Gautamiya Tantra 108 Inspirierende Verse und Mantras
Gautamiya Tantra – inspirierende Verse und Mantras: Hier findest du inspirierende Verse aus dem Gautamiya Tantra sowie Mantras zur Inspiration. Besonders geeignet für spirituelle Aspiranten.
Zur Textausgabe: Gautamiya Tantra · Sanskrit in IAST · Sanskrit in Devanagari · Inspirierende Verse und Mantras
Verse über Hingabe, innere Sammlung und Krishna
1. Der weise, ehrwürdige Seher Gautama lebte in Siddhashrama. Er widmete sich Tapas, spiritueller Disziplin, und Svadhyaya, dem Studium der heiligen Lehren, und war dem höchsten göttlichen Wesen in Hingabe verbunden.
Quelle: Kapitel 1, Vers 1.
2. Mit geneigtem Haupt verneigte er sich vor Krishna, mit seiner Stimme pries er Janardana. An den Fingern zählte er den Japa für den Herrn des Opfers, während er im Herzen beständig über Hari meditierte.
Quelle: Kapitel 1, Vers 2.
3. Im Streben nach Dharma, Wohlergehen, Erfüllung und Befreiung verneigte sich dieser ausgezeichnete Brahmane vor Narada. Voller Bescheidenheit richtete er folgende Frage an ihn:
Quelle: Kapitel 1, Vers 4.
4. Wir haben gehört, dass die Mantras nicht alle dieselben Früchte schenken. Welcher Mantra ermöglicht die Erlangung aller Früchte und ist allen ein Freund?
Quelle: Kapitel 1, Vers 6.
5. Lehre mich, Ehrwürdiger, jenen Mantra, zu dem Menschen aller gesellschaftlichen Stände Zugang haben, der auch für Frauen geeignet ist und mit geringer Mühe Frucht bringt.
Quelle: Kapitel 1, Vers 7.
6. „Du hast gut gefragt. Auch ich habe einst so gefragt, und der Lotusgeborene gab mir Antwort. Was der aus sich selbst hervorgegangene Brahma mir mitteilte, will ich dir ebenso weitergeben.
Quelle: Kapitel 1, Vers 9.
7. Für die aufgehäuften Baumwollfasern der Unwissenheit ist er das verzehrende Feuer, o Herr der Seher. In den Welten gibt es keinen Mantra, der ihm gleicht.
Quelle: Kapitel 1, Vers 13.
8. Wird Krishna durch ihn verehrt, so zeigt er sich sogleich gnädig. Ich werde dir das Wesentliche darüber in Kürze mitteilen. Höre mir aufmerksam zu.
Quelle: Kapitel 1, Vers 14.
9. Er ist der höchste unter den Mantras und das tiefste unter den Geheimnissen. Wer diesen König der Mantras erkennt, findet die Erfüllung seines Strebens.
Quelle: Kapitel 1, Vers 18.
10. Er wird den Menschen aller Welten lieb und erlangt umfassendes Wissen. Durch diesen Mantra haben die nach Befreiung Strebenden in den drei Welten Befreiung gefunden.
Quelle: Kapitel 1, Vers 20.
11. Durch diesen Mantra erwächst dem Mantrakundigen eine Hingabe, deren Wesen Liebe ist. Er wird zur Verkörperung aller heiligen Pilgerstätten und heiligt alle heiligen Orte. [Der Bezug des zweiten Halbsatzes ist nicht eindeutig; die Jyotsnā-Erklärung bezieht ihn auf den Mantra.]
Quelle: Kapitel 1, Vers 21.
12. Wozu noch viele Worte? Höre das Geheimnis, Gautama: Dieser Mantra schenkt Befreiung. Was bedarf es weiterer langer Erklärungen?“
Quelle: Kapitel 1, Vers 23.
13. Diese höchste Kraft ist fein, ewig und schenkt Bewusstheit. Ishvara ist der Keim der Welten; die ungeborene Shakti trägt die Eigenschaften der Natur in sich.
Quelle: Kapitel 2, Vers 8.
14. Allein durch die unmittelbare Erkenntnis dessen wandelt man als zu Lebzeiten Befreiter auf der Erde. Man ist dann weder von Zeitbestimmungen noch von heiligen Pilgerstätten abhängig.
Quelle: Kapitel 2, Vers 14.
