Ketu Homa – Feuergebet um Segen in Zeiten inneren Umbruchs
Ketu Homa – Feuergebet um Segen in Zeiten inneren Umbruchs ist ein häusliches Feuergebet für Menschen, die eine Phase der Unruhe oder Neuorientierung mit bewusster Gottesverehrung begleiten möchten. Ketu, die Gottheit des absteigenden Mondknotens, erscheint im Eingangsvers in einer machtvollen, furchteinflößenden Gestalt. Der feste Rhythmus von Anrufung, Gaben und 108 Hauptdarbringungen gibt der Bitte um seinen Segen eine klare Form. Nach dem Feueropfer folgen Sammlung, die Rücknahme der göttlichen Gegenwart ins Herz sowie Vergebungsbitte und Widmung.
Die Anleitung zum Ketu Homa folgt dem Handbuch Basic Procedure (Laghu) der Nityagni-Hauspraxis von Sadhguru Anil. Sie richtet sich an Praktizierende, die das kleine Feueropfer selbst ausführen; eine helfende Person kann die Gaben reichen. Ein bestimmter Wochentag, Mondtag oder eine feste Uhrzeit wird für diese Grundfassung nicht vorgeschrieben. Wähle eine ungestörte Zeit und einen geeigneten häuslichen Feuerplatz, möglichst im Freien. Diese Anleitung führt den eigenständigen Grundablauf mit 108 Hauptgaben aus.
Vorbereitung und Materialien
Bereite eine standsichere kupferne Feuerschale, einen Homa Kunda, auf feuerfester Unterlage vor; das Handbuch nennt etwa 20 Zentimeter Kantenmaß oder größer. Lege kleine trockene Kokosstücke und unbehandelte Brennhölzer, Streichhölzer und etwas Kampfer bereit. Halte die Feuergröße den Bedingungen entsprechend klein. Brennbare Gegenstände, Haare und weite Kleidung bleiben von der Flamme fern; Löschmittel und eine sichere Löffelablage gehören zur praktischen Einrichtung. Innenräume setzen eine geeignete Feuerstelle und ausreichende Lüftung voraus.
Du benötigst geschmolzenes Ghee (bzw. Pflanzenöl) mit Gefäß und Opferlöffel, Trinkwasser mit eigenem Löffel und Auffangschale, einen wassergefüllten Kalasha, eine vorbereitete Lampe, Sandelholzpulver, Blumen, Räucherwerk mit Halter, einen Kampferlichthalter sowie Rosinen für Ganapati und weitere Rosinen oder unraffinierten Rohrzucker (Jaggery) für die Hauptverehrung. Pflanzenöl ist hier eine heutige vegane Praxisalternative; das Nityagni-Handbuch nennt Kuhghee. Rezitationen und ihre Bedeutung bleiben unverändert.
Lege für die beiden vollständigen Schlussgaben zwei ganze kleine Trockenfrüchte getrennt bereit: eine für Ganapati, eine für die Hauptverehrung. Für die 108 Hauptgaben wählst du Ghee (bzw. Pflanzenöl) oder etwas schwarzen oder weißen Sesam mit einigen Kulthi-Bohnen (Horse Gram, Macrotyloma uniflorum). Halte zusätzlich etwas schwarzen Sesam bereit, falls du ihn für die Gefolgschaftsgabe verwenden möchtest. Kleine Mengen genügen. Eine Zählhilfe außerhalb der Feuerstelle erleichtert die 108 Wiederholungen. Richte deinen Sitz so ein, dass du Lampe, Wasser und Gaben bequem erreichst.
Vollständiger Ablauf
1. Um Zustimmung und Segen bitten
Richte dich am vorbereiteten Feuerplatz ein. Bei dieser Anujna gedenkst du Ganesha, deines Guru, der Rishis, deiner Eltern und Ahnen, der Familiengottheit, Surya, Bhudevi, der als Mutter verehrten Kuh und deiner Ishtadevata. Bitte innerlich um Begleitung; hierfür schreibt die Quelle keine besondere Rezitation vor.
