Gorakumbar

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Sri Dirkabather, bekannt als Gorakumbar, war ein Heiliger, der zur Zeit des Bhakta Namdev in Thodagi am Ufer des Flusses Chandrabhaga lebte.

Guru und Schüler

Gorakumbar wurde einer Töpferfamilie geboren. Er war ein Beweis für den Willen Gottes, spirituelles Wissen über Vairagya (Wunschlosigkeit) zu verbreiten. Gorakumbar hatte einen Bruder, der Ettranna hieß, und beide wandten sich schon in sehr jungem Alter an Guru Virasegarar Dasar aus Pandharpur. Sie wurden von ihm in den Pfad der Hingabe an Gott eingeweiht. Später heiratete Gorakumbar Padmavati, und beide entwickelten große Hingabe an Gott. Gorakumbar, der immer in tiefe Meditation über Gott versunken war, übte trotzdem seine täglichen Pflichten aus und verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Töpferwaren.

Artikel aus dem Buch "Lives of Saints" der Divine Life Society

Der Vorfall mit der Katze

Swami Sivananda

Eines Tages waren die Brüder mit dem Brennen der Töpferwaren beschäftigt. Genau zu dieser Zeit strich eine Katze mit ihrem Jungen in der Nähe des Brennofens herum. Unglücklicherweise fiel das kleine Kätzchen in den Ofen und verbrannte. Die arme Katzenmutter lief noch eine Weile um den Ofen und suchte ihr Kind, doch da sie es nicht finden konnte, lief sie irgendwann weg. Dies beobachtete Ettranna. Er bereute seine Nachlässigkeit sehr und entschloss sich, als Buße dafür auf Pilgerschaft zu gehen. Ettranna teilte dies seinem Bruder mit, ging auf Pilgerschaft und ließ seinen Bruder Gorakumbar und dessen Frau alleine zurück in Thodagi.

Täglich arbeitete Gorakumbar an seiner Töpferscheibe - die Hände bei der Arbeit und das Herz bei Gott. Eines Tages kam sein kleines Kind auf die Töpferscheibe zugekrabbelt, um bei ihm zu sein. Padmavati hatte gerade das Haus verlassen. Gorakumbar bemerkte das herankommende Kind nicht. Das Kleine wurde von der Töpferscheibe erfasst und in Stücke gerissen.

Als Padmavati nach Hause kam, sah sie das schreckliche Geschehen, doch Gorakumbar hatte immer noch nichts davon bemerkt. Unter Geschrei und Gezeter begann Padmavati bitterlich zu weinen. Als Gorakumbar das Geschrei seiner Frau hörte, sah er den Körper seines Kindes in Stücke gerissen. Padmavati beschimpfte ihren Mann dafür, dass er das herankrabbelnde Kind nicht bemerkt hatte. Erbost über diese Worte hob Gorakumbar die Töpferscheibe hoch, um seine Frau damit zu erschlagen. In diesem Augenblick rief Padmavati laut: „Im Namen des Herrn, rühre mich nie wieder an!“ Diese Worte genügten, um Gorakumbar wieder zu Verstand zu bringen und ihn davon abzuhalten, seine Wut derart auszudrücken. Er legte die Töpferscheibe beiseite.

Gorakumbar sammelte die Teile des Kinderkörpers auf und trug sie zum Kata (Verbrennungsplatz). Als er wieder zurückgekommen war, nahm er - wie üblich - seine Arbeit auf. Doch von diesem Tage an berührte Gorakumbar seine Frau nie wieder, kam ihr in keiner Weise nahe und bat sie auch nicht um irgendetwas. Als Padmavati die strenge Enthaltsamkeit ihres Mannes bemerkte, bereute sie ihre Torheit, diese Worte ausgesprochen zu haben, die ihn vollkommen verändert hatten.