15. Gopī soll man als Prakriti verstehen, jana als die Gesamtheit der Wirklichkeitsprinzipien. Ishvara ist ihre Ursache, indem er beide trägt und durchdringt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 18.
16. Mit vallabha wird das höchste Licht bezeichnet, das ganz und gar Seligkeit ist. Die höchsten heiligen Worte sagen: „Mit drei Vierteln erhob sich Purusha darüber hinaus.“
Quelle: Kapitel 2, Vers 19.
17. Durch die Aussprache des Bīja tritt die Natur des Bewusstseins hervor; durch vallabha die Einheit mit ihm, durch svāhā die Auflösung der Unwissenheit.
Quelle: Kapitel 2, Vers 20.
18. Oder er ist der Herr der Gopis, die durch viele Geburten zur Vollendung gelangt sind. Er heißt Nandas Sohn, der die Freude der drei Welten mehrt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 23.
19. Der Mantra-Übende soll ihn mit gereinigtem Geist betrachten, um die Fülle der Klarheit zu erlangen: als Zeugen und Bewussten aller zehn Prinzipien, als den Unvergänglichen.
Quelle: Kapitel 2, Vers 24.
20. Die rechte Hand wird Purusha genannt, das Licht in Vishnus Gestalt. Durch die Vereinigung beider Hände tritt so das höchste Prinzip hervor.
Quelle: Kapitel 2, Vers 40.
21. Mit dem Scheitelmantra wird ehrfürchtig die feste Vergegenwärtigung der eigenen Gottheit als Bewusstseinslicht von Herz und Haupt begründet.
Quelle: Kapitel 2, Vers 47.
22. Das Licht, das Herz und weitere Bereiche erfüllt und die höchste Erkenntnis des Selbst als Sein und Bewusstsein schenkt, wird hier „Auge“ genannt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 49.
23. Oder go bezeichnet den Veda; durch ihn erlangt man den Alldurchdringenden. So wurde dir, o hervorragender Seher, die innere Bedeutung des Mantras erklärt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 62.
24. Wer dies als Mantra-Übender erkennt, erlangt die vier Lebensziele. Daran besteht kein Zweifel; wahrlich, wahrlich, Gautama.
Quelle: Kapitel 2, Vers 67.
25. Die Lautmutter wird zweifach beschrieben, als höchste und als äußere. Die höchste liegt innerhalb der Sushumna, die andere im äußeren Körperbereich.
Quelle: Kapitel 2, Vers 74.
26. In seiner Mitte vergegenwärtigt man den höchsten Bindu als Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. So meditiere man mit gesammeltem Geist; dies ist der innere Nyasa.
Quelle: Kapitel 2, Vers 80.
27. Von der Wurzel bis zum Brahmarandhra meditiert man über Bindu als Bewusstsein. Mit den daraus strömenden Nektarflüssen bringt man eine sättigende Gabe dar und ordnet die Matrika-Laute zu.
Quelle: Kapitel 2, Vers 81.
28. Jeden Laut einzeln aussprechend, mit namaḥ am Ende, vollzieht man die Zuordnung vom Muladhara bis zur Nähe der Augenbrauen. Dies heißt innerer Nyasa.
Quelle: Kapitel 2, Vers 82.
29. ... als mātrā nach den Veda-kundigen Sehern. Pranayama wird zweifach beschrieben: Sagarbha und Vigarbha, mit bzw. ohne inneren Mantra-Inhalt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 138.
30. Durch Pranayama erlangten die Seher Vollendung, nicht anders. Ein Yogi, der ganz darin aufgeht, ist nicht bloß ein Yogi: Er ist Shiva selbst.
Quelle: Kapitel 2, Vers 143.
31. Das Ein- und Ausströmen der Luft und das Halten des Lebenshauchs werden von den Kennern der Yogalehre Pranayama genannt.
Quelle: Kapitel 2, Vers 144.
32. Prana wird als Lebenswind bezeichnet, ayama als dessen Zurückhalten. Daher heißt diese Yogapraxis der Yogis Pranayama.
Quelle: Kapitel 2, Vers 145.
33. In ihrer Gesamtheit sind sie das eine Brahman, dessen Wesen Sein, Bewusstsein und Seligkeit ist. Dort werden Sattva und die weiteren Eigenschaften jeweils mit ihrem Bīja angeordnet.
Quelle: Kapitel 2, Vers 160.
