini,
30.99 Karali, Karalasya, Kanta, Kamaprada und Kuja. Zehntausend Wiederholungen im Zustand des Ucchishta nach einer Mahlzeit sollen den Übenden zu einer Stätte des Wohlstands machen.
30.100 Beständig werden Bali-Gaben aus Speiseresten dargebracht. Einhunderttausend Feueropfer mit gheebenetztem weißem Senf und Reis werden genannt.
30.101 Dadurch sollen Könige und Minister gefügig werden. Ein Opfer mit Katzenfleisch wird mit der Beherrschung der Lehrwerke verbunden. Die tieropferbezogene Vorschrift wird ausschließlich historisch dokumentiert.
30.102 Ziegenfleisch soll Reichtum, Milchreis Wissen verleihen. Eine weitere Anwendung verbindet Honig und Milchreis mit einem durch Menstruationsblut bezeichneten Tuch.
30.103 Dies soll Menschen gefügig machen. Betelblätter mit Honig und Ghee werden für großen Wohlstand genannt.
30.104 Eine weitere historische Herbeiziehungsmagie nennt Fleisch einer frisch getöteten Katze, Honig und Ghee sowie einen unklaren, auf gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen bezogenen Bestandteil. Ihr wird das Herbeiziehen von Frauen zugeschrieben.
30.105 Honigbenetztes Hasenfleisch soll dieselbe Wirkung und zusätzlich Wissen verleihen. Danach wird eine Verbrennung von Datura-Blättern in einem lodernden Scheiterhaufenfeuer erwähnt.
30.106 Der Vers schreibt tierischen Opferstoffen die Tötung und Entzweiung von Feinden sowie die Auslösung einer Fehlgeburt zu. Genannt werden dabei Kuckuck, Krähe und Eule beziehungsweise deren Federn. Dies wird als historische Gewalt- und Schadenmagie dokumentiert, nicht als wirksame oder vertretbare Anwendung.
30.107 Dagegen sollen täglich eintausend Gaben mit gheebenetzten Bilva-Blättern über einen Monat selbst einer unfruchtbaren Frau einen Sohn schenken. Bandhuka-Blüten werden für das Glück einer als unglücklich bezeichneten Frau genannt.
30.108 Nach einer Bali-Gabe an einer Wegkreuzung sollen achtzigtausend Rezitationen im Ucchishta-Zustand die Göttin rasch sichtbar werden lassen.
30.109 Wo keine Feueropferzahl genannt ist, gilt die beim Mantra angegebene Zahl. Sumukhi soll auf dem linken Weg Wünsche rasch erfüllen.
30.110 Nach der Mahlzeit wird sie im Ucchishta-Zustand zur Erfüllung eigener Wünsche rezitiert. Der folgende Satz preist ihre rasche Frucht gegenüber anderen Göttinnen; seine negative Formulierung ist verkürzt und mehrdeutig.
30.111 Nun folgt Ekajata, Krishnas Geliebte, die auf dem linken Weg Vollendung verleihen soll. Ihr Mantra besteht hier aus Hrim, Trim, Hum, Phat und Namah.
30.112 Nyasa, Seherzuordnung und weitere Angaben entsprechen Taras fünfsilbigem Mantra. Für Verehrung und vorbereitende Vollzugsordnung werden vierhunderttausend Wiederholungen genannt; ebenso folgen die Anwendungen Tara. Sie gilt als höchste Shakti Krishnas.
30.113 Ein weiterer Ekajata-Mantra soll Gefügigmachung bewirken: „Om, Hrim; Verehrung der Erhabenen! Ekajata, erwarte beziehungsweise empfange meine Blume; Svaha.“ Er wird als zweiundzwanzigsilbig bezeichnet.
30.114 Seher ist Patanjali, Versmaß Gayatri und Gottheit Ekajata. Die sechs Gliedereinsetzungen erfolgen mit der Maya-Keimsilbe und sechs langen Vokalen. Betrachtung, Verehrung und Anwendungen entsprechen dem Vorherigen.
30.115 Nun folgt Ekavira als Shakti Krishnas. Bhargava-Rama verehrte sie auf dem linken Weg zur Tötung Kartaviryas, nachdem eine Shabara-Gestalt angenommen worden war; der genaue grammatische Bezug dieser Gestalt ist knapp.
30.116 Die Verehrungsweise wurde in einem anderen Tantra erläutert; ein Schlusswort dieses Satzes ist beschädigt. Als Krishna aus Furcht vor Jarasandha am Meer Zuflucht nahm,
30.117 wies Rama den siegsuchenden Krishna auf diese Göttin hin. Krishna rief sie an und stellte sie durch Genussgaben zufrieden.
30.118 Der Text bietet eine sprachlich beschädigte Erklärung ihres Namens Renuka im Zusammenhang mit dem Zeigen einer Frau. Danach nennt er Rezitation während sexueller Vereinigung unter Zufriedenstellung der erwachsenen Partnerin; dies dokumentiert einen initiationsgebundenen Ritualkontext.
30.119 Dadurch soll auch die Göttin Renuka zufrieden sein und Segen gewähren. Ihr fünfsilbiger Mantra besteht aus Om, der Kamala- und Maya-Keimsilbe, Kraum und Aim.
30.120 Seher ist Bhairava, Versmaß Pankti und Gottheit Renuka. Die fünf Silben und die Gesamtformel dienen den sechs Gliedereinsetzungen.
30.121 Sie wird auf einer Anhöhe des Goldberges in einem schönen Garten voller verschiedener Bäume betrachtet, auf einer Plattform inmitten einer Juwelenhalle.
30.122 Sie trägt eine Gunja-Samenkette, Pfauenfedern an beiden Ohren, Bogen und Pfeile in den Händen sowie ein frisches Rindengewand.
30.123 Rote Blüten, Fußreifen und Mallika-Knospen schmücken sie. Auf dem achtblättrigen Lotos werden in der Mitte die sechs Gliedergottheiten verehrt.
30.124 Es folgen Humkari, Khechari, Chanda, Chhedani, Kshepani, Stri, Tumkari und Kshemakari. Außen im Erdquadrat werden
30.125 die Richtungshüter und ihre Waffen verehrt. Vorgesehen sind fünfhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Bilva-Früchten in einem mit Bilva-Holz unterhaltenen Feuer.
30.126 Nach Wasserspenden und Vollendung folgen Anwendungen: Malli-Blüten für Gefügigmachung und Zuckerrohrstäbe für Reichtum.
30.127 Panchagavya soll Vermögen, Ashoka-Blüten Söhne und blaue Wasserlilien Macht über Königinnen verleihen. Nahrung und Edelsteine werden für umfassende Erfüllung, Madhuka für das Gewünschte genannt.
30.128 Nun folgt eine Krishna besonders liebe Göttin, durch deren Macht er Herr von sechzehntausend Frauen geworden sein soll.
30.129 Der Mantra beginnt mit Om, Hrim, „Yogini“ und zweimal „Yogeshvari“. Die Versanweisung nennt auch für Yogini eine Verdoppelung, die in der Zusatzlesart fehlt.
30.130 Es folgen „du im Yoga Furchterregende“ und die Nennung von Gesicht und Herz alles Unbeweglichen und Beweglichen.
30.131 Dann heißt es sinngemäß: „Ziehe sie unter meine Verfügung, ziehe sie herbei; Svaha.“ Die Formel gilt als fünfzigsilbig. Seher ist Brahma, Versmaß Atijagati.
30.132 Gottheit ist Svayamvara, die Bergestochter, die Hari so lieb wie sein Leben ist. Die Herzformel beginnt mit Om und Hram und verehrt die Bezwingerin und Bezauberin der drei Welten.
30.133 Die Kopfformel ruft dieselbe Macht mit Om und Maya an. Die Scheitelhaarlockenformel beginnt mit Om und Hraim und nennt die Bezwingerin und Bezauberin der Schlangen.
30.134 Die Schutzpanzerformel beginnt ebenfalls mit Om und Hraim und gilt der Bezauberin sämtlicher Könige. Die Augenformel mit Om und Hraum gilt der Bezauberin aller Frauen und Männer.
30.135 Om und Hrah sowie die Anrede der alles bezwingenden Bezauberin bilden die Waffenformel. Danach folgt die umfassende Einsetzung mit dem Grundmantra.
30.136 Als Shankara Krishna im Ozean des Daseins spielen sah, nahm er aus dem Wunsch nach dessen Freuden selbst Krishnas bezaubernde Gestalt an.
30.137 Er vergegenwärtigte den Wald der Wonne. Girija sah ihn, wurde von ihm bezaubert und machte ihre eigene Gestalt achtfach schöner.
30.138 Bei dieser Gelegenheit erscheint eine Vishnu gleiche, gelb gekleidete Gestalt, die glückverheißende Lieder singt, bis die Vereinigung zustande kommt. Der Subjektwechsel ist in der Vorlage nicht eindeutig.
30.139 Der zuvor getötete Kama wurde durch diese glückverheißenden Gesänge in ihren Herzen wieder lebendig. Der Göttin wurde eine Madhuka-Girlande, Hara eine Schlangenkette übergeben; der Gebende ist grammatisch nicht ausdrücklich genannt.
30.140 Vishnu wirkte bei ihrer Verbindung als Hauspriester. Die Göttin gewährte ihm einen Segen und wurde dadurch Haripriya, die Hari Liebe.
30.141 Mit dieser Betrachtung wird ein Yantra angelegt, beginnend mit Dreieck, Viereck und Sechseck. Danach folgen Lotoskreise, deren verschlüsselte Zahlenreihe acht, zehn, weitere Richtungs- und Hüterzahlen, zweiunddreißig sowie vierundsechzig nennt; die Reihe ist nicht überall eindeutig.
30.142 Außen liegen drei Kreise und ein rund beschriebenes Erdgebilde. Dies ist das Verehrungsyantra. Im inneren Dreieck wird Svayamvara verehrt; außen im Viereck stehen in den Richtungen Medha,
30.143 Vidya, Lakshmi und Mahalakshmi. Im Sechseck folgen die Gliedergottheiten, auf acht Blättern je zwei Vokale und auf den Richtungsblättern Indra und die übrigen Hüter.
30.144 Auf einem weiteren Richtungskreis stehen ihre Waffen. Im sechzehnteiligen Bereich wird Shri mit Om, der Shri-Keimsilbe und Namah verehrt.
30.145 Mit einer achtsilbigen Formel aus Schlingen-, Maya- und Hakenkeim sowie śivāyai namaḥ wird Shiva, die Göttin, auf dem zweiunddreißigblättrigen Lotos verehrt.
30.146 Auf vierundsechzig Blättern wird Tripura mit einer neunsilbigen Formel aus Rama, Maya, Kama und tripurāyai namaḥ verehrt.
30.147 In den drei Kreisen stehen Mahalakshmi, Bhavani und der Blumenpfeilträger. An den vier Toren des Quadrats werden Vighna, Kshetrapala, Bhairava und Yogini verehrt. So wird die neunkreisige Verehrung beschrieben.
30.148 Vorgesehen sind vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis. Wer die Göttin so verehrt, soll unzählige Menschen gefügig machen.
30.149 Zehntausend Gaben mit Puffreis und den drei süßen Stoffen sollen eine gewünschte, mit Vermögen und Ansehen ausgestattete Braut verschaffen.
30.150 Diese Göttin gilt als von allen verehrbar und auf beiden Wegen wirksam. Die zuvor bei Vishnus Verehrung beschriebenen Lakshmi-Formen wurden dem rechten Weg zugeordnet; die hier beschriebenen dem linken.
30.151 Die folgende Aussage über das Verlassen des rechten Weges steht sprachlich in Spannung zur Warnung des nächsten Verses. Klar lesbar ist: Der rechte Weg tilgt Verfehlungen; tritt vor der Vollendung der Tod ein, soll diese in einer späteren Geburt erreicht werden.
30.152 Der Text rät schließlich vom linken Weg ab, weil dessen unerwünschte Folgen schwer zu überwinden seien. Er verbindet ihn mit schwerer Verfehlung und verurteilt dort als sündhaft geltende Anhänger. Diese polemische Wertung steht neben seiner vorherigen ausführlichen Darstellung dieses Weges.
30.153 „So habe ich dir die Vaishnava-Mantras erläutert, in denen Genuss und Befreiung liegen. Was soll darüber hinaus noch gelehrt werden?“
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der dreißigste Prakāśa über die Mantras von Vishnus Shaktis.
Einunddreißigster Prakāśa: Shiva-Mantras und die Gestalten Mahadevas
31.1 Die erhabene Göttin sprach: „Ich habe die Mantras Ganeshvaras, Suryas und Vishnus gehört. Nun möchte ich deine Mantras hören, die Vollendung verleihen.“
31.2 Mahadeva sprach: „Ich werde dir, Göttin, die wunderbaren Shiva-Mantras lehren. Nach ihrer Vollendung kann man die Freuden des Lebens erfahren und schließlich Befreiung erlangen.“
31.3 namaḥ śivāya – „Verehrung Shiva“ – ist der fünfsilbige Mantra. Mit Om am Anfang wird er sechssilbig und gilt für Brahmanen als Mittel zu Genuss und Befreiung.
31.4 Seher ist Vamadeva, Versmaß Pankti und Gottheit Sadashiva. Die sechs Silben dienen sechs Gliedereinsetzungen, die fünf Silben fünf entsprechenden Einsetzungen.
31.5 An den Zeigefingern wird Na mit tatpuruṣāya namaḥ eingesetzt: „Verehrung Tatpurusha.“
31.6 Die weitere Fingerfolge ist beschädigt und nennt Mittel-, Ring- und kleine Finger. Klar ausgesprochen sind Shim mit der Verehrung Sadyojatas sowie Va mit der Verehrung Vamadevas; auch deren Fingerstellen sind nicht durchgehend widerspruchsfrei.
31.7 Yam wird mit der Verehrung Ishanas verbunden. Es folgen entsprechende Einsetzungen an Gesicht, Herz, Füßen und Genitalbereich; diese werden als dritte Folge bezeichnet, obwohl eine vollständige vorausgehende Zählung fehlt.
31.8 Ebenso werden die fünf Richtungsbereiche Osten, Süden, Westen, Norden und Mitte genannt. Diese als fünfte bezeichnete Einsetzung soll Verfehlungen beseitigen.
31.9 „Om; dem Sitz aller Kräfte: Verehrung am Herzen.“ Na wird mit dem Sitz der Kraft ewiger Erfülltheit dem Kopf zugeordnet.
31.10 Ma mit dem Sitz der Kraft anfangsloser Erkenntnis gehört zur Scheitelhaarlocke, Shi mit dem Sitz unbegrenzter Kraft zum Schutzpanzer.
31.11 Va mit dem Sitz unbegrenzter Kraft gehört zu den drei Augen, Ya mit derselben Anrede zur Waffenformel, die mit Phat endet.
31.12 Danach folgen sechs Einsetzungsreihen mit den binduhaltigen Mantrasilben. Die erste beginnt an Herz, Mund, rechter Schulter, linker Schulter und rechtem Oberschenkel
31.13 und endet am linken Oberschenkel. Die zweite betrifft Hals, Nabel, rechte Seite, linke Seite, Rücken und Herz.
31.14 Die dritte betrifft Kopf, Mund, rechtes Auge, linkes Auge, rechte Nasenöffnung und linke Nasenöffnung.
31.15 Die vierte beginnt am rechten Armansatz und setzt sich über Armmitte, Handgelenk, Fingeransätze, Fingermitten und Fingerspitzen fort.
31.16 Entsprechend wird am linken Arm verfahren. Danach folgen rechter Oberschenkelansatz, dessen Mitte, Knöchel und Zehenansätze,
31.17 Zehenenden und entsprechend die linke Seite. Diese Folge heißt die fünfte. Die sechste beginnt an Kopf, Mund und Herz,
31.18 führt zum Bauch und umfasst den rechten Bereich vom Oberschenkelansatz bis zum Fuß sowie den entsprechenden linken Bereich.
31.19 Weitere Einsetzungen betreffen Herz, Mund, Hals und beide Arme; erneut folgen Gesicht, Schultern, Herz, beide Füße, Oberschenkel und Bauch.
31.20 Danach werden Kopf, Stirn, Bauch, Schultern und Herz genannt. So werden insgesamt zwölf Formen der Einsetzung bezeichnet; mit der linken Hand wird anschließend eine Lotosgeste ausgeführt.
31.21 „Verehrung sei dem, der die Grundlage ist, dessen Wesen das Licht-Linga und Unsterblichkeit sind, der in einem Leib aus vier Gestalten gegenwärtig ist, dessen Glieder mit Asche bedeckt sind: Shambhu.“
31.22 Danach wird er betrachtet, glänzend wie Kuhmilch und der Silberberg. Sein Haarknoten trägt die schöne Mondsichel als Krone.
31.23 Shambhu hat fünf Gesichter, jedes mit drei Augen. Er trägt ein Tigerfell und ist mit Juwelen geschmückt.
31.24 Oben rechts hält er die Axt, mit der anderen rechten Hand gewährt er Segen. Oben links trägt er ein Reh, mit der anderen linken Hand zeigt er Furchtlosigkeit.
31.25 Sein lotosgleiches Gesicht ist ganz heiter. Er sitzt auf einer Kusha-Unterlage und wird von Brahma, Vishnu, Mahesha, Göttern und Asuras gepriesen. Ein zusätzliches Wort kṛṣṇa steht ohne sicheren Bezug im Vers.
31.26 Er ist Ursprung und Gestalt der Welt, Bhava, der die Furcht vor dem Dasein nimmt. Nach dieser Betrachtung wird er auf seinem Sitz mit sechzehn Gaben verehrt.
31.27 Die neun Kräfte von Shambhus Sitz heißen Vama, Jyeshtha, Raudri, Kali und Kalavikarnika,
31.28 Balavikarna, Balapramathani, Sarvabhutadamani und Manonmani.
31.29 Der Sitzmantra lautet sinngemäß: „Om; Verehrung dem Erhabenen, der mit sämtlichen Kräften verbunden ist, deren Wesen die Eigenschaften sind; dem, dessen Wesen der Yogasitz ist: Verehrung.“
31.30 Dieser Mantra für die Yogasitz-Verehrung wird als sechsundzwanzigsilbig bezeichnet. Der Gott wird angerufen und mit den bis zu den Blumen reichenden Gaben verehrt.
31.31 Auf den Hauptrichtungsblättern des achtblättrigen Lotos werden vor Shiva beginnend Tatpurusha, Aghora und Sadyojata
31.32 sowie Vamadeva verehrt; Ishana steht in der Mitte. In den Ecken folgen Nivritti, Pratishtha, Vidya und Shanti.
31.33 Shantyatita steht in der Mitte. Im äußeren achtblättrigen Lotos werden die Staubfäden der Feuer-, Ishana-, Südwest- und Windecke sowie der Mitte und die Gesamtheit der Staubfäden genannt.
31.34 Dort werden die sechs Gliedergottheiten verehrt. Auf den Blättern folgen im Uhrzeigersinn Ananta, eine als Sukta-Shiva beziehungsweise Sukshma lesbare Gestalt, Mahoksha beziehungsweise Shiva, Ekanetra, Ekarunda, Trimurti, Shrikantha und Shikhandin; die ersten Namen sind beschädigt und werden nicht zu einer neuen Liste rekonstruiert.
31.35 Die Farbreihe lautet rot, gelb, dunkel, rötlich, schwarz, rot, augensalbenfarben und dunkel. Die Gestalten tragen junge Monde in ihren Kronen, sitzen auf Lotosblüten und sind schön geschmückt.
31.36 Jedes Gesicht besitzt drei Augen; die Gestalten sind anmutig und tragen Bögen. Danach folgen Uma, Chandeshvara, Nandin, Mahakala und Maheshvara,
31.37 Vrishabha, Bhringiriti und Skanda im äußeren Lotos. Ihre Verehrung beginnt auf dem nördlichen Blatt; die ersten Farbangaben der anschließenden Reihe sind beschädigt.
31.38 Weitere genannte Farben sind bunt, mondhell, gelb und blau. Außen im Viereck werden Indra und die übrigen Richtungshüter verehrt.
31.39 Ananta und Brahma werden in Beziehung zu Nordost und Südwest genannt. Daneben folgen die Reittiere, weiter außen die Waffen.
31.40 Unter Einhaltung der Regeln und mit beherrschten Sinnen sind sechshunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Danach folgen sechstausend Gaben mit reinem, gheebenetztem Sesam.
31.41 Alternativ werden Milchreis oder Holz milchsaftführender Bäume geopfert. Für Spenden werden dieselbe Zahl und weißer beziehungsweise schwarzer Sesam genannt; die Unterscheidung ist knapp.
31.42 Die Besprengung folgt der Zehntelregel; danach werden Shiva hingegebene Menschen gespeist. So vollendet soll der Mantra alle Wünsche erfüllen.
31.43 Einhunderttausend Wiederholungen auf einem Berg, zweihunderttausend an einem großen Fluss oder dreihunderttausend an einer Pilgerstätte sowie ein Feueropfer von einem Zehntel mit Durva-Sprossen und Sesam sollen volle Lebensdauer und Gesundheit verleihen.
31.44 Zweihunderttausend ruhige Wiederholungen unter Berührung eines Ashvattha-Baumes und ein Zehntel dieser Zahl an Mango-Opfergaben sollen langes Leben und Jugendlichkeit schenken.
31.45 Einhunderttausend gesammelte Wiederholungen, der Sonne zugewandt, sowie täglich einhundertacht Arka-Gaben sollen von Krankheit befreien.
31.46 Zehntausend Feueropfer mit Palasha-Holz werden zur Beseitigung sämtlicher Krankheiten genannt. Danach wird auf die zuvor beschriebene Verehrung verwiesen.
31.47 Acht befriedende Opferstoffe und tägliche Sonnenverehrung sollen schwere Krankheiten beseitigen. Die acht Stoffe werden an dieser Stelle nicht erneut aufgezählt.
31.48 Zehntausend Wiederholungen unter Berührung eines mit frischem Wasser gefüllten Kruges und ein anschließendes Bad gelten im Text als Heilmittel gegen Krankheiten.
31.49 Achtundzwanzig Wiederholungen vor dem täglichen Essen und ebenso viele Opfer mit schönen Palasha-Blättern beziehungsweise -Blüten sollen Gesundheit verleihen.
31.50 Das Trinken von einhundertachtmal besprochenem Wasser in Gegenwart der Sonne soll innerhalb eines Monats sämtliche Bauchleiden beseitigen. Dies ist eine historische Heilbehauptung.
31.51 Speisen, Kau-, Lutsch- und Trinkbares werden elfmal besprochen. Selbst Gift soll dadurch Nektar werden. Diese religiöse Aussage hebt die tatsächliche Gefährlichkeit von Gift nicht auf.
31.52 Bei Mond- oder Sonnenfinsternis werden vorheriges Fasten und Reinheit beschrieben. Bis zum Ende der Finsternis bleibt der Übende gesammelt in einem Fluss,
31.53 der ins Meer mündet, und rezitiert. Danach wird das Trinken von Brahmi-Saft nach eintausendacht Wiederholungen genannt.
31.54 Dadurch soll glückverheißende Merkfähigkeit entstehen, die alles Gehörte bewahrt; seine Rede soll durch Sarasvati übermenschlich werden. Das beschriebene Fasten- und Einnahmeverfahren wird historisch dokumentiert.
31.55 Bei Bedrängnis durch Planetenmächte werden zehntausend Wiederholungen und achttausend Feueropfer mit Sesam und Ghee genannt.
31.56 Nach einem schlechten Traum werden Bad, zehntausend Wiederholungen und einhundertacht Ghee-Gaben zur Aufhebung seiner Folgen beschrieben.
31.57 Bei Mond- oder Sonnenfinsternis sollen Linga-Verehrung und zehntausend Wiederholungen in dessen Nähe jede dort vorgebrachte Bitte erfüllen.
31.58 Für erkrankte Elefanten, Pferde oder Kühe werden über einen Monat zehntausend Holzgaben ins Feuer genannt, um die Krankheit zu stillen.
31.59 Bei Bedrängnis durch Waffen sollen nach der Rezitation zehntausend Opfer mit Palasha-Holz Frieden bringen.
31.60 Dasselbe wird für einen beschädigt überlieferten Zusammenhang mit einer Begegnung oder einem Tagesübergang genannt. Die feindliche Kraft soll dadurch vernichtet werden und der Feind sterben; dies ist eine historische schadenmagische Behauptung.
31.61 Für Entzweiung werden acht Gaben mit Vibhitaka-Holz genannt. Unmittelbar danach heißt es: „Einem anderen Schaden zuzufügen führt zu Verfehlung. Höre, wie diese Verfehlung getilgt wird.“
31.62 „Wer mich mit gesammeltem Geist betrachtet und eine Besprengung mit einhundertachtmal besprochenem Wasser vollzieht, dessen Verfehlung soll vergehen.“ Bei Unterbrechung der Verehrung an den Tagesübergängen werden eintausend Wiederholungen genannt.
31.63 Der Text untersagt den Verzehr von Nahrung, die von Schweinen, als Chandalas ausgegrenzten Menschen, Katzen oder Hühnern berührt wurde, und nennt einhundertacht Wiederholungen. Dies dokumentiert historische Reinheits- und Ausgrenzungsvorstellungen.
31.64 Zur Reinigung von Brahmanentötung wird eine aus Lakh und Ayuta gebildete hohe Rezitationszahl genannt, deren Verknüpfung offen bleibt. Die anschließenden, jeweils halbierten Zahlen beziehen sich auf beschädigte Kategorien von Geburten beziehungsweise Herkunftsgruppen.
31.65 Für kleinere Verfehlungen werden fünftausend Wiederholungen genannt. Mit beherrschten Sinnen und auf Shiva gerichtetem Geist folgen fünfhunderttausend Wiederholungen.
31.66 Ein Brahmane oder jemand anderer Herkunft soll dadurch die fünf Lebenswinde beherrschen. Weitere fünfhunderttausend Wiederholungen bei gezügelten Sinnen sollen volle Sinnesbeherrschung verleihen.
31.67 Zweieinhalb Millionen Wiederholungen sollen die Beherrschung der Wirklichkeitsprinzipien bewirken. Zehntausend Wiederholungen um Mitternacht in der Nähe des Heiligtums sollen Brahman-Vollendung schenken.
31.68 Im windstillen, geräuschlosen Wald wird um Mitternacht mit auf Shiva gerichtetem Geist rezitiert. Die anschließende Aussage verspricht Gefügigmachung, bezeichnet deren Ziel jedoch nicht eindeutig.
31.69 Nach Shivas Verehrung sollen täglich eintausend Wiederholungen Wohlstand, zweitausend Befreiung von schweren Krankheiten verleihen.
31.70 Dreitausend Wiederholungen sollen langes Leben, viertausend das Gewünschte schenken.
31.71 Täglich dreitausend Gaben mit reinem, gheebenetztem Sesam über einen Monat sollen Krankheit beseitigen und künftige Krankheit verhindern. Dies ist das Wirkungsversprechen der Vorlage.
31.72 Der sechssilbige Mantra wird in sechs einzelne Silbenmantras gegliedert; für ihre vorbereitende Vollzugsordnung werden einhunderttausend Wiederholungen genannt. Eine Textanmerkung vermutet hier eine Überlieferungslücke, weil eine zuvor erwartete Mantraangabe fehlt.
31.73 Die sechs Seher sind Brahma, Gautama, Atri, Vishvamitra, Angiras und Bharadvaja. Die Versmaße beginnen mit Pankti, Gayatri und Anushtubh,
31.74 gefolgt von Trishtubh, Brihati und Viraj. Als Gottheiten werden der Reihe nach Parabrahman, Indra, Vishnu, Brahma, die Ashvins und Guha genannt.
31.75 Ihre Farben sind lichtfarben, safranfarben, dunkel, rauchfarben, gelb und rötlich.
31.76 Die Anwendungen gelten der Reihe nach Befreiung, Wiedergewinnung verlorener Herrschaft, Wohlstand, Machtfülle, Wissen und Tilgung eigener Verfehlungen.
31.77 Wird der fünfsilbige Mantra am Anfang und Ende mit der Lajja-Keimsilbe verbunden, wird er siebensilbig; der sechssilbige wird entsprechend achtsilbig. So entstehen zwei weitere Mantras.
31.78 Seher ist Vamadeva, Versmaß Pankti und Gottheit Umapati. Für die sechs Gliedereinsetzungen werden Om, die Maya-Keimsilbe mit sechs langen Vokalen und die Mantrasilben herangezogen.
31.79 Er wird rot wie eine Bandhuka-Blüte betrachtet, mit der Mondsichel als Kopfschmuck. In seinen Händen trägt er Dreizack und Schädel und gewährt Furchtlosigkeit und Segen.
31.80 Mit dem linken Arm umarmt er die Göttin auf seinem linken Oberschenkel. Sein Gesicht lächelt; er besitzt drei Augen und trägt sämtlichen Schmuck.
31.81 Mit dieser Betrachtung wird er auf dem zuvor beschriebenen Sitz der neun Kräfte verehrt. Zuerst folgen im fünfblättrigen Lotos die sechs Gliedergottheiten in den Staubfäden.
31.82 In Mitte und Richtungsblättern werden Hrllekha, Gagana und eine als Ayukta überlieferte Gestalt sowie als vierte Kulalika genannt. Die Raumfolge und eine Namenstrennung sind beschädigt.
31.83 Als fünfte folgt Mahocchushma. Ihre Farben entsprechen den fünf Elementen. Sie tragen Schlinge und Haken und gewähren Segen und Furchtlosigkeit; ihr Schmuck ist unermesslich.
31.84 Außen auf acht Blättern folgen die acht bei Vrishabha beginnenden Gottheiten, betrachtet und vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn verehrt.
31.85 Vrishabha wird himalayhell, mit scharfem Antlitz, drei Augen und sämtlichem Schmuck betrachtet. Er gilt als unmittelbare Verkörperung der vedischen Versmaße.
31.86 Kshetrapala ist dunkel wie eine Gewitterwolke, dreiaugig und unbekleidet; Schädel und Dreizack glänzen in seinen Händen.
31.87 Chandisha erscheint rot und dreiaugig, mit Dreizack, Axt, Gebetskette und Wassergefäß in den Händen.
31.88 Durga wird mild, dreiaugig, smaragdgrün und juwelengeschmückt verehrt. Sie trägt Muschelhorn und Diskus und gewährt Segen und Furchtlosigkeit.
31.89 Der Beseitiger der Hindernisse wird safranfarben verehrt, mit Mondsichel auf dem Kopf, Schlinge und Haken sowie Segen und Furchtlosigkeit gewährenden Händen.
31.90 Der Heerführer wird dunkel beziehungsweise wie eine rote Wasserlilie beschrieben, dreiaugig und rot gekleidet. Seine linke Hand ruht am Schoß; die Farbangabe ist nicht eindeutig.
31.91 Außen auf acht Blättern stehen die acht mit Brahmi beginnenden Mütter. Danach folgen drei Quadrate mit zwei dazwischenliegenden Gängen.
31.92 Darin werden Indra und die übrigen zehn Richtungshüter, außen ihre Waffen verehrt. Vorgesehen sind vierzehnhunderttausend Wiederholungen und vierzehntausend Opfergaben.
31.93 Geopfert wird vorzügliches Aragvadha-Holz, mit süßen Stoffen benetzt. Wasserspenden, Besprengung und Brahmanenspeisung entsprechen dem Vorherigen.
31.94 Nach Vollendung folgen die früheren Anwendungen. Die Verwirklichung dieses Mantras soll eine fortdauernde Fülle von Wohlstand erzeugen.
31.95 Der einsilbige Mantra hauṃ heißt Prasada. Seher ist Vamadeva, Versmaß Pankti und Gottheit Sadashiva.
31.96 Ham gilt als Keim, Au als Kraft; seine Anwendung betrifft alle ersehnten Ziele. Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen dient den sechs Gliedereinsetzungen.
31.97 Nun sollen die Gottheiten das Nyasa der fünf Brahman-Gestalten hören. Wer es vollzieht, soll beim Eintreten des Todes die fünffache Gestalt Shivas erlangen.
31.98 Zuerst wird mit den fünf Mantras der jeweilige Seher am eigenen Kopf eingesetzt. Nach der Betrachtung werden Seher, Versmaß und Gottheit am Herzen eingesetzt. Diese erste Folge soll die Gottheiten erfreuen.
31.99 Für den mit „Herr aller Wissensformen“ beginnenden Mantra ist Ishvara selbst Seher und Gottheit. Die Versmaßangabe verbindet Bhuh, Pankti und Anushtubh und ist nicht eindeutig getrennt.
31.100 Ishana wird rein und dreiaugig betrachtet, mit Schlangenschnur. Er trägt Speer und Trommel und zeigt Furchtlosigkeit und Segen.
31.101 Für den mit tatpuruṣāya beginnenden Mantra gilt Tatpurusha als Seher, die Wasser als Gottheiten und Gayatri als Versmaß. Danach folgt die Betrachtung.
31.102 Tatpurusha wird blitzhell, viergesichtig und dreiaugig auf dem Stier betrachtet. Er trägt eine Axt und gewährt Segen und Furchtlosigkeit; das vierte Handattribut bleibt ungenannt.
31.103 Für den mit aghorebhyo ’tha ghorebhyo beginnenden Mantra ist Agni der Seher, Anushtubh das Versmaß und die Wasser sind die Gottheiten.
31.104 „Ich verehre den Dreiaugigen, der Gebetskette, Stab, Schlinge, Haken, Trommel, Khatvanga, Schwert und Schädel trägt.“
31.105 Danach wird Vamadeva augensalbenfarben, viergesichtig und dreiaugig genannt, mit Segen, Furchtlosigkeit, Gebetskette und Axt in den Händen. Die Folge der Gestalten ist gegenüber den vorausgehenden Mantras versetzt.
31.106 Für sadyojātaṃ prapadyāmi ist Hara der Seher. Die anschließende Betrachtung nennt jedoch Aghora: augensalbenfarben, viergesichtig, mit furchtbaren Zähnen, Furcht beseitigend und von schrecklichen Scharen begleitet. Die widersprüchliche Zuordnung wird beibehalten.
31.107 Für den mit vāmadevāya beginnenden Mantra ist Vamadeva der Seher, Vikriti das Versmaß und Bharga die Gottheit.
31.108 Nun folgt die zweite, alle Ziele erfüllende Einsetzung. Die Lautreihe nennt Traim, Shrim, Hrim, Ham, Kshaim, Hum, Haum und dreimal Shri.
31.109 Nach zwei Para-Keimsilben wird am Herzen der Allwissende verehrt. Danach folgt die Anrede dessen, der eine Girlande aus Nektarglanz und Flammen trägt.
31.110 Die Kopfformel nennt den Erfüllten und Brahma als Haupt. Für die Scheitelhaarlocke folgt der mit lodernder Feuerzunge und anfangsloser Erkenntnis Verbundene.
31.111 Die Schutzformel nennt den Diamanten, den Diamantträger und den Unabhängigen. Danach folgen Saum, Chaum und Saum und die Anrufung des Sehers mit unverminderter Kraft.
31.112 Dies bildet die Formel der drei Augen. Shrim, eine Axt-Anrede im Dativ, Hum, Phat und die Anrede dessen mit unbegrenzter Kraft
31.113 bilden die Waffenformel. So werden gesammelt die sechs Glieder eingesetzt. Danach folgen Ishana und die vier weiteren Gestalten an den fünf Gesichtern beziehungsweise Bereichen Osten, Süden, Westen, Norden und Mitte.
31.114 Dies ist die dritte Folge. Eine weitere setzt Ishana und die übrigen Gestalten an den Fingern von den Daumen aus ein; eine als fünfte bezeichnete Folge nennt querliegenden Bereich, Kopf, Gesicht, Herz und Füße. Die erste Ortsbezeichnung bleibt unklar.
31.115 Nach diesen Einsetzungen der fünf Brahman-Mantras folgen die achtunddreißig Kalas, die göttlichen Teilkräfte, zur Mehrung des Glanzes.
31.116 Zuerst werden die fünf Kalas Ishanas an den Fingern eingesetzt. Die Formeln beginnen mit Om, enthalten den betreffenden Mantrateil und den Kala-Namen im Dativ und enden mit Namah.
31.117 īśānaḥ sarvavidyānām wird mit der ersten Kala Shashini verbunden; īśvaraḥ sarvabhūtānām mit der zweiten namens Angada.
31.118 Die mit brahmādhipati beginnende, als dreizehnsilbig bezeichnete Passage gehört zu Ishtada; śivo me ’stu zur vierten Kala Marichi.
31.119 sadāśivom gehört zur fünften, Amshumalini. Mit tatpuruṣāya vidmahe wird Shanti am östlichen Gesicht eingesetzt.
31.120 Mit mahādevāya dhīmahi folgt Vidya am westlichen Gesicht; mit tanno rudraḥ die achte Kala Pratishtha am südlichen Gesicht.
31.121 Mit pracodayāt folgt die neunte, Nityavidya, am nördlichen Gesicht. Mit aghorebhyaḥ wird als zehnte Tamasi am Herzen eingesetzt.
31.122 Mit ghorebhyaḥ folgt als elfte Moha am Hals. An der rechten Schulter wird die zwölfte, Ghorarupa, eingesetzt.
31.123 Mit ghoratarebhyaḥ folgt als dreizehnte Nidra an der linken Schulter, mit sarvebhyaḥ als vierzehnte eine als Vyachita überlieferte Kala in der Nabelmitte.
31.124 Mit sarvasarvebhyaḥ folgt als fünfzehnte Bhuti am Bauch, mit namaste astu als sechzehnte Sudha am Rücken.
31.125 Mit rudrarūpebhyaḥ wird die siebzehnte Kala, deren Name hier fehlt, auf der Brust eingesetzt. Mit vāmadevāya folgt als achtzehnte Viraja am Genitalbereich.
31.126 Die Vorlage wiederholt vāmadevāya und nennt Niraja beziehungsweise Daksha an der rechten Schulter. Mit śreṣṭhāya namaḥ wird Rati an der linken Schulter eingesetzt; die Namen- und Zählfolge ist beschädigt.
31.127 Mit rudrāya namaḥ folgt Palini am rechten Oberschenkel, mit kālāya namaḥ die zweiundzwanzigste, hier nicht eigens benannte Kala am linken.
31.128 Die dreiundzwanzigste Kala heißt Kala und wird am rechten Knie eingesetzt; Shri folgt mit vikarṇāya namaḥ am linken Knie.
31.129 Mit bala folgt Buddhi am rechten Unterschenkel, mit vikarṇāya namaḥ Jnana am linken.
31.130 Mit balāya namaḥ wird als siebenundzwanzigste Ratri am Herzen eingesetzt. Danach werden Hüfte und Genitalbereich mit balapramathanāya namaḥ genannt; ein Kala-Name fehlt.
31.131 Mit sarvabhūtadamanāya folgt Mohini an der rechten Seite. Links wird mit manonmanāya namaḥ eine als „beide“ beziehungsweise unsicher bezeichnete Zuordnung vorgenommen.
31.132 Mit sadyojātaṃ prapadyāmi wird Siddhi an einer nach unten gerichteten Fußsohle eingesetzt; mit sadyojātāya namaḥ Riddhi an der nach oben beziehungsweise Norden gerichteten. Die Richtungsangabe ist mehrdeutig.
31.133 Mit einem Teil der bhave bhave-Formel folgt als dreiunddreißigste Shruti an der rechten Handfläche, als vierunddreißigste Lakshmi an der linken.
31.134 Als fünfunddreißigste wird Medha an der Nase, als sechsunddreißigste Kshanti am Kopf eingesetzt. Danach folgt Rama am Arm; die Mantrateilung ist beschädigt.
31.135 Die siebenunddreißigste und eine weitere als Shuddha bezeichnete Kala werden mit bhave und udbhavāya namaḥ an abwärts beziehungsweise quer gerichteten Armbereichen eingesetzt. Die genaue Verteilung der letzten beiden Kalas bleibt unklar.
31.136 Danach werden die mit Sadyojata beginnenden Mantras, vom Grundmantra umschlossen, rechts eingesetzt. Es folgt die umfassende Einsetzung.
31.137 Man betrachtet das eigene Selbst als Sadashiva, in dem alle Gottheiten gegenwärtig sind: „Shiva bin ich.“ Mit dieser Vergegenwärtigung wird die innere Verehrung vollzogen.
31.138 Nach der Anrufung bilden Ishana und die vier weiteren Gestalten den ersten Verehrungskreis, die sechs Gliedergottheiten den zweiten.
31.139 Ananta und die übrigen Gestalten bilden den dritten, Uma und ihre Gruppe den vierten, Indra und die übrigen Hüter den fünften und ihre Waffen den sechsten.
31.140 Bei Opferspeise als Nahrung und beherrschten Sinnen sind zweihunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Danach werden fünfundzwanzigtausend Gaben mit Oleander-,
31.141 Hibiskus- oder Lotosblüten geopfert. Nach Wasserspenden ist der Mantra vollendet; die besonderen Wunschanwendungen entsprechen dem Vorherigen.
31.142 Wird dem fünfsilbigen Mantra Om, die Maya- und Erdkeimsilbe vorangestellt, wird er achtsilbig. Seher ist Vamadeva, Gottheit Sadashiva und Versmaß Pankti.
31.143 Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden Maya und eine als Pramada überlieferte Keimsilbe in durch sechs Vokale unterschiedenen Formen sowie die sechs Mantrasilben mit ihren Abschlussformen. Die zweite Keimbezeichnung ist unsicher.
31.144 Shambhu wird zinnoberrot und dreiaugig betrachtet. Er trägt Axt und Reh, umarmt die Göttin und gewährt Segen.
31.145 Die Göttin auf seinem linken Schoß trägt einen roten Lotos. Ihre Brüste werden als voll, rund und goldgelb beschrieben. Die beiden Gestalten erscheinen im erwachsenen göttlichen Liebesbild.
31.146 Er sitzt auf einem roten Lotos und trägt rote Girlanden und Salben. Mit dieser Betrachtung wird Hara auf dem beim fünfsilbigen Mantra beschriebenen Sitz verehrt.
31.147 Vorgesehen sind achthunderttausend Wiederholungen und achttausend Gaben mit gheehaltigem Milchreis. Danach folgen Wasserspenden.
31.148 Nach Vollendung werden die beim sechssilbigen Mantra beschriebenen Anwendungen ausgeführt.
31.149 Der Mantra oṃ jūṃ sa heißt Mrityunjaya, „Überwinder des Todes“. Seher ist Kahoda, Versmaß Devi-Gayatri.
31.150 Gottheit ist Mahadeva als Mrityunjaya. Die sechs Gliedereinsetzungen erfolgen mit dem durch Bhrigu bezeichneten Laut und sechs langen Vokalen.
31.151 Er wird auf einem Doppellotos betrachtet; seine drei Augen sind Mond, Sonne und Feuer. Die Hände zeigen die Erkenntnisgeste und tragen Schlinge und Rudraksha-Kette.
31.152 Er ist kampferhell, trägt den Mond auf dem Kopf und ist von einem aus der Hand strömenden Nektarstrom benetzt. Die Angabe des halben Körpers ist unklar; er ist reich geschmückt und von geliebten Gefährtinnen bezaubert.
31.153 Auf dem Sitz wird seine Gestalt mit dem Grundmantra vorgestellt. Drei Verehrungskreise umfassen Gliedergottheiten, Indra und die übrigen Hüter sowie ihre Waffen.
31.154 Vorgesehen sind dreihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Amrita-Stücken, die mit Zucker und reiner Milch verbunden werden; die Stoffverbindung ist knapp. Nach Wasserspenden und Vollendung folgen Anwendungen.
31.155 Einen Monat lang werden täglich eintausend Gaben mit als Sudha bezeichneten Früchten und Stücken einer gleichnamigen Pflanze ins verehrte Feuer gebracht. Die Pflanzenbezeichnungen bleiben ohne zusätzliche Bestimmung.
31.156 Der zufriedene Shankara, dessen Gestalt von Nektar überströmt ist, soll Lebensdauer, Gesundheit, Wohlstand, Ruhm und Söhne vermehren.
31.157 Sieben Tage lang werden sieben Stoffe geopfert: Sudha, Banyan-Holz, Bilva, Durva, Milch, Ghee und Milchreis. Die letzte Stoffverbindung ist in der Vorlage knapp.
31.158 Täglich werden eintausendacht Gaben und die Speisung von mehr als sieben Brahmanen mit süßen Speisen genannt. Dadurch soll man von sämtlichen Krankheiten frei werden.
31.159 Feueropfer und weitere Handlungen entsprechen dem Vorherigen; Brahmanen erhalten reichliche Gaben. Der Lehrer wird als göttlich verehrt und mit Vermögen, Kühen, Elefanten, Pferden und weiteren Tieren zufriedengestellt.
31.160 So soll der Übende von Schadenzauber, Feindseligkeit und Fieber befreit werden und mehr als hundert Jahre leben.
31.161 Bei Schadenzauber, heftigem Fieber, schwerer geistiger Verwirrung, Kopfleiden, unheilbarer Krankheit und großer Furcht wird diesem Feueropfer befriedende und Wohlstand verleihende Wirkung zugeschrieben.
31.162 Mit den genannten Stoffen wird ordnungsgemäß geopfert; die Zeitangabe trijanma ist hier nicht eindeutig. Vedenkundige Brahmanen werden mit süßen Speisen bewirtet.
31.163 Vorzügliches Holz von Kashmari und Bakula soll langes Leben verleihen und sämtliche tödlichen Erkrankungen abwehren.
