Namarupa

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Namarupa (Sanskrit: नामरूप nāmarūpa n.) Name (Naman) und Form (Rupa), Name und Gestalt; Bezeichnung für eine Erscheinungswelt (Jagat), in der alles Namen und Form besitzt; Im Buddhismus bedeutet Namarupa auch Psychosomatik.


Namarupa ist die äußere Welt, wie wir sie erleben. Nama bedeutet Name, Rupa bedeutet Form. Der menschliche Geist erlebt die Welt als Name und Form: Mit den Augen sieht er die Welt, mit den Händen ertastet er die Welt. So entstehen die Formen – die es in der Welt tatsächlich so nicht gibt. Die Welt ist, physikalisch gesehen, Schwingung, ohne fest abgegrenzte Formen. Durch seine Sinne formt der Menschen die Welt in Gestalten. Das Auge schafft Abgrenzungen, auch der Tastsinn schafft Abgrenzungen. So ensteht Rupa, die Form, die Formen. Der Mensch gibt dann allem Namen, Nama. Durch die Wörter wird Wahrnehmung strukturiert. Die Art wie wir etwas benennen prägt die Wahrnehmung der Welt. Das Konzept von Namarupa entspricht auch dem Konstruktivismus als westliche Philosophierichtung: Die Welt ist nicht wie wir sie erleben. Wir formen die Welt – Vedanta würde sagen eben in Nama und Rupa. Yoga sagt: es ist möglich, über Namarupa hinauszuachsen. Es ist möglich, Brahman zu erkennen, Brahman zu erfahren – jenseits aller Namarupa.


Sukadev über Namarupa

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Namarupa

Om - die kosmische Schwingung - die UR-Silbe

Namarupa heißt Name und Form. Nama heißt Name, Rupa heißt Form. Namarupa heißt Name und Form. Also, Namarupa ist Name und Form. Der Mensch nimmt die Welt wahr in Nama und Rupa. Du siehst Dinge und machst dir ein Bild davon, du hast von allem ein Bild und eine Gestalt, all das ist Rupa. Und du bezeichnest die Dinge, du benennst sie, das ist Nama. Indem du alles in Nama und Rupa fasst, dir Vorstellungen machst, Rupa, und dabei auch Konzepte mit Nama machst, schaffst du dir eine eigene innere Welt.

Jedoch, die Welt besteht nicht aus Namas und auch nicht wirklich aus Rupas, das zeigt auch die moderne Wahrnehmungspsychologie. Es gibt nicht wirklich Farben, es gibt keine Formen, es gibt nur Schwingung und alle Schwingung ist miteinander verbunden, das ganze Universum ist letztlich miteinander verbunden, es gibt nichts fest Abgefasstes. Also, auch eine Steinplatte hört nicht an der Stelle auf, eine Steinplatte besteht nur aus Schwingung. Nur weil die Schwingung, zum Beispiel deiner Hand, nicht weiter kommt als bis zur Steinplatte, geht es nicht weiter. Außerdem, dein Auge macht Grenzen klarer. Wenn du jetzt spirituell dich entwickeln willst, ist eine der vielen Meditationstechniken, Nama erstmal zu beseitigen. Du lernst, Dinge wahrzunehmen, ohne darüber nachzudenken.

Es gibt zum Beispiel eine bekannte Meditationstechnik aus der Hatha Yoga Pradipika, die besagt: „Schaue auf ein Ding hin, ohne mit den Augen zu zwinkern und spüre dann ein Chakra.“ Darin eingeschlossen ist dann natürlich: „Höre dabei auf, Worte zu formulieren.“ Einfach indem du etwas siehst und spürst, kommt eine Verbindung und du fühlst und die Dualität verschwindet. Das ist erstmal eine Möglichkeit, Nama zu beseitigen. Und du kannst dir das wirklich vornehmen, zwischendurch aufzuhören, Selbstgespräche zu führen, zwischendurch einfach nur zu spüren und zu sehen und zu fühlen, dann wird die Welt eine andere.

Natürlich, eine zweite Möglichkeit ist, Rupa aufzulösen, Formen. Wenn du die Augen schließt, kannst du versuchen, die inneren Bilder aufzulösen. Wenn die inneren Bilder aufgelöst sind und die Worte aufgelöst sind und du dann ganz bewusst bist, was übrig bleibt ist Freude, ist Liebe und Verbundenheit. So ist also Namarupa ein philosophisches Konzept, ein wahrnehmungspsychologisches Konzept, das beschreibt, dass Mensch die Welt hauptsächlich in Worten und Bildern formuliert. Natürlich, es gibt dann auch noch Gefühle und Gerüche und Geschmäcker. Aber erstmal Namarupa, damit sortierst du dir das Universum.

Wenn du aufhören willst, in deinem eigenen Universum zu leben und die Wahrheit zu erfahren, musst du lernen, dich auch aus dem Zwang, alles in Nama und Rupa zu sortieren, zu befreien. Du kannst also lernen, wahrzunehmen, ohne Worte zu formulieren. Du kannst es lernen, bei geschlossenen Augen, ohne Worte und Bilder, Bewusstsein zu erweitern. Es gibt dafür natürlich auch besondere Techniken. Und auf den Yoga Vidya Internetseiten, www.yoga-vidya.de, bekommst du einige solcher Übungen. Da gibt es z.B. die so genannte Laya Meditation und es gibt auch die Abheda Bodha Vakya Meditation. Am einfachsten ist, du gehst auf www.yoga-vidya.de und dort oben kannst du zum Beispiel eingeben, "Namarupa" und dann findest du einige Tipps, oder gibt eben ein, "Auflösungsmeditation" oder „Abheda Bodha Vakya“ oder auch "Laya Meditation". Und dann bekommst du einige wunderbare Übungsanleitungen, mit denen du lernst, dich aus dem Zwang, alles in Nama und Rupa zu sortieren, zu befreien und so Freude, Verbundenheit, Liebe, letztlich Gott zu erfahren.

Verschiedene Schreibweisen für Namarupa

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Namarupa auf Devanagari wird geschrieben " नामरूप ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "nāmarūpa", in der Harvard-Kyoto Umschrift "nAmarUpa", in der Velthuis Transkription "naamaruupa", in der modernen Internet Itrans Transkription "nAmarUpa".

Video zum Thema Namarupa

Namarupa ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga . Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität

Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch Name und Gestalt. Sanskrit Namarupa
Sanskrit Namarupa Deutsch Name und Gestalt.

Ähnliche Sanskrit Wörter wie Namarupa

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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