Yajurveda Upakarma – jährliche Erneuerung des vedischen Lernens in der Shri-Vaishnava-Tradition

Aus Yogawiki

Yajurveda Upakarma – jährliche Erneuerung des vedischen Lernens in der Shri-Vaishnava-Tradition. Yajurveda Upakarma eröffnet das neue Jahr des vedischen Lernens: Die Teilnehmenden bekennen Versäumnisse, erneuern die heilige Schnur und danken den Sehern, denen sie ihre Überlieferung verdanken. Den eigentlichen Neubeginn bildet die gemeinsame Rezitation der vier Veda-Anfänge und des Purusha Sukta. So erhält der Vorsatz, wieder aufmerksam zu lernen, unmittelbar eine erste Handlung.

Diese Fassung gehört zur Shri-Vaishnava-Tradition des Yajurveda. Sie folgt dem Yajur Veda Upakarma Prayoga von Srirama Ramanujachari. Die Lehrerverehrung wird hier nach der im Handbuch zuerst genannten Tengalai-Linie ausgeführt; die jährliche Feier wird auch Avani Avittam genannt.

Vorbereitung

Die Feier findet am für die örtliche Yajurveda-Schule festgelegten Vollmond im Monat Shravana statt. Ein kalenderkundiger Lehrer bestimmt das Datum; regional können Kalenderregeln zu unterschiedlichen Tagen führen. Die Teilnahme setzt in dieser traditionellen Form Upanayana und Unterweisung in der vedischen Rezitation voraus. Meist leitet ein Acharya eine Lerngruppe in einem Tempelraum, einer Pathashala oder einem Haus. Wer bereits sicher eingewiesen ist, kann den persönlichen Teil zu Hause ausführen.

Vor Beginn werden das morgendliche Bad und die gewöhnlichen Tagespflichten erledigt. Die folgende Jahresfeier beginnt mit der Lehrerverehrung und enthält ihre eigenen Wasserschlucke, Vorsätze, Schnurwechsel, Wassergaben und den vollständigen vorgesehenen Rezitationsteil. Bereite einen sauberen Sitz, Trinkwasser, Gefäß und Löffel, eine große Auffangschale, Kusha-Gras und Grasringe, Reis und etwas Sesam sowie eine neue heilige Schnur vor. Ein verheirateter Haushälter hält nach dieser Fassung zwei neue Schnüre bereit. Für den Sankalpa werden der eigene Name, der Ort und das Datum vorbereitet. Die vedischen Tonhöhen werden mündlich gelernt; hier stehen die Mantras ohne Tonzeichen.

Die hier gewählte Tengalai-Fassung verwendet den kurzen Hauptvorsatz. In dieser Linie wird die lange Aufzählung von Verfehlungen nach der ausdrücklichen Erläuterung des Handbuchs gewöhnlich ausgelassen: Die Besinnung richtet sich auf Prapatti, die vertrauensvolle Hingabe an Narayana und seine Gnade. Das Handbuch nennt nach dem abgeschlossenen Hauptablauf zusätzlich eine örtlich gepflegte Abhyudaya-Shraddha und Punyaha; diese können gesonderte Feiern begleiten. Der hier ausgeführte Hauptteil reicht von der Lehrerverehrung bis zur Widmung.

Durchführung

1. Die Lehrerlinie ehren
Sitze nach Osten und lege die Hände zum Anjali zusammen. Vergegenwärtige deinen eigenen Lehrer innerhalb der Guru Parampara.

śrīśaileśadayāpātraṃ dhībhaktyādiguṇārṇavam | yatīndrapravaṇaṃ vande ramyajāmātaraṃ munim ||

Übersetzung: Ich verehre den Weisen Manavala Mamuni, Gefäß der Gnade Shrishaileshas, Meer der Eigenschaften Einsicht und Hingabe, der dem Herrn der Asketen Ramanuja zugewandt ist.

lakṣmīnāthasamārambhāṃ nāthayāmunamadhyamām | asmadācāryaparyantāṃ vande guruparamparām ||

Übersetzung: Ich verehre die Lehrerfolge, die mit Lakshmis Herrn beginnt, durch Nathamuni und Yamunacharya führt und bis zu unserem eigenen Lehrer reicht.

yo nityam acyutapadāmbujayugmarukmavyāmohas taditarāṇi tṛṇāya mene |
asmadguror bhagavato 'sya dayaikasindhoḥ rāmānujasya caraṇau śaraṇaṃ prapadye ||

Übersetzung: Ich nehme Zuflucht zu den Füßen Ramanujas, unseres ehrwürdigen Lehrers, des Meeres des Erbarmens. Stets den beiden goldenen Lotosfüßen Achyutas hingegeben, achtete er alles andere wie einen Grashalm.

2. Versäumtes Lernen anerkennen
Bereite die persönlichen Angaben des Sankalpa vor der Feier mit der kundigen Leitung vor. In den eckigen Klammern stehen auszufüllende Orts- und Kalenderangaben, keine mitzusprechenden Wörter. Der Jahresname gehört zum sechzigjährigen Zyklus; Sonnenhalbjahr, Jahreszeit, Monat, Wochentag und Mondhaus werden aus dem örtlichen Panchanga übernommen. Die geografische Einordnung folgt der eigenen Lehrerüberlieferung. Sprich dann die vollständige Einleitung und den Japa-Vorsatz:

hariḥ oṃ tat sat | śrī govinda govinda govinda |
asya śrībhagavato mahāpuruṣasya viṣṇor ājñayā pravartamānasya adya brahmaṇo dvitīyaparārdhe śrīśvetavarāhakalpe vaivasvatamanvantare kaliyuge prathamapāde |
[Weltregion] dvīpe [Landregion] varṣe [Landesteil] khaṇḍe [Land] deśe [Stadt] mahānagaryantargate |
asmin vartamānānāṃ vyāvahārikāṇāṃ prabhavādiṣaṣṭisaṃvatsarāṇāṃ madhye [Jahresname] nāma saṃvatsare [Sonnenhalbjahr] ayane [Jahreszeit] ṛtau [Monat] māse śuklapakṣe paurṇamāsyāṃ śubhatithau [Wochentag] vāsarayuktāyāṃ [Mondhaus] nakṣatrayuktāyām |
śrīviṣṇuyoge śrīviṣṇukaraṇe śubhayoge śubhakaraṇe sakalagrahaguṇaviśeṣaṇaviśiṣṭāyāṃ bhagavadājñayā bhagavatkaiṅkaryarūpam |