2. Die Lampe entzünden
Entzünde die vorbereitete Lampe und verneige dich vor ihrem Licht. Sie dient später zum Entzünden des Ritualfeuers und als Lichtgabe.
3. Achamana – dreimal Wasser trinken
Gib jeweils mit dem Wasserlöffel wenig Trinkwasser in die rechte Hand. Sprich jeweils eine Formel und trinke einen kleinen Schluck. Nach den drei Schlucken reinige die rechte Hand mit wenig Wasser über der Auffangschale. Dies ist das vorbereitende Achamana.
oṃ keśavāya svāhā |
oṃ nārāyaṇāya svāhā |
oṃ mādhavāya svāhā |
Bedeutung: Om, Keshava sei diese Gabe dargebracht. Om, Narayana sei diese Gabe dargebracht. Om, Madhava sei diese Gabe dargebracht.
4. Ganesha um einen guten Beginn bitten
Sprich den Vers der Hinwendung zu Ganesha; seine freundliche Gegenwart möge die Hindernisse der Feier beruhigen.
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
Bedeutung: Man meditiere zur Beruhigung aller Hindernisse über den weiß Gewandeten, alldurchdringend, mondfarben, vierarmig und mit freundlichem Antlitz.
5. Den Atem sammeln
Führe das kurze Pranayama des Handbuchs aus: Verschließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch und atme links ein. Verweile kurz ohne Anstrengung. Verschließe dann links mit dem Ringfinger und atme rechts aus. Atme rechts ein, verweile kurz und atme links aus. Denke währenddessen an die folgende Formel; ein Zählverhältnis gibt die Quelle nicht vor.
oṃ gaṃ
Bedeutung: Om, Gam: die heilige Keimsilbe Ganapatis.
6. Den Vorsatz bekräftigen
Nimm wenig Wasser in die rechte Hand, sprich den Sankalpa und lass das Wasser anschließend auf sauberen Boden oder in die Auffangschale fließen. Die Quelle erlaubt auch den schlichten deutschen Vorsatz: „Ich werde nun nach meinen Möglichkeiten ein Feueropfer zur Freude Ketus ausführen.“
oṃ mamopātta samasta duritakṣayadvārā śrī parameśvara prītyarthaṃ śrī ketu prasāda siddhyarthaṃ adya śubhadine śubhamuhūrte śrī ketu homakarma yathāśakti kariṣye |
Bedeutung: Om. Zur Freude des höchsten Herrn, durch die Auflösung aller von mir begangenen Verfehlungen, und um den Segen Ketus zu erlangen, werde ich heute, an diesem guten Tag und zu dieser guten Zeit, nach meinen Möglichkeiten das Ketu-Homa ausführen.
7. Wasser segnen und den Ritualplatz besprengen
Stelle das wassergefüllte Kalasha neben die Feuerstelle. Halte die rechte Hand über die Öffnung und sprich die folgende Keimsilbe elfmal. Besprenge danach dich selbst und die Ritualgegenstände einschließlich der Feuerschale mit wenig von diesem Wasser. Dieses Prokshana bereitet alles für die Verehrung vor.
vaṃ
Bedeutung: Vam, die heilige Keimsilbe der Wasserverehrung.
8. Das Feuer entzünden
Für die Agni Pratishthapana lege kleine trockene Kokosstücke, Brennhölzer und etwas Kampfer in das Homa Kunda. Entzünde auf einer geeigneten Halterung ein weiteres kleines Kampferstück an der Lampe und übertrage die Flamme auf das vorbereitete Brennmaterial. Sprich dabei:
oṃ bhūr bhuvaḥ suvar oṃ
Bedeutung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel, Om.
