Ravivara Puja – sonntäglicher Sonnensegen mit rotem Faden und zwölf Wassergaben
Ravivara Puja – sonntäglicher Sonnensegen mit rotem Faden und zwölf Wassergaben verbindet das Morgenlicht mit dem Wunsch nach Kraft und einem gut versorgten Zuhause. Diese Ravivara Puja verehrt Surya gemeinsam mit Samjna an den Sonntagen des Shravana; der Puja Samuccaya nennt alternativ Ashvina. Die feiernde Person beginnt zuhause morgens schweigend und beschließt die Verehrung mit zwölf Ehrenwassergaben und einem Gastmahl für ein Ehepaar.
Vorbereitung
Bereite ein Betelblatt, roten Sandelduft, rote Hibiskusblüten, Kokosnussstücke mit Kandiszucker, einen roten Halsfaden aus sechs Strängen und mit sechs Knoten sowie eine frei vereinbarte Segensgabe vor. Lade das Paar vorab ein und bereite süßen Reis mit Milch (bzw. Pflanzenmilch). Für die Bildverehrung: sauberes Wasser, Löffel und Auffangschale; kleines Tuch und Baumwollfaden; Sandelduft, ungebrochene Reiskörner und Blumen; Räucherwerk; eine gefüllte Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl); vegetarische Speise, Betelblatt und Arekanuss als rituelle Gabe sowie eine Geldgabe. Pflanzenmilch und Pflanzenöl sind heutige vegane Alternativen. Verzehrbare Gaben werden nach der Verehrung als Prasad geteilt; aufgefangenes Wasser kommt an einen geeigneten sauberen Ort, Blumen werden kompostiert.
Durchführung
1. Reinigen und die Absicht aussprechen
Bade am Morgen schweigend, ziehe saubere Kleidung an und bereite den Platz vor. Setze dich gesammelt hin. Der folgende deutsche Sankalpa ist eine praktische Fassung des im Quelltext längeren Vorsatzes: „Ich verehre heute Surya mit Samjna und bitte um lichte Kraft, Wohlergehen und gute Lebensgrundlagen für mein Haus.“
2. Das Sonnenbild anlegen
Zeichne mit rotem Sandelduft auf einem Betelblatt ein rundes, sonnenartiges Mandala mit zwölf Randgliedern. Verehre darin Surya mit Samjna. Stelle dir den leuchtenden Sonnengott in der Mitte des Lotus vor:
dhyeyaḥ sadā savitṛmaṇḍalamadhyavartī
nārāyaṇaḥ sarasijāsanasanniviṣṭaḥ |
keyūravān makarakuṇḍalavān kirīṭī
hārī hiraṇmayavapur dhṛtaśaṅkhacakraḥ ||
ध्येयः सदा सवितृमण्डलमध्यवर्ती
नारायणः सरसिजासनसन्निविष्टः ।
केयूरवान् मकरकुण्डलवान् किरीटी
हारी हिरण्मयवपुर् धृतशङ्खचक्रः ।।
Stets sei Narayana betrachtet, der inmitten des Sonnenkreises auf dem Lotus sitzt: mit Armreifen, Makara-Ohrringen, Krone und Halskette, mit goldenem Leib, Muschel und Diskus.
3. Surya und Samjna bewirten
Bringe roten Sandelduft, Reis, rote Hibiskusblüten sowie Kokosnussstücke mit Kandiszucker dar. Führe die Gabenfolge aus; das Blattbild wird nicht gebadet, sondern Wasser wird davor angeboten.
Die folgende Puja entfaltet die im Ritualtext vorgeschriebene Verehrung mit dem Namen der Gottheit. Sprich bei jeder Gabe denselben vollständigen Namensgruß; die jeweilige Handlung ist der Ausdruck deiner Einladung.
saṃjñāsahitasūryāya namaḥ |
संज्ञासहितसूर्याय नमः ।
Verehrung Surya zusammen mit Samjna.
- Einladen und Sitz anbieten: Bitte die Gottheit, deine Verehrung anzunehmen, und lege eine Blüte vor das Bild.
- Fußwasser, Ehrenwasser und Mundwasser: Gib für jede dieser drei Gaben getrennt einen Löffel Wasser in die Auffangschale. Beim Ehrenwasser liegen Blüte und ein paar Reiskörner in deiner Gabe.
- Gewand und heilige Schnur: Lege das saubere kleine Tuch und einen Baumwollfaden als ehrende Gaben vor das Bild.
- Duft, Reiskörner und Blüten: Bringe nacheinander Sandelduft, ungebrochenen Reis und die vorgesehenen Blumen dar.
- Räucherwerk und Licht: Zeige den Duft und anschließend das bereits brennende Licht in ruhiger Bewegung vor der Gottheit.
- Speise: Stelle die frische vegetarische Speise hin. Biete einen Löffel Wasser in der Schale an, verweile kurz schweigend und biete nochmals Wasser zum Abschluss der Mahlzeit an.
- Betelgabe und Gabe: Lege ein Betelblatt mit Arekanuss, soweit vorhanden, und die vorbereitete Geldgabe dazu. Diese rituelle Betelgabe ist nicht zum eigenen Verzehr bestimmt.
- Lichtgruß und Verneigung: Führe die Lampe vor dem Bild und verneige dich mit gefalteten Händen.
4. Zwölf Umrundungen und der rote Faden
Vollziehe zwölf Umrundungen und zwölf Verneigungen. Wo kein Umgang um den Altar möglich ist, ist eine kleine Drehung am eigenen Platz eine heutige häusliche Anpassung. Lege anschließend Blüten als Pushpanjali nieder. Biete den aus sechs Einzelfäden gedrehten roten Faden mit seinen sechs Knoten Surya an und binde ihn locker als Halsfaden um.
5. Zwölf Ehrenwassergaben und Gastmahl
Knie nieder. Gib zwölfmal rotes Sandelduftwasser aus den Händen in eine Schale; bei jeder Gabe sprich denselben Vers:
namaḥ sahasrakiraṇa sarvavyādhivināśana |
gṛhāṇārghyaṃ mayā dattaṃ saṃjñayā sahito rave ||
नमः सहस्रकिरण सर्वव्याधिविनाशन ।
गृहाणार्घ्यं मया दत्तं संज्ञया सहितो रवे ।।
Verehrung dir, Tausendstrahliger, Bezwinger aller Krankheiten. O Sonne, nimm gemeinsam mit Samjna die Ehrenwassergabe an, die ich dir darbringe. Überreiche die vorbereitete Segensgabe. Bewirte ein eingeladenes Ehepaar mit süßem Reis, zubereitet mit Milch (bzw. Pflanzenmilch), und teile die geweihten Kokosnussstücke. Wer die Gabe empfängt, wird vorher vereinbart; das Kapitel bestimmt diese Person nicht näher.
Innerer Abschluss
Als freie Anregung: Lass den Faden dich an eine verlässliche Gewohnheit erinnern, durch die Kraft wachsen kann: ein ruhiger Tagesbeginn, ein gehaltenes Versprechen oder regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten. Der Sonnensegen bekommt Dauer durch gelebte Beständigkeit.
Quellen und Vertiefung
- Puja Samuccaya, Kapitel 51: Ravivara-puja. Sanskritfassung: Volltext des Puja Samuccaya.
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