Übersetzung: Hari Om Tat Sat. Govinda, Govinda, Govinda. Auf Geheiß Vishnus, des erhabenen großen Wesens, in der gegenwärtigen Zeit: in der zweiten Hälfte der Lebenszeit Brahmas, im Weltzeitalter des weißen Ebers, im Manvantara Vaivasvatas, im ersten Abschnitt des Kali Yuga; in der genannten Weltregion, Landregion, im genannten Landesteil, Land und in der genannten Stadt; unter den gegenwärtig im Gebrauch befindlichen sechzig Jahren, die mit Prabhava beginnen, im Jahr mit dem angegebenen Namen, im genannten Sonnenhalbjahr, in der genannten Jahreszeit und im genannten Monat, in der hellen Monatshälfte, am glückverheißenden Vollmondtag, verbunden mit dem genannten Wochentag und Mondhaus; unter Vishnus Yoga und Karana, unter glückverheißendem Yoga und Karana und den besonderen Eigenschaften aller Himmelskörper: auf Geheiß des Herrn und als Dienst an ihm. Die kosmischen Zeitnamen gehören zur traditionellen religiösen Verortung des Handelns; die örtlichen Angaben werden für die konkrete Feier eingesetzt.

taiṣyāṃ paurṇamāsyām adhyāyotsarjanākaraṇaprāyaścittārtham aṣṭottaraśatasaṃkhyayā kāmo 'karṣīn manyur akarṣīt iti mahāmantrajapaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Zur Bereinigung des unterlassenen Abschlusses des Veda-Lernens am Vollmond des Monats Taishya werde ich den großen Mantra „Begehren hat mich dazu gebracht; Zorn hat mich dazu gebracht“ 108-mal wiederholen.

Schließe die Widmung des Handelns an den Herrn an:

bhagavān eva svaniyāmya svarūpasthitipravṛtti svaśeṣataikarasena anenātmanā kartrā svakīyaiś copakaraṇaiḥ svārādhanaikaprayojanāya paramapuruṣaḥ sarvaśeṣī śriyaḥpatiḥ svaśeṣabhūtam idaṃ kāmo 'karṣīn manyur akarṣīt mantrajapakarma svasmai svaprītaye svayam eva kārayati ||

Übersetzung: Der Herr selbst, der unsere Gestalt, unser Bestehen und Wirken lenkt, lässt durch dieses ihm zugehörige Selbst als Handelnden und durch seine eigenen Hilfsmittel dieses Mantra-Japa geschehen. Der höchste Herr, Lakshmis Gemahl, lässt es zu seinem Dienst und zu seiner Freude ausführen.

3. Sich sammeln und Wasser nehmen
Setze dich nach dem Waschen in sauberer Kleidung mit dem Gesicht nach Osten. Nimm beim Achamana mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand. Wasche anschließend die Hand. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht trinken kann, berührt die Lippen mit sauberem Wasser; dies ist eine praktische Anpassung.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

4. Den zweiten Achamana vollziehen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

5. Die Formel 108-mal sprechen
Rezitiere den folgenden Mantra 108-mal. Zähle mit den Fingern oder einer bereitgelegten Japa Mala. Das Bekenntnis benennt Begehren und Zorn als Kräfte, durch die man vom eigenen Vorsatz abgewichen ist.

kāmo 'karṣīn manyur akarṣīn namo namaḥ ||

Übersetzung: Begehren hat mich dazu gebracht; Zorn hat mich dazu gebracht. Verehrung, wieder und wieder.

6. Sich sammeln und Wasser nehmen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

7. Den Jahresvorsatz erneuern
Lege einen Pavitra-Ring an den rechten Ringfinger. Sprich den vollständigen kurzen Hauptvorsatz der hier gewählten Tengalai-Ausführung. Seine einleitenden Worte beziehen sich auf den gerade vollständig genannten Ort und Zeitpunkt.

oṃ pūrvoktaguṇaviśeṣaṇaviśiṣṭāyām asyāṃ śubhatithau bhagavadājñayā bhagavatkaiṅkaryarūpam |
śrāvaṇyāṃ paurṇamāsyām adhyāyana upakarma kariṣye |
tadaṅgaṃ kāṇḍaṛṣitarpaṇaṃ kariṣye | tadaṅgaṃ yajñopavītadhāraṇaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Om. An diesem glückverheißenden Mondtag, der die zuvor genannten besonderen Eigenschaften besitzt, werde ich auf Geheiß des Herrn und als Dienst an ihm am Vollmond des Shravana das Upakarma des vedischen Lernens vollziehen. Als dessen Teil werde ich den Abschnittssehern die Wassergabe darbringen; als dessen Teil werde ich die heilige Schnur anlegen.

Die Worte „kariṣye“ bedeuten „ich werde vollziehen“; jede teilnehmende Person spricht hier den eigenen Vorsatz.

8. Die neue Schnur vorbereiten
Halte die neue Schnur mit der linken Hand über dem Wassergefäß und mit der geöffneten rechten Hand nach oben. Sprich den Vorsatz und dann die Zuordnung des Mantras.

śrautasmārtavihitanityakarmānuṣṭhānayogyatāsiddhyarthaṃ brahmatejo'bhivṛddhyarthaṃ yajñopavītadhāraṇaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Um für die täglichen Pflichten der Shruti und Smriti bereit zu sein und den Glanz des heiligen Wissens zu stärken, werde ich die heilige Schnur anlegen.

yajñopavītadhāraṇamantrasya brahmā ṛṣiḥ | anuṣṭup chandaḥ | vedās trayo devatāḥ | yajñopavītadhāraṇe viniyogaḥ ||

Übersetzung: Beim Mantra für das Anlegen der Schnur ist Brahma der Seher, Anushtubh das Versmaß und die drei Veden die Gottheiten; er wird beim Anlegen der Schnur verwendet.