31.164 Gekochte Speisen sollen schweres Fieber, Apamarga-Holz sämtliche Krankheiten beseitigen. Die genannten Heilwirkungen bleiben Behauptungen der Ritualüberlieferung.
31.165 Nun folgt der Wünsche erfüllende Dakshinamurti-Mantra. Er ist von Om und der Maya-Keimsilbe umschlossen und wird als sechsunddreißigsilbig bezeichnet.
31.166 „Dir, Dakshinamurti, der du unter dem Banyan-Baum wohnst und mit deinem ganzen Wesen einzig in Meditation versunken bist: Verehrung, Rudra, Shambhu!“
31.167 Seher ist Shukla, Versmaß Anushtubh und Gottheit der unvergängliche Dakshinamurti, Ursprung der Welten.
31.168 Om gilt als Keim, Hrllekha als Kraft. Seine Anwendung betrifft die vier menschlichen Lebensziele.
31.169 Zuerst wird mit dem Grundmantra die Handreinigung ausgeführt. Danach nennt der Text Abschnitte von sechs, zwei, acht, acht, fünf und drei Silben.
31.170 Mit den von Om und Maya eingeleiteten und abgeschlossenen Abschnitten sowie sechs langen Vokalen werden die sechs Glieder eingesetzt. Die genannten Abschnittszahlen erfassen die umschließenden Silben nicht ausdrücklich.
31.171 Die folgende Einsetzung beginnt an Kopf, Stirn, rechtem und linkem Auge sowie beiden Ohren,
31.172 führt über beide Wangen, Nase, Hüfte, Geschlechtsorgan, rechten Oberschenkelansatz, Knieansatz und Knöchel
31.173 zu Zehenansätzen, Kniemitte, Genitalbereich und Fingeransätzen. Entsprechende linke Stellen werden ebenfalls genannt. Die genaue Zusammenfassung in vier Stellen und die Reihenfolge sind in der Vorlage nicht vollständig klar.
31.174 Am schönen Fuß des Himalaya, zwischen Siddhas, Kinnaras und Guhyakas und vielerlei Bäumen voller Blüten, Früchte und Blätter,
31.175 weht kühle Luft von Wasserfällen, die aus Felsspalten strömen. Bienen und Vogelscharen beleben die Umgebung; Shuka und weitere Seher sind anwesend. Dort wird ein Banyan-Baum betrachtet.
31.176 Seine Blätter bestehen aus Smaragd, seine Früchte aus Rubin. Schmuck, Torbögen und weitere Zier sind aus den neun Juwelen gefertigt.
31.177 An seiner Wurzel, auf goldenem Boden, sitzt der Gott auf einem glückverheißenden Juwelenthron, unermesslich geschmückt, mit einem Gesicht wie der Herbstmond.
31.178 Er glänzt wie der Silberberg, wird von Sehern und Göttern gepriesen, trägt eine Haarknotenkrone, sitzt im Heldensitz und richtet den Blick zur Nasenspitze.
31.179 Dreiaugig und mit ganz heiterem Gesicht sitzt er auf einem schönen Lotos. Oben rechts trägt er eine Axt, unten rechts zeigt er die erklärende Lehrgeste.
31.180 Oben links hält er ein Reh; die untere linke Hand ruht auf dem linken Knie. Auf dem früher beschriebenen Sitz beginnt seine Verehrung.
31.181 In den Staubfäden werden die sechs Gliedergottheiten, auf den acht Blättern vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn Vrishabha und die übrigen Gestalten verehrt.
31.182 In den beiden äußeren Gängen stehen Welthüter und Waffen. Für die vorbereitende Vollzugsordnung sind achtzigtausend Wiederholungen vorgesehen.
31.183 Ein Zehntel wird mit milchbenetztem Sesam, Milchreis oder reinem Ghee geopfert. Nach Wasserspenden gilt der Mantra als für Anwendungen vollendet.
31.184 Wer einen Monat lang von Almosenspeise lebt und täglich achttausendmal rezitiert, soll Gelehrsamkeit erlangen.
31.185 Wer Wasser berührt, die vom Grundmantra umschlossene Matrika dreimal rezitiert und das Wasser trinkt, soll innerhalb eines Jahres zum Ausleger sämtlicher Lehrwerke und großen Dichter werden.
31.186 Eine von Nandikeshvara angegebene historische Rezeptur nennt Roma, Pippali, Brahmi, Vacha, Sarja-Harz, Ghee und wohlriechende Stoffe.
31.187 Der daraus bereitete Pflanzenbrei wird mit Kuh-Ghee in Brahmi-Saft gekocht und durch zehntausend Mantrawiederholungen rituell belebt.
31.188 Dem Gebrauch werden Ruhm, Dichtkunst, Wohlstand, Standhaftigkeit, Schönheit, Schutz, Lebensdauer und sämtliche Vollkommenheiten zugeschrieben. Diese Rezeptur wird nicht zur Selbstbehandlung empfohlen.
31.189 Nun folgt eine zweiundzwanzigsilbige Variante: „Om; Verehrung dem erhabenen Dakshinamurti“.
31.190 Es folgt „Gewähre mir Medha, Merk- und Erkenntniskraft; Svaha.“ Eine zweite Variante setzt Prajna an die Stelle von Medha; ihre Frucht entspricht dem jeweiligen Namen.
31.191 Medha wird als Vermögen des mündlichen Behaltens, Prajna hier als Erinnern erklärt. Eine um zwei Keimsilben verminderte Form soll für Anhänger des linken Weges wirksam sein; der genaue Bezug der Auslassung ist verkürzt.
31.192 Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Shri Mahadeva namens Dakshinamurti.
31.193 Om ist der Keim, Svaha die Kraft, das Wort Medha der bindende Schlüssel. Die Anwendung betrifft die menschlichen Lebensziele.
31.194 Die sechs langen Vokale, von Om umschlossen, dienen den Gliedereinsetzungen. Danach nennt die Ortsliste Kopf, einen beschädigten mittleren Körperbereich, Mund, Herz, Nabel und Genitalbereich,
31.195 Knie und Füße für die acht Wortteile. Die Einsetzung einzelner Laute folgt an Kopf, Stirn, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Lippe, Zähnen, Zunge, Kinnspitze, Schultern und Hals,
31.196 Armen, Oberschenkeln, Nabel, Genitalbereich, After, erneut Oberschenkeln, Knien, Unterschenkeln, Füßen, Händen und ganzem Körper. Danach wird der Gott betrachtet.
31.197 Shankara erscheint herbstmondhell inmitten eines Lotos. Er trägt Ganga; die Strahlen des Herbstmondes lassen seinen Kopfschmuck glänzen.
31.198 Sein lotosgleiches Gesicht ist heiter und lächelt schön. Er ist dreiaugig, trägt göttliche Gewänder und ist mit Düften und Girlanden geschmückt.
31.199 Vielerlei Juwelenschmuck ziert ihn. Oben rechts trägt er eine Perlen-Mala, unten rechts zeigt er die Erkenntnisgeste.
31.200 Oben links hält er einen Nektarkrug, unten links ein Buch. So wird er betrachtet, von Scharen von Sehern verehrt.
31.201 Seine Verehrung erfolgt auf dem früher beschriebenen Sitz der neun Kräfte, mit drei Lotoskreisen und drei Erdquadraten.
31.202 Der äußere Bereich besitzt vier Tore. In den Staubfäden werden die Gliedergottheiten und paarweise die sechzehn Vokale verehrt.
31.203 Danach folgen auf acht Blättern die acht Lautgruppen; auf einem weiteren Kreis Sarasvati, der viergesichtige Brahma, Sanaka und Sanandana,
31.204 Sanatana, Sanatkumara, Shuka und Vyasa. Auf dem nächsten achtteiligen Kreis stehen Parvati und Subhaga,
31.205 Bhadra, Kriya, Shanti, Raudri, Kali und Kalabhika. Im Viereck werden die vier im Südosten beginnenden Ecken genannt; ein zusätzliches Wort „friedvoll“ ist nicht eindeutig zuzuordnen.
31.206 Dort werden Siddhas, Gandharvas, Yogaherren und Vidyadhara-Scharen verehrt. In den beiden äußeren Gängen stehen wie zuvor Indra und die übrigen Hüter sowie ihre Waffen.
31.207 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an milch- und gheebenetztem Sesam, Lotosblüten oder gheehaltigem Milchreis. Danach folgen Wasserspenden und Wunschanwendungen.
31.208 Täglich eintausend Wiederholungen, bis zum Hals im Wasser stehend, sollen vor Ablauf eines Mandala-Zeitraums zum führenden Dichter machen. Diese historische Askese wird nicht als Selbstpraxis empfohlen.
31.209 Fünfundzwanzigmal besprochener Reis oder Milchreis mit Milch soll Dichtkunst verleihen und sämtliche Nöte und Krankheiten beseitigen.
31.210 Am dreizehnten Mondtag zur Abenddämmerung geht der Übende fastend und schweigend zum Shiva-Heiligtum und verehrt den Gott zur Mehrung von Wissen und Lebensdauer.
31.211 Ghee und Milchreis werden für Sprachkraft, Lotosblüten, Bilva und Nandyavarta-Blüten für Wohlstand geopfert.
31.212 Nach einem Feueropfer mit milch- und gheebenetztem Durva erhält der Lehrer eine Gabe, eine Kuh und eine Büffelkuh. Der Text fragt rhetorisch, wie dann noch Todesfurcht bestehen könne.
31.213 Der Sonne zugewandt werden zehn Wasserhandvoll mit dem Grundmantra dargebracht. Dadurch soll der Mantrakundige von sämtlichen Fehlern unberührt bleiben.
31.214 Morgens und abends werden je sieben, mittags einundzwanzig Spenden von als Milch vorgestelltem Wasser genannt. Ein anschließendes Feueropfer mit Palasha-Blüten soll rasch dichterische Kraft verleihen.
31.215 Wer Wohlstand wünscht, betrachtet den Herrn zusammen mit Gauri an seiner Seite. Zehntausend Wiederholungen sollen große Fülle schenken.
31.216 Als weitere Askese nennt der Text den Verzehr von in Kuhurin gekochtem Reis oder von Almosenspeise sowie zwanzigtausend Wiederholungen. Die erste Ernährungsangabe wird historisch dokumentiert und nicht empfohlen.
31.217 Dadurch soll der Übende selbst nie gehörte Veden und Lehrwerke auslegen können. Der so verehrte Mantra gilt als Genuss und Befreiung verleihend.
31.218 Nun folgt Dakshinamurtis zweisilbiger Mantra haṃsa. Versmaß ist Gayatri, Seher Brahma.
31.219 Gottheit ist Dakshinamurti, Keim Ham und Kraft die letzte Silbe. Die Verbindung der Konsonanten Ha und Sa mit sechs langen Vokalen dient den Gliedereinsetzungen.
31.220 Betrachtung, Verehrung und Wunschanwendungen entsprechen dem hier als zweiunddreißigsilbig bezeichneten Dakshinamurti-Mantra. Die vorausgehenden Längenangaben waren unterschiedlich; der Rückverweis wird beibehalten.
31.221 Besonders werden ihm Krankheitsbeseitigung, Sprachbegabung, Erkenntnis und Befreiung zugeschrieben.
31.222 Nun folgen vier Mantras einer Dakshinamurti-Variante, die Anhängern des linken Weges Vollendung verleihen soll.
31.223 Sie beziehen sich auf die obere, westliche, nördliche und östliche Überlieferung und deren Vollendungen.
31.224 Zuerst wird mahādevāya huṃ gelehrt. Seher ist Vama, Versmaß Viraj und Gottheit Vamanayaka, der Herr des linken Weges.
31.225 Die sechs mit Kalikas Keimsilbe eingeleiteten Silben dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Die anschließende Betrachtung zeigt den Gott in sexueller Vereinigung mit Mahakali und mit auf Alkohol gerichtetem Sinn.
31.226 Er trägt Eisenstab, Fleischstück, Trinkgefäß, Dreizack, gebratenen Fisch und ein Blutgefäß.
31.227 Weitere Hände berühren Genitalbereich und Brüste der erwachsenen Göttin. Mit diesem expliziten, initiationsgebundenen Ritualbild wird der Herr der Götter auf dem Kala-Sitz verehrt; es wird sachlich dokumentiert, nicht als Selbstpraxis empfohlen.
31.228 In den drei Ecken werden Bhagamala, Bhagalata und Bhaga verehrt. Danach folgen Lingasthita, Lingabhaga, Atman und Atmamekhala
31.229 sowie Matsyapriya im äußeren Fünfeck. Ein weiterer Kreis nennt Madonmatta, Ratikara, Chalanmadhya und Skhalatpada,
31.230 Vedaprishtha, Dharmashastra, Shantyatita und Niranjana sowie eine als „dort stehend“ bezeichnete neunte Gestalt im neunteiligen Yoni-Gebilde. Die Namenliste ist teilweise unsicher.
31.231 Zuerst sind achthunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Ein Feueropfer mit alkoholbenetzten Fleischstücken soll den Mantra vollenden.
31.232 Ein weiterer Vollzug während sexueller Vereinigung nennt einhunderttausend Wiederholungen, zehntausend Feueropfer und Spenden mit Sandelholz zur Vollendung. Dies bleibt die Beschreibung eines historischen Sexualrituals.
31.233 Rezitation und weitere Handlungen richten sich nach dem Vorhaben. Der Text setzt dabei uneingeschränkte Sinnesfähigkeit voraus und behauptet, andernfalls gelinge der Vollzug des linken Weges nicht.
31.234 Nun folgt ein weiterer Dakshinamurti-Mantra: „Om; Verehrung dem erhabenen Dakshinamurti. Gewähre mir Medha und Prajna, Merkfähigkeit und Erkenntnis; Svaha.“
31.235 Er ist vierundzwanzigsilbig; Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri. Als Gottheit nennt die Vorlage Dakshina-Medha, eine gegenüber dem vorausgehenden Namen verkürzte Form.
31.236 Medha gilt als Keim, Svaha als Kraft; die Anwendung dient der Mehrung von Medha. Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden Am, Im, Um, Aim, Aum und Ah mit den langen Vokalen.
31.237 Die Richtungsbindung erfolgt mit diesen Lauten und bhūr bhuvaḥ suvar om. Auf dem Lehrsitz wird er strahlend weiß betrachtet, sein Körper mit Asche eingerieben.
31.238 Er zeigt die Erkenntnisgeste und trägt Gebetskette, Vina und Buch. Verehrung und weitere Handlungen entsprechen dem Vorherigen; nun folgt die vorbereitende Vollzugsordnung.
31.239 Vom achten bis zum vierzehnten Tag der abnehmenden Mondhälfte werden insgesamt vierzigtausend Wiederholungen genannt.
31.240 Ein Zehntel wird mit Ghee geopfert. Bleibt die Vollendung nach Auffassung des Textes wegen übermäßiger Verfehlungen aus, folgt eine weitere Ordnung.
31.241 Unter einem Bilva-Baum werden einhunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Bleibt die Vollendung weiterhin fern, werden am westlichen Tor eines Shiva-Heiligtums nochmals einhunderttausend Wiederholungen und Ghee-Opfer genannt.
31.242 Danach folgen besondere Anwendungen. Zehntausend Opfer mit Palasha-Blüten für einen bestimmten Menschen sollen selbst einen Ungebildeten zu einem Schatz des Wissens machen.
31.243 Täglich eintausend Wiederholungen, bis zum Hals im Wasser stehend, sollen innerhalb eines Mandala-Zeitraums zum führenden Dichter machen. Dies ist eine historische Askesevorschrift.
31.244 Zwanzigtausend Wiederholungen bei Ernährung mit Almosenspeise oder in Kuhurin gekochtem Essen sollen zur Auslegung nie gehörter Veden und Lehrwerke befähigen. Die zweite Ernährungsform wird nicht zur Anwendung empfohlen.
31.245 Morgens wird Wasser in der eigenen Hand fünfundzwanzigmal besprochen und einem Kind zu trinken gegeben. Nach sechs Monaten soll dessen Wissen wie der Ganges strömen. Dies ist das religiöse Bildungsversprechen des Textes.
31.246 Nun folgt der rasch vollendende Mantra Shivas als Sharabha, den er als stärker als Nrisimha bezeichnet.
31.247 Er beginnt mit Om, Kham, langem Kham, Kham und Phat, dann zweimal „Du verschlingst die Feinde“, Hum und Phat. Es folgen die Verehrung Sharabhas als Zurücknehmer sämtlicher Waffen, Friedvoller und Vogelkönig sowie Hum, Phat, Svaha und Namah.
31.248 Der Mantra wird als einundvierzigsilbig bezeichnet. Seher ist Vasudeva und Gottheit Sharabha als Kalagni-Rudra.
31.249 Versmaß ist Jagati, Kraft Svaha und Keim Kham. Die sechs Abschnitte der Gliedereinsetzung umfassen vier, neun, zehn, sieben, sieben und vier Silben.
31.250 Mit dem gesamten Mantra werden die Richtungen gebunden. Seine drei Augen sind Mond, Sonne und Feuer; seine beiden Flügel sind Kali und Durga.
31.251 Seine Zunge ist Blitz, seine Krallen sind diamantfest, sein Bauch ist das untermeerische Feuer. Er vernichtet Krankheit, Tod und Feinde und ist schneller als ein heftiger Sturm.
31.252 Sein Herz ist Bhairava; er schlägt die Scharen der Feinde nieder. Sein Körper trägt Löwenhaut. Die Wendung über Flügel, Schnabel und Laut ist verkürzt.
31.253 Er hat ein nach unten gerichtetes Gesicht, vier Füße, aufwärts blickende Augen und vier Arme. Er gleicht dem Feuer am Ende der Zeit und dröhnt wie eine dunkle Gewitterwolke.
31.254 Schon sein Anblick raubt dem Feind Kraft und Mut. „Verehrung Rudra in Sharabhas Gestalt, dem Achtfüßigen, dessen Mähne Planeten und Sterne fortschleudert und dessen Flügel Berge versetzen!“ Die Achtzahl steht neben der vorausgehenden Verbindung von vier Füßen und vier Armen.
31.255 Mit dieser Betrachtung werden täglich eintausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis ausgeführt. Nach sechs Monaten soll der Mantra vollendet sein.
31.256 Der Übende soll im Kampf unbesiegbar werden; Bhutas, Pretas, Pishachas, seelische Bedrängnisse und Krankheiten sollen schon vor seinem Anblick verschwinden.
31.257 Nun folgt ein langer, Vollendung verleihender Mantra. Er beginnt mit Om und der Verehrung des erhabenen Sharabha-Shalva.
31.258 Er wird als Vertreiber aller Geister, Abwehrer ergreifender Mächte und Rakshasas sowie als Verkörperung einer Flammengirlande angerufen.
31.259 Es folgen der Vertreiber Dakshas und die unmittelbare achtfache Gestalt Kala-Rudras.
31.260 Weitere Anreden nennen den, dessen Samen Feuer ist, den großen Vertreiber grausamer Geister und eine als unüberwindlich beziehungsweise nicht zurückweichend zu verstehende Gestalt.
31.261 Es folgen zweimal „Vernichte die Feinde!“ sowie zweimal „Ergreife!“ und „Verzehre!“ gegenüber den als Opfertiere bezeichneten Feinden. Om, Hum, Phat und Svaha schließen an.
31.262 Die Formel gilt als einhundertachtsilbig. Täglich einhundertacht Wiederholungen über sechs Monate sollen sie vollenden. Danach folgt ihre Wirkung.
31.263 Reines Wasser in einem Gefäß wird siebenmal besprochen und als göttliche Gunst zum Trinken gegeben. Eine weitere Angabe über Sprechen beziehungsweise Salben ist beschädigt.
31.264 Nach einer Woche sollen sämtliche Geisterbedrängnisse und Wechselfieber verschwinden. Dies dokumentiert den historischen Heilanspruch.
31.265 Nun folgt der Mantra der Aghora-Waffe. Er beginnt mit Maya sowie den verdoppelten Aufforderungen „Leuchte auf!“ und „Erstrahle!“.
31.266 Es folgen weitere verdoppelte Laut- und Befehlsfolgen, darunter tara, pratara, pracaṭa, kaha und maha. Ihr durchgehender Wortsinn ist nicht sicher bestimmbar.
31.267 Danach folgen zweimal „Binde!“, zweimal „Schlage!“ und zweimal Hum. Der Mantra wird als einundfünfzigsilbig bezeichnet; Seher ist Aghora, Versmaß Ushnih.
31.268 Gottheit ist Aghora-Rudra, Keim Vam und Kraft Hrim. Die sechs Glieder werden mit Abschnitten von fünf, sechs, zehn, zehn, acht und zwölf Silben eingesetzt.
31.269 Danach werden elf Wortteile an Stirn, Mund, Hals, Herz, Nabel, Händen, Knien, Unterschenkeln und Füßen eingesetzt; die paarigen Stellen sind entsprechend zu berücksichtigen.
31.270 Die elf Abschnitte umfassen fünf, sechs, zwei, acht, vier, fünf, vier, vier, vier, sechs und zwei Silben. Die Gesamtzahl weicht von der zuvor genannten Mantralänge ab.
31.271 Er wird wolkendunkel, mit furchtbaren Fangzähnen und drei Augen betrachtet. Schlangen schmücken ihn; rote Gewänder und Salben lassen ihn leuchten.
31.272 In den rechten Händen trägt er von oben aus Axt, Schwert, Pfeil und Dreizack; in den linken Trommel, Schild, Bogen und Menschenschädel.
31.273 Für Wunschanwendungen wird er rot, für Schadenzauber schwarz, für das Zurückhalten ergreifender Mächte und die Befreiung von Geisterbedrängnis perlhell betrachtet.
31.274 So wird der Herr der Götter auf dem zuvor beschriebenen Shiva-Sitz verehrt: mit Sechseck, zwei Lotoskreisen und umgebenden Erdquadraten.
31.275 In den Staubfäden stehen die Gliedergottheiten. Vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn folgen Trommel, Axt, Schwert, Schild, Pfeil und Bogen,
31.276 Dreizack und Schädel. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotos stehen Brahmi und die übrigen Mütter, in den beiden äußeren Gängen Welthüter und Waffen.
31.277 Bei Opferspeise als Nahrung und beherrschten Sinnen sind einhunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Ein Zehntel wird mit reinem, gheebenetztem Sesam geopfert.
31.278 Nach Wasserspenden und Besprengung werden Brahmanen mit süßen Speisen bewirtet. Nach Vollendung folgen besondere Wunschanwendungen.
31.279 Nächtlich je eintausend Gaben mit Ghee, Apamarga, Sesam, Senf und gheehaltigem Milchreis sollen die Anführer von Geisterbedrängnis und Schadenzauber vernichten.
31.280 Opferholz von weißem Kimshuka, Nirgundi, einer als Hema bezeichneten Pflanze und Apamarga soll ebenso rasch Befriedung bewirken.
31.281 In der Nacht des fünften Tages der abnehmenden Mondhälfte werden je eintausend Gaben mit Apamarga- und Ashvattha-Holz genannt, benetzt mit Panchagavya. Dies soll Geister bezwingen.
31.282 Eine weitere Folge nennt je eintausend Gaben mit Ghee, Apamarga, Panchagavya und Opferspeise sowie nochmals Ghee. Die Opferreste werden in einem Gefäß aufgefangen.
31.283 Der betreffenden Person wird das mit diesen Resten verbundene Ghee zum Verzehr gegeben, um rasch Frieden zu erlangen. Der Aghora-Waffenmantra soll sämtliche Wünsche erfüllen. Das Verfahren wird historisch dokumentiert, nicht als Behandlung empfohlen.
31.284 Nun folgt der Pashupata-Waffenmantra: Om, Shrim, paśu, Hum und Phat. Er gilt als sechssilbig.
31.285 Seher ist Vamadeva, Versmaß Pankti und Gottheit Pashupati. Die sechs Silben werden mit Bindu, Hum und Phat für die sechs Glieder verbunden.
31.286 Mit ihren jeweiligen Abschlussformen werden sie an den Körpergliedern und an den Fingern von den Daumen aus eingesetzt. Gesammelten Geistes betrachtet man Pashupati.
31.287 Er hat fünf Gesichter und zehn Arme, jedes Gesicht besitzt drei Augen. Bart und Haupthaar gleichen Feuerflammen; seine Fangzähne sind furchtbar.
31.288 In den rechten Händen trägt er von oben aus Schwert, Pfeile, Gebetskette, Speer und Axt.
31.289 In den linken hält er Schild, Bogen, Wassergefäß, Dreizack und Brahma-Stab. Vielerlei Schmuck und junge Mondsicheln lassen ihn erstrahlen.
31.290 Er wird mittagssonnenhell betrachtet und auf dem Shiva-Sitz verehrt. Das Yantra besitzt einen achtblättrigen Lotos mit Mitte und Staubfäden,
31.291 vier Tore und drei umgebende Quadrate. Es wird auf einem geeigneten goldenen, silbernen oder anderen Träger gezeichnet,
31.292 auf Stoff oder einer Platte aus einem als Shrikantha bezeichneten Holz beziehungsweise Stoff. Nach sämtlichen Gaben werden wie zuvor die Gliedergottheiten verehrt.
31.293 Auf den Blättern stehen die Mütter, außen Welthüter und Waffen. Diese Verehrung soll alle Wünsche erfüllen.
31.294 Bei Opferspeise und beherrschten Sinnen sind sechshunderttausend Wiederholungen vorgesehen. Ein Zehntel wird mit gheebenetzten Stoffen im vorbereiteten Feuer geopfert; nach Wasserspenden gilt der Mantra als für Anwendungen geeignet.
31.295 Mit dem Mantra besprochenes Wasser wird auf einen als von Geistern oder ergreifenden Mächten besetzten Ort gesprengt. Der Text behauptet, die Macht verlasse ihn sogleich unter Schreien.
31.296 Ein König soll mit dem Mantra besprochene Pfeile im Kampf abschießen und dadurch sämtliche Feinde augenblicklich besiegen. Der vollendete Mantra gilt darüber hinaus als Genuss und Befreiung verleihend.
31.297 Eine Variante fügt nach paśu das Wort pati ein: oṃ śrīṃ paśupatiḥ huṃ phaṭ. Sie gilt als achtsilbig; Seherzuordnungen und weitere Angaben entsprechen dem Vorherigen.
31.298 Hum ist die Kraft, Shrim der Keim. Mit sechs, von Om eingeleiteten Lautabschnitten werden die Glieder eingesetzt. Danach folgen Betrachtung und Verehrung wie zuvor.
31.299 Den ersten Kreis bilden die fünf mit Sadyojata beginnenden Brahman-Gestalten, den zweiten die sechs Gliedergottheiten, den dritten die Waffen und zugehörigen Gestalten.
31.300 Den vierten bilden Uma und ihre Gruppe, den fünften die eigenen Waffen des Gottes, den sechsten Indra und die übrigen Hüter, den siebenten deren Waffen.
31.301 Die vorbereitende Vollzugsordnung umfasst achthunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis. Alle weiteren Anwendungen entsprechen dem Vorherigen.
31.302 Nun folgt Nilakanthas Mantra, der sämtliche Gifte vernichten soll: śaṃ nīṃ ṭha. Er ist dreisilbig und gilt als alle Wünsche erfüllend.
31.303 Seher ist Aruna, Versmaß Anushtubh und Gottheit Nilakantha. Sham ist der Keim, Tha die Kraft.
31.304 Hara gehört zum Herzen, Kapardin zum Kopf, Nilakantha zur Scheitelhaarlocke und die Anrede des Verzehrers des Kalakuta-Giftes
31.305 mit Hum und Phat zum Schutzpanzer. Shrikantha gehört zu den drei Augen, Shitikantha zur Waffenformel. Als Abschluss der Formeln wird Svaha genannt.
31.306 Diese sechs Gliedermantras werden auch an den Fingern eingesetzt. Die drei Keimsilben folgen an Kopf, Hals und Herz.
31.307 Nilakantha wird mit dem Glanz von zehntausend jungen Sonnen betrachtet. Mond und herrliche Schlangen schmücken seinen Haarknoten; die genaue Verbindung der Attribute ist knapp.
31.308 In den lotosgleichen Händen trägt er Gebetskette, Dreizack, Schädel, Khatvanga und nochmals eine Aksha-Kette. Der Beginn der Handbeschreibung ist beschädigt, die Kette wird in der Vorlage wiederholt.
31.309 Jedes Gesicht besitzt drei Augen. Er trägt ein Tigerfell und sitzt inmitten eines Lotos, von überaus schöner Gestalt.
31.310 Mit dieser Betrachtung wird er auf dem Shiva-Sitz mit sämtlichen Gaben verehrt, in einem schönen achtblättrigen Lotos mit drei umgebenden Quadraten.
31.311 Der Bereich besitzt vier Tore. Zuerst werden Gliedergottheiten, dann Welthüter und Waffen verehrt, um sämtliche Wünsche zu erfüllen.
31.312 Vorgesehen sind dreihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an gheehaltigen Opferspeisen. Nach Wasserspenden werden Brahmanen mit süßen Speisen bewirtet.
31.313 Nach Vollendung sollen eintausendacht Wiederholungen unter Berührung eines Vergifteten dessen Gift augenblicklich unschädlich machen. Dies ist eine historische Heilbehauptung, keine Behandlungsempfehlung.
31.314 Mit der ersten und letzten Keimsilbe an beiden Seiten wird ein rituelles Herausziehen des Giftes beschrieben.
31.315 Auch eine Besprengung mit entsprechend besprochenem Krugwasser soll selbst das Gift eines Bisses Takshakas unmittelbar beseitigen.
31.316 Gesammelte Rezitation beim Anblick eines Vergifteten soll ihn rasch von beiden Arten des Giftes befreien. Diese Aussagen bleiben religiöse Wirkungsversprechen.
31.317 Beim Anblick eines von einer als Dundubha bezeichneten Schlange Betroffenen werden die drei Mantrasilben am eigenen Kopf, Hals und Herzen eingesetzt. Der Lehrer wird als Gestalt der Gottheit vergegenwärtigt.
31.318 Die drei Silben werden außerdem an rechtem Ring-, Mittel- und Zeigefinger eingesetzt.
31.319 Mit diesen Fingern wird die Dreizack-Mudra gebildet, der betroffenen Person gezeigt und der Mantra fünfzigmal rezitiert.
31.320 Dies soll pflanzliches, tierisches und künstlich bereitetes Gift, Krankheiten, als Besessenheit gedeutete Beschwerden, Apasmara und vorzeitigen Tod beseitigen.
31.321 Fünfzigmal besprochene Nahrung oder Arznei gilt als besonders krankheitsbeseitigend. Nun folgt der achtsilbige Mantra oṃ namo nīlakaṇṭhāya – „Om; Verehrung Nilakantha.“ Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri.
31.322 Gottheit ist Nilakantha; Betrachtung, Verehrung und Rezitation entsprechen dem Vorherigen. Besonders werden giftbeseitigende Anwendungen genannt; dies sind historische Heilansprüche.
31.323 Mit Svaha am Ende wird derselbe Mantra zehnsilbig. Seher ist Aruna, Versmaß Gayatri und Gottheit der große
31.324 Nilakantha. Om ist sein Keim, Svaha seine Kraft. Die anschließende Gliedereinsetzung beginnt mit Hum und der Verehrung Nilakanthas; Kopf und Svaha werden in verkürzter Folge genannt.
31.325 Weitere, unvollständig getrennte Formeln nennen die Scheitelhaarlocke mit Om und Nilakantha, Namah für den Schutzpanzer, Svaha und Namah für die Augen sowie Om und Namah für die Waffe.
31.326 Vom rechten bis zum linken Fuß werden die acht Lautgruppen an den Gelenkstellen von Füßen, Oberschenkeln und Knöcheln eingesetzt.
31.327 Erneut folgen die acht Lautgruppen an Herz, Hals, Mund und Kopf. Der Gott besitzt von Osten aus gelbe, weiße, rote und dunkle Gesichter.
31.328 Er zeigt Furchtlosigkeit und trägt Axt, Bogen und Vasuki in seinen Armen. Neben ihm steht die überaus schöne Gauri.
31.329 Die Gesichter werden nacheinander für Vernichtung, Entgiftung, Lähmung und Besessenheitsherbeiführung herangezogen. Die vorbereitende Vollzugsordnung umfasst eine Million Wiederholungen, entsprechend einhunderttausend je Silbe.
31.330 Die Mantrasilben werden an Herz, Rücken, Kopf, Hals, beiden Bauchseiten, erneut Herz, Armen, Augen und Kopf eingesetzt; die wiederholten Stellen entsprechen der Vorlage.
31.331 Einhundertacht Wiederholungen beim Anblick eines Vergifteten und mit der vorherigen Betrachtung des Herrn sollen sämtliche Gifte abwehren. Dies wird nicht als tatsächliche Behandlung empfohlen.
31.332 Nun folgt ein weiterer Mantra für vielfältige Aufgaben. Er beginnt mit Om und der Verehrung des Erhabenen und Allwissenden.
31.333 Weitere Bestandteile nennen Hals, Nim, Nilakantha, Amala im Dativ, zweimal „Wirf fort!“, Om und Svaha. Der Mantra gilt als neunundzwanzigsilbig; die Verbindung von „allwissend“ und „Hals“ ist nicht sicher getrennt.
31.334 Seher ist Vimala, Versmaß Kriti und Gottheit Rudra als Nilakantha namens Amala, „der Makellose“.
31.335 Svaha ist die Kraft, Vaum der Keim. Die fünffache Gliedereinsetzung verwendet sieben, fünf, sechs, vier und sieben Silben.
31.336 Betrachtung und Verehrung entsprechen dem Vorherigen. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben.
31.337 Nach Vollendung sollen zehn Wiederholungen schädliches Gift in einem Stoff unschädlich machen.
31.338 Fünfzehn Wiederholungen werden gegen Skorpiongift, siebzehn gegen Gift einer als Giftmaus bezeichneten Kreatur genannt.
31.339 Achtzehn Wiederholungen sollen Visarpa, ein sich ausbreitendes Hautleiden, beseitigen; einundzwanzig Schadenzauber.
31.340 Sechsundzwanzig Wiederholungen werden für Wochenbettbeschwerden, dreißig für Zahnwurzelbeschwerden, vierunddreißig für Pocken, sechsunddreißig für Kopfleiden, vierzig für Schwangerschaftsbeschwerden, vierundvierzig für Augenleiden und fünfzig gegen sämtliches Gift genannt.
31.341 Einhundert Wiederholungen sollen sämtliche Krankheiten, einhundertacht die Folgen von Verbrennungen beseitigen. Die gesamte Zahlenreihe dokumentiert historische Heilversprechen ohne medizinischen Wirksamkeitsnachweis.
31.342 Nun wird die besonders vollendende Chintamani-Lautgruppe gelehrt. Sie soll die für vedisch Praktizierende beschriebenen Ziele verwirklichen.
31.343 Für Anhänger des rechten Weges wird eine mit Om beginnende, durch Zahlen verschlüsselte Lautgruppe mit Vokal und Bindu beschrieben. Die Folge aus sieben, vier, zwei, vierzehn und einer beschädigten Sechzig- beziehungsweise Vokalangabe lässt keine sichere Vollform erkennen.
31.344 Eine zweite Lautgruppe verwendet weitere durch Zahlen bestimmte Laute, einen zweiten Vokal und Bindu. Auch hier wird keine nicht belegte vollständige Formel ergänzt.
31.345 Für Shaivas und Anhänger des linken Weges werden der vierte, neunundzwanzigste sowie durch sieben, vier und zwei bezeichnete Laute genannt.
31.346 Danach folgen Vokale mit Zahlbezeichnungen für vierzehn und fünfzehn. So wird die Lautgruppe beschrieben; anschließend folgen Seher und weitere Zuordnungen.
31.347 Seher ist Kashyapa, Versmaß Anushtubh und Gottheit Umapati. Ksha gilt als Keim, Ra als Kraft und Ma als bindender Schlüssel.
31.348 Die sechs bei Ra beginnenden Konsonanten dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Der Gott wird mit korallenroter linker Körperhälfte und blauem Gewand betrachtet.
31.349 Ganga und die Mondsichel glänzen an seiner hohen Krone. Maheshvara erscheint zur Hälfte als Frau, voller anmutiger Gebärden und Ausdrucksformen.
31.350 Die Hände tragen Dreizack, Lotosblüten und Menschenschädel. Die andere Körperhälfte ist furchtbar; Girlanden und Salben schmücken die Gestalt.
31.351 Mit dieser Betrachtung wird er auf dem Shiva-Sitz mit sämtlichen Gaben verehrt. Zuerst folgen die Gliedergottheiten in den Staubfäden eines linken beziehungsweise äußeren achtblättrigen Lotos; das Richtungswort ist unsicher.
31.352 Auf den acht Blättern werden Kartavirya, Vrishabha und weitere nur verkürzt bezeichnete Gestalten verehrt. Auf dem zweiten achtblättrigen Lotos folgen die mit Brahmi beginnenden Mütter.
31.353 In den beiden äußeren Gängen stehen Welthüter und Waffen. Die Verehrungsstoffe werden nach der jeweiligen Überlieferungsrichtung gewählt.
31.354 Shaivas und Anhänger des linken Weges betrachten Shiva achtarmig, mit Axt, Schlange, Dreizack, Schädel und Bogen,
31.355 Pfeilen, Feuer und Schwert, im Liebesspiel mit einer erwachsenen Gefährtin. Ganga-Wellen und Mondsichel glänzen als sein Kopfschmuck.
31.356 Er ist dreiaugig. An seiner Seite wird die von den Göttern verehrte Shiva betrachtet: rötlich, mit rotem Schmuck und rotem Gewand,
31.357 mit roten Lotosgirlanden, drei Augen und schönem Schmuck. Sechzehn Arme tragen sechzehn Dreizacke.
31.358 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Sesam und Reis mit den drei süßen Stoffen. Nach Wasserspenden und Vollendung folgen Anwendungen.
31.359 Wird anstelle des Ra-Lautes haṃsa eingesetzt und der Mantra rezitiert, sollen rasch Vollendung, Erkenntnis und Giftbeseitigung entstehen. Zehntausend Wiederholungen nach ehrender Zufriedenstellung der Gottheit sollen Glück verleihen.
31.360 Geisterbedrängnisse und Krankheiten sollen sofort vergehen. Bei ergreifenden Mächten wird die Keimsilbe in zwei Formen rezitiert und auf dem Kopf des Betroffenen ein feuer- und sonnenhelles Dreieck betrachtet.
31.361 In dessen Mitte wird die Keimsilbe vorgestellt, um die ergreifenden Mächte hervortreten zu lassen. Eine besprochene Bandhujiva-Blüte auf dem Kopf soll augenblicklich einen Besessenheitszustand auslösen. Dies gehört zur historischen Exorzismusvorstellung.
31.362 Für Förderung und Befriedung wird der Mantra weiß vorgestellt und mit Sa am Anfang rezitiert.
31.363 Für Stärkung und Gefügigmachung wird er rot mit Ra am Anfang, für Lähmung golden mit Ha am Anfang betrachtet.
31.364 Für Entzweiung und Vertreibung gilt er als rauchfarben mit Ya. Wer Befreiung sucht, betrachtet die mächtige Gestalt rein bergkristallhell.
31.365 Lehrer sollen den mit A beginnenden Mantra beständig rezitieren. Eine weitere Betrachtung stellt ihn schwarz inmitten des Windmandalas vor.
31.366 Diese wird zur schadenmagischen Verursachung von Blindheit, Taubheit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Störungen an empfindlichen Körperstellen beschrieben. Die Zuordnung betrifft Augen, Ohren, Bauch, Mund und vitale Punkte.
31.367 Dagegen wird für heilende Absichten ein Mantra im Halsbereich, inmitten eines Quadrats und der Mondscheibe mit sechzehn Vokalen betrachtet.
31.368 Dies soll plötzlich auftretende Augenbeschwerden beseitigen. Eine auf den weiblichen Genitalbereich gerichtete Betrachtung soll Blutungen geschwächter Frauen stillen; dies ist ein historischer Heilanspruch.
31.369 Bei Leibschmerzen wird die Betrachtung auf den Bauch bezogen. Bei Hautausschlägen, Wechselfieber, Blutkrankheiten, Verdauungsstörungen, Brennen und Kopfleiden soll ein am Arm vorgestelltes Yantra die Beschwerden stillen.
31.370 Ein stark rotes Yantra im Dreieck, auf dem Kopf einer Frau unter aufgelegter Hand betrachtet, soll sie gefügig machen. Eine weitere Betrachtung verlegt den Mantra in ihren Herzenslotos. Diese Passage behandelt historische Beziehungsmanipulation.
31.371 Die Frau wird durch Mantrasilben gebunden, lichtförmig vorgestellt und gedanklich an ihrem Haar herbeigezogen. Der Text verbindet damit sexuelle Gefügigmachung und körperliche Erregung. Die Darstellung bleibt sachliche Dokumentation eines übergriffigen Ritualanspruchs.
31.372 Auch eine während sexueller Vereinigung am männlichen Genital vorgestellte Keimsilbe soll die erwachsene Partnerin beherrschen. Dies wird nicht als respektvolle oder empfohlene Beziehungspraxis dargestellt.
31.373 Eine weitere Anwendung verwendet Töpferlehm, in den die Keimsilbe geschrieben wird. An einer durch Ma und Ra bestimmten Stelle steht der Name der Zielperson samt dem beabsichtigten Handeln.
31.374 Das Ganze wird von einem Dreieck und außen von einem Sechseck umschlossen.
31.375 Im Sechseck wird Ra mit Bindu angeordnet und mit rückläufigen Vokalen umgeben. Nach Einsetzung der Lebenskraft wird das Gebilde unter dem Herd vergraben.
31.376 Der Verzehr der dort gekochten Speise soll den Ehemann seiner Frau rasch gefügig machen, sodass er ihren Befehlen wie ein Diener folgt. Auch dies ist eine historische Manipulationsvorstellung.
31.377 Eine weitere Handlung verwendet eine Figur aus Reismehl und den drei süßen Stoffen. Ihre Glieder werden von den Füßen über Unterschenkel, Knie und Oberschenkel
31.378 bis zu Unterbauch, Herz, Hals und Kopf in zwölf Teile geteilt und geopfert.
31.379 Mit dem Grundmantra soll dies lebenslange Gefügigmachung bewirken. Danach folgt ein auf einem Betelblatt gezeichnetes Quadrat, in dessen Mitte der Mantra und der Name der betreffenden Person innerhalb eines Va-Lautes stehen.
31.380 Unter einem als Kama bezeichneten Laut steht Ra, darunter ein weiteres Quadrat. In dessen vier Ecken wird Tha mit Bindu geschrieben.
31.381 Nach Einsetzung der Lebenskraft und eintausendacht Grundmantrawiederholungen wird das Blatt für den Verzehr bei Kopfleiden genannt. Dies ist eine historische Rezeptur, keine Behandlungsempfehlung.
31.382 Dadurch soll lebenslange Freiheit von Kopfleiden entstehen. Danach beginnt eine weitere Bindungsanwendung: Ka mit Ra wird am Hals der Zielperson vorgestellt.
31.383 Ka wird mit dem Brustbereich, Ma mit der linken Seite, Ra mit der rechten Schulter und Va mit der linken Schulter verbunden.
31.384 Tha mit Au bindet das Gesicht, Da den Nabel, Bindu und Halbmond die Brust. Gedankliches Herbeiziehen soll rasch lebenslange Gefügigmachung bewirken.
31.385 Mit einer Bandhujiva-Blüte wird ein Dreieck angelegt; darin werden die Keimsilbe sowie Sandelholz, Aloeholz und Safran verwendet.
31.386 Das Gebilde wird aufgestellt und verehrt. Einhundertacht Gaben mit den genannten Stoffen werden geopfert und die zugehörigen Opferreste aufgefangen.
31.387 Ein aus drei Metallen gefertigtes Faust- beziehungsweise Handobjekt wird damit verbunden, eintausendachtmal besprochen und vom König an der Hand getragen. Die genaue Form des Gegenstands bleibt unklar.
31.388 Dadurch soll er selbst schwer besiegbare Könige im Kampf bezwingen und von Gift, Vetalas, Bhutas und anderem Unheil verschont bleiben.
31.389 Die Dreimetallmischung wird hier mit fünfundzwanzig Teilen Gold, sechzehn Teilen Silber und zehn Teilen Kupfer angegeben.
31.390 Nun folgt ein weiterer, von Sehern verehrter Mantra. Seine Bildungsregel verbindet den letzten, siebenten, vierten und zweiten Laut mit dem sechsten Vokal; die vollständige Lautgestalt wird hier noch nicht ausgeschrieben.
31.391 Mit Bindu bildet dies eine verdichtete Lautgruppe. Seher und weitere Zuordnungen entsprechen dem Vorherigen. Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen dient den sechs Gliedereinsetzungen.
31.392 Danach erfolgt die Handeinsetzung von den Fingern bis zur Hand. Eine von Anfang und Ende des Grundmantras umschlossene Erd-Lautgruppe wird erneut am kleinen Finger eingesetzt.
31.393 Vier weitere Keimsilben folgen entsprechend am Ringfinger und den übrigen Fingern. Genannt werden Ksha als Grundkeim sowie Verbindungen mit Bha, Sa und Ha.
31.394 Diesen vier Keimen entsprechen die Gottheiten Jaya, Vijaya, Ajita und Aparajita; die letzte steht in der Vorlage ohne klar abgegrenztes Anfangs-A.
31.395 Mit der Faust wird der Grundmantra von den Füßen bis zum Kopf eingesetzt; mit beiden Handflächen erfolgt eine umfassende Einsetzung vom Kopf bis zu den Füßen.