9. Acht Gaben an das Feuer
Sprich den folgenden Weltenruf achtmal. Gib nach jedem svāhā mit dem Opferlöffel eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) in die Flamme. Damit werden genau acht Anfangsgaben dargebracht.
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā
Bedeutung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht.
10. Fünf vorbereitende Darbringungen
Sprich jede der fünf Formeln einmal und bringe bei ihrem svāhā jeweils eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) dar.
oṃ prajāpataye svāhā |
oṃ indrāya svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ somāya svāhā |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā |
Bedeutung: Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Indra sei diese Gabe dargebracht. Agni sei diese Gabe dargebracht. Soma sei diese Gabe dargebracht. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht.
11a. Ganesha ins Feuer einladen
Zeige beide Hände zum Feuer und stelle dir Ganapati darin gegenwärtig vor. Sprich die beiden Formeln der Einladung und der Bitte um Gegenwart:
āvāhito bhava |
sthāpito bhava |
Bedeutung: Sei herbeigerufen. Sei hier gegenwärtig und eingesetzt.
11b. Ganesha Speise anbieten
Bringe eine kleine Gabe Rosinen für Ganapati dar. Bei dieser Feuerverehrung wird eine kleine Portion in die Feuerstelle gegeben; die übrigen bereitgelegten Speisen bleiben außerhalb.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Speise dar.
11c. Elf Gaben an Ganesha
Sprich das Mantra elfmal und bringe jeweils bei svāhā eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) dar. Das Handbuch nennt mindestens elf Wiederholungen; hier werden elf ausgeführt.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ svāhā
Bedeutung: Om, Gam, Verehrung Ganapati; diese Gabe sei dargebracht.
11d. Ganeshas Teilverehrung vollenden
Bringe eine ganze kleine Trockenfrucht, etwa eine Rosine oder Dattel, in das Feuer. Dies ist die Purnahuti des vorbereitenden Ganapati-Teils. Die für das Hauptritual reservierte zweite Frucht bleibt bereitliegen.
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ | pūrṇāhutiṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe die vollständige Gabe dar.
12a. Ketu ins Feuer einladen
Zeige beide Hände zum Feuer, denke an Ketu und lade ihn mit den folgenden Worten ein.
āvāhito bhava |
sthāpito bhava |
Bedeutung: Sei herbeigerufen. Sei hier gegenwärtig und eingesetzt.
12b. Ketu im Gebet betrachten
Sprich das Betrachtungsgebet und vergegenwärtige dir die darin geschilderte Gestalt Ketus.
palāśapuṣpasaṅkāśaṃ tārakāgrahamastakam |
raudraṃ raudrātmakaṃ ghoraṃ taṃ ketuṃ praṇamāmyaham ||
Bedeutung: Ich verneige mich vor Ketu, leuchtend wie eine Palasha-Blüte, dem Haupt unter Sternen und Himmelsmächten, der wild, von Rudras Art und furchtgebietend ist.
13a. Duft darbringen
Die fünf folgenden Dienste bilden die Panchopachara Puja. Bringe eine kleine Prise reines Sandelholzpulver dar. Die kleine stoffliche Gabe gelangt ins Feuer; Lampe und Räucherhalter bleiben außerhalb.
oṃ keṃ ketave namaḥ | gandhaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Duft dar.
13b. Blumen darbringen
Bringe eine kleine Blüte oder einige Blütenblätter dar. Die kleine stoffliche Gabe gelangt ins Feuer; Lampe und Räucherhalter bleiben außerhalb.
oṃ keṃ ketave namaḥ | puṣpaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe eine Blume dar.
13c. Räucherduft darbringen
Entzünde das Räucherwerk und zeige seinen Duft in Richtung des Feuers; stelle es danach in den sicheren Halter.
oṃ keṃ ketave namaḥ | dhūpam āghrāpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich lasse dich Räucherduft empfangen.
13d. Licht darbringen
Zeige die bereits brennende Lampe in Richtung des Feuers und stelle sie wieder sicher ab.
oṃ keṃ ketave namaḥ | dīpaṃ darśayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich zeige das Licht.
