Damana Puja – Vishnu mit duftenden Frühlingszweigen und einer Nachtwache ehren
Damana Puja – Vishnu mit duftenden Frühlingszweigen und einer Nachtwache ehren bringt die Kraft des Frühlings als duftende Pflanzengabe zu Vishnu. Die Damana Puja gemäß Puja Samuccaya beginnt am Fastentag Ekadashi und mündet in die Zweiggabe an Chaitra Shukla Dwadashi. Eine darin erfahrene Ritualleitung bereitet den Festplatz; die gelobende Person trägt Sammlung, Nachtwache und Darbringung. Gefeiert wird am häuslichen Altar oder in einer entsprechend vorbereiteten Tempelstätte.
Vorbereitung
Benötigt werden eine Vishnu-Darstellung, eindeutig bestimmtes Damanaka, eine Bambusschale, ein sauberes Tuch, Wasserkrug, Material für das von der Ritualleitung vorzubereitende Sarvatobhadra Mandala, Durva, Blüten und die gemeinsame Mahlzeit. Für die Bildverehrung: sauberes Wasser, Löffel und Auffangschale; kleines Tuch und Baumwollfaden; Sandelduft, ungebrochene Reiskörner und Blumen; Räucherwerk; eine gefüllte Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl); vegetarische Speise, Betelblatt und Arekanuss als rituelle Gabe sowie eine Geldgabe. Pflanzenöl ist die heutige vegane Alternative. Verzehrbare Gaben werden nach der Verehrung als Prasad geteilt; aufgefangenes Wasser kommt an einen geeigneten sauberen Ort, Blumen werden kompostiert. Lass die Parana-Zeit örtlich bestimmen. Ist die Dwadashi an der vorgesehenen Fastenendzeit nicht einmal kurz vorhanden, nennt das Handbuch Trayodashi als Ausweichtag. Ein eingeschobener Adhika Masa ist für dieses Fest ausgeschlossen.
Durchführung
1. Fastentag und Sammlung
Die Feier beginnt am Ekadashi vor der hellen Chaitra-Dwadashi. Vollziehe die gewohnte Tagesverehrung Vishnus und halte den Fastentag gemäß deiner eingeübten Ekadashi-Praxis. Die hier gewählte Fassung ist die im Buch ausdrücklich zugelassene Namensdarbringung für Menschen ohne besondere Mantra Diksha.
2. Damanaka willkommen heißen
Erwirb die vorbereiteten Damanaka-Zweige. Grüße sie mit Sandelduft und Blüten und sage auf Deutsch: „Ich nehme dich zur Verehrung Shri Krishnas mit.“ Reinige die Zweige zuhause mit Wasser. Der Quelltext nennt zusätzlich Panchagavya; reines Wasser ist hier die gekennzeichnete heutige vegane Ausführung. Sprich bei der Anrufung Kamas in der Pflanze:
namostu puṣpabāṇāya jagadāhlādakāriṇe |
manmathāya jagannetre ratiprītipriyāya te ||
नमोस्तु पुष्पबाणाय जगदाह्लादकारिणे ।
मन्मथाय जगन्नेत्रे रतिप्रीतिप्रियाय ते ।।
Verehrung dem Träger der Blütenpfeile, der die Welt erfreut; dir, Manmatha, Lenker der Welt, dem die Liebe Ratis lieb ist.
kāyabhasmasamudbhūta ratibāṣpaparipluta |
ṛṣigandharvadevādivimohaka namostute ||
कायभस्मसमुद्भूत रतिबाष्पपरिप्लुत ।
ऋषिगन्धर्वदेवादिविमोहक नमोस्तुते ।।
Aus der Asche des Leibes hervorgegangen, von Ratis Tränen benetzt: Verehrung dir, der Weise, Gandharvas und Götter bezaubert.
Bringe Duft, Blüten, Räucherwerk, Licht und eine kleine Speise vor die Zweige. Sprich zu jeder Gabe:
oṃ kāmāya namaḥ |
ॐ कामाय नमः ।
Om, Verehrung Kama.
3. Die Zweige für die Nacht aufstellen
Am Abend bereitet die Ritualleitung das Sarvatobhadra Mandala nach ihrer eingeübten Form vor und setzt den Wasserkrug in die Mitte. Stelle die Damanaka-Zweige in einer Bambusschale darauf und bedecke sie mit einem sauberen Tuch. Die Vorbereitung dieses Mandalas ist eine Voraussetzung der hier beschriebenen Handbuchfassung. Sprich:
pūjārthaṃ devadevasya viṣṇor lakṣmīpateḥ prabho |
damana tvam ihāgaccha sānnidhyaṃ kuru te namaḥ ||
पूजार्थं देवदेवस्य विष्णोर् लक्ष्मीपतेः प्रभो ।
दमन त्वम् इहागच्छ सान्निध्यं कुरु ते नमः ।।
Damanaka, komm hierher zur Verehrung Vishnus, des Herrn der Götter und Gemahls Lakshmis. Sei gegenwärtig; Verehrung dir.
