Darshana Upanishad: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Darshana Upanishad''' ist eine [[Yoga]]-[[Upanishad]], in der u.a. ausführlich die [[Nadi]]s erklärt werden. Der Inhalt gleicht stark dem des [[Yoga Sutra]]. | '''Darshana Upanishad''' (Sanskrit दर्शनोपनिषद् darśanopaniṣad f.) ist eine [[Yoga]]-[[Upanishad]], in der u.a. ausführlich die [[Nadi]]s erklärt werden. Der Inhalt gleicht stark dem des [[Yoga Sutra]]. | ||
Die '''Darshana Upanishad''', auch [[Jabala Darshana Upanishad]] oder Yoga Darshana Upanishad genannt, gehört zu den [[Yoga Upanishaden]] des [[Samaveda]]. In der traditionellen Liste der 108 Upanishaden des [[Muktika Upanishad|Muktika-Kanons]] steht sie an 90. Stelle. Sie ist als Lehrgespräch zwischen [[Dattatreya]] und seinem Schüler Sankriti gestaltet und beschreibt den vollständigen Weg des achtgliedrigen Yoga zur Erkenntnis des [[Atman]]. | |||
Ihre zehn Khandas behandeln [[Yama]], [[Niyama]], [[Asana]], [[Pranayama]], [[Pratyahara]], [[Dharana]], [[Dhyana]] und [[Samadhi]]. Besonders ausführlich sind die jeweils zehn Yamas und Niyamas, neun Asanas, die Lehre von 72.000 Nadis und vierzehn Hauptnadis, die zehn Vayus, [[Kundalini]], die inneren Pilgerstätten, Nadi-Reinigung, Atemlenkung und die nichtduale Erkenntnis von [[Jivatman]] und [[Paramatman]]. Die hier verwendete vollständige Sanskritfassung umfasst 224 nummerierte Verse in zehn Khandas; anderslautende moderne Verszahlen beruhen auf abweichenden Zählungen oder Fehlern. | |||
Die Schrift verbindet das Achtgliederschema des [[Yoga Sutra]] mit Elementen, die später im [[Hatha Yoga]] wichtig werden. Dadurch steht sie in enger Beziehung zur [[Shandilya Upanishad]], [[Yoga Tattva Upanishad]], [[Yoga Shikha Upanishad]], [[Yoga Kundalini Upanishad]] sowie zu späteren Werken wie [[Goraksha Shataka]], [[Yoga Bija]] und [[Hatha Yoga Pradipika]]. Ihre genaue Datierung ist unsicher; sie gehört zur späteren, praxisorientierten Schicht der Upanishaden. | |||
Für heutige Yoga-Aspiranten liegt ihre wichtigste Botschaft in der Einheit von Ethik, Körperpraxis, Atem, Meditation und Selbsterkenntnis. Yoga beginnt mit [[Ahimsa]], Wahrhaftigkeit, Mitgefühl, Mäßigung und innerer Reinheit. Der eigene Körper wird zur inneren Pilgerstätte, doch das Ziel liegt jenseits aller Technik: in der Erkenntnis, dass der Atman das eine, unvergängliche Brahman ist. Fortgeschrittene Atemhalte- und Drucktechniken sind historische Lehrinhalte und sollten nicht ohne qualifizierte persönliche Anleitung praktiziert werden. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p848_Das-Yoga-Lexikon/ ''Das Yoga-Lexikon'' von Huchzermeyer, Wilfried] | *[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p848_Das-Yoga-Lexikon/ ''Das Yoga-Lexikon'' von Huchzermeyer, Wilfried] | ||
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Version vom 27. August 2026, 16:31 Uhr
Darshana Upanishad (Sanskrit दर्शनोपनिषद् darśanopaniṣad f.) ist eine Yoga-Upanishad, in der u.a. ausführlich die Nadis erklärt werden. Der Inhalt gleicht stark dem des Yoga Sutra.
Die Darshana Upanishad, auch Jabala Darshana Upanishad oder Yoga Darshana Upanishad genannt, gehört zu den Yoga Upanishaden des Samaveda. In der traditionellen Liste der 108 Upanishaden des Muktika-Kanons steht sie an 90. Stelle. Sie ist als Lehrgespräch zwischen Dattatreya und seinem Schüler Sankriti gestaltet und beschreibt den vollständigen Weg des achtgliedrigen Yoga zur Erkenntnis des Atman.
Ihre zehn Khandas behandeln Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Besonders ausführlich sind die jeweils zehn Yamas und Niyamas, neun Asanas, die Lehre von 72.000 Nadis und vierzehn Hauptnadis, die zehn Vayus, Kundalini, die inneren Pilgerstätten, Nadi-Reinigung, Atemlenkung und die nichtduale Erkenntnis von Jivatman und Paramatman. Die hier verwendete vollständige Sanskritfassung umfasst 224 nummerierte Verse in zehn Khandas; anderslautende moderne Verszahlen beruhen auf abweichenden Zählungen oder Fehlern.
Die Schrift verbindet das Achtgliederschema des Yoga Sutra mit Elementen, die später im Hatha Yoga wichtig werden. Dadurch steht sie in enger Beziehung zur Shandilya Upanishad, Yoga Tattva Upanishad, Yoga Shikha Upanishad, Yoga Kundalini Upanishad sowie zu späteren Werken wie Goraksha Shataka, Yoga Bija und Hatha Yoga Pradipika. Ihre genaue Datierung ist unsicher; sie gehört zur späteren, praxisorientierten Schicht der Upanishaden.
Für heutige Yoga-Aspiranten liegt ihre wichtigste Botschaft in der Einheit von Ethik, Körperpraxis, Atem, Meditation und Selbsterkenntnis. Yoga beginnt mit Ahimsa, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl, Mäßigung und innerer Reinheit. Der eigene Körper wird zur inneren Pilgerstätte, doch das Ziel liegt jenseits aller Technik: in der Erkenntnis, dass der Atman das eine, unvergängliche Brahman ist. Fortgeschrittene Atemhalte- und Drucktechniken sind historische Lehrinhalte und sollten nicht ohne qualifizierte persönliche Anleitung praktiziert werden.