Hormonspiegel

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Der Hormonspiegel ergibt sich aus den Werten der Hormonmenge, die im menschlichen Körper erzeugt werden. Das weibliche Hormonsystem wird in einem komplexen, vernetzten Mechanismus von verschiedenen Drüsen gesteuert. Der Hypothalamus ist der übergeordnete Teil des Gehirns, der unter anderem durch äußere Reize zur Produktion von Hormonen veranlasst wird. Er kommuniziert mit der Hypophyse. Die Hypophyse ist die Hirnanhangsdrüse in der Mitte des Kopfes. Sie schüttet Steuerhormone aus, die die Geschlechtsdrüsen stimulieren. FSH und LH wirken auf die Eierstöcke und veranlassen die Reifung einer Eizelle. LH veranlasst auch die Bildung des Gelbkörpers nach dem Eisprung aus der leeren Eihülle. Im Folikel werden Estrogene gebildet, im Gelbkörper entsteht Progesteron. In den Wechseljahren werden oft Gestagenpräparate verabreicht, da diese keine Folikel mehr reifen lassen. Das löst eine negative Rückkopplung aus und senkt den LH- und den FSH-Spiegel. Die Schilddrüse wirkt unmittelbar auf die Eierstöcke, da die Steuerhormone für die Schilddrüse auch Enfluss auf die Steuerhormone der Geschlechtshormone haben. Die Nebennieren produzieren eine geringe Menge an Estrogenen.

Körperliche Veränderungen bei sinkendem Hormonspiegel

  • Veränderung der Figur
  • Fetteinlagerung
  • Erschlaffung des Bindegewebes
  • Veränderungen der Haut
  • trockene Haut
  • Hautjucken
  • Rückbildung der urogenitalen Schleimhäute
  • Austrocknung der Schleimhäute
  • Scheidenjucken
  • Arteriosklerose (Fettablagerung in den Arterien)
  • Osteoporose (Abnahme der Knochendichte)
  • Veränderungen des Haares
  • Haarausfall
  • Veränderungen der Nägel und des Zahfleisches
  • Herzrasen
  • Gelenkschmerzen
  • Migräne
  • Schlafstörungen

Haarausfall

Ein Haar wächst drei bis fünf Jahre. Dann ruht die Haarwurzel circa zwei Wochen. Danach wird das Haar abgestoßen, und die Haarwurzel ruht drei bis vier Monate lang. Eine Haarwurzel kann diesen Zyklus fünfzehn bis siebzehn Mal durchlaufen, dann stirbt die Haarwurzel endgültig ab. Jeder Erwachsene hat zwischen 100.000 und 150.00 Kopfhaare. Ein einzelnes Haar wächst pro Tag 0,3 bis 0,4 Millimeter. Das Gelkörperhormon Cyproteronacetat hemmt die Produktion von Testosteron und wirkt gegen hormonellbedingten Haarausfall. Progestron und Ostriol fördern den Haarwuchs.

Herzbeschwerden

Bei Östrogenmangel kann eine Frau Herzrasen, Herzstolpern und auch Herzbeklemmungen bekommen. Studien haben ergeben, dass Hormonbehandlungen keinen positiven Effekt bei Herzkreislauferkrankungen haben. Der Nachweis der Wirksamkeit natürlicher Phytohormone ist schwierig - die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass es eine positive Wirkung gibt. Bei Herbeschwerden helfen natürliche Mittel wie Weißdorn, Herzgespann, Kaltwasserfische, Sanddorn, Walnüsse oder Traubensilberkerze.

Migräne

Unter Östrogenmangel werden zwei Eiweiße ausgeschüttet: artriales natriuretisches Peptid und Neuropaptid Y. Eiweiße kontrollieren die Blutgefäße und die Schmerzen im Körper. Hier können folgende Heilpflanzen helfen: Chili/Peperoni, Honigklee/Steinklee, Quendel, Thymian.

Osteoporose

Östrogene hemmen den Knochenabbau. Die Osteoklastenaktivität wird durch SERMS (Selective Estrogen Receptor Modulators) gehemmt. Pflanzliche SERMS sind Cimicifuga racemosa L., Ranunculaceae Cimicifuga, Traubensilberkerze.