13e. Speise darbringen
Bringe eine kleine Portion Rosinen oder Rohrzucker dar. Die kleine stoffliche Gabe gelangt ins Feuer; Lampe und Räucherhalter bleiben außerhalb.
oṃ keṃ ketave namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Speise dar.
14. Die 108 Hauptgaben
Sprich das folgende Mantra 108-mal. Gib bei jedem svāhā entweder eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) oder etwas schwarzen oder weißen Sesam mit einigen Kulthi-Bohnen (Horse Gram, Macrotyloma uniflorum) in das Feuer. Wähle deine Gabe vor Beginn der Reihe und behalte einen ruhigen Rhythmus bei. Das Handbuch nennt mindestens 108 Wiederholungen; für die hier ausgeführte Hauptfassung sind es 108. Jede vollständige Rezitation erhält eine Feuergabe.
oṃ keṃ ketave namaḥ svāhā
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu; diese Gabe sei dargebracht.
15. Das göttliche Gefolge ehren
Bringe einmal Ghee (bzw. Pflanzenöl) oder etwas schwarzen Sesam für die begleitenden Gottheiten, die Parivara-Devatas, dar.
oṃ ketu parivāra devatābhyo namaḥ svāhā
Bedeutung: Om, Verehrung den Gottheiten im Gefolge Ketus; diese Gabe sei dargebracht.
16a. Noch einmal Speise anbieten
Bei dieser Punah Puja bringe eine weitere kleine Portion der bereitgelegten Rosinen oder des Rohrzuckers in das Feuer dar.
oṃ keṃ ketave namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Speise dar.
16b. Das Kampferlicht zeigen
Entzünde ein kleines Stück Kampfer auf dem sicheren Lichthalter. Zeige dieses Licht als Nirajana vor der im Feuer verehrten Gottheit und stelle den Halter anschließend sicher ab.
oṃ keṃ ketave namaḥ | nīrājanaṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe das segnende Licht dar.
17. Sechs Schlussgaben
Sprich jede der sechs Formeln und gib jeweils eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) ins Feuer. In der fünften Formel steht in dieser Handbuchfassung svāhā zweimal; sprich beide Wörter und bringe bei ihrem zweiten svāhā die eine Vishnu-Gabe dar. Die Reihe umfasst insgesamt sechs Gaben.
oṃ bhūḥ svāhā |
oṃ bhuvaḥ svāhā |
oṃ suvaḥ svāhā |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā |
oṃ śrī viṣṇave svāhā svāhā |
oṃ rudrāya svāhā |
Bedeutung: Om, Erde: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Zwischenraum: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Himmel: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht. Om, dem verehrten Vishnu: Svaha, Svaha. Om, Rudra sei diese Gabe dargebracht.
18a. Die Fülle betrachten
Nimm die für den Abschluss reservierte ganze kleine Trockenfrucht zur Hand. Sprich vor ihrer Darbringung das Gebet der Fülle; die Frucht wird erst mit der folgenden Opferformel gegeben.
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
Bedeutung: Om. Jenes ist Fülle; dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man aus der Fülle die Fülle, bleibt allein Fülle.
18b. Die vollständige Gabe darbringen
Bringe nun die ganze kleine Trockenfrucht mit der folgenden Formel in das Feuer. Diese Purnahuti vollendet die Hauptverehrung Ketus.
oṃ keṃ ketave namaḥ svāhā pūrṇāhutiṃ samarpayāmi |
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu; Svaha. Ich bringe die vollständige Gabe dar.
19. Sieben Gaben für Agni
Sprich die folgende Formel siebenmal und bringe jeweils bei svāhā eine kleine Gabe Ghee (bzw. Pflanzenöl) dar. So wird Agni, das siebenzüngige Opferfeuer, geehrt.
oṃ agnaye saptavate svāhā
Bedeutung: Om, Agni, dem siebenzüngigen Feuer, sei diese Gabe dargebracht.
