Internationaler Yoga-Tag

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Internationaler Yoga-Tag fand am 21.06.2015 zum allerersten Mal statt. Der offizielle Name lautet: International Day of Yoga - IDY.
Sukadev feiert in Portugal den 1. Internationaler Yoga-Tag 21.6.2015 gemeinsam mit der portugiesichen Yogavereinigung und ihrem Vorsitzenden Amrta Suryanda

Der Internationale Yoga-Tag wurde am 4. Dezember 2014 auf Antrag Indiens in der Generalversammlung (GV) der Vereinten Nationen (UN) durch die überwältigende Mehrheit von 177 von 193 Staaten angenommen und gilt nun als offizieller Tag der UN (United Nations; Vereinten Nationen) und der UNESCO. Niemals zuvor in der Geschichte der UN wurde eine Resolution mit solch einer Mehrheit angenommen.

Die eigentlichen Initiatoren dieser Idee sind Jagat Guru Amrta Suryanda (schon Anfang des Jahrtausends), die "Art of Living" mit ihrem spirituellen Führer Sri Sri Ravi Shankar, die Deemed Universität in Bengaluru, die portugiesische Yogavereinigung in Lissabon und viele nicht erwähnte Yogalehrer, Praktizierende und Yoga-Enthusiasten rund um den ganzen Globus. Yoga Vidya e.V. unterstütze selbstredend diese Mission von Anbeginn.

Letztere hatten schon in Eigeninitiativen an verschiedenen Daten eigene Weltyogatage ausgerufen und gegen Spende unterrichtet. Die Spenden flossen karitativen Zwecken zu. Yoga Vidya war und ist immer sehr aktiv an diesem Tag. Der Internationale Yoga-Tag darf also nicht mit den Weltyogatagen verwechselt werden. Wahrscheinlich ist aber, dass in Zukunft für den Internationalen Yoga-Tag der Begriff Weltyogatag synonym verwendet werden wird. Ob die bisher schon bestehenden lokalen Weltyogatage bleiben werden ist momentan (1.07.15) fraglich.

Ein Internationaler Yoga-Tag ist natürlich von großer Symbolkraft für Indien. Allerdings sollte in Zukunft darauf geachtet werden, das dieser Tag nicht für Nationalistisches Gedankengut missbraucht wird, was den Grundgedanken von Yoga sowieso entgegensteht.

Antrag Indiens in der Generalversammlung der Vereinten Nationen

Mit folgenden Worten warb der indische Premier Narendra Modi am 11.12.2014 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen für einen Beschlussantrag zur Einführung eines Internationalen Yoga-Tages. Folgender Auszug aus seiner Rede über die Gründe dafür und den wert von Yoga:

"Yoga ist ein unschätzbares Geschenk uralter indischer Tradition. Diese Tradition ist 5000 Jahre alt. Es verkörpert die Einheit von Körper und Geist, Gedanken und Handlung, Begrenzung und Verwirklichung, Harmonie zwischen Mensch und Natur und einem ganzheitlichen Ansatz für Gesundheit und Wohlbefinden. Es geht weniger um Übungen/Stellungen als um die Entdeckung des Eins-Seins mit Sich-Selbst, der Welt und der Natur. Durch eine Veränderung unseres Lebenswandels und dem Schaffen eines (harmonischeren) Bewusstseins, kann es uns helfen mit dem Klimawandel zurechtzukommen. Lasst uns daher in die Richtung zur Annahme eines "Internationalen Yoga-Tages" arbeiten." (Auszug der Rede des indischen Premier Ministers Narendra Modi vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 11.12.2014) (Übersetzung Redaktion Yoga Wiki)

"Yoga is an invaluable gift of India's ancient tradition. This tradition is 5000 years old. It embodies unity of mind and body; thought and action; restraint and fulfilment; harmony between man and nature; a holistic approach to health and well-being. It is not about exercise but to discover the sense of oneness with yourself, the world and the nature. By changing our lifestyle and creating consciousness, it can help us deal with climate change. Let us work towards adopting an International Yoga Day." (Narendra Modi, UN General Assembly)

177 Staaten sind in der Generalversammlung (GV) anwesend und die Resolution wurde mit der überwältigenden Mehrheit von 177 Staaten angenommen. Niemals in der Geschichte der Vereinten Nationen erreichte ein Beschlussantrag solche eine Zustimmung.