4. Die acht Richtungen und das Segensgebet
Lege in jeder der acht Richtungen eine kleine Blütengabe nieder. Beginne im Osten und gehe über Südosten im Uhrzeigersinn. Die jeweilige Anrufung verbindet Kama mit Rati:
klīṃ kāmadevāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं कामदेवाय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung Kama als Gott der Liebe; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ bhasmaśarīrāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं भस्मशरीराय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung dem, dessen Leib Asche wurde; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ anaṅgāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं अनङ्गाय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung dem Körperlosen; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ manmathāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं मन्मथाय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung Manmatha; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ vasantasakhāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं वसन्तसखाय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung dem Freund des Frühlings; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ smarāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं स्मराय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung Smara; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ ikṣucāpāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं इक्षुचापाय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung dem mit dem Zuckerrohrbogen; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
klīṃ puṣpabāṇāstrāya namo hrīṃ ratyai namaḥ |
क्लीं पुष्पबाणास्त्राय नमो ह्रीं रत्यै नमः ।
Klim, Verehrung dem, dessen Waffen Blütenpfeile sind; Hrim, Verehrung Rati. Die Silben Klim und Hrim bleiben als Bija unübersetzt.
Sprich danach über den Zweigen 108-mal die Kama Gayatri:
tatpuruṣāya vidmahe kāmadevāya dhīmahi |
tanno'naṅgaḥ pracodayāt ||
तत्पुरुषाय विद्महे कामदेवाय धीमहि ।
तन्नोऽनङ्गः प्रचोदयात् ।।
Wir erkennen jenen Purusha und meditieren über Kamadeva. Möge der Körperlose uns erleuchten.
Gib danach eine Blüte:
hrīṃ namaḥ |
ह्रीं नमः ।
Hrim, Verehrung.
5. Die Nacht in Gottesgedenken verbringen
Verneige dich erneut mit dem vollständig in Schritt 2 stehenden Vers „namostu puṣpabāṇāya“. Wende dich dann Vishnu zu:
kṣīrodadhimahānāgaśayyāvasthitavigraha |
prātas tvāṃ pūjayiṣyāmi sannidhau bhava te namaḥ ||
क्षीरोदधिमहानागशय्यावस्थितविग्रह ।
प्रातस् त्वां पूजयिष्यामि सन्निधौ भव ते नमः ।।
Du, dessen Gestalt auf dem großen Schlangenlager im Milchozean ruht: Am Morgen werde ich dich verehren. Sei gegenwärtig; Verehrung dir. Lege Blüten nieder und halte Jagarana, die Nachtwache, mit Gottesgedenken. Das Kapitel schreibt dafür keinen besonderen vollständigen Gesang vor.
6. Am Morgen die Pflanzengabe darbringen
Vollziehe nach der Morgenreinigung die Verehrung Vishnus.
Die folgende Puja entfaltet die im Ritualtext vorgeschriebene Verehrung mit dem Namen der Gottheit. Sprich bei jeder Gabe denselben vollständigen Namensgruß; die jeweilige Handlung ist der Ausdruck deiner Einladung.
oṃ namo nārāyaṇāya |
ॐ नमो नारायणाय ।
Om, Verehrung Narayana.
- Einladen und Sitz anbieten: Bitte die Gottheit, deine Verehrung anzunehmen, und lege eine Blüte vor das Bild.
- Fußwasser, Ehrenwasser und Mundwasser: Gib für jede dieser drei Gaben getrennt einen Löffel Wasser in die Auffangschale. Beim Ehrenwasser liegen Blüte und ein paar Reiskörner in deiner Gabe.
- Baden: Übergieße eine wasserfeste Murti mit wenig reinem Wasser, fange es auf und trockne sie ab. Bei einem gemalten Bild biete das Wasser in der Schale an.
- Gewand und heilige Schnur: Lege das saubere kleine Tuch und einen Baumwollfaden als ehrende Gaben vor das Bild.
- Duft, Reiskörner und Blüten: Bringe nacheinander Sandelduft, ungebrochenen Reis und die vorgesehenen Blumen dar.
- Räucherwerk und Licht: Zeige den Duft und anschließend das bereits brennende Licht in ruhiger Bewegung vor der Gottheit.
- Speise: Stelle die frische vegetarische Speise hin. Biete einen Löffel Wasser in der Schale an, verweile kurz schweigend und biete nochmals Wasser zum Abschluss der Mahlzeit an.