31.396 Nach erneuter Einsetzung der sechs Glieder werden Gott und Göttin verehrt. Weitere Einsetzungen betreffen Kopf, Gesicht, Herz, Nabel und After.
31.397 Der Gott wird sonnenhell betrachtet, jedes Gesicht mit drei Augen und Mondsichel. In vier Händen trägt er Haken, Schlinge, Schädel und Khatvanga; Juwelen schmücken ihn.
31.398 Sein Körper, Schmuck und Gewand sind rot, seine Nase ist flach. Er wird auf dem Shiva-Sitz nach der folgenden Ausgestaltung verehrt.
31.399 Mit den als geschlechtslos bezeichneten Vokalen in vorwärts- und rückläufiger Folge sowie mit Dharma und dessen Gegenstücken werden Füße und Körperteile des Sitzes gebildet.
31.400 Mit dem I-Laut werden die Göttin, die Prinzipien und Eigenschaften verehrt. Durch vierten und fünften Laut soll der Sitz aus Maya und Vidya bestehen; der Bezug bleibt knapp.
31.401 Oberhalb wird mit Ja der Lotos gebildet. Mit den Verbindungslauten werden die in den vier Richtungen stehenden, bei Vama beginnenden Kräfte verehrt.
31.402 Sie heißen Vama, Jyeshtha, Raudri und Iccha und sind von Flammengirlanden umgeben. Auf diesem Sitz wird Tumburu verehrt.
31.403 Das Yantra besitzt vier Tore, drei Quadrate und einen achtblättrigen Lotos. Die Gliedergottheiten stehen in den Staubfäden.
31.404 Auf den Richtungsblättern werden Vama und die übrigen Kräfte mit ihren eigenen Keimen verehrt: rot, mit roten Gewändern und Blumen, die Münder vom Betel gefärbt.
31.405 Sie spielen Vallaki-Lauten und bewegen sich langsam im Rausch. Auf acht Blättern werden danach die mit Durga beginnenden Göttinnen verehrt.
31.406 Die erhaltene Liste nennt jedoch nur Durga, Subhaga, Karali und Mohini. Sie halten die Hände gefaltet und neigen ihre lotosgleichen Gesichter leicht. Bereits die Quellenanmerkung vermutet wegen der fehlenden vier Namen eine Textlücke.
31.407 Sie tragen göttinnenähnlichen Schmuck; ihre Keime sind Sha, rückgebogenes Sha, Sa und Ha, jeweils mit Bindu. Außen in den beiden Gängen
31.408 werden Welthüter und Waffen verehrt. Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben.
31.409 Nach Wasserspenden folgen Anwendungen. Eintausendacht Wiederholungen mit einem von zwei Feuerlautgruppen umschlossenen Keim sollen Fieber beseitigen. Danach wird derselbe Keim im Herzenslotos eines zornigen Menschen vorgestellt.
31.410 Eintausendacht Wiederholungen sollen dessen Zorn stillen. Morgens getrunkenes, mit diesem Mantra besprochenes Wasser soll Herzbeschwerden und Stauungsleiden beseitigen; dies ist ein historischer Heilanspruch.
31.411 Ein neunzentriertes Mandala wird angelegt und ein Krug aufgestellt. Der Text verheißt einer Mutter von Töchtern auch Söhne; eine Formulierung ist verkürzt.
31.412 Eine königliche Besprengungsweihe soll Sieg, einem Brahmanen höchste Vedenkenntnis und Bedrängten Befreiung von Geistern, Schadenzauber und Krankheiten verleihen. Dies gilt als Shri-Tumburu-Shivas alle Ziele vollendender Mantra.
31.413 Nun folgt ein neunsilbiger Dakshinamurti-Mantra: Der fünfsilbige wird von Om und der Rama-Keimsilbe umschlossen.
31.414 Die Formel lautet somit oṃ śrīṃ namaḥ śivāya oṃ śrīṃ. Versmaß ist Viraj, Seher Shuka und Gottheit Rudra als Dakshinamurti.
31.415 Om, Shrim und die langen Vokale mit Bindu dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Danach werden die neun Silben an beiden Augen, Ohren und Nasenöffnungen sowie an Mund, Geschlechtsorgan und After eingesetzt.
31.416 Eine zweite Folge betrifft Kopf, Stirn, Augen, Nase, Mund, Herz, Bauch, Knie und Füße. Die dritte wird als Schöpfungseinsetzung an beiden Armen begonnen.
31.417 Es folgen Ansatz, Mitte und Ende beider Füße sowie sämtliche Finger beziehungsweise Zehen. Danach wird der Grundmantra umfassend eingesetzt; die Zuordnung der Arme zu den Fußstellen ist in der Vorlage verkürzt.
31.418 Danach folgen vier Erhaltungsreihen. Die erste betrifft rechte und linke Seite, Rücken, Bauch, Herz, Hals, rechten Armansatz und Nackenbereich,
31.419 sowie den weiteren Armansatz. Die zweite nennt Kopf, Stirn, beide Augen, beide Ohren, Nase und Mund. Die dritte beginnt an Hals, Herz und Nabel,
31.420 führt zu rechtem und linkem Armansatz, beiden Seiten und beiden Hüftbereichen. Danach folgt die vierte Reihe.
31.421 Die erste Silbe wird am Armansatz, in der Armmitte und an links beziehungsweise rechts bezeichneten Fingerspitzen eingesetzt. Die zweite Silbe folgt an weiteren Stellen.
31.422 Diese verbinden Arm, Fußansatz, Gelenke und Zehenspitzen; der Wortlaut ist beschädigt. Die dritte Silbe wird an den Fingergelenken eingesetzt.
31.423 Die vierte und die weiteren Silben folgen an den je drei Gelenken der Finger beider Hände, von den kleinen Fingern ausgehend.
31.424 Nach umfassender Einsetzung folgt die Auflösungsreihe. Sie beginnt an linker Fußsohle, Fußrücken und beiden Seiten des Fußes.
31.425 Es folgen deren Gesamtheit, Unterschenkel, beide Oberschenkel und der rechte Fuß. Die Silben werden nacheinander eingesetzt; der räumliche Übergang ist verkürzt.
31.426 Die entsprechende zweite Folge betrifft den rechten Fuß. Danach beginnt eine Folge an linker Handfläche und Handrücken; die weitere Stelle wird als rechtes Knie bezeichnet und passt nicht eindeutig in die Handreihe.
31.427 Die Gesamtheit dieser Stellen, Nabel, Herz sowie linke und rechte Hüfte bilden die Fortsetzung der dritten Folge. Die entsprechende Einsetzung an der rechten Hand gilt als vierte.
31.428 In der fünften Folge werden zwei Silben von linker und rechter Hüfte bis zur Brust eingesetzt, die dritte von den Brüsten zum Herzen.
31.429 Die vierte reicht vom Herzen bis zum Kopf. Vier weitere Silben gehören zu den vier Seiten des Kopfes, die neunte zur Brahman-Öffnung am Scheitel.
31.430 Nach umfassender Einsetzung folgt erneut die Schöpfungsfolge, nach einer weiteren umfassenden Einsetzung die Erhaltungsfolge.
31.431 Wiederum erfolgt umfassende Einsetzung. Danach werden die fünf bei Shanti beginnenden Kräfte an Kopf, Gesicht, Herz, Genitalbereich und Füßen eingesetzt.
31.432 Dieselben folgen an den aufwärts und nach Osten sowie in die weiteren Richtungen weisenden Gesichtern. Nach erneuter umfassender Einsetzung werden Seherzuordnungen und sechs Glieder eingesetzt.
31.433 Danach wird Dakshinamurti in einer Yoni-Linga-Verbindung betrachtet. Die folgende Größenangabe von hundert Yojanas Höhe und fünfundsiebzig Yojanas Breite
31.434 bezieht sich auf den vergegenwärtigten Banyan-Baum. Darunter steht eine schöne Halle mit tausend Säulen.
31.435 In ihrer Mitte befindet sich ein glückverheißender Thron mit vier Säulen. Darauf sitzt Mahadeva in Dakshinamurtis Gestalt.
31.436 Er ist rein bergkristallhell, mit der Mondsichel geschmückt, trägt ein Tigerfell und eine Haarknotenkrone und ist ganz friedvoll.
31.437 Sein lotosgleiches Gesicht strahlt; Mond, Sonne und Feuer sind seine Augen. Drei Arme zeigen eine Mudra und tragen Axt und Reh.
31.438 An acht Körperstellen trägt er die schöne Rama-Keimsilbe. Mit liebevoller Aufmerksamkeit legt er sämtliche Lehren über Brahman aus.
31.439 Eine weitere Hand trägt einen Lotos; er vernichtet jede Verblendung. Shuka und die anderen großen Seher stehen mit Büchern in ihren leuchtenden Händen bei ihm.
31.440 Links befinden sich Uma, Indira, Vach und eine zusätzlich genannte Sprachgöttin; außerdem umgeben ihn Brahmani, Padmanabha und Ananda. Die Wiederholung von Vach und Vag Devi wird nach der Vorlage beibehalten.
31.441 In den Zwischenrichtungen stehen Veden, Vedangas und Vedanta-Lehren. Im Osten wird er von Mimamsa und Dharmashastra verehrt.
31.442 Itihasa und Purana werden der südlichen Richtung zugeordnet. Danach nennt die Vorlage Westen und Norden in nicht eindeutiger Verbindung mit Samkhya und Patanjalas Yoga.
31.443 Die dreiunddreißig, mit Indra beginnenden Götter umgeben den Herrn.
31.444 Ebenso alle Gottheiten, die zum Vaishvadeva-Ritual gehören; die nähere Beziehung ist mit einem unsicheren Ausdruck für eine Verbindung bezeichnet.
31.445 Die folgende Zahlenangabe nennt dreitausend und durch sechzig bestimmte Hunderte, lässt deren genaue Zusammensetzung jedoch offen. Ebenso viele unterschiedliche Gandharvas und weitere Wesen begleiten ihn.
31.446 Wer Mahadeva als den höchsten Dakshinamurti mit ehrfürchtiger Hingabe in seinem wahren Wesen vergegenwärtigt, soll allwissend werden.
31.447 Verehrung und Anwendungen entsprechen dem als zweiunddreißigsilbig bezeichneten Mantra. Die vorbereitende Vollzugsordnung umfasst fünfhunderttausend Wiederholungen und das entsprechende Feueropfer. Täglich werden einhundertacht Wiederholungen und Blumengaben genannt.
31.448 Nun folgt ein weiterer zweiunddreißigsilbiger Mantra. Alles entspricht dem Vorherigen; besonders soll er Erkenntnis verleihen.
31.449 „Du, der am Brennstoff der Unwissenheit aufleuchtet, dessen Gestalt die Flamme des Erkenntnisfeuers ist; du Freudvoller, Tilger der Verfehlung, sei mir zugewandt: Gewähre mir rechte Erkenntnis!“
31.450 Nun wird der in den Tantras geheim gehaltene Khadgaravana-Mantra gelehrt. Er beginnt mit Om und der Verehrung des erhabenen Pashupati, danach erneut Om.
31.451 Es folgen die Verehrung des Herrn der Geister und Rudras, die Anrede Khadgaravana, zweimal Lam und zweimal „Wandle umher!“.
31.452 Danach folgen zweimal „Eile!“, zweimal „Tanze!“ sowie eine unsichere Verbindung mit Bedrängnis. Der Gott wird als der mit Asche geschmückte Leib angerufen.
31.453 Er trägt eine Girlande aus Glocken und Schädeln, ein Tigerfell als Gewand und den Mond auf dem Kopf.
31.454 Eine schwarze Schlange ist seine heilige Schnur. Es folgen zweimal „Bewege dich!“, zweimal bala und die unsichere Anrede ativartikapālin.
31.455 Zweimal „Erschlage!“ richtet sich gegen die Geister, danach folgt zweimal „Vernichte!“.
31.456 Ein auf das Mandala bezogener Ausdruck und zweimal Phat schließen an; die genaue Stellung ist knapp.
31.457 „Mit Rudras Haken stille!“ sowie zweimal „Lass eintreten!“ und ein verdoppelter, als āveṇaya überlieferter Befehl richten sich gegen Rakshasas. Danach wird der Herr der Erde angerufen.
31.458 „Rudra gibt diesen Befehl; Svaha.“ So endet der Khadgaravana-Mantra. Seher ist Ravana, das Versmaß gilt als ungemessen und Gottheit ist Khadgaravana.
31.459 Kha mit sechs langen Vokalen und Bindu dient den sechs Gliedereinsetzungen. Sadyojata und die weiteren Formen werden am Körper, Ishana und die übrigen an den Gesichtern eingesetzt.
31.460 Der Gott wird rot, rot gekleidet, mondgekrönt, dreiaugig und fünfgesichtig betrachtet. Seine Hände tragen Glocke, Schädel, Haken und einen Kopf,
31.461 Schwert, Schild, Khatvanga, Dreizack und Trommel; eine weitere Hand gewährt Furchtlosigkeit. So wird der fünfgesichtige Shiva betrachtet.
31.462 bhūtādhipataye svāhā – „Dem Herrn der Geister: Svaha“ – ist der Verehrungsmantra. Khadgaravana wird auf dem beim fünfsilbigen Mantra beschriebenen Sitz verehrt.
31.463 Mit dem Grundmantra wird seine Gestalt vorgestellt; eine zusätzliche Anweisung zu Frieden und Bindu ist beschädigt. Die Gliedergottheiten werden an den Blattansätzen, weitere Gestalten auf einem zweiten achtblättrigen Lotos verehrt.
31.464 Genannt werden Shyama, als zweite Balini, als dritte Krishna-Pingala, danach Phalguni, Jhintirilli und die als fünfte bezeichnete Mantramalika. Die Zählung ist uneinheitlich.
31.465 Als siebente folgt Khadgini; eine achte wird nicht klar genannt. Diese Gefährtinnen Khadgaravanas tragen mondgeschmückte Haarknoten und werden von Osten aus in der angegebenen Reihenfolge verehrt.
31.466 In den Richtungen folgen Aindri, Kaumari, Brahmi, Varahi, Vaishnavi, Vainayaki, Chamunda und Maheshi.
31.467 Die Torhüter werden von Osten aus paarweise verehrt. Zuerst nennt der Text Raudra und Pingala, furchtbar wie das Feuer des Verbrennungsplatzes beziehungsweise mit entsprechenden zusätzlichen Namen.
31.468 Es folgen Dridhakarna, Bhringiriti, Amardaka im Norden und Mahakala. Weitere beschädigte Ortsangaben verbinden sich mit Kumbhakarna und Asheshaka.
31.469 Danach werden Bhallata und Januhara genannt. In den äußeren Gängen stehen Indra und die übrigen Hüter samt Waffen; außen wird eine Bali-Gabe für die Geister dargebracht.
31.470 Nach zwanzigtausend Wiederholungen wird zur Vollendung ein Zehntel mit gheehaltigem Milchreis geopfert.
31.471 Der vollendete Mantra soll Schadenzauber und ergreifende Mächte vertreiben. Geister sollen den Befehlen des Übenden aus Furcht gehorchen; der Text preist den Mantra als unvergleichlichen Geisterbezwinger.
31.472 Nun folgt Rudras Mritasanjivini-Mantra, „Wiederbelebung der Toten“. Om, die drei Vyahritis, der Prasada-Keim und der Mrityunjaya-Mantra werden mit dem Tryambaka-Vers verbunden; danach folgen Mrityunjaya, Prasada und die drei Vyahritis erneut.
31.473 Om schließt die Gesamtformel ab. Seher ist Vasishtha, Versmaß Anushtubh und Gottheit Rudra als Mrityunjaya. Om ist der Keim, Haum die Kraft. Die Einsetzung verbindet Om, Vyahritis und Versviertel mit Fingern und vier Richtungsbereichen; der Wortlaut ist knapp.
31.474 Danach folgen die sechs Gliedereinsetzungen sowie die zuvor beschriebenen Einsetzungen des Tryambaka-Mantras.
31.475 Nun werden Einsetzung und Mantra für nicht vedisch Praktizierende erläutert: „Om; Verehrung dem erhabenen Tryambaka“.
31.476 Es folgen die Anreden „Dreizackträger, Rudra, Verkörperung des Nektars: Belebe mich, du mit mondgeschmücktem Haar!“
31.477 Danach werden der Vernichter Tripuras, Ham, Hrim und Rudra angerufen: „Du in Gestalt von Rig-, Yajur- und Sama-Veda, Rudra als dreifaches Feuer“.
31.478 „Flamme, flamme! Erglühe, erglühe! Schütze mich, schütze mich! Der Aghora-Waffe: Hum, Phat, Svaha.“ Die Formel wird als vierundachtzigsilbig bezeichnet.
31.479 Om und namo bhagavate leiten die Mantraabschnitte ein. Die ersten drei Gliedereinsetzungen enden mit Svaha; für die drei weiteren werden Schutzabschluss und Phat genannt.
31.480 Die sechs Abschnitte umfassen sechzehn, zwölf, fünf, acht, elf und zweiunddreißig Silben.
31.481 Die drei Vyahritis mit astrāya phaṭ bilden die Richtungsbindung. Danach folgt die Betrachtung.
31.482 Über der Mondscheibe sitzt der Herr im gebundenen Lotossitz. Er trägt die Mondsichel, aus der Nektartropfen fließen, und glänzt wie der Mond.
31.483 Er zeigt die Yoga-Mudra und hält mit zwei Händen einen mit Nektar gefüllten Krug. Mond, Sonne und Feuer sind seine Augen; sein gelbbraunes Haar ist zum Knoten gebunden.
31.484 Er trägt ein Tigerfell, vielerlei Schmuck und Aschesalbe. So wird der seinen Verehrern Gnade erweisende Gott vergegenwärtigt.
31.485 Shiva wird auf dem für den vedischen Tryambaka beschriebenen Sitz verehrt. Die vorbereitende Rezitation umfasst vierzigtausend Wiederholungen.
31.486 Ein Zehntel wird mit den früher genannten Stoffen geopfert; alles Übrige entspricht dem Vorherigen. Besonders die Wasserspende soll rasch gewünschte Frucht verleihen.
31.487 Maheshvara wird in den drei beschriebenen Formen im Wasser betrachtet und verehrt; dazu folgt das Feueropfer gegen Tod und Krankheit. Auch die früher bei Mrityunjaya beschriebenen Anwendungen sollen gelingen. Die Wiederbelebungs- und Heilansprüche bleiben religiöse Aussagen.
31.488 Nun folgt der zehnsilbige Rudra-Mantra: oṃ namo bhagavate rudrāya – „Om; Verehrung dem erhabenen Rudra.“
31.489 Seher ist Baudhayana, Versmaß Pankti und Gottheit Rudra. Die einzelnen Wortteile und die Gesamtformel dienen der fünffachen Gliedereinsetzung.
31.490 Die Mantrasilben werden an Kopf, Nase, Stirn, Mund, Hals, Herz, rechter Hand, linker Hand, Nabel und Füßen eingesetzt.
31.491 Betrachtung, Verehrung, Rezitation und Anwendungen entsprechen dem früher beim fünfsilbigen Mantra beschriebenen Verfahren.
Kolophon: Damit endet im von Shiva gelehrten Meru Tantra, gebilligt von Mahamaya und Mahakala, der einunddreißigste Prakāśa über die Shiva-Mantras.
Zweiunddreißigster Prakāśa: Bhairava und weitere Shiva-Gestalten
32.1 Shiva sprach: „Die Gottheiten sollen die Vollendung verleihenden Mantras meiner Bhairava-Gestalt hören: die tamasischen, rajasischen und sattvischen Formen.“
32.2 Als Brahma achteinhalb Jahre erreicht hatte, entstand unter dem Einfluss von Unwissenheit großer Hochmut. Die kosmische Zeitangabe wird hier nicht näher erläutert.
32.3 In jenem Kali-Zeitalter waren die Menschen auf Sexualität und Essen fixiert. Nirgends wurden die Veden gehört, und Kenntnis der Smriti fehlte.
32.4 Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr beherrschten Länder und Städte; niemand achtete Vishnu, Ganesha, Surya oder Shiva. Alle hielten die Welt ausschließlich für Shakti und verehrten den weiblichen Genitalbereich. Der letzte Satz steht in der Vorlage nochmals unter der Nummer 4; er wird hier derselben Versstelle zugeordnet.
32.5 „Da fragte ich in Gestalt eines jungen Brahmanen den Großvater: Brahma, weise uns den Dharma, durch den wir hinübergelangen können.“
32.6 Brahma antwortete: „Aus meinem oberen Gesicht ist der Agama hervorgegangen, der fünfte Veda, der Genuss und Befreiung verleiht.“
32.7 „Zu Beginn jener Kali-Folge sagte ich zu Brahma: Du musst erklären, dass Sadashiva der Schöpfer ist.“
32.8 Brahma erwiderte: „Ich bin Schöpfer und Beschützer. Als Veda soll der Agama gelten, der aus meinem oberen Gesicht hervorging.“
32.9 „Wer in seiner Lebensordnung feststeht, wird das höchste Ziel erreichen. Du bist noch ein Knabe und kennst die Freuden von Speise, Trank und Frauen nicht.“
32.10 „Als ich diese Worte Brahmas hörte, trat ich zur Wiederherstellung des Dharma mit zornroten Augen hervor.“ Eine zusätzliche Angabe zu drei Zeitaltern ist nicht klar in die Erzählung eingebunden.
32.11 „Angesichts dieser Missachtung schlug ich mit dem scharfen Nagel eines Fingers Brahmas Kopf zu Boden.“
32.12 „Aus diesem Gesicht ging der fünfte Veda in meinen Körper ein. Da verurteilten mich Brahmanen, Götter, Asuras und Menschen; die schreckliche Schuld der Brahmanentötung heftete sich an meinen Rücken.“
32.13 Vishnu sprach darauf: „Wegen deiner Furchtbarkeit sollst du Bhairava heißen, auch Batuka genannt, und auf dem Weg des Agama verehrt werden.“
32.14 „In deiner sattvischen Form sollst du in Kashi den Weg zur Befreiung zeigen. In deiner rajasischen Form schützt du Opfer und andere Handlungen und verleihst den Himmel.“
32.15 „Als tamasischer Batuka vollziehst du Tötung und Vertreibung.“ Deshalb wird er nach den fünf Überlieferungsrichtungen verehrt. Nun folgen seine die Wünsche der Übenden erfüllenden Mantras.
32.16 Die Formel nennt Maya, Batuka im Dativ, „dem Retter aus der Not“, zweimal „Vollbringe!“, nochmals Batuka im Dativ und Hrim. Sie wird als einundzwanzigsilbig bezeichnet. Seher ist Brihadaranyaka, Versmaß Anushtubh.
32.17 Gottheit ist Bhairava; Hrim gilt als Keim und Kraft, Am als bindender Schlüssel.
32.18 Nun werden Bhairavas Einsetzungen erläutert, ohne die nach dem Text keine Mantravollendung entsteht. Zuerst folgt die Laut-Matrika.
32.19 Die zweite ist die zuvor beschriebene Visarga-Matrika. Die dritte setzt die Laute von Ja bis Chha ein; die ungewöhnliche Reihenfolge wird nach der Vorlage beibehalten.
32.20 Die vierte ist das Kala-Matrika-Nyasa, die fünfte die Matrika mit vorangestellter Shri-Keimsilbe.
32.21 Die sechste ist die einfache Matrika. Die siebente setzt die mit Shri beginnenden Laute von A bis Ksha vom Ansatz der linken Finger bis zum Handgelenk ein.
32.22 Die achte setzt die Matrika rückläufig von Ksha bis A mit Shri am Ende an den Matrika-Stellen ein. Die neunte verwendet die Kama-Keimsilbe am Anfang.
32.23 Bei der dreifachen Zuordnung von Seher und weiteren Angaben wird Hrim als Keim im Genitalbereich, Hrim als Kraft an den Füßen und Am als Schlüssel am Nabel eingesetzt. Dies ist die zehnte Folge.
32.24 Hram und eine als vām überlieferte Silbe werden mit der Verehrung Ishanas an den Daumen eingesetzt; Hrim und Vim mit der Verehrung Tatpurushas an beiden Zeigefingern.
32.25 Hrum und Vum mit der Verehrung Aghoras gehören zu den Mittelfingern.
32.26 Hraim und Vaim mit Vamadeva werden an den Ringfingern, Hraum und Vaum mit Sadyojata an den kleinen Fingern eingesetzt.
32.27 Dies ist die elfte Folge. Die entsprechende Einsetzung an Kopf, Mund, Herz, Genitalbereich und Füßen gilt als zwölfte.
32.28 Die dreizehnte Folge verwendet Anreden wie „Verehrung dem aufwärts gerichteten Gesicht“ an den nach Osten und in die weiteren Richtungen blickenden Gesichtern.
32.29 Die vierzehnte setzt die mit sechs langen Vokalen gebildeten Gliedermantras samt ihren Abschlüssen ein. Zusätzliche Angaben zu Herz, Nabel, Hrim und vorangestelltem Om sind verkürzt.
32.30 Eine durch Anfangs-, End- und weitere Laute, den vierzehnten Vokal und Bindu gebildete Keimsilbe heißt Preta-Keim. Mit ihr erfolgt die fünfzehnte Einsetzung; die vollständige Lautfolge ist nicht eindeutig.
32.31 Eine weitere, am Anfang und Ende mit Om verbundene Lautgruppe mit viertem Vokal und Bindu wird an Kopf, Armen und Brust eingesetzt,
32.32 ferner am Nabel, zwischen den Fingern und an den Zehen. Diese sechs Bereiche bilden die sechzehnte Folge.
32.33 Elfter und vierter Laut, ein durch Indra bestimmter Vokal und Bindu bilden den Betrachtungskeim. Er wird an der Brahman-Öffnung, Mund und Augen eingesetzt,
32.34 an Hals, Nase, Wangen und Kinn sowie erneut an der Brahman-Öffnung. Dies ist die siebzehnte Folge.
32.35 Die achtzehnte verbindet den Maya-Keim und durch sieben, fünf und eins bestimmte Laute mit Om. Sie betrifft Füße, Hände, Augen, Ohren, Bauch und Geschlechtsorgan.
32.36 Die neunzehnte setzt die Shri-Keimsilbe wechselnd an Kinn, Hals, Herz, Nabel und Füßen ein. Der Text bezeichnet sie zugleich als achtfache Einsetzung an fünf Stellen; die ausgeschriebene Wiederholungsfolge ist uneinheitlich.
32.37 Dreißigster und vierter Laut mit sechstem Vokal und Bindu bilden den Ghrina-Keim. Er wird an Herz und Nabel eingesetzt,
32.38 danach jeweils zwischen Herz und Füßen, Herz und rechter Bauchseite, Herz und linkem Fuß sowie Herz und rechtem Auge.
32.39 Es folgen Wechsel zwischen Herz und linkem Auge, rechter und linker Nasenöffnung sowie rechtem und linkem Ohr, jeweils zum Herzen zurückkehrend. Dies ist die zwanzigste Folge.
32.40 Dreizehnter und vierter Laut mit sechstem Vokal und Bindu bilden den Glockenkeim. Er wird an Zäpfchen beziehungsweise Glockenstelle, Nabel und erneut Glockenstelle eingesetzt.
32.41 Es folgen Herz, Fuß, Herz, Hüfte, Kopf, Scheitel, Hüfte, Brust, Knöchel und Brust. Dies ist die einundzwanzigste Folge; die wiederholten Stellen entsprechen der Vorlage.
32.42 Durch Zahlwörter für Prakriti, zwei und vier bezeichnete Laute mit sechstem Vokal und Bindu bilden den Khyati-Keim. Er wird an Kopf, Gesäß, Zunge, Nabel und Hals eingesetzt,
32.43 ferner Herz, Unterschenkeln, Augen, Ohren, beiden Armen und beiden Brüsten. Dies ist die zweiundzwanzigste Folge.
32.44 Om gilt als Grundkeim. Seine Einsetzung an Herz, Füßen, Händen, Ohren und beiden Nasenöffnungen bildet die dreiundzwanzigste Folge.
32.45 Eine durch zwölf, vier, fünf, letzten und vorletzten Laut bezeichnete Gruppe mit viertem Vokal, Nada und Bindu heißt Asuri-Keim. Die Zeichenverschlüsselung wird nicht zu einer sicheren Lautform ergänzt.
32.46 Er wird an Mund, beiden Augen und Ohren, beiden Wangenbereichen, Hals, Brüsten, Herz und Füßen eingesetzt,
32.47 ferner an Kinn, Kopf, Armen, Schultern, Zahnwurzeln, Brahman-Öffnung, Wurzelzentrum und Brauenmitte. Dies ist die vierundzwanzigste Folge.
32.48 Nun folgen seltene Einsetzungen an vitalen Stellen des dreifachen Gottes. Die Bildungsregel nennt eine lange Reihe durch Zahlwörter bestimmter Laute.
32.49 Mit einunddreißigstem Laut, weiteren Anfangs- und Endzeichen, viertem Vokal, Bindu und Nada entsteht die Makuta genannte Lautgruppe. Sie wird an Kopf, Wangen und Mund eingesetzt. Die Zählbezeichnung des Verses ist beschädigt.
32.50 Eine weitere Zahlwortreihe mit Bindu und viertem Vokal bildet den Kala-Keim. Die vollständige Zeichenfolge ist nicht sicher aufzulösen.
32.51 Er wird an Augen, Ohren, Nabel, Geschlechtsorgan und After eingesetzt. Dies ist die sechsundzwanzigste Folge; nun folgt die siebenundzwanzigste.
32.52 Weitere durch Samvarta, vier, vier, Indra und Anfangslaute bezeichnete Zeichen mit viertem Vokal und Bindu bilden den Vidya-Keim.
32.53 Dieser wird an Wangen, Brahman-Öffnung und Zahnreihen eingesetzt. Danach folgt als achtundzwanzigste die wunderbare Ketteneinsetzung.
32.54 Dafür wird eine längere, teilweise beschädigte Folge aus End- und Anfangslauten, neunundzwanzigstem und weiteren durch Zahlwörter bestimmten Lauten beschrieben.
32.55 Weitere Angaben zu drei, fünf, drei und sechs sowie Nada und Bindu vervollständigen diese als sehr verborgen bezeichnete Lautgruppe. Sie wird an den folgenden Körperstellen eingesetzt.
32.56 Die Reihe beginnt an Kopf, Augen, Ohren, beiden Wangenbereichen, Kinn, Hals, beiden Schultern, Brüsten und Herz,
32.57 führt über beide Bauchseiten, Nabel, Unterschenkel, Geschlechtsorgan, beide Hoden, Wurzelzentrum und Knöchel
32.58 zu beiden Füßen und Zehen. Danach folgen erneut Brahman-Öffnung, Füße und Zehen,
32.59 wieder Brahman-Öffnung, Wurzelzentrum und Brahman-Öffnung. Mit vorangestelltem Om folgt das Matrika-Nyasa. Diese neunundzwanzigste Folge heißt Chudamani, „Scheiteljuwel“.
32.60 Eine weitere umfangreiche Zahlwortreihe bezeichnet mit viertem Vokal und Bindu die Sarasvati-Lautgruppe. Die beschädigte Zeichenverschlüsselung erlaubt keine sichere ausgeschriebene Formel.
32.61 Die Matrika-Laute mit dieser Gruppe am Anfang werden zur Erlangung vollkommener Rede am Körper eingesetzt. Dies ist die dreißigste Folge.
32.62 Diese Einsetzungen gelten den Anhängern des linken Weges; Auslassungen sollen ihnen schaden. Für andere sind drei Folgen regelmäßig vorgesehen, die übrigen nur bei besonderen Wunschanwendungen.
32.63 Nach diesen Einsetzungen wird der Gott rein bergkristallhell betrachtet, mit leuchtenden Gesten, Segen, Furchtlosigkeit, Glöckchennetzen und Fußreifen,
32.64 mit Juwelen, lächelndem Gesicht und gelocktem Haar. Als Batuka trägt er rechts Dreizack und Axt; die genaue Verteilung auf die Hände ist verkürzt.
32.65 Ein Brahmane betrachtet ihn für göttliche Aufgaben sattvisch und zweiarmig; ein Vaishnava dagegen vierarmig, mit Haarknotenkrone.
32.66 In dieser Form trägt er Dreizack, Schlinge, Stab und Wassergefäß. Mit Grundmantra und Sadyojata-Formel wird er eingesetzt.
32.67 Mit Grundmantra, Vamadeva-Formel und der entsprechenden Mudra wird seine Gegenwart herbeigeführt; danach folgt das Festhalten dieser Gegenwart.
32.68 Mit Aghora, Grundmantra und Festhaltungs-Mudra wird sie gesichert. Die sechs Glieder vervollständigen die Gestalt; mit dem Grundmantra wird sie mit Nektar erfüllt.
32.69 Danach folgt mit Grundmantra und den jeweiligen Mudras die Erhöhung zur höchsten Gegenwart. Nach Betrachtung und Aufstellung werden die Gesten gezeigt.
32.70 Dazu gehören die zuvor beschriebenen, mit der Linga-Mudra beginnenden Gesten. Die Yoni-Mudra wird mit Tatpurusha und dem Grundmantra gezeigt; danach folgt eine Bali-Gabe.
32.71 Diese wird mit Ishana und dem Grundmantra dargebracht. Nach der Verehrung werden mit Erlaubnis des Gottes die Gliedergottheiten an den Nyasa-Stellen verehrt.
32.72 Die fünf mit Sadyojata beginnenden Gestalten werden an den Fingern von den Daumen aus, am Körper des Gottes und an seinen Gesichtern verehrt.
32.73 Die Himmelsgestalt steht in der Lotosmitte. Die weiteren Richtungs- und Körperzuordnungen der mit Sadyojata beginnenden Gestalten sind verkürzt überliefert.
32.74 Es folgen die acht Bhairavas: Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta, Kapalin, Bhishana und Samhara.
32.75 Sie stehen auf acht Blättern vor dem Gott beginnend. In drei Ecken folgen die Herren von Land, Dorf und örtlicher Stätte.
32.76 In den weiteren Dreiecksbereichen werden Meghanada, Prachanda und Kaladuta verehrt; im Sechseck die sechs Gliedergottheiten.
32.77 Außen vor dem Sechseck werden in den acht Richtungen, vor dem Gott beginnend, die Söhne beziehungsweise Nachkommen von Dadini und Shakini verehrt. Die erste Namenform ist unsicher.
32.78 Es folgen die Nachkommen von Lakini, Hakini und Malini sowie die Söhne der Göttin.
32.79 Diese werden an der linken Seite des Gottes der Reihe nach verehrt. Zwischen Osten und Nordosten stehen die Nachkommen der Aufwärtsgesichtigen.
32.80 Zwischen Südwesten und Westen folgen die der Abwärtsgesichtigen. Dazwischen werden dreizehn Gruppen beziehungsweise Lautformen der Söhne verehrt; die genaue Bedeutung der Zahl ist verkürzt.
32.81 Auf einem achtblättrigen Lotos werden vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn die Söhne von Brahmani, Maheshi und Vaishnavi verehrt,
32.82 von Kaumari, Indrani, Mahalakshmi, Varahi und Chamunda. Sie werden als Batukas bezeichnet.
32.83 Außerhalb des Lotos, vor dem Gott beginnend in den acht Richtungen innerhalb des Erdquadrats, folgen Hetuka und Tripurantaka,
32.84 Vetala, Agnijihva, eine Verbindung von Kala und Karalaka, Ekapada und Bhimarupa. Zwischen Osten und Nordosten werden weitere Gestalten genannt.
32.85 Dort steht Achala, zwischen Westen und Südwesten Hatakesha. Die erste Linie des Quadrats wird vor dem Gott beginnend im Uhrzeigersinn verehrt.
32.86 Dort stehen Shrikantha, Amaresha, Ananta, Sarvaga, Sukshma, Bharabhuta, Trimurti und Tithisha.
32.87 Im nächsten Quadrat beginnt die Verehrung im Süden und verläuft im Uhrzeigersinn: Sthanvishvara, Bilvisha, Digisha und Bhautikeshvara,
32.88 Sadyojateshvara, Grahesha, Akrurakeshvara und Mahaseneshvara. Danach folgt das dritte Quadrat.
32.89 Dessen Verehrung beginnt nördlich des Gottes und verläuft im Uhrzeigersinn: Krodheshvara, Chandisha, Kurmesha und Langalishvara,
32.90 Darukesha, Minesha, Arosha und Bhrigu. Links vom Gott stehen Nakulisha und Shiveshvara.
32.91 Nach Samvartesha werden außen weitere Gestalten in den Ecken verehrt, von der linken vorderen Ecke aus im Uhrzeigersinn.
32.92 Die Liste nennt eine mit Shakti verbundene göttliche Siddha-Gestalt, eine sich neigende beziehungsweise Nata genannte Yogini, Diksha, eine unsichere Bhaya-Yogini und schließlich Sarvayogini. Davor stehen die Welthüter. Die Namenabgrenzung ist beschädigt.
32.93 Bei Opferspeise und beherrschten Sinnen sind einhunderttausend Wiederholungen je Silbe sowie ein Feueropfer mit Sesam und den drei süßen Stoffen vorgesehen; danach folgen Wasserspenden.
32.94 Für rasche Vollendung auf dem linken Weg wird eine vorbereitende Zahl von einer Million zweihundertfünfzigtausend Wiederholungen genannt, mit einem Feueropfer aus gheebenetzten Palasha-Gaben.
32.95 Der Text bezeichnet den Vollzug auf dem linken Kaula-Weg zugleich als leidbringend. Nach der Verehrung des Hindernisherrn und Durgas sowie einer ordnungsgemäßen Bali-Gabe
32.96 werden besondere Wunschanwendungen ausgeführt. Zuckerrohrstücke sollen Gefügigmachung bewirken und die Welt unterwerfen; dies ist ein historischer Machtanspruch.
32.97 Ghee soll die genannte Vollendung, voll erblühte Kairava-Wasserlilien einen Sohn verleihen.
32.98 Sesam und Reis werden für Reichtum und Getreide, Bilva-Blüten für große Fülle geopfert.
32.99 Salz mit Honig soll Frauen gefügig machen. Für Regen werden vorzügliche Vetasa-Zweige genannt.
32.100 Nahrung soll Reichtum und Getreide, ein dreitägiges Honigopfer Gefügigmachung verleihen.
32.101 Die jeweils einer Krankheit zugeordneten Heilpflanzen sollen als Opfer deren sofortige Beseitigung bewirken. Bei Schadenzauber, Bedrängnis durch ergreifende Mächte, Geister und Apasmara
32.102 werden zehntausend Sesamgaben genannt, auf einem Tigerfell sitzend. Die bedrängenden Wesen sollen fliehen und die betreffende Richtung meiden. Dies sind historische Krankheits- und Ritualvorstellungen.
32.103 Vom achten bis zum vierzehnten Tag der abnehmenden Mondhälfte werden Sesam und Reis mit den drei süßen Stoffen verbunden.
32.104 Dafür nennt der Text täglich dreitausend Gaben, zusätzlich aber auch zehntausend Sesamgaben. Die Zahlenverbindung bleibt uneindeutig. Geister sollen schon vor dem Anblick des Übenden fliehen.
32.105 Batukeshvara wird täglich mit Speisen und Früchten verehrt; um Mitternacht folgt eine Bali-Gabe.
32.106 Diese enthält gekochten Reis mit Ghee, Puffreis, Mehl, Zucker, Rohzucker, Zuckerrohrsaft und honigbenetztes Gebäck.
32.107 Nach der früher beschriebenen Verehrung Batukas werden außerdem rotes Sandelholz, Blumen und weitere Gaben dargebracht. So wird diese Bali-Gabe beschrieben.
32.108 Vorgesehen sind einundzwanzigtausend gesammelte Wiederholungen. Am letzten Abend erfolgen Verehrung und Bali. Danach stellt der auftraggebende König den Ausführenden durch Vermögen zufrieden.
32.109 Der dadurch erfreute Batukesha soll Glanz, Kraft, Ruhm, Söhne, Schönheit, Wohlstand und Gesundheit verleihen.
32.110 Alle Feinde sollen untergehen, Verwandte und Freunde gedeihen. Im Reich des Königs sollen keine durch ergreifende Mächte verursachten Krankheiten bestehen.
32.111 Zehntausend Salzgaben werden für Lähmung genannt; der Text verbindet die Anwendung zugleich mit Befreiung aus Fesseln und ähnlicher Gefangenschaft.
32.112 Eine historische Fruchtbarkeitsrezeptur nennt eine Pala-Menge besprochenen Vacha-Pulvers mit Kuh-Ghee, portionsweise über einen Mandala-Zeitraum eingenommen.
32.113 Sie soll einer Frau, die sich einen Sohn wünscht, einen wohlerzogenen Sohn mit Erkenntniskraft, Gesundheit und Stärke schenken. Zu Beginn und Ende erfolgt eine Bali-Gabe für Batuka. Die Rezeptur wird nicht zur Einnahme empfohlen.
32.114 Drei Arten der Bali-Gabe werden unterschieden: sattvisch, rajasisch und tamasisch. Eine fleischlose Gabe,
32.115 mit Mungbohnen, Milchreis, den drei süßen Stoffen, essbaren Gaben und drei Früchten, heißt sattvisch.
32.116 Sie ist nach der historischen Standeszuordnung für Brahmanen bestimmt und erfreut Bhairava. Mit Fleisch wird dieselbe Gabe als rajasisch und für Könige sowie weitere Gruppen geeignet bezeichnet.
32.117 Die tamasische Gabe enthält Blut, Fleisch, Alkohol und vielerlei Fisch; der Text ordnet sie Shudras und anderen Gruppen zu. Dies dokumentiert seine ritualisierte Standesordnung.
32.118 Nun folgt die Bereitung einer besonderen Asche. Genannt werden Ushira, Sandelholz, Kushtha, Kampfer und Safran,
32.119 Wurzel des weißen Arka, Varahi, Lakshmi, Rinde milchsaftführender Bäume und Bilva-Frucht beziehungsweise -Wurzel. Ein Bestandteil der Liste ist beschädigt. Die Stoffe werden getrocknet und pulverisiert.
32.120 Sie werden mit zu einem unklar bezeichneten Zeitpunkt gesammeltem Kuhdung vermischt, zu Klumpen geformt und getrocknet. In einem vorbereiteten Feuer
32.121 werden sie unter dem Grundmantra verbrannt. Die Asche wird in einem reinen Gefäß gesammelt und mit Ketaki- und Malati-Blüten beduftet.
32.122 Nach Verehrung und unter Berührung der Asche wird der Mantra zehntausendmal rezitiert. Wer damit morgens ein Stirnzeichen anlegt,
32.123 dessen Krankheiten sollen verschwinden und dessen Planeten günstig wirken. Er soll keine Furcht vor Feinden, Dieben oder wilden Tieren haben.
32.124 Alle Güter sollen wachsen, alle Menschen ihn achten und der König samt Ministern und Gefolge ihm gewogen sein.
32.125 Nun folgt eine Besprengungsweihe, die Sieg über Geister verleihen soll. Der frühere Mandala-Platz wird bestrichen und mit Baldachin und Bannern geschmückt.
32.126 Ein Sarvatobhadra-Mandala wird gezeichnet; seine Mitte wird mit acht Drona-Maßen guten unenthülsten Reises gefüllt.
32.127 Darauf kommt die halbe Menge geschälten Reises mit Durva und ungebrochenen Reiskörnern. Ein goldener oder anderer geeigneter Krug mit den neun Juwelen
32.128 wird aufgestellt und mit reinem Wasser gefüllt. Hinein kommen Triebe milchsaftführender Bäume, Lakshmi und Durva,
32.129 Kampfer, Sandelholz, Bilva, Ushira, Safran, Kankola, Aloeholz, Jati, Mallika, Champaka und Wasserlilie.
32.130 Danach wird der Krug mit Seidenfaden umwickelt. In ihm wird der rajasische Batuka angerufen und verehrt.
32.131 In acht äußeren Krügen werden die acht Bhairavas, in dreizehn weiteren die dreizehn Scharen verehrt.
32.132 Außen folgen zehn Krüge für die Welthüter und weitere einzeln aufgestellte Krüge für Shrikantha und die übrigen Gottheiten.
32.133 In fünfunddreißig Krügen werden die bei Ka beginnenden Laute und Vokale der Reihe nach verehrt. So werden fünf Kreise mit Düften und weiteren Gaben verehrt. Der Lehrer rezitiert unter Berührung der Krüge zehntausendmal.
32.134 An einem günstigen Tag und Aszendenten sprechen reine, vedenkundige Brahmanen Segens- und Glücksworte.
32.135 Nach Verneigung vor Batukeshvara wird der König auf einen Sitz beziehungsweise ein Lager gesetzt: körperlich rein, mit beherrschten Sinnen und den Brahmanen zugetan.
32.136 Er soll gläubig und wahrhaftig sein. Mit heiterem Geist wird er besprengt; danach verneigt sich der König vor dem Lehrer und gibt ihm reichliche Gaben zu dessen Zufriedenheit.
32.137 Der so geweihte König soll einem Indra auf Erden gleichen, andere Könige besiegen und von allen gepriesen werden.
32.138 Wer sechs Monate lang jeden Monat diese Weihe empfängt, soll die gesamte von vier Meeren umgebene Erde beherrschen.
32.139 Nun folgt die Befriedung von Krankheiten bei Elefanten, Kamelen, Rindern und Pferden. Die Handlungen werden in ihren jeweiligen Ställen ausgeführt.