Reaktionen nach der Entscheidung

Narendra Modi war zunächst einmal stark überrascht das schom am 27. September 2014 zu einer Debatte über einen Internationalen Yoga-Tag 177 Staaten zueinander finden um darüber zu sprechen. Man bedenke das auch alle fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates (China, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA) dem Antrag zustimmten. In all dem erkennt der indische Premier die integrative Kraft des Yoga. Er selbst sagt er "praktiziere Yoga seit Jahren und es ist unglaublich, wie es mein Leben verändert hat". Seine allererste reaktion auf die positive Annahme seines Antrages war: Er habe "gar keine Worte, um seine Freude zu beschreiben". Nach der Entscheidung der GV twitterte Narendra Modi weiter: "Yoga ist der Anker meines Lebens." Und noch mehr zwitscherte er in die Welt: "Ich rufe euch alle und besonders die Jugend dazu auf, mit Yoga zu beginnen und die Übungen sorgsam und regelmäßig auszuführen. Sicher wird es auch dein Leben verändern."

Sri Sri Ravi Shankar, welcher in der Generalversammlung ebenfalls anwesend war, sagte danach: "Es ist für jede Philosophie, religion oder Kultur sehr schwierig ohne den Schutz eines Staates zu überleben. Yoga existiert schon solange fast schon wie ein Waisenkind." ("It is very difficult for any philosophy, religion or culture to survive without state patronage. Yoga has existed so far almost like an orphan. Now, official recognition by the UN would further spread the benefit of yoga to the entire world." [1]) Um noch mehr die Bedeutung von Yoga zu zeigen sagte Sri Sri Ravi Shankar: Yoga lässt dich wieder wie ein Kind sein. Wo Yoga und Vedanta sind, gibt es keinen Mangel, Unreinheiten, Ignoranz und Ungerechtigkeit. Wir brauchen Yoga als Türöffner für Jedermann um dann die Welt von Ihrer Misere zu befreien. (Original: “Yoga makes you like a child again. When there is yoga and vedanta, there is no lack, impurity, ignorance and injustice. We need to take yoga to the doorstep of everyone and free the world of misery.”)

Ursprung und Proklamation

Wenn man es genau nimmt gibt es Yoga seit ca. 5000 Jahren. Sogenannte Rishis (Weise, Seher)empfingen die ersten Mantras und Yoga Asanas in der Meditation. Würde man nun nach dem Ursprung des Internationalen Yoga-Tag die Frage übertrieben genau beantworten, müsste man hier ansetzen. In jüngster Zeit, so um 2003 herum, gab es einen Anlauf von Jagat Guru Amrta Suryanda zur Etablierung eines Weltyogatag. So richtig fahrt nach die Sache dann mit der "Art of Living" Organisation auf. Ihr international sehr bekannter spiritueller Guru Sri Sri Ravi Shankar organisierte am 4./5. Dezember 2011 zusammen mit der Deemed University of Bengaluru und der Portugese Confederation eine Konferenz mit dem Titel: "Yoga: Eine Wissenschaft für den Weltfrieden." (Originaltitel: Yoga: A Science for World Peace." Hier heraus entstand eine Proklamation zur Forderung nach einem Internationalen Yoga-Tag. Narendra Modi sprang später mit auf den Zug und brachte das Anliegen Jahre vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen.

1. Internationaler Yoga-Tag 2015

Selbst die UN praktizierte an diesem Tag Yoga und Ban Ki Moon, der Generalsekretär der UN sprach vor seiner Yogastunde mit Sri Sri Ravi Shankar: "Yoga ist gut für die Gesundheit. Yoga ist gut für den Körper und ist gut für den Geist. Und Yoga ist nicht diskriminierend. Jeder kann es so machen, wie es für ihn am besten ist, unabhängig von Alter, Kraft und Fähigkeit." Auch auf dem Time Square in New York trafen sich viele Menschen zum gemeinsamen üben und meditieren. Das indische Militär war an diesem Tag in Kashmir auf Yogamission und gab ihr Sadhana auf 6000 Meter Höhe zum Besten. Indiens Botschaften hatten in fast 200 Ländern freie Yogastunden organisiert. Die wohl größte und beeindruckenste Veranstaltung fand selbstverständlich in Neu Delhi, Indien, statt. Knapp 40.000 Teilnehmer, darunter auch der indische Premier Modi, praktizierten gemeinsam und stellten nebenbei zwei Weltrekorde im Yogabereich auf: "Die meisten Nationalitäten bei einer Yogastunde" und die meisten "Teilnehmer bei einer Yogastunde".