20. Atemsammlung und Meditation
Lege den Löffel sicher ab. Wiederhole das Pranayama aus Schritt 5 mit dem inneren Om Gam: links einatmen, kurz verweilen, rechts ausatmen; rechts einatmen, kurz verweilen, links ausatmen. Schließe dann die Augen und verweile mindestens fünf Minuten in Meditation. Wiederhole dabei innerlich das folgende Hauptmantra. Ein anderer anwesender Mensch kann währenddessen das Feuer im Blick behalten; allein Praktizierende bleiben in sicherem Abstand und aufmerksam für die Feuerstelle.
oṃ keṃ ketave namaḥ
Bedeutung: Om, keṃ, Verehrung Ketu.
21. Die göttliche Gegenwart ins Herz zurücknehmen
Bei dieser Udvasana zeige die Hände zuerst zum Feuer und dann zum Herzen. Stelle dir vor, wie Mahaganapati und Ketu nun in dein Herz zurückkehren. Die Quelle sieht hier keine zusätzliche Rezitationsformel vor.
22. Agni danken
Danke Agni für das Tragen der Gaben. Zeige wieder die Hände zum Feuer und dann zum Herzen und vergegenwärtige dir auch Agni in deinem Inneren.
23. Um Vergebung bitten
Bitte bei dieser Kshama Prarthana um Vergebung für Fehler und Unvollkommenheiten. Denke an Krishna und sprich:
śrī kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa
Bedeutung: Verehrter Krishna, Krishna, Krishna.
24. Die Feier widmen
Überlasse bei diesem Samarpana die Feier und das Gefühl persönlicher Urheberschaft Krishna.
sarvaṃ śrī kṛṣṇārpaṇamastu |
Bedeutung: Alles sei dem verehrten Krishna dargebracht.
25. Frieden wünschen
Sprich den Friedensruf und lass seine dreifache Wiederholung die Feier beschließen.
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ
Bedeutung: Om, Frieden, Frieden, Frieden.
Nachklang und Aufräumen
Nimm dir nach der Feier einen Augenblick, um zwischen notwendiger Veränderung und unruhigem Aktionismus zu unterscheiden. Ein überschaubarer nächster Schritt kann deine Bitte um Führung in den Alltag tragen.
Lass Feuer und Lichter unter Aufsicht ausbrennen. Reinige die Geräte erst nach vollständigem Erkalten. Was ins Feuer gegeben wurde, wird nicht als Speise herausgenommen. Unbenutzte saubere Lebensmittel können weiterverwendet werden; sauberes Restwasser kommt an eine Pflanze. Diese Handhabung ist eine praktische Ergänzung zum liturgischen Abschluss.
Vollständige Rezitationsanhänge
Die Bezeichnungen entsprechen den Handlungsschritten. Stille Handlungen besitzen keinen zusätzlichen Text. Bei Schritt 20 wird zuerst der Atemgang aus Schritt 5 mit oṃ gaṃ wiederholt; danach folgt die dort angegebene Hauptformel. Wiederholungszahlen bleiben im Ablauf angegeben.
