Konganar
Siddha Konganar war einer der 18 Siddhas der tamilischen Siddhanta Tradition. Konganar wurde der Legende in Kongu Nadu (das heute den westlichen Teil von Tamil Nadu umfasst) geboren. Daher auch sein Name Konganar, was "aus dem Land Kongu" bedeutet. Es wird angenommen, dass sein Geburtsort ein kleines Dorf namens Oothiyur ist, das heute im Bezirk Erode von Tamil Nadu liegt. Seine Eltern stammten aus armen Verhältnissen und lebten vom Schmieden und Verkaufen von Gefäßen vor den Tempeln des Dorfes. Ihr Alltgsleben hielt sie jedoch nicht davon ab, Yogis und Heiligen zu dienen, die ihren bescheidenen Haushalt durchquerten. Siddha Agastyar beschreibt in seiner Biographie über Konganar die Eltern von Siddhar Konganar als fromm und tugendhaft.
Konganar (Tamil: கொங்கணர், Koṅkaṇar; auch Konkanavar oder Konganar Siddhar) wird mit Yoga, alchemistischer Überlieferung, Siddha-Medizin und geistiger Dichtung verbunden. Seine bekannteste Lehrlegende erzählt, wie außergewöhnliche Kraft durch die Begegnung mit einer weisen Frau zur Demut finden muss.

Konganar war einer der Schüler von Siddhar Bogar. Es wurde nicht erwähnt, wann er seinen Guru traf. Aber er nennt Siddha Bogar liebevoll und stolz als seinen eigenen Elternteil: Siddhar Bogar beschreibt Konganar auch als den ersten und besten Schüler unter seinen Schülern. Er lernte das System der Siddha-Medizin unter Siddhar Bogar und wurde zu einem Kraftwerk des Wissens. Seine Beiträge umfassen 25 bekannte Werke in den Bereichen Medizin, Yoga, Philosophie, Religion usw. Er lernte auch die Siddha-Schriftenvon Agathiyar.
Während seiner Studienzeit zeichnete sich Konganar Siddhar in Alchemie, Siddha Yoga, Siddha Jnana Philosophie, Siddha Meditation und auch als Arzt aus. Er verfasste zahlreiche Abhandlungen über Alchemie und Medizin. Obwohl er aus bescheidenen Verhältnissen stammte, erhob er sich allein durch seine intensive spirituelle Praxis, seinen starken Geist und seine Willenskraft in den Rang eines großen Siddha. Ihm wurde der Titel "Vater der medizinischen Chemie" im Bereich des tamilischen Siddha-Medizin-Systems verliehen. Später wurde er selbst ein Guru und hatte 557 Schüler.
Konganar auf einen Blick
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Name | Konganar; auch Konkanavar, Konganar Siddhar |
| Tamil | கொங்கணர் (Koṅkaṇar) |
| Bedeutung des Namens | „Der aus dem Land Kongu“ |
| Herkunft | Nach der Legende Oothiyur in Kongu Nadu, heute Distrikt Erode, Tamil Nadu |
| Lebenszeit | Historisch nicht zuverlässig gesichert |
| Tradition | Einer der 18 tamilischen Siddhas |
| Guru | Bogar |
| Bekannt für | Siddha-Medizin und Alchemie; die Lehrlegende vom verbrannten Vogel; spirituelle Dichtung wie Valai Kummi und Mei Jnanam |
Leben und Hintergrund
Konganars Lebenszeit ist historisch nicht zuverlässig gesichert. Die Tradition verbindet ihn mit Bogar und mit verschiedenen heiligen Orten. Unter seinem Namen stehen zahlreiche Texte, deren Entstehungszeiten und persönliche Autorschaft nicht ohne Weiteres einheitlich bestimmt werden können. Die Valai Kummi gehört zu den zugänglichen spirituellen Dichtungen dieser Zuschreibungstradition.
Das Mitgefühl von Konganar
Sein Mitgefühl wird in einer Geschichte erklärt, die auch die dharmische Natur des Lebens von Siddhas veranschaulicht.
Konganar hatte einen Freund mit dem Namen Sivavakiyar, der ebenfalls ein großer Siddha war. Konganar fühlte sich sehr schlecht, dass sein Freund, der ein Meister-Siddha ist, ein Leben in Armut führte. So ging er eines Tages zu Sivavakiyars Haus, wohl wissend, dass Sivavakiyar nicht verfügbar sein würde. Er bat Sivavakiyars Frau, etwas Eisen zu besorgen, verwandelte es in Gold und ging, nachdem er ihr das Gold übergeben hatte. Sivavakiyars Frau erzählt Sivavakiyar den Vorfall nach seiner Rückkehr. Sivavakiyar fragt seine Frau, ob sie das Gold will. Seine Frau antwortet, sie wolle nur seine Liebe und nicht das Gold. Daraufhin bittet er seine Frau, das Gold in den Brunnen zu werfen, was diese auch von ganzem Herzen tut.