32.140 Nach Anlage einer Opfergrube werden bis zu dreißigtausend Gaben mit Milchreis, Ghee und Sesam geopfert.
32.141 Brahmanen werden täglich mit Speisen und Früchten bewirtet. Der Lehrer stellt die Krüge nach der früheren Ordnung auf,
32.142 verehrt sie mit Düften und Blumen und besprengt mit ihrem Wasser Elefanten und Pferdestall. Die Tiere sollen täglich gedeihen und ihre Kraft im Kampf zunehmen.
32.143 Krankheiten und fremder Schadenzauber sollen verschwinden; der Text erklärt dies für ihren höchsten Schutz. Diese Aussagen gehören zur historischen Tierheil- und Schutzritualistik.
32.144 Nach der beschriebenen Besprengungsweihe eines Königs, der andere besiegen will, bringt der Mantraübende nachts eine Bali-Gabe dar.
32.145 Hierfür nennt der Text die Tötung einer körperlich unversehrten Ziege als rajasisches Opfer. Bei der Darbringung wird das gesamte Heer der Feinde
32.146 sinnbildlich Batuka als Gabe übergeben. Der Name des Feindes wird in den Bali-Mantra eingefügt. Dies wird ausschließlich als historische Opfer- und Kampfmagie dokumentiert.
32.147 Der Mantra fordert Batuka auf, zusammen mit seinen Hundescharen täglich Blut und Fleisch der feindlichen Partei zu verzehren. Ihm wird Sieg verleihende Wirkung zugeschrieben.
32.148 Der erfreute und zornerfüllte Batuka soll das feindliche Heer seinen Hunden als Fleisch zuteilen.
32.149 Dadurch soll das gegnerische Heer schwinden und der König mühelos Siegesglück erlangen. Die Verse entfalten gewaltsame mythologische Ritualsprache.
32.150 Nun folgt die Verehrung verschiedener Bhairavas, die zu unterschiedlichen Zeiten auf Verbrennungsplätzen verschiedener Städte wohnen.
32.151 Wer selbst als Anhänger des linken oder eines anderen Weges eine einzige im Dharma gegründete Regel nicht aufgibt und auf einem Weg ohne Hass lebt,
32.152 aber einen unzulänglichen Lehrer oder eine unvollendete Praxis hat beziehungsweise aus Furcht vor der Welt behindert wird, soll zum göttlichen Bhairava und Herrscher jener Gegend werden. Der Bedingungssatz ist sprachlich verkürzt.
32.153 Die dortigen Bhutas und Vetalas dienen ihm. Er übt beständig Herrschaft über diejenigen aus, die Himmel und Befreiung verfehlt haben.
32.154 Wenn sein Karma erschöpft ist, vergeht seine Gegenwart in dem Dorf. Mit einem anderen Keim nimmt er in einem anderen Dorf Wohnung; der genaue Übergang bleibt knapp.
32.155 Seine Stätte liegt in der Richtung der Überlieferung, zu der dieser Bhairava gehört. Auf deren Weg soll man ihn zur Erfüllung eines Vorhabens gewinnen beziehungsweise gefügig machen.
32.156 Den Überlieferungsrichtungen von Osten bis zur oberen werden der Reihe nach die Keimsilben von Sprache, Rama, Kama, Maya und Smara zugeordnet. Kama und Smara werden hier nebeneinander genannt.
32.157 Die Formel verbindet den Keim der Überlieferung, den Keim des Dorfes, Bham, „Bhairava“ im Dativ, den Dorfnamen und die Anrede des auf dem Verbrennungsplatz Wohnenden.
32.158 Mit Namah abgeschlossen wird sie eintausendmal je Silbe rezitiert. Nachts auf dem Verbrennungsplatz werden zu Beginn und Ende der Rezitation die zur jeweiligen Überlieferung gehörenden Bali-Gaben dargebracht.
32.159 Die bei Batuka genannten Stoffe dienen dem Feueropfer; danach folgen Wasserspenden. Der vollendete Mantra soll zur Beherrschung der Geister in jener Gegend befähigen.
32.160 Nun wird beschrieben, wie Bhairava sichtbar werden soll. Nach den morgendlichen täglichen Handlungen hält der Übende Fasten und beherrscht seine Sinne.
32.161 Nach Abendverehrung und Friedensrezitation nimmt er die vollständige Ausstattung. Der Ausdruck für einen begleitenden oder nachfolgenden Übenden ist knapp.
32.162 Abends geht er zum Verbrennungsplatz. Als Ausstattung werden Küchlein, Kichererbsen, gekochter Reis, Milchreis, Apupa-Gebäck und Shashkuli-Gebäck genannt,
32.163 ferner ein von einer unverheirateten jungen Frau gesponnener, mit Safran gefärbter Faden und acht Khadira-Holzstücke von je einer Spanne Länge.
32.164 Hinzu kommen ein ellenlanges Pfahlgebilde, Düfte, Blumen und die zuvor genannten Opferstoffe. Für die östliche Überlieferung wird Fisch hinzugefügt,
32.165 für die westliche Fleisch, für die nördliche Alkohol und für die obere Blut. Die zusätzliche Ortsangabe nennt Dorfmitte und Verbrennungsplatz. Diese Opferordnung wird historisch dokumentiert.
32.166 Furchtlos werden passende Speisegaben bereitgestellt. Nach dem Waschen der Füße wird die zugehörige Gottheit vergegenwärtigt.
32.167 Mit gefalteten Händen spricht der Übende: „Welche Gottheiten auch immer auf diesem Verbrennungsplatz wohnen: Mögen sie mir Vollendung verleihen, mir wohlgesinnt sein und mich schützen.“
32.168 „Im Osten schütze mich Shankara, im Südosten der Dreizackträger, im Süden Kapalin und im Südwesten der Träger des verfilzten Haars.“
32.169 „Im Westen der Herr Parvatis, im Nordwesten der Herr der Pramathas, im Norden der mit Schädelgirlande Geschmückte und im Nordosten der mit dem Stierbanner.“
32.170 „Oben schütze mich Shambhu, unten der Staubbedeckte, vorn Bhairava und hinten Khechara.“
32.171 „Rechts schütze mich Bhudhara, links der Fleischesser. Meine Haare schütze der Großäugige, meinen Scheitel der den Winden Liebe.“
32.172 „Den Kopf schütze Bhringisha, die Augen der Großgesinnte, die Wangen Vireshvara und die Wangenpartien der Bezwinger von Ganda und den anderen.“ Die letzte Namensverbindung ist unsicher.
32.173 „Die Oberlippe schütze Virupaksha, die Unterlippe der Freund der Nacht, die Zähne der Elefantenbezwinger und das Kinn der Menschenschädelträger.“
32.174 „Am Hals schütze mich Nilakantha, der Lehrer der Welt, an der rechten Schulter der Herr des Bergkönigs, an der linken der Feindbezwinger.“
32.175 „Den rechten Arm schütze stets der Herr sämtlicher Mantras, den linken der Weltherrscher und das Herz der Weißglänzende.“
32.176 „Die rechte Brust schütze Pashupati, die linke Maheshvara. Oben schütze mich stets der alles Gute Bewirkende.“ Die Ortsangabe „oben“ ist in diesem Körperkontext knapp.
32.177 „Den Geist schütze der Vernichter Kamas, die Unterschenkel der Barmherzige, die Knie der Freund Ajas und die Knöchel stets Gauris Gemahl.“
32.178 „Den Fußrücken schütze der Schatz des Wissens, die Zehen Hara und die Sohlen beständig der Raumhaarige, der Liebling der Welt.“
32.179 Nach diesem Schutz folgt eine Lautformel zur Sicherung der Richtungen. Im Osten werden Om, Hram, Hrum, Hrum und Hum, im Südosten Om, Hrim, Hrum und Hrim eingesetzt.
32.180 Im Süden folgen Om, Hrim und Shrim, im Südwesten Om, Glum, Glum und Shlum. Die westliche und nordwestliche Folge enthält mehrere unsicher getrennte Lautgruppen mit Pra, Mra, Ra und Ya sowie Bindu und Visarga.
32.181 Für Norden wird Om, Tram und Bhairava genannt, für Nordosten eine weitere beschädigte Folge mit Vru, Pru und Phat. Oben folgen Om, Glaum und Blum, unten mehrere Sra- und Sru-Formen.
32.182 Nach dieser Sicherung werden Pfähle in den acht Richtungen und ein großer Pfahl in der Mitte eingesetzt. Danach werden die Richtungshüter verehrt.
32.183 Der Übende rezitiert und bittet wiederholt Bhairava um Schutz: „Bhairava, Bhairava, nimm den Schrecken! Schütze mich, schütze mich; Hum, Phat, Svaha.“ Die Formel gilt als zweiundzwanzigsilbig; ihr Anfang ist verkürzt.
32.184 Schwarze Bohnen werden in ein Palasha-Gefäß gegeben. Im Osten nahe dem Pfahl wird nach der Vorlage Chandra angerufen und verehrt.
32.185 Nach der früheren Betrachtung wird in einem vorderen Quadrat die Bali-Gabe für Chandra dargebracht. Der folgende Mantra nennt jedoch Indra; dieser Widerspruch wird beibehalten.
32.186 „Om, Hrim, Hrim, Hrim! Indra, Führer der Götter, sei mir rasch gnädig, gewähre beständige Vollendung! Nimm, nimm diese Gabe; Hum, Phat.“ Die Formel wird als siebenunddreißigsilbig bezeichnet.
32.187 Nach Wasser- und Bali-Gabe geht der Übende zum Feuerpfahl. Dort wird Agni angerufen, wie zuvor betrachtet und verehrt.
32.188 Vor ihm wird ein Mandala angelegt. Der Mantra beginnt mit Om und den sechs Ra-Vokalformen, danach einer in der Vorlage als gre gre überlieferten Anrufung.
32.189 „Herr des Glanzes, gewähre mir rasch Vollendung! Nimm, nimm diese Mungbohnengabe; Hum, Phat.“ Die Silbenzahl wird durch ein nicht eindeutig aufgelöstes Zahlwort bezeichnet.
32.190 Am südlichen Pfahl wird Yama mit Dam angerufen und verehrt. Danach folgt seine Bali-Formel.
32.191 Sie beginnt mit Om und den sechs Pra-Vokalformen: „Yama, Herr der Verstorbenen, sei mir rasch gnädig!“
32.192 „Nimm, nimm diese Gabe von Alkohol im Gefäß; Hum, Phat.“ Der Mantra gilt als neununddreißigsilbig.
32.193 An der Südwestecke wird Nirriti mit Ksham angerufen und verehrt. Nun folgt die Bali-Formel.
32.194 Sie beginnt mit Om, dreimal Prem, dreimal Hum, zweimal Shrim, Hrim und nochmals zweimal Rama. „Herr der Rakshasas, sei mir rasch gnädig!“
32.195 „Nimm, nimm diese Kichererbsengabe!“ Die Formel gilt als sechsunddreißigsilbig. Danach geht der Übende zum westlichen Pfahl.
32.196 Dort wird Varuna mit Vam angerufen. Die Bali-Formel beginnt mit Om, Vram und Vrim: „Varuna, Varuna,
32.197 Herr des Wassers, sei gnädig! Nimm, nimm diese Gabe gekochten Reises; Hum, Phat.“
32.198 Dieser Varuna-Bali-Mantra gilt als dreißigsilbig. Danach folgt die Verehrung am nordwestlichen Pfahl.
32.199 Vayu wird mit Yam angerufen. Sein Mantra beginnt mit Om, Vam, Vim, Vum, Kram und Krim: „Vayu, Vayu!“ Eine weitere Silbe lautet Bhuvah.
32.200 „Sei mir rasch gnädig! Nimm, nimm diese Gabe für Vayu; Hum, Phat.“ Die Formel wird als fünfunddreißigsilbig bezeichnet.
32.201 Am nördlichen Pfahl wird der Herr des Reichtums mit Kum angerufen und verehrt. Danach folgt die Bali-Gabe.
32.202 Der Mantra beginnt mit Om, Krim, Krum, Krim, Namah und zweimal Kram: „Herr der Yakshas, sei mir rasch gnädig! Nimm, nimm meine Gebäckgabe; Hum, Phat.“ Er gilt als vierunddreißigsilbig.
32.203 Am nordöstlichen Pfahl wird Ishana mit Hum verehrt und erhält eine Bali-Gabe.
32.204 Die Formel beginnt mit Om, Shram, Shrim, Shrum, nochmals zweimal Shrim und Shrum: „Nimm, nimm die Shashkuli-Gebäckgabe; Hum, Phat.“ Die Zahlenangabe steht als „Mond-Schlange“ und ergibt nach der üblichen Umkehrlesung einundachtzig; sie passt nicht zur knapp ausgeschriebenen Formel.
32.205 Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern geht man zum mittleren Pfahl. oṃ stāṃ stīṃ hrīṃ stambhāya namaḥ gilt als neunsilbiger Mantra zu dessen furchtloser Verehrung.
32.206 Der große Schutzpanzer-Mantra dient dem Schutz des Körpers. Er beginnt mit Om, Hram, Hrim, Hrum, Namah und Hum, danach folgen Ksham, Kshim, Kshum und Kshah.
32.207 Weitere Kha-Ra-, Gha-Ra-, Sra- und Mra-Lautfolgen schließen an, zuletzt wiederholtes Ho. Einzelne Vokal- und Wiederholungsangaben sind in der Vorlage nicht eindeutig.
32.208 Nach siebenmal Hum und Phat heißt es: „Von allen Seiten schütze, schütze! Schütze, schütze, Bhairava!“
32.209 „Herr, Herr! Phat.“ Die Formel gilt als einundfünfzigsilbig. Nach Rezitation und Selbstschutz wird nahe dem mittleren Pfahl
32.210 ein Sitz ausgebreitet und nach Osten gewandt Platz genommen. Vor dem Übenden liegt der mit Kuhdung und weiteren Stoffen bestrichene Boden.
32.211 Darauf werden ein achtblättriger, ein sechzehnblättriger und außen nochmals ein achtblättriger Lotos angelegt. Die mit Asitanga beginnenden Bhairavas
32.212 werden auf acht Blättern verehrt. Auf den sechzehn folgen Kulisha, Sukulisha, Jamitra, Damara und Ribha,
32.213 Prachanda, Chandakesha, Chandatman, Chamara, Charitra, Chamatkara, Chanchala und Charubhushana,
32.214 Chamikara, Charuvaha und Chakita. Diese sechzehn, von Wonne erfüllten Gestalten werden mit ihren eigenen Namen verehrt.
32.215 Auf dem äußeren achtblättrigen Lotos stehen Brahmi und die übrigen Mütter. Im äußeren Gang folgen Richtungshüter, außerhalb deren Waffen und weitere Gestalten.
32.216 Diese heißen Chanda, Prachanda, Urdhvakesha, Bhishana, Udbhishana, Vyomakesha, Vyomabahu und Vyomavyapaka.
32.217 Mit „Komm herbei!“ werden diese Viras angerufen und furchtlos verehrt. Danach folgen die Einsetzungen.
32.218 Nun wendet sich der Übende nach Westen, verehrt die Mala und rezitiert laut. Dadurch soll Bhairava selbst täglich erscheinen.
32.219 Mit der linken Hand wird die der Überlieferung entsprechende Bali-Gabe dargebracht. Furchtlos und freudig werden Speisung und Rezitation fortgesetzt.
32.220 Wenn der zufriedene Gott sagt: „Wähle deinen gewünschten Segen“, wird seine Erfüllung erwartet. Auf dem rechten Weg soll ihn Milch zufriedenstellen.
32.221 Auf dem linken und den weiteren Wegen werden Fleisch, Alkohol und Blut genannt. Nach vollständiger Verneigung auf dem Boden spricht der Übende den gewünschten Segen aus.
32.222 Nach der Heimkehr wird ein dreitägiges Fest veranstaltet. So beschreibt der Text die Vollendung auf dem Verbrennungsplatz im Kali-Zeitalter.
32.223 Bei entsprechendem Vollzug soll der Gott unmittelbar sichtbar werden. Damit seien Mantras und Verfahren sämtlicher Bhairavas erläutert.
32.224 Nun folgt der höchste Kshetrapala-Mantra. Er beginnt mit Kshaum und nennt Kshetrapala im Dativ; die Formel gilt als achtsilbig.
32.225 Mit Om am Anfang gilt sie als neunsilbig auf rechtem beziehungsweise linkem Weg; die Abgrenzung beider Formen ist knapp. Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Kshetrapala.
32.226 Kshaum ist der Keim, Namah die Kraft. Die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen dient den sechs Gliedereinsetzungen.
32.227 Der Gott wird dunkel wie ein Berg aus Augensalbe betrachtet, rundgesichtig, dreiaugig und mit aufgerichtetem gelbbraunem Haar.
32.228 Seine Fangzähne machen das Gesicht furchtbar; er ist der schreckliche Herr der Richtungen. Rechts trägt er eine Keule, links einen Schädel; Schlangen schmücken ihn.
32.229 Auf dem Shiva-Sitz mit den acht Richtungen und ihren Göttern steht er in der Mitte. Die sechs Gliedergottheiten werden in der Lotosmitte, weitere Gestalten auf den Blättern verehrt.
32.230 Diese heißen Anala, Agnikesha, Karala, Kantikaraka, Mahakopa, Pishitasya, Pingaksha und Urdhvakesha.
32.231 Im Gang des Erdquadrats stehen die Welthüter samt Waffen. Nach Räucherwerk und Licht folgen Speisegaben mit dem nun genannten Mantra.
32.232 „Komm, komm!“ Die weitere Formel nennt die inneren Burgen des Feindes, zweimal „Zerbrich!“, zweimal „Lass tanzen!“ und zweimal vipra; einzelne Wörter sind unsicher.
32.233 „Großer Bhairava, Kshetrapala, Gott, nimm, nimm die Gabe; Svaha.“ Die Formel gilt als fünfunddreißigsilbig.
32.234 Vorgesehen sind einhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an gheebenetztem Charu. Danach folgen Wasserspenden.
32.235 Nun folgt eine Anwendung, die sämtliche Bedrängnisse beseitigen soll. Nachts wird im Hof des Hauses ein schönes, vorzügliches Opferfeld bereitet.
32.236 Dort wird Kshetrapala nach der beschriebenen Ordnung angerufen und verehrt. Auf dem rechten Weg wird eine große, mit Milch und weiteren Stoffen bereitete Gabe genannt; das genaue Wort für ihre Form ist unsicher.
32.237 Auf dem linken Weg werden Kula-Stoffe, auf anderen die jeweils überlieferten Gaben verwendet. Mit dem folgenden Mantra wird die Bali-Gabe in seine Hand gelegt.
32.238 „Komm, komm! Turu, turu; muru, muru!“ Weitere verdoppelte Laut- und Befehlsformen schließen an: „Schlage! Das Hindernis vernichte, vernichte!“
32.239 „Kraftvoller Kshetrapala, nimm, nimm die Gabe; Svaha.“ Der Bali-Mantra wird als fünfundvierzigsilbig bezeichnet.
32.240 Auch die Begleitgestalten erhalten unter ihren jeweiligen Namen Gaben. Der so zufriedengestellte, freudige Kshetrapala
32.241 soll Herrlichkeit, Sieg, Gesundheit, Glück und weitere Güter schenken sowie grausame Geister und Schadenzauber rasch abwehren.
32.242 Nun folgt ein wunderbarer Feuer-Mantra gegen Gift: khaḥ khaṃ. Er ist zweisilbig, sein Seher Agni.
32.243 Versmaß ist Pankti und Gottheit Agni. Khah gilt als Keim, Kham als Kraft. Kha mit sechs langen Vokalen dient den Gliedereinsetzungen.
32.244 Betrachtung und Verehrung entsprechen dem Vaishvanara-Mantra. Vorgesehen sind zwölftausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben; nach Wasserspenden folgen Anwendungen.
32.245 In der linken Hand wird ein fünfblättriger Lotos betrachtet, in dessen Mitte Kha mit Visarga steht.
32.246 Auf den fünf Blättern wird Kha mit Anusvara vorgestellt. Die Gestalt ist nektarhaft; danach werden ihre Flamme und die Waffe betrachtet.
32.247 Ganz von Nektar erfüllt berührt der Übende die von Gift betroffene Person und rezitiert einhundertachtmal.
32.248 Dies soll Gift, ergreifende Mächte, Geister, Schlangen- und Skorpionschmerzen, Fieber, Verdauungsstörungen, Visarpa, Zahn- und Augenschmerzen sowie Beschwerden am ganzen Körper beseitigen. Dies ist ein historischer Heilanspruch.
32.249 Nun folgt der dreisilbige Chanda-Mantra oṃ huṃ phaṭ. Seher ist Trika, Versmaß Anushtubh und Gottheit Chanda.
32.250 Der erste Laut gilt als Keim, der letzte als Kraft; die Anwendung betrifft gewünschte Ziele. dīpta phaṭ gehört zum Herzen, jvālā phaṭ zum Kopf.
32.251 jvālāmāli phaṭ gehört zur Scheitelhaarlocke, tat phaṭ zum Schutzpanzer, hana phaṭ zu den Augen und sarvajvālini phaṭ zur weiteren Waffenformel.
32.252 Mit diesen Mantras und ihren jeweiligen Abschlussformen werden die sechs Glieder eingesetzt. Chandeshvara wird rot, dreiaugig und rot gekleidet betrachtet.
32.253 Er trägt den Mond, einen gebundenen Haarknoten und Schlangen; seine Hände halten Dreizack, Axt, Wassergefäß und Bergkristallkette.
32.254 Auf dem Shiva-Sitz erfolgt die Anrufung mit der Gayatri. Der Verehrungsmantra verbindet den sechsten Vokal mit Bindu, Chandeshvara im Dativ und Namah.
32.255 Er wird als achtsilbig bezeichnet. Die Gliedergottheiten werden wie zuvor verehrt, auf den Blättern die Mütter und im äußeren Gang Welthüter und Waffen.
32.256 „Wir wollen Chandeshvara erkennen; über den überaus Furchtbaren meditieren wir. Möge Chanda unser Erkennen anregen.“
32.257 So lautet die Chanda-Gayatri. Vorgesehen sind dreihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Sesam und Reis mit den drei süßen Stoffen.
32.258 Alternativ wird Rajavriksha-Holz verwendet. Nach Wasserspenden und Vollendung folgen besondere Anwendungen.
32.259 Eine Figur aus Reismehl wird rituell belebt, mit den drei süßen Stoffen benetzt und für ein mit Devakashtra-Holz unterhaltenes Feuer vorbereitet.
32.260 Die Figur eines Mannes wird vom rechten Daumen, die einer Frau vom linken Fuß aus in Teile zerlegt und geopfert.
32.261 Dies soll Brahmanen und andere Menschen gefügig machen. Danach werden täglich einhundertacht Blütenopfer genannt.
32.262 Über sieben Tage sollen sie das Gewünschte sicher verleihen; der genaue Gegenstand bleibt verkürzt. Wasserspenden an Shiva mit diesem Mantra über vier Monate sollen Wohlstand schenken.
32.263 Eine weitere Figur wird aus dem dem Geburtsstern der Zielperson zugeordneten Baum hergestellt und rituell belebt. Sie wird berührt, besprochen, verehrt und nachts geopfert.
32.264 Dadurch soll eine Frau oder ein Mann lebenslang gefügig werden. Auch die Anwendungen des fünfsilbigen Mantras werden übernommen. Die Figurenrituale dokumentieren historische Fremdbeherrschungsmagie.
32.265 Nun folgt der höchste Mantra Bandis, einer Shakti Bhairavas. Sie bindet die vom Text als besonders sündhaft Bezeichneten und befreit ihre Verehrer von Verfehlung; durch ihre Kraft soll Bhairava in Kashi Herrschaft besitzen.
32.266 Ihr Mantra verbindet Om, zweimal Hili, die Göttin Bandi im Dativ und Namah. Er gilt als elfsilbig; Seher ist Bhairava.
32.267 Versmaß ist Trishtubh, Gottheit die Göttin Bandi. Die sechs Gliedereinsetzungen verwenden ein und danach fünfmal zwei Silben. Sie wird auf einem Juwelenthron betrachtet.
32.268 Sie ist dunkel wie eine Regenwolke, trägt einen Nektarkrug und gewährt Furchtlosigkeit. Zur Befreiung aus Bindung wird sie auf dem bei Ekavira beschriebenen Sitz verehrt.
32.269 Die Gliedergottheiten stehen in den Staubfäden. Auf den Blättern folgen Kali, Tara, Bhagavati, Kubja und Shitala,
32.270 Tripura, Matrika und Lakshmi. Im Erdquadrat stehen die Richtungshüter, im vorderen äußeren Gang ihre Waffen. So wird Bandi verehrt.
32.271 Vorgesehen sind zweihunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit Milchreis. Nach Wasserspenden folgen Anwendungen.
32.272 Einundzwanzig Tage lang wird nach Ganesha-Verehrung täglich zehntausendmal rezitiert, bei sexueller Enthaltsamkeit.
32.273 Dies soll einen im Gefängnis Gebundenen befreien. Eine weitere Anwendung zeichnet mit Ghee ein Quadrat auf ein Gebäckstück.
32.274 In der Mitte steht Tha, darin die Bitte, eine namentlich genannte Person zu befreien. In die Richtungen wird Hrim geschrieben.
32.275 Ein weiteres Quadrat wird von einer Formel umschlossen, die Sprach-, Maya- und Shri-Keimsilbe, Bandi, den Namen der Person und die Bitte um Lösung der Fessel enthält: „Vollbringe, vollbringe; Svaha.“ Sie gilt als achtzehnsilbig.
32.276 Auf dem Gebäck wird Bandi samt ihrem Kreis verehrt. Danach wird es dem im Gefängnis befindlichen Freund gegeben.
32.277 Er soll es rein und schweigend essen; dadurch soll er rasch aus der Haft frei werden. Dies ist ein überliefertes Befreiungsritual, kein gesicherter Wirkungszusammenhang.
32.278 Nun folgt Karttikeyas höchster Mantra: Om, Vam und vahnaye namaḥ – „Verehrung dem Feuer.“ Er ist siebensilbig.
32.279 Seher ist Brahma, Versmaß Gayatri und Gottheit Guha. Namah ist die Kraft, Om der Keim. Die von Om eingeleiteten Laute dienen den sechs Gliedereinsetzungen.
32.280 Guha wird mit Speer, Hahn und Gebetskette betrachtet; eine Hand gewährt Segen. Er ist rot, trägt rote Gewänder und vorzüglichen roten Schmuck.
32.281 Den ersten Kreis bilden die Gliedergottheiten auf sechs Blättern. Auf acht weiteren folgen Jayanta, Agnikesha und Krittikaputra,
32.282 Bhuta, der Heerführer, Guha, Hiranyashulaka und Chitraksha. Einzelne Namen sind in der Vorlage verkürzt getrennt. Im Erdquadrat werden Indra und die übrigen Hüter verehrt.
32.283 Die vorbereitende Vollzugsordnung umfasst zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Ghee-Gaben. Nach Wasserspenden gilt der Mantra als Wohlstand, Schutz, Sieg und Söhne verleihend.
32.284 Nun folgt der besonders vollendende Mantra Shitalas, die als Wäscherin von Maheshas Gewändern bekannt ist.
32.285 Er besteht aus Om, Maya, Rama und śītalāyai namaḥ und gilt als neunsilbig. Seher ist Upamanyu, Versmaß Brihati und Gottheit Shitala.
32.286 Die Lakshmi-Keimsilbe beziehungsweise die beiden genannten Keime mit sechs langen Vokalen dienen den sechs Gliedereinsetzungen. Shitala wird unbekleidet auf einem Esel betrachtet.
32.287 Sie trägt Besen und Worfelschaufel in den Händen und wird mit roten Blüten und Kühlendem verehrt. Auf dem Kopf trägt sie ein Bündel mit durch Öl und andere Stoffe verschmutzter Wäsche.
32.288 In einem Dreieck wird die Göttin verehrt, in den Ecken Kodrava, Masurika und Sharavika, im Erdquadrat die acht Bhairavas.
32.289 Zehntausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl an Milchreisgaben sind vorgesehen. Nach Wasserspenden soll der Mantra vollendet sein.
32.290 Eintausend Wiederholungen, bis zum Nabel im Wasser stehend, und eine Besprengung sollen Hautblasen unmittelbar beseitigen.
32.291 Im Geschlecht des Mantravollenders und in einem Haus mit der von ihm besprochenen Asche sollen keine Pocken auftreten. Dies ist eine historische Schutzbehauptung, keine medizinische Vorsorge.
32.292 Nun folgt der höchste Mantra ihres Gemahls: Om, der Prasada-Keim, Yam, Vam, vyomavyāpine und Svaha. Eine Zusatzanmerkung deutet die Abschlussangabe als zweimal Svaha.
32.293 Die Formel gilt als elfsilbig. Nyasa, Betrachtung und Rezitation entsprechen dem Prasada-Mantra; die Vorbereitung umfasst fünfzigtausend Wiederholungen. Ein Zehntel wird mit Ghee geopfert, danach folgen Wasserspenden.
32.294 Ein zehnmal mit dem vollendeten Mantra besprochenes Arzneimittel soll selbst bei verlorener Wirkkraft seine beschriebenen Eigenschaften zurückgewinnen.
32.295 Alternativ werden elf Wiederholungen genannt. Die einem Kranken gegebene Arznei soll dadurch ihre volle Wirkung entfalten. Dies ist eine religiöse Behauptung über Arzneiwirkung.
32.296 Wer zwölf Jahre lang täglich morgens elfmal besprochenes Wasser trinkt, soll ohne Falten und graues Haar hundert Jahre jugendlich leben.
32.297 Nach drei Jahren sollen schwere Krankheiten wie Lepra beziehungsweise Hautleiden verschwinden; bei einer elftägigen Wasseranwendung gilt der Mantra ebenfalls als krankheitsbeseitigend. Der genaue Schlussbezug ist knapp.
32.298 Nun folgt der Bhairava liebe Laghushyama-Mantra: mit der Sprachkeimsilbe beginnend, Verehrung, Ucchishta-Chandali, Matangi, „du, die alles gefügig macht“, und Svaha. Er wird als zwanzigsilbig bezeichnet.
32.299 Seher ist Madana, Versmaß eine mit Nivrit beginnende Gayatri-Form, Gottheit Laghushyama und Keim die Sprachkeimsilbe.
32.300 Svaha ist die Kraft; die Anwendung betrifft sämtliche Wünsche. Mit Sprachkeim wird Rati am Kopf, mit Maya Priti am Herzen eingesetzt.
32.301 Mit Kama wird Manobhava an den Füßen eingesetzt. Danach folgen Willens-, Erkenntnis- und Handlungskraft.
32.302 Mit Sprach-, Maya- und Kama-Keim werden sie an Mund, Hals und Schulterbereich eingesetzt. Dram mit Dravana gehört zum Kopf, ein erneut als Dram überlieferter Keim mit Shoshana zum Gesicht.
32.303 Klim mit Tapana folgt am Herzen, Blum mit Sammohana am Geschlechtsorgan und Sa mit Utpadana an den Füßen. Danach folgen die sechs Gliedereinsetzungen.
32.304 Dafür werden Abschnitte von drei, drei, drei, drei, sechs und zwei Silben verwendet. Anschließend werden Nam und Ksham mit der Verehrung der Brahmi-Tochter am Kopf eingesetzt; die Keimtrennung ist in der Vorlage beschädigt.
32.305 Im und Lam gelten der Maheshvari-Tochter an der linken Schulter, Kum und Ham der Kaumari-Tochter an der rechten.
32.306 Om mit der Verehrung der Varahi-Tochter wird an der linken Seite, Om und Sam mit der Indrani-Tochter an der rechten Seite eingesetzt.
32.307 Om und Cham gelten der Chamunda-Tochter am Nacken, Nah und Lam der Mahalakshmi-Tochter am Herzen. Eine Vaishnavi-Zuordnung wird in dieser Reihe nicht eigens genannt.
32.308 Mit Om und Sprachkeim sowie dem vierten Vokal werden danach die acht als Töchter bezeichneten Siddhis an Kopf, Stirn, Brauenmitte, Hals, Herz, Nabel, Wurzelzentrum und einem weiteren inneren Bereich eingesetzt.
32.309 Genannt werden Anima, Mahima, Garima, Laghima, Vashita, Prakamya und Prapti. Obwohl von acht Siddhis gesprochen wird, stehen hier nur sieben Namen.
32.310 Danach werden acht Apsaras als Töchter mit vorangestelltem Kama-Keim eingesetzt: an Kopf, Stirn, Augen, Mund, Ohren und Nacken.
32.311 Sie heißen Urvashi, Menaka, Rambha, Ghritachi, Punjikasthala, Sukeshi, Manjughosha und Maharangavati.
32.312 Es folgen Töchter der Yakshas, Gandharvas, Siddhas, Menschen, Nagas, Vidyadharas, Kimpurushas und Pishachas.
32.313 Mit Klim am Anfang und Namah am Ende werden sie an beiden Schultern, Herz, beiden Brüsten, Bauch, Genitalbereich und Wurzelzentrum eingesetzt.
32.314 Die binduhaltigen Grundmantrasilben mit Om und Namah werden an den Gelenken und Enden beider Hände und Füße eingesetzt.
32.315 Für die Arme nennt der Text Schulter, Ellenbogen, Handgelenk und Fingeransatz, für die Beine zunächst Hüfte und Knie.
32.316 Knöchel und Zehenwurzeln vervollständigen die vier Gelenkstellen des Beines. Nach diesen Nyasas vergegenwärtige man sich Laghushyama.
32.317 Sie befindet sich in einem Edelsteinhaus auf einer Insel im Nektarmeer, trägt Rubinschmuck, lächelt und ist in ein Gewand von der Farbe der blauen Wasserlilie gehüllt.
32.318 Ihre Lotusfüße sind mit rotem Lack gefärbt; sie spielt die Vina. Man betrachte sie mit drei Augen, Betel im Mund und der Mondsichel als Schmuck.
32.319 Matangi in ihrer Gestalt Laghushyama wird auf dem beschriebenen Sitz verehrt: im Dreieck, im Fünfeck und im sechzehnblättrigen Lotus.
32.320 Die Anlage wird von einem Erdquadrat mit vier Toren umschlossen. In den bei der Feuerecke beginnenden Ecken stehen Willens-, Erkenntnis- und Handlungskraft; davor die fünf Pfeile.
32.321 An den Staubfäden stehen die Gliedergottheiten; im achtblättrigen Bereich Brahmi und die übrigen Mütter. Anima und die weiteren Vollkommenheiten werden ebenfalls verehrt; anschließend folgt der sechzehnblättrige Bereich.
32.322 Dort stehen Urvashi und die weiteren himmlischen Jungfrauen; im Erdquadrat, nach den vier Richtungen geordnet, beginnen die Yoginis mit Gajanana, Simhamukhi, Ghridhrasya und Kakatuṇḍika.
32.323 Es folgen Ushtragriva, Hayagriva, Varahi, Sharabhanana, Uluki, Shivarava, Mayuri und Vikatanana,
32.324 Ashtavaktri, Kotarakshi, Vakra und Vikatalochana. Diese sechzehn Yoginis werden im Osten verehrt.
32.325 Im Süden stehen Shushkodari, Lalajjihva, Adamshtra, Vanaranana, Tryaksha, Kekarakshi, Brihattunda und Surapriya,
32.326 Kapalahasta, Raktakshi, Shuki, Shyeni, Kapotika, Pashahasta, Dandahasta und Prachanda. [Die Vorlage zählt hier verkürzt „26“.]
32.327 In der folgenden Reihe werden die schrecklichen Gestalten verehrt; die Einleitung der Liste ist beschädigt. Genannt werden Shishughni, Papahantri, Kali und Rudhirapayini,
32.328 Vasandhaya, Garbhabhaksha, Shavahasta, Antramalini, Shulakeshi, Brihatkukshi, Sarpasya und Pretavahini,
32.329 Dandashukakara, Kraunchi, Bhutaramya und Vrishanana. Die nächste Gruppe beginnt mit Vyaghrasya, Bhimanihshvasa, Vyomaikacharana und Ardhadrik,
32.330 Lapini, Sheshini, Drishti, Katara, Sthulanasika, Vidyutprabha, Balakasya, Marjari und Katilanana,
32.331 Attattahasa, Kamakshi und Shvasamanashruti. Die Dakinis werden der Reihenfolge nach in den bei der Feuerecke beginnenden Ecken verehrt. [Mehrere Namen sind unsicher überliefert.]
32.332 Mit ihren jeweiligen Mantras verehre man Batuka, Ganesha, Kshetrapala und Durga; außerhalb davon Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Vajra und die weiteren Waffen.
32.333 An den vier Toren stehen Musikinstrumente. Die anschließenden Bezeichnungen „tanvana“, „dhanindhana“ und „suchira“ sind in der Vorlage nicht eindeutig. Damit ist die Verehrung in zwölf Umkreisen beschrieben.
32.334 Wer diese Gottheit verehrt, wird nach dem Text zum Bewahrer aller Güter. Auch die bei Matangis Mantra beschriebenen Anwendungen gelten hier.
32.335 „Nun werde ich die Gayatri nennen.“ Mit ihr werden sämtliche Opfermaterialien besprengt; ihr wird Macht über Könige und Königssöhne zugeschrieben. [Eine ausgeschriebene Gayatri folgt an dieser Stelle nicht.]
32.336 Wer diese Gayatri verehrt, soll jene seinem Willen unterwerfen können. Frauen aber sind wie die Göttin zu ehren und dürfen niemals herabgesetzt werden.
32.337 Nun werde ich den Mantra der fünf Kameshvaris darlegen. Er besteht aus den Keimsilben der Pfeile des Liebesgottes.
32.338 Seher ist Sammohana, Versmaß Gayatri und Gottheit Baneshi. Der ganze Mantra und seine einzelnen Teile dienen dem sechsfachen Glieder-Nyasa.
32.339 Die fünf Gottheiten werden auf Kopf, Füße, Mund, Geschlechtsbereich und Herz gelegt. Ihre Reihe beginnt mit Dravani und Kshobhani; eine Silbenangabe davor ist verderbt.
32.340 Es folgen Vashakarini, Akarshini und als fünfte Sammohini. Ich verehre sie rötlich leuchtend, rot gekleidet, mit mannigfachen Edelsteinen geschmückt und mit Pfeilen, Bogen, Treibstachel und Schlinge in den Händen.
32.341 Mohini, Kshobhini, Shyama, Stambhini, Akarshini, Dravini, Hladini, Klinna und Kledini sind die Kräfte des Sitzes. Dessen Mantra lautet, mit dem Wurzelmantra eingeleitet: „Verehrung dem Yogasitz Baneshis.“
32.342 Nachdem mit diesem Mantra der Sitz dargebracht wurde, verehre man darauf die Göttin: zuerst die sechs Glieder, dann Dravini und die übrigen in den Richtungen vor ihr.
32.343 Auf den Blättern stehen Anangarupa, Anangamadana, Anangamanmatha, Anangakusuma und Anangamadanatura,
32.344 ferner Ananganishita, Anangamekhala und Anangabhumika. Im Erdquadrat stehen die Richtungshüter mit ihren Waffen.
32.345 Vorgesehen sind 500.000 Wiederholungen und ein Ghee-Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl. Nach Trankspende und weiteren Abschlussriten gilt der Mantra als für Anwendungen geeignet.
32.346 Ein dreitägiges Feueropfer von täglich tausend mit Joghurt verbundenen Ashoka-Blüten soll nach dem historischen Text alle Lebewesen gefügig machen.
32.347 Ein Opfer aus Puffreis und Joghurt soll dem Mantraübenden eine Braut verschaffen; binnen zweier Monate werde sie seinem Willen unterworfen. Dies ist ein überliefertes Beeinflussungsversprechen.
32.348 Ein weiteres Liebeszauberverfahren nennt 108 Opfer mit Kuhghee; der dabei geweihte Rest wird einer Frau gegeben.
32.349 Mit diesem Ghee und der Vorstellung des Geliebten soll sie ihn gefügig machen. Ein Opfer duftender Blumen soll den gewünschten Reichtum verschaffen.
32.350 Nun werde ich den erhabenen Mantra jener nennen, die auf Rudras Haupt wohnt. Er beginnt mit Om, „namah shivaye“ und „narayanyai“;
32.351 „dashaharayai gangayai svaha“ bildet den Abschluss. Der Text nennt zwanzig Silben, Vyasa als Seher, Kriti als Versmaß und Ganga als Gottheit.
32.352 Das sechsfach gegliederte Nyasa verwendet Abschnitte von drei, drei, vier, fünf, drei und zwei Silben. Man betrachte Ganga vierarmig, dreiäugig und mit allen Schmuckstücken geziert,
32.353 mit Edelsteinkrug, weißem Lotus, Wunschgewährung und Furchtlosigkeit in den Händen; ihr werden Fliegenwedel zugefächelt, und ein weißer Schirm schmückt sie.
32.354 Vorgeschrieben sind 100.000 Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl aus Sesam und Ghee. Bhagirathi wird auf dem mit Jaya und den übrigen Kräften versehenen Sitz verehrt.
32.355 An den Staubfäden stehen die Glieder; auf den Blättern Rudra, Hari, Brahma, Surya, Himalaya, Mena, Bhagiratha und der Herr der Gewässer.
32.356 An den Blattspitzen verehre man Fisch, Schildkröte, Frosch und Makara sowie Schwäne, Karandava-Enten, Chakravaka-Vögel und Sarasa-Kraniche.
32.357 Im Quadrat stehen Indra und die übrigen Richtungshüter mit ihren Waffen. Der so vollendete Mantra soll dem Übenden das Erwünschte schenken.
32.358 Besonders am zehnten Tag der hellen Monatshälfte des Jyeshtha werde die Göttin verehrt. Zehn Brahmanen werden zehn Prastha Sesam gegeben.
32.359 Tausend Wiederholungen, Feueropfer und Fasten sollen den Menschen von Verfehlungen reinigen und ihm auf Erden alle Genüsse erschließen.
32.360 Am Ganga-Ufer werden für jede Silbe 100.000 Wiederholungen und ein Lotus-Feueropfer genannt. Mit vorangestelltem Shri-Bija soll sich Wohlstand nach allen Seiten entfalten.
32.361 Ein entsprechendes Opfer reifer Bilva-Früchte soll die Welt gefügig machen; Sesam soll Verfehlungen verbrennen, Durva-Gras schwere Krankheiten beseitigen. Dies sind Wirkungszuschreibungen der Quelle.
32.362 Ein Betel-Feueropfer soll selbst Königen schwer erreichbare Genüsse verschaffen. Wer Ganga verehrt und ihr Tulasi-Blütenstände darbringt,
32.363 und den Mantra mit festem Geist hunderttausendmal in der Einsamkeit spricht, dessen Sprachkraft soll sich wie Gangas Strom entfalten.
32.364 Nun werde ich einen weiteren Mantra darlegen, der Verfehlungen des linken Ritualwegs vernichten soll und durch dessen Kraft auch äußerlich Opfernde Vollendung erlangen sollen.
32.365 Er wird angegeben als: „Om namo bhagavati aim lihi lihi hili hili gange mam pavaya pavaya“ – „O Ganga, reinige mich, reinige mich“ –
32.366 mit „svaha“ am Ende. Dieser als 27-silbig bezeichnete Mantra soll Verfehlungen vernichten. Seher ist Ishvara, das Versmaß wird als unbegrenzt angegeben, die Gottheit ist Ganga. Die Gliederabschnitte haben drei, vier, fünf, sieben, sechs und zwei Silben.
32.367 Man betrachte sie rot gekleidet und von roter Farbe, mit Dreizack, Krug, Wunschgewährung und Furchtlosigkeit in den Händen, lächelnd und auf einer Schildkröte sitzend; die Götter dienen ihr beständig zur Tilgung aller Verfehlungen.
32.368 Die Göttin steht in der Lotusmitte, die Glieder im Sechseck. Im Viereck verehrt man Kaveri, Yamuna und Gandaki
32.369 und Kaushiki. Auf den äußeren Blättern folgen das Meer des Sura-Tranks, das Meer des Asava-Tranks, das Milchmeer und das Honigmeer,
32.370 das Joghurtmeer, Gheemeer, Madya-Meer und Ira-Meer, das Metallmeer, Edelsteinmeer, Zuckerrohrsaftmeer, Madhvi-Meer, Salzmeer und Nektarmeer. [Einige Getränkebezeichnungen überschneiden sich; die Namen der Vorlage bleiben unterscheidbar.]
32.371 Im Erdquadrat stehen die Richtungshüter. So ohne Habgier verehrt, soll die vorzüglichste der Flussgöttinnen auch Verfehlungen des linken Wegs aufheben.
32.372 Für jede Silbe werden 100.000 Wiederholungen genannt, dazu ein Lotus-Feueropfer mit einem Zehntel der Zahl. Der so vollendete Mantraübende begibt sich an einen wasserlosen Ort, etwa in eine Wüste,
32.373 und führt dort zur Gewinnung von Wasser die vorbereitende Observanz durch. Nach Feueropfer und den übrigen Riten ruft er Ganga an.
32.374 Ein dort angelegter Brunnen soll nach dem Text nektargleiches, einen Weltzeitraum lang beständiges und alle Krankheiten vertreibendes Wasser führen.
32.375 Ohne die ersten sieben Silben ergibt sich eine zwanzigsilbige Form. Seher und weitere Zuordnungen bleiben gleich; die Abschnitte umfassen fünf, vier, drei, drei, drei und zwei Silben.