Berühre bei „Seher“ die Stirn, bei „Versmaß“ den Mund und bei „Gottheiten“ die Brust. Sitze nach Osten oder Norden, in der überlieferten Hockstellung oder einer stabilen angepassten Sitzhaltung. Lege die neue Schnur über die linke Schulter und unter den rechten Arm.

yajñopavītaṃ paramaṃ pavitraṃ prajāpater yat sahajaṃ purastāt |
āyuṣyam agryaṃ pratimuñca śubhraṃ yajñopavītaṃ balam astu tejaḥ ||

Übersetzung: Lege die höchst heilige Schnur an, die einst mit Prajapati geboren wurde: rein, vortrefflich und langes Leben fördernd. Die heilige Schnur sei Kraft und Leuchtkraft.

9. Sich sammeln und Wasser nehmen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

10. Die Haushälterschnur anlegen und die alte abnehmen
Ein Grihastha legt in dieser Fassung mit dem folgenden Vorsatz die zweite neue Schnur an. Ein unverheirateter Schüler geht unmittelbar zum Abnehmen der alten Schnur weiter.

śrautasmārtavihitanityakarmānuṣṭhānayogyatāsiddhyarthaṃ gārhasthyārthaṃ dvitīyayajñopavītadhāraṇaṃ kariṣye ||

Übersetzung: Um die täglichen Pflichten der Shruti und Smriti und meine Haushälterpflichten zu erfüllen, werde ich die zweite heilige Schnur anlegen.

yajñopavītaṃ paramaṃ pavitraṃ prajāpater yat sahajaṃ purastāt |
āyuṣyam agryaṃ pratimuñca śubhraṃ yajñopavītaṃ balam astu tejaḥ ||

Übersetzung: Lege die höchst heilige Schnur an, die einst mit Prajapati geboren wurde: rein, vortrefflich und langes Leben fördernd. Die heilige Schnur sei Kraft und Leuchtkraft.

Nimm anschließend mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser:

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

Jetzt wird die alte Schnur mit folgender Formel abgenommen und in ein separates Gefäß gelegt. Die im Mantra genannte Übergabe ans Wasser wird hier in einer Schale ausgeführt; die Schnur gelangt nicht in ein natürliches Gewässer.

upavītaṃ chinnatantuṃ jīrṇaṃ kaśmaladūṣitam | visṛjāmi jale brahman varco dīrghāyur astu me ||

Übersetzung: Die Schnur mit zerrissenen Fäden, abgetragen und verunreinigt, lege ich ins Wasser ab, o Brahman. Mögen mir Ausstrahlung und langes Leben zuteilwerden.

11. Sich sammeln und Wasser nehmen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

12. Den zweiten Achamana vor den Wassergaben vollziehen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

13. Den Abschnittssehern Wasser geben
Lege den Pavitra-Ring wieder an. Mische etwas Sesam und Reis in das Wasser für die Gaben. Wende dich nach Norden. Trage die Schnur als Nivita um den Hals, halte sie mit den Daumen und forme die Hände zur Schale. Das Wasser wird in einer Auffangschale gesammelt. Bei jeder der ersten sieben Formeln gib dreimal Wasser über die Kleinfingerseite, die Seher-Handstelle.

oṃ prajāpatiṃ kāṇḍarṣiṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke Prajapati als Abschnittsseher mit Wasser.

oṃ somaṃ kāṇḍarṣiṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke Soma als Abschnittsseher mit Wasser.

oṃ agniṃ kāṇḍarṣiṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke Agni als Abschnittsseher mit Wasser.

oṃ viśvān devān kāṇḍarṣīṃs tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke die Allgötter als Abschnittsseher mit Wasser.

oṃ sāṃhitīr devatā upaniṣadas tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke die Samhita-Gottheiten und ihre Upanishads mit Wasser.

oṃ yājñikīr devatā upaniṣadas tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke die Opfergottheiten und ihre Upanishads mit Wasser.

oṃ vāruṇīr devatā upaniṣadas tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke die Varuna-Gottheiten und ihre Upanishads mit Wasser.

Die nächste Gabe fließt über den Handballen, die Brahma-Handstelle.

oṃ brahmāṇaṃ svayambhuvaṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke den aus sich selbst entstandenen Brahma.

Die folgende Gabe fließt über die Fingerspitzen, die Götter-Handstelle. Lege danach die Schnur wieder über die linke Schulter.

oṃ sadasaspatiṃ tarpayāmi |

Übersetzung: Om, ich erquicke den Herrn der Versammlung.

14. Verstorbene Eltern und Ahnen ehren
Nach der Regel dieses Handbuchs führen diesen Abschnitt nur Menschen aus, die bereits einen Elternteil verloren haben. Trage die Schnur über der rechten Schulter als Prachinavita. Gib zu jeder Formel Wasser zwischen Daumen und Zeigefinger, der Ahnen-Handstelle.

somaḥ pitṛmān yamo 'ṅgirasvān agniḥ kavyavāhana ityādayo ye pitaras tān pitṝṃs tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke die Ahnen, angefangen mit Soma, Yama mit den Angiras und Agni als Träger der Ahnengaben.

sarvān pitṝṃs tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke alle Ahnen.

sarvapitṛgaṇāṃs tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke alle Ahnenscharen.

sarvapitṛpatnīs tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke die Gefährtinnen aller Ahnen.

sarvapitṛgaṇapatnīs tarpayāmi |

Übersetzung: Ich erquicke die Gefährtinnen aller Ahnenscharen.

ūrjaṃ vahantīr amṛtaṃ ghṛtaṃ payaḥ kīlālaṃ parisrutaṃ svadhā stha tarpayata me pitṝn | tṛpyata tṛpyata tṛpyata ||

Übersetzung: Ihr Wasser tragt Nahrung, Unsterblichkeit, Ghee, Milch, süßen Trank und reinen Saft. Ihr seid die Ahnengabe; erquickt meine Ahnen. Seid erquickt, seid erquickt, seid erquickt.

Lege die Schnur wieder über die linke Schulter.

15. Sich sammeln und Wasser nehmen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

16. Das Lernen tatsächlich beginnen
Sprich den Vorsatz zum Vedarambha, dem Beginn der Veda-Rezitation, und die Eröffnungsformel.