Gorakumbar heiratet Padmavatis Schwester Pankajakshi

Padmavati bereute ihre Torheit so sehr, dass sie von dem Verlangen getrieben war, ihre Schwester Pankajakshi mit Gorakumbar zu vermählen. Mit dieser Absicht sowie der Unterstützung der Eltern versuchte Padmavati, Gorakumbar dazu zu überreden, ihre Schwester zu heiraten. Doch alle Überredungskünste waren umsonst. Deshalb wandten sie sich an den Guru Gorakumbars, Virasegarar. Dieser bat Gorakumbar, das Mädchen zu heiraten und Gorakumbar willigte ein. Als die Hochzeit vorüber war, bat Pankajakshis Vater Gorakumbar darum, beide Frauen gleich zu behandeln. Gorakumbar gab ihm sein Wort darauf. Glücklicherweise, doch sehr zur Enttäuschung von Padmavati, behandelte Gorakumbar Pankajakshi auf die gleiche Weise wie er Padmavati behandelt hatte. Dies bedeutete, dass er keine der beiden Frauen berührte.

Gorakumbar schneidet sich die Hände ab

Die beiden Schwestern konnten dies kaum ertragen und schmiedeten einen Plan, wie sie Gorakumbar zwingen könnten, sie zu berühren, um so seine Unnahbarkeit zu beenden. Eines Nachts, als Gorakumbar fest schlief, stellten die beiden Schwestern ihre Betten neben ihm auf. Nach einer Weile nahm jede eine von seinen Händen und legte sie auf ihren Körper. Als Gorakumbar aufwachte, sah er, dass seine Hände auf den Körpern der beiden Frauen lagen. Für ihn stellte dies ein schweres, heimtückisches Verbrechen dar. Ohne zu zögern stand Gorakumbar auf, nahm ein Messer und schnitt sich beide Hände ab.

Panduranga - ein Name Krishnas

In diesem Moment nahm Panduranga persönlich die Gestalt seines Bruders Ettranna an, der gerade von seiner Pilgerreise zurückkehrte. Er kannte die Lage, in der sich Gorakumbar befand. Ettranna konnte die schreckliche Szene nicht ertragen. Er eilte herbei und tröstete seinen Bruder und die beiden Frauen. Diese waren verwirrter denn je und von großem Kummer überwältigt. Von diesem Tag an diente Gott Gorakumbar - in der Gestalt des Bruders Ettranna, so dass Gorakumbar niemals den Verlust seiner Hände fühlen und nie sein Gelübde brechen würde.

Wiederherstellung und Wiedervereinigung

Bhakta Namdev diente dem Herrn im Tempel, doch konnte er Gott Panduranga nicht mehr in seinem Schrein finden. Er begab sich in tiefe Meditation und fand heraus, dass sich Panduranga im Haus von Gorakumbar in Gestalt Ettrannas aufhielt. Da das Fest von Pandharpur bevorstand, ging Namdev mit seiner Schülerschar zum Hause Gorakumbars, um den Herrn zu bitten, für das Fest wieder im Schrein zu sitzen. Als sie in Gorakumbars Haus ankamen, warf sich Namdev zu den Füßen Pandurangas und Gorakumbars nieder. Doch auch Panduranga warf sich vor Namdev nieder und signalisierte ihm auf diese Weise, dass er seine Identität nicht preisgeben wollte. Er nahm Namdevs Einladung nach Pandharpur an. Dann kehrte Namdev nach Pandharpur zurück.

Gott - in der Gestalt des Ettranna - nahm Gorakumbar und seine Familie mit nach Pandharpur, um das Fest zu besuchen. Bhakta Namdev leitete das Kirtansingen und Gorakumbar und seine beiden Frauen nahmen daran teil. Als sie ganz in das Singen versunken waren, wuchsen zum großen Erstaunen aller Anwesenden Gorakumbars Hände nach und waren nun wie zuvor. Gemeinsam mit seinen Frauen ging Gorakumbar zum Schrein von Panduranga, wo sie auf mysteriöse Weise ihr totes Kind zurückbekamen. Von den Füßen Pandurangas kam es auf sie zugekrabbelt. Nach den Worten seines Gurus Virasegarar kehrte Gorakumbar mit seinen beiden Frauen und dem Kind zurück nach Thodagi und lebte von nun an glücklich mit ihnen zusammen.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Lives of Saints by the Divine Life Society, Indien 2009
  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana
  • Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute

Weblinks

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