32.376 Diese bilden die sechs Glieder. Die vorbereitende Observanz umfasst 100.000 Wiederholungen; Opfermaterialien und die weiteren Bestimmungen entsprechen der vorigen Form.
32.377 Als Anwendung heißt es: Wer im Wasser stehend zehntausendmal rezitiert, soll binnen drei Tagen auch in einer regenlosen Zeit reichlichen Regen hervorrufen.
32.378 Nach zehntausend Wiederholungen und tausend Lotusopfern soll der geweihte Gheerest einer Frau oder Kuh überreiche Milch verleihen. Dies ist eine historische Ritualbehauptung.
32.379 Eine Frau, die ein Jahr lang mit diesem Mantra geweihtes Wasser trinkt, soll Söhne von Bhishmas Tapferkeit gebären.
32.380 Das Wasser von den Füßen eines diesem Japa ergebenen Übenden soll, auf das Herz eines vermeintlich Besessenen gesprengt, diesen unmittelbar befreien.
32.381 Eine weitere Form lautet: „Om hili mili hili mili gange devi namah.“ Der Text zählt fünfzehn Silben; Seher und Verehrung entsprechen dem Vorhergehenden.
32.382 Die sechs Glieder verwenden drei, zwei, zwei, zwei, vier und zwei Silben. Wer sich diesem Mantra widmet, soll nicht außerhalb einer heiligen Pilgerstätte sterben.
32.383 Die nächste Formel verbindet Om, Lajja und Rama, „namah“, „bhagavati“, die Anrede „ganga-dayite“, nochmals „namah“, die Schutzsilbe und die Waffensilbe.
32.384 Der Text nennt achtzehn Silben; Seher und weitere Zuordnungen gelten wie zuvor. Nach Vollendung durch Japa und die weiteren Riten folgen die Anwendungen.
32.385 Ein Feueropfer mit Putrajiva-Früchten soll einen tugendhaften Sohn verschaffen, Guduchi soll Krankheit beseitigen, ein Lotusopfer Lakshmi gewinnen.
32.386 Shriphala-Früchte werden für Wohlstand, Senf für Schadenszauber, Jati-Blüten für Beeinflussung und Hibiskusblüten für Sieg genannt. Diese Zuordnungen dokumentieren die historische Rituallehre.
32.387 Nun werde ich zwei Mantras Vangmatis darlegen. Der erste verbindet das Sprach-Bija mit „namah“; sein Seher ist Narada.
32.388 Versmaß ist Anushtubh, die Gottheit heißt hier Vangmayi. Die Keimsilbe mit den sechs langen Vokalen bildet den sechsfachen Glieder-Nyasa.
32.389 Sie trägt weiße Gewänder, ist von weißer Farbe und mit weißer Duftpaste bestrichen. In den Händen hält sie Nektarkrug, Lotus, Vina und Buch; sie sitzt auf einem Fisch und trägt Perlenschmuck.
32.390 So wird die Göttin in der Lotusmitte verehrt. Im sechsfachen Umkreis stehen Rudradhara, Matimati, Phalgu, Vishnumati, Prabhavati und Bhanumati; im Erdquadrat die Richtungshüter.
32.391 Dreihunderttausend Wiederholungen, ein Feueropfer aus den fünf Speisen und die abschließende Trankspende sollen den Mantra vollenden.
32.392 Eine historische Säuglingshandlung beschreibt das Auftragen der Keimsilbe mit Honig und einem goldenen Schreibstift auf die Zunge eines Neugeborenen; diesem wird Dichtkunst mit acht Jahren versprochen. Die Passage wird dokumentiert, nicht als Praxis empfohlen.
32.393 Wer die vorbereitende Observanz an Vangmati oder Ganga vollzieht, nehme keine Gaben von anderen an oder lebe von Almosen und bewahre Schweigen;
32.394 er lebe enthaltsam, schlafe auf dem Boden, trage Weiß und bleibe rein. Ihm wird Vollendung der Rede zugesprochen: Er werde Gebender und Genießender, ohne bitten zu müssen.
32.395 Der zweite Mantra beginnt mit den Bijas Rama, Trapa und Vag sowie „vangmatyai namo mama dharanam dhiyam“;
32.396 „vacam gunan pradehi svaha“ schließt ihn: „Schenke mir Merkvermögen, Einsicht, Rede und gute Eigenschaften.“ Der Text zählt 36 Silben; Seher, Verehrung und vorbereitende Observanz entsprechen der vorigen Form.
32.397 Für einen Menschen mit stockender Zunge nennt die Quelle eine sonntägliche Beschriftung der Zunge mit dem Mantra unter Verwendung von Tulasi-Blättern und Vacha-Paste.
32.398 Dazu kommen Schweigen und salzlose Opferspeise. Nach sieben Sonntagen soll er Brihaspati gleichen. Dies ist eine historische Heil- und Sprachzaubervorstellung.
32.399 Zum Verständnis eines nie gehörten Werkes soll ein enthaltsamer, sinnenbeherrschter Übender sonntags den Mantra mit einem goldenen Stift auf Milchreis schreiben.
32.400 Nach dessen Verzehr meditiert er über die Göttin und schläft ein. Im Traum soll er den Sinn des Werkes hören; morgens vergegenwärtigt er sich selbst die Keimsilbe.
32.401 Nun werde ich zwei Mantras Manikarnikas nennen. Der erste beginnt mit Om, Vag, Hrim, Rama und Kama, anschließend nochmals Om, Mam und „manikarnike“.
32.402 Er endet mit „namah“ und wird als sehr schwer zugänglicher vierzehnsilbiger Mantra bezeichnet. Seher ist Vyasa, Versmaß Atishakvari und Gottheit Manikarnika.
32.403 Die sechs Glieder verwenden eine, zwei, zwei, zwei, fünf und zwei Silben. Sie hält rechts eine Zitronatzitrone und links eine Girlande blauer Wasserlilien;
32.404 ihre Hände zeigen auch die Verehrungsgeste. Weiß gekleidet, dreiäugig und mit mondgleichem Gesicht blickt sie nach Westen, lächelt, sitzt auf einem Lotus und trägt eine Lotusgirlande.
32.405 So wird Shri Manikarnika mit vielfältigem Schmuck betrachtet. Der Mantra wird dreihunderttausendmal wiederholt; das Feueropfer umfasst ein Zehntel dieser Zahl.
32.406 Dafür werden weiße Lotusse genannt. Ihre Yantra-Verehrung entspricht der Gangas. Die Göttin wird auch in einen Krug gerufen, verehrt und mit zehntausend Wiederholungen angerufen.
32.407 Die Quelle verbindet Japa und geweihten Milchreis mit der Befreiung eines Gefangenen beziehungsweise der Lösung einer Geburtsbehinderung und dem Ende schmerzhafter Krankheit. Die Zuordnung der Satzteile ist unsicher; eine medizinische Anweisung wird daraus nicht abgeleitet.
32.408 Der Mantra gilt als vorzügliches Mittel gegen Bhutas, Pretas und Pishachas. Ihm werden Lebensgenuss und Befreiung, Wohlstand an Geld und Getreide, Fortbestand der Familie und ein Leben in Kashi zugeschrieben.
32.409 Die zweite Form lautet: „Om mam manikarnike pranavatmike namah“ – „Verehrung Manikarnikas, deren Wesen Om ist.“ Sie wird vierzehnsilbig genannt; Seher und weitere Zuordnungen bleiben gleich.
32.410 Die einzelnen Wörter und der gesamte Mantra bilden die sechs Glieder. Es folgt Narmadas Formel mit „aim shrim mekalakanyayai narmadayai“ und der Verehrungsendung.
32.411 Weitere Anrufungen lauten Somodbhava, Devapaga und Prakalpa, jeweils in der Dativform und mit der Verehrungsendung. Die verschlüsselte Silbenangabe ist nicht eindeutig überliefert.
32.412 Seher ist Bhrigu; das Versmaß wird als unbegrenzt angegeben, Gottheit ist Narmada. Die fünf Namen im Dativ und ihre Gesamtheit dienen dem Glieder-Nyasa.
32.413 Man betrachte sie goldglänzend, auf einer Schildkröte sitzend, dreiäugig und reich geschmückt; sie hält Lotus und Nektarkrug und zeigt Furchtlosigkeit und Wunschgewährung.
32.414 In der Mitte steht die Göttin, auf den sechs Blättern ihre sechs Glieder. Links und rechts werden Ghona und Jyotishmati verehrt.
32.415 Indra und die übrigen Richtungshüter stehen in den Gängen des Erdquadrats. Hunderttausend Wiederholungen und das Feueropfer sollen Lebensgenuss und Befreiung erschließen.
Kolophon: So endet im von Shiva verkündeten Meru Tantra, das Mahamaya und Mahakala billigen, der Prakāśa über die Mantras Bhairavas und weiterer Gottheiten. Die elektronische Vorlage bezeichnet ihn im Kolophon irrtümlich als zweiundzwanzigsten; innerhalb der Werkfolge ist dies der zweiunddreißigste Prakāśa.
Dreiunddreißigster Prakāśa: Yantras und ihre rituellen Anwendungen
33.1 Die Göttin sprach: O Gott, wodurch entsteht Schutz für begünstigte Könige, sodass schädliche Mächte und Feinde ihnen kein Leid zufügen können?
33.2 Wie bleiben Wohlstand und Nachkommenschaft beständig? Welche Handlungen sollen Übende vollziehen, und wie entsteht Vollendung?
33.3 Ishvara sprach: Nun werde ich die in allen Tantras geheim gehaltene Yantra-Lehre darlegen. Wenn ein Vollendeter ein Yantra zeichnet, erlangt es dadurch Wirksamkeit.
33.4 Selbst ein nicht zu erwartendes Vorhaben soll so gelingen. Geht jedoch ein böser Traum voraus, soll das Yantra nicht angefertigt werden.
33.5 An einem günstigen Tag verehrt der Übende seine erwählte Gottheit. Drei Tage schläft er auf dem Boden, lebt von Opferspeise und rezitiert.
33.6 „Ich will dieses Yantra herstellen; o Herr, wie wird es für mich wirken? Der Herr der Götter möge es im Traum sagen.“ Nach der dazugehörigen Verehrung wird an drei Abenden auf den Boden gezeichnet.
33.7 Dem Traum in der dritten Nacht entnimmt der Kundige die Weisung; nach einem günstigen Traum zeichnet er das Yantra.
33.8 Ohne Traum oder bei einem entsprechenden Traum soll er es nicht zeichnen. [Die Vorlage liest hier widersprüchlich „bei gutem Traum“.] Durch Einsetzung des Lebensprinzips in das Yantra soll dessen Frucht entstehen.
33.9 Der Name des Übenden im Genitiv wird zwischen die Keimsilben geschrieben; der Name des Zieles im Akkusativ kommt in die Mitte, „kuru kuru“ an die Seiten.
33.10 Hamsa gilt als Keim des Yantras und wird unter die Mitte geschrieben. Die Silben von „hamsah soham“ werden einzeln verteilt,
33.11 beginnend mit der Nordostecke. Rechts stehen zweimal Im, links zweimal Tha; die Anordnung folgt den Richtungen vom Osten an.
33.12 Lam, Nam, Mam, Ksham, Vam, Yam, Sam und Ham werden vom Osten aus verteilt; zwischen Nordost und Nord stehen Am und Hrim, mit einer weiteren Zuordnung bei Nordwest und Nord. So werden die Keime der Richtungshüter eingesetzt. [Die Ortsangabe ist teilweise elliptisch.]
33.13 „Wir erkennen den König der Yantras; wir meditieren über den Gewährer von Gaben. Möge das Yantra unseren Geist anregen.“
33.14 Je drei Silben dieser Gayatri werden in die Richtungen geschrieben. Außen umfasst der Mantra der Lebensweihe die ganze Zeichnung. Ein so geschriebenes Yantra soll alle Vollendungen gewähren.
33.15 Ist kein bestimmter Träger genannt, wird das Yantra sorgfältig auf Birkenrinde, Leinen oder ein Lotusblatt geschrieben, zu einem kleinen Päckchen geformt und mit Faden umwickelt.
33.16 Mit Lack überzogen wird es in Gold, Silber oder Kupfer eingeschlossen. Es wird mit dem Bija jener Gottheit verehrt, der es zugehört.
33.17 Fehlt eine solche Angabe, dienen die Buchstaben der Matrika zur Verehrung. Genannt werden 1008 Wiederholungen des Wurzelmantras und ein Ghee-Feueropfer.
33.18 Danach wird der Mantra dem Yantra zugeordnet; die Angabe zum Gefäß ist unklar. Das Amulett wird am Kopf, Arm oder Hals zur Verwirklichung des jeweiligen Wunsches getragen.
33.19 Auch die Bhutalipi, die Schrift der Elemente, soll verehrt werden; sie verleihe Yantras Wirksamkeit und ermögliche ohne Mühe die Vollendung aller Mantras.
33.20 Nun folgt die Gewinnung ihres Mantras samt punktierten Silben. Auf den Lautbereich „ak“ folgen nach der Vorlage Rom, Raum, Daum, Daum.
33.21 Dann folgen Ham, Yam, Ram, Vam, Lam, Tam, Kam, Kham, Gam und Gham. Weitere Konsonanten werden durch verschlüsselte Angaben zu den Lautgruppen bestimmt.
33.22 Die anschließende Lautanweisung ist beschädigt; der Mantra wird als 42-silbig bezeichnet. Sein Seher ist Dakshinamurti, sein Versmaß Gayatri.
33.23 Gottheit ist Varneshvari. Die sechs Glieder werden mit Abschnitten der Mantrasilben gebildet; die Zahlenangaben lauten sieben, vier, sieben und dreimal fünf, unter einer nicht eindeutig lesbaren Einschränkung zu den Vokalen.
33.24 Neun Vokale werden nacheinander im Afterbereich, Geschlechtsbereich, an Brust, Nabel, Kehle, im mittleren Haarbereich, am Kopf und am Brahmarandhra eingesetzt. [Die Ortszählung ist in der Vorlage nicht vollständig eindeutig.]
33.25 Für die nach oben, Osten, Süden, Nordosten und Westen gerichteten Gesichter nennt der Text Ham, Yam, Tam, Ram, Vam und Lam; Zahl der Richtungen und Silben stimmen nicht überein.
33.26 An Handspitzen, Handwurzeln, Ellbogen und Fingergelenken, rechts und links, werden die Ta-Gruppe und die erste Konsonantengruppe eingesetzt.
33.27 An Fußspitzen, Fußwurzeln, Knien, Zehengelenken und Knöcheln folgen weitere Lautgruppen; der genaue Lautbeginn ist beschädigt überliefert.
33.28 Zweimal Tha kommt an die beiden Seiten; die mit Ma beginnenden Laute an Nabel und Rücken, Sha, Sha und Sa an Geschlechtsbereich, Herz und die Stelle zwischen den Schultern.
33.29 Dann betrachte man Bhutalipi dreiäugig und mondgeschmückt, mit Wunschgewährung, Gebetskette, Lotus und Schädelschale in den Händen.
33.30 Hunderttausend Wiederholungen, zehntausend Ghee-Opfer und Trankspenden werden genannt. So soll die Verehrung Bhutalipis Yantras vollenden und zur Verehrung Shrividyas befähigen.
33.31 Nun werde ich Herambas vorzügliches Yantra beschreiben. Es wird mit Safran und Moschus auf Birkenrinde geschrieben.
33.32 In die Mitte kommt das erdbezogene Zeichen; darüber „des Soundso“, darunter „den Soundso“, an die Seiten „mache gefügig“.
33.33 Der Kundige trägt die seinem Ziel entsprechende Handlungsformel ein. In die sechs Bereiche der Staubfäden kommen Gam, Gim, Gum, Gaim und Gaum
33.34 und der abschließende Ga-Laut, vom Osten aus rechtsläufig. Es folgt Herambas Mala-Mantra, eingeleitet mit Gam, Namo und der Feuerabschlussformel.
33.35 Genannt werden Am, Am, Hrim, Krim, „namo“ und die Anrufung des Herrn aller Wissensformen im Dativ, sodann „dem Gewährer aller Zielerfüllung“ und „alles Leid“
33.36 „beschwichtigend; komm, komm, o Erhabener; bringe alle zum Sprechen; erschüttere, erschüttere; hrim gam namah svaha“.
33.37 Weitere Keimsilben schließen die Formel ab. Der Text nennt 56 Silben; die chiffrierte Überlieferung erlaubt keine sichere durchgehende Rekonstruktion. Außerhalb des Lotus liegen zwei Kreise.
33.38 In den ersten Ring werden, vor dem Übenden beginnend und rechtsläufig, Lakshmi-Bijas geschrieben; außen umschließt ihn Aim.
33.39 Das Ganze wird zum Päckchen geformt und mit weißem Faden umwickelt. Ohne es Feuer auszusetzen, wird es in drei Metalle eingeschlossen.
33.40 Japa und weitere Riten des Mala-Mantras entsprechen der Heramba-Ordnung. Als Versmaß wird „unbegrenzt“ genannt; das Yantra soll das Ersehnte gewähren.
33.41 Bei der nächsten Form steht Om, von Shri-Bijas umfasst, in der Mitte eines Sechsecks; darin der Name des Zieles. Außen liegt ein achtblättriger Lotus.
33.42 Jedes Blatt trägt das Kama-Bija. Darum folgt ein weiterer Lotus, dessen Blattzahl verschlüsselt angegeben wird; seine Blätter tragen Glaum.
33.43 Außen liegt ein Lotus mit 24 Blättern, auf denen die Silben verteilt werden. Höre den 24-silbigen Mantra Ganeshas:
33.44 „Shrim gam ganapataye varavarada sarvajanam me vasham anaya svaha“ – eine Anrufung des Gaben gewährenden Ganapati mit der Bitte, alle Menschen gefügig zu machen.
33.45 Ein äußerer 32-blättriger Lotus trägt die mit Ka beginnenden Matrika-Konsonanten samt Bindu.
33.46 Darum liegt ein ansprechendes Quadrat mit acht Mondsicheln; seine Ecken tragen Lam.
33.47 Außen wird das halbmondförmige Varuna-Mandala gezeichnet und mit Bam umschlossen; darum folgen zwei Kreise.
33.48 Der erste Ring wird mit Hrim, der nächste mit Treibstachelzeichen umfasst. Am Anfang und Ende steht die Keimsilbe. Dies ist Mahaganapatis Yantra.
33.49 Es wird auf Birkenrinde, Erde oder Stoff geschrieben. Genannt werden Gorochana, Kuhdung, Moschus und Safran
33.50 als Schreibstoffe sowie ein goldener oder silberner Stift. Wer das Yantra trägt, soll unbesiegbar werden.
33.51 Feuer soll ihn nicht verbrennen; Diebe und Könige sollen ihm keine Furcht bereiten. Im Kampf, bei Hofe, beim Spiel, in Feindesgefahr, zu Hause, im Wald und im Wasser werde er stets siegen.
33.52 Eine Beeinflussungsanwendung beschreibt eine rote Beschriftung unter Beigabe von Blut des Ringfingers und eine Verehrung mit roten Blumen und Speisegaben.
33.53 Das Yantra wird in eine gestaltete Figur gelegt und im Lampenfeuer erwärmt; binnen einer Woche soll dadurch eine Frau gewonnen werden.
33.54 108 Mantrawiederholungen und ein Ghee-Opfer vervollständigen den behaupteten Liebeszwang. Nun folgt ein Verfahren zum Erregen von Zwietracht.
33.55 Dafür nennt die Quelle eine Yantra-Beschriftung mit Leichenplatzkohle und Blut des Feindes auf einem Stück Totengewand; ein weiteres Trägerwort bleibt unklar.
33.56 Nach der Verehrung soll das an einer Fahne befestigte Yantra große Zwietracht im feindlichen Verband hervorrufen.
33.57 Nun folgt die lähmende Anwendung: Das Yantra wird mit gelben Stoffen auf Stein geschrieben und mit gelben Blumen sowie Arka-Blüten verehrt.
33.58 Gelber Faden, die rituelle Einsetzung des Lebensprinzips des Zieles und das Verbergen unter dessen Schwelle gehören dazu. Behauptet wird eine Hemmung von Sprache, Bewegung oder Heer.
33.59 Ein weiterer Schadensritus verwendet Leichenplatzkohle, Totengewand und Menschenknochen; der Handelnde verehrt das Zeichen zornig mit Sandel und weiteren Gaben.
33.60 Am Leichenplatz vergraben soll es Feinde töten; ausgegraben und mit Milch gewaschen soll es Frieden schaffen. Damit ist Mahaganapatis Yantra für die sechs magischen Handlungen beschrieben. Die Passage dokumentiert historische Schadensmagie.
33.61 Nun folgt ein zweites Yantra, das dem Übenden seine Wünsche erfüllen soll. Zuerst wird ein Sechseck mit einem inneren Dreieck gezeichnet.
33.62 In dessen Mitte stehen Om und die zentrale Keimsilbe. Oberhalb des Dreiecks werden in den vier Richtungen Shrim, Hrim, Klim und Glaum verteilt.
33.63 Die sechs Ecken tragen, im Osten beginnend, Om, Shrim, Hrim, Klim, Glaum und Gam. Danach folgt die Verteilung auf den Lotusblättern.
33.64 Die mit „ganapataye“ beginnenden Silben werden in Dreiergruppen geschrieben; auf dem achten Blatt steht eine einzelne Silbe. [Der Übergang von sechs zu acht Blättern ist in der Vorlage nicht erläutert.]
33.65 Außen liegen fünf Kreise. Der erste Ring trägt das Alphabet von A bis Ksha, der zweite
33.66 dieselben Laute in umgekehrter Reihenfolge. Der dritte wird mit Aim umfasst, der vierte mit Hrim; anschließend folgt die äußere Begrenzung.
33.67 Ist das Yantra für Frauen bestimmt, besteht sie aus zwei Quadraten; für Männer aus einem Achteck.
33.68 Mahaganapatis Yantra wird mit einem goldenen Stift geschrieben. Roter Lack, Safran, Moschus und Gorochana
33.69 werden mit Sandelwasser verrieben. Auf einer Goldplatte oder an einer Schnur getragen und mit Lebensweihe versehen, soll es Lebensdauer, Gesundheit, Wohlstand, Ruhm und Zuneigung fördern.
33.70 Nun werde ich Haridra-Ganapatis Yantra beschreiben. Ein achtblättriger Lotus enthält in seiner Mitte einen Kreis.
33.71 Darin wird Om, vom Namen des Zieles umgeben, geschrieben; darüber Glaum, im Inneren Gam.
33.72 In den Ga-Laut kommt Hrim. Auf den Blättern der Hauptrichtungen liegt Ham innerhalb des Erd-Bijas, im Osten beginnend.
33.73 Die Zwischenrichtungsblätter tragen jeweils Gam. Danach folgen eine Lotusform und zwei quadratische Begrenzungen.
33.74 Das daraus gebildete Achteck besitzt acht Felder und ein Erdquadrat; im Inneren steht der Va-Laut mit Bindu.
33.75 An den Eckspitzen werden Elefantenköpfe mit Ham gezeichnet. Das äußere Quadrat trägt Glaum in den Ecken.
33.76 Gam wird in den Richtungen sowie an Mund, Ohren und Augen eingetragen. Als Zeitpunkt gilt ein Sonntag, Mittwoch oder Freitag,
33.77 zur Mitternacht an einem einsamen, mit Kuhdungwasser bestrichenen und von einer Lampe erhellten Ort. Dort wird frisches, feuchtes Material bereitgestellt,
33.78 vor allem gründlich gewaschene Kurkuma. Hinzu kommt Erde von acht besonders geeigneten Stellen eines Ganesha-Heiligtums; die Mengenangabe ist unklar.
33.79 Die Erde wird damit vermischt und von einer Jungfrau verrieben. Nach Reinigung der Masse werden 25
33.80 Wiederholungen des Wurzelmantras Haridra-Ganeshas darüber gesprochen. Dann streicht man sie auf einen feinen, reinen weißen Stoff.
33.81 Auf diesen Stoff wird das beschriebene Yantra gezeichnet. Es erhält die Lebensweihe, wird verehrt und zu einem Päckchen geformt.
33.82 Aus drei Teilen der Masse wird nachts eine vollständige Ganesha-Figur mit allen Gliedern gebildet; in deren Herz wird es gelegt.
33.83 Auch die Figur erhält die Lebensweihe. Der Herr der Scharen wird mit Duftstoffen, Blumen und Speisegaben verehrt.
33.84 Er wird beständig in seinem Raum aufgestellt und nach 1008 Wiederholungen hingebungsvoll mit gelben Blumen verehrt.
33.85 Als Speisegabe dient gekochter Würzreis; anschließend wird Bali dargebracht. Dafür nennt der Text ein Prastha guten Shali-Reis,
33.86 dazu halb so viel gespaltene Hülsenfrüchte, Jaggery und eine entsprechende Menge Kokosnuss.
33.87 Hinzu kommen eine Handvoll Pfeffer, halb so viel Steinsalz, davon wiederum die Hälfte Kreuzkümmel und ein halber Kudava Ghee.
33.88 Alles wird in vier Prastha Kuhmilch auf kleiner Flamme gekocht. Dieser gekochte Reis gilt Ganesha als besonders lieb.
33.89 Mit dieser Milchspeise, Laddu, Gebäck, mit Kampfer bedufteten Betelnüssen, Betelblättern und Sandel
33.90 wird der mächtige Haridra-Ganapati erfreut. Nach ehrerbietigem Lob wirft man sich der Länge nach auf den Boden.
33.91 Wer dies fünf oder sieben Tage beständig vollzieht, soll durch Vighneshvaras Gnade die bewegte und unbewegte Dreiwelt lähmen können. Auf dem Schlachtfeld zur tiefen Nacht
33.92 aufgestellt, soll die Figur das feindliche Heer verwirren und hemmen. In Land, Dorf, Stadt, Haus oder Versammlung aufgestellt, soll sie die dortigen Menschen lähmen.
33.93 An einem Baumast angebracht, soll sie starken Regen hemmen; in Pferde- und Elefantenställen soll sie augenblicklich Störungen stilllegen.
33.94 An den jeweiligen Orten werden Bali-Gaben dargebracht. Der Text steigert das Versprechen zur Hemmung der ganzen Welt und erst recht einer einzelnen Zielperson.
33.95 Nun folgt Haridra-Ganapatis anziehende Anwendung. Die Kurkuma wird mit Erde des Heiligtums auf die beschriebene Weise bereitet.
33.96 Ein achtblättriger Lotus enthält einen Kreis; in dessen Mitte steht der Name des Zieles, von Om umgeben.
33.97 Innerhalb von Om liegt Hrim, darin Gam; der Zielname wird mit Hram, Gam und weiteren chiffrierten Lauten umfasst.
33.98 Darüber wird ein Kreis aus den Silben des Haridra-Ganesha-Mantras gebildet. Nach einer Umfassung mit Hrim folgt wieder der achtblättrige Bereich.
33.99 Die Blattspitzen tragen Om und Hrim, die Richtungen Vam. Die Zwischenrichtungen erhalten eine Umfassung, danach folgen wie zuvor acht Felder.
33.100 In den vom Osten ausgehenden Feldern stehen Dram, Drim, Klim und Glum. Auf die Zwischenrichtungsblätter kommen die entsprechenden Zeichen, vor die Felder Dreizacke.
33.101 Auf den Dreizackspitzen steht Hram; an den Verbindungsstellen werden Halbmonde und Maya-Bijas zu einer Einfassung verbunden.
33.102 So ist der fünfte Umkreis nach der vorigen Ordnung gezeichnet. Nach der Lebensweihe wird das Yantra in den Leib Haridra-Ganeshas eingesetzt.
33.103 Es wird mit Om Hram sorgfältig verehrt und mit dem Lebenshauch verbunden. Für die nächste Anfertigung nennt die Vorlage Töpfererde und Erde aus Ganeshas Heiligtum; die Satzverknüpfung ist beschädigt.
33.104 Daraus werden zwei schöne Tonschalen geformt; zwischen ihnen wird Ganesha aufgestellt und mit roten Blumen verehrt.
33.105 Nach Bali und der Verehrung Vighneshas mit Sandel und weiteren Gaben wird die Figur mit der zweiten Schale bedeckt.
33.106 Wer dies täglich vollzieht, soll innerhalb von sieben Tagen die gewünschte Person zu sich ziehen.
33.107 Ob König, Königssohn, Königin, schöne Frau, Minister, dessen Frau oder Tochter: Sie sollen, so behauptet der Text, mit erweichtem Herzen zum Mantraübenden kommen.
33.108 Eine Variante lässt das Yantra mit Jaggery-Wasser auf Silber schreiben; nach Verehrung und Lebensweihe wird es mit Milch übergossen.
33.109 Der Übende wendet sich der Zielperson zu und rezitiert. Dadurch soll eine schöne Frau begehrend herbeigeführt werden. Dies ist die Behauptung eines historischen Zwangsritus.
33.110 Ein weiterer Bildzauber verwendet Salz, Asafoetida und Kurkuma zur Herstellung einer Figur der Zielperson; die Orts- und Feuchtigkeitsangaben sind nicht klar überliefert.
33.111 Die Figur wird zwischen zwei Blätter der weißen Arka-Pflanze gelegt, belebt und im Lampenfeuer erwärmt. Achttausend Wiederholungen sollen die gewünschte Frau liebeskrank herbeiziehen.
33.112 Ein auf ein honigbestrichenes Betelblatt geschriebenes, verehrtes und unter Zielvorstellung besprochenes Yantra wird verzehrt; darauf soll eine junge Frau rasch herbeikommen.
33.113 Ob auf Blatt, Blüte, Gewand oder Leinen geschrieben: Das Yantra soll die Person, auf die es ausgerichtet ist, augenblicklich heranziehen.
33.114 An einer Flussmündung gegen den Strom gewandt, werden 1008 Trankspenden aus reinem Flusswasser genannt; sie sollen das Ziel aus hundert Yojana Entfernung herbeiholen.
33.115 Wozu noch mehr sagen? An welches Lebewesen der Übende beim vorschriftsmäßigen Japa dieses Mantras denkt, dieses soll er anziehen.
33.116 Nun folgt die vorzügliche Yantra-Anwendung zur Unterwerfung. Im beschriebenen Yantra wird das Maya-Bija durch das Kama-Bija ersetzt; innerhalb von Kama steht Gam.
33.117 Außen liegen die verbundenen Mantrasilben und eine Umfassung mit dem Kama-Bija. Alles Weitere entspricht der vorigen Form.
33.118 Das Yantra wird in den Leib der wie zuvor gefertigten Vighnesha-Figur gelegt, mit Lebensweihe versehen und in eine Schale gesetzt.
33.119 Rote Girlanden, Salbungen und die beschriebenen Speisegaben dienen der Verehrung. Der Zielname wird an der genannten Stelle des Mantras eingesetzt.
33.120 Mit zweimal „vasham anaya“ – „führe in meine Gewalt“ – wird der Mantra achttausendmal konzentriert gesprochen, während man der Richtung des Zieles zugewandt ist.
33.121 Nach Bali wird Vighnesha wie zuvor bedeckt. Das Verfahren wird drei Tage vollzogen; als Wirkungsfrist nennt der Text sieben Tage.
33.122 Rakshasas, Bhutas, Pishachas, Götter, Danavas, Schlangenwesen, Könige, Minister, Königinnen und jede gewünschte Frau sollen dadurch schnell und lebenslang unterworfen werden.
33.123 Mit dem Rest der Kurkuma wird der eigene Körper bestrichen. Dies soll bleibenden Wohlstand und mühelose Herrschaft über die Welt verschaffen.
33.124 Eine weitere Variante verbindet Kurkuma mit gleichen Teilen Reismehl und Jaggery sowie Honig und Steinsalz.
33.125 Die Masse wird verrieben, zu einem Klumpen geformt und in Ghee gegart. Daraus wird Ganapati gestaltet; in sein Herz kommt das Yantra.
33.126 Nach Lebensweihe, Verehrung und drei Tagen Ritual wird das Yantra herausgenommen und die Figur verzehrt. Dadurch soll die Zielperson gefügig werden.
33.127 Auch eine aus Reismehl gefertigte Zielpersonenfigur wird belebt, verehrt und mit 108 Wiederholungen besprochen.
33.128 Sie wird dem Herrn der Hindernisse dargebracht und unter Erinnerung an das Ziel verzehrt. Die Zielperson soll dadurch dauerhaft gefügig und bereit werden, alles herzugeben.
33.129 Der Unterwerfungsmantra wird auch auf Speisen und Getränke geschrieben. Die Quelle nennt 3008 Wiederholungen und anschließend eine Hunderttausenderzahl; die Zuordnung ist unsicher. Versprochen wird Verfügung über Zielperson und Vermögen.
33.130 Sandel, Agaru, Kampfer, Kurkuma, Safran, Gorochana, Moschus und Elefantensekret bilden die achtteilige Duftmischung für Vighnanashana.
33.131 Mit der verriebenen Mischung wird das Unterwerfungs-Yantra wie zuvor geschrieben und verehrt; es folgen 108 Wiederholungen.
33.132 Die Mischung wird als Körperpaste und besonderes Zeichen aufgetragen. Blick und Berührung sollen damit unverzüglich die Dreiwelt gefügig machen.
33.133 Insbesondere Frauen sollen so unterworfen werden. Dieselbe fruchtbringende Ordnung wird auch mit Sandel allein angegeben.
33.134 Als weitere Pflanzen nennt der Text Dvirepha, Sadabhadra, Musali, Chandrika, Jati, Bandhuka, Valaka, Ushira, Vishnukranta und Bala,
33.135 ferner Varahi, Shatavirya, Mayuri und Chandalocana. Mit ihrem Saft wird Kurkuma im Umfang eines halben Anteils verrieben. [Die Pflanzenidentitäten sind nicht überall sicher.]
33.136 Daraus entstehen das Unterwerfungs-Yantra und die Figur; nach Lebensweihe folgen achttausend Wiederholungen.
33.137 Wer mit dem Rest morgens ein Stirnzeichen anbringt, soll mit den Gütern der Dreiwelt selbst den Herrn des Reichtums übertreffen.
33.138 Eine Aschenzubereitung beginnt mit dem Auffangen des Dungs einer rötlichbraunen Kuh in Lotusblättern, bevor er den Boden berührt. Enthaltsamkeit wird verlangt; dazu kommen die genannten Pflanzenstoffe.
33.139 Mit den fünf Kuhprodukten verrieben, zu Klumpen geformt, getrocknet und mit Ghee versehen, wird die Masse im Feuer verbrannt.
33.140 In die entnommene Asche wird das Yantra gezeichnet, der Lebenshauch eingesetzt und Ganapati verehrt.
33.141 Nach 108 Wiederholungen wird die Asche in einem Holz-, Silber- oder Bronzegefäß aufbewahrt und auf Stirn und weitere Körperstellen aufgetragen.
33.142 Sie soll Schönheit, Gedeihen, Reichtum, Gesundheit, Söhne, Enkel, Ruhm, Vieh, Beliebtheit und ein langes Leben schenken.
33.143 Der königliche Hauspriester soll den König jeden Abend mit dieser Asche schützen, um Lebensdauer, Sieg und Wohlstand zu fördern.
33.144 Dafür soll er täglich drei Nishka erhalten. Anschließend nennt der Text roten Stoff, Gold und die zuvor angegebenen Pflanzenstoffe;
33.145 mit einem entsprechenden Docht und Ghee einer rötlichbraunen Kuh wird eine Lampe in einer menschlichen Schädelschale entzündet; dabei wird der Mantra wiederholt.
33.146 Nach 108 Wiederholungen wird Lampenruß gewonnen und als Augenschminke verwendet. Ihm wird Macht über die ganze Welt zugeschrieben.
33.147 Eine Frau kann nach der Quelle eine mit Uma-Saft und Sandelwasser verriebene, besprochene Masse als Stirnzeichen verwenden; der Satz über die betreffende Person ist beschädigt.
33.148 Dadurch soll sie allgemein beliebt werden und ihren Ehemann durch Körperberührung lebenslang gefügig machen.
33.149 Eine aus reiner Kurkuma nach den genannten Merkmalen gefertigte Vighnesha-Figur wird mit dem Ganapati-Mantra besprochen:
33.150 1008 Wiederholungen und ehrerbietige Verehrung mit Sandel und weiteren Gaben werden genannt. An der Haarlocke getragen soll sie überall Sieg verleihen.
33.151 Im Kampf, im Wald, bei Gefahr durch wilde Tiere, in Handelsgeschäften, beim Glücksspiel, im Streit und auf dem Meer,
33.152 unter königlichen Spähern, in Versammlungen und in Feindesgefahr soll der Träger siegen, frei von Krankheit und Schadenszauber sein und unter fremden Frauen wie der Liebesgott glänzen.
33.153 Ein mit „Naga-Wasser“ auf ein Betelblatt geschriebenes Yantra erhält Lebensweihe, Verehrung und 1008 Wiederholungen; die zusätzliche Siebenzahl ist unklar. Es soll jedes gewünschte Ziel gefügig machen.
33.154 Eine eingekochte und verfestigte Milch-Wasser-Masse dient für Yantra und Ganesha-Figur. Nach etwas mehr als hundert Wiederholungen soll ihr Anblick die Welt unterwerfen.
33.155 Tägliche Opfer von Kokosnuss, Jaggery und Ghee sowie 108 Wiederholungen werden mit dem geweihten Opferrest verbunden. Der Vers nennt auch dreihundert Opfer; die Verknüpfung bleibt undeutlich. Die Zielperson soll bald gefügig werden.
33.156 Wozu weitere Worte? Wer den Mantra mit der Zielperson im Sinn wiederholt, soll sie lebenslang unterwerfen. Damit ist die Anwendung des Unterwerfungsmantras beschrieben.
33.157 Nun folgt ein besonderes Vertreibungs-Yantra. Die bekannte Zeichnung erhält Hum in ihrer Mitte.
33.158 Darin stehen Hram und der Zielname; in die Blattmitten kommt Yam.
33.159 Die Blattspitzen tragen Gam. Außen liegt ein Achteck mit Dreizacken in den Ecken und Zeichen an deren Spitzen.
33.160 Ein schöner äußerer Kreis trägt sechs Punkte; die Plätze der sechs Bijas werden eingezeichnet und mit Yam umfasst.
33.161 Om wird nach dem Kurkuma-Auftrag eingetragen. Die Quelle nennt Leichenplatzkohle und eine Krähenfeder als Schreibmaterialien; anschließend wird der Lebenshauch eingesetzt.
33.162 Holz aus einem Krähennest, dessen nähere Lage undeutlich beschrieben ist, wird im Leichenplatzfeuer verbrannt und die Asche entnommen.
33.163 Mit Staub und Steinchen von Ganeshas Tempeltor wird sie in das Yantra gelegt; dieses wird wieder zum Päckchen geformt.
33.164 Der weitere Schadensritus nennt Kurkuma von einer Leiche, Scheiterhaufenasche, Knochen, Kohle und Kapikacchu beziehungsweise Vanari.
33.165 Die Stoffe werden unter dem Mantra zu einer Ganapati-Figur verarbeitet; das Yantra wird eingelegt und erneut belebt.
33.166 Aus Töpfererde und Staub vom Fußabdruck der Zielperson werden zwei Tonschalen gefertigt.
33.167 In ihnen wird die Figur mit schwarzen Blumen verehrt. Der Mantra erhält zweimal den Befehl „Vertreibe!“
33.168 Nach 1008 Wiederholungen wird die zweite Schale darübergelegt. Vor der Tür des Zieles vergraben, soll die Anordnung dieses binnen eines Monats vertreiben.
33.169 Nun folgt das Yantra zum Stiften von Feindschaft. Die bekannte Zeichnung enthält in ihrer Mitte Yam mit der zugehörigen Keimsilbe.
33.170 Auf den achtblättrigen Lotus folgen Dreizacke über den Blättern; an ihren Spitzen steht Ham. Eine Ham-Umfassung schließt sich an.
33.171 Kurkuma, Pfeffer und Nimba werden mit einer verschlüsselten Mengenfolge und „Goldblattwasser“ verrieben; die genaue Rezeptur ist nicht sicher lesbar.
33.172 Auf Totengewand wird die Formel geschrieben. Ferner werden die fünf Teile des Paribhadra-Baums und „Kakini“ genannt.
33.173 Ihre im Scheiterhaufenfeuer gewonnene Asche kommt in das Yantra; dieses wird wie zuvor in den Leib Vighnarajas gelegt und verehrt.
33.174 Die Verehrung verwendet Nimba-Blätter und besonders schwarze Blumen. Zweimal „Stifte Feindschaft!“ wird in den Mantra eingefügt.
33.175 Nach 1008 Wiederholungen wird die bedeckte Schale vergraben. Dadurch soll zwischen zwei einander Liebenden Feindschaft entstehen.
33.176 Wird die Ganapati-Figur zwischen die beiden gebracht, soll rasch Streit entstehen und ihr Gebiet zugrunde gehen.
33.177 Auch die aus dem Yantra entnommene und auf einen Weg gestreute Asche soll bei Berührung durch die Füße Vorübergehender heftigen Streit hervorrufen.
33.178 Wo die Figur in Land, Dorf oder Stadt aufgestellt wird, soll unter den Lebewesen beständige Feindschaft entstehen.
33.179 Je ein Teil der fünf Paribhadra-Bestandteile, Pfeffer und Kurkuma
33.180 wird verbrannt und die Asche nach der vorigen Ordnung behandelt. Auf den Kopf eines Feindes gestreut, soll sie Wahnsinn und Stummheit hervorrufen. Damit endet die Zwietrachtmagie; nun folgt Tötungsmagie.
33.181 Die vorherige Formel erhält Hram in der Mitte, darin die Bijas Mayas und Vighneshas. Die Blätter tragen das Feuer-Bija; außen liegt ein Achteck.
33.182 In die acht Ecken zweier Quadrate kommt Ram. Außen wird ein Dreieck mit weiteren Eintragungen gezeichnet.
33.183 Die im Mantra genannten Bijas stehen in den Feuerecken; außen folgen wiederum Feuer-Bijas.
33.184 Die Zeichnung wird auf ein mit reiner Kurkuma versehenes Totengewand mit Tinte aus Scheiterhaufenkohle und einer Krähenfeder aufgetragen.
33.185 Dies nennt die Quelle das Tötungs-Yantra. Für den anschließenden Schadensritus zählt sie Kana, Asafoetida, Chavya, Kurkuma, Pfeffer und Vacha auf,
33.186 ferner Snuhi-Milchsaft, Totengewand, die fünf Teile des Karaskara-Baums, Rizinussamen und Amrita.
33.187 Stoff und Haare werden mitverarbeitet; der Rest entspricht der früheren Ordnung. Nach Einsetzung des Lebenshauchs wird Ganapati geformt.
33.188 Die Figur wird in den dreiblättrigen Bereich des Yantras eingesetzt und erneut belebt. Als Erden nennt der Text solche vom Heiligtum der Mütter und vom Ganesha-Tempel,
33.189 von Nimba, von der Wurzel des Karkandhu-Baums, vom Leichenplatz und von der Wurzel eines Karavira-Baums.
33.190 Hinzu kommen vom Töpfer berührte Erde und Erde eines unfruchtbaren Ortes; daraus werden zwei Schalen gefertigt.
33.191 Das Yantra wird hineingelegt und mit schwarzen Blumen, Karaskara-Blättern und den früher genannten Speisegaben verehrt.
33.192 An der bestimmten Stelle des Mantras wird der Zielname eingesetzt. Es folgen Verehrung und 1008 Wiederholungen.
33.193 Der Handelnde wendet sich nachts am sogenannten Bhuta-Tag nach Süden; genannt werden Kreuzweg, Leichenplatz und Heiligtümer der Mütter oder Ganeshas.
33.194 Auch Ameisenhügel und Höhlungen eines Karaskara-Baums werden als Orte genannt. Nach Bedecken, Vergraben und Bali soll das Ziel binnen einer Woche fieberkrank in Yamas Stadt eingehen.
33.195 Dieses Verfahren wird als unfehlbar und selten bezeichnet; es solle gegen Feinde des Königs, jedoch nicht gegen Brahmanen angewandt werden. Dies dokumentiert zugleich die soziale Begrenzung der historischen Schadenslehre.
33.196 Ein König, der es ausführen lässt, soll den Ausführenden mit Geld zufriedenstellen. Dieser soll mit einem Zehntel davon ein Sühneritual vollziehen.
33.197 Damit sind die Yantras Haridra-Ganapatis für die sechs magischen Handlungen beschrieben; sie sollen sorgsam geheim gehalten werden.
33.198 Nun folgt das Yantra der Matrika zur Vollendung des Übenden: ein achtblättriger Lotus mit dem Matrika-Kuta in der Mitte.
33.199 Auf den Blättern steht Hrsaum; die Staubfäden tragen die Vokale in Dreiergruppen. Darüber liegt das Erdquadrat. So wird die Anlage beschrieben.
33.200 In die Mitte kommt der betreffende Name. Morgens wird das Yantra zur Erlangung aller Güter am Kopf beziehungsweise im Bereich des Scheitelpunkts vergegenwärtigt; die Formulierung ist knapp.
33.201 Seine rituelle Besprengung soll Reichtum schaffen, seine Verehrung die Menschen gefügig machen.
33.202 In Haus, Land und weiteren Orten aufgestellt, soll es sämtliche Ziele erfüllen. Als Träger dienen Gold-, Silber- oder Kupferplatten.
33.203 Der Name der einzusetzenden Gottheit wird eingetragen. In der Mitte des Yantras wird Mahadeva sorgfältig meditiert.