Geistige/seelische Veränderungen bei sinkendem Hormonspiegel

  • Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Emotionale Instabilität
  • Labilität
  • Innere Orientierungslosigkeit
  • Hilflosigkeit
  • Gefühl, ausgeliefert zu sein
  • Mattigkeit
  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Abnehmende Libido
  • Veränderte Wahrnehmung
  • Gedächtnisveränderung
  • Verändertes Denkvermögen
  • Neuverkabelung der Schläfenlappen
  • Gefühl der Wertlosigkeit
  • Gefühl des Bedeutungsverlustes
  • Depression
  • Beklemmung
  • Angst
  • Panik
  • Apathie

Veränderung der Leistungsfähigkeit

Mit dem Alter ist das Erfahrungswissen der groß, die intuitive Wahrnehmungsfähigkeit wird stärker und die Frau kann das Ganze einfacher erfassen. Sie kann die Konsequenzen einer Sache leichter einschätzen. Die Unterscheidungskraft (Viveka) wird stärker und die Leidenschaftslosigkeit (Vairagya) auch. Das Reaktionsvermögen baut auf einer breiten, veränderten Basis. Die wichtigste Aufgabe einer Frau ist dann, Vertrauen in ihre eigene Intuition zu entwickeln.

Seelische Veräderungen - Neuorientierung

Die hormonelle Umstellung ist eine gewaltige Veränderung. Und jede Veränderung macht Angst. Letztlich geht es um die Angst vor dem Tod. Die gesellschaftlichen Bilder und Rollenklischees führen zu zusätzlichen Belastungen. Die Orientierungslosigkeit, die mit den hormonellen Veränderungen kommt, bedeutet aber auch Freiheit von alten Mustern. Es geht mehr denn je darum, die Ruhe zu bewahren, dem Körper die Unterstützung zu geben, die er braucht. Und es ist wichtig, die Neuorientierung rechtzeitig zu planen.

Hitzewallungen - Abwärme des Transformationsprozesses

Jede Energie-Umwandlung ist mit der Entwicklung von Abwärme verbunden. Je einfacher der Umwandlungsprozess verläuft, umso weniger Abwärme entsteht. Die besten Bedingungen für die optimale Transformation sind, wenn man über die Vorgänge in seinem Körper und in seiner Seele Bescheid weiß, wenn man seine Lebensgewohnheiten an diesen Prozess anpasst und Techniken nutzt, die den Energiefluss optimal steuern.

Puppenruhe und Schmetterling

Mit sinkendem Östrogenspiegel nimmt auch die Libido ab. Die Abnahme der Libido bringt mehr Ruhe mit sich, und das fördert wiederum die Transformation. Die Reproduktion erfordert keine Energie mehr, die Reproduktionsenergien werden frei. Diese Energie kann nun auf anderen Wege geleitet werden, um die Kreativität zu steigern, um die Lebensqualität zu verbessern, um sich um seine Gesundheit zu kümmern und um spirituelle Kraft zu entwickeln.

Krankheitsbilder und ihre Bedeutung

Die Nebennieren

Die Nebennieren sorgen für einen stabilen Mineralhaushalt, sie sorgen dafür, dass man angemessen auf Stress reagiert. Die Nebennieren steuern auch die Immunreaktionen und passen den Stoffwechsel an die jeweilige Gegebenheit an. Wenn die Funktion der Nebennieren gestört ist, ist das Denken beeinträchtigt, man leidet unter Schlaflosigkeit, ist häufig unterzuckert (Hypoglykämie). Man ist stärker für Infektionen anfällig, für Depression, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen und hat ein gesteigertes Bedürfnis nach Süßigkeiten.

Die Nebennieren produzieren bei Frauen zu etwa 7/10 das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) und Prasteron. DHEA wird zu 3/10 in den Eierstöcken produziert. DHEA ist das am häufigsten vorkommende Steroidhormon des Menschen und ist sowohl für Androgene als auch für Estrogene die Vorstufe. DHEA wirkt einer Immunschwäche entegegen, stimuliert und unterstützt die Knochenneubildung, verbessert den Zustand der Herzkranzgefäße, vermindert den LDL-Cholesterinspiegel, stärkt die Vitalität und die Erholung des Körpers, steigert Stressresistenz, reduziert PMS-Syndrome. Um die Funktion der Nebennieren gut aufrecht zu erhalten, hilft Sibirischer Ginseng. Er enthält Pregnenolon, einen Vorläufer des DHEA. Lakritzwurzel (Süßholz) enthält Phytohormone mit ähnlichen Eigenschaften wie das Kortisol.

Östrogenbedingter Brustkrebs

Es gibt drei Arten von Östrogen: (1) Östron (Estron E1) wird in signifikanten Mengen im Körperfett gebildet. (2) Östradiol (Estradiol E2) fördert das Wachstum von Eierstöcken und der Gebärmutter. Die Durchblutung wird angeregt. (3) Östriol (Estriol E3) senkt nach einigen Untersuchungen das Brustkrebsrisiko. Eine relative Östrogendominanz erzeugt oft die gleichen Symptome wie Östrogenmangel , vielleicht weil sie eher dem Ungleichgewicht als dem Mangel zugeschrieben werden.