34. Entsprechend diesen Teilen ordnet der Verständige die vier Selbstformen an: Atman, Antaratman, Paramatman und Jnanatman.
Quelle: Kapitel 2, Vers 161.
35. Wenn die drei Tätigkeitsweisen sich aufgelöst haben, bleibt einzig Bewusstsein und Seligkeit. Dieser Vasudeva ist das Selbst der Seligkeit, die höchste Natur der Bewusstseinskraft.
Quelle: Kapitel 2, Vers 168.
36. An den Staubfäden liegen die acht Shaktis, welche die acht Formen der Natur verkörpern. Die Kraft in der Mitte heißt Para; ihr Wesen ist Bewusstsein und Seligkeit.
Quelle: Kapitel 2, Vers 171.
37. Man ordnet die Matrika, die Mutter der Welt, vom Mantra eingerahmt zu. Durch die Auflösung der angehäuften Unreinheiten tritt die Vollendung des Mantras ein.
Quelle: Kapitel 3, Vers 13.
38. „Nun meditiere man über Vrindavan, das alle Götter verehren: erfüllt von den Blüten sämtlicher Jahreszeiten und vom Gesang der Vogelscharen.
Quelle: Kapitel 4, Vers 1.
39. Das Summen umherschwirrender Bienen erfüllt die Himmelsrichtungen. Eine Brise, gekühlt von den Wellen der Kalindi, durchzieht den Hain.
Quelle: Kapitel 4, Vers 2.
40. Baumgruppen, von vielfältigen blühenden Ranken umwunden, schmücken ihn. Er leuchtet, als würden Sonne und Mond zugleich aufgehen.
Quelle: Kapitel 4, Vers 3.
41. Er strahlt mit himmlischen Spiegeln und glänzenden Perlen, hell wie Millionen Sonnen und frei von den sechs Wogen des Daseins.
Quelle: Kapitel 4, Vers 9.
42. Diese sechs Wogen sind Hunger und Durst des Lebenshauchs, Kummer und Verblendung des Geistes sowie Altern und Tod des Körpers.
Quelle: Kapitel 4, Vers 10.
43. Alle Jahreszeiten dienen ihm, und Nektartropfen fallen aus ihm herab. Seine Blätter leuchten wie Smaragde, seine jungen Triebe wie Korallenjuwelen.
Quelle: Kapitel 4, Vers 12.
44. Er bringt Perlenblüten hervor und strahlt mit Früchten aus Rubin. Sein wundersamer, wohltuender Schatten nimmt die brennende Unruhe des weltlichen Daseins hinweg.
Quelle: Kapitel 4, Vers 13.
45. An seiner Wurzel stellt sich der Mantra-Übende einen segensreichen Juwelenthron vor. Darauf liegt ein achtblättriger Lotus, hell wie die Sonne.
Quelle: Kapitel 4, Vers 14.
46. Dort vergegenwärtigt man den Herrn der Welt, der alle Wirklichkeitsprinzipien in sich umfasst: um das Meer des Daseins zu überqueren und Dharma, Erfüllung und Wohlergehen zu erlangen.
Quelle: Kapitel 4, Vers 15.
47. Krishna trägt ein gelbes Gewand; seine Augen gleichen Lotusblüten. Seine Augen und Lippen, die Handflächen und Fußsohlen sind rötlich; seine Gestalt ist segensreich.
Quelle: Kapitel 4, Vers 16.
48. Das Kaustubha-Juwel erhellt seine Brust. Vielerlei Edelsteine und weite, glänzende Ketten aus Perlen und Juwelen schmücken ihn.
Quelle: Kapitel 4, Vers 17.
49. Locken umrahmen sein schönes Gesicht, zwei gelbe Gewänder umhüllen ihn. An den Lippen, rot wie Bimba-Früchte, leuchtet die Flöte mit ihrem nektargleichen Klang.
Quelle: Kapitel 4, Vers 20.
50. Pfauenfedern schmücken sein Haupt, Waldblumen zieren ihn. Eine schöne, aus Kadamba-Blüten geflochtene Girlande liegt um seinen Hals.
Quelle: Kapitel 4, Vers 21.
51. Sein schön geschwungener Leib strahlt mit der Anmut von Millionen Liebesgöttern. Mit beiden Händen hält er die Flöte, setzt sie an die Lippen und spielt.
Quelle: Kapitel 4, Vers 22.