33.204 Nach der Lebensweihe wird dort die Göttin verehrt. Unter Berührung des Yantras werden 1008 Mantrawiederholungen vollzogen.
33.205 Das Matrika-Yantra wird in der Erde vergraben. Nach seiner Verehrung wird auch der Erdboden rituell geehrt.
33.206 Darüber werden die Mütter und danach die erwählte Gottheit aufgestellt. So soll die Gegenwart der Gottheit entstehen und der Übende Glück erfahren.
33.207 Nun folgt ein anderes, Vollendung gewährendes Yantra Lipishvaras. Ein achtblättriger Lotus trägt in der Mitte den Mantra des Wissenden.
33.208 Die Formel wird als „haha jnanine namah“ und siebensilbig angegeben. Dieser Erkenntnismantra wird vom Osten aus auf den acht Blättern verteilt.
33.209 Hram umfasst Yam; anschließend nennt der Text E, Ham, Im, Im, Um, Um und Aim. Die Verteilung ist in der überlieferten Lautfolge nicht vollständig klar.
33.210 Im Siddha-und-so-weiter-Diagramm wird das Feld des Anfangsbuchstabens der Zielperson bestimmt. Die dort stehenden Laute umfassen deren Namen.
33.211 Dieser kommt auf das achte Blatt; ein Kreis umfasst das Yantra. Entsprechend wird auch die Matrika-Anordnung behandelt.
33.212 Mit Sandel auf Stoff geschrieben, soll es lange Leid überwinden und alles befrieden. Als Zeitpunkt wird Rahus Aufgang in Rohini genannt; die Lesung ist ungewöhnlich.
33.213 Am Arm des Übenden gebunden, soll es die beschriebenen Früchte verleihen. Nun folgen Vertreibungs- und Tötungsanwendungen derselben Göttin.
33.214 Der achtblättrige Lotus erhält in der Mitte einen Mantra, den die Vorlage als „ham kapeshvaraya namah“ und achtsilbig angibt; die Namensform ist unsicher.
33.215 Von der Mitte aus werden in acht Richtungen eingefasste Silben geschrieben. Die Reihe nennt unter anderem Im, Yai, Kam, Cham, Dam, Tam, Yam, Sham, Vam, Ham und Sam; die verderbte Verteilung wird nicht ergänzt.
33.216 Die aus den Feldern des Siddha-Diagramms gewonnenen und eingefassten Laute erhalten außen ein Luftmandala.
33.217 Dieses ist sechseckig, mit sechs Punkten versehen und von einem Kreis umgeben. Nach dem Bad wird Saturns Aufgang abgewartet.
33.218 Auf ein Palmblatt geschrieben und im Haus des Feindes verborgen, soll das Yantra dessen Tod bewirken; unter der Schwelle verehrt soll es ihn vertreiben. Es handelt sich um historische Schadensmagie.
33.219 Ein weiterer achtblättriger Lotus erhält in der Mitte die als achtsilbig bezeichnete Formel „karau svathau naiphad namo“. Ihre Lautgestalt ist unsicher.
33.220 Auf die Blätter kommen, von Ram umfasst, Um, Im, Kham, Cham, Tham, Yam und Hamsam; die Achtteilung ist nicht eindeutig.
33.221 Auf dem achten Blatt steht im Dreieck der Feindesname, verbunden mit den aus dem Siddha-Diagramm gewonnenen Lauten.
33.222 Bei Marsaufgang im Mondhaus Krittika auf Totengewand mit Leichenplatzkohle geschrieben, soll das Yantra das Ziel zu Yamas Gast machen, also töten.
33.223 Wird dagegen der Name im achtblättrigen Bereich von freundlichen Lauten umfasst und mit Safran und rotem Lack auf Birkenrinde geschrieben,
33.224 verehrt und am linken Arm befestigt, soll dieses schwer zugängliche Yantra überall Schutz gewähren.
33.225 Ein anderes Yantra besitzt ebenfalls acht Blätter. Seine Mitte trägt die Folge „om vom vim vim vidhuntudaya
33.226 namah“, die als elfsilbig bezeichnet wird. Die mit dem Bija verbundenen Laute werden vom Osten aus rechtsläufig auf die Blätter geschrieben.
33.227 Genannt werden Am, Om, Vam, Dham, Kam, Tam, Dham und Bham. Der Zielname wird wie zuvor mit den freundlichen Lauten verbunden.
33.228 Das Ganze wird mit ansprechenden Halbmondzeichen umschlossen.
33.229 Bei Venusaufgang im Mondhaus Purvashadha mit rotem Sandelwasser geschrieben und zusammen mit Speise verzehrt, soll es Glück verleihen.
33.230 Ein weiterer achtblättriger Lotus trägt einen neunsilbig genannten Wurzelmantra, dessen Folge aus Am, Tham und weiteren Lauten beschädigt überliefert ist. Die Blattbeschriftung erfolgt rechtsläufig mit eingefassten Silben.
33.231 Die Reihe nennt Tham, Lam, Gam, Jam, Tam, Dam und Lam sowie den Zielnamen und dessen freundliche Laute; ein achter Laut ist nicht sicher erkennbar.
33.232 Das Erdquadrat trägt acht Vajra-Zeichen. Auf Birkenrinde mit rotem Ocker geschrieben und am Arm getragen oder auf Leichenplatzerde gezeichnet, soll das Yantra alle Störungen beseitigen; die Angabe zur Besprengung ist undeutlich.
33.233 Nun folgt Tripurabhairavis Yantra zur Erfüllung aller Ziele. Es besteht aus neun Yoni-Dreiecken und einem mittleren Dreieck.
33.234 Vom östlichen Bereich aus werden die Yoni-Felder rechtsläufig mit je einem Kuta beschrieben. Diese werde ich nennen.
33.235 Ha und Sa, verbunden mit Au, Nada und Bindu, werden in das mittlere Yoni-Feld geschrieben.
33.236 Ha, Sa, Ka sowie La und Ra mit Nada und Bindu kommen in das nächste Feld. Die genaue Vokalverbindung ist in der Vorlage nicht eindeutig.
33.237 Ha und Sa, Ra und Au mit Visarga bilden den Kuta des dritten Feldes.
33.238 Diese Kutas werden in den beim vierten und siebten beginnenden Dreiergruppen wiederholt. Außen folgen zwei Kreise und ein Ring,
33.239 der die Matrika-Buchstaben mit Bindu trägt. Darum entsteht aus zwei Quadraten ein Achteck.
33.240 In den Ecken stehen Kama-Bijas. Das Yantra wird mit Lack und drei Metallen umschlossen und durch den geweihten Rest des Feueropfers vollendet.
33.241 Am Oberarm getragen soll es Söhne, Lebensdauer, Glück, vielfältige Genüsse und Sieg im Kampf schenken. Nun folgt ein weiteres Tripura-Yantra: ein Sechseck auf Birkenrinde.
33.242 In der Mitte stehen Zielname und Kama-Bija; auch die Ecken tragen Kama. Außen liegt ein sechzehnblättriger Lotus mit Kama-Bijas auf den Blättern.
33.243 Zwei äußere Kreise bilden einen Ring, der mit Ham umfasst wird. Ein Quadrat schließt die Zeichnung ab.
33.244 Mit Gorochana und Safran geschrieben, soll das Yantra Wohlstand, Glück, Dichtkunst und Ruhm verleihen.
33.245 Nun folgt ein weiteres Tripura-Yantra zur Unterwerfung von Frauen. In die Mitte eines Sechsecks kommt das Kama-Bija.
33.246 In Kama steht Hrim, das auch auf die Blätter geschrieben wird. Die Verbindungspunkte tragen Hum; Strim umfasst das Ganze.
33.247 „Wir erkennen die Göttin Tripura; wir meditieren über Kameshvari. Möge Klim unseren Geist anregen.“
33.248 Tripuras Gayatri wird rezitiert und in das Yantra geschrieben. Dadurch soll dieses Vollendung erlangen.
33.249 Nun werde ich den Mantra der Herrin der fünf Pfeile darlegen. Ihr Yantra beginnt mit einem fünfblättrigen Lotus.
33.250 In der Mitte stehen Zielname und Kama-Bija. Die Blätter tragen, von der Feuerecke aus rechtsläufig, Dram, Drim, Klim, Klum und Sa.
33.251 Außen folgen zwei Kreise und die Ringbereiche. Der erste wird mit Dram, Drim, Klim, Blum und Sa umfasst. [Die vierte Keimsilbe wechselt in der Vorlage.]
33.252 Der zweite trägt die Matrika-Laute; außen folgt ein Quadrat mit Kama-Bijas, beginnend an der Nordostecke.
33.253 Mit Moschus auf Gold geschrieben und am Hals oder rechten Arm getragen, soll das Yantra Frauen gefügig machen und dem Übenden rasch Wünsche erfüllen, auch im Kampf.
33.254 Nun folgt Rajamatangis vollendungsreiches Yantra. Es wird mit einem goldenen oder silbernen Stift auf eine Goldplatte,
33.255 auf Silber, Kupfer oder schöne Birkenrinde geschrieben. Als Tinte dienen Safran, Gorochana und Moschus in Sandelwasser.
33.256 Zuerst wird ein Dreieck gezeichnet; darin stehen Zielname und die beiden Bijas Hrim und Klim.
33.257 Außen folgen Hrim und Shrim und ein fünfblättriger Lotus. Auf dem ersten Blatt steht „am namah“, auf dem zweiten „bhagavati“.
33.258 Das dritte trägt „matangeshvari“, das vierte „sarvajanamanohari“, das fünfte „sarvamukharanjini“ – Anrufungen der Herrin Matangi, die alle Menschen bezaubert und alle Gesichter erfreut.
33.259 Ein äußerer achtblättriger Lotus trägt auf dem ersten Blatt Klim, Hrim, Shrim und „sarvarajavashankari“, die alle Könige gefügig macht.
33.260 Auf dem zweiten steht „die alle Frauen und Männer gefügig macht“, auf dem dritten „die alle bösartigen Tiere gefügig macht“.
33.261 Das vierte enthält eine in der Vorlage doppelte „sarva“-Anrufung zur Unterwerfung, das fünfte „die alle Welten gefügig macht“.
33.262 Auf dem sechsten steht „Führe Soundso in meine Gewalt“, auf dem siebten „svaha“; anschließend folgen Shrim, Hrim, Aim, Saum, Klim und Aim.
33.263 Zwei äußere Kreise bilden einen Ring mit den zuvor genannten Keimen. Die anschließende Zuordnung zu Sechseck und zweitem achtblättrigem Bereich ist unklar.
33.264 Shrim und die auf den weiteren Blättern stehenden Silben werden erneut eingetragen, ebenso die Silben des achtblättrigen Bereichs.
33.265 In einem weiteren äußeren Doppelkreis werden die Matrika-Laute mit den Buchstaben des Zielnamens verbunden.
33.266 Darum liegt ein Quadrat, dessen Ecken das reine Kama-Bija samt Zielnamen tragen.
33.267 Dieses Yantra gilt gegenüber allen Lebewesen als wirksam. Nach seiner Anfertigung wird der Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit wiederholt.
33.268 Nach Ghee-Feueropfer, ritueller Besprengung und Formung zum Päckchen trägt es der Übende selbst am rechten Arm. Dann sollen selbst Götter ihn ehren, um wie viel mehr hervorragende Menschen.
33.269 Lebensdauer, Gesundheit, Macht und alles sonst Gewünschte soll er gewiss erlangen.
33.270 Nun folgt Bhuvaneshvaris Yantra. Ein sechsblättriger Lotus enthält in der Mitte die Hrid-Keimsilbe,
33.271 verbunden mit dem Zielnamen. Die sechs Blätter tragen allein das Shakti-Bija; außen liegen zwei Kreise mit einem Ring,
33.272 der die sechzehn Vokale mit Bindu trägt. Außen folgen Om und das Erdquadrat. Dieses Yantra soll selbst unfruchtbaren Frauen einen Sohn verschaffen.
33.273 Nun wird Bhuvaneshvaris Unterwerfungs-Yantra beschrieben. Zuerst wird ein Sechseck gezeichnet; Maya steht zusammen mit dem Zielnamen
33.274 in der Mitte und auf den sechs Blättern, außen das Erdquadrat. Verehrt und am Arm getragen, soll das Yantra gefügig machen.
33.275 Ein weiteres vorzügliches Yantra Bhuvaneshvaris beginnt mit einem Sechseck, dessen Ecken Vajras tragen.
33.276 In der Mitte stehen Maya und der Zielname; Maya wird in den Ecken wiederholt. Drei äußere Kreise bilden zwei Ringe.
33.277 Diese Ringe werden mit Maya umfasst; eine zusätzliche Zahl ist undeutlich. Mit Sandel und Gorochana geschrieben, soll die Zeichnung überall Sieg verleihen.
33.278 Am Arm oder Herzen getragen, soll sie den innerlich gewünschten Gegenstand schenken. An Mayas Stelle kann auch Bhuvaneshvaris Mantra stehen.
33.279 Noch ein Yantra Bhuvaneshvaris wird beschrieben. In die Mitte eines achtblättrigen Lotus
33.280 kommen Am, Hrim und Krim. Die Staubfäden tragen Vokale in Dreiergruppen; die Blätter die acht mit Ka beginnenden Lautgruppen.
33.281 Außen liegt das Erdquadrat. Wie zuvor geschrieben und getragen, soll das Yantra alle Wünsche, Wohlstand und Nachkommenschaft gewähren.
33.282 Nun folgt Lakshmis Wohlstand spendendes Yantra. Auf Birkenrinde wird ein Lotus mit Om in seiner Mitte gezeichnet.
33.283 Die Blätter tragen Krim, Hrim, Klim und den Zielnamen; die Staubfäden in den acht Richtungen Shrim, Hrim und Klim.
33.284 Auf zwölf Blättern werden einzeln die Silben des folgenden Mantras verteilt: Vag, Maya, Rama, Kama und ein Kuta aus Ha, Sa und Na,
33.285 gefolgt von „jagatprabhutyai namah“. Die Formel wird zwölfsilbig genannt. Außen folgt ein sechzehnblättriger Lotus, dessen Staubfäden je zwei
33.286 der 32 Konsonanten von Ka bis Sa tragen. Ein weiterer Mantra beginnt mit Om, Hrim, der Schutzsilbe, Kem, Kem, Kshem, Kshem, Shrim und Hrim,
33.287 gefolgt von Ksham, Hrim und Phat. Er wird als zwölfsilbiger Lakshmi-Mantra bezeichnet. Mahalakshmis Yantra soll großen Wohlstand, jedes Glück und Befreiung von allem Leid verleihen.
33.288 Nun folgt Ashvarudhas Yantra zur Wunscherfüllung. Im Sechseck stehen Zielname und Bhuvaneshvaris Keimsilbe.
33.289 Die sechs Blätter tragen Am, Hrim, Krim, Aim, Klim und Saum. Auf zwölf äußeren Blättern stehen die Laute
33.290 „am am kram hahi parameshvari svaha“; die chiffrierte Passage ist unsicher. Vier äußere Kreise bilden Ringe; der erste trägt die Pfeil-Bijas Dram, Drim, Klim, Blum und Sa.
33.291 Der zweite Ring wird mit dem als elfsilbig bezeichneten „hrim nityaklinne madadrave svaha“ umfasst; der dritte trägt die Matrika-Laute. Außen folgen Erdquadrat und Shankara-Zeichen.
33.292 Nun folgt Tvaritas schönes Yantra. Ein Diagramm aus 81 Feldern trägt im mittleren Feld Cha und darin den Zielnamen.
33.293 In den vier unmittelbar angrenzenden Richtungsfeldern stehen Jnam, Sam, Cham und Vam. Von der Nordostecke aus
33.294 wird bis Südost der früher genannte Vers ohne die mittlere Silbe geschrieben; ebenso nochmals von Südwest bis Nordwest.
33.295 Außen in den vier Richtungen steht die Formel „om hrim hram khem kshem kshah strim hram ksham hrim vashat“.
33.296 Zwei äußere Kreise bilden einen Ring mit einer Cham-Kette; außen wird ein schöner Krug gezeichnet.
33.297 An Fuß und Mündung des Kruges steht jeweils ein Lotus. Die Zeichnung erfolgt mit Safran und rotem Lack auf Gold
33.298 oder auf weißem Stoff mit einem goldenen Stift. Nach Verehrung und Japa soll sie überall Vollendung gewähren.
33.299 Lakshmi soll höchst erfreut sein; Menschen sollen gesund und Elefanten, Pferde, Vieh und andere Lebewesen glücklich werden.
33.300 Das Yantra wird gegen Bedrängnis durch Bhutas, Pretas und Pishachas getragen sowie zum raschen Ende des Unglücks und zur Erlangung aller Güter.
33.301 Auch Schutz vor Schadenszauber, Tod, schädlichen Mächten und Krankheiten sowie Söhne, Enkel, Herrschaft und langes Leben werden versprochen. Dieses vorzügliche Tvarita-Yantra heißt Ghatargala, „Krugriegel“.
33.302 Ein weiteres Tvarita-Yantra besitzt einen zehnblättrigen Lotus. In der Mitte steht Hrim, darin der Zielname.
33.303 Auf die Blätter kommt nacheinander Tvaritas Mantra zusammen mit Dhim; außen folgen Sechseck und
33.304 Erdquadrat. Das Yantra soll Schadenszauber, Feindschaft und Besessenheitsmächte vertreiben; Japa soll Angst vor Dieben und Tigern, Kampf- und Streitgefahr überwinden.
33.305 Nun werde ich das von mir geschaffene Tvarita-Yantra namens Navavyuha beschreiben, dessen neun Anordnungen mit den Namensgruppen zusammenhängen.
33.306 Es soll dem Übenden die genannten Früchte schenken. Ein achtblättriger Lotus trägt Hrim in der Mitte,
33.307 darin Om und darin den Zielnamen. Die acht Blätter erhalten die übrigen Silben des Mantras ohne Om, Hrim und Phat.
33.308 Hrim umfasst den Lotus; außen folgt eine Kette von Caum-Lauten.
33.309 Ein Krug bildet die äußere Gestalt. Dies ist das erste Yantra. Für die nächste Form wird in der Mitte desselben Mantras,
33.310 innerhalb von Hrim, dessen dritte Silbe samt Zielnamen eingesetzt; die mit Om beginnenden Laute werden wie zuvor auf die Blätter verteilt.
33.311 Steht dagegen Phat in der Mitte von Hrim, werden die bis Om reichenden Laute, jeweils von Hrim umfasst, auf die Blätter geschrieben.
33.312 So entstehen nach Namens- und Lautgruppen neun Formen. Sie sollen umfassend schützen, Leid und Armut vertreiben und Glück, Wohlstand, Ruhm, Getreide und Kleidung reichlich schenken.
33.313 Ein weiteres wunderbares Tvarita-Yantra entsteht aus je zwölf waagerechten und senkrechten Linien, also 121 Feldern.
33.314 An den Linienenden stehen Dreizacke; im mittleren Feld Om mit dem Zielnamen darin. In den Feldern der vier Richtungen
33.315 werden nach innen führend je fünf Silben geschrieben: Ksham, Strim, Hram, Ksham und Phat. Es folgt die äußere Umwallung.
33.316 Von der Nordostecke bis zur Mitte stehen in fünf Feldern Om, die Schutzsilbe, Kam, Kham und Cham; die Vorlage schließt einen weiteren Cha-Laut an und ist hier nicht eindeutig.
33.317 So werden die vier Ecken mit der angegebenen Endsilbe versehen. Rechts und links folgen Ham, Kham, Vam und Kshem.
33.318 Im zweiten Ring steht Om in den vier Ecken; Hram und Ksham sowie ein nicht klar erhaltener dritter Laut werden links und rechts eingetragen.
33.319 Im dritten Ring stehen Om-Zeichen in den Ecken und die kurzen Laute rechts- und linksläufig.
33.320 Auch im vierten Ring wird Om geschrieben. Im fünften wird Hram vergegenwärtigt; eine weitere Angabe nennt dort allein Om.
33.321 Diese Zeichen werden sorgfältig zur Erlangung von Glück verehrt. Je zwei Silben von Tvaritas Mantra, unter Auslassung Mayas,
33.322 werden von Nordost aus rechtsläufig nach dem nach innen führenden Weg verteilt; die Zahl der Umfassungen wird durch eine undeutliche Viererangabe bestimmt.
33.323 Das mit dem Wurzelmantra geweihte und mit Opferghee benetzte Yantra soll Angst vor schädlichen Mächten nehmen und beständig Sieg, Wohlstand und Ruhm schenken.
33.324 Nun folgt Tvaritas Yantra zur Bezwingung von Feinden, dessen Wirksamkeit nach der Quelle nirgends gehemmt wird.
33.325 Ein Diagramm aus 81 Feldern trägt im geräumigen Mittelfeld den Zielnamen. An den Ausgängen in den vier Richtungen stehen vier Bijas.
33.326 Diese sind Am, Am, Brum und Hrum. Von Nordost sowie von Südwest aus wird Kalikas versförmiger Mantra eingetragen.
33.327 Die Zeichnung entspricht der vorigen Ordnung. Ist ein Mann Ziel des Schadensritus, wird sie außen mit Yamas Mantra umfasst.
33.328 Bei einer Frau nennt der Text eine besondere Yama-Mantra-Anordnung und außen Kalikas Mantra; Yam und Ram umschließen das Ganze. Nun folgen die Kali- und Yama-Formeln.
33.329 Die erste ist eine weitgehend spiegelbildliche Lautformel, beginnend mit „kali mala la mali kali“ und fortgesetzt mit „namo ksha ksha mo nali …“. Eine verlässliche Wortübersetzung ist für die überlieferte Folge nicht möglich.
33.330 Die zweite beginnt „yama dhara radha maya …“ und setzt sich in spiegelbildlichen Lautgruppen fort. Auch hier liegt eine chiffrierte Mantra-Lautfolge vor, kein sicher übersetzbarer Aussagesatz; der volle Wortlaut bleibt im Sanskritartikel erhalten.
33.331 Als Träger des Schadens-Yantras nennt die Quelle Blei, dunklen Stoff oder Stein; geschrieben wird mit giftiger Tinte und einer Krähenfeder.
33.332 Links an der Schwelle einer Kali- oder anderen Shakti-Stätte verborgen, soll es dem Feind sofort Leid zufügen.
33.333 An einem Kreuzweg vergraben soll es ihn krank machen; unter einem „Kari“-Baum soll es ihn von Kindern und Frau trennen.
33.334 Ein weiteres Tvarita-Yantra soll ganze Gebiete vernichten. Es besitzt acht mal acht Felder.
33.335 Bei einem männlichen Ziel wird zuerst Kalikas Mantra geschrieben und außen mit Yamas Mantrasilben umfasst.
33.336 Bei einem weiblichen Ziel stehen Yamas Silben innen; Kalis Mantra umhüllt das Yantra außen.
33.337 Die Quelle beschreibt Beschichtungen mit giftigen Stoffen, Hemamakshika und Kapikacchu sowie eine Rezitation mit gesenktem Gesicht.
33.338 Sie nennt ferner Salz, die drei scharfen Gewürze, Chavya, Vaikanta-Blätter, Leichenplatzkohle, Nimba-Harz und Hausruß.
33.339 Vishva wird als weiterer Bestandteil erwähnt; die Zählung stimmt nicht sicher mit der Liste überein. In die Felder kommen die Namen der zahlreichen Ziele.
33.340 Wo dieses Yantra liegt, sollen Unglück, Krankheit, Störungen und eine unheilbare Seuche entstehen. Diese Verse dokumentieren ein historisches Schadensritual, keine Anwendungsempfehlung.
33.341 Nun folgt Bagalas vorzügliches Yantra. Es wird auf Birkenrinde mit Haritala und Kurkumasaft geschrieben.
33.342 In einem Sechseck wird der als 36-silbig bezeichnete Bagala-Mantra kreisförmig eingetragen.
33.343 Er beginnt mit Om, Lajja und „bagalamukhi sarvadushtanam vacam mukham“ – „O Bagalamukhi, die Rede und den Mund aller Bösartigen
33.344 lähme; nagele die Zunge fest; vernichte die Einsicht“ – und endet mit Om, der Keimsilbe und Svaha.
33.345 Der Mantra wird vom Zielnamen umfasst und mit gelbem Faden umwickelt. Danach begibt sich der Übende zum Töpfer.
33.346 Aus auf der Töpferscheibe bewegter Erde wird eine Stierfigur angefertigt und mit Haritala bestrichen.
33.347 Das Yantra kommt in die Figur oder ihre Nase. Viermal täglich wird sie unter Nennung des Zielnamens verehrt; dadurch soll selbst die Rede eines Brihaspati gehemmt werden können.
33.348 Ein anderes Bagala-Yantra wird auf eine Platte oder einen Stein geschrieben. Hrim umfasst
33.349 den Zielnamen; als Schreibstoffe nennt die Quelle Dhattura-Saft, Kurkuma und Haritala. Der vorige Mantra umschließt das Zeichen, darüber liegen drei Kreise.
33.350 Es soll Leibesfrucht und Bewegung zum Stillstand bringen und das Eindringen von Tigern und anderen Bedrohungen ins Dorf hemmen. Nun folgt eine weitere, abwärtsgewandte Leichenplatzzeichnung.
33.351 Eine Tonscherbe vom Leichenplatz wird in der linken Hand gehalten und mit der rechten mit Leichenplatzkohle beschrieben. Besprochen und im Boden verborgen, soll sie die Bewegung der Feinde hemmen.
33.352 Eine Variante schreibt das Yantra auf Totengewand, wickelt es in gelben Stoff und legt es in den Mund eines Frosches. Mit gelben Blumen verehrt, soll es feindliche Rede zum Schweigen bringen. Dies ist ein dokumentierter historischer Tier- und Zwangsritus.
33.353 Nun folgt Varahis Yantra. Om und Zielname werden geschrieben und mit Glaum umfasst.
33.354 Darum liegt Tha; im Erdquadrat folgen Vajra-Zeichen und an seinem Rand Om.
33.355 Im Vajra stehen Zielname und Handlungsformel. Das Erd-Bija umgibt sie; der Wurzelmantra umfasst das Erdquadrat.
33.356 Er beginnt „om aim glaum aim namo bhagavati vartali varahi varahi varahamukhi“, gefolgt vom Sprach-Bija:
33.357 „glaum aim andhe andhini namo rundhe rundhini namo jambhe jambhini namo mohe mohini“ – Anrufungen der blendenden, hemmenden, lähmenden und verwirrenden Macht.
33.358 Es folgt „namah stambhe stambhini namah aim glaum aim“, dann die Bitte bezüglich aller Bösartigen und Verderbten,
33.359 ihre Rede, Gedanken, Augen, Münder, Bewegung und Zungen zu hemmen und sie rasch gefügig zu machen. Aim, Glaum, Aim, vier Tha-Laute, Hum, Phat und Svaha schließen die als 114-silbig bezeichnete Wurzel-Vidya ab.
33.360 Drei äußere Kreise bilden Ringe: Der erste wird mit Klim, der zweite mit Hum umfasst.
33.361 Das mit einem äußeren Erdquadrat versehene Yantra wird mit schwarzen Blumen verehrt und auf den Weg des Feindes gebracht. Es soll selbst einen seit hundert Jahren Ansässigen vertreiben.
33.362 Wird der Mantra auf ein Musikinstrument geschrieben und dieses im Kampf gespielt, sollen die Feinde beim Klang erschrocken fliehen.
33.363 Ebenso soll das Zeichen auf einer Kriegsfahne alle Gegner bei seinem Anblick zur Flucht treiben.
33.364 Nun folgt Svapnavarahis wunderbares Yantra: Dreieck, Sechseck, sechzehnteiliger Bereich, achtblättriger Lotus, zwei zehnteilige Bereiche, fünfzehnteiliger Bereich und zwei Erdquadrate.
33.365 Im Dreieck steht Vagbhava innerhalb des Kama-Bijas. Das Sechseck trägt vom Osten aus Vag, Hrim, Krim, Shrim und Hum; ein sechster Eintrag ist nicht eindeutig erhalten.
33.366 Auf sechzehn Blättern stehen die Kräfte Ucchatani, Ucchatanishvari, Shoshini und Shoshinishvari,
33.367 Marani, Maranishi, Bhishani, Bhishanishvari, Trasini, Trasinishi, Kampini und Kampinishvari,
33.368 Ajnavivartini, Ajnavivartinishvari, Vastujateshvari und Sarvasampadinishvari.
33.369 Auf acht Blättern werden die Mütter mit den Bhairavas verehrt. Im zehnteiligen Bereich stehen die Richtungshüter, jeweils mit ihrem Bija.
33.370 Die Reihe lautet Ram, Lam, Mam, Ksham, Vam, Yam, Sam, Ham, Shrim und Hrim. Im zweiten zehnblättrigen Lotus stehen Vajra und die übrigen Waffen.
33.371 Auf fünfzehn Blättern steht Varahis Wurzelmantra, beginnend mit „om hrim namah varahi ghore svapnam“ und einer Visarga-Angabe,
33.372 gefolgt von zweimal Tha und Svaha. Der Mantra wird fünfzehnsilbig genannt. Die Matrika-Buchstaben umgeben das Yantra.
33.373 Die vier Ecken des Erdquadrats tragen „vara“; der Sinn der kurzen Angabe ist unsicher. Auf Birkenrinde oder einem anderen Träger geschrieben, wird es durch Japa und den geweihten Opferrest vollendet.
33.374 Am Arm oder anderswo getragen, soll es Ruhm, Reichtum und Glück verleihen. Wozu mehr sagen? Varahi gewähre das Ersehnte.
33.375 Nun folgt ein besonders schützendes Matrika-Yantra. Innerhalb von Ha stehen Sa und der Zielname.
33.376 Außen liegt ein achtblättriger Lotus; die Staubfäden tragen die Vokale. Ksha, mit den sechs langen Vokalen verbunden, umgibt das äußere Quadrat.
33.377 Es wird mit Gorochana und Safran auf Birkenrinde geschrieben. In Gold oder anderes Metall eingeschlossen, soll es dort schützen, wo es sich befindet.
33.378 Nun folgt Taras vollendendes Yantra. Es wird mit rotem Lacksaft auf Birkenrinde geschrieben.
33.379 In einem Sechseck stehen Om, Hrim, Ram, Trim, Hum, Phat und der Zielname. Die Staubfäden des äußeren achtblättrigen Lotus tragen zwölf Vokale.
33.380 Auf die Blätter kommen die acht mit Ka beginnenden Lautgruppen; außen liegt das Erdquadrat. Das Ganze wird in gelben Stoff gewickelt und mit einer Textilschnur gebunden.
33.381 Am Hals von Kindern soll es vor Geisterangst schützen; am linken Arm von Frauen soll es einen Sohn verleihen. Dies sind historische Amulettzuschreibungen.
33.382 Am rechten Arm von Männern soll es Armen Reichtum, Erkenntnissuchenden Erkenntnis und Königen Sieg schenken.
33.383 Nun wird ein Unterwerfungs-Yantra Bhuvaneshvaris beschrieben. Der Kundige bildet einen achtblättrigen Bereich mit vierseitigen Blattformen.
33.384 Maya und der Zielname werden eingetragen; ein Quadrat umschließt das Yantra, dessen vier Ecken Vam tragen.
33.385 Auf Birkenrinde oder anderem Träger mit Gorochana und Safran und einem Jati-Holzstift geschrieben, gilt es als starkes Unterwerfungsmittel.
33.386 Nun folgt ein vorzügliches Sonnen-Yantra. In die Mitte eines vierblättrigen Lotus
33.387 kommen Om und der Zielname; die Blätter tragen einzeln die Laute der Folge Am, Him, Hamsah. Außen liegt ein achtblättriger Lotus.
33.388 Auf diesen wird „om ghrinih surya adityah“ verteilt. Zwei weitere Kreise bilden einen Ring.
33.389 Die vier Ecken des Erdquadrats tragen Am, Am, Hrim und Hrim. Dieses Sonnen-Yantra soll alle Krankheiten der Menschen vernichten.
33.390 Es soll Glanz, Macht, Glück, Söhne, Lebensdauer und Ruhm vermehren, Geld und Getreide gewähren, gefügig machen und umfassend schützen.
33.391 Nun folgt Kurukulyas Yantra zur Abwehr von Schlangen. Ein Sechseck wird gezeichnet; von der Mitte aus und dann vom Osten an
33.392 werden die sieben Silben von „om kurukulyai svaha“ einzeln verteilt.
33.393 Auf Stein geschrieben, im Haus aufgestellt und verehrt oder am Körper getragen, soll es verschiedene Gifte unwirksam machen. Dies ist ein Wirkungsversprechen der Quelle.
33.394 Nun folgt ein Yantra, das Feinden Furcht einflößen soll. Sein siebensilbig genannter Mantra lautet „om hrim mekhale svaha“.
33.395 Wie zuvor in ein Sechseck geschrieben, soll er alle Feinde abwehren. Im Haus richtig aufgestellt, soll er Streit verhindern.
33.396 Nun folgt ein vorzügliches Yantra zur Bewahrung der Leibesfrucht: Tripuras Zeichen samt Mantra wird mit je fünf Linien gezeichnet.
33.397 Die waagerechten und senkrechten Linien ergeben sechzehn Felder. Hinzu kommen vier Blätter und eine halbfeldgroße untere Form.
33.398 Die oberen vier Felder tragen jeweils Hram, die unteren vier jeweils Ham.
33.399 Hrim steht einander gegenüber im Süden und Norden. In die Felder sieben und acht kommen jeweils zwei Buchstaben des Zielnamens.
33.400 Die Felder zehn und elf tragen „raksha“, „schütze“. Mit Moschus, Gorochana, Kampfer und Safran auf Birkenrinde geschrieben und beräuchert, wird das Yantra am Hals getragen.
33.401 Der Mantra verbindet Aim, Hrim, Shrim, „tripurayai namah“, zweimal „garbham stambhaya“, die Bitte um Lösung von Dakini-Schädigung und Svaha. Er wird als 31-silbig bezeichnet und bittet um Festigung der Schwangerschaft und Befreiung von der zugeschriebenen Störung.
33.402 Aus 21 roten Fäden wird eine Schnur gefertigt; vierzehn schwarze Fäden werden damit verbunden.
33.403 Sie wird siebenmal besprochen, mit Räucherung und Lampe verehrt und dreimal um die Hüften der Frau gelegt. Der Text schreibt ihr Schutz der Schwangerschaft zu; dies ist keine geburtshilfliche Empfehlung.
33.404 Nun folgt Varahas vorzügliches Yantra. In die Mitte eines Sechsecks kommt Om.
33.405 Darin stehen Hram und der Zielname. Die Silben von „sahasrare hum phat“ werden einzeln auf die Ecken verteilt.
33.406 Die mit „a“, „vi“, „su“, „pi“, „sam“ und „jvala“ bezeichneten Anfänge werden mit „chakraya svaha“ verbunden; so entstehen sechs Formeln.
33.407 Sie stehen an den Verbindungspunkten des Sechsecks. Außen folgt ein vierblättriger Lotus mit je zwei Silben auf jedem Blatt.
33.408 Dafür dient der achtsilbige, mit Om beginnende Mantra „namo narayanaya“. Nach den Staubfäden werden die Blattmitten beschriftet.
33.409 Das erste äußere Blatt trägt „om namo bhagavate va“, das zweite die Fortsetzung „raharupaya bhur bhuvah“;
33.410 auf dem dritten steht „svahpataye bhupatitvam“, auf dem vierten „me dehi dapaya svaha“: die Bitte an den erhabenen Varaha, Herrn der drei Welten, um Herrschaft über Land.
33.411 Außen folgt ein achtblättriger Lotus mit Vokalpaaren an den Staubfäden; die Blattmitten erhalten je vier Silben des genannten Varaha-Mantras.
33.412 Die Silben werden einzeln nach der Ordnung eingetragen; ein äußerer sechzehnblättriger Lotus trägt die Konsonanten von Ka bis Sa paarweise.
33.413 Die Staubfäden und Blattenden erhalten weitere Paare aus Varahas Mantra. Außen folgt nochmals ein achtblättriger Lotus.
33.414 Fünf Kreise bilden vier Ringe. Der Zielname dient als Einfassung; im dritten Ring wird Hrim genannt. Die vollständige Zuordnung ist elliptisch.
33.415 Der hier genannte Varaha-Mantra wird mit dem Zielnamen verflochten und um den Ring geschrieben. Außen folgt das Erdquadrat.
33.416 Seine vier Ecken tragen Glaum mit eingefügtem Zielnamen. Zehn äußere Richtungsdreizacke tragen Hrim und Glaum. Dies ist Varahas wunderbares Yantra.
33.417 Roter Lack, schwarzes Agaru, Kampfer, Gorochana, Safran und ein weiterer als Hima bezeichneter Stoff werden mit Kuhdungwasser zur Schreibtinte verrieben.
33.418 Der Stift wird als „kara“-entstanden bezeichnet; die Materialangabe ist unklar. Gold als Träger soll alles Ersehnte gewähren, Silber Lebensdauer.
33.419 Kupfer soll ein Dorf verschaffen, ein Nimba-Blatt Glück, ein weiterer pflanzlicher Träger beziehungsweise Leinen Landbesitz und Birkenrinde weltliches Ansehen; die Trägerfolge ist teilweise unsicher.
33.420 Nach angemessenem Japa und Besprengung mit dem geweihten Opferrest wird das Yantra getragen. Die Einschränkung „ohne den Geburtsmond“ ist nicht erläutert. Es soll alles Gewünschte schenken.
33.421 Der Übende vergegenwärtigt sich selbst in Ebergestalt, setzt das Yantra am Zielort ein und ruft Varaha samt seinen Gliedern hinein. Die abschließende Angabe über die Richtungen und reinen Farben ist beschädigt.
33.422 Nun folgt Prithivis wunderbares Yantra: Achteck und achtblättriger Lotus, in der Mitte Om mit dem Zielnamen und Hram in den acht inneren Ecken.
33.423 Das Ostblatt trägt Am, Hrim, Glaum; Südost beginnt „namo bha“, Süden setzt „gavatyai“ fort, Südwest trägt „dharinyai“.
33.424 Im Westen steht „dharanim“, im Nordwesten „dhare dehi“, auf dem folgenden Blatt Svaha und im Nordosten Glaum, Hrim, Om. [Die Vorlage nennt die Windrichtung doppelt.]
33.425 Drei äußere Kreise bilden zwei Ringe. Im ersten beginnt die Formel „om namo bhagavate vara-
33.426 harupaya bhur bhuvah suvahpataye bhupatitvam me dehi dapaya svaha“. Der zweite trägt die Matrika-Laute; außen liegt das Erdquadrat.
33.427 Im Haus aufgestellt, soll das Yantra Gold und Getreide mehren; am Arm getragen soll es die Welt gefügig machen und volle Lebensdauer und Glück fördern.
33.428 Nun folgt Nrisimhas alle Wünsche erfüllendes Yantra. In die Mitte eines Sechsecks kommt Om,
33.429 dazu Kshaum mit dem Zielnamen. Die sechs Ecken erhalten je einen Laut; die anschließende chiffrierte Lautangabe ist beschädigt. Außen folgen zwei Kreise.
33.430 Der Ring dazwischen wird mit dem Maya-Bija umfasst. Ein äußerer zwölfblättriger Lotus trägt einzeln die Silben
33.431 von „om namo bhagavate vasudevaya“. Ein weiterer Ring zwischen zwei Kreisen wird wiederum mit Maya-Bijas umfasst.
33.432 Ein sechzehnblättriger Lotus trägt die sechzehn Vokale und eine Umfassung mit Maya samt Bindu. Auf 32 äußeren Blättern wird jeweils eine Silbe des folgenden Verses geschrieben:
33.433 „Den Furchtbaren, Heldenhaften, großen Vishnu, den Flammenden, überallhin Gewandten, den schreckenerregenden, heilvollen Nrisimha, den Tod des Todes, verehre ich.“
33.434 Drei äußere Kreise bilden weitere Umfassungen. Im östlichen Teil stehen die mit Ka beginnenden Laute samt Bindu,
33.435 im südlichen die mit Ra beginnenden, im linken die mit Sha beginnenden; anschließend wird Aum eingetragen.
33.436 Außen folgen zwei ohrförmige Gebilde mit einer nicht eindeutig lesbaren Beschriftung. Durch Puja, Homa und Japa vollendet, soll das Yantra körperliches und seelisches Leid nehmen und die vier Lebensziele gewähren; weitere Wörter der Fruchtangabe sind beschädigt.
33.437 Nun folgt eine Zeichnung zur Beseitigung aller Bedrängnisse: ein achtblättriger Anfangsbereich mit fünf quer dazu verlaufenden Linien.
33.438 So entstehen 32 Felder. Die vorderen Linien werden zu Schlangenhauben verlängert.
33.439 Weitere Linien werden in einer undeutlich überlieferten Fünfer- beziehungsweise Neunerordnung gezogen. Auf den Hauben steht Kraum, in den Feldern der Anushtubh-Vers.
33.440 Am Schwanz steht der Zielname. Durch ein Gersten-Feueropfer soll das Yantra vollendet werden und Krankheiten, Geisterbedrängnis und Schadenszauber beseitigen.
33.441 Ein weiteres Yantra soll geringere Krankheiten vertreiben. Die Mitte eines achtblättrigen Lotus trägt Zielname und Handlungsformel.
33.442 Hinzu kommt Kshaum; jedes der acht Blätter trägt vier Silben des Versmantras.
33.443 Auf Birkenrinde geschrieben und durch die entsprechende Mantraordnung vollendet, soll es geringere Leiden beseitigen und umfassend schützen. Die Bestimmung zu den langen Lauten ist verkürzt.
33.444 Nun folgt ein Yantra gegen schwere Krankheiten. Die Ecken einer doppelten Erdquadrat-Anlage tragen Kshaum.
33.445 O Uma, in diesem mit den zugehörigen Mandalas versehenen Yantra wird eine schöne neunfeldrige Anordnung geschaffen und ein Krug aufgestellt.
33.446 Er wird unter dem Mantra umwunden und gefüllt; die Füllangabe ist beschädigt. Mit zwei Stoffen versehen dient er zur Anrufung des mächtigen Nrihari.
33.447 Im friedensstiftenden Ritual wird dieser mit Sandel und weiteren Gaben verehrt, ebenso Indra und die Richtungshüter. Es folgen 1008 Wiederholungen.
33.448 Das so mit Wasser gereinigte Yantra wird erhoben; die Besprengung soll einen Menschen aus dem Rachen des Todes zurückholen.
33.449 Angst vor schädlichen Mächten, Zauber und Geistern soll sofort vergehen. Brahmanen werden in der Vorstellung ihrer Göttlichkeit gespeist und zufriedengestellt.
33.450 Dem Guru soll man ohne Geiz selbst sein Leben darbringen und entsprechend dem Anliegen eine Gabe schenken. So soll irdische Vollendung und Freude im Jenseits entstehen.
33.451 Nun folgt ein wunderbares Yantra Nriharis. In der Mitte eines Sechsecks steht Hrim zusammen mit dem Zielnamen.
33.452 Die sechs Ecken tragen Am, Hrim, Kshaum, Krom, Hum und Phat. Außen folgt ein achtblättriger Lotus mit Vokalpaaren
33.453 an den Staubfäden; auf den Blättern stehen je vier Silben von Nrisimhas Anushtubh-Mantra. Zwei äußere Kreise schließen sich an.
33.454 „Den Furchtbaren, Heldenhaften, großen Vishnu, den Flammenden, überallhin Gewandten, den schreckenerregenden, heilvollen Nrisimha, den Tod des Todes, verehre ich.“
33.455 Der Ring trägt die Matrika-Laute, außen liegt das Erdquadrat. Seine Ecken enthalten den früher genannten Chintamani-Kuta.
33.456 Auf Birkenrinde geschrieben und am Kopf getragen, soll das Yantra Gift, Krankheit, Feindesnot und Angst vor Geistern und schädlichen Mächten nehmen.
33.457 Nun folgt das Yantra Sudarshana-Nrisimhas, dem die Stillung aller Krankheiten und Vernichtung aller Feinde zugeschrieben wird.
33.458 Innerhalb eines Dreiecks liegen Sechseck und zehnblättriger Lotus. Dessen Mitte trägt Om und darin „Vernichte Soundso“.
33.459 Neun Blätter erhalten Silbenpaare, das zehnte die restlichen Silben der Formel mit „sahasrare jvalavartine kraum jahi jahi“.
33.460 Hum, Phat und Svaha werden mit Kraum im Sechseck und in den Dreiecksfeldern verteilt; die genaue Doppelwort-Anweisung ist undeutlich. Durch Japa und Opferrest vollendet, soll das Zeichen Dämonen, Krankheiten und Feinde vertreiben.
33.461 Nun folgt Dadhivamanas Yantra, besonders für vedisch Praktizierende; es soll Frau, Sohn und Freunde gewähren.
33.462 Ein schöner siebzehnblättriger Lotus trägt Om mit dem Zielnamen in der Mitte, umgeben von den sechzehn Vokalen.
33.463 Die Staubfäden erhalten Silbenpaare unter Auslassung der als Kala und Kali bezeichneten Laute. Auf den Blättern steht einzeln die Folge „namah
33.464 vishnave surapataye mahabalaya svaha“, mit einer weiteren Namah-Angabe und von zwei Om umfasst.
33.465 Zwei vorangestellte Shri-Bijas fassen die Mitte ein. Mit der achtteiligen Duftmischung auf Birkenrinde geschrieben, soll das Yantra Wohlstand und Land gewähren.