Bei einer relativen Östrogendominanz können Frauen in den Wechseljahren folgenden Symptome aufweisen:

  • Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • Stimmungsschwankungen
  • Leichte Hitzewallungen
  • Schweissausbrüche
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Eierstockcysten
  • mangelnde Libido
  • Geschwollene Brüste
  • Dicker Bauch
  • Gewichtszunahme
  • Vor der Periode: Gewichtszunahme
  • Schmerzen bei der Periode
  • Kürzere Menstruationszyklen
  • Stärkere Menstruation
  • Schwächere Menstruation
  • Teilweise lange Blutungsdauer
  • Zwischenblutungen
  • Schmierblutungen
  • Heißhunger auf Süßes

Der Progesteronspiegel sinkt vor dem Östrogenspiegel. Es gibt eine Behandlung mit Phytohormonen, die ähnlich wie Progesteron wirken. Insbesondere spielen folgende Pflanzen hierbei eine wichtige Rolle: Mönchspfeffer, Schafgarbe, Frauenmantel, Wilder Yams, Bockshornklee.

Myome

Myome sind gutartige Tumore aus Muskelfasern und Bindegewebe. Myome treten sehr häufig auf. Ungefähr 1/4 der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter haben Myome. Bei einem Östrogen-Progesteron-Ungleichgewicht mit relativer Östrogendominanz wird das Myomwachstum begünstigt. Viele Myome bleiben ohn Beschwerden. Die Art und Intensität der Beschwerden hängt von der Größe, Lage und Anzahl der Myome ab. Typische Beschwerden bei Myomen sind verlängerte und bedonders starke Monatsblutungen, Unterleibsschmerzen oder Rückenschmerzen, Verstopfung oder Blasenfunktionsstörungen. Hormonyoga gleicht das gesamte Hormonsystem der Frau aus. Bei kleinen Myomen kann Hormonyoga helfen. Es ist allerdings wichtig, dass eine Ärztin das Ganze überwacht. Bei großen Myomen sollte man allerdings lieber kein Hormonyoga praktizieren.

Cysten

Cysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume. Cysten sind Eibläschen (Follikel), die beim Eisprung nicht normal platzen. Cysten können auch direkt aus Eierstockgewebe entstehen, das sich vergrößert und wuchert (geschwulstige Cysten). Die meisten Cysten sind gutartig. Cysten verursachen oft gar keine Beschwerden. Störungen im Monatszyklus können allerdings auftreten, ungewöhnliche Schmerzen und ein ungewöhnliches Druckgefühl im Bauch können sich ebenfalls einstellen.

Unfruchtbarkeit

Eine Ursache für Unfruchtbarkeit kann anovulatorischer Zyklus ohne Eisprung sein. Ohne Eisprung entsteht auch kein Gelbkörper und dadurch auch kaum Progesteron. Relative Östrogendominanz löst ebenfalls die Unfruchtbarkeit aus. Progesteronmangel kann anovulatorische Zyklen fördern, und der negative Kreislauf kann beginnen. Bei anovulatorischen Zyklen können sich Cysten entwickeln. Cysten können die Östrogendominanz verstärken. Zu Beginn der Wechseljahre sind anovulatorische Zyklen normal. Hormonyoga aktiviert das gesamte weibliche Hormonsystem. Hormonyoga hilft, zu sich selbst zu kommen, die Veränderungen des Lebens anzunehmen, die eigene Entwicklung voranzutreiben und selbstbestimmt neue Wege zu gehen. Hormonyoga hilft, Besschwerden abzumildern und Verständnis für andere zu entwickeln. Es hilft, die Welt um sich herum positiv zu gestalten und Zugang zu den eigenen spirituellen Kräften zu bekommen.

Siehe auch

Literatur

  • Shivapriya Große-Lohmann und Amba Popiel-Hoffmann: „Schmetterlinge fliegen wieder“
  • Hormonyoga - Energien transformieren, CD von Yoga Vidya
  • Dinah Rodrigues - Hormonyoga
  • Northrup, Christiane (2010):Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Goldmann Verlag. ISBN-10: 3442219078
  • Rodriques, Dinah (2005): Hormon-Yoga. Das Standardwerk zur hormonellen Balance in den Wechseljahren. Schirner Verlag. ISBN-10: 3843402205.
  • Schostak, Monika (2011): Praxisbuch Hormon-Yoga - nach Dinah Rodrigues. Schirner Verlag. ISBN-10: 3843410046.

Weblinks

Seminare zum Thema Hormonyoga