IAST
3. Achamana – dreimal Wasser trinken
oṃ keśavāya svāhā |
oṃ nārāyaṇāya svāhā |
oṃ mādhavāya svāhā |
4. Ganesha um einen guten Beginn bitten
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
5. Den Atem sammeln
oṃ gaṃ
6. Den Vorsatz bekräftigen
oṃ mamopātta samasta duritakṣayadvārā śrī parameśvara prītyarthaṃ śrī ketu prasāda siddhyarthaṃ adya śubhadine śubhamuhūrte śrī ketu homakarma yathāśakti kariṣye |
7. Wasser segnen und den Ritualplatz besprengen
vaṃ
8. Das Feuer entzünden
oṃ bhūr bhuvaḥ suvar oṃ
9. Acht Gaben an das Feuer
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā
10. Fünf vorbereitende Darbringungen
oṃ prajāpataye svāhā |
oṃ indrāya svāhā |
oṃ agnaye svāhā |
oṃ somāya svāhā |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā |
11a. Ganesha ins Feuer einladen
āvāhito bhava |
sthāpito bhava |
11b. Ganesha Speise anbieten
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
11c. Elf Gaben an Ganesha
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ svāhā
11d. Ganeshas Teilverehrung vollenden
oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ | pūrṇāhutiṃ samarpayāmi |
12a. Ketu ins Feuer einladen
āvāhito bhava |
sthāpito bhava |
12b. Ketu im Gebet betrachten
palāśapuṣpasaṅkāśaṃ tārakāgrahamastakam |
raudraṃ raudrātmakaṃ ghoraṃ taṃ ketuṃ praṇamāmyaham ||
13a. Duft darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ | gandhaṃ samarpayāmi |
13b. Blumen darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ | puṣpaṃ samarpayāmi |
13c. Räucherduft darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ | dhūpam āghrāpayāmi |
13d. Licht darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ | dīpaṃ darśayāmi |
13e. Speise darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
14. Die 108 Hauptgaben
oṃ keṃ ketave namaḥ svāhā
15. Das göttliche Gefolge ehren
oṃ ketu parivāra devatābhyo namaḥ svāhā
16a. Noch einmal Speise anbieten
oṃ keṃ ketave namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi |
16b. Das Kampferlicht zeigen
oṃ keṃ ketave namaḥ | nīrājanaṃ samarpayāmi |
17. Sechs Schlussgaben
oṃ bhūḥ svāhā |
oṃ bhuvaḥ svāhā |
oṃ suvaḥ svāhā |
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā |
oṃ śrī viṣṇave svāhā svāhā |
oṃ rudrāya svāhā |
18a. Die Fülle betrachten
oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
18b. Die vollständige Gabe darbringen
oṃ keṃ ketave namaḥ svāhā pūrṇāhutiṃ samarpayāmi |
19. Sieben Gaben für Agni
oṃ agnaye saptavate svāhā
20. Atemsammlung und Meditation
oṃ keṃ ketave namaḥ
23. Um Vergebung bitten
śrī kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa
24. Die Feier widmen
sarvaṃ śrī kṛṣṇārpaṇamastu |
25. Frieden wünschen
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ
Devanagari
3. Achamana – dreimal Wasser trinken
ॐ केशवाय स्वाहा ।
ॐ नारायणाय स्वाहा ।
ॐ माधवाय स्वाहा ।
4. Ganesha um einen guten Beginn bitten
शुक्लाम्बरधरं विष्णुं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥
5. Den Atem sammeln
ॐ गं
6. Den Vorsatz bekräftigen
ॐ ममोपात्त समस्त दुरितक्षयद्वारा श्री परमेश्वर प्रीत्यर्थं श्री केतु प्रसाद सिद्ध्यर्थं अद्य शुभदिने शुभमुहूर्ते श्री केतु होमकर्म यथाशक्ति करिष्ये ।