33.466 Nun folgt ein weiteres wunscherfüllendes Vamana-Yantra. Die Mitte eines achtblättrigen Lotus trägt mit dem Zielnamen
33.467 Om. An den Staubfäden stehen einzeln die Silben von „om namo narayanaya“.
33.468 Die Blätter erhalten Silbenpaare, das achte vier Silben der Formel „om namo vishnave surapataye maha-
33.469 balaya svaha“, die als achtzehnsilbig gilt. Drei Kreise bilden äußere Ringe; der innere wird
33.470 mit „om namo bhagavate vasudevaya“, der äußere mit Matrika-Lauten umfasst. Damit ist dieses Yantra beschrieben.
33.471 Nun folgt Ramas höchst wunderbares Yantra. Ein Sechseck enthält einen Kreis.
33.472 Darin steht Ram; innerhalb beziehungsweise darunter der Zielname, dazu der Name des Übenden und in der Mitte die Handlungsbezeichnung.
33.473 An den Seiten steht das Tätigkeitswort; Ra wird zwischen die Buchstaben gesetzt, dazu Shri. Zwei Om umfassen das Ganze.
33.474 In die nach oben und unten gerichteten Dreiecksteile des Sechsecks kommen die Gliedermantras. An den Seiten stehen Maya-Bijas, vorn Kama.
33.475 Die sechs Verbindungspunkte tragen Hram. Vagbhava umfasst alles; außen folgt ein achtblättriger Lotus mit Staubfäden.
33.476 Die Staubfäden tragen Vokale, die Blätter die entsprechenden Laute. An die Blattspitzen kommen die Silben des Mala-Mantras.
33.477 Dieser beginnt „om namo bhagavate raghunandanaya“ und fährt mit einer Anrufung des Dämonenvernichters fort, deren folgende Wortform unsicher ist, dann „madhura-
33.478 prasannavadanaya amitatejase balaya ramaya vishnave namah“: Verehrung Ramas, Vishnus, mit lieblichem, freundlichem Gesicht und unermesslichem Glanz und Kraft.
33.479 Der Mala-Mantra wird als 47-silbig bezeichnet. Ein äußerer achtblättriger Lotus trägt Shri-Bijas an seinen acht Staubfadengruppen.
33.480 Die Blattmitten enthalten einzeln die acht Silben von „om namo narayanaya“. Außen liegt ein zwölfblättriger Lotus.
33.481 Seine Staubfäden tragen die Buchstaben von A bis Ksha in Vierergruppen, die letzte Gruppe sieben.
33.482 Die Blattmitten tragen die zwölf Silben des Vasudeva-Mantras „om namo bhagavate vasudevaya“.
33.483 Ein äußerer sechzehnblättriger Lotus erhält Maya an den Staubfäden und einzeln die Silben von „om namo bhagavate ramachandraya hum phat namah“ in den Blattmitten.
33.484 Eine weitere äußere Sechzehnerreihe enthält Bijas, beginnend mit Ham, Sam, Bham und Vim. Die folgende Lautliste ist beschädigt und wird nicht rekonstruierend ergänzt.
33.485 An jeder Blattwurzel stehen Hrim, Shrim und Klim; in der vorderen Blatthälfte die Silben von Ramas Anushtubh:
33.486 „O heilvoller Rama, großer Bogenträger, Bester der Raghus, vorzüglichster König, Bezwinger des Zehnköpfigen: Schütze mich; schenke und verschaffe mir Wohlergehen.“
33.487 Die hintere Blatthälfte trägt Nrisimhas Anushtubh-Mantra, der bereits beim Nrisimha-Yantra genannt wurde und hier wiederholt wird:
33.488 „Den Furchtbaren, Heldenhaften, großen Vishnu, den Flammenden, überallhin Gewandten, den schreckenerregenden, heilvollen Nrisimha, den Tod des Todes, verehre ich.“
33.489 Außen wird ein Erdquadrat ohne die acht Vajras gezeichnet. In den Hauptrichtungen steht Kshraum, in den Zwischenrichtungen Ham.
33.490 So entsteht Ramas Yantra, das als vorzüglichstes aller Yantras gilt. Es wird durch Japa, Puja und den geweihten Rest des Feueropfers vollendet.
33.491 Am Kopf oder Arm getragen, soll es Lebensdauer und Gesundheit schenken, schützen und große Macht vermehren, o Maheshani.
33.492 Selbst unfruchtbaren Frauen soll es Söhne und großes Glück, zudem Lebensgenuss und Befreiung gewähren. Es soll sorgsam geheim gehalten werden.
33.493 Nun folgt ein weiteres Mantra-Yantra Ramabhadras. In die Mitte eines Sechsecks kommt die Keimsilbe
33.494 Ram; darin beziehungsweise darunter der Zielname, darüber der Name des Übenden, in die Mitte die Handlung.
33.495 Die Tätigkeitswörter stehen an den Seiten; die Mantraeintragung zwischen den Blättern ist knapp beschrieben. Shri und „ramaya namah“ umfassen das Ganze.
33.496 Außen folgt die zehnsilbige Formel „hum janakivallabhaya svaha“, die das Sechseck umgibt.
33.497 Ram wird mit den sechs langen Vokalen und Anusvara geschrieben. An den Eckspitzen stehen Hrim und Shrim, an den Seiten Ham.
33.498 Ein äußerer achtblättriger Lotus trägt Vokalpaare an den Staubfäden und den Mala-Mantra des vorigen Yantras auf den Blättern.
33.499 Der Ring zwischen zwei äußeren Kreisen enthält die mit Ka beginnenden Laute samt Bindu. Im äußeren Erdquadrat steht Kshraum in den Hauptrichtungen,
33.500 Hum in den Ecken. Durch Japa und Homa vollendet, soll dieses Yantra alle gewünschten Früchte, Befreiung und großen Wohlstand gewähren.
33.501 Eine weitere Form enthält Om im Sechseck und wie zuvor Zielname und weitere Angaben. Die Ecken tragen Wurzelsilben, die Verbindungspunkte Ri mit sechs langen Vokalen. [Die Vorlage nennt zugleich acht Ecken.]
33.502 Links am Eckbereich steht das Shakti-Bija, rechts das Kama-Bija. Außen folgt ein achtblättriger Lotus.
33.503 Seine Staubfäden tragen Vokalpaare; die Blattmitten den Mala-Mantra wie zuvor. Drei äußere Kreise schließen sich an.
33.504 Der innere Ring wird mit dem zuvor genannten zehnsilbigen Mantra, der äußere mit Ka bis Ksha umfasst; außen liegt das Erdquadrat.
33.505 Kshraum steht in den Haupt-, Hum in den Zwischenrichtungen. Dieses Rama-Yantra soll Macht, Ruhm, Wohlstand und Sieg verleihen.
33.506 Nun folgt ein Yantra mit Gopala als Gottheit. Im Sechseck stehen Kama, Zielname und Handlungsformel.
33.507 Die sechs Blätter tragen die Silben von „om namah krishnaya“. Außen folgt ein zehnblättriger Lotus, dessen Staubfäden
33.508 je zwei Silben eines zwanzigsilbig genannten Mantras tragen: Anrufungen Damodaras, des Lotus- und Keulenträgers und Vasudevas, gefolgt von der Schutzsilbe, Phat und Svaha.
33.509 Die Blätter tragen einzeln „gopijanavallabhaya svaha“. Außen liegt ein Erdquadrat mit Kama-Bijas in den Ecken.
33.510 Das Yantra wird vorschriftsmäßig mit Gorochana und einem geeigneten Stift auf Gold geschrieben, zum Päckchen geformt und verehrt.
33.511 Es wird mit dem geweihten Opferrest besprengt und mit dem zehnsilbigen Mantra besprochen. Verdienstvolle Menschen tragen dieses Gopala-Yantra am Arm.
33.512 Es soll für Befriedung, Unterwerfung und weitere Handlungen wirksam sein und geheim bleiben. Ihm werden Wachstum von Ruhm, Söhnen und Enkeln zugeschrieben.
33.513 Es soll Schönheit, Schutz, Glück und Wohlergehen schenken. Über dem Kopf eines von Anfällen oder vermeintlichen Geistern Betroffenen meditiert und mit Japa verbunden, soll es die Störung sofort aufheben. Dies ist eine historische Heilvorstellung.
33.514 Nun folgt Krishnas höchst wunderbares Yantra. Ein Kreis trägt Glaum in seiner Mitte.
33.515 Darin steht der Zielname; außen liegt ein Sechseck, dessen Blätter einzeln die Silben von „om namah krishnaya“ tragen.
33.516 An den Blattverbindungen stehen, von Südost beginnend, folgende Mantras: zuerst das sechssilbige „achakraya svaha“.
33.517 Es folgen die ebenfalls sechssilbig genannten Formeln „vichakraya svaha“ und „suchakraya svaha“.
33.518 Dann kommen „shailarakshanachakraya svaha“, als zehnsilbig bezeichnet, und „asurantakachakraya svaha“, als neunsilbig bezeichnet.
33.519 Der sechste Verbindungspunkt trägt Kama. Außen folgt ein achtzehnblättriger Lotus mit den Silben
33.520 von „klim krishnaya govindaya gopijanavallabhaya svaha“. Ein äußerer 24-blättriger Bereich enthält Krishnas Gayatri:
33.521 „Wir erkennen Damodara; wir meditieren über Vasudeva. Möge Krishna unseren Geist anregen.“
33.522 Der Ring zwischen zwei weiteren Kreisen wird mit Kama umfasst. Auf 32 äußeren Blättern steht Gopalas Anushtubh-Mantra.
33.523 Er beginnt mit Glaum und Klim und verehrt den erhabenen Sohn Nandas in dunkler Kindergestalt sowie den Geliebten der Gopis; Svaha bildet den Abschluss. Der Text zählt 32 Silben. Die Gottesnamen umfassen verschiedene Aspekte Krishnas.
33.524 Vier äußere Kreise bilden drei Ringe: der erste trägt Glaum aus dem Gopala-Mantra, der zweite die Matrika-Laute, der dritte Am und Krim.
33.525 Dies heißt der König der Yantras, der die ganze Welt bezaubert. Es soll Dharma, Liebe und Wohlstand als Früchte verleihen und Feinde und Räuber abwehren.
33.526 Es soll Ruhm, Schönheit, Land, Gesundheit, Schutz, Wohlstand, Sieg, Söhne und Enkel gewähren und Bhutas und Vetalas vertreiben.
33.527 Auf Birkenrinde oder anderem Träger geschrieben, verehrt, besprochen und getragen, soll es alle Wünsche erfüllen. Es darf nach dem Text weder Hingabelosen noch Feinden der Götter und Brahmanen gegeben werden.
33.528 Ein anderes Krishna-Yantra soll alle Störungen beseitigen. Glaum wird mit dem Zielnamen geschrieben und sorgfältig
33.529 mit dem achtzehnsilbigen Mantra umfasst. Darum liegt ein Sechseck; seine Ecken tragen die entsprechenden Mantrasilben, deren Verweis hier unklar bleibt.
33.530 Ein äußerer zehnblättriger Lotus trägt die zehn Silben von „gopijanavallabhaya svaha“.
33.531 Ein Ring zwischen zwei Kreisen wird mit Kama umfasst. Außen folgt ein sechzehnblättriger Lotus mit Vokalen an den Staubfäden.
33.532 Die Blätter erhalten die zuvor genannten sechzehn Silben. Ein äußerer 32-blättriger Lotus trägt Ka bis Sa an den Staubfäden und in den Blattmitten wie zuvor
33.533 die Silben des 32-silbigen Mantras. Der Ring zwischen zwei äußeren Kreisen wird mit Am und Kram umfasst.
33.534 Aus zwei Quadraten entsteht ein äußeres Achteck mit je einer Silbe des seltenen achtsilbigen Mantras.
33.535 Das Yantra soll Angst vor Dieben und Seuchen nehmen und die vier Lebensziele gewähren. Nun folgt Hanumans wunderbares Yantra, beginnend mit einem achtblättrigen Lotus.
33.536 In dessen Mitte stehen Om und Zielname; die Staubfäden tragen Vokalpaare, die Blätter je vier Silben des Mantras.
33.537 „Verehrung dir, dem Erhabenen, Anjaneya Hanuman; vernichte die Bedrängnisse durch Vögel, fliegende Insekten und weitere Wesen“ – so beginnt die Formel. [Die Vorlage nummeriert irrtümlich 357.]
33.538 Hum, Phat und Svaha beschließen den als 32-silbig bezeichneten Mantra. Zwei äußere Kreise bilden einen Ring mit den Lauten von Ka bis Ksha.
33.539 Drei weitere Kreise erhalten den Mala-Mantra, beginnend mit „namo bhagavate hanumate“:
33.540 Verehrung dem Sohn des Windes, dem Lebensspender Raghavas, dem Retter Lakshmanas,
33.541 dem Vernichter von Sitas Leid, dem Brecher von Ravanas Hochmut, dem Vernichter aller Bösartigen,
33.542 dem Abwehrer von Feinden, Dieben, Tigern, Ebern, Würmern, fliegenden Insekten und anderen schädlichen Wesen.
33.543 Die Anrufungen stehen im Dativ; Hum, Phat und Svaha schließen den als 82-silbig bezeichneten Mantra ab. Außen wird ein Erdquadrat gezeichnet.
33.544 Das Yantra wird mit Gorochana, Moschus und Safran auf Birkenrinde, Kupfer, Stoff, Wand, Platte oder Stein geschrieben; auch die Befestigung am Hals einer Kuh wird genannt.
33.545 Es soll Angst vor Bedrängnis, Krankheit, Dämonen, Schadenszauber und schädlichen Mächten nehmen, ebenso vor Kinderkrankheitsgeistern und Tigern.
33.546 Nun folgt Dakshinamurtis wunderbares Yantra. Ein achtblättriger Lotus erhält in der Mitte
33.547 den Zielnamen; die Staubfäden tragen Vokalpaare. Auf dem ersten Blatt stehen die Laute A, U und Ma des Om.
33.548 Das zweite trägt „namo bha“, das dritte „gavate“, das vierte „dakshina“, das fünfte „murtaye“.
33.549 Auf dem sechsten steht „mahyam me“, auf dem siebten „dham praya“, auf dem achten „ccha svaha“: die zusammenhängende Bitte, mir Erkenntniskraft zu schenken.
33.550 Der Ring zwischen zwei Kreisen trägt die mit Ka beginnenden Laute; außen liegt das Erdquadrat. Seine Ecken erhalten Buchstaben der vierten Konsonantengruppe. [Die Vorlage zählt irrtümlich 450.]
33.551 Die nähere Reihenfolge nennt den ersten, vierten, zweiten und dritten Laut, beginnend im Südosten. Mit der achtteiligen Shiva-Duftmischung auf Birkenrinde geschrieben, wird es am Hals getragen.
33.552 Es soll Söhne, Enkel, Lebensdauer, Wohlstand, Sieg und sämtliche Wünsche gewähren sowie Schadenszauber, Anfälle und Geisterbedrängnis beseitigen.
33.553 Nun folgt das Mrityunjaya-Yantra. In die Mitte eines achtblättrigen Lotus kommt Om.
33.554 Darin steht der Zielname; die Hauptrichtungsblätter tragen Ksham, die Zwischenrichtungsblätter den als „so“ angegebenen Laut. Außen liegt das Erdquadrat.
33.555 In dessen Hauptrichtungen steht Va, in den Zwischenrichtungen U. Dieses Mrityunjaya-Yantra wird durch Japa, Homa und weitere Riten vollendet.
33.556 Auf Birkenrinde geschrieben und an Hals, Arm, Rumpf oder Unterarm getragen, soll es schädliche Mächte, Krankheit und Gift vertreiben und den Tod brechen.
33.557 Ruhm, Erkenntnis, Wohlstand, Schönheit und Söhne werden ihm zugeschrieben. Wer es täglich verehrt, soll vor vorzeitigem Tod bewahrt werden.
33.558 Nun folgt Batukabhairavas Yantra. In die Mitte eines achtblättrigen Lotus
33.559 kommen Shrim, Hrim, Klim und Kshaum. Die acht Blätter tragen zweimal die Silben von „batukaya“; außen folgt ein sechzehnblättriger Lotus.
33.560 Dort stehen einzeln die Silben der Formel mit zweimal „apaduddharanaya“, „batukaya“ und Hrim, zur Anrufung des Retters aus Not.
33.561 Ein weiterer äußerer sechzehnblättriger Bereich trägt die Vokale, ein 32-blättriger die Konsonanten von Ka bis Sa. Außen liegt das Erdquadrat.
33.562 Das Yantra soll Sieg und Glück schenken, gefügig machen, Tod und Armut vertreiben, Wohlstand verleihen und Verfehlungen, Krankheit und schädliche Mächte abschneiden.
Kolophon: So endet im von Shiva verkündeten Meru Tantra, das Mahamaya und Mahakala billigen, der dreiunddreißigste Prakāśa namens Darstellung der Yantras der Gottheiten.
Vierunddreißigster Prakāśa: Hanuman, Hingabe, Schutz und Mantras
34.1 Die Göttin sprach: Nenne mir die Mantras Hanumans, des elften Rudra, der selbst jene Rakshasas vernichtete, die von dir Gaben empfangen hatten.
34.2 Shiva sprach: O Herrin der Götter, ich werde dir Hanumans Mantras nennen, die bis zum Ende der vier Weltalter und während des Weltzeitraums bestehen und Vollendung gewähren.
34.3 Zuerst folgt der reich fruchtende Mala-Mantra. Er beginnt mit Om, Vagbhava, Lakshmi, Hrim, Hrim und Hum.
34.4 Der erste Kuta Hanumans wird aus chiffriert bezeichneten Anfangs-, End- und Formlauten mit Bindu und dem Rudra-Vokal gebildet; eine weitere Lautgruppe verbindet Prakriti-, Form- und Veda-Laute mit derselben Ergänzung.
34.5 Dies ergibt den zweiten Kuta. Der dritte verwendet wiederum verschlüsselte Anfangs-, End- und Formlaute,
34.6 verbunden mit Visarga und dem Indra-Vokal. Der vierte nennt Anfangs-, End-, Siddha-, Form- und Wasserlaute mit dem Isha-Vokal
34.7 und Anusvara; mit den Sadhya-Lauten entsteht der fünfte. [Die Chiffrierung ist in der Vorlage nicht durchgehend sicher aufzulösen.] Dann folgt „om namo hanumate“, die Verehrung Hanumans von offenkundiger Heldenkraft,
34.8 dessen Ruhm alle Richtungen durchdringt und die Dreiwelt hell erstrahlen lässt: „O Vajraleibiger, dessen Körperhaare
34.9 wie Millionen flammender Feuer und Sonnen leuchten, Verkörperung Rudras, Verbrenner der Stadt Lanka,
34.10 Überspringer des Ozeans, Tod des Zehnköpfigen, Tröster Sitas, Sohn des Windes,
34.11 aus Anjanis Schoß Geborener, Freudenbringer für Shri Rama und Lakshmana, Entfalter des Affenheeres,
34.12 Stifter von Sugrivas Freundschaft, Ursache von Valis Überwindung, Entwurzler des Drona-Berges,
34.13 Verwüster des Ashoka-Hains, Vernichter Akshakumaras,
34.14 Zerschmetterer der vorzüglichen Rakshasa-Scharen, Befreier aus der Bindung durch Brahmas Waffe und Kraft, Löser
34.15 der Lakshmana treffenden Lanze, Herbeibringer der heilenden Vishalya-Pflanze, der als Kind den Sonnenkreis
34.16 verschlang, Zerstörer von Meghanadas schrecklichem Feueropfer, Mitursache von Indrajits Tod, Erfreuer Sitas,
34.17 Zerreißer der Reihen der Rakshasis, dem Kampf gegen Kumbhakarna und weitere Gegner ergeben,
34.18 ganz der Hingabe an Rama zugewandt, der Meer und Luftraum überspringt,
34.19 von gewaltigem Vermögen, strahlend als Masse großen Glanzes, Erfüller des Wortes seines Herrn, Helfer Arjunas
34.20 im Kampf, der die Kumara-Geister und weitere schädliche Mächte schon durch seinen Laut erschreckt,
34.21 Sonne der südlichen Richtung, Beweger der Wege am Meru-Berg, Lehrer aller Mantras und
34.22 Agamas: Vernichte alle mich bedrängenden Mächte, vertreibe jedes Fieber, beseitige alle Hindernisse,
34.23 wehre alle Not ab, vertilge alle Bösartigen,
34.24 nimm jede Angst vor Tigern und weiteren Bedrohungen, zerschneide alle Feinde; für mich und einen anderen
34.25 bringe alle Lebewesen männlichen, weiblichen und neutralen Geschlechts unter Gewalt.“ [Die vorangehende Zeitangabe ist beschädigt.]
34.26 „Unterwirf, unterwirf; führe herbei; mache, mache sie zu Vollstreckern meines Befehls, o von vielen Weisen Meditierter.
34.27 Mache mein ganzes Gefolge zu meinen Dienern; alle Waffen, Geschosse und
34.28 Gifte vernichte, vernichte; hram hram hram, ha ha ha, schütze, schütze.“ Dann folgen die fünf zuvor genannten Kutas
34.29 in umgekehrter Folge. „O höchster Vernichter aller Feinde, erschüttere, erschüttere die fremden Heere;
34.30 vollbringe, vollbringe alle meine Aufgaben; nagele die Münder aller Bösartigen und Übeltäter fest, fest.“
34.31 Je dreimal Yam, Hram und Hrim, dreimal Hum Phat sowie Svaha beschließen den Mala-Mantra, dessen Silbenzahl verschlüsselt als 588 angegeben wird.
34.32 Seher ist Ishvara, Versmaß Anushtubh, Gottheit Anjanis Sohn. Der Herzmantra beginnt mit „om namo bhagavate anjaneyaya“.
34.33 Für den Kopf folgt „om namo bhagavate bhadramurtaye“, für die Haarlocke „om namo bhagavate vayusutaya“.
34.34 „Agnigarbhaya bhadraya“ gehört zum Schutzpanzer, „om namo bhagavate ramadutaya“ zu den Augen; der Waffenmantra nennt den Abwehrer des Brahmastra. Die zusätzliche Angabe „menschengesichtig“ ist nicht erläutert.
34.35 Man betrachte ihn kristallhell und golden glänzend, zweiarmig, mit gefalteten Händen und einem Lotusgesicht, das zwei Ohrringe schmücken.
34.36 Die Verehrung erfolgt auf einem Vishnu- oder Shiva-Sitz ohne Umkreisgottheiten. Die vorbereitende Observanz umfasst zehntausend Wiederholungen vor Rama oder Shiva.
34.37 Tausend Ghee-Opfer und die abschließenden Trankspenden folgen. Der Übende beherrscht die Sinne, lebt von Kichererbsen und widmet sich Hanumans Meditation.
34.38 Gegen geringere Krankheiten nennt der Text 108 Wiederholungen. Drei Tage Japa in der Einsamkeit sollen Geisterstörungen beseitigen; bei schweren Krankheiten werden 1008 Wiederholungen genannt.
34.39 Eine Woche nächtlicher Rezitation bei geregelter Nahrung soll Rakshasas, schädliche Mächte und sämtliche Schadenszauber vertreiben.
34.40 Wer Sieg erstrebt, rezitiert nachts zehntausendmal in beherrschtem Sitz und meditiert über den Bezwinger Akshas; dadurch soll er im Kampf siegen.
34.41 Wer bei zehntausend Wiederholungen Hanuman als Vermittler des Bündnisses zwischen Rama und Sugriva betrachtet, soll ein unzerreißbares Bündnis erlangen.
34.42 Nun wird der zwölfsilbige große Mantra mit der Meditation über den Verbrenner Lankas verbunden: Haum und die fünf zuvor genannten Kutas
34.43 werden mit „hanumate namah“ verbunden. Seher ist Ramachandra, Versmaß Jagati, Gottheit Hanuman.
34.44 Der fünfte Kuta ist Bija, der erste Shakti. Die ersten sechs Bijas bilden den sechsfachen Glieder-Nyasa.
34.45 Die Mantrasilben werden an Scheitel, Stirn, Augen, Mund, Kehle, Armen, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsbereich, Knien und Füßen eingesetzt.
34.46 Eine weitere Verteilung setzt die sechs Bijas und die beiden Wörter an Scheitel, Stirn, Mund, Herz, Nabel, Oberschenkeln, Unterschenkeln und Füßen ein.
34.47 Man betrachte ihn wie die aufgehende Sonne, die Dreiwelt erschütternd, alle Rakshasas allein durch seinen Ruf erschreckend und von Sugriva und den übrigen Gefährten verehrt.
34.48 Der schöne Sohn des Windes meditiert über Ramas Füße. Er wird im achtblättrigen Lotus verehrt; die Staubfäden tragen die Glieder.
34.49 Auf den Blättern stehen die Namen Ramabhakta, Mahatejas, Kapiraja, Mahabala, Dronadriharaka, Merupitharchanakaraka,
34.50 Dakshinashabhaskara und Sarvavighnanivaraka: Ramas Verehrer, der Hochglänzende, Affenkönig, Starkmächtige, Träger des Drona-Berges, Verehrer des Meru-Sitzes, Sonne des Südens und Abwehrer aller Hindernisse.
34.51 An den Blattspitzen stehen Sugriva, Angada, Nila, Jambavan, Nala, Sushena und Dvivida; im Erdquadrat die Richtungshüter. [Die Liste nennt sieben Gefährten.]
34.52 Außen stehen deren Waffen. Zwölftausend Wiederholungen und ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl aus Reis, Milch, Joghurt und Ghee werden genannt. Danach gilt der Mantra als anwendungsfähig.
34.53 Tausend Opfer von Bananen, Zitronatzitronen und einer unsicher überlieferten dritten Frucht sowie die Speisung von 22 Brahmanen werden bei Enthaltsamkeit vorgeschrieben.
34.54 Dies soll augenblicklich Bedrängnisse durch Geister, Gift, Diebe, feindliche Mächte und Danavas aufheben. Ein 108-mal besprochener Gegenstand gilt als giftvernichtend.
34.55 Neunhundert nächtliche Wiederholungen an zehn Tagen sollen Angst vor Königen und Feinden nehmen.
34.56 Bei vermeintlich durch Zauber oder Geister verursachtem Fieber nennt die Quelle ein zorniges Behandeln des Kranken mit besprochener Asche oder Wasser; das Verb bezeichnet Schlagen beziehungsweise Besprengen.
34.57 Binnen dreier Tage soll das Fieber weichen; besprochene Arznei soll Gesundheit bringen. Dies wird als historische Heilvorstellung dokumentiert.
34.58 Vor dem Kampf werden besprochene Milch, Mantrarezitation und das Bestreichen des Körpers mit geweihter Asche genannt; dadurch soll kein feindlicher Verband schaden können.
34.59 Dreimal besprochene Asche soll Wunden, Geschwüre und Blasen, deren genaue Benennung teilweise unklar ist, binnen dreier Tage austrocknen.
34.60 Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang wird sieben Nächte lang Japa vollzogen; dazu werden ein Pflock und Asche bereitgehalten.
34.61 Unbemerkt vor der Tür der Feinde vergraben, sollen sie diese durch Angst und Zwietracht bald vertreiben.
34.62 Besprochene Asche und Wasser mit Sandel sollen den Empfänger wie einen Sklaven gefügig machen; selbst grausame Diebe und andere Menschen sollen unterworfen werden.
34.63 Aus einer nordöstlichen Wurzel des Bhutankusha-Baums wird eine daumengroße Hanuman-Figur gefertigt.
34.64 Nach Lebensweihe, Verehrung mit Sindura und Besprechung wird sie an der Tür zum Haus hin gewandt vergraben.
34.65 In diesem Haus sollen keine Störungen entstehen; Vermögen, Kinder und weiteres Gedeihen sollen täglich wachsen.
34.66 Ein Schadensritus lässt nachts aus Leichenplatzerde oder Asche eine Feindesfigur formen und den Namen auf ihr Herz schreiben.
34.67 Nach Lebensweihe wird sie unter Japa mit Waffen verletzt; die Formel enthält den Feindesnamen und die Befehle „Schneide! Spalte!“
34.68 „Töte!“ beschließt die Anrufung; der Handelnde beißt sich auf die Lippe. Sieben Tage dieser Handlung sollen den Feind töten. Dies ist eine historische Tötungszauberbeschreibung.
34.69 Ein weiterer Ritus nennt ein halbmondförmiges Feuerbecken oder eine ebensolche Bodenfläche am Leichenplatz. Mit offenem Haar werden Bala und Saurashtrika,
34.70 Dhattura-Früchte und -Blüten, Nägel, Haare, Gift sowie Federn von Krähen, Eulen und Geiern und Holz bestimmter Bäume verwendet.
34.71 Dreihundert nächtliche Opfer mit Blick nach Süden und Mantragedenken sollen einen übermütigen Feind töten.
34.72 Sechshundert Wiederholungen während dreier Nächte am Leichenplatz sollen einen Vetala erwecken, der künftiges Gutes und Schlechtes verkündet und als Diener Befehle ausführt.
34.73 Für die Lösung von Gefangenschaft wird Hanumans Bild auf den Boden gezeichnet; davor steht der Mantra mit dem Zielnamen im Akkusativ und zweimal „Befreie!“
34.74 Die Zeichnung wird mit der linken Hand verwischt und neu geschrieben; dies geschieht 108-mal.
34.75 Dadurch soll ein Fremdbestimmter augenblicklich von seinen Fesseln frei werden. Entsprechend können weitere Handlungen durch die passende Zusatzformel ausgedrückt werden.
34.76 Senf wird dem Unterwerfungsopfer, Karavira-Blüten oder -Holz sowie Kreuzkümmel und Pfeffer dem Zwietrachtopfer zugeordnet.
34.77 Bei Fieber nennt die Quelle Durva, Guduchi, Joghurt, Milch, Ghee oder mit Öl versehene Nirgundi-Zweige.
34.78 Für Glück werden weißer Sandel, Gorochana, Kardamom und Gewürznelken genannt, für Unterwerfung duftende Blumen, für Getreidegewinn die sieben Getreidearten.
34.79 Wozu viele Worte? Bei Gift, Krankheit, Befriedung, Verwirrung, Tötungsmagie, Streit, Hemmung, Geisterbedrängnis und Not,
34.80 bei Unterwerfung, Krieg, Verwundung, Gottesurteil, Lösung von Fesseln und großer Gewalt soll dieser vollendete Mantra das gewünschte Ziel gewähren.
34.81 Nun werde ich Hanumans Mala-Mantras darlegen, die von den neun Planeten verehrt werden und durch Japa Vollendung schaffen sollen.
34.82 Seherzuordnung, Nyasa, sechs Glieder, Verehrung und Anwendungen entsprechen grundsätzlich dem zwölfsilbigen Mantra.
34.83 Zuerst folgt der von der Sonne verehrte Mantra. Die elf Anfangskeime des zuvor genannten Mala-Mantras
34.84 stehen am Anfang aller neun Mantras. Danach folgen „namo hanumate“ und die Bezugnahme auf mich und einen anderen.
34.85 Genannt werden Schwindsucht und schädliche Störungen, Verwundung sowie eintägiges, zweitägiges, dreitägiges und viertägiges Fieber,
34.86 anhaltendes Fieber, Sannipata-Fieber, durch Geister oder Mantras erklärtes Fieber, Kolik und Fistel,
34.87 Beschwerden beim Wasserlassen, Leiden an Wangen und weiteren undeutlich bezeichneten Stellen, Ohren-, Augen- und Zahnschmerz,
34.88 Hand- und Fußschmerz und alle übrigen Krankheiten: „Erschrecke sie augenblicklich, spalte, schneide, vernichte!
34.89 Zerschneide in zwei und drei Teile, zerteile, zerteile, o großer Held Hanuman!“ Om und zweimal Hram schließen sich an,
34.90 ferner wiederholtes Hram und Hrim sowie Phat und Svaha. Dieser Mala-Mantra wird als Vernichter aller Krankheiten bezeichnet.
34.91 Nun folgt der vom Mond verehrte Mantra: „Verehrung dem Erhabenen“, dem Feuer für die Geschlechter der Rakshasas und
34.92 Danavas, dessen Glanz Millionen von zwölf Sonnen gleicht; Ram, Rum und Ham folgen. „O schrecklich Rufender, für mich und einen anderen,
34.93 Verwirrer bösartiger Übeltäter, Erreger von Streit zwischen Rednern und Gegenrednern, Zerstörer ihrer Vorhaben,
34.94 wirke!“ Die folgende Wendung über Natur und Tätigkeit ist beschädigt. Es folgt die Aufforderung, im Zorn die genannten Ziele zu treffen,
34.95 ferne und nahe, vergangene, künftige und gegenwärtige, männliche, weibliche und neutrale Angehörige aller vier Stände: „Vernichte, vernichte; verbrenne, vernichte, verwirre!"
34.96 „Beschwichtige, beschwichtige; verfeinde, verfeinde!“ Ein Vergleich nennt Schlangen und Mäuse, doch die Verbindung ist unklar; die Befehle richten sich weiter auf Lebewesen.
34.97 Es folgen wiederholte Vernichtungs-, Verstummungs-, Niederwerfungs- und Bindungsbefehle, dazwischen „hili hili“, mit Bezug auf mich und einen anderen.
34.98 „Mache sie zu Dienern!“ Mehrfache Hram-, Hrum- und Phat-Laute und Svaha schließen den Mantra ab.
34.99 Nun folgt der von Mars verehrte Mantra: „Verehrung Hanumans von großer Stärke und Heldenkraft!
34.100 Die Bhutas, Pretas, Pishachas, Shakinis, Dakinis, Yakshinis und Putanas,
34.101 Mari, Mahamari, Kritya, Yakshas, Rakshasas, Bhairavas, Vetalas, schädlichen Mächte und Brahmarakshasas,
34.102 alle daraus entstandenen grausamen Bindungen vernichte augenblicklich, vernichte; zerbrich, zerbrich; vertreibe, vertreibe;
34.103 wehre ab, binde, stoße, vernichte; löse die Fessel, löse sie, für mich beziehungsweise diesen Menschen!“
34.104 Es folgt die Anrufung einer rot bezeichneten, großen bezaubernden Rudra-Verkörperung; Ha, wiederholtes Hram, Hum, Phat und Svaha schließen die Formel.
34.105 Nun folgt der von Merkur verehrte Mantra: „Verehrung Hanumans, der die Dreiwelt durchschreitet!
34.106 Alle Feinde aus den vier Ständen, männliche, weibliche und neutrale, vergangene, künftige und gegenwärtige,
34.107 ferne und nahe, mit verschiedenen Namen, auch aus gemischten sozialen Gruppen,
34.108 mit Frauen, Kindern, Freunden, Dienern, Verwandten und Gefährten, mit ihrer ganzen Macht,
34.109 mit Reichtum, Königreich und Besitz, Königen, Prinzen, Dienern, Ministern, Räten und Freunden –
34.110 mache mich unverzüglich zu ihrem Herrn! Töte die Feinde mit mancherlei Mitteln, zerschneide sie!
34.111 Mit den Geisterscharen verzehre sie, spalte sie, lasse sie im Feuer auflodern!
34.112 Verbrenne sie! Wie Akshakumara zertritt ihren Leib auf steinernem Boden,
34.113 zerschmettere, töte, binde und zerreiße sie zornig mit den Nägeln!
34.114 Vertreibe sie aus diesem Land, vernichte und erschrecke sie,
34.115 mache sie vor Angst bewusstlos, zu Asche und entwurzle sie!
34.116 O den Verehrern Zugewandter, der Sitas Kummer nahm, schütze mich überall, schütze mich!“
34.117 Mehrfache Ha- und Hum-Laute, zweimal Phat und Svaha schließen den als 354-silbig bezeichneten Mantra ab. Ihm wird die Gewährung aller Wünsche zugeschrieben. Die Gewaltbefehle sind als historische Mantrasprache wiedergegeben.
34.118 Nun folgt der von Jupiter verehrte Mantra: „Verehrung Hanumans! Meine und eines anderen
34.119 großen Ängste vor allen Tigern und Dieben,
34.120 vor flammendem Feuer, tierischen und pflanzlichen Giften, künstlichen und minderen Giftstoffen sowie in großer Schlacht,
34.121 bei übler Anklage und Streit – nimm sie hinweg und vereitle die Absichten des Feindes; verschlinge, zerbreche, zerschlage, lähme!
34.122 Zertrümmere, zerschmettere, o Affenheld; vergib, großer Held, schütze mich, schütze diesen Menschen!“
34.123 Ha, Hum, Phat und Svaha schließen den vorzüglichen Mantra. Er soll alle Bedrängnis nehmen, Rama geneigt machen und Glück schenken.
34.124 Nun folgt der von Venus verehrte Mantra: „Om, Verehrung Hanumans! Alle schädlichen Mächte,
34.125 vergangene, künftige und gegenwärtige,
34.126 ferne und nahe, vertreibe zu jeder Zeit! Die fremden Kräfte
34.127 erschüttere, erschüttere; alle Vorhaben vollbringe, vollbringe!“ Hram, Hrim und Hrum werden wiederholt; Phat und Svaha bilden den Abschluss.
34.128 Dieser Mantra soll große Kraft geben und vorzeitigen Tod vertreiben. Nun folgt der von Saturn verehrte Mantra gegen fremde Yantras, Mantras und Anmaßung,
34.129 gegen Bhutas, Pretas, Pishachas, jedes Fieber, fremden bösen Blick und Krankheiten: „Erschrecke, wehre ab,
34.130 binde, binde!“ Es folgen die Lautwörter „ilavu cilavu“, die Bezugnahme auf üble Yantras und die Rede aller Bösartigen sowie Hum, Phat und Svaha. Der Mantra soll jede Not abwehren.
34.131 Nun folgt der von Rahu verehrte Mantra: „Verehrung dem erhabenen Hanuman,
34.132 dem Sohn des Windes, der Raghava dem Leben gleich lieb ist, dem Lebensspender Lakshmanas und Vernichter von Sitas Kummer,
34.133 dem Brecher von Ravanas Hochmut, dem Vernichter aller Bösartigen,
34.134 dem Bezwinger von Feinden, Dieben, Tigern, Ebern und Schadenszauber und dem Vernichter schädlicher Wesen; hum phat svaha.“
34.135 Dieser König der Mantras soll Wohlstand, Wissen und Sieg schenken, besonders vorzeitigen Tod abwehren, und Rama lieb sein.
34.136 Nun folgt der von Ketu verehrte Mantra: „Verehrung dem erhabenen Hanuman!
34.137 Diebe, Feinde, Würmer, Vögel, fliegende Insekten und weitere Störer vertreibe; hum phat svaha.“
34.138 Seher dieser Mantras ist Ramachandra, Versmaß Gatha und Gottheit Hanuman als großer Held.
34.139 Der neunte Kuta gilt als Bija, der achte als Shakti. Den Namen beim Nyasa werden die elf Kutas vorangestellt.
34.140 Die Namen stehen im Dativ und werden an Daumen und weiteren Fingern sowie den sechs Gliedern eingesetzt: Hanuman, Ramaduta, Lakshmanapranadayaka,
34.141 Anjanisunu und Sitashokavinashana bis zu den Augen; als letzter Lankaprasadabhanjaka, der Zerstörer von Lankas Palästen.
34.142 Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang wird der Mantra nachts mit einem bestimmten Anliegen wiederholt. Binnen einer Woche soll durch die Gnade des Windsohnes Vollendung entstehen.
34.143 Nächtliche Rezitation an zehn Tagen soll Angst vor Königen und Feinden beseitigen; die Zahlenfolge enthält 108 und eine unklare zusätzliche Sechserangabe.
34.144 Bei der Verabreichung von Arznei soll der Mantra zehnmal gesprochen werden; alles so Besprochene soll wirksam werden.
34.145 Mit Sandel vermischte, besprochene Asche auf dem Körper soll fremde Schädigungen beseitigen.
34.146 Dem Verfahren wird außerdem zugeschrieben, den Empfänger mit Leben und Vermögen gefügig zu machen, selbst wenn es ein Gott wäre.
34.147 Alle grausamen Wesen sollen so unterworfen werden; heftiges Fieber soll zur Ruhe kommen.
34.148 Zur Befreiung aus Fesseln wird Nacht für Nacht rezitiert. Alle Anwendungen des zwölfsilbigen Mantras gelten auch hier.
34.149 Für Hemmung werden Gerste, Masha-Bohnen, Banyanfrüchte, Shalmali-Blüten, Tala, Kurkuma und Amalaki-Früchte genannt.
34.150 Je nach Verfügbarkeit werden sie mit den drei Süßmitteln geopfert. Für Vertreibung nennt der Text nächtliche Opfer von Shleshmantaka und Vibhitaka.
34.151 108 nächtliche Opfer sollen das gewünschte Ziel erfüllen. Für Unterwerfung werden Weintrauben, Gebäck und Guggulu genannt.
34.152 Für Zwietracht Asafoetida mit scharfem Öl; die fünf Speisen, Kokosnuss, Zuckerrohr und Bananen
34.153 mit den drei Süßmitteln sollen hingegen alle erfreuen. Für Glück nennt die Quelle Safran, Moschus, Rinde und einen als Samirana bezeichneten Stoff,
34.154 ferner Blätter, Agaru, Nakha, Mamsi sowie Jati-Blätter und -Früchte. Dhattura-Früchte, -Blüten und -Zweige werden der Verwirrungsmagie zugeordnet.
34.155 Nun folgt ein aus fünf Kutas bestehender Mantra. Er verwendet dieselben fünf Kutas, deren Gewinnung zuvor beschrieben wurde; die Vorlage weist hier ausdrücklich eine Textlücke auf.
34.156 Die Namen lauten Hanuman, Ramaduta, Lakshmanapranadayaka, Anjanasuta und Sitashokavinashaka,
34.157 als sechster Lankaprasadabhanjana. Diese Namen des Affenhelden werden jeweils mit vorangestellten Kutas verwendet.
34.158 Die fünf Kutas und ihre Zusammenfassung bilden die sechs Gliedermantras. Meditation, Verehrung und alles Weitere entsprechen der zwölfsilbigen Form.
34.159 Nun folgt der von den Rudras verehrte Mantra: die elf Bijas am Anfang der neun Planetenmantras.
34.160 Diesen Mantra verehrte Rudra um Beistand. Meditation, Puja und Nyasa entsprechen ebenfalls dem zwölfsilbigen Mantra.
34.161 Ein weiterer Mantra wird achtzehnsilbig genannt: „namo bhagavate anjaneyaya
34.162 mahabalaya svaha“. Seher ist Ishvara, Versmaß Anushtubh, Gottheit Hanuman, Bija Ham und Shakti Svaha. Anjaneya und Rudramurti beginnen die Namensreihe,
34.163 gefolgt von Agnigarbha, Ramaduta und Brahmastranivaraka. Durch Wiederholung werden die sechs Glieder und die mit dem Daumen beginnenden Fingerstellen belegt; die erhaltene Liste nennt nur fünf Namen.
34.164 Man betrachte den Affenführer wie geschmolzenes Gold leuchtend, mit vor dem Herzen gefalteten Händen, Krone und Ohrringen.
34.165 Die Verehrung erfolgt auf dem Vishnu-Sitz nach der Ordnung des zwölfsilbigen Mantras. Zehntausend Wiederholungen und ein Sesamopfer mit einem Zehntel der Zahl werden genannt.
34.166 Brahmanenspeisung und weitere Abschlüsse entsprechen dem Vorigen. Bei Sinnenbeherrschung, nächtlicher Nahrungsaufnahme und täglich 108 Wiederholungen sollen geringere Krankheiten binnen dreier Tage weichen.
34.167 Ebenso wird gegen Geisterbedrängnis verfahren. Gegen schwere Krankheit nennt die Quelle tausend Wiederholungen an drei Tagen.
34.168 Täglich zehntausend Wiederholungen bei geregelter Nahrung und Meditation über den Rakshasa-Scharen vernichtenden Affenherrn sollen Feinde rasch besiegen.
34.169 Zehntausend Wiederholungen mit dem Bild Hanumans, der Rama und Sugriva zusammenführt, sollen zwei Verfeindete versöhnen.
34.170 Mit der Meditation über den Verbrenner Lankas soll dieselbe Zahl hingegen die Dörfer der Feinde verbrennen. Dies ist ein historischer Schadenszauberanspruch.
34.171 Wer bei Aufbruch an Hanuman denkt und den Mantra wiederholt, soll bald nach erfülltem Anliegen heimkehren.
34.172 Wer den Affenherrn zu Hause beständig verehrt und Japa pflegt, dessen Lebensdauer und Wohlstand sollen wachsen und dessen Störungen schwinden.
34.173 Nun folgt ein erhabener achtsilbiger Mantra: Hrim wird mit den sechs langen Vokalen gebildet und von Om eingerahmt.
34.174 Diese achtsilbige Folge heißt Hanumans König der Mantras. Das Bija mit den sechs langen Vokalen dient dem Glieder-Nyasa.
34.175 Meditation, Verehrung, Japa und alles Weitere entsprechen der zwölfsilbigen Form. Der Mantra soll körperliches und seelisches Leid rasch beseitigen.
34.176 Wer ihn wiederholt, soll Tiger und Diebe nicht fürchten; bei der Abreise rezitiert soll er Räuber und weitere Bedrohungen vertreiben.
34.177 Mit einer Kokila-Feder als Stift, rotem Lacksaft und der achtteiligen Duftmischung wird eine schöne Gestalt des Affenkönigs gezeichnet.