- Betelgabe und Gabe: Lege ein Betelblatt mit Arekanuss, soweit vorhanden, und die vorbereitete Geldgabe dazu. Diese rituelle Betelgabe ist nicht zum eigenen Verzehr bestimmt.
- Lichtgruß und Verneigung: Führe die Lampe vor dem Bild und verneige dich mit gefalteten Händen.
Nimm eine Damanaka-Rispe zusammen mit Durva, Sandelduft und Reiskörnern. Sprich den obigen Namensgruß, danach:
devadeva jagannātha vāñchitārthapradāyaka |
hṛtsthān pūraya me viṣṇo kāmān kāmeśvarīpriya ||
idaṃ damanakaṃ deva gṛhāṇa madanugrahāt |
imāṃ sāṃvatsarīṃ pūjāṃ bhagavan paripūraya ||
देवदेव जगन्नाथ वाञ्छितार्थप्रदायक ।
हृत्स्थान् पूरय मे विष्णो कामान् कामेश्वरीप्रिय ।।
इदं दमनकं देव गृहाण मदनुग्रहात् ।
इमां सांवत्सरीं पूजां भगवन् परिपूरय ।।
Herr der Götter, Herr der Welt, Erfüller guter Anliegen: Vishnu, erfülle die Wünsche meines Herzens, du der Kameshvari lieb bist. Nimm diese Damanaka-Gabe gnädig an und vollende diese jährliche Verehrung. Sprich nochmals „oṃ namo nārāyaṇāya“ und lege die Zweige an die Darstellung. Ordne weitere Zweige als Schmuck an. Sind Begleitgottheiten auf dem Altar vorhanden, erhalten sie je eine Gabe mit ihrem in der örtlichen Verehrung gebrauchten Namen; sie sind in dieser häuslichen Hauptfassung nicht zusätzlich aufzustellen.
7. Dank, Licht und gemeinsames Fastenende
maṇividrumamālābhir mandārakusumādibhiḥ |
iyaṃ sāṃvatsarīpūjā tavāstu garuḍadhvaja ||
vanamālāṃ yathā deva kaustubhaṃ santate hṛdi |
tadvad dāmanakīṃ mālāṃ pūjāṃ ca hṛdaye vaha ||
jānatājānatā vāpi na kṛtaṃ yat tavārcanam |
tat sarvaṃ pūrṇatāṃ yātu tvatprasādād ramāpate ||
jitaṃ te puṇḍarīkākṣa namas te viśvabhāvana |
hṛṣīkeśa namas testu mahāpuruṣapūrvaja ||
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvara |
yat pūjitaṃ mayā deva paripūrṇaṃ tad astu me ||
मणिविद्रुममालाभिर् मन्दारकुसुमादिभिः ।
इयं सांवत्सरीपूजा तवास्तु गरुडध्वज ।।
वनमालां यथा देव कौस्तुभं सन्तते हृदि ।
तद्वद् दामनकीं मालां पूजां च हृदये वह ।।
जानताजानता वापि न कृतं यत् तवार्चनम् ।
तत् सर्वं पूर्णतां यातु त्वत्प्रसादाद् रमापते ।।
जितं ते पुण्डरीकाक्ष नमस् ते विश्वभावन ।
हृषीकेश नमस् तेस्तु महापुरुषपूर्वज ।।
मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं सुरेश्वर ।
यत् पूजितं मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु मे ।।
Garudabanner-Träger, dir gelte die jährliche Verehrung wie mit Edelstein- und Korallenketten und himmlischen Blüten. Wie du die Waldblumengirlande und Kaustubha am Herzen trägst, so trage auch diese Damanaka-Girlande und meine Verehrung am Herzen. Was bewusst oder unbewusst unterblieb, möge durch deine Gnade vollständig werden, Herr Lakshmis. Sieg ist dein, Lotusäugiger, Ursprung der Welt; Verehrung dir, Hrishikesha, uranfänglicher großer Purusha. Was an meiner Verehrung an Mantra, Handlung oder Hingabe mangelt, möge vollständig sein. Bringe abschließend Duft, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise mit dem in Schritt 6 ausgeschriebenen Vishnu-Namen dar. Zeige nochmals die Lampe. Gib Damanaka an die anwesenden Brahmanen, trage selbst einen geweihten Zweig und beende das Fasten mit den Freunden zur vorher bestimmten Parana-Zeit.
Innerer Abschluss
Die Bitte, Vishnu möge die Girlande am Herzen tragen, lädt zu einer persönlichen Antwort ein. Als freie Anregung: Bewahre von der Feier weniger ein kostbares Objekt als eine erinnerte Haltung — Freude darf gesammelt, geteilt und Gott anvertraut werden.
Quellen und Vertiefung
- Puja Samuccaya, Kapitel 11: Damana-puja. Sanskritfassung: Volltext des Puja Samuccaya.
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