śrībhagavadājñayā bhagavatkaiṅkaryarūpeṇa śrāvaṇyāṃ paurṇamāsyāṃ svādhyāyopakarma kariṣye | brahmayajñena yakṣye ||

Übersetzung: Auf Geheiß des Herrn und als Dienst an ihm werde ich am Shravana-Vollmond die feierliche Eröffnung des eigenen Schriftstudiums vollziehen. Mit dem Opfer des heiligen Wissens werde ich verehren.

kṛtaṃ ca kariṣyāmi bhagavan nityena bhagavatkaiṅkaryarūpeṇa mahāvibhūticāturātmyā brahmayajñena bhagavantaṃ vāsudevam arcayiṣyāmi ||

Übersetzung: Herr, ich werde tun, was bereits getan worden ist. Durch das tägliche Brahma Yajna, das Dienst am Herrn ist, werde ich den göttlichen Vasudeva in seiner großen Entfaltung und vierfachen Gestalt verehren.

Wasche die Hände mit folgender Formel, führe drei stille kleine Wasserschlucke aus, wische den Mund und wasche die Hände erneut.

vidyud asi vidya me pāpmānam anṛtāt satyam upaimi ||

Übersetzung: Du bist der Blitz; durchbrich meine Verfehlung. Von der Unwahrheit trete ich zur Wahrheit.

Berühre Wasser und dann Kopf mit allen Fingern, Augen mit den Ringfingern, Nase mit den Zeigefingern, Ohren mit den kleinen Fingern und Brust mit der Handfläche. Wasche die Hände. Sitze auf dem vorbereiteten Gras oder Sitz und lege an beide Hände Pavitra-Ringe. Führe dreimal den erlernten Pranayama mit der folgenden Formel aus; bei gesundheitlicher Einschränkung wird ohne Atemanhalten ruhig rezitiert. Lege danach den rechten Fuß über den linken und verschränke die Hände zum Brahmanjali.

oṃ bhūḥ oṃ bhuvaḥ oṃ suvaḥ oṃ mahaḥ oṃ janaḥ oṃ tapaḥ oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt |
oṃ āpo jyotī raso 'mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ suvar oṃ ||

Übersetzung: Om: Erde, Zwischenraum, Himmel, große Welt, Welt der Erzeugung, Welt der Glut und Welt der Wahrheit. Wir meditieren über den erwählenswerten Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen. Wasser, Licht, Saft, Unsterblichkeit und Brahman: Erde, Zwischenraum und Himmel, Om.

17. Gayatri entfalten
Rezitiere die Gayatri in den folgenden vier Formen.

oṃ bhūḥ | tat savitur vareṇyam |
oṃ bhuvaḥ | bhargo devasya dhīmahi |
oṃ suvaḥ | dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ bhūḥ | tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
oṃ bhuvaḥ | dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ suvaḥ | tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ | tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt ||

Übersetzung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den erwählenswerten Glanz des göttlichen Savitar; er möge unsere Einsicht anregen. Der Vers wird zunächst in drei, dann in zwei Abschnitten, anschließend zusammenhängend mit einem Weltenruf und schließlich mit allen drei Weltenrufen gesprochen.

18. Die vier Veda-Anfänge rezitieren
Sprich die vier folgenden, für diesen Beginn festgelegten Rezitationen.

Rigveda
agnim īḷe purohitaṃ yajñasya devam ṛtvijam | hotāraṃ ratnadhātamam ||

Übersetzung: Ich preise Agni, den vorangestellten Priester des Opfers, den göttlichen Ritualpriester, den Darbringer und besten Schenker kostbarer Güter.

Yajurveda
iṣe tvorje tvā vāyavaḥ stha pāyavaḥ stha devo vaḥ savitā prārpayatu śreṣṭhatamāya karmaṇe | ā pyāyadhvam aghniyā devabhāgam ūrjasvatīḥ payasvatīḥ prajāvatīr anamīvā ayakṣmā mā va stena īśata māghaśaṃso rudrasya hetiḥ pari vo vṛṇaktu dhruvā asmin gopatau syāta bahvīr yajamānasya paśūn pāhi ||

Übersetzung: Dich für Nahrung, dich für Kraft. Ihr seid Winde und Beschützer. Savitar möge euch zur vortrefflichsten Handlung antreiben. Gedeiht für den göttlichen Anteil, ihr unantastbaren Kühe, kraftvoll, milchreich, fruchtbar und gesund. Kein Dieb oder Übelwollender beherrsche euch. Rudras Geschoss gehe an euch vorüber. Bleibt zahlreich bei diesem Hüter. Beschütze das Vieh des Opfernden.

Samaveda
agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye | ni hotā satsi barhiṣi ||

Übersetzung: Agni, komme zum Genuss, gepriesen zur Darbringung der Opfergaben. Setze dich als Darbringer auf das Opfergras.

Atharvaveda
śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye | śaṃ yor abhi sravantu naḥ ||

Übersetzung: Die göttlichen Wasser seien uns zum Heil, zur Erfüllung unserer Bitte und zum Trinken. Heil und Linderung mögen sie uns zuströmen lassen.

19. Den kosmischen Menschen besingen
Die Versammlung rezitiert gemeinsam das folgende Purusha Sukta. Die Nummerierung entspricht der 24-teiligen Yajurveda-Fassung des Handbuchs.

śrīgurubhyo namaḥ | hariḥ oṃ ||

Übersetzung: Verehrung den ehrwürdigen Lehrern. Hari Om.

tac chaṃ yor āvṛṇīmahe gātuṃ yajñāya gātuṃ yajñapataye | daivī svastir astu naḥ svastir mānuṣebhyaḥ | ūrdhvaṃ jigātu bheṣajaṃ śaṃ no astu dvipade śaṃ catuṣpade | oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung: Wir erbitten das Heilvolle und die Linderung, den Weg zum Opfer und zum Herrn des Opfers. Göttliches Wohlergehen sei uns und Wohlergehen den Menschen. Das Heilmittel möge kräftig wachsen. Heil sei den Zweibeinern und den Vierbeinern. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

1
sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt | sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā atyatiṣṭhad daśāṅgulam ||

Übersetzung: Tausend Häupter hat der kosmische Mensch, tausend Augen und tausend Füße. Die Erde von allen Seiten umfassend, ragt er noch darüber hinaus.

2
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam | utāmṛtatvasyeśāno yad annenātirohati ||

Übersetzung: Der Purusha ist dies alles: was war und was sein wird. Er ist auch Herr der Unsterblichkeit und dessen, was durch Nahrung wächst.