7. Wasser segnen und den Ritualplatz besprengen
वं
8. Das Feuer entzünden
ॐ भूर् भुवः सुवर् ॐ
9. Acht Gaben an das Feuer
ॐ भूर् भुवः सुवः स्वाहा
10. Fünf vorbereitende Darbringungen
ॐ प्रजापतये स्वाहा ।
ॐ इन्द्राय स्वाहा ।
ॐ अग्नये स्वाहा ।
ॐ सोमाय स्वाहा ।
ॐ भूर् भुवः सुवः स्वाहा ।
11a. Ganesha ins Feuer einladen
आवाहितो भव ।
स्थापितो भव ।
11b. Ganesha Speise anbieten
ॐ गं गणपतये नमः । नैवेद्यं समर्पयामि ।
11c. Elf Gaben an Ganesha
ॐ गं गणपतये नमः स्वाहा
11d. Ganeshas Teilverehrung vollenden
ॐ गं गणपतये नमः । पूर्णाहुतिं समर्पयामि ।
12a. Ketu ins Feuer einladen
आवाहितो भव ।
स्थापितो भव ।
12b. Ketu im Gebet betrachten
पलाशपुष्पसङ्काशं तारकाग्रहमस्तकम् ।
रौद्रं रौद्रात्मकं घोरं तं केतुं प्रणमाम्यहम् ॥
13a. Duft darbringen
ॐ कें केतवे नमः । गन्धं समर्पयामि ।
13b. Blumen darbringen
ॐ कें केतवे नमः । पुष्पं समर्पयामि ।
13c. Räucherduft darbringen
ॐ कें केतवे नमः । धूपम् आघ्रापयामि ।
13d. Licht darbringen
ॐ कें केतवे नमः । दीपं दर्शयामि ।
13e. Speise darbringen
ॐ कें केतवे नमः । नैवेद्यं समर्पयामि ।
14. Die 108 Hauptgaben
ॐ कें केतवे नमः स्वाहा
15. Das göttliche Gefolge ehren
ॐ केतु परिवार देवताभ्यो नमः स्वाहा
16a. Noch einmal Speise anbieten
ॐ कें केतवे नमः । नैवेद्यं समर्पयामि ।
16b. Das Kampferlicht zeigen
ॐ कें केतवे नमः । नीराजनं समर्पयामि ।
17. Sechs Schlussgaben
ॐ भूः स्वाहा ।
ॐ भुवः स्वाहा ।
ॐ सुवः स्वाहा ।
ॐ भूर् भुवः सुवः स्वाहा ।
ॐ श्री विष्णवे स्वाहा स्वाहा ।
ॐ रुद्राय स्वाहा ।
18a. Die Fülle betrachten
ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
18b. Die vollständige Gabe darbringen
ॐ कें केतवे नमः स्वाहा पूर्णाहुतिं समर्पयामि ।
19. Sieben Gaben für Agni
ॐ अग्नये सप्तवते स्वाहा
20. Atemsammlung und Meditation
ॐ कें केतवे नमः
23. Um Vergebung bitten
श्री कृष्ण कृष्ण कृष्ण
24. Die Feier widmen
सर्वं श्री कृष्णार्पणमस्तु ।
25. Frieden wünschen
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः
Deutsch
3. Achamana – dreimal Wasser trinken
Om, Keshava sei diese Gabe dargebracht. Om, Narayana sei diese Gabe dargebracht. Om, Madhava sei diese Gabe dargebracht.
4. Ganesha um einen guten Beginn bitten
Man meditiere zur Beruhigung aller Hindernisse über den weiß Gewandeten, alldurchdringend, mondfarben, vierarmig und mit freundlichem Antlitz.
5. Den Atem sammeln
Om, Gam: die heilige Keimsilbe Ganapatis.
6. Den Vorsatz bekräftigen
Om. Zur Freude des höchsten Herrn, durch die Auflösung aller von mir begangenen Verfehlungen, und um den Segen Ketus zu erlangen, werde ich heute, an diesem guten Tag und zu dieser guten Zeit, nach meinen Möglichkeiten das Ketu-Homa ausführen.
7. Wasser segnen und den Ritualplatz besprengen
Vam, die heilige Keimsilbe der Wasserverehrung.
8. Das Feuer entzünden
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel, Om.
9. Acht Gaben an das Feuer
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht.
10. Fünf vorbereitende Darbringungen
Prajapati sei diese Gabe dargebracht. Indra sei diese Gabe dargebracht. Agni sei diese Gabe dargebracht. Soma sei diese Gabe dargebracht. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht.
11a. Ganesha ins Feuer einladen
Sei herbeigerufen. Sei hier gegenwärtig und eingesetzt.