Reaktion der indischen Außenministerin

Sushma Swaraj ist unter Premier Narendra Modi die Außenministerin Indiens. Ihre Reaktion auf den 1. Internationalen Yoga Tag war, das sie Yoga als das größte Geschenk Indiens an die Welt betrachte und das die Entscheidung der Vereinten Nationen die "Soft Power" Indiens unterstreiche. Weiter betonte sie, das Yoga keiner bestimmten Hautfarbe, Religion, politischer Einstellung oder Nationalität gehöre. Yoga sei auch das perfekte Gegengift um Gewalt, Nationalismus, Fanatismus und andere schlimme Dinge auf unserem Planeten zu stoppen. Im Lichte des 1. Internationalen Yoga-Tages und dem Anblick 1oo.oooer Menschen, welche gemeinsam Yoga praktizierten, sagte Frau Swaraj, "Sie sind alle verbunden durch das Gewahr werden der Kraft des Yoga". ("They were all united by the awareness of the power of yoga".) Sie kehrte die positiven Begleiterscheinungen des Yoga heraus, wie unter anderem Linderung oder Heilung von Asthma, Diabetes, Drogenabhängigkeit und Herzerkrankungen. "Beim Yoga geht es um Selbsterkenntnis und Selbstannahme/Selbstakzeptanz." ("Yoga is about self-discovery and self-acceptance," she said.)

Besonders einige muslimische Gruppierungen Indiens kritisierten die nationalistisch-konservative Regierung Modis, da sie Befürchtungen haben, das der internationale Yoga-Tag für Propagandazwecke missbraucht werde. Wie schon erwähnt, äußerten viele Regierungsmitglieder selber, das Yoga keiner Religion oder einem bestimmten Kulturkreis gehöre. Sondern der Menschheit. Vorsichtshalber wurden daraufhin das obligatorische Om bei den meisten Veranstaltungen an diesem herrlichen Tag weggelassen, damit nichts 1. Internationalen Yoga-Tag stören könnte.

Yoga ist eben für alle da. Selbst viel Muslime in Indien praktizieren Yoga. Einer von ihnen ist Mufti Shamoon Qasmi, der Generalsekretär des Gesamtindischen Imam-Verbandes. Bei Yoga gehe es nicht um irgendeine Religion, stellt dieser klar.

Yoga als Mittel zur Rettung der Welt

"Die gesamte Welt ist eine Familie und wir können uns durch Yoga wieder vereinen. Zu einer Zeit in der ethnische Konflikte und extremistische Gewalt ganze Gesellschaften destabiliesren, kann Yoga als das ideale Gegengift gegen solche Bewegungen wirken und uns auf einen Weg der Harmonie ud des Friedens zurückführen." ("The entire world is one family, and we can unite it with Yoga. At a time when ethnic conflicts and extremist violence are threatening to destabilise societies, Yoga can serve as the perfect antidote to stem such negative tendencies and move us on the path of harmony and peace," she had said.)

Ist damit nun die Welt gerettet? Ganz gut beantwortet dies folgende Person: Der Internationale Yoga-Tag könne nur ein erster Schritt sein, sagte die Yoga-Lehrerin Nivedita Joshi: "Nun muss es mit mehr Tiefe vermittelt werden: Yoga ist eine Wissenschaft, eine Kunst und eine Philosophie."

Swami Nirgunananda Saraswati über den Internationalen Yoga-Tag

Sri Sri Ravi Shankar über den Internationalen Yoga-Tag

Die Botschaft von Yoga

Fazit des 1. Internationalen Yoga-Tages

Ein voller Erfolg für Yoga. Bescheidener kann man das Fazit des 1. Internationalen Yoga-Tages nicht formulieren. Die ganze Welt praktizierte am 21.06.2015. Das Thema war in aller Munde und spektakuläre Bilder und Videos von Hot Spots der Erde mit tausenden von Yogis, gemeinsam meditierend, haben die Friedensenergie und das Bewusstsein für den Wert von Yoga erheblich gesteigert.

Yoga gehört keiner Religion an, obwohl es einen zur Religion zurückführen kann. Yoga gehört keiner bestimmten Nation, obwohl es einen auch mit der eigenen Geschichte versöhnen kann. Yoga gehört keinem bestimmten Geschlecht, obwohl es das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu verbessern mag. Yoga ist keine Doktrin, denn Yoga ist Wissenschaft. Für jeden erfahrbar und somit überprüfbar. Die Wirkungen von Yoga sind kostenfrei zu erlangen, da man nur praktizieren muss. Dafür braucht es nicht einmal zwingenderweise eine Yogamatte. Im Grunde ist Yoga ein Geschenk für die Menschheit und tatsächlich ein gangbarer Weg, um die aktuellen Probleme auf der Welt friedlich und harmonisch anzugehen. denn durch Yoga verbessert sich der Zustand des einzelnen Menschen auf allen Ebenen, wenn er denn regelmäßig übt und sich an die ethischen Gebote hält.

Mögen die zukünftigen Internationalen Yoga-Tage das Bewusstsein in der Welt dafür stärken und mehren, dass eine friedliche Koexistenz der Menschen in einer gesunden Umwelt möglich sei.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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