52. Er trägt alle glückverheißenden Merkmale und strahlt in Schönheit: der die Herzen aller Gopis anzieht, der unvergängliche Herr der Welten.
Quelle: Kapitel 4, Vers 29.
53. Man erinnere sich an den Alldurchdringenden, den die Siddhas in Brahmas Welt und in den anderen Welten sowie weitere hervorragende Götter preisen.
Quelle: Kapitel 4, Vers 33.
54. So meditiere der Mantra-Übende im Herzen über den unvergänglichen Krishna. Selbst das furchterregende Meer des Daseins wird dann so klein wie der Hufabdruck eines Kalbes.“
Quelle: Kapitel 4, Vers 34.
55. Als Guru gilt, wer ansprechend und freundlich, rein und zugänglich ist, viele Tantras kennt, selbst frei von Zweifel ist, Zweifel lösen kann und ohne eigennützige Erwartungen handelt.
Quelle: Kapitel 5, Vers 5.
56. Er ist in den Veden, im Vedanta, in Lehre, Wissen und unmittelbarer Erkenntnis bewandert. Mit Stimme, Gedanken, Körper und Herz ist er dem Dienst an Vishnu hingegeben.
Quelle: Kapitel 5, Vers 6.
57. Er kennt die drei Dämmerungszeiten, vermag die sechs Adhvan zu reinigen und erkennt das lebendige Bewusstsein des Mantras. Einen solchen nennt der aus sich selbst hervorgegangene Brahma einen Guru.
Quelle: Kapitel 5, Vers 9.
58. Verehrung jenem unmittelbar gegenwärtigen Guru, durch dessen Anweisung selbst Erde, Asche, Holz und Stein die vollständige Frucht der Verehrung hervorbringen.
Quelle: Kapitel 5, Vers 10.
59. Wer die fünf Überlieferungsströme kennt, zurechtweisen und Gnade gewähren kann und die Zweifel des Schülers löst, ist ein Guru – nicht ein anderer.
Quelle: Kapitel 5, Vers 11.
60. Wer für die vaishnavische Lehre einem wunscherfüllenden Erkenntnisjuwel gleicht, in einer geregelten Lebensordnung steht und im Wissen bewandert ist, ist ein Guru – nicht ein anderer. [A hat nyāya, B āmnāya in der ersten Verbindung.]
Quelle: Kapitel 5, Vers 12.
61. Wer Bedeutung und lebendiges Bewusstsein von Mantra und Tantra, den Weg der Kundalini sowie die Verfahren der Mantralehre kennt, ist ein Guru – nicht ein anderer.
Quelle: Kapitel 5, Vers 13.
62. Auch eine weite Reise soll man dorthin unternehmen, wo Kenner der Überlieferung leben. Wer sein spirituelles Ziel sucht, soll sie ehren, sich vor ihnen verneigen und ihnen dienen.
Quelle: Kapitel 5, Vers 14.
63. So soll ein Guru beschaffen sein; andernfalls bringt er dem Schüler Leid. Der Schüler soll aus geachteter Familie stammen, reinen Wesens und auf die Lebensziele ausgerichtet sein.
Quelle: Kapitel 5, Vers 15.
64. Er soll die Veden studiert haben, tüchtig sein und sich um das Wohl seiner Eltern bemühen, Dharma kennen und ausüben und dem Guru dienen.
Quelle: Kapitel 5, Vers 16.
65. Er soll innerlich friedlich sein, das Wesen des Selbst kennen, körperlich gefestigt und in seiner Ausrichtung beständig; stets das Wohl der Lebewesen suchen und für das jenseitige Wohl handeln.
Quelle: Kapitel 5, Vers 17.
66. Mit Rede, Gedanken und Körper soll er dem Guru dienen. Er verzichtet auf nicht verpflichtende Handlungen und vollzieht seine regelmäßigen religiösen Pflichten.
Quelle: Kapitel 5, Vers 18.
67. Er hat Sinne, Trägheit und Verblendung gemeistert und ist frei von Neid. Den Kindern und der Gattin des Guru erweist er dieselbe ehrfürchtige Verbundenheit wie dem Guru.
Quelle: Kapitel 5, Vers 19.
68. Wenn der Schüler geeignet ist, vollzieht der wahre Guru aus tiefem Mitgefühl ordnungsgemäß das Einweihungsritual.
Quelle: Kapitel 5, Vers 22.