34.178 Im inneren achtteiligen Bereich steht der Feindesname. Ein König, der das mit dem Mantra besprochene Yantra am Kopf trägt, soll seine Gegner allein durch den Anblick besiegen.
34.179 Ein siegessuchender König kann die Zeichnung auch auf einer Fahne anbringen lassen. Während einer Finsternis wird sie vom ersten Kontakt bis zum Ende gehalten,
34.180 während die Matrika-Laute rezitiert werden. Ein Feueropfer mit einem Zehntel der Wiederholungszahl aus Senf und Sesam folgt. Im Kampf sollen Feinde beim Anblick der Fahne fliehen.
34.181 Nun folgt ein Mantra gegen Milzleiden und weitere Beschwerden. Er beginnt mit Ham, Hum, „hanumate namah“ und der Dativanrufung des Affenherrn,
34.182 gefolgt von „vaga vagi“, Am, Am, einer Nennung der Milz und weiteren Hum- und Da-Lauten. Die als 24-silbig bezeichnete Formel ist am Ende beschädigt; Seherzuordnung und Weiteres entsprechen der zwölfsilbigen Form.
34.183 Die historische Behandlung beschreibt ein Betelblatt auf dem von Milzleiden betroffenen Bauch und eine Bedeckung mit neuem Stoff.
34.184 Ein Bambusstück wird daraufgelegt und anschließend dreimal im Feuer erwärmt.
34.185 Ein Zweig des Badari-Baums, siebenmal mit dem Mantra besprochen, dient zum wiederholten Schlagen auf die am Bauch liegende Anordnung; zwei Holzstücke werden genannt.
34.186 Dadurch soll das Milzleiden vergehen; bei Lebervergrößerung soll entsprechend rechts verfahren werden. Diese vormoderne Heilhandlung wird dokumentiert und nicht zur Selbstbehandlung empfohlen.
34.187 Nun folgt ein weiterer Mala-Mantra, beginnend mit Om: „O Vajraleibiger, Vajragesichtiger, gelblichbraun Leuchtender,
34.188 mit aufgerichtetem Haar, großer Held, tiefrotes Gesicht, Blitz-Zunge, höchst Schrecklicher mit gewaltigen Hauern; kaha kaha,
34.189 Furchtbarer, der mächtige Schläge führt, zum Tod des Herrn von Lanka und zum Bau der großen Brücke Wirkender,
34.190 Beweger großer Berge, Himmelswanderer: Komm, komm, Erhabener von großer Stärke und Heldenkraft!
34.191 Auf Bhairavas Befehl komm, komm, höchst Schrecklicher; mit deinem langen Schwanz umwinde
34.192 den Feind und zerbreche ihn, zerbreche ihn; hum phat.“ Dieser mit Om beginnende Mala-Mantra wird als 125-silbig und als Geber alles Erwünschten bezeichnet.
34.193 So ist die Verehrung des elften Rudra dargelegt. Als Nächstes werde ich Kartaviryarjunas Verehrung erklären.
Kolophon: So endet im von Shiva verkündeten Meru Tantra, das Mahamaya und Mahakala billigen, der vierunddreißigste Prakāśa namens Darstellung der Hanuman-Mantras.
Fünfunddreißigster Prakāśa: Kartaviryarjuna und die Darbringung des Lichts
35.1 Die Göttin sprach: Du hast zuvor gesagt, König Kartaviryarjuna sei aus einem Anteil Sudarshanas entstanden. Nenne mir seine Mantras.
35.2 Shiva sprach: Höre, Göttin, ich werde Arjunas in allen Tantras geheim gehaltene Mantras der fünf Überlieferungsrichtungen nennen.
35.3 Die Überlieferungen werden nach der Verschiedenheit der Stützen des Dharma beschrieben; entsprechend werde ich dir ihre Ordnung erklären.
35.4 Eine Stütze besitzt, wer von der Welt nicht getadelt wird; zwei, wer nach der Schrift untadelig ist; drei, wer vor beiden untadelig und mit Hingabe und Vertrauen erfüllt ist.
35.5 Die eine Stütze wird Salokya, das Leben in derselben Welt, genannt; zwei Samipya, die Nähe. Die um eine Stütze verminderte Fülle entspricht Sarupya, der Gestaltgleichheit; die volle Fülle Sayujya, der Vereinigung.
35.6 Höre, Parvati, die Merkmale dieser Befreiungsformen. Mit Yamas und Niyamas verbunden ist der vollständige Dharma alleinstehend und ganz.
35.7 Ein solcher Mensch gelangt hier und jenseits von selbst zur Vollendung. Ohne andere zu quälen und ohne das Haus der Begierde aufzusuchen, ist durch den eigenen Dharma erworbenes Vermögen das geeignete Mittel.
35.8 Mit dem Ende der Identifikation mit dem Körper vergeht der feinstoffliche Leib. Daraus entsteht Gleichsein mit dem Wesen der Zeit; dies wird Kaivalya genannt.
35.9 Nördliche, östliche, westliche, obere und südliche Überlieferung werden der Reihe nach mit den entsprechenden Stufen verbunden; die verschlüsselte Zählung ist hier nicht eindeutig.
35.10 Durch die fünf Überlieferungen sollen Dharma und die übrigen Ziele jeweils vollendet werden. Als Berechtigte nennt der Text gemischte soziale Gruppen, Shudras und weitere bis hin zu Brahmanen.
35.11 Durch den Dienst an der jeweils zugeordneten Überlieferung sollen sie den höchsten Zustand erlangen. Der Dienst an einer als niedriger angesehenen Form wird für Höhergestellte mit dem Besteigen eines Esels verglichen. Dies ist eine historische Rangwertung.
35.12 Nun werde ich die wunscherfüllenden Mantras Kartaviryarjunas nennen, der als Verkörperung von Sudarshanas Rad auf Erden erscheint.
35.13 Der Mantra wird aus chiffriert bezeichneten Lauten gebildet: Raudri mit Feuer und Tara, Lakshmi mit Feuer, Mond und Shanti, Vedhas mit Erde, Mond und Shanti sowie Nidra mit weiteren Vokal- und Bindu-Angaben.
35.14 Es folgen Pasha, Maya, Ankusha, Padma, Schutz- und Waffensilbe sowie der Beginn von „kartavirya“; die Fortsetzung des Namens wird ebenfalls durch Lautchiffren beschrieben.
35.15 Die mit „namah“ endende Formel wird neunzehnsilbig genannt, mit vorangestelltem Om zwanzigsilbig. [Die chiffrierte Anfangsfolge wird nicht spekulativ vervollständigt.]
35.16 Seher ist Dattatreya, Versmaß Anushtubh, Gottheit Kartaviryarjuna. Om und die Herz- beziehungsweise Verehrungsendung werden Bija und Shakti zugeordnet.
35.17 Phram und Jram bilden das Herz, Klim und Bhrim den Kopf, Um und Ham die Haarlocke, Krom und Shrim den Schutzpanzer.
35.18 Hum und Phat gelten als Waffenformel; mit dem Rest erfolgt die umfassende Einsetzung. Herz, Bauch, Nabel, Hüft- und Geschlechtsbereich
35.19 sowie rechter und linker Fuß, Oberschenkel, Knie und Unterschenkel erhalten die zehn Bijas, jeweils von Om eingerahmt.
35.20 Die neun übrigen, mit Om versehenen Silben werden an Scheitel, Stirn, Brauen, Ohren, Augen, Nase, Mund, Kehle und Schultern eingesetzt.
35.21 Mit dem ganzen Mantra folgt das umfassende Nyasa. Zur Erfüllung aller Wünsche wird der Herr Kartaviryarjuna meditiert.
35.22 Er leuchtet wie die Sonne, trägt eine goldene Halskette, rote Gewänder und einen roten Turban und ist vielfältig geschmückt.
35.23 Fünfhundert Arme halten Pfeile, fünfhundert Bögen; deren Sehnenklang erschreckt sämtliche Übeltäter.
35.24 Er steht auf einem Wagen als Herr der Erde mit ihren sieben Kontinenten; Königskronen berühren seine Lotusfüße, seine Augen gleichen Lotussen.
35.25 Gewaltig von Leib und höchst furchterregend, im Wagen stehend und seinen Verehrern zugewandt, wird er auf einem Vishnu-Sitz in einem zehnblättrigen Lotus verehrt.
35.26 Die fünf Gestalten seiner Glieder werden im inneren Bereich verehrt: Herz und weitere in Südost, Nordost, Südwest und Nordwest,
35.27 die Waffen in den vier Hauptrichtungen. Diese Gliedergestalten sind kristallhell und mondglänzend und tragen Schwert und Schild.
35.28 Die heldenhaften Gestalten halten auch Bogen und Pfeil, tragen sämtlichen Schmuck, rote Gewänder, rote Girlanden und roten Sandel; sie sind vierarmig, strahlend und rotäugig.
35.29 Die sechs Glieder stehen im Sechseck; in den Haupt- und Zwischenrichtungen folgen die Gestalten „Brecher des Hochmuts der Diebe“ und „Brecher des Hochmuts der Seuche“,
35.30 „Brecher des Hochmuts der Feinde“, „Brecher des Hochmuts der Daityas“, „Vernichter des Leids“, „Vernichter der Bösartigen“ und „Vernichter von Verfehlung und Krankheit“.
35.31 Acht weißglänzende Kräfte werden vom Osten aus verehrt. Die hier beginnende Namensliste nennt Kshemankara, Vashyakari, Shrikari und Yashaskari.
35.32 Außerhalb davon, im Erdquadrat, werden die Welthüter mit ihren Waffen verehrt. [Die übrigen vier Shakti-Namen stehen in der Vorlage erst im erweiterten Vers 40.]
35.33 Vierhunderttausend Wiederholungen und ein Feueropfer aus Milchreis oder Sesam, Ghee und Reis werden genannt. Die vorbereitende Observanz findet am Flussufer statt.
35.34 Nach Trankspende und weiteren Abschlussriten soll der Mantra vollendet sein. Höre nun, Herrin, auch seine Anwendungen.
35.35 Zuerst folgt die zielgerichtete Verehrung des rechten Wegs. Auf reinem Boden wird das Yantra mit der achtteiligen Duftmischung gezeichnet.
35.36 Die Mitte eines zehnblättrigen Lotus trägt Phrom, Klim, Om und Aim. Die Blätter erhalten die mit Om beginnenden
35.37 neun Bijas des Mantras; die weiteren zehn Silben werden auf Blätter beziehungsweise Staubfäden verteilt. Die Anfangsangabe der zweiten Reihe ist unsicher.
35.38 Sha, Sha, Sa, Ha und die Vokale folgen. Die übrigen mit Ka beginnenden Laute bilden die Umfassung, unter einer nicht klar lesbaren Auslassung.
35.39 Das äußere Quadrat wird je nach Ziel mit den Lauten von Erde, Luft, Feuer, Raum oder Wasser umfasst.
35.40 Fünf kurze Vokale, fünf lange, die fünf mit E beginnenden Laute, fünf Konsonantengruppen und die mit Ya beginnenden Gruppen werden geordnet. Eingeschoben sind die übrigen Shakti-Namen Ayushkari, Prajnakari, Vidyakari und als achte Dhanakara. Die zusätzlichen Angaben zu fünf Lotussen, Lobhesha und Schlusslauten sind beschädigt.
35.41 Erdlaute werden der Hemmung und dem Gedeihen zugeordnet, wasserbezogene beziehungsweise „silberne“ der Befriedung, Feuerlaute der Unterwerfung und Tötung, Luftlaute der Vertreibung und ebenfalls Befriedung, Raumlaute der Zwietracht. Die Vorlage enthält überschneidende Zuordnungen.
35.42 Das Yantra wird in einen wassergefüllten Krug gelegt und verehrt. Unter Berührung des Kruges werden tausend Wiederholungen gesprochen; anschließend wird mit dem Wasser besprengt.
35.43 Der Empfänger soll Söhne, Gesundheit, Ruhm, langes Leben, Freude mit einer guten Ehefrau, vollendete Rede, Glanz, Macht und Sinnenbeherrschung erlangen.
35.44 In einem von Feinden bedrängten Dorf oder einer Stadt wird das Yantra zur Abwehr der Feindesangst aufgestellt.
35.45 Höre nun die Yantra-Variante für Anhänger des linken Wegs. Ein achtblättriger Lotus enthält ein mondbezogenes Zeichen samt Zielnamen.
35.46 Die Anfangs- und Endlaute sind undeutlich überliefert. Die acht Mantra-Bijas werden auf die Blätter verteilt; auf dem letzten steht zusätzlich Phat.
35.47 Die übrigen Silben stehen in Dreiergruppen, am Ende zwei. Die Zwischenräume tragen Vokale in Dreiergruppen, verbunden mit den Hauchlauten.
35.48 Zwei äußere Kreise bilden einen Ring mit den Ka-Lauten; das Quadrat trägt Hauchlaute und acht Vajras. Die Kreisbezeichnung der Vorlage ist beschädigt.
35.49 Außen folgen die entsprechenden Elementlaute. Das Krugwasser dient zum Bad; alles Weitere entspricht der vorigen Ordnung.
35.50 Nun folgen zweckgerichtete Feueropfer, deren Zahl dem Anliegen entspricht. Senf, Arishta, Knoblauch und Baumwolle werden der Tötung eines Feindes zugeordnet.
35.51 Die jeweiligen Opferstoffe Kartaviryas werden in scharfes Öl oder Büffelghee getaucht und geopfert.
35.52 Dhattura soll hemmen, Nimba Zwietracht stiften und Lotus gefügig machen.
35.53 Vibhitaka- und Khadira-Zweige sollen vertreiben; Gerste Wohlstand schaffen, Sesam und Ghee Verfehlungen tilgen.
35.54 Sesam, Reis, weißer Senf und Puffreis sollen einen König unterwerfen; Apamarga, Arka und Durva Wohlstand schenken und Verfehlungen nehmen; Priyangu Frauen gefügig machen, Guggulu Geister befrieden.
35.55 Zweige von Ashvattha, Udumbara, Plaksha, Banyan und Bilva sollen Söhne, Lebensdauer, Reichtum und Glück verschaffen.
35.56 Schlangenhaut, weißer Senf und Dhattura-Früchte mit Salz werden gegen Diebe genannt; Gorochana und Kuhdung für Hemmung, Shali-Reis für Landgewinn. Diese Wirkungen sind Behauptungen der historischen Rituallehre.
35.57 Nun folgen Varianten von Kartaviryas Mantra. Die neunzehnsilbige Form besitzt mit Om zwanzig Silben.
35.58 „Kartaviryarjunaya namah“ wird mit der eigenen Keimsilbe zehnsilbig; neun weitere Formen werden elfsilbig genannt.
35.59 Die zweite verwendet die ersten beiden Bijas, die dritte das eigene Bija und Kama, die vierte das eigene und Bhru.
35.60 Die fünfte verbindet es mit Pasha, die sechste mit Maya, die siebte mit Ankusha, die achte mit Rama.
35.61 Die neunte verwendet das eigene Bija und Vagbhava, die letzte Schutz- und Waffensilbe. Unter diesen vorzüglichen Mantras wähle der Übende den ihm entsprechenden.
35.62 Die erste Form erhält Virat als Versmaß, die anderen Trishtubh. Diese zehn Mantras ergeben mit vorangestelltem Om weitere Formen:
35.63 die erste elfsilbig, die anderen zwölfsilbig. Die Verehrung aller zwanzig entspricht dem früheren Mantra.
35.64 Bei diesen gilt für den ersten Trishtubh, für die übrigen Jagati. Die Wurzelkeimsilbe mit langen Vokalen bildet den sechsfachen Glieder-Nyasa.
35.65 „Om namah kartaviryarjunaya“, Schutz- und Waffensilbe und zweimal Tha ergeben einen vierzehnsilbig genannten Mantra. Seine Verehrung entspricht dem Vorhergehenden.
35.66 Die fünf Glieder verwenden eine, zwei, sieben, zwei und zwei Silben. Eine weitere Formel beginnt „om namo bhagavate kartaviryarjunaya“
35.67 und endet mit Schutz- und Waffensilbe und Svaha. Sie wird achtzehnsilbig genannt; ihre fünf Glieder haben drei, vier, sieben, zwei und zwei Silben.
35.68 Ein großer Mantra beginnt: „namo bhagavate shri kartaviryarjunaya sarvadushtantakaya“, Verehrung dem erhabenen Vernichter aller Bösartigen, der durch Askese, Kraft und Heldenmut
35.69 die sieben Kontinente beschützt, dem Kronjuwel aller Könige, dem Allmächtigen,
35.70 dem Tausendarmigen; Schutz- und Waffensilbe schließen ihn. Er wird 63-silbig genannt und soll bereits durch Erinnerung alle Vollendungen gewähren.
35.71 „Herrscherkreis-König“, „Held“, „Tapferer“ und „Herr von Mahishmati“ bilden die ersten vier Namen des Nyasa,
35.72 „von Revas Wasser Erquickter“ und „der den Zehnköpfigen im Gefängnis bedrängte“ die letzten beiden. So entstehen die sechs Glieder.
35.73 Man betrachte den vorzüglichen König im Wasser der Narmada spielend, von jungen Frauen bespritzt, freudig erregt und mit seinen Händen die Wasserflut zurückhaltend.
35.74 Mit dieser Meditation wird der Mantra wiederholt. Alles Weitere und die gesamte Verehrung entsprechen der vorigen Ordnung.
35.75 Eine weitere Meditation soll sämtliche Herrlichkeit verleihen: Er sitzt geschmückt mitten unter seinen Ministern in Mahishmati,
35.76 von himmlischen Frauen umgeben auf einem Thron. Seine Arme halten Pfeile, Bögen, Schwerter, Keulen, Hämmer, Dreizacke,
35.77 Bhushundi-Waffen, Schlingen und Schilde; sein Gesicht ist freundlich. Die Meditation wird gegen Angst vor fremden Heeren, Dieben und Königen genannt; im Wortlaut fehlt ein eindeutiges „vertreibend“.
35.78 Eine weitere Meditation soll umfassend schützen: Man sehe ihn die Dreiwelt erschreckend auf einem von zehntausend Pferden gezogenen Wagen,
35.79 gegen die Feinde brüllend, wie tausend Sonnen strahlend und aus dem Kreis seiner mächtigen Arme scharfe Pfeile schleudernd,
35.80 umgeben von verschieden bewaffneten Wagenkämpfern, Fußsoldaten, Elefantenverbänden und Reitern; Ohrringe lassen sein Gesicht leuchten.
35.81 Mit diesem Bild nach Osten gewandt, sollen tausend Wiederholungen die Angst vertreiben. Nach Sieg über die Feindesschar soll der Übende glücklich gedeihen.
35.82 Derselbe Mantra mit der zusätzlichen Anfangssilbe wird 64-silbig genannt. Die anschließende Angabe zur elften Form ist beschädigt; Meditation und Verehrung bleiben zugeordnet.
35.83 Nun folgt sein Yantra zur Verwirklichung aller Vorhaben: vierblättriger Lotus, achtteiliger Bereich und 32-blättriger Lotus.
35.84 Ein weiterer vierblättriger Bereich wird genannt. In die Mitte kommt Hram, auf die Blätter Om und der Zielname
35.85 mit der Handlungsformel und Namah am Ende. Ein achtblättriger Lotus trägt die Silben des neunzehnsilbigen Mantras unter einer nicht klar überlieferten Auslassung.
35.86 Auf jedes Blatt kommen zwei Silben samt Bindu. Außen folgt ein sechzehnblättriger Lotus mit Kama-Bijas.
35.87 Dort wird auch der später folgende Anushtubh-Mantra eingetragen. Außen liegen vier Kreise.
35.88 Der erste Ring trägt den 64-silbigen Mantra, der zweite die Laute von Ksha bis Ka in umgekehrter Reihenfolge,
35.89 der dritte die Laute von Ka bis Ksha in gewöhnlicher Reihenfolge. Anschließend folgen Bijas im äußeren vierblättrigen Bereich:
35.90 Kum, Khum, Shrum und Dhrum. Im achtblättrigen Bereich folgen Chum, Chhum, Jum, Jhum, Tum, Thum, Dum und Dhum.
35.91 Im sechzehnblättrigen Bereich stehen sechzehn weitere als Charcha-Bijas bezeichnete Laute. Ihre Chiffre ist beschädigt; ein weiterer Lotus trägt die mit Ka beginnenden und bei Ha endenden Bijas.
35.92 Die Quelle nennt 28 und nochmals die ersten vier Ka-Laute. Die Beschriftung richtet sich nach dem Anliegen; außen liegt das reine Erdquadrat.
35.93 Der äußere Ring erhält die betreffenden Laute zweimal. Dieses Kartaviryarjuna-Yantra kennt kaum jemand vollständig: Ich und Vishnu kennen es; auch Guha wird in einer beschädigten Schlusswendung genannt.
35.94 Auf Gold soll es alle Ziele erfüllen, auf Silber ein Königreich gewinnen, auf Kupfer Schutz gewähren.
35.95 An einem Turm oder erhöhten Bau angebracht soll es das Haus schützen; am Hals befestigt besonders Kinder behüten.
35.96 An einer Wand wird ihm ein als „Rama-Schutz“ überlieferter Schutz zugeschrieben, auf Birkenrinde allgemeiner Schutz, auf Karaskara-Holz die Beseitigung von Krankheit.
35.97 Vaikankata-Holz soll unzählige Verfehlungen tilgen; ein großer, auf ebenem Boden liegender Stein soll Streit beziehungsweise Kali-Einfluss beseitigen.
35.98 Auf einer Schale geschrieben soll es allgemeine Verehrung, auf Banner oder Fahne Sieg verschaffen.
35.99 Für Unterwerfung und verwandte Handlungen nennt die Quelle Sandel, Agaru, Kampfer, Gorochana, Blut, Ushira, roten Lack und Moschus als Schreibstoffe.
35.100 Für Tötungszauber werden acht Gifte genannt. Die Besprengung aus einem Yantra-Krug soll einer unfruchtbaren Frau einen Sohn verleihen.
35.101 Ein damit geweihter König soll Mut und Tapferkeit erhalten. Es folgt der Vers: „Kartaviryarjuna heißt der tausendarmige König; schon durch die Erinnerung an ihn wird Gestohlenes und Verlorenes wiedergefunden.“
35.102 Dieser Mantra wird 32-silbig genannt und hat Anushtubh als Versmaß. Seherzuordnung entspricht dem Vorigen; die Versabschnitte und der gesamte Mantra bilden den fünffachen Glieder-Nyasa.
35.103 Man betrachte ihn von Elefanten-, Wagen-, Reiter- und Fußtruppen umgeben, auf einem großen Elefanten sitzend, mit vor Erregung rollenden Augen,
35.104 mit Schlinge, Treibstachel und Bogenwaffen, furchterregend und zum Kampf gegen die Feinde voranstürmend.
35.105 Im Wald, bei großer Räubergefahr, im Elefantenkampf oder im Haus der Feinde sollen zehntausend Wiederholungen mit dieser Meditation alle Gefahren überwinden.
35.106 Eine weitere Gestalt steht fest in den Observanzen und hält in tausend Händen die dazugehörigen Zeichen; die Objektbezeichnung ist unklar. Er ist freundlich, mit Edelsteinen geschmückt und von leuchtendem Glanz.
35.107 Dieser im Yoga gegründete König wird für Goldgewinn, Vermehrung des Viehs, langes Leben und Krankheitsstillung verehrt. Die Vorlage nennt hier unvermittelt einen zwölfsilbigen Mantra.
35.108 Versviertel und Gesamtform bilden die fünf Glieder; Meditation und Yoga entsprechen dem Vorigen. So ist die Ordnung des 32-silbigen Mantras beschrieben.
35.109 „Wir erkennen Kartavirya; wir meditieren über den von großer Heldenkraft. Möge Arjuna unseren Geist anregen.“
35.110 Dies ist Arjunas Gayatri; sie wird zu Beginn der Anwendungen gesprochen. Nächtlicher Japa des Anushtubh-Mantras sowie Feueropfer und Trankspenden sollen Diebe weit vom Haus vertreiben.
35.111 Diese Gayatri wird als dreizehnte Mantraform Kartaviryas bezeichnet. Seherzuordnung und Verfahren bleiben gleich, das Versmaß ist Gayatri.
35.112 Wer Wohlergehen erstrebt, soll sie bei allen Mantra-Anwendungen rezitieren. Allein ihr Japa soll die Kraft des Mantras mehren.
35.113 Durch diesen Japa, Göttin, soll verlorener Besitz wiedererlangt werden; Diebe sollen überwunden und gestohlene Güter zurückgewonnen werden. [Die Vorlage zählt verkürzt 13.]
35.114 Eine weitere Formel lautet: „om namo bhagavate kartaviryarjunaya mahabalaya dhimahi tan no arjunah prachodayat“.
35.115 Die Fortsetzung ist in der Vorlage ausdrücklich als unsicher markiert; erkennbar ist eine Anrufung des Vernichters der Bösartigen. Hum, Phat und Svaha schließen die als 32-silbig bezeichnete vierzehnte Form.
35.116 Seherzuordnung bleibt gleich, Versmaß ist Anushtubh. Die fünf Glieder verwenden sieben, sieben, fünf, neun und vier Silben.
35.117 Nachts nach Norden gewandt stehend und dem Japa ergeben, sollen täglich 108 Wiederholungen während eines Mandala-Zeitraums einen Feind töten oder verstümmeln. Dies ist ein historisches Schadensversprechen.
35.118 Wer nachts jener Richtung zugewandt rezitiert, aus der Gefahr droht, soll binnen 21 Tagen große Angst überwinden.
35.119 Trankspenden mit Sesamwasser werden in halber Anzahl der Feueropfer vollzogen. Dadurch soll der erwähnte geraubte Besitz rasch zurückkehren.
35.120 Ein weiterer Mantra beginnt „om namo bhagavate namah shri kartaviryarjunaya“, gefolgt von der Anrufung als
35.121 Herr der Haihayas, Kartavirya Arjuna, Tausendarmiger und Vernichter aller Bösartigen,
35.122 Geber alles Erwünschten: „Bestrafe, bestrafe alle eindringenden Räuber und Plünderer!
35.123 Die Kriegerscharen zerschneide mit deinen tausend Schwertern, zermalme sie mit den tausend Keulen aus deinen Händen!
35.124 Erschrecke sie mit dem tausendfachen Klang deiner Muscheln; zerschneide sie mit den tausend Rädern aus deinen Händen!
35.125 Beschwichtige fremden Schadenszauber, ziehe Könige herbei, erschrecke, verwirre und vertreibe sie!
35.126 Mache sie wahnsinnig, peinige, vernichte, spalte, lähme und lasse sie erstarren!
35.127 Töte, töte; mache gefügig, mache gefügig; vertreibe, vertreibe; vernichte, vernichte!
35.128 O den heiligen Füßen Dattatreyas innigst Zugewandter, Shri Kartaviryarjuna, Allgegenwärtiger,
35.129 entwurzele die Diebesscharen, die in unser Haus eindringen und unseren Besitz rauben!
35.130 Hum phat svaha.“ Die chiffrierte Silbenzahl wird als 784 angegeben; die überlieferte Formel ist damit nicht ohne Weiteres abzugleichen. Seher ist Dattatreya, Versmaß Gayatri, alles Weitere wie zuvor.
35.131 „Dattatreyapriyatama“ mit Phat wird im Herzen eingesetzt; „Mahishmatinivasa“ ist der als siebensilbig bezeichnete Kopfmantra.
35.132 „Namah shri kartaviryaya“ gehört zur Haarlocke, die Dativanrufung des Haihaya-Herrn zum Schutzpanzer.
35.133 „Sahasrabahave“ bildet den weiteren Gliedermantra. Man betrachte den sonnenähnlichen König mit erhobenen Pfeilen und Bögen,
35.134 der die Erde mit dem Klang seiner Bogensehnen erfüllt und dessen Ohrringe die Wangen schmücken.
35.135 Mit dieser Meditation und Verehrung sollen alle Handlungen gelingen. Dreitausend Wiederholungen sind vorgeschrieben; alles Weitere entspricht dem Vorhergehenden.
35.136 Eine weitere Gestalt des Königs hält in rechten und linken Händen Rad, Pfeile, Keule, Dreizack, Axt und Schlinge,
35.137 Wurfspeer, Schild, Bogen und Muschel. Er gleicht der Mittagssonne, ist kraftvoll, rötlich und schrecklich und sitzt auf einem Elefanten; dessen nähere Bezeichnung ist unklar.
35.138 Rot gekleidet und rotäugig wird er meditiert. 108 Wiederholungen um Mitternacht sollen verlorenen Besitz wiedergewinnen.
35.139 Rezitiert der seines Vermögens Beraubte sechs Monate auf einem Bein stehend, sollen die Diebe dem Mantraübenden bittend den ganzen Besitz zurückgeben.
35.140 Wer gestohlenes Vieh zurückholen will, meditiert gesammelt über den König und rezitiert 108-mal.
35.141 Er stellt sich alle Tiere auf dem Heimweg vor. Durch diese Meditation sollen sie befreit zurückkehren.
35.142 Ein nächtliches Feueropfer mit Brahmani-Blättern soll geraubten Besitz wieder sichtbar an seinen eigenen Ort bringen.
35.143 Nachts wird der König meditiert, wie er mit seinem Bogen Pfeile in alle zehn Richtungen sendet. Der Japa soll Land und weitere Bereiche schützen.
35.144 Mit diesem Mantra besprochener Erdstaub soll überall dort nachts schützen, wo der Übende ihn ausstreut.
35.145 Die sechzehnte Form Kartaviryas ist der einsilbige Mantra „daubhi“. Seherzuordnung und Verehrung entsprechen dem Vorigen; die vorbereitende Observanz umfasst 100.000 Wiederholungen.
35.146 Mit den sechs langen Vokalen bildet er den sechsfachen Glieder-Nyasa. Die Anwendungen bleiben gleich. Damit ist die obere Überlieferung beschrieben.
35.147 Die Mantras der westlichen Überlieferung werden als in arabischer Sprache verfasst bezeichnet; die Quelle nennt 880. Durch ihre Vollendung im Kali-Zeitalter
35.148 sollen fünf Khane, sieben „Mina“ und neun mächtige Schahs als Weltherrscher auftreten, welche den Hindu-Dharma zerstören. Dies ist die polemische Geschichtsdeutung der überlieferten Textschicht.
35.149 Der östlichen Überlieferung werden 986 Mantras in „Firangi“-Sprache zugeschrieben. Durch deren Vollendung sollen auf Erden
35.150 unbesiegbare Herrscher entstehen; die Vorlage nennt Engländer und London, während weitere Wörter unklar sind. Diese zeitgeschichtlichen Bezüge stehen ausdrücklich im überlieferten Text.
35.151 Sie werden als in vielen Wissensgebieten kundig und als Verkünder ihrer Vorhaben beschrieben. Die mit den entsprechenden Bijas beginnenden Mantras sollen Vollendung auf dem linken Weg gewähren.
35.152 Kartaviryarjuna gilt als Fruchtgeber des rechten Wegs, durch den linken Weg aber als Geber diesseitiger Früchte für Shudras.
35.153 Ein Zweimalgeborener soll die Mantrakraft nicht zum Vorteil von Anhängern des linken Wegs einsetzen; andernfalls werden sieben Geburten in Armut und Pishacha-Dasein angedroht. Nun folgt die Kartavirya erfreuende Lampenordnung. [Die soziale Abwertung ist eine Aussage der Quelle.]
35.154 Als günstige Monate für den Beginn der Lampengabe gelten Vaishakha, Shravana, Margashirsha, Karttika, Ashvina, Pausha, Magha und Phalguna.
35.155 Genannt werden Tage außerhalb der Rikta-Tithis, Wochentage außer Samstag und Dienstag sowie die Mondhäuser Hasta, Uttara, Ashvini, Ardra, Pushya, Shravana, Svati, Vishakha und Rohini; „Uttara“ ist nicht näher bestimmt.
35.156 Als weitere günstige Konstellationen nennt der Text den letzten Yoga, Vyatipata, Dhriti, Vriddhi, Sukarman, Priti, Harsha, Saubhagya, Shobhana und Ayushmat.
35.157 Karana-Zeiten ohne Vishti, Finsternisse und Ardhodaya-Verbindungen werden genannt. An solchen Verbindungen gilt der Vormittag als günstig.
35.158 Besonders günstig sei die Mitternacht am siebten Tag der hellen Hälfte des Karttika; fällt dazu ein Sonntag mit Shravana zusammen, gilt dies als selten.
35.159 Bei bestimmten dringlichen beziehungsweise Unterwerfungsanliegen entfällt nach der undeutlichen Einleitung die Prüfung von Monat und weiteren Zeiten. Am Vortag wird gefastet, Enthaltsamkeit gewahrt und auf dem Boden geschlafen.
35.160 Nach dem morgendlichen Bad folgen auf einem mit Kuhdungwasser gereinigten Boden Atemregelung, Entschluss und die zuvor beschriebenen Nyasas.
35.161 Mit rotem Sandel und Reiskörnern wird ein Sechseck angelegt; in die Mitte kommt Kama, in die sechs Ecken
35.162 die sechs Laute des Mantrakönigs ohne Kama. Krom, Shrim, Hum und Phat werden vom Osten aus auf die Richtungen verteilt.
35.163 Die neun Silben umfassen die Zeichnung; außen folgt ein Dreieck. Auf das so gezeichnete Yantra wird das Lampengefäß gestellt.
35.164 Es soll aus Gold, Silber oder Kupfer bestehen, ersatzweise aus Bronze oder Ton; Eisen wird für ein Tötungsziel genannt.
35.165 Für Befriedung gilt ein Gefäß aus Mungbohnenmehl, für Versöhnung eines aus Weizenmehl.
35.166 Die Form soll an Boden und oberem Rand abgestimmt sein; die Maßreihe nennt zwölf, zehn, acht, sechs, fünf, vier und drei Fingerbreiten. Die vorausgehende Formangabe ist beschädigt.
35.167 Für tausend Pala Ghee wird ein Gefäß von hundert Pala Materialgewicht genannt; für zehntausend Pala eines von fünfhundert Pala.
35.168 Eine weitere Angabe verbindet 75 mit einem Gefäß von sechzig Pala; für dreitausend Pala Ghee wird das Gefäßgewicht chiffriert als 125 Pala angegeben. Die erste Mengenrelation ist unsicher.
35.169 Für zweitausend werden 115 Pala, für fünfzig dreißig und für hundert 52 genannt. Entsprechend sollen andere Größen bestimmt werden; die überlieferten Zahlen sind nicht durchgehend stimmig.
35.170 Wer Kartavirya täglich auf diese Weise eine Lampe darbringt, dessen Feinde sollen zugrunde gehen.
35.171 Körperliches und seelisches Leid soll bald vergehen, Verfehlungen sollen schwinden und der Übende hundert Jahre leben.
35.172 Der Docht wird aus einer, drei, fünf, sieben oder weiteren ungeraden Fadenzahlen gebildet; die Reihe reicht nach einer Fünfzehnerangabe bis tausend.
35.173 Reines, durch Stoff gefiltertes Kuhghee wird eingefüllt, je nach Gewicht des Anliegens in Mengen von zehn bis tausend Pala und darüber.
35.174 Ein schöner Stab aus Gold oder anderem Material ist sechzehn Finger breit lang oder halb beziehungsweise ein Viertel so lang, mit feiner Spitze und kräftigem Ende.
35.175 Er wird rechts so angebracht, dass seine Spitze in das Gefäß reicht. Vier Fingerbreiten südlich des Gefäßes
35.176 wird ein scharfes Messer mit südgerichteter Schneide in den Boden gesteckt. Nach dem Gedenken an Ganesha wird die Lampe entzündet.
35.177 Östlich der Lampe wird ein Krug im Sarvatobhadra-Mandala oder auf einem achtblättrigen Reislotus aufgestellt.
35.178 Darin wird der König angerufen und nachts wie zuvor verehrt. Dies ist die Ordnung für Zweimalgeborene; Anhänger des linken Wegs verwenden die linke Seite.
35.179 Stab und Messer werden bei ihnen entsprechend links beziehungsweise westlich angebracht. Wasser, ungebrochene Reiskörner und Sesam werden in die Hand genommen; es folgt der Mantra.
35.180 Er beginnt mit Om, Pasha, Hrim und Vashat, dann „kartaviryarjunaya mahishmati-
35.181 nathaya sahasrabahave sahasrakratudikshitaya“: dem Herrn von Mahishmati, Tausendarmigen, für tausend Opfer Geweihten,
35.182 dem Dattatreya Lieben; anschließend nennt er Atreya und das Juwel aus Anasuyas Schoß, gefolgt von Hum und Phat. [Die Anrufung geht hier in Namen Dattatreyas über.]
35.183 „Nimm diese Lampe an! Schütze Soundso, schütze ihn! Vernichte die Bösartigen, wirf sie nieder, schlage sie!
35.184 Die Feinde vernichte, vernichte!“ Maya, Om, Phrom, Klim und Svaha folgen. „Mit dieser vorzüglichen, nach Westen gerichteten Lampe
35.185 schütze Soundso und gewähre ihm die Gabe!“ Die Schlussfolge enthält wiederholtes Him, Hrim, Om, Klim, Crim und Svaha sowie zehn mit Ta beginnende Laute samt Bindu, Om und Svaha.
35.186 Dieser Lampengaben-Mantra wird als 152-silbig bezeichnet. Seher ist Dattatreya, das Versmaß ist unklar beziehungsweise unbegrenzt angegeben, Gottheit Arjuna.
35.187 Chim mit den sechs langen Vokalen bildet die sechs Glieder. Nach der Meditation über die Gottheit wird dieser Mantra 1008-mal wiederholt.
35.188 Eine weitere neunsilbige Formel besteht aus Om, Pasha, Rama, Phrim, Crim, Svaha, Ankusha und nochmals Om; die aufgezählte Folge ergibt in der erhaltenen Form keine eindeutige Neunzahl.
35.189 Seher, Gottheit und Glieder bleiben wie zuvor; das Versmaß ist Anushtubh. Wer so die Lampe darbringt, soll alles Gewünschte erlangen.
35.190 Beim Entzünden sollen ungünstige Worte vermieden werden. Der Anblick von fünfzig mit Brahmanen beginnenden glückverheißenden Gegenständen beziehungsweise Personen soll Gelingen anzeigen; die Liste wird hier nicht ausgeführt.
35.191 Eine mit Shudras beginnende Gruppe von fünfzig Zeichen wird dagegen mit nur mühsamem und verzögertem Gelingen verbunden.
35.192 Der Anblick einer mit Bharadvaja beginnenden Gruppe weiterer fünfzig Zeichen beziehungsweise deren Umkehr soll das Ausbleiben der Erfüllung anzeigen; die knappe Überlieferung ist unklar.
35.193 Der Anblick als „Mleccha“ bezeichneter Menschen wird mit Scheitern, Gefangenschaft und Tod verbunden; Maus und Katze gelten als ungünstig, ein Gayal als günstig. Dies dokumentiert historische Omenlehre und diskriminierende Wertungen.
35.194 Eine gleichmäßige Flamme gilt als Zeichen des Gelingens, eine gekrümmte als Zeichen des Verderbens; Geräusche sollen Furcht, helles Leuchten Glück anzeigen.
35.195 Eine schwarze Flamme soll Feindesangst, eine sprühende oder ausspeiende Flamme Viehverlust bedeuten. Zerbricht das Gefäß zufällig, wird dem Auftraggeber der Tod binnen einer Monatshälfte vorausgesagt.
35.196 Wird der Docht ausgewechselt, soll sich das Gelingen verzögern.
35.197 Das Entzünden einer anderen Lampe wird mit dem Verlust des Augenlichts verknüpft, unreine Berührung mit Krankheit und Erlöschen mit Angst vor Dieben.
35.198 Berührung durch Hund, Katze oder Maus soll Gefahr vom König bedeuten. Eine anfängliche Lampengabe mit acht Pala wird als Gewährerin alles Erwünschten bezeichnet.
35.199 Fünfundzwanzig Pala gelten für Zielerfüllung, fünfzig für die Unterwerfung eines Feindes.
35.200 Fünfundsiebzig sollen Feinde besiegen, hundert sie vernichten, tausend sämtliche Handlungen ermöglichen.
35.201 Deshalb wird die Lampe sorgfältig vor Unterbrechung bewahrt. Bis zum Abschluss werden Enthaltsamkeit und Schlafen auf dem Boden vorgeschrieben.
35.202 Auch Gespräche mit Frauen, Shudras und als gefallen Geltenden sollen vermieden werden; der neunsilbige Mantrakönig wird jeweils tausendmal wiederholt. Die Ausschlüsse gehören zur historischen Observanz, nicht zu einer heutigen Empfehlung.
35.203 Lobhymnen werden täglich, besonders nachts, gelesen. Wer nachts auf einem Bein vor der Lampe stehend tausendmal rezitiert, soll das Gewünschte rasch erlangen.
35.204 An einem günstigen Tag wird abgeschlossen. Nach Verehrung vorzüglicher Brahmanen wird der Ausführende mit dem Krugwasser unter Mantragedenken besprengt.
35.205 Der Auftraggeber gibt eine reichliche Gabe zur Zufriedenstellung. Als vorzügliches Maß wird ein Zehntel der verwendeten Pala-Zahl genannt; die zusätzliche Gefäßangabe ist unklar.
35.206 Ein Zwanzigstel gilt als mittel, ein Hundertstel als gering. Ist der Guru zufrieden, soll König Kritaviryas Sohn das Ersehnte schenken.
35.207 Man vollzieht die Gabe selbst auf Weisung des Gurus oder lässt ihn handeln. Wer sie ohne dessen Weisung zur eigenen Wunscherfüllung ausführt, soll stattdessen auf Schritt und Tritt Verlust erfahren.
35.208 Der Guru soll die Lampenordnung nicht Undankbaren und ähnlichen Menschen lehren. Ein an Bösartige weitergegebener Mantra soll dem Lehrenden Leid bringen.
35.209 Kuhghee gilt als vorzüglich, Büffelghee als mittel; Sesamöl wird ähnlich eingestuft, Ghee von Ziegen und anderen Tieren als geringer.
35.210 Bei Mundkrankheiten wird eine Lampe mit duftendem Öl genannt; Senföl wird der Vernichtung von Feinden zugeordnet.
35.211 Ist nach einer Lampengabe mit tausend Pala kein Gelingen sichtbar, soll die gesamte Lampenordnung dreimal wiederholt werden.
35.212 Dann soll selbst ein schwer erreichbares Vorhaben gelingen. Wer überhaupt in seinem Haus eine Lampengabe vollzieht,
35.213 dessen Hindernisse und Feinde sollen bald schwinden; ihm werden beständiger Sieg, Söhne, Enkel, Vermögen und Ruhm verheißen.
35.214 Kartavirya liebt die Darbringung von Licht, Martanda die Verneigung. Der große Vishnu liebt Lobpreis, Ganesha die sättigende Darbringung.
35.215 Durga liebt gewiss die Verehrung, Shiva das rituelle Übergießen. Deshalb soll man zu ihrer Freude jeweils das ihnen Entsprechende vollziehen.
35.216 So, ihr Götter, ist die Lampengabe für den König erklärt. Was soll nun noch gesagt werden? Fragt danach, ihr vorzüglichen Götter.
Kolophon: So endet im von Shiva verkündeten Meru Tantra, das Mahamaya und Mahakala billigen, der fünfunddreißigste Prakāśa namens Darstellung der Kartaviryarjuna-Mantras.
Abschluss des Meru Tantra
Mit 35.216 endet die überlieferte Folge der 35 Prakāśas. Die letzten Verse kehren noch einmal zu einem Grundmotiv des gesamten Meru Tantra zurück: Verehrung nimmt unterschiedliche Formen an. Licht, Verneigung, Lobpreis, Darbringung und rituelles Übergießen werden verschiedenen Gottheiten zugeordnet. Hinter der Vielfalt bleibt die Frage, mit welcher inneren Haltung eine Handlung vollzogen wird.
Für heutige Yoga-Aspiranten liegt die Stärke des Werkes deshalb nicht darin, möglichst viele historische Spezialriten nachzuahmen. Lesenswert ist vielmehr die Verbindung von Mantra, Puja, Guru, Diksha, Shakti, innerer Sammlung und der immer wiederkehrenden Suche nach Befreiung. Die Gesamtschau dieser Themen steht unter Spirituelle Gesamtsynthese der 35 Prakāśas; eine konzentrierte Auswahl bietet Meru Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras.
Wer das Meru Tantra vergleichend weiterlesen möchte, findet im Yoga Wiki verwandte Perspektiven unter anderem in Kularnava Tantra, Rudrayamala Tantra, Mahanirvana Tantra, Dakshinamurti Samhita, Nitya Shodashikarnava, Yogini Hridaya, Tantraloka, Vijnana Bhairava Tantra, Svacchanda Tantra, Netra Tantra, Jayakhya Samhita und Paushara Samhita. Gemeinsamkeiten in Begriffen und Ritualformen bedeuten dabei nicht, dass diese Werke derselben Schule angehören.
Hinweise und weiterführende Angebote
Textgrundlage und Literatur: Hinweise im Hauptartikel. Diese Fortsetzung verwendet dieselbe elektronische Vorlage M00195 mit den überlieferten Anmerkungen; sie ist keine neue kritische Edition.
Mantra, Nyasa, Puja und Diksha gehören im Werk zu einem überlieferten Ritualzusammenhang. Allgemeine Anregungen zum heutigen Yoga-Leben stehen gesondert im Hauptartikel.
Seminare zu indischen Schriften
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