Sarvajna

Aus Yogawiki
Swami Sivananda

Sarvajna (Sanskrit: सर्वज्ञ sarvajña adj. u. m.) allwissend, alles (Sarva) kennend (Jna); ein Beiname Shivas.

Sarvajna ist ein Sanskritwort und bedeutet allwissend bzw. Allwissender. Wer alles weiß, ist ein Sarvajna. Letztlich ist nur Gott Sarvajna. Aber auch große Meister sind Sarvajnas: Sie wissen die Essenz des Allumfassenden. Wer Brahman kennt, kennt alles, wird zum Sarvavid bzw. zum Sarvajna.

Sukadev über Sarvajna

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sarvajna

"Sarva" bedeutet "all". "Jnana" heißt "Wissen, Weisheit". Ein "Sarvajna" ist "jemand, der alles weiß". Sarvajna sagt man mehr im Vedanta-Kontext. Und im Vedanta ist einer, der alles weiß, nicht notwendigerweise jemand, der die Einzelheiten weiß. Wenn du schon den Vortrag gehört hast über Sarvavid, ein anderer Ausdruck für allwissend, dann hast du dort gehört, dass man unterscheiden kann zwischen den Raja-Yogi-Allwissenden und den Jnana-Yogi-Allwissenden.

Der Raja Yogi erreicht die höchste Befreiung unter anderem oder hauptsächlich durch Konzentration. Indem der Raja Yogi Samyama übt, kann er volles Wissen über jede Sache bekommen, auf die er sich konzentriert. Deshalb ist, im engeren Sinne, Sarvavid ist dann der Raja Yogi, der alles weiß, auf das er sich konzentriert. Währenddessen, der Jnana Yogi, den kümmert das relative Wissen nicht so sehr, sondern ihn kümmert vor allen Dingen das Wissen über Brahman. Es gibt eine Upanishade. Dort schickt ein Meister seinen Schüler zu einem anderen Meister in die Lehre.

Der Schüler bleibt dort einige Jahre in der Lehre, und dann fährt der Schüler zurück zu seinem Vater. Und der Vater fragt ihn: "Weißt du was über Brahman? Hast du über Brahman erfahren?" Sagte der Schüler: "Nein, ich weiß nichts über Brahman." Antwortete der Vater: "Ah, du hast jetzt einige Jahre gelernt, und du hast nicht über Brahman gelernt? Wenn du nichts über Brahman gelernt hast, dann hast du nichts gelernt. Wer über Brahman Bescheid weiß, der weiß alles. Wer über Brahman nichts weiß, der weiß nichts." Und so sagte er ihm: "Um alles zu kennen, ein Sarvajna zu werden, dazu wisse, was Brahman ist. Erkenne, was Brahman ist, erkenne was Atman ist."

Die Upanishade geht natürlich weiter, und nachher fragt der Schüler seinen Vater: "Vater, sage mir, was ist Brahman." Und dann erzählt der Meister über verschiedene Grade, was Brahman ist. Er sagt zuerst mal: "Brahman ist Nahrung. Warum ist Brahman Nahrung? Über die Nahrung steht der Mensch in Verbindung mit der Natur. Über die Nahrung weiß der Mensch, ich bin nicht getrennt. Wenn du über Nahrung meditierst, weißt du mehr über Brahman, denn du erfährst Verbindung."

Da fragte der Sohn weiter: "Vater, was ist Brahman?" Sagte der Vater: "Wasser ist Brahman, denn über Wasser steht der Mensch in Verbindung mit der Natur, erfährt der Mensch, dass er nicht getrennt ist. Meditiere über Wasser und erfahren, Wasser ist Brahman." Schließlich geht es weiter: "Prana ist Brahman, Atem ist Brahman usw." Und letztlich geht es darum, zu erkennen, hinter allem ist eine einzige Essenz, und diese Essenz manifestiert sich als das gesamte Universum. Und weil es nur eine einzige Essenz ist, ist auch alles weiter miteinander verbunden. Selbst in der scheinbaren materiellen Welt, ist alles Brahman. Wer das erfährt, dass alles letztlich eine Manifestation des gleichen Göttlichen ist, wer weiß, dass die Essenz seines Wesens die Essenz von jedem anderen ist, der ist Sarvajna, jemand, der alles weiß. Wenn man Brahman kennt, wenn man Atman kennt, Bewusstsein kennt, dann weiß man alles. Auch wenn man nicht die Einzelheiten weiß, man weiß dennoch alles.

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