Mehr über diesen Freund Konganars erzählt der Artikel Sivavakkiyar. Auch dort begegnet das Motiv des Goldes, das der Siddha liegen lässt, weil er darin eine Gefahr für das Herz erkennt.
Von Stolz zu Demut
Es gibt noch eine weitere lokale Legende, die im Zusammenhang mit Siddha Konganar erzählt wird. Die Geschichte wird auch im Mahabharata von Markandeya dem König Yudhishthira erzählt. Hier wird der Muni als Kaushika bezeichnet. Es ist möglich, dass sich beide auf dieselbe Person beziehen. Die Geschichte wird erzählt, um die Notwendigkeit von Demut zu unterstreichen, besonders für Siddhas, die auf ihrem Weg zur Erleuchtung große Siddhis erlangen werden.
Eines Tages, als Siddha Konganar sein Sadhana machte, saß ein Kranich auf einem Ast über seinem Kopf und sein Kot fiel auf seinen Schoß. Wütend darüber, dass er bei seiner Meditation gestört wurde, schaute er den Vogel an, der sofort zu Asche verbrannte. Dieser Vorfall machte ihn stolz auf die Kräfte, die er durch seine Askese erlangt hatte.
Es war für Konganar üblich, um Nahrung zu betteln. An dem Tag, an dem er den Kranich verbrannte, beschloss er, ein Haus zu besuchen (in Tamil Nadu gilt es als das Haus des Dichters Thiruvalluvar, des Autors des tamilischen Klassikers Thirukkural). In dem Haus bediente die Frau gerade ihren Mann, als der Weise eintraf. Als sie Konganar um Almosen bitten hörte, rief sie ihm zu, er solle warten, bis sie ihren Mann bedient habe. Konganar war verärgert über die Verzögerung. Er dachte bei sich: "Wenn die arme Frau nur wüsste, dass ich ein großer Heiliger bin und die Macht habe, einen Vogel zu verbrennen, indem ich ihn nur anschaue, würde sie mich nicht warten lassen".
Als sie endlich herauskam, schaute Konganar sie wütend an. Nichts geschah, Konganar schaute verwirrt. Als die Frau ihn verwirrt sah, sagte sie: "Denkst du, dass ich ein Storch bin, den du du brennen kannst?" Konganar war erstaunt. Der Vorfall hatte sich tief im Wald ereignet, und niemand hatte ihn beobachtet. Doch eine Frau aus diesem Haus wusste davon. Er verneigte sich demütig vor ihr und fragte sie, woher sie es wisse. Sie sagte: "Geh zum Haus des Metzgers, der am Ende der Straße wohnt, und er wird dich aufklären". Der Weise tat dies sofort. Der Metzger badete gerade seine alten und blinden Eltern und konnte daher dem Heiligen nicht sofort seine Aufmerksamkeit schenken. Doch dieses Mal war Konganars Neugier so groß, dass er wartete, ohne sich zu ärgern.
Nachdem er seine Eltern bedient hatte, brachte der Metzger dem Heiligen etwas zu essen und sagte: "Oh heiliger Mann, bitte iss mein bescheidenes Essen und ich werde dir sagen, warum die Frau des Hauses, in das du gegangen bist, dich gebeten hat, mich zu sehen". Normalerweise hätte Konganar nichts mit einem Metzger zu tun gehabt, aber jetzt war er bereit, alles zu tun, um die Wahrheit hinter den außergewöhnlichen Kräften einer gewöhnlichen Hausfrau und eines Metzgers zu erfahren. Nach einem guten Essen fragte Konganar den Mann: "Bitte verrate mir das Geheimnis der Kräfte, die du und due Frau haben". Der Mann antwortete: "Wir haben keine außergewöhnlichen Kräfte. Wir sagen, was wir fühlen, und wir fühlen für andere genauso viel wie für uns selbst. Wir erfüllen unsere Pflichten nach bestem Wissen und Gewissen. Mehr gibt es nicht". Als Konganar dies hörte, verbeugte er sich ehrfürchtig vor dem Metzger und sagte: "Lehrer, du hast mich erleuchtet, ich werde dir immer dankbar sein".
Die weise Frau: Vasuki
In der verbreiteten tamilischen Fassung der Legende trägt die Frau einen Namen: Sie ist Vasuki, die Gemahlin Tiruvalluvars, des Dichters des Tirukkural. Ihre ruhige Einsicht beschämte den stolzen Asketen.[1] Vasuki gilt in der tamilischen Überlieferung als Vorbild einer Frau, deren spirituelle Kraft aus Hingabe und treuer Pflichterfüllung im Alltag erwächst.