11b. Ganesha Speise anbieten
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe Speise dar.
11c. Elf Gaben an Ganesha
Om, Gam, Verehrung Ganapati; diese Gabe sei dargebracht.
11d. Ganeshas Teilverehrung vollenden
Om, Gam, Verehrung Ganapati. Ich bringe die vollständige Gabe dar.
12a. Ketu ins Feuer einladen
Sei herbeigerufen. Sei hier gegenwärtig und eingesetzt.
12b. Ketu im Gebet betrachten
Ich verneige mich vor Ketu, leuchtend wie eine Palasha-Blüte, dem Haupt unter Sternen und Himmelsmächten, der wild, von Rudras Art und furchtgebietend ist.
13a. Duft darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Duft dar.
13b. Blumen darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe eine Blume dar.
13c. Räucherduft darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich lasse dich Räucherduft empfangen.
13d. Licht darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich zeige das Licht.
13e. Speise darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Speise dar.
14. Die 108 Hauptgaben
Om, keṃ, Verehrung Ketu; diese Gabe sei dargebracht.
15. Das göttliche Gefolge ehren
Om, Verehrung den Gottheiten im Gefolge Ketus; diese Gabe sei dargebracht.
16a. Noch einmal Speise anbieten
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe Speise dar.
16b. Das Kampferlicht zeigen
Om, keṃ, Verehrung Ketu. Ich bringe das segnende Licht dar.
17. Sechs Schlussgaben
Om, Erde: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Zwischenraum: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Himmel: Diese Gabe sei dargebracht. Om, Erde, Zwischenraum und Himmel: Diese Gabe sei dargebracht. Om, dem verehrten Vishnu: Svaha, Svaha. Om, Rudra sei diese Gabe dargebracht.
18a. Die Fülle betrachten
Om. Jenes ist Fülle; dieses ist Fülle. Aus der Fülle geht Fülle hervor. Nimmt man aus der Fülle die Fülle, bleibt allein Fülle.
18b. Die vollständige Gabe darbringen
Om, keṃ, Verehrung Ketu; Svaha. Ich bringe die vollständige Gabe dar.
19. Sieben Gaben für Agni
Om, Agni, dem siebenzüngigen Feuer, sei diese Gabe dargebracht.
20. Atemsammlung und Meditation
Om, keṃ, Verehrung Ketu.
23. Um Vergebung bitten
Verehrter Krishna, Krishna, Krishna.
24. Die Feier widmen
Alles sei dem verehrten Krishna dargebracht.
25. Frieden wünschen
Om, Frieden, Frieden, Frieden.
Quellen und verwandte Themen
- Sadhguru Anil / Nityagni: Sri Ketu Homa – Basic Procedure (Laghu), S. 1–6; vollständiger Grundablauf, Schritte 1–25.
- Nityagni – Homa-Unterricht und Handbücher.
- Siehe auch: Homa, Ketu, Navagraha, Agni.
Die Hauptfassung verwendet die erste, vollständig angegebene Ganapati- und Hauptmantra-Option des Handbuchs. Die sechs Schlussgaben einschließlich der gedruckten doppelten svāhā-Formel bei Vishnu bleiben erhalten; die doppelte Silbenfolge begründet keine siebte Gabe. Die getrennten Zahlenschemata für größere Graha-Übungsfolgen am Ende des Handbuchs gehören nicht zum hier ausgeführten Grundritual. Sanskrit-Umschrift und Devanagari geben dieselben ausgewählten Rezitationen wieder.
Video und Seminare
Sukadev erläutert Homa, die Verehrung mit dem heiligen Feuer.
Hinduistische Rituale
- 20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti
Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…- Vani Devi Beldzik
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
Bhakti Yoga
- 15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen
Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…- Shankara Stefan Maune, Sven Helbig
- 01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert
Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr- Aleah Gandarvika