69. Nachdem den Ahnen und den Hütern des Ortes reichlich Gaben dargebracht wurden, verehre man, falls die genannten Stoffe fehlen, mit Kusha-Gras, Blüten und Ähnlichem.“
Quelle: Kapitel 5, Vers 95.
Wichtige Mantras
Die folgenden Formeln sind im bisher bearbeiteten Text belegt oder durch seine ausdrückliche Lautbeschreibung mit der Kontrollquelle erschließbar. Sie bilden noch keinen vollständigen Mantrakatalog. Verschlüsselte oder widersprüchliche Bīja-Folgen werden nicht zu scheinbar sicheren Rezitationstexten ergänzt.
Zehnsilbiger Krishna-Mantra
gopījanavallabhāya svāhā
गोपीजनवल्लभाय स्वाहा
Bedeutung: „Dem Geliebten der Gopis: svāhā“, eine Formel der Darbringung. Der Name verweist zugleich auf die im Text ausgeführte Beziehung zwischen göttlichem Bewusstsein, Natur und ihren Entfaltungen.
Quelle: 2.3–5: verschlüsselte Lautfolge; Auflösung ausdrücklich in der Jyotsnā-Erklärung zu diesen Versen. 2.25–26 erläutert, dass das Bīja bei der Zählung der zehn Silben unberücksichtigt bleibt und bei der beschriebenen Praxis vorangestellt wird. Die schriftliche Form lautet gopī-, mit langem ī.
Achtzehnsilbiger Krishna-Mantra
klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā
क्लीं कृष्णाय गोविन्दाय गोपीजनवल्लभाय स्वाहा
Bedeutung: „Krishna, Govinda, dem Geliebten der Gopis, sei diese Darbringung gewidmet.“ Das Bīja klīṃ erhält keine erfundene wörtliche Übersetzung.
Quelle: 2.57–58: klīṃ, der Name Krishna in der vierten Fallendung, ebenso Govinda, dann der zuvor beschriebene zehnsilbige Mantra. Die Kontrollquelle bestätigt diese Verbindung. Der Text beschreibt ihre Vermittlung im Verhältnis von Lehrer und Schüler.
Zwölfsilbiger Vasudeva-Mantra
oṃ namo bhagavate vāsudevāya
ॐ नमो भगवते वासुदेवाय
Bedeutung: „Om. Verehrung dem erhabenen Vasudeva.“
Quelle: 3.10 nennt den zwölfsilbigen Mantra; die dazugehörige Jyotsnā-Erklärung schreibt ihn ausdrücklich aus. Die anschließende Bezeichnung trimātrika in 3.11 wird in der Hindi-Erklärung anders ausgelegt; diese Stelle wird deshalb nicht als eindeutiger Beleg für weitere vorangestellte Bījas verwendet.
Bīja und Shakti
klīṃ – क्लीं: Krishna- bzw. Kama-Bīja; 2.6 und die zugehörige Jyotsnā-Erklärung, außerdem ausdrücklich 2.57. Der Text deutet es im Zusammenhang von Krishna, Bewusstsein und der Entstehung der Elemente.
svāhā – स्वाहा: Darbringungsformel und als Shakti des Mantras behandelt; 2.7–8 und 2.16–20. Die innere Deutung des Werkes ist von der üblichen Funktion der Formel zu unterscheiden.
Fünf Diskusformeln des Finger-Nyasa
Die Formeln sind in 2.37–39 belegt. Sie gehören zur technischen Nyasa-Praxis und sind hier zur Textkenntnis aufgeführt.
- ācakrāya svāhā – आचक्राय स्वाहा
- vicakrāya svāhā – विचक्राय स्वाहा
- sucakrāya svāhā – सुचक्राय स्वाहा
- trailokyarakṣaṇacakrāya svāhā – त्रैलोक्यरक्षणचक्राय स्वाहा
- asurāntakacakrāya svāhā – असुरान्तकचक्राय स्वाहा
Die Bezeichnungen ācakra, vicakra und sucakra werden als Namen bewahrt. Die letzten beiden benennen den „die drei Welten schützenden Diskus“ und den „die Asuras bezwingenden Diskus“. In den Gliederzuordnungen von 2.42–44 weichen die Fassungen voneinander ab; daraus wird keine zusätzliche vollständige Ritualfolge rekonstruiert.