Manu Smriti

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Manu Smriti (Sanskrit: मनुस्मृति manu-smṛti f.) indische Heilige Schrift, die dem Manu zugeschrieben wird und die zur Textgattung der Smriti zählt. Es handelt sich um eine Gesetzbuch mit philosphisch-mythologischen Inhalten. Es ist auch unter dem Namen Manusamhita und Manava Dharmashastra bekannt.

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Manusmriti Manu Smriti मनुस्मृति Manu-smṛti Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Manusmriti Manu Smriti, मनुस्मृति, Manu-smṛti ausgesprochen wird:

Sukadev über Manu Smriti

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Manu Smriti

Was ist Manu, was ist Smriti? Manu ist der Stammvater der Menschheit, Manu ist so etwas wie Adam, und man würde auch sagen, Adam und Moses zugleich. Die beiden, oder zumindest Moses, hat die Gesetze gegeben für die jüdisch-christliche Kultur, oder zumindest werden sie ihm zugeschrieben. Und so ähnlich wie Moses gibt es auch Manu. Nur, dass Manu gleichzeitig Adam ist, nämlich der Stammvater der Menschheit und dass Manu auch nicht gestorben sein soll, sondern weiter in feinstofflicher Ebene leben soll.

Manu soll diese Manu Smriti niedergeschrieben oder diktiert haben. Und Manu Smriti ist tatsächlich auch eine Schrift, welche die Grundlagen von spiritueller Praxis beschreibt, aber auch Gesetze für von dem Zusammenleben einer Gesellschaft beinhaltet. Die Grundsätze der Manu Smriti sind bis heute gültig. Allerdings müssen manche Ausprägungen und konkreten Empfehlungen an unsere Zeit angepasst werden. Smriti heißt „die Überlieferung“, das, woran man sich erinnert. Smriti heißt auch Erinnerung. Und als Schriftgattung ist Smriti die Überlieferung. Manu Smriti, die Überlieferung des Manus oder die Überlieferung der Grundsätze von Manu für die Welt und für die Menschheit.

In der Manu Smriti findest du unter anderem die Ashramas beschrieben, du findest also die vier Ashramas, die vier Lebensstadien: Brahmacharya, Grihasthya, Vanaprastha, Sannyasa. Es werden die vier Purusharthas beschrieben, die vier Varnas, es werden verschiedene Pflichten und Aufgaben beschrieben. Also einiges von der Spiritualität, die wir auch bei Yoga Vidya leben, findest du in der Manu Smriti.

Aber bestimmte Dinge sind nur in einer bestimmten Zeit anwendbar. Swami Sivananda hat mal gesagt, dass Smritis für jedes Zeitalter angepasst werden müssen. Wir bräuchten für unsere moderne Zeit eine neue Smriti, so dass wir die uralten, ewigen Grundsätze anpassen können an die Bedürfnisse der heutigen Zeit. Shruti, das ist das Offenbarte, ist ewig. Smriti, die Überlieferung, muss sich immer wieder einstimmen auf die moderne Zeit, aber die Grundsätze der Manu Smriti sind bis heute gültig.

Die Essenz der Manu Smriti

Artikel aus Swami Sivanandas Buch "Practice of Karma Yoga"

Was man nicht gesät hat, kann man nicht ernten. Wie du den Baum gepflanzt hast, so wird er wachsen. (IX-40) Der Erfolg eines jeden Unternehmens hängt vom Schicksal und vom Menschen ab. Schicksalsbedingte Handlungen kann der Mensch nicht kontrollieren. Denke nicht an das Schicksal, handle selbst. (VII-205)

Welche Arbeit ein Mensch auch tut, was immer auch seine Motive sind, er wird den Lohn in einem entsprechenden Körper erhalten. (XII-81)

Lasst alle Menschen sorgfältig und achtsam nachdenken, der Weg der Seele durch verschiedene Formen Brahma, Devas, Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine, in Übereinstimmung mit ihren guten und schlechten Taten, sollen sie ihren Geist nur auf die Tugend richten. (XIII-22,42,86)

Sadhana im Manusmriti - von Swami Sivananda

Der Veda ist die Quelle des Dharma, so wie auch die Smritis und das Verhalten und Betragen derer, die ihre Bedeutung kennen. Das eigene Gewissen wird Dharma sprechen, wenn nicht aus den Veden, Smritis und von den Weisen abgeleitet werden kann. Durch das Befolgen von Dharma erlangt man Vollendung hier und künftig. Das Pranava (OM) ist das Sinnbild für die Wirklichkeit. Pranayama ist das höchste Tapas. Das Gayatri ist das höchste Mantra. Wahrheit ist das größte Gelübde.

Man fühle sich nicht minderwertig oder entmutigt wegen früherer Verfehlungen. Man hoffe immer das Beste und denke nie, daß irgend etwas unmöglich ist. Es gibt keinen Mißerfolg für diejenigen, die nach dem Guten streben und sich bemühen, es zu erreichen Man wurde alleine geboren und wird alleine sterben. Auch die Früchte seines Tuns erlebt man alleine, seien sie gut oder schlecht. Vater, Mutter, Frau, Kinder oder Freunde kommen nicht zu Hilfe, wenn man dem Tod ins Auge sieht und in die andere Welt geht. Dann hilft alleine Dharma.

Man bemühe sich weder um Leben noch um Tod, sondern lebe leidenschaftslos, warte auf den letzten Tag und erfülle ordentlich seine Pflicht. Dharma ist Unerschütterlichkeit, Beharrlichkeit, Sinneskontrolle, Nichtaneignung von fremdem Besitz, Reinheit in Gedanke, Wort und Tat, Geisteskontrolle, Klarheit des Verstehens, Weisheit bezüglich der Realität, Festhalten an der Wahrheit und Freisein von Zorn. Man darf sich nicht vorstellen, daß man im Verborgenen Böses tun kann, ohne daß jemanden davon weiß, denn Himmel, Erde, Wasser, Sonne, Mond, Feuer und Wind, Tag und Nacht und das eigene Herz werden Zeugnis ablegen für die eigenen Taten, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand meine, er sei allein, von anderen ungesehen. Der höchste Zeuge, der ewig unsere Taten beobachtet, ist im Inneren. Von allen Dharmas ist das Wissen um Atman das höchste. Das ist des Menschen höchste Pflicht, denn dadurch wird Unsterblichkeit erlangt. Wenn man sich selbst in allem sieht und alles in sich selbst - eine solch universelle Sicht hat - erlangt man höchste Unabhängigkeit. So begeht man kein Adharma, wenn man alles im eigenen Selbst sieht. Das ganze Universum, einschließlich der Götter, ist im Inneren eingeschlossen. Durch Meditation über Brahman, durch den Vorgang der Rückführung der Wirkungen auf ihre Ursachen, Schritt um Schritt - wird Brahman hier und jetzt verwirklicht.

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