Zur oben erwähnten Verbindung mit dem Mahabharata ist eine Einschränkung wichtig: Das Erzählmotiv vom Asketen und der Hausfrau begegnet dort in der Geschichte des Kaushika, und die tamilische Fassung verbindet es mit Konganar und Vasuki. Diese literarische Verwandtschaft zeigt, wie alt und verbreitet die Lehre der Geschichte ist; sie ist jedoch kein Beleg dafür, dass alle genannten Gestalten derselben historischen Zeit angehören.
Die Kraft, die sich selbst noch nicht kennt
Die folgende Deutung ist eine heutige Betrachtung. Das erstaunliche Geschehen mit dem Vogel ist nicht das Ziel der Geschichte. Es legt einen Mangel offen: Die Macht ist schneller gewachsen als die Fähigkeit, den eigenen Zorn zu durchschauen.
Vasuki muss diese Macht nicht mit einer noch größeren Drohung beantworten. Ihre Ruhe verändert die Situation. Konganar begegnet einer Erkenntnis, die sich im Alltag bewährt hat. Das Haus wird zum Lehrort, die vermeintlich gewöhnliche Frau zur Lehrerin, und schließlich wird sogar ein Metzger, der seine Eltern pflegt, zu seinem Lehrer. Seine Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen, kann ihn weiterführen als der zerstörerische Blick.
Lehren von Konganar
Hier ein paar Verse aus dem "Mei Jnanam". Siddhar Konganar gibt direkte Anweisungen, um speziell an 13 Beschränkungen zu arbeiten, die das Wachstum von Sadhakas behindern:
- Verwirfe Bosheit und Hochmut
- Der Stolz und die Eifersucht der Jugend sollen mit ihr gehen
- Verjage Prahlerei, Täuschung
- Arroganz und alle egoistischen Haltungen
- Wie die Ohnmacht, die von Rauschmitteln kommt
- Die Mischung von dreizehn ist der Tod
- Erkenne diese Wahrheit und befreie dich von ihnen
- Ah! Mögest du in der höchsten satvischen Wahrheit verweilen
Konganar Siddhar gibt den Sadhakas auch die Anleitung, Buddhi - den scharfen Sinn für Unterscheidungsvermögen - zu nutzen, um die Hindernisse auf dem Weg zur Verwirklichung zu beseitigen.
- Übe den Sinn der Unterscheidung und gib eines nach dem anderen auf
- Wenn du in echtem Wissen verweilst
- wird die quälende Einbildung zerstört
- Unsere vielen Wesen würden als Ich in der Einheit erscheinen
- Die Fäden unserer Begierden als Leerheit
- Denn das unendliche Jenseits ist dann ein Sesamsamen
- Werde eins mit dem Wort, das nichtig erscheint
- Suche die ganze Weisheit der Welt beim Guru
Siddha Konganar preist in diesem Vers den unglaublichen Zustand von Samadhi.
- Bleibe überzeugt und unerschütterlich, dass
- Ich bin es, der Das ist
- Genieße die nektargleiche Freude
- Mein Sohn, strebe und betrete Samadhi
- Verkünde, dass es kein Übel und keine Sünde gibt
- Kein Schicksal, kein Gedanke und erhebe dich mit Flügeln
- Gehe nicht ziellos umher wie jene
- die umherwandern und nirgendwo hingehen
- Bleibe unerschütterlich im Jenseits
- Mit der Dämmerung der Intelligenz ist alles verloren!
- Die berühmten Namen sind zu Asche zermalmt worden
- Das ganze Universum hat sich in ein Sesamkorn verwandelt
- Oh Vater! All die Not der Erde ist verschwunden
- Und alle Welten sind verloren!
- Wenn du an der höchsten Intelligenz festhältst
- und die Kontrolle über den Geist übernimmst, kannst du sehen
- Und Zeuge des großen Raumes sein!
Die innere Suche in der Valai Kummi
Neben dem Mei Jnanam ist unter Konganars Namen die Valai Kummi überliefert. Sie richtet den Blick auf den Körper, die innere Aufmerksamkeit und die göttliche Kraft. Ihre Bilder sind poetisch und häufig vieldeutig. Sie sollten nicht als einfache technische Anweisung für intensive Atem- oder Energiepraktiken gelesen werden.
Die Kummi-Form, ein tamilisches Lied, zu dem im Kreis geklatscht und getanzt wird, erinnert zugleich an gemeinschaftlichen Rhythmus. Erkenntnis erscheint nicht nur in gelehrter Prosa, sondern in einer Sprache, die gesungen, erinnert und betrachtet werden kann. Der Leser wird eingeladen, die innere Welt ernst zu nehmen und bloßes äußeres Reden über Weisheit zu überschreiten.[2]
Reife zeigt sich im Umgang
Konganars Legende ist besonders hilfreich für Menschen, die durch Übung neue Fähigkeiten entdecken. Eine Fähigkeit kann Freude schenken; sie kann aber auch das Bedürfnis nähren, anderen überlegen zu sein. Dann ist eine freundliche Korrektur kostbarer als weiteres Lob. Die Verse aus dem Mei Jnanam über Hochmut, Prahlerei und Arroganz zeigen, dass Konganar diese Lektion selbst tief verinnerlicht hat.
Die spirituelle Frage lautet nicht nur, was ein Mensch vermag. Sie lautet auch, wie sicher, geduldig und mitfühlend andere in seiner Nähe sein können. Eine Kraft, die sich von Weisheit führen lässt, muss sich nicht durch Einschüchterung beweisen.
Nach Konganar ist Konganarasana benannt, ein Asana aus dem Yoga:

Spirituelle Bedeutung
Konganars Überlieferung unterscheidet zwischen Siddhi, außergewöhnlicher Kraft, und innerer Reife. Die Begegnung mit Vasuki und dem Metzger macht Demut zum Wendepunkt. Darin trifft sich die Legende mit der Lehre Patanjalis, der in den Yoga Sutras betont, dass besondere Fähigkeiten auf dem Weg zum Ziel des Yoga eher Hindernisse als Ziele sind. Die höchste Kraft zeigt sich, wie der Metzger sagt, darin, für andere ebenso zu fühlen wie für sich selbst und die eigenen Pflichten gewissenhaft zu erfüllen.
Werke und weiterführende Texte
Unter Konganars Namen ist eine große Zahl von Texten überliefert, nach traditioneller Zählung etwa 25 Werke zu Medizin, Yoga, Philosophie und Religion. Medizinische und alchemistische Titel bilden einen umfangreichen Zuschreibungsbestand; sie lassen sich nicht als einheitlich datiertes persönliches Gesamtwerk bestimmen. Zu den spirituellen Dichtungen gehören:
- Mei Jnanam, aus dem oben Verse zitiert werden.
- Valai Kummi in Siddhar Padalgal, Teil 4, tamilischer Volltext.
- The Mountain Path: Konganar, Einführung in Lebenstradition und Dichtung.
Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten
Bogar gilt in verbreiteten Überlieferungen als sein Guru. Auch die Schriften Agathiyars gehören zu seinem Studium. Sivavakkiyar war nach der Legende sein Freund. Vasuki und Tiruvalluvar begegnen in der Lehrlegende. Unter den übrigen tamilischen Siddhas stehen ihm besonders Idaikkadar, Kaduveli Siddhar und Pambatti Siddhar nahe, die ebenfalls in anschaulicher Dichtung zur inneren Erkenntnis führen. Patanjalis Unterscheidung von Yoga-Ziel und außergewöhnlichen Fähigkeiten bietet einen ergänzenden philosophischen Bezug.
Anregungen für Yoga und Meditation
Im Yoga beobachte, ob ein Fortschritt dich freundlicher oder vergleichender macht. Eine Meditation über Ahimsa hilft, innere Kraft mit Rücksicht zu verbinden. Du kannst auch eine der 13 Beschränkungen aus Konganars Mei Jnanam auswählen, etwa Prahlerei oder Eifersucht, und einen Tag lang aufmerksam beobachten, wann sie sich zeigt.

Ein Gedanke für den Alltag
Prüfe eine eigene Stärke daran, ob sie anderen Sicherheit und Freiraum schenkt.
Videos zur Vertiefung
Diese Videos laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.
Satsang "Anekdoten" mit Sukadev - Yoga Vidya Live, 10.06.2023, 20:00 Uhr
Anahata Chakra Herzens-Meditation für Freude und Liebe
Siehe auch
- Bogar
- Agathiyar
- Sivavakkiyar
- Vasuki
- Tiruvalluvar
- Idaikkadar
- Kaduveli Siddhar
- Pambatti Siddhar
- Patanjali
- Siddhi
- Ahimsa
- Demut
Quellen und Literatur
- ↑ The Mountain Path, April 2024: Tamil Siddhas / Konganar, überlieferte Lehrgeschichte.
- ↑ Siddhar Padalgal, Teil 4, Abschnitt Konganars Valai Kummi, tamilischer Primärtext.
Seminare
Gemeinsames Üben, Singen und Studieren kann die Inspiration dieser Texte im Alltag lebendig werden lassen.
Kundalini Yoga
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