3
etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca pūruṣaḥ | pādo 'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi ||

Übersetzung: So groß ist seine Herrlichkeit, doch der Purusha ist noch größer. Ein Viertel von ihm sind alle Wesen; drei Viertel sind unsterblich im Himmel.

4
tripād ūrdhva udait puruṣaḥ pādo 'syehābhavat punaḥ | tato viṣvaṅ vyakrāmat sāśanānaśane abhi ||

Übersetzung: Mit drei Vierteln erhob sich der Purusha; ein Viertel entstand hier wieder. Von hier breitete er sich überall aus, über das Essende und das Nichtessende.

5
tasmād virāḍ ajāyata virājo adhi pūruṣaḥ | sa jāto atyaricyata paścād bhūmim atho puraḥ ||

Übersetzung: Aus ihm entstand Viraj, aus Viraj wiederum der Purusha. Geboren, überragte er die Erde nach hinten und nach vorn.

6
yat puruṣeṇa haviṣā devā yajñam atanvata | vasanto asyāsīd ājyaṃ grīṣma idhmaḥ śarad dhaviḥ ||

Übersetzung: Als die Götter mit dem Purusha als Gabe das Opfer ausbreiteten, war der Frühling seine Buttergabe, der Sommer das Brennholz und der Herbst die Opfergabe.

7
saptāsyāsan paridhayas triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ | devā yad yajñaṃ tanvānā abadhnan puruṣaṃ paśum ||

Übersetzung: Sieben waren seine Begrenzungshölzer, dreimal sieben die Opferhölzer. Als die Götter das Opfer ausbreiteten, banden sie den Purusha als Opfertier.

8
taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ | tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye ||

Übersetzung: Sie besprengten auf dem Opfergras diesen zuerst geborenen Purusha als Opfer. Mit ihm opferten die Götter, die Sadhyas und die Seher.

9
tasmād yajñāt sarvahutaḥ sambhṛtaṃ pṛṣadājyam | paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye ||

Übersetzung: Aus diesem allumfassenden Opfer wurde die mit saurer Milch vermischte Butter gesammelt. Daraus schuf er die Tiere der Luft, des Waldes und des Dorfes.

10
tasmād yajñāt sarvahuta ṛcaḥ sāmāni jajñire | chandāṃsi jajñire tasmād yajus tasmād ajāyata ||

Übersetzung: Aus dem allumfassenden Opfer entstanden die Rigverse und Samangesänge, daraus die Versmaße und daraus die Yajus-Formeln.

11
tasmād aśvā ajāyanta ye ke cobhayādataḥ | gāvo ha jajñire tasmāt tasmāj jātā ajāvayaḥ ||

Übersetzung: Daraus entstanden die Pferde und alle Tiere mit zwei Zahnreihen. Daraus entstanden die Kühe, die Ziegen und die Schafe.

12
yat puruṣaṃ vyadadhuḥ katidhā vyakalpayan | mukhaṃ kim asya kau bāhū kā ūrū pādāv ucyete ||

Übersetzung: Als sie den Purusha aufteilten, in wie viele Teile teilten sie ihn? Was wurde sein Mund, was seine Arme, was seine Schenkel, was seine Füße?

13
brāhmaṇo 'sya mukham āsīd bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ | ūrū tad asya yad vaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata ||

Übersetzung: Der Brahmane wurde sein Mund, der königliche Stand seine Arme, der Vaishya seine Schenkel; aus seinen Füßen entstand der Shudra.

14
candramā manaso jātaś cakṣoḥ sūryo ajāyata | mukhād indraś cāgniś ca prāṇād vāyur ajāyata ||

Übersetzung: Aus seinem Geist entstand der Mond, aus seinem Auge die Sonne. Aus seinem Mund entstanden Indra und Agni, aus seinem Atem entstand Vayu.

15
nābhyā āsīd antarikṣaṃ śīrṣṇo dyauḥ samavartata | padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt tathā lokān akalpayan ||

Übersetzung: Aus seinem Nabel entstand der Luftraum, aus seinem Haupt der Himmel, aus seinen Füßen die Erde und aus seinem Gehör die Richtungen. So ordneten sie die Welten.

16
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasas tu pāre | sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīro nāmāni kṛtvābhivadan yad āste ||

Übersetzung: Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Der Weise hat alle Gestalten entfaltet, ihnen Namen gegeben und ist gegenwärtig, sie ansprechend.

17
dhātā purastād yam udājahāra śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ | tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā ayanāya vidyate ||

Übersetzung: Den der Schöpfer am Anfang verkündete und der wissende Shakra in die vier Richtungen: Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.

18
yajñena yajñam ayajanta devās tāni dharmāṇi prathamāny āsan | te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ ||

Übersetzung: Mit dem Opfer verehrten die Götter das Opfer. Dies waren die ersten heiligen Ordnungen. Die Großen erreichten den Himmel, wo die frühen Sadhya-Götter sind.

19
adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca viśvakarmaṇaḥ samavartatādhi | tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti tat puruṣasya viśvam ājānam agre ||

Übersetzung: Aus den Wassern und dem Saft der Erde entstanden, ging er aus Vishvakarman hervor. Tvashtar tritt hervor, seine Gestalt ordnend. Dies war am Anfang die ganze Entstehung des Purusha.

20
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ādityavarṇaṃ tamasaḥ parastāt | tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati nānyaḥ panthā vidyate 'yanāya ||

Übersetzung: Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben jenseits der Dunkelheit. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Kein anderer Weg führt zu diesem Ziel.

21
prajāpatiś carati garbhe antar ajāyamāno bahudhā vijāyate | tasya dhīrāḥ parijānanti yoniṃ marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ ||

Übersetzung: Prajapati bewegt sich im Inneren des Keimes. Ungeboren wird er in vielerlei Gestalt geboren. Die Weisen erkennen seinen Ursprung; die Einsichtigen suchen die Stätte seiner Lichtstrahlen.

22
yo devebhya ātapati yo devānāṃ purohitaḥ | pūrvo yo devebhyo jāto namo rucāya brāhmaye ||

Übersetzung: Dem, der für die Götter leuchtet, der ihr vorangestellter Priester ist, der vor den Göttern geboren wurde: Verehrung dem strahlenden Brahman.

23
rucaṃ brāhmaṃ janayanto devā agre tad abruvan | yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt tasya devā asan vaśe ||

Übersetzung: Als die Götter am Anfang den Glanz des Brahman hervorbrachten, sprachen sie: Wer als Kenner des Brahman dies so weiß, dem sind die göttlichen Kräfte zugewandt.

24
hrīś ca te lakṣmīś ca patnyāv ahorātre pārśve nakṣatrāṇi rūpam aśvinau vyāttam | iṣṭaṃ maniṣāṇāmum maniṣāṇa sarvaṃ maniṣāṇa ||

Übersetzung: Würde und Gedeihen sind deine Gefährtinnen, Tag und Nacht deine Seiten, die Sterne deine Gestalt und die Ashvins dein geöffneter Mund. Gewähre das Erwünschte, gewähre jene Welt, gewähre alles.

Die kosmische Opferdarstellung wird hier ausschließlich rezitiert. Die genannten Tier- und Gesellschaftsbilder schreiben für diese Feier weder ein Tieropfer noch eine unterschiedliche Würde der Teilnehmenden vor.

20. Das Lernen in Wahrhaftigkeit beschließen
Nimm Wasser in die rechte Hand und besprenge damit den Bereich um den Kopf. Sprich anschließend die Verneigung vor dem heiligen Wissen dreimal.

oṃ satyaṃ tapaḥ śraddhāyāṃ juhomi ||

Übersetzung: Om, Wahrheit und geistige Glut bringe ich im Vertrauen dar.

namo brahmaṇe namo 'stv agnaye namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ | namo vāce namo vācaspataye namo viṣṇave bṛhate karomi | oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Brahman, Agni, der Erde und den Pflanzen, der Sprache und ihrem Herrn. Dem großen Vishnu bringe ich Verehrung dar. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

namo brahmaṇe namo 'stv agnaye namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ | namo vāce namo vācaspataye namo viṣṇave bṛhate karomi | oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Brahman, Agni, der Erde und den Pflanzen, der Sprache und ihrem Herrn. Dem großen Vishnu bringe ich Verehrung dar. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

namo brahmaṇe namo 'stv agnaye namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ | namo vāce namo vācaspataye namo viṣṇave bṛhate karomi | oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Brahman, Agni, der Erde und den Pflanzen, der Sprache und ihrem Herrn. Dem großen Vishnu bringe ich Verehrung dar. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

Wasche die Hände mit der folgenden Formel.

vṛṣṭir asi vṛśca me pāpmānam anṛtāt satyam upāgām ||

Übersetzung: Du bist der Regen; schneide meine Verfehlung ab. Von der Unwahrheit bin ich zur Wahrheit gelangt.

21. Sich sammeln und Wasser nehmen
Vollziehe erneut Achamana: Nimm mit jedem der drei Namen einen kleinen Schluck sauberes Wasser aus der rechten Hand und wasche anschließend die Hand. Wenn du die oben erläuterte Anpassung verwendest, berühre wieder nur die Lippen.

oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ ||

Übersetzung: Verehrung dem Unwandelbaren, dem Unendlichen und Govinda, dem Beschützer der Lebewesen.

22. Den Neubeginn widmen
Lass bei der Widmung etwas Wasser aus der rechten Hand in die Auffangschale fließen.

kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt | karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||

Übersetzung: Was ich mit Körper, Sprache, Geist, Sinnen, Verstand oder aus meiner Natur heraus tue, bringe ich ganz dem höchsten Narayana dar.

Abschluss und Bedeutung

Bedanke dich beim Lehrer und vereinbare den nächsten tatsächlichen Lernabschnitt. Eine kleine, regelmäßig eingehaltene Lerneinheit gibt dem Upakarma seinen Sinn. Reinige die Gefäße und verwahre die abgelegte Schnur bis zu ihrer örtlich üblichen, umweltverträglichen Weiterbehandlung. Die neue Schnur erinnert im Alltag an die heute erneuerte Lern- und Lebenspflicht.

Sanskrit in Devanagari

Die Reihenfolge entspricht der Durchführung. Die Lautfolge ist ohne vedische Tonhöhenzeichen wiedergegeben; die mündlich erlernte Rezitationsweise bleibt maßgeblich.

श्रीशैलेशदयापात्रं धीभक्त्यादिगुणार्णवम् । यतीन्द्रप्रवणं वन्दे रम्यजामातरं मुनिम् ॥

लक्ष्मीनाथसमारम्भां नाथयामुनमध्यमाम् । अस्मदाचार्यपर्यन्तां वन्दे गुरुपरम्पराम् ॥

यो नित्यम् अच्युतपदाम्बुजयुग्मरुक्मव्यामोहस् तदितराणि तृणाय मेने ।
अस्मद्गुरोर् भगवतो ऽस्य दयैकसिन्धोः रामानुजस्य चरणौ शरणं प्रपद्ये ॥

हरिः ॐ तत् सत् । श्री गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
अस्य श्रीभगवतो महापुरुषस्य विष्णोर् आज्ञया प्रवर्तमानस्य अद्य ब्रह्मणो द्वितीयपरार्धे श्रीश्वेतवराहकल्पे वैवस्वतमन्वन्तरे कलियुगे प्रथमपादे ।
[Weltregion] द्वीपे [Landregion] वर्षे [Landesteil] खण्डे [Land] देशे [Stadt] महानगर्यन्तर्गते ।
अस्मिन् वर्तमानानां व्यावहारिकाणां प्रभवादिषष्टिसंवत्सराणां मध्ये [Jahresname] नाम संवत्सरे [Sonnenhalbjahr] अयने [Jahreszeit] ऋतौ [Monat] मासे शुक्लपक्षे पौर्णमास्यां शुभतिथौ [Wochentag] वासरयुक्तायां [Mondhaus] नक्षत्रयुक्तायाम् ।
श्रीविष्णुयोगे श्रीविष्णुकरणे शुभयोगे शुभकरणे सकलग्रहगुणविशेषणविशिष्टायां भगवदाज्ञया भगवत्कैङ्कर्यरूपम् ।

तैष्यां पौर्णमास्याम् अध्यायोत्सर्जनाकरणप्रायश्चित्तार्थम् अष्टोत्तरशतसंख्यया कामो ऽकर्षीन् मन्युर् अकर्षीत् इति महामन्त्रजपं करिष्ये ॥

भगवान् एव स्वनियाम्य स्वरूपस्थितिप्रवृत्ति स्वशेषतैकरसेन अनेनात्मना कर्त्रा स्वकीयैश् चोपकरणैः स्वाराधनैकप्रयोजनाय परमपुरुषः सर्वशेषी श्रियःपतिः स्वशेषभूतम् इदं कामो ऽकर्षीन् मन्युर् अकर्षीत् मन्त्रजपकर्म स्वस्मै स्वप्रीतये स्वयम् एव कारयति ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

कामो ऽकर्षीन् मन्युर् अकर्षीन् नमो नमः ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

ॐ पूर्वोक्तगुणविशेषणविशिष्टायाम् अस्यां शुभतिथौ भगवदाज्ञया भगवत्कैङ्कर्यरूपम् ।
श्रावण्यां पौर्णमास्याम् अध्यायन उपकर्म करिष्ये ।
तदङ्गं काण्डऋषितर्पणं करिष्ये । तदङ्गं यज्ञोपवीतधारणं करिष्ये ॥

श्रौतस्मार्तविहितनित्यकर्मानुष्ठानयोग्यतासिद्ध्यर्थं ब्रह्मतेजोऽभिवृद्ध्यर्थं यज्ञोपवीतधारणं करिष्ये ॥

यज्ञोपवीतधारणमन्त्रस्य ब्रह्मा ऋषिः । अनुष्टुप् छन्दः । वेदास् त्रयो देवताः । यज्ञोपवीतधारणे विनियोगः ॥

यज्ञोपवीतं परमं पवित्रं प्रजापतेर् यत् सहजं पुरस्तात् ।
आयुष्यम् अग्र्यं प्रतिमुञ्च शुभ्रं यज्ञोपवीतं बलम् अस्तु तेजः ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

श्रौतस्मार्तविहितनित्यकर्मानुष्ठानयोग्यतासिद्ध्यर्थं गार्हस्थ्यार्थं द्वितीययज्ञोपवीतधारणं करिष्ये ॥

यज्ञोपवीतं परमं पवित्रं प्रजापतेर् यत् सहजं पुरस्तात् ।
आयुष्यम् अग्र्यं प्रतिमुञ्च शुभ्रं यज्ञोपवीतं बलम् अस्तु तेजः ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

उपवीतं छिन्नतन्तुं जीर्णं कश्मलदूषितम् । विसृजामि जले ब्रह्मन् वर्चो दीर्घायुर् अस्तु मे ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

ॐ प्रजापतिं काण्डर्षिं तर्पयामि ।

ॐ सोमं काण्डर्षिं तर्पयामि ।

ॐ अग्निं काण्डर्षिं तर्पयामि ।

ॐ विश्वान् देवान् काण्डर्षींस् तर्पयामि ।

ॐ सांहितीर् देवता उपनिषदस् तर्पयामि ।

ॐ याज्ञिकीर् देवता उपनिषदस् तर्पयामि ।

ॐ वारुणीर् देवता उपनिषदस् तर्पयामि ।

ॐ ब्रह्माणं स्वयम्भुवं तर्पयामि ।

ॐ सदसस्पतिं तर्पयामि ।

सोमः पितृमान् यमो ऽङ्गिरस्वान् अग्निः कव्यवाहन इत्यादयो ये पितरस् तान् पितॄंस् तर्पयामि ।

सर्वान् पितॄंस् तर्पयामि ।

सर्वपितृगणांस् तर्पयामि ।

सर्वपितृपत्नीस् तर्पयामि ।

सर्वपितृगणपत्नीस् तर्पयामि ।

ऊर्जं वहन्तीर् अमृतं घृतं पयः कीलालं परिस्रुतं स्वधा स्थ तर्पयत मे पितॄन् । तृप्यत तृप्यत तृप्यत ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

श्रीभगवदाज्ञया भगवत्कैङ्कर्यरूपेण श्रावण्यां पौर्णमास्यां स्वाध्यायोपकर्म करिष्ये । ब्रह्मयज्ञेन यक्ष्ये ॥

कृतं च करिष्यामि भगवन् नित्येन भगवत्कैङ्कर्यरूपेण महाविभूतिचातुरात्म्या ब्रह्मयज्ञेन भगवन्तं वासुदेवम् अर्चयिष्यामि ॥

विद्युद् असि विद्य मे पाप्मानम् अनृतात् सत्यम् उपैमि ॥

ॐ भूः ॐ भुवः ॐ सुवः ॐ महः ॐ जनः ॐ तपः ॐ सत्यम् ।
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि धियो यो नः प्रचोदयात् ।
ॐ आपो ज्योती रसो ऽमृतं ब्रह्म भूर् भुवः सुवर् ॐ ॥

ॐ भूः । तत् सवितुर् वरेण्यम् ।
ॐ भुवः । भर्गो देवस्य धीमहि ।
ॐ सुवः । धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ भूः । तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
ॐ भुवः । धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ सुवः । तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ भूर् भुवः सुवः । तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि धियो यो नः प्रचोदयात् ॥

Rigveda
अग्निम् ईळे पुरोहितं यज्ञस्य देवम् ऋत्विजम् । होतारं रत्नधातमम् ॥

Yajurveda
इषे त्वोर्जे त्वा वायवः स्थ पायवः स्थ देवो वः सविता प्रार्पयतु श्रेष्ठतमाय कर्मणे । आ प्यायध्वम् अघ्निया देवभागम् ऊर्जस्वतीः पयस्वतीः प्रजावतीर् अनमीवा अयक्ष्मा मा व स्तेन ईशत माघशंसो रुद्रस्य हेतिः परि वो वृणक्तु ध्रुवा अस्मिन् गोपतौ स्यात बह्वीर् यजमानस्य पशून् पाहि ॥

Samaveda
अग्न आ याहि वीतये गृणानो हव्यदातये । नि होता सत्सि बर्हिषि ॥

Atharvaveda
शं नो देवीर् अभिष्टय आपो भवन्तु पीतये । शं योर् अभि स्रवन्तु नः ॥

श्रीगुरुभ्यो नमः । हरिः ॐ ॥

तच् छं योर् आवृणीमहे गातुं यज्ञाय गातुं यज्ञपतये । दैवी स्वस्तिर् अस्तु नः स्वस्तिर् मानुषेभ्यः । ऊर्ध्वं जिगातु भेषजं शं नो अस्तु द्विपदे शं चतुष्पदे । ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

1
सहस्रशीर्षा पुरुषः सहस्राक्षः सहस्रपात् । स भूमिं विश्वतो वृत्वा अत्यतिष्ठद् दशाङ्गुलम् ॥

2
पुरुष एवेदं सर्वं यद् भूतं यच् च भव्यम् । उतामृतत्वस्येशानो यद् अन्नेनातिरोहति ॥

3
एतावान् अस्य महिमा अतो ज्यायांश् च पूरुषः । पादो ऽस्य विश्वा भूतानि त्रिपाद् अस्यामृतं दिवि ॥

4
त्रिपाद् ऊर्ध्व उदैत् पुरुषः पादो ऽस्येहाभवत् पुनः । ततो विष्वङ् व्यक्रामत् साशनानशने अभि ॥

5
तस्माद् विराड् अजायत विराजो अधि पूरुषः । स जातो अत्यरिच्यत पश्चाद् भूमिम् अथो पुरः ॥

6
यत् पुरुषेण हविषा देवा यज्ञम् अतन्वत । वसन्तो अस्यासीद् आज्यं ग्रीष्म इध्मः शरद् धविः ॥

7
सप्तास्यासन् परिधयस् त्रिः सप्त समिधः कृताः । देवा यद् यज्ञं तन्वाना अबध्नन् पुरुषं पशुम् ॥

8
तं यज्ञं बर्हिषि प्रौक्षन् पुरुषं जातम् अग्रतः । तेन देवा अयजन्त साध्या ऋषयश् च ये ॥

9
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुतः सम्भृतं पृषदाज्यम् । पशूंस् तांश् चक्रे वायव्यान् आरण्यान् ग्राम्याश् च ये ॥

10
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुत ऋचः सामानि जज्ञिरे । छन्दांसि जज्ञिरे तस्माद् यजुस् तस्माद् अजायत ॥

11
तस्माद् अश्वा अजायन्त ये के चोभयादतः । गावो ह जज्ञिरे तस्मात् तस्माज् जाता अजावयः ॥

12
यत् पुरुषं व्यदधुः कतिधा व्यकल्पयन् । मुखं किम् अस्य कौ बाहू का ऊरू पादाव् उच्येते ॥

13
ब्राह्मणो ऽस्य मुखम् आसीद् बाहू राजन्यः कृतः । ऊरू तद् अस्य यद् वैश्यः पद्भ्यां शूद्रो अजायत ॥

14
चन्द्रमा मनसो जातश् चक्षोः सूर्यो अजायत । मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च प्राणाद् वायुर् अजायत ॥

15
नाभ्या आसीद् अन्तरिक्षं शीर्ष्णो द्यौः समवर्तत । पद्भ्यां भूमिर् दिशः श्रोत्रात् तथा लोकान् अकल्पयन् ॥

16
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसस् तु पारे । सर्वाणि रूपाणि विचित्य धीरो नामानि कृत्वाभिवदन् यद् आस्ते ॥

17
धाता पुरस्ताद् यम् उदाजहार शक्रः प्रविद्वान् प्रदिशश् चतस्रः । तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था अयनाय विद्यते ॥

18
यज्ञेन यज्ञम् अयजन्त देवास् तानि धर्माणि प्रथमान्य् आसन् । ते ह नाकं महिमानः सचन्ते यत्र पूर्वे साध्याः सन्ति देवाः ॥

19
अद्भ्यः सम्भूतः पृथिव्यै रसाच् च विश्वकर्मणः समवर्तताधि । तस्य त्वष्टा विदधद् रूपम् एति तत् पुरुषस्य विश्वम् आजानम् अग्रे ॥

20
वेदाहम् एतं पुरुषं महान्तम् आदित्यवर्णं तमसः परस्तात् । तम् एवं विद्वान् अमृत इह भवति नान्यः पन्था विद्यते ऽयनाय ॥

21
प्रजापतिश् चरति गर्भे अन्तर् अजायमानो बहुधा विजायते । तस्य धीराः परिजानन्ति योनिं मरीचीनां पदम् इच्छन्ति वेधसः ॥

22
यो देवेभ्य आतपति यो देवानां पुरोहितः । पूर्वो यो देवेभ्यो जातो नमो रुचाय ब्राह्मये ॥

23
रुचं ब्राह्मं जनयन्तो देवा अग्रे तद् अब्रुवन् । यस् त्वैवं ब्राह्मणो विद्यात् तस्य देवा असन् वशे ॥

24
ह्रीश् च ते लक्ष्मीश् च पत्न्याव् अहोरात्रे पार्श्वे नक्षत्राणि रूपम् अश्विनौ व्यात्तम् । इष्टं मनिषाणामुम् मनिषाण सर्वं मनिषाण ॥

ॐ सत्यं तपः श्रद्धायां जुहोमि ॥

नमो ब्रह्मणे नमो ऽस्त्व् अग्नये नमः पृथिव्यै नम ओषधीभ्यः । नमो वाचे नमो वाचस्पतये नमो विष्णवे बृहते करोमि । ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

नमो ब्रह्मणे नमो ऽस्त्व् अग्नये नमः पृथिव्यै नम ओषधीभ्यः । नमो वाचे नमो वाचस्पतये नमो विष्णवे बृहते करोमि । ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

नमो ब्रह्मणे नमो ऽस्त्व् अग्नये नमः पृथिव्यै नम ओषधीभ्यः । नमो वाचे नमो वाचस्पतये नमो विष्णवे बृहते करोमि । ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

वृष्टिर् असि वृश्च मे पाप्मानम् अनृतात् सत्यम् उपागाम् ॥

ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ॥

कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् । करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि ॥

Quellen

Die Anleitung führt die Tengalai-Lehrerverehrung, den ausdrücklich erlaubten kurzen Hauptvorsatz und den Hauptablauf des Handbuchs aus. Beim Purusha Sukta folgt sie der dortigen 24-teiligen Yajurveda-Fassung. Zusätzliche, am Schluss lediglich genannte Feiern werden als solche unterschieden; innerhalb des ausgeführten Hauptablaufs werden keine Hymnen